str teachware Urs Saxer
Thomas Tobler
Heinz Rüfenacht
Aktualisierte Ausgabe 2026/27

Grundlagen
Wirtschaft & Recht





Betriebswirtschaft

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Thomas Tobler
Heinz Rüfenacht
Aktualisierte Ausgabe 2026/27

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Betriebswirtschaft

Ausgabe für Lehrperson



Betriebswirtschaft
Kapitel 1 «Unternehmens- und Geschäftsmodelle»
Ausgabe für Lehrpersonen
Grundlagen Wirtschaft und Recht str
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1. Auflage 2026/27





© copyright STR Teachware GmbH, St. Gallen, www.strteachware.ch
Umschlag: schmizz communicate 360° GmbH, Schaffhausen
Druck: Copy + Print AG, Schaffhausen



Die moderne Wirtschaft lebt von einer grossen Vielfalt an Unternehmen, die unterschiedlichste Bedürfnisse abdecken und sich in Grösse, Rechtsform, Eigentumsverhältnissen und Ausrichtung unterscheiden. Diese Vielfalt ermöglicht eine dynamische Wirtschaftslandschaft, in der traditionelle Betriebe ebenso Platz finden wie innovative Start-ups.
Gleichzeitig müssen Unternehmen laufend auf Entwicklungen in ihrer Umwelt reagieren und Zielkonflikte zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen bewältigen. Ein klar formuliertes Leitbild, eine stimmige Strategie und gut abgestimmte Prozesse bilden dabei die Basis für wirkungsvolles Handeln.
Wertschöpfung entsteht, wenn Unternehmen echten Nutzen für Kunden und Gesellschaft schaffen. Die Analyse und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen sowie der Einsatz geeigneter Frameworks sind entscheidend, um Innovationen hervorzubringen und langfristig erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen.
Vorgaben aus dem Rahmenlehrplan Mögliches Lektionenbudget
Grundlagen Schwerpunkt
Wechselwirkungen im Fokus ............................................... 16
7 Prozesse – Abläufe und Wertschöpfungskette 17
8 Unternehmensmodell im Überblick 18 Innovation mit Geschäftsmodellen
9 Von der
1a. Die Vielfalt der Unternehmen anhand von Merkmalen vergleichen.
(z.B. Wirtschaftssektor, Branche, Grösse, Eigentumsverhältnisse, Profitorientierung, Rechtsform)
1b. Anhand von Unternehmensmodellen Wechselwirkungen zwischen dem Unternehmen und der Unternehmensumwelt erläutern und unternehmerische Entscheidungen in Zielkonflikten beurteilen.
(z.B. Umweltsphären, Anspruchsgruppen)
1c. Mittels eines Geschäftsmodells Elemente und Erfolgsfaktoren der unternehmerischen Tätigkeit aufzeigen.
(z.B. Business Model Canvas, Business Model Navigator, Innovation)
1d. Prozesse der strategischen Unternehmensführung erläutern und auf Beispiele anwenden.
(z.B. Situationsanalyse, Strategieentwicklung und -umsetzung, Evaluation; Businessplan)
1 Bedürfnisse und Güter ............ 22
2 Sektoren und Branchen 24
3 Verschiedene Unternehmen 24
4 Umweltsphären 26
5 Anspruchsgruppen ................. 29
6 Unternehmenskonzept ........... 31
7 Prozesse 32
8 Unternehmensmodell 33

9 Geschäftsideen


10 Geschäftsmodelle ....................





(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Aus der Vogelperspektive betrachtet, bietet der Wirtschaftsraum Schweiz ein faszinierendes Bild: Etwa 5,1 Mio. Beschäftigte arbeiten in mehr als 600 000 Unternehmungen1). Viele dieser Wirtschaftsteilnehmer arbeiten täglich Hand in Hand. Rohstoffe und Fertigprodukte werden durch Transportunternehmungen auf der Schiene oder Strasse, in der Luft oder eventuell auf dem Schiffsweg vom Lieferanten zum Kunden geliefert. Innerhalb einer einzelnen Unternehmung arbeiten viele Angestellte in unterschiedlichen Abteilungen zusammen und ergänzen sich in ihren Arbeitsbereichen je nach Position, Ausbildung und Fertigkeiten. Die Güter- und Personenströme machen nicht an der Grenze Halt: Rohstoffe werden aus dem Ausland eingeführt, Fertigprodukte und Dienstleistungen in alle Welt verkauft, Touristen besuchen die Schweiz als Ferienland, und Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Ferien häufig im Ausland.
Näher hingezoomt wird ersichtlich, dass zwischen den Wirtschaftsteilnehmern ein Wettbewerb stattfindet und dass keinesfalls vollkommene Harmonie besteht. Auf dem Mobilfunkmarkt bieten beispielsweise Swisscom, Sunrise und Salt fast identische Produkte an. Die Unternehmungen versuchen sich deshalb durch ihre Werbung voneinander abzuheben, um für sich selbst so viele Kunden wie möglich zu gewinnen. Unternehmungen, die nicht erfolgreich arbeiten, scheiden aus dem Wirtschaftsprozess aus. Die Angestellten verlieren ihre Arbeitsplätze, Eigentümer und weitere Kapitalgeber ihr investiertes Kapital. Auf der Suche nach einer neuen Stelle konkurrenzieren sich auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenseitig: Für eine neu ausgeschriebene Stelle in einer Unternehmung bewerben sich vielleicht 50 bis 100 Personen gleichzeitig.
Die Wirtschaftsteilnehmer entscheiden sich in den meisten Fällen aufgrund des Preises für das eine oder andere Produkt. Eine Unternehmung bezieht ihre Rohstoffe konsequent beim günstigsten Lieferanten. Ein anderes Mal ist vielleicht die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung ausschlaggebend. Ein Arbeitgeber entscheidet sich aufgrund von Ausbildung, Erfahrung und Fachwissen, Leistungsbereitschaft, Team- und Kommunikationsfähigkeit für eine bestimmte Angestellte. Die vielen wirtschaftlichen Aktivitäten erfordern somit von allen Beteiligten eine Vielzahl von Entscheidungen.

In der
waren 2022
1) «Unternehmungen» werden auch als «Betriebe», «Geschäfte» oder «Firmen» bezeichnet, wobei «Firma» den rechtlichen Begriff für den Namen einer Unternehmung darstellt.
Unsere Bedürfnisse gelten als Ausgangspunkt des wirtschaftlichen Handelns. Unter einem Bedürfnis verstehen wir das Empfinden eines Mangels und den damit verbundenen Wunsch, diesen Mangel zu beheben. Wir haben Durst oder Hunger (d. h. einen Mangel an Flüssigkeit und Nahrung) und möchten deshalb etwas trinken oder essen (d. h. den Mangel beseitigen). Wenn jemand einen Mangel empfindet und über genügend Geldmittel verfügt, erwirbt er oder sie sich ein bestimmtes Produkt oder stellt das gewünschte Gut selber her.
■ Gliederung der Bedürfnisse
Unterscheidung der Bedürfnisse nach
der Dringlichkeit dem Bedürfnisträger dem Gegenstand
Existenzbedürfnisse
Wahlbedürfnisse
Grundbedürfnisse
Luxusbedürfnisse
Ind ividualbedürfnisse
Kollektivbedürfnisse materielle Bedürfnisse immaterielle Bedürfnisse
Mit den Existenzbedürfnissen werden die absolut lebensnotwendigen Bedürfnisse nach Nahrung, Kleidung und Unterkunft befriedigt. Sie sind in den ärmsten Ländern dieser Welt auch heute noch von zentraler Bedeutung.
In den reichen, hoch entwickelten Volkswirtschaften sind die lebensnotwendigen Bedürfnisse weitgehend befriedigt. Hier haben die Menschen die Wahl, welche weiteren Bedürfnisse befriedigt werden sollen; entsprechend spricht man von Wahlbedürfnissen. Die Grundbedürfnisse umfassen dabei diejenigen Bedürfnisse, die sich aus dem allgemeinen sozialen und gesellschaftlichen Lebensstandard ergeben. Dies können beispielsweise Wohnungseinrichtungen, Haushaltgegenstände, kulturelle Freizeitbedürfnisse wie Kino, Konzerte oder Theateraufführungen sein.








Luxusbedürfnisse (z. B. ein Luxus- oder ein Zweitauto, teuren Schmuck oder eine Zweitwohnung) können sich nur Leute in gehobenen Einkommensklassen leisten. Die einzelnen Bedürfniskategorien sind nicht fix definiert. Die Zuordnung zu Grund- oder Luxusbedürfnissen ist fliessend und von den Wertvorstellungen der Gesellschaft einer bestimmten Epoche abhängig. Was für Ihre Grosseltern noch ein Luxusbedürfnis war, z. B. ein Geschirrspüler, gehört heute zur Standardausstattung einer gut ausgestatteten Mietwohnung und widerspiegelt damit ein Grundbedürfnis vieler Wohnungsmieter.
Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit ist jene zwischen Individual- und Kollektivbedürfnis. Der Entscheid für den Kauf eines iPods geht von einer individuellen Person aus –wir sprechen deshalb von einem Individualbedürfnis. Im Gegensatz dazu können Kollektivbedürfnisse nur von mehreren Menschen zusammen (im Kollektiv) befriedigt werden. Grossprojekte wie der Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Neue Eisenbahn-Alpen-Transversale (NEAT), ein zweiter Autobahntunnel durch den Gotthard, aber auch die gesamte Landesverteidigung können praktisch nur durch den Staat realisiert werden.
Schliesslich können wir die Bedürfnisse danach unterscheiden, ob sie auf Gegenstände abzielen, die man anfassen kann ( materielle Bedürfnisse), oder solche, die im religiösen, emotionalen oder geistigen Bereich befriedigt werden ( immaterielle Bedürfnisse). Beispiele für immaterielle Bedürfnisse sind das Verlangen nach Macht, Ansehen, Geborgenheit oder Gerechtigkeit.
■ Bedürfnisse ohne Ende
Auch in wirtschaftlich hoch entwickelten Ländern, in denen man vermuten würde, es seien sämtliche Bedürfnisse aller Menschen erfüllt, tauchen immer wieder neue Bedürfnisse auf: Obwohl die Menschen in den hoch entwickelten Industriestaaten nicht (mehr) an Hunger leiden, gibt es immer wieder neue Nahrungsmittel, die einfacher oder schneller zubereitet
werden können. Auch das Grundbedürfnis nach Kleidung ist in diesen Gesellschaften für die meisten Menschen vollständig abgedeckt. Trotzdem bieten Kleidergeschäfte Saison für Saison mit viel Erfolg neue Kleidungsstücke an, die von der Kundschaft auch gekauft werden, während noch gute, funktionsfähige Kleider über Kleidersammlungen karitativer Organisationen entsorgt werden (ein weiterer Hinweis dafür, dass der Übergang von Existenz- zu Grund- und Luxusbedürfnissen stark zeit- und gesellschaftsabhängig ist).

Der Rolls-Royce Boat Tail ist eine Luxusyacht für die Strasse, was er sowohl mit seinem Namen als auch seinem exorbitanten Preis von 25 Millionen Euro kundtut. Damit ist er momentan das teuerste «Serienfahrzeug» der Welt.
■ Die Bedürfnisse nach Maslow
Unabhängig von der eben vorgestellten Gliederung der Bedürfnisse nach ihrer Dringlichkeit hat der Soziologe Abraham Maslow eine «Bedürfnispyramide» mit fünf unterschiedlichen Bedürfniskategorien entwickelt. Gemäss seiner Theorie müssen die Bedürfnisse der jeweils unteren Stufe vollständig befriedigt sein, bevor die nächsthöheren Bedürfnisse für das menschliche Handeln überhaupt bestimmend werden.
5. Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
4. Bedürfnis nach Wertschätzung
3. Soziale Bedürfnisse
2. Sicherheitsbedürfnisse
1. Grundbedürfnisse (physiologische Bedürfnisse)
Die fünf Bedürfniskategorien nach Maslow sind:
■ Grundbedürfnisse (= physiologische Bedürfnisse, z. B. Nahrung, Wärme, Schlaf, Selbsterhaltung, Sexualität oder Bewegung) haben eine körperliche Grundlage.
■ Unter den Sicherheitsbedürfnissen ist z. B. die Absicherung eines erreichten Einkommens oder des Arbeitsplatzes zu verstehen, aber auch das Absichern vor den Folgen von Unfall oder Krankheit durch eine entsprechende Versicherung.
■ Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft, zu einem Freundeskreis oder den Wunsch nach Geborgenheit in der Familie.
■ Das Bedürfnis nach Wertschätzung äussert sich im Wunsch nach Anerkennung durch ein soziales Bezugsgefüge (Achtung, Lob, Ruhm oder soziales Ansehen durch die Stellung in der Gesellschaft).








■ Selbstverwirklichungsbedürfnisse beinhalten das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit, das Bedürfnis, sich weiterzuentwickeln.
(Ausgabe für Lehrperson)
Wieweit wir ein bestimmtes materielles Bedürfnis befriedigen können, hängt häufig davon ab, ob wir über ausreichende Geldmittel verfügen, um uns etwas kaufen zu können. Wenn die Bedürfnisse mit genügend Kaufkraft ausgestattet sind, entsteht eine Nachfrage am Markt. Die Unternehmungen versuchen, mit ihrem Angebot an Sachgütern oder Dienstleistungen dieser Nachfrage zu entsprechen.
Die Unternehmungen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Wissen, Kapital und Boden Güter her und bieten diese am Markt an. Unter dem Produktionsfaktor Arbeit verstehen wir die Erwerbsarbeit der Menschen. Neben der reinen Arbeit ist auch Wissen (Know-how) für die Herstellung von Sachgütern oder Dienstleistungen notwendig. Nur wenn man weiss, wie etwas erfolgreich produziert und vermarktet werden kann, ist man am Markt erfolgreich. Zum Produktionsfaktor Kapital zählen wir das in den Unternehmungen angelegte Sachkapital. Dazu gehören Gebäude, Maschinen, Werkzeuge oder Computer, die den Produktionsprozess überhaupt erst ermöglichen. Der Produktionsfaktor Boden (oder Natur) dient als Grundlage für Unternehmungsstandorte, Verkehrswege oder Wohnraum. Er ist aber auch die Grundlage für die Landwirtschaft und den Tourismus und liefert die Rohstoffe für die Produktion von materiellen Gütern.
■ Wirtschaftliche Güter
Die von Unternehmungen hergestellten Produkte bezeichnen wir als wirtschaftliche Güter. Nur wenn Güter knapp sind, sind die Wirtschaftsteilnehmer überhaupt bereit, dafür einen Preis zu bezahlen. Ist ein Gut nämlich in unbeschränktem Mass vorhanden, kann es nicht bewirtschaftet werden und hat deshalb keinen Preis. Man spricht dann von einem «freien Gut». Freie Güter sind in der Natur in einer derartigen Menge vorhanden, dass niemand bereit ist, dafür einen Preis zu bezahlen. Beispiele dafür sind Luft oder Wasser. Allerdings werden ursprünglich freie Güter infolge des Bevölkerungswachstums und der entsprechenden wirtschaftlichen Aktivitäten zunehmend knapp; sie bekommen damit den Charakter von wirtschaftlichen Gütern. Sobald frisches, sauberes Wasser knapp wird und nicht (mehr) frei verfügbar ist, werden die Wirtschaftsteilnehmer bereit sein, einen Preis dafür zu bezahlen – es wird sich ein Markt bilden, in welchem Unternehmungen gegen Bezahlung Wasser anbieten. Das Gut Wasser ist damit zu einem wirtschaftlichen Gut geworden, das bewirtschaftet wird. Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden. Sie sind entweder in der Natur bereits vorhanden, oder sie werden von Menschen hergestellt. Im Gegensatz dazu sind immaterielle Güter nicht gegenständlich; sie sind körperlich nicht vorhanden und können deshalb nicht angefasst werden. Beispiele von Dienstleistungen sind die Informationsvermittlung via Internet, der bargeldlose Zahlungsverkehr oder die juristische Beratung einer Anwältin. Solche Leistungen können nicht «gelagert» werden, es gibt kein Eigentum an ihnen, und sie sind unsichtbar. Sie sind aber wie viele Sachgüter das Ergebnis von Produktionsprozessen.
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Gliederung der Güter nach verschiedenen Kriterien
nach Verfügbarkeit
Freie Güter sind in unbeschränktem Mass vorhanden und haben keinen Preis
Wirtschaftliche Güter werden von Unternehmungen auf den Märkten angeboten
nach Gegenständlichkeit
Sachgüter (materielle Güter) können angefasst werden
Immaterielle Güter sind nicht physisch (körperlich) vorhanden
nach Verwendungszweck
Konsumgüter d ienen dem Konsum
Dienstleistungen Rechte
Investitionsgüter werden im Wirtschaftsprozess verwendet, um Güter herzustellen
nach Nutzungsdauer
Gebrauchsgüter dienen einer längerfristigen Nutzung, können wiederholt gebraucht werden
Verbrauchsgüter dienen der einmaligen Nutzung, werden mit ih rem Einsatz verbraucht
Die andere Kategorie von immateriellen Gütern sind Rechte. Damit umschreibt man z. B. die Nutzung eines Patentes (dem Recht zur alleinigen Nutzung und Verwertung einer Erfindung) oder einer Lizenz (einer Genehmigung, eine patentierte Erfindung nutzen zu dürfen). Auch die verschiedenen Nutzungen aus Verträgen wie z. B. Arbeitskraft aus einem Arbeitsvertrag oder die Benutzung von Räumen aus einem Mietvertrag gehören zu den Rechten. Wenn Güter direkt dem Konsum der privaten Haushalte dienen, sprechen wir von Konsumgütern. Beispiele dafür sind Nahrungsmittel, allgemeine Gebrauchsgegenstände, Unterhaltungselektronik, Wohnungseinrichtungen oder Kleider. Investitionsgüter nennen wir Güter, die im Wirtschaftsprozess verwendet werden. Mithilfe von Werkzeugen, Maschinen und Rohstoffen werden letztlich Konsumgüter (oder wiederum Produktionsgüter) hergestellt. Ein Bleistift, der von einem Grafiker verwendet wird, ist beispielsweise ein Investitionsgut, weil damit an der Erbringung der Dienstleistung «Grafik» mitgewirkt wird; derselbe Bleistift einer Schülerin ist ein Konsumgut, weil damit kein anderes wirtschaftliches Gut hergestellt wird.








Um die rund 600 000 Unternehmungen zu gliedern und zu charakterisieren, wird häufig ihre Zugehörigkeit zu einem der drei Wirtschaftssektoren bzw. zu einer bestimmten Branche oder einem Wirtschaftszweig verwendet.
Unter einer Branche verstehen wir die Zusammenfassung von Unternehmungen, die gleichartige Produkte herstellen oder Dienstleistungen erbringen.
Zum ersten oder primären Wirtschaftssektor zählen Unternehmungen, die sich mit der Gewinnung von Naturerzeugnissen befassen. Es sind dies Betriebe aus den Wirtschaftszweigen Land-, Forstwirtschaft und Jagd sowie Fischerei und Fischzucht und Bergbau. Gesamtschweizerisch arbeiten heute nur noch gut 3 % aller Beschäftigten in diesem Sektor.
Der zweite oder sekundäre Wirtschaftssektor umfasst mit Unternehmungen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Industrie, aus der Energie- und Wasserversorgung sowie dem Baugewerbe jene Unternehmungen, die materielle Güter herstellen. In diesem Sektor sind gut ein Fünftel (21 %) aller Beschäftigten tätig. Die Branchenübersicht – die weitere Unterteilung eines Wirtschaftssektors – zeigt ein sehr vielfältiges Bild, sind doch im Wirtschaftszweig «Verarbeitendes Gewerbe, Industrie» sowohl kleinere gewerbliche Betriebe als auch grosse Industrieunternehmungen vom Nahrungsmittelbereich über Holzverarbeitung, die chemische Industrie, den Metall- und Maschinenbau bis hin zum Fahrzeugbau vertreten.
Die Unternehmungen des dritten oder tertiären Sektors stellen nicht materielle Güter her, sondern erbringen Dienstleistungen (= immaterielle Güter), die in vielen Fällen bei ihrer Herstellung bzw. ihrem Konsum verbraucht werden (= Verbrauchsgüter). Beschäftigungsmässig ist der tertiäre Sektor in unserem Land der wichtigste Bereich. Hier arbeiten drei Viertel (76 %) aller Beschäftigten. Der Dienstleistungssektor umfasst ebenfalls eine Vielzahl unterschiedlicher Branchen. So ist der Tätigkeitsbereich von Handelsbetrieben, beispielsweise eines Kleidergeschäftes, kaum mit demjenigen eines Treuhandbüros vergleichbar; Banken offerieren völlig andere Dienstleistungsprodukte als eine Bergbahn, und die vielfältigen Dienstleistungen einer Stadtverwaltung können nicht mit den Leistungen eines Kantonsspitals verglichen werden.
Rohstoffgewinnung
Erster (primärer) Sektor
Wirtschaftssektoren
Fabrikation/Verarbeitung
Zweiter (sekundärer) Sektor
Dienstleistungen
Dritter (tertiärer) Sektor
Die Sektoren werden weiter unterteilt in Wirtschaftszweige (= Branchen)
■ Land-, Forstwirtschaft, Fischerei
■ Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, z. B. Gewinnung von Natursteinen (Granit, Marmor), Gewinnung von Sand und Kies (Kieswerke)
■ Verarbeitendes Gewerbe/ Herstellung von Waren
– Nahrungs- und Genussmittel, Getränke, Tabak
– Textilindustrie und Lederverarbeitung
– Holzwaren (ohne Möbel)
– Papierherstellung und Druckgewerbe
– Kokerei, Mineralölverarbeitung
– Chemische Industrie
– Gummi- und Kunststoffverarbeitung, Glas-, Beton-, keramische Industrie
– Metallindustrie
– Elektronische und optische Geräte
– Elektrische Ausrüstungen
– Maschinenbau
– Fahrzeugbau
– Herstellung von Möbeln
– Reparatur und Installation von Maschinen
■ Energieversorgung
■ Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung
■ Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau, Ausbaugewerbe)
■ Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen
■ Verkehr, z. B. Eisenbahn, Transport- und Speditionsunternehmungen, Post- und Kurierdienste
■ Gastgewerbe, z. B. Hotels und Restaurants
■ Information, Telekommunikation und Informationstechnologie
■ Banken und Versicherungen
■ Grundstücks- und Wohnungswesen
■ Freiberufliche Dienstleistungen, z. B. Rechts- und Unternehmungsberatung, Architektur- und Ingenieurbüros, Werbung und Marktforschung
■ Sonstige Dienstleistungen, z. B. Personal- und Stellenvermittlung, Reisebüros, Sicherheitsdienste und Gebäudebetreuung
■ Öffentliche Verwaltung in Gemeinden, Kantonen und auf Bundesebene
■ Erziehung und Unterricht, d. h. Schulen aller Art und aller Stufen
■ Gesundheits- und Sozialwesen, z. B. Spitäler, Arztpraxen, Alters- und Pflegeheime





■ Kunst und Unterhaltung, z. B. Bibliotheken und Museen, Fitnesszentren



(Ausgabe für Lehrperson)
■ Sonstige (persönliche) Dienstleistungen, z. B. Coiffeur- und Kosmetiksalons
■ Verschiedene Unternehmensgrössen
In allen drei Wirtschaftssektoren gibt es Mikro-, Klein-, Mittel- und Grossunternehmen. So kommen die Frühstücksgipfeli auf dem Morgentisch vielleicht aus einer gewerblichen Kleinbäckerei, einem sogenannten Mikrounternehmen mit bis zu 9 Angestellten; sie könnten aber auch in einer Grossbäckerei mit über 1000 Angestellten gebacken worden sein.
■ Gliederung der Unternehmungen nach ihrer Grösse (2023)
■ Anzahl Unternehmungen
■ Anzahl Beschäftigte
Mikrounternehmen (1 bis 9 Besch.)
Kleine Unternehmen (10 bis 49 Besch.)
Mittlere Unternehmen (50 bis 249 Besch.)
Grosse Unternehmen (250 und mehr Besch.)
Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT), 2023
Zwar wird in der Öffentlichkeit «die Wirtschaft» oft durch Schlagzeilen von Umstrukturierungen in Grossbetrieben dargestellt. In Wirklichkeit wird die Schweizer Wirtschaft allerdings durch die kleinen und mittleren Unternehmungen mit weniger als 250 Beschäftigten* (= KMU) geprägt. KMU machen über 99 % aller Unternehmungen aus, 2/3 aller Arbeitskräfte arbeiten in KMU, und nur 1/3 sind in Grossunternehmungen beschäftigt. Innerhalb der KMU spielen Mikrounternehmungen mit weniger als zehn Beschäftigten eine bedeutende Rolle: Mit gut 1.1 Mio. Beschäftigten entfallen auf diese Kategorie mehr als 1/4 aller Arbeitsplätze. Vor allem im Bereich der persönlichen Dienstleistungen dominieren Kleinunternehmungen, weil viele Dienstleistungen sehr kundenbezogen sind.
(Ausgabe für Lehrperson)
Grossunternehmungen sind in der Lage, ihre Produkte und Dienstleistungen zu günstigeren Verkaufspreisen anzubieten, weil sie die Herstellungskosten auf eine grosse Verkaufsmenge verteilen können. Zudem sind häufig nur Grossunternehmungen mit ihren speziellen Maschinen und ihrem grossen Know-how in der Lage, bestimmte Produkte überhaupt herstellen zu können. Grossunternehmungen spielen deshalb eine zentrale Rolle im Aussenhandel. Eine Klein- oder Mittelunternehmung kann z. B. kein komplettes Gasturbinenkraftwerk zur Erzeugung von elektrischem Strom liefern, wie es der Grossbetrieb ABB (Asea Brown Boveri) in seinem Sortiment anbietet. KMU verfügen oft auch nicht über Vertriebskanäle im Ausland, und ihr internationaler Bekanntheitsgrad ist deshalb in der Regel gering.
Die «Handelszeitung» erstellt jährlich eine Auflistung der grössten Unternehmungen der Schweiz aufgrund des erwirtschafteten Umsatzes. Der Verkaufsumsatz ist zwar das am häufigsten verwendete Vergleichskriterium für die Unternehmungsgrösse. Daneben werden aber je nach Branche – neben der Anzahl der Beschäftigten – noch weitere Kriterien wie z. B. die mögliche Kapazität bei einer Transportunternehmung, die Produktionsmenge (der Output), die Anzahl der Filialen, das Vermögen (Bilanzsumme) bei Banken, die Prämienerträge bei Versicherungen oder das Honorarvolumen bei Treuhandunternehmungen herangezogen.
■ Die grössten Unternehmungen der Schweiz, nach Umsatz (2021)
Rang 2021 Firma Hauptsitz Umsatz in Mia. CHF Branche
1 Vitol SA Genf 255 Energie, Rohstoff- und Mineralölhandel
2 Glencore International Baar 186 Welt-/Rohstoffhandel
3 Gunvor SA Genf 123 Mineralölhandel
4 Cargill International SA Genf 123 Welt-/Rohstoffhandel
5 Mercuria Energy Trading Genf 119 Welt-/Rohstoffhandel
6 Nestlé-Konzern Vevey 87 Nahrungsmittel
7 Roche Holding AG Basel 63 Chemie, Pharma
8 BHP Billiton Group Baar 56 Rohstoff- und Bergbauunternehmen
9 Novartis AG Basel 47 Biotechnologie, Pharmazie
10 Kühne + Nagel International Schindellegi 33 Logistik und Spedition
11 Coop-Gruppe Basel 32 Mischkonzern





12 Migros 29 Mischkonzern



Quelle: Dun & Bradstreet Schweiz AG * Unter einem «Beschäftigten» verstehen wir eine Vollzeitstelle; dies entspricht bei Belegung einer Stelle durch mehrere Teilzeitbeschäftigte einem Vollzeitpensum.
■ Verschiedene Eigentumsverhältnisse
Wem gehören eigentlich die vielen unterschiedlichen Unternehmungen, die Landwirtschaftsbetriebe, Handels- und Produktionsbetriebe, Banken, Versicherungen, Reisebüros, Hotels oder die öffentlichen Verwaltungen? Jede dieser Unternehmungen hat eine bestimmte Trägerschaft. Im Falle von Einzelfirmen sind die Eigentumsverhältnisse klar: Die Unternehmerin ist gleichzeitig Eigentümerin. Es sind allerdings auch andere als rein private Eigentumsverhältnisse möglich.
Bei den Eigentumsverhältnissen gibt es drei Möglichkeiten:
Private Unternehmungen
sind vollständig in Privateigentum
■ Novartis
■ Nestlé
■ UBS
■ Private Unternehmungen
Gemischtwirtschaftliche
Unternehmungen
neben Privatpersonen ist auch der Staat Teilhaber an der Unternehmung
■ Schweizerische Nationalbank
■ Flughafen Zürich AG
Staatliche (öffentliche) Unternehmungen
■ Swisscom sind vollständig im Eigentum des Staates
■ SBB
■ Die Post
■ SUVA
In einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung wird durch die in der Verfassung festgelegte Eigentumsfreiheit garantiert, dass das Eigentum des Einzelnen geschützt wird. Durch ein weiteres Grundrecht, die Wirtschaftsfreiheit, wird festgelegt, dass jede Person ihren Beruf oder ihr Gewerbe frei wählen kann. Entsprechend diesen Grundsätzen befindet sich der Grossteil aller Unternehmungen in den Händen von Privatpersonen.
■ Staatliche Unternehmungen
Die Berücksichtigung und der Ausgleich der unterschiedlichen Interessen in der Gesellschaft, das «Wohl der Allgemeinheit», auch «öffentliches Interesse» oder « Service public» genannt, führen dazu, dass bestimmte Dienstleistungen von staatlichen (öffentlichen) Unternehmungen angeboten werden. Staatsbetriebe begründen ihr Vorhandensein damit, dass bei privatwirtschaftlicher Geschäftstätigkeit die Interessen von einzelnen Gesellschaftsgruppen, wie z. B. erschwingliche Preise oder die gleichmässige Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, zu wenig berücksichtigt werden. Wenn die staatlichen Unternehmungen anderseits das alleinige Recht zum Verkauf der Produkte besitzen, erhalten sie eine Monopolstellung und sind damit keinem direkten Konkurrenzdruck mehr ausgesetzt.
■ Die SBB: Eine private Bahnunternehmung würde die Preise der Nachfrage entsprechend festsetzen. Die Fahrkarten für selten befahrene Strecken würden teurer, unrentable Strecken gar ganz geschlossen. Die Verkehrsverbindungen in entlegene Ortschaften wären bei privatwirtschaftlichen Verkehrsbetrieben nicht mehr im gleichen Ausmass gewährleistet.
■ Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) ist als staatliche Unternehmung eingerichtet worden, um Handwerks- und Gewerbebetriebe mit erhöhter Unfallgefahr zu tragbaren Prämien zu versichern.
■ Mit staatlichen Spitälern soll eine gleichmässige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erreicht werden.
■ Die Dienstleistungen der Post werden zu einheitlichen Preisen auch in entlegenen Gebieten angeboten: So wird ein Brief innerhalb von Zürich für den gleichen Preis befördert wie ein Brief von Zermatt im Wallis nach Brülisau bei Appenzell.
Der Staat kann aber auch noch anders Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen: einerseits durch Vorschriften, die eine einheitliche Regelung bewirken. Dieses Verfahren wird beispielsweise bei der Zulassung von Telefonapparaten angewandt. Um auch ohne Monopolstellung einen reibungslosen Telefonverkehr sicherzustellen, legt das Bakom (Bundesamt für Kommunikation) fest, welche Erfordernisse private Telefonapparate zu erfüllen haben. Eine zweite Möglichkeit besteht in der Erteilung von Betriebsbewilligungen (Konzessionen) an private Unternehmungen. So hat die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) als privatrechtliche Unternehmung die Konzession verbunden mit einem staatlichen Programmauftrag erhalten. Im Vergleich zu Privatsendern, die sich fast ausschliesslich über Werbeeinnahmen finanzieren müssen, machen bei der SRG die Werbeeinnahmen nur rund 30 % der Gesamteinnahmen aus. Die übrigen 70 % der Einnahmen stammen aus Empfangsgebühren der Konsumentinnen und Konsumenten. Dadurch muss sich die SRG bei der Programmgestaltung nicht nur an Einschaltquoten orientieren, und es können vertiefende Informationssendungen oder kulturelle Sendegefässe für kleinere Publikumsgruppen ins Programm aufgenommen werden.
Der Staat kann sich auch durch blosse finanzielle Beteiligung einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit einer Unternehmung sichern. Sind an Unternehmungen sowohl der Staat als auch Privatpersonen beteiligt, so bezeichnen wir diese Form der Trägerschaft als gemischtwirtschaftlich. Auch hier wird eine staatliche Beteiligung durch den «Service public», das öffentliche Interesse, begründet. Ein aufsehenerregendes Beispiel dafür war das finanzielle Engagement des Bundes und vieler Kantone beim Aufbau einer Nachfolgegesellschaft für die gescheiterte Swissair, die heutige Swiss. Weitere Beispiele gemischtwirtschaftlicher Unternehmungen sind die Schweizerische Nationalbank, die Flughafen Zürich AG und viele Elektrizitätswerke.








(Ausgabe für Lehrperson)
■ Verschiedene Rechtsformen
Mit der Rechtsform wird der rechtliche Rahmen einer Unternehmung definiert. Dies betrifft in erster Linie die Beziehungen der Unternehmung gegen aussen. So bestimmen z. B. die Haftungsvorschriften, wie eine Unternehmung für ihre Schulden haftet. Dann wird aber bei Gesellschaftsunternehmungen durch die Rechtsform auch die rechtliche Beziehung der Gesellschafterinnen und Gesellschafter untereinander bestimmt. Dabei geht es beispielsweise um Fragen, wieweit die einzelnen Teilhaber die Unternehmung gegenüber Dritten verpflichten dürfen oder wie allfällige Gewinne oder Verluste auf die Gesellschafterinnen und Gesellschafter aufzuteilen sind.
■ Übersicht über die wichtigsten Rechtsformen der marktwirtschaftlichen Unternehmungen in der Schweiz sowie deren Anzahl (Stand 2021)
Einzelunternehmung
Gesellschaftsunternehmungen
Handelsgesellschaften
Personengesellschaften Mischformen
Genossenschaften
Kapitalgesellschaften
Beispiel Beispiel Beispiel
Kollektivgesellschaft Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Quelle: BFS, Statistik der Unternehmensstruktur
Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Einzel- und Gesellschaftsunternehmungen. An einer Einzelunternehmung, oft auch als Einzelfirma bezeichnet, ist eine einzelne Person «beteiligt»; diese ist alleinige Eigentümerin. Es gibt entsprechend keine Abgrenzungsoder Vertretungsfragen zu regeln, das Gesetz sieht nicht einmal eine spezielle Rechtsform «Einzelunternehmung» vor; bei rechtlichen Problemen gelten die gleichen Bestimmungen wie für eine Privatperson. Das Kapital stammt von einer einzigen Person. Sie kann frei entscheiden, und ein allfälliger Gewinn kommt ausschliesslich ihr zugute. Bei einem Verlust haftet sie allerdings auch unbeschränkt, sogar mit ihrem Privatvermögen. Die Einzelunternehmung eignet sich für kleinere Betriebe, die nicht allzu viel Kapital benötigen. Beispiele sind etwa Ladengeschäfte, Gewerbebetriebe oder kleinere Treuhandbüros.
(Ausgabe für Lehrperson)
Bei Gesellschaftsunternehmungen sind von der ursprünglichen Idee her zwei oder mehr Personen an einer Unternehmung beteiligt. Die rechtlichen Grundlagen werden in einem Vertrag oder mit Statuten definiert. Deren Inhalt kann allerdings nicht völlig frei bestimmt werden, sondern die Gesellschafter müssen sich, je nach ihren Interessen und dem Zweck der Unternehmung, an eine der im Gesetz (dem Obligationenrecht, OR) vorgesehenen Rechtsformen halten. Seit 2008 kann bereits eine einzelne Person eine Aktiengesellschaft oder eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründen. Sogenannte Ein-Personen-AG oder GmbH sind somit Gesellschaftsunternehmungen mit einem einzigen Gesellschafter.
Bei den Handelsgesellschaften steht als Hauptzweck die Erzielung von Einkommen für die Gesellschafter im Vordergrund, dagegen ist bei der Genossenschaft die gemeinsame Selbsthilfe der Zweck des Zusammenschlusses. Beispiele dafür sind landwirtschaftliche Genossenschaften oder Bau- und Wohngenossenschaften.
Bei einer Kollektivgesellschaft, dem typischen Beispiel einer Personengesellschaft, steht die Mitarbeit der einzelnen Gesellschafter im Geschäft im Vordergrund. Dagegen ist das Hauptmerkmal von Kapitalgesellschaften, z. B. Aktiengesellschaften, die Kapitalbeteiligung und -beschaffung.
Bei kleineren Unternehmungen führt das Motiv der Risikoverteilung häufig zur Rechtsform der Kollektivgesellschaft. Mehrere Personen teilen sich die Geschäftsführung auf, d. h., sie arbeiten gemeinsam aktiv und in leitender Funktion im Geschäft. Die Gesellschaft selber haftet nicht für die Schulden, sondern die Gesellschafterinnen und Gesellschafter müssen mit ihrem Geschäfts- und Privatvermögen für die Schulden der Unternehmung einstehen. Im Gegenzug hat auch jeder Gesellschafter Anspruch auf einen Teil des Reingewinnes.
Grössere Unternehmungen benötigen häufig viel Kapital; dazu eignet sich die Aktiengesellschaft. Bei einer AG erhalten die Eigentümer für das zur Verfügung gestellte Kapital Wertpapiere in Form von Aktien und werden deshalb «Aktionäre» genannt. Eine persönliche Mitarbeit im Unternehmen wird nicht verlangt. Für die Verbindlichkeiten der Unternehmung haftet hier alleine das Geschäftsvermögen. Die Aktionäre können bei Verlusten im Gegensatz zu Einzelunternehmern oder Kollektivgesellschaftern maximal bis zu ihrer Kapitaleinlage belangt werden. Allfällige Gewinne werden den Aktionären anteilsmässig zu ihrem Kapitalanteil in Form der sogenannten Dividende vergütet. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft wurde ursprünglich vom Gesetzgeber für Unternehmungen mit einem grossen und langfristigen Kapitalbedarf gestaltet. Weil eine AG bereits mit relativ wenig Grundkapital (mindestens CHF 50 000.–) gegründet werden kann, wird die Rechtsform heute oft auch für kleinere Unternehmungen mit wenigen Aktionären verwendet, die damit ihre Haftung auf die Kapitaleinlage begrenzen können.
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) bildet eine Kombination der personenbezogenen Kollektivgesellschaft und der kapitalbezogenen Aktiengesellschaft. Dadurch eignet sich die GmbH für Unternehmungen, in denen die Gesellschafter die Geschäftsführung persönlich wahrnehmen möchten (analog der Kollektivgesellschaft), ohne aber mit ihrem gesamten Privatvermögen zu haften (analog der AG).








Die GmbH ist durch das geringere Mindestkapital (CHF 20 000.–) eine «günstige» Alternative zur AG. Sie eignet sich eher für kleinere, personenbezogene Unternehmungen. Durch die Möglichkeit, auch als Einzelperson eine GmbH gründen zu können, hat sie als «Einzelunternehmung mit beschränkter Haftung» in den letzten Jahren zusätzlich an Attraktivität gewonnen.

Auch Coop ist ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit gut 2,5 Millionen Mitgliedern.
Genossenschafterinnen und Genossenschafter wollen in erster Linie ihre gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen. Bei landwirtschaftlichen Genossenschaften ist dies beispielsweise der gemeinsame Ein- und Verkauf von Saatgut, Dünger und landwirtschaftlichen Produkten (wie Kartoffeln, Weizen oder Mais), bei Wohnbaugenossenschaften das Erstellen von Wohnungen. Ein allfälliger Gewinn wird in der Regel nicht ausbezahlt, sondern fällt in das Genossenschaftsvermögen. Grössere Unternehmungen mit der Rechtsform einer Genossenschaft sind die Raiffeisenbanken oder die Fenaco, eine Selbsthilfeorganisation der Bauern, mit den vor allem in der Ostschweiz bekannten Volg-Läden. Auch das grösste Detailhandelsunternehmen der Schweiz, die Migros, hat die Rechtsform der Genossenschaft, wobei hier der ursprüngliche Selbsthilfegedanke für viele Kundinnen und Kunden nicht (mehr) im Vordergrund steht, muss man doch nicht Genossenschafterin oder Genossenschafter sein, um in einem Migros-Geschäft einzukaufen.
■ Die AG muss ihren Spitzenplatz abtreten

Die Anzahl der Gesellschaften mit beschränkter Haftung hat in den letzten zehn Jahren um 80 % zugenommen. Der Grund dafür liegt in der Revision des Aktienrechts, die bereits 1992 in Kraft gesetzt wurde und durch welche die GmbH gegenüber der AG erstmals stark an Attraktivität gewonnen hatte. Verstärkt wurde dieser Trend durch eine Revision 2008. Die Eigenkapitalobergrenze wurde aufgehoben, und eine GmbH kann seither als «Ein-PersonenGesellschaft» geführt werden.








(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
■ Unterschiede in Profitorientierung
Unternehmen unterscheiden sich nicht nur in ihrer Grösse, Rechtsform und Eigentumsstruktur, sondern auch in ihrer Ausrichtung auf Gewinn. Die Profitorientierung beeinflusst, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt und wie es seine Leistungen am Markt anbietet.
Die Profitorientierung bestimmt, ob ein Unternehmen vor allem wirtschaftliche Ziele verfolgt oder gesellschaftliche Aufgaben erfüllt. Während private Unternehmen in Konkurrenz stehen und rentabel arbeiten müssen, konzentrieren sich öffentliche und non-profit-orientierte Organisationen auf Dienstleistungen für die Allgemeinheit.
Profitorientierte Unternehmen Nicht profitorientierte Unternehmen (Non-Profit-Organisationen)
Die Mehrheit der Schweizer Unternehmen ist gewinnorientiert. Ihr Ziel ist es, durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen einen finanziellen Überschuss zu erwirtschaften. Dieser Gewinn dient der Weiterentwicklung des Unternehmens und der Entschädigung der Eigentümer.
■ Nestlé (Nahrungsmittelkonzern)
■ Roche und Novartis (Pharmaunternehmen)
■ Migros Bank, UBS, Credit Suisse (Finanzbranche)
■ Ricola oder Lindt & Sprüngli (Lebensmittel/Zuckerwaren)
■ Coop (Detailhandel; profitorientierte Geschäftsfelder, obwohl genossenschaftlich organisiert)
Nicht profitorientierte Organisationen verfolgen primär gesellschaftliche oder gemeinnützige Ziele. Sie arbeiten kostendeckend und verwenden allfällige Überschüsse für ihren Zweck, nicht für die Ausschüttung an Eigentümer.
■ Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK)
■ Caritas Schweiz
■ Stiftung Pro Senectute
■ Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften
■ Schweizer Tierschutz STS
■ Auch viele Kultur- und Sportvereine gehören in diese Kategorie.
■ Müssen Unternehmen Gewinne machen?
Ja, Unternehmen müssen Gewinn machen, damit sie überleben können. Ein Unternehmen braucht Gewinn, um ...
■ ... in die Zukunft zu investieren
Neue Maschinen, bessere Computer, neue Produkte kosten. Ohne Gewinn kann ein Unternehmen nicht wachsen oder sich verbessern.
■ ... Rücklagen zu bilden
Falls etwas schiefgeht (z. B. weniger Kunden, ein Schaden, eine Krise), braucht ein Unternehmen Geldreserven. Der Gewinn hilft, ein Sicherheitspolster aufzubauen und auch in Krisen Arbeitsplätze zu erhalten.
■ ... den Eigentümer oder die Aktionäre zu entschädigen
Wer sein Geld in ein Unternehmen steckt, erwartet, dass es sich lohnt. Gewinne sind die Belohnung für dieses Risiko.








Öffentliche Unternehmen (staatliche Unternehmungen)
Staatliche Unternehmen erfüllen Aufgaben des Service public, also der Grundversorgung. Sie sollen der Bevölkerung wichtige Leistungen zu stabilen Preisen bereitstellen – auch dort, wo ein privatwirtschaftlicher Betrieb keinen Gewinn erzielen könnte.
■ SBB – Schweizerische Bundesbahnen (öffentlicher Verkehr)
■ Die Post (Logistik und Postdienstleistungen)
■ SRG SSR (Radio und Fernsehen mit öffentlichem Auftrag)
■ SUVA (Unfallversicherung)
■ Kantonale Spitäler und öffentliche Schulen
■ Was bedeutet Service public?
Gemischtwirtschaftliche Unternehmen
An gemischtwirtschaftlichen Unternehmen sind sowohl der Staat als auch private Investoren beteiligt. Sie sollen wirtschaftlich arbeiten, gleichzeitig aber öffentliche Interessen berücksichtigen.
■ Swisscom (mehrheitlich im Staatsbesitz, Telekommunikation)
■ Flughafen Zürich AG (Kanton und Stadt Zürich beteiligt)
■ Schweizerische Nationalbank SNB (Kantone und Kantonalbanken sind Hauptaktionäre)
■ Viele regionale Elektrizitätswerke (z. B. EKZ, EWB)
Service public bedeutet öffentliche Grundversorgung. Damit sind Dienstleistungen gemeint, die für die Bevölkerung so wichtig sind, dass der Staat dafür sorgt, dass alle Menschen, egal wo sie wohnen, zu fairen Preisen Zugang dazu haben. Drei konkrete Beispiele aus der Schweiz:
■ SBB – Öffentlicher Verkehr
Die SBB sorgt dafür, dass Menschen in der ganzen Schweiz mit Zug fahren können –auch auf Strecken, die für private Firmen nicht rentabel wären.
Ziel: Mobilität für alle, nicht Gewinn.
■ Die Post – Briefe und Pakete
Die Schweizerische Post muss Briefe überall zustellen, egal ob in Zürich oder in einem kleinen Bergdorf. Und immer zum gleichen Preis.
Ziel: Gleichbehandlung der Bevölkerung.
■ Swisscom – Grundversorgung mit Telefon & Internet
Die Swisscom (mehrheitlich staatlich) muss sicherstellen, dass alle Haushalte einen zuverlässigen Telefon- und Internetanschluss haben.
Ziel: Digitale Grundversorgung für das ganze Land.








(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Soziale Umweltsphäre
Ökologische Umweltsphäre Technologische Umweltsphäre
Unternehmung
Rechtliche Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Mithilfe der verschiedenen Umweltsphären können Unternehmungen die für sie bedeutsamen Entwicklungen in ihrem Umfeld systematisch analysieren.
Wo immer Menschen zusammenleben, braucht es bestimmte Ordnungsregeln. Zwar halten wir Menschen uns auch ohne die vom Staat erlassenen Vorschriften an bestimmte Regeln. Anstandsregeln, Umgangsformen oder Wertvorstellungen von «Gut und Böse» akzeptieren wir auch ohne Gesetze. Durch die steigende Bevölkerungszahl und die zunehmende wirtschaftliche Tätigkeit mit einer immer komplexeren Arbeitsteilung wurden im Laufe der Zeit immer mehr durch den Staat erlassene Regeln für das Zusammenleben nötig: So hat sich die Seitenzahl der Amtlichen Sammlung der Schweizerischen Gesetze seit dem 2. Weltkrieg von 1500 Seiten auf über 3000 Seiten verdoppelt. Weil sich die Wertvorstellungen der Gesellschaft im Laufe der Zeit ändern, müssen auch die Rechtsvorschriften veränderlich sein und neuen Gegebenheiten angepasst werden, um Spannungen in der Gesellschaft zu vermeiden. Eine Unternehmung muss somit die für sie relevanten Gesetzesvorschriften und auch deren Änderungen und Aktualisierungen kennen. Dies können Rechtsfragen im Zusammenhang mit E-Business (= elektronischer Handel, Handel via Internet) sein, es kann aber auch den Mutterschaftsurlaub oder das Kündigungsverfahren im Arbeitsrecht betreffen. Rechtsfragen werden in grösseren Unternehmungen vornehmlich von den entsprechenden Fachpersonen, den Juristen (oder Anwälten), bearbeitet.
■ Die ökonomische Umweltsphäre
Alle Unternehmungen sind von gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen abhängig, die sie selber praktisch nicht beeinflussen können. Wirtschaftliche Vorgänge und Zusammenhänge, die Branchen, Regionen, einzelne Länder oder die gesamte Weltwirtschaft betreffen, werden im Fachgebiet Volkswirtschaftslehre untersucht. Je nach Unternehmung interessiert sich die Geschäftsleitung für unterschiedliche volkswirtschaftliche Grössen wie z. B. die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP), die Entwicklung des privaten Konsums, die Bautätigkeit oder die Teuerung. Für Unternehmungen, die ihre Produkte importieren oder expor tieren, sind die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland ( Aussenwirtschaft) von grosser Bedeutung,
wie beispielsweise Änderungen bei Einfuhr- und Ausfuhrbestimmungen oder die Wechselkursentwicklung des Euro. Die wirtschaftliche Gesamtlage bezeichnen wir als Konjunktur. In einer Hochkonjunktur befindet sich die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit, gemessen am BIP, in einer Aufwärtsbewegung. Dagegen gehen in einer Rezession die Produktion und die Umsätze zurück. Weil die Konjunkturentwicklung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist, ist es für Unternehmungen häufig schwierig, Prognosen zu stellen. Der zunehmend weltweite Handel und Wettbewerb um Kunden und Produktionsstandorte (infolge sinkender Transport- und Informationskosten) machen es gerade für KMU nicht einfacher, wirtschaftliche Tendenzen frühzeitig erkennen und einschätzen zu können. Viele Unternehmungen müssen sich deshalb in wirtschaftlichen Fragestellungen auf Analysen und Stellungnahmen von Fachleuten (Konjunkturfachstellen von Hochschulen oder Banken) verlassen.
Innerhalb der technologischen Umweltsphäre wird die Entwicklung der verschiedenen Fertigungsmöglichkeiten und Arbeitstechniken untersucht, die zur Herstellung von Produkten und zur Erbringung von Dienstleistungen eingesetzt werden. Im Laufe der Zeit haben sich dabei immer neue Techniken entwickelt. Dieser technische Fortschritt hat sich in zwei Richtungen vollzogen.
Durch Verfahrensverbesserungen wird das gleiche Produkt auf eine kostengünstigere Art hergestellt. In der Automobilindustrie ist z. B. die Handarbeit in der Serienfertigung heute fast vollständig durch den Einsatz von Robotern verdrängt worden. Im Versicherungswesen erfolgte früher die Berechnung von Versicherungsleistungen mit Tabellen und Handbüchern, während heute im Beratungsgespräch mithilfe des Notebooks verschiedene Varianten direkt bei der Kundin schnell berechnet und miteinander verglichen werden können.
Bei Produktverbesserungen gelingt es mithilfe von Erfindungen, eine bessere Qualität beim Produkt zu erreichen oder ein neuartiges Produkt herzustellen. Mit HDTV (High Definition Television) wird z. B. eine höhere Bildqualität für Fernseh- oder Videoübertragungen erreicht als mit herkömmlichen, älteren Technologien. Dank modernen Technologien können beispielsweise Billette direkt von irgendwoher auf Smartphones geladen und müssen nicht am Schalter oder Automaten gekauft werden.
Wenn eine Unternehmung die technologischen Entwicklungen nicht beachtet, kann es sein, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen durch neuartige Produkte der Konkurrenten verdrängt werden. Die Unternehmung muss sich deshalb dauernd fragen: «Was macht die Konkurrenz, was wird an Universitäten und Hochschulen entwickelt?» Entsprechende Informationen können z. B. aus Zeitschriften oder durch Messebesuche beschafft werden. Da die Forschungs- und Entwicklungsarbeit viel Zeit benötigt, müssen Entscheidungen im Zusammenhang mit den technologischen Entwicklungen frühzeitig getroffen werden.








(Ausgabe für Lehrperson)
«Ökologie» bedeutet «Die Lehre vom Haushalt der Natur»; die Ökologie untersucht somit die Beziehungen und Abhängigkeiten der Lebewesen innerhalb ihrer Umwelt. Jede wirtschaftliche Tätigkeit beeinflusst die Umwelt in irgendeiner Form. So sind Rohstoffe aus der Natur die Grundlage für viele wirtschaftliche Prozesse, und am Ende der Nutzungsdauer bleiben Abfälle übrig. Unternehmungen und Haushalte verbrauchen Energie und geben Abwärme an die Umwelt zurück. Der gleiche Sachverhalt trifft für Luft und Abgase, Wasser und Abwässer zu. In den letzten hundert Jahren haben sich die Wirtschaftstätigkeit und damit auch unsere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen enorm entwickelt. Durch das Wirtschaftswachstum hat aber auch die Belastung der Umwelt in vielen Bereichen beinahe beängstigende Ausmasse angenommen. Stichworte dazu sind: Klimaeffekte durch den globalen Temperaturanstieg, das Ozonloch über den Polen oder die Verminderung der Artenvielfalt. Unternehmungen erkennen in zunehmendem Mass, dass sie in eine natürliche Umwelt eingebettet sind, auf die sie langfristig angewiesen sind. Immer mehr Unternehmungen sehen ein, dass neben der eher kurzfristigen Zielsetzung auf Gewinnerzielung auch umweltschützende Massnahmen getroffen werden müssen, damit der Fortbestand der Unternehmung langfristig gesichert werden kann. Im Weiteren ist auch der Staat bestrebt, die Umweltbelastung mit einer modernen Umweltschutz-Gesetzgebung zu vermindern.
Viele sehen aber im Umweltschutz noch immer primär eine Einschränkung der persönlichen Freiheit. Entscheidend ist indessen, dass Unternehmungen und Haushalte ihre Verhaltensweisen nicht auf kurzfristige wirtschaftliche Interessen ausrichten, die wenig Rücksicht auf die Natur nehmen. Vielmehr muss eine nachhaltige Entwicklung angestrebt werden, welche die Bedürfnisse der heute lebenden Generation erfüllt, aber gleichzeitig darauf ausgerichtet ist, die natürlichen Grundlagen (Rohstoffe, Energie, Luft und Wasser) für künftige Generationen zu erhalten.
Häufig bewirken allerdings erst dramatische Umweltschäden Veränderungen in den anderen Umweltsphären und führen zu Verhaltensänderungen bei den Anspruchsgruppen der entsprechenden Unternehmungen. Deshalb ist es nötig, dass für einzelne Bereiche wie Gewässerschutz oder Luftreinhaltung verbindliche Rechtsvorschriften erlassen werden.
■ Die soziale Umweltsphäre
In der sozialen Umweltsphäre wird das Zusammenleben in der menschlichen Gemeinschaft betrachtet. In jeder Zeit entwickeln sich dabei neue, grundlegende Einstellungen und Überzeugungen (Werthaltungen und Normen), die sich auf das Verhalten der Menschen auswirken. Die Gesellschaft erwartet von den Mitmenschen bestimmte Verhaltensweisen. Da die Ziele und Interessen der einzelnen Menschen gewissen Zeitströmungen unterliegen, ändern sich diese Rollenerwartungen im Laufe der Zeit immer wieder.
Die Formen des Zusammenlebens der Menschen haben sich bei uns stark gewandelt. Grossfamilien mit 8 bis 15 Kindern wurden im Laufe der Zeit durch Kleinfamilien mit 1 bis 2 Kindern abgelöst. Neben traditionellen Wohn- und Lebensformen (Vater, Mutter und Kinder) gibt es Einelternfamilien, Single-Haushalte, Patchwork-Familien. Das Aufkommen von immer mehr Single-Haushalten hat z. B. starke Auswirkungen auf die Packungsgrössen im Lebensmittelhandel.
Im Bildungswesen wird Informatik bereits in der Grundstufe geschult. Dadurch erhöhen sich die Absatzchancen von Computern: Beinahe jeder Haushalt verfügt heute über einen PC. Durch den raschen Wandel können praktisch keine «Lebensberufe» mehr erlernt werden, die persönliche Weiterbildung wird immer wichtiger, Weiterbildungsinstitute reagieren mit entsprechenden Angeboten.
In der politischen Diskussion hat sich einerseits ein Trend zur Polarisierung bemerkbar gemacht. Die grossen politischen Parteien befinden sich in einem permanenten Wahlkampf. Die Medien (Tageszeitungen, Sonntagszeitungen, Fernsehen) haben diesen Trend aufgenommen und teilweise gefördert. Auf der andern Seite beklagen Politiker bei vielen Abstimmungen eine gewisse «Politikverdrossenheit» weiter Bevölkerungskreise.
Während in letzter Zeit Austritte aus den Landeskirchen zugenommen haben, erhalten neue religiöse Gemeinschaften auf der anderen Seite grösseren Zulauf. Gleichzeitig werden Meditationskurse, esoterische Literatur, Selbsterfahrungsgruppen und ähnliche Produkte sowie Dienstleistungen vermehrt nachgefragt.
Je nach Denk- und Anschauungsweisen (Mentalität), Werthaltungen und Normen des Einzelnen werden sich Veränderungen, die ihren Ursprung in der sozialen Sphäre haben, schliesslich auf die ökonomische, rechtliche oder technologische Umweltsphäre unterschiedlich auswirken.
Aufgabe 6
■ Wechselwirkungen zwischen den Umweltsphären
Die für eine Unternehmung bedeutsamen Entwicklungen können ihren Ursprung in der technologischen, ökonomischen, sozialen oder ökologischen Umweltsphäre haben. Es ist auch möglich, dass Entwicklungen in einer Umweltsphäre Auswirkungen auf andere Umweltsphären haben. Ein Beispiel: Verfahrens- und Produktverbesserungen in der technologischen Umweltsphäre verdrängen häufig bestehende Produkte. Dadurch kann die Zahl der Arbeitslosen in gewissen Branchen oder Ländern ansteigen (ökonomische Umweltsphäre). Dank des technischen Fortschritts kann die Arbeitszeit verkürzt werden. Dies ist mit ein Grund für die vermehrte Nachfrage nach Freizeitangeboten (soziale Umweltsphäre); dadurch wird die Umwelt stärker belastet (ökologische Umweltsphäre). Oft sind gewisse Herstellungsverfahren mit Risiken verbunden. An den Betrieb von Kernkraftwerken werden deshalb strenge gesetzliche Auflagen gestellt (rechtliche Umweltsphäre). Nach der Katastrophe von Fukushima wird von weiten Kreisen der vollständige Ausstieg aus der Atomtechnologie gefordert.








(Ausgabe für Lehrperson)
Aufgabe 7 Aufgabe 8 Übung 2
Anspruchsgruppen – Zielkonflikte als Normalfall
Zwischen der Unternehmung und den Anspruchsgruppen bestehen verschiedene gegenseitige Erwartungen und Forderungen.
Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen oder Unternehmungen haben unterschied liche Ansprüche an eine Unternehmung. Diese Beziehungen sind allerdings nicht einseitig: Auch die Unternehmung hat bestimmte Erwartungen und Ansprüche gegenüber diesen Personen oder Gruppierungen.
■ Kundinnen und Kunden erwarten von der Unternehmung Marktleistungen (Handelsgüter, Fertigprodukte oder Dienstleistungen) im richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Zur Marktleistung zählen nicht nur das Produkt im engeren Sinn, sondern auch Produktinformationen, eine fachmännische Verkaufsberatung und allfällige Serviceleistungen. Vermehrt achten Kunden bei Konsumgütern unter dem Stichwort «fair trade» (= fairer Handel) auch auf Produktionsbedingungen, die sozialen und ökologischen Mindestnormen entsprechen. Unternehmungen erwarten von ihren Kunden und Kundinnen ein faires und ehrliches Verhalten im Beratungs-, Offert- und Verkaufsstadium und selbstverständlich eine fristgerechte Zahlung offener Rechnungen.
■ Die Kapitalgeber stellen der Unternehmung das Kapital zur Verfügung und finanzieren damit die notwendigen Einrichtungen, Fahrzeuge, Maschinen oder Betriebsgebäude. Kapitalgeber sind in erster Linie die Eigentümer einer Unternehmung. In einer Einzelunternehmung ist dies eine Einzelperson, in grossen Aktiengesellschaften ist dies eine Vielzahl von Personen (= Aktionäre). Als Gesellschafter (oder Aktionäre) kommen neben natürlichen Personen auch andere Unternehmungen (juristische Personen) infrage. Die Eigentümer stellen normalerweise nicht das gesamte Kapital zur Verfügung. Ein Teil des Kapitals wird von den Fremdkapitalgebern, meistens Banken, zur Verfügung gestellt. Die Eigentümer rechnen neben der Erhaltung des investierten Kapitals mit einer guten Verzinsung ihrer Kapitaleinlage und erhoffen sich zudem die Auszahlung eines Gewinnanteils
(Ausgabe für Lehrperson)
am Ende des Geschäftsjahres. Die Fremdkapitalgeber (Gläubiger der Unternehmung) verlangen neben einer guten Verzinsung ihres investierten Kapitals, dass ihr Geld sicher angelegt ist und die Rückzahlung nicht durch unsorgfältige Geschäftsführung gefährdet wird.
■ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fordern eine zeitgemässe Entlöhnung, sichere Arbeitsplätze, fortschrittliche Ferienregelungen, moderne Arbeitsbedingungen, sinnvolle Aufgaben zur Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, eine persönliche Förderung durch Weiterbildungsmöglichkeiten und ein gutes Betriebsklima. Die Unternehmung erwartet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit gut erfüllen und sich gegenüber der Firma loyal (ehrlich und solidarisch) verhalten.
■ Lieferanten erwarten, ihre Güter zu anständigen Preisen liefern zu können, regelmässig eingehende Bestellungen und die termingerechte Zahlung ihrer Rechnungen. Die Unternehmung rechnet mit einwandfreien und pünktlichen Lieferungen.
■ Die Konkurrenten als Mitbewerber am Markt fordern einen fairen Wettbewerb. Zum Beispiel sollen keine unrealistischen Preisangebote oder falsche Werbeaussagen gemacht werden, um Kunden zu gewinnen. Die Unternehmung hofft im Wettbewerb auf ein gutes Einvernehmen mit der Konkurrenz. In einzelnen Bereichen wird sogar mit den Konkurrenten zusammengearbeitet. Es gibt Branchenzusammenschlüsse (Verbände), durch welche gemeinsame Interessen – z. B. im Vorfeld einer Abstimmung zu einem Gesetz, welches die ganze Branche betrifft – wahrgenommen werden.
■ Unter Institutionen verstehen wir gesellschaftliche Einrichtungen wie Verbände, Vereine, Parteien, Aktionsgruppen oder die Medien (Presse, TV, Radio). Auch NGOs, Nichtregierungsorganisationen, zählen zu den Institutionen. Gewerkschaften erwarten z. B. die Einhaltung gewisser Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen; Konsumentenschutzorganisationen fordern Transparenz bei der Preisgestaltung der Produkte; andere Gruppierungen verlangen die Umsetzung ethischer Grundsätze. Aktionsgruppen oder Parteien erwarten häufig eine finanzielle Unterstützung ihrer Aktivitäten, Vereine das Sponsoring von bestimmen Anlässen. Die Medien fordern von einer Unternehmung eine offene und ehrliche Informationspolitik. Unternehmungen erwarten von den Institutionen allgemein einen echten Dialog und bei Problemen nicht nur Kritik, sondern konstruktive Lösungsvorschläge.








Wie verhält sich eine Unternehmung gegenüber diesen verschiedenen Ansprüchen? Welches sind die wichtigsten Ansprüche? Jede Anspruchsgruppe wird ihre eigenen Interessen als wichtigste Ansprüche nennen. Die Gewerkschaften werden z. B. die Erhaltung der Arbeitsplätze als primäre Aufgabe der Unternehmung sehen. Die Kapitalgeber sehen die Gewinnerzielung als zentrale Aufgabe einer Unternehmung: Einerseits entschädigt der Gewinn das Risiko des eingesetzten Kapitals, und andererseits können mit Gewinnen weitere Investitionen getätigt werden. Umweltschutzorganisationen werden ihre Forderungen mit der Bewahrung der natürlichen Grundlagen (Boden, Wasser, Luft) begründen.
Eine Unternehmung kann kaum alle Forderungen der Anspruchsgruppen erfüllen, wird sie doch diese aus eigener Sicht unterschiedlich gewichten und werten. Die Unternehmungsleitung muss entscheiden und einen optimalen Ausgleich der unterschiedlichen Anliegen der Anspruchsgruppen finden.
Bei der Ausarbeitung der eigenen Zielvorstellungen der Unternehmung werden die Ansprüche der Anspruchsgruppen deshalb unterschiedlich berücksichtigt. Viele Unternehmungen machen diese Entscheidungen und Überlegungen der Öffentlichkeit im Unternehmungsleitbild zugänglich.
■ Zielkonflikte – der Normalfall
Bei einem Vergleich der verschiedenen Ansprüche der Anspruchsgruppen sind grundsätzlich drei verschiedene Möglichkeiten vorstellbar:
■ Für Unternehmungen schwierig zu entscheiden sind die häufig vorkommenden Zielkonflikte. Davon sprechen wir, wenn die Erreichung eines Zieles die Verwirklichung eines anderen Zieles beeinträchtigt oder gar verunmöglicht.
Wenn beispielsweise die Aktionäre (Kapitalgeber) einer KMU einen hohen Gewinn erwarten, so verträgt sich dieser Anspruch nicht mit dem Anspruch der Mitarbeitenden nach besseren Sozialleistungen und zusätzlichen Ferientagen. Höhere Sozialleistungen und Ferientage verursachen höhere Kosten, was bei gleich bleibendem Ertrag den Gewinn schmälert.
(Ausgabe für Lehrperson)
Weitere typische Zielkonflikte ergeben sich häufig aus den Ansprüchen der Kunden im Vergleich zu den Ansprüchen anderer Anspruchsgruppen. Kunden wünschen z. B. möglichst preisgünstige Waren, die Mitarbeitenden eine gute Entlöhnung und attraktive Arbeitszeiten. Hohe Lohnkosten verteuern aber die Produkt- oder Dienstleistungspreise.
Manchmal ergeben sich Zielkonflikte sogar aus den Ansprüchen innerhalb einer Anspruchsgruppe. So wünschen viele Kunden möglichst preisgünstige Güter; gleichzeitig fordern andere Kundengruppen aber gute Beratung und Serviceleistungen. Kompetentes Verkaufspersonal und Serviceleistungen (z. B. Einrichtung und Pflege einer Webseite mit einer Hotline) bedeuten aber zusätzliche Kosten für die Unternehmung und verteuern damit die Produkte.
Neben Zielkonflikten gibt es im Vergleich der Ansprüche der Anspruchsgruppen noch die beiden folgenden Möglichkeiten:
■ Eine Zielharmonie liegt bei «gleichlaufenden» Zielen vor. Die Erreichung des Ziels einer Anspruchsgruppe begünstigt (oder verstärkt gar) die Erreichung des Ziels einer andern Anspruchsgruppe. Der Anspruch der Aktionäre nach einem hohen Gewinn begünstigt auch die Erwartung des Turnvereins (Institutionen) für einen Sponsoringbeitrag für das jährliche Beach-Volleyball-Turnier. Nur bei guten Gewinnen wird die Unternehmung auch Sponsoringbeiträge auszahlen können.








(Ausgabe für Lehrperson)
Wenn wir die bis anhin als «blinde Fläche» dargestellte Unternehmung in unserem Modell genauer betrachten, erhalten wir ein weiteres Modell: das Unternehmungskonzept (vgl. auch S. 7). Dabei handelt es sich um eine Darstellungshilfe zur Erfassung und Beurteilung unternehmerischer Probleme und Entscheidungen. Mithilfe des Konzeptes können Auswirkungen und Wechselwirkungen von Entscheidungen in den Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales übersichtlich dargestellt werden. Der Leistungsbereich umfasst dabei Fragestellungen im Zusammenhang mit der Unternehmungsleistung: Welche Bedürfnisse wollen wir bei den Kunden abdecken, und welche Produkte und Dienstleistungen stellen wir dazu her? Der Bereich Finanzen enthält Fragen nach finanziellen Aspekten wie beispielsweise der Finanzstruktur oder der Gewinnerwartung. Schliesslich werden im Bereich Soziales die Beziehungen der Unternehmung zu den Mitarbeitenden und zu Anliegen aus Gesellschaft und Umwelt definiert.
Die Absichten und Grundsätze verkörpern den obersten «Wegweiser» für die Unternehmungstätigkeit. Es sind dies die grundlegenden Wertvorstellungen, die im Unternehmen gelten sollen, z. B. das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt. Dazu gehören auch die grundlegenden Verhaltensregeln (Normen), die das Zusammenleben und -arbeiten in der Unternehmung koordinieren, wie beispielsweise Ehrlichkeit und Offenheit.
Im Unternehmungsleitbild werden die wichtigsten Absichten und Grundsätze zuhanden der Öffentlichkeit und der Mitarbeitenden formuliert. Das Unternehmungsleitbild kann wesentlich zur Unternehmungsidentität (= Corporate Identity) beitragen, indem es die folgenden Fragen beantwortet:
■ «Wer sind wir?»
■ «Was ist Sinn und Ziel unserer Tätigkeit?»
■ «Wie verhalten wir uns gegenüber den Ansprüchen der Anspruchsgruppen?»
Ein gut formuliertes Leitbild enthält Aussagen zu allen drei Bereichen des Unternehmungskonzeptes: Leistung, Finanzen und Soziales; z. B. Vorgaben zum angestrebten Standard der Unternehmungsleistung («Qualitätsprodukte zu günstigen Preisen», Leitbild Migros), zur Mittelbeschaffung («… wir finanzieren unsere Arbeit mit Beiträgen von natürlichen und juristischen Personen …», Leitbild Pro Infirmis) oder zu weiteren Finanzkennzahlen («Nachhaltige Gewinne, ausreichende Liquidität und ein konsequentes, kostenbewusstes Handeln ermöglichen, Wachstum zu realisieren, den Wert der Unternehmungs-Gruppe zu steigern …», Leitbild SIA Abrasives). Schliesslich können sich die Aussagen auch auf die Ansprüche der Anspruchsgruppen beziehen («… wir unterstützen das aktive künstlerische Schaffen … und fördern den breiten Zugang zu Kultur und Bildung», Leitbild Migros, sinngemäss).
(Ausgabe für Lehrperson)
Aus den allgemein formulierten Grundsätzen auf höchster Ebene müssen konkrete, messbare Ziele für die drei Bereiche Leistung, Finanzen und Soziales abgeleitet werden. Im Gegensatz zum Unternehmungsleitbild sind diese Ziele der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Eine Unternehmung will ja beispielsweise ihre jährlichen Umsatzziele den Konkurrenten nicht bekannt geben.
Unternehmungskonzept
Absichten und Grundsätze
LeistungFinanzen Soziales Massnahmen – Mittel – Verfahren
Leitbild
Ziele
Strategie
Mit der Unternehmungsstrategie definiert die Unternehmung schliesslich den Weg zur Erreichung ihrer Ziele. Darin wird festgelegt, wie, d. h. mit welchen Massnahmen (Mittel und Verfahren), die im Leitbild festgelegten Absichten und Grundsätze im täglichen Geschehen umgesetzt werden sollen. Es muss z. B. bestimmt werden, welche konkreten Betriebsmittel (Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge usw.) notwendig sind und wie das notwendige Kapital beschafft werden soll (Finanzierungsverfahren). Mit wie vielen Mitarbeitenden soll die Betriebsleistung erbracht werden, und welche Lohn- und Qualifikationsverfahren gelten für sie? Wie sollen die Produkte und Dienstleistungen verkauft, d. h. an die Kundinnen und Kunden gebracht werden?
Weil sich die Verhältnisse im Laufe der Zeit ändern können, muss eine Strategie von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Als Grundlage dafür gilt einmal die Analyse der eigenen Unternehmung (Wo sind wir stark? Welches sind unsere Schwächen?) sowie eine Analyse der Umweltsphären der Unternehmung: Gibt es z. B. neue technologische Errungenschaften, sind neue Konkurrenten auf dem Markt, oder hat sich die Wirtschaftslage massiv verändert? Aufgrund solcher Vorarbeiten kann schliesslich eine veraltete Strategie den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.








(Ausgabe für Lehrperson)
Wenn wir schliesslich eine Unternehmung prozessorientiert betrachten, geht es um eine Strukturierung der verschiedenen Abläufe und Vorgänge, die tagtäglich in einer Unternehmung ablaufen. Unter einem Prozess verstehen wir eine Reihe von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind. Dabei lauten die zentralen Fragestellungen: «Wie lässt sich ein Prozess bestmöglich abwickeln?» und «Wie müssen die einzelnen Prozesse miteinander verbunden werden?» Durch solche Fragen sollen die verschiedenen Abläufe in einer Unternehmung optimiert und konsequent auf den Kundennutzen ausgerichtet werden.
Führungsprozesse
Nach dem Modell der Prozessorganisation unterscheiden wir drei Kategorien von Prozessen: Führungsprozesse, Geschäftsprozesse und Supportprozesse.
■ Führungsprozesse beinhalten Aufgaben, welche die Führung und Organisation der gesamten Unternehmung betreffen. Dafür ist das oberste Management verantwortlich (entsprechend werden solche Prozesse auch als Managementprozesse bezeichnet).
Inhaltlich geht es z. B. um die periodische Anpassung der Unternehmungsstrategie, um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen. Auch die Mitarbeiterführung oder die Erstellung des Budgets, d. h. die Festlegung der finanziellen Richtwerte für die Unternehmungstätigkeit der nächsten Geschäftsperiode, sind Führungsprozesse. Ebenfalls auf dieser Ebene angesiedelt ist das Controlling, die laufende Überprüfung und Steuerung der Geschäftsprozesse (unter anderem mithilfe der Daten aus der Betriebsbuchhaltung). Auch die Umsetzung einer umfassenden, systematischen Qualitätssicherung (z. B. ISO-Zertifizierung oder EFQM-Modell) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie.
■ Geschäftsprozesse betreffen direkt die Herstellung der Produkte bzw. die Bereitstellung von Dienstleistungen und deren Verkauf. In einem Produktionsbetrieb gehören die Beschaffung der Rohstoffe, die Produktion und der Absatz der Fertigprodukte dazu. Solche Prozesse werden manchmal auch als Kernprozesse bezeichnet. Sie sind immer direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht die praktische Geschäftstätigkeit wie z. B. die Durchführung von Werbeaktionen, die Bearbeitung von Offerten oder die Abwicklung von Aufträgen. Bei Industrieunternehmungen, z. B. in der Chemie, spielen zudem die angewandte Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle.
■ Damit die Geschäftsprozesse möglichst reibungslos ablaufen können, braucht es bestimmte Grundlagen. Dafür verantwortlich sind die Supportprozesse (oder Unterstützungsprozesse). Diese umfassen die Bereitstellung der Infrastruktur und interne Dienstleistungen wie zum Beispiel die Einstellung von Personal oder die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Das Erstellen des Geschäftsberichtes am Jahresende, das Ausarbeiten von Rechtsgutachten bei Streitigkeiten oder auch sämtliche Arbeiten des Hausdienstes sind weitere Beispiele für Supportprozesse. Ein Beispiel aus der Versicherungsbranche kann die verschiedenen Prozesskategorien veranschaulichen: Die Planung, Koordination und Qualitätskontrolle der Vertreterbesuche zu Hause bei den Kunden bilden einen Führungsprozess, der auf oberster Managementebene abläuft. Das eigentliche Beratungsgespräch führt der Versicherungsvertreter durch. Dazu gehören Gesprächsführungsmuster für verschiedene Versicherungen, die Abgabe der notwendigen Unterlagen an die Kundschaft und die Auswertung der Kundenbesuche; dies alles wird in einem Geschäftsprozess definiert. Die Bereitstellung des Notebooks (Hardware) mit den versicherungsspezifischen Programmen (Software) zur Registrierung und Dokumentation der Kundenkontakte und zur Erfassung des Versicherungsantrags ist ein typischer Supportprozess. Diese Computerunterstützung wird von der IT-Abteilung der Versicherungsgesellschaft geleistet («IT» aus dem Englischen für «information technology», Informations- und Datenverarbeitung).
In den Geschäftsprozessen wird die Hauptwertschöpfung (dies ist – vereinfacht – die Differenz zwischen Verkaufserlös und Gesamtkosten) der Unternehmung erarbeitet. Unterstützt werden die Geschäftsprozesse durch die Supportprozesse, und gesteuert werden Geschäfts- wie auch Supportprozesse durch die Führungsprozesse.
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Übung 8








(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Das Unternehmungsmodell ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Unternehmung.
■ Zustände und Entwicklungen ausserhalb der Unternehmung: Mit den verschiedenen Anspruchsgruppen hat die Unternehmung direkten Kontakt und kann dabei wichtige Veränderungen erkennen und entsprechend handeln. Mithilfe der Umweltsphären kann die Unternehmung die für sie bedeutsamen Zustände und Entwicklungstendenzen in ihrem Umfeld, die sie nicht durch den direkten Kontakt mit den Anspruchsgruppen erlebt, systematisch ermitteln. Dadurch kann sie mögliche indirekte Auswirkungen auf die Unternehmung und die verschiedenen Anspruchsgruppen frühzeitig abschätzen.
■ Entscheidungen innerhalb der Unternehmung: Als «Wegweiser» für die gesamte Unternehmungstätigkeit werden die grundlegenden und langfristig geltenden Wertvorstellungen in den Absichten und Grundsätzen festgelegt. Zuhanden der Öffentlichkeit und der Mitarbeitenden werden die wichtigsten Inhalte im Leitbild veröffentlicht. Aus den Absichten und Grundsätzen werden die grundlegenden Ziele der nächsten fünf bis zehn Jahre für die Bereiche Leistung, Finanzen und Soziales festgelegt. Dabei berücksichtigt die Unternehmung die verschiedenen Ansprüche, die an sie gestellt werden, und entscheidet mithilfe ihrer Absichten und Grundsätze allfällige Zielkonflikte.
Konkurrenten
■ Mit der Unternehmungsstrategie wird der Weg aufgezeigt, mit welchen Massnahmen die definierten Ziele mittel- bis langfristig erreicht werden sollen. Dabei muss die Unternehmung ihre Umweltsphären dauernd beobachten. Durch Veränderungen z. B. in der wirtschaftlichen Umweltsphäre oder durch das Auftreten neuer Konkurrenten kann eventuell ein angestrebtes Umsatzziel nicht mehr erreicht werden. Deshalb muss die Strategie mithilfe einer Umweltanalyse sowie unter Berücksichtigung der eigenen Stärken und Schwächen periodisch überprüft und gegebenenfalls den veränderten Verhältnissen angepasst werden. Durch die Berücksichtigung von Abhängigkeiten können kritische Situationen frühzeitig erkannt und vermieden werden.
■ Indem Wechselwirkungen zwischen der Unternehmung und ihrem Umfeld im Voraus überlegt werden, kann die Geschäftsleitung bei ihren Entscheiden auch mögliche Nachteile von geplanten Massnahmen bereits erkennen. Diese Überlegungen führen langfristig zu besseren Lösungen.
■ Bei der Beurteilung von Unternehmungsentscheidungen können mit diesem Unternehmungsmodell Zielkonflikte dargestellt und differenzierter beurteilt werden.
Soziale Umweltsphäre
Ökologische Umweltsphäre
Technologische Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Rechtliche Umweltsphäre
Unternehmungskonzept
Absichten und Grundsätze
Massnahmen
Mittel – Verfahren
LeistungFinanzen Soziales
Leitbild
Strategie
Kapitalgeber
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse
Supportprozesse
■ Durch die Prozessbetrachtung rücken Arbeitsabläufe ins Zentrum, die für die gesamte Wertschöpfung der Unternehmung bedeutend sind. Durch eine konsequente Ausrichtung der Arbeitsabläufe auf den Kundennutzen werden Führungs-, Geschäfts- und Supportprozesse optimiert und Kosten eingespart.
Mitarbeitende








■ Geschäftsidee
Am Anfang jeder Unternehmensgründung steht die Geschäftsidee. Sie beschreibt den grundlegenden Einfall, der ein bestimmtes Problem lösen oder einen besonderen Nutzen für Kundinnen und Kunden schaffen soll. Dabei handelt es sich meist um ein Produkt oder eine Dienstleistung oder die Frage beantwortet: „Was will ich anbieten?“
Die Geschäftsidee hinter dem E-Bike besteht darin, eine umweltfreundliche, effiziente und komfortable Alternative zum herkömmlichen Fahrrad und zum Auto für den Stadt- und Freizeitverkehr anzubieten. Das E-Bike löst das Problem körperlicher Anstrengung bei längeren oder hügeligen Strecken und ermöglicht es auch weniger sportlichen Menschen, mobil und flexibel unterwegs zu sein. Der elektrische Antrieb schafft einen spürbaren Mehrwert im Alltag – sei es für den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder Ausflüge in der Freizeit. Mit dem E-Bike wird ein Produkt angeboten, das ökologische Mobilität mit modernem Lebensstil verbindet.

■ Geschäftsmodell
Aufbauend auf der Geschäftsidee entsteht anschliessend das Geschäftsmodell. Es beschreibt, wie die Idee wirtschaftlich tragfähig umgesetzt wird. Dazu gehören Überlegungen zu Zielgruppen, zum Wertversprechen, zu Einnahmequellen, zur Kostenstruktur sowie zu den notwendigen Ressourcen und Prozessen. Das Geschäftsmodell bildet somit die strukturelle und wirtschaftliche Logik hinter der ursprünglichen Idee.
Das Geschäftsmodell beschreibt, wie diese Idee in ein wirtschaftlich funktionierendes Angebot überführt wird. Es richtet sich an verschiedene Zielgruppen wie Pendlerinnen und Pendler, Seniorinnen und Senioren, Freizeitradler oder Touristen. Das zentrale Wertversprechen ist: „Schneller, entspannter und nachhaltiger ans Ziel.“ Einnahmequellen können dabei nicht nur der Verkauf von E-Bikes sein, sondern auch Vermietung, Leasingmodelle, Reparaturservices, Zubehörverkauf oder App-basierte Dienstleistungen wie Streckenplanung oder Akkuüberwachung. Die Kostenstruktur umfasst unter anderem Entwicklung, Produktion, Logistik, Marketing und Kundenservice. Notwendige Ressourcen sind neben den physischen Komponenten (Rahmen, Akku, Motor) auch qualifiziertes Personal, Vertriebskanäle sowie digitale Infrastruktur. Durch dieses strukturierte Zusammenspiel entsteht ein marktfähiges, nachhaltiges Mobilitätsangebot, das auf die Bedürfnisse einer umweltbewussten und komfortorientierten Gesellschaft zugeschnitten ist.
■ Mehrwert für Kunden und Gesellschaft
Unternehmerinnen und Unternehmer starten selten mit einem fixfertigen Geschäftskonzept. Stattdessen identifizieren und verfeinern sie zunächst eine erfolgsversprechende Idee. Im Zentrum steht üblicherweise ein klarer Kundennutzen, ein sogenanntes Wertversprechen (Value Proposition). Kundinnen und Kunden haben bestimmte Bedürfnisse, die sie befriedigen wollen. Dabei sollen Annehmlichkeiten geschaffen und/oder Unannehmlichkeiten beseitigt werden. So bieten E-Bikes gegenüber klassischen Fahrrädern den Vorteil, dass man schneller von A nach B gelangt und gleichzeitig weniger verschwitzt ist.
Damit eine Geschäftsidee im Markt erfolgreich ist, muss ein Unternehmen seine Zielgruppe(n) sehr gut kennen. Es muss klar sein, an wen sich Wertversprechen richtet. Die entsprechenden Kundenbeziehungen und Verkaufskanäle müssen aktiv gepflegt werden. Viele erfolgreiche Unternehmen schaffen jedoch nicht nur Mehrwert für die direkten Kunden, sondern sorgen auch für eine Wertverteilung (Value Dissemination) in der Gesellschaft. So kann eine E-Bike-Herstellerin dazu beitragen, dass weniger Menschen auf ein Auto angewiesen sind und weniger Stau entsteht. Zudem schafft die Unternehmung Arbeitsplätze und generiert Steuern für den Staat.
■ Wertschöpfung in Unternehmen
Um das gegenüber der Kundschaft geäusserte Wertversprechen einlösen zu können, muss das entsprechende Produkt oder die Dienstleistung zunächst geschaffen werden. Ein Unternehmen sollte daher wissen, wie es die Wertschöpfung (Value Creation) ausgestaltet. Dies ist abhängig von den verfügbaren Ressourcen. In unserer arbeitsteiligen Wirtschaft sind viele Unternehmen auf einzelne Aktivitäten spezialisiert. Sie sind daher auf vielfältige Partnerschaften angewiesen. So greifen E-Bike-Hersteller beispielsweise für Motoren, Akkus, Bremsen und viele weitere Kompo-nenten auf ein ganzes Netzwerk von Lieferanten zurück.
Für die langfristige Überlebensfähigkeit des Unternehmens ist es zudem zentral, dass ein Teil des geschaffenen Werts in das Unternehmen zurückfliesst. Dies geschieht in der Form von Erträgen, die in der langen Frist grösser sein sollten als die Kosten. Wenn eine gewisse Wertabschöpfung (Value Capture) möglich ist, kann das Unternehmen Gewinne in neue Entwicklungen investieren. Nur wenn der E-Bike-Hersteller in der Lage ist, aus dem Verkauf von Produkten genügend Einnahmen zu generieren, um die Kosten zu decken, wird das Unternehmen im Markt bestehen können.








(Ausgabe für Lehrperson)
Ein Geschäftsmodell beschreibt die Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Es zeigt auf, wie ein Unternehmen seine Ziele erreicht, indem es Mehrwert schafft. Die optimale Konfiguration des Geschäftsmodells ist ein wichtiger Bestandteil jedes erfolgreichen Unternehmens. Dieses ist jedoch selten stabil, sondern muss aufgrund sich ändernder Marktbedingungen und Kundenbedürfnisse laufend angepasst werden. Jedes Geschäftsmodell kann anhand von vier Fragen umfassend beschrieben werden:
■ Was für Werte werden versprochen? (Value Proposition)
■ Für wen werden Werte generiert? (Value Dissemination)
■ Wie werden Werte geschaffen? (Value Creation)
■ Wie viel des Werts wird abgeschöpft? (Value Capture)
Meist werden Geschäftsmodelle anhand von strukturierten Darstellungen, sogenannten Frameworks, mit allen zentralen Elementen eines Unternehmens abgebildet.
■ Business Model Navigator
Bei einer innovativen Geschäftsidee werden mehrere der vier Fragen eines Geschäftsmodells (Was? Für Wen? Wie ? Wieviel?) auf eine neuartige Weise beantwortet. Dabei wird auch von Geschäftsmodellinnovation gesprochen.
Der Business Model Navigator ist eine Methode der Universität St. Gallen zur systematischen Entwicklung von Geschäftsmodellen durch die Rekombination von bekannten Geschäftsideen und -mustern. Er hilft Unternehmen dabei, neue Geschäftsmodelle zu erfinden, indem er 55 verschiedene Muster (z.B. für Preisgestaltung) als Vorlage anbietet, die dann in das eigene Geschäft integriert werden können. Die Methode führt in vier Phasen (Initiierung, Ideenfindung, Integration und Implementierung) durch den Prozess.
So werden beispielsweise mit einem Flatrate-Abo für E-Bike-Sharing ein neues Wertversprechen und eine neue Wertabschöpfung geschaffen: Komfortable Mobilität (Was) zu einem monatlichen Fixpreis (Wie viel). Selbstverständlich muss das Unternehmen aber auch die Bereitstellung und Wartung der E-Bikes (Wie) und die relevanten Kanäle zur Erreichung der Zielgruppe (Für wen) klären.









■ Business Model Canvas
Das Business Model Canvas («Geschäftsmodell-Leinwand) ist ein visuelles Werkzeug zur strukturierten Darstellung und Entwicklung von Geschäftsmodellen. Es hilft, die zentralen Elemente eines Geschäftsmodells – wie Kundensegmente, Wertangebote, Kanäle, Einnahmequellen und Schlüsselressourcen – übersichtlich auf einer Seite zu erfassen und Zusammenhänge zu erkennen.
Durch die einfache Visualisierung fördert das Business Model Canvas ein gemeinsames Verständnis im Team, unterstützt die Ideenentwicklung und erleichtert die systematische Weiterentwicklung sowie Anpassung von Geschäftsmodellen.









(Ausgabe für Lehrperson)
und Recht
und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Ausgangspunkt für wirtschaftliches Handeln ist die Werbung, welche die verfügbaren Waren und Dienstleistungen den Konsumenten bekannt macht.
. . . sind die Bedürfnisse der Menschen
b) Bedürfnisse können nach ihrer Dringlichkeit in Existenz- und Wahlbedürfnisse und nach dem Bedürfnisträger in materielle und immaterielle Bedürfnisse gegliedert werden.
. . . dem Bedürfnisträger in Individual- und Kollektivbedürfnisse
c) Grund- und Luxusbedürfnisse sind Unterkategorien der Wahlbedürfnisse. Die Zuordnung einzelner Güter zu diesen beiden Gruppen ist auch von den Wertvorstellungen einer Gesellschaft abhängig.
Zu welchen Bedürfniskategorien gehören die folgenden Aussagen? Es sind Mehrfachnennungen möglich.
d) Wenn in einer Gesellschaft nach den Grund- auch die Luxusbedürfnisse abgedeckt sind, stagniert die Wirtschaft auf hohem Niveau.
Bedürfnisse sind unbegrenzt (dies ist eine grundlegende Tatsache der Wirtschaft)
e) Das Selbstverwirklichungsbedürfnis steht gemäss der Theorie von Maslow an der Spitze der fünfstufigen Pyramide.
f) Die sozialen Bedürfnisse sind gemäss Maslow durch das Bedürfnis nach sozialem Ansehen bzw. der Stellung in der Gesellschaft definiert.
Soziale Bedürfnisse umfassen Zugehörigkeitsbedürfnisse zu einer Gemeinschaft.
a) Marc Bucher hätte gerne ein Sony-Heimkinosystem.
b) Beatrice Kummer sieht sich Filme lieber in einem «richtigen» Kino an. Sie freut sich auf das neue Multiplex-Kino in ihrer Stadt.
c) Politiker fordern eine «zweite Röhre» (Autobahntunnel) durch den Gotthard.
d) Carla Biasotto aus Affoltern am Albis verbringt fast jedes Wochenende in ihrer Zweitwohnung im Tessin.
e) In der Auffangstelle in Kreuzlingen werden Asylsuchende mit dem Nötigsten versorgt.
f) Rund 60 % aller Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums Bolgen verpflegen sich in der Mensa. (X) X X X X
g) Oliver besucht die Grundschule (2. Primarklasse) in seiner Wohngemeinde.
h) Irène, seine Klassenkameradin, besucht in der Nachbargemeinde zusätzlich zwei Lektionen «English for Kids» bei einer Privatlehrerin.
i) Roberto trainiert pro Woche zweimal in einem Fitnesscenter.





j) Simone feiert mit ihrem Mann Leon den 5. Hochzeitstag in einem exklusiven Fein schmecker-Restaurant.



Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Unternehmungen stellen durch den Einsatz der Produktionsfaktoren Güter her und bieten diese am Markt an.
Zu welcher Güterart gehören die folgenden Güter? Es sind Mehrfachnennungen möglich.
b) Das Angebot der Unternehmungen trifft am Markt auf die Bedürfnisse der Menschen.
. . . auf die Nachfrage
c) Erst wenn die Bedürfnisse mit genügend Kaufkraft ausgestattet sind, entsteht am Markt ein Angebot.
. . eine Nachfrage
d) Unter dem Produktionsfaktor Arbeit verstehen wir neben der reinen Arbeit auch das «Wissen» für die Herstellung von Sachgütern und Dienstleistungen.
e) Wenn ein Gut in unbeschränktem Mass vorhanden ist, sodass es nicht bewirtschaftet werden kann, sprechen wir von einem freien Gut.
f) «Konsumgüter» ist der Überbegriff für die Gesamtheit der von den Unternehmungen hergestellten Güter.
«Wirtschaftliche» Güter ist. . .
g) Unter einer Lizenz verstehen wir das Recht zur alleinigen Nutzung oder Verwertung einer Erfindung.
. . . einem Patent. . .
a) Finanzberatung einer Bank für eine Schreinerei
Sachgüter Immaterielle Güter
Dienstleistungen Rechte Konsumgüter Investitionsgüter Gebrauchsgüter Verbrauchsgüter
b) Schleifmaschine in einer Schreinerei X X X
c) Heizöl im Tank eines Einfamilienhauses X X X
d) Mietvertrag für das Auto einer Touristin X X X X
e) Mietauto auf dem Areal einer Autovermietung X (X) (X) X
f) Sitzgruppe im Wohnzimmer der Familie Gerber X X X
g) Werkstattgebäude einer Malerei X X X
h) Hotelübernachtung eines Aussendienstmitarbeiters X X X X
i) Der Arbeitsvertrag einer Angestellten bei einem Reisebüro X X X X
j) Mobilfunk-Lizenz für das Gebiet der Schweiz X X X (X) X
k) Nachtessen im Kreis von Freunden und Freundinnen X X X








für Lehrperson)
und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Bestimmen Sie, welchem Wirtschaftssektor (1, 2 oder 3) die folgenden Unternehmungen bzw. Tätigkeitsbereiche einzelner Unternehmungen angehören.
a) Bauernhof Charlottenfels, Neuhausen am Rheinfall 1
b) Mode Vabene, Wil 3
c) Glarner Kantonalbank, Glarus 3
d) Amrein Bau AG, Emmen 2
e) Metallwalzwerke AG, Menziken 2
f) Leinenweberei, Langenthal 2
g) Kieswerk Rubigen, Bolligen 1
h) Spital Thurgau AG, Frauenfeld 3
i) Oberflächenbeschichtung Hafner AG, Flawil 2
j) Pastorini Spielwaren, Zürich 3
Arni, Gartenbau und Planung
k) Bereich
«Planung Gartenanlagen» 3
l) Bereich «Baumschulen» 1
Antiquitäten Hermann Zwicker
m) Bereich «An- und Verkauf» 3
n) Bereich
«Renovation alter Möbel» 2
A. Läubli, Fischerei und Fischhandel
o) Bereich «Fischfang» 1
p) Bereich
«Handel mit Nordseelachs» 3
q) Bereich «Fisch-Räucherei» 2
Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) In der Schweiz sind weit über 90 % aller Betriebe sogenannte KMU; sie beschäftigen zwei Drittel aller Arbeitskräfte.
. . . 70 Prozent aller Arbeitskräfte
b) Unter KMU verstehen wir Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten.
. . . Unternehmung mit bis zu 249 Beschäftigten
c) Mikrounternehmen sind kleine Betriebe mit bis zu 9 Beschäftigten.
Welche Kriterien sind bei den folgenden Branchen für Betriebsgrössenvergleiche, neben der Anzahl der Beschäftigten, am aussagekräftigsten?
Honorarvolumen
Prämienerträge
Vermögen (Bilanzsumme) Anzahl Filialen Kapazität Output (Produktionsmenge)
d) Detailhandel X
e) Banken X X
f) Versicherungen X
g) Transportunternehmungen X
h) Energieerzeugung X X



i) Treuhandunternehmungen X


j) Produktionsbetriebe X



Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Bei den Gesellschaftsunternehmungen wird zwischen Genossenschaften einerseits und Kapitalgesellschaften andererseits unterschieden.
Genossenschaften und Handelsgesellschaften
b) Erschwingliche Preise und eine regional gleichmässige Versorgung mit Gütern sind Beispiele für das öffentliche Interesse an staatlichen Unternehmungen.
Welche Rechtsform würden Sie bei den folgenden Aussagen empfehlen?
c) Die Firmenausschliesslichkeit für Einzelunternehmungen ist in der ganzen Schweiz garantiert.
Für Einzelunternehmungen nur am gleichen Ort
d) Bei gemischtwirtschaftlichen Unternehmungen haben der Staat und die privaten Miteigentümer Einfluss auf die Geschäftsführung.
e) Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist nicht gewinnorientiert, sondern dient in erster Linie der Selbsthilfe.
Dies gilt für die Genossenschaft.
f) Die Firma einer GmbH muss zwingend den Zusatz «GmbH» enthalten.
g) Gemischtwirtschaftliche Unternehmungen heissen so, weil sie ihre Produkte oder Dienstleistungen sowohl dem Staat als auch Privatpersonen verkaufen. F
Weil sie vom Staat und von Privaten finanziert werden.
a) Ich will das unternehmerische Risiko nicht alleine tragen. X
b) Ich will über die Gewinnverteilung alleine entscheiden. X
c) Ich will ausschliesslich mit dem in der Unternehmung investierten Kapital haften.
d) Ich möchte in der Firma nicht mit meinem Namen in Erscheinung treten.
e) Nach meinem Tode soll die Unternehmung (oder mein Anteil daran) problemlos unter den Erben aufgeteilt werden können.
f) Ich will das Haftungsrisiko möglichst gering halten, mein starkes persönliches Engagement aber dennoch deutlich machen.
g) Meine Tochter soll dereinst mein Geschäft übernehmen; die Rechtsform soll eine schrittweise Übernahme der Verantwortung begünstigen.
h) Die Unternehmung soll in Zukunft unter einer neuen Firma auftreten, die nicht mehr an den alten Namen erinnert.
i) Es ist mir nicht gelungen, mit eigenen Sicherheiten die notwendigen Bankkredite für Erweiterungsinvestitionen zu erhalten.
j) Ich habe kapitalkräftige Partner gefunden, die sich jedoch nicht selbst in der Unternehmung engagieren möchten.
k) Jeglicher Papierkram ist mir ein Gräuel. Ich möchte den administrativen Aufwand deshalb minimieren.




l) Ich möchte nicht nur vom Kapital eines Partners, sondern auch von seinem unternehmerischen Know-how profitieren.




und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Viele Zustände und Entwicklungen ausserhalb der Unternehmung können sich auf deren Geschäftstätigkeit auswirken.
Um eine Übersicht der verschiedenen Entwicklungen zu erhalten, können wir die Beobachtungen den verschiedenen Umweltsphären zuordnen.
Weisen Sie bei den folgenden Entwicklungen aus dem Umfeld eines Zeitschriftenverlages jeweils die fett gedruckte Beobachtung der entsprechenden Umweltsphäre zu.
a) Auf der Messe «Druck und Papier» wird eine neue Druckmaschine vorgestellt: Das neue Druckverfahren bringt qualitativ stark verbesserte Druckmöglichkeiten, was sich auch auf unseren Verkaufsertrag auswirken wird.
b) Ein neuer Gesamtarbeitsvertrag in der Branche senkt die Höchstarbeitszeiten der Arbeitskräfte. Wir werden deswegen entweder zusätzliche Arbeitskräfte anstellen oder leistungsfähigere Maschinen anschaffen.
c) Weil die Abfall- und Recyclingproblematik einen immer höheren Stellenwert einnimmt, plant der Verwaltungsrat die Aufnahme einer speziellen Recycling-Zeitschrift ins Verlagsprogramm.
d) Die traditionelle Familie wird zunehmend in Frage gestellt. Herkömmliche Familienzeitschriften haben deshalb geringere Absatzchancen. X
e) Eine geplante Besteuerung der Energie wird unsere Stromkosten erhöhen. X
f) Die kürzlich erfolgten Zinssenkungen haben die Kredite verbilligt, weshalb wir eine Betriebserweiterung unserer Druckerei in Erwägung ziehen. X
g) Seit Zeitungen vermehrt auf Tablet-PCs gelesen werden, verringern sich auch die Absatzzahlen der gedruckten Zeitungsausgaben, was für uns zu tieferen Umsätzen führen könnte. (X) X
h) Ein wichtiges Element der bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU ist die volle Personenfreizügigkeit. Im Bereich der hochqualifizierten Stellen ist es seit Inkrafttreten dieser Verträge für die Unternehmungen in der Schweiz einfacher, entsprechende Arbeitskräfte zu finden.
i) Seit immer mehr Unternehmungen einen zunehmenden Teil ihres Budgets für Werbemassnahmen im Internet einsetzen, gehen die Inserateeinnahmen in unseren Zeitschriften kontinuierlich zurück. (X) X
j) Für den geplanten Neubau unseres Druck- und Medienzentrums lassen wir von einem Planungsbüro einen Umweltverträglichkeitsbericht erstellen, der die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Luft sowie die Lärmsituation und die Abfallkonzeption aufzeigt.
k) Gemäss Baubewilligungsverfahren (Bau- und Umweltschutzgesetz) müssen wir zusammen mit dem Baugesuch für das geplante Druck- und Medienzentrum auch einen Umweltverträglichkeitsbericht einreichen.





l) Die im Verhältnis zum Ausland hohen Bodenpreise in der Schweiz können dazu führen, dass die Erstellung eines weiteren Produktionsgebäudes im Ausland billiger zu stehen kommt.



n) Meldungen über eine schleppende Wirtschaftsentwicklung haben dazu geführt, dass die Leute sparsamer sind als früher. Wir spüren einen Rückgang bei den Abonnements unserer teuren Luxuszeitschriften.
o) Weil der Verkauf von Abonnementen hauptsächlich über das Internet erfolgt, müssen wir, um konkurrenzfähig zu bleiben, unsere Website für das gesamte Verlagsprogramm attraktiver gestalten.
p) Anzeichen für Klimaveränderungen haben in letzter Zeit stark zugenommen. Wissenschaftliche Beiträge müssen zur besseren Verständlichkeit mit aufwendigen Grafiken ergänzt werden, was die Produktionskosten der einzelnen Ausgaben erhöht.
q) Aufgrund der seit längerer Zeit günstigen Wechselkursverhältnisse haben die Reiseaktivitäten nach Übersee zugenommen. Wir haben dies an den gestiegenen Verkaufszahlen unseres Reisemagazins bemerkt.
r) Der Staat plant zur Sicherung seiner Einnahmen ein neues Steuergesetz, das höhere Steuern auf dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften vorsieht und damit den Verkaufspreis erhöhen wird.
s) Die neue, voll digitalisierte Drucksetztechnik erlaubt es, bis kurz vor Redaktionsschluss noch Bilder in die neue Ausgabe aufzunehmen. Wir müssen die Entwicklung beobachten, um unseren gegenwärtigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz nicht zu verlieren.








und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Für eine Unternehmung ist es wichtig, Entwicklungen möglichst frühzeitig zu erkennen, damit sie genügend Zeit hat, sich verschiedene Reaktionsund Gestaltungsmöglichkeiten zu überlegen. Vielfach liegt der Ursprung von Entwicklungen, die in einzelnen Umweltsphären beobachtet werden, in früheren Veränderungen der anderen Umweltsphären.
Ordnen Sie bei den möglichen Gründen für die folgenden Entwicklungen jeweils die fett gedruckte Aussage der entsprechenden Umweltsphäre zu.
a) Am Automobilsalon in Genf wird ein neues Brems- und Antischlupfsystem für alle 4 Räder vorgestellt.
1. Das neue System wurde entwickelt, weil die Kundschaft zunehmend mehr Wert auf den Sicherheitsaspekt beim Autofahren legt. X
2. Das neue System konnte entwickelt werden, weil in der Hochkonjunktur hohe Gewinne erzielt wurden und der Industrie damit Geld für die Forschung zur Verfügung stand. X
3. Das neue System wurde entwickelt, weil die im alten System verwendete Bremsflüssigkeit bei Servicearbeiten zu Problemen beim Rezyklieren führte. X
4. Das neue Bremssystem musste entwickelt werden, weil das alte Bremssystem Ursache einiger Unfälle war und in der Schweiz nicht mehr zugelassen wurde. X
b) Der Bundesrat schlägt eine zusätzliche, leistungsabhängige Besteuerung von Autos mit Verbrennermotor nach der Anzahl gefahrener Kilometer vor. X
1. Die neue Steuer kann realisiert werden, weil ein neuer Kilometerzähler entwickelt wurde, der durch die Fahrzeughalter nicht manipuliert werden kann. X
2. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, um die in der Politik vorgebrachte Forderung des Verursacherprinzips («Wer die Luft mehr belastet, soll auch mehr bezahlen») zu erfüllen. X
3. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil der Bundesrat aufgrund einer Rezession mehr Einnahmen zur Finanzierung der allgemeinen Bundesaufgaben benötigt. X
4. Die neue Steuer wird vorgeschlagen, weil dadurch ein Beitrag zur Verminderung der steigenden Luftbelastung durch den Automobilverkehr erwartet wird. X








a) Wie heissen die fehlenden Anspruchsgruppen? Ordnen Sie den Buchstaben A bis F die richtigen Begriffe zu.
Konkurrenten
A Kapitalgeber
D Institutionen/NGOs
C Mitarbeitende F Lieferanten
b) Welche Anspruchsgruppen der Unternehmung sind mit den folgenden Umschreibungen angesprochen?
1. Organisationen, die Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen erwarten.
Institutionen / Gewerkschaften
2. Diese Gruppe erwartet eine konstruktive Mitarbeit im Branchenzusammenschluss. Konkurrenz
3. … erwarten persönliche Förderung und individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten. Mitarbeitende
4. Gruppe, die eine offene und ehrliche Informationspolitik erwartet.
Institutionen /Medien (Presse, TV)
5. Die Unternehmung erwartet von dieser Anspruchsgruppe die Erfüllung öffentlicher Aufgaben zu vernünftigen Preisen. Staat
6. Gruppe, die neben einer guten Verzinsung auch eine sichere Rückzahlung des investierten Kapitals verlangt. (Fremd-)Kapitalgeber
Die verschiedenen Anspruchsgruppen stellen unterschiedliche Forderungen an die Unternehmungen. Welche Anspruchsgruppe setzt sich vor allem für die unten stehenden Forderungen ein?
Ordnen Sie die aufgeführten Forderungen der zutreffenden Anspruchsgruppe zu. Mehrfachnennungen sind möglich; ordnen Sie jedoch höchstens zwei Anspruchsgruppen zu.
Forderung
a) Auszahlung eines Gewinnanteils am Ende des Geschäftsjahres X
b) … fristgerechte Bezahlung der offenen Rechnungen X
c) … faire Aussagen in der Werbung X
d) … faire Berichterstattung über den Geschäftsverlauf X (X) X (X)
e) … ein fortschrittliches Ferienreglement X
f) möglichst wenig Luftbelastung durch die Produktion X
g) … zeitgemässe Entlöhnung X
h) Produktionsbedingungen, die sozialen Mindeststandards entsprechen (X) X
i) Einhaltung der geltenden Mindestwerte der Luftbelastung X X
j) … regelmässig eingehende Bestellungen X
k) … Zusatzleistungen und ein guter Service X








Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Wenn eine Unternehmung originell, informativ und ehrlich wirbt, ergeben sich keine Zielkonflikte.
Für Kunden und Konkurrenten zutreffend; mit anderen Anspruchsgruppen sind Zielkonflikte dennoch möglich.
b) Im Vergleich der Ansprüche von Institutionen mit denjenigen der Kunden können wir uns gut eine Zielneutralität vorstellen.
(vgl. Theoriebeispiel Seite 15)
c) Wenn ein Eigentümer gleichzeitig die Unternehmung leitet, wie dies in KMUBetrieben der Fall ist, ergeben sich keine Zielkonflikte.
Zwischen Ansprüchen weiterer Anspruchsgruppen sind Zielkonflikte auch in einer KMU möglich.
d) In der Industrie ergeben sich häufig Zielkonflikte zwischen Wachstum und möglichst geringer Umweltbelastung.
Ergänzen Sie den Lückentext mit den untenstehenden Begriffen.
■ Ansprüche (2×)
■ Anspruchsgruppen
■ Aufgabe
■ behindert
■ eines andern Ziels
e) Bei einem Zielkonflikt muss die Unternehmung einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen der Anspruchsgruppen und den eigenen Zielen erarbeiten.
f) Wenn der Staat die Einhaltung von Umweltschutzgesetzen erwartet, was auch von Greenpeace gefordert wird, sprechen wir von «Zielneutralität».
… von Zielharmonie.
g) Die Ansprüche von Lieferanten und Kunden sind in der Regel gleichlaufend. Deshalb sprechen wir von «Zielneutralität».
Ansprüche von Kunden und Lieferanten führen zu Zielkonflikten (Lieferpreise versus Verkaufspreise ).
■ gleichzeitige
■ verunmöglicht
■ Konkurrenzgründen
■ Zielneutralität
■ Zielkonflikt
Die gleichzeitige Realisierung hoher Ansprüche beispielsweise im Umweltschutzbereich und in Bezug auf einen aus Konkurrenzgründen möglichst tief anzusetzenden Verkaufspreis führt in einer Unternehmung fast zwangsläufig zu einem Konflikt. Für eine Unternehmung besteht ein Zielkonflikt dann, wenn die Lösung eines unternehmerischen Problems (z. B. Produktion ohne umweltschädigende Nebenwirkungen) die Erreichung eines andern Ziels (in unserem Beispiel aus Konkurrenzgründen möglichst billige Produktion) behindert oder gar verunmöglicht
Da an Unternehmungen von verschiedenen Seiten unterschiedliche Ansprüche gestellt werden, ist die Festsetzung der grundlegenden Ziele für eine Unternehmung heute zu einer schwierigen und anspruchsvollen Aufgabe geworden. Aber auch im Falle einer Zielneutralität , d. h., wenn die Ansprüche von zwei Anspruchsgruppen voneinander vollständig unabhängig sind, muss die Unternehmung diese Ansprüche mit ihren eigenen Zielvorstellungen abgleichen.








Das Leitbild einer Unternehmung gibt idealerweise auf die folgenden sechs Fragen in den drei Bereichen Leistung, Finanzen und Soziales Auskunft.
Leistung Finanzen Soziales
1) Welche Bedürfnisse befriedigen wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen?
2) Welchen Anforderungen bezüglich Qualität und Preis entsprechen unsere Leistungen?
3) Welche sind unsere Ziele bezüglich der Rentabilität * des eingesetzten Kapitals?
4) Welches sind unsere Vorstellungen zu Gewinn und zur Gewinnverwendung?
5) Welche Grundsätze bestimmen unser Verhalten gegenüber den Anspruchsgruppen (Kapitalgeber, Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Konkurrenten)?
a) Wir verbessern Produkte und Dienstleistungen laufend und setzen zudem ökologische und soziale Standards bei Arbeits- und Produktionsbedingungen.
b) Wir bieten den Eigentümern einen attraktiven Ertrag auf dem eingesetzten Kapital. (3), 4, 5
c) Unsere Marktleistung erzeugt Kundenbegeisterung wegen ihres grösseren Nutzens. Der Markterfolg basiert auf den Pfeilern Qualität, Markenprofilierung, Innovation, Ausbildung, Beratung und Service.
d) Nachhaltige Gewinne, ausreichende Liquidität und ein konsequentes, kostenbewusstes Handeln ermöglichen: Wachstum zu realisieren, den Wert der Unternehmungs-Gruppe zu steigern, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und unsere Partnerschaften attraktiv zu erhalten.
*) Mit der Rentabilität (oder der Rendite) bezeichnen wir das Verhältnis zwischen erwirtschaftetem Gewinn und eingesetztem Kapital.
6) Welche Haltung nehmen wir gegenüber dem Staat ein, und wie sind wir gegenüber gesellschaftlichen Anliegen eingestellt (Anspruchsgruppen Staat und Institutionen, NGOs)?
Ordnen Sie die (teilweise vereinfachten) Aussagen aus Leitbildern verschiedener Unternehmungen in der rechten Spalte den sechs Fragen gemäss diesem Raster zu, indem Sie die entsprechende Nummer 1 bis 6 einsetzen (Mehrfachnennungen sind möglich).
e) Wir tragen Sorge zur Umwelt und setzen die Ressourcen respektvoll und wirtschaftlich ein. 6
f) Mit den erzielten Gewinnen soll die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet und das eingesetzte Kapital verzinst werden.
g) Unsere Konsumenten stehen im Zentrum […] Wir begegnen unseren Konsumenten freundlich und zuvorkommend. 5
h) Wir wollen unsere Kunden in finanziellen Fragen als verlässlicher Partner durch das Leben begleiten. 1
i) Wir streben eine angemessene Balance zwischen ökologischem Handeln, gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichem Erfolg an. 6, 3
j) Wir sind der Gesellschaft verpflichtet, indem wir kulturelles, soziales und ökologisches Engagement unterstützen und mit einem Teil unseres Ertrags zum Gemeinwohl beitragen.
k) Wir sichern unseren Gästen ein Höchstmass an persönlichem Service und Annehmlichkeiten zu. Stets geniessen unsere Gäste ein herzliches, entspanntes und dennoch gepflegtes Ambiente.
l) Wir streben in den kommenden drei bis fünf Jahren eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 8 bis 12% an.








und Recht
– Unternehmens- und Geschäftsmodelle (Ausgabe für Lehrperson)
Welche Aussagen sind richtig (R); welche falsch (F)? Setzen Sie das zutreffende Symbol in das Kästchen und korrigieren Sie die Fehler auf den leeren Linien.
a) Das Unternehmungskonzept dient hauptsächlich der Kommunikation nach aussen und richtet sich primär an die Öffentlichkeit.
… ist ein internes Analyse- und Planungsinstrument zur Erfassung und Beurteilung unternehmerischer Entscheidungen
b) Der Bereich Leistung im Unternehmungskonzept befasst sich mit den Bedürfnissen der Kundschaft und den dafür erbrachten Produkten und Dienstleistungen.
a) Wie definieren wir den Begriff «Prozess»?
Unter einem Prozess verstehen wir eine Reihe von Aufgaben, die in einer vorgegebenen Abfolge zu erledigen sind.
Ordnen Sie die folgenden Aussagen der zutreffenden Kategorie von Prozessen zu.
c) Absichten und Grundsätze beschreiben konkrete, messbare Ziele, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden.
... sind grundlegende Wertvorstellungen und Normen
d) Das Leitbild enthält Aussagen zu allen drei Bereichen des Unternehmungskonzeptes.
e) Die Strategie legt fest, mit welchen Massnahmen die im Leitbild formulierten Absichten und Grundsätze im Alltag umgesetzt werden sollen.
f) Die Ziele im Unternehmungskonzept werden geheim gehalten, da sie meist strategische Informationen enthalten, die der Konkurrenz nicht bekannt werden sollen.
(Die Erarbeitung von Strategien ist mit Aufwand und Kosten verbunden).
g) Im Bereich Soziales des Unternehmungskonzeptes werden nur die internen Beziehungen zu den Mitarbeitenden definiert.
... sowohl Anliegen von Mitarbeitenden als auch gesellschaftliche und ökologische Anliegen berücksichtigt.
b) Hier wird die Hauptwertschöpfung der Unternehmung erarbeitet. X
c) Diese Prozesse sind direkt auf den Kundennutzen ausgerichtet, sie werden manchmal als Kernprozesse bezeichnet. X
d) In diesen Prozessen geht es um die Planung und Kontrolle von Zielen und Massnahmen. X
e) Auch die Umsetzung der Qualitätssicherung (z. B. ISO-Zertifizierung) ist ein typischer Prozess dieser Kategorie. X
f) Die Durchführung einer Werbeaktion gehört zu dieser Kategorie von Prozessen. X
g) Die Leistungen der IT-Abteilung zählen zu dieser Art von Prozessen. X
h) Hier geht es um die Bereitstellung der Infrastruktur in einer Unternehmung. X
i) Wenn eine Schalterangestellte einer Bank für eine Kundin Australische Dollar bereit macht, so ist dies ein … X








Die folgenden Auswahlaufgaben enthalten immer zwei Aussagen, die miteinander verknüpft sind. Entscheiden Sie sich jeweils für eine der folgenden Antwortmöglichkeiten und begründen Sie falsche Teilaussagen in wenigen Worten.
+ weil + B +/+ C + /–D –/+ E –/–
Beide Aussagen richtig, Verknüpfung trifft zu Beide Aussagen richtig, Verknüpfung trifft nicht zu Erste Aussage richtig, zweite Aussage falsch Erste Aussage falsch, zweite Aussage richtig
Beide Aussagen falsch
Soz
Öko ogische
Techno og sche Umwe tsphäre
Ökonom sche Umweltsphäre
Recht iche Umweltsphäre
Unternehmungskonzept
LeistungFinanzen
Absichten und Grundsätze
Ziele
a) Unternehmungen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Anspruchsgruppen analysieren, sind erfolgreicher, weil damit die Unternehmungsstrategie widerspruchsfrei wird.
c) Die Gestaltung der Prozesse in einer Unternehmung ist für die gesamte Wertschöpfung bedeutend, weil durch die konsequente Ausrichtung der Arbeitsabläufe auf den Kundennutzen Kosten gespart werden können.
weil
Mit der Unternehmungsstrategie wird der Weg aufgezeigt, wie die definierten Ziele erreicht werden sollen; diese Strategie wird nicht «automatisch» widerspruchsfrei.
b) Im Leitbild einer Unternehmung werden die grundlegenden und langfristig geltenden Absichten und Grundsätze veröffentlicht, weil die Unternehmungsstrategie den Weg aufzeigt, mit welchen Mitteln und Verfahren die definierten Ziele erreicht werden können.
d) Unternehmungen, die bei ihren Entscheidungen die Interessen der Umweltsphären analysieren, sind erfolgreicher, weil mit der Analyse der Umweltsphären zukünftige Veränderungen besser erkannt und verarbeitet werden können.
(kein Zusammenhang)
Anspruchsgruppen haben Interessen (Ansprüche), nicht Umweltsphären.





(Der zweite Teil der Aussage stimmt.)



Führen Sie in einer von Ihnen ausgewählten Unternehmung ein Interview durch. Notieren Sie zu den untenstehenden und allenfalls weiteren, eigenen Fragen stichwortartig die Antworten. Beachten Sie, dass Unternehmungen evtl. nicht zu allen Fragen Auskunft geben können. Falls die ausgewählte Unternehmung ein Leitbild veröffentlicht hat, konsultieren Sie vorgängig dieses Dokument.
Rechtliche Umweltsphäre
Konkurrenten
Unternehmungskonzept
LeistungFinanzen Soziales
Absichten und Grundsätze
Ziele
Massnahmen
– Mittel – Verfahren Leitbild Strategie
prozesse
1 Wer ist Eigentümer der Unternehmung?
Kapitalgeber
2 Welche Rechtsform hat die Unternehmung?
3 Wie hoch ist ungefähr das Eigenkapital?
Bereiten Sie sich mithilfe der Stichworte auf eine kurze Präsentation über Anspruchsgruppen, Umweltsphären und Zielkonflikte der befragten Unternehmung vor.
Befragte Unternehmung
Name:
Branche:
Kontaktperson:
Telefon/E-Mail für allfällige Rückfragen:
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
11 Planungsstrategien
Die Ausführung einer Aufgabe im Voraus planen.
Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen








(Ausgabe für Lehrperson)
4 Wie viele Mitarbeitende haben Sie angestellt?
Mitarbeitende
Kunden
5 Wie hoch ist ungefähr die Lohnsumme, die Ihre Unternehmung bezahlt?
Lieferanten
6 Was verkaufen Sie wem? Welches sind Ihre drei wichtigsten Kundengruppen?
7 Welchen Verkaufsumsatz müssen Sie ungefähr erzielen, um keinen Verlust zu erzielen?
8 Woher beziehen Sie die verschiedenen Produkte und Waren, die Sie zur Produktion bzw. zum Verkauf benötigen?
9 Wie sieht Ihre Konkurrenzsituation im Moment aus?
Konkurrenten
Staat
10 Mit welchen Amtsstellen haben Sie regelmässig Kontakt?
11 Welche Arten von Steuern müssen Sie regelmässig bezahlen? (Ausgabe für Lehrperson)








12 Bei welchen Verbänden sind Sie Mitglied?
Konkurrenten
Rechtliche Umweltsphäre
13 Welche Vereine oder Institutionen unterstützen Sie, und welchen Geldbetrag wenden Sie ungefähr dafür auf?
Ökonomische Umweltsphäre
14 Welche rechtlichen Vorschriften beeinflussen Ihre Unternehmungstätigkeit massgebend?
Technologische Umweltsphäre
15 Haben Sie Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden? Wenn ja, weshalb?
16 Wie wirkt sich eine Veränderung der Zinssätze bei Ihnen aus?
17 Wirken sich die Bodenpreise auf Ihre Unternehmung aus?
18 Wie stark sind Sie von der Konjunkturlage abhängig?
19 Welche Auswirkungen haben sinkende oder steigende Wechselkurse für Sie?
20 Gab es in den letzten Jahren Erfindungen, neue Produkte oder neue Verfahrenstechniken, welche in Ihrer Unternehmung eingesetzt wurden?








(Ausgabe für Lehrperson)
(Ausgabe für Lehrperson)
Vergleichen Sie die folgenden drei Unternehmensmodelle und beantworten Sie die untenstehenden Fragen.
■ Unternehmensmodell A (Saxer, Tobler & Rüfenacht 2020) ■ Unternehmensmodell B (Capaul & Steingruber, 2020)
Soziale Umwe tsphäre Konkurrenten
Ökologische Umweltsphäre
Technologische Umweltsphäre
Ökonomische Umweltsphäre
Rechtliche Umweltsphäre
Unternehmungskonzept
Absichten und Grundsätze
Lieferanten
Ziele LeistungFinanzen Soziales Massnahmen
Führungsprozesse
Geschäftsprozesse Supportprozesse










a) Notieren Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Modelle.
Gemeinsamkeiten:
- Ähnliche Elemente: Prozesse
- A und B haben Umwelt und Anspruchsgruppen differenziert; (Hinweis C: blauer Ring = Umwelt /oranger Ring = Anspruchsgruppen)
Unterschiede:
- Umweltsphären: Modell A zusätzlich rechtliche Umweltsphäre
- ähnliche Elemente haben unterschiedliche Begriffe, z. B.
A: Führungsprozesse heisst bei B: Managementprozesse
b) Bestimmen Sie das geeignetste der drei Modelle und begründen Sie Ihre Wahl anhand von Kriterien.
Kriterien: Einsatzzweck, Zielgruppe, verfügbare Zeit
A: geeignet für Einführung, einfach und prozessorientiert, weniger Fachbegriffe
B: geeignet für BWL-Studium, differenzierter und mehr Fachbegriffe
C: geeignet für Managementpraxis, Sinnhorizonte und Entscheidungsaspekte
Deshalb gibt es kein allgemein bestes Modell, sondern je nach Ziel ein geeigneteres Modell








(Ausgabe für Lehrperson)
In ihren empirischen Forschungsarbeiten haben Gassmann/


Wie viel Prozent der Innovationen sind ganz neuartig? Wie viel % der Innovationen sind-
b) Eines von 55 bedutenden Geschäftsmodellen der letzten 50 Jahre heisst Razor-and-Blade. Das «Muster» besteht darin, dass ein Basisprodukt günstig oder sogar gratis angebtoen wird. Das Komplementärprodukt, das zum Basisprodukt benötigt wrid, ist hingegen teuer und erbringt den Hauptumsatz des Unternehmens. Welche Unternehmen haben dieses Muster für ihre Produkte angepasst?
Gilette (Rasierapparat + Klingen), HP, Brother (Drucker + Toner)
Apple (iPod + iTunes), Nespresso (Kaffeemaschinen + Kapseln)
(Ausgabe für Lehrperson)
c) Jetzt sind Sie an der Reihe:
1) Wählen Sie ein Unternehmen, für welches Sie eine Geschäftsmodellinnovation vorschlagen werden.
2) Analysieren Sie nun das bestehende bzw. naheliegende Geschäftsmodell anhand der vier Fragen (Was? Für wen? Wie? Wieviel?)
3) Entwickeln Sie nun eine innovative Variante. Ziel ist es, nicht nur logisch naheliegende Verbesserungen vorzuschlagen, sondern bewusst neue, überraschende oder unkonventionelle Lösungsansätze zu entwerfen. Wählen Sie dazu eine der 55 Musterkarten auf der Website Seconds und wenden Sie dieses Muster auf Ihr Unternehmen an.


4) Visualisieren und begründen Sie Ihr neues Geschäftsmodell und präsentieren Sie, welchen Mehrwert Ihre kreative Rekombination des ausgewählten Musters für die Kundeninnen und Kunden sowie für das Unternehmen schafft sowie welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.







■ Ausgewähltes Unternehmen
Individuelle Antworten
■ Beschreibung des ausgewählten Musters
Individuelle Antworten, z.B.
Cross Selling (Zwei Fliegen mit einer Klappe)
Add-on (Separate Verrechnung von Extras)
■ Mehrwert
Individuelle Antworten
■ Chancen
Individuelle Antworten
■ Risiken
Individuelle Antworten
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
23 Kreativität
Für offene Aufgaben ungewöhnliche, sich nicht rein logischanalytisch-schlussfolgernd ergebende Lösungen vorschlagen.
Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen
Hier können Sie folgende überfachliche Kompetenz trainieren:
34 Auftrittskompetenz
Vor Publikum auftreten und vortragen können.
Merkpunkte, im Excel-Portfolio nachtragen








(Ausgabe für Lehrperson)

Grundlagen
1 Wirtschaftskreislauf
2 Marktwirtschaft
Ausgewählte Problemstellungen
3 Arbeitslosigkeit
4 Sozialer Ausgleich
5 Preisstabilität
6 Ökologische und energiepolitische Herausforderungen
Volkswirtschaftliche Zusammenhänge
7 Weltweite Verflechtung – Globalisierung
8 Konjunkturzyklus
9 Fiskal- und Geldpolitik
10 Wachstum und Strukturwandel
11 Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik

Grundlagen
1 Eine erste Übersicht über die Wirtschaft
2 Unternehmungsmodell
Leistungswirtschaftliche Aspekte
3 Organisation
4 Grundlagen des Marketings
5 Marketing-Mix
Finanzielle Aspekte
6 Unternehmungsfinanzierung
7 Bankkredite
8 Wertpapiere
9 Versicherungen
10 Finanzwirtschaftliche Zusammenhänge
Soziale Auswirkungen
11 Personalwesen
12 Unternehmerisch denken und handeln mit einem Businessplan

Grundlagen
1 Gesamtmodell «Wirtschaft und Gesellschaft»
2 Merkmale eines Rechtsstaates
3 Rechtsquellen und Verhaltensregeln
4 Parteien und Verbände
Rechtsvorschriften im Zivilgesetzbuch (ZGB)
5 Personenrecht
6 Familienrecht
7 Erbrecht
8 Sachenrecht
9 Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB)
Rechtsvorschriften im Obligationenrecht (OR)
10 Entstehung von Obligationen
11 Allgemeine Vertragslehre
12 Kaufvertrag
13 Verträge auf Arbeitsleistung
14 Mietvertrag
15 Rechtsformen
Rechtsvorschriften im öffentlichen Recht
16 Steuerrecht
17 Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG)
18 Strafrecht
19 Prozessrecht
Alle Kapitel sind als Print-Broschüre und digital erhältlich.
Bestellungen: strteachware.ch

Grundlagen
1 System der doppelten Buchhaltung - mit Swiss21
2 Waren- und Zahlungsverkehr – mit Swiss21
Ausgewählte Aspekte
3 Fremde Währungen – mit Swiss21
4 Mehrwertsteuer – mit Swiss21
5 Lohnbuchhaltung – mit Swiss21
6 Wertschriften
7 Immobilien
Fragestellungen beim Jahresabschluss
8 Bewertungsfragen (Bilanzkurse, Delkredere, Bestandesänderungen, Abschreibungen, Rückstellungen)
9 Rechnungsabgrenzungen und Stille Reserven
10 Gewinnverwendung und Verlustdeckung bei verschiedenen Rechtsformen - mit Swiss21
Grundlagen für unternehmerische Entscheide
11 Warenkalkulation, Deckungsbeitragsrechnung, Bilanz- und Erfolgsanalyse – mit Swiss21
12 Betriebsbuchhaltung
13 Geldflussrechnung
14 Revision und Wirtschaftsprüfung
1 Letzte Bergfahrt
2 Gesucht: Neue Geschäftsmodelle für IKEA
3 Mode Milano – mit Swiss21
4 Young Enterprise Switzerland (YES) – mit Swiss21
5 Sommer Sport AG – mit Swiss21







