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Stahl - Positionen im Wahljahr 2017

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Stahl Positionen im Wahljahr 2017


Inhalt

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Vorwort AuĂ&#x;enhandel und Rohstoffe Wirtschaft und Industrie Klima Energie Nachhaltigkeit und Umwelt BĂźrokratie und Genehmigungen Arbeitssicherheit und Chemikalien Verkehr und Verkehrsinfrastrukturen Innovation und Forschung Bildung und Personal Digitalisierung


Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

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Vorwort

Stahl trägt uns alle. Er ist ein wesentliches Fundament der Produktionsnetzwerke in unserem Land und Basis für den Erfolg von Produkten „Made in Germany“ in aller Welt. Als Werkstoff ist er ein Baustein unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunft von der Digitalisierung bis zur Energiewende. Trotzdem bestehen große Unsicherheiten für die Stahlindustrie in Deutschland. Das gilt für die drohende Verschärfung des EU-Emissionsrechtehandels ebenso wie für die Frage nach der Durchschlagskraft der europäischen Handelsschutzinstrumente vor allem gegen Dumping-Stahl aus China. In beiden Fällen hat es die Politik in der Hand, die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer starken Industrie abzusichern. Aus diesem Grund formuliert die Stahlindustrie ihre politischen Positionen für das Wahljahr 2017. Wir wollen, dass der nächste Deutsche Bundestag und die Bundesregierung der Wirtschaft und der industriellen Wertschöpfung weiterhin große Bedeutung beimessen und dafür die Existenzgrundlagen der Stahlindustrie sichern. Auch ist es notwendig, die Akzeptanz für Industrie, Innovationen und Investitionen weiter auszubauen.

Zwar beziehen sich die hier vorgelegten Positionen primär auf die Politik in Deutschland. Jedoch werden die Rahmenbedingungen in zunehmendem Maße durch die europäische Politik bestimmt. Von entscheidender Bedeutung ist daher, dass sich Bundesregierung und Länder künftig noch stärker bei den Entscheidungen in Fragen der Energie-, Klima, Industrie- oder Forschungspolitik einbringen und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sicherstellen. Dann kann Stahl „Made in Germany“ auch weiter seine tragende Rolle für unsere Volkswirtschaft und ihre Arbeitsplätze spielen.

Hans Jürgen Kerkhoff Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl Vorsitzender Stahlinstitut VDEh


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Außenhandel und Rohstoffe China: Umsatzsteuerermäßigung auf Exporte Subventionen Verbot direkter Auslandsinvestitionen Importzölle, -lizenzen

EU: keine Importzölle auf Stahlprodukte strikte Einhaltung der Subventionsdisziplin Iran:

Türkei: Importzölle Strategieplan

„Buy National“ Importzölle

Russland: Importzölle

Kasachstan:

Thailand:

Importzölle

nationale ProduktNormung Importzölle

Ägypten: Importzölle

Taiwan:

Marokko: Importzölle

Importlizenzen

Tunesien: Importzölle

Brasilien: Importzölle

Saudi Arabien: Importzölle „Buy national“

Argentinien: Importzölle Importlizenzen

Vietnam:

Pakistan:

Importzölle Importlizenzen

Importzölle

Malaysia:

Indien: Importzölle nationale Zertifizierungspflichten

Australien:

Importzölle Importlizenzen

Importzölle

Indonesien: nationale Zertifizierungspflichten Importzölle

Beispiele für tarifäre und nicht-tarifäre Handelshemmnisse Quelle: OECD, WTO, EUROFER, EU Kommission: DG Trade

Der Weltstahlmarkt ist durch massive Überkapazitäten gekennzeichnet, zwei Drittel entfallen allein auf China. Einige Staaten wählen unfaire Mittel wie Subventionen oder Preisdumping, um ihre Stahlprodukte zu exportieren. Strukturprobleme werden dadurch wettbewerbsschädigend in andere Stahlregionen verlagert. Hinzu kommen protektionistische Handelshemmnisse, mit denen Länder ihrer heimischen Industrie künstliche Wettbewerbsvorteile verschaffen. Dies geht zu Lasten insbesondere des offenen europäischen Stahlmarktes.

Für Deutschland als wichtigstes EU-Industrieland ist die Wiederherstellung fairer Wettbewerbsbedingungen eine entscheidende Frage. Dazu gehört die effektive und konsequente Anwendung von Handelsschutzinstrumenten, die durch die Welthandelsorganisation WTO erlaubt sind. Bei Rohstoffen sind Protektionismus und unfaires Marktverhalten weiter auf dem Vormarsch. Die Anwendung marktverzerrender bzw. protektionistischer Instrumente ist vor allem in Schwellenlän-


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Stahl-Positionen › Durchsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen auf internationalen Märkten › Konsequente Anwendung der EU-Handelsschutzinstrumente – vor allem auch gegenüber nicht-marktwirtschaftlich agierenden Ländern › Stärkung effektiver Regeln zur Dumping-Abwehr nicht-marktwirtschaftlich agierender Länder › Bekämpfung globaler Protektionismustendenzen bei Rohstoffen und Stahl › praxisgerechte Umsetzung der neuen EU-Sorgfaltspflichten bei Konfliktrohstoffen

dern gängige Praxis. Weitere entscheidende Faktoren für die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung bei Rohstoffen sind die neuen Transparenzvorgaben der EU zur Rohstoffbeschaffung. Die Stahlindustrie unterstützt diese festen Regeln. Es bedarf aber einer Umsetzung mit Augenmaß, damit keine neuen unkalkulierbaren bürokratischen Hürden entstehen.

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Wirtschaft und Industrie stahlintensiv

nicht stahlintensiv

404 | Mrd. Euro

Automobilindustrie Maschinenbau

224 159

Elektrotechnik

Stahlanteil an Vorleistungen

Arbeitsplätze 2015 in Tsd.

13 %

793

21 %

941

10 %

639

Ernährungsgewerbe

150

1%

463

Chemische Industrie

136

1%

312

Bauhauptgewerbe

101

10 %

772

Stahl- & Metallverarbeitung

97

59 %

525

Verarbeitendes Gewerbe insg. (einschl. Bau)

1781

6126

Umsatz der größten Industriebranchen Quelle: RWI, Statistisches Bundesamt, WV Stahl

Die Industrie ist für den Wohlstand in Deutschland von herausragender Bedeutung. Die Stahlindustrie gehört dabei zu den Basisindustrien, die Ausgangspunkt für vielfältige industrielle Wertschöpfungsketten sind.

Durch stetige Verbesserung ihrer Rohstoff- und Energieeffizienz leisten die Stahl-Wertschöpfungsketten einen direkten Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz und kommen auch damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach.

Diese stehen in einem immer schärfer werdenden internationalen Wettbewerb und ihre Stärkung ist eine Querschnittsaufgabe hinweg über alle Politikbereiche.

Die Stahlindustrie in Deutschland bewegt sich infolge der Strukturkrise in der globalen Stahlindustrie in einem ausgesprochen widrigen und volatilen internationalen Umfeld. Umso wichtiger ist daher, dass von Seiten der Politik verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen bereitgestellt werden, die ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht beeinträchtigen und Investitionssicherheit gewährleisten.


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Stahl-Positionen › Eine ganzheitliche und inhärente Politik, welche alle Regelungsbereiche berücksichtigt und die Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt stellt › Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit durch intelligente Regulierung › Herstellung von Planungs- und Investitionssicherheit für die Stahlstandorte durch geeignete Rahmenbedingungen › Stärkung der Stahl-Wertschöpfungsketten in der Breite › Ausbau der Infrastrukturen und Anpassung an künftige Anforderungen (z. B. Energie, Verkehr, Digitalisierung)

Auch gilt es, weiter aktiv für die gesellschaftliche Akzeptanz von Industrie, Investitionen und Innovationen einzutreten. Wesentliche Wettbewerbsvorteile liegen in den industriellen Wertschöpfungsketten Deutschlands. Dafür muss das Bewusstsein geschärft und verdeutlicht werden, dass selektives Handeln gegen einzelne Branchen die gesamte industrielle Wertschöpfungskette langfristig gefährdet.

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Klima

Innovative Stähle sparen sechsmal so viel CO2 ein, wie ihre Produktion verursacht.* Quelle: Boston Consulting Group

Der europäische Emissionsrechtehandel nach 2021 muss so ausgestaltet werden, dass eine wettbewerbsfähige Industrieproduktion auch in Zukunft sichergestellt wird. Technisch und wirtschaftlich erreichbare Benchmarks sind erforderlich. Die physikalischen Prozessgrenzen bei der CO2-Minderung in der Stahlproduktion sind erreicht. Weitere, durchgreifende Emissionssenkungen können nur durch Forschung an neuen Verfahren und Technologien erreicht werden. Mit Blick auf Perspektiven bis

zum Jahr 2050 ist eine umfassende Forschungsförderung notwendig. Dabei gilt es den Spielraum der Branche für weitere Anstrengungen in Forschung und Entwicklung zu erhalten und Einschränkungen und Belastungen durch eine restriktive Energie- und Klimapolitik zu verhindern. Nationale Zusatzanforderungen über den europäischen Emissionsrechtehandel hinaus sind nicht sinnvoll, da der innereuropäische Wettbewerb verzerrt


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Stahl-Positionen › Sicherstellung technisch und wirtschaftlich erreichbare Zertifikatszuteilung für Stahlunternehmen im europäischen Emissionsrechtehandel › Kompensation emissionshandelsbedingter Strompreissteigerungen für die Stahlindustrie vollumfänglich fortsetzen › Unterstützung und Förderung langfristiger Forschung an durchgreifend neuen Verfahren zur Emissionssenkung › Nationale Zusatzanforderungen sollen nicht über den zentralen europäischen Emissionsrechtehandel hinausgehen

und der Emissionshandel als Instrument geschwächt würde. Die Kompensation der emissionshandelsbedingten Strompreissteigerungen gewinnt bei absehbar steigenden CO2-Preisen weiter an Bedeutung. Sie sollte daher ohne Einschränkungen langfristig fortgeführt werden. Es ist anzuerkennen, welchen erheblichen Beitrag innovative Stähle zum gesamten Klimaschutz leisten.


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Energie Eigenstrom Kuppelenergieverstromung in Verbundkraftwerken, Hochofengas-Entspannungsturbinen, Abhitzedampfnutzung von Kühlsystemen zur Stromerzeugung 12,293 TWh 48,5 %

Fremdstrom Bezüge aus dem öffentlichen Netz einschließlich Bezüge von externen Industrie-Verbundkraftwerken 13,049 TWh 51,5 %

Eigenstromerzeugung: Anteil von Eigenstromerzeugung und Fremdstrombezug am Gesamtstromverbrauch 2015 Quelle: Stahlinstitut VDEh

Die Stahlindustrie ist energieintensiv und auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung angewiesen. Die Energiewende muss daher so gestaltet werden, dass eine wettbewerbsfähige Stahlproduktion möglich ist. Die Förderung erneuerbarer Energien sollte kosteneffizienter werden, um diese baldmöglichst an den Markt heranzuführen. Dies gilt auch für die Begren-

zung der Netzkosten. Ein breiter Stromerzeugungsmix muss mittelfristig erhalten bleiben. So kann die Stabilität und Kosteneffizienz der Energieversorgung gesichert werden. Bestehende Belastungsbegrenzungen für energieintensive Industrien wie Energiesteuerspitzenausgleich, besondere Ausgleichsregelung und Eigenstrombefreiung im EEG sind zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit unabdingbar und müssen beibehalten werden.


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Stahl-Positionen › Fortsetzung der Bemühungen zur kosteneffizienteren Gestaltung der Energiewende › Fortführung der Belastungsbegrenzungen für die energieintensive Stahlindustrie › Aufhebung der EEG-Belastung bei umweltfreundlicher Stromerzeugung aus Restgasen und -energien der Stahlindustrie, auch von Neuanlagen › Entscheidung zu Energieeffizienzmaßnahmen im wirtschaftlichen Ermessen der Unternehmen belassen

Eine Verteuerung des Energieverbrauchs sowie Zwangsauflagen zur Steigerung der Energieeffizienz sind überflüssig, da die Stahlindustrie aufgrund ihrer hohen Energiekosten ohnehin den ständigen Anreiz hat, wirtschaftliche Maßnahmen zu ergreifen. Sinnvoll wäre hingegen die Aufhebung jeglicher Belastungen der nachhaltigen Eigenstromerzeugung aus Restgasen und -energien durch die EEGUmlage. Dies sollte auch für neue, heute bereits mit der vollen Umlage belasteten Anlagen gelten; andernfalls bleiben solche sinnvollen Energieeffizienzpotenziale unwirtschaftlich und werden nicht realisiert.


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Umwelt und Nachhaltigkeit Stahlherstellung

Herstellung von Stahlprodukten

Rückführung und Recycling ing

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Rohstoffgewinnung

Gebrauchsphase

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Verluste

Quelle: EUROFER

Für eine nachhaltige Wirtschaft sind industrielle Innovationen und Produkte zwingende Voraussetzung. Die Politik muss notwendige Spielräume schaffen. Es gilt, eine Balance zwischen der Bewahrung von Natur und Umwelt sowie dem Wohlergehen der Menschen und der Sicherung ihrer Arbeitsplätze zu finden. Wichtige Beiträge werden von der Wirtschaft und Industrieunternehmen zum lokalen wie globalen Klima- und Umweltschutz übernommen. Wirt-

schafts-, umweltpolitische und gesellschaftliche Ziele sollten so weit wie möglich im Einklang miteinander stehen und nicht gegeneinander ausgespielt werden. Langfristig bahnbrechende neue Technologien erfordern umfassende Investitionen bei anhaltender Wettbewerbsfähigkeit. Genehmigung und Betrieb von Anlagen müssen rechtssicher und vollzugstauglich gestaltet sein.


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Stahl-Positionen › Anerkennung und ökobilanzielle Berücksichtigung der Recyclingvorteile des Werkstoffs Stahl › Ausrichtung der Umweltpolitik an den Regeln der Nachhaltigkeit › Integrierte Betrachtung aller Umweltmedien als Grundvoraussetzung einer nachhaltigen Umweltpolitik und effizienter Ressourcenschonung › Ausrichtung der Regeln an besten verfügbaren Techniken und am bereits Erreichten (z. B. bei Luftreinhaltung und Umsetzung der EU-Richtlinie über die Reduktion der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe) › Förderung der nachhaltigen Nutzung von Nebenprodukten der Stahlindustrie durch gezielte Weiterentwicklung der Ressourcenpolitik und geeignete Vorgaben in der Ersatzbaustoffverordnung und im Vergaberecht › Einheitliche Rechtssetzung und Rechtsinterpretation in der EU

Alle Themen der Umwelt sollten nachhaltig und mit Augenmaß unter Beteiligung der Industrie vorangetrieben werden (z. B. Gewässer-, Immissions- und Naturschutz sowie der nachhaltige Umgang mit Ressourcen). Erst die Verwendung des Wertstoffs Stahl ermöglicht schließlich Effizienzsteigerungen, Erneuerbare Energien und Umweltschutz in der Praxis.


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Bürokratie und Genehmigungen

Quelle: © rogerphoto/fotolia

Die Politik sollte darauf achten, dass internationale Vorgaben für alle Marktteilnehmer gelten und von allen angewendet werden. Nationale oder gar regionale Alleingänge müssen beendet werden, um faire Chancen im Wettbewerb sicherzustellen. Ein „Draufsatteln“ oder eine Vorreiterrolle von Bund oder Ländern sind „No-Gos“ (bei Erhalt der Wettbewerbssituation der Wirtschaft).

Die Entbürokratisierung erfordert unbedingt die strikte Einhaltung der „one-in, one-out“ Regel, wonach für jede neue Rechtsregelung – welche Kosten für Unternehmer/Bürger verursacht – eine alte Regelung mit mindestens gleichem Kostenaufwand entfällt. Gesetzliche Genehmigungserfordernisse sind auf ein Minimum zu beschränken, wobei ein Anzeigeverfahren dem Genehmigungsverfahren grundsätzlich


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Stahl-Positionen › Schaffung von Planungs- und Rechtssicherheit für Anlagengenehmigung und Anlagenbetrieb › Inhärente Rechtsregelungen: › Klare Abgrenzung der Anwendungsbereiche › Vermeidung doppelter/inkonsistenter Regelungen › Konsequente 1:1-Umsetzung von EU-Vorgaben › Berücksichtigung stahlspezifischer Prozesse in spezifischen Anforderungen › Energetische Nutzung von Kuppelgasen der Stahlindustrie auch unter ambitionierteren Emissionsvorgaben gewährleisten (Kombination mit Umwelt/Energie)

vorzuziehen ist. Ein Antrag muss als genehmigt gelten, wenn eine Behörde innerhalb angemessener Frist keinen ablehnenden Bescheid erteilt. Darüber hinaus ist der Umgebungsschutz von produzierenden Unternehmen sicherzustellen. Konflikte (wie zum Beispiel durch Störfallschutz oder die Verknüpfung von Klimaschutz und Raumplanung) sind durch eine vorausschauende ganzheitliche Planung von vornherein zu vermeiden.


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Arbeitssicherheit und Chemikalien Ausbildung/Schulung und Unterweisung

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Zuständigkeiten und verantwortliches Handeln

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Sicherer Zugang/ Erfüllung rechtlicher Anforderungen

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Leitsysteme/Risikominimierung

Außerbetriebnahme

Quelle: WV Stahl/World Steel

Die REACH-Verordnung ist von großer Bedeutung für den Schutz vor gefährlichen Stoffen in der Arbeitswelt und im Privatleben. Die Nutzung gefährlicher Stoffe wird zunehmend reglementiert, um Arbeitnehmer, Verbraucher und Umwelt zu schützen. Seit ihrem Inkrafttreten vor 10 Jahren wurden alle Stoffe mit Herstellungs- bzw. Importmengen über 100 Tonnen pro Unternehmen und Jahr registriert, auch seitens der Stahlindustrie.

REACH darf allerdings nicht dazu führen, dass Stoffe, die sicher gehandhabt werden, vom europäischen Markt verschwinden. Dies hätte gegebenenfalls nur die Produktionsverlagerung und Herstellung von Produkten unter schlechteren Umwelt- und Produktionsbedingungen im nichteuropäischen Ausland und den nachfolgenden Import in die EU zur Folge. Die Umsetzung in den EU-Mitgliedsstaaten müssen einheitlich erfolgen, auch beim Arbeitsschutz. Bei der Festlegung von Grenzwerten für gefährliche Arbeitsstoffe, sollte die dafür zuständige MAK-Kommission (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) entsprechend praktikabel und zweckmäßig vorgehen.


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Stahl-Positionen › Chemikalienpolitik mit Augenmaß – Ausschluss nur bei tatsächlichen Gefährdungen › EU-einheitliche Limits für alle Wirtschaftsbereiche inklusive Handwerk und Handel › Globale Gleichbehandlung mit Mitbewerbern und international einheitliche Regelungen

Grenzwerte, die sich im Rahmen der natürlichen Hintergrundbelastung bewegen, sind weder sinnvoll noch bieten sie eine höhere Sicherheit für Arbeitnehmer. Dabei sollte auch beachtet werden, dass neben der Industrie konsequenter Weise auch alle anderen Bereiche inklusive Handwerk und Dienstleister sowie Bildung und Lehre in gleicher Weise betroffen sind.


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Verkehr und Verkehrsinfrastrukturen 60

| in % Bahn: 50 %

50

40

30

Binnenschiff: 30 %

20

LKW: 20 %

10

20 15

20 13

20 11

20 09

20 07

20 05

20 03

20 01

19 99

19 97

19 95

0

Logistik: Anteil der Verkehrsträger am Transportaufkommen Quelle: WV Stahl

Die Stahlindustrie setzt auf alle Verkehrsträger, besonders aber auf den nachhaltigen Transport mit Bahn und Binnenschiff. Für Wirtschaft und Gesellschaft ist eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur gleichermaßen unverzichtbar. Der massive Investitionsstau der vergangenen Jahrzehnte muss daher schnellstmöglich aufgehoben werden. Straßen, Schienen- und Wasserwege sind umgehend an die künftigen Anforderungen des Güter- und Personenverkehrs anzupassen.

Der neue Bundesverkehrswegeplan sollte daher entschlossen umgesetzt werden. Hierfür ist es auch erforderlich, bestehende Verfahren und Verwaltungsstrukturen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Dafür sollten das Planungsrecht vereinfacht und beschleunigt, Planungskapazitäten massiv ausgebaut und Ausschreibungen sowie öffentliche Beschaffung nicht ideologisch, sondern zielgerichtet gestaltet werden (z. B. ressourcenschonende Verwendung von


Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

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Stahl-Positionen › Bedarfsgerechte Investitionen in Verkehrsinfrastruktur auf Bundes-, Landesund Kommunalebene › Schaffung ausreichender Planungskapazitäten › Vereinfachung des Planungsrechts › Stärkung klimafreundlicher Verkehrsträger durch Reduzierung energiepolitischer Belastungen bzw. Absenkung der Trassenpreise auf der Schiene und Abschaffung von Schifffahrtsabgaben auf Flüssen und Kanälen › Erhalt und Stärkung des Einzelwagenverkehrs (Schiene) › Schaffung effizienter Hinterlandanbindungen an die Seehäfen auf der Schiene (z. B. Betuweroute, „Eiserner Rhein“)

Ersatzbaustoffen). Mit Blick auf die Klimaschutz- und Effizienzanstrengungen des Bundes, sollten die Potenziale von Schienen und Wasserstraßen zu dem stärker genutzt und nicht durch zusätzliche Belastungen konterkariert werden.


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Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

Innovation und Forschung

Rostock

FhI FhI

38 Institute an Universitäten

HI

Hamburg

Stahlforschung, Stahlverarbeitung und Stahlanwendung

HI

Bremen

FhI

Forschung im Bereich Stahlverarbeitung und Stahlanwendung HI

Braunschweig FhI

Münster

Düsseldorf HI FhI FhI

Dortmund

Weimar

Kassel

Köln

Chemnitz

Siegen

FhI

Stahlbezogene Forschung FhI

Dresden FhI MPI FhI

FhI Fraunhofer-Institute

Ilmenau

Saarbrücken FhI

HI

Bayreuth

HI

Erlangen

MPI Max-Planck-Institute

Helmholtz-Institut

Darmstadt

Kaiserslautern HI

28 Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Freiberg

Jena

FhI

Forschung im Bereich Stahlanwendung

Cottbus Halle-Wittenberg

FhI

Göttingen

MPI HI

MPI

Berlin

Magdeburg Clausthal-Zellerfeld

Bochum

Jülich Aachen

Potsdam

Hannover Paderborn

Duisburg-Essen

HI

Karlsruhe MPI Stuttgart Augsburg Ulm

FhI

Freiburg

HI MPI

München

Das Forschungsnetzwerk „Stahl“ in Deutschland Quelle: strategy&

Forschung und Wissenstransfer spielen für die Stahlerzeugung und ihre Wertschöpfungsketten eine wesentliche Rolle bei der Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und gesellschaftlichem Fortschritt. Die Forschungspolitik muss daher wertschöpfungs- und marktorientiert ausgerichtet werden. Bei der Vorbereitung der nächsten europäischen Fördermittelperiode (FP9), die 2021 beginnt, sind diese Ziele mit höchster Priorität zu berücksichtigen.

Forschungsförderung und -politik müssen technologieoffen gestaltet sein und dürfen Entwicklungen nicht hemmen. Die Förderungsanbieter sollten ihre Programme und Instrumente besser abstimmen, systematisch miteinander verzahnen und bedarfsgerecht ausrichten. Transparenz sowie klare, unbürokratische und einfache Strukturen sind notwendig. Branchenübergreifende Netzwerke und Kooperationen müssen gefördert werden, auch über kleine Unternehmen und Mittelstand hinaus.


Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

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Stahl-Positionen › Einführung einer steuerlichen FuE-Förderung für alle Unternehmensgrößen und -formen › Weitere Reduzierung bürokratischer Hürden bei der Mittelbeantragung und bei der Abwicklung von FuE-Projekten, besonders auf EU-Ebene › Weiterführung bzw. Ausbau der Fördermittel für themen- und technologieoffene Ausschreibungen zur Stärkung der Stahlforschung › Stärkung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) durch weitere Erhöhung der Fördermittel

Hier bietet eine steuerliche FuE-Förderung für alle Unternehmen erhebliche Potentiale, um Anreize für unternehmerisches Engagement zu schaffen. Die industrielle Gemeinschaftsforschung trägt maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei und sie sollte für die Stahlindustrie weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Forschungspolitik bleiben. Die jüngst beschlossene Etaterhöhung um jährlich 30 Millionen Euro hinaus muss weiter ausgebaut werden.


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Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

Bildung und Personal Hauptschulabschluss 5,4 % Hochschulreife 23,7 %

Mittlerer Bildungsabschluss 33,8 % Fachhochschulreife 19,9 %

Fachoberschulreife (FOS) 17,3 %

Vielfältigkeit der Auszubildenden in der Stahlindustrie Quelle: WV Stahl 2015

Qualifikation und Weiterbildung spielen für die Stahlindustrie in Deutschland seit jeher eine große Rolle. Die Anforderungen an die eigenen Mitarbeiter sind hoch. In Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 heißt es, die rund 86.000 Beschäftigten „fit für die Zukunft“ zu machen. Angesichts des demografischen Wandels und des wachsenden Fachkräftebedarfs kommt der Bildungspolitik eine zentrale Rolle zu. Nur mit einer Verbesserung der Bildungsqualität in allen Altersgruppen, von frühkindlicher Förderung über Schulbildung

und berufliche Ausbildung bis hin zu berufsbegleitender Weiterbildung, lässt sich die Vielfalt der Potenziale und Talente aller Menschen bestmöglich fördern und entfalten. Duale Ausbildungen und duale Studiengänge sind auch in der Stahlindustrie etabliert und zeigen große Erfolge. Dies gilt es kontinuierlich weiterzuentwickeln und hierbei eine Balance der Interessen von Lehre, Wissenschaft und Wirtschaft herzustellen.


Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

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Stahl-Positionen › Abbau bürokratischer Hürden bei der beruflichen Integration von Menschen anderer Kulturkreise › Weiterentwicklung von Dualen Ausbildungen und Dualen Studiengängen mit dem Ziel einer Balance der Interessen von Lehre, Wissenschaft und Wirtschaft › Anpassung der Lehrinhalte (Studium, Ausbildung) an technologische Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und Additive Fertigung › Intensiver und kontinuierlicher Austausch der Beteiligten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft unter der Berücksichtigung der sich ändernden Anforderungen

Auszubildende werden zielgerichtet auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und gleichzeitig aktuelle Entwicklungen aus Forschung und Lehre in die Betriebe getragen. Gleichermaßen ist die dynamische Anpassung an die Anforderungen der Betriebe und deren Mitarbeiter auch für die berufsbegleitende Weiterbildung unerlässlich und bedarf einer pluralen, differenzierten und marktorientierten Weiterbildungslandschaft.


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Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

Digitalisierung

Bild fehlt noch

Quelle: © Mimi Potter/fotolia

Für die Stahlbranche sind ein industriefähiger Breitbandausbau und die Etablierung industriefähiger konvergenter Netze eine zentrale Forderung.

Normung und Standardisierung sollten der Selbstverwaltung der Wirtschaft überlassen bleiben, jedoch seitens der Politik flankierend gestützt werden.

Darüber hinaus müssen garantierte industrietaugliche Leitungsqualitäten durch geeignete Infrastrukturen sichergestellt werden.

Die Weiterentwicklung und Etablierung einer einheitlichen Referenzarchitektur (RAMI 4.0) ist erforderlich.

Zunehmend wichtig werden auch die Gewährleistung von Netzneutralität und Spezialdiensten.

Das Sicherheitsniveau muss weiter ausgebaut werden. Die Politik muss diesen Prozess begleiten, zum Beispiel indem sie die Öffentlichkeit über die Gefahren von Cybercrime aufklärt. Förderprogramme zur Entwicklung und flächendeckenden Bereitstellung von Sicherheitstechnologien sind ein weiterer Hebel, um die digitale Souveränität von Unternehmen und Bürgern zu fördern.


Stahl · Positionen im Wahljahr 2017

Stahl-Positionen › Gewährleistung Flächendeckender Gigabit-Versorgung bis 2025 (industriefähiger Mobilfunkstandard 5G) › Förderung von Sicherheitstechnologien › Schaffung von fairen Rahmenbedingungen zwischen Realwirtschaft und Plattformökonomie › Variable FuE-Förderung › Behutsame Anpassung des Rechtsrahmens zur Digitalisierung, z. B. bei Datenschutz und Haftung

Zusammen mit der Politik muss Akzeptanz für Industrie 4.0 und Digitalisierung geschaffen werden. Auch müssen faire Rahmenbedingungen zwischen Realwirtschaft und der zunehmend wachsenden Plattformökonomie geschaffen werden. Ein fairer Wettbewerb zwischen den beiden Wirtschaftsformen – etwa durch Anpassung der Regulierung und Rechtsprechung – ist notwendig, genauso wie eine einfache und verlässliche FuE-Förderung, am besten durch die Kombination themenunabhängiger Förderung im Steuersystem und themenspezifischer Projektförderung.

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Wirtschaftsvereinigung Stahl Postfach 105464 40045 Düsseldorf Sohnstraße 65 40237 Düsseldorf Fon Fax

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Stand: März 2017 Titelbild: © istock.com/stedenmi

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