THEATER ZEITUNG APRIL 2025
DES OLDENBURGISCHEN STAATSTHEATERS
WER WIRD DIE PIRATENREPUBLIK
IN DIESER AUSGABE OLDENBURG REGIEREN?
Schauspiel
Seite 3
FÜR OLDENBURG UND UMZU IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER NWZ
DEUTSCH FRANZÖSISCHE GEMENGELAGE – HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN Musiktheater
KONZERTE IM APRIL
Seite 5
Seite 7
DIE KUNST DER KOMÖDIE Komödie von Eduardo De Filippo Deutsch von Peter Hailer Zu sehen am: 8.4., 12.4., 27.4. und 2.5. (und weitere Termine) im Kleinen Haus
DIE
DER
KUNST
KOMODIE
Hagen Bähr, Franziska Werner und Anna Seeberger
EPISODE 3
WER’S GLAUBT …
E
PROBEN(UN)GLÜCK
ine Theateraufführung ist in den Augen vieler dann gelungen, wenn eine Darstellung glaubwürdig und innerhalb des Gesamtkonzepts stimmig ist. Und weil bei jeder Vorstellung die Gunst des Publikums aufs Neue auf dem Spiel steht, will diese Glaubwürdigkeit gut geprobt sein, damit sie immer wieder herstellbar ist. Paradoxerweise bedeutet das in manchen Bereichen aber sogar, die Grenzen zwischen Realität und Spiel bis zur Premiere bewusst nicht ganz aufzulösen. So gibt es im Probenprozess manche einzuhaltende Rituale oder unglückbringenden Aberglauben. Schnell mal in privaten Outdoor-Klamotten über die Bühne laufen, weil der Weg zur Garderobe kürzer ist? Wehe! Die Theaterbühne ist
für viele eine Art heiliger Ort, an dem man sich nicht allzu heimisch oder sicher fühlen sollte – denn sonst könnte ja der Respekt vor der Bühne schwinden und die dadurch eingebüßte Konzentration Fehler während einer Vorstellung verursachen. Mantel oder Hut sind daher ausschließlich als Kostümteile erlaubt. Ähnlich verpönt ist es, essbare Requisiten aus Lust oder Hunger zu verspeisen. Auch das ist für viele eine Frage des Respekts und könnte Unglück für die gesamte Produktion heraufbeschwören. Einer der bekanntesten Theateraberglauben überhaupt ist der Mythos um die vermasselte Generalprobe: Nur wenn diese schiefläuft, hat die Premiere eine Chance auf großen Erfolg – absichtliche Manipulation zählt selbstver-
ständlich nicht, sondern soll der Premiere nur noch mehr Unglück bringen. Zwar ranken sich um diesen Glauben keine Geschichten von Geistern, dafür ist er wahrscheinlich einer der bis heute beständigsten Aberglauben. Mystisch wird es wieder, wenn es um den Applaus geht. Sowohl bei der Generalprobe als auch bei allen Proben zuvor herrscht höchstes Applausverbot! Der Lärm würde neidische Geister im Jenseits auf die Aufführung aufmerksam machen, die alles dafür tun würden, die Premiere misslingen zu lassen. Damit hängt auch die sogenannte »Applausordnung« zusammen: Es ist üblich, dass nach der Generalprobe noch etwas Zeit darauf verwendet wird, die Verbeugungs-Abfolge festzulegen und diese einzuüben. Dafür darf niemand
Hausfremdes im Saal sein – denn das Sehen der Applausaufstellung vor der Premiere bringt schreckliches Unglück. Ein kleines, aber so gut wie vergessenes Ritual ist die Übergabe des »Regiegroschens« nach Ende der Generalprobe – also zu dem Zeitpunkt, wenn die Regie ihre Arbeit abgeschlossen und die Produktion ganz in die Hände des Theaterbetriebs gelegt hat. Der:Die Regisseur:in überreicht einer Person, die entweder besonders an eine Idee geglaubt oder die Regie in anderer Weise besonders unterstützt hat, eine Geldmünze, die dieser Person für ihren weiteren künstlerischen Weg Glück bringen soll. Bei so viel drohendem Unglück im Probenprozess ist das ja durchaus ein kleiner Lichtblick. Elisabeth Kerschbaumer
Zwei, die es so nur bei evers gibt. Alexanderstraße 53 26121 Oldenburg Telefon: 0441 / 8 72 51 Mo.-Fr.: 08:00 - 18:00 Uhr Parkplätze im Hof! www.gesunde-schuhe.org