2019
IMPRESSUM
INHALT
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13 EDITORIAL Thomas Schneider und Olga Manfredi, Vize-Präsidien Herausgeberin Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil Telefon 041 939 54 00 E-Mail spv@spv.ch www.spv.ch Koordination und Grafik Andrea Di Bilio-Waldispühl Fotos SPV, Tobias Lackner, Sigg Fotografie, Swiss Paralympic/Daniel Streit, Virgin Money, WCF/Richard Gray, Daniela Marzari, Peter Hofstetter, Adobe Stock, SPS Bild Titelseite aussen Sport und Spass für Jung und Alt in unseren Sportcamps.
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VERBAND HIGHLIGHT DES JAHRES Vertrag unterzeichnet 7 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Für Sie da 8 IN KÜRZE 10 KULTUR UND FREIZEIT HIGHLIGHT DES JAHRES Warmer Empfang im Eisland 13 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Bestätigte Zufriedenheit 14 IN KÜRZE 16 HINDERNISFREIES BAUEN HIGHLIGHT DES JAHRES Glücklich wieder zu Hause 19 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Mehr Digitalisierung im Baubereich 20 IN KÜRZE 22
In dieser Publikation wird zur Ver einfachung die männliche Form stellvertretend für die weibliche und männliche Formulierung verwendet.
ROLLSTUHLSPORT HIGHLIGHT DES JAHRES Nottwiler Pioniergeist 25 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Jubel an Heim-WM und Tokio im Visier 26 Rollstuhlsport – ein Lebensgefühl 30 IN KÜRZE 32
LEBENSBERATUNG HIGHLIGHT DES JAHRES Ein Weg zu mehr Selbständigkeit 35 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Beratung für alle Altersgruppen 36 37 IN KÜRZE RECHTSBERATUNG HIGHLIGHT DES JAHRES Gut Ding will Weile haben 39 DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE Das Jahr der Veränderungen 40 IN KÜRZE 41 FINANZEN FINANZIELLE SICHT Geplanter Aufwandüberschuss 43 Bilanz 44 Betriebsrechnung 45 Geldflussrechnung 46 Rechnung über die Veränderung des Kapitals 47 ORGANE Zentralvorstand 48 Geschäftsleitung 49 Weitere Informationen 50
Die in der Zeitschrift veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion.
SPV I Jahresbericht 2019
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EDITORIAL
Stabilität und Kontinuität in Zeiten des Wandels Das Jahr 2019 stand für die SPV im Zeichen der Veränderung. Stabilität und Kontinuität in Zeiten des Wandels sind für uns wichtige Erfolgsfaktoren, um unsere Leistungen für die Mitglieder stabil und in kontinuierlich hoher Qualität zu erbringen. Im Zentralvorstand stand 2019 ein grosser Wechsel an. Fünf Mitglieder mussten ersetzt werden, darunter das Präsidium. Charly Freitag übernahm ab Mai die vielfältigen Aufgaben des Direktors. Für Michael Weissberg als Bereichsleiter des Instituts für Rechtsberatung, für Urs Styger als Bereichsleiter Kultur und Freizeit als auch für Erwin Zemp als Bereichsleiter Lebensberatung benötigten wir eine Nachfolgeregelung.
«Spagat zwischen Alltagsbewältigung und Kulturwandel» An der Delegiertenversammlung vom 27. April 2019 wurden Philippe Moerch als Präsident, Olga Manfredi, Claudia Hüttenmoser, Annick Meystre und Walter Lisetto als neue Mitglieder in den Zentralvorstandes gewählt. Leider konnte Philippe Moerch krankheitsbedingt sein Amt nicht antreten. An der konstituierenden Sitzung wurden Thomas Schneider und Olga Manfredi als Vize-Präsidium bestimmt, welches bis zur DV 2020 für die präsidialen Aufgaben verantwortlich ist. 4
Bedanken möchten wir uns herzlich bei Christian Betl. Seit 2010 stand er der SPV als Präsident vor und hat sich mit viel Engagement und Herzblut für unsere Anliegen eingesetzt. Die offenen Stellen in der Geschäftsleitung wurden im Laufe des Jahres besetzt. Seit Oktober werden das Institut für Rechts beratung von Michael Bütikofer und der Bereich Kultur und Freizeit von Tanja Müller geführt. Mit grossem Bedauern mussten wir uns im Mai von unserem Bereichsleiter Lebens beratung, lieben Kollegen und Freund Erwin Zemp durch seinen unerwarteten Tod verabschieden. Er wird für uns unvergesslich bleiben. Dem Bereich Lebensberatung wird ab dem 1. April 2020 Daniela Vozza vorstehen. Auf operativer Ebene standen die Verhandlungen mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) für die nächste Vertragsperiode 2020–2023 an, die erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Auch der Relaunch der Mitgliederverwaltung wurde in Angriff genommen. Auf strategischer Ebene forderte uns der Strategieprozess der Schweizer ParaplegikerGruppe (SPG), bei dem wir die Interessen unserer Mitglieder optimal einbringen wollten. Unter Einbezug des Zentralvorstandes SPV I Jahresbericht 2019
und der Geschäftsleitung wurden die wichtigsten Pfeiler unserer strategischen Ausrichtung in die Strategie der SPG integriert.
entwicklung. Wir bedauern dies ausserordentlich, wenngleich wir uns bewusst sind, dass solche Situationen vorkommen können.
Diese Veränderungen erfolgreich zu bewältigen, führte zu einer Mehrbelastung für das Team der Geschäftsstelle als auch für den Zentralvorstand. Es galt, den Spagat zwischen der Bewältigung der Alltagsgeschäfte und des angegangenen Kulturwandels innerhalb der SPV zu wagen und erfolgreich zu meistern.
Um der SPV eine stabile Weiterführung zu ermöglichen, übernimmt Urs Styger ab Anfang Februar 2020 die Funktion des Direktors ad interim bis zur Anstellung einer Nachfolge. Im Oktober hatte er die Bereichsleitung abgegeben und unterstützte Charly Freitag als stellvertretender Direktor.
Charly Freitag festigte die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) und deren Tochtergesellschaften. Leider hat sich Charly Freitag im Januar 2020 entschieden, die SPV zu verlassen. Es ist ihm in einer bewegten Zeit gelungen, die SPV operativ erfolgreich weiterzuführen, und er hat die strategischen Zielsetzungen des Zentralvorstands bestens erfüllt. Es gilt aber festzuhalten, dass zwischen ihm einerseits und den Mitgliedern der Geschäftsleitung als auch dem Direktionsstab andererseits, unterschiedliche Führungsauffassungen bestanden, welche die Zusammenarbeit erschwerten. Aufgrund dieser Ausgangslage hat sich Charly Freitag entschieden, seine Anstellung zu kündigen. Er ermöglicht der SPV damit eine zeitnahe und lösungsorientierte WeiterSPV I Jahresbericht 2019
Trotz des stürmischen Wandels konnten die Leistungen im Dienste der Mitglieder auch 2019 stabil und kontinuierlich erbracht werden. Dazu hat das Team der SPV Grossartiges beigetragen. Dies wäre nicht möglich gewesen, wären nicht auch in allen Sektionen viele unermüdliche Mitglieder bereit gewesen, freiwillig wertvolle Arbeit zu leisten. Dafür möchten wir allen ein riesengrosses Dankeschön aussprechen. Wir freuen uns, in ein hoffentlich weniger stürmisches 2020 zu blicken und den eingeläuteten Wandel stabil und kontinuierlich voranzubringen. Herzlichst
Thomas Schneider Vize-Präsident
Olga Mandfredi Vize-Präsidentin 5
VERBAND
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SPV I Jahresbericht 2019
VERBAND
HIGHLIGHT DES JAHRES
Vertrag unterzeichnet Das Bundesamt für Sozialversicherungen ist ein wichtiger Geldgeber für die SPV. Für die Jahre 2020 bis 2023 konnte ein neuer umfassender Vertrag abgeschlossen werden. Von Evelyn Schmid, Leiterin Marketing und Kommunikation
Seit jeher bietet die SPV den Querschnittgelähmten in der Schweiz kostenlose Beratungen und vergünstigte Dienstleistungen, Reisen und Kurse an. Dazu ist sie auf Geldgeber angewiesen. Neben der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) ist das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) der wichtigste Partner, denn allein mit den Beiträgen der Betroffenen können unsere Dienstleistungen nicht finanziert werden. Aber nicht nur die SPV, sondern auch die Rollstuhlclubs, die entsprechende Leistungen zugunsten der Eingliederung von Menschen mit Behinderung anbieten, können diese gemäss dem Vertrag mit dem BSV abrechnen. Sie selbst sind mit Unterleistungsverträgen eingebunden. Vor rund zweieinhalb Jahren machte sich das BSV daran, die «Verträge zur Ausrichtung von Finanzhilfen (VAF)», die sie mit vielen Behindertenorganisationen verbindet, zu überarbeiten, um ihre Gelder möglichst effizient und wirkungsvoll einzusetzen. Es ging insbesondere darum, die inhaltliche Steuerung auszubauen, die Weiterentwicklung der IV zu berücksichtigen und entsprechende Prozesse und Instrumente zu etablieren. Diverse Arbeitsgruppen begannen 2017, die Grundlagen zu präzisieren. Das BSV arbeitete dabei mit verschiedenen Behindertenorganisationen zusammen. Darunter auch die SPV. Mitreden bringt Verständnis Gleich in zwei Arbeitsgruppen konnte sich die SPV einbringen. Fatis Cantürk, unsere Leiterin Verbandsdienstleistungen, übernahm die Co-Leitung der Arbeitsgruppe «Definition von Leistungen/Fachkonzepte» und Natalie Nyffeler, Finanzen und Controlling, arbeitete in der Arbeitsgruppe «Finanzen und Reporting» mit. Diese Mitarbeit war wichtig und förderte das gegenseitige Verständnis aller Beteiligten. Das BSV bekam durch den engen Austausch einen vertieften Einblick in die Arbeit der Behindertenorganisationen und die SPV konnte im Gegenzug detailliert erklären, welche SPV I Jahresbericht 2019
Leistungen wie und wie stark zur Verbesserung der Lebenssituation und -qualität von Menschen mit einer Behinderung beitragen. 2019 mussten alle gesuchstellenden Organisationen neue Fachkonzepte einreichen, welche die angebotenen Leistungen und deren Wirkung beschrieben. Mittlerweilen hatte sich Fatis Cantürk hierbei als Expertin etabliert und wurde vom BSV angefragt als Referentin bei der Schulung der anderen Behindertenorganisationen mitzuwirken. Diese Aufgabe hat sie gerne übernommen. Verhandlungen Im April 2019 reichte die SPV dann alle relevanten Unterlagen für das Gesuch ein. Von Sommer bis Herbst fanden die Vertragsverhandlungen statt, bei denen die Details für die SPV definiert wurden. Diskutiert wurden insbesondere die Fachkonzepte und die Sollvorgaben für die Stunden pro definierter Leistung, z.B. für Bau- oder Rechtsberatung. Auch Breitensport-Angebote werden vom BSV unterstützt (Bild).
Im November erhielten wir dann die gute Nachricht: Der definitive «Vertrag zur Ausrichtung von Finanzhilfen» konnte unterschrieben werden. Freude bei der SPV und auch bei den Rollstuhlclubs. Die SPV passte bis Ende Jahr ihre Stundenerfassung an, sodass ab 1.1.2020 alle Mitarbeitenden die geleistete Arbeit den entsprechenden Fachkonzepten zuweisen können. Auch die Rollstuhlclubs wurden mit neuen Unterleistungsverträgen ausgestattet und über Veränderungen in der neuen Vertragsperiode informiert. Die SPV wird weiterhin als Dienstleistung für alle Clubs die Leistungsabrechnung konsolidieren. Die Sektionen sollen wie immer bei administrativen Fragen möglichst stark entlastet werden.
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VERBAND
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Für Sie da Die Mitarbeitenden der Zentralen Dienste (ZD) sind Drehscheibe für die verschiedensten Anliegen und Zielgruppen. Sie geben den Mitgliedern telefonische Auskünfte, bereiten Informationen auf und unterstützen die Bereiche sowie die Rollstuhlclubs. Von Evelyn Schmid
Professionalität, Freundlichkeit und das nötige Fingerspitzengefühl für alle unsere Kunden, das sind die Ansprüche, die die Mitarbeitenden der ZD an sich selber stellen. So wurden interne und externe Kunden beraten, Informationen aufbereitet, Versände erledigt, Adressen gepflegt und vieles mehr. Zudem werden die 27 Rollstuhlclubs so gut wie möglich bei administrativen Aufgaben entlastet. Neue Führung Am 1. Mai 2019 trat Charly Freitag sein Amt als Direktor bei der SPV als Nachfolger von Dr. Thomas Troger an. Charly Freitag erwartete eine herausfordernde Aufgabe. Die Umstände seines Arbeitsantrittes waren überschattet vom tragischen Tod von Erwin Zemp, Bereichsleiter Lebensberatung. Auch der krankheitsbedingte Ausfall des im April 2019 neu gewählten SPV-Präsidenten Philippe Moerch forderten ihn bereits in den ersten Monaten. Glücklicherweise konnten mit Thomas Schneider und Olga Manfredi zwei engagierte Vize-Präsidien bestimmt werden, welche die Geschicke der SPV gemeinsam mit dem im April neu gewählten Zentralvorstand in strategischer Hinsicht prägten.
Verbandsdienstleistungen Die Unterstützung der 27 Rollstuhlclubs und deren Mitglieder ist äusserst wichtig. Die SPV bietet eine breite Palette von Angeboten für jede Altersgruppe und jede Lebenslage. Gratisangebote, Kurzberatungen, Vergünstigungen oder der Verkauf von Eurokeys zur Benutzung von öffentlichen Behindertenanlagen gehören zu den Dienstleistungen des Verbandssekretariats. Das Team hat im vergangenen Jahr 47 Flottenrabatte (Vorjahr 55) geprüft und abgewickelt sowie 115 Eurokeys (Vorjahr 132) registriert. Diese Arbeit wird zu einem grossen Teil vom lernenden Kaufmann Elia 8
Böbner ausgeführt, der im 2. Ausbildungsjahr ist. Im vergangenen Jahr hat Jill Hofstetter ihre Ausbildung zur Kauffrau abgeschlossen und konnte in der Abteilung weiterbeschäftigt werden. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) war wie erwähnt hervorragend. Die Geschäftsstelle konsolidierte die Leistungsabrechnungen für die SPV und für diejenigen Clubs, die Unterleistungsverträge mit der SPV haben. Am 26. Januar 2019 fand eine Präsidentensitzung in Egerkingen statt, bei der es um die Vorbereitung der Delegiertenversammlung und die Wahlen für den Zentralvorstand ging.
Sponsoring Neben der Beziehung mit der Schweizer ParaplegikerStiftung (SPS) im Sinne einer Leistungsvereinbarung pflegt die SPV verschiedene langfristige Verbands kooperationen. Die Partnerschaften mit der Suva sowie Hollister konnten um eine weitere Vertragsperiode verlängert werden. Die Valiant Bank bleibt ebenfalls weiter unterstützender Partner hinsichtlich der Finanz anlage. Referate, Führungen und Sensibilisierungen rund um das Thema Querschnittlähmung und Rollstuhlsport waren auch 2019 beliebt. Es wurden rund 50 Events mit Schulen, Firmen oder an Tagungen durchgeführt.
Marketing und Kommunikation Die Information unserer Mitglieder, die Wissensvermittlung und Anleitung zur Selbsthilfe sind zentrale Anliegen der SPV. Die Zeitschrift Paracontact berichtet vierteljährlich spannend und gut recherchiert über möglichst viele relevante Themen. 2018 haben wir die SPV I Jahresbericht 2019
VERBAND
Zeitschrift einem Re-Design unterzogen. Die inhaltlichen und optischen Veränderungen kommen gut an, wie die 2019 durchgeführte Umfrage zeigt. Der elektronische Newsletter GoAhead informiert monatlich zu Sportthemen. Aktuelle Informationen werden auf unseren Webseiten und den Social-MediaKanälen publiziert. Daneben wird Wert auf eine offene und aktive Öffentlichkeits- und Medienarbeit gelegt. Die zahlreichen Marketingmassnahmen werden, wenn möglich, kostengünstig hausintern produziert. Webseiten Die Webseite spv.ch ist das Kernstück unserer Webstrategie. Sie wird ergänzt durch themenspezifische Webseiten wie rollstuhlsportevents.ch, paramama.ch, nottwil2019.ch und rolliwelt.ch. 2019 zählten wir auf unseren Webseiten insgesamt 143 336 Besucher, im Vorjahr waren es 124 357. Es handelt sich dabei vor allem um «wiederkehrende» Besucher, die unsere aktuellen News lesen.
2019 wurden mehrere Webseiten der Technischen Kommissionen (TK) überarbeitet und neu gestaltet oder für die Bewerbung von Grossanlässen angepasst (z.B. www.girosuisse.ch oder www.wwhcc2020.ch). Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Die SPV pflegt einen offenen und ehrlichen Austausch mit Medienschaffenden und stellt eine Fülle an Informationen zur Verfügung. Aktive Medienarbeit wurde vor allem zu grossen Sportevents wie dem ParAthletics IPC Grand Prix oder der Junioren-WM gemacht. Social Media Ende 2018 haben wir entschieden, mehr in den Bereich Social Media zu investieren. Bestand in den Vorjahren nur eine Facebookseite für Rollstuhlsport und ein selten genutzter Youtube-Kanal, so haben wir das 2019 mit einer Facebookseite für die SPV sowie mit Instagram und Twitter ergänzt. Und das mit Erfolg. Beliebt sind vor allem unsere kurzen Filme zu Events und die animierten Erklärvideos. So zum Beispiel die Rückschau zum Kids Camp, die Highlight-Clips zur Junioren-WM, aber auch die Erklärvideos zu unseren Reisen, einem Umbauprojekt oder den Angeboten der Lebensberatung. Auf Facebook haben wir während der Junioren-WM mehr als eine Million Views gehabt und konnten hunderte neuer Follower gewinnen. Kundenumfrage Wie alle vier Jahre, führte die SPV 2019 eine umfassende Befragung aller Mitglieder durch. Es zeigte sich dabei, dass die allgemeine Zufriedenheit mit der SPV ausserordentlich hoch ist. Der Durchschnitt liegt bei SPV I Jahresbericht 2019
87%, 2015 waren es 88%. Niemand gab bei dieser Umfrage an, dass er oder sie mit der SPV unzufrieden ist und nur 1.8% der Befragten waren mässig zufrieden. Des Weiteren beurteilten 92% (2015: 93%) die Freundlichkeit der SPV-Mitarbeiter am Telefon als sehr gross oder gross. Die Resultate werden auch dazu genutzt, unsere Dienstleistungen weiter zu optimieren.
Politische Interessenvertretung Die SPV ist Mitglied von Inclusion Handicap und durch Urs Styger im Vorstand und in der Arbeitsgruppe Sozialversicherungen vertreten. Viele Schweizer Be hindertenorganisationen setzen sich gemeinsam für die Interessen von Menschen mit einer Behinderung ein. Die Themen waren erneut vielfältig. Die Revisionen für die Invalidenversicherung und die Ergänzungsleistungen (EL) verlangten bei National- und Ständerat ein intensives Lobbyieren. Betreffend Gleichstellung war die Weiterleitung der DOSTO-Klage gegen die SBB an das Bundesgericht ein wichtiges Thema. Diese Arbeiten zeigen, dass ein politisches Interviews für Facebook koordiniertes Zusammenwirken unter den Behindertenorganisationen absolut unabdingbar ist. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.inclusion-handicap.ch. ESCIF (European Spinal Cord Injury Federation) ESCIF hatte aufgrund zweier Todesfälle und einem Rücktritt im Vorstand eine schwierige Zeit. Anlässlich der Jahresversammlung wurden drei neue Kräfte und ein neuer Präsident gewählt. Der «neue» Vorstand unter Präsident Stefan O. Jorlev hat seine Arbeit aufgenommen.
Der bisherige Sekretär Urs Styger wird im 2020 in Pension gehen. Mit Albert Marti wurde ein sehr kompetenter Ersatz gefunden, der als ehemaliger Mitarbeiter der SPV und als Querschnittgelähmter die Anliegen der Europäischen Paraplegiker-Vereinigung bestens kennt. Er hat diese Tätigkeit im Juli 2019 übernommen.
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VERBAND
ROLLSTUHLCLUBS
DYNAMISCH
Wir drucken und versenden Der Fachbereich Verbandsdienstleistungen entlastet die Rollstuhlclubs, indem er ihnen die Möglichkeit bietet, Fakturierungen direkt im RIA-Portal (Mitgliederverwaltungssystem) zu integrieren. Das wurde 2019 stark genutzt. Das RIA-Portal erleichtert den Clubs und uns aber auch die Verwaltung der gemeinsamen Adressdaten. Von guten Daten profitierte insbesondere das Versandwesen. Im Jahr 2019 erledigten wir 67 Versände an 17 566 Versände nach Sprachregion Französische Schweiz 17
Mitglieder. Im Vorjahr waren es 68 Versände an 20 252 Mitglieder gewesen. Die SPV verfügt über einen einfachen aber zweckmässigen Lettershop, der von den Lernenden betrieben wird. Viele Rollstuhlclubs sparen Kosten und tun etwas für den Umweltschutz, indem sie die Möglichkeit des RIA-Portals nutzen, um ihre Informationen selbständig per E-Mail an die Mitglieder zu senden. Aus diesem Grund freuen wir uns, wenn alle Mitglieder uns stets ihre aktuelle E-Mail-Adresse mitteilen. Versände nach Medium
Italienische Schweiz 1
E-Mail 10
Rollstuhl-Aufkleber Über unsere Webseite www.rolliwelt.ch verkaufen wir Aufkleber mit dem dynamischen Rollstuhllogo von Rolland Bregy. Viele Kunden setzen den Aufkleber dazu ein, Aussenstehenden zu signalisieren, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sind. Sie bringen ihn daher oft auf dem Heck ihres Autos oder Fahrzeuges an. Firmen verwenden die Aufkleber, um zu zeigen, dass sie Wert auf Rollstuhlgängigkeit legen. Ein schönes Zeichen. 2019 haben wir 514 Aufkleber verkauft, 2018 waren es 441.
SPV.CH
396 News Briefversand 57
Deutschschweiz 49
INNOVATION
388 gute Ideen Stillstand ist Rückschritt. Ganz nach diesem Motto ist jeder Mitarbeitende verpflichtet, unternehmerisch zu denken, Verbesserungspotential zu erkennen und auszuschöpfen. 2019 wurden 388 Verbesserungsvorschläge eingereicht. Damit wird sichergestellt, dass
grosse und kleine Ideen diskutiert, evaluiert und umgesetzt werden. Die Vorschläge werden ein Jahr nach der Umsetzung auf Wirksamkeit geprüft. So ist sichergestellt, dass der Lernprozess in Gang bleibt.
Neuigkeiten, aktuelle Veranstaltungen, Trends und wichtige Informationen: Auch 2019 wurden auf unserer Webseite viele News publiziert. Sie sind auf der Einstiegsseite von www.spv.ch gut sichtbar oder können via RSS-Feeds abonniert werden. Mit 396 News ist die Zahl tiefer als im Vorjahr (539 News), weil alle Social-Media-Beiträge auto matisch auf spv.ch publiziert werden und nicht mitzählen.
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SPV I Jahresbericht 2019
RUBRIK VERBAND
PARACONTACT
UMFRAGE
Re-Design gefällt
Neue Kommuni kationsformen Nach dem Ausbau unserer Social-Media-Aktivitäten, haben wir bei der Kundenumfrage nach der Nutzung der neuen Kanäle gefragt. Rund 15 % der Befragten sehen sich in der Regel täglich Infor mationen auf unseren Facebook-, Twitter- oder InstagramKanälen an. 13 % immerhin wöchentlich und 24 % selten. Dennoch dürfen auch die 48 %, die Social Media nicht nutzen, nicht vergessen werden. Für sie werden wir weiterhin gedruckte Informa tionen anbieten.
Die Zeitschrift Paracontact wird weiterhin intensiv gelesen. Nur gerade 5% schauen sich die Zeitschrift gar nicht an. 45% wenden zwischen einer halben und einer ganzen Stunde für die Lektüre auf, 18% sogar mehr als eine Stunde. Gelesen werden, wie schon bei den Umfragen 2011 und 2015, am liebs-
ten rechtliche und medizinische Berichte. Diese Themen wollen wir zukünftig noch aktiver behandeln. Auch die 2017 neu eingeführten Seiten mit kurzen Artikeln unter Aktuell und Vermischtes fanden grossen Anklang. Schön, dass das neue Layout gut ankommt.
Wie gross ist das Interesse an den einzelnen Rubriken/Themen? 100 % 90 % 80 % 70 % 60 % 50 %
Wie nutzt man Social Media?
40 %
Täglich 15 %
30 %
Einmal pro Woche 13 %
sehr klein klein
20 %
mittel
10 %
gross sehr gross
Nie 48 %
Aktuell/ Vermischtes
Fokus
Hindernisfreies Bauen
Lebensberatung
Rollstuhlsport
Kultur und Freizeit
Rechtsberatung
Medizinische Berichte
Wir bewegen
Editorial
0 %
Sehr selten 24 %
SPORT – FREIZEIT – BILDUNG 1800–2000
Freiwillige und Ehrenamtliche Auch dieses Jahr konnten wir auf viele helfende Hände zählen. Ohne sie könnten wir unsere Reisen, Sportveranstaltungen und Trainings nicht durchführen. Auch in unseren 27 Rollstuhlclubs wären viele Angebote für Querschnittgelähmte nicht realisierbar. Rund 1800 bis 2000 Personen unterstützen uns jedes Jahr. Ihnen gebührt grosser Dank. SPV I Jahresbericht 2019
445 Events Auf unserer Webseite finden Interessierte ein breites Angebot an Veranstaltungen. Das sind zu einem grossen Teil Angebote, die wir organisieren, aber auch Events, an die wir Sportler begleiten oder die wir für die Öffentlichkeit ausschreiben wie beispielsweise der Jodelgottesdienst. Die grösste Gruppe sind die Sportveranstaltungen – 360 waren es letztes Jahr insgesamt. Dazu gehören Grossevents wie die Junioren-Weltmeisterschaft, aber auch wöchentlich stattfindende Trainings.
Freizeitkurse 35
Kulturevents 15
Reisen 19
Ausbildung Sport 31
Breitensportkurse 97
Sportevents 232
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KULTUR UND FREIZEIT
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SPV I Jahresbericht 2019
KULTUR UND FREIZEIT
HIGHLIGHT DES JAHRES
Warmer Empfang im Eisland Das weit entfernte Island stellte sich als landschaftlich beeindruckend und rollstuhlfreundlich heraus. Unsere Highlight-Reise des Jahres. Von Tanja Müller, Bereichsleiterin KF
Bereits am 4. November 2018 – also am Fototreff – war klar, die Reise nach Island ist gefragt, schafft es vielleicht sogar nach ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Das Titelbild des ParaReisen 2019 machte gluschtig auf die wunderbare Natur des Inselstaats. Am 17. August wurde der Traum für acht Rollstuhl fahrer wahr. Sie hatten sich einen Platz auf der gefrag ten Islandreise gesichert und machten sich mit kun diger Reiseleitung auf ins Land der Vulkane, Geysire und Wasserfälle. Knapp vier Stunden dauerte der Flug von Zürich nach Keflavik, dem Flughafen nahe Reykjavik. Was die Gruppen der SPV-Reisen immer mit im Gepäck haben, ist Geduld. Denn auch wenn die Bodencrew in der Schweiz eingespielt und das Personal erfahren ist, der Verlad von Swiss-Tracs, E-Rollis und Rollstühlen bedarf einiger Abklärungen und nimmt Zeit in Anspruch. Die Island-Fans wurden auch prompt belohnt und genossen ihr Upgrade in die Business Class. Einheimisch begleitet Bei Regionenreisen setzen wir oft auf lokales Knowhow. Insider Tipps bereichern die Ausflüge, Hintergrundwissen macht Erlebnisse unkompliziert und unsere Gäste bekommen das Lokalkolorit ganz nebenbei serviert. Die Isländerin Sigrun begleitete unsere Reisegruppe eine Woche lang. Schon das rollstuhlgängige Hotel war eine gute Empfehlung. Dass die Zimmer eher klein, ohne Ablagemöglichkeiten und mit schweren Türen ausgestattet sind, war für unsere Gruppe etwas ärgerlich und umständlich. Aber es sind genau solche Kompromisse, die wir bei der Hotelbuchung eingehen müssen. Die Angaben, die unser Reisebüro bezüglich Barrierefreiheit und Ausrüstung in der Regel erhält, sind oft dürftig und nicht selten fehlerhaft. Dank gewieften Gruppenleitungen und flexiblen Reisegästen wird improvisiert und das Beste aus jeder Situation gemacht. SPV I Jahresbericht 2019
Von Stadt und Land Wer nach Island reist, der kommt definitiv nicht mit einem vollen Portemonnaie nach Hause. Die Auslagen für Getränke, Essen und Souvenirs sind relativ hoch – vergleichbar mit den Kosten in der Schweiz. Da kommt es dem Ferienbatzen zugute, dass Ausflüge und Transfers auf den SPV-Gruppenreisen im Preis inklusive und bereits vorbezahlt sind.
Das Highlight der Regionenreise durch Island war der «Golden Circle». Drei der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten wurden auf dieser Tagestour bestaunt. Auf dem Programm standen der Thingvellir National Park, der Gullfoss Wasserfall und heisse Quellen mit aktiven Geysiren. Dick eingepackt wagte sich die Gruppe auch auf eine Walexkursion. Leider machten die Tiere nicht wie gewünscht mit und zeigten sich nur spärlich. Ein Erlebnis bleibt der Ausflug aufs Meer mit eiskalten Nasenspitzen aber allemal. Und natürlich fehlte auch das Kulturelle nicht. Gleich mit zwei Konzertbesuchen in der «Harpa», Reykjaviks Konzert- und Konferenzhaus, haben wir unsere Gäste musikalisch verwöhnt. Island, gerne wieder «Beeindruckend, noch spektakulärer als gedacht, toll organisiert», ist das Fazit der Island-Reisegruppe. Für uns ist eine Reise rundum gelungen, wenn die Gäste mit «Lust auf mehr» zurück nach Hause reisen! Und das war bei der Island-Reise definitiv so.
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KULTUR UND FREIZEIT
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Bestätigte Zufriedenheit Lächelnde Gesichter auf Reisefotos, Aha-Erlebnisse in Sensibilisierungskursen, glückliche Lottogewinner und überzeugte Freiwillige. Die Zufriedenheit ist unser Qualitäts-Garant. Von Tanja Müller
Worum wir uns in unserer Abteilung kümmern? Um kulturelle Angebote, Ideen für die freie Zeit und sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit. Unsere Anspruchsgruppen sind Reisegäste, Unternehmungslustige und freiwillig Engagierte. Zudem Firmen und Gruppen, die sich durch den Besuch von Sensibilisierungskursen indirekt für die Inklusion einsetzen. Es gilt ein Ziel hoch zu halten: Für uns steht die Qualität an oberster Stelle. Wir wollen, dass unser Angebot nachhaltig als gut empfunden wird und positive Erinnerungen hinterlässt. Bewusst nachgefragt Unsere Zielvorgabe ist, einen Durchschnitt von 90% Kundenzufriedenheit zu erlangen. Nach dem dritten Quartal lag die Zufriedenheit bei einem Durchschnitt von 93.5%. Nicht schlecht, nein sogar hervorragend. Doch wie gelingt dies? Haben wir einfach den richtigen Riecher und machen tolle Arbeit? Gerne würden wir sagen: Ja! Realität ist, dass wir genau hinhören, um uns ständig zu verbessern. Durch Abfrage der Kundenbedürfnisse können wir unser Angebot so strukturieren, dass es auf Anklang stösst. Im Anschluss an jede Reise, an jeden Kurs und an fast alle Veranstaltungen werden die Teilnehmer um ihre Meinung gefragt.
Dass hier nicht nur Schönwetter-Politik betrieben wird, sehen wir bei konstruktiven Hinweisen zu Hotelzimmern, zur Qualität der Kursinhalte oder bei Inputs für neue Ausflugsziele. Doch ist die aktuelle handschriftliche Feedback-Kultur noch zeitgemäss? Gibt es eine App zur Wissenssicherung? Diese und weitere Themen beschäftigen uns und fordern zur Weiterentwicklung heraus. Erfolgreich verreist Im kommenden Ferienjahr steuern wir sieben Destinationen an, die sich unsere Reisegäste gewünscht haben. Bei einem Total von 20 Reisen decken wir also 14
ganze 35% des kompletten Reiseangebots mit konkreten Kundenideen ab. Das Rezept wurde auch prompt bestätigt, als noch am Tag der Veröffentlichung von ParaReisen eine Reise zu 280% ausgebucht war. Unsere Strukturen lassen es zu, dass wir flexibel reagieren, eine nicht gewünschte Destination streichen und die überaus gefragte Reise doppelt anbieten. Dass wir im 2019 durch dieses Vorgehen 19 von 19 geplanten Reisen durchführen konnten, ist nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht effizient und kommt unserem Auftrag nach, sondern spiegelt auch die Erwartungen unserer Gäste. Das Reiseangebot fand im vergangenen Jahr auch bei unseren jungen Reisegästen Anklang. Der «Sommerplausch» ist die Ferienwoche für Reiselustige unter 30 Jahren, oder knapp darüber. Viele Gäste reisen schon seit Jahren mit. Ob es daran liegt, dass unsere U30-Gäste langsam ins Ü30Segment wachsen, sich herumgesprochen hat, dass Reisen mit der SPV Spass macht oder die Destinationen den Nerv unserer jüngeren Gäste trifft, lässt sich nicht genau herauskristallisieren. Fest steht, Viel frisches Valencia dass die Jungen im 2019 gemeinsam mit den «Junggebliebenen» verreisten. Die Städtereisen nach Dubai und Valencia und die Mittelmeer-Kreuzfahrt waren die ausgesuchten Reiseziele. Auch die Badeferien genossen regen Anklang: Dank der grosser Nachfrage konnten wir die Reise ins warme Teneriffa doppelt anbieten. SPV I Jahresbericht 2019
KULTUR UND FREIZEIT
Die verstärkte Pflegeexpertise der ParaHelp AG auf den Reisen für Mitglieder mit Tetraplegie hat sich ebenfalls bewährt. Neu begleitet ein Team von zwei Pflegeleitungen die Gruppe und ist so noch professioneller unterwegs. Rundum sensibilisiert Die durchschnittliche Zufriedenheit der Besucher unserer Sensibilisierungskurse liegt bei 94%. Die Kursteilnehmer nehmen aus dem Gelernten einen positiven Gesamteindruck mit in ihren Alltag. Das prägt sie, wo immer sie mit Querschnittgelähmten in Kontakt kommen. Wir ruhen uns auf den Lorbeeren aber nicht aus, sondern entwickeln die Angebote laufend weiter.
Rund 99 Sensibilisierungskurse durften wir im Jahr 2019 durchführen und somit bei 1774 Personen das Verständnis für unser Thema fördern. Die Referenten leisten grossartige Arbeit, indem sie den Interessierten die medizinischen Hintergründe der Querschnittlähmung näherbringen und sie an ihrer persönlichen Lebensgeschichte teilhaben lassen. Die Stunde Rollstuhlhandling ist für viele Teilnehmer ein eindrückliches Erlebnis, wodurch das Gehörte noch einprägsamer wird. Nebst vielen individuellen Anfragen waren auch Aufträge von Grossunternehmen wie dem Bundesamt für Kommunikation, der Stadtpolizei Zürich, dem Pharmakonzern Menarini und der Ruag in unserem Portfolio. Mit der Eröffnung des ParaForum konnten wir seit September unsere Kurse attraktiv ergänzen. Das Besucherzentrum der Schweizer Paraplegiker-Stiftung ist eine interaktive Ausstellung in Form einer Rollstuhl-Wohngemeinschaft. Vom Gemeinschaftsbadezimmer mit Einmalkatheter bis zum Tablet mit 3DAnsicht der Wirbelsäule dreht sich alles um das selbstbestimmte Leben von vier Rollstuhlfahrern. Für unsere Kursbesucher ein idealer Einblick, der Verständnis fördert und Wissensdurst stillt. Digitalisiert unterwegs Kleine Veränderungen aber kontinuierliches Bestehen verzeichnen wir auf unseren Plattformen paramama.ch und paramap.ch. Die Informationsseite für (werdende) Mütter im Rollstuhl ist vernetzt mit der Paraplegie Community. Und unsere Karte für rollstuhlgängige Einrichtungen in der Schweiz ist als App erhältlich und gibt Auskunft über Parkplätze, eurokey WCs, Hotels und rollstuhlgängige Bankomaten.
nenten bleiben aktuell informiert über freie Plätze auf unseren Reisen, aktuelle Veranstaltungen, Kurse und Neuigkeiten aus der Abteilung. Und obwohl, oder vielleicht gerade weil, wir im digitalen Zeitalter angekommen sind, bewährt sich der persönliche Kontakt mit Freiwilligen, Kunden, Referenten und Vertretern der Rollstuhlclubs. Wie sonst sollten wir erfahren, dass Stützräder an den Übungsrollstühlen unumgänglich sind oder eine bessere Instruktion zur Rollstuhlfixierung im Reisebus dringend gewünscht ist.
Mobil am FoxTrail in Luzern
In diesem Sinne ein Dankeschön an alle, die sich im Kleinen und Grossen für uns engagieren und uns auf dem Weg vorwärts begleiten. Danke an alle freiwilligen Pflegenden auf den Reisen für Mitglieder mit Tetraplegie, an alle Gruppenleitungen, an die Pflegeleitungsteams von der ParaHelp AG und an die Badehelfer. Danke an alle Rollstuhlfahrer, die als Referenten im Einsatz sind und an die engagierten Personen, die Freizeitveranstaltungen mit uns durchführen. Zusammen geht‘s besser, in unserem Fall geht‘s ohne Unterstützung gar nicht.
Im Herbst hat die Abteilung Kultur und Freizeit zum ersten Mal einen Newsletter zu den Themen Reisen, Kultur und Veranstaltungen verschickt. Die AbonSPV I Jahresbericht 2019
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KULTUR UND FREIZEIT
BELIEBT
96,85 % Die Zufriedenheit unter unseren Teilnehmenden sowie von Hilfspersonen auf Reisen ist generell sehr hoch. Besonders herausgestochen ist 2019 jedoch die Reise für Mitglieder mit Tetraplegie nach Saillon, mit einer Bewertung von 96,85 % (durch Teilnehmende und Hilfspersonen). Diese Zahl ist nicht selbstverständlich, denn Saillon ist ein absoluter Klassiker und wurde 2019 bereits zum achten Mal (seit 1998) durchgeführt. Dass sich diese Reise nach so langer Zeit noch immer grosser Beliebtheit erfreut, ist wohl auch das Ergebnis von jahrelanger Bedürfnisabklärung und Optimierung.
REISEN
Erfolgreich durchgeführt Das Reisebüro blickt auf ein erfolgreiches Reisejahr zurück. Von 19 geplanten Reisen musste nur die Aktivwoche im Vinschgau wegen mangelndem Interesse abgesagt werden. Aufgrund hoher Nachfrage konnten die Reisefachfrauen eine zusätzliche Woche Badeferien in Teneriffa organisieren. Die spannenden und auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmten Reisen haben sich bewährt und unser neu gestaltetes, attraktives ParaReisen, 20
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111
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Geplante durchgeführte
12 10 2016
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ZUFRIEDENHEIT
Steigend Eine stete Optimierung unserer Angebote ist uns sehr wichtig, weshalb nach jeder Reise und jedem Sensibilisierungskurs ein Feedback von den Teilnehmenden eingeholt wird. Beeindruckend sind die Zahlen, die sich
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Guppen- und Tetraferien
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Sehr beliebt und gut besucht war 2019 unser Fototreff. Mit rekordverdächtigen 111 Teilnehmenden fand er traditionellerweise am ersten Sonntag im November und zum zweiten Mal im stilvollen
Ambiente der Aula des Hotels Sempachersee statt. Die Lancierung des ParaReisen 2020 war ein voller Erfolg. Viele Reisehungrige ergriffen direkt nach dem Anlass die Chance, sich über ihre Lieblingsdestination zu informieren und/oder sich sogleich einen Platz zu sichern. So konnten unserer Reisefachfrauen rund 60 Anmeldungen entgegennehmen.
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EVENT
welches diese ins beste Licht rückt, tat wohl sein Übriges. 2019 war ein Rekordjahr im Vergleich zu den letzten drei Jahren. 2016 wurden von 20 geplanten Reisen gerade mal 14 durchgeführt. 2017 und 2018 wurde das Angebot besser genutzt: von elf geplanten Reisen für Mitglieder mit Tetraplegie konnten in beiden Jahren neun durchgeführt werden. Auch von den je neun geplanten Reisen für alle Mitglieder wurden pro Jahr je zwei abgesagt.
2019 aus unseren Umfragen zur Zufriedenheit ergeben. Sowohl unsere Reisen, als auch unsere Sensibilisierungskurse wurden noch nie so gut bewertet wie im Berichtsjahr.
Teilnehmer-Zufriedenheit in % für Sensibilisierungskurse 93,26 %
93,02 %
94,01 %
92,26 % 92,54 % 91,52 %
91,77 % 90,30 %
Teilnehmer-Zufriedenheit in % für Reisen 2016
2017
2018
2019
SPV I Jahresbericht 2019
RUBRIK UND FREIZEIT KULTUR
FREIWILLIGE
SENSIBILISIERUNG
Grosser Einsatz Unsere Freiwilligen waren auch 2019 wieder zahlreich unterwegs. Vermehrt im Einsatz waren unsere Helfenden vor allem auf den Reisen für alle Mitglieder (+ 12 Freiwillige). Im Vergleich zum Vorjahr wurden im 2019 rund 1400 Stunden mehr auf Reisen für alle
99 Kurse
(Gruppenreisen) geleistet. Dies hängt damit zusammen, dass zwei Reisen mehr durchgeführt und rund 12 Freiwillige mehr im Einsatz waren. Die Zahlen ergeben sich aus der Anzahl Freiwilligen, multipliziert mit deren Einsatztagen zu 16 Stunden.
Mit 1774 Teilnehmenden liegt die Zahl leicht über derjenigen von 2018 (102 Kurse, 1765 Teilnehmende). Nach wie vor lag ein wichtiger Fokus auf der Sensibilisierung von Lernenden spezifischer Berufsgruppen wie Fachfrau/-mann Betreuung oder Auszubildende der Baubranche.
Freiwilligenstunden 2016 bis 2019 14000
13 440
12 560
10950
11 648 10 469
7900 Anzahl Stunden Tetraferien Anzahl Stunden Gruppenferien
4850
1800
3440 2032 2016
2416
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DIGITALE PROJEKTE
NEWSLETTER
Plus 1800 Nutzer
Premiere
Von 5291 Usern, welche paramap.ch im 2019 genutzt haben, griffen rund 57 % via Desktop zu, 32% über ein Smartphone und die restlichen 11 % via Tablet. Analysiert man die Zugriffsquellen über mehrere Jahre, fällt auf, dass sich nach der Liveschaltung der
Android-App Mitte 2017 der Zugriff via Smartphone kontinuierlich von 25% auf 32% erhöht hat. Insgesamt wurde paramap.ch im 2019 von rund 1800 Nutzern mehr genutzt als noch im 2017 (3499 User).
User 2019 (Total 5291)
User 2017 (Total 3499)
Tablet 564/11 %
Tablet 276/8 %
Mobile 1669/32 %
SPV I Jahresbericht 2019
Desktop 3061/57 %
Mobile 871/25 %
Die organisatorische Professionalisierung des Angebots wird im nächsten Kalenderjahr sicherlich zum Gelingen beitragen.
Desktop 2361/67 %
Seit 2019 haben wir mit unserem Newsletter ein neues Tool, um gezielt auf anstehende Events, Kurse oder Reisen hinzuweisen und um News aus der Abteilung zu platzieren. Der erste KF-Newsletter wurde Anfang November versandt. Den deutschen Newsletter haben 2171 Personen empfangen. Davon haben 1063 Empfänger (= 49 % Rücklauf) den Newsletter gelesen, woraus weitere 410 Klicks auf eingefügte Links erfolgten. Der französische Newsletter wurde an 700 Kontakte verschickt. 409 Personen haben den Newsletter gelesen, was ein sehr hoher Rücklauf von 58 % bedeutet. Geplant sind vier Ausgaben pro Jahr. Lesen Sie unsere Newsletter www.spv.ch/kf-newsletter 17
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
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SPV I Jahresbericht 2019
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
HIGHLIGHT DES JAHRES
Glücklich wieder zu Hause Nach einem schweren Schicksalsschlag musste die Eigentumswohnung der Familie Eichholzer umgebaut werden. Die Arbeiten dauerten fünf Wochen und wurden vom ZHB realisiert. Von Felix Schärer, Bereichsleiter ZHB
Autonomes Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für viele Menschen mit Behinderung immens wichtig. Damit die Familie wieder in die vertraute Umgebung zurückkehren konnte, war eine kurze Umbauzeit und damit eine gute Planung und Koordination aller Handwerker nötig. Die Familie Eichholzer war froh, dass das Erarbeiten von Lösungen unter Zeitdruck zu den Kernkompetenzen des ZHB gehört. Das Konzept der sich in einer grösseren Wohnüberbauung befindenden 4 1/2-Zimmer-Eigentumswohnung musste wegen der neuen Bedürfnisse an die Hindernisfreiheit stark angepasst werden. Nach der kostenlosen Bauberatung vor Ort mit Fachleuten des ZHB, Ergotherapeuten des SPZ und Vertreter von Active Communication hat sich die Familie Eichholzer sofort entschieden, das ZHB mit der Planung und Bauleitung zu beauftragen. Die Planung war komplex, da nebst den baurechtlichen auch die nachbarrechtlichen Themen (Zustimmung Stockwerkeigentümer, Riss protokolle Statik) gelöst werden mussten. Gute Nachbarschaft Durch den Umbau verläuft nämlich der Wohnungszugang für Herrn Eichholzer, der seit seinem Unfall auf einen Elektrorollstuhl angewiesen ist, nicht mehr über den herkömmlichen Hauseingang. Es musste ein neuer Weg über das Grundstück der Nachbarn erstellt werden. Glücklicherweise gaben diese nach einer gemeinsamen Besprechung mit unserem Architekten sofort ihre Zustimmung und das Baugesuch wurde genehmigt. So wurde der Eingang via Terrasse, der nun als Haupteingang für den Rollstuhlfahrer dient, komplett schwellenlos gebaut mit einer vollautomatischen Hebeschiebetür. Diese und einiges mehr wie zum Beispiel die Fensterautomation im Schlafzimmer zum Lüften, Licht und Storen, aber auch diverse Geräte wie TV, Radio oder PC kann Herr Eichholzer direkt mit seinem Umfeld-Steuergerät vom Rollstuhl aus kontrollieren und bedienen. Generell wurden die BewegungsSPV I Jahresbericht 2019
flächen in der Wohnung grosszügiger gestaltet und auch der Zugang zum Esszimmer ist nun schwellenlos. Da Herr Eichholzer nur noch über minimale Handbewegungen verfügt, wurde an der Küche nichts verändert. Badezimmer und Schlafzimmer Um mehr Platz für das Wenden mit dem Rollstuhl zu schaffen, sind alle Vormauern im Korridor entfernt worden. Das Badezimmer benötigte einiges an Arbeit, da es ursprünglich eine Badewanne und ein Doppellavabo mit Unterbaumöbel beinhaltete. Beides wurde für Herrn Eichholzer nach dem Unfall leider unbenutzbar. Den Boden realisierten wir neu rutschfest und bauten eine schwellenlose Dusche. Zudem haben wir eine grosszügige Schiebetüre eingebaut, damit Herr Eichholzer mit dem Duschrollstuhl vom Badezimmer ins Schlafzimmer gelangen kann. Aus dem ehemaligen Kinderzimmer ist ein Pflege- und Schlafzimmer entstanden, das viel Platz bietet für die verschiedenen benötigten Hilfsmittel und Pflegeartikel. Zudem wurden beim Umbau verschiedene Bauherrenwünsche in die Planung integriert und gleichzeitig das Badezimmer komplett saniert und mit modernen Belägen, Apparaten und Beleuchtung versehen.
Ein gelungenes Projekt für mehr Lebensqualität nach der Rückkehr aus der Reha, das der ganzen Familie viel Freude bereitet und das ZHB stolz macht.
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ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Mehr Digitalisierung im Baubereich Sie sind in der ganzen Schweiz für unsere Kunden und Mitglieder unterwegs. Unsere Bauberater und Bauberaterinnen für hindernisfreies Bauen. Von Felix Schärer
Die Bauberater des Zentrums für hindernisfreies Bauen (ZHB) kümmern sich um das Kerngeschäft des ZHB und betreuen jährlich über 250 Projekte in der ganzen Schweiz. Sie bieten im Rahmen des umfassenden Leistungsnetzes der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (SPG) ihren Teil für den Weg zurück ins angestammte Umfeld. Seit November 2019 ist mit Irene Bucher nun erstmals seit unserer Gründung eine Frau als Bauberaterin im Team.
bereit, wenn unsere Bauberater nach einem externen Einsatz zuhause im Homeoffice arbeiten. Die BauprojektKoordination mit der Ergotherapie und Sozialberatung des SPZ läuft seither papierlos ab. Ebenso führen wir die übrigen Projekte (REHAB, Uniklinik Balgrist, SUVA-Klinik Sion und externe) neu auf dieser Software. Entsprechende Berechtigungen wurden eingerichtet und auch der Datenschutz ist gewährleistet.
Im Tessin führen wir weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit Sergio Stoppani, einem versierten Tessiner Architekten, welcher für uns die Bauberatungen in Zusammenarbeit mit der Lebensberatung der SPV durchführt. In allen anderen Landesteilen sind wir mit unseren eigenen Architekten und Bauberatern tätig.
Bauplanung und Realisation hindernisfrei Bauen Wegen der grossen Anzahl von Bauprojekten sind wir auf ein gutes Netzwerk von Baufachleuten (Handwerker, Unternehmer, externe Bauleitungen) in den Regionen angewiesen. Das Schlagwort ‹Digitalisierung im Bau- und Immobilienbereich› hat uns auch 2019 beschäftigt. So absolvierte Bereichsleiter Felix Schärer im zweiten Halbjahr die Weiterbildung Digital Real Estate, ein CAS an der HWZ Zürich. Dies hilft, wichtige Trends zu erkennen und bei Bedarf die Geschäftsprozesse entsprechend anzupassen.
Bauberatung Unser Team leistete insgesamt etwa 7000 kostenlose Bauberatungsstunden für unsere Kunden. Der Hauptfokus lag wie stets auf der Zusammenarbeit mit diversen Rehakliniken. Die intensive Zusammenarbeit mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil, der Uniklinik Balgrist, dem REHAB Basel und der SUVAKlinik Sion dient dazu, den Patienten die Heimkehr nach einem Schicksalsschlag zu erleichtern. Trotzdem wollen wir uns weiter verbessern. Wir nutzen dabei deren Feedbacks zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Prozesse und Dienstleistungen. Neuorganisation der Zusammenarbeit mit dem SPZ Mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) führen wir eine enge Zusammenarbeit bei der Wohnraum anpassung für dessen Kunden. Um die Koordination der rund 100 Projekte jährlich zu verbessern, haben wir 2019 den Prozess digitalisiert. Mit der gewählten OneNote-Lösung sind wir schneller, agiler, moderner und haben die notwendigen Daten auch dann griff20
Unsere Architekten planten auch 2019 nebst den üblichen Wohnraumanpassungen erfolgreich verschiedene grössere Projekte wie Lift- und Hausanbauten, Umnutzungen für das Wohnen im Alter und vieles mehr. So konnte Jan Frischknecht, ein Junge aus Knonau, mit seinen Eltern noch vor Weihnachten in das neu gestaltete Wohnhaus (eingeschossiger Anbau) einziehen. Glücklich kurvt er seither mit seinem Elektrorollstuhl im hindernisfreien Wohnteil herum und kann die wichtigen Gebäudeteile wie Türen, Fenster, Licht oder Storen direkt von seinem Steuergerät aus bedienen. In der Planungs- und Realisierungsphase werden notwendige Bauprojekte bis zum Austritt der Patienten aus der Rehaklinik umgesetzt, teilweise unter enormem Zeitdruck. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich mit Fachpersonen aus Therapie, Sozialberatung, HilfsmitSPV I Jahresbericht 2019
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
telversorgung, Versicherungen, Baubehörden, Baufachleuten und vielen mehr ist sehr vielseitig und erfordert von unseren Architekten funktionales und emotionales Denken. Wichtig ist dabei, immer auch die Finanzierung des Gesamtprojektes sicherzustellen. Dazu erhalten unsere Kunden bei Bedarf Hilfestellung von den Sozialberatungen der Rehakliniken. Und gerade für terminlich enge Projekte helfen immer öfters verschiedene Stiftungen mit Vorfinanzierungen. In einzelnen Fällen wird aber auch auf den Entscheid der IV-Stellen gewartet, bevor ein Umbau umgesetzt wird. Oder die Kunden finanzieren ihn selber. Sich wehren lohnt sich – ist aber unbefriedigend Der Druck der Schweizer Sozialwerke auf die Menschen mit Behinderung ist in den letzten Jahren merklich gewachsen – insbesondere bezüglich Finanzierung von behinderungsbedingt notwendigen WohnraumAnpassungen. Kämpfen lohnt sich wie ein Beispiel aus dem Kanton Luzern zeigt: Eine Bauernfamilie hat vor ein paar Jahren ein Kind früh verloren. Die darauffolgende Geburt ihrer schwerstbehinderten Tochter mit dem gleichen Geburtsgebrechen war ein weiterer Schicksalsschlag. Die IV hat die Finanzierung das Planungs- und Bauleitungshonorars für die notwendige Wohnraumanpassung auf Empfehlung der SAHB (Gutachter) im ersten Anlauf abgelehnt. Dies ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie sich zurzeit die Gutachtertätigkeit schweizweit leider immer öfter zu Ungunsten von Menschen mit Behinderung auswirkt. Lange kämpfte die Familie mit Hilfe von Anwälten. Nach fast einem Jahr wurde die Finanzierung glücklicherweise doch noch gutgeheissen. Gekostet hat dies die IV schliesslich nebst dem zuerst eingesparten Honorar auch viel Goodwill und zusätzliches Geld.
Durch die tendenziell restriktivere Beurteilung für die Kostenübernahme von baulichen Anpassungen wird in der Regel das schwächste Glied unserer Gesellschaft am härtesten getroffen. Wenn es um die Autonomie und die soziale Integration einer Person mit einer Behinderung geht, muss die Situation der Betroffenen ebenso wie die ihres Umfeldes berücksichtigt werden. Darum drängt es sich auf, sich gegenüber den betroffenen Personen auf die Grundlagen einer sozialen und solidarischen Haltung zurückzubesinnen. Kurzberatungen und Dokumentation Neben der kostenlosen Bauberatung für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen haben wir täglich Kurzberatungen geführt. Diese Tätigkeit wird durch umfassende Informationen auf der Homepage der SPV unterstützt. SPV I Jahresbericht 2019
Expertisen und Gutachten Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) erhält von Direktbetroffenen Gesuche für die Kostenübernahme von baulichen Anpassungen. Unsere Fachstelle hat 2019 insgesamt 31 Beurteilungen und Fachexpertisen für die SPS erstellt, ähnlich viele wie im Vorjahr. Zwei Expertisen und Fachgutachten wurden 2019 für Versicherungen verfasst. Bauprojekte in Nottwil Neben zahlreichen Bauprojekten für Menschen mit Körperbehinderungen dürfen wir auch Projekte für die SPS auf dem Campus in Nottwil planen und realisieren oder dabei zumindest beratend mitwirken.
Bei der Planung der Rollentrainingshalle in Nottwil erstellten wir im Rahmen eines Bauherrenberatungsmandats ein Konzept zur Hindernisfreiheit. Für die Kinderkrippe des Schweizer Paraplegiker-Zentrums (SPZ) verfassten wir Vorstudien und werden beim folgenden Studienwettbewerb mitwirken.
Detailliertes Erklären eines Bauprojektes
Förderung der Autonomie Die SPV ist ein sozialer Arbeitgeber. 2019 ermöglichten wir zwei Rollstuhlfahrern auf Wunsch der IV, respektive der beruflichen Eingliederung des SPZ, bei uns einen Einblick in den Alltag eines Architekturbüros. Roger Mottaz ging in Pension Nach über 24 Jahren ging Ende 2019 Roger Mottaz, der seit Gründung unserer Fachstelle 1995 bei uns tätig war, in die wohlverdiente Pension. Wir danken Roger für die Treue und die grosse und tatkräftige Unterstützung vieler Menschen mit Querschnittlähmung.
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ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
BAUREALISATION
NEGATIV AUFGEFALLEN
IV-Entscheide
Planung und Bauleitung 2019 wurden total 107 Bauprojekte abgeschlossen (Planung und teilweise Bauleitung). Das ist seit 2014 das tiefste Ergebnis und auf die Sparbemühungen der IV zurückzuführen. Seither versucht die IV Planung und Bauleitung von bewilligten Wohnraumanpassungen auf die versicherte Person abzuwälzen.
Auffällig ist, dass im letzten Jahr nur bei 26,2% der eingereichten Projekte ein IV-Entscheid vorliegt. Vor einem
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144
140 135
Bei vielen Wohnungs- und Arbeitsplatzanpassungen reichen unsere Kunden ein Finanzierungsgesuch an ihre IV-Stelle ein. Seit 2015 führen wir eine Statistik dazu. Dabei werden alle abgeschlossenen Fälle (Bauberatung) analysiert und erfasst.
136
130 125
124
120
124
115 110
bekannte IV- Entscheide in % der eingereichten Gesuche 71,14 %
75,90 %
73,90 %
112
60,50 %
105 100
Jahr lag dieser Wert noch bei 31,6%. Im vorletzten Jahr bei 53,8%. Dies könnte darauf hindeuten, dass bei der IV die Dauer für die Gesuchprüfungen noch einmal deutlich länger geworden ist. Ebenfalls auffällig ist die massive prozentuelle Abnahme der Verfügungen seit dem Jahr 2017, was sich übrigens auch in den tatsächlichen Franken-Beträgen zeigt.
107 2014
2015
2016
2017
2018
2019
52,35 %
52,55 %
51,96 %
Gesamtsumme CHF von IV verfügt in % der eingereichten Gesamtsumme
37,32 %
NACHGEFRAGT
19,81 %
Hohe Kundenzufriedenheit Jede Bauberatung wird nach Projektabschluss mit einer Kundenbefragung abgeschlossen. 2019 hat das ZHB insgesamt 152 Antworten erhalten. Dass unsere Mitarbeitenden gute Arbeit leisten, zeigt die hohe Zufriedenheit als Gesamteindruck nach getaner Arbeit.
sehr zufrieden 59,9 %
zufrieden 31,7 %
2015
2016
2017
22
weniger zufrieden 7,7 %
2018
2019
Zur Erklärung der Grafik «IV-Verfügungen»: je früher das Messjahr desto genauer (vollständiger) die Auswertung, da in neueren Jahren noch nicht alle Projekte und IV-Verfügungen erfasst sind (weil noch pendent). Es werden nur bereits abgeschlossene ZHB-Projekte in dieser Statistik erfasst. Das Jahr 2019 ist daher mit Vorsicht zu betrachten, da noch viele Verfügungen eintreffen werden.
VIEL UNTERWEGS
Geschäftsfahrten Unsere Mitarbeiter sind viel unterwegs, da Beratung und Bauen in der Regel am Wohn-/Arbeitsort unserer Kunden passiert.
unzufrieden 0,7 %
26,23 %
Wir waren 2019 mit eigenen Autos 31 744 km unterwegs plus rund 70 000 km mit zwei Geschäftsautos.
Unsere Geschäftsautos tragen auch zur Steigerung der Bekanntheit der SPV bei. Sie sind mit unserem Logo versehen. Zudem nutzen wir immer öfters den öffentlichen Verkehr. Ökologie und Nachhaltigkeit sind uns nicht nur beim Bauen wichtig.
SPV I Jahresbericht 2019
ZENTRUM FÜR HINDERNISFREIES BAUEN
REGIONALE VERTEILUNG
BAUBERATUNG
Deutschschweiz an der Spitze In der Deutschschweiz und speziell in den Kantonen Aargau, Luzern, Zürich und Bern wurden die meisten Bauberatungen geleistet. Im Tessin werden die Bauberatungen durch unseren externen Partner Sergio Stoppani gemacht. Die Deutschschweiz, die Westschweiz und das angrenzende Ausland haben wir mit unseren eigenen Bauberatern abgedeckt. Deutschschweiz 200 Westschweiz 54
Tessin 7
Angrenzendes Ausland 5
Hindernisfrei Bauen 2019 haben die Mitarbeitenden des ZHB in 24 von 26 Kantonen Bauberatungen durchgeführt sowie im grenznahen Bereich (30 km) in Deutschland und Frankreich. Regional haben wir gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 14 % in der Westschweiz zu verzeichnen. Die Bauberatung für hindernisfreies Bauen ist das Kerngeschäft des ZHB. Sechs fest angestellte und ausgebildete Architekten, ein fest angestellter Bau fachmann sowie ein externer Architekt bieten diese Dienstleistung in der ganzen Schweiz vor Ort an. Bei mehr als 50 % aller Bauberatungen wurden wir von den vier auf Paraplegie spezialisierten Schweizer Rehakliniken beigezogen. Die Gesamtzahl Bauberatungen ist im letzten Jahr leicht gesunken auf etwas unter 300 Beratungen. Herkunft der neuen Bauberatungsprojekte 100
BAUPLANUNG 90
7 Baugesuche Wir haben 2019 insgesamt sieben Baugesuche in fünf Kantonen eingereicht. Das ist mit einigem Aufwand verbunden. Eine eingehende Prüfung der auf Basel-Stadt 1
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dem betreffenden Grundstück anwendbaren Vorschriften, Reglemente und Zonenpläne ist dabei eine wichtige Voraussetzung.
70
60
50
Aargau 2
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Bern 2
St. Gallen 1
30
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SPV I Jahresbericht 2019
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82
36
21
12
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9
REHAB Basel
SPS Nottwil
SUVA-Klinik Sion
Uniklinik Balgrist
SAHB
0
Externe Anfragen
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SPZ Nottwil
Obwalden 1
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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
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SPV I Jahresbericht 2019
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
HIGHLIGHT DES JAHRES
Nottwiler Pioniergeist Rollstuhlsport Schweiz hat 2017 zusammen mit World Para Athletics die Leichtathletik Junioren-WM kreiert und durchgeführt. Auch die zweite Ausgabe 2019 war ein voller Erfolg. Von Roger Getzmann, Bereichsleiter RSS
Um junge Talente zu fördern, bestand die Idee für die Junioren-WM bei Rollstuhlsport Schweiz (RSS) schon länger. Während einer Taxifahrt in London 2013 wurde diese mit IPC Athletics (wie World Para Athletics (WPA) damals hiess) konkretisiert und der Prozess zur Eventgestaltung gemeinsam gestartet. Was folgte, war ein langer Weg über Vertragsverhandlungen und Konzepterarbeitung, gab es doch weder spezifische Regeln noch eine definierte Wettkampfform. Wir brauchten einen langen Atem, die Partner zu überzeugen, dass nur ein fixes Zusammenlegen der Klassen und möglichst tiefe Kosten für die Organisatoren diesem Event eine langfristige Zukunft ermöglichen können. Dank der finanziellen Unterstützung der SPS sowie dem tatkräftigen Support der gesamten SPV konnten Anfang August 2017 die ersten World Para Athletics Junior Championships in der Sport Arena Nottwil ausgetragen werden. Damit sicherte sich Nottwil einen weiteren Platz in den Geschichtsbüchern. Vorab war mit WPA vereinbart worden, die ersten beiden Weltmeisterschaften in Nottwil auszutragen. Der Verband wollte den Event mit zwei erfolgreichen Austragungen durch einen erfahrenen Organisator etablieren. Nottwil 2019 World Para Athletics Junior Championships Auch der Event im 2019 vermochte zu begeistern. Die Rückmeldungen der Athleten und Betreuer waren schlichtweg überwältigend. Das OK der SPV sowie alle unterstützenden Kräfte der Schweizer Paraplegiker-Gruppe und vom Campus Sursee haben mit ihrem Engagement, ihrer Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit unsere Gäste fasziniert.
Herausragende Schweizer Athletin Licia Mussinelli (T54/U20) begeisterte das Publikum gleich fünf Mal und freute sich über eine Goldmedaille über 1500 m, zweimal Silber über 100 m und 200 m und zweimal Bronze über 400 m und 800 m. Die weiteren Schweizer Teilnehmenden Linda Flury (T54/ U17), Dario Studer (T54/U17) und Matiwos Russom (T53/U17) haben viele Zuschauer in die Sport Arena gelockt. Diese drei werden altersmässig auch an der nächsten Austragung 2021 mit dabei sein können. Massstäbe gesetzt Von Anfang an war es unsere Ambition mit einem tadellos organisierten Wettkampf, einen Benchmark für zukünftige Austragungen zu schaffen. Das OK hat dies auch dank einem Rahmenprogramm mit Kinderkonzerten, Kids Fun Park und Wheelchair Skate erreicht. Zudem zeigte der Auftritt auf Social Media mit Millionen von Views sowie ein Live Stream das beeindruckende Potential dieser Veranstaltung.
Auch auf Nachhaltigkeit wurde geachtet: Leuchtturm dabei war die gemeinsame Kampagne der SPV mit «Wasser für Wasser». Sämtliche Athleten, Betreuer und alle Volunteers erhielten eine hochwertige Edelstahlflasche. Kombiniert mit den Wasserspendern und einer Informationskampagne konnten die Teilnehmenden für die Wasserthematik sensibilisiert und mehr als 5000 Petflaschen eingespart werden. Dieses Erbe geht nun weiter in die Welt der paralympischen Leichtathletik – ein neuer Organisator wird noch gesucht. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, die Junioren-WM zu etablieren!
Die Eröffnungsfeier samt den ersten Wettkämpfen fiel auf unseren Nationalfeiertag. Diese Chance wurde genutzt, und die Gäste des OKs zum 1. August Brunch eingeladen. SPV I Jahresbericht 2019
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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
DIENSTLEISTUNGEN, LEISTUNGSSPORT
Jubel an Heim-WM und Tokio im Visier In beinahe allen Sportarten fanden Titelwettkämpfe statt. Unsere Athleten gewannen 19 Medaillen (5× Gold, 8× Silber, 6× Bronze) und sicherten sechs Quotenplätze für die Paralympics. Von Roger Getzmann
Im Jahr 2019 lag das Hauptaugenmerk der Sportnationen auf dem Gewinn von Quotenplätzen für die Paralympics 2020 in Tokio. Es stehen bereits drei Schweizer Quotenplätze in der Leichtathletik, zwei im Para-cycling und ein Quotenplatz im Sportschiessen fest. Diese wurden durch herausragende Leistungen unserer Athleten gesichert. Wichtig waren daneben die beiden Heim-Weltmeisterschaften in Nottwil und Basel. Deren erfolgreiche Durchführung, und die sportlichen Erfolge unserer Athleten fanden international Anerkennung. Grosse Freude herrschte bei den Tischtennis-Fans, denn die lange Medaillen-Durststrecke konnte durch den dritten Platz von Silvio Keller an der EM im schwedischen Helsingborg durchbrochen werden. Professionalisierung des NLR Das Nationale Leistungszentrum für Rollstuhlsport (NLR) darf auf ein gutes zweites Jahr zurückblicken. Das NLR freut sich über die deutlich gesteigerte und engere Zusammenarbeit mit den Athleten und Trainern vieler Sportarten. Die Angebote der Sport Akademie stehen weiterhin im Rahmen des NLR zur Verfügung.
Durch die diesjährigen «Testing Days» entstanden neue Projekte und Trainingseinheiten in den verschiedenen Sportarten. Die Umsetzungsquote der mit den Athleten individuell vereinbarten Massnahmen und Aktionen wurde deutlich erhöht und die Experten des NLR spürten viel mehr Interesse von Seiten der Sportler als während des vorsichtigen Projektstarts. Die Sportmedizin stand schon früher in engem Kontakt mit einzelnen Sportlern und unterstützte sie bei deren Erfolgen. Dank dem NLR steht den Athleten jetzt eine flächendeckendere und strukturiertere langfristige und professionelle Betreuung zur Verfügung. Die Bereiche 26
Sportpsychologie, Sporternährung und das Powerlab sind wichtige Elemente der Erweiterung der ursprünglichen Leistungsdiagnostik und sportärztlichen Untersuchung. Das NLR als Schnittstelle kann zudem als Sprachrohr der Athleten und Trainer zu RSS genutzt werden. Neuerungen beim Nachwuchs Anfang 2019 übernahm Marco Bruni von Thomas Hurni die Leitung des Nachwuchses. Einige Neuerungen haben wir in der Zwischenzeit umgesetzt. Powerchair Hockey wurde neu in die Nachwuchsförderung aufgenommen und bildet somit die dritte Mannschaftssportart der Nachwuchsfördergefässe (NWF). Wir erhoffen uns durch die finanzielle Unterstützung künftig weitere Erfolge in einer Sportart, die über eine grosse Anhängerschaft verfügt. Als erwähnenswerteste Neuerung bei den NWF wurden im Berichtsjahr der vereinfachte Sportartenwechsel und ein offenerer Förderzyklus erarbeitet. Beides ist im neuen Reglement der NWF festgehalten und wird ab 2020 umgesetzt. Beim Sportartenwechsel kann der Athlet seine gesamte Förderzeit um bis zu vier Jahre verlängern und darf nach einer Potenzialanalyse auf der entsprechenden Förderstufe einsteigen. Beim neuen Förderzyklus kann ein Athlet nun anhand seiner PISTEWerte (Erfolgs- und Trainingsleistung) schneller und länger von einer höheren Förderstufe profitieren. Badminton Zum ersten Mal in der Geschichte wurde die Para-Badminton-WM und die WM der Fussgänger zur selben Zeit in derselben Sportstätte veranstaltet. Das Organisationkomitee zeichnete sich für diese Weltpremiere in Basel verantwortlich und freute sich gemeinsam mit den zahlreich anwesenden Zuschauern über den Gewinn der Bronzemedaille der einheimischen Karin Suter-Erath. Das Frauen Mixed-Doppel verpasste den Einzug in die Viertelfinals nur äusserst SPV I Jahresbericht 2019
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
knapp. Mit vielen guten Resultaten an den Turnieren 2019 haben sie sich aber frühzeitig eine gute Ausgangslage für eine Qualifikation zu den Paralympics 2020 verschafft.
Cupfinal vom 13. April 2019 im SPZ Nottwil
Basketball An der EM in Polen erreichte die Schweizer Nationalmannschaft ihr bisher bestes Resultat: Rang 9. Damit ist der Klassenerhalt gesichert, ein Quotenplatz für Tokyo 2020 (1.–4. Rang) aber leider klar verpasst. Nach dem Turnier gaben Markus Lampart, Philipp Häfeli und David Jauch ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.
2019–2020 gelang dem für die Schweiz startenden Briten mit der Silbermedaille an der EM in Oberhof (D) hervorragend. Bogenschiessen Höhepunkt der vergangenen Saison war für Martin Imboden die WM in den Niederlanden. Der 17. Schlussrang reichte für den angestrebten Quotenplatz für Tokyo 2020 leider nicht. Mit dem European Circuit wurde ein interessantes Gefäss geschaffen, welches den Mangel an gut besetzten Turnieren mit einem hohen Leistungsniveau in Europa etwas kompensiert. Curling Mit dem neuformierten Nationalteam wurde an der WM in Stirling (SCO) der Ligaerhalt angepeilt. Mit überzeugenden Leistungen, einem beherzten Auftritt und einem vorbildlichen Teamspirit durfte sich das Schweizer Team über den verdienten fünfte Schlussrang freuen. An der WM erhielt das OK um Bruno Schallberger, Andreas Heiniger, Peter Nater und Linda Wiprächtiger gleichzeitig den Zuschlag für die Durchführung der WM 2020 in Wetzikon.
Zum Saisonabschluss führte die TK Curling einen Mixed-Doubles Event in Bern durch und wirkte bei der Entwicklung dieser spannenden Disziplin international aktiv mit.
Schweizer Meister wurden die Pilatus Dragons, welche die Aigles de Meyrin im Playoff-Final besiegten. Der Schweizer Cup hingegen entschieden die Aigles de Meyrin durch den Finalsieg über die Pilatus Dragons für sich und beendeten eine über zehn Jahre andauernde Dominanz der Zentralschweizer. Auf internationalem Parkett waren die Aigles de Meyrin und die Pilatus Dragons in der Euroleague aktiv, die Dragons organisierten zum wiederholten Mal ein Qualifikations-Turnier. Nach dem Rücktritt von Florian Jolidon im vergangenen Jahr dürfen wir Caspar Schaudt als neuen TKChef willkommen heissen. Bob Überaus erfreulich war der Europameistertitel von Chris Stewart auf seiner Heimbahn in St. Moritz. Der fünfte Schlussrang in der Gesamtwertung rundete seine gute Saison ab. Auch der Start in den Winter SPV I Jahresbericht 2019
Neues Team an der Curling WM
Fechten Es wurde eine neue Arbeitsgruppe mit Vertretern von Swiss Fencing, Rollstuhlsport Schweiz sowie aktiven Athleten und Trainern gegründet. Diese soll das Fechten als Sportart in der Schweiz fördern und nachhaltig etablieren. 27
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
Golf Die Sportart fristet aufgrund der fehlenden Positionierung und der passiven Haltung des internationalen Verbands in vielen Ländern ein unbedeutendes Dasein. Zwar existiert eine grosse Anzahl von unterschiedlich ausgerichteten Aktivitäten, diese tragen jedoch nur wenig zu einer gesamtheitlichen Entwicklung der Sportart bei.
Wiederum traf sich im Sommer die Weltelite an sechs Wettkampftagen in der Schweiz, dies an den ParAthletics in Nottwil sowie am Daniela Jutzeler Memorial und der SM in Arbon. Das Schweizer Team durfte sich über viele Topleistungen freuen. Stellvertretend dafür sei hier der Weltrekord von Manuela Schär über 800 m erwähnt. An der Junioren-WM in Nottwil durfte sich Licia Mussinelli fünf Medaillen umhängen lassen. Ebenfalls mit fünf Medaillen im Gepäck reiste die Delegation um Catherine Debrunner (1× Gold, 1× Silber, inkl. Quotenplatz) und Marcel Hug (2× Silber und 1× Bronze) von der Leichtathletik-WM in Dubai zurück nach Hause. Powerchair Hockey Nach dem fünften Platz an der WM 2018 nutzte die TK das Übergangsjahr ohne Titelwettkampf dazu, das modern-offensive Spielsystem der Schweiz weiter zu verfeinern. Das Team strebt realistischerweise einen Podestplatz an der EM 2020 an.
Christoph Kunz in Fahrt
Handbike Insgesamt neun Handbiker wurden von Swiss Paralympic für die WM von Mitte September in Emmen (NL) selektioniert. Für Glanzlichter sorgte Sandra Graf. Sie holte sich im Zeitfahren die Bronzemedaille und gewann Silber im Strassenrennen. Sehr gute persönliche Leistungen zeigten Tobias Fankhauser sowie Heinz Frei mit dem vierten bzw. fünften Rang im Strassenrennen.
Rugby Nach dem Aufstieg in die europäische A-Liga im vergangenen Jahr gelang dem Schweizer Team der Exploit an der A-EM mit dem siebten Platz nicht ganz. Trotz des Abstiegs in die zweite Liga sind die Aussichten für die Zukunft vielversprechend. Mit der konsequenten Investition in Nachwuchsspieler in den vergangenen Jahren konnte Head Coach Adrian Moser ein leistungsstarkes, engagiertes und motiviertes Team aufbauen, welches die richtigen Voraussetzungen mitbringt, mittelfristig wieder in die europäische A-Liga aufzusteigen.
Mit einem Zeitfahren innerhalb der Tour de Suisse und dem Strassenrennen im Stockental konnten sich unsere Athleten in heimischen Gefilden mit der ausländischen Konkurrenz messen. Über das NationenRanking hat die Schweiz bereits je einen Quotenplatz bei den Frauen und Männern für Tokyo 2020 erhalten. Leichtathletik Den ersten Höhepunkt der Leichtathletik Saison verzeichneten Manuela Schär (Weltmeisterin) und Marcel Hug (Vize-Weltmeister) an der Marathon-WM in London. Mit diesen Erfolgen sicherten die beiden der Schweiz je einen Quotenplatz für die Paralympics 2020. Zudem gewann Manuela Schär die prestigeträchtige Abbott World Marathon Series, Marcel Hug erreichte den zweite Platz. 28
Sieg in London und überall SPV I Jahresbericht 2019
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Para-cycling Strassen-WM 2019 in Emmen (NL)
Sportschiessen Nach der Verpflichtung von Walter Berger im letzten Jahr konnte mit Christian Godlinski eine weitere Fachperson gewonnen werden. Der neue Trainer deckt nicht nur den Pistolenbereich hervorragend ab, sondern zeigt sich auch für den Nachwuchs verantwortlich. Nicole Häusler hat für die Schweiz einen Quotenplatz für die Paralympics 2020 gesichert. Die WM mit einer überraschend grossen Teilnehmerzahl und einem unerwartet stark gestiegenen Leistungsniveau schloss sie zwar mit wertvollen Erfahrungen, aber sportlich nicht ganz wunschgemäss ab. Ski Alpin Die Saison nach den Paralympics stand ganz im Zeichen des Trainerwechsels und der WM in Kranjska Gora (SLO) und Sella Nevea (I) vom 21. Januar bis 2. Februar 2019. Mit Greg Chambaz hat ein Walliser die Führung des Swiss Paralympic Ski Teams (SPST) übernommen. Zusammen mit Kevin Caduff, dem Nachwuchs-Verantwortlichen, der zugleich dem Head Coach assistiert, steht den Athleten ein kompetentes Trainerduo zur Verfügung. Mit fünf Medaillen an den Weltmeisterschaften schaffte das SPST eine hervorragende Bilanz. Christoph Kunz erreichte trotz schwierigen Pistenbedingungen den guten fünften Rang im Riesenslalom.So blieb Rollstuhlsport Schweiz ohne Medaillen.
daher im nächsten Jahr an der Qualifikationsrunde in Sardinien antreten. Das Männerteam scheiterte in der WTC Qualifikation und kämpft 2020 nochmals um einen Platz. Erneutes Highlight in diesem Jahr war wiederum der Sieg von Nalani Buob an den JuniorMasters Tarbes. Tischtennis Auf internationalem Parkett vertrat unser Team im ablaufenden Jahr die Schweizer Farben an fünf Weltranglisten-Turnieren sowie an den Europameisterschaften. Mit insgesamt sechs Podestplätzen konnten wiederum einige positive Akzente gesetzt werden. Der Höhepunkt des Jahres war aber ganz klar der Gewinn der Bronzemedaille von Silvio Keller an den Europameisterschaften in Schweden. Dieser Exploit war nicht unbedingt zu erwarten und freute daher umso mehr! Wasserski Christophe Fasel musste aufgrund einer Verletzung im Winter auf eine Teilnahme an der WM im norwegischen Skarnes verzichten. Zum Saisonabschluss gelang ihm ein neuer Europa- und Weltrekord in der Kategorie «Tricks».
Tennis 2019 haben in der Schweiz fünf internationale Turniere, die Schweizer Interclub Meisterschaft (SIM) und die SM stattgefunden. Im November wurde ausserdem zum zweiten Mal in Biasca ein Masters durchgeführt. Am World Team Cup 2019 in Israel erreichte das Damenteam den elften Schlussrang und muss SPV I Jahresbericht 2019
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DIENSTLEISTUNGEN, BREITENSPORT UND SPORTENT WICKLUNG
Rollstuhlsport – ein Lebensgefühl Ob im Club, in einem Camp oder an den Active Motion Days – zahlreiche Rollstuhlsportler haben Neues kennengelernt, Bekanntes aufgefrischt oder mit Gleichgesinnten schöne Momente erlebt. Von Roger Getzmann
Unser Ziel ist, jedes Jahr viele SPV-Mitglieder für Sport und Bewegung zu begeistern. Jeder soll «seinen» Sport regelmässig und lebenslang ausüben, verbunden mit vielen tollen Erlebnissen und Spass.
Breitensport Unsere Breitensportangebote bieten Bewegung auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Settings an. Wir suchen dabei vermehrt die Zusammenarbeit mit Organisationen aus dem validen Sportumfeld. Befähigung zum Sport treiben und Gleichstellung im Sport sind dabei wichtige Maximen. Spass und Bewegung in den Camps Im Sportcamp «move on» wird das erlebt und gelernt, was man später in einem Sport-Club, im Rollstuhlclub oder selbständig als Breiten- und Genusssportler weiterführen sollte. Daraus kann auch die Begeisterung für den Wettkampfsport erwachsen.
Das alljährliche Kids Camp bietet für viele Kinder einen Einstieg in Bewegung und Sport. So wurde im Juni 2019 IKKAIDO für Selbstverteidigung und Kampfkunst gelernt, das Reiten ausprobiert und mit dem neuen Kids-Camp-Song ein Ohrwurm geschaffen. Der traditionelle Hallenbadbesuch am Sonntag und die abschlies senden «Para Kids Summer Games» haben alle Beteiligten – inklusive Eltern – aus den Reserven gelockt. Auch in der Westschweiz und im Tessin haben sich die Kids Days etabliert und eröffnen so für Eltern und Kinder einen ereignisreichen, sportlichen Treffpunkt sowie wertvolle Austauschmöglichkeiten. Fun for wheelies als Nachfolge-Angebot für das Kids Camp fand dieses Jahr in Nottwil und Luzern statt. So erkundeten die «wheelies» den rollstuhlgängigen Foxtrail in Luzern und haben sich beim Blasrohr schiessen und Boccia-Turnier gemessen. 30
An den Active Motion Days fanden die Dauerbrenner Wasserski, Rudern und Kajak erneut Anklang und waren ausgebucht. Weiter mausert sich der Mountainbike-Tag in Conthey zu einem wichtigen Anlass, welcher nicht mehr aus dem Programm wegzudenken ist. Auch in Airolo war der neu aufgezogene Mountainbike-Kurs in Zusammenarbeit mit Ti-Rex ein Must für Adrenalinjunkies und bereits bei der ersten Durchführung ausgebucht. Auch beim Segelkurs in Lugano mussten Interessierte auf die Warteliste gesetzt werden, da die Platzzahl beschränkt war. Skifahren Im Winter steht Sörenberg als feste Grösse und Ausbildungsbasis im Winterprogramm. Mehr als 50 Kurstage und 20 Stützpunkttrainings-Tage wurden angeboten und konnten trotz anfänglichem Schneemangel mit guten Frequentierungen durchgeführt werden. Das Team von Richard Studer und Fabian Emmenegger bot herausragende Erlebnisse, die von den Teilnehmenden überaus geschätzt wurden. Über die Entlebucher Grenzen hinaus sind die Skilehrer des Biosphärenreservats auch in Airolo, St. Moritz und Wildhaus an von der SPV organisierten Kursen im Einsatz. In Villars und Morgins fanden in Zusammenarbeit mit Handiconcept ebenfalls Mono- und Dualskibob-Kurse statt. Arosa und Zinal wurden als Ferienwochen vom Bereich Kultur und Freizeit übernommen und unter der gleichen, kompetenen Leitung der Sörenberger Crew bzw. von Handiconcept durchgeführt. Events In der Westschweiz beteiligte sich Rollstuhlsport Schweiz an verschiedenen Events, die von externen Organisationen für Rollstuhlsportler geöffnet und ausgeschrieben wurden. So zum Beispiel die HandiChallenge in Morges oder der Course DUO in Porrentruy. Diese Anlässe zeigen deutlich, dass die Gleichstellung immer mehr greift und neue Perspektiven für Rollstuhlsportler eröffnet werden. Ein wiederkehrenSPV I Jahresbericht 2019
ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
der, toller Anlass ist der Journée multisports in Yverdon, der bereits zum dritten Mal vom Rollstuhlclub Nord Vaudois organisiert wurde und sich so zum kleinen Bruder des Sportcamps «move on» gemausert hat. Ein Anlass der vielleicht bald Nachahmer in anderen Regionen der Schweiz findet. Neben den vielen eintägigen Events sind die regelmäs sigen Trainings in den Sportarten Tennis (April bis Oktober) und Tischtennis (November bis März) unter der kompetenten Leitung von BouBou Keller aus dem Angebot nicht mehr wegzudenken. Auch der Schwimmkurs für Kids und Jugendliche im Hallenbad Nottwil unter der Leitung von Esther Zünd ist ein Magnet, für den wir jeweils Wartelisten führen müssen.
module mit grossen Teilnehmerzahlen durchgeführt. An zwei Tagen konnten die Teilnehmenden die Ausbildungsstufe 1 abschliessen. Für die Weiterführung in der Stufe 2 hat sich die Zusammenarbeit mit Pro Senectute im Bereich der Erwachsenensport (esa) Kernausbildung gefestigt, was die Durchführung jedes Jahr sichert.
Zusammenarbeit mit den Clubs Die Mitarbeitenden des Fachbereichs Breitensport besuchen regelmässig die Rollstuhlclubs und pflegen den Kontakt mit den Leitenden und Mitgliedern. Gleichzeitig besteht für die Rollstuhlclubs das Angebot, verschiedene neue Inhalte für den Clubsport bei RSS zu bestellen. Damit soll Abwechslung und Neues die Teilnehmenden aus den Reserven locken.
Im Zusammenhang mit der Planung des Jubiläumsanlasses «Giro Suisse» wurde die Zusammenarbeit mit den Clubs intensiviert. Das Ziel ist es, eine Handbiketour von Club zu Club zu organisieren. Der Testevent vom 22. bis 25. August 2019 war auf jeden Fall ein voller Erfolg – dies vor allem auch dank der Unterstützung der beteiligten Rollstuhlclubs Fribourg, Bern und Solothurn. Eine Mehrheit der Rollstuhlclubs hat sich für die Mitwirkung am Giro Suisse 2020 gemeldet. Das wird ein Grossanlass und mit Sicherheit das Highlight des Breitensportprogramms 2020! An der Sportchefkonferenz wurde das Konzept des Einsteigercoachs vorgestellt mit dem Ziel, Neumitglieder schneller und nachhaltiger in die Clubaktivitäten zu integrieren und so auch die «Dropout-Quote» zu verringern. Die Sportberatungen in den Reha-Zentren in der Schweiz sind ebenfalls wichtige Eckpfeiler der Mitgliedergewinnung. Diese Arbeit ist aufwändig aber lohnenswert. Auch für Externe steht die Beratungsdienstleistung offen und kann auf der SPV-Website online gebucht werden.
Sportentwicklung
Testevent für den Giro Suisse
Für die rollstuhlsportspezifische Fachausbildung bot RSS eine kombinierte Fachausbildung mit Einführungskus an. Ausnahmsweise wurden 2019 alle vier Module der Ausbildungsstufe 3 ausgeschrieben. Ausser dem Modul «Physis» konnten alle Kurse durchgeführt werden. Mit «Methodik-Didaktik und Psyche» sowie «Sport+Gesundheit» erreichten Leitende die dritte Stufe der Trainerlaufbahn. Neben der Kooperation mit Erwachsenensport Schweiz wurden erneut vier interdisziplinäre Module von Jugend+Sport in Zusammenarbeit mit anderen Behindertensportverbänden mitgetragen. Dabei werden viele Jugend+SportLeitende erreicht und für den Behindertensport sowie die Gleichstellung sensibilisiert. Überhaupt wird in absehbarer Zukunft im Bereich der Sportförderung des Bundes vieles in Bewegung kommen, hat doch Bundesrätin und Sportministerin Viola Amherd im November am Jubiläumsanlass «75 Jahre Magglingen» eine klare Position zum Thema «Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Sport» bezogen. Man darf gespannt sein, was diese Ansage im Sinne einer Strategieänderung bewirkt.
Der Bereich «Sportentwicklung» bietet Sportleitern und Trainern angepasste und bedürfnisorientierte Kurse an. So wurden 2019 je zwei Basis- und PraxisSPV I Jahresbericht 2019
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ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
UNSERE ELITE
CLUBBESUCHE
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Kadermitglieder
Eine zentrale Aufgabe ist die Beratung und Betreuung der Trainer in den Rollstuhlclubs. Mit diesen Besuchen möchten wir die Trainer unterstützen und motivieren, sowie die Qualität der Trainingsangebote sicherstellen. 2019 haben wir sämtliche Rollstuhlclubs mit Sportangebot besucht. Total ergab dies eine Rekordzahl von 32 Clubbesuchen. Anzahl Clubbesuche
32
30
26
23
20 10
3
Badminton
2 11
Basketball 1
Bob
A-Kader
2
Bogenschiessen
Nationalkader
6
Curling 1
Golf
5
4
3
Leichtathletik
9
9 10
Powerchair Hockey
5
0 2013
Elite-Athleten pro Sportart und Kaderstufe
Handbike
16 10
In 15 Sportarten gab es 2019 total 79 Kadermitglieder, verteilt auf 59 Nationalkader und 20 A-Kader. 19 Athleten waren zusätzlich im Elite-Fördergefäss Para Top Athleten. Die Teamsportarten verfügen jeweils nur über die Kaderstufe Nationalkader.
10
Rugby 2
Ski Alpin 2014
2015
2016
2017
2018 2019
3
Sportschiessen Tennis
1
Tischtennis
1
3
1
Wasserski
TITELWETTKÄMPFE
1
0
2
4
6
8
10
12
19 Medaillen gefeiert Viele unserer Sportler waren 2019 erfolgreich unterwegs, 9 Athleten durften für ihre Topleistungen insgesamt 19 Medaillen entgegennehmen. Erfreulich, dass im Vergleich zum Vorjahr Bob (erstmals), Tennis und Tischtennis Medaillen feiern konnten. Unsere Juniorinnen Nalani Buob (Tennis) und Licia Mussinelli (Leichtathletik) gewannen 6 der 19 Medaillen (2 Gold, 2 Silber, 2 Bronze).
Gold 5
Silber 8
32
Bronze 6
EINSTEIGER-COACH
Mit Sport durchs Leben Sport ist wichtig. Gerade für Querschnittgelähmte, die ihr Leben grösstenteils sitzend verbringen. Seit 2019 beraten erste Einsteiger-Coachs neue Mitglieder in den Rollstuhlclubs.
Frage kommt. Sie begleiten das neue Mitglied in der Anfangsphase, stellen die Kontakte her und sind damit Garant, dass die Integration in den Sport und das Clubleben klappt.
Frischverletzte sind mit Alltagsfragen oft so stark beschäftigt, dass sie sich nicht darum kümmern können, sich für ihre Gesundheit ein sportliches Hobby zu suchen.
Mit diesem Angebot wird der Übergang von der Rehabilitation in den Rollstuhlclub engmaschig begleitet und gleichzeitig die Lebensqualität gefördert. Selbstverständlich bieten wir weiterhin Sportberatung in den Die Coaches erklären auf Augenhöhe, Rehabilitationskliniken an und erlauwelche Sportarten wo angeboten wer- ben mit unseren Camps und Kurse den. Sie klären auch individuell ab, was Einstiegsmöglichkeiten in den Sport. für die jeweilige Person überhaupt in SPV I Jahresbericht 2019
RUBRIK ROLLSTUHLSPORT SCHWEIZ
PATRONATE
BREITENSPORT
Veranstaltungen
690 Tage Spass
Nicht weniger als 69 Events mit Beteiligung von Rollstuhlsportlern erhielten 2019 finanzielle Unterstützung und Beratung, dies nicht nur in den Sportarten mit Technischen Kommissionen (TK). Hinzu kommt die Kostenbeteiligung für die Schiedsrichter, namentlich der Basketball-Meisterschaft. Unsere Förderung von attraktiven Wettkampfmöglichkeiten für Rollstuhlsportler! SPV Patronate für Sportanlässe mit Rollstuhlsportlern 10
10
Multisport 67
6 5
4
4
Ausdauersport 62 Spielsport 166
4
1 Sportschiessen
Tennis
1 Ski Alpin
Rugby
Powerchair Hockey
Leichtathletik
Handbike
Curling
Bogenschiessen
Basketball
0
1 Segeln
2 0
2
2
Unihockey
3
Tischtennis
3
Bob
2
Auch in vielen anderen Sportarten haben wir junge und ältere aktive Rollstuhlfahrer bewegt. Anzahl Teilnehmer-Kurstage
8 6
In unseren zahlreichen Breitensport kursen war erneut das Skifahren der absolute Renner: Nicht weniger als 372 Teilnehmertage wurden in unseren Kursen absolviert.
SPEZIELLE FÖRDERUNG
TRAINER
Nachwuchsathleten
Hochstehende Ausbildungsqualität
Aus 13 Sportarten sind 54 Nachwuchsathleten in Fördergefässen. Dies ist unsere Zukunft und wir freuen uns, wenn viele dereinst den Weg in unsere Elitekader oder sogar an die Weltspitze schaffen. Nachwuchsathleten pro Sportart und Fördergefäss Badminton
1
1
Basketball
6
Bogenschiessen
0
Curling
0
Fechten
1
1 4
1 2
5
2 8
Rugby Sportschiessen
1
Tennis
1
Tischtennis
1 0
esa-Ausbildungen 67
Para Talent 2
Powerchair Hockey 1
J+S Ausbildungen 22
Future Rolli 3
Leichtathletik
Ski Alpin
In total zehn Ausbildungskursen hat das RSS-Team kompetente Trainerinnen und Trainer ausgebildet. Dies sind 25 % mehr als 2018. Die Kursrückmeldungen waren mit einer Bewertung von durchschnittlich 5,62 von 6,00 herausragend. Ausgebildete Trainer/-innen
2 Basic Rolli
2
Handbike
2
Wassersport 23
Skisport 372
3
1
1
1
1
2
SPV I Jahresbericht 2019
4
6
8
10
12
Basismodule 37
33
LEBENSBERATUNG
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SPV I Jahresbericht 2019
LEBENSBERATUNG
HIGHLIGHT DES JAHRES
Ein Weg zu mehr Selbständigkeit Die Beratung von Betroffenen für Betroffene ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensberatung. So auch im Fall von Rolf, welcher durch die Beratung mehr Selbständigkeit erlangte. Von Harald Suter, Bereichsleiter LB ad interim
Ende Dezember traf ein freudiger Anruf bei der Lebensberatung ein. Am Telefon war Rolf (Name geändert). Er war überglücklich und bedankte sich für das «Weihnachtsgeschenk». Damit war der Weg gemeint, der bei seinem Einfamilienhaus durch den Garten gebaut werden konnte. Dies durch die Zusammenarbeit der Lebensberatung (LB) mit dem Zentrum für hindernisfreies Bauen (ZHB) und der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS). Im Frühsommer 2019 rief Rolf, ein Tetraplegiker im AHV-Alter, die Lebensberatung zum ersten Mal an. Von der Garage seines Einfamilienhauses führte ein Sitzlift in die Wohnung. Durch die Verschlechterung seines Gesundheitszustandes war es ihm nicht mehr möglich, selbständig auf den Sitzlift zu transferieren und so das Haus ohne fremde Hilfe zu verlassen. Situationsanalyse Der Mitarbeiter der Lebensberatung vereinbarte mit Rolf eine Besichtigung bei ihm zu Hause. Da das Treppenhaus sehr schmal ist, gibt es keine Möglichkeit, einen Plattformlift zu installieren. Im Gespräch fanden sie heraus, dass der Garten des Hauses jedoch sehr gross ist und gegebenenfalls von dort ein Zugang zur Wohnung geschaffen werden könnte, dies jedoch noch mit einem Baufachmann besprochen werden müsste. Im gleichen Gespräch gab ihm der selber querschnittgelähmte Mitarbeiter der Lebensberatung weitere Tipps und Tricks für den Umgang mit seiner Querschnittlähmung.
im AHV-Alter keine neuen Leistungen der IV zugute hat, und er selber finanziell über keine Eigenmittel verfügt, musste die Finanzierung geklärt und ein Gesuch an die Schweizer Paraplegiker-Stiftung eingereicht werden. Das ZHB führte für die SPS die Abklärung betreffend rollstuhlgerechtem Bauen durch, worauf diese eine Kostengutsprache gewährte. Selbständigkeit schafft Lebensqualität Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten kann Rolf heute das Haus mit dem Elektrorollstuhl selbstbestimmt und selbständig über den neu geschaffenen Serpentinenweg verlassen. Er ist überglücklich, dass er wieder selber im Dorf etwas einkaufen gehen kann und für die Arzt- und Therapietermine keine Hilfe mehr benötigt.
Ein gelungenes Projekt dank der richtigen Zusammenarbeit und umfassender Beratung.
Vermittlerdienste Bei einem zweiten Gespräch vor Ort war auch der lokale Gartenbauer anwesend. Gemeinsam wurde eine Lösung gefunden, wie ein Zugang durch den Garten aussehen könnte. Zu beachten war, dass dieser für den Elektrorollstuhl nicht zu steil wird und auch im Winter befahrbar sein muss. Der Gartenbauer erstellte eine Skizze und eine entsprechende Offerte. Da Rolf SPV I Jahresbericht 2019
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LEBENSBERATUNG
DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Beratung für alle Altersgruppen Die Nachfrage nach dem Dienstleistungsangebot der Lebensberatung steigt stetig. Dies quer durch alle Altersgruppen und in allen Lebensphasen. Von Harald Suter
Früher waren meist jüngere Personen von einer Querschnittlähmung betroffen. Heute gibt es immer mehr Menschen, welche im AHV-Alter eine Querschnittlähmung erleiden. Zudem haben Querschnittgelähmte mittlerweile die gleiche Lebenserwartung wie nicht betroffene Personen. Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel weg vom Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach hin zu Einzelhaushalten. Dadurch haben Betroffene oftmals nur ein kleines oder kein soziales Umfeld, welches in schwierigen Lebenssituationen Hilfestellungen geben kann. Für uns bedeutet dies, dass sich die Mitarbeitenden der Lebensberatung ein immer breiteres Spektrum an Wissensinhalten aneignen und vermitteln müssen.
Sozialberatung In der Sozialarbeit haben wir steigende Fallzahlen und vermehrt komplexere Situationen. Um dem gerecht zu werden, mussten wir diesen Bereich personell leicht aufstocken. Oft verfügen regionale Sozialberatungsstellen nicht über spezifisches Wissen zu allen Aspekten einer Querschnittlähmung. Es geht häufig nicht nur um Sozialversicherungsfragen oder die Finanzen, sondern um Inklusion und Selbstbestimmung. Unsere Sozialarbeitenden haben die Möglichkeit, Betroffene beim Austritt aus der Rehabilitation zu begleiten. Sie können in der Beratung alle relevanten Fragen aufnehmen, gemeinsam Lösungen erarbeiten und, wo nötig, die Mitglieder an spezifische Partnerorganisationen vermitteln. Es zeigt sich, das eine engmaschigere Beratung gleich nach Austritt aus der Rehabilitation nachhaltig ist und den Betroffenen die gewünschte Unterstützung bringt. Dies wird immer öfter von den vier Rehabilitationszentren der Schweiz und anderen Organisationen in An36
spruch genommen. Diese übergeben «Fälle» oft direkt an uns. Damit wir die Betroffenen in der ganzen Schweiz zukünftig so intensiv begleiten können, scheint auch ein Ausbau der personellen Ressourcen unabdingbar.
Aussendienst Unsere Aussendienstmitarbeiter sind die erste Anlaufstelle für Neumitglieder, ein Leben lang und egal, ob sie sich in einer der vier Reha-Kliniken oder zu Hause befinden. Sie sind aber auch die ersten Ansprechpartner für all jene, die Fragen in Zusammenhang mit der Querschnittlähmung haben. Sie beraten nicht nur zu unseren Dienstleistungen und Vergünstigungen, sondern fungieren vielmehr als Peer Counselors und geben ihre Lebenserfahrung weiter; im Sinne von «von Betroffenen für Betroffene». Wie kann ich mich trotz der Behinderung gesellschaftlich und sozial integrieren? Welche Möglichkeiten habe ich, meine Freizeit zu verbringen? Wie kann ich mein Leben weiter sinnstiftend und befriedigend gestalten? Die Fragen, die an uns gestellt werden, sind sehr individuell und hängen stark von den jeweiligen Ressourcen des Betroffenen ab.
Beruf und Leben Im Bereich Beruf und Leben begleiten wir vor allem jüngere Personen bei der Eingliederung in die Arbeitswelt. Dies in enger Zusammenarbeit mit Berufsintegrationsfachleuten wie beispielsweise von der Abteilung ParaWork des SPZ Nottwil. Zusammen mit ParaWork und der Stiftung Esperanza haben wir dieses Jahr ein Pilotprojekt entwickelt, damit wir auch Personen aus der Romandie in der beruflichen Eingliederung vor Ort besser unterstützen und begleiten können.
SPV I Jahresbericht 2019
RUBRIK LEBENSBERATUNG
SCHULUNGEN
Fachreferate Die Mitarbeitenden der Lebensberatung hielten im letzten Jahr 31 Fachreferate zum Thema Leben mit einer Querschnittlähmung. Neben grundsätzlichen Aspekten der Querschnittlähmung stand mehrmals das Thema Alter und Rollstuhl im Zentrum. Gehalten haben wir auch Fachreferate zu selbstbestimmtem Wohnen und Leben sowie zu verschiedenen Sozialversicherungsthemen. Wir durften bei HR- und Management-Veranstaltungen von namhaften Firmen referieren und so Hemmschwellen in der beruf lichen Integration abbauen. Wir bauten so wichtige Netzwerke auf und konnten Rollstuhlfahrern eine Stelle vermitteln.
BERATUNGEN
4524 So viele Kontakte hatten 2019 die Mitarbeitenden der Lebens beratung zu Menschen mit einer Behinderung und/oder deren Angehörigen. Wir beraten und begleiten nicht nur die betroffenen Personen selber, sondern auch Familienange hörige oder Menschen aus derem engeren Umfeld. Angehörige leisten immer noch den grössten Beitrag an Freiwilligenarbeit in Betreuung und Pflege. Umso wichtiger ist es, das Umfeld vor Überbelastung zu schützen und gemeinsam Entlastungsmöglichkeiten zu suchen und diese wahrzunehmen. SPV I Jahresbericht 2019
IM ANDENKEN
Erwin Zemp Bereichsleiter Lebensberatung 5. Juli 1955 – 29. Mai 2019
fenes Ohr und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sein oberstes Ziel war immer, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbesErwin Zemp war 20 Jahre lang für die SPV sern und deren Integration zu fördern. Dies als Aussendienstmitarbeiter und später als auch als ESCIF-Delegierter, Stiftungsrat der Bereichsleiter der Lebensberatung tätig. Mit Schweizer Paraplegiker-Stiftung und der viel Menschlichkeit und Herzenswärme Daniela Jutzeler Stiftung. Auch in anderen setzte er sich für die Belange der Quer- Fachgremien verlor er dieses Ziel nie aus schnittgelähmten ein. Erwin hat die SPV den Augen. geprägt und weiterentwickelt. Das ganze SPV-Team dankt Erwin für alles, Selbst durch einen Motorradunfall quer- was wir mit ihm erleben konnten und für schnittgelähmt, hat Erwin Menschen in alles, was wir von ihm lernen durften. Seine schwierigen Lebenssituationen begleitet, Warmherzigkeit, sein Lachen und seine inberaten und betreut. Er hatte für alle ein of- neren Werte werden uns stets begleiten.
HERZLICH WILLKOMMEN
Neumitglieder 296 neue Aktivmitglieder wurden 2019 in den 27 Rollstuhlclubs aufgenommen. Der Grossteil davon direkt über die Aussendienstmitarbeitenden der Lebensberatung in den vier Rehabilitationskliniken der Schweiz. Bei Neuanmeldungen über die Rollstuhl300 250 200
Neuaufnahmen
324
2014
296
269
264 2013
309
297
311
150 100
clubs haben unsere Aussendienstmitarbeitenden nachträglich Kontakt aufgenommen, um diese Mitglieder über die Dienstleistungsangebote der SPV zu informieren und ihnen auch weitere Tipps und Tricks mitzugeben.
2015
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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
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INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
HIGHLIGHT DES JAHRES
Gut Ding will Weile haben Meine acht Jahre beim Institut für Rechtsberatung der SPV haben mich vor allem eines gelehrt: Gut Ding will Weile haben. So konnten wir im letzten Jahr einen Fall aus 2016 endlich abschliessen. Von Michael Bütikofer, Bereichsleiter IRB, Rechtsanwalt und Notar
Die Verfahren, welche wir für die SPV-Aktivmitglieder führen, dauern oftmals lange. Dies wiederum führt regelmässig zu – nota bene nachvollziehbarem – Unverständnis auf Seiten unserer Klienten. Umso schöner ist es jeweils, wenn den Betroffenen nach einer langen Verfahrensdauer ein positiver Bescheid überbracht werden kann. So beispielsweise auch im nachfolgend beschriebenen Fall einer hinterbliebenen Ehefrau eines Tetraplegikers. Die Hintergründe Die Ausgangslage war die folgende: Der Ehemann erlitt bei einem schweren Verkehrsunfall eine komplette Tetraplegie. Für die Folgen seiner Behinderung war er bei der Suva versichert. Diese erbrachte während mehr als 40 Jahren sämtliche UVG-Leistungen. Zudem wurde der Ehemann über die vier Jahrzehnte tagtäglich von seiner Ehefrau gepflegt, wodurch der Suva eine Menge Pflegebeiträge erspart blieben. Im Jahr 2016 verstarb der Ehemann und die Suva weigerte sich, der Ehefrau eine Hinterlassenenrente auszurichten. Die Suva stellte sich auf den Standpunkt, der Ehemann sei nicht an den Folgen seiner Tetraplegie verstorben, womit die Voraussetzungen für eine Hinterlassenenrente nicht erfüllt seien. Gegen diese Auffassung galt es anzutreten. Das lange Verfahren Die Frage nach der Todesursache ist primär medizinischer Natur. Mir und damit der hinterbliebenen Ehefrau kam deshalb einmal mehr die ausgesprochen wertvolle Zusammenarbeit mit unserem Vertrauensarzt zugute. Zusammen mit ihm konnte ich den Fall besprechen, eine Strategie festlegen und die ablehnende Verfügung der Suva im Januar 2017 anfechten. Daraufhin erliess die Suva am 28. August 2017 einen Einsprache-Entscheid, den ich mit Beschwerde vom 27. September 2017 beim zuständigen Kantonsgericht angefochten habe. Unter dem Eindruck der Beschwerde teilte die Suva dem Gericht im Dezember 2017 mit, SPV I Jahresbericht 2019
ihren Einsprache-Entscheid zurückzunehmen und weitere medizinische Abklärungen anzuordnen. Dies markierte einen ersten Zwischenerfolg auf dem Weg zur Hinterlassenenrente für die Ehefrau. Im Mai 2018 teilte die Suva mit, ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten in Auftrag geben zu wollen. Im Juni 2018 äusserte ich mich zu diesem Vorhaben, gab mögliche Experten bekannt und formulierte zuhanden der Sachverständigen zahlreiche Fragen. Noch im Juni 2018 gab die Suva das Gutachten in Auftrag. Ab diesem Zeitpunkt begann das lange Warten. Verständlicherweise hat sich die hinterbliebene Ehefrau bei mir immer wieder nach dem Verfahrensstand erkundigt. Sie wollte wissen, ob das Gutachten endlich vorliege und falls nicht, bis wann mit diesem zu rechnen sei. Mir blieb in dieser Situation nichts anderes, als den Ball der Suva zuzuspielen. Diese wiederum verwies auf die Gutachter, welche offenbar sehr ausgelastet waren. Das gute Ende Dann, im November 2019 und damit mehr als 1100 Tage nach dem Tod des Ehemannes, gab die Suva endlich bekannt, dass sie der hinterbliebenen Ehefrau eine Hinterlassenenrente ausrichten werde. Der Fall war damit gewonnen und die Ehefrau finanziell abgesichert. Gut Ding will eben Weile haben.
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DIENSTLEISTUNGEN UND PROJEKTE
Das Jahr der Veränderungen Es mag eine Binsenwahrheit sein, aber Veränderungen gehören zum Berufsalltag. 2019 galt dies ganz besonders für das Institut für Rechtsberatung (IRB). Gleich mehrere Veränderungen haben das vergangene Jahr geprägt. Von Michael Bütikofer
Das IRB hat sich auch im 2019 primär mit der rechtlichen Begleitung der SPVMitglieder befasst, daneben aber auch publiziert, Vorträge gehalten und sich weitergebildet. Entsprechend unserem Auftrag standen dabei sozialversicherungsrechtliche Fragestellungen im Vordergrund. Auch im 2019 haben wir unsere Mitglieder bei Rechtsfragen aus den Bereichen der IV, der Unfallversicherung, der Krankenkassen, der Ergänzungsleistungen sowie der Pensionskassen unterstützt. Ein thematischer Schwerpunkt waren die Pflegebeiträge der Unfallversicherungen sowie die diesbezügliche subsidiäre Leistungspflicht der Krankenkassen. Per 1. Januar 2017 ist die revidierte Verordnung über die Unfallversicherung in Kraft getreten. Im Rahmen dieser Revision wurden u.a. die Pflegebeiträge neu geregelt. Doch heute, drei Jahre nach dieser Revision, ist leider nach wie vor unklar, in welchem Umfang die Unfallversicherungen Pflegebeiträge schulden. Ein wegweisendes Bundesgerichtsurteil gibt es derzeit (noch) nicht. Hingegen konnte das IRB mit dem Urteil vom 11. Oktober 2018 (KV.2017.00030) vor dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in Sachen subsidiäre Leistungspflicht der Krankenkassen bereits ein wegweisendes Urteil erstreiten, welches in Rechtskraft erwachsen ist. Also ein Jahr wie viele vorher auch? Nein nicht ganz. Gerade im personellen Bereich erlebte das Institut für Rechtsberatung (IRB) ein turbulentes Jahr. Rechtsanwältin Sarah-Maria Kaisser wurde zum zweiten Mal Mutter. Dies bedeutete für das Team eine personelle Unterdotierung während des Mutterschaftsurlaubs, welche jedoch ab April 2019 von Géraldine Hert aufgefangen wurde. Sie hat sich rasch eingearbeitet und ins Team integriert. Ab 2020 übernimmt sie die Stellenprozente von Michael Weissberg.
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Abschied Michael Weissberg Die mit Abstand grösste Veränderung stand dem IRB per Ende September 2019 bevor. Michael Weissberg, welcher 33 Jahre für den Bereich tätig gewesen war und dabei unzählige Verfahren im Interesse von Querschnittgelähmten ausgefochten hatte, trat von seiner Funktion als Bereichsleiter zurück. Mit 33 Dienstjahren ist Michael Weissberg der längst gedienteste SPV-Mitarbeiter überhaupt. Zwar hat Michael Weissberg die SPV per Ende 2019 definitiv verlassen. Dem IRB wird er jedoch auch über das Jahr 2019 hinaus beratend zur Verfügung stehen und ausserdem seine Anwalts- und Notariatskanzlei in Biel weiterführen. So können die Mitglieder der SPV indirekt weiterhin von seiner wertvollen Unterstützung und seiner grossen Erfahrung im Sozialversicherungsrecht profitieren.
Als Nachfolger von Michael Weissberg hat der langjährige IRB-Mitarbeiter, Michael Bütikofer, die Leitung des IRB übernommen. Dieser freut sich auf die neue Funktion, welche er offiziell per 1. Oktober 2019 angetreten hat. Michael Bütikofer steht ein gut eingespieltes und kompetentes Team zur Seite. Als wären dies alles nicht schon genug Veränderungen, bereitete das IRB 2019 eine räumliche Veränderung vor. In den vergangen zweieinhalb Jahren war das Team auf zwei Büros an der Plänke- und der Zentralstrasse in Biel aufgeteilt gewesen. Ab dem 13. Januar 2020 wird das IRB ausschliesslich in den rollstuhlgängigen Räumlichkeiten an der Zentralstrasse 45/47 in Biel zu finden sein. Da Veränderung wie gesagt zum Berufsalltag gehören, dürfte wohl auch im 2020 die eine oder andere Veränderung das IRB bereichern.
SPV I Jahresbericht 2019
INSTITUT FÜR RECHTSBERATUNG
DOSSIERS
Lang dauernde Fälle Ende 2019 waren beim Institut für Rechtsberatung 505 Fälle bzw. Dossiers offen, wovon im Verlauf des Jahres rund ein Drittel neu hinzugekommen waren.
von durchschnittlich fünf Mitarbeitenden des IRB betreut, wobei Géraldine Hert zuerst Sarah-Maria Kaisser während deren Mutterschaftsurlaub vertrat und anschliessend die Stellenprozente von Dr. Michael Etwa gleich viele Dossiers konnten im glei- Weissberg übernahm. Die fünf Mitarbeitenchen Zeitraum abgeschlossen werden. Knapp den teilen sich knapp 300 Stellenprozente 350 SPV-Mitglieder werden somit schon bei der SPV. Somit führt jede/r der IRBseit mehr als einem Jahr (oder bereits we- Mitarbeitenden – mit durchschnittlich 60 sentlich länger) vom IRB begleitet. Die zu Stellenprozent – rund 100 Dossiers. bearbeitenden rund 500 Dossiers wurden Dossieranzahl im Jahresvergleich
2016
MITARBEITENDE
54
Engagiertes Team Die sechs Mitarbeitenden des IRB wiesen im 2019 zusammen 54 Dienstjahre aus, wobei 33 davon auf Dr. Michael Weissberg ent fielen. Auf die anderen fünf Mitarbeitenden entfielen somit je rund 4 Dienstjahre. Die Mitarbeitenden des IRB waren im 2019 durchschnittlich 38,3 Jahre alt.
297 Dossiers
RECHTSBERATUNGEN 2017
463 Dossiers
2018
464 Dossiers
2019
505 Dossiers
In Nottwil, Sion, Zürich und Basel
0 100 200 300 400 500 600
WEITERBILDUNGEN
Vorträge und Publikationen Auch im Jahr 2019 haben die Mitarbeitenden des IRB diverse Vorträge gehalten, u.a. zu den Themen: Wer bezahlt für die 24-StundenBetreuung? Pflegefinanzierung UVG; Rechte aus Sicht des Patienten; rechtliche Aspekte der Spitex-Dienstleistung; Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung; Financement des soins à domicile dans l‘assurance-accident. Darüber hinaus verfasste das IRB Publikationen zu den Themen der Invalidenrente, der Rollstuhlbeschädigung beim Flugtransport, der Beteiligung der Invalidenversicherung an Umbaukosten sowie der Hilflosenentschädigung. SPV I Jahresbericht 2019
Selbst nahmen die Mitarbeiten des IRB 2019 an 10 Weiterbildungen teil, u.a. zu den Themen: Konstitutionelle Prädisposition und intensitätsarmer Kausalzusammenhang; Aktuelles im Haftpflicht- und Privatversicherungsrecht; Sozialversicherungsrecht – Entwicklungen; Wie gehen Versicherungsgerichte mit medizinischen Diskrepanzen um?; Ist die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Grundpflege konsistent?; Grenzen des strukturierten Beweisverfahrens; Was kann das medizinische Gutachten leisten?; Wie weit geht die Schadenverhinderungs- und -minderungspflicht?; Die Kostengutsprache der Krankenversicherung.
Abgesehen von Rechtsberatungsterminen am Sitz des IRB selbst, d.h. in Biel/Bienne, bieten die Mitarbeitenden des IRB mindestens einmal pro Monat im SPZ in Nottwil Rechtsberatungen für Querschnittgelähmte an. 2019 hat das IRB im SPZ an 12 Terminen 55 Patienten beraten. Aus diesen 55 Beratungen resultierten schliesslich 40 längerfristige Aufträge, d.h. es wurden 40 neue Dossiers eröffnet. In anderen Worten bedeutet das, dass in rund 72 % der Fälle eine längerfristige rechtliche Begleitung der Querschnittgelähmten angezeigt war. Dies belegt, wie extrem wichtig solche Rechtsberatungstermine sind. Anzumerken ist, dass das IRB im 2019 auch in der Clinique romande de réadaptation in Sion, in der Uniklinik Balgrist sowie im REHAB Basel Rechtsberatungen durchgeführt hat. 41
FINANZEN
42
SPV I Jahresbericht 2019
FINANZEN
FINANZIELLE SICHT
Geplanter Aufwandüberschuss Die SPV hatte unter Berücksichtigung der Plafonierung des Betriebsbeitrags der SPS bei CHF 6,45 Mio. ein Aufwandüberschuss von CHF 2,64 Mio. budgetiert. Es resultierte ein Defizit von CHF 2,05 Mio. Von Natalie Nyffeler, Fachbereichsleiterin Finanzen und Controlling
Im Jahresabschluss 2019 weist die SPV aufgrund von höheren Einnahmen (+0,7%) und geringeren Ausgaben (–3,7%) als im Budget vorgesehen einen Aufwandüberschuss von CHF 2,05 Mio. aus. Der gegenüber dem Budget tiefer ausgefallene Betriebsaufwand ist unter anderem auf ein geringes Defizit bei den «Nottwil 2019 World Para Athletics Junior Championships» und Verzögerungen bei Informatikprojekten zurückzuführen. Die zeitliche Verzögerung beim Projekt Digitalisierung beruht hauptsächlich darauf, dass der externe Projektpartner aufgrund eines deutlichen Personalausbaus und eines wichtigen Plattformwechsels die Leistungen ihrerseits nicht vollumfänglich umsetzen konnten. Zudem hat die SPV beim Teilprojekt Relaunch Mitgliederverwaltung die Rollstuhlclubs in die Entwicklung der Prozesse und Lösungen miteinbezogen. Die Zusammenführung der Apps für barrierefreie Angebote von Pro Infirmis und SPV konnte nicht wie geplant im 2019 vorangetrieben werden. Einerseits fehlten bei der SPV bedingt durch einen Mutterschaftsurlaub die Personalressourcen und andererseits wurde der Antrag zur Mitfinanzierung vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen abgelehnt, was zu einer neuen Ausgangslage führte. Die Umsetzung der erwähnten Projekte ist trotz zeitlichen Verzögerungen jedoch nicht gefährdet. Bei der Direkthilfe ist im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Zunahme zu vermerken. Im 2019 konnten beispielsweise alle Ferienreisen für Mitglieder mit Tetraplegie durchgeführt werden. Da eine Reise für alle Mitglieder aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt werden musste, konnte stattdessen eine Reise für Mitglieder mit Tetraplegie, welche sich einer grossen Nachfrage erfreute, ein zweites Mal durchgeführt werden. Im Vorjahr wurden hingegen vier Reisen abgesagt. Im Bereich Rollstuhlsport wurden zwei Patronate für Titelwettkämpfe in der Schweiz gesprochen, zusätzliches Sportmaterial angeschafft, die Auflagen SPV I Jahresbericht 2019
für den Erhalt von Unterstützung in der Sportprofessionalisierung besser erfüllt und die Teilnahme an zusätzlichen Wettkämpfen unterstützt. Sämtliche Fonds der SPV wurden bis anhin als Fonds gegenüber Dritten im Fremdkapital gezeigt. Aufgrund der Entstehung und Verwendung der Fonds drängte sich eine Teilumgliederung in der Bilanz vom Fremdins Eigenkapital auf. Die Fonds «Härtefälle», «Sport», «zweckgebundene Spende» und «Schwankungsfonds Art 74 IVG» werden als Fonds aus Drittmitteln weiterhin unter dem zweckgebundenen Fondkapital ausgewiesen. Die Fonds «Paraplegiker» und «Leistungsnetz SPV» hingegen werden als gebundenes Kapital im Eigenkapital gezeigt, da sie hauptsächlich durch die Ertragsüberschüsse der Jahresrechnung bis 2012 und die freigewordenen Reserven aus der Umstellung der Rechnungslegung geäuffnet wurden. Die beiden Fonds dienen allein zur finanziellen Absicherung, zur Aufrechterhaltung oder zum Ausbau der qualitativ hochstehenden Leistungen zu Gunsten der Querschnittgelähmten. Die auf der Passivseite ausgeschiedenen zweckgebundenen Fonds von Dritten sowie die Fonds, die beim gebundenen Kapital aufgeführt sind, werden weiterhin separat als zweckgebundene Anlagen auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen. Die Vorjahreswerte in der Jahresrechnung wurden zur Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Das Defizit von CHF 2,05 Mio. wird über Entnahmen aus dem Fonds «Leistungsnetz SPV» gedeckt. Zudem wird der Finanzerfolg bei allen Fonds aufgrund der Zweckbindung in der Fondsrechnung passiviert. Der Abbau der zweckgebundenen Fonds und des gebundenen Kapitals beläuft sich per Ende 2019 aufgrund des erfolgreichen Anlagejahres daher trotz Defizitdeckung auf netto CHF 0,32 Mio. und führt zu einem Bestand von CHF 18,91 Mio. bei den zweckgebundenen Anlagen.
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FINANZEN
Bilanz
in CHF
Aktiven
31.12.2019 31.12.2018 Flüssige Mittel 3 866 515 4 075 374 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 183 539 81 640 Übrige kurzfristige Forderungen 38 332 9 494 Aktive Rechnungsabgrenzungen 270 863 279 373 Umlaufvermögen 4 359 250 4 445 880 Sachanlagen 313 734 403 877 Immaterielle Anlagen 0 0 Weinberg «La Martignière» 1 760 1 760 Zweckgebundene Anlagen 18 910 788 19 228 256 Anlagevermögen 19 226 282 19 633 892 Aktiven 23 585 532 24 079 772
Passiven
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 194 531 219 468 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 903 871 1 005 847 Kurzfristige Rückstellungen 444 935 223 805 Passive Rechnungsabgrenzungen 847 709 666 317 Kurzfristiges Fremdkapital 2 391 045 2 115 437 Langfristige Rückstellungen 588 206 1 040 587 Langfristiges Fremdkapital 588 206 1 040 587 Total Fremdkapital 2 979 251 3 156 023 Fondskapital 394 774 514 137 Zweckgebundenes Fondskapital 394 774 514 137 Gebundenes Kapital 18 516 014 18 714 119 Vereinskapital 1 695 493 1 695 493 Vereinskapital und gebundenes Kapital 20 211 507 20 409 612 Passiven 23 585 532 24 079 772
Risikobeurteilung und Internes Kontrollsystem Bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wird eine jährliche Risikobeurteilung durchgeführt und mit einem internen Kontrollsystem (IKS) für die finanzielle Berichterstattung gearbeitet. Der Zentralvorstand hat an seiner Herbst-Sitzung den IKS-Bericht 2019 und den Bericht zur Risikobeurteilung 2019 zur Kenntnis genommen und die vorgeschlagenen Massnahmen genehmigt.
Revidierte Jahresrechnung Die Jahresrechnung der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung wurde einer ordentlichen Revision durch PricewaterhouseCoopers AG unterzogen. 44
SPV I Jahresbericht 2019
FINANZEN
Betriebsrechnung
in CHF
Betriebsertrag
2019 2018 Mitgliederbeiträge, Spenden, Erbschaften und Legate 116 236 71 894 davon zweckgebunden 10 580 12 850 davon frei 105 656 59 044 Beiträge der öffentlichen Hand 2 919 564 2 919 307 Betriebsbeitrag der Schweizer Paraplegiker-Stiftung 6 451 000 6 451 000 Ertrag aus Dienstleistungen und Handel 1 340 467 1 305 118 Sonstiger Ertrag 234 366 361 104 Anderer betrieblicher Ertrag 298 122 0 Erlösminderungen 2 071 –9 021 Total Nettobetriebsertrag 11 361 825 11 099 402
Betriebsaufwand
Direkthilfe –3 162 097 –2 675 851 Material- und Dienstleistungsaufwand –491 235 –305 934 Total Material- und Dienstleistungsaufwand –3 653 332 –2 981 786 Personalaufwand –6 995 281 –7 182 905 Total Personalaufwand –6 995 281 –7 182 905 Betriebs- und Unterhaltsaufwand –98 662 –79 675 Raumaufwand –347 529 –362 376 Verwaltungs- und IT-Aufwand –1 766 478 –1 752 367 Öffentlichkeitsarbeit und Marketing –82 830 –42 615 Anderer betrieblicher Aufwand –327 719 0 Total Übriger betrieblicher Aufwand –2 623 218 –2 237 033 Abschreibungen (und Wertberichtigungen) des Anlagevermögens –134 528 –113 787 Total Abschreibungen (und Wertberichtigungen) auf Positionen des Anlagevermögens –134 528 –113 787 Total Betriebsaufwand –13 406 360 –12 515 509 Betriebsergebnis vor Finanzergebnis –2 044 534 –1 416 107 Finanzaufwand –3 093 –2 087 Finanzertrag 0 103 Total Finanzergebnis –3 093 –1 984 Ordentliches Ergebnis –2 047 627 –1 418 091 Ausserordentlicher oder periodenfremder Aufwand 0 -1 308 463 Ausserordentlicher oder periodenfremder Ertrag 0 1 460 Total Ausserordentliches oder periodenfremdes Ergebnis 0 -1 307 003
Jahresergebnis vor Veränderung des Fondskapitals –2 047 627 –2 725 094 Veränderung des Fondskapitals 157 918 1 822 829 Jahresergebnis vor Zuw./Ent. Vereinskapital u. gebundenes Kapital –1 889 709 –902 265 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis 1 889 709 902 265 Jahresergebnis nach Zuw./Ent. Vereinskapital und gebundenes Kapital 0 0
SPV I Jahresbericht 2019
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FINANZEN
Geldflussrechnung
in CHF
(Indirekte Methode mit Fonds flüssige Mittel)
Geldfluss aus Betriebstätigkeit
2019 2018 Jahresergebnis –2 047 627 –2 725 094 Zuweisung/Verwendung Jahresergebnis 1 889 709 902 265 Veränderung des Fondskapitals 157 918 1 822 829 Gewinn aus Verkauf Sachanlagen 0 0 Abschreibungen auf Sachanlagen 125 043 113 787 Wertbeeinträchtigungen auf Sachanlagen 9 485 0 (Abnahme)/Zunahme der Rückstellungen –231 250 788 347 Abnahme/(Zunahme) der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen –101 899 22 247 Abnahme/(Zunahme) der übrigen kurzfristigen Forderungen –28 838 7 229 Abnahme/(Zunahme) der aktiven Rechnungsabgrenzungen 8 509 –91 069 (Abnahme)/Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (ohne Kontokorrent SPS) –332 511 –58 286 (Abnahme)/Zunahme der übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten 205 597 291 263 (Abnahme)/Zunahme der passiven Rechnungsabgrenzungen 181 392 –46 091 Geldfluss aus Betriebstätigkeit (Operativer Cashflow) –164 472 1 027 426
Geldfluss aus Investitionstätigkeit
Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Desinvestitionen von Sachanlagen und Immaterielle Anlagen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Free Cashflow
–62 956 0 18 570 0 –44 386 0 –208 859 1 027 426
Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
(Abnahme)/Zunahme gruppeninterne Finanzierung Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit
0 0
0 0
Veränderung der Flüssigen Mittel
–208 859
1 027 426
Bestand flüssige Mittel am 01.01. Bestand flüssige Mittel am 31.12.
4 075 374 3 047 948 3 866 515 4 075 374
Nachweis Veränderung der Flüssigen Mittel
–208 858
46
1 027 426
SPV I Jahresbericht 2019
FINANZEN
Rechnung über die Veränderung des Kapitals
in CHF
Zweckgebundenes Fondskapital
Berichtsjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2019 Erfolg kation 31.12.2019 Fonds «Härtefälle» 262 550 18 075 0 0 0 280 624 Fonds «Sport» 93 423 17 107 –15 000 0 0 95 530 Fonds «zweckgebundene Spenden» 15 346 3 374 –10 680 10 580 0 18 619 «Schwankungsfonds Art. 74 IVG» 142 818 0 0 0 –142 818 0 Total 514 137 38 555 –25 680 10 580 –142 818 394 774 Vorjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2018 Erfolg kation 31.12.2018 Fonds «Härtefälle» 271 388 –8 838 0 0 0 262 550 Fonds «Sport» 97 983 –4 560 0 0 0 93 423 Fonds «zweckgebundene Spenden» 16 088 –666 –12 927 12 850 0 15 346 «Schwankungsfonds Art. 74 IVG» 1 965 570 0 0 0 –1 822 752 142 818 Total 2 351 029 –14 064 –12 927 12 850 –1 822 752 514 137
Vereinskapital und gebundenes Kapital
Berichtsjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2019 Erfolg kation 31.12.2019 Gebundenes Kapital 18 714 119 1 691 603 –2 032 527 0 142 818 18 516 014 Fonds «Paraplegiker» 12 616 002 868 514 0 0 0 13 484 516 Fonds «Leistungsnetz SPV» 6 098 117 823 089 –2 032 527 0 142 818 5 031 497 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 0 1 695 493 Total 20 409 612 1 691 603 –2 032 527 0 142 818 20 211 507 Vorjahr Anfangsbestand Passivierter Verwendung Zuweisung Reklassifi- Endbestand 01.01.2018 Erfolg kation 31.12.2018 Gebundenes Kapital 20 463 059 –846 674 –2 725 017 0 1 822 752 18 714 119 Fonds «Paraplegiker» 13 040 648 –424 646 0 0 0 12 616 002 Fonds «Leistungsnetz SPV» 7 422 411 –422 029 –2 725 017 0 1 822 752 6 098 117 Vereinskapital 1 695 493 0 0 0 0 1 695 493 Total 22 158 552 –846 674 –2 725 017 0 1 822 752 20 409 612
SPV I Jahresbericht 2019
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ORGANE
STRATEGISCHE FÜHRUNG
Zentralvorstand Präsident (seit 2019) Moerch Philippe, 1958 in Collombey (VS)
Ingenieur, seit 2017 im Ruhestand. Im Bereich Global Telecom für ver schiedene Unternehmen der chemischen Industrie tätig. Paraplegiker seit 1984, aktives Mitglied im Rollstuhlclub Valais romand, politisch engagiert und leidenschaftlicher Segler, Handbikeund Monoskibob-Fahrer. Vize-Präsidentin (seit 2019) Manfredi Olga, 1965 in Wald (ZH)
Juristin, seit 2019 Bezirksrichterin, selbständige Rechtsberaterin in Sozialund Gleichstellungsrecht (seit 2016) und Lehrbeauftragte an der Universität Zürich (seit 2008). Paraplegikerin seit 1994, im Vorstand des Rollstuhlclubs Züri Oberland seit 1996, aktuell Präsidentin des RCZO. Co-Präsidentin SP Wald und seit 2019 im Zentralvorstand der SPV in der Funktion als Vize-Präsidentin. Vize-Präsident (seit 2001) Schneider Thomas, 1963 in Unterlunkhofen (AG)
Lehre als Mechaniker, später Betriebswirtschaftsstudium HF. Seit 2019 Stv. Geschäftsbereichsleiter Fassaden bei der Ernst Schweizer AG. Vorher Tätigkeiten im Stahl-, Metall- und Anlagenbau. Inhaber eines Montageunternehmens. Von 1995 bis 2017 bei der H. Wetter AG zuletzt als Leiter der Sparte Metallbau. Von 2018 bis 2019 Projektleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Klausner Wetter Metallbau AG. Paraplegiker seit 1994, Mitglied in
48
Bildungskommissionen von Verbänden der Metallbranche. Mitglied Zentralvorstand SPV seit 1999. Beisitzer (seit 2013) Bachmann Stephan, 1967 in Basel/Luzern
Dipl. Betriebsökonom FH/Executive MBA. Seit 2011 Direktor REHAB Basel, Klinik für Neurorehabilitation und Paraplegiologie. Werdegang: Personal leiter SPZ Nottwil, Direktor Stiftung für Schwerbehinderte Luzern, Direktor Spital Affoltern. Nebenämter: Präsident Vereinigung Paraplegikerzentren CH, Vorstandsmitglied Schweizerische Ver einigung der Spitaldirektor/-innen, Mitglied Stiftungsrat/-Ausschuss SPO Patientenschutz, Mitglied Stiftungsrat/Ausschuss Kinderheim Hubelmatt (Luzern). Beisitzerin (seit 2019) Hüttenmoser-Pfister Claudia, 1967 in Goldach (SG)
Touristikfachschule St. Gallen. Aktuell nebenamtliche Richterin. Vorher verschiedene Tätigkeiten als kaufmännische Angestellte im Tourismusbereich und für Beratungsunternehmen. Paraple gikerin seit 2003, aktives Mitglied im Rollstuhlclub St. Gallen. War lange in der Nationalmannschaft Curling und nahm an Paralympischen Spielen teil. Beisitzer (seit 2019) Lisetto Walter, 1973 in Lugano (TI)
Technischer Kaufmann, Finanzanalyst (CIIA, AZEK-Suisse). Chief Investment Officer bei der Axion SWISS Bank,
Lugano, vorher Co-Direktor der Credit Agricole Group, Lugano. Ursprünglich in verschiedenen Tätigkeiten im Banksektor in Mailand tätig. Präsident des Rollstuhlclubs InSuperAbili, Mitglied im Organisationskommitee des StraLugano, Mitglied der European Handcycling Federation und des Panathlon Clubs Lugano. Beisitzerin (seit 2019) Meystre-Geiger Annick, 1985 in Saxon (VS)
Bachelor of Arts in Social Work (Sozialpädagogin, Hochschule Siders). Seit 2009 geschäftsführende Partnerin bei Défisport, S. & A. Meystre, Import, Vertrieb und Beratung im Bereich Rollstühle und Behindertensportgeräte. Pilotin und Ausbildnerin für TESSIER Behindertenski- und Outdoorgeräte. Nebenämter: ab 2004 Sportleiterin bei verschiedenen Rollstuhl-Sportkursen. Mitgründerin und technische Verantwortliche des Vereins Défisport (gegründet 2012) sowie technische Verantwortliche des Vereins Verbier4All (gegründet 2019). AUSTRITTE anlässlich der Delegiertenversammlung im April 2019 Präsident (seit 2010) Betl Christian Beisitzerin (seit 2001) Fischer-Bise Marie-Thérèse Beisitzerin (seit 1999) Rickenbach Monika Beisitzer (seit 2010) Cotting Martin
SPV I Jahresbericht 2019
RUBRIK ORGANE
OPERATIVE FÜHRUNG
Geschäftsleitung Direktor (ab Mai 2019) Freitag Charly, MLaw, 1978 in Beromünster (LU)
Wirtschaftsinformatikstudium und Studium der Rechtswissenschaften, Nachdiplomstudium: Executive in Leadership and Management. Gemeindepräsident Beromünster und Präsident der Verbandsleitung des Regionalen Entwick lungsträgers Sursee-Mittelland. Luzerner Kantonsrat und Präsident der Justiz und Sicherheitskommission. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Stiftungsrat Swiss Paralympic – Direktorenkonferenz SPG Stv. Direktor (ab Oktober 2019) Styger Urs, 1958 in Ebikon (LU)
Kaufmännische Grundausbildung, Weiterbildung zum eidg. dipl. Versicherungs fachmann, Nachdiplomstudium im Sozialversicherungsmanagement an der HSW Luzern. Seit 1997 bei der SPG und seit 2003 bei der SPV. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Präsident Pensionskasse SPG seit 2010 – Präsident des Wohlfahrtsfonds SPG – Vorstandsmitglied von Inclusion Handicap – Sekretär ESCIF Bereichsleiter Rollstuhlsport Schweiz (seit August 2018) Getzmann Roger, 1973 in Sursee (LU)
Ursprünglich ausgebildeter Sportlehrer (Master in Sport und Bewegungswissenschaften, ETH Zürich) und Berufstrainer Leistungssport BTA (Eidg. Hochschule für Sport Magglingen). Danach Nachdiplomstudium Betriebswirtschaft (CAS General Management). Seit 2006 bei SPV I Jahresbericht 2019
der SPV. Während 10 Jahren Leiter Leistungssport bei RSS. Mitgliedschaften und Netzwerke: – IPC Athletics STC, Head of Competition – Delegationsleiter Paralympics, EM, WM – Stiftungsrat Swiss Paralympic Bereichsleiterin Kultur und Freizeit (seit Oktober 2019) Müller Tanja, 1986 in Luzern (LU)
Studium in Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern. Nach mehrjähriger Tätigkeit im Marketing-Kommunikationsbereich Wechsel zur SPV im 2017, Projektverantwortliche Kultur und Freizeit. Bereichsleiter Zentrum für hindernisfreies Bauen (seit 2005) Schärer Felix, 1968 in Suhr (AG)
Architekturstudium (Fachhochschule Aargau). Architekt- und Projektleiterfunktion bei Naef Partner AG in Zürich. Seit 1999 bei der SPV. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Erweitertes Netzwerk behindertengerechtes Bauen, Schweiz – Vorstandsmitglied SAHB
tariatskanzlei in Biel/Bienne und seit 2011 als Rechtsanwalt für das Institut für Rechtsberatung der SPV tätig. Mitgliedschaft und Netzwerke: – Mitglied des Bernischen Anwaltsverbands – Mitglied des Schweizerischen Anwaltsverbands – Fachrichter an der Steuerrekurskommission des Kantons Bern Bereichsleiter Lebensberatung a.i. (ab Mai 2019 bis März 2020) Suter Harald, 1971 in Hochdorf (LU)
Gelernter Bootbauer EFZ. Aufbau Betrieb für Fahrzeugbau. Handelsschulabschluss BSV. Studium Soziale Arbeit (Hochschule Luzern). Sozialarbeiter FH. Tätigkeit bei Pro Infirmis Luzern, Ob- und Nidwalden. Seit 2010 bei der SPV als Aussendienstmitarbeiter und Sozialarbeiter. Mitgliedschaften und Netzwerke: – Mitglied Facharbeitsgruppe RöV – Mitglied Unterstützungsausschuss SPS – Mitglied BRIG, berufliche Rehabilitation und Integration AUSTRITTE UND WECHSEL Direktor (bis April 2019) Troger Thomas, Dr. iur.
Bereichsleiter Institut für Rechtsberatung (ab September 2019)
Bereichsleiter Lebensberatung (bis 29. Mai 2019) Zemp Erwin
Bütikofer Michael, Rechtsanwalt und Notar, 1982 in Bern
Bereichsleiter Institut für Rechtsberatung (bis September 2019) Weissberg Michael, Dr. iur.
Rechtsstudium an der Universität Bern und Poitiers (F). Ausbildungen zum Rechtsanwalt und Notar des Kantons Bern. Partner in einer Anwalts- und No-
Bereichsleiter Kultur und Freizeit (bis Oktober 2019) Styger Urs 49
WEITERE INFORMATIONEN
UNSERE MITARBEITENDEN
MITARBEITENDE IM STUNDENLOHN
201
Für unsere Sportveranstaltungen, Ausbildungskurse und Freizeitangebote benötigen wir für ein paar Stunden, ein paar Tage oder auch mal eine Woche lang Mitarbeitende, die wir dazu im Stundenlohn anstellen. Das sind beispiels weise Skilehrer, Kurs- oder Reiseleiter. Unser breites Angebot wäre ohne diese Personen nicht professionell umsetzbar. 2019 haben uns 201 Personen auf diese Weise unterstützt. 2018 waren es 173.
Engagiert und kompetent Die Zahl der Mitarbeitenden stieg 2019 leicht an. Ende Jahr waren 70 Personen bei der SPV angestellt, im Vorjahr waren es 65 gewesen. 48 Angestellte arbeiteten Teilzeit, also beinahe 70%. Das hängt einerseits damit zusammen, dass sehr viele Rollstuhlfahrer (11) hier arbeiten, die häufig keine Vollzeitstelle bewältigen können. Anderseits beschäftigt die SPV viele Mütter und Väter, die ein Teilzeit-Modell wählen, um Familie und Beruf vereinen zu können. Die fortschrittlichen Arbeitsbedingungen werden sehr geschätzt. Voll- und Teilzeit-Angestellte Frauen
Männer
UMFRAGE
Hohe Zufriedenheit! Wir holen regelmässig bei unseren Mitgliedern ab, ob sie mit den Angeboten der SPV zufrieden sind und ob sie sich gut betreut fühlen. So auch im Herbst 2019.
Vollzeit: 9 Mitarbeiterinnen Teilzeit: 30 Mitarbeiterinnen
Die Resultate sind erfreulich. Eine Zufriedenheitsrate von 87 % ist ausserordentlich hoch. Auch die Freundlichkeit der SPV-Mitarbeitenden wird als sehr gut bewertet.
NOVUM
Erste Frau in der GL Erstmals seit der Gründung der SPV ist eine Frau in der Geschäftsleitung vertreten. Tanja Müller hat als Bereichsleiterin Kultur und Freizeit im Oktober 2019 die Nachfolge von Urs Styger angetreten. Bereits im kommenden Jahr wird die weibliche Präsenz im operativen Führungsorgan verstärkt. Daniela Vozza nimmt als Bereichsleiterin Lebens beratung ab April 2020 Einsitz in der GL. Beide Frauen arbeiten in einem Teilzeitpensum. 50
Vollzeit: 14 Mitarbeiter Teilzeit: 17 Mitarbeiter
Total: 23 Total: 47
MITGLIEDER
Aus allen Kantonen Ende 2019 zählte die SPV genau 10‘851 Aktiv-, Passiv-, Firmen- und Freimitglieder (Vorjahr 11‘239). Diese sind über alle Kantone verteilt und über alle Sprachregionen. Von unseren teils kostenlosen, teils vergünstigten Leistungen profitieren Aktivmitglieder mit einer Querschnittlähmung oder einer vergleichbaren Behinderung. Nach leichten Anstiegen in den Vorjahren war die Anzahl Aktivmitglieder 2019 leicht rückgängig. Unsere Aussendienstmitarbeitenden besuchen Frischverletzte in allen Kliniken, zeigen die Vorteile einer Mitgliedschaft auf und helfen einen passenden Club zu finden. 5014 5000 4200
4432
4910
4732
4525
4589
4448 Passivmitglieder Aktivmitglieder Freimitglieder = (Spitäler, Heime, Arztpraxen, Sponsoren, Partner usw.)
3400 2600 1800 1000
4544
1508
1627
1713
1859
2016 2017 2018 2019
SPV I Jahresbericht 2019
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Unsere Lotterie
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