Skip to main content

Sprachlupen 3 issuu

Page 1

Daniel Goldstein

Sprache im Gros und im Detail (III) Weitere «Sprachlupen» ab November 2021, Vorspann; mehr unter: tiny.cc/lupen3

oder: nbn-resolving.org/urn:nbn:ch:bel-2610140829407.993566367917 Links funktionieren nur im heruntergeladenen PDF.

Sprachlust Neuhausweg 1 CH-3063 Ittigen sprachlust.ch


Vorwort (als «Sprachlupe» Nr. 310 am 18. 12. 2021 erschienen)

Nicht mehr auf Papier – und ja nicht papieren! Band I (2009–2015) und Band II (2015–2021) enthalten zusammen 306 «Sprachlupen», die zuvor in der Berner Tageszeitung «Der Bund» erschienen sind. Für diese war ich ab 1973 bis zu meiner Pensionierung als Auslandkorrespondent und Redaktor tätig, danach eben als Sprachkolumnist. Ausser auf meinem eigenen Netzplatz Sprachlust werden die «Sprachlupen» seit 2011 auch auf der Plattform Infosperber verbreitet. Der vorliegende Band enthält die allein noch online publizierten Kolumnen ab November 2021. Einige Grundgedanken zu den Zeitungskolumnen habe ich in den Vorworten zu den genannten Sammelbänden dargelegt. Sofern die «Sprachlupen» auf Papier je auch im übertragenen Sinn papieren waren: Vom vorgegebenen Kolumnen-Format befreit, sollen sie es erst recht nicht sein, vielmehr frei von der Leber weg fliessen – der Leber eines Lesers, wie ich ja selber auch einer bin. Deshalb versuche ich beim Schreiben, die Brille des Empfängers aufzusetzen (ohne Ansehen des Geschlechts). Dazu halte ich mich an ein Rezept, das ich trotz seiner Banalität gern weitergebe: Ich überlege mir, was ich sagen will, und dann – sage ich es. Nach meiner Erfahrung als Leser (und als Schreibcoach) gehen längst nicht alle beim Schreiben so vor: Allzu oft schalten sie einen Zwischenschritt ein und fragen sich, wie «man» ihren Gedanken denn auszudrücken pflege – je nachdem in gehobener, amtlicher, wissenschaftlicher oder sonst einer Ausdrucksweise. Und schon sind die papierenen Sätze da, oft verschachtelt und mit Substantivierungen gespickt: «Die Aneignungdie Angabe, dass beim Stichwort ‹Räbeliechtli› auch das Plural-s möglich ist des Vorgelegten ist den Lesenden, wenn ihre Interessenlage entsprechende Bemühungen rechtfertigt, gegebenenfalls durch mehrfache Lektüre zuzumuten.» Anders gesagt: «Wer sich dafür interessiert, soll meinen Text so oft lesen, bis er drauskommt.» Das aber ist eben gerade nicht zumutbar: Die Sätze sollen auf Anhieb verständlich sein. Dazu


Band III

3

braucht es keine aufgesetzt saloppe Schreibweise wie: «Bock auf Lesen? Hau rein, hier schreibt der Kumpel!» Was es aber braucht, ist eine Vorstellung davon, wen man ansprechen will. In meinem Redaktorenleben hörte (oder sagte) ich oft: «Der Leser will …» – als ob wir das so genau gewusst hätten. In einem frühen, aber sexistischen Anflug von Genderbewusstsein pflegte ein Kollege zu mahnen: «Denk daran, das Liseli Müller von der Langstrasse muss das auch verstehen können.» Nun kenne ich dieses fiktive Liseli so wenig wie sonst einen anonymen Leser. Ich stelle mir indessen vor, dass niemand die «Sprachlupe» liest, dem ich zuerst erklären müsste, was ein Substantiv ist. Wer aber Interesse und Grundkenntnisse mitbringt, soll meine Texte möglichst leicht verstehen können. Und deshalb ist das, was ich sagen will und daher hinschreibe, selten die definitive Fassung. Die Gedanken stehen zuerst so auf dem Bildschirm, dass ich selber drauskomme. Dann müssen sie so geordnet werden, dass auch andere eine Chance haben, ihnen zu folgen. Und zuletzt müssen die Sätze so vereinfacht werden, dass der Sinn erhalten bleibt und sich erschliesst, ohne dass er mühsam herausgeklaubt werden muss. Daniel Goldstein, Ittigen, im Herbst 2026 Wie mir 1987 das Schreiben am Computer vorkam, steht im Anhang 1.

Unter sprachlust.ch/Wer sind Möglichkeiten angegeben, direkt oder auf der Plattform E-Helvetica meine E-Bücher zu lesen oder als PDF herunterzuladen. Die in den Texten enthaltenen Links funktionieren nur im PDF. Führt ein Link (in diesem Buch oder anderswo) nicht zum Ziel, so hilft möglicherweise Archive.org: dort im Suchfenster die im Link enthaltene Web-Adresse (URL) eingeben. zu Inhalt und Themen


4 Nr. 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306

Sprachlupen

Inhalt des Vorabdrucks im Band II

Seite

Bewährungsstrafe fürs Hexlein auf der Alm Nicht(s) weniger als lebensfrohe Dudenbude E-ID-Gesetz – ausser Spesen Stilkunde gewesen «Da klemmt’s», schlägt die «Sprachlupe» Alarm Anhang 10: Taten im niederländischen Mund Kein Pflegefall, aber pfleglich zu behandeln (=Vorwort) Wenn die Diversität sprachliche Blüten treibt Wenn die Blasensprache in die Zeitung rinnt Fehlt Wissenschaftern in der Schweiz ein l? Jetzt trifft uns gleich der Glottisschlag Mundart, die aus dem Computer kommt Mit Buchstaben Schwarz oder weiss malen Alphamännchen und der Sexismus-Verdacht Sind Sie durch den Wind? Gehen Sie in die Beiz! Velofahrerinnen und -fahrer, macht Platz da! Wer hat ein Flair für grossstädtisches Flair? Wo sich Tote mausern, droht ihnen der Hammer Wer Unterstellungen merkt, hat mehr vom Lesen Ein stolzes Programm mündet im «Ver-Bund»

300 302 304 306 342 2 308 310 312 314 316 318 320 322 324 326 328 330 332


Band III Nr. 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337

Inhalt

5 Seite

Der journalistische Imperativ Eigenverantwortung, zu Dummheit mutiert Weltläufigkeit in the hinterland Ohne Papier – und ja nicht papieren! (= Vorwort) Anhang 1: Färbt der Computer auf Texte ab? (1987) Aus frisch gehobenem Wort-Schatz: «flubbern» Gerecht fürs Geschlecht, schlecht und recht Tickt und tockt eine ganze Generation gleich? Grussgraben – ein Fall für die Meinungsforschung Es lohnt sich, Putins Rede zu lesen Die Geschichte und der Konjunktiv «Collateral»: nicht Schäden, sondern Menschen Tempo Twitter ist gefährlich wie Tempo Teufel Hoffen auf Vernunft, hüben und drüben Vernunft, Wahnsinn und das Völkerrecht Gebt mir eine (deutsche) Pause! Die geschlechtervereinenden Arbeitgebenden Schreckmümpfeli im Mundart-Schlaraffenland Im Korsett der Korrektheit Selbsternannte Prügelknaben und Lachnummern Na dann Prost und guten Appetit! Diese Gerechtigkeit hat seinen Preis Bitte antworten Sie zeitfern Anstelle des Gebrauchs zu lesen Können Sie Denglisch? Lernen Sie Tschörmen! Alter weisser Mann, es geht noch schlimmer: reich Odysseus und der Alpstein im Schlussgang In der Kürze lauern Stürze «Konkordanzdemokratie trägt anarchische Züge» La Suisse latine n’existe pas non plus Wortspiele kann man auch spielen Gute Gründe, Überzeugungen zu misstrauen

11 12 14 2 356 16 18 20 22 26 26 28 29 31 33 35 37 39 43 45 47 49 51 52 54 56 58 60 62 64 67 70

zu Inhalt und Themen


6 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367

Sprachlupen Von Duden der Polizei ins Stammbuch geschrieben Das neue Erbrecht lautet «erbrecht!» Teradollars – so wird die «trillion» keine Trillion 1. August mit Lohengrin, Erlkönig und Ganymed Die Fauxpas bei der Wörter-Rochade Wie Maschinen zu reden, geht ans Lebendige «Akzentfreies Hochdeutsch» – eine Illusion Meine Denke will nach der Schalte die Walte Beim Gendern denken soll der Sender Rätselhafte Kunst im «performativen Setting» So tönt künstlich intelligentes Schweizerdeutsch Dieser Titel hier verspricht nicht zu viel Sprach-DACH als Gefahr für mehrsprachige CH Wenn Kinder mehr als ein Zuhause haben Die unglaubliche Unglaublichkeit des Scheins Die Nachfolge wird die Nachfolge antreten Wie die Weltsprache das Weltbild prägt So kann auch ein schlechter Titel lehrreich sein Brauchst du einen Feind, schaffe dir ein Bild Im amtlichen Couvert bleibt die Sprache brav So schluckte die Romandie ihr Patois herunter Helvetismen verbannt, ausgerechnet am Wahltag Französisch in hiesigen Gazetten – quelle horreur! Und täglich grüsst die Sprachforscherin Verspielte Kreativität ist the name of the game Auf Stein, Holz und Glas verewigte Schreibfehler Anhang 2: Bilderbogen vom Orthografiepfad Vom Durchschnittswert zum Gruppenzwang Anhang 3: «Kosovaren schlitzen Schweizer auf» «Sollbruchstellen», die nicht brechen sollen Gut gemacht, kann ein Fehler lehrreich sein Sprachlupe – selber unter die KI-Lupe genommen Anhang 4 überarbeitet von der Wolf-Schneider-KI

73 76 78 81 85 87 90 92 95 97 100 103 106 108 110 112 114 116 119 121 123 126 129 132 135 137 357 140 358 142 144 147 359


Band III 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395

7

Samt Bucketlist: mit falschem Englisch «blöffen» Schreiben, auf Abschreiben reduziert TV-Italienisch, das kein Hund versteht Chauvinismus feiert Urständ, gar nicht fröhlich CH-Lebensläufe von Schulhof bis Altenheim? Gutes Hochdeutsch nach Schweizerart Lehrerich an alle: So wird’s gut! Auch von einem Es kann man respektvoll reden Anhang 5: «In Richtung einer Appropriation» Die Akademie, die ein i zu viel hat Bei andern anders reden und denken lernen (I) Bei andern anders reden und denken lernen (II) Willkommen im Club, Südhochdeutsch! Schnitzler ade – Helvetisches im neuen Duden Anhang 6: Helvetismen im Duden 2024 Da tönt «Glace» helvetisch, «Bébé» aber nicht So kann ChatGPT schreiben, ohne zu denken Anhang 7: ChatGPT plaudert aus dem Nähkästchen Wörter, um sich Wölfe untertan zu machen «Hurt me, baby» und andere Deutschqualen Unesco, sag mir, wo die Sprachen sind! Anhang 8: ISO-Norm und Glottocode Nein, «we kam» nicht. Wohin mit der Hoffnung? «Räbeliechtli» zündet ins grammatische Dunkel Atlas für Zeitreisen durch Dialekträume Das alte Jahr war mit Werbesätzen gepflastert Haustiere machen den Umfragenkritiker glücklich Das «ungerechte» Prozent, das es in sich hat Als Wort nicht mehr lecker: das Leckerli Mit DeepSeek Chinas Zensur zuvorkommen Anhang 9: Von Amnesty International zu DeepSeek Wenn der Pöstler linguistische Knacknüsse bringt Im Land der schiesswütigen alten Männer

152 154 157 159 162 165 167 171 362 173 175 177 179 182 364 185 187 368 191 193 195 370 201 203 205 208 213 216 220 223 372 225 230

zu Inhalt und Themen


8 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425

Sprachlupen Bichsel war kein Bruddler. Aber war er ein Zausel? Von «Denckring» bis KI: Wer denkt denn da? Flotte Titel setzt, wer Gedanken liest Böses Hupen pfui, lieber Wink nicht immer hui Der «sogenannte Stadtpräsident» lässt uns rätseln Blatten – ein Fanal, aber kein fataler Ortsname Kleider machen Frauen*. Was tut * am Wortende? Wann ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Für Antisemitismus-Vorwürfe braucht’s gute Gründe Freuden und Leiden des Apostrophs im Duden Anhang 10: Fehler und Korrekturen im Duden Wo uns Quaddeln auf der Quabbe erfreuen Zum Schaden kommt der eingebildete Spott Wenn die textende KI sich selber Lügen straft Anhang 11: Unterhaltung mit ChatGPT zu anpreien Wo Journalisten mit streitbaren Fragen hadern Schulenglisch und -französisch – beides intensiv KI ist findig, wird aber nicht immer gut fündig KI kann schreibfaul machen, muss aber nicht Gestatten – die Andockverträge mit der EU Anhang 12: Auch bei KI kann weniger mehr sein Lieber alt aussehen als «alt aussehen» Willkommen in der Bühnendeutschschweiz Reisen bildet, wenn man nicht genau hinschaut Wir alle sind überforderte Liseli Müller Von blinden Passagieren mit gültigem Billett Wer Deals macht, schert sich kaum ums Recht Schwefeldampf aus Politikermund Noch ein vermeintliches Schweizerdeutsch Wes Reel ich klick, des Lied ich stimm? So werden schlimme Statistiken noch schlimmer Ätsch pätsch, wo hast du deinen Bätsch? Toxische Anleihen bei der Psychologiesprache

233 236 241 243 245 248 250 252 255 257 376 259 261 263 377 267 270 273 278 282 384 285 288 291 295 297 300 303 306 309 311 314 317


Band III 426

9

Warum KI-Modelle lernen müssen, zu schweigen Anhang 14: Vom Kommafehler zum Bewusstsein 427 Allzu viel ist ungesund, auch beim Geschlecht 428 Unschuldsvermutung steht drauf. Ist sie auch drin? 429 Wer surft, kann Perlen finden, ohne zu tauchen 430 Fehler, die auch Sprachwandel anzeigen könnten 431 Sichern Sie sich Ihr Abo für «Die Zumutung» ! 432 Zu guter Letzt: Wohl dir, Helvetisma! Anhang 15: Dreierlei Helvetismen Zugabe 1: Schweiz hatte mit Sklaverei «nichts zu tun» Zugabe 2: Stimmen aus der Schoah, geweckt und gefährdet Zugabe 3: Der Tanz ums goldene Rad Zugabe 4: Trau schau wem – gerade wenn’s um Zahlen geht

321 388 324 328 331 336 338 341 392 345 347 350 352

Themen Amtliches (siehe auch Politik): 326, 346, 383 Anglizismen: 309, 313, 321, 330, 340, 354, 362, 368, 376, 384, 386, 424 Bilder (siehe auch Redewendungen): 332 Bücher: 311, 337, 338, 339, 343, 347, 355, 358, 369, 382, 388, 405, Anhang 10, , Zugabe 1, Zugabe 2, Zugabe 4 Framing (Suggestion, s. auch Geschlechter): 356, 357, 364, Anhang 3, 383, 414, 420, 422 Fremdwörter (siehe auch Anglizismen): 347, 371, 430 Geschlechter: 312, 322, 324, 327, 334, 346, 374, 375, Anhang 5, 391, 402, 427 Grammatik, Satzbau: 327, 329, 333, 431 Helvetismen/Hochdeutsch: 344, 358, 359, 361, 372, 373, 379, 380, Anhang 6, 381, 387, 387, 394, 396, 400, 406, 415, 421, 432, Anhang 15 Korrektheit, «politische» (siehe auch Framing): 324, 331, 338, 417, 418 KI (Künstliche Intelligenz, generativ): 341, 343, 348, 367, Anzu Inhalt und Themen


10

Sprachlupen

hang 4, 369, 382, Anhang 7, 393, Anhang 9, 397, 408, Anhang 11, 411, 412, Anhang 12, 426, Anhang 14, Zugabe 4 Linguistik (siehe auch KI): 311, 336, 337, 339, 344, 361, 362, 372, 377, 378, 401, Anhang 8, 432, Anhang 15 Medien, schriftliche: 307, 349, 354, 359, 384, 390, 395, 398, 409, 417, 423, 431 und an vielen weiteren Stellen – mündliche: 344, 354, 359, 360, 370, 415, 432 Modewörter (siehe auch Anglizismen): 345, 352, 365, 409, 425 Politik, Recht: 308, 315, 316, 317, 318, 319, 320, 331, 334, 335, 339, 350, 351, 356, 357, 364, 399, Anhang 3, 369, 371, 383, 386, 403, 404, 407, 410, 413, 419, 420, 422, Zugabe 1, Zugabe 2, Zugabe 3 Rechtschreibung: 322, 325, 363, Anhang 2, 366, 367, 389, 402, 405, 416, Anhang 10, 429, 430 Redewendungen: 321 Schweizerdeutsch (siehe auch Helvetismen): 323, 348, 388, 401, 424 Schulen: 372, 373, 376, 410 Sprachspass: 336, 363, 389, 397, 416, 430 Sprachgebiete Schweiz: 314, 335, 350, 358, 360, 385, – anderswo: 377, 378, 379, 385 Sprachwandel: 311, 328, 374, 375, Anhang 5, 430 Statistik: siehe Zahlen Stil: 310, Anhang 1, 347, 355 Übersetzen: 340, 348, 360 Werbung: 329, 389 Wortwahl (siehe auch Korrektheit): 313, 316, 317, 319, 320, 325, 326, 328, 332, 342, 368, 409, 428, 431 Zahlen: 340, 364, 390, 395, 423


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook