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CHRISTENTUM. Ein Inventar >Themenbereich 01< Ist der Mensch religiös? | Probeansicht

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CHRISTENTUM. Ein Inventar

MENSCH | WELT | RELIGION

Themenbereich_01

Andreas Iten: Handle with care, Interkulturelles Forum der Stadt Luzern, Mai 2005.

Liebe Leserin! Lieber Leser!

Sie halten ein Heft aus CHRISTENTUM. Ein Inventar in Händen.

Die Reihe (10 Hefte zu jeweils einem Themenbereich) möchte Fragenden und Wissenden, Lehrenden und Lernenden in vielfältigen Texten, Bildern, Grafiken, Übersichten einen profunden Überblick anbieten zu den wichtigsten Themen in Religion aus katholischer Perspektive. Beispiele mit kompetenzorientierten Fragestellungen möchten zur Reife- bzw. Diplomprüfung anregen und darauf vorbereiten. Die 10 Themenbereiche decken die wesentlichsten Inhalte des Lehrplans der Sekundarstufe II ab.

Das Themenheft

■ Jedes Themenheft umfasst etwa 32 Seiten.

■ Im Doppelseitenprinzip werden 9–11 Themen zum jeweiligen Bereich abgehandelt.

■ Die Darstellung wird durch eine klare Struktur unterstützt.

■ Ergänzend zu den 10 Heften der Themenbereiche wurde das Heft „Fokusräume“ entwickelt. Diese Darstellungen im Umfang von jeweils etwa 8 Seiten/Fokusraum richten einen Scheinwerfer auf die wesentlichsten Unterrichtsmethoden, auf Basics des christlichen Glaubens und auf den Umgang mit den einzelnen Heften.

■ Am Schluss des Heftes findet sich als Anregung jeweils eine konkret formulierte Aufgabenstellung für die mündliche Reifeprüfung.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit den Heften, gutes Gelingen und ein anregendes Arbeiten.

Heinz Finster, Robert Pretterhofer

Ausgangspunkte – der anthropologische Zugang

Erfahrungsschatz der Kirche

– der Blick in die Glaubensgeschichte

CHRISTENTUM. Ein Inventar – Die Themen der einzelnen Hefte

Themenbereich

Titel

01 Ist der Mensch religiös?

02 Wovon spricht die Bibel?

03 Wer ist Jesus Christus?

Inhalt

Mensch | Welt | Religion

Gott | Offenbarung | Erstes oder Altes Testament

Jude | Gottesreich | Neues Testament

04 Ist die Kirche vom Himmel gefallen? Ursprung | Geist | Wandel

05 Müssen Helden immer sterben? Zeugen | Missionen | Reformen

06 Wie feiern Christen ihren Glauben? Zeichen | Sakramente | Kirchenjahr

07 Wie wollen wir leben? Gebote | Ethik | Gewissen

08 Wie gestalten wir die Welt? Schöpfung | Technik | Wirtschaft

09 Wohin geht die Reise? Hoffnung | Zukunft | Vollendung

10 Was ist den Religionen heilig? Wege | Wahrheiten | Dialoge

Ergänzungen Fokusräume Inhalt

11 Methodenlehre

Der Aufbau der Hefte

Präsentationsbereich

Textarbeit | Bibelarbeit | Christusbilder | Bildarbeit | Kirchengeschichte | Architektur | Kirchenraum | Gebete | Karikatur, Witz, Humor | Musik | Film | Übersichten Religionen

– der Inhalt: klar gegliedert, kompakt, verlässlich

Weiterarbeiten … – entlang der Anforderungsbereiche Reproduktion, Transfer, Reflexion

Der QR-Code – ein Link in die Welt Vernetzungen – ein Einordnungsimpuls in die Geisteswissenschaft

Humorvoll betrachtet … – ein Lernanlass mit Augenzwinkern

Interreligiöse Dialoge – ein Blick auf eine der großen Weltreligionen

Ausgangspunkte

Ausgangspunkte

Vier Kameras am Columbus Labor der ISS beobachten unseren Planeten 24 Stunden am Tag. Das Projekt „Columbus Eye – LiveBilder von der ISS im Schulunterricht“ gibt es auf: www.columbuseye.uni-bonn.de/

Kinder der Neuzeit

Der Mensch ist das Tier, dem man die Lage erklären muss. Hebt es den Kopf und blickt über den Rand des Offensichtlichen, wird es von Unbehagen am Offenen bedrängt. Unbehagen ist die angemessene Antwort auf den Überschuss des Unerklärlichen vor dem Erschlossenen.

Sloterdijk: Kinder, 9

3 Krisen

Wir haben es heute mit drei großen Krisen zu tun, so der prominente US-amerikanische Zukunftsforscher Jeremy Rifkin: – erstens mit dem Ende der zweiten industriellen Revolution und der Krise jener Globalisierung, die darauf aufbaut; – zweitens mit dem Ende des fossilen Zeitalters und mit der Energiekrise; – und drittens mit dem Klimawandel, der die menschliche Zivilisation auslöschen könnte.

Erfahrungsschatz der Kirche ... „Ihicimus

Dieser alleinige wahre Gott hat in seiner Güte und ,allmächtigen Kraft‘ – nicht um Vollkommenheit zu erwerben, sondern um seine Vollkommenheit zu offenbaren durch die Güter, die er den Geschöpfen gewährt – von Anfang der Zeit an aus nichts zugleich beide Schöpfungen geschaffen, die geistige und die körperliche.

1. Vatikanisches Konzil, DS 3002

1. In welcher Welt leben wir? – Einige Eckpunkte

Globo in der Nussschale Als Hauptbezugsdaten für das „Globo“ genannte Dorf werden jene des Jahres 2000 verwendet. Ein Mensch in Globo steht daher stellvertretend für 61 Millionen Menschen in der realen Welt. Das Dorf Globo stellt sich vor … Im Jahr 2000 lebten hier 100 Menschen:

■ 61 Menschen leben im Dorfteil Asien, davon 25 in Ostasien, 9 in Südostasien, 22 in Südasien, 4 in Westasien und 1 in Zentralasien.

■ 13 Menschen leben im Dorfteil Afrika, davon 10 in SubsaharaAfrika und 3 in Nordafrika.

■ 12 Menschen leben im Teil Europa, davon 6 in Westeuropa und 6 in Osteuropa.

■ 9 Menschen leben in Lateinamerika, davon 6 in Südamerika und 3 in Mittelamerika.

■ 5 Menschen im Dorfteil Nordamerika.

■ 0 Menschen (also weniger als 61 Millionen) leben in Ozeanien.

Zurzeit stirbt jedes Jahr 1 Mensch und 2 werden geboren. Somit leben heute schon 112 Menschen in Globo. Es werden jährlich 430 Barrel Öl verbraucht, trotzdem leben 27 Menschen ganz ohne Strom und 39 sind zum Kochen und Heizen auf Biomasse angewiesen. Mindestens 28 Menschen sind „fehlernährt“: 17, weil sie hungern, und 11, weil sie fettleibig sind.

15 Menschen leben in Slums, 20 ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und 45 ohne ausreichende sanitäre Versorgung. Von den 20 Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren, die in Globo leben, müssen 4 arbeiten, um zu überleben. 61 Prozent des gesamten Konsums entfallen auf nur 12 Menschen, 39 Prozent auf die restlichen 88. Die 7 Menschen in Westeuropa geben jährlich je 2.150 US$ für ihre

Gesundheit aus, davon ein Viertel privat, die 22 in Südasien nur 130 US$, davon vier Fünftel privat. Nussbaumer/Exenberger/Neuner: Dorf, Beilage 1

Es ist gut Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.

Genesis 1,1.31a

VERNETZUNGEN

Der Dreikampf Wollte der Mensch die ganze Klasse der Säugetiere zu einem sportlichen Wettbewerb herausfordern, der auf Vielseitigkeit ausgerichtet ist und beispielsweise aus den Aufgaben besteht, 30 km weit zu marschieren, 15 m weit und 5 m tief unter Wasser zu schwimmen, dabei ein paar Gegenstände heraufzuholen und anschließend einige Meter an einem Seil emporzuklettern, was jeder durchschnittliche Mann kann, so findet sich kein einziges Säugetier, das ihm diese drei Dinge nachzumachen imstande ist.

Konrad Lorenz, in: Trutwin: Mensch, 107

Das Ei des Kolumbus.
Klaus Staeck, 1983.

BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG – FLEISCHPRODUKTION

10 BewohnerInnen 5 kg Fleischproduktion (pro Kopf und Jahr)

WASSERVERFÜGBARKEIT

Weiterarbeiten

LEBENSSTANDARD UND VERSORGUNGSPOTENTIAL

BewohnerInnen, die nach nordamerikanischem Standard ernährt werden könnten BewohnerInnen, die nach nordamerikanischem Standard nicht ernährt werden könnten BewohnerInnen, die nach südasiatischem Standard ernährt werden könnten nach nordamerikanischem Standard (38 Menschen) nach südasiatischem Standard (154 Menschen)

Das Herz ist ein Muskel, man muss ihn gu

Zähle fsfassf

„Die Erschaffung Adams“ ist ein oft reproduzierter Ausschnitt aus dem Deckenfresko des Malers Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle des Petersdoms in Rom aus dem Jahre 1512. wmc

Was hat fdsfsfasfsdfsf

Nichrifft. dfsffsfff

Beschreiben Sie anhand einiger Eckpunkte, in welcher Welt wir leben!

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SPRACHEN

VERTEILUNG DER VERMÖGENSWERTE Russisch (3) Bengali (3) Portugiesisch (3) Japanisch (2)

(2)

(42)

BewohnerInnen jeweiliger Muttersprache

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Islam

Schauen Sie die Buchstaben genau an.

Anteile am Gesamtvermögen

Wir achten den Lebensraum anderer Lebewesen „Wir bekräftigen, dass die Erde Gott gehört. Das Land und die Gewässer bedeuten Leben für die Menschen … Wir bekräftigen deshalb, dass das Land Gott gehört. Der Mensch soll Boden und Gewässer so nutzen, dass die Erde regelmäßig ihre lebensspendende Kraft wiederherstellen kann, dass ihre Unversehrtheit geschützt wird und dass die Tiere und Lebewesen den Raum zum Leben haben, den sie brauchen. Wir werden jeder Politik widerstehen, die Land als bloße Ware behandelt … Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Urvölkern, die um ihre Kultur, ihre Spiritualität und ihre Rechte auf Grund und Boden sowie auf Gewässer kämpfen. Wir verpflichten uns zur Solidarität mit Landarbeitern und armen Bauern, die sich für eine Bodenreform einsetzen, sowie mit den Saisonlandarbeitern. Wir verpflichten uns außerdem, den ökologisch notwendigen Lebensraum anderer Lebewesen zu achten.“ Achte der „Zehn Grundüberzeugungen“, Ökumenische Weltversammlung, Seoul 1990. (de.wikipedia.org/wiki/Konziliarer_Prozess)

Deuten Sie die Zeichnung von Ivan Steiger, indem Sie sie mit Sprechblasen und passenden Aussagen versehen!

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Im Bild von Michelangelo berühren sich Himmel und Erde, Mensch und Gott. Erläutern Sie Berührungspunkte, die sich im Blick auf die vorgestellten Fakten ergeben und vergleichen Sie ihre Ergebnisse mit dem Zitat der Ökumenischen Weltversammlung!

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Erörtern Sie den Befund der Doppelseite als Herausforderung an junge Christinnen und Christen!

Steiger: Bibel, 13

1 BewohnerInnen (Farbe je nach Wasserstatus)

Ausgangspunkte

Seit den 1970er-Jahren gewinnt für die westliche Kultur „Wellness“ immer mehr an Bedeutung. Der Begriff meint einen Zustand von Wohlbefinden und Zufriedenheit und besteht aus den Faktoren Selbstverantwortung, Ernährungsbewusstsein, körperliche Fitness, Stressmanagement und Umweltsensibilität. Im Einklang mit diesem ganzheitlichen Ansatz lässt sich Wellness als Harmonie von Körper, Geist und Seele begreifen. Laut Zahlen des Wirtschaftsforschungsunternehmens Global Insight wird der jährliche Umsatz der Wellness-Branche in Deutschland auf rund 73 Milliarden Euro geschätzt. Bild: © Trueffelpix – Fotolia.com

Menschliches Alter

Ein Kind weiß nichts von sich, ein Knabe denket nicht, ein Jüngling wünschet stets, ein Mann hat immer Pflicht, ein Alter hat Verdruss, ein Greis wird wieder Kind: Schau, lieber Mensch, was dies für Herrlichkeiten sind.

Friedrich von Logau (1604–1655)

Fragen

Ich bin, ich weiß nicht wer. Ich komme, ich weiß nicht woher. Ich gehe, ich weiß nicht wohin. Mich wundert, dass ich so fröhlich bin.

Angelus Silesius (1624–1677)

Erfahrungsschatz der Kirche ...

Der Mensch ist „in Leib und Seele einer“. Die Glaubenslehre sagt, dass die geistige, unsterbliche Seele unmittelbar von Gott erschaffen ist.

KKK, 382

Den Menschen hast du nach deinem Bild geschaffen und ihm die Sorge für die ganze Welt anvertraut. Römisches Messbuch, Viertes Hochgebet

3. Woraus schöpft der Mensch Sinn? – Fünf Dimensionen von Sinn

Eine breit angelegte Interviewstudie der Psychologin Tatjana Schnell an den Universitäten Trier und Innsbruck hat ermöglicht, einen umfassenden Katalog von Lebensbedeutungen zu identifizieren.

Weitere Analysen haben daraufhin ergeben, dass man fünf Bereiche der Sinnfindung oder -stiftung unterscheiden kann: Selbsttranszendenz (vertikal), Selbsttranszendenz (horizontal), Selbstverwirklichung, Ordnung und Wir- und Wohlgefühl. Jeder Mensch weist in diesen fünf Bereichen entweder eine unterdurchschnittliche, eine durchschnittliche oder eine überdurchschnittliche Ausprägung auf. Man kann mehr als eine dieser Dimensionen als zentral in seinem Leben ansehen, oder auch keine (in diesem Fall kann man von einer geringeren Sinnerfüllung ausgehen).

Berechnungen haben gezeigt, dass horizontale Selbsttranszendenz, vertikale Selbsttranszendenz und Selbstverwirklichung den größten Einfluss auf Sinnerfüllung haben (in der angegebenen Reihenfolge). Ein besonders wichtiges Ergebnis der Forschung weist auf, dass man das eigene Leben als umso sinnvoller erlebt, je mehr Sinnquellen zur Verfügung stehen und je balancierter diese sind: Es wird also positiv erlebt, wenn man Lebenssinn aus verschiedenen Dimensionen schöpft (z. B. nicht nur aus vertikaler Selbsttranszendenz, sondern gleichzeitig auch aus Wir- und Wohlgefühl; nicht nur aus Selbstverwirklichung, sondern gleichzeitig auch aus vertikaler Selbsttranszendenz, etc.).

Dimension 1: Vertikale Selbsttranszendenz

Unter vertikaler Selbsttranszendenz versteht man die Einbindung des eigenen Lebens in einen größeren Gesamtzusammenhang, der Geschehen und Gesetzmäßigkeiten auf dieser Erde überschreitet. Ein religiöser Glaube ist eine Transzendenzeinbindung. Ebenso kann aber auch eine unspezifische Ahnung, dass es noch etwas anderes gibt, der Glaube an Schicksal und höhere Mächte als Transzendenzeinbindung angesehen werden.

Generell zeigen die Ergebnisse, dass der Glaube an eine andere Wirklichkeit mit Sinnerfüllung einhergeht. Wichtig ist dabei die Echtheit dieser Orientierung.

Dimension 2: Horizontale Selbsttranszendenz

Der Begriff „horizontale Selbsttranszendenz” fasst all jene Orientierungen zusammen, die sich durch praktische Verantwortungsübernahme und Engagement für einen höheren Wert auszeichnen. Dieser kann altruistisch ausgerichtet sein, wie soziales Engagement, Natur-

VERNETZUNGEN

Aus der Shell-Jugendstudie 2010 Seit 1952 beauftragt Shell in Deutschland Forschungsinstitute mit der Erstellung von Studien, um Sichtweisen und Stimmungen von Jugendlichen zu dokumentieren. Die 16. Shell-Jugendstudie präsentiert neben der Sicht auf die Jugendgeneration auch konkrete Denk- und Diskussionsanstöße. www.shell.de Wie baut man ein Labyrinth?

verbundenheit oder Generativität, also der Wunsch, etwas zur Verbesserung der Gesellschaft oder der Menschheit beizutragen, sich aber auch auf die eigene Person beziehen, wie Gesundheitsorientierung oder eine hohe Bedeutsamkeit von Selbsterkenntnis. Das Absehen von sich selbst im Engagement für andere Menschen oder die Natur, aber auch das Absehen von momentanen Wünschen und Bedürfnissen hin auf ein größeres Ziel, wie Gesundheit oder das Erlangen von Selbsterkenntnis, gehen mit der Wahrnehmung einher, dass das, was man tut, bedeutungsvoll ist.

Dimension 3: Selbstverwirklichung

Unter Selbstverwirklichung versteht man eine Konzentration auf die eigenen Stärken, Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten. Lebensbedeutungen, die dazu gezählt werden, sind Herausforderung, Individualismus, Entwicklung, Kreativität, Macht, Freiheit und Wissen. Lebensbedeutungen, die dem Bereich Selbstverwirklichung zugeordnet werden können, gehen häufig mit Sinnerleben einher.

Dimension 4: Ordnung

Die Dimension Ordnung fasst Lebensbedeutungen zusammen, die durch Bewahrung, Sachlichkeit und Bodenständigkeit gekennzeichnet sind. So zählen Tradition, Moral, Vernunft und Bodenständigkeit zu dieser Dimension. Lebensbedeutungen dieses Bereichs weisen den geringsten Zusammenhang zu Sinnerfüllung auf, obwohl auch hier noch eine geringe Korrelation besteht.

Dimension 5: Wir- und Wohlgefühl

Die Dimension Wir- und Wohlgefühl fasst eine Orientierung zusammen, die auch als Selbst- und Nächstenliebe umschrieben werden könnte: Hier geht es darum, einerseits die eigenen Bedürfnisse nach Wohlgefühl wahrzunehmen und zu erfüllen, andererseits den Kontakt und die Gemeinschaft mit anderen Menschen zu pflegen und feiern. Typische Lebensbedeutungen in diesem Bereich sind die heute immer wichtiger werdende Wellness, also körperlich-seelische Entspannung und Genuss; aber auch Rituale und Achtsamkeit spielen eine Rolle, im Sinne eines sehr bewussten Umgangs mit den verschiedenen Phasen des Tages, des Jahres, des Lebens. Harmonie in Bezug auf ein inneres Gleichgewicht und ein harmonischer Umgang mit anderen Menschen zählen zu Wir- und Wohlgefühl, ebenso wie Liebe und Romantik, Gemeinschaft, Fürsorge und Spaß und Humor.

Wertorientierungen: Pragmatisch, aber nicht angepasst

Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren (Angaben in %)

Gute Freunde haben

Gutes Familienleben führen

Eigenverantwortlich leben und handeln

Phantasie und Kreativität entwickeln

Fleißig und ehrgeizig sein

Das Leben in vollen Zügen genießen

Hohen Lebensstandard haben

Eigene Bedürfnisse durchsetzen

Sozial Benachteiligten helfen

An Gott glauben

Dimensionen von Lebenssinn Lebensbedeutungen Sinn durch ...

D1 Selbsttranszendenz vertikal

D2 Selbsttranszendenz horizontal

S1 Explizite Religiosität persönliche Gottesbeziehung

S2 Spiritualität Orientierung an anderer Wirklichkeit / Schicksalsglaube

S3 Soziales Engagement Eintreten für Gemeinwohl oder Menschenrechte

S4 Naturverbundenheit Einklang und Verbundenheit mit der Natur

S5 Selbsterkenntnis Suche nach und Auseinandersetzung mit dem Selbst

S6 Gesundheit Erhalt und Förderung von Fitness und Gesundheit

S6 Generativität Tun oder Erschaffen von Dingen mit bleibendem Wert

S8 Herausforderung Suche nach Neuem, Abwechslung und Risiko

S9 Individualismus Individualität und Ausleben von Potentialen

S10 Macht Kampf und Dominanz

S11 Entwicklung Bewegung, Veränderung und Zielstrebigkeit

Weiterarbeiten

Das Labyrinth in der Kathedrale von Chartres/Frankreich, um 1200 entstanden, ist ein Lehrbuch des inneren Weges. Es weist einen Durchmesser von etwa 12,5 Meter und eine Weglänge von 261,55 Meter auf.

Foto: wmc CC BY-SA 3.0 Daderot

D3 Selbstverwirklichung

D4 Ordnung

D5 Wir- und Wohlgefühl

S12 Leistung Kompetenz und Erfolg

S13 Freiheit Ungebundenheit und Selbstbestimmung

S14 Wissen Hinterfragen und Verstehen dessen, was ist

S15 Kreativität Ästhetik, Phantasie und schöpferische Gestaltung

S16 Tradition Festhalten an Ordnung, Bewährtem und Gewohntem

S17 Bodenständigkeit Pragmatismus und Anwendungsbezug

S18 Moral Orientierung an Richtlinien und Werten

S19 Vernunft abwägendes, rationales Handeln

S20 Gemeinschaft menschliche Nähe und Freundschaft

S21 Spaß Humor und Vergnügen

S22 Liebe Romantik und Intimität

S23 Wellness Wohlgefühl und Genuss

S24 Fürsorge Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft

S25 Bewusstes Erleben Achtsamkeit und Rituale

S26 Harmonie Gleichklang mit sich selbst und anderen www.sinnforschung.org – Vgl. Tatjana Schnell, Implizite Religiosität. Zur Psychologie des Lebenssinns. Lengerich: Pabst 22009

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Islam

Schauen Sie die Buchstaben genau an.

Dort, mitten im Leben, ist der Ort, wo Gottes Geist zum Zuge kommen will Der große Kirchenlehrer Aurelius Augustinus (354–430) beschreibt in seinen „Confessiones“ (Bekenntnisse), wie oft banal klingende Kleinigkeiten einen suchenden Geist fesseln können: „Vieles andere gab es da, was mein Herz von neuem fesselte: Gespräche und Scherze, gegenseitige wohlwollende Hingebung, gemeinschaftliches Lesen von Büchern angenehmen Inhalts, Tändeleien und gegenseitige Höflichkeit, bisweilige Meinungsverschiedenheit ohne Haß, wie es der Mensch wohl selbst mit sich tut und eine Würze der meist herrschenden Übereinstimmung durch höchst seltene Verschiedenheit der Ansichten; gegenseitige Belehrung, gegenseitiges Lernen, die Abwesenden ungern vermissen, die Kommenden mit Freude empfangen. Derartige Äußerungen gehen aus dem Herzen der einander Befreundeten durch Vermittlung des Mienenspiels, der Sprache, der Blicke und tausend freundliche Gebärden und schmelzen die Gemüter wie durch Zündstoff zusammen und schaffen aus vielen ein einziges.“ Augustinus, Confessiones, 4,8

Zählen Sie die fünf Dimensionen von Lebenssinn auf! 

Erläutern Sie jene Dimensionen, die aus Ihrer Sicht gegenwärtig besonders wichtig scheinen! 

Erklären Sie den Unterschied zwischen Labyrinth und Irrgarten, und erläutern Sie die Symbolkraft eines Labyrinths für den Lebensweg!

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Der Dimension „Wir- und Wohlgefühl“ ist der Spaß zugeordnet. Nehmen Sie dazu Stellung! Beziehen Sie die Karikatur mit ein!

Humorvoll betrachtet ...

Steiger: Bibel, 29

Ausgangspunkte

Sonntag für Sonntag werden tausende Gottesdienste gefeiert.

Foto: Sonntagsblatt

Echt fromm sein

Wir wollen gleich zu Anfang erklären, was Religion alles nicht ist.

– Eine Sache zum Auswendiglernen, wofür man Punkte bekommt, wenn man alles schön aufsagen kann.

– Ein Gefühl, das man ein- oder zweimal im Jahr aus der Kiste zieht, wenn Weihnachten ist oder man zu einer Beerdigung muss.

– Eine Einrichtung, die Menschen für dumm verkauft, ihnen erklärt, wen sie wählen müssen, welche Zeitung die richtige für sie ist.

– Eine Lehre, die einen dazu bringt, alles, was „von oben“ kommt – von der Regierung, der Polizei, der Schulleitung usw. – für gut und richtig zu halten.

Das alles ist nicht Religion, sondern eine merkwürdige Mischung aus Dummheit, Gehorsam, Gefühllosigkeit, Abstumpfung und Feigheit, mit einem dünnen Aufguss von Gott angerührt.

Wirkliche Religion, also wenn jemand echt fromm ist, ist ganz anders.

Ein richtiger Christ hat Glaubenszweifel und Schwierigkeiten, mit allem was dazugehört:

– mit der Kirche und ihren Vertretern;

– mit der Bibel und ihren Auslegern;

– mit Jesus und was daraus geworden ist;

– mit Gott – und da wissen wir noch nicht einmal, ob wir er oder sie von Gott sagen sollen.

Sölle/Steffensky: Ja und Amen, 11

Erfahrungsschatz der Kirche ...

Der Glaube ist das Persönlichste eines Menschen, aber er ist dennoch keine Privatsache. Wer glauben will, muss sowohl „ich“ als auch „wir“ sagen können, denn ein Glaube, den man nicht teilen und mitteilen kann, wäre irrational. Der einzelne Gläubige gibt seine freie Zustimmung zum „Wir glauben“ der Kirche. KKK, 166–169, 181, nach: Youcat 24

9.1 Die 13 Dimensionen von Religion

Religionen kann man als Zeichensysteme verstehen, die sich im Dialog mit anderen Zeichensystemen der Kultur herausbilden und entfalten. Religionen sind Vielfalt. Es ist unmöglich, ihnen begrifflich umfassend gerecht zu werden. Hier werden 13 Dimensionen von Religion benannt; sie verdeutlichen am Beispiel des Christentums, wie vielschichtig Religion in die europäische Kultur eingebunden ist.

Narrative Dimension

Erzähltraditionen, die identitätsstiftend wirken: Bibel, Legenden, geistliches Erzählgut, Erbauungsliteratur; religiöse Romane und Filme.

Historische Dimension

Geschichtliches Erbe, auch Erinnerung an historische Krisen und Konflikte: Entstehungszeit, Kämpfe zwischen Orthodoxie und Heterodoxie, Zeiten der Verfolgung und Kreuzzüge, Reformation, Hexenverbrennung, heilige und prägende Persönlichkeiten; regionale und familiäre Überlieferungen.

Weltanschaulich-kognitive Dimension

Begrifflich-systematische Darstellungen der religiösen Weltansicht und der Glaubensinhalte: Glaubensbekenntnisse und Kurzformeln des Glaubens; Katechismen, Lehrschreiben und Dogmen; Theologien.

Ethische Dimension

Gebote, Normen, Werte und Tugenden.

Politische Dimension

Impulse für die Gestaltung der Gesellschaft; Kampf für eigene politische Interessen und Ziele; Beiträge zur Meinungsbildung; Denkschriften, Stellungnahmen und Aktionen.

Ökonomische Dimension

Geld und Besitz:

Spenden, Kirchensteuer (Kirchenbeitrag) und Zuschüsse; Vermögen und Grundbesitz; Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Institutionelle Dimension

Kirchliche Einrichtungen und Verwaltungen: Klerus und Ämter; Kirchenrecht; kirchliche Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Telefonseelsorge u. v. a.

VERNETZUNGEN

Pädagogisch-wissenschaftliche Dimension

Katechese und Religionsunterricht, Akademien, Medienarbeit; theologische Hochschulen und Fakultäten.

Soziale Dimension

Gemeinschaften und Zusammenschlüsse: zum Beispiel Gemeinden, Klöster, Orden; kirchliche Vereine, Bibelkreise, Weltjugendtreffen, Kirchenchöre, MinistrantInnengruppen.

Kultisch-rituelle Dimension

Gottesdienste, Sakramente, Riten; Feste und Brauchtum, Prozessionen, Wallfahrten.

Emotionale und spirituelle Dimension

Lebensgefühl, Atmosphäre christlicher Gemeinschaften, seelische Beheimatung, geistliche Formung; Rhythmus und Feste des Kirchenjahres.

Ästhetische Dimension

Architektur (Kirchen, Kapellen, Klöster), Bilder, Musik (Lieder, Messen und Orgelwerke), religiöse Gedichte, Gesänge und Gebete; kirchliche Museen.

Symbolische Dimension

Symbole und ikonografische Traditionen, zum Beispiel Kreuz, Madonna; Gottes- und Christusbilder; Himmel und Hölle, Engel, Teufel; Paradies, Arche Noah usw.; Kreuzweg, Kreuzigung, Pietà; Pfingsten/Heiliger Geist.

Anmerkung: Zwischen den verschiedenen Dimensionen gibt es vielfältige Überschneidungen; und natürlich sind die Stichwörter zu den einzelnen Dimensionen keineswegs vollständig.

Die Religionsphänomenologie beschäftigt sich mit individuellen Grundphänomenen des Religiösen und ihrer Beziehungen zueinander, also Fragen wie das Heilige und religiöse Vorstellungswelten wie Gottesglaube, Urzeit, Endzeit oder Jenseits. In der Religionsanthropologie steht allerdings der Mensch in seiner geistigen Entwicklung im Mittelpunkt der Betrachtungen und nicht das Phänomen als solches.

Die Religionsgeschichte konzentriert sich auf die äußeren und inneren Abläufe der historischen Entwicklungen von Religionen, auf spezifische Phänomene und Formen sowie auf ökonomische, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die dabei jeweils zu beobachten sind bzw. waren.

Quelle: Rüdiger Kaldewey, Franz W. Niehl: Grundwissen Religion. München: Kösel 4 2013; Bearbeitung und Grafik: Heinz Finster.
Religionen in Europa.

9.2 Religiöses Leben in Europa

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Bundesrepublik Deutschland gehörten im Jahr 2001 mindestens 85 Prozent der EU-Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft an. Eine Umfrage im Rahmen des Eurobarometers verdeutlicht, dass diese Mitgliedschaft für die einzelnen Menschen eine sehr unterschiedliche Bedeutung haben kann: 52 Prozent der Befragten in den EU-25-Staaten glaubten Anfang 2005 an einen Gott. 27 Prozent glaubten an eine andere spirituelle Kraft, 18 Prozent glaubten weder an einen Gott noch an eine andere spirituelle Kraft. Alle Werte zu den einzelnen EU-Staaten sowie eine Themengrafik „Religionszugehörigkeit“ sind informativ aufbereitet auf der hervorragenden Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de

Weiterarbeiten

Religiöser und spiritueller Glaube (Teil 1)

Religiöser und spiritueller Glaube (Teil 1)

Eurobarometer-Umfrage, Angaben in Prozent der Bevölkerung, ausgewählte europäische Staaten, 2005

Ich glaube, dass es einen Gott gibt. weiß nicht

Religiöser und spiritueller Glaube (Teil 2)

Glaube spricht in der Sprache der Zeichen: Das Kreuz ist im Christentum Erkennungs- und Bekenntniszeichen. Foto: ©

Erklären Sie, was mit „ästhetischer“ Dimension von Religion gemeint ist!

Skizzieren Sie den Gedankengang von Sölle/Steffensky! Finden Sie dazu eine grafische Lösung!

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Eurobarometer-Umfrage, Angaben in Prozent der Bevölkerung, ausgewählte europäische Staaten, 2005

Quelle: Europäische Kommission: Special Eurobarometer: Social values, Science and Technology, June

Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de

Eurobarometer-Umfrage, Angaben in Prozent der Bevölkerung, ausgewählte europäische Staaten, 2005 Bundeszentrale für politische Bildung, 2012, www.bpb.de

Frankreich

Niederlande Norwegen

Dänemark

Schweden

Tschechische

Eurobarometer-Umfrage, Angaben in Prozent der Bevölkerung, ausgewählte europäische Staaten, 2005

Seite 1

Interpretieren Sie das Diagramm. Suchen Sie nach Gründen für diese Entwicklung! Belegen Sie dies im Besonderen für Österreich und Estland!

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Erörtern Sie die Dimensionen von Religion am Beispiel der Aussage über den Buddhismus als Zeichensystem. Erörtern Sie Gemeinsamkeiten mit dem Christentum!

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Problematisieren Sie die katholische Position in Bezug auf den Glauben zwischen „ich“ und „wir“!

Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de

Bundeszentrale für politische Bildung, 2012, www.bpb.de

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Der Buddhismus als Zeichensystem Religion ist ein ausgezeichneter Lernort für Körpersprache. Feste mit Tänzen, Spielen, Leibesübungen und musischen Agonen (Wettkämpfen) bieten ein reiches Repertoire an Rollen und Szenarien. Religionen ordnen auch den Teilen des Körpers Zeichenwerte zu, etwa den abtrennbaren Teilen wie Fingernägeln, Haaren und Körperflüssigkeiten. Diese einst Teil der Person gewesenen, nun „toten“ Objekte werden als unrein, ekelerregend, aber auch zauberkräftig und sakral angesehen. Dazu kommt eine ikonographische Ausbildung von Elementen der Körpersprache zu Zeichensystemen, etwa in den indischen Religionen und ihren mudras, symbolischen Hand- und Fingerstellungen. Der Buddha im Lotussitz mit den Händen zum Dharmachakra-mudra geformt gehört zu den häufigsten Darstellungen. Dieses Mudra symbolisiert die Bewegung des Rades, die stetige Bewegung der Lehre, die ständig allen Wesen übermittelt wird. Hans Hödl

Humorvoll betrachtet

Steiger: Bibel, 293

Ausgangspunkte

Niklas zu Anne: „Glauben? Ich glaube nur, was ich sehen und anfassen kann.“ Anne zu Niklas: „Dann lass mich mal deinen Verstand sehen und anfassen!“ Foto: Fotolia

Follow me

In einer Stadt hat ein Artist sein Hochseil gespannt und führt vor einem großen Publikum seine Kunststücke vor.

Zum Abschluss schiebt er auch noch eine Schubkarre über das Seil. Er erntet donnernden Applaus. Da fragt der Seiltänzer die Menge: „Trauen Sie mir zu, dass ich die Schubkarre auf dem gleichen Weg wieder zurückschieben kann?“ Begeistert klatschen alle und rufen „Ja“. Da lacht er und fragt weiter: „Wer kommt zu mir herauf und setzt sich in die Karre?“

… muss schweigen

Die Schüler waren in eine Diskussion vertieft über den Ausspruch LaoTses (chinesischer Weiser, 4.–3. Jh. v. Chr.): „Der Wissende redet nicht. Der Redende weiß nicht.“ Als der Meister dazu kam, fragten sie ihn, was die Worte genau bedeuteten. Sagt der Meister: „Wer von euch kennt den Duft einer Rose?“ Alle kannten ihn. Dann sagte er: „Kleidet ihn in Worte.“ Alle schwiegen. Anthony de Mello

Erfahrungsschatz der Kirche ...

Auch wenn der Glaube über der Vernunft steht, so kann es dennoch niemals eine wahre Unstimmigkeit zwischen Glauben und Vernunft geben: denn derselbe Gott, der die Geheimnisse offenbart und den Glauben eingießt, hat in den menschlichen Geist das Licht der Vernunft gelegt.

10.1 Glauben = Vertrauen = Grundstruktur des Lebens

Gottsuche

FRANZ VON SALES:

„Die Zeit, Gott zu suchen, ist dieses Leben; die Zeit, ihn zu finden, ist der Tod; die Zeit, ihn zu besitzen, ist die Ewigkeit.“

MEISTER ECKHART:

„Wer Gott sucht, wer ihn denkt und ihn liebt, der ist bei Gott und ist in Gott, und Gott ist in ihm.“

BERNHARD VON CLAIRVAUX:

„Du musst nicht über die Meere reisen, musst keine Wolken durchstoßen und musst nicht die Alpen überqueren. Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit. Du musst deinem Gott nur bis zu dir selbst entgegengehen. Denn das Wort ist dir nahe. Es ist in deinem Mund und in deinem Herzen.“

TERESA VON ÁVILA:

„Und dann darf man einem so lieben Gast gegenüber nicht fremd tun. In aller Demut kann man mit ihm reden wie mit einem Vater ... “

MADELEINE DEL BRÉL:

„Wenn du an das Ende der Welt gehst, findest du die Spuren Gottes. Steigst du in den Grund deiner Seele, findest du ihn auch dort.“

ROMANO GUARDINI:

„Heute habe ich zum ersten Mal verstanden, was es heißt, alle Dinge sprächen von Gott ... Er steht hinter jeder Faser Wirklichkeit. Alles ist immerfort durch ihn. Wer das erfährt, erfährt ihn in allem.“

EDITH STEIN:

„Wer Gott nicht findet, der gelangt auch nicht zu sich selbst.“

GEORGE HARRISON:

„Alles hat Zeit. Nur die Suche nach Gott nicht.“

Wortbedeutung von „Glauben“

Ich glaube an etwas  Inhalt, Sache, Aufgabe, … Ich glaube jemandem  Person (Freund/Freundin, Idol/Vorbild), Gott

Ich glaube dir Vertrauensebene

Ich vertraue dir, Ich vertraue Gott in seiner Botschaft

Ich glaube an dich Beziehungsebene

Ich liebe dich, du liebst mich, Gott liebt mich, ich will Gott lieben

Glauben

vom lat. Wort „credere“ (cor dare) heißt „das Herz schenken, geben“; das althochdeutsche Wort „gelouben“ heißt „sich etwas lieb oder vertraut machen“, beides ist Ausdruck einer personalen Beziehung

Glaube betrifft den ganzen Menschen

Ich – Du

Das ICH des Menschen (individuelles Element)

Jeder Mensch hat eine religiöse Anlage. Er steht als Einzelner vor dem, was ihm heilig ist. Religion will dem Einzelnen helfen, sein Leben und seine Erfahrungen zu deuten, Angst zu bewältigen und Krisen zu bestehen.

Die ICH-DU-Beziehung des Menschen (soziales und institutionelles Element)

Der Mensch will in Gemeinschaft leben. Zusammen mit dem Nächsten gestaltet er sein Leben. Gruppen bilden meist feste Formen und Verhaltensregeln (Institutionen). Religiöse Vollzüge wirken gemeinschaftsbildend und wirken auf das gesellschaftliche Bewusstsein ein (Werte, Sozialethik). Umgekehrt bewirken gesellschaftliche Verhältnisse auch Veränderungen der Religionen.

Seele, Gefühl – Verstand, Ratio

Der Mensch mit Gefühlen, Emotionen und Seele (mystisches und emotionales Element)

In Religionen geht es wesentlich um „Erfahrung“, d. h. Erlebnisse, die einen tiefen Eindruck im Menschen hinterlassen und durch die sich seine Einstellung zum Leben verändert. Solche Erfahrungen werden anderen mitgeteilt und zu vermitteln versucht; mit den Erfahrungen können andere mitgerissen werden. / Gefahr: Sentimentalität.

Der Mensch mit Vernunft, Verstand, Ratio (rationales Element)

Religiöse Spekulation und Theologie versuchen, das Religiöse zu ordnen; es tritt meist dem Emotionalen entgegen.

Gefahr: Reines Spekulieren und Reden vom Glauben, ohne ihn zu leben. Religion am Gymnasium Hartberg, Themen 02

VERNETZUNGEN

Die Religionspsychologie beschäftigt sich mit dem anthropologischen Aspekt der Religion in seiner zeitlichen Entwicklung nur am Rande (etwa beim Archetypus) und konzentriert sich auf den Ist-Zustand, wobei vor allem mit den praktischen Mitteln der Psychologie und Tiefenpsychologie gearbeitet wird, etwa bei der Untersuchung des Gewissensproblems.

Die Religionsanthropologie deutet den Menschen im Rahmen der christlichen Glaubenslehre und seiner Gottesebenbildlichkeit und ist eng mit der Christologie verbunden.

Die Seele ist ein weites Land.

10.2 Warum Glauben vernünftig ist

Eine Wirklichkeit – verschiedene „Wahrheiten“

Wahrheiten Gegenstand Ziel Wahrheitskriterium

Empirische Wahrheit die (sinnlich) erfahrbare Welt

Logische Wahrheit die Welt des Denkens; gedankliche Gesetzmäßigkeiten;

Erzählte Wahrheit die Welt subjektiver Welt- und Lebenserfahrung

Symbolische Wahrheit

Religiöse Wahrheit

innere / geistige Welt, z. B. Liebe

Gott, Sinn, letzte Wirklichkeit

Die Merkmale des Glaubens

1. Der Glaube ist eine Gnade

Der Glaube ist ein Geschenk Gottes, eine von ihm eingegossene übernatürliche Tugend.

2. Der Glaube ist ein menschlicher Akt

Beschreibung von Zusammenhängen; Verwertung der Erkenntnisse

Erkenntnis / Konstruktion logischer Gesetzmäßigkeiten

eine Erfahrung zum Ausdruck bringen, benennen

sichtbar und erfahrbar machen

Gotteserkenntnis, Selbsterkenntnis

Überprüfung im Experiment

Widerspruchsfreiheit; logische Beweisführung

Authentizität / Echtheit „Ich glaube dir das“

verstehen, den Sinn erfassen

Es widerspricht weder der Freiheit noch dem Verstand des Menschen, Gott Vertrauen zu schenken.

3. Der Glaube und der Verstand

Der Glaube sucht zu verstehen. Eine tiefere Erkenntnis führt zu einem stärkeren Glauben.

4. Die Freiheit des Glaubens

Der Glaubensakt ist seiner Natur nach freiwillig. Niemand darf zum Glauben gezwungen werden.

5. Die Notwendigkeit des Glaubens Glaube ist „notwendig“, um zum Heil und zum ewigen Leben zu gelangen.

6. Das Ausharren im Glauben Glaube ist „in der Liebe wirksam“, von „Hoffnung getragen“, im „Glauben der Kirche verwurzelt“.

7. Der Glaube – Beginn des ewigen Lebens

Auf Erden wird Gott „geglaubt“. Im Himmel wird Gott „geschaut, wie er ist“. Nach KKK, 153–165

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Glaubensgewissheit, innere Befreiung, Gelassenheit

Prero, 207

Die Grundsätze der Theologie

■ Gott existiert.

■ Gott ist der tragende Grund und Horizont aller Wirklichkeit.

■ Gott hat Kontakt mit der Welt aufgenommen und sich offenbart.

■ Diese Offenbarung ist in der Heiligen Schrift niedergelegt und besitzt universale Geltung.

■ Als Gemeinschaft der Glaubenden hat die Kirche die Aufgabe, diese Offenbarung auszulegen.

Für jedes Reden von Gott gilt:

„Wir glauben nicht an Formeln, sondern an die Wirklichkeiten, die diese ausdrücken und die der Glaube uns zu ‚berühren‘ erlaubt. Der Akt des Glaubenden hat seinen Zielpunkt nicht bei der Aussage, sondern bei der ausgesagten Wirklichkeit (Thomas von Aquin). Doch wir nähern uns diesen Wirklichkeiten mit Hilfe der Glaubensformeln. Diese ermöglichen, den Glauben auszudrücken und weiterzugeben, ihn in Gemeinschaft zu feiern, ihn uns anzueignen und immer mehr aus ihm zu leben.“ KKK, 170

Mein Judesein und mein Menschsein sind eines Judentum, so ist oft gesagt worden, ist primär Religion der Tat. Der Glaube, der lebendige Glaube, ist zwar die unabdingbare Voraussetzung für alles religiöse Tun; aber er wird wenig diskutiert und fast nicht definiert; denn die Ausführung der Gebote und das Erlernen dieses Systems absorbieren die seelischen und geistigen Kräfte. Ich kann nicht abgetrennt davon sprechen wie von einem bestimmten und bestimmbaren Bezirk in meinem Leben und meiner Person. Es durchdringt alle Phasen meines Seins, und jede Aufspaltung in das Jüdische zu Hause und das Humane in der Öffentlichkeit lehne ich als Schizophrenie der Diaspora-Existenz ab. Mein Judesein und mein Menschsein sind eines. Schalom Ben-Chorin

Biblisches Urbild für das vom Menschen immer wieder geforderte Aufbrechen ins Ungewisse ist Abraham, der zunächst gut situiert als Halbnomade im Gebiet des heutigen Irak lebt und von Gott aufgefordert wird, in ein Land aufzubrechen, das ihm verheißen ist (Gen 12).

Wiener Genesis: Verheißung an Abraham, 3. Viertel des 6. Jahrhunderts, Kleinasien.

Geben Sie die Wortbedeutung von „Glauben“ wieder!

Fassen Sie die Aussagen über das Verhältnis von Glaube und Vernunft zusammen!

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Wenden Sie die Grundsätze der Theologie auf das Leben der Kirche heute an!

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Wählen Sie ein Zitat aus der Spalte „Gottsuche“ aus, erörtern Sie den Inhalt und nehmen Sie dazu Stellung!

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Problematisieren Sie das jüdische Glaubensverständnis im Vergleich zum christlichen!

Steiger: Bibel, 317

Ausgangspunkte

„Alte oder junge Frau?“ – Nur wer den eigenen Blickpunkt in Frage stellen kann, kann neue Perspektiven einnehmen. Foto: sehtestbilder.de

An sich glauben …

Der Clown und das brennende Dorf Ein Reisezirkus in Dänemark war in Brand geraten. Der Direktor schickte daraufhin den Clown, der schon zur Vorstellung gerüstet war, in das benachbarte Dorf, um Hilfe zu holen, zumal die Gefahr bestand, dass über die abgeernteten, ausgetrockneten Felder das Feuer auch auf das Dorf übergreifen würde. Der Clown eilte in das Dorf und bat die Bewohner, sie möchten eiligst zu dem brennenden Zirkus kommen und löschen helfen. Aber die Dörfler hielten das Geschrei des Clowns lediglich für einen ausgezeichneten

Werbetrick, um sie möglichst zahlreich in die Vorstellung zu locken; sie applaudierten und lachten bis zu Tränen. Dem Clown war mehr zum Weinen als zum Lachen zumute; er versuchte vergebens, die Menschen zu beschwören, ihnen klarzumachen, dies sei keine Vorstellung, kein Trick, es sei bitterer Ernst, es brenne wirklich. Sein Flehen steigerte nur das Gelächter, man fand, er spiele seine Rolle ausgezeichnet – bis schließlich in der Tat das Feuer auf das Dorf übergegriffen hatte und jede Hilfe zu spät kam, sodass Dorf und Zirkus gleichermaßen verbrannten.

Gleichnis Kierkegaards, in Cox: Stadt, 32

Erfahrungsschatz der Kirche ...

Gott ist ein personales Wesen; er ist die Liebe und der Ursprung des Lebens, nicht kalte kosmische Energie. Der Mensch ist von Gott gewollt und geschaffen, aber er ist nicht selbst göttlich. Auch die Natur und der Kosmos sind nicht Gott (Pantheismus). Vielmehr ist der Schöpfer unendlich viel größer und anders als alles, was er geschaffen hat.

KKK, 2110–2128; Youcat, 356

12.

Woran glaubt,

wer nicht glaubt? – Religionskritik, Atheismus

APOLOGIE DES GLAUBENS

Seneca

„Das meiste, dessen der Mensch gewiss ist, kennt er durch den Glauben.“

Schopenhauer

„Nur der kann über diesen Glauben (an geheimnisvolle, übernatürliche Wirkungen) lächeln, der die Welt ganz und gar begreiflich findet. Das kann man aber nur, wenn man mit überaus flachem Blick in sie hineinschaut, der keine Ahnung davon zulässt, dass wir in ein Meer von Rätseln und Unbegreiflichkeiten versenkt sind.“

Pascal

„Ist die Vernunft am weitesten vorgeschritten, so erkennt sie, dass es noch vieles gibt, was sie nicht zu fassen vermag, und kommt sie nicht dahin, so ist sie sehr schwach.“

Anselm von Canterbury „Je mehr wir vom Glauben uns genährt haben, desto reicher werden wir gesättigt im Verständnis.“

Cicero

„Dass Gott existiert, ist so offenkundig, dass ich an der gesunden Vernunft dessen zweifle, welcher ihn leugnet.“

Psalm 13

„Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott.“

La Bruyére

„Ich möchte einen nüchternen, mäßigen, gerechten, keuschen Mann finden, der die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele leugnete; dieser wenigstens würde unparteiisch sein; aber einen solchen Mann gibt es nicht.

Texte dieser Seiten: Religion am Gymnasium Hartberg, Themen 02

1.

2.

3.

Wer ist Atheist? – Drei Antworten

Atheist ist ein Mensch, der das Göttliche in jeder Form leugnet.

Atheist ist jemand, der das theistische Gottesbild ablehnt, also leugnet, dass es eine einzige göttliche Persönlichkeit gibt, welche die Welt lenkt.

Atheist ist jemand, der „falsche“ Gottheiten verehrt, oder die „richtigen“ Gottheiten verehrt, dies jedoch in „falscher“ Weise tut.

Drei verschiedene Konzepte von Atheismus

Im allgemeinen Sprachgebrauch überwiegt das Verständnis des Atheismus als einer Weltdeutung, die jede Form des Göttlichen leugnet. Dieses enge Verständnis von „Gottlosigkeit“ kennt zwei Grundformen, den theoretischen und den praktischen Atheismus.

Theoretischer Atheismus

Der theoretische Atheismus ist ein überwiegend denkerisches und sprachliches Phänomen. Ihm werden alle Äußerungen zugerechnet, die die Existenz Gottes leugnen. Dazu zählen literarische Abhandlungen und akademische Diskurse ebenso wie Gespräche des Alltags.

Praktischer Atheismus

Agnostizismus

Der praktische Atheismus liegt dort vor, wo Menschen ein Leben führen, in dem die Frage nach einem letzten Sinnhorizont und damit die Frage nach Gott keine Rolle spielt. Dabei ist es unerheblich, ob diese Menschen die Existenz Gottes stillschweigend leugnen, die Frage nach Gott bewusst ausblenden oder sich einfach abgewöhnt haben, sie zu stellen.

Als Sonderform des Atheismus gilt der so genannte Agnostizismus. Diese Geisteshaltung will sich in der Frage einer Existenz Gottes nicht festlegen. Sie setzt die Erkenntnismöglichkeiten der menschlichen Vernunft gering an und behauptet, dass der Mensch in keiner Weise von Gott wissen oder mit ihm Kontakt aufnehmen könne. Damit ist Gott faktisch so gut wie geleugnet, denn ein Gott, der für die Menschen in keiner Weise zugänglich ist, muss für diese bedeutungslos bleiben.

VERNETZUNGEN

Religionsgeographie

Wenn die Religionsgeographie das Verhältnis von Religion und geographischer Umwelt thematisiert, so nimmt sie grundsätzlich die hierbei bestehenden Wechselbeziehungen in den Blick: also nicht nur die Prägung der Umwelt durch die Religion (Umweltprägung), sondern umgekehrt auch die Prägung der Religion durch die Umwelt (Umweltabhängigkeit).

Religionsökonomie

Die Religionsökonomie fragt danach, inwieweit religiöses Handeln von wirtschaftlichen Bedingungen bestimmt und folglich in ökonomischen Kategorien zu erfassen ist. Andererseits beschäftigt sie sich mit der Frage, was die wirtschaftlichen Folgen religiösen Handelns sind.

Wo geht‘ s hier zu Gott?

Wichtige Begriffe

Agnostizismus Lehre von der Unerkennbarkeit des Transzendenten. anthropomorph Vorstellung Gottes in menschenähnlicher Gestalt. Atheismus ausdrückliche Leugnung Gottes.

Deismus

Glaube an einen Gott, der die Welt erschaffen hat, dann aber keine Einwirkung mehr auf die Natur und Geschichte hat.

Fetischismus die Verehrung lebloser Dinge, die entweder als besonders krafterfüllt oder als Träger eines Geistes gelten.

Glaube innere Hinwendung zum Heiligen, das ein Mensch mit den Kräften des Gemütes und des Verstandes sucht und verehrt und mit dem er eine bleibende Beziehung hat.

Konfession Glaubensbekenntnis, das eine Gemeinschaft zusammenhält (z. B. kath., ev., orth.), und diese Gemeinschaft selbst.

Magie

Ich sprach von Dir als von dem sehr Verwandten, zu dem mein Leben hundert Wege weiß, ich nannte Dich: den alle Kinder kannten, den alle Saiten überspannten, für den ich dunkel bin und leis.

Ich nannte Dich den Nächsten meiner Nächte und meiner Abende Verschwiegenheit, –und Du bist der, den keiner sich erdächte, wärst Du nicht ausgedacht seit Ewigkeit. Und Du bist der, in dem ich nicht geirrt, den ich betrat wie ein gewohntes Haus. Jetzt geht Dein Wachsen über mich hinaus: Du bist der Werdendste, der wird.

Rainer Maria Rilke

Glaube an die Automatik von Kräften, die der Mensch zum eigenen Nutzen wie zu anderer Schaden auszuwerten sucht.

Monotheismus Glaube an einen einzigen Gott.

Monotheist.

Religionen

Judentum, Christentum, Islam.

Mythos symbolhafte Erzählung über das Ganze des Daseins, den Ursprung der Welt und des Menschen.

Offenbarungsreligionen

Religionen, in denen Gott selbst Kunde über sich und religiöse Wahrheiten gibt.

Orthodoxie Rechtgläubigkeit, richtige Lehre.

Pantheismus Ineinanderfließen der Welt bzw. Natur und Gottes.

Polytheismus Glaube an viele Götter.

Religionswissenschaft

umfasst eine Vielzahl von Disziplinen wie Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Religionsphilologie, Religionsgeschichte u. a. und untersucht auf empirischer und theoretischer Grundlage Religionen als gesellschaftliche Phänomene.

Religionsphilosophie sucht Phänomenen des Religiösen in der Weise philosophischen Verstehens und Deutens nahezukommen.

Synkretismus Religionsmischung, die entsteht, wenn verschiedene Religionen zusammenkommen.

Theologie Wissenschaft von Gott, vom Glauben und seinen Aussagen.

Totemismus hat seinen Namen vom Wort „Totem“, d. i. ein Wesen (Tier, Pflanze), zu dem der Mensch in einer bestimmten magisch-mythischen Verbindung steht.

Transzendenz das Überschreiten der Grenzen der Erfahrung des Bewusstseins, des Diesseits.

Weltreligionen die großen Religionen der Welt: Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum, Islam.

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Gott im Buddhismus

Der Buddha hat in seinen zahlreichen Lehrreden kaum von Gott gesprochen. Wenn der Buddha nach Gott gefragt wurde, antwortete er ausweichend, wie z.B.:„Ich will darauf keine Antwort geben, weil ich nichts sicheres darüber weiß und es auch für den Erlösungsweg der Menschen unbedeutend ist.“

Von einem Gott, der Person, Schöpfer, Vater, Ewiger, Liebe ist, ist beim Buddha keine Rede.

Der Buddha wurde deswegen auch als „Atheist“ bezeichnet. Viele Buddhisten weisen jedoch auf Folgendes hin:

– Das Schweigen über Gott bedeutet nicht notwendigerweise Atheismus.

– Erleuchtung und Erlösung, Heil und Leidüberwindung, die zentralen Themen des Buddha, meinen Ähnliches wie das, was andere Religionen „Gott“ nennen oder eng mit Gott in Zusammenhang bringen.

buddhismus123.wordpress.com/geschichte/

Weiterarbeiten

Die älteste uns erhaltene Darstellung des gekreuzigten Jesus Christus ist kein frommes Andachtsbild, sondern eine Karikatur aus der Zeit der Christenverfolgung: Eine Wandkritzelei auf dem Palatin in Rom zeigt den Gekreuzigten mit Eselskopf, davor einen Beter, darunter die spöttischen Worte: „Alexamenos betet seinen Gott an.“ Fotos: wmc

Geben Sie die Geschichte vom Clown in eigenen Worten wieder!

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Erklären Sie die verschiedenen Konzepte von Atheismus!

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Erklären Sie die verschiedenen Theismen!

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Vergleichen Sie die Karikatur oben mit „Humorvoll betrachtet“ unten und ordnen Sie jeweils eine Überschrift zu!



Diskutieren Sie die Aussagen zu „Apologie des Glaubens“mit „Wichtige Begriffe“ und stellen Sie Zuordnungsmöglichkeiten fest

Humorvoll betrachtet ...

Ein Atheist und ein Theist stritten über Gott. Eines Tages begegneten beide Gott. Danach glaubte der Atheist an Gott, und der Theist glaubte nicht mehr an Gott. Beide lachten schallend, wie dumm sie früher gewesen waren.

Bild: © bittedankeschön – Fotolia.com

Ausgangspunkte

Bereits im Kindergarten interessiert die Glaubenspraxis der Mädchen und Jungen aus unterschiedlichen Religionen.

Foto: www.reformiert-info.de

COM UNITY SPIRIT

Thesen der „Grazer Erklärung zum Interreligiösen Dialog“

1. Jede Stadt ist global.

2. Transzendenz ist ein Wesenszug des Menschen.

3. Religiöse Traditionen haben großes Potenzial für die Entfaltung des Menschen und seiner Beziehungswelten.

4. Über den eigenen Schatten springen.

5. Religionen motivieren zu Engagement ohne Vereinnahmung.

6. Religion ist öffentlich.

7. Gleichgültigkeit und Fundamentalismus widerstehen.

8. Mit Menschen anderer Weltanschauungen zusammenarbeiten.

9. Religionsfreiheit als Menschenrecht gewährleisten.

10. Religiöse Bildung und Bildung über Religionen sind erforderlich.

11. Vielfalt ist Bereicherung.

12. Interreligiöser Dialog vertieft die Identität und stärkt die globale Gemeinschaft. www.interrelgraz2013.com

13.

Die Welt der Religionen

Erfahrungsschatz der Kirche ... Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungsund Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet ... 2. Vatikanisches Konzil, NA 2

RÖMisch-katholische kiRche

Weltweite Seelsorge

Anteil der Katholiken an der Bevölkerung in Prozent

je Priester

Jährlich veröffentlicht der Fidesdienst, das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke, ausgewählte Statistiken zur Übersicht über die missionarische Tätigkeit der Kirche in aller Welt. Die für diese Seite ausgewählten Daten zum 31. Dezember 2010 geben Auskunft über die Mitglieder, über die seelsorglichen Strukturen und über die Tätigkeiten der Kirche. Quelle: www.fides.org

Presseorgan der katholischen Kirche

VERNETZUNGEN

Open Doors

Der Weltverfolgungsindex des Hilfswerks „Open Doors“ ist eine Rangliste von 50 Ländern, die anzeigt, wo Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und diskriminiert werden. 2015 steht Nordkorea bereits zum 13. Mal auf dem ersten Platz, es folgen Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan, Sudan, Iran, Pakistan, Eritrea und Nigeria. Acht der ersten zehn Länder sind muslimisch, islamischer Extremismus gilt in 18 der 20 höchstplatzierten Länder als Haupttriebkraft der Verfolgung. Insgesamt werden nach Angaben von „Open Doors“ etwa 100 Millionen Christen weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt – damit zählen sie zu der am meisten verfolgten Glaubensgruppierung. www.opendoors.de

landkaRte deR Religionen

christentum islam

ohne Religion hinduismus Buddhismus indigene Religionen („naturreligionen“) sonstige

Japanischer shintoismus/ Buddhismus Judentum

Religionen

in Zahlen

Die Quellenlage für präzise Aussagen über die Religionszugehörigkeit ist nicht immer einfach. Vorgelegte Zahlen beziehen sich auf eigene statistische Angaben der Religionen und auf plausible Schätzungen für das Jahr 2010. Quellen: Werner Trutwin, Kirche; Encyclopedia Britannica; wikipedia.org; eigene Recherchen.

christentum 2,21 Mrd

Judentum 14 Mio Mormonen 14 Mio

sikhs 22 Mio

Japanischer shintoismus/ Buddhismus 100 Mio

sonstige 150 Mio

indigene Religionen 250 Mio

60 Mio

Buddhismus 400 Mio

Der äußere Kreis zeigt die Verteilung der Weltbevölkerung auf die wichtigsten Religionen

INTERRELIGIÖSE DIALOGE

Redaktion: Heinz Finster, Florian Krizaj; Grafik: Franz Pietro

islam 1,52 Mrd

1,2 Mrd

katholisches christentum Protestantisches christentum orthodoxie sonstige anglikaner

430

ohne Religion 1,32 Mrd hinduismus 900 Mio

Der innere Kreis zeigt die Zuordnung der christen nach ihren konfessionen

Der Islam und der interreligiöse Dialog Laut Koran gelten Judentum, Christentum und unter Umständen auch andere Religionen als Vorläufer der islamischen Gemeinschaft, deren Glauben sie (laut Mehrheitsmeinung) ebenfalls zu Gott führen könne. Der Islam sei freilich der bessere und beste Weg. Außer auf zahlreiche Hadithen (Aussprüche Muhammads) berufen sich islamische Befürworter des Dialoges gerne auf das Glaubensgespräch des Propheten Muhammad mit den Christen von Nadschaf, das zwar ohne Einigung, aber in gegenseitigem Respekt geführt und beendet wurde und auch im Koran gewürdigt wird. Einige islamische Theologen vertreten die Auffassung, dass das Wort Islam neben der Bezeichnung des konkreten Glaubenssystems auch eine Haltung der Gotteshingabe ausdrücke, die auch von Christen, Juden und anderen praktiziert werden könne. In diesem Sinne könne ein guter Gottgläubiger auch dann Islam praktizieren, wenn er sich selbst nicht als Muslim im engeren Wortsinn verstehe.

Religiöse Zeichen bestimmten weltweit den öffentlichen Raum. Sie sind Zeugen der kulturellen Lebendigkeit einer Gesellschaft.

Fassen Sie die wichtigsten Aussagen des Textes über den interreligiösen Dialog im Islam zusammen!

Stellen Sie die „Religionen in Zahlen“ (Kreisdiagramm) in einer anderen grafischen Skizze dar, die die Verhältnisse klar zeigt!



Interpretieren Sie die Tabelle über die Personalentwicklung in der Katholischen Kirche!



Werten Sie die Analyse der „Landkarte der Religionen“ mit mindestens drei Schlussfolgerungen aus!



Nehmen Sie zu den Thesen von Graz (2013) Stellung! Heben Sie jene hervor, die eine reelle Chance auf Umsetzung haben und entwerfen Sie mögliche nächste Schritte auf diesem Weg!

Humorvoll betrachtet ...

Der Schüler kommt zum Meister: „Meister, ich hab es verstanden, alles ist leer! Alles ist leer! Alles ist leer!“ Dann boxt der Meister den Schüler auf den Arm. Der Schüler schreit: „Au!“ Der Meister sagt: „Ich dachte, alles ist leer, dein Arm ist gar nicht mehr da“.

Foto: Fotolia

Vorschlag

für eine Aufgabenstellung

bei der mündlichen Reifeprüfung aus dem Fach Katholische Religion

Themenbereich 1

Die Aufgabenstellung bekommt der Kandidat/die Kandidatin erst, nachdem er/sie die beiden Themenbereiche gezogen hat und sich in unserem Fall für den Themenbereich 1 entschieden hat.

Die Aufgabenstellung ist formal nicht zwingend so vorzugeben, jedoch muss sie die drei verschiedenen Anforderungsbereiche enthalten.

Anforderungsbereich – Reproduktion

„Handle with care“ Plakatmotiv: Andreas Iten

1. Benennen Sie fünf Dimensionen menschlicher Sinnsuche, die aufgrund breit angelegter Studien formuliert worden sind.

Anforderungsbereich – Transfer

1. Deuten Sie die Grafik und stellen Sie einen Bezug zu den Dimensionen menschlicher Existenz her! Gehen Sie dabei vor allem auf die Transzendentalität des Menschen ein.

Anforderungsbereich – Reflexion

1. Hintergrund zur Enstehung der Grafik: Das Thema der religiösen Vielfalt im Kanton Luzern übertrugen Studenten der Fachklasse Grafik der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern im Auftrag der Stadt Luzern in eine Plakatserie für den öffentlichen Raum bereits im Jahr 2005. Grundlage ihrer Arbeit war eine spezielle Veranstaltungsreihe des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern. Die Studenten entwickelten ihre Definitionen des Themas anhand von Fragen wie zum Beispiel „Wo fängt Religion an, wo hört sie auf?“, „Wie lässt sich Respekt vor dem Fremden entwickeln?“, „Ist Religion vornehmlich Vollzug oder Denken?“. Andreas Iten gestaltete obige Grafik.

2. Stellen Sie sich vor, dass dieses Plakat in Ihrem Ort großflächig angebracht werden soll. Entwickeln Sie Perspektiven zur Umsetzung dieser Plakataktion. Wer könnte das machen? Worauf wäre zu achten? Mit welchen Reaktionen ist zu rechnen?

Quellenangabe zur Grafik: Copyright: Interkulturelles Forum der Stadt Luzern, Mai 2005, in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern (Fachklasse Grafik), der Universität Luzern (Religionswissenschaftliches Seminar) und der APG Luzern. Plakatmotiv: Andreas Iten

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