Kompetenzen für den Lernort Natur Naturbezogene Umweltbildung Zertifikatslehrgang (CAS)
In Zusammenarbeit mit der ZHAW / IUNR Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen
22.0
2.2
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www.silviva.ch/cas
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JAN 20
NACHHALTIGKEIT
Interview
SUSANNE HOCHULI Stiftungsratspräsidentin von Greenpeace Schweiz «Der Gedanke, dass etwas nicht geht, verhindert Innovation!» Lesen Sie mehr auf www.fokus.swiss
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EDITORIAL
WWW.FOKUS.SWISS
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LESEN SIE MEHR... 04 Arbeitswelt
Nachhaltiges Wirtschaften ist mehr als CO2-Reduktion
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Energieeffiziente Gebäude
10 Interview: Susanne Hochuli 12
Nachhaltige Investments
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Zero Waste
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Weiterbildungen
FOKUS NACHHALTIGKEIT. PROJEKTLEITERIN:
«W
ir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut!» Die Klimastreik-Bewegung war nicht zu überhören im letzten Jahr. Und dies völlig berechtigt: Wir setzen mit unserem Verhalten die Zukunft des Menschen aufs Spiel. Der Klimawandel führt bereits jetzt dazu, dass es häufiger zu extremen Wetterereignissen kommt – auch in der Schweiz. So kämpfen die Skigebiete mit fehlendem Schnee und das Mittelland mit einer steigenden Anzahl von Hitzetagen. Gleichzeitig verfehlen die Staaten – inklusive der Schweiz – immer wieder die vereinbarten Ziele, zum Beispiel zur Reduktion der CO2-Emissionen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Nicht zuletzt dank der Demonstrationen scheint das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas bei der Bevölkerung gestiegen zu sein. Die Ergebnisse der Wahlen sprechen dafür. Was jedoch nicht vergessen gehen sollte: Der Klimawandel ist kein isoliertes Phänomen, dem allein entgegenwirkt werden kann, indem man CO2-Emissionen reduziert, und dann ist alles wieder gut.
Wir stossen mit unserer Lebensweise nicht nur immer mehr CO2 in die Atmosphäre, dank uns gibt es auch immer weniger Pflanzen, die dieses CO2 aufnehmen könnten. Selbst wenn der Klimawandel irgendwann «gestoppt» werden würde, würde es dem Menschen nicht besser gehen, wenn stattdessen der Rest der Umwelt hochgradig gestört ist. Zusätzlich zu einer «Klima-Krise» kann man also auch von einer «Biodiversitäts-Krise» sprechen. Wenn die Bestreitung des Lebensunterhalts schwieriger wird, zum Beispiel bedingt durch Dürre, wird zudem der Ausbruch von bewaffneten Konflikten begünstigt, was wiederum dazu führt, dass die Menschen aus den betroffenen Ländern gezwungen sind in andere Regionen zu migrieren, zum Beispiel nach Europa. Um wahrhaft nachhaltige Lösungen zu finden, ist es unumgänglich, diese Zusammenhänge zu beachten und
gegebenenfalls zu antizipieren. Dies gilt jedoch nicht nur für Staaten, sondern auch für Unternehmen. Um zukunftsfähig zu sein, braucht es mehr als die Kompensation von CO2! Als Teil der Gesellschaft tragen Unternehmen Verantwortung für die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf
Gesellschaft und Umwelt. Gleichzeitig bietet die Beschäftigung mit diesen Themen Unternehmen aber auch enorme Chancen – wie Sie in dieser Ausgabe von Fokus sehen werden. Knapper werdende Ressourcen führen zum Umdenken. Neue Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft, ermöglichen ihnen jedoch, auch in Zukunft zu bestehen – und dabei nicht die natürlichen Ressourcen, sondern ihre Abhängigkeit von ihnen zu reduzieren. Die Lieferketten von Unternehmen sind von den heutigen Herausforderungen meist besonders betroffen. Wenn es bewaffnete Konflikte im Ausland gibt, der Rhein aufgrund des Klimawandels zu viel oder zu wenig Wasser führt, sodass die Schiffe nicht fahren können, oder es neue gesetzliche Anforderungen gibt, dann kann das gravierende Folgen für das Geschäft haben. Unternehmen, die sich dieser Herausforderungen bereits heute annehmen, können sich dadurch auch einen grossen Vorsprung im Markt erarbeiten.
Um wahrhaft nachhaltige Lösungen zu finden, ist es unumgänglich, diese Zusammenhänge zu beachten und gegebenenfalls zu antizipieren. - SUNNA SEITHEL
Sie, liebe/r Leser/in, wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Die «Sustainable Development Goals» (SDGs) und begleitende Leitfäden wie der SDG Compass zeigen auf, wo es globale und nationale Brennpunkte gibt. Anhand der SDGs können Unternehmen ermitteln, wo sie etwas bewirken können, sich Ziele setzen, Massnahmen entwickeln und über ihre Aktivitäten berichten. Auch als Privatperson kann man seinen Teil zur nachhaltigen Entwicklung beitragen:
Kristina Nadjarian COUNTRY MANAGER: Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale TEXT: Alessandro Poletti, Antonia Vogler, Fatima Di Pane, Jo Widmer TITELBILD: Greenpeace LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger, Januar 2020 DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG
SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch
Die «Good Life Goals» (goodlifegoals.org) bringen Übersicht in die Fülle an Handlungsanweisungen, die man heutzutage für mehr Nachhaltigkeit erhält. Damit es keine Entschuldigung mehr gibt, nicht direkt heute anzufangen. TEXT SUNNA SEITHEL, VERANTWORTLICH FÜR DIE KOMMUNIKATION BEI ÖBU, DEM VERBAND FÜR NACHHALTIGES WIRTSCHAFTEN
Viel Spass beim Lesen! Kristina Nadjarian Project Manager
inovatech.ch
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HF Bildungsgänge
NEU: Techniker/-in HF für Energieeffizienz Info-Anlass - Mi 15.1.2020 / 19.00 Uhr im BZZ Höhere Fachschule für Energie, Technik und Wirtschaft mit eidg. anerkannten Bildungsgängen, CH-4800 Zofingen
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ABB BRANDREPORT
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Unternehmen als Treuhänder der Welt für künftige Generationen Die Klimakrise zwingt auch die Wirtschaft zum Umdenken. Neben der Rendite rückt immer öfter auch der ökologische Preis wirtschaftlichen Handels in den Fokus. Davon profitieren Unternehmen wie ABB, die sich schon früh dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben haben.
Peter Voser, in diesem Jahr findet das Weltwirtschaftsforum in Davos bereits zum 30. Mal statt. Was erwarten Sie sich als Vertreter des grössten Schweizer Industriekonzerns von diesem Event? In erster Linie, dass dieses Zusammentreffen der wichtigsten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft wieder zu einem vermehrten Miteinander führt. In jüngster Zeit – und das beobachten wir mit Sorge – werden altbewährte Paradigmen und erfolgreich etablierte Strukturen vermehrt infrage gestellt. Es wird wieder mehr über Zölle und nationale Alleingänge als über globale Zusammenarbeit gesprochen. Und das, obwohl wir mit dem Klimawandel mit einem Problem konfrontiert sind, das wir nur global und nur gemeinsam lösen können. Sind Unternehmen nicht per Definition in erster Linie Konkurrenten? Auch Mitbewerber können gemeinsam übergeordnete Ziele verfolgen. Zum einen verkürzt die digitale Transformation Innovationszyklen deutlich, sodass die Partnerschaftsstrukturen ohnehin agiler und fliessender werden müssen als in der Vergangenheit. Zum anderen wurde schon im 1973 verfassten «Davos Manifesto» formuliert, dass Unternehmen immer auch als «Treuhänder des materiellen Universums für zukünftige Generationen» agieren sollten. Wenn wir in diesem Jahr versuchen, neue Ziele und Werte für Unternehmen und Regierungen zu definieren, geht es auch um die Frage, wie ein globaler Konsens über den Einsatz neuer Technologien erzielt und ein rein konkurrenzorientierter Technologiekrieg verhindert werden kann. Das WEF steht in diesem Jahr unter dem Motto «Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World». Ist das nur ein Appell an die Politik oder können grosse Unternehmen wie das Ihre auch aus eigener Kraft zu einer nachhaltigeren Welt beitragen? Ganz entscheidend sogar. Wenn ein Unternehmen wie ABB, von der Unterzeichnung des Pariser Abkommens bis 2030 gerechnet, rund 23 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung neuer Technologien investiert, trägt es damit prägend zur Gestaltung der Welt von morgen bei. In Davos werden wir beispielsweise gemeinsam mit Ericsson das Potential von 5G demonstrieren, mit dem die nächste entscheidende Grundlage für die digitale Transformation industrieller Prozesse geschaffen wird. Diese Technologie könnte eine weltweite Revolution anregen und zahlreiche nachhaltige Innovationsmodelle in skalierbare Lösungen umwandeln.
Sind Unternehmen wirklich geeignete Akteure auf der gesellschaftspolitischen Bühne – immerhin müssen Sie sich doch in erster Linie Ihren Aktionären verpflichtet fühlen? Ich sehe das nicht als Widerspruch. Verantwortung für die Umwelt und für künftige Generationen wahrzunehmen, ist für ABB schon seit den Gründertagen gleichzeitig ein moralischer Imperativ wie auch eine wichtige Geschäftsgrundlage. So wie wir vor mehr als 100 Jahren mit der Elektrifizierung der ersten Bahnstrecken neue und nachhaltige Wege erschlossen haben, sehen wir es heute als unsere Aufgabe, die Digitalisierung, die Energiewende und die digitale Transformation auf sozial und ökologisch verträgliche Weise zu gestalten. Inzwischen erzielen wir beinahe 60 Prozent unseres weltweiten Umsatzes mit Lösungen, die dem Umweltschutz dienen und die Ursachen der Klimaerwärmung bekämpfen, und wollen diesen Prozentsatz 2020 noch weiter erhöhen. Werden wir zur Rettung des Planeten nicht in vielen Bereichen auf weiteren Fortschritt oder sogar auf gewohnten Komfort verzichten müssen? Ich bin davon überzeugt, dass das Gegenteil der Fall sein wird. Wir wissen heute, dass die Modernisierung veralteter Infrastrukturen, egal ob in der Industrie, im Verkehr oder im Bauwesen, die wirtschaftlichste und praktischste Möglichkeit bietet, den Energieverbrauch zu senken und den Komfort dabei sogar noch zu erhöhen. Wenn wir es, wie kürzlich in der norwegischen Stadt Trondheim, gemeinsam mit unseren Kunden schaffen, den gesamten öffentlichen Nahverkehr absolut CO2-frei zu gestalten, tragen wir zu den Klimazielen und im gleichen Ausmass auch zu einer verbesserten Lebensqualität bei. Davon können sich die Besucher beim kommenden WEF auch in Davos und seiner Umgebung überzeugen, wo wir mit der Elektrifizierung von Zügen, Bussen oder Bergbahnen und acht Ladestationen für E-Autos die Grundlage für den ökologisch sinnvollen, aber auch sicheren, bequemen und für jedermann erschwinglichen Transport von Menschen und Gütern geschaffen haben. Geht diese Entwicklung rasch genug voran? Viele Klimaforscher warnen, dass uns nur noch wenige Jahre für eine Trendumkehr bleiben. Wenn wir die CO2-Emissionen bis 2030 um 40 Prozent senken wollen, bleiben uns dafür nicht einmal mehr 4000 Tage. In gewisser Weise befinden wir uns also tatsächlich in einem Wettlauf mit der Zeit und müssen jeden einzelnen Tag davon bestmöglich nutzen. Die technologischen Grundlagen für eine nachhaltige Energiewende haben wir bereits geschaffen, doch die teilweise hohen Startkosten und die starren regulatorischen Parameter wirken sich vielfach immer noch restriktiv auf die Innovationsbereitschaft aus. Es liegt nun daher auch an den politischen
Entscheidungsträgern, sichere Investitionsbedingungen für die möglichst schnelle Implementation dieser Innovationen zu schaffen. Wo sollten diese Bemühungen Ihrer Meinung nach ansetzen? Zum einen steht die gesamte Autoindustrie vor einer wichtigen Richtungsentscheidung. Wenn es dort gelingt, die Investitionsbereitschaft zu erhöhen, liesse sich der Übergang zur nachhaltigen Elektromobilität deutlich beschleunigen. Ebenso würden nachhaltige Lieferketten für Batterien massive Emissionseinsparungen in der Transport- und Energiewirtschaft ermöglichen. Aber auch in der Industrie selbst gibt es enorme Potentiale zu heben: Würden weltweit alle ineffizienten Elektromotoren durch moderne ersetzt werden, könnte allein damit zehn Prozent des weltweiten Energieverbrauchs – oder die Leistung von fast 300 Atomreaktoren – eingespart werden. Was heute alles möglich ist, zeigen wir beispielsweise an einem neuen Produktionsstandort im deutschen Lüdenscheid, wo wir im Vorjahr die erste CO2-neutrale und nahezu energieautarke Fabrik der Welt eröffnet haben. Das Gleiche gilt für Gebäude: Mit einem Anteil von fast 40 Prozent am weltweiten Energieverbrauch und mehr als einem Drittel der Treibhausgasemissionen stellen moderne Smart-Building-Lösungen ein enormes und kurzfristig realisierbares Einsparungspotential dar. Vieles davon wird seit Jahren propagiert. Bleiben Sie dennoch optimistisch? Ich habe in den vergangenen Monaten sehr viele Gespräche mit Regierungsvertretern, Kunden und Investoren auf der ganzen Welt geführt. Mein klarer Eindruck ist, dass die Themen Klimawandel und der schonende Einsatz von Ressourcen ganz nach oben auf die Tagesordnung gerückt sind. Dazu kommt, dass auch Unternehmen ihre Investitionen in die Nachhaltigkeit im Lichte der gestiegenen öffentlichen Erwartungen neu bewerten. Heute ist nicht mehr allein ausschlaggebend, ob diese auf direktem Wege zu mehr Umsätzen oder zu Kosteneinsparungen führen, sie sind auch ein entscheidender Wettbewerbsfaktor geworden. Inzwischen müsste jedem CEO und jedem Kleinunternehmer klar sein, dass nur wer diesen Erwartungen entspricht, auch in den kommenden Generationen noch Kunden und motivierte Mitarbeitende finden wird. Werden Sie diesen Erwartungen auch im eigenen Unternehmen gerecht? Wir bemühen uns intensiv darum. In der Schweiz fördern wir beispielsweise schon seit zehn Jahren die Benützung umweltfreundlicher Verkehrsmittel durch einen Öko-Bonus und haben weltweit weitere 500 bis 600 Umweltverbesserungsmassnahmen pro Jahr am Laufen. In Summe werden wir unsere klimarelevanten Emissionen, verglichen
mit 2013, noch in diesem Jahr um 40 Prozent gesenkt haben. Das Schönste daran ist: Viele dieser Projekte wurden von Mitarbeitenden initiiert und werden von allen mitgetragen. Das macht uns nicht nur unseren Kunden gegenüber glaubwürdig, sondern hat sicher auch mit dazu beigetragen, dass ein grosser Teil unserer Kolleginnen und Kollegen stolz darauf ist, bei ABB zu arbeiten, und wir drei Jahre in Folge von Ingenieurstudien-Absolventen zum attraktivsten Arbeitgeber der Schweiz gewählt wurden. Für uns ist das die vielleicht wichtigste Grundlage, auf der wir weitere Lösungen für eine nachhaltige Welt der Zukunft entwickeln können.
Peter Voser
Über Peter Voser Peter Voser war bereits von 2002 bis 2004 Chief Financial Officer von ABB und ist seit 2015 als Präsident des Verwaltungsrates und Mitglied der Konzernleitung bei ABB tätig. Seit April 2019 leitet er zudem vorübergehend als CEO den ABB-Konzern. In dieser Funktion wird ihm per März 2020 Björn Rosengren, derzeit noch Chef beim Industriekonzern Sandvik, nachfolgen.
ABB ABB wird ihre weltweit führende Stromnetzsparte 2020 an Hitachi verkaufen und sich mit den vier verbliebenen Geschäftsbereichen Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik und Robotik & Fertigungsautomation und einer umfangreichen Digital-Plattform gänzlich der digitalen Transformation von Industrien widmen. Der grösste Schweizer Industriekonzern ist in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt etwa 147 000 Mitarbeitende.
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ARBEITSWELT
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Schmerzfrei und nachhaltig arbeiten Arbeitnehmende klagen über körperliche Abnützung und viele sehnen sich nach nachhaltigeren Umständen am Arbeitsplatz. Gut, dass sich dieser Problematik immer mehr Arbeitgebende annehmen. Wie dies angegangen wird und was es beinhaltet, verrät «Fokus». TEXT ALESSANDRO POLETTI
D
ie Krankenkassen verzeichnen jedes Jahr berufsbedingte Krankheitstage, welche sich vielleicht hätten verhindern lassen. Laut dem Bundesamt für Statistik waren im Jahr 2018 in der Schweiz 78 Prozent der Arbeits-Abwesenheitsgründe auf Krankheiten und Unfälle zurückzuführen. Besonders in Bezug auf Muskelund Skeletterkrankungen lässt sich eine steigende Tendenz feststellen: ein langsames Degenerieren als Konsequenz zu wenig körperlicher Aktivität. Oft ist es schwer, aus diesem Hamsterrad wieder rauszukommen. Schliesslich bleibt bei einer 42-Stunden-Arbeitswoche nicht mehr viel Freizeit übrig, um sich um die Gesundheit des eigenen Körpers zu kümmern. Daher ist es umso wichtiger, dass von den Arbeitgebern eine Arbeitswelt geschaffen wird, welche die Gesundheit präventiv unterstützt, aber genauso auf soziale und ökologische Verträglichkeit abgestimmt wird. Mithilfe der richtigen Wahl der Geräte, Möbel und Materialien lässt sich dies realisieren. Eine nachhaltige Arbeitswelt fördert die Lebensqualität: Angefangen auf der persönlichen Ebene, auf der Mitarbeitende motivierter und zufriedener sind. Aber auch aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht macht eine nachhaltige Arbeitswelt Sinn.
Jährliches Absenzenvolumen der Arbeitnehmenden, 2018 Nach Abwesenheitsgründen, Verteilung in % Krankheit/Unfall
4% 8%
Mutterschaftsurlaub Militär-/Zivildienst, Zivilschutz
10%
die Arbeitnehmenden heisst das: Man sollte die Möglichkeiten nutzen, die angeboten werden. Man muss das eigene Verhalten ändern und sich zum Beispiel aktiv daran erinnern, dass man das Stehpult verwenden soll.
Nachhaltige Anhaltspunkte Aus der Sicht der Umwelt sind die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und kurze Arbeitswege gefragt. Smarte Gebäude sind wichtig, da diese relevante Nutzungsdaten und Verbrauchswerte über Sensoren ermitteln und steuern. Zudem stehen Gebäude im Trend, die nach nachhaltigen Kriterien gebaut und zertifiziert sind. Darüber hinaus bedeutet eine nachhaltige Arbeitswelt auch, dass flexible Arbeitszeitmodelle gelebt werden und Sharing- oder Joint-Strukturen unter verschiedenen Abteilungen oder gar Unternehmen existieren. All dies wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz und die Motivation der Arbeitnehmenden aus.
Kurzarbeit Andere Gründe 1
78%
1
Dazu gehören wetterbedingte Absenzen sowie Absenzen aus persönlichen oder familiären Gründen, zusätzlich Streiks und Aussperrungen.
Quelle: BFS – Arbeitsvolumenstatistik (AVOL)
© BFS 2019
Der Körper ist wie ein Korsett Muskeln wachsen am Widerstand und sie schrumpfen, wenn man sie nicht braucht. Also wie ein Korsett, das man schnüren und festziehen muss, ansonsten hält das Korsett nicht. Genauso ist es auch bei den Muskeln: Man muss sie straffen und reizen, damit sie die Knochen zusammenhalten und wir uns von der Stelle bewegen können. Auf dem Bürostuhl ist das leider nicht gross möglich. Dennoch kann man, nebst Sport,
mit verschiedenen Techniken entgegenwirken, um das Bürositzen angenehmer zu machen, und somit Muskel- und Skeletterkrankungen vorzubeugen. Beispielsweise durch Stehpulte, Bewegungspausen oder sitzende Dienstreisen, die durch Telefon- und Videokonferenzen ersetzt werden können. Ergonomisch arbeiten Um ergonomische Arbeitsverhältnisse zu bieten, muss beim Mobiliar auf massgebliche Funktionalitäten wie zum Beispiel auf die Höhenverstellbarkeit geachtet werden. Stühle und Tische sollen erlauben, dass man seine Haltung ändern kann. Fokus-Bereiche erlauben, konzentriert und in ruhiger Umgebung zu arbeiten. Modern ausgestattete Meetingräume sollten für strukturierte Meetings zur Verfügung stehen, ebenso wie LoungeBereiche für einen zwanglosen, lockeren Austausch. Genügend Tageslicht in die Räume dringen zu lassen und eine gute Luftqualität sind ebenfalls wichtige Kriterien. Wenn die Infrastruktur sinnvoll konzipiert wird und man Abfalltrennung einführen will, müssen Trennstationen in Gehdistanz zur Verfügung stehen oder Wasserstationen, um Flaschen wieder aufzufüllen. Für
Recycling am Arbeitsplatz Ein oftmals zu wenig praktizierter Teil in einem Unternehmen ist das korrekte Entsorgen und Rezyklieren von Verbrauchsgütern. In einem Büro sind es häufig Petflaschen, Aludosen, Papier oder Tonerpatronen. Da kommt doch einiges zusammen in einer Woche, und das Recycling gilt es nicht zu unterschätzen: Gemäss PET-Recycling Schweiz werden in der Schweiz immerhin jedes Jahr 1,6 Millionen Petflaschen konsumiert. In Gewerben wie auf dem Bau herrschen natürlich andere Dimensionen an Abfall, die auch entsprechend anders entsorgt und recycelt werden müssen. Zum Beispiel Bauschutabfälle oder spezielle Batterien müssen an eine Sonderdeponie übergeben werden. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind in der Schweiz seit dem Jahr 2000 keine brennbaren Abfälle mehr deponiert worden. Somit werden alle Kunststoffabfälle umweltverträglich in stofflicher oder energetischer Form verwertet. Ans nachhaltige Ziel gelangen Ob in der Industrie oder der Bürowelt; Luft nach oben gibt es bei den meisten Firmen in Punkto Nachhaltigkeit. Wie kann also ein Arbeitnehmer den Arbeitgeber am besten auf mangelhafte Nachhaltigkeit im Arbeitsumfeld aufmerksam machen, wenn etwas nicht vorhanden ist? Zum Beispiel kann man den Dialog zu den Vorgesetzten suchen. Zielgerichteter ist aber, wenn man «Best Practice» miteinander teilt oder wenn man Arbeitsgruppen bildet, sich mit den Bürokollegen und Kolleginen organisiert und dann konstruktive Vorschläge als Gruppe an die Geschäftsleitung weitergibt. Wer Inspiration teilt, anstatt nur zu bemängeln, kommt schneller ans Ziel.
BRANDREPORT ISS SCHWEIZ
«Wir wandeln uns immer mehr zu Experience-Managern» In der Stadt der Zukunft zerfliessen die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten. Das hat auch Folgen für das Facility Management. Differenzierungsmerkmal. Es entstehen sogenannte third places, hybride Räume, in denen sich Arbeit, Freizeit, Vernetzung, Gesundheit und Konsum vermischen. Es wird suggeriert: Wer an solchen Orten arbeitet, ist Teil einer Community, hat Spass, ist aktiv – und engagiert sich.
Dominik Dräyer, Leiter Service Excellence Centers ISS Schweiz
Dominik Dräyer, braucht es in Zukunft noch Arbeitsplätze? Durch die Digitalisierung verliert der Arbeitsplatz seine funktionale Exklusivität – man kann von überall aus arbeiten. Von Kunden aus der Technologiebranche wissen wir, dass zeitweise bis zu 60 Prozent der Arbeitsplätze leer sind. Der Trend ist folglich: Es braucht weniger, dafür flexible Arbeitsplätze, die enorme Einsparungen ermöglichen – auch im Gebäudeunterhalt. Gleichzeitig erfährt der Arbeitsplatz eine Aufwertung, weil er immer mehr zu einem Spiegelbild der Unternehmenskultur wird, zum
Was muss der Arbeitsplatz der Zukunft leisten? Er muss positive Erlebnisse ermöglichen mit dem Ziel, das Engagement der Mitarbeitenden zu fördern. Engagierte Mitarbeitende sind kreativer, effizienter und weniger absent. Zudem leben wir in einer wissensbasierten Ökonomie, wobei es beim War for Talents nicht nur um finanzielle Anreize geht; vielmehr zeigen Studien, dass für junge Menschen softe Faktoren wie Sinnhaftigkeit, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung wichtiger werden. Auch hier kann der attraktiv gestaltete Arbeitsplatz den Unterschied machen. Mit anderen Worten: Beim Arbeitsplatz der Zukunft dreht sich alles um den Mitarbeitenden und seine Community. Das hat auch in unserer Branche zu einem Paradigmenwechsel geführt: Wir wandeln uns von Facility-Managern zu Experience-Managern. Damit wird unsere Arbeit fürs HR relevant, und wir werden frühzeitig in die Gestaltung von Arbeitsplätzen einbezogen.
Wie steht es mit Umweltthemen, die nicht erst seit den letzten Wahlen an Bedeutung gewinnen? Sie beeinflussen die Arbeit und auch das Facility Management der Zukunft. Viele Liegenschaften unserer Key Accounts sind heute schon umweltzertifiziert, und das basiert nicht nur auf der Bausubstanz, sondern auch auf dem Gebäudeunterhalt. Das fängt an mit der Recyclingquote und hört auf mit der Regulierung der Raumtemperatur. Da sind Ideen gefragt. Am ISS Hauptsitz zum Beispiel setzen wir auf konsequente Abfalltrennung – auch von
Plastik – und haben auf wiederverwendbare Trinkflaschen umgestellt, womit wir jährlich den Verbrauch von 70 000 PET-Flaschen vermeiden. Eine immer wichtigere Rolle spielen zudem digitale Gebäudedaten: Sensoren und das Internet of Things ermöglichen Effizienzgewinne, die auch der Umwelt zugutekommen. Sie liefern die Grundlagen um etwa Luftqualität und Raumtemperatur bedarfs- und energiegerecht zu steuern. INTERVIEW CHRISTOPH KOHLER
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MONDAINE WATCH LTD. BRANDREPORT
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In Sachen Nachhaltigkeit der Zeit voraus Die Schweizer Uhrenmarke Mondaine ist dafür bekannt, die kultige Bahnhofsuhr vom Perron an die Handgelenke der Leute gebracht zu haben. Doch nicht nur ihr hoher Wiedererkennungswert zeichnet die Armbanduhren aus – sondern auch ihre nachhaltige Produktion. Denn für Mondaine ist Nachhaltigkeit kein Zeitgeist-Thema der jüngsten Zeit, sondern seit über 25 Jahren Teil der Firmen-Philosophie. Wie es dazu kam und welche Ziele man noch verfolgt, erklärt Mitinhaber André Bernheim im Interview. dank weniger sowie umweltverträglicherem Material mit geringerem Volumen. Parallel dazu forschen wir weiter nach neuen nachhaltigen Materialien, die wir für die Herstellung unserer Uhren nutzen können. Zudem gehen wir dem ganzen Materialfluss nach und suchen nach Verbesserungen. Wir werden uns laufend verbessern und unseren ökologischen Fussabdruck verkleinern. Aus diesem Grund haben wir auch das erste Uhren-Recycling der Schweiz lanciert.
Tonnen Altmetall rezykliert. Zugegeben: Das ist nicht weltverändernd, aber wir wollten schon damals aufzeigen, dass auch ein KMU wie wir seinen Teil zu mehr Nachhaltigkeit beitragen kann. Und wenn wir dies können, müssten es auch die Grossfirmen schaffen. Mit unserem Nachhaltigkeitsdenken waren wir unserer Zeit deutlich voraus, Händler und KonsumentInnen hatten noch kein Gehör dafür. André Bernheim
André Bernheim, die Konsumenten verlangen heute immer mehr nach nachhaltigen Produkten. Wie relevant ist das Thema für Ihr Unternehmen? Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Firmen- und Markenkultur. Natürlich stellen auch wir fest, dass die Thematik viel Aufmerksamkeit erfährt. Das ist begrüssenswert – hat aber auch negative Folgen. Denn leider sind Begriffe wie «Ökologie» und «Nachhaltigkeit» zu Schlagwörtern geworden, mit denen sich viele Unternehmen schmücken. Darunter befinden sich auch solche, die wenig bis gar kein echtes Engagement betreiben. Auch in der Uhrenindustrie wird meines Erachtens nicht genügend getan. Inwiefern ist Mondaine anders? Wir haben seit dem Beginn der 90er-Jahre einen ÖkologieVerantwortlichen, anfangs war dies mein Bruder Ronnie, nun ich. Das Thema ist also in der Unternehmensführung angesiedelt. 1992 haben wir zum Beispiel aus einem Schrotthaufen in Zürich Altmetall gesammelt. Dieses liessen wir in der Schweiz einschmelzen und fertigten daraus Metallgehäuse für unsere Uhren an. Im Rahmen dieser Aktion, für die wir den Alp Action Award erhielten, haben wir über zehn
Mondaine hat 2017 die essence-Kollektion veröffentlicht, bei welcher nachhaltige Materialien im Zentrum stehen. Was hat es damit auf sich? Mit der Mondaine SBB essence-Linie haben wir Neuland betreten und sind in Sachen Ökologie bewusst einen Schritt weitergegangen. Die Gehäuse unserer essence-Uhren bestehen zu 70 Prozent aus natürlichen Materialien, nämlich aus Rizinusöl unter Zugabe von Glaspulver. Das Armband besteht auch aus 50 Prozent Rizinusöl. Wahlweise bieten wir auch Bänder aus rezyklierten PET-Flaschen mit Kork auf der Unterseite an, und die Verpackung besteht aus fast 100 Prozent aus rezyklierten PET-Flaschen. Das Coole daran: Dieses Uhren-Etui kann später als Hülle für ein Smartphone oder eine Sonnenbrille genutzt werden. Schon vor fünf Jahren haben wir Uhrbänder aus rezykliertem PET gefertigt und den natürlichen Rohstoff Kork verwenden wir auch in anderen Mondaine Kollektionen. Ich bin zudem der Meinung, dass ein Unternehmen «Nachhaltigkeit» nicht nur in seinem Produktund Dienstleistungsportfolio verankern sollte. Wo denn sonst noch? Als nicht börsenkotiertes KMU mit eigener Entwicklungsabteilung, guter Verbindung zu Kompontenherstellern und eigener Uhrenproduktion in Biberist SO nutzen
wir die Möglichkeit, das Thema Nachhaltigkeit ganz gezielt als integralen Bestandteil der Firmenziele zu verfolgen. Dies zeigen wir zum Beispiel auch mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Fabrik, die wir im September in Betrieb genommenen haben. 600 m2 Solarfläche produzieren sauberen Strom, was uns zu etwa 70 Prozent unabhängig von Fremdstrom macht. Alle Swiss Made Uhren sämtlicher Marken aus dem Hause Mondaine werden mit diesem Solarstrom-Anteil produziert. Selbstverständlich sind wir aber auch in vielen anderen Bereichen aktiv, um noch nachhaltiger zu werden. Und was unternehmen Sie genau? Wir sind der Ansicht, dass man auch Grösseres erreichen kann, indem man an vielen Rädchen dreht und verbessert. So haben wir nebst firmeninternen Massnahmen konkrete Nachhaltigkeits-Ziele für die Zukunft formuliert. Ein wesentliches lautet, unser Verpackungsmaterial und die Uhrenverpackung stetig nachhaltiger zu gestalten – etwa
Ein Uhren-Recycling? Genau. Denn paradoxerweise kann man im Uhrenland Schweiz fast alles zum Rezyklieren zurückgeben – ausser Uhren. Wer also seine oder ihre Uhr(en) entsorgen möchte, kann uns diese zusenden. Wir nehmen sogar Uhren anderer Hersteller zurück, jedoch in diesem Fall keine Kunststoff-Uhren, weil diese häufig nicht demontierbar sind. Wir zerlegen die Uhren und führen die Komponenten einer möglichst ökologischen Wiederverwertung zu. Verändern wir damit die Welt? Nein. Aber wie gesagt geht es darum, an vielen kleinen Rädchen zu drehen. Wir möchten einmal mehr zeigen, dass so etwas möglich ist – und wenn wir es können, müssten es doch Grossfirmen erst recht tun. Aus der Summe all dieser Massnahmen entsteht dann ein realer Impact. Weitere Informationen finden Sie auf www.mondaine.com
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UNESCO BIOSPHÄRE ENTLEBUCH BRANDREPORT
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Eine Region hilft sich selbst – und wird dadurch zum Modell für die Welt Die Annahme der «Rothenthurm-Initiative zum Schutz der Moore» im Jahr 1987 stellte das Entlebuch vor einen Paradigmenwechsel: Zu den bereits bestehenden Schutzgebieten kamen über 100 Moore und vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung hinzu. Jetzt wurde die UNESCO Biosphäre Entlebuch mit dem Zentralschweizer Tourismus Award ausgezeichnet. TEXT H.J. STOLL / BILDER ZVG. BIOSPHÄRE ENTLEBUCH
Vom Armenhaus der Schweiz zur weltweiten Modellregion Von den rund 700 weltweit existierenden Biosphärenreservaten ist die UNESCO Biosphäre Entlebuch das erste, welches nach positiv erfolgter Volksabstimmung errichtet wurde. Alle sieben Gemeinden stimmten dem Vorhaben (mit 94 Prozent) deutlich zu. Seit 2001 trägt das Entlebuch das Label eines «Biosphärenreservats nach Sevilla-Strategie». Die Auflagen des Moorschutzes, anfänglich zum wirtschaftlichen Todesstoss hochstilisiert, machten die Väter der Biosphärenidee zu einer Chance: Aus der Not wurde eine Tugend. Die UNESCO Biosphäre Entlebuch ist heute nicht nur das nationale Kompetenzzentrum für Moorlandschaften sondern eines der Top-10 Biosphärenreservate der Welt und schweizweit der grösste Anbieter von Naturexkursionen und naturnahen Bildungsangeboten. Regionale Partnerschaft und Markenmanagement Wer etwas zur Entwicklung der UNESCO Biosphäre Entlebuch beitragen will, soll das tun können. Ein profundes Partizipationssystem ermöglicht Bevölkerungskontakte und entschärft die Gefahr der Abgehoben- und Betriebsblindheit. Die UNESCO Biosphäre Entlebuch sorgt dafür, dass regional erwirtschaftetes Geld in der Region bleibt und auch investiert wird. Das verbreitert
die Palette an regionalen Produkten unter dem Namen «Echt Entlebuch», senkt wirtschaftliche Abhängigkeiten, schafft Arbeitsplätze und bietet in der nach wie vor landwirtschaftlich geprägten Region diverse Nebenerwerbsmöglichkeiten. Die UNESCO verlieh deshalb 2014 anlässlich der Labelüberprüfung nach zehn Betriebsjahren zurecht das Prädikat «Modell-Biosphäre». Kompetent und wegweisend Da sich die Leistungen immer am Wohl, an der Weiterentwicklung der Region, orientieren, hat sich über die Jahre ein interessantes Beziehungsnetz ergeben. Die UNESCO Biosphäre Entlebuch legt auch grossen Wert auf die Pflege und die Weitergabe ihrer regionalen Kultur und die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen. Nebst der Kompetenzführerschaft im Bereiche Moor- und Karstlandschaften gibt die Region auch in der Entwicklung des nachhaltigen Tourismus in der Schweiz den Ton an. Eine grosse Herausforderung bei der Entwicklung von Regionen, Firmen und Betrieben ist die Begleitung und Steuerung von Veränderungsprozessen. Da ist das Entlebuch Vorbild und Wegbereiter zugleich. Kein Wunder reisen immer mehr Unternehmen, Regierungdelegationen und Destinationsentwickler beispielsweise aus Amerika, Russland, Korea, Norwegen, China, usw. ins Entlebuch, um von der Innerschweizer Region zu lernen. Erfolgreiche Veränderungsprozesse bedingen ein hohes Mass an Fingerspitzegefühl und positives Denken, denn niemand liebt grundsätzlich Veränderungen, betont Biosphärendirektor Theo Schnider: «Veränderungen bedeuten immer Risiko und Chance zugleich, aber wir haben immer selber die Wahl Gestalter oder Opfer der Situation zu sein».
dem Entlebuch weit herum erklingen. Das ist eben typisch Schnider, typisch Entlebuch. Ein bisschen schräg, ein bisschen laut, ein bisschen anders als der gemeine Rest der Welt, - aber immer bodenständig und im Sinne der Biosphären-Idee.
Und manchmal ein bisschen verrückt Ein gutes Produkt haben Direktor Theo Schnider und sein Team also über die Jahre geschaffen. Mit Kreativität und Originalität hat der innovative Querdenker und Netzwerker aus dem Entlebuch mit seinem Team immer nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangt. Mal hat man in der Luzerner Innenstadt unerlaubterweise Ruhebänke aufgestellt, mal mit Ausserirdischen kommuniziert, mal lässt man die Betrufe aus
Tourismus Award für Mister Biosphäre und sein Team Und so würdigte auch Walter Schmid, Ehrenpräsident des Tourismus Forums Luzern und Vorsitzender der Findungskommission anlässlich der Preisverleihung am 30. November im Luzerner KKL: «Die Entlebucher stehen für eine neue Dimension des Tourismus. Keine andere Region der Schweiz setzt sich so unermüdlich, mit inspirierender Kreativität und Durchhaltewillen für
Niemand, ausser ein Bébé in nassen Windeln, sehnt sich nach einer Veränderung. — THEO SCHNIDER DIREKTOR DER UNESCO BIOSPHÄRE ENTLEBUCH
einen verantwortungsvollen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus ein. Das Entlebuch ist ein Segen für den Tourismus, ein Segen für die Welt.»
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WOHNEN
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Wir wohnen energieeffizient!
NACHHALTIGKEIT IM STRASSENVERKEHR Mikroplastik findet man fast überall. Bis vor Kurzem war jedoch nicht bekannt, dass nur etwa 7 Prozent dieser Plastikpartikel ihren Ursprung in Plastikabfällen haben. Ein Grossteil stammt vom Abrieb der Autoreifen, was eine neue Studie der EMPA belegt. Auf diesem Weg gelangen geschätzte 7500 Tonnen Gummiabrieb in die Umwelt. SABAs auf dem Vormarsch Auf den dichtbefahrenen Autobahnen in der Schweiz ist der Reifenabrieb besonders gross. Wenn es regnet, ist das Abwasser entsprechend hoch mit Mikrogummi belastet. Die Gewässervorschriften des Bundes verlangen, dass diese Abwässer nicht ungehindert abfliessen dürfen. Hierfür werden Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) eingesetzt. Hier wird mittels spezieller Filtersysteme das Abwasser gereinigt, sodass es anschliessend als sauberes Regenwasser in die Umwelt rückgeführt werden kann. Die Scherler AG mit ihrer Tochtergesellschaft Ekag AG und Partner Elektro Engineering AG plant diese wichtigen Anlagen. Gemeinsam decken sie alle erforderlichen Kompetenzen in den Bereichen Energievesorgung, Steuerungstechnik und Engineering von Abwasserreinigungsanlagen ab. Stephan Frey, CEO der Scherler-Gruppe, ist überzeugt, dass SABAs in Zukunft immer wichtiger werden, denn auch bei Strassensanierungen wird bereits heute das Fahrbahn-Abwassers gereinigt und wieder aufbereitet. Neben dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs, sollte hinsichtlich Ökologie auch dem stetig zunehmenden Individualverkehr starke Beachtung geschenkt werden. Der Bund und die Kantone haben den Auftrag, bei jedem Ausbauprojekt die Realisierung einer SABA zu prüfen. www.scherler.swiss
Um nachhaltig und energiebewusst zu wohnen, kann man sehr viel mehr tun, als bloss darauf zu achten, überflüssiges Licht in der Wohnung auszumachen. Es ist einfacher, als gedacht und höchste Zeit, sich diesbezüglich zu informieren.
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ftmals denkt man beim Thema energiebewusstes Wohnen gleich an teure Investitionen. Es gibt aber einige Dinge, die man selbst mit kleinstem Budget tun kann, um umweltfreundlicher zu residieren. Manchmal sogar ohne einen einzigen Rappen auszugeben. Aber auch grössere Ausgaben lohnen sich. Das Gute daran: Man spart Energiekosten und tut gleichzeitig das Richtige für die Umwelt.
Heizungsanlage, welche ebenfalls Wunder bewirken kann in Sachen reduzierter Energieverbrauch und CO2-Ausstoss.
Alltagstipps Hier folgen die wichtigsten, simpelsten Massnahmen im Bereich des nachhaltigen Wohnens. Generell ist es besser, auf kurzes Stosslüften zu setzen anstatt die Fenster zu kippen und über längere Zeit geöffnet zu lassen. Durch letzteres geht nämlich eine Menge Wärme – und somit auch Energie – verloren. Apropos Wärme: Man sollte sich zudem überlegen, die Raumtemperatur gegebenenfalls etwas zu senken. Aber bitte nicht übertreiben: 21 bis 22 Grad gilt als Idealtemperatur. Im Bereich Beleuchtung ergibt es Sinn, auf Spar- und LED Lampen zu wechseln, denn herkömmliche Glühbirnen benötigen deutlich mehr Energie.
Das finanzielle Extra Ob man nun neu baut und sein Haus besonders energieeffizient errichten will oder aber ein bereits bestehendes Gebäude entsprechend umbaut: Finanziell kann sich das auszahlen, auf eine längere Frist gesehen. Zusätzlich bietet «Das Gebäudeprogramm» vom Bund und von den Kantonen Förderbeträge. Diese kann man für besonders energieeffiziente Neu- und Umbauten, die ein bestehendes Gebäude energietechnisch aufbessern, beantragen. Aline Tagmann vom Bundesamt für Energie erklärt, wie es zur Entstehung des Gebäudeprogramms kam: «Die finanzielle Förderung im Gebäudebereich hat im energie- und klimapolitischen Instrumentenmix eine hohe strategische Bedeutung. Insbesondere bei Mietwohnungen hatten Anreize für energetische Sanierungen gefehlt.» Die Richtlinien dafür, wer sich für solche Förderbeträge qualifiziert und welche Massnahmen unterstützt werden, sind kantonal unterschiedlich.
Energieeffiziente Gebäude Viele Ursachen eines grossen Energieverbrauchs liegen jedoch nicht in persönlichen Verhaltensweisen, sondern in der Beschaffenheit des Gebäudes, in welchem man lebt. So kann etwa bei einer zu schwachen Verglasung der Fenster oder bei ungenügend gedämmten Dächern und Wänden viel Wärme verloren gehen. Des Weiteren lohnt es sich, Sonnenenergie – zum Beispiel für die Warmwassergenerierung – zu nutzen oder eine Komfortlüftungsanlage mit entsprechender Wärmerückgewinnung einzubauen. Um eine passende Lüftung zu erwischen, sind eine gründliche Recherche und der Vergleich verschiedener Modelle unabdingbar. Dasselbe gilt für die richtige
Die grundsätzlichen Regeln Aline Tagmann beschreibt folgende, generell gültige Richtlinie: «Die gewählten Lüftungs- und Heizungs-Installationen müssen eine hohe Qualität aufweisen, damit Gebäudeprogramm-Fördergelder gesprochen werden.» Sie führt detaillierter aus: Wärmepumpen sollten dem System-Modul-Standard entsprechen; ein Schweizer Qualitätsstandard, der sicherstellt, dass eine gewisse Effizienz bei der Planung, der Inbetriebnahme und dem Betrieb der Wärmepumpe gegeben ist. Bei Holzfeuerungen müssen QM-Holzheizwerke verwendet werden – dies dient zur Qualitätssicherung. Ein möglichst kostengünstiges und effizientes System wird dadurch garantiert. Auch bei der
Installation von Solarwärme-Anlagen sollte auf anerkannte Module gesetzt werden. Wer die Isolation vom Dach und den Aussenwänden verbessert, hat zu beachten, dass ein tiefer U-Wert erreicht werden muss, um Fördergelder zu erhalten. Der U-Wert bezeichnet den Wärmeverlust eines bestimmten Bauteils. Hierfür ist eine gute Planung essentiell. Das Bundesamt für Energie empfiehlt einen GEAK Plus (Gebäudeenergieausweis der Kantone mit Empfehlungen). Dieser ist für den Erhalt von Fördergeldern in gewissen Fällen Pflicht. Zertifikate von Minergie Bei Modernisierungen und Ersatzneubauten kann man sich im Kanton Zürich an den Minergie-Standards orientieren, um Fördergelder zu erhalten. Dafür müssen die Standards erreicht werden, welche bei Sanierungen eine Qualifikation für das Minergie-A-, bei Ersatzneubauten für das Bauen und Sanieren für die Umwelt Wer sich für Fördergelder des Gebäudeprogramms anmelden möchte, findet unter folgenden Links Informationen zu verschiedenen Themengebieten
• Informationen zum Gebäudepro-
gramm: dasgebaeudeprogramm.ch
• Das Wichtigste zu Wärmepumpen mit System-Modul: fws.ch
• Mehr über QM-Holzheizwerke:
Minergie-P-Zertifikat, ermöglichen. Die Minergie-Standards stehen schweizweit für Qualität und Effizienz. Weiterführende Links zum Gebäudeprogramm und zu Minergie finden sich in der Infobox. Wohin führt das? Die Effekte von energieeffizienten Gebäuden sind nur positiv: Die Schweiz kann den CO2-Ausstoss gesamthaft minimieren und einen wichtigen Beitrag zur Klimapolitik beitragen. Aber nicht nur das: Wenn Firmen vermehrt auf erneuerbare Energien setzen, stärkt dies auch unsere inländische Energieund Ressourceneffizienz – und somit auch unsere Wirtschaft. Hier kommt die RE100 Initiative ins Spiel (siehe Infobox). TEXT ANTONIA VOGLER
Die RE100 Initiative Die RE100 ist eine Initiative, die nachhaltige Energien im Geschäftsbereich fördert – und das international! Viele einflussreiche Firmen beteiligen sich, um bis spätestens 2050 hundert Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt zu haben. Also nicht nur in der Produktion, sondern auch in Firmen-Gebäuden! Somit trägt diese Initiative zu der Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaft bei. Die Liste der einflussreichen Unternehmen, die sich bereits beteiligen, ist lang. Mit dabei: Apple, Adobe, Coca Cola, Facebook, und viele weitere.
qmholzheizwerke.ch
• Alles über anerkannte SolarwärmeModule: kollektorkiste.ch • Informationen zu Minergie: minergie.ch • Informationen zum GEAK: geak.ch
Mehr Informationen unter: there100.org Liste der Firmen, die sich bereits beteiligen, unter: there100.org/companies
BRANDREPORT HSLU
Man hat nie ausgelernt erzählt Beat Keller, der heute Abteilungsleiter Immobilienmanagement der Bildungsbauten beim Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) des Kantons Bern ist. Der Bachelor in kaufmännischem, infrastrukturellem und technischem Gebäudemanagement hat Beat Keller erlaubt, seine neue Berufslaufbahn kontinuierlich aufzubauen. Beat Keller Abteilungsleiter Immobilienmanagement Bildung, Amt für Grundstücke und Gebäude Kanton Bern, Bachelor of Science zfh/fm, MAS in nachhaltigem Bauen.
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ei Beat Keller trifft die Redewendung «man hat nie ausgelernt» sicherlich zu.Nach einer Laufbahn als Linienpilot orientiert er sich mit 40 Jahren beruflich neu, weil die Perspektiven in der Flugbranche nach dem Swissair-Grounding an einem Tiefpunkt stehen. Mit der akademischen Berufsberatung klärt er ab, wo seine Interessen und wo reelle Chancen liegen, um nachher im Beruf zu arbeiten. Der ehemalige Pilot Beat Keller entschied sich für einen Bachelor in Facility Management. «Ich habe wieder wie ein Student 3,5 Jahre die Schulbank gedrückt»,
Beat Keller, haben Sie nach dem Vollzeitstudium gleich eine Stelle gefunden? Ja, beim Amt für Grundstücke und Gebäude des Kanton Berns. Nun bin ich seit zehn Jahren in verschiedenen Funktionen beim AGG. Das Amt steuert, bewirtschaftet und entwickelt das kantonale Portfolio für die sieben Direktionen. Ich habe als Objektverantwortlicher für das Berner Oberland begonnen. Was macht ein Objektverantwortlicher? Ein Objektverantwortlicher bespricht mit den Nutzern, ob Sanierungen oder Umbauten vorgenommen werden müssen, damit ein Gebäude wieder ihren Ansprüchen genügt. Er macht die Arbeit eines Eigentümer- und Bauherrenvertreters, steuert Architekten und zieht wo nötig Fachspezialisten bei. Dies habe ich knapp drei Jahre gemacht. Dann war es bereits wieder Zeit für eine Weiterbildung.
Wieso haben Sie sich für den MAS in nachhaltigem Bauen entschieden? Der Kanton Bern nimmt eine Vorbildfunktion im nachhaltigen Bauen ein. Doch dieser Bereich war für mich zu der Zeit ein blinder Fleck. Der MAS in nachhaltigem Bauen fokussiert auf viele verschiedene Aspekte und hat mir klar gemacht, dass nachhaltiges Bauen die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt gleichermassen berücksichtig. Die Ausbildung wirkte sich sowohl beruflich wie auch privat auf mein Leben aus.
heutige Position als Abteilungsleiter im Immo-Management für Bildungsbauten übernommen. Mit der neuen Funktion kamen auch neue Aufgaben, wie die strategische Entwicklung des Bildungsportfolios oder ein Team von Portfolio- und Objektmanagern zu führen. Deshalb absolviere ich noch ein MAS Immobilienmanagement. Bei diesem stehen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund und er ist eine sinnvolle Ergänzung zu den bereits erlernten nachhaltigen Aspekten des MAS in nachhaltigem Bauen.
Wie nutzen Sie das Gelernte in Ihrem Arbeitsalltag? Der Kanton Bern hat einen grossen Gebäudebestand. Viele dieser Bauten müssen saniert werden. Das ist eine Herausforderung. Der Fokus bei den kantonalen Gebäuden liegt bei der Optimierung der Lebenszykluskosten und der Nutzungsflexibilität, da diese keine Rendite abwerfen. Bei Sanierungen und Neubauten ist unter anderem die Wahl des Energiekonzepts zentral. Das Wissen hierfür habe ich mir im MAS in nachhaltigem Bauen geholt.
TEXT ARIANA PRADAL, PORTRÄT GERRY NITSCH
Haben Sie in Ihren Ausbildungen das Rüstzeug bekommen, das Sie im Berufsalltag brauchen? Nach Jahren als Objektverantwortlicher und als Bereichsleiter Gebäudemanagement habe ich meine
EN Bau ist eine Kooperation von fünf Fachhochschulen und bietet eine aktuelle Auswahl von Weiterbildungsblöcken zu den Themen Energie und Nachhaltigkeit im Bauwesen. In Kooperation bietet EN Bau den MAS in nachhaltigem Bauen. Sie finden EN Bau an der Swissbau am gemeinsamen Stand von HSLU, BFH und FHNW. Halle 1. Infoanlässe Swissbau Focus, Raum 4 (MCH Lounge) Freitag, 17. Januar 2020, 9:15 – 10:45 Samstag, 18. Januar 2020, 13:30 – 15:00
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BRATSCHI AG BRANDREPORT
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Nachhaltigkeit: Der perfekte Partner für alle Rechtsfragen Es muss sich etwas ändern. Darin sind sich das Schweizer Stimmvolk und die Politik einig. Man will nachhaltiger und ökologischer werden. Um dies zu erreichen, werden unter anderem auch Unternehmen in die Verantwortung genommen. Welche rechtlichen Fragestellungen ergeben sich daraus? Wir fragten nach bei Isabelle Häner, Rechtsanwältin und Partnerin bei der Bratschi AG. Isabelle Häner, die Schweiz muss und will nachhaltiger werden. Welche Herausforderungen ergeben sich dadurch – auch aus rechtlicher Sicht? Die Schweiz hat sich in der Tat grosse Ziele gesteckt, um künftig ökologischer und nachhaltiger zu sein. Ein grosses politisches Thema stellt dabei der Atomausstieg dar: Bis etwa 2035 möchte man die bestehenden Atomkraftwerke vom Netz nehmen. Die dadurch entstehenden Energieversorgungs-Lücken will man dann – idealerweise – mit erneuerbaren Energien ausgleichen. Dazu gehören die Wasserkraft, die Sonnen- und Windenergie, die Geothermie und die Biomasse. Schafft man den Zubau der Produktionsanlagen für die erneuerbaren Energien nicht, wird sich der Stromimport erhöhen. Hinzu kommt, dass sich elektrische Energie zumindest bis heute nur schlecht speichern lässt. Zudem unterliegt die Produktion der erneuerbaren Energien grossen Schwankungen. Dies macht es notwendig, dass das hiesige Stromnetz verstärkt und ausgebaut werden muss. Zu diesem Zweck musste auch der Netzausbau rechtlich erleichtert werden. Nun ist der Ausbau des Stromnetzes wahrscheinlich nicht der einzige Bereich, der juristische Anpassungen nötig gemacht hat. Nein, keineswegs. Ein anderes Beispiel ist die «Eigenverbrauchsregelung». Diese ermöglicht es Liegenschaften, den selbstgewonnenen Solarstrom in die eigenen Gebäude einzuspeisen. Für Liegenschaftseigentümer ergeben sich zwei Vorteile: Einerseits werden sie unabhängiger vom Stromversorger, was sich besonders bei grossen Überbauungen rechnen kann. Darüber hinaus sind die Netzbetreiber verpflichtet, den nichtgenutzten
Landschaft ein. Auch hier sieht der Gesetzgeber aber Erleichterungen vor.
Isabelle Häner
Überschuss an Solarenergie zu kaufen, allerdings nur zu marktüblichen Preisen, die jedoch keine vollständige Amortisation der Solaranlagen erlauben. Für die Differenz zwischen Marktpreis und Investitionskosten besteht die Möglichkeit, je nach Anlagengrösse die Einspeisevergütung oder einen Investitionsbeitrag geltend zu machen. Bei den Eigenverbrauchslösungen sehen wir von Bratschi grosse Zukunftschancen: Die Energie-Eigenversorgung von Infrastrukturen birgt ein grosses Potenzial für mehr Nachhaltigkeit. Kleinversorgungseinheiten stellen in diesem Zusammenhang ein attraktives Konzept dar und bilden einen wichtigen Bestandteil zur Umsetzung der «Energiestrategie 2050». Also ist vor allem die Solarenergie erfolgsversprechend? Die Solarenergie ist sicher ein Teil, wobei in der praktischen Umsetzung Hürden bestehen, sollen solche Anlagen ausserhalb des Eigenverbrauchs erstellt werden. Schwieriger wird es bei der Windenergie, weil solche Projekte häufig durch Nachbarrekurse blockiert werden. Windenergieanlagen greifen erheblich in die
Welche rechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit beschäftigen Sie in Ihrer täglichen Arbeit am meisten? Neben den Eigenverbrauchsregelungen haben wir auch sehr häufig mit Rückerstattungen im Zusammenhang mit dem Netzzuschlag (früher kostenorientierte Einspeisevergütung, KEV) zu tun. Die verschiedenen Subventionierungen gemäss Energiegesetz werden über den Netzzuschlag finanziert. Grossverbraucher können aber nur dann von der Rückerstattung des Netzzuschlages profitieren, wenn sie in Energieeffizienzmassnahmen investieren. Ein grosser Vorteil dieses Konzepts ist, dass die konkreten Verträge, in welchen sich die Unternehmen gegenüber dem Bund zu Energieeffizienzmassnahmen verpflichten, von unabhängigen Branchenexperten ausgehandelt werden. Unterzeichnet werden sie vom zuständigen Bundesamt. Damit kann sich die Verwaltung das Branchenwissen zu Nutze machen, ohne dass sie selbst das Fachwissen innerhalb der Verwaltung aufbauen muss. Das intelligente Stromnetz (Smart Grid) und der intelligente Stromzähler (Smart Meter) gelten als wichtige technische Meilensteine für einen nachhaltigeren Stromverbrauch. Wo stehen wir da? Um dies zu erreichen, müssen Smart Metering, Smart Home und Smart Grid zusammenspielen. Bis zum echten intelligenten Stromnetzt ist es aber noch ein weiter Weg. In Sachen Smart Metering sind wir schon weiter: Eine Neureglung verpflichtet Bauherren, Smart
Meters in Gebäude einzubauen. Allerdings müssen die Bewohner einer Liegenschaft ihr Einverständnis dazu abgeben. Der Datenschutz ist dabei ein sehr wichtiges Thema und die Verwendung der Daten (d.h. die Daten der Lastgangmessungen) wird genau vorgegeben. Es wird auf unterschiedlichen Ebenen viel unternommen, um die Schweiz nachhaltiger zu machen. In diesem sich ständig verändernden rechtlichen Umfeld wird es aber umso wichtiger sein, den richtigen Partner an der Seite zu haben. Wir von der Bratschi AG verfügen über die notwendige Expertise und Erfahrung in allen Rechtsbereichen und helfen unseren Mandanten dabei, ihren Teil zur Energiewende beizutragen – und das möglichst reibungslos.
Über die Bratschi AG Die Bratschi AG ist eine der führenden und schnell wachsenden Kanzleien in der Schweiz. Das Unternehmen ist eine Vollservice-Kanzlei, die ihren Kundinnen und Kunden ein breites Spektrum an erstklassigen Rechts- und Beratungsdienstleistungen anbietet. Der Schwerpunkt liegt dabei im Wirtschafts- und Steuerrecht sowie in der Beratung mittelständischer Unternehmen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bratschi.ch
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INTERVIEW SUSANNE HOCHULI
WWW.FOKUS.SWISS
Ein nachhaltiges Leben kann Spass machen Susanne Hochuli wird es momentan garantiert nicht langweilig. Sie macht sich als Stiftungsratspräsidentin bei Greenpeace Schweiz für dem Umwelt- und Klimaschutz stark und stellt klar, dass es um nichts Geringeres geht als unsere Existenzgrundlage. Welche Projekte sie sonst noch verfolgt und was ein nachhaltiges Leben für sie bedeutet, erzählt sie im Interview. INTERVIEW ANTONIA VOGLER
Susanne Hochuli, Sie schreiben für die Kolumne «Notabene» der Schweizer Illustrierten. Was macht für Sie eine gute Kolumne aus? Sie sollte eine Reaktion bei den Lesern auslösen. Das kann Ärger, Freude oder Nachdenken sein. Manchmal sollten die Leser/innen sich selbst ertappt fühlen. Ich schreibe auch über Dinge, die mich nicht so gut dastehen lassen. Aber es ist nicht meine Aufgabe, dass meine Kolumne immer nur Freude bereitet. Welches sind Ihre privaten Interessen? Alles das, wofür ich keine Zeit mehr finde (lacht). Nein, also eigentlich würde ich gerne lesen, aber ich finde momentan wirklich keine Zeit dazu. Ich wandere gerne, ich mag es, in die Berge zu gehen. Ich liebe die Natur und meinen Garten. Im Moment habe ich dafür extrem wenig Zeit, aber das hat auch damit zu tun, dass ich meine privaten Interessen zu einem Unternehmen ausgebaut habe. Die Nachhaltigkeit, das Soziale und die Freude am Produzieren mache ich momentan zu einem Unternehmen. Wie das? Ich habe ein Start Up zusammen mit einer Freundin gegründet. Es heisst «weltweit essen». Weltweit essen ist ein öko-soziales Unternehmen. Sozial, weil wir Arbeitsplätze für Asylsuchende schaffen. Ökologisch, weil wir unsere Produkte nachhaltig anbauen. In unserem riesigen Garten bauen wir mit Permakultur Produkte an und lassen uns auch als «Knospenbetrieb» zertifizieren. Zur Zeit sind wir daran, eine grosse Küche zu bauen. Diese Küche ist wie ein Eventlokal. Auch das Inventar ist nachhaltig, da schon mal gebraucht: Die Kochinseln sind aus alten Hobelbänken gebaut, die Beizentische sowie das Rosenthal und Langenthal Porzellan – alles Secondhand! Bei uns kann man sich marokkanisch, syrisch, afghanisch oder auch schweizerisch bekochen lassen. Oder zuerst einen Workshop oder ein Seminar durchführen und anschliessend etwas Feines geniessen. Falls erwünscht, kann zusammen mit unseren Angestellten gekocht werden. Innovationsfreudige dürfen durch den Garten schlendern, selber ernten und dann in der Küche improvisieren. Was tun Sie privat nebst diesem tollen Projekt noch, um nachhaltig zu leben und was bedeutet nachhaltiges Leben für Sie? Muss man wirklich neue Kleider kaufen? Braucht es neue Möbel oder reichen gebrauchte? Und wie Goethe schon sagte: «Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.» Man entdeckt auch in der Nähe so viel Schönes. Das heisst nicht, dass man keine fernen Länder besuchen darf. Aber es muss nicht jedes Jahr sein – dafür sollte man länger an einem Ort bleiben. Ein nachhaltiges Leben bedeutet nicht, dass einem die Freude genommen wird und man sich nichts mehr gönnen darf. Das stimmt nicht! Soziales und nachhaltiges Tun kann durchaus Spass
machen. Zu meiner und der Umwelt Freude habe ich eine Fotovoltaik-Anlage, heize mit Erdwärme und konnte das Bauernhaus energetisch sinnvoll renovieren. Ich probiere, mich in die Permakultur einzuleben und entsprechend anzubauen. Ich esse Fleisch, aber nur wenig, und ich benutze fast immer den öffentlichen Verkehr. Welches ist der grösste Feind einer nachhaltigen Lebensführung? Zum einen sicherlich der Konsum. Wir haben immer das Gefühl, noch mehr zu brauchen. Zum anderen spielt der Zeitfaktor eine Rolle. Wir sind oft sehr gehetzt, abgelenkt und verführt durch die sozialen Medien – uns wird ständig alles per Handy präsentiert. Uns fehlt die Zeit, innezuhalten und sich zu überlegen: Was tue ich, was brauche ich? Ich nehme mich da nicht aus: Nachhaltig leben braucht Zeit, in der ich mein Tun reflektiere und daran auch etwas ändern kann. Welche Schritte müsste die Schweizer Politik unternehmen, um den Klimaschutz stärker voranzutreiben? Ich glaube, das beginnt viel früher als in der Politik. Es müsste ein Umdenken geben. In der Schweiz sagt man immer: «Das geht nicht. Das ist nicht umsetzbar.» Hier sollte ein Sinneswandel stattfinden, sodass man merkt: «Doch, wir können!» Dann würde schon viel passieren. Der Gedanke, dass etwas nicht geht, verhindert Innovation. Dabei gibt es schon jetzt viele Möglichkeiten, technologische Entwicklungen und einen grossen Wissensschatz, die dem Klima und uns helfen würden. Wenn Meinungsträger/innen jedoch immer kommunizieren «das geht nicht», dann setzt sich dieser Glaube auch bei der Bevölkerung fest. Beispiele dafür sind «es geht nicht ohne Atomstrom» oder «es geht nicht, dass wir alle Gebäude energetisch sanieren.» Ich möchte, dass wir sagen: «Yes, we can!» und dann diese Aufbruchsstimmung nutzen, um eine gesündere Welt zu gestalten. Die Schweiz als Land ist so klein, haben wir trotzdem einen Einfluss auf die Entwicklung der Klimapolitik, beispielsweise als Vorbild? Natürlich ist die Schweiz klein. Aber: Viele internationale Grosskonzerne haben ihren Sitz in der Schweiz. Wenn wir zum Beispiel den Finanzsektor als Massstab nehmen, dann gehört die Schweiz zu den Grossen. Der Finanzplatz Schweiz ist weiterhin für viele Klimaemissionen verantwortlich. Er investiert immer noch stark in fossile Energie. Damit trägt die Schweiz entscheidend viel dazu bei, dass die Klimaerwärmung weitergeht. Die Schweiz könnte grad im Finanzsektor und bei der Konzernverantwortung eine wichtige Vorbildrolle einnehmen. Momentan erlebt der Klimaschutz einen regelrechten Hype, nicht zuletzt durch die zahlreichen Schülerdemos. Denken Sie, wird das Interesse am
BILD GREENPEACE
Klimaschutz anhaltenoder braucht es mehr dazu? Ich glaube, wenn man nur vom Klima redet, könnte dieses Interesse wieder verschwinden. Aber wenn man vom Wort «Klima» wegkommt und von unserer Lebensgrundlage redet, dann wird es kein Hype sein. Klima ist eher etwas Abstraktes. Man muss sich bewusst darüber werden, dass die Klimaerwärmung für die Natur kein Problem ist. Die Natur hat schon so viel erlebt und überlebt; sie kann sich anpassen, der Mensch jedoch nicht. Allerdings haben wir Menschen mit und neben der Klimakrise auch eine Biodiversitätskrise ausgelöst, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten, an Land wie auch im Meer. Wir Menschen haben ein riesiges Problem, wenn es immer heisser und trockner wird. Das muss in die Köpfe rein. Es geht nicht einfach um das Klima, es geht um unsere Lebensgrundlage. Zum Thema «Tun»: Was sollte jede/r Schweizer Bürger/in für den Umweltschutz tun? Wo beginnt man? Sich überlegen, wie man handelt und warum. Könnte ich es auch anders machen? Was gönne ich mir? Worauf verzichte ich? Ist es tatsächlich ein Verzicht, oder einfach nur ein Umgewöhnen? Oft geht es nur um Gewohnheiten, zu welchen es gute Alternativen gibt. Was kann ich dazu beitragen, dass meine Kinder oder Enkelkinder auch noch ein gutes Leben haben können? Darum geht es. Für die Antwort auf diese Frage muss man sich Zeit nehmen. Wir alle leben in unterschiedlichen Settings. Aber in jedem Setting gibt es Dinge, die man verändern kann. Reden wir noch ein bisschen über Ihre Tätigkeit bei Greenpeace. Wie kam es, dass Sie als Stiftungsratspräsidentin zu Greenpeace gestossen sind? Ich wurde angefragt, ob ich mir diese Tätigkeit vorstellen könnte. Da habe ich natürlich mit Freuden ja gesagt. Das klingt sehr positiv! Was gefällt Ihnen an Ihrem Job? Mir gefällt, dass ich mich mit dem wichtigsten Thema beschäftigen kann – unsere Lebensgrundlage für uns und für kommende Generationen zu erhalten. Bei Greenpeace arbeiten viele tolle, intrinsisch motivierte und spannende Menschen. Sie recherchieren, suchen den Dialog, streben Lösungen an, aber vor allem machen sie immer wieder auf unhaltbare Zustände aufmerksam. Damit tragen sie dazu bei, dass uns allen bewusst wird, wie wir auf Kosten unserer Lebensgrundlage wirtschaften. Wie tragen Sie mit Ihrem Engagement und ihrer langjährigen Erfahrung, unter anderem in der Politik, zum Erfolg von Greenpeace bei? Die Funktion vom Stiftungsrat ist es, Verantwortung zu übernehmen und natürlich, zu kontrollieren. Wir
unterstützen und justieren. Wir sorgen dafür, dass an der Spitze der Organisation die richtige Person eingesetzt ist. Greenpeace hat sehr kompetente Mitarbeitende und eine sehr gute Ausgangslage, um unsere Aufgaben in der Schweiz und der internationalen Zusammenarbeit gut erledigen zu können. Welche Bedeutung haben die Greenpeace Schiffe für die Organisation? Man kann sie als die DNA von Greenpeace bezeichnen. Zu Gründungszeiten segelten Aktivisten nach Alaska und protestierten gegen Atomwaffentests. Man konnte, dank den Schiffen, aktiv gegen den Walfang vorgehen. Mit den Schiffen kann Greenpeace auch heute noch in den entlegensten Orten der Welt illegale Fischer aufspüren. Unsere Geschäftsleiterin, Iris Menn, arbeitete lange Zeit auf den Greenpeace Schiffen. Sie erzählt oft davon, wie es für die Leute an Bord ist: Bei nicht ungefährlichen Aktionen braucht man volles Vertrauen zueinander, um erfolgreich zu sein. Da ist viel Professionalität und Emotionalität dabei. Das trägt dazu bei, dass bei Greenpeace Leute arbeiten, die intrinsisch motiviert sind. Welches sind die grössten und Herausforderungen und Chancen unserer Zeit? Ich finde toll, dass Sie «Herausforderungen» sagen und nicht «Schwierigkeiten». Denn wir haben Möglichkeiten. Noch nie hatten wir so viel Wissen zur Verfügung wie heute. Wir sind extrem gut vernetzt. Der Wohlstand ist, weltweit gesehen, so gross wie noch nie. Das sollte auch die Chance sein, zu realisieren, dass wir die Ressourcen zur Veränderung haben. Nun müssen wir nicht nur überlegen, was wir prioritär angehen sollten, sondern es auch tun! Wir müssen jetzt handeln, damit es uns auch in Zukunft so gut gehen kann. Die Klimaerwärmung muss gestoppt werden, um das langfristige Überleben der Menschheit sowie der Fauna und Flora zu sichern!
Über Susanne Hochuli Susanne Hochuli wuchs auf einem Bauernhof im Kanton Aargau auf. Bevor sie 2004 (vier Jahre Grossrätin, acht Jahre Regierungsrätin) in die Politik einstieg, war sie als Journalistin, Biobäuerin und Reittherapeutin tätig. 2016 zog sich Susanne Hochuli von der politischen Bühne zurück. Nun ist sie Präsidentin der Schweizerischen Stiftung für Patientenschutz und seit 2018 Stiftungsratspräsidentin von Greenpeace Schweiz. Auch privat setzt sich Susanne Hochuli für die Umwelt und ihre Mitmenschen ein. Momentan baut sie mit einer Freundin «weltweit essen» auf; ein Start-up, das soziale und ökologische Aspekte berücksichtigt.
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HELION, BOUYGUES E&S INTEC SCHWEIZ AG BRANDREPORT
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Elektroauto und Solarstrom – eine geniale Kombination Elektroautos, die von Solarstrom angetrieben werden, sind mehr als nur praktisch: Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage ist klimafreundlich und deutlich günstiger als der Strom von anderen Energieversorgern. Folglich speichern immer mehr Personen in der Schweiz ihren selbst erzeugten Solarstrom, um ihn rund um die Uhr nutzen zu können.
D
ie umweltfreundliche und innovationsfördernde Elektromobilität hat einen positiven Einfluss auf das Klima, die Gesellschaft und Wirtschaft. Besonders urbane Gebiete macht die E-Mobilität attraktiver, indem sie die Lebensqualität deutlich verbessert. Noch klimafreundlicher wird die Elektromobilität, wenn der Strom aus einer Photovoltaikanlage kommt. Am besten vom eigenen Dach. Mit einem Elektroauto und dem selbst produzierten Solarstrom ist man nicht nur CO2-neutral unterwegs
und schützt die Umwelt, sondern nutzt darüber hinaus auch die günstigste verfügbare Energie. Die Herstellungskosten für Solarstrom liegen heute bei sechs bis zehn Rappen. Netzgebühren entfallen, da der Strom vom eigenen Dach in das Elektroauto fliesst. Die Fahrkosten mit einem Elektroauto sind damit deutlich günstiger gegenüber den fossilen Treibstoffen. Die Photovoltaikanlage Im Endeffekt geht es bei einer Photovoltaikanlage immer um Eines: den Eigenverbrauch steigern und
optimieren. Während man für den Strom aus dem Netz im Schnitt 20 bis 26 Rappen pro kWh bezahlt, kostet der selbst produzierte Solarstrom wesentlich weniger. Eine Photovoltaikanlage erzeugt tagsüber am meisten Strom. Das ist für Unternehmen ideal, da bei diesen ein Grossteil des Stromverbrauchs durch den Tag anfällt und so direkt durch den Solarstrom gedeckt werden kann. Für Privatpersonen, die tagsüber nicht so viel Strom benötigen, wie sie produzieren, ist eine Speicherlösung die ideale Ergänzung zur Solaranlage. Um so die Sonnenenergie noch effektiver nutzen zu können. Mit dem Stromspeicher steht der selbst erzeugte Solarstrom Tag und Nacht zur Verfügung. Damit wird man unabhängiger von Netzstrom und kann Geld sparen. Durch intelligente Ladestationen lädt sich das jeweilige Elektrofahrzeug automatisch mit dem zur Verfügung stehenden Solarstrom auf. In Kombination mit einem Batteriespeicher kann man noch mehr selbst produzierte Energie nutzen. Sei es im Gebäude oder im Elektroauto – Helion bietet Marktlösungen zu kostengünstigen Konditionen, von Elektromobilitätslösungen, über Photovoltaik, bis Batteriespeicher und Smart Energy an. Smart Energy ist ein Steuersystem und kann mit geringen Kosten integriert werden. Dieses stellt sicher, dass elektrische Geräte dann laufen, wenn auch Solarstrom produziert wird. Beim Solarstrom lieber zu viel verbrauchen Photovoltaikanlagen liefern so günstigen Solarstrom, dass der Eigenverbrauch viel wirtschaftlicher ist als die Einspeisung. Daher sollte das Ziel von allen Solaranlagenbesitzenden sein, den produzierten Strom direkt selbst zu nutzen. Da aber die Stromproduktion auf dem
Energiekosten in CHF pro 100 Kilometer 10
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Benzin
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Elektro (Netzstrom)
Elektro (Solarstrom)
Dach und der alltägliche Verbrauch nicht immer zeitgleich stattfinden, müssen Produktion und Verbrauch aufeinander abgestimmt werden. Der produzierte Solarstrom, welcher nicht selbst genutzt werden konnte, wird zu unvorteilhaften Preisen ins Netz eingespeist. Aufgrund der geringen finanziellen Entschädigung für die eingespeiste Energie, empfiehlt es sich den Eigenverbrauch möglichst hoch zu halten. Je mehr selbst produzierten Strom man nutzt, desto rentabler ist eine Solaranlage und desto günstiger fällt die Stromrechnung aus. Helion Über den Online-Rechner von Helion lässt sich in wenigen Minuten eine persönliche und unverbindlichen Offerte erstellen: www.helion.ch
SIGA BRANDREPORT
Wie sich mit Klebstoff die Welt verbessern lässt Kunden und Konsumenten verlangen von Unternehmen vermehrt nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Daher müssen viele Firmen ihre betrieblichen Prozesse neu andenken. Auf die Siga Cover AG trifft das nicht zu – denn dort gehören «Ökologie» und «Nachhaltigkeit» seit jeher zur Firmenidentität. Wie es dazu kam und wie das Unternehmen die Baubranche nachhaltiger macht, erklärt CSO Patrick Haacke im Interview.
Patrick Haacke CSO, SIGA
Patrick Haacke, «Nachhaltigkeit» ist zu einem Trendthema geworden. Wie wichtig ist dieses für Ihr Unternehmen? Für Siga stand der Umweltgedanke von Anfang an im Zentrum. Das Familienunternehmen wurde 1966 gegründet und produzierte Klebstoffe für verschiedenste Einsatzbereiche. Schon früh erkannten die Entscheidungsträger, dass insbesondere das Abdichten von Gebäudehüllen ein gewaltiges Potenzial bot: Denn durch die Abdichtung lässt sich die Energieeffizienz erhöhen, während gleichzeitig der CO2-Ausstoss gesenkt wird. Diese Erkenntnis führte dazu, dass sich Siga schon in den 90er-Jahren als Spezialist im Bereich der Gebäudeabdichtungen etablierte. Heute produzieren wir Klebstoffe, Klebebänder sowie Membranen zur Abdichtung von Gebäudehüllen für den Schweizer sowie den internationalen Markt. Basierend auf unserem Bestreben, einen positiven Umwelt-Impact zu erzielen, haben wir unsere Vision formuliert: «Wir streben nach einer Welt, in der Gebäude keine Energie verschwenden.» Was darf man sich darunter genau vorstellen? Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, den Klimawandel zu bremsen. Mit nachhaltigen Produkten für dichte, energieeffiziente Gebäude können wir einen wesentlichen Teil dazu beitragen: Denn eine gut abgedichtete Gebäudehülle verhindert, dass geheizte oder gekühlte Luft verloren geht und spart so viel Energie.
Siga ist international tätig. Der Firmensitz befindet sich im luzernischen Ruswil und Schachen. Den Standort in Schachen hat das Unternehmen kürzlich erweitert und unter anderem ein neues Innovationszentrum errichtet. Die Gesamtinvestition beträgt 30 Millionen Franken. Warum gerade im Kanton Luzern? Weil wir der Ansicht sind, dass «Nachhaltigkeit» über den Umweltschutzgedanken hinaus geht: Echte Nachhaltigkeit bedeutet auch, dass man sich zum eigenen Unternehmens- und Produktionsstandort bekennt und diesen gezielt fördert. Genau das tun wir mit unserem «Innovation Center» in Schachen. Auf diese Weise werden wir zum Beispiel über 50 neue Stellen in der Region schaffen. Und natürlich haben wir beim Bau das umgesetzt, was wir unseren Mitarbeitern, Partnern und Kunden gegenüber stets «predigen»: Wir haben eine langfristige Perspektive eingenommen und einen maximalen Grad an Energieeffizienz angestrebt. Damit verkörpert das fertige Gebäude Siga perfekt. Zum Beispiel befinden sich vor dem Haus sechs Ladestationen für Elektroautos. Und dank der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach produziert der Bau 20 Prozent mehr Energie, als er benötigt.
Damit ein Innovationsstandort langfristig funktionieren kann, braucht es die entsprechenden Fachkräfte. Wie stellen Sie sicher, dass Sie die richtigen Leute anziehen? Meines Erachtens müssen wir dafür vor allem eines sein: ein attraktiver Arbeitgeber, der seinen Angestellten Sinnhaftigkeit bietet und spannende Perspektiven eröffnet. Und da sind wir bei Siga sehr gut aufgestellt. Seit 2008 haben wir unseren Betrieb auf das Toyota Production System umgestellt. Damit stellen wir sicher, dass wir etablierte Prozesse nicht einfach «blind» weiterverfolgen, sondern unsere Abläufe ständig hinterfragen und optimieren. Das ist enorm wichtig, um als Schweizer Produktionsbetrieb im EU-Raum, Nordamerika sowie Asien wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem legen wir mit vielen internen Schulungen grossen Wert auf die Förderung unserer Mitarbeitenden und beschäftigen derzeit 14 Auszubildende. Viele bleiben nach ihrem Lehrabschluss jeweils bei uns. Und seit mehreren Jahren führen wir zudem ein sehr erfolgreiches Trainee-Programm durch. Mit diesem sprechen wir junge und ehrgeizige Studienabsolventen an, welche wir gezielt zu künftigen Verantwortungsträgern in Fach- oder Führungskarrieren entwickeln.
Wie wichtig ist der Bereich Forschung und Entwicklung für Siga? Er ist absolut zentral! Und darum versuchen wir auch hier, innovative und agile Abläufe zu fördern. Vor zwei Jahren haben wir im Entwicklungsbereich die klassischen Abteilungen wie Labor, Qualitätssicherung oder Produktmanagement aufgelöst. Stattdessen sind dieselben Mitarbeitenden nun in interdisziplinären und agilen Scrum-Teams organisiert. Der Neubau in Schachen wurde eigens dafür konzipiert. Das alles macht das Arbeiten bei Siga zusätzlich attraktiv. Doch das ausschlaggebende Argument dafür, warum junge Talente zu uns kommen sollten, ist dieses: Mit unseren Produkten und Dienstleistungen schaffen wir echten Mehrwert für die Gesellschaft und helfen dabei, die Welt nachhaltiger und damit besser zu machen. Diese Sinnhaftigkeit treibt uns bei Siga alle an – egal in welcher Abteilung und auf welcher Hierarchiestufe man tätig ist.
Über SIGA Siga produziert Klebstoffe, Klebebänder und Membranen zur Abdichtung von Gebäudehüllen für den Schweizer und internationalen Markt. Der Hauptsitz befindet sich in Ruswil, Kanton Luzern. Die Vision von Siga ist das «Zero Energy Loss Building» – ein Gebäude, das keine Energie verliert. Ende 2018 hat Siga sein Innovationszentrum in Schachen bezogen. Eigentümer von Siga sind die Brüder Marco und Reto Sieber. Siga beschäftigt rund 500 Mitarbeitende in 22 Ländern. SIGA Innovationszentrum in Schachen (LU)
Weitere Informationen unter www.siga.swiss
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SUSTAINABLE FINANCE
WWW.FOKUS.SWISS
Wodurch zeichnet sich «Sustainable Finance» aus? Unternehmen und Organisationen aller Grössen und Branchen werden heute mit neuen Kundenbedürfnissen konfrontiert. Eine wesentliche Forderung der Verbraucher: Produkte und Dienstleistungen sollen möglichst nachhaltig sein. Das wird auch von der Unternehmensstrategie und -philosophie erwartet. Längst hat diese Entwicklung auch den Finanzsektor erreicht. Mit interessanten Folgen. TEXT SMA
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m vergangenen Jahr wurde im Sektor des nachhaltigen Finanzwesens eine wichtige Weiche gestellt: Denn im März 2018 legte die EU ihren «Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums» vor. Wie das Finanzportal investrends.ch schreibt, soll dieser Aktionsplan – nebst anderen Massnahmen – dazu führen, dass «durchdachte Investitionspläne eine nachhaltige Entwicklung erleichtern.» Und das wiederum soll dem Klimaschutz zugutekommen.
aus? Hierzulande gibt es laut investrends.ch zwar keine rechtliche Vorschriften zur ESG-Integration (mehr dazu finden Sie im Info-Kasten) im Anlageprozess. Doch gerade Pensionskassen spürten den Druck von verschiedenen Stakeholdern, bei ihren Anlagen stärker auf Nachhaltigkeit zu achten. NGOs zum Beispiel appellierten an die Verantwortung grosser Anleger und Versicherte erwarten von ihrer Pensionskasse, dass diese verantwortungsvoll mit ihren Geldern umgeht.
Diese beinhalten nebst dem eigentlichen Asset Management auch andere spezifische Tätigkeiten im Zusammenhang mit Sustainable Finance und einen damit verbundenen Arbeitsmarkt.» Im Laufe der letzten Jahre hätten sich aus einer Vielzahl von Initiativen im Bereich Sustainable Finance einige letztendlich wirklich bedeutsame Bewegungen entwickelt. «Bei all diesen bringt sich die Schweiz aktiv ein und trägt damit zu einer Beschleunigung und Vertiefung von Sustainable Finance bei.»
Der Aktionsplan der EU listet zehn konkrete Massnahmen auf. Unter anderem werden institutionelle Anleger und Vermögensverwalter ausdrücklich dazu angehalten, bei ihren Anlageentscheidungen Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen – und diesbezügliches Vorgehen transparenter für die Endanleger zu machen. Darüber hinaus sei zu untersuchen, ob Risiken im Zusammenhang mit Klima- und Umweltfaktoren in die Risikomanagementstrategien von Versicherungen oder Pensionskassen integriert werden können. In diesem Jahr wurde der Aktionsplan durch drei EU-Richtlinien und eine Verordnung konkretisiert.
Der öffentliche Druck macht sich also auch in der Schweiz bemerkbar, zumindest für die grossen Player. Und obschon hierzulande kein eigentlicher Zwang zur ESG-Integration besteht, hat die Schweiz dennoch im «ISS-ESG Country Report 2019» den dritten Platz erzielt. Der Report vergleicht das Engagement und die Performance verschiedener Länder hinsichtlich der Förderung von Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsmassnahmen. Er soll Investoren als Orientierung dienen, die bspw. in entsprechende Obligationen anlegen möchten. Besser als die Schweiz schneiden im «ISS-ESG Country Report 2019» nur Schweden und Finnland ab. Für Hans-Ruedi Mosberger, Leiter Asset Management der Schweizerischen Bankiervereinigung «SwissBanking», ist dies ein äusserst erfreuliches Signal. Denn die Branche scheint ihre Hausaufgaben gemacht zu haben: «Sowohl in Genf als auch in Zürich sind Nachhaltigkeits-Ökosysteme entstanden.
Worauf sollten Anleger achten? Wie können nun aber Privatanleger vom nachhaltigen Finanzmarkt profitieren? Beziehungsweise welche Weg müssen Asset Manager einschlagen, wenn sie für ihre Kunden mehr Transparenz und Verantwortung anstreben? Laut investrends.ch sind dafür die Anlegerberichterstattung sowie das Impact-Reporting von grösster Bedeutung. Denn für viele Investoren sei die Orientierung an Ausschlusskriterien der erste Schritt in Richtung nachhaltiges Investieren. Diese Ausschlusskriterien könnten mehr oder weniger streng sein und auf Länder, Branchen oder einzelne Unternehmen angewendet werden. Beispielsweise könne man Länder meiden, die offensichtlich die Menschenrechte verletzen oder Branchen ausschliessen, die mit der Produktion fossiler Brennstoffe oder Tabak in Verbindung stehen. Auf der Unternehmens-Ebene wiederum
Druck auch in der Schweiz spürbar Die EU nimmt die institutionellen Anleger also vermehrt in die Verantwortung und setzt bei ihnen den «Klima-Hebel» an. Doch wie sieht es in der Schweiz ANZEIGE
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könnten Ausschlusskriterien zum Tragen kommen wie die Durchführung von Tierversuche oder Kinderarbeit. Eine weitere Möglichkeit, um Orientierung zu erlangen besteht darin, die ESG-Integration in Portfolios zu bewerten. Der «RobecoSAM Sustainability Report» etwa messe das Nachhaltigkeitsexposure eines Aktien- oder Anleihenportfolios anhand ausgewählter ESG-Kriterien, die auf ein breites Spektrum von Unternehmen anwendbar sind. So gibt der Bericht einen allgemeinen Überblick über die Nachhaltigkeitsperformance eines Portfolios im Vergleich zum relevanten Referenzindex. Wofür steht ESG? ESG ist die englische Abkürzung für «Environment Social Governance» – und steht damit also für «Umwelt, Soziales und Unternehmensführung». Der Begriff hat sich international sowohl in Unternehmen als auch in der Finanzwelt etabliert. Die ESG-Kriterien sollen Investoren aufzeigen, ob und wie bei Entscheidungen von Unternehmen und der unternehmerischen Praxis sowie bei Firmenanalysen von Finanzdienstleistern ökologische und sozial-gesellschaftliche beachtet werden.
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ETHIUS INVEST BRANDREPORT
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In 5 Schritten zu einem stabilen nachhaltigen Aktienportfolio Wir stehen vor einem Umbruch in der Gesellschaft mit enormen wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Unsicherheit über die Zukunft war noch nie so gross wie heute. Als verantwortliche Generation müssen wir die positiven Entwicklungen in Richtung Umweltverträglichkeit, sozialer Gerechtigkeit und ethischem Unternehmertum unterstützen und voranbringen. Deshalb lenken wir unsere Investments ausschliesslich in zukunftsfreundliche Unternehmen und tun dies mit der Unterstützung eines innovativen Risikoansatzes, der uns optimal auf die zu erwartenden Disruptionen in der globalen Wirtschaft vorbereitet. TEXT MARTIN ROTHE
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or zehn Jahren waren in unserem Bewusstsein Probleme der Plastikvermüllung, des CO2Ausstosses oder der Korruptionsbekämpfung gefühlt nur natürliche Begleiterscheinungen unseres Wirtschaftens, inzwischen sind diese Themen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das gefällt nicht jedem, denn es scheint, als wären viele unserer Privilegien und Bequemlichkeiten in Gefahr. Aber neben Besserwissenden und Unwissenden gibt es eine zunehmende Anzahl an gewissenhaften Menschen und Institutionen, die ihre Verantwortung für eine bessere Zukunft wahrnehmen und entsprechend investieren. Sie haben längst begriffen, dass jegliches Negieren oder Verdrängen sich finanziell langfristig nicht auszahlt, denn die Realitäten spiegeln sich unweigerlich in Marktbewertungen und damit in Aktienportfolios wider. Die Börse wartet nicht. Schritt 1 Es sind nicht nur die Philantrophen oder Mäzene, die einen gesellschaftlichen Einfluss mit ihrem Kapital erzielen, es sind wir Sparer und Investoren, die mit unseren in der Summe unvergleichlich grösseren Geldmitteln eine höhere Nachhaltigkeit und Ethik von Unternehmen direkt oder indirekt einfordern können. Dies unterstützt auch die Schweizerische Bankiervereinigung, die kürzlich die Banken aufgerufen hat, ihre Geschäftsmodelle auf eine nachhaltige und klimaschonende Anlage- und Kreditpolitik umzustellen. Die Sorge, dass umweltbewusstes und ethisch verantwortungsvolles Anlegen nicht die gewohnten Renditen erbringt, ist unbegründet und wird auch von vielen wissenschaftlichen Studien widerlegt. Nachhaltige Geschäftspraktiken können den Unternehmenswert steigern, denn damit einhergehend werden Zukunftsrisiken und folglich auch die Schwankungsbreiten von Aktienkursen reduziert.
Schritt 2 Um das Ausmass der Nachhaltigkeit von Unternehmen besser zu verstehen, werden von verschiedenen Agenturen sogenannte «ESG»-Ratings vergeben. ESG ist die englische Abkürzung für «Environmental, Social, Governance», also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Damit wird ausgedrückt, ob und wie bei Entscheidungen von Unternehmen und der unternehmerischen Praxis ökologische und sozialgesellschaftliche Aspekte sowie die Art der Unternehmensführung beachtet beziehungsweise bewertet werden. Für die Agenturen ist die Überprüfung dieser Kriterien eine sehr aufwendige und komplexe Aufgabe, denn es handelt sich um nicht-finanzielle Daten und qualitative Informationen, die zunächst überhaupt erst erlangt und zweitens richtig eingeordnet und ausgewertet werden müssen. Viele Unternehmen informieren z.B. immer noch nicht über ihren eigenen CO2-Fussabdruck. Des Weiteren gilt es zu verstehen, dass grundsätzlich jedes Unternehmen ein
Die Sorge, dass umweltbewusstes und ethisch verantwortungsvolles Anlegen nicht die gewohnten Renditen erbringt, ist unbegründet. ESG-Rating bekommen kann. So gibt es Firmen mit sehr guten ESG-Bewertungen im Vergleich zu ihren Konkurrenten – und sind damit z.B. auch Bestandteil des «Dow Jones Sustainability Index» – aber der Geschäftszweck kann die Herstellung von Waffen und Munition für kriegsführende Länder oder die Ausbeutung von fossilen Rohstoffen beinhalten. Hinzu kommt die Schwierigkeit für Investoren, dass jede ESG-Ratingagentur unterschiedliche Regeln und Massstäbe anlegt, was dazu führt, dass ein und dasselbe Unternehmen für eine bestimmte ESG-Aktivität die komplette Ratingskala von «sehr negativ» bis «sehr positiv» erfüllen kann. Dass dies den Investor irritiert sollte nicht verwundern. Schritt 3 Im Portfolio Management werden im Wesentlichen drei Ansätze für das «ESG-Investing» verfolgt: Erstens kann angenommen werden, dass die Unternehmen, die ein höheren ESG-Score als ihre unmittelbaren Konkurrenten besitzen, zukünftig auch wirtschaftlich besser als diese abschneiden, der sogenannte «best-in-class»-Ansatz. Zweitens kann ein Investor sich ausschliesslich auf gewisse Themen, die er für nachhaltig hält, fokussieren, welches dann in die Kategorie des «impact investing» fällt. Und drittens können von einem Universum an Aktien, z.B. dem «MSCI World Index», unökologische und/oder zwielichtige Unternehmen kategorisch ausgeschlossen werden, was als «negatives Screening» oder Ausschlussverfahren bezeichnet wird. Bei ersterem Ansatz ist – wie oben erwähnt – die Gefahr gegeben, sich auf ein unklares ESG-Rating zu verlassen. Im Zweifel kauft man dabei die Aktien von Minenbetreibern, welche hervorragend geführt werden. Ein Investment in diese Branche mag aber gerade nicht die Intention des Investors sein. Der zweite Ansatz erfordert vom Investor das richtige Gespür für die zukünftigen Themen. Er muss spekulieren, ob Elektrizität, Wasserstoff oder vielleicht synthetisches Benzin der Treibstoff für die neue Mobilität sein wird.
Schritt 4 Wer sich nicht mit den Tücken der ESG-Ratings herumschlagen will und dennoch mit gutem Gewissen in eine grosse Auswahl nachhaltiger Unternehmen investieren möchte, entscheidet sich deshalb für das Ausschlussverfahren. Es kommen also nur ethisch und ökologisch unbedenkliche Firmen in Frage. Damit hält man sich auch die Tür zu vielen zukunftsträchtigen Themen offen. Aber selbst mit einem klar definierten Universum darf nicht übersehen werden, dass die Fähigkeiten eines Vermögensverwalters oder Investors noch mehr denn je gefordert werden. Die Wahrscheinlichkeiten für existenzgefährdende Risiken für Unternehmen – aber auch die Chancen – sind heutzutage grösser denn je geworden. Auch wer einen ESG-konformen Aktienkorb über ETFs, also börsengehandelte Indexfonds, erwirbt, sollte verstehen, dass er zwar den Durchschnitt des jeweiligen Aktienuniversums erwirbt, sich aber damit auch an den zukünftig ausgeprägteren Sektorrisiken (z.B. Automobil, Energie) beteiligt. Schritt 5 Die Börse spiegelt ja immer die Weisheit der Massen wider, manchmal mit Übertreibungen, manchmal lässt sie sich kurzfristig täuschen, aber letztendlich ist sie tendenziell der Zeit voraus. Die disruptiven Kräfte in unserer Ökonomie verstärken sich, die Unsicherheit von Prognosen werden noch grösser. Wer die Kurse und Schwankungen, die Historie und das aktuelle Momentum einer Aktie richtig analysiert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, die zukünftigen Technologien und die gesellschaftlichen Trends nicht zu verpassen. Die Ethius Invest hat sich dem Ausschlussverfahren verschrieben und ein neuartiges, präziseres Risikokonzept entwickelt, um diesen Herausforderungen effizient und transparent zu begegnen. Sie arbeitet mit dem häufig unsichtbaren, aber messbaren Informationsgehalt von grossen Datenmengen (Big Data). Das Ergebnis der Analyse ist ein monatlich adjustierbares Aktienportfolio, welches sich durch hohe Stabilität und marktgerechte Renditen auszeichnet. Zusammen mit Morgan Stanley Capital International (MSCI) und der
Die disruptiven Kräfte in unserer Ökonomie verstärken sich, die Unsicherheit von Prognosen werden noch grösser.
Credit Suisse hat Ethius zwei Partner, die eine effiziente Umsetzung der Strategie ermöglichen. MSCI ist ein ausgewiesener Experte für Qualitätsdaten und die Berechnung von ESG-Massstäben für weltweite Unternehmen. Dies garantiert für die Anlagestrategie von Ethius die geforderte ESG-Konformität. Credit Suisse als Emittent des «Credit Suisse Ethius ESG World Stability» Index beaufsichtigt die Anlagerichtlinien auf täglicher Basis und stellt die ordnungsgemässe Abwicklung von Transaktionen sicher. Der Index vereint die Wünsche der Investoren mit einem guten Gewissen in nachhaltige Unternehmen zu investieren, ohne auf unternehmensspezifische Erträge zu verzichten und dabei eine langfristig stabile Wertentwicklung zu erzielen.
Martin Rothe Portfolio Manager und Partner
Ethius Invest ist eine regulierte unabhängige Schweizer Vermögensverwaltung, die auf wachstumsorientierte und systematische Anlagestrategien spezialisiert ist. Das übergeordnete Anlageziel der Ethius Invest ist es, für unsere Investoren eine kompetitive und langfristig stabile Rendite zu erzielen durch Aktienbeteiligungen an wirtschaftlich erfolgreichen und nachhaltig geführten Börsen-Unternehmen. «Credit Suisse Ethius ESG World Stability» Index ISIN: CH0475762651 Valor: 47576265 Zeichnung bis: 31.01.2020
www.ethius-invest.ch E-Mail: post@ethius-invest.ch Tel.: 044 552 12 25
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RECYCLING
WWW.FOKUS.SWISS
Es braucht bequemere und einfachere Sammelsysteme Für Privatpersonen wird Recycling immer wichtiger. Aber auch Unternehmen können von der naturfreundlichen Wiederverwertung profitieren: Ein neues Sammelsystem wäre nicht nur bequemer, sondern würde auch die Konsumenten begeistern. Obwohl es noch nicht so viele Innovationen im Recycling-Bereich gibt, wäre der Bedarf dafür vorhanden.
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enn alle Menschen dieser Welt auf dieselbe Weise konsumieren und leben wollten wie die Schweizer, Europäer, Japaner und Amerikaner, würden die Rohstoffe niemals ausreichen. Schon jetzt konsumiert die Weltbevölkerung vorhandene Naturressourcen schneller als die Erde sich regeneriert und produziert mehr Abfälle und Kohlenstoffdioxid als der Planet absorbiert. Durch die wachsende Bevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern werden Rohstoffe weltweit immer knapper und teurer. Gleichzeitig gehen sie in grossen Mengen verloren, da sie beispielsweise in Form von Haushalts- und Siedlungsabfall weggeworfen und so nicht recycelt werden. Durch zahlreiche Wiederverwertungssysteme wie Recycling wird dem Ressourcenverbrauch zwar entgegengehalten, man kann damit aber nur einen Teil der gebrauchten Artikel in wieder nutzbare Stoffe umwandeln. Gerade die aus verschiedenen Materialen zusammengesetzten Stoffe stellen dabei ein Problem dar.
Recycling ist teilweise eine Erfolgsgeschichte Sehr gut funktioniert das Recycling von Papier, Glas, Metall oder PET-Flaschen. Weniger gut hingegen steht es um Objekte, die durch ihre komplexere Bauweise viele unterschiedliche Stoffe beinhalten, welche einzeln wiederverwendbar wären. Diese werden zurzeit trotz grossem Aufwand nur sehr schlecht oder nicht fachgemäss separiert, wie das Beispiel von Ghana in Westafrika aufzeigt – dort verbrennen Kinder und Jugendliche von Hand ausgediente Elektrogeräte aus Europa, um an verwertbares Metall zu kommen. Dabei entstehen gefährliche Gifte, die höchst krebserregend sind. Die Liste der schädlichen Stoffe reicht von Blei über Cadmium und Quecksilber bis hin zu Chrom. Täglich atmen die Menschen die giftigen Dämpfe ein. Sie verdienen damit zwar Geld, ruinieren aber im Gegenzug ihre Gesundheit. Recycling rückt also, wie das obige Beispiel zeigt, als wirtschaftliches sowie auch als soziales Phänomen immer stärker in den Fokus. Angesichts der weltweiten Waren- und Abfallströme zeigt sich allerdings, dass die vorhandenen Systeme, Technologien und Lösungen im Umgang mit Abfall heute und vermutlich auch künftig nicht zur Problemlösung ausreichen. Das Gottlieb Duttweiler Institut hat 2012 in einer
umfassenden Studie die Zukunft des Recyclings und der Abfallbewirtschaftung untersucht. Die Forscher kamen zu sehr interessanten Schlüssen: Einerseits sehen sie grosses wirtschaftliches Potenzial beim Recycling, aber auch ungelöste Probleme bei der Technologie und der Logistik. Ein gutes Beispiel für fehlende Logistik in der Wiederverwertung von gebrauchten Stoffen ist der Umgang mit Plastikabfällen.
Plastik-Recycling in der Sackgasse? In den letzten Jahren trennten immer mehr Schweizer die Kunststoffverpackungen vom Restmüll, damit diese nicht verbrannt werden. Einige Städte und Gemeinden betreiben eigene Sammelstellen, während das Plastik anderenorts bei einem Recyclingunternehmen abgegeben wird. Bis vor kurzem wurde ein Teil davon nach China exportiert, wo sich bisher ganze 56 Prozent
Viele Verbundstoffe sind – wenn überhaupt – nur unter grossem Energieaufwand zu trennen.
des weltweiten Plastikabfalls einfanden. Um China zu entlasten, dürfen seit Januar 24 verschiedene Recyclingmaterialien nicht mehr in den Osten transferiert werden – darunter unsortierter Plastikabfall, Altpapier, alte CDs und gebrauchte Textilien. Nun fehlen in der EU und den USA aber die Kapazitäten, all diese Stoffe zu recyceln. Die Technologie zur Verarbeitung ist noch wenig ausgereift und es können bestenfalls rund 50 Prozent des gesammelten Plastiks zerlegt werden. Der Kunststoff soll beispielsweise zu einem Granulat verarbeitet und unter anderem für Kabelschutzrohre und Abdeckungen verwendet werden. Fraglich dabei ist, ob dabei ein ökologischer wie auch ein ökonomischer Nutzen vorhanden ist. Viele Verbundstoffe sind – wenn überhaupt – nur unter grossem Energieaufwand zu trennen. Mit bequemeren und einfacher verständlichen Sammelsystemen würde wohl mehr Abfall besser verwertet werden. Chancen für innovative Unternehmer Um dies zu erreichen, müsste die Politik die Bevölkerung mit Regulierungen, Strafen, Steuern und Anreizen motivieren, damit es tatsächlich zu einer Kreislaufwirtschaft kommt. So könnte die Industrie verpflichtet werden, ihre Herstellungs- oder Verarbeitungsprozesse und ihre Produkte ökologischer zu fabrizieren. Zum Beispiel wäre es möglich, von den Herstellern von Waschmittel zu fordern, dass ihre Plastikverpackung mindestens zu 30 Prozent aus recyceltem Kunststoffmaterial bestehen muss. Da beim Recycling allgemein noch viele ungelöste Probleme vorhanden sind, gibt es in der Industrie und der Forschung grosse Chancen, Innovationen zu schaffen. Insbesondere technische Fortschritte bei der Sortierund Trenntechnik könnten ganz neue Sammelsysteme ermöglichen und weitreichende Folgen für das gesamte Abfallmanagement sichern. Verbesserungspotenzial gibt es auch in der Zusammensetzung der Produkte, die weggeworfen werden: Bereits bei der Herstellung könnte darauf geachtet werden, dass ein späteres Recycling möglichst einfach, energiesparsam und klimafreundlich durchgeführt werden kann.
TEXT PATRICK HUNKELER
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PATISWISS AG BRANDREPORT
Wo Süsses nicht nur lecker, sondern auch nachhaltig ist Wenn etwas süss und köstlich schmeckt, dann ist die Chance gross, dass die Patiswiss AG ihre Hände im Spiel hat: Denn das Unternehmen produziert und vertreibt hochwertige Halbfabrikate und Rohstoffe für die Herstellung von Süsswaren. Aber nicht nur bei der Zusammensetzung und dem Geschmack hegt Patiswiss hohe Ansprüche – sondern auch bei der Nachhaltigkeit des eigenen Betriebs. Warum das so ist und wie man «Nachhaltigkeit» im Unternehmen lebt, verrät Patiswiss-CEO Stefan Geller im Interview. Stefan Geller, die Lebensmittelbranche gehört zu den am strengsten regulierten Industrien überhaupt. Doch nebst hoher Produktqualität erwarten Kunden und Konsumenten heute vermehrt auch ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Fair-Trade. Wie macht sich dies in Ihrem Segment bemerkbar? Es stimmt, dass die Nachfrage nach umweltvertäglichen Produkten, insbesondere in den Bereichen Bio Knospe, EU Bio und Fair Trade zugenommen hat. Das spüren wir ganz deutlich und wir sind der Ansicht, dass diese Entwicklung in Zukunft noch zunehmen wird. Wir von Patiswiss begrüssen dies, denn das Thema beschäftigt uns nicht erst seit gestern: Wir haben schon vor einiger Zeit damit begonnen, uns mit Themen wie «Nachhaltigkeit» und «CO2-Reduktion» auseinanderzusetzen und auch die entsprechenden Zertifikate erlangt. Von diesem Bewusstsein profitieren nicht nur wir, sondern auch die Lebensmittelhersteller, mit denen wir eng und partnerschaftlich zusammenarbeiten – was letztlich den Konsumentinnen und Konsumenten zugutekommt. Was war ausschlaggebend dafür, dass sich Patiswiss der NachhaltigkeitsThematik so früh angenommen hat? Unsere Geschichte reicht zurück bis an die Anfänge des letzten Jahrhunderts. Mit ihrem Qualitätsbewusstsein haben unsere Vorgänger schon früh die Grundlage für unsere heutige Firmenphilosophie geschaffen – und zwar indem sie Strategien und Prozesse definierten, die den Umweltschutzgedanken in unserer UnternehmensDNA verankerten. Diese Tradition tragen wir weiter und
scheuen uns auch nicht davor, die zusätzliche Komplexität sowie den Mehraufwand auf uns zu nehmen, die ein nachhaltiger Betrieb im Lebensmittelbereich nun einmal mit sich bringt. Mit welchen konkreten Massnahmen können Sie denn dem Bedürfnis der Kunden und Konsumenten nach mehr Nachhaltigkeit gerecht werden? Wir haben uns in den vergangenen Jahren viele neue, wesentliche Kompetenzen angeeignet. Dazu gehört zum Beispiel die Palmöl-freie Produktion. Unsere eigenen Produkte kommen heute ohne jegliche Palmöl-Zugabe aus. Und auch bei Kundenrezepturen wird dies immer häufiger nachgefragt. Das ist ein grosser Schritt, denn Palmöl galt lange Zeit als eine Art «Wunderzutat» in der Lebensmittelindustrie. Der Verzicht darauf stellt uns und unsere Industriepartner vor ganz neue Herausforderungen – denen wir uns aber gerne stellen. Aktuell stellen wir überdies einen beinahe sprunghaften Anstieg von UTZ-Labels fest. Die UTZ Foundation zertifiziert Agrarprodukte anhand ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Standards. Das Label ist daher ein guter Indikator für eine nachhaltige Produktion. Entsprechend begrüssenswert ist es, dass viele unserer Kunden derzeit ihre Rezepturen auf UTZ umstellen. Natürlich sind wir in der Lage, dies für sie umzusetzen. Man darf aber auch die Grundlagenforschung nicht vernachlässigen. Warum? Mit dem Verzicht auf Palmöl muss sich die Branche alternative Fettlieferanten erschliessen. Da ist es wichtig
sicherzustellen, dass man nicht versehentlich auf Rohstoffe zurückgreift, die am Ende ähnliche oder gar grössere Umweltnachteile auslösen als die Palmölproduktion. Wir haben jetzt vor allem über die Produktion gesprochen. Doch Nachhaltigkeit hängt auch untrennbar mit dem Thema «Transport und Logistik» zusammen. Was können Sie da tun? In unserer Einkaufsstrategie greifen wir auch die Transportlogistik für die Rohstoffe auf. Dort wird zum Beispiel festgehalten, dass alle Fahrzeuge, die für uns in die Schweiz kommen, wirklich vollbeladen sein müssen. Denn der Transport soll möglichst effizient ablaufen. Im Bereich der Distributionslogistik wiederum achten wir darauf, regionale Anbieter zu beschäftigen. Überhaupt ist uns Regionalität sowohl bei den Produkten als auch den Dienstleistungen ein zentrales Anliegen. Und im Verpackungsbereich haben wir vor Längerem umgestellt auf Verpackungen, die möglichst wenig Material benötigen und lange nutzbar sind. Unsere Kunden schätzen unsere Verpackungen als Aufbewahrungsmittel und sogar Schulen fragen uns danach an. Dank des verwendeten Mono-Kunstoffgranulats lassen sich unsere Verpackungen gut recyclen. Zudem vermeiden wir den Gebrauch von Verbundstoffen, wenn immer möglich. Und welches Nachhaltigkeits-Potenzial bietet sich im Bereich der Infrastrukturen? In diesem Jahr haben wir grosse Investition getätigt, um unsere Produktionsprozesse von fossilen Brennstoffen auf Elektroenergie umzustellen. Auch da gehen wir
Schritt für Schritt weiter – etwa indem wir zusammen mit einem Energieberater unsere Prozesse analysieren, um unsere Energie-Effizienz über die nächsten Jahre steigern zu können. Aktuell prüfen wir zum Beispiel die Installation einer Solaranlage auf unserem Dach. Alle diese Schritte sollen unseren Betrieb nachhaltiger und umweltfreundlicher machen. Wir sind überzeugt, dass man eine «echte» Nachhaltigkeitsphilosophie braucht. Denn einmal nachhaltig ist keinmal nachhaltig.
Über die Patiswiss AG Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1905 zurück. Heute ist die in Gunzgen SO ansässige Patiswiss AG ein führender Hersteller und Zulieferer von Halbfabrikaten und Rohstoffen für die Lebensmittelindustrie. Qualität, Regionalität, die Sorge zur Umwelt und der Anspruch im Bereich Bio und Fair Trade eine Vorreiterrolle zu spielen, sind essenzielle Pfeiler der Firmenphilosophie. Weitere Informationen unter www.patiswiss.com
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ZERO-WASTE
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Verpackung adé – ein Leben ohne Abfall Einwegprodukte wie Papiertaschentücher sowie der Verpackungswahn der Lebensmittelindustrie führen dazu, dass mehr Abfall denn je produziert wird. Der Zero-Waste-Lifestyle wirkt dem entgegen und weist den Weg in eine nachhaltige Zukunft. TEXT FATIMA DI PANE
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eniger Flugreisen, kein Fleisch mehr essen und immer brav recyceln. Kleine Anpassungen im Alltag und der Lebensgestaltung machen summiert einen grossen Unterschied. Ein Aspekt findet jedoch noch immer erstaunlich wenig Beachtung: Abfall. Oder besser gesagt, der Überfluss dessen. Laut swissinfo produziert jede*r Schweizer*in jährlich 700 Kilogramm Abfall. Damit gehört die Schweiz europaweit zu den Top 3, wenn es um Abfallproduktion geht. Zero Waste Im Rahmen des Umweltschutzes entstand die ZeroWaste-Philosophie. Zero Waste bedeutet «Null Müll» und bezeichnet das Ziel, möglichst keinen Abfall zu verursachen. Aber ist es überhaupt möglich, in der Schweiz zu leben, ganz ohne Abfall zu verursachen? «Nein, meiner Meinung nach nicht», stellt Martina Fischli, Botschafterin des Vereins ZeroWaste Switzerland, klar. «Aber mit einigen Umstellungen ist es gut machbar, bis zu 90 Prozent des täglichen Abfalls zu vermeiden.» Unverpackt shoppen Fischli ärgerte sich über unnötige Verpackungen von Lebensmitteln und entschied eines Tages, nur noch unverpackte Lebensmittel zu kaufen. Durch einen Unverpackt-Laden erfuhr sie vom Verein ZeroWaste Switzerland, und trat bei. In ihrem Leben hat sich seither einiges geändert: «Ich produzierte fast 35
Liter Müll pro Woche in einem Zweipersonenhaushalt. Mittlerweile sind es noch knapp 17 Liter alle zwei Monate. Wir vermeiden so zu zweit jährlich 1718 Liter Abfall», erzählt sie. We’re all in this together Die Frage drängt sich auf, ob es wirklich die Aufgabe des Konsumenten sein sollte, Abfall zu vermeiden. So sind doch die Firmen, allen voran Lebensmittelkonzerne, die Verursacher. Sollte es dann nicht eher die Aufgabe der Politik sein, diesen Zustand zu ändern? Martina Fischli verneint: «Die nachhaltigste Lösung erreichen wir am besten, wenn alle Akteure ihren Beitrag leisten: Konsumenten, die Ansprüche stellen, Produzenten, welche mit nachhaltigen Lösungen und Alternativen darauf reagieren und die Politik, welche die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schafft.» Simple Veränderungen, grosser Effekt Um Zero Waste ins Leben zu lassen, muss man nicht gleich all seine Gewohnheiten auf den Kopf stellen. Es kann schon reichen, mit einem neuen Bewusstsein für Abfall durch den Tag zu gehen. Den Supermarkt sieht man dann plötzlich mit ganz neuen Augen. Auch ist es hilfreich, Schritt für Schritt kleine Änderungen in den Alltag zu bringen, bis sie zur Gewohnheit werden. «Ich gehe nie ohne Wasserflasche, ein paar Stoffsäcken und einem Essensbehälter aus dem Haus. Mit diesem kann
ich jederzeit «unverpackt» einkaufen, zum Beispiel ein Stück Apfelwähe beim Beck», berichtet Martina Fischli. Für Mutter Erde und das Bankkonto Zero Waste tut nicht nur der Erde gut, sondern auch dem Geldbeutel. Typische Wegwerfprodukte können durch wiederverwendbare Lösungen ersetzt werden. Auf lange Sicht spart man damit eine Menge Geld. Jeder, der sich regelmässig mit einer Monatsblutung herumschlägt, kennt den lächerlich hohen Preis von Menstruationsprodukten wie Tampons und Binden. Da diese auch noch chemisch gebleicht sind, tun sie der Gesundheit ebenfalls keinen Gefallen. Wer in eine Menstruationstasse investiert, schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Begrenzte Ressourcen Eines ist klar: Um unsere Erde zu schützen, müssen wir handeln. Es macht schlichtweg keinen Sinn, auf Klimademos zu marschieren und währenddessen den Coffeeto-go aus dem Plastikbecher zu schlürfen. «Es geht um einen umweltbewussten Umgang mit der Natur und unseren begrenzten Ressourcen», stellt Martina Fischli klar. Und das fängt im Kleinen an, bei Baumwoll-Abschminktüchlein und der Thermoskanne. Weitere praktische Infos zu Zero Waste in der Schweiz unter www.zerowasteswitzerland.ch
Bea Johnson, Autorin des Buches «Zero Waste Home», stellte die Regeln der 5 Rs auf. Sie dienen zur Orientierung beim Zero-Waste-Lifestyle 1. Refuse Einfach Nein sagen. Das geht vom Plastiksäckli im Supermarkt, bis zum «Bitte keine Werbung»-Kleber am Briefkasten. Auch vor Kleinigkeiten wie Flyern oder Werbegeschenken sollte man sich allenfalls in Acht nehmen. Braucht man den zwanzigsten Kugelschreiber wirklich, nur weil er gratis ist? Eben. 2. Reduce Die Anzahl der Sachen, welche man glaubt zu brauchen, können reduziert werden. Beispielsweise bei der Kleidung lässt sich das gut umsetzen. Wer fünfzehn Paar Jeans im Schrank hat, sollte sich fragen, ob diese wirklich alle getragen werden oder ob sie in einem Secondhand-Shop besser aufgehoben wären. Selbiges gilt für spezielle Küchengeräte, sperrige Möbel und Medien aller Art. 3. Reuse Typische Wegwerfprodukte wie Kaffeekapseln sind zu vermeiden. Vieles lässt sich durch nachhaltige Produkte ersetzen, beispielsweise French Press-Kaffee statt Kapseln, Baumwolltücher statt Wattepads zum Abschminken und zum Backen Muffinförmchen aus Silikon verwenden, statt Papierförmchen. Diese Produkte nicht stets nachkaufen zu müssen, schont auch den Geldbeutel. 4. Recycle Wenn sich die PET-Flasche mal nicht vermeiden lässt oder an Silvester der Schampus aus der Glasflasche kommt, den Abfall unbedingt korrekt recyceln. 5. Rot Rot steht im Englischen für Verwesung. Im Alltag heisst das; organische Küchenabfälle kompostieren. Dazu kann im Garten oder sogar auf dem Balkon ein Kompost eingerichtet werden.
BRANDREPORT GREENOFFICE
Die Revolution des Waste Managements Gerade Unternehmen tragen im Bereich der Nachhaltigkeit eine grosse Verantwortung. Vor allem in den Bereichen der Wertstofftrennung und der Abfallwirtschaft können Unternehmen vieles zur Verbesserung der Situation beitragen. Greenoffice positioniert sich seit Jahren in dieser Nische und trumpft auf mit innovativen, vernetzten Lösungen. Effizientes Recycling in der Businesswelt Unsere Zeit ist von ökologischen Herausforderungen geprägt, daher ist es essenziell, so vielen Menschen wie möglich nachhaltige Handlungsweisen nahezubringen. Da Unternehmen Grossverbraucher von Produkten aller Art sind, ist es ebenfalls von grosser Wichtigkeit, diese zu erreichen. Unternehmen spielen vor allem im Bereich des Waste Managements eine wesentliche Rolle. Daher bemüht sich Greenoffice seit mehreren Jahren darum, eben jene zu erreichen. Greenoffice ist international tätig, und hat sich mittlerweile auch in der Schweiz gut etabliert. Zum Schweizer Kundenstamm gehören namhafte Unternehmen aus verschiedenen Branchen, unter anderem Pharma, Finanzen und Luxusgüter. Darüber hinaus hat Greenoffice einige öffentliche institutionelle Kunden wie den Bund und die UNO ausgestattet. Sorgfältiges Design «Unsere Produkte und Lösungen ermöglichen es, auf einfache Weise die Recyclingleistung zu verbessern.
Nebenbei ist dies auch eine Möglichkeit für die Unternehmen, sich nachhaltig zu zeigen, und dies auch zu leben», erklärt Nicolas Courtin, Geschäftsführer von Greenoffice Schweiz, welches Büros in Genf, Zürich, Basel und Lausanne hat. Das durchdachte Design der Greenoffice-Produkte integriert Recycling mühelos in den Arbeitsalltag. Zusätzlich bietet Greenoffice ein vernetztes System namens WIEW an, das derzeit bei mehreren Grosskunden im Einsatz ist. WIEW ermöglicht es, mithilfe einer mobilen Anwendung und einem Dashboard, Berichte über den Füllstand der Recyclinglösungen in Echtzeit zu erhalten. Für Unternehmen bedeutet dies, dass es seine Entsorgungslösung professionell und effizient verwalten kann, um den täglichen Betrieb zu optimieren. Dies bietet die Möglichkeit, Entscheidungen bezüglich den Kosten und der Reinigungsunternehmen treffen zu können. de.green-office.com
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INOBAT BRANDREPORT
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Wenn dem Akku der «Pfuus» ausgeht Akku-Schrauber, E-Scooter, E-Bikes oder Tesla – früher oder später werden die Geräte und Gefährte ersetzt oder die Batterien geben den Geist auf. Doch was passiert mit den Akkus? Sie bergen ein wahres Rohstofflager und viele sind sogar noch fit genug für ein zweites Leben.
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lektromobilität liegt im Trend. Doch die Produktion der Akkus benötigt viel Ressourcen, darunter auch seltene Metalle wie Kobalt, Nickel und Lithium oder das begehrte Kupfer. Um die Ökobilanz der Akkus und damit der gesamten Elektromobilität zu verbessern, gilt es, die Stoffkreisläufe zu schliessen. Die LiIon-Batterien werden deshalb separat gesammelt und dem Recycling zugeführt. Noch sind die Rücklaufzahlen tief, sie werden aber in den nächsten Jahren stark ansteigen: Allein über E-Bikes wurden 2018 über 110 000 Lithium-Ionen-Akkus in Verkehr gesetzt – zehn Jahre früher waren es zehnmal weniger. Nach einer Lebensdauer von sechs bis acht Jahren fallen sie im Recycling an. Ist heute bereits jedes zweite neu verkaufte Velo in der Schweiz ein E-Bike, steht der Boom bei den Elektroautos erst bevor. Wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen Finanziert werden Sammlung und fachgerechtes Recycling über eine vorgezogene Entsorgungsgebühr (VEG), die Inobat im Auftrag des Bundesamts für Umwelt verwaltet. Ausgenommen von der VEG sind die Batterien von Elektroautos. Für deren Recycling ist die Autobranche im Rahmen einer Branchenvereinbarung zuständig. Alle in der Schweiz gesammelten Li-Ion-Batterien kommen aktuell zu Batrec nach Wimmis. Dort werden sie in einem ersten Schritt vollständig entladen, indem sie mehrere Wochen in Salzwasser eingelegt werden. Anschliessend werden sie unter Wasser geschreddert. Dabei wird der Elektrolyt, der brennbare Bestandteil in den Akkus, weggewaschen. Der nächste Schritt ist die mechanische Aufbereitung: Die Aluminium- und Kupferfolien sowie der Kunststoff werden von der
Li-Ionen-Akkus könnten zu Stromspeichern für Haushalte mit Solarstromanlagen zusammengebaut und so ein zweites Leben erhalten. Die Möglichkeiten solcher Second-Life-Anwendungen werden derzeit intensiv diskutiert, vor allem für Akkus aus Elektrofahrzeugen. Denn eigentlich übersteigt deren Lebenserwartung die des Autos, wie Dieter Offenthaler vorrechnet: «Nach 200 000 km, was etwa dem Lebenszyklus eines Autos entspricht, hat die Batterie 500 bis 700 Ladezyklen hinter sich. Technisch lägen aber durchaus 4000 Zyklen drin.»
Zuerst werden die Akkus längere Zeit in Salzwasser eingelegt, um sie vollständig zu entladen. Quelle: Batrec sogenannten Schwarzmasse getrennt. Dieses Pulver enthält neben Graphit, das für die schwarze Farbe verantwortlich ist, Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium. Diese Wertstoffe werden in einem Schwester-Werk in Frankreich extrahiert. «Rund 95 Prozent des Kobalts und des Nickels werden dabei zurückgewonnen», erklärt Dieter Offenthaler, Geschäftsleiter von Batrec. Die Rückstände, darunter auch das Lithium, werden deponiert. Eine Rückgewinnung wäre zwar möglich, lohnt sich aber nicht, weil der primäre Rohstoff aktuell noch viel günstiger ist. Theoretisch lange Lebensdauer Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft noch sinnvoller als die stoffliche Verwertung ist die Wiederverwendung.
Ein zweites Leben Das Potenzial in ausgedienten Akkus hat auch das junge Schweizer Unternehmen Libattion erkannt. «Funktioniert die Batterie nicht mehr, liegt das oft nur an der Elektronik oder an wenigen Zellen», erklärt Stefan Bahamonde, einer der Gründer des Start-ups. Sein Ziel ist, die noch leistungsfähigen Zellen zu identifizieren und daraus neue Batterien zu bauen. Seit Anfang Jahr hat Libattion ihre Testanlage auf dem Gelände von Batrec eingerichtet und prüft die dort angelieferten E-Bike-Akkus und Traktionsbatterien aus Elektroautos. «Etwa zwei Drittel der Zellen sind noch voll funktionsfähig», so Bahamonde. Aus diesen werden neue Industrieakkus hergestellt, die mit viel Hightech ausgestattet sind. Mögliche Zielkunden sind Hersteller von elektrisch betriebenen Putzfahrzeugen, Gabelstablern oder Rollstühlen und Anbieter von Systemen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung oder von Haushaltsspeichern für Solaranlagen. Schwächelt ein Modul in einer Batterie, kann es einfach ausgetauscht werden. Noch ist der «E-Brick» von Libattion nicht auf dem
Markt. Ein erster Feldversuch läuft, der zweite ist im Aufbau. Ab Frühling 2020 ist der Markteintritt geplant. TEXT IRENE BÄTTIG, IM AUFTRAG VON INOBAT
Li-Ion-Akkus richtig entsorgen Auf keinen Fall gehörten Li-Ionen-Akkus oder Geräte mit fest verbauten Akkus in den Kehricht: Durch die Müllpressen im Kehrichtwagen können die Akkus beschädigt werden und in Brand geraten. Ausgediente Akkus oder Geräte mit Akkus nicht zu Hause lagern, sondern umgehend entsorgen. Wo abgeben? • Unbeschädigte Klein-Akkus von Fotoapparaten oder Akkuschrauber können in normale Batteriesammelstellen eingeworfen werden. • E-Bike-Akkus dem E-Bike-Händler abgeben oder zur Gemeindesammelstelle bringen. • Fest verbaute Akkus in Handy, elektrischer Zahnbürste oder Rasierapparat nicht entfernen, sondern ganze Geräte dem Händler abgeben oder der Elektroniksammlung der Gemeinde. Wie abgeben? • Freigelegte Pole der Akkus mit Klebeband abkleben. • Beschädigte oder geblähte Akkus zusätzlich in separaten Plastiksack verpacken und an bedienter Sammelstelle abgeben (Gemeinde oder Händler).
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Nachhaltige Weiterbildung Um zwei Themen scheinen Firmen heute nicht herum zu kommen: Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Während erstere Veränderungswellen losgetreten hat, hätte letztere eigentlich auch das Potential, die Weiterbildungslandschaft der Schweiz zu verändern. TEXT JO WIDMER
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emäss dem Bundesamt für Statistik besuchten 2016 stattliche 62,5 Prozent der Schweizer Wohnbevölkerung zwischen 15 und 75 eine Weiterbildung. Weitere 10,2 Prozent verfolgten ein Lernziel selbstständig, lasen also beispielsweise jobrelevante Fachliteratur. Circa ein Drittel der ständigen Wohnbevölkerung im genannten Alter tat sogar beides. Die Schweizer, so scheint es, sind ein Volk lebenslang Lernender. Rasanter Wandel Dies ist auch notwendig, denn der Arbeitsmarkt verändert sich. Viele spüren: Wer sich nicht an Veränderungen anpasst, verliert. Ronald Schenkel, Leiter Kommunikation, Marketing und Dienste des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung (SVEB) konstatiert: «Weiterbildung ist heute bereits ein zentraler Faktor zum Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit und wird es in Zukunft noch stärker sein». Digitaler Wandel, Wissen mit sinkender Halbwertszeit und Arbeitsmarktverschiebungen seien nur mittels Weiterbildung zu bewältigen. Ohne Weiterbildung keine Karriere? Arbeitsmarktfähigkeit: Darunter wird das eigenverantwortliche Anpassen an die Arbeitsmarktanforderungen verstanden. Selbst wenn es im Job gut läuft, muss man sich weiterbilden; die nächste Jobsuche kommt bestimmt. Dies befeuert einen riesigen Weiterbildungsmarkt, fast täglich kommen Angebote hinzu. Experten schätzten das Angebot im Jahr 2014 auf satte dreitausend Anbieter (Schläfli/ Sgier). «Da das Richtige zu finden, ist ein zeitintensives Projekt, das einem niemand abnehmen kann», so Michèle Rosenheck, Direktorin des Laufbahnzentrums Zürich.
5-Jahres-Regel Dieser Weiterbildungsdruck erzeugt auch Stress. Jene die es etwas gelassener sehen, orientieren sich an der sogenannten 5-Jahres-Regel. Michèle Rosenheck weiss, dass es potentielle Arbeitgeber nicht gerne sehen, wenn auf dem CV keine jobrelevanten Weiterbildungen im Verlauf der letzten fünf Jahre vorgewiesen werden. Es gelte zu zeigen, dass man engagiert ist. Auch gehe es darum, die eigenen Lernfähigkeiten zu erhalten und Bereitschaft zum Lernen zu zeigen.» Rosenheck warnt aber auch davor, wahllos Kurse zu besuchen: «Die Themen der Weiterbildung müssen für den Job relevant sein: Es gibt da den sogenannten Bildungstourismus. Wahllos irgendwelche Kurse zu besuchen, nur damit man Kurse besucht hat, hilft einem auch nicht weiter». Altes verschwindet, Neues entsteht Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt lässt neue Berufe entstehen, während andere sich verändern oder verschwinden. Dies gilt in vielfacher Hinsicht: Zum einen wird kräftig digitalisiert und automatisiert – dies ist vor allem bei körperlichen oder sehr repetitiven Tätigkeiten schon im vollem Gange. Der nächste Umwandlungsschub wird Rosenheck zufolge bald das mittlere Qualifikationsniveau betreffen: «Tätigkeiten und Berufe in der Administration, im Finanzwesen und im Verkauf werden sich verändern oder einige ganz wegfallen». Zum anderen sind es auch neue Themen, welche in der Arbeitswelt Einzug halten: Der Begriff der Nachhaltigkeit fällt dabei oft. Nachhaltige Geschäftswelt Gemäss Ronald Schenkel hat die Entwicklung im
IT- und Softwarebereich in vielen Branchen disruptive Formen angenommen – es herrsche Fachkräftemangel. Dennoch, ob die Entwicklung im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit ebenso verlaufe, sei schwer zu sagen. Wohl unwahrscheinlich, dass Nachhaltigkeitsexperten bald ebenso heiss begehrt sind wie IT-Fachkräfte. Dennoch sind Weiterbildungen in Nachhaltigkeit eine Option, an die nur die wenigsten denken, die aber wohl langfristig an Relevanz gewinnen werden. «Aufgrund der drastischen Klimaveränderungen und der Dringlichkeit von Massnahmen dürften Spezialisten auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit durchaus mit einem wachsenden Arbeitsmarkt rechnen», schätzt Schenkel.
Viele Angebote operieren lediglich mit nachhaltigen Ansätzen oder beziehen Nachhaltigkeit mit ein, fokussieren sich aber nicht darauf. «Sucht man nach Angeboten zur Nachhaltigkeit im engeren Sinn» so Schenkel weiter, «wird es dünn. Darunter fällt etwa ein CAS in Umweltbildung an der ZHAW oder Kurse von Anbietern wie der Stiftung Silviva». Vorbereitungskurse auf die Berufsprüfung, also Abschlüsse mit eidgenössischem Fachausweis, gibt es zurzeit zwei: «Projektmanagement Natur und Umwelt» und «Umweltberaterin». Als Weiterbildung sollten diese absolviert werden, wenn bereits Erfahrung im Bereich Nachhaltigkeit vorhanden ist.
Grüne Möglichkeiten Das Schweizer Weiterbildungssystem ist massgeblich durch den Markt gesteuert, in anderen Worten, durch Angebot und Nachfrage. Nachhaltigkeitsverfechter dürfte es freuen, dass gemäss der Einschätzung des SVEB Nachhaltigkeit auch in der Weiterbildung zu einem zentraleren Thema werden wird. «Themen der Nachhaltigkeit dürften im engeren Sinn stärker ins Angebot rücken.» Dies wohl daher, da Beratung und Planungshilfe in Sachen Nachhaltigkeit für Unternehmen immer wichtiger werden wird. «Insgesamt werden Aspekte der Nachhaltigkeit in vielen Weiterbildungsangeboten auch stärker betont werden. Und wird die Nachfrage danach steigen, wird auch das Angebot breiter werden», so der Experte.
Grosses, schlummerndes Potential Es scheint absehbar, dass Nachhaltigkeit in Zukunft ein immer grösseres Thema spielen wird. Wer intrinsisch motiviert ist, das heisst aus Interesse an der Sache selbst lernt, für den kann eine Weiterbildung sinnstiftend und bereichernd sein. Gut erklärt und dargestellt, macht sich eine Nachhaltigkeitsweiterbildung auf jedem CV gut: Es zeigt, dass man für seine Überzeugungen auch einsteht und arbeitet – wenn man dabei mit seinen Unterlagen nicht den Anschein eines «Weiterbildungstouristen» vermittelt. Nachhaltigkeit als Thema ist hier, um zu bleiben. Je knapper unsere Ressourcen werden, desto unabdingbarer sind Experten, die sich damit auskennen. Dies einzusehen, ist vernünftig. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Umstand eine das Angebot treibende Nachfrage zu kreieren vermag.
Nachhaltigkeit: Weiterbildung noch dünn gesät Insgesamt sei aber auffällig, dass Kurse zur Umweltbildung noch eher selten seien, führt Schenkel aus.
Quellen: Statistik BfS MzB2016, veröffentlicht am 27.08.2018
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ENAK BRANDREPORT
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Energieeffizienz in Hotellerie & Gastronomie Seit 20 Jahren setzt sich die ENAK für die Energieeffizienz ein. Alle Mitglieder arbeiten am gleichen Ziel: den Energieverbrauch in der Hotellerie und Gastronomie zu senken.
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ie ENAK ist der schweizerische Verein zur Förderung der energetischen Qualität von gewerblichen Geräten für die Hotellerie, Gastronomie- und Gemeinschaftsverpflegung. Sie bezweckt, die Herstellung energetischen vorbildlicher gewerblicher Geräte und deren rationellen Einsatz zu fördern, damit die gewerblichen Anwendungen zukünftig sowohl ökologisch als auch ergonomisch effizienter erfolgen können. Die ENAK setzt sich bei den Geräten für eine klare und einheitliche Deklaration der Ressourcenverbräuche von zum Beispiel Wasser, Energie oder Chemikalien ein und koordiniert die Anstrengungen zur Harmonisierung unterschiedlicher Standpunkte. Gemeinsam in eine saubere Zukunft Mitglieder der ENAK sind Planer, Anwender,
Ingenieure, Hersteller und der grosse Stromanbieter ewz. Alle arbeiten ehrenamtlich und mit der gleichen Zielsetzung: Verständnis für die Energieeffizienz zu schaffen und mit diesem Verständnis die Energiekosten in der Hotellerie und Gastronomie zu senken. Das neue Energiegesetzt verlang nach Massnahmen. Wir machen somit einen Schritt Richtung Umwelt und Schonung der Ressourcen: Das ist gut, verursacht jedoch Kosten und fordert von uns allen entsprechendes Handeln. Mehr den je sind heute die richtigen Geräte, der abgestimmte Geräteeinsatz und auch die optimierten Arbeitsprozesse wichtig. Das Hauptanliegen von Urs Jenny als Präsident der ENAK ist der Enkelgedanke: «Wir wollen unseren Kindern und deren Kindern eine intakte Umwelt hinterlassen.»
Urs Jenny Präsident der ENAK ENAK Energetischer Anforderungskatalog an Geräte für die Verpflegung und Beherbergung Geschäftsstelle, Sekretariat ENAK Rathausstrasse 14 Postfach 321 6341 Baar Tel: 043 501 04 95 www.enak.ch
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