Skip to main content

Fokus Erfolgreiche Industrie 4.0

Page 1

E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

DEZ 20

U M PA R T N E

8

TE

IT

E

W

EI

R

I EM

R

P

ERFOLGREICHE INDUSTRIE 4.0

RE

INF

O R MA T I O

: NEN

SE

Interview

ROBERT ITSCHNER «Die Digitalisierung in der Schweiz schreitet rasant voran und betrifft inzwischen sämtliche Branchen und Berufsfelder.» Lesen Sie mehr auf www.fokus.swiss

Digital Enterprise Treiben Sie die digitale Transformation voran – mit dem Digital-Enterprise-Portfolio von Siemens. Für die Industrie von morgen. Kontaktieren Sie uns.

siemens.ch/digital-enterprise

RZ-DI-Ins-Digital_Enterprise-296x80-d.indd 2

12.11.20 10:58


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

02

EDITORIAL

WWW.FOKUS.SWISS

04

08

12

14

LESEN SIE MEHR... 04 Smart Factory 08 Ausbildung 10

Was würde Frederick uns heute sagen?

Interview: Robert Itschner

12 Lean-Management 16

Additive Fertigung

18

Virtual Reality

FOKUS ERFOLGREICHE INDUSTRIE 4.0. PROJEKTLEITUNG: Vanessa Kobel Nordgren COUNTRY MANAGER: Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale

I

n den letzten Monaten mussten wir uns alle mit neuen wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen auseinandersetzen, wie es sonst nur alle paar Jahrzehnte vorkommt. Dass eine Veränderung auf uns zukommt, wurde uns schon vor zehn Jahren prognostiziert. Damals kam der Begriff der «Industrie 4.0» zum ersten Mal auf den Tisch. Noch übergreifender wurde gar von der «vierten industriellen Revolution» gesprochen. Im Unterschied zu früheren Revolutionen, geschah diese Definition nicht erst im Nachhinein, sondern wurde schon im Voraus angekündigt.

erschienen «Principles of Scientific Management» Studien, um die Produktivität der Arbeiter zu steigern. Er kam aber zu keinem Schluss. Denn egal, ob das Licht heller oder dunkler gestellt wurde, die Produktivität stieg. Was war die Ursache dieser Produktivitätssteigerung?

Dass sich Investitionen in «Smart Factories» zumindest mittelfristig lohnen können, hat die Pandemie aufgezeigt. Dazu braucht es aber auch die fähigen Arbeitnehmer und eine Zusammenarbeit über alle Hierarchiestufen hinweg. Genau diese Punkte wurde im «Taylorismus» kritisiert. Hier können wir aus der Geschichte lernen und davon profitieren, dass wir uns bereits heute bewusst sind: Wir befinden uns mitten in einer Revolution!

Und ja, was in den letzten zehn Jahren auf uns zukam, kann problemlos als Revolution gelten. Dass Roboter Prozesse automatisieren, war schon damals ein Fakt. Nur die wenigsten hatten aber in ihrer Strategie-Planung bedacht, dass ihre Daten künftig mühelos über das «Internet of Things» oder «Internet of Everything» übermittelt werden könnten – auch über heterogene Technologien und Technologie-Generationen hinweg. Ebenso wenig wurde erwartet, dass künstliche Intelligenz (oder zumindest maschinelles Lernen) dank «Big Data» so rasch soweit ist, dass sie hie und da bessere Entscheidungen fällen kann als erfahrene Manager. So kann etwa auch die ein oder andere Fabrik unterdessen im «Lights out» Modus betrieben werden. Wie konnte es nun passieren, dass die Pandemie so viele Betriebe der produzierenden Industrie in die Bredouille gebracht hat? Was braucht es – oder – was hätte es gebraucht, um besser vorbereitet zu sein?

Ganz einfach: Weil die Arbeiter das Gefühl bekamen, dass man sich um sie kümmerte, arbeiteten sie motivierter und dadurch produktiver. Der Kern zur Lösung unserer heutigen Herausforderungen steckt auch wieder in der Motivation der Arbeitnehmer. Und zwar die Motivation zum lebenslangen Lernen – man könnte sagen «Education Industrie 4.0».

Arbeitgeber sollten die Mitarbeitenden aktiv zur Weiterbildung motivieren. - CHRISTIAN HUNZIKER GESCHÄFTSFÜHRER SWISSICT, VERWALTUNGSRAT 3L INFORMATIK AG

Schon vor über 100 Jahren war die Frage nach der richtigen Beleuchtung in Fabrikhallen ein Thema. Damals machte Frederick W. Taylor im Kontext seiner 1913

(EIN JOINT-VENTURE VON SWISSICT UND DER SCHWEIZER INFORMATIKGESELLSCHAFT SI)

TEXT: Patrik Biberstein, Mohan Mani, Lars Meier, Kevin Meier TITELBILD: ABB LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger, Dezember 2020 DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG

SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch

Heisst konkret: Statt die Arbeitenden nur nach bestehenden Fähigkeiten einzuteilen und die Arbeit entsprechend zu organisieren, sollten Arbeitgeber die Mitarbeitenden aktiv zur Weiterbildung motivieren. Ein «Training on the Job» reicht nicht mehr aus, um mit der technologischen Entwicklung mithalten zu können. Damit kann die Gefahr des Job-Verlusts für die Arbeitnehmer reduziert und die Investitionen der Arbeitgeber ihr Potential voll entfalten. Welche Themen relevant sind, kann zum Beispiel dem swissICT Digital Maturity Modell entnommen werden. Die Jury des Digital Transformation Awards setzt auf dieses Modell – genauso ist es die Basis des Digital Excellence Checkups, eines neuen Benchmarks. Und natürlich wäre es spannend zu wissen, was uns Frederick Winslaw Taylor heute sagen würde.

Viel Spass beim Lesen! Vanessa Kobel Nordgren

TEXT

Project Manager

ANZEIGE

Smarte Lösungen zur Pandemie-Bewältigung «Industrie 4.0». Rechtzeitig und brandaktuell finden Sie bei uns Lösungen und Produkte zur Pandemie-Bewältigung. Nicht nur für die Industrie, sondern auch für Gewerbe, Tourismus, öffentliche Transportmittel, Hotellerie, Spitäler, Arzt- und Labor-Praxen. AUROVIS AG Ihr Partner für Smart Factory Lösungen

aseptobot – das sorglos Raumdesinfektions-System Mit dem aseptobot – dem ultimativen Raumdesinfektions-System – bieten wir eine rundum sorglos Paketlösung, auf Knopfdruck keimfrei.

AUTOMATION ROBOTICS VISION SYSTEMS

Mit der umfangreichen Management-Softwarelösung können Sie jederzeit sicherstellen, dass Ihre Räume bakterien- und virenfrei desinfiziert werden. Die automatische Datenerfassung ermöglicht eine einfache Dokumentation der ausgeführten Raumdesinfektions-Prozesse.

Produkte zur Pandemie-Bewältigung Lohnfertigung für Geräte und Systeme Nutzen Sie unsere langjährige Erfahrung und den technologischen Vorsprung zu ihrem Wettbewerbsvorteil. Mit unserem Standort im Herzen der Schweiz garantieren wir Kundennähe, Flexibilität und hervorragende Engineering- und Servicequalität, sowie neu Lohnfertigung mit Qualitätskontrolle der neusten Technologien. Und besuchen Sie unseren shop.aurovis.ch - es lohnt sich. • •

Personenzähler – People Counter von Gigybyte Zur Sicherstellung der Pandemie-Regeln, dass nicht zu viele Leute sich in einem Raum befinden, führen wir den einfachen Poeple Counter von Gigabyte. Mit Poeple Counter zählen Sie zum Beispiel Personen welche eine Raum betreten oder verlassen, und können zusätzlich erkennen, ob die Abstandregeln eingehalten werden. Und dies komplett unauffällig. Der Poeple Counter kann Unterputz montiert werden. Die Konfiguration ist ganz einfach und einbindbar in jedes Netzwerk. Und dies zu einem unschlagbaren Preis.

• • • • • • • •

Kompetente Beratung Machbarkeitsstudien zur Risikominimierung Kundenspezifische Lösungen Technischer Support bei Projekten Neuste Technologien Kleinserienfertigung (auf Demosystemen) Kompetenz in Deep Learning + Machine Vision Hohe Verfügbarkeit Zuverlässig und flexibel Seminare und Tagungen

AUROVIS AG Brünigstrasse 41 CH-6055 Alpnach Dorf +41 41 666 78 78 info@aurovis.ch www.aurovis.ch shop.aurovis.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

HELBLING BUSINESS ADVISORS BRANDREPORT

03

Wertschöpfungspartner in Sachen Digitalisierung Die Schweizer Industrie ringt trotz ihres hohen Innovationsgrads mit der digitalen Transformation. Denn diese krempelt nicht nur althergebrachte Prozesse um, sondern verändert die Funktionsweise von Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Warum Industriebetriebe hierbei Unterstützung suchen – und wo sie diese bekommen – erklären Thomas Bertschinger und Sébastien Martin von Helbling Business Advisors.

Thomas Bertschinger

Sébastien Martin

Aktuell werden Unternehmen aller Branchen von der digitalen Transformation ergriffen. Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich für Ihre Kunden? Thomas Bertschinger: Für unsere Kunden, in der Regel mittlere und grössere Industrieunternehmen, liegen die Chancen vor allem in drei Bereichen: Zum einen ist die Absatzseite zu nennen. Digitalisierung erlaubt neu den Zugriff auf Kunden über verschiedene Vertriebskanäle und -stufen. Damit können Absatz-, Kunden- und Leistungsbeziehungen frisch erfunden und gestaltet werden. In klassisch mehrstufigen Absatzkanälen können die Karten alternativ gemischt und Produkt- und Leistungsangebote mit innovativen Marketing- und Vertriebsstrategien neu bespielt werden. Sehr bedeutsam ist hier der souveräne Einsatzmix von online in Verbindung mit stationären Vertriebslösungen mit der häufig verbundenen, völligen Umorientierung in der Preis- und Konditionengestaltung. Zweitens bietet die Digitalisierung der Produkte interessante Chancen: Maschinen, Anlagen, Gebäudetechnik, Fahrzeuge, Haus- sowie Sportgeräte lassen sich mit digitalen Technologien aufrüsten und über mobile Lösungen steuern. Damit können sowohl Anwendernutzen in Verbindung mit dem Kundenerlebnis aber auch der kommerzielle Nutzen der Hersteller massiv erhöht werden.

Und das dritte Feld für Chancen? T. Bertschinger: Die Verbesserung der End-to-End-Effektivität und -Effizienz der wichtigsten Unternehmensprozesse, in den Bereichen Innovation, Kundengewinnung sowie Supply Chain & Operations. In diesen Feldern können mit der Digitalisierung grosse Fortschritte hinsichtlich Zeit- und Kosteneinsparungen bei gleichzeitiger Erhöhung von Qualität, Flexibilität sowie durchgängiger Transparenz erzielt werden.

sowie den verlässlichen Technologiepartnern. Die Engineers der Helbling Gruppe entwickeln mit ihren Partnern digitale Produkte, während wir von der Beratung den Entwicklungsprozess mit Hilfe von «Product Lifecycle Lösungen» digitalisieren. Ganz wichtig ist weiterhin die End-to-End-Digitalisierung der operativen Prozesse. Die Technologieprojekte erfordern immer organisatorische Anpassung sowie ein umsichtiges Transformationsmanagement.

Was uns zu den Herausforderungen führt. T. Bertschinger: Richtig, unter diesen gilt es zentral, die Balance zwischen den Wunschvorstellungen der Anwender in den Unternehmen, den Versprechen der Technologie- und Lösungsanbieter und dem letztlich nutzenvoll Machbaren in vernünftiger Zeit zu finden. Dazu gehört auch, die Abstimmung und Übersetzung zwischen den zu digitalisierenden Geschäftsmodellen, Prozessen und der Technologie sicherzustellen. Allzu oft sprechen hier die Verantwortlichen der Unternehmen zu wenig die Technologie- und die Technologiespezialisten zu wenig die Unternehmersprache. Das führt in Digitalisierungsprojekten dann zu den bekannten schmerzlichen Missverständnissen, Leistungskompromissen, Zeitverzögerungen, Kostenüberschreitungen, Kundenverwerfungen mit Marktanteils- und Umsatzverlusten.

Wie verändert sich Ihre eigene Dienstleistung angesichts der Digitalisierung? T. Bertschinger: Unsere ganze Leistungserbringung steht heute zu einem grossen Teil auf digitalen Grundlagen. Hier sind die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Kunden, Recherchen, Analysen, die Erstellung und Präsentation der Berichte, das Management der Umsetzungsprojekte und vieles mehr zu nennen. Alle diese Aufgaben können heute dank der Digitalisierung zu einem Bruchteil der Kosten früherer Tage mit immer besseren Ergebnissen erbracht werden. Überdies hält die Digitalisierung Einzug in alle Unternehmensbereiche unserer Kunden und damit unsere Fachthemen, einerseits mit Gesamtlösungen, aber auch mit spezifischen Tools und Instrumenten für die Funktionsbereiche. Wir sind hier gefordert, aus der Vielfalt der Tools die Spreu vom Weizen zu trennen, die geeigneten Lösungen für unsere Kunden zu finden und diese dann zu implementieren. Dazu haben wir ein spezialisiertes Team für «Digital Process Transformation» aufgebaut, das sich gezielt um diese Projekte kümmert. Der Schwerpunkt liegt dabei darauf, die End-to-End-Prozesse unserer Industriekunden entlang von Innovation und Operations zu digitalisieren, um hierüber einen signifikanten Beitrag zur Erhöhung von deren Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen.

Wie helfen Sie Ihren Kunden dabei, von den Chancen zu profitieren und gleichzeitig die Herausforderungen zu meistern? Sébastien Martin: Zunächst unterstützen wir unsere Kunden bei der Weiterentwickelung und der Gestaltung der digitalen Strategie, dem Geschäftsmodell sowie dem digitalen Target Operating Model. Im Weiteren begleiten wir sie bei der Auswahl der richtigen Technologien

Wie darf man sich einen «typischen» Mandatsablauf im Bereich Digitalisierung bei Helbling vorstellen? S. Martin: In der Regel beginnt ein Mandat mit dem Assessment des digitalen Reifegrades der Unternehmung. Basierend auf dem Reifegrad wird das «Digital Target Operating Model» (DTOM) ausgearbeitet. Dieses definiert die zukünftigen Geschäftsprozesse sowie eine mögliche Anpassung des Geschäftsmodells. Ein wichtiger Teil bildet hierbei, einen Business Case mit einer überzeugenden Nutzen- und Kostenrelation darzustellen. Um das DTOM zu implementieren, wird eine spezifische Roadmap mit dedizierten Digitalisierungsmassnahmen ausgearbeitet. Anschliessend werden die richtigen Technologien sowie die dazu notwendigen Technologiepartner ausgewählt. Parallel dazu errichten wir ein Transformationsmanagement, um die Führungsinstrumente sowie die Struktur- und Ablauforganisation dem neuen Target Operating Model anzugleichen. Eine solche Transformation wird immer durch ein umsichtiges Change-Management begleitet. Mit Hilfe unserer Unterstützung können somit diese Transformationen sauber aufgegleist und robust, zeitgerecht mit den angestrebten, messbaren Kundennutzen umgesetzt werden. Weitere Informationen unter www.helbling.ch

BALGRIST CAMPUS AG BRANDREPORT

Forschung im Dienst der Patientinnen und Patienten Der Balgrist Campus forscht im Bereich der muskuloskelettalen Medizin – immer mit dem Ziel vor Augen, die Abklärung und Behandlung von Patienten mit Problemen am Bewegungsapparat zu verbessern.

J

edes fünfte Spitalbett in der Schweiz ist mit einem Patienten mit einer Einschränkung oder Krankheit des Bewegungsapparats belegt. Von diesen sogenannten «muskuloskelettalen Erkrankungen» (bspw. Arthrose als Ursache von Rückenleiden oder in den Gelenken an Armen und Beinen; weichteilrheumatische Erkrankungen wie Arthritis; aber auch Osteoporose) sind rund die Hälfte aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben betroffen. Das führt bei den Betroffenen nicht nur zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität, sondern verursacht die höchsten medizinischen Kosten (Schätzungen der Rheumaliga 2017: über 23 Milliarden Franken). Den Bewegungsapparat im Fokus Der Ende 2015 eröffnete Balgrist Campus ist ganzheitlich auf die muskuloskelettale Gesundheit ausgerichtet. Hier arbeiten Forscher, Mediziner, Entwickler aus Akademie und Industrie zusammen in den Bereichen Muskelforschung, Biomechanik, Robotik, Tumorbiologie, Paraplegie, Rheumatologie sowie klinische Orthopädie. Sie legen ihr Wissen zusammen, um gemeinsam modernste Therapieansätze zu entwickeln und weiterzubringen. Einzigartig am Balgrist Campus ist nebst dem klaren Forschungsfokus die Nähe zur Universitätsklinik Balgrist und somit zu den Patientinnen und Patienten. Fragestellungen von ungelösten Problemen können so direkt vom Patientenbett zu den Forschenden gelangen und die neuesten Erkenntnisse auch wieder schnellst möglich zum Nutzen der Patienten in die Praxis einfliessen.

Forschungsinfrastruktur von nationaler Bedeutung Der Campus vereint nicht nur die erwähnten Forschungsgruppen, Start-ups und Industrievertreter aus dem MedTech-Bereich, sondern betreibt Plattformen, welche von Forschenden bei der Durchführung von Studien im Bereich der muskuloskelettalen Medizin genutzt werden können. «Ein wichtiges Ziel dabei ist es, teure Forschungsinfrastruktur sowie akademisches Fachwissen für externe Forschungsgruppen und für die Industrie zugänglich zu machen», sagt Caroline Sciullo, Geschäftsführerin des Campus. Der Bund (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI) ernannte den Balgrist Campus 2016 zur Forschungsinfrastruktur von nationaler Bedeutung und unterstützt drei hochspezialisierte Zentren, die im November 2018 eröffnet wurden. Das Swiss Center for Musculoskeletal (Imaging SCMI) ist auf die diagnostische Bildgebung spezialisiert und bietet Zugang zu hochkarätigen radiologischen Bildgebungsgeräten für Forscher, Entwickler und die Industrie aus dem In- und Ausland. Als Flagship und Alleinstellungsmerkmal erlaubt das 7-Tesla MRI Bildgebung mit der heute bestmöglichen räumlichen Auflösung, welche es z. B. erlaubt, den Verlauf von Nerven im Körper zu verfolgen. Das SCMI ist auch in der Lage, CT-Untersuchungen mit einer ultratiefen Röntgendosis durchzuführen.

Das Swiss Center for Clinical Movement Analysis (SCMA) betreibt und unterstützt Forschung im Bereich der klinischen Bewegungsanalyse. Das Ziel des SCMA ist die objektive und präzise Quantifizierung von Bewegungsabläufen mittels hochmoderner und komplexer Messinstrumente. Es ermöglicht Bewegungsanalysen in realitätsnahen Szenarien, was die Translation der Resultate in den Patientenalltag vereinfacht. Eine präzise Bemessung der Funktionalität des Bewegungsapparats von Patienten hilft bei der Bestimmung der optimalen Behandlungsmethode. Das Swiss Center for Musculoskeletal Biobanking (SCMB) ist ein nationales Zentrum für die Sammlung, Lagerung und Analyse von Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten mit muskuloskelettalen Krankheitsbildern. Das übergreifende Ziel ist es, Krankheiten möglichst früh zu erkennen, zu verstehen und ultimativ möglichst auch zu verhindern. Dazu werden Patientinnen und Patienten mit deren Einverständnis Gewebeproben entnommen, die später in anonymisierter Form für verschiedene Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden können. Noch präzisere Behandlungsmethoden Die Digitalisierung, der Einbezug der künstlichen Intelligenz und die weitere Entwicklung der Technologien werden dafür sorgen, dass Behandlungen zukünftig noch genauer und flexibler auf die Bedürfnisse eines Patienten individuell angepasst und optimiert werden können. Durch auf künstlicher Intelligenz basierende Computermethoden wird anhand der medizinischen Bilddaten ein digitales Abbild der Patienten-Anatomie erstellt. Dieser sogenannte digitale Zwilling ermöglicht es, die chirurgische Behandlung optimal auf den Patienten abzustimmen und das Operationsergebnis präzise vorherzusagen. Durch den Einsatz von Technologien wie Augmented Reality werden diese digitalen Informationen dem Chirurgen während der Operation als drei-dimensionale Hologramme zur Verfügung gestellt und direkt auf den Patienten projiziert. Was wie ein Blick

in die Zukunft klingt, ist an der Universitätsklinik Balgrist schon Realität: Im Dezember wird die weltweit erste Wirbelsäulenoperation dieser Art mit holographischer chirurgischer Navigation durchgeführt.

Caroline Sciullo, Geschäftsführerin (COO) Prof. Jess Snedeker, CSO Balgrist Campus & Stv. Direktor Orthopädie-Forschung und Leiter Biomechanik Universitätsklinik Balgrist Prof. Daniel Nanz, Plattform-Direktor Swiss Center for Musculoskeletal Imaging www.balgristcampus.ch/scmi Dr. Sander Botter, Plattform-Direktor Swiss Center for Musculoskeletal Biobanking www.balgristcampus.ch/scmb Dr. Linard Filli, Stv. Plattform-Direktor Swiss Center for clinical Movement Analysis www.balgristcampus.ch/scma Prof. Philipp Fürnstahl, Leiter Research in Orthopedic Computer Science (ROCS), Universitätsklinik Balgrist, Universität Zürich. https://rocs.balgrist.ch/ www.balgristcampus.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

04

SMART FACTORY

WWW.FOKUS.SWISS

Der Weg zur Smart Factory ist unausweichlich Hinter den Konzepten der Smart Factory stecken nicht nur Spielerei und Wunschdenken, sondern eine Erforderlichkeit, wie Schweizer Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben können. TEXT SMA

A

uch wenn uns der Begriff «Smart Factory» bereits seit einigen Jahren begegnet, ist die Vision der Smart Factory heute in Krisenzeiten wichtiger denn je. Über die Details der Übersetzungen kann man sich streiten, aber die grundlegende Idee bleibt dieselbe. Denn egal ob «intelligente Fabrik» oder doch treffender «vernetzte, digitalisierte Fabrik»; sie liefert Antworten auf aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Laut Dr. Dominic Gorecky, Leiter Swiss Smart Factory am Switzerland Innovation Park Biel/Bienne, gibt es drei Kernaspekte der Smart Factory: Vernetzung, darauf aufbauende Digitalisierungslösungen und smarte Automatisierung.

Die missverstandene Automatisierung Das Konzept der Smart Factory beschreibt eine Produktionsumgebung, die ganzheitlich auf den neuesten technologischen Standards basiert. Nicht nur Maschinen, Produkte, Werkzeuge und IT-Systeme sind untereinander vernetzt. Entscheidend ist, dass der Mensch in diese Vernetzung miteinbezogen wird und dadurch seine Aufgaben effizienter und effektiver erledigen kann. Die Veränderungen, die durch die Digitalisierung und in der Fabrik Einzug halten, sorgen aber auch für Ängste und Sorgen. Dominic Gorecky betont jedoch: «Es ist ein Missverständnis, wenn man von menschenleeren Fabriken spricht und die Vollautomatisierung in den Mittelpunkt stellt. Das ist weder die Idee noch das Ziel der Smart Factory.» Vielmehr geht es um eine flexiblere

Automatisierung, wo der Mensch und Maschinen ihre Fähigkeiten jeweils ergänzen. Dieses Bild sickert auch immer mehr zur allgemeinen Gesellschaft durch. In der Studie «Switzerland’s Digital DNA 2020» von Oliver Wyman zeigt sich, dass die Arbeitsaussichten positiver ausfallen als noch in 2019. Nunmehr 60 Prozent der befragten Menschen erwarten, dass die Digitalisierung in ihrem Segment Stellen schaffen wird. Die Vorteile der Smart Factory Der Ansatz der Smart Fabrik baut auf vielen Trends der Konsumgüterwelt auf: Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen im Internet der Dinge; die Nutzung von Smartphone und Tablet anstelle von Papier und das virtuelle Abbild der Fabrik. Letzteres, auch digitaler Zwilling genannt, ermöglicht das Testen und Simulieren im virtuellen Raum. «Die haptische Welt der Fabrik kann man damit informationstechnisch erschliessen noch bevor die realen Anlagen aufgebaut sind», erklärt Dominic Gorecky. Ehemals physische Prozesse können nun virtuell stattfinden. Virtuelle Trainings im Bereich der Montage oder Inbetriebnahme können zum Beispiel beliebig häufig, ortsunabhängig und ohne teure Hardware-Prototypen durchgeführt werden. Es resultieren daraus Einsparungen betreffend materielle, zeitliche und personelle Ressourcen, was sich schlussendlich auf die Kosten niederschlägt. Nur Vorteile für das Unternehmen? Dass die Smart Factory alleine dem Unternehmen Vorteile bringt ist ein Irrtum. «Das ganze Konzept

ist eigentlich aus Sicht der Endkundschaft gedacht», bestätigt Dominic Gorecky. Von Seiten der Kundinnen und Kunden gibt es immer mehr Ansprüche in Richtung kürzerer Lieferzeiten, Online-Bestellungen, Variantenvielfalt sowie Produktupdates. Vorhandene Technologien aus dem Smart Factory-Umfeld bieten heute bereits passende Lösungen zu diesen Aspekten. Zudem stellt sich ein immer grösseres Bedürfnis bezüglich Transparenz des Produktes ein. Mit einer vernetzten Fabrik kann man dem Kunden unmittelbar Daten aus dem Produktionsprozess und damit ein neues Kundenerlebnis liefern. Die Endkundschaft profitiert letztlich von einer grösseren Produktvielfalt, höherer Transparenz und möglichen Individualisierungen sowie kürzerer Produktions- und Lieferzeiten. Das Konzept in der Schweiz Wie steht es hierzulande um die Smart Factory? «Das Thema ist angenommen», ist Dominic Gorecky überzeugt. Gleichzeitig führt er aus, dass das, was wir jetzt sehen, nur die Spitze des Eisbergs sei. Derzeit werden viele Digitalisierungslösungen aufgrund der Coronakrise sichtbarer. Viele arbeiten oder studieren im Homeoffice. Smarte Technologien finden auch in der Industrie mehr Anwendung, da Reisen schwieriger sind. Das ist aber erst der Anfang: Der Begriff der Industrie 4.0 ist schliesslich zehn Jahre alt. «Die Digitalisierung muss die gesamte Wertschöpfungskette erfassen», erläutert Dominic Gorecky, «damit unsere Industrie widerstandsfähiger wird und zukünftig mit

solchen Krisen besser umgehen kann». Die Pandemie hat die Digitalisierung erheblich vorangetrieben. Dominic Gorecky geht dann auch davon aus, dass Unternehmen, die bereits vor Jahren konsequent auf Digitalisierung gesetzt haben, die Krise besser überstehen werden als solche, die erst jetzt damit anfangen. Kein starres Konzept Die grossen Unternehmen können die entsprechenden Ressourcen für eine Smart Factory natürlich eher aufwenden. Dennoch müssen auch KMUs das Thema ernst nehmen. Ehemalige Alleinstellungsmerkmale werden nicht mehr ausreichen, wenn man nicht Teil der digitalen Wertschöpfungskette ist. «Zukünftig muss man schlicht die neuen digitalen Standards beherrschen. Deswegen gilt es für die KMUs am Thema dranzubleiben», schildert Dominic Gorecky. Die Smart Factory ist auch kein starres Gebilde mit einem eindeutig definierten Ziel, sondern sie sei ein lebendes Konzept mit immer neuen Aspekten und Möglichkeiten. Die Smart Factory ist kein Thema, das nur die ITAbteilung betrifft. Deshalb ist es wichtig, die Vision in die globale Unternehmensstrategie einzubauen und eine Roadmap zu definieren. Ebenso sollten KMUs, «das Innovationsökosystem in der Schweiz nochmal genau zu betrachten: Coaching-Experten, Digitalisierungs-Initiativen und kantonale Förderungen sowie Förderinstrumente wie die Innosuisse können einen auf dem Weg zur Smart Factory unterstützen», empfiehlt Dominic Gorecky.

BRANDREPORT GRITEC AG

IoT als Grundvoraussetzung für Digitalisierung der Industrie Das Internet der Dinge eröffnet für die Industrie und weitere Branchen noch nie dagewesene Geschäftsmodelle und Umsatzchancen. Echtzeitdaten aus Sensoren bilden dafür die Basis. Durch bestehende Lösungen der Gritec AG wurden bereits Produktionen von Industrie-Kunden erfolgreich mit Condition-/ und Live Monitoring optimiert.

Matthias Schwaninger Head BU Digital Industry

Herr Matthias Schwaninger, wie behalten Sie in der Gritec in Krisenzeiten den Kampfgeist? Rückzug oder Resignation entsprechen nicht unserem Naturell. Die aktuelle Coronapandemie erleben wir als Herausforderung. Es ergeben sich aus oder in solchen anspruchsvollen Situationen immer auch Chancen. Gerade im Bereich Digitalisierung und IoT erkennen wir viele Marktchancen. Diese gilt es als Firma zu erkennen, Lösungen zu erarbeiten und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden effizient umzusetzen. Wie wichtig ist IoT zur Digitalisierung der Industrie? IoT ist aus meiner Sicht eine Grundvoraussetzung für die Digitalisierung in der Industrie. Wir konzentrieren

Jann Egli Head BU Product & Process Development

uns bei Industrial IoT auf die Vernetzung von Maschinen und Anlagen und die Auswertung von deren Sensordaten. Diese werden in Verbindung mit den Prozessdaten gesetzt, um den Gesundheitszustand von Maschinen und Anlagen besser beurteilen und Vorhersagen machen zu können. Wie werden sich Virtual-/ Mixed-RealityTechnologien in der Industrie etablieren? Mixed Reality wird der Standard werden. Die digitale Technik durchdringt unseren Alltag mehr und mehr. Keine Technologie zeigt das so eindrücklich wie die schier unendlichen Möglichkeiten der Hololens 2, der neusten Generation der Mixed-Reality-Brille von

Um eine bessere Zusammenarbeit zwischen IT und Produktion zu gewährleisten, ist ein grundlegendes Verständnis für diese beiden Welten nötig.

Microsoft. Schulungen in China, Inbetriebnahmen in Südafrika oder ein Serviceeinsatz in Nevada alles dreidimensional und ohne sich vom eigenen Arbeitsplatz wegbewegen zu müssen. Die Gritec AG konnte bereits erste Projekte mit der HoloLens2 in der Ostschweiz umsetzten. Gerade zu Coronazeiten werden solche Veränderungen bei unseren Kunden beschleunigt umgesetzt und helfen teils veraltete Strukturen aufzulösen. Wie wichtig ist die Cyber Security bei Industrial IoT Anwendungen? In der Vergangenheit waren IT und die Produktion getrennte Bereiche, was zwangsläufig zu Schwierigkeiten bei der Konzeptionierung umfassender Systeme führte. Um eine bessere Zusammenarbeit zwischen IT und Produktion zu gewährleisten, ist ein grundlegendes Verständnis für diese beiden Welten nötig. Unsere Cyber-Security-Spezialisten bringen dieses Knowhow mit und unterstützen unsere Ingenieure direkt im Entwicklungsprozess neuer Systeme. Weitere Informationen: www.gritec.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

VI PARTNERS BRANDREPORT

05

Für Start-ups Brücken zum Markt schlagen Im April 2020 hat der Venture Capitalist (VC) VI Partners einen neuen Fonds aufgelegt. Managing Partner Technology Alain Nicod beschreibt den Weg, den die Schweizer VC-Szene in der langen Zeit durchlaufen hat und welchen Beitrag VCs zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie leisten.

Alain Nicod

Herr Alain Nicod, was war der Hintergrund der Initiative VI Partners? Vor der Jahrtausendwende gab es in der Schweiz nur wenig Kapital zur Unterstützung von sehr innovativen Firmengründungen. Wenn man die heutige Start-upSzene sieht, ist es kaum zu glauben, wie schwierig es damals für Neugründungen war, eine Anschubfinanzierung zu erhalten. Wir hatten das Paradox, dass die Schweiz ausgezeichnete Forschung betrieb, diese dann aber nicht verwertet wurde. Im April hat VI Partners einen neuen Fonds aufgelegt. Was ist der Hintergrund dazu? Unser Team hat über die lange Zeit viel Erfahrung und ein grosses Netzwerk aufgebaut und mit den Hochschulen, unter anderem unserem strategischen Partner ETHZ, eine ausgezeichnete Zusammenarbeit etabliert. Mit dem neuen Fonds ermöglichen wir es Finanzinvestoren, sich an innovativen Firmen in der Schweiz und umliegenden Ländern zu beteiligen. Das ist trotz Corona und wirtschaftlichen Unsicherheiten auf beachtliches Interesse gestossen und wird auch

von der Venture Incubator AG getragen, die einer der drei strategischen Limited Partners des neuen Fonds ist.

nicht wenige Unternehmer, die eigene Firmen aufgebaut und verkauft haben.

Wie ist VI Partners entstanden? Im Jahr 2002 gründeten zehn grosse Schweizer Firmen die Investment-Holding Venture Incubator AG, um gezielt in Schweizer Start-ups zu investieren. Die ETHZ und McKinsey Schweiz starteten diese Initiative und sie sind beide auch an der Holding beteiligt. Venture Incubator AG betraute in 2002 VI Partners, das heisst meine Partner Arnd Kaltofen, Diego Braguglia, Daniel Gutenberg und mich, mit der Selektion und Betreuung der Investitionen.

Welchen Beitrag hat VI Partners zur Entwicklung des Start-up-Ökosystems geleistet? Ich denke, VI Partners hatte eine sehr gute Hand dabei, erfolgversprechende Firmen zu unterstützen und damit nachhaltig neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ist einmal ein Erfolg vorhanden, ist es einfacher, andere Geldgeber für Venture Capital als Anlageklasse zu gewinnen. Über das primäre Ziel hinaus haben meine Partner und ich auch stets versucht, uns in der Community zu engagieren. Wir sind beispielsweise in allen wesentlichen Jurys für Start-upPrämierungen vertreten, um unsere Erfahrung und Expertise weiterzugeben.

Warum ist es für die Industrie wichtig, dass es Venture Capital gibt? Aus zwei Gründen: Einerseits bieten wir eine Brücke «von der Garage zum Markt». Viele Ideen haben in grossen Firmen mit ihren oft starren Strukturen keine Chance auf Realisierung. Andererseits sind VC-finanzierte Firmen auch eine ausgezeichnete Umgebung für junge Talente, ihre kreativen Kompetenzen auszuleben. Mit VC-Investments werden viele hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Wie hat sich die Situation für Start-ups seitdem verändert? Nur zum Guten. Heute haben wir ein starkes Ökosystem mit ausgezeichneten Technologie-Transferstellen der Hochschulen, Plattformen zur Unterstützung von Gründer-Teams wie VentureKick oder InnoSuisse, und zahlreiche andere Wettbewerbe und Fördergelder. Vor allem gibt es viel mehr Risikokapitalgeber und private Investoren in Start-ups. Unter letzteren sind übrigens

Sie haben auch das Team erweitert, zuerst 2018, und nun in diesem Sommer. Warum? Unser Ziel ist es, auf dem finanziellen und strukturellen Erfolg von Venture Incubator AG aufzusetzen und VI Partners als führenden Schweizer VC weiter auszubauen. Dazu brauchen wir geeignete Köpfe. Wichtig sind Personen, die gezeigt haben, dass sie innovative Firmen auswählen und erfolgreich betreuen können. Wir sind ein aktiver Investor und brauchen Investment Manager, die auf Augenhöhe mit den Management Teams der Firmen sprechen können. Können Sie etwas zu den neuen Kollegen im Tech Team sagen? Bereits seit 2018 verstärkt Cyrill Osterwalder unser Technologie-Team. Cyrill war zuvor in leitender Position bei Google tätig. Wir kennen ihn aber schon viel

länger – er war CEO einer unserer Portfolio-Firmen. In diesem Herbst konnten auch wir Joe Neale für uns gewinnen. Joe hat 16 Jahre Erfahrung als Unternehmer und Technologie-VC. Hat sich das Engagement für die Investoren in Venture Incubator gelohnt? Ja, ich denke in zweierlei Hinsicht. Einerseits war die Investition finanziell lukrativ und die Aktionäre können sich auf einen attraktiven Gewinn freuen. Andererseits ist der Austausch beidseitig bereichernd. Wir geben den Vertretern der Aktionäre regelmässig eine Übersicht über die Projekte, die an uns herangetragen werden, natürlich unter Berücksichtigung der Vertraulichkeit den Projekten gegenüber. Zudem können wir unseren Portfolio-Firmen auch ausgezeichneten Zugang zu den Firmen verschaffen, die bei Venture Incubator Aktionäre sind. INTERVIEW SMA

Seit 2002 investiert VI Partners in innovative Schweizer Start-ups und ist damit der am Längsten bestehende Venture Capitalist im Lande. Das Team finanziert Firmen in den Bereichen Healthcare und Technology und arbeitet mit strategischen Partnern wie der ETH Zürich zusammen.

Weiterführende Informationen: vipartners.ch

TRUMPF SCHWEIZ AG BRANDREPORT

Der Übergang zur Industrie 4.0 in modularen Schritten Die Trumpf Schweiz AG führt ihre Kunden mit einfachen Lösungen in die Industrie 4.0.

D

iesen Herbst hat das Hochtechnologieunternehmen Trumpf an seinem Stammsitz im deutschen Ditzingen eine neue Smart Factory eröffnet. Dort produziert das Unternehmen ab sofort Blechbauteile für seine Werkzeugmaschinen. Das smarte an der neuen Fabrik ist, dass 30 Maschinen miteinander vernetzt sind. So werden Ausschuss vermieden, die Bearbeitungszeit gesenkt und die Effizienz erhöht. Trumpfs Lösungskompetenz für die Blechbearbeitung ist in dieser Form weltweit einzigartig. Zudem dient die neue voll vernetzte Fabrik auch als Vorführzentrum, in dem insbesondere auch kleine und mittelständische

Unternehmen einen Einblick in die effiziente Blechfertigung bekommen. Die Mitarbeitenden im Mittelpunkt In der neuen Smart Factory sind sowohl Schneid-, Biege- und Schweissmaschinen als auch Grosslager und fahrerlose Transportsysteme miteinander vernetzt. Die gesamte Produktion lässt sich vom sogenannten Control Center aus steuern. In dieser Schaltzentrale laufen alle wichtigen Kennzahlen aus der Fertigung in Echtzeit zusammen – vom Auftragseingang bis zum fertigen Bauteil. «Die Vorteile einer vernetzten Fertigung ist

die optimale Unterstützung der Mitarbeitenden, der Software und der Maschinen», erklärt Gregor Kern, TruConnect Experte von Trumpf Schweiz . Die Mitarbeitenden stehen derweil aber stets im Mittelpunkt und verrichten wertschöpfende Arbeit. Ins digitale Zeitalter begleiten «In den letzten Jahren wurde festgestellt, dass vermehrt wieder in der Schweiz gefertigt wird, jedoch mit dem Wermutstropfen, dass die Losgrössen immer kleiner, aber die Lieferfristen immer kürzer werden», sagt Kern. «Diese Situation der Blechfertigung hat Trumpf erkannt und die Industrie 4.0-Lösung unter der eigenen Strategie TruConnect aktiv vorangetrieben.» Zu beachten ist, dass TruConnect keine reine Softwarelösung, sondern eine gesamtheitliche Betrachtung der Prozesse einer Blechfertigung darstellt. Trumpf möchte als Lösungsanbieter ihre Kunden ins digitale Zeitalter begleiten und sie gleichermassen stärken. Gregor Kern führt aus: «TruConnect ist eine auf dem BaukastenPrinzip aufgebaute Strategie. Dies beinhaltet Beratung und Technologie, aber besonders die Begleitung des Kunden Richtung Smart Factory.» Lösungen für alle Die Trumpf Smart Factory dient derweil nicht nur der hauseigenen Fertigung, sondern auch als Vorführzentrum für Blechbearbeiter. Diese können sich dort Effizienzverbesserungen beim Schneiden, Biegen, Stanzen und Schweissen in einer realen Produktion ansehen. Sowohl kleine, mittelständische als auch grosse Unternehmen finden dort neue Vernetzungslösungen für ihre Produktion. So können etwa kleine Firmen durch Einstiegslösungen wie beispielsweise einen KI-basierten Absortierassistenten zu wesentlich besseren Ergebnissen kommen. Völlig individuell Jedes Unternehmen verfügt über individuelle Voraussetzungen und Bedürfnisse. Deshalb steht bei der Lösungsfindung eine Analyse immer an erster Stelle. «Die

Kernfragen lauten zum Beispiel: Welche Bedürfnisse hat ein Betrieb? Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Und welche mittel- bis langfristigen Ziele strebt eine Firma an?», so Kern. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich konkrete Lösungen ableiten, die, je nach Situation, schrittweise implementiert werden können. Potenzial nutzen Dies bedeutet aber nicht, dass eine neue Fabrikhalle gebaut werden muss, um die Fertigung zu digitalisieren. Das bestehende Potenzial soll optimal genutzt und strategisch weiterentwickelt werden. So sind digitale Überwachung der Maschinen und Vorkalkulation, eine bessere Integration der bestehende ERP-Systeme, systematische Integration der Maschinen und der Automatisation die ersten Schritte zu einer durchgehend vernetzten Prozesskette. Trumpf unterstützt ihre Kunden mit verschiedenen modularen Lösungen: Von Prozessberatungen, Teilberatungen, Informatikberatungen, Layoutberatung , Unterstützung in die Transformation von der klassischen zur digitalen Fertigung, bis zur Automatisierung und Optimierung in der Produktion. Ziel ist, den Kunden wettbewerbs- und zukunftsfähig zu machen. Dabei stehen immer die Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt. Die Trumpf Schweiz AG entwickelt, produziert und vertreibt mit schweizweit rund 650 Mitarbeitenden High-Tech Laserschneidanlagen, Markierlaser, Festkörperlaser, Power Tools sowie Präzisionsteile und Komponenten innerhalb des Trumpf Verbunds. Der Standort Grüsch zählt zu den grössten Arbeitgebern in Graubünden. Auch hier wurde TruConnect modularweise umgesetzt. Am zweiten Standort, in Baar, ist der Vertrieb und Service ansässig. www.trumpf.com/ s/smart-factory


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

06

BRANDREPORT ALLIANZ

Schwachstelle Mensch: So funktioniert Social Engineering Die Digitalisierung eröffnet viele Chancen für Unternehmen. Aber auch für Kriminelle. So lauern im Netz zunehmend neue Gefahren wie etwa das sogenannte Social Engineering. Die finanziellen Folgen dieser Form von Internetkriminalität können gerade für kleinere Unternehmen verheerend sein. Wie schützt man sich und sein Unternehmen am besten?

C

yber-Risiken bereiten Schweizer Unternehmen zunehmend Sorgen. So führt etwa das im Januar 2020 veröffentlichte «Allianz Risk Barometer» Cybervorfälle als Top-Risiko für Unternehmen an. Dabei drohen enorme finanzielle Verluste, denn Fachpersonen gehen davon aus, dass weltweit jedes Jahr über 500 Milliarden Dollar Schaden durch Cyberattacken und Internetbetrug entstehen. Tendenz steigend. Während für Unternehmen lange Zeit vor allem der Schutz vor Trojanern oder Viren im Zentrum stand, haben Kriminelle mittlerweile einen anderen Angriffspunkt ausgemacht: die Angestellten.

Beim sogenannten Social Engineering manipulieren Betrügerinnen und Betrüger die Angestellten eines Unternehmens mit gefälschten Identitäten und anderen psychologischen Tricks. Und verschaffen sie sich beispielsweise Zugang zum Firmennetzwerk oder bringen einzelne Mitarbeitende dazu, grössere Geldsummen auf fremde Konten zu überweisen. Expertinnen und Experten unterscheiden dabei folgende Arten von Social Engineering: • CEO Fraud («Chef-Betrug») • Fake Identity Fraud («Betrug durch falsche Identität») • Payment Diversion Fraud («Betrug durch Zahlungsumleitung ») Identitätsbetrug mit teuren Folgen – ein Beispiel Herr Gerber arbeitet seit über zwanzig Jahren in einem kleinen Betrieb als Buchhalter. Er erledigt seine Aufgaben stets pflichtbewusst und gewissenhaft. Entsprechend zögerte er auch keinen Augenblick, als ihn die Geschäftsführerin per E-Mail bat, 50 000 Franken für den Kauf einer grossen Maschine auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Dann nahm das Drama seinen Lauf. Und es stellte sich heraus, dass das E-Mail gefälscht war. Ein klassischer Fall von CEO Fraud. Ganz ähnlich funktioniert der Fake Identity Fraud. Auch hier bereichern sich Betrügerinnen und Betrüger unter Vorspiegelung einer gefälschten Identität – indem sie sich etwa als Systemadministrator ausgeben, der bei einem vermeintlichen IT-Problem helfen will und dafür den Benutzernamen und das Passwort braucht. Wie beim CEO Fraud wirken die Nachrichten

täuschend echt. Denn die Internetkriminellen fälschen entweder den Absender oder hacken im Vorfeld gleich das entsprechende E-Mail-Konto. Zudem kennen sie häufig die Namen der Vorgesetzten und sind über betriebsinterne Prozesse informiert, weil sie sich Zugang zu sensiblen Daten verschafft haben.

um, zum Beispiel, indem sie vorgeben, Lieferanten des Unternehmens zu sein. Besonders perfid: Ein allfälliger Anruf einer misstrauischen Mitarbeiterin landet ebenfalls bei den Trickbetrügern. Denn die übermittelte Telefonnummer ist ebenso gefälscht wie das E-Mail mit den neuen Zahlungskoordinaten.

Neben diesen beiden Formen von Social Engineering erfreut sich auch der sogenannte Payment Diversion Fraud zunehmender Beliebtheit. Dabei leiten Cyberkriminelle geplante Zahlungen auf ihr eigenes Konto

So können sich KMUs vor Social Engineering schützen Kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oft das Geld und das Know-how, um sich nachhaltig gegen

Kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oft das Geld und das Know-how, um sich nachhaltig gegen Cyber-Attacken zu wehren.

Cyber-Attacken zu wehren. Und wenn Hacker beispielsweise empfindliche Daten verschlüsseln und dafür Lösegeld fordern, steht gerade bei KMUs schnell die Existenz auf dem Spiel. Zwar lassen sich die Gefahren einer vernetzten Wirtschaft nicht ganz aus der Welt schaffen, aber mit dem richtigen Verhalten gezielt minimieren. Neben einer Antiviren-Software und einer Firewall sollten die Mitarbeitenden etwa regelmässige Sicherheitsupdates durchführen, starke Passwörter nutzen und keine vertraulichen Informationen an unbekannte Personen weitergeben. Deshalb empfiehlt Carlos Casian, Cyber-Risk-Experte bei der Allianz Suisse, die Angestellten regelmässig zu schulen und für Cyberrisiken zu sensibilisieren. Und wenn es einen doch trifft? Dann kann die passende Versicherung helfen. Denn eine Cyber-Risk-Versicherung mache die neuen Risiken finanziell kalkulierbar, erklärt Casian. Eine der führenden Lösungen auf dem Schweizer Versicherungsmarkt bietet die Allianz. Sie richtet sich vor allem an KMUs und schützt zum Beispiel bei Haftpflichtansprüchen im Zusammenhang mit Internetkriminalität. Daneben sind unter anderem Betriebsunterbrüche durch Cyberangriffe oder die Wiederherstellung von Daten versichert – beispielsweise, wenn eine schädliche Software ins Firmennetzwerk eingeschleust wurde. Zudem kann freiwillig ein Rechtsschutz abgeschlossen werden, der Unternehmen bei rechtlichen Streitigkeiten im Zusammenhang mit Cyberrisiken unterstützt. Und mit der Zusatzdeckung «Cyber Crime und Social Engineering» sind auch die oben geschilderten Betrugsschäden gedeckt. Das macht Sinn. Denn gegen die Schwachstelle Mensch hilft selbst die beste Firewall nichts. Mehr zur Cyber-Risk-Versicherung der Allianz unter allianz.ch/cyber-risk


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

HIGHTECH ZENTRUM AARGAU AG BRANDREPORT

07

Intelligente Materialien auf dem Vormarsch Das Hightech Zentrum Aargau ist ein erfolgreicher Innovationsmotor im Dienst der KMU. Im Fokus einer neuen Workshop-Serie: Sensoren und Aktuatoren, die immer öfter auch Alltagsprodukte smarter machen. Technologien und innovativen Werkstoffen. Den Teilnehmenden werden einerseits Forschungsarbeiten präsentiert, andererseits Anwendungsbeispiele aus der Industrie.

Dr. Marcus Morstein

E

r lag richtig, jener Strukturentwickler des amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing, der um die Jahrtausendwende für 2020 Strukturen – Bauteile – prognostizierte, «die zu uns sprechen werden». Hinter dieser Vorhersage steckte die Vision von sogenannten sensorischen Materialien. Heute schätzen Fachleute, dass neue Materialien die Grundlage für etwa 70 Prozent aller Technik-Innovationen weltweit sind. Das Hightech Zentrum Aargau (HTZ) engagiert sich seit mehreren Jahren auch auf diesem Feld: Die Werkstoff- und Nanotechnologien bilden einen thematischen Schwerpunkt des HTZ. Eine seiner zentralen Stärken ist sein grosses Netzwerk von anwendungsnahen Forschungseinrichtungen. Know-how aus erster Hand Ende November 2020 fand – als kostenlose Online-Veranstaltung – der Auftakt-Workshop jener neuen Serie statt, die 2021 fortgeführt wird. Die Affiche: Neue Anwendungen sensorischer und aktuatorischer Materialien. Der Workshop wurde vom HTZ in Brugg ausgestrahlt. Als Co-Organisator wirkte das Nationale Thematische Netzwerk (NTN) Innovative Oberflächen mit. Zum Zielpublikum gehören insbesondere die Hersteller von Endprodukten und Komponenten, die Entwickler von neuen

«Auch diese Workshops werden als Plattform für den Austausch von topaktuellem Know-how konzipiert», erläutert Dr. Marcus Morstein, Leiter des HTZ-Schwerpunktbereichs Werkstoff- und Nanotechnologien, und ergänzt: «Wir wollen all jene Akteure ansprechen, die sich über aktuelle und zukünftige Möglichkeiten mit sensorischen und aktuatorischen Materialien informieren wollen oder die Partner für eine Produktintegration suchen.» Aktuatoren wandeln elektrische Signale um, zum Beispiel in mechanische Bewegung. Für viele Unternehmen wichtig Erste Sensoren und Aktuatoren wurden bereits Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Aber die Arbeit in Labors und Werkstätten ist auch in diesem Bereich alles andere als stillgestanden. Im Gegenteil: Forschung und Entwicklung haben in den letzten Jahren Kunststoffe, Metalle und Keramiken für immer anspruchsvollere industrielle

Anwendungen hervorgebracht. Die fortschreitende Digitalisierung – Stichwort Industrie 4.0 – spielte und spielt dabei eine Schlüsselrolle. Im Zentrum stehen Materialien, die über ihre angestammten (intrinsischen) Eigenschaften äussere Reize aufnehmen und darauf reagieren können. «Dies eröffnet grosse Innovationspotenziale und kann für intelligente Funktionalitäten genutzt werden», sagt Marcus Morstein. Diese Schlüsseltechnologie ist schon heute für zahlreiche Schweizer Unternehmen in vielen Branchen von grosser Bedeutung. Schnittstelle zwischen analog und digital Auch in Alltagsprodukten finden sich immer häufiger miniaturisierte und vergleichsweise kostengünstige Sensoren und Aktuatoren. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der analogen und der digitalen Welt. Oberflächen, beispielsweise, erfüllen heute bei zahlreichen Produkten wesentlich mehr als die ursprüngliche Schutzfunktion, nämlich intelligente Funktionalitäten. Sie nehmen Reize aus der Umgebung – Licht, Druck, Temperatur, Töne etc. – wahr, reagieren darauf und lösen bestimmte Prozesse aus. Sensor- und Aktuator-Funktionen können an

der Oberfläche angebracht werden, oder sie werden in das Material hineingearbeitet. Ein Beispiel dafür sind Auto-Armaturenbretter, die laufend «intelligenter», d.h. multifunktioneller werden. • Ein weiteres Beispiel stammt aus der Entwicklungspraxis des Instituts CSEM aus Muttenz: F&P Robotics in Glattbrugg baute einen Pflegeroboter. Zusammen mit dem CSEM wurde das Gerät mit einem Tastsinn ausgestattet: auf dem Greiferpaar des Roboters wurden Foliensensoren angebracht, deren Leistungsfähigkeit trotz der erforderlichen Verformung nicht beeinträchtigt wird. Gesteuert wird der Sensor-Patch mittels einer Smartphone-App. • Bei herkömmlichen Beatmungsgeräten erfolgt die Druckmessung und -regulierung im Gerät selber. Im Rahmen eines Entwicklungsprojekts ist es jedoch gelungen, einen Sensor an der Spitze des einzuführenden Beatmungsschlauchs anzubringen. Damit wird eine Druckmessung direkt in der Lunge möglich. • Formgedächtnis-Legierungen kennt man bei Metallen. Nun hat das Unternehmen Huntsman ein Konzept für Spezialkunststoffe entwickelt: werden solche Kunststoffe – zum Beispiel eine Brille – ungewollt verformt, so lässt sich durch Erhitzung erreichen, dass das Teil seine ursprüngliche Form wieder einnimmt. www.hightechzentrum.ch/veranstaltungen Hightech Zentrum Aargau AG www.nano.swiss/aktuell/news nano.swiss (powered by Hightech Zentrum Aargau)

Zusammenspiel von Aktuator und Sensor: Handyschalen werden von einer Ringlichtquelle auf ihre Form hin gecheckt, angehoben und entweder verpackt oder aussortiert.

CORESYSTEMS BRANDREPORT

Mehr Umsatz mit weniger Kosten Field Service Management macht’s möglich. Michael Berkowsky, Head of Direct Business bei Coresystems, erklärt im Interview, wie das genau geht.

Michael Berkowsky Head of Direct Business Coresystems

Herr Michael Berkowsky, wie würden Sie SAP Field Service Management (FSM) einem Laien erklären? FSM dient dem Zweck der Digitalen Aussendienstverwaltung. Man kann damit Arbeitskräfte planen, Leistungen erfassen und Daten für die Abrechnung automatisiert zur Verfügung stellen – alles zentral und effizient über dieselbe Plattform. Was sind die zentralen Vorteile von FSM für die Benutzer der Software? In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, sich von anderen Mitstreitern auf dem Markt produktetechnisch abzuheben. Hier setzt die Field Service Management Lösung an und hilft den Anwendern, sich durch einen erstklassigen Kundenservice zu profilieren. Für den Nutzer ist der grösste Vorteil, dass alle Informationen zentral zur Verfügung stehen. Der Benutzer muss nicht mehr in Papierform Unterschriften einfordern und spart sich Auftragsmails sowie Telefonate. Dadurch, dass alles zentral über dieselbe Applikation läuft, kann viel effizienter gearbeitet werden. Durch die FSM-Lö­sung steigt die Erstlösungsrate (auch bekannt als First Fix Rate = FFR), man profitiert von har­monisierten Prozessen und generiert schlussendlich mit weniger Kosten mehr Umsatz.

Inwiefern profitieren Kunden und andere Akteure von dieser Software? Der grösste Win auf Kundenseite ist die Transparenz. Der Kunde sieht selbst, wie es um seine Gerätschaften bestellt ist, wann ein Techniker für den Service bei ihm ankommen wird und er weiss über die Historie seiner Geräte Bescheid. Ein weiterer grosser Vorteil für den Endkunden ist auch, dass er direkt über einen Bar-/QR-Code mithilfe des Self-Service-Portal eine Wartung oder einen Service initiieren kann. Das alles ohne den Aufwand, der das E-Mailschreiben oder die Telefonate dafür erfordern.

In der Ausführung ist ein wesentlicher Punkt, dass der Techniker vor Ort direkt auf die historischen Daten zugreifen kann. So ist es ihm möglich, anhand der Seriennummer zu sehen, wer die Maschine wann zuletzt gewartet hat, welche Ersatzteile zum Zuge kamen und sieht Fehlerbeschreibungen. Das ist ein enormer Vorteil für den Techniker. Er hat zudem die Möglichkeit, direkt seine Zeiten zu erfassen – ohne ein anderes System benutzen zu müssen. Nach getanem Service muss er nur noch die digitale Unterschrift des Kunden einholen und ist dann eigentlich bereits fertig.

Wie konkret vereinfacht FSM den Dienstleistungsprozess? Die Vereinfachung kommt durch die Zentralisierung. Man ist zudem papierlos unterwegs und hat keine verschiedenen Kanäle, die es zu beachten gilt, wie zum Beispiel E-Mail oder Telefon.

Im Bereich der Abrechnung laufen die Daten dank dem integrierten System automatisch ein. Im Backoffice muss somit nicht mehr auf den Rapport des Technikers gewartet werden, um abzurechnen. Sobald der Techniker den Service abgeschlossen und seine Zeit erfasst hat, sind die Daten im Backoffice verfügbar und können zur Abrechnung herangezogen werden. Dies ermöglicht eine viel schnellere Abrechnung.

In der Planung ist die On-Time-Planung ein grosses Plus. Alle Planer sehen in Realtime, was die anderen gerade einplanen. Der Planer sieht zudem, was der Techniker gerade macht und kann dadurch effizienter planen, da er den Techniker nicht erst auf anderem Wege kontaktieren muss. Es gibt drei Möglichkeiten Techniker zu planen: Rein manuell, halbautomatisch – wobei das System den bestgeeigneten Techniker vorschlägt – und vollautomatisches Planen; dabei werden Routen automatisch berechnet und optimiert, Aufträge werden automatisch empfangen und eingeplant.

Inwiefern kann man mit FSM die eigenen Prozesse und Dienstleistungen verbessern? Die Generierung von Umsatz auf Seiten des Serviceanbieters wächst erheblich, dadurch dass die Daten schnell verfügbar sind und schnell verrechnet werden kann. Aufgrund der Transparenz im Bereich der Dienstleistungen geniesst man eine erhöhte Kundenbindung. Ein weiterer grosser Vorteil ist die Möglichkeit, Prozesse

Der Kunde sieht selbst, wie es um seine Gerätschaften bestellt ist, wann ein Techniker für den Service bei ihm ankommen wird und er weiss über die Historie seiner Geräte Bescheid.

zu harmonisieren. Wenn ich beispielsweise ein Unternehmen mit mehreren Niederlassungen habe, dann ist es mit FSM sehr einfach, die Prozesse zu harmonisieren, weil alles auf derselben Plattform stattfindet. So lassen sich beispielsweise die Aktivitäten von Niederlassung B an jene von A anpassen. Was genau ist Crowdworking im FSM-Kontext und welche Vorteile bringt dies mit sich? Crowdworking ist das Outsourcing von Services zu KMU. Mit Crowdworking kann ich diese beauftragen, Service-Leistungen für mich durchzuführen, wenn mir die Kapazitäten dazu fehlen. So muss der Kunde auch nicht ewig auf einen Termin warten. Via die Plattform können die Aufträge dann einfach vergeben werden. Damit die gleiche Qualität wie bei eigenen Mitarbeitenden gewährleistet ist, kann man über die Plattform auch Zertifizierungen der Fremdfirmen überprüfen oder sogar automatisch, anhand von Kriterien wie bestimmten Zertifikaten, Aufträge vergeben. Was macht Coresystems zum idealen Partner im Bereich von FSM? Schon allein die Tatsache, dass die Lösung, welche vor zwei Jahren von der SAP aufgekauft worden ist, aus unserer Feder stammt. Dadurch konnten wir sehr viel Erfahrung im Service-Markt sammeln. Da liegen unsere Stärken, da haben wir Erfahrung und wissen, wie Prozesse zu handeln sind. Dementsprechend können wir auch Prozessberatungen durchführen. Weitere Informationen: coresystems.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

08

AUSBILDUNG

WWW.FOKUS.SWISS

SPONSORED

CYBERSICHERHEIT FÜR ALLE Für Suissedigital, Verband für Kommunikationsnetze, ist «Cyber Security» ein sehr wichtiges Thema. Aus diesem Grund bietet der Verband seinen Mitgliedern und Interessierten Grundlagenworkshops und Unterstützung zu diesem Thema an. Ein weiteres Anliegen von Suissedigital ist die Sensibilisierung der Schweizer Bevölkerung für die Gefahren des Cyberraums. Zu diesem Zweck wurde ein Test konzipiert, der online unter https://securitycheck.suissedigital.ch verfügbar ist (der Zugang zum Test ist auch mittels Scannen des QR-Codes möglich). Wer bei Begriffen wie Ransomware, Tailgating und DeepFake nur Bahnhof versteht, ist bei diesem Test an der richtigen Adresse. So erfährt man nicht nur, wie es um das eigene Wissen zum Thema «Cyber Security» steht, sondern hat auch die Möglichkeit, dieses Wissen in kurzer Zeit auf den neusten Stand zu bringen. Dies erhöht die Sicherheit im Umgang mit Internet, Computern, E-Mail und Passwörtern, was zu einem verstärkten Schutz vor Cyberangriffen führt. Weitere Informationen: suissedigital.ch, https://securitycheck.suissedigital.ch

Alle Bereiche unseres Bildungssystems müssen sich wandeln Kann einen die Schule von gestern und heute noch adäquat auf den Arbeitsmarkt von morgen vorbereiten? Welche Kompetenzen sind in Zukunft gefragt und wie erlernt man diese? «Fokus» hat sich bei einem Experten erkundigt.

D

ie einzige Konstante in unserer schnelllebigen Zeit ist Veränderung. Eine dieser Veränderungen ist die fortschreitende Digitalisierung praktisch aller Lebensbereiche. Im Zuge dessen wird auch die Arbeitswelt digitalisiert. Man spricht dabei von Industrie 4.0. Doch inwieweit beeinflussen diese Veränderungen in der Arbeitswelt die Welt der Bildung? Schliesslich ist ihr Ziel ja – gerade hier in der Schweiz mit unserem dualen Bildungssystem – die Arbeitskräfte optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Verändern sich die Anforderungen im beruflichen Umfeld, müssten sich doch eigentlich auch die Ausund Weiterbildungen weiterentwickeln. In Bezug auf Kompetenzanforderungen meint Professor Dr. Erik Haberzeth, Inhaber der Professur für Höhere Berufs- und Weiterbildung und Dozent für Weiter- und Höhere Berufsbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich: «In der Schweiz sind die Beschäftigten grundsätzlich sehr kompetent, um den digitalen Wandel nicht nur zu bewältigen, sondern ihn auch zu gestalten. Das Bildungssystem bereitet die Menschen gut auf den Arbeitsmarkt vor. Auch die Betriebe bieten Gelegenheiten des Lernens im Prozess der Arbeit, die es den Beschäftigten ermöglichen, ihre Kompetenzen anzupassen und zu erweitern.» Die Aktualisierung der Lehrpläne funktioniert Professsor Haberzeth erläutert: «Die Arbeit hat sich schon immer durch neue

Technologien gewandelt und das Bildungswie das Beschäftigungssystem haben darauf reagiert.» Am Ende des Tages ist das Thema Digitalisierung nun doch schon länger präsent, also kein komplett überraschend aufgetauchtes Novum. Was allerdings laut Haberzeth neu ist, ist die gesamtgesellschaftliche Debatte diesbezüglich. «Entsprechend nahm und nimmt das Aus- und Weiterbildungssystem neue inhaltliche und fachliche Anforderungen der Arbeitswelt auf und bediente beziehungsweise bedient sie», erklärt der Experte. Im Bereich der höheren Berufsbildung beispielsweise komme zudem die Innovation der Lehrpläne auch oftmals durch die Lernenden in die Schulen. Denn es sind die Lernenden, die schlussendlich in den Unternehmen tätig sind und wissen, was dort passiert und was an Kompetenzen gebraucht wird. «Im Grossen und Ganzen läuft die Aktualisierung der Lehrpläne und Bildungsinhalte vielleicht etwas schleppend, aber sie funktioniert», schliesst Professor Haberzeth. Der Blick für’s Ganze Was der aktuellen digitalen Entwicklungen in praktisch allen Sektoren – sei dies die Industrie oder aber auch andere Wirtschaftszweige – gemein ist, ist die zunehmende Vernetzung von Prozessen. Diese werden dadurch einerseits komplexer, andererseits erhöht sich durch die Vernetzung aber auch die Abhängigkeit unter den einzelnen Bereichen. Dies wiederum kann

schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, weiss Professor Haberzeth zu berichten: «Fehler, die auch in hochtechnisierten Bereichen – gar nicht so selten! – vorkommen, haben schnell weitreichende Folgen. Man denke nur an eine steckengebliebene Transportgondel in einem Hochregallager. Da stauen sich innerhalb kurzer Zeit weitere Gondeln und im schlimmsten Fall steht das ganze Lager still.» Deshalb werde es für die Beschäftigten je länger je wichtiger, einiges mehr zu wissen, als was sie für ihre ganz unmittelbare Aufgabe tatsächlich brauchen. Weiter folgert der Experte: «Nur so können die Erwerbstätigen umsichtig und vorausschauend handeln. Auch die Fähigkeit mit Menschen zu sprechen, die aus ganz anderen Bereichen stammen, kommt noch hinzu. Es reicht nicht mehr, wenn jeder und jede nur tut, was seine oder ihre Aufgabe ist; für die Aufrechterhaltung derart vernetzter Prozesse braucht es einen ‹Blick für das Ganze›.» Verschiedene Wissensformen verknüpfen «Nicht nur unsere Untersuchungen zeigen, dass dabei die Fähigkeit zur Verknüpfung verschiedener Wissensformen zentral ist. Einerseits nimmt die Wissensintensität zu, und zwar die Notwendigkeit, über systematisches, wissenschaftsbasiertes Wissen zu verfügen», erläutert der Dozent. Ohne dieses Wissen könne man so manche Situation und so manchen Prozess nicht analysieren und verstehen – was natürlich auch richtiges, umsichtiges Handeln verunmöglicht.

«Zum anderen», fährt Haberzeth fort, «braucht es Erfahrungswissen, welches sich auf die konkreten Kontexte bezieht, in welchen man agiert und Wissen anwendet, aber auch auf das Faktum, dass es immer Unwägbarkeiten und Ungeplantes gibt. Schliesslich basiert Kompetenz auf einer ganzheitlichen sinnlichen Wahrnehmung. Es geht darum – das ist auch eine zu erlernende Fähigkeit – dies mit den entsprechenden emotionalen und intuitiven Impulsen zuzulassen und als Informationsquelle ernst zu nehmen.» Es wird einem klar, dass derartige Fähigkeiten nicht über Nacht erlern- oder vermittelbar sind. «Ein entsprechender Kompetenzaufbau braucht Zeit», bekräftigt der Experte, «ich wage eine weitreichende Aussage: Alle Bereiche unsere Bildungssystems müssen sich wandeln, gerade auch die Berufsbildung und die Hochschulbildung. Die Hochschulbildung muss sich in Richtung eines stärkeren Erfahrungsbezugs wandeln, aber auch die Berufsbildung hin zu wissenschaftlichem Wissen.» Wie genau das Bildungssystem in mehreren Jahren oder Jahrzehnten aussehen wird, mag zwar noch nicht hundertprozentig feststehen – mit Flexibilität, Neugier und einer positiven Einstellung in Sachen Veränderungen erwirbt man sich auf alle Fälle bereits ein gutes Rüstzeug.

TEXT PATRIK BIBERSTEIN

ANZEIGE

ehen. t s l l i t s n statt e h c a -Welt. Fit m h c e t h der Hig n i e r er Leh n i e t i M

libs ist das führende Ausbildungsunternehmen in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall- industrie. An unseren vier Standorten in Baden, Heerbrugg, Rapperswil und Zürich bieten wir Berufslehren und Weiterbildungen in 15 verschiedenen technischen, kaufmännischen und ICT-Berufen an. Gemeinsam mit unseren über 120 Partnerfirmen, u.a. ABB, Bombardier, General Electric, Hitachi ABB Power Grids und Leica Geosystems, bieten wir dir eine spannende Ausbildung und einen soliden Einstieg in deine berufliche Zukunft. Unser Lehrstellen-Angebot für den Sommer 2021 findest du im Web unter libs.ch libs, Fabrikstrasse 9, 5400 Baden | baden@libs.ch | Tel. 058 255 40 40

rben! e w e b t z t e J


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

BEARINGPOINT BRANDREPORT

09

Einsparpotenziale im Warenbestand mit Hilfe von künstlicher Intelligenz identifizieren BearingPoint gewinnt mit einer innovativen Softwarelösung – dem Inventory Navigator – den diesjährigen «Best of Consulting»-Award der WirtschaftsWoche in der Kategorie Operations – Digitalisierung. Der Inventory Navigator bietet einen nachhaltigen Optimierungsansatz im Bestandsmanagement, welcher volle Transparenz über Kosten und Einsparpotentiale schafft. nur begrenzt vorhanden. Künstliche Intelligenz (KI) ist ideal, um die sich ständig ändernden Muster der Materialnachfrage zu überwachen und die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, sich auf die Ausnahmefälle zu konzentrieren.

Reto Tomasini Partner Industrial Manufacturing bei BearingPoint

Ü

berschüssige Bestände erhöhen Lagerzinsen, binden Kapital, verringern die Liquidität und beeinträchtigen die Rentabilität. Industrieund Handelsunternehmen sind jedoch bei der Verwaltung ihrer Bestände auf jahrzehntelang bewährte Abläufe und IT-Systeme angewiesen. Dieser Prozess ist weitgehend manuell, fehleranfällig und nutzt moderne technologische Möglichkeiten nicht.

Maximale Kostentransparenz ist notwendig, um weitreichende Einsparungen zu identifizieren. Sie ist jedoch oft

«Es ist längst überfällig, das Bestandsmanagement von Grund auf neu zu überdenken. Das haben wir getan – und den Inventory Navigator entwickelt.» Reto Tomasini, Partner bei BearingPoint Herausforderungen bei der Bestandsverwaltung Die Verwaltung von Tausenden von Materialien in einer dynamischen Planungsumgebung ohne angemessene Tool-Unterstützung führt zu einem erheblichen manuellen Aufwand. Die derzeitigen IT-Systeme versagen dabei, den Fokus des Entscheidungsträgers auf die Materialien mit der grössten Hebelwirkung oder dem grössten unmittelbaren Bedarf an Aufmerksamkeit zu lenken. Eine autonome Materialplanung – eine Vision vieler Industrieunternehmen – scheint in weiter Ferne zu liegen, auch wenn die notwendigen technologischen Elemente bereits heute verfügbar sind.

Inventory Navigator: Bildschirmaufnahmen von der Plattform

Zudem fehlt den Logistikplanern eine datengestützte Anleitung, wie erkannte Potenziale zur Bestandsreduzierung realisiert werden können. Die Anpassung logistischer Parametereinstellungen wie Sicherheitsbestände, Rundungswerte und Losgrössenverfahren erfordert sofortige Informationen über die daraus resultierenden finanziellen Auswirkungen. Die Planer bleiben jedoch hinsichtlich der zukünftigen Kosten, aufgrund ihrer Massnahmen zum Zeitpunkt der Implementierung, im Dunkeln. Das Bestandsmanagement wird in den meisten Fällen durch top-down definierte Kostensenkungsziele bestimmt. Dabei werden individuelle Beitragskapazitäten der Geschäftseinheiten nicht berücksichtigt. Die inhärente Diskrepanz zwischen Management und Betrieb führt zu unrealistischen Zielen für bestimmte Einheiten und zu wenig ehrgeizigen Zielen für andere, wodurch mögliche Endergebnisse behindert werden. «Gerade in der heutigen Zeit unterstützt dieses Tool unser Bestandsmanagement in hohem Masse. Vor allem die Möglichkeit für jeden Planer, seine Teile individuell und unabhängig zu recherchieren und zu kontrollieren, ist eine grossartige Lösung. Wir können leicht die gewünschten Ergebnisse finden, um entsprechend handeln zu können.» Lead Supply Chain Execution, globaler Automobilzulieferer BearingPoint Inventory Navigator Die Optimierung des Inventars mit dem Inventory Navigator kann die Lagerhaltungskosten um mehr als 20 Prozent senken, wodurch erhebliche Liquidität freigesetzt wird. Die Simulation der relevanten Logistikparameter trägt dazu bei, eine vollständige Kostentransparenz über die aktuellen Treiber des Bestandsniveaus zu

erreichen, wodurch die Logistikplanung verbessert und vereinfacht wird. Die KI-basierte Überwachung ermöglicht ein «management by exception», welches sich auf wichtige sowie dringende Probleme konzentriert und gleichzeitig die bestandsrelevanten Abteilungen zusammenführt. Sie stellt eine klare Verbindung zwischen den Erwartungen des Managements und den operativen Fähigkeiten her. «Die Optimierung des Inventars mit dem Inventory Navigator kann die Lagerhaltungskosten um mehr als 20 Prozent senken. Dadurch wird erhebliche Liquidität freigesetzt, die gerade jetzt während der Krise dringend benötigt wird.» Reto Tomasini, Partner bei BearingPoint Der Inventory Navigator identifiziert nicht-wertschöpfende Lagerpuffer und Lagerbestände mit Hilfe einer Mehrebenenanalyse. Unter Nutzung von künstlicher Intelligenz und durch adaptive Algorithmen kann ein Echtzeitmodell der bestandsrelevanten Prozesse erstellt werden, dieses wird ergänzt durch Kostensimulationen. So erhält man volle Transparenz über die Kostenauswirkungen von Logistikparameter für jedes Material, Materialgruppe oder Organisationseinheit. Weitere Informationen: www.bearingpoint.com Kontakt: Reto Tomasini, Partner Industrial Manufacturing bei BearingPoint reto.tomasini@bearingpoint.com

HELIOT BRANDREPORT

Mit 0G den Weg für die grüne Industrie 4.0 ebnen Das Thema Nachhaltigkeit ist für Schweizer Unternehmen längst Bestandteil ihrer Philosophie. Hier sind sie anderen im internationalen Vergleich weit voraus – bei der digitalen Transformation ihrer Unternehmensprozesse gibt es jedoch noch viel Luft nach oben. Um mithalten zu können, ist es wichtig, über den Schweizer Tellerrand zu schauen.

U

m die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen, müssen Politik, Gesellschaft und die gesamte Wirtschaft das bestehende Modell nachhaltig transformieren: Von der Automobilindustrie über das Handwerk bis hin zum Handel. Sie alle müssen die immer knapper werdenden Rohstoffe besser nutzen, Produktionsprozesse verbessern sowie auf erneuerbare, recycelbare und biologisch abbaubare Materialien in der Produktion setzen. Der Transport- und Logistiksektor trägt dabei eine besondere Verantwortung: Angesichts des wachsenden Güterverkehrs im Zuge der fortschreitenden Globalisierung ist dieser Sektor einer der weltweit grössten Quellen für CO2-Emissionen und weltweit der einzige Sektor, bei dem die Treibhausgasemissionen wachsen: in Europa seit 1990 um immerhin 20 Prozent. Ohne Logistik und Transport gibt es jedoch keine stabilen Lieferketten – weder auf globaler noch auf lokaler Ebene.

Nachhaltige Vernetzung mit 0G Logistikunternehmen stehen in der Verantwortung, ihre gesamten Unternehmensprozesse nachhaltig zu verbessern. Die Digitalisierung wird hierbei ausschlaggebend sein, wie schnell sich die Logistik an neue Herausforderungen anpassen kann. Dabei ist sie Chance und Risiko zugleich: Prognosen deuten darauf hin, dass durch die Digitalisierung, dem notwendigen Ausbau des Infrastrukturnetzwerkes für ein 5G-Netz, dem hohen Energieverbrauch und der Produktion kompatibler Devices weit mehr CO2 ausgestossen wird als vom Logistik- und Transportsektor selbst. Die Digitalisierung innerhalb der Logistik muss daher besonders nachhaltig gestaltet werden. Heliot Europe ist daher Teil der Reusable Packaging Association, einer gemeinnützigen Organisation bestehend aus einem Netzwerk von Unternehmen, die wiederverwendbare Transportverpackungen nutzen und grossen Wert auf transparente und effiziente Lieferketten legen. In

diesem Umfeld bietet Heliot Europe mit Sigfox 0G eine innovative Technologie an, die gerade im Bereich des industriellen Internet der Dinge eine massenhafte, aber zugleich nachhaltigere Vernetzung ermöglicht. 0G-Technologie: Stromsparend, strahlungsarm und kosteneffizient Auf Basis der Niederfrequenz-Funktechnologie können Unternehmen ihre betrieblichen Prozesse digitalisieren und Objekte aller Art über das 0G-Netz mit dem Internet der Dinge verbinden. Schon heute senden rund 21 Millionen Devices bis zu maximal 140 Mal am Tag kleinste Datenpakete à 12 Bytes an die Basisstationen und die Sigfox Cloud. Die Batterien der Devices halten je nach Einsatzbereich bis zu zehn Jahren. Damit ist 0G stromsparend, strahlungsarm, nahezu wartungsfrei und für die grosse Masse der IoT-Anwendungen bestens geeignet. Die Geolokalisierung von Ladungsträgern spielt bei der Transformation hin zu einer grünen Industrie 4.0 eine zentrale Rolle: Ladungsträger sind nicht nur die stillen Leistungsträger der Industrie, sondern gleichzeitig wichtige Datenträger. Mit ihrer Vernetzung über das 0G-Netz können Unternehmen ihr komplettes Supply Chain Management transparent machen. Dabei geht es nicht nur darum Verluste zu vermeiden, sondern die Kundenanbindung zu verbessern, Leer-Lieferungen zu umgehen, Überbeständen zu minimieren und Lieferketten zu optimieren. So werden vermeidbare Kosten gespart, Transportwege optimiert und der CO2-Ausstoss langfristig reduziert. 0G-Netz: Lokal vor Ort und rund um die Welt Heliot Europe bietet seinen Schweizer Kunden und Partnern noch einen weiteren, immensen Vorteil: Erfunden in Frankreich, ist die Sigfox 0G-Technologie nicht nur eine europäische, sondern eine grenzüberschreitende Lösung, die schon heute in 72 Ländern weltweit eingesetzt wird, zum Beispiel von Unternehmen wie Airbus, DHL oder auch der Österreichischen Post.

Heliot Europe begreift den Klimawandel und die Digitalisierung als globale Herausforderung, der man aber mit ganz konkreten lokalen Lösungsansätzen begegnen muss. Als grösster 0G-Netzanbieter in Europa beschäftigt Heliot Europe mittlerweile 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, betreibt rund 3700 Basisstationen in der gesamten DACH-Region sowie in Liechtenstein und Slowenien, wo wir bereits die Mehrzahl

aller wichtigen Infrastrukturstandorte erschliessen. Mit dem Ausbau des 0G-Netzes schafft Heliot Europe schon heute vor Ort die Basis für eine Transformation hin zu einer grünen Industrie 4.0. Weitere Informationen: www.heliotgroup.com TEXT THOMAS SCHEIBEL, CEO VON HELIOT EUROPE


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

010

INTERVIEW ROBERT ITSCHNER

WWW.FOKUS.SWISS

«Industrie 4.0 – zum Nutzen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt» Welche Chancen und Risiken bieten Digitalisierung und Industrie 4.0 der Schweiz? Und wie gehen wir sie am besten an? Dazu Robert Itschner, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ABB Schweiz, im Interview mit «Fokus».

INTERVIEW PATRIK BIBERSTEIN

BILDER ABB

internationalen Vergleich, noch beträchtliches Potenzial. Schliesslich ist die Schweiz als weltweit anerkannter Innovationsstandort bestens positioniert, hier eine Führungsrolle zu übernehmen. Sie bietet nebst dem stabilen politischen Umfeld und der ausgezeichneten Infrastruktur weitere Vorteile wie einen robusten Schutz des geistigen Eigentums, weltweit führende Universitäten und ein einzigartiges duales Bildungssystem, das Hochschulabsolventen sowie hochqualifizierte Fachkräfte hervorbringt. Auf diesen Stärken müssen wir aufbauen! Unser Ziel muss es sein, mit der Entwicklung nicht nur Schritt zu halten, sondern sie vielmehr mitzugestalten und voranzutreiben. Wo besteht für die Schweiz noch Aufholbedarf? Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Früher sprach man von Jahren, heute sind es Monate. Entscheidend sind Agilität und eine gesunde Portion Risikobereitschaft. In dieser Hinsicht können wir uns in der Schweiz sicherlich noch verbessern. Ausserdem haben wir sicher noch Potenzial in der Digitalisierung diverser Aspekte unserer Gesellschaft, die wohl für alle von Vorteil wären. Ich denke beispielsweise an die vielen Prozesse, die nach wie vor auf Papier und auf dem Postweg ablaufen.

Herr Robert Itschner, was ist unter Industrie 4.0 zu verstehen? Seit Mitte des 18. Jahrhunderts haben drei industrielle Revolutionen stattgefunden: die Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, die Elektrifizierung mit Fliessfertigung und die Automatisierung mit Informationstechnologien. Mit der vierten industriellen Revolution oder der Industrie 4.0 sprechen wir nun von der Digitalisierung und durchgängigen Vernetzung unseres täglichen Lebens – und zwar zum Nutzen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Welche Chancen bietet Industrie 4.0? Dank der Vernetzung der Systeme sind die digitalisierten Herstellungsprozesse prinzipiell zuverlässiger, flexibler, effizienter, ressourcenschonender und erlauben höhere Qualität. Digitale Technologien ermöglichen es ausserdem, sämtliche Schritte und Beteiligten in der Wertschöpfungskette zu verbinden – von den Lieferanten der Rohstoffe und Komponenten über den Produktionsprozess bis hin zum Endkunden. Die Kunden ihrerseits werden in Zukunft zunehmend in der Lage sein, Produkte online nach ihren individuellen Bedürfnissen zu konfigurieren und in kleineren Mengen und noch grösserer Vielfalt fertigen zu lassen. All das steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wesentlich. Und dies ist wiederum entscheidend im hart umkämpften globalen Wettbewerb, in dem sich insbesondere auch viele Schweizer Industrieunternehmen behaupten müssen. Ergeben sich durch die Industrie 4.0 auch gewisse Risiken oder Herausforderungen? Wo sehen Sie diese? Damit sich Innovationen wie jene der durchgängigen Digitalisierung erfolgreich und zum Vorteil aller durchsetzen können, braucht es breite Akzeptanz. Wir als Gesellschaft müssen uns mit diesen Entwicklungen auseinandersetzen und uns weiterbilden. Gleichzeitig müssen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik informieren, diskutieren und sensibilisieren. Deshalb hat sich ABB von Beginn weg an den Schweizer Digitaltagen engagiert. Dabei müssen wir vor allem auch die Ängste ernst nehmen, die teilweise bestehen, etwa dass Maschinen die Menschen ersetzen würden. Die Arbeitswelt verändert sich, aber die Arbeit wird uns Menschen, wie früher schon, nicht ausgehen. Tatsächlich ist es so, dass gerade die Länder mit hohem Automationsgrad in der Produktion durchwegs niedrige Arbeitslosenquoten aufweisen.

Wie kann man die Industrie 4.0 vorantreiben? Indem wir immer wieder den greifbaren Nutzen aufzeigen, den ich erwähnt habe – in der Industrie also etwa die gesteigerte Energieeffizienz, Produktivität, Qualität, Verfügbarkeit oder Sicherheit. Womit wohlgemerkt oft auch eine Steigerung der Kosteneffizienz verbunden ist. Je nachdem, wie die Bedürfnisse des Kunden und die Gegebenheiten vor Ort aussehen, können grundsätzlich ganz unterschiedliche Lösungen in Frage kommen. Seien es umfassende Leit- und Kontrollsysteme für die Fabrikation oder aber auch Roboter mit Fernüberwachungsdiensten oder Simulationslösungen für komplette Anlagen. Wie und wo kann ein Unternehmen – auch ein KMU – mit der digitalen ransformation beginnen? Entscheidend ist der Fokus auf relevante, konkrete Problemstellungen. Zum Beispiel: Mit welchen digitalen Lösungen lassen sich Betriebsausfallzeiten reduzieren? Und dann geht es darum, zusammen mit kompetenten Partnern möglichst schnell einen passenden Ansatz zu entwickeln, ihn umzusetzen und fortlaufend zu optimieren. Heute lässt sich nicht mehr vorhersagen, wie die Lösungen in drei, vier, fünf Jahren genau aussehen werden. Umso wichtiger ist es, dass wir alle schnell und immer wieder dazulernen. Inwiefern kann Industrie 4.0 dabei helfen, die Umwelt zu schonen? In der digitalen Fertigung kommen Lösungen zum Einsatz, die es ermöglichen, die Energieeffizienz und Produktivität zu verbessern, die Lebensdauer der Geräte zu verlängern sowie den Abfall zu verringern. Wie angeführt, hat das eine gesteigerte Kosteneffizienz zur Folge und ebenso eine verbesserte Umweltstatistik. Der Ausstoss an Klimagasen wird messbar gesenkt. Gleichzeitig bewegen wir uns weg von grossen, zentralisierten Infrastrukturen hin zu modularen, verbundenen und verteilten Systemen. Dies wird wesentlich zu einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen. Wo würden Sie die Schweiz in einem internationalen Vergleich in puncto Industrie 4.0 einordnen? Die Digitalisierung in der Schweiz schreitet rasant voran und betrifft inzwischen sämtliche Branchen und Berufsfelder. Wir sind vorne dabei, haben aber, gerade im

Was, denken Sie, sind die nächsten grossen Trends, welche in den kommenden Jahren die industrielle Entwicklung prägen könnten? Alle Welt redet gerade vom Einsatz künstlicher Intelligenz und Machine Learning in unterschiedlichen Industrien – mit gutem Grund. Ihr Potenzial ist enorm. Um dieses zu nutzen, sind allerdings hochwertige Daten notwendig. Deshalb ist eine der Hauptanforderungen an die Industrie, zunächst einmal die Daten zu identifizieren und aufzubereiten, mit denen eine künstliche Intelligenz trainiert werden kann, sodass sie zielgerichtet eine Verbesserung einleiten kann. Diese Daten müssen dann nicht nur gesammelt, sondern über Produkte und Prozesse hinweg harmonisiert werden. Damit werden künftig noch weit genauere Vorhersagen über und Verbesserungen von Produktionsprozessen möglich. Könnte Industrie 4.0 in Krisenzeiten, wie wir sie zurzeit mit Covid-19 erleben, Vorteile bringen? Tatsächlich hat Covid-19 vielerorts das Bewusstsein für die Schwachpunkte in Organisationen geschärft. So hat für Unternehmen etwa die Problemvorbeugung einen noch höheren Stellenwert erhalten. Ausschlaggebend sind da einerseits eine schnelle und unkomplizierte Expertenunterstützung, im Notfall durch Zugriff aus der Ferne und rund um die Uhr. Andererseits präventive

Massnahmen zur Minimierung von unerwarteten Vorkommnissen durch intelligente, digitale Systeme. Der «ABB Ability Smart Sensor» zum Beispiel funktioniert wie ein Fitnessarmband für Elektromotoren. Er misst laufend den Zustand des Motors und meldet allfällige Anzeichen für Probleme. Damit kann der Motor gewartet werden, bevor es zu einem Ausfall kommt. Inwiefern und in welchem Masse verändert Industrie 4.0 Arbeit und Lernen? Im digitalen Zeitalter wird die Halbwertszeit von Wissen immer kürzer. Lebenslanges Lernen on-, along- und off-the-job sowie Lernagilität werden immer wichtiger, um beweglich und beschäftigungsfähig zu bleiben. Zudem arbeiten viele von uns mehr und mehr zeit- und ortsunabhängig, also virtuell, projektbezogen und von überall her. Wobei die Menschen zunehmend auch auf neuartige Weise zusammenarbeiten – sogar mit Robotern, die gefährliche, monotone und besonders minutiöse Aufgaben für uns übernehmen. Das heisst, viele Arbeitsmuster ändern sich, und einige Aufgaben werden verschwinden, zahlreiche neue entstehen im Gegenzug. Wie wirkt sich diese Veränderung auf die Bildung aus? Bildungsprogramme müssen sich entsprechend diesen Anforderungen der Digitalisierung weiterentwickeln. Dies gilt insbesondere auch für die Berufslehren: Einerseits müssen wir bestehende Ausbildungen um digitale Inhalte ergänzen, aber andererseits entstehen auch ganz neue, spannende Berufe. Gleichzeitig müssen wir alle stets offen bleiben für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Deshalb haben wir bei ABB Schweiz mit Erfolg eine Schulung eingeführt, in der unsere Mitarbeitenden gemeinsam erfahren und reflektieren, wie sie noch agiler mit dem kontinuierlichen Wandel umgehen können. Welchen Einfluss hat Industrie 4.0 auf Ihren Alltag? Manchmal sind wir uns dessen gar nicht mehr bewusst, aber der digitale Wandel ist in vollem Gange und erfasst den Alltag von uns allen. Und das tatsächlich in sämtlichen Lebensbereichen – wie wir wohnen, arbeiten, uns fortbewegen. Diese Weiterentwicklung in den Gebieten mitzugestalten, in denen wir aktiv sind, ist eine Zielsetzung meines Unternehmens und dementsprechend auch Teil meines Alltags. Ob in der Industrie, der Mobilität oder der Infrastruktur, wir versuchen, unsere Kunden auf ihrem Weg in eine produktivere und gleichzeitig nachhaltigere Zukunft zu unterstützen. Dank der Digitalisierung ist das kein Widerspruch mehr.


Logistiklösungen mit Zukunft. Ihr Partner in der Intralogistik. ENERGIE NACH MASS BEWÄHRTE UND INNOVATIVE ENERGIESYSTEME VON LINDE

GARANTIERT AUF DER SICHEREN SEITE TECHNIK- UND SICHERHEITSSERVICES

FLEXIBLE AUTOMATION FÜR DIE INTRALOGISTIK AUTOMATISIERUNG

DIGITALE LÖSUNGEN: SCHNELL, EINFACH UND TRANSPARENT ORGANISIEREN

Energy Solutions

Safety Solutions

Automation

Digital Solutions

Skalierbare und kosteneffiziente Automatisierung gehört zu den Kernelementen eines optimalen Materialflusses. Automatisierte Abläufe gewährleisten durchgängige effiziente Prozesse. Sie verbessern die Durchlaufzeiten des Warenumschlags und helfen, Schäden bei Personal, Waren und Infrastruktur zu minimieren. Mit automatisierten Fahrzeugen, modernster Technologie und umfassender Materialflussberatung unterstützen wir Sie, Ihr wirtschaftliches Potenzial voll auszuschöpfen. Von der Anlieferung bis zum Warenausgang analysieren wir auf Basis unseres ganzheitlichen Intralogistik-Verständnisses einzelne Prozessabschnitte oder komplette Materialflüsse. Ob Bestandssystem oder Neuprojekt: Die Aufgabe von Automatisierung ist es immer, Ihren Effizienzgewinn zu maximieren. Unser Angebot beschränkt sich dabei nicht allein auf unsere automatisierten Fahrzeuge. Zusammen mit unseren Partnerunternehmen stellen wir alles zur Verfügung, was für die Automatisierung Ihrer Prozesse nötig ist.

Gerüstet für die Zukunft: Konnektivität trifft Dieselstapler Daten sind die Währung der Zukunft, vor allem im Materialfluss moderner Unternehmen. Daher lassen sich bei den Dieselstaplern und Gasstaplern H20 - H35 alle Leistungsdaten mittels Software analysieren. Dank serienmässiger Datenübertragungseinheit ist der Gabelstapler einfach in Flottenmanagementsysteme wie Linde connect integrierbar.

Verbrennungsmotor Hohe Fahrzeugverfügbarkeit, starke Motorleistung, grosse Modellpalette, Wahl zwischen Diesel, Erdoder Treibgas. Bewährtes Energiesystem, grosse Auswahl an Fahrzeugen und einfacher Batteriewechsel. Bewährtes Energiesystem, grosse Auswahl an Fahrzeugen und einfacher Batteriewechsel. Lithium-Ionen-Batterien Kurzes und schnelles Zwischenladen, hohe Energieeffizienz, kein Performanceverlust, hohe Fahrzeugverfügbarkeit und wartungsfrei. Brennstoffzellen & Wasserstoff Schnelles Betanken, geringe Betriebskosten, sicheres und sauberes Handling, lange Lebensdauer und platzsparend.

Optimaler Schutz für Fahrer, Ware und Betrieb Wenn es glimpflich abgeht, wird bei einem Unfall nur Material beschädigt. Schlimmstenfalls sind Leib und Leben von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betroffen. Immer aber entstehen Kosten – teilweise in enormer Höhe. Betriebssicherheit und Arbeitsschutz sind deshalb wichtige Themen für das Management des innerbetrieblichen Materialflusses. Unter dem Leitmotiv „Zero Accident“ verfolgt Linde Material Handling eine umfassende Sicherheitsphilosophie. Das Ziel: Eine Logistik, bei der Unfälle zu 100 Prozent vermieden werden. Auf dieser Grundlage entwickelt Linde technische Innovationen bei Flurförderzeugen ebenso wie intelligente Assistenzsysteme, umfassende Schulungsprogramme und Beratungsleistungen. So entstehen ganzheitliche Lösungen, die Anwendern helfen, die vielfältigen Herausforderungen an eine moderne und sichere Intralogistik zu meistern.

Wasserstoff-Premiere in der Schweiz In diesem Sommer wurde das erste FuelCell-Wasserstoff-Fahrzeug in der Schweiz präsentiert. Mit dem Auftaktevent im Verkehrshaus Luzern, ging es im Anschluss mit einer Roadshow durch die Schweiz.

Mehr zum Thema Energielösungen

Mehr zum Thema Sicherheitslösungen

So wird der Fahrzeugeinsatz effizienter, die Wartungsplanung präziser und die Kostenkalkulation zuverlässiger. Stapler-Aufträge kontaktlos zuweisen oder den Service einfach und transparent organisieren. Mit dem vielen verschiedenen digitalen Lösungen von Linde Material Handling helfen wir Ihnen einfach und schnell bei den täglichen Aufgaben.

Das nächste Level: Automatisierung Automatisierung kann ein wichtiger Baustein in der umfassenden Optimierung der innerbetrieblichen Materialflüsse sein. Der Einsatz automatisierter Fahrzeuge bietet sich vor allem dort an, wo simple Transport- und Lageraufgaben permanent wiederholt werden müssen.

Mehr zum Thema Automatisierung

Mehr zum Thema Digitale Lösungen

FOLLOW US: #lindemhswiss

LinkedIN

Facebook

Instagram

Simon M. Kalbermatten, CEO Linde Material Handling Schweiz AG Was ist beim Thema Energie für LINDE MH wichtig?

Wie stehen Sie zum Thema Sicherheit?

Warum ist Automation gerade in der Schweiz ein Trend-Thema?

Wie digital ist Linde MH?

Simon M. Kalbermatten: Energie hat für uns zwei Dimensionen: Reduktion der Umweltbelastung & Erhöhung der Effizienz, das kann auch Hand in Hand gehen.

SMK: Sicherheit hat bei uns Prio. 1. Unsere Sicherheitsabstandswesten konnten in diesem Jahr, neben der Verhinderung von Personenschäden, auch die Abstandseinhaltung am Arbeitsplatz garantieren

SMK: Als Hochlohnland mit Fachkräftemangel kam im Corona-Jahr noch quarantänebedingte Ausfälle dazu, diese Probleme löst man mit autonom fahrenden Fahrzeugen

SMK: Unsere neuste Staplergeneration, kann remote gewartet werden, Funktionen werden per Apps aufgeschaltet & es existiert ein „digital twin“ in der Cloud. Das bietet nur Linde Material Handling.

Alte Dübendorferstrasse 20, 8305 Dietlikon

Dünnernstrasse 37, 4702 Oensingen

Rue des Petits-Champs 15, 1400 Yverdon-les-Bains

Tel. +41 44 835 23 00

Tel. +41 62 398 40 80

Tél. +41 24 426 03 20

Linde Material Handling Schweiz AG

LMH_CH_Inserat_Tagesanzeiger_2020_296x440.indd 1

www.linde-mh.ch 07.12.2020 11:37:20


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

012

LEAN-MANAGEMENT

WWW.FOKUS.SWISS

Schlank um fast jeden Preis Lean-Process-Konzepte handeln von der Optimierung der Produktionsfaktoren und Produktqualität, aber auch von der Flexibilisierung des Produktionsapparates.

TEXT MOHAN MANI

W

er in den 1980er und 1990er Jahren Betriebswirtschaft studierte, der kam mit Begriffen wie Kanban oder Just-in-TimeFertigung in Kontakt. Kanban ist eine bedarfsgesteuerte Lagerhaltung/-planung und hat das Ziel, die Lagerbestände gegen Null gehen zu lassen. Just-in-Time-Fertigung bedeutet, dass man nur Produkte oder Dienstleistungen bearbeitet, welche der Kunde braucht oder bestellt hat und diese zum richtigen Termin abliefert. Beide Philosophien sind heute wichtiger denn je, weil sie die Durchlaufzeiten reduzieren, gebundene Kosten senken und den Kundennutzen ins Zentrum stellen. Sie sind mit anderen Philosophien zusammen wichtige Grundlagen des heutigen Lean-Managements. Dabei steht die Qualität immer an erster Stelle, was eine hohe Standardisierung der Prozesse voraussetzt. Der Fokus auf Qualität treibt die ständige Verbesserung in den Prozessen an und hinterfragt bestehende Organisationen, welche dadurch ebenfalls optimiert werden. Die Flexibilität wird durch die verkürzte Durchlaufzeit und kleinere Produktions-Losgrössen erreicht. Als

Resultat locken eine hohe Qualität, Termintreue und maximale Flexibilität. Beachtliche Produktivitätssteigerung In einem Carrosserie- und Lackierunternehmen konnte durch eine detaillierte Prozessanalyse und den Bau geeigneter Lackiergestelle die Durchlaufzeit um 20 Prozent gesenkt werden. Durch verschiedene Verbesserungsmassnahmen beim Produktionsprozess und bei den Arbeitsplätzten liess sich die Produktivität um über zehn Prozent steigern. Durch den Bau der Vorrichtungen müssen die zu lackierenden Teile nur noch einmal angefasst werden, was zu erheblichen Zeiteinsparungen, mehr Ordnung und Übersicht am Arbeitsplatz geführt hat. Und da die Mitarbeitenden bei allen Verbesserungsmassnahmen mitinvolviert waren, haben sie die Massnahmen hochmotiviert und in kürzester Zeit umgesetzt. Business Process Reengineering Beim Business Process Reengineering werden die Prozesse laufend gemessen und verbessert und verändert,

wenn eine Firmen ihr eigenes Lean-ManagementSystem aufbaut. «Dabei ist es wichtig, das Lean-Management in der Philosophie und Kultur eines Unternehmens zu verankern. Firmen welche konsequent und nachhaltig umsetzen, halten ihre Prozesse immer auf dem neusten Stand, was natürlich auch den Kundennutzen laufend erhöht», sagt etwa Markus Bischof, CEO der Unternehmungsberatungsfirma swissLean. Qualitätskontrollen, Nachbearbeitung defekter Produkte, Vermeidung von Ausschuss – fast bei jedem Unternehmen gibt es Möglichkeiten, den Produktionsprozess inskünftig noch zu verbessern. Dazu müssen Firmen zusammen mit ihren Mitarbeitenden und einem externen Partner ihr eigenes, ständiges Verbesserungssystem aufbauen. Die tägliche Fokussierung auf Verschwendungsreduktion, Prozessoptimierung und Arbeitsplatzentwicklung ist dabei unerlässlich. Dies lässt sich mit Lean-Teams und regelmässigen Lean-Aktivitäten nachhaltig umsetzen. Ständige Verbesserung werden so über kurz oder lang zum täglichen Werkzeug, um die Firma am Markt neu

zu positionieren und der Kundschaft einen maximalen Nutzen zu bieten. Lean-Manufacturing lernen Unternehmen, welche sich mit Lean-Management entwickeln möchten, müssen genau wissen, was sie wollen. Die Definition einer Lean-Vision, eines Nordsterns und die daraus resultierende Lean-Strategie mit klar definierten Jahreszielen sind unerlässlich, um eine qualitativ hochstehende und nachhaltige Umsetzung zu erreichen und auch zu erhalten. Und welche Trends sieht der Unternehmensberater Markus Bischof für die Zukunft? – «Ich bin der Meinung, dass Unternehmen ohne hohe Flexibilität die Kundenanforderungen langfristig nicht mehr erfüllen können. Lean-Management ist das effektivste, ganzheitlichste Management-System, um diesen Bedürfnissen langfristig und nachhaltig gerecht zu werden. Jedes Unternehmen sollte ein hochwirksames, ständiges Verbesserungs-System, ein sogenanntes Lean-Management-System aufbauen und dieses in der Unternehmenskultur verankern».

BRANDREPORT INSPIRE ACADEMY

Mit Praktikerwissen kommt man heute nicht mehr weiter! Für Experten ist es schon längst glasklar: Mit Praktikerwissen alleine kommt man heutzutage in der Produktionstechnik nicht mehr weiter. Mit der Ausbildung zum Lean Six Sigma Green Belt und Black Belt ist man jedoch bestens für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gerüstet. Ein Gespräch mit Martin Stöckli, COO der inspire AG, und Bruno Rüttimann, Senior Consultant. und Lean Manufacturing. Man verwendet den Begriff Lean Six Sigma oft dann, wenn man von sogenannter Operational Excellence spricht.

Dr. Martin Stöckli

Dr. Bruno Rüttimann

COO, inspire AG

Senior Consultant, inspire AG

Herr Martin Stöckli, Herr Bruno Rüttimann – Sie bieten an der inspire Academy Lean Six Sigma (LSS) Trainings an. Wo setzen Sie Ihre Schwerpunkte? Martin Stöckli (MS): Obwohl die LSS Levels «Green Belt» und «Black Belt» einigermassen definiert sind − und damit die Inhalte der Trainings − kann man schon Schwerpunkte setzen: Unsere sind «sinnvolle Kombination von Theorie und Praxis» sowie «rasche Umsetzbarkeit von nachhaltigen und rentablen Prozessverbesserungen». Bruno Rüttimann (BR): Bei Lean Six Sigma geht es um zwei vereinte Ansätze: Six Sigma Qualitätsmanagement

Wenn LSS/OPEX von Firmen konsequent angewendet wird, ergeben sich dadurch eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit dank sicheren und durchlaufoptimierten Prozessen. Uns ist es wichtig, neben gängigem Methodenwissen auch die theoretischen Aspekte der Prozess-Performance zu verbreiten − für eine konkurrenzfähige Schweizer Wirtschaft dank solidem Wissen. Warum ist eine Weiterbildung auf dem Gebiet der Produktion so essenziell? MS: Praktikerwissen genügte in der Vergangenheit zur Verbesserung der Produktion. Heute reicht das längst nicht mehr – geschweige denn morgen, wenn die Digitalisierung Einzug halten soll. Es braucht Lean Six Sigma und Produktionstheorie-Wissen, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und um signifikante Produktionsverbesserungen zu realisieren. Simulation wird zwar oftmals eingesetzt, um Prozesse

zu verbessern – viel wichtiger ist aber das Verständnis der Prozessdynamik. BR: Es ist zu beobachten, dass Produktionsleitende in der Industrie oft über «veraltetes» respektive «angejahrtes» Wissen verfügen. Sie brauchen eine Auffrischung im Bereich der Produktionstheorie, denn heute produziert man anders als früher. Neben einer gemeinsamen und korrekten Sprache mit den entsprechenden Fachbegriffen ist das gleiche Verständnis, was eine moderne Produktion leisten soll von zentraler Bedeutung. LSS ist auch eine klare Voraussetzung für eine sinnvolle Digitalisierung. Selbstverständlich hört LSS nicht bei der Ausgangstür der Produktion auf. Heutzutage liegen die Verbesserungspotentiale oft in transaktionalen Prozessen. An wen richtet sich die Ausbildung genau? MS: Die Ausbildung richtet sich an Produktionsexpertinnen und -experten aus der Industrie sowie Prozessverantwortliche aus Dienstleistungsunternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung ist man in der Lage,

Verbesserungsprojekte und grössere OPEX-Programme anzustossen und durchzuführen sowie Lean und Six Sigma in Unternehmen einzuführen. Wie lautet das Feedback von Leuten, welche die Ausbildung absolvieren oder bereits absolviert haben? MS: Die Kurse kommen in der Tat sehr gut an. Das Feedback bewegt sich zwischen «gut» und «ausgezeichnet». BR: Ich würde sogar sagen, dass die Teilnehmenden begeistert sind – schliesslich ist es für viele eine grosse Wissens- und Horizonterweiterung! Man lernt etwas Neues und sieht danach die Welt der Industrie und Produktion mit völlig anderen Augen. inspire.ethz.ch

INTERVIEW LARS MEIER

academy


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

TRIAG INTERNATIONAL AG BRANDREPORT

013

Spannendes Einspannen Beat Baumgartner, CEO der Triag International AG, erklärt, wie das richtige Spannsystem in der Produktion diese deutlich schlanker gestalten kann. Herr Beat Baumgartner, was verstehen Sie unter Lean Manufacturing? Ich sehe hier drei Hauptpunkte: Lagerreduktion, Kundenbedürfnisse und Schnelligkeit. Die Kunst heutzutage ist, das Lager zu reduzieren und trotzdem schnell auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Für uns heisst Lean Manufacturing, vom Zeitpunkt der Bestellung bis zu jenem der Lieferung die Dauer möglichst kurz zu halten. Wie ermöglichen die Spannsystemlösungen der Triag International AG eine schlankere Produktion? Früher hat man einen Auftrag nach dem anderen auf einer oder mehreren Maschinen abgearbeitet. Wir produzieren heute chaotisch. Das heisst, wir führen mit unseren Spannsystemen mehrere Aufträge auf einer Maschine durch. Dieses Vorgehen erlaubt, dass wir auch kurzfristig ein Fenster für dringende Aufträge einbauen können. Das ist die Stärke unserer Systeme: Sie sind anpassbar auf die Situation, was auch bedeutet, dass man die Produktion schlanker gestalten kann. Welche Herausforderungen der Industrie 4.0 können Ihre Spannsysteme meistern? Die erwähnte Flexibilität und Schnelligkeit sind natürlich wichtig für die Industrie 4.0. Darüber hinaus geht es aber auch um die Digitalisierung. In diesem Sinne stellen wir den Kunden die 3D-Daten der Spannsysteme zur Verfügung. So können wir und die Kundschaft virtuell die Prozesse überprüfen. Mit einer virtuellen Simulation kann man die Risiken eindämmen, indem man sicherstellt, dass keine Kollision in der Maschine stattfinden wird. Einerseits ist diese Sicherheit wichtig für das Personal. Andererseits trägt man auch Sorge, dass die teuren Maschinen nicht beschädigt werden oder die Produktion stillsteht.

Was sehen Sie als die Hauptvorteile der Spannsystemlösungen? Nicht nur die Spannsysteme sind sehr zuverlässig, sondern das gesamte Produkt, inklusive der Maschine, der Simulierung und der Software. Bei einer chaotischen, unbemannten und dennoch termingerechten Produktion kommt der Zuverlässigkeit solcher Anlagen eine bedeutende Wichtigkeit zu. Zudem sind unsere Spannsysteme 3D-modular. Mengen und Werkstücke können jederzeit angepasst und der Maschinenraum ausgenutzt werden. Egal, ob kleine oder grosse Teile, Mehrfach- oder Einzelspannung: Man kann sich einfach und schnell an die Anforderungen anpassen. Diese 3D-Modularität und die Zuverlässigkeit machen dann auch schnelle und flexible Reaktionen möglich. Für welche Branchen sind die Spannsysteme besonders geeignet? Grundsätzlich kann man diese Systeme überall dort sehr gut einsetzen, wo eine konventionelle oder CNC-Fräsmaschine steht. Ebenso kann man sie bei 3-Achs- bis 5-Achs-Fräsmaschinen benutzen. Unsere Spannsysteme sind bereits weltweit bei namhaften Kunden und Zulieferanten im Einsatz. Von der Medizinaltechnik über den Flugzeug-, Zug-, Maschinen und Werkzeugbau bis zur Hydraulik ist eine breite Palette an Branchen vertreten. Welche Vorteile geniesst die Kundschaft? Unsere Spannsysteme sind sicherlich die flexibelsten, die es auf dem Weltmarkt gibt. Durch die Modularität sind sie einem Legobaukasten nicht unähnlich. Deswegen erlauben sie eine einfache, dreidimensionale Anpassung. Ausserdem machen wir viele Turnkeys. Der Kunde kann uns einfach die Teile schicken und wir erstellen die Spannvorrichtung. Das ist natürlich angenehm für

den Kunden, da er einfach das Problem an uns schickt und wir es lösen. Wie würden Sie die Erfolgsgeschichte der Triag International AG beschreiben? Ich sehe unsere Erfolgsgeschichte ähnlich wie das Erfolgsrezept der Schweiz: Das duale Ausbildungssystem sowie Teamwork sind wichtig. Zweitens muss der Werkplatz Schweiz erhalten bleiben. Der nächsten Generation muss die Industrie erhalten bleiben. Deswegen war es für uns immer elementar, dass wir Junge Leute ausbilden. Wir bieten auch verschiedene Berufsgattungen an: Konstrukteure, Polymechaniker, Logistiker und KV unter anderem. Wir wollen unseren Teil leisten, die Attraktivität und das Know-how unseres Unternehmens und der Schweizer Industrie zu erhalten und weiterzuentwickeln. Weitere Grundprinzipien, die uns erfolgreich gemacht haben, sind Innovation, Schnelligkeit und Präzision auf der Produktseite. Zudem muss man gegenüber Kunden immer ehrlich sein. Dinge versprechen, die man nicht einhalten kann, führt zu nichts. Welche Ziele möchte die Triag International AG in Zukunft noch erreichen? Wir erachten den digitalen Bereich als sehr wichtig. Wir möchten auch noch Kundenbeziehungen stärker digitalisieren. Beispielsweise den ganze Bestellungs- und Lieferungsprozess möchten wir stärker automatisieren: automatische Überprüfungen des Lagers und Ausgabe von Lieferterminen durch die Produktion. Natürlich ist die Digitalisierung mit Unsicherheiten behaftet. Die digitale Sicherheit vor Angriffen von aussen kann schon einmal Sorgen bereiten, aber darauf haben wir ein wachsames Auge und gehen behutsam vor.

Die Triag International AG fertigt modulare und flexible Spannsysteme in der Schweiz. Diese Systeme erlauben eine unbeaufsichtigte Fertigung bei minimalem Spannplatz. So werden Aufwand und Kosten für Spannelemente minimiert und die Produktivität erhöht. Weitere Informationen: triag-int.ch

TEXT SMA

SPÜHL GMBH BRANDREPORT

«Lean Management und Prozessbeherrschung waren noch nie so wichtig wie heute» Thomas Boltshauser, Geschäftsführer Spühl GmbH, und Urs Hirt, Co-Geschäftsführer Staufen.Inova AG, erklären im Interview die Potenziale des konsequent umgesetzten Lean Managements Spühl ist BestPractice-Partner von Staufen.Inova im Bereich Shopfloor Management – wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen? Hirt: Es gibt mehrere Ebenen der Zusammenarbeit. Auf der einen Seite besuchen wir Spühl mit Kunden und können deren Lösung als eine mögliche Umsetzung live sehen. Damit starten wir den eigentlichen Umdenkprozess bei unseren Kunden und können den tieferen Grund für Shopfloor Management, Prozessbeherrschung und Mitarbeiterentwicklung zeigen. Ausserdem dürfen wir Seminare vor Ort machen und die Theorie direkt an den Boards zeigen. Und als Letztes sind wir permanent im Austausch mit den Lean-Experten von Spühl und befruchten uns gegenseitig. Das hilft beiden, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Shopfloor Management wird oft auch als «Revolution in der Produktion» bezeichnet – weshalb? Hirt: Es war nie wichtiger als heute die Prozesse über das gesamte Supply-Chain-Netzwerk optimal zu beherrschen und die Prozesssicherheit kontinuierlich zu steigern. Das sichert die Liefertermintreue, steigert die Qualität der Produkte und senkt die Kosten nachhaltig. Ausserdem ist Prozessbeherrschung die Grundlage für agiles Arbeiten. Insofern ist Prozesssteuerung via Shopfloor Management eine ganz wichtige Komponente für jede Firma. Sie versprechen eine Einsparung der Produktionszeit von bis zu 50 Prozent – welche Faktoren sind massgebend, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen? Boltshauser: Wir sprechen von einer Reduzierung der sogenannten Durchlaufzeit, das heisst der Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung, in unserem Fall einer Maschine. Und dies, ohne parallel dazu andere wichtige Kennzahlen, wie zum Beispiel die Lagerhaltung, zu erhöhen. Konsequentes Shopfloor Management bringt den Mitarbeitenden die notwendige Transparenz, um an den

richtigen Hebeln zeitnah zu drehen. Entscheidend ist für uns, dass Material und Software zur richtigen Zeit und in der benötigten Qualität am richtigen Ort sind. Was banal klingt, ist in der Praxis oft eine Herausforderung. Wenn man beispielsweise die gleiche Menge Holz in kürzerer Zeit sägen möchte, benötigt man motivierte Mitarbeitende, die gekonnt ihre Sägen schärfen und nicht nur auf gut Glück versuchen, schneller zu sägen. Stichwort «Digitalisierung»: Welche Rolle spielt sie in den Prozessen des Shopfloor Managements? Hirt: Die Digitalisierung eröffnet ganz neue Möglichkeiten wie ein länder- oder abteilungsübergreifendes Shopfloor Management. Die besten Tools haben die ShopfloorManagement-Logik integriert und erlauben eine uneingeschränkte Kollaboration zwischen Teams und sogar Kunden beziehungsweise Lieferanten. Ausserdem lassen sich mit digitalen Tools Daten aus den ICT-Systemen herausziehen, anpassen und wieder zurückspielen. Wir haben dafür ein eigenes digitales Shopfloor Management,

den Valuestreamer, entwickelt. Das steigert die Effizienz und erlaubt Transparenz in Echtzeit, was in der klassischen Variante nicht möglich ist. Will ein Unternehmen das volle Potenzial ausschöpfen, ist die Unternehmenskultur ein wichtiger Faktor. Welchen Einfluss hat dafür das Shopfloor Management? Boltshauser: Eine wichtige Voraussetzung ist eine offene Fehler- und Feedback-Kultur. Das heisst konkret, dass Fehler als Chance zur Verbesserung gesehen werden. Dabei nimmt die Problemlösungskompetenz der Mitarbeitenden stetig zu. Führungskräfte tragen erheblich dazu bei, im Positiven, wie im Negativen. Ich empfehle, diesem «weichen» Faktoren mindestens gleich viel Beachtung zu schenken. Und wie profitiert der Endkunde letztendlich davon? Boltshauser: Der Kunde soll nur für wertschöpfende Leistung bezahlen, nicht für Verschwendung. Konkret kann ich heute dem Kunden bereits bei der Bestellung auf den Tag genau mitteilen, wann seine Maschine fertig ist. Ich

kann mich darauf verlassen, dass unsere Mitarbeitenden darauf fokussiert sind, Verschwendung in den Prozessen zu reduzieren, ohne dabei zu hetzen und die Qualität zu vernachlässigen. Dies schlägt sich in tieferen Herstellkosten nieder, die wir den Kunden weitergeben können. Zum Schluss ein Blick in die Zukunft betreffend Lean Management generell. Welche Potenziale können noch ausgeschöpft werden, um Prozesse weiter zu verschlanken? Hirt: Die Philosophie von Lean Management besteht einerseits darin, vorhandenes Wissen nutzbar zu machen, Prozesse zu beherrschen und Mitarbeitende kontinuierlich in ihrem Prozessverständnis weiterzuentwickeln. Auf der anderen Seite stellt es klar den Kundennutzen ins Zentrum. Das führt automatisch zu Werten wie Liefertermintreue und Anforderungen an die Produktqualität. Lean Management strebt nach kleinen Losen bis hin zu Losgrösse 1, unter der Bedingung, dass die Herstellkosten in der wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung möglichst tief sind und die Qualität den hohen Anforderungen genügt. Wenn wir uns nun die komplexen Supply-Chain-Netzwerke vor Augen führen, in denen viele Firmen heute immer agiler agieren müssen, werden die Lean-Prinzipien immer wichtiger. Und wer die Einflussfaktoren auf seine Prozesse kennt, kann Daten nutzbar machen und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Das alles spricht für unsere KMU-Landschaft, unser starkes Bildungswesen und den Unternehmergeist in unserem Land. Lean Management und Prozessbeherrschung waren noch nie so wichtig wie heute! Weitere Informationen: www.spuhl.com, www.staufen-inova.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

014

BRANDREPORT EMCH AUFZÜGE AG

Gepflegte Handwerkstradition im Prozess der Digitalisierung Das Schweizer Lift-Unternehmen Emch Aufzüge AG strebt danach, den höchsten Qualitätsansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Das Rezept zum Erfolg lautet, althergebrachte Werte mit stetiger Innovation zu vereinen.

D

er Schweizer Traditionsbetrieb Emch Aufzüge AG wird heutzutage in der vierten Generation von den Brüdern Bernhard und Hansjürg Emch geführt und ist international tätig. Von der Planung über die Konstruktion bis zur Installation können die Lift-Experten alle Aufgaben übernehmen und haben sich auf Liftanlagen mit besonderen Anforderungen spezialisiert. Dabei wird jede einzelne Komponente von A bis Z in der eigenen Manufaktur am Firmensitz in Bern gefertigt. Als Liftarchitekten aus Leidenschaft gilt für Emch: Kein Lift ist unmöglich! Jede Anlage, ob neu oder saniert, betrachten sie als Gemeinschaftswerk – aus den Bedürfnissen der Kunden, den Visionen der Architekten und der Kompetenz der Liftbauer von Emch. Das Besondere ist ganz normal Für Emch bedeutet Individualität Stärke und Innovation ist deren Motivation. Das betrifft nicht nur die Technik, sondern auch das Design und die Dienstleistungen – für alle Arten von Aufzügen. Die Qualität von Aufzügen zeigt sich häufig erst nach langem Betrieb, im Laufe der Zeit. Deswegen versteht sich Emch als Liftarchitekt. Oft sind die Techniker und Berater von Anfang an dabei und beispielsweise bereits während der Planungs- und Entwurfsphase eines Neubaus involviert. Zudem reicht die persönliche Begleitung weit über die Inbetriebnahme einer Anlage hinaus: Persönliche Servicekonzepte, ein 24-Stunden-Notrufdienst und ein kompetentes Serviceteam, das schweizweit rasch vor Ort ist, garantieren langfristigen Werterhalt und Sicherheit. Beratung, Konstruktion und Fertigung – alles Swiss made Von der Entwicklung über die Konzeption und Produktion bis zur Montage der Anlage: Die hochwertigen Produktlinien fertigt Emch vollständig selbst an. Mit der eigenen Manufaktur am Firmensitz in Bern bekennen sie

sich zum Fabrikationsstandort Schweiz. So bleibt Emch schnell und flexibel und kann die hohen Qualitätsstandards direkt überprüfen. Es ist auch diese Nähe, die einen ganz besonderen Bezug zum Produkt schafft. Ausserdem lässt sich so die Devise «Nichts ist unmöglich» verwirklichen. Egal, mit welcher Idee die Kunden auf Emch zukommen – sie finden das passende Aufzugssystem. Seit 140 Jahren entwickelt, baut und saniert Emch hochwertige, individuelle Liftanlagen für anspruchsvolle Kunden wie Architekten, Investierende, Bauherrschaften, Hausbesitzende oder öffentliche Institutionen. Trotz und wegen Tradition in der Industrie 4.0 angekommen In der Produktion sind Konstrukteure und Ingenieure mit den Maschinen über verschiedene Prozesse durch Informations- und Kommunikationstechnologie intelligent miteinander vernetzt. Die Lifte werden komplett in 3D aufmodelliert und integrierte Tools unterstützen die Ingenieure des Weiteren bei der Auslegung und Berechnung der Statik. «Mit diesen Tools lassen sich Schwachstellen in einer Konstruktion finden, berechnen und visualisieren», erklärt Bernhard Emch. Die FEM-Analyse und die damit angepassten Konstruktionslösungen sind wichtige Grundlage für eine rasche Produktinnovation und garantieren damit die gewünschte Produktqualität. Digitalisierung im Dienste der Kundschaft Die Kunden von Emch profitieren von einer vollständigen Netzwerkintegration der Aufzüge über einen LTE-Router in das Emch-Servicenetz. Hansjürg Emch ist begeistert davon, denn «dadurch können technische Probleme schneller behoben werden – im Idealfall bevor sie eintreten». Die Aufzüge werden permanent und in Echtzeit überwacht. Dieser elektronische Aufzugswärter erhöht die Sicherheit, die Effizienz der Serviceplanung und die Servicequalität. Bernhard Emch fügt

an: «Eine rechtzeitige Intervention erhöht auch die Lebensdauer von Komponenten.» Das offene System lässt sich über eine CAN-Schnittstelle beliebig erweitern. So sind individuelle Kostenabrechnungen oder eine Analyse des Benutzerverhaltens problemlos möglich. Das Personal in der digitalen Transformation Entscheidend bei der Digitalisierung ist die Führungsqualität, womit im Bereich der IT zunächst eine intellektuelle Führung gemeint ist. So ist die Investition in geeignetes Personal und Know-how einer der wichtigsten Bereiche. Dies gilt nicht nur für den Zentralbereich IT, sondern überall dort, wo Datenmanagement stattfindet, so auch in der Wertschöpfungskette und in der Verwaltung des Unternehmens. Deswegen steht Hansjürg Emch auch für die Bildung ein: «Die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden erachtet Emch als von zentraler Bedeutung.» Denn Wissen überholt sich immer schneller durch technische Innovationen, neue Produkte, und der Weiterentwicklung von Prozessabläufen. Um in allen Facetten auf dem aktuellsten Stand der Technik zu bleiben, hat das Lift-Unternehmen die firmeninterne Akademie ins Leben gerufen. Auf diese Weise wurde das bestgeeignete und systematische Ausbildungsgefäss für EmchMitarbeitende geschaffen. «Kontinuierliches Lernen ist uns wichtig: Mitarbeitende mit einer soliden Grundausbildung wird in diesem Rahmen die Möglichkeit geboten, sich entlang eines Laufbahnmodells zu Spezialisten und Experten weiterzubilden», erläutern Bernhard und Hansjürg Emch.

Bernhard (links) und Hansjürg Emch (rechts) Hansjürg Emch, Verwaltungsratspräsident EMCH Aufzüge AG. Hansjürg Emch ist seit 2002 im Verwaltungsrat der EMCH Aufzüge AG. Von 2011 bis 2019 war er in der Geschäftsleitung der Sonova Group tätig und war verantwortlich für das kalifornische Tochterunternehmen Advanced Bionics. Davor arbeitete er 14 Jahre beim schweizerischamerikanischen Medtech-Konzern Synthes, zuletzt als weltweiter Präsident der Wirbelsäulensparte Synthes Spine. Hansjürg Emch ist Betriebsingenieur ETH und absolvierte das Program for Management Development der Harvard Business School. Bernhard Emch, CEO EMCH Aufzüge AG. Bernhard Emch ist Maschineningenieur ETH und absolvierte das Owner/President Management Program der Harvard Business School. 2002 trat er in vierter Generation ins Familienunternehmen ein und übernahm 2005 die operative Führung der EMCH Aufzüge AG. Als CEO etablierte er die Firma von einer lokalen Aufzugsmanufaktur zu einem auch international tätigen Premiumanbieter von Aufzugsanlagen. Neben seiner Aufgabe als CEO engagiert sich Bernhard Emch stark für den Wirtschaftsstandort Region Bern. EMCH wurde 1880 gegründet und ist heute das grösste unabhängige in der Schweiz produzierende Liftunternehmen. Über 230 Mitarbeitende konzipieren und bauen hochstehende Liftanlagen für anspruchsvolle Projekte – individuell und Swiss made. EMCH ist international tätig, sowohl bei Neubauprojekten als auch bei Umbauten von bestehenden Anlagen. Stetige Innovation und Entwicklung gehören zum Alltag der Liftbauer – den traditionellen Werten bleiben sie dabei trotzdem treu. Weiterführende Informationen: emch.com

Aufzug in einer Privatvilla in Montreux vom Architekten Frank Flückiger aus Bern.


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

UMB BRANDREPORT

015

Covid-19 ist immer noch ein Gesundheitsrisiko für die IT-Infrastruktur Covid-19 gefährdet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die IT-Infrastruktur. Das ist nicht nur eine Behauptung von IT-Sicherheitsexperten, die das grosse Geschäft wittern, sondern eine Tatsache, die durch Zahlen belegt wird. Auch Interpol hat diesbezüglich eine globale Warnung veröffentlicht.

G

emäss der internationalen Polizeiorganisation haben Kriminelle tausende von neuen Websites kreiert, um im Zusammenhang mit der globalen Pandemie Spam-Kampagnen und Phishing-Attacken auszuführen oder Malware zu verbreiten. Es gebe eine beträchtliche Anzahl von registrierten Domains im Internet, die die Begriffe «Coronavirus», «Corona-Virus», «Covid19» und «Covid-19» enthalten. Die Angreifer hoffen, dass die Cyber-Abwehrmassnahmen vieler Unternehmen wegen der Krise geschwächt sind. Die Websites werden als Basis für die Verbreitung von Spyware und Trojanern benutzt – gemäss Interpol wurde solche Malware auch auf interaktiven Coronavirus-Karten gefunden.

zugenommen. Als Beispiel nennt X-Force eine Phishing-E-Mail, die es auf Kleinunternehmer abgesehen hat, die sich um einen Notkredit bewerben wollen. Die Folgen solcher Angriffe können brutal sein. Die Tendenz zu überhasteten Entscheidungen in Krisenzeiten beschleunige die Möglichkeit für Kriminelle, Daten zu stehlen und Geschäftsabläufe zu kompromittieren, sagen die X-Force-Sicherheitsexperten. So kann zum Beispiel ein Denial-of-Service-Angriff (DDoS-Angriff ) in einer bereits überlasteten Infrastruktur weitaus schädlicher sein als ein Angriff, der gestartet wird, wenn zusätzliche Kapazitäten leicht verfügbar sind.

Spitäler sind besonders gefährdet Laut Interpol ist auch die Ransomware-Problematik wieder top-aktuell. Besonders gefährdet sind Krankenhäuser, medizinische Zentren und andere öffentliche Einrichtungen. Da sie von der gegenwärtigen Situation besonders gefordert werden und es sich nicht leisten können, aus ihren Systemen ausgesperrt zu werden, gehen die Angreifer davon aus, dass sie leichter zu ihrem Lösegeld kommen werden. Die Ransomware kommt auf die bekannte Art in die IT-Systeme: durch E-Mails mit infizierten Links oder Anhängen, durch kompromittierte Mitarbeiterdaten oder durch das Ausnutzen einer Schwachstelle im System.

IBM X-Force, eines der bekanntesten IT-Security-Forschungsteams überhaupt, beobachtete einen signifikanten Anstieg der Bedrohungslage. Die X-Force Teammitglieder überwachen und analysieren die IT-Sicherheitslage kontinuierlich und liefern mit den Resultaten die Grundlage für das IBM Sicherheitsportfolio. Ihre Erkenntnisse unterstreichen die Analyse von Interpol – IBM spricht im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Situation in einem aktuellen Report gar von einem Cyber War.

Das aktuelle globale IT-Sicherheitsproblem betrifft natürlich auch Schweizer Unternehmen. Das Nationale Zentrum für Cybersicherheit des Bundes hält fest, dass Kriminelle versuchen, gezielt Ängste und Sorgen der Bevölkerung für ihre Machenschaften auszunützen. Gewarnt wird vor Phishing E-Mails, die angeblich von der World Health Organisation (WHO) oder dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) stammen und auch vor Anrufen im Namen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), um an persönliche Informationen zu gelangen. Es gebe ausserdem vermeintliche Wohltätigkeitsorganisationen, die zu Spenden aufriefen, um einen Impfstoff für Covid-19 zu entwickeln und Onlineshops, die medizinische Produkte wie Schutzmasken anböten, die dann nicht geliefert werden. Reihenweise Herausforderungen Die Covid-19-Pandemie kam sehr schnell und sehr überraschend. Den geschäftlichen Herausforderungen waren (und sind) viele Beteiligte nicht gewachsen. Das ist kein Wunder: Die Situation brachte gleich reihenweise neue Herausforderungen und verlangte nach schnellen Problemlösungen. Was die IT-Sicherheitslage betrifft, kann UMB unterstützen und mit seinen Kunden sicherstellen, dass sie und ihre IT auch aussergewöhnlichen Situationen gewachsen sind. Das UMB Security Team kann das Risiko quantifizieren und den Sicherheitsgrad der Assets nach Kritikalität und Komplexität einordnen.

Eine Covid-19-Spam-Explosion Die X-Force-Spezialisten beobachteten einen mindestens 60-fachen Anstieg von Spam mit Coronavirus-Themen sowie den Verkauf von Malware im Dark Web bezogen auf die Coronakrise – sogar virusbezogene Rabattcodes würden angeboten. Die Forscher stellen fest, dass Domains, die im Zusammenhang mit Covid-19 stehen, mit 50 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit bösartig sind als andere, im gleichen Zeitraum registrierte Domains. Auch Phishing-Aktivitäten haben

Weitere Informationen: www.umb.ch

EDOREX AG BRANDREPORT

Nachhaltige Wärme dank intelligenter Stromzähler Seit fast vier Jahrzehnten konzipiert und entwickelt die Edorex AG Software für Firmen. Natürlich haben sich in dieser Zeit die Kundenbedürfnisse und damit auch die Tätigkeitsfelder des Unternehmens ständig gewandelt. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit «Energie Wasser Bern»: Gemeinsam mit dem Energieversorger entwickelte die Edorex AG das innovative Produkt «ewb.Eigenverbrauch» – durch das sich die Rentabilität von Photovoltaikanlagen beträchtlich erhöhen lässt.

D

ie Nutzung von erneuerbaren Energien ist eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung künftiger Klimaziele. Insbesondere die Solarenergie als Strom- und Wärmequelle geniesst in der Schweiz eine hohe Akzeptanz. Doch leider gibt es noch immer Faktoren, die das Potenzial von Photovoltaikanlagen hemmen. «Einer davon ist die Tatsache, dass man elektrische Energie nur relativ schlecht speichern kann», erklärt Hannes Holenweg, Software Engineer bei der Edorex AG. Die Folge davon sind Versorgungsengpässe, die mit Energie aus weniger nachhaltigen Quellen gedeckt werden müssen. Eine verzwickte Situation. Und eine, welche die Edorex AG bereits vor zehn Jahren dazu veranlasste, mit der Konzeption einer Smart-Metering-Lösung zu beginnen, der eine zeitnahe Auslesung von Energieverbrauchs- und Produktionsdaten sowie die Steuerung von Anlagen ermöglicht. «Wir waren schon damals bereit, Neuland zu betreten», erinnert sich Holenweg. Doch zuerst mussten die notwendigen Technologien bereitgestellt werden. Als der Hardware-Markt dann vor einigen Jahren mit der Vision der Edorex AG aufgeholt hatte, konnte die Idee umgesetzt werden: Zusammen mit dem Energieversorger Energie Wasser Bern wurde «ewb.Eigenverbrauch» lanciert. Das Ziel dieses Angebots besteht darin, Eigenheimbesitzern sowie sogenannten ZEV (Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch) die Möglichkeit zubieten, einen Teil ihrer selbstproduzierten erneuerbaren Energie nicht ins Netz einzuspeisen, sondern bedarfsgerecht selber zu nutzen. Und zwar unmittelbar. Unmengen an Daten Im Zentrum von «ewb.Eigenverbrauch» steht eine von der Edorex AG entwickelte Smart-Metering-Lösung. «Man kann sich das – vereinfacht gesagt – wie einen kleinen Server in der Steckdose vorstellen», erklärt

Die jetzige Architektur unserer Lösung baut auf marktüblicher Hardware, linuxbasierten Netzwerkdiensten sowie App- und Database-Services aus der Cloud auf. Hannes Holenweg. Bei der Entwicklung kam das weitreichende Software-Engineering-Know-how der Edorex AG zum Tragen. Um die Nutzerdaten zu erheben, auszuwerten und die Energie bedarfsgerecht und agil der idealen Nutzung zuzuführen, wird auf IoT (Internet of Things)- und Cloud-Technologie gesetzt. Weil man aber im Energiesegment Neuland betrat, stellten sich laut Hannes Holenweg verschiedene Herausforderungen, die es während der Entwicklung zu überwinden galt. «Eine davon war die Tatsache, dass unser System mit den unterschiedlichen Arten von Zählern kompatibel sein musste.» Viel Aufwand bereitete auch das Problem der Zeitverzögerung: Energiezähler haben lange Antwortzeiten – also genau das Gegenteil von dem, was die Edorex AG und Energie Wasser Bern anstrebten. «Doch die grösste Herausforderung bestand letztlich darin, die vollständige Automatisierung in diesem vielseitigen Umfeld voranzutreiben», erklärt der Software Engineer. Eine eigene IoT-Plattform entwickelt Nebst den Messdaten muss auch eine grosse Menge an Betriebszuständen in Echtzeit verarbeitet werden, damit abweichende Betriebszustände soweit wie möglich automatisiert behoben werden. «Die dadurch entstehende Datenmenge ist beträchtlich», betont Holenweg. Diese grossen Datensätze müssen zudem in sehr kurzen Zeitintervallen ausgelesen,

übermittelt und validiert werden. Die IoT-Plattform, welche quasi als Bindeglied zwischen Zählern und der Cloud fungiert, musste daher robust sein und auf Fehler sowie Störungen tolerant reagieren. «Aus diesem Grund haben wir im Laufe des Projekts unsere eigene IoTPlattform entwickelt.» Wie wurden die anderen Entwicklungs-Probleme gelöst und wie präsentiert sich das Gerät heute? «Die jetzige Architektur unserer Lösung baut auf marktüblicher Hardware, linuxbasierten Netzwerkdiensten sowie App- und Database-Services aus der Cloud auf.» Hinzu kommt ein hoher Anteil Eigenentwicklung durch die Experten der Edorex AG, vor allem was die notwendigen Algorithmen betrifft. Das Hauptaugenmerk gilt dabei dem Ressourcenbedarf der Cloud-Infrastruktur, damit diese mit der wachsenden Verbreitung des Produktes Schritt halten kann. Durch das Wachstum rückt auch das Devicemanagement in den Fokus: Dieses muss bei gleichbleibend hohem Sicherheitsstandard so weit wie möglich automatisiert ablaufen. Vielseitiger Nutzen Welche Vorteile sich daraus in der Praxis ergeben, lässt sich anhand eines Mehrfamilienhauses im Westen von Bern exemplarisch aufzeigen: Die dortigen Stockwerkeigentümer nutzen das Angebot «ewb.Eigenverbrauch». Die Liegenschaft verfügt u.a. über eine Wärmepumpe mit Erdsonde für die Bodenheizung sowie das

Brauchwarmwasser. Der Strom der Photovoltaikanlage kann in der kälteren Jahreszeit für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet werden oder bei wärmeren Monaten direkt den Warmwasserspeicher aufladen – dank einem Elektroheizeinsatz, der durch die Software von Edorex gesteuert wird. Damit kann zur Erhöhung des Eigenverbrauchs genau dann Warmwasser produziert werden, wenn genügend Solarstrom vorhanden ist. Durch diese Massnahme wird die bestehende Wärmepumpe während ungefähr sechs Monaten deutlich entlastet und der Eigenverbrauchsgrad der Solaranlage erhöht. Die Prognoseberechnungen zeigen, dass mit einer jährlichen Kosteneinsparung von ungefähr 30 Prozent (ca. CHF 2500) gerechnet werden kann. Über die Edorex AG Das in Ostermundigen BE beheimatete Unternehmen gehört zu den Wegbereitern der IT in der Schweiz: Seit 1983 ist die Edorex AG als Softwareschmiede tätig. In dieser Zeit hat sich der Betrieb kontinuierlich parallel zur technischen Entwicklung neu erfunden. Heute steht die Firma für nutzerzentrierte, massgeschneiderte Softwarelösungen, die in agilen Prozessen und in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt werden. Weitere Informationen unter www.edorex.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

016

ADDITIVE FERTIGUNG

WWW.FOKUS.SWISS

Die Additive Fertigung als Treiber für eine erfolgreiche Industrie Additive Fertigung befindet sich nach wie vor auf der Überholspur – zu Recht, denn es ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Branche, die es zu nutzen gilt. «Fokus» weiss, welche dies sind und wo die Schweiz zurzeit in Sachen additive Fertigung steht. TEXT SMA

A

dditive Fertigung steuert auf Erfolgskurs zu. Immer mehr Unternehmen erkennen das enorme Potenzial der Innovation und nutzen sie für ihre Zwecke. Jüngstes Beispiel: der Automobilhersteller BMW. Wie in einer Medienmitteilung von Anfang Dezember zu entnehmen ist, setzt das Unternehmen bei der systematischen Integration industrieller 3D-Druckverfahren nun auf den nächsten Schritt. «Verfahren wie Additive Manufacturing helfen uns, Entwicklungszyklen zu beschleunigen und damit unsere Fahrzeuge schneller zur Serienreife zu führen», lässt sich Daniel Schäfer, Bereichsleiter für die Produktionsintegration und das Pilotwerk bei der BMW Group, zitieren. «Auch die Produktionszeiten von Bauteilen werden durch 3D-Druck kürzer, gleichzeitig werden hohe Qualitätsansprüche erfüllt.» Verschiedene Vorgehensweisen Allgemein gibt es unterschiedliche Methoden, mit denen sich Teile und Komponenten additiv fertigen lassen. Drei Verfahren haben sich etabliert und gelten als die gängigsten Methoden: das Fused Deposition Modeling (FDM), die Stereolithografie (SLA) sowie Selective Lasersintering (SLS). Laut Fachleuten bietet das FDMVerfahren von den drei Methoden die niedrigste Auflösung und Genauigkeit. Daher eigne sich FDM nicht für den Druck von komplexen Designs oder Teilen mit komplizierten Eigenschaften. Industrielle FDM 3DDrucker können diese Probleme zumindest teilweise lösen, indem sie auflösbare Stützen einsetzen.

Der bewährte Klassiker Bei der Stereolithografie handelt es sich quasi um den Wegbereiter der 3D-Druck-Technologie. Diese wurde zu Beginn der 1970er-Jahre erfunden. Beim SLA-Verfahren kommt ein Laser zum Einsatz, der flüssiges Harz härtet. SLA weist gegenüber FDM diverse Vorteile auf. So bieten SLA-gefertigte Teile zum Beispiel die höchste Auflösung und Genauigkeit. Zudem weisen sie die deutlichsten Details auf und verfügen über die glatteste Oberflächenbeschaffenheit. Ein zentraler Vorteil von SLA liegt laut Expertinnen und Experten aber in der Vielseitigkeit des Druckprinzips: Dank unterschiedlichen HarzMaterialformulierungen, die das Fertigen von Teilen mit spezifischen Eigenschaften ermöglichen, wird SLA in diversen Branchen eingesetzt. Beispiele hierfür sind das industrielle Produktdesign und -herstellung oder die Medizin sowie der Modellbau. Selektives Lasersintering Beim selektiven Lasersintering (SLS) handelt es sich um die am häufigsten eingesetzte Herstellungstechnologie für industrielle Anwendungen. Und das aus gutem Grund: Ein leistungsstarker Laser verschmilzt kleine Partikel aus Polymerpulver. Dabei stützt das verschmolzene Pulver das Druckteil während des Fertigungsvorgangs. Dies führt dazu, dass eigens dafür vorgesehene Stützstrukturen überflüssig werden. Dank dieser Eigenschaft lässt sich SLS perfekt für die Produktion von komplexen Strukturen einsetzen.

Ein Blick in die Zukunft Angesichts dieser Vorzüge überrascht es nicht, dass die additive Fertigung vermehrt Einzug hält in die industrielle Produktionskette. Damit aber wirklich alle Unternehmen in sämtlichen Branchen davon profitieren können, müssen sie über einen möglichst guten Zugang zu dieser Technologie verfügen. Die Grundvoraussetzung dafür ist der Zugang zu entsprechenden Anlagen sowie ein funktionierender Technologietransfer. Genau diesen will die von der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) gestartete AM-TTC-Initiative fördern: Mit der Unterstützung des ETH-Rates und des Bundes und zusammen mit vielen Partnern aus Industrie und Wissenschaft baut sie zu diesem Zweck sogenannte «Advanced Manufacturing Technology Transfer Centers» (AM-TTC) auf. Die Technologietransferzentren dienen dazu, eine Brücke zu schlagen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Gleichzeitig will man damit sicherstellen, dass technische Innovationen für Schweizer Unternehmen nutzbar werden. Die Mission des Technologietransferzentrums Ein solches Technologietransferzentrum, das Swiss m4m Center, hat Mitte 2019 im Kanton Solothurn eröffnet. Seine Mission lautet, den industriellen 3D-Druck soweit zu bringen, dass Schweizer Unternehmen – insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen – ihn für die Herstellung medizinischer Implantate nutzen können. Denn gerade für die Medizintechnik birgt die additive Fertigung ein enormes Potenzial. Zum einen lässt sich

ANZEIGE

Get digital. Digital Signage von ALLNET: Werben, informieren und verkaufen mit digitaler Kommunikation am Point of Sales. MEHR dazu erfahren Sie unter: www.allsignage.ch Wir freuen uns auf Sie! +41 44 552 44 88 info@allnetch.com

www.allnetch.com ALLNET Schweiz AG, Thurgauerstrasse 117, 8152 Glattpark

sehr viel Material einsparen: Wenn bis anhin ein Implantat zum Beispiel durch Fräsen entstand, wurde aus einem Kilo Titan letztlich ein 4,6 Gramm schweres Teil gewonnen. Das Gros an Material geht als Metallspäne verloren. Beim additiven Ansatz hingegen werden wirklich nur 4,6 Gramm Titan als Pulver benötigt. Doch für Dr. Lars Sommerhäuser, der beim Aufbau des Zentrums in Solothurn beteiligt war, ist diese Einsparung von Material allein noch nicht ausschlaggebend: «Viel wichtiger ist die Tatsache, dass man mit dem 3D-Druck Implantate so gestalten kann, dass sie sich besser in den menschlichen Körper integrieren lassen.» Wie das? Sommerhäuser führt als Beispiel Knochenimplantate an. «Man weiss, dass Knochenbrüche vor allem dann gut heilen, wenn die Knochenzellen einer leichten Zug- und Druckbelastung ausgesetzt sind.» Per 3D-Druck könne man nun Implantate mit Gitterstrukturen fertigen. Diese stützen den Knochen zwar, weisen gleichzeitig aber auch eine gewisse Elastizität auf. «In diese Gitterstrukturen können die Knochenzellen dann ‹hineinwachsen› und sich mit ihnen verbinden – wobei sie aber immer noch eine gewisse Belastung haben und so zum Wachsen angeregt werden.» Ein weiterer Pluspunkt der additiven Fertigung liegt im Variantenreichtum der möglichen Geometrien. «Wenn ein Patient beispielsweise einen Schlüsselbeinbruch erleidet, kann man für ihn nun eine Schiene drucken, die exakt für sein Schlüsselbein passt.» Dies stellt gegenüber heute einen gewaltigen Schritt nach vorne dar.


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

TOYOTA MATERIAL HANDLING BRANDREPORT

017

Investitionsplanung in der Intralogistik Der Druck auf Produktions- und Logistikunternehmen ist dramatisch und hat in den letzten Jahren zugenommen. E-Commerce bringt Unternehmen nicht nur dazu, ihre Lieferzeit zu verkürzen, sondern auch just-in-time zu liefern.

U

m die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die Rentabilität zu maximieren, setzen sich die meisten Unternehmen regelmässig mit dem Investitionsbedarf auseinander, um ihre betriebliche Effizienz zu verbessern. Das ist besonders heute, in Zeiten sich rasant entwickelnder Technologien, wichtig. Auch Toyota nimmt die Chancen zur Veränderung wahr und nutzt die Gelegenheiten, viele Bereiche des Unternehmens schrittweise zu automatisieren und die Konnektivität vorteilhaft zu gestalten. Sicherstellen, dass jeder Prozess sorgfältig bewertet und so gut wie möglich optimiert wird, bevor eine Investition beschlossen wird, ist der Schlüssel zum Erfolg. «Wir realisieren immer wieder, dass unsere Kunden vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wenn sie für ihre Zukunft planen. Wir stellen auch fest, dass viele unserer Kunden davon profitieren würden, wenn sie vor einer grossen Automatisierungsinvestition ihre Prozesse optimieren würden. Aus diesem Grund bieten wir unseren Kunden an, mit ihnen gemeinsam aus der Lean-Perspektive zu erkunden, wie gut ihre Prozesse für eine Automatisierung vorbereitet sind. Dabei greifen wir auf unsere eigene Erfahrung zurück, vor dem Beginn der Automatisierung die Prozesse gründlich verbessert

Automatisierung kann unabhängig von der Grösse und Art des Unternehmens Mehrwert liefern. zu haben», erklärt Pascal Dätwyler Sales Director der Toyota Material Handling Schweiz AG. Heute muss alles schneller und günstiger ablaufen. Und das Thema Sicherheit darf natürlich nicht zu kurz kommen. Denn seien wir mal ehrlich: Wer kann es sich heute leisten, Ressourcen zu verschwenden oder Betriebsabläufe zu verlangsamen. Warum also nicht darüber nachdenken, sich wiederholende Aufgaben zu automatisieren. Wie können automatisierte Flurförderzeuge das Lager optimieren? Automatisierung kann unabhängig von der Grösse und Art des Unternehmens Mehrwert liefern. Ganz egal, ob das Unternehmen als Logistikdienstleister oder in der Produktion tätig ist, die Automatisierung bestimmter Prozesse nach den jeweiligen Bedürfnissen kann die Produktivität auf eine neue Stufe heben.

Dies kann über einen schrittweisen Ansatz erfolgen, bei dem bestimmte Prozesse des täglichen Materialtransports automatisiert werden, oder über eine komplette Systemumstellung bei grossen Betrieben. In der heutigen Welt liegt ein starker Fokus auf Logistik und den Möglichkeiten, die frische Denkansätze und neue Technologien, mit sich bringen, um wertschöpfende und wettbewerbsfähige Prozesse zu schaffen. Liefergeschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz werden zu starken Erfolgs- und Differenzierungsmerkmalen. Sah man früher die Lagerung und den Transport von Gütern als notwendigen Kostenfaktor, der keinen oder einen nur geringfügigen Wert erzeugt, so haben Unternehmen heute erkannt, wie effiziente Logistik wirklichen Mehrwert liefern kann – in der Produktion, in der Distribution und vor allem in dynamischen Geschäftsfeldern, wie dem e-Commerce.

Automatisierung ist ein treffendes Beispiel für diese Denkweise. Mit über 30 Jahren Erfahrung bei automatisierten Lösungen nimmt Toyota Material Handling hier eine führende Rolle ein. Toyota Material Handling ist der Weltmarktführer für Flurförderzeuge und Schleppfahrzeuge im Intralogistikbereich. Automatisierte Flurförderzeuge und Schleppsysteme werden direkt in Europa gefertigt und sind bei diversen Kunden in ganz Europa seit einigen Jahren im Einsatz. Die Entwicklung der komplexen Software findet im eigenen Entwicklungszentrum in Göteborg statt. Für weitere Fragen steht Toyota Material Handling Schweiz gerne zur Verfügung.

Toyota Material Handling Schweiz AG Feldstrasse 62 8180 Bülach info@ch.toyota-industries.eu www.toyota-forklifts.ch


E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A

018

VIRTUAL REALITY

WWW.FOKUS.SWISS

Die Sprache des Virtuellen – ein Muss für industriellen Erfolg Der virtuelle Raum ist in der Industrie als Ort der Produktentwicklung längst angekommen. Um nicht abgehängt zu werden, müssen aber noch mehr Schweizer Unternehmen die digitale Sprache erlernen.

V

irtuelle Prototypen sind heute kaum noch aus der Industrie wegzudenken: Autos, Flugzeuge, Kaffeemaschinen, Pfannen und Kleidung werden mittlerweile am Computer zusammengebaut, bevor es zur Erstellung eines realen Prototypen kommt. Produktentwicklungen finden vornehmlich digital statt. Die physische Welt der Fabrik ist genauso im Begriff digital zu werden. Schweizer Unternehmen müssen jedoch noch einiges digitalisieren, um nicht von ausländischen Unternehmen abgehängt zu werden. Jene holen nämlich bei früheren Alleinstellungsmerkmalen auf, wodurch Kundenbedürfnisse wie schnelle Lieferzeiten und hohe Individualisierbarkeit an Bedeutung gewinnen. Denn Technologien, welche diese Ansprüche erfüllen, existieren bereits. Vollumfänglich digital abgebildet: der virtuelle Zwilling Mit einem virtuellen Zwilling wird der gesamte Lebenszyklus eines Produkts abgebildet. Man möchte möglichst alles so simulieren, wie es in der Realität auch sein wird. Dr. Markus Zank des «Immersive Realities Research Labs» der Hochschule Luzern verweist auf das Beispiel des Facility Management. Die Wartung eines grossen Gebäudes kann mit einem digitalen Abbild unterstützt werden. Dieses erlaubt eine einfache Planung von Wartungsarbeiten, durch die Verfügbarkeit aller Daten in einem Modell. Dies lässt sich auch auf Fabrikhallen oder ganze Städte übertragen.

Produktentwicklung. Dr. Zank erklärt: «VR ist ein Medium, das prädestiniert dafür ist, sich solche Prototypen anzuschauen.» Diese lebensechte Erfahrung des Prototypen erleichtert die Planung und Überprüfung erheblich. Auch ergonomische Abklärungen der MenschMaschine-Schnittstelle können durchgeführt werden, bevor eine physische Ressource überhaupt verbaut wird. In einer Führerkabine wird es möglich, zu testen, ob Knöpfe in Reichweite liegen und wie das Sichtfeld ist. «Diese Dinge kann man sensationell mit VR prüfen», erläutert Peter Hug, Dozent für Produktentwicklung und Industriedesign an der ZHAW. Die Verbindung des Physischen und Virtuellen Alles in den virtuellen Raum zu verlegen, ist aber nicht mehr unbedingt das Ziel aller Entwicklungen. Eine weitere Vorstellung ist es, das Virtuelle und das Physische übereinanderzulegen. Dieses Konzept der Augmented Reality (AR) ist eine noch anspruchsvollere Technologie. Sie ermöglicht, das virtuelle Objekt direkt einem

Virtuelle Realität Der Sprung von einem digitalen Zwilling zur Erfahrung dessen im virtuellen Raum ist ein leichter. VR eröffnet eine neue Fülle an Möglichkeiten in der

realen gegenüberzustellen. Ein klassisches Beispiel ist laut Dr. Zank, dass man sich in einem fertigen Gebäude umschauen kann, wobei Wasser- und Stromleitung über das Endgerät «durch die Wand» angezeigt werden können. Ein weiterer Anwendungsbereich ist das Training, wie Peter Hug sagt: «Heute kann man Lernszenarien, und Bedien- und Wartungsanleitungen über AR erstellen». Daraus resultiere eine dynamische Schritt-fürSchritt-Anleitung. Eine Einblendung von Informationen in Echtzeit kann erhebliche Vorteile bringen. Die Vorteile des Virtuellen Die digitale Transformation bringt viele Vorzüge mit sich. Zum einen gestaltet sich die Produktentwicklung und -optimierung zeitlich effizienter. Virtuelle Prototypen sind in kürzerer Zeit zusammengebaut als reale. Ebenso können Änderungen in Sekunden vorgenommen werden, ohne einen neuen Prototypen erstellen zu müssen. Diese Vorgänge sind kostengünstig und ressourcenschonend im Vergleich zu früheren Prozessen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man ortsunabhängig entwickeln kann. Internationale Teams, oder auch Teams im Homeoffice, können gleichzeitig an einem virtuellen Prototypen arbeiten. In Verbindung mit VR können sich die Teams einen virtuellen Prototypen auch zusammen im virtuellen Raum anschauen und den Prototypen technisch prüfen. Branchenspezifische Vor- und Nachteile Die Experten mahnen aber auch, dass virtuelle Prototypen trotzdem sehr genau sein müssen. «Man ist immer durch die Simulationsmöglichkeiten beschränkt», erinnert Dr. Zank. Computerleistungen und Simulationen verbessern sich zwar konstant, aber sie bilden

die Realität noch nicht perfekt ab. Ein grosses Thema ist zum Beispiel die Haptik. In VR kann man vieles überprüfen – das Objekt anzufassen, ist aber noch nicht möglich. In der Industrie ist das aber auch nicht unbedingt das Ziel. Prozesse sollen digital abgebildet werden, um beispielsweise eine bessere Analysierbarkeit zu erreichen. Wie im Falle von AR, ist die Ergänzung des Physischen im Vordergrund, nicht unbedingt dessen realitätsgetreue Nachbildung. Generell muss aber auch gesagt werden, dass Vor- und Nachteile branchenspezifisch sind. Wichtig ist aber, dass sich die Unternehmen nicht abhängen lassen in der digitalen Transformation. Nicht nur eine Chance, sondern ein Muss Wie eingangs erwähnt, sind virtuelle Prototypen und Zwillinge keine Visionen für die Zukunft, sondern bereits etablierte Instrumente in der Industrie. Dennoch werden sie sich noch weiter ausbreiten und in neuen Branchen Anwendung finden. Ebenso denken die Experten, dass sich auch VR und AR stark verbreiten werden. Dr. Zank beobachtet, dass vor allem im Bereich des VR die Verkaufszahlen steigen und die Hardware sich stetig verbessert und erschwinglicher wird. Peter Hug sieht es ähnlich: «Heute ist der Reifegrad von VR so gut, dass man es breit einsetzen kann.» Obwohl die Firmen noch etwas hinterherhinken, glaubt er, dass diese Technologien in einigen Jahren alltägliche Werkzeuge sein werden. Um Kundenansprüchen auch in Zukunft zu genügen, muss man sich in die digitale Wertschöpfungskette integrieren. Frühere Alleinstellungsmerkmale könnten schon bald nicht mehr ausreichen.

ANZEIGE

Das Vertrauen auf eine CO2-reduzierte Zukunft ist nicht aus der Luft gegriffen. Sondern aus dem Boden.

Der Weg zum Erreichen der Klimaziele führt über nachhaltigen Bergbau und die Metalle, die er produziert: Die Elektromobilität ist ebenso auf Kobalt angewiesen wie Windkraft- und Solaranlagen auf Nickel und Kupfer. Dazu kommt Aluminium, das mit seiner Leichtigkeit und Stärke die Effizienz der Transportindustrie erhöht. Glencore liefert die Rohstoffe, die das tägliche Leben voranbringen. Sei es über die verantwortungsvolle Förderung von Rohstoffen, über den Handel mit diesen oder über unsere Recycling-Sparte, die Metalle wiederverwertbar macht. Wir sind ein wichtiger Teil der Lösung. Und wir leisten unseren Beitrag für die Welt von heute – und von morgen.

www.glencore.ch

TEXT KEVIN MEIER


Ihr Partner für

Robotik, Sondermaschinen, Anlagen Wir sind spezialisiert auf clevere, stimmige Automationslösungen für verschiedenste Prozesse wie: • Maschinenbeschickung Spritzguss, CNC Maschinen, Pressen, Stanzen etc. • Montage Fügen, Kleben, Befetten, Schrauben, Bohren, QS • Prüfen Druck, Dichtheit, Kraft, Messen, allg. QS Aufgaben Das lösen wir mit verschiedensten Technologien:

• Verpacken Abstapeln, Pallettieren etc. • Polieren, Entgraten etc. • Logistik Logistik mit Roboter, AGV, Förderbänder, Rollenbahnen

Unsere Spezialfachgebiete:

• Sondermaschinen

• Galvanikbestückung

• Robotik Knickarm, Delta, Scara, Portal etc.

• Heissanwendungen

• Transfersysteme, Rundtakt, AGV/FTS

• Feuerverzinkbad Automation

• Einzelzellen, Mobile flexible Zellen, Prozessverkettungen mit Roboter etc.

• Lösungen für die Lebensmittelindustrie

• Anbindung an Leitsysteme, MES, ERP, Industrie 4.0 Lösungen Mit starken Partnern für Informatiklösungen in der Industrie realisieren wir massgeschneiderte, zukunftsfähige Gesamtlösungen für die durchgängige Digitalisierung von morgen, und verschieben gemeinsam für Sie die Grenzen der Integrationstiefe. Vom Roboter über die Anlagensteuerung bis zum MES, mit Anbindung an ERP oder PPS, lokal oder als cloudlösung, inkl. machine learning!

www.rothtechnik.ch


Eine Tradition, die immer aktuell ist: Fortschritt.

Trust in Transformation. Vertrauen Sie auf einen Partner, der Ihre unternehmerische Lust auf das Neue teilt. www.pwc.ch/transformation

PwC_Inserat_TA_297x440mm_DE.indd 1

08.12.2020 14:22:57


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Fokus Erfolgreiche Industrie 4.0 by Smart Media Agency AG - Issuu