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Fokus Future of Industries

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Pascal Kaufmann

KI-Unternehmer

Rolle

Industrie 5.0: vom Schlagwort zur Überlebensstrategie

Der Begriff «Industrie 5.0» wurde 2015 ursprünglich von der Beratungsindustrie «erfunden» und 2021 von der EU-Kommission eingeführt. Gemäss dem allgemeinen Verständnis soll Industrie 5.0 die auf Produktivität und Flexibilität orientierte Industrie 4.0 menschenzentriert, nachhaltig und resilient machen.

Doch Beraterinnen, Berater und die EU-Beamtenschaft sind keine Garanten für Erfolg. So ist es auch hier, denn heute befindet sich die europäische Industrie im Abwehrkampf. China legt ein brutales Innovationstempo vor, um von uns unabhängig zu werden. Gleichzeitig drücken Chinas Überkapazitäten global die Preise. Die USA belegen erratisch unsere Exporte mit Zöllen. Und die EU-Kommission zieht mit ihrer Energiepolitik, ausufernder Bürokratie und zunehmendem Protektionismus der eigenen Industrie selbst den Stecker.

Noch haben wir in der Schweiz Standortvorteile: Wir haben Fachkräfte, fast weltweit Marktzugang, weniger Bürokratie als die EU und stabile Staatsfinanzen. Trotz schwierigem Jahr 2025 konnte die Schweizer Tech-Industrie die Exporte halten. Das ist eine enorme Leistung unserer Branche, die schweizweit 320 000 Mitarbeitende beschäftigt. Weit über 90 Prozent der Unternehmen sind KMU, die in ihren Nischen oft über 50–70 Prozent Marktanteil verfügen. Das sind Hidden Champions, die meist 99 Prozent ihrer Produkte vom Standort Schweiz in alle Welt exportieren und so 7 Prozent des BIP erarbeiten – mehr als Banken und Bauern zusammen.

Diese Firmen und generell der gesamte Werkplatz Schweiz sind zurzeit drei Schocks ausgesetzt:

– Rückkehr von Krieg: Fast die Hälfte der britischen, deutschen, französischen, kanadischen und amerikanischen Bevölkerung erwartet in den nächsten fünf Jahren den Beginn des dritten Weltkriegs.

– Rückkehr von Protektionismus: Durch den willkürlichen US-Zollhammer und durch «Buy Europe» drohen der Schweiz Marktverluste.

– Künstliche Intelligenz: KI wird die Wirtschaft verändern und gefährdet den sozialen Kitt in unserer Gesellschaft.

Industrie 5.0 nach der Zeitenwende

Diese Schocks zeigen: Die «Industrie-5.0-Welt» von 2021 existiert nicht mehr. Nachhaltigkeit, Resilienz und Menschenzentriertheit haben heute eine andere Bedeutung:

Nachhaltigkeit ist in den Hintergrund gerückt. Auf den globalen Leitmessen der Tech-Industrie ist sie kein

priorisiertes Thema. Das bildet die gesellschaftliche Entwicklung ab: Seit 2024 haben die Stimmbürgerinnen und -bürger die Grünen vielerorts abgewählt. Ihre Politik der Umerziehung von Gesellschaft und Mensch durch Verbote und Verzicht wird nicht goutiert.

Allerdings lässt sich der Klimawandel nicht negieren. Diese Wahlresultate sind deshalb eine Chance und Verantwortung für die Tech-Industrie. Mit Innovation und Industrialisierung können wir den Klimawandel bremsen und der Bevölkerung eine Alternative zur grünen Umerziehung bieten. Das bedingt, dass unsere Kunden bei Investitionen aufgrund der Lebenszyklus- statt Beschaffungskosten entscheiden. Und natürlich muss Nachhaltigkeit dank Innovation günstiger werden, wozu KI Chancen bietet. Innovation ist und wird durch sie schneller und dynamischer.

Ganz generell braucht es einen Ruck bei Firmen, Innosuisse, Kantonen und dem Schweizerischen Nationalfonds SNF: Unsere Firmen müssen ihre Innovation auf asiatisches Tempo beschleunigen. Dazu müssen sie mit externen Partnern zusammenarbeiten. Unis und Fachhochschulen müssen Bürokratie abbauen. Für Innosuisse braucht es mehr Bundesmittel, die auch an private Projektpartner fliessen können. Und die grosszügig ausgestattete Grundlagenforschung muss anwendungsorientierter werden und ihre Mittelvergabe an der Sicherung des Wohlstands unseres Landes orientieren. Resilienz bedeutet nicht Autarkie, sondern Eigenständigkeit. Das zeigt die Tech-Industrie mit ihren unverzichtbaren Produkten. Das neue, zentrale Thema hier ist Sicherheitspolitik: Europa und die Schweiz müssen für ihre eigene Sicherheit garantieren. Das geht – auch für Neutrale – nur durch Kooperation. Das bedeutet den Aufbau einer Verteidigungsindustrie, die weit über Panzer hinausgeht und Satelliten, Kommunikation, Energieversorgung etc. umfasst. Fast jede Innovation hat militärische und zivile Anwendungen. Industrie 5.0 bringt die Wiederentdeckung der Verteidigungsindustrie als Treiber von Innovation in anderen Bereichen. Hier wird das Schweizer Stimmvolk im Herbst bei der Abstimmung zum Kriegsmaterialgesetz einen Richtungsentscheid fällen.

Resilienz bedeutet auch nicht Protektionismus: Jüngst kam es im Geiste von «Buy Europe» wiederholt zu Vorstössen, welche die Schweiz benachteiligen würden. Beim «Industrial Accelerator Act» sowie beim Finanzgesetz Italiens konnte dies vorerst abgewendet werden. Eine Definition von Europa als EU plus EFTA (inkl. Schweiz) ist notwendig. Alles andere wäre für den Standort Schweiz fatal. Und da bilden die Bilateralen III die immer wichtigere Brücke gegen den Ausschluss der Schweiz aus dem EU-Markt.

Der grösste Kulturwandel ist bei der Menschenzen triertheit nötig. Das Ziel bleibt gleich: Die Angst vor dem Ende der Arbeit soll genommen und das Primat des Menschen über die ihn unterstützende Technologie verankert werden. KI hat diese Angst potenziert. Auch in der Schweiz ist der Anstieg arbeitsloser Uniabgängerinnen und -abgänger markant. Wie früher droht aber kein Ende der Arbeit. Auch diesmal wird es neue Jobs geben und bestehende Jobs wie das Handwerk und Industriejobs werden aufgewertet. Bei unseren Tech-Firmen wurde in den letzten 20 Jahren die Produktivität pro Mitarbeiter:in bereits verdoppelt. Hier kennt man Automatisierung, Digitalisierung und neu auch KI. Wachstum ist keine Option, sondern Pflicht. Die Geschichte zeigt: Wer als Firma, Sektor oder Land neue Technologien ablehnt, verliert Jobs und Wohlstand. Wer die Ausbildung auf neue Technologien ausrichtet und die Bevölkerung befähigt, muss weder Arbeitslosigkeit noch Deindustrialisierung fürchten. Auch deshalb investiert Swissmem Millionen Franken in die Reform und Digitalisierung unserer acht Industrieberufe wie z. B. Automatiker:in, Konstrukteur:in und Polymechaniker:in.

So verstandene Industrie 5.0 ist zudem der einzige Weg für Europa aus der Überalterungsfalle. Gemäss McKinsey müssen europäische Arbeitnehmende pro Arbeitsstunde zwei- bis viermal produktiver werden oder wöchentlich 6–14 Stunden länger arbeiten, um bis 2050 den Wohlstand schon nur zu halten. Ohne Technologien wie KI ist das unmöglich. Wohlstand zu sichern, reicht aber nicht – wir brauchen Wachstum: Der weltweite Siegeszug der Nullsummenwelt linker und rechter Populistinnen und Populisten, wo der Gewinn von A der Verlust von B bedeutet, ist aber erklärbar. Wer die ersten 20 Lebensjahre in einem Staat mit hohem Wachstum aufwächst, glaubt an Zusammenarbeit und Leistung, wer ohne Wachstum aufwächst, setzt auf Umverteilung und Nullsummenspiel. Liberale Demokratien überleben nur mit Wachstum.

Industrie 5.0 war ursprünglich ein Politslogan. Richtig verstanden ist Industrie 5.0 eine Zukunftsstrategie. Unsere Industrie kann und muss sie nutzen, um weiter zur Lösung der globalen Herausforderungen und zur Sicherung des Wohlstands in unserem einmaligen Land beizutragen. Spucken wir in die Hände und steigern das Bruttosozialprodukt. Denn es gibt viel zu tun – packen wir es an.

Text Stefan Brupbacher, Direktor Swissmem

Lesen Sie mehr. 04 Mensch und Maschine 06 Smart Factory 08 Daten und Automation 10 Interview: Pascal Kaufmann 12 Kreislaufwirtschaft 14 Interview: PSI 16 Hightech Schweiz

Fokus Future of Industries

Projektleitung

Anja Marti

Country Manager

Pascal Buck

Produktionsleitung

Kevin Meier

Layout

Mathias Manner

Text

Linda Carstensen, Sarah Steiner, SMA, Walter Nogueira

Titelbild zVg

Distributionskanal Tages-Anzeiger

Druckerei DZZ Druckzentrum AG

Smart Media Agency. Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch redaktion@smartmediaagency.ch fokus.swiss

Bildungsgänge HF

y Elektrotechnik

y Energie- und Umwelttechnik

y Gebäudeautomation

y Informatik

y Maschinenbau

y Prozesstechnik

y Systemtechnik

Nachdiplomstudiengänge NDS HF

y Business Engineering

y Software Engineering

y Sicherheitsexperte/in von elektrischen Anlagen

Nachdiplomkurse NDK HF

y Grundlagenmodul

Neu!

y Fachspezialist/in Erdung und Blitzschutz

y Fachspezialist/in Versorgungs- und Arealnetze

y Fachspezialist/in Netzqualität und EMV

Viel Spass beim Lesen! Anja Marti Project Manager
Investiere

Der beste Mix für unsere Stromversorgung?

Was viele nicht über Axpo wissen:

Rund 40 Prozent des Schweizer Strombedarfs decken wir mit einem stabilen und bezahlbaren Strommix aus Kernenergie, Wasserkraft, Bi omasse sowie zunehmend auch Solar- und Windenergie.

Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der Technologien: Es gibt nicht nur die eine, sondern viele! Während z. B. Solarenergie vor allem im Sommer Strom liefert, produziert Windkraft einen grossen Teil ihrer Energie im Winter, wenn sie am nötigsten gebraucht wird.

Un d wir sind überzeugt: Die Energiezukunft der Schweiz braucht zusätzliche inländische Produktionskapazitäten und ein zuverlässiges und starkes Stromnetz. Deshalb richten wir unsere Investitionen konsequent auf einen intelligenten und CO 2 -armen Mix in der Stromproduktion aus.

Da mit unsere Energie auch morgen zuverlässig in der Schweiz fliesst.

axpo.ch

Warum Automatisierung ohne Fachkräfte ins Leere läuft

In vielen Schweizer Betrieben geschieht derzeit etwas scheinbar Widersprüchliches: Produktionslinien werden digitaler, Lagerhallen smarter, Prozesse automatisierter –und trotzdem bleibt an entscheidenden Stellen ein Engpass bestehen. Nicht, weil es an Robotern mangelt, sondern weil Menschen fehlen, die diese Systeme planen, integrieren, betreiben und weiterentwickeln können. Automatisierung ist längst kein reines Technologieprojekt mehr. Es ist ein Kapazitätsthema.

Der aktuelle Blick auf den Arbeitsmarkt unterstreicht die Dimension. Ende 2025 meldeten Schweizer Unternehmen rund 88 400 offene Stellen. Die Zahl ist im Vergleich zu den Hochphasen der letzten Jahre gesunken, bleibt jedoch ausreichend hoch, um Investitionspläne unmittelbar zu beeinflussen. In Branchen, die stark auf technische Fachkräfte angewiesen sind, wird der Mangel zu einer wichtigen strategischen Grösse.

Wenn die Anlage steht, aber das Team fehlt Automatisierung gilt oft als Antwort auf den Fachkräftemangel: weniger Handgriffe, weniger Routine, mehr Output pro Kopf. In der Praxis verschwindet der Mangel aber nicht – er wandert. Denn mit jeder Automationsstufe steigt der Bedarf an Menschen, die Systeme planen, integrieren, überwachen und warten. Statt «Hände» werden Schnittstellenkompetenzen knapp: unter anderem zwischen IT und Betrieb, Daten und Maschinen, Sicherheit und Verfügbarkeit.

Genau dort sind die Profile knapp: Automationsingenieur:innen, Instandhalter:innen mit

Softwareverständnis, Steuerungs- und Elektrotechniker:innen, Data Engineers, OT-Security-Spezialist:innen oder Fachleute für Robotik und Qualitätssicherung in hochregulierten Umgebungen. Dazu kommen Aufgaben, die lange unterschätzt wurden: Menschen, die Prozesse neu aufsetzen und über Abteilungen hinweg zusammenführen – und solche, die Teams Schritt für Schritt an neue Systeme heranführen.

Das Resultat stellt ein paradoxes Risiko dar: Obwohl die Technologie verfügbar ist und das Budget bereitsteht, verzögert sich die Umsetzung aufgrund unvollständiger Besetzung der Projektteams. Anlagen laufen – aber nicht optimal. Know-how für Feintuning, Wartung und kontinuierliche Verbesserung fehlt.

Warum Automatisierung den Fachkräftebedarf nicht ersetzt Wer Automatisierung als «Ersatz» für Menschen versteht, greift zu kurz. Moderne Systeme reduzieren zwar manuelle Last, erhöhen aber die Komplexität. Eine vernetzte Produktionsanlage besteht nicht nur aus Robotern, sondern aus Sensorik, Software, Datenflüssen, Schnittstellen zu ERP und Logistik, Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen sowie einem Betrieb, der rund um die Uhr stabil bleiben muss.

Mit jeder zusätzlichen Automationsstufe steigen die Anforderungen an: – Systemverständnis: Wie greifen einzelne Komponenten ineinander?

– Störungsdiagnostik: Was ist Softwareproblem, was ist Mechanik, was ist Datenqualität?

– Resilienz: Wie werden Ausfälle abgefangen,

Brandreport • aeB Akademie für Erwachsenenbildung

Donatus Berlinger Geschäftsführer

Katharina Kurtz Bildungsverantwortliche

DUpdates geplant und Zugriffe abgesichert?

– Verantwortung: Wer entscheidet, ob ein Algorithmus «anders» optimiert als erwartet?

Gerade in sensiblen Industrien – von Medtech über Pharma bis zur Energieversorgung – wird sichtbar, dass Automatisierung nicht nur Effizienz bringt, sondern auch neue Risiken und neue Verantwortung. Menschliche Kontrolle bleibt zentral: als Qualitätssicherung, als Sicherheitsfaktor und als ethische Leitplanke.

Die Zukunft der Industrie ist eine Frage der Zusammenarbeit

In vielen Betrieben entsteht so ein anderes Bild von «Mensch und Maschine»: weniger Gegenspiel, mehr Arbeitsteilung. Maschinen liefern Präzision, Wiederholung und Tempo – Menschen liefern Kontext, Abwägung und Priorisierung. Das zeigt sich etwa bei Predictive Maintenance und KIgestützter Qualitätsprüfung: Systeme erkennen früh Signale und Muster, doch wann eingegriffen wird und was als «akzeptabel» gilt, bleibt eine betriebliche Entscheidung. Sie hängt von Sicherheit, Kosten, Produktionsfenstern und Verantwortung ab – und muss nachvollziehbar begründet werden. Diese Form der Kooperation verändert auch die Kompetenzen, die gefragt sind. Neben technischer Tiefe gewinnen Schnittstellenfähigkeiten an Gewicht: Kommunikation zwischen Betrieb und IT, Verständnis für Regulierung, Change-Kompetenz und Datenkompetenz im Alltag. In der Praxis sind es oft nicht einzelne «Super-Profile», sondern Teams, die gemeinsam diese Lücken schliessen.

Schweizer Ausgangslage: starkes Fundament, anspruchsvolle Realitäten Die Schweiz hat mit der Kombination aus Lehre im Betrieb und Berufsschule, Fachhochschulen und einer starken industriellen Basis gute Voraussetzungen, um Automatisierung produktiv zu nutzen. Mehrere Entwicklungen treffen dabei gleichzeitig aufeinander: Demografie, steigende Spezialisierung, beschleunigte Technologiezyklen und ein Arbeitsmarkt, in dem qualifizierte Profile international umworben sind.

Das macht den Mangel nicht nur zu einer Frage von Rekrutierung, sondern auch von Zeit: Wie schnell gelingt es, Wissen aufzubauen, zu übertragen und zu halten? Wie wird Erfahrung aus dem Betrieb mit neuen digitalen Kompetenzen verbunden? Und wie lassen sich Systeme so gestalten, dass sie im Alltag beherrschbar bleiben? Mehrwert entsteht dort, wo Menschen befähigt werden Am Ende entscheidet nicht die Anzahl eingesetzter Roboter über Leistungsfähigkeit, sondern die Fähigkeit, Technologie in robuste Wertschöpfung zu übersetzen. Automatisierung kann Prozesse stabilisieren, Kosten senken und Qualität erhöhen – aber sie wirkt nur, wenn Menschen sie verstehen, steuern und weiterentwickeln. Der eigentliche Engpass liegt deshalb im Können, nicht in der Hardware. Denn je moderner die Systeme, desto entscheidender wird, wer sie sinnvoll verbindet, im Alltag stabil hält und laufend verbessert. Automatisierung ist das Werkzeug – der Mehrwert entsteht, wenn Menschen es richtig einsetzen.

Text Walter Nogueira

Future Skills statt Tool-Hype: Was Erwachsenenbildung jetzt leisten muss

deshalb mehr sein als ein Einführungskurs in neue Anwendungen. Sie soll Menschen befähigen, mit Komplexität umzugehen, bessere Fragen zu stellen, Unsicherheiten auszuhalten und technologische Hilfsmittel sinnvoll in den Berufsalltag einzubauen.

Die Frage ist also nicht, ob KI in die Weiterbildung gehört. Sie ist längst da. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt wird. Wer KI nur als Antwortmaschine nutzt, produziert oft mehr Output, aber nicht mehr Verständnis. Wer sie didaktisch klug einbindet, kann Lernprozesse vertiefen: durch bessere Fragen, schnellere Iterationen, individualisierte Zugänge und stärkeren Transfer.

Weitere Informationen unter: aeb.ch

ie Erwachsenenbildung steht unter Veränderungsdruck. Künstliche Intelligenz verändert Arbeitsabläufe, Berufsbilder und Kompetenzanforderungen. Damit verschiebt sich auch der Auftrag der Weiterbildung: Es geht nicht mehr nur um Wissensvermittlung oder Tool-Kenntnisse, sondern darum, Menschen zu befähigen, mit technologischen Veränderungen reflektiert, kompetent und praxisnah umzugehen.

In der Debatte über KI dominieren oft praktische Fragen: Welche Tools sparen Zeit? Welche Anwendungen sind nützlich? Wo liegen Risiken? Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Für die Erwachsenenbildung ist nicht entscheidend, ob ein System Texte formulieren oder Protokolle zusammenfassen kann. Entscheidend ist, ob Lernende dadurch urteilsfähiger werden und lernen, Ergebnisse einzuordnen, Grenzen zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen.

Mit der Verfügbarkeit von KI steigt nicht automatisch die Qualität von Lernen oder Arbeit. Wer Resultate ungeprüft übernimmt, spart vielleicht Zeit, gewinnt aber keine Kompetenz. Weiterbildung muss

Damit verändert sich auch die Rolle der Erwachsenenbildung. Weniger reine Inhaltsvermittlung, mehr Lernarchitektur und Beziehungsgestaltung. Weniger Frontalität, mehr Anwendung. Und mehr Kompetenz im Umgang mit Unsicherheit, Veränderung und Verantwortung. KI übernimmt Routineaufgaben und dadurch werden Future Skills wichtiger: Urteilskraft, kritisches Denken, ethische Reflexion, Kommunikationsfähigkeit, Selbststeuerung und Zusammenarbeit.

Weiterbildung darf KI weder glorifizieren noch abwehren. Sie muss sie gestalten. Hier liegt auch eine Aufgabe für die aeB Schweiz: als Höhere Fachschule für Erwachsenenbildung, die Menschen und Technologie zusammenbringt. Nicht technikverliebt, nicht technikskeptisch aus Prinzip, sondern didaktisch klar begründet und verantwortungsvoll. Die aeB will Räume schaffen, in denen KI nicht Selbstzweck ist, sondern ein Werkzeug für bessere Lernprozesse, mehr Transfer und grössere Handlungsfähigkeit.

Fünf Best Practices für Lernen mit KI

– Erstens: KI an realen Aufgaben einsetzen, nicht an abstrakten Tool-Demonstrationen. – Zweitens: Denkprozesse sichtbar machen: mit Annahmen, Quellen, Grenzen und Entscheidungen.

– Drittens: gewonnene Zeit in Reflexion investieren.

– Viertens: sichere Lernräume schaffen, in denen Ausprobieren und Fehler möglich sind.

Fünftens: menschliche Kompetenzen bewusst weiterentwickeln; dort, wo Technologie stark wird.

Lebenslanges Lernen heisst heute: urteilsfähig bleiben

Selbstcheck: Wie zukunftsfähig ist Ihre Organisation im Lernen mit KI?

Bewerten Sie jede Aussage von 1 bis 5.

1 = trifft kaum zu | 3 = teils/teils | 5 = trifft voll zu

Strategie

– Wir wissen, wofür wir KI im Lernen einsetzen und wofür bewusst nicht.

– KI ist in unserer Bildungs- oder Personalentwicklung strategisch verankert.

– Wir denken Effizienz, Qualität und Verantwortung zusammen.

Didaktik

– KI unterstützt reale Lern- und Arbeitsaufgaben, nicht bloss Tool-Demonstrationen.

– Lernende setzen sich kritisch mit Ergebnissen, Quellen und Grenzen auseinander.

– Der Transfer in die Praxis ist fester Bestandteil unserer Lernsettings.

Qualität

– Datenschutz, Faktenprüfung und Quellenkritik sind verbindlich geregelt.

– Bias, Fehler und ethische Fragen werden aktiv thematisiert.

– Es bestehen klare Standards für einen verantwortungsvollen Einsatz.

Kultur

– Mitarbeitende dürfen ausprobieren, reflektieren und aus Fehlern lernen.

– Erfahrungen mit KI werden im Team geteilt und weiterentwickelt.

– Führung versteht KI als Thema von Lernen, Entwicklung und Zukunftsfähigkeit.

Auswertung

12–24 Punkte: KI wird eher punktuell eingesetzt. 25–36 Punkte: Es gibt eine gute Basis, aber noch wenig Verbindlichkeit.

37–48 Punkte: KI ist bereits sinnvoll in Lernprozesse integriert. 49–60 Punkte: Ihre Organisation verbindet Technologie, Lernqualität und Verantwortung auf hohem Niveau.

aeB Schweiz – Lernwege für professionelle Erwachsenenbildung

Die aeB Schweiz ist die einzige Höhere Fachschule für Erwachsenenbildung in der Schweiz. Sie qualifiziert Fach- und Führungspersonen, die Lernprozesse in Organisationen, Betrieben, Schulen und Verwaltungen gestalten. Im Zentrum stehen erfahrungsbasierte und transferorientierte Lernprozesse.

Die aeB verbindet Präsenz-, hybride und digitale Formate und integriert KI dort, wo sie Lern- und Bildungsarbeit wirksam unterstützt. Das Angebot reicht von SVEB über CAS und MAS bis zu Diplomabschlüssen sowie den Titelzusätzen Professional Bachelor und Professional Master.

Zu den Autoren

Katharina Kurtz ist Bildungsverantwortliche der aeB Schweiz. Ihr Fokus liegt auf Future Learning, Future Skills und verantwortungsvoller Technologieintegration.

E-Mail: katharina.kurtz@aeb.ch

Donatus Berlinger ist Geschäftsführer der aeB Schweiz. Er verbindet didaktische Präzision mit Innovationspraxis. Sein Fokus liegt auf wirksamen Lern- und Bildungsprozessen, bei denen Transfer nicht dem Zufall überlassen wird, sondern bewusst gestaltet ist. E-Mail: donatus.berlinger@aeb.ch

«Qualität entsteht nur dort,

wo der Mensch sich zugehörig fühlt»

Der Fachkräftemangel ist das Dauerthema der Schweizer Wirtschaft. Doch wie tiefgreifend sind die strukturellen Probleme wirklich und welche Rolle spielen dabei moderne Partnerschaften zwischen Personaldienstleistern und der Industrie? Ein Gespräch mit Benjamin Hügli, Managing Director bei Manpower Schweiz, und Laura Früh, Head of Human Resources & Legal bei der Früh Verpackungstechnik AG. Herr Hügli, man kann heute kaum über die Schweizer Wirtschaft sprechen, ohne den Fachkräftemangel zu adressieren. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?

Benjamin Hügli: Wir nehmen den Mangel absolut wahr – und das nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren. Er ist eine Realität, die unsere Kunden und fast alle Unternehmen in der Schweiz schmerzhaft spüren. Unsere Studien untermauern das: Ganze 78

Prozent der hiesigen Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen adäquat zu besetzen. Doch man muss die Lage differenziert betrachten. Einerseits fehlen schlichtweg spezifische Skills. Andererseits sehen wir im Tagesgeschäft, dass viele Rekrutierungsprozesse noch immer wie vor 20 Jahren ablaufen. Da wird nach dem «Check the Box»-Prinzip verfahren, CV-Parsing betrieben und starr nach Mustern gesucht. Oft ist es auch eine Zeitfrage, denn es gibt durchaus wieder mehr Suchende auf dem Markt. Die Skills wären also teilweise vorhanden, aber die Rekrutierungsabteilungen sind oft überfordert oder es mangelt an den nötigen Mitteln und der Reichweite, um diese Talente auch wirklich zu finden.

Mit welchen Dienstleistungen steuert Manpower hiergegen und wo setzen Sie strategisch an?

Benjamin Hügli: Wir verfolgen verschiedene Ansätze, um die zwei Haupttreiber zu neutralisieren: den demografischen Wandel – also das Ausscheiden erfahrener Fachkräfte – und den Umstand, dass zu wenige junge Talente nachrücken. Es stellt sich die fundamentale Frage, ob angesichts neuer geforderter Kompetenzen überhaupt genügend neue Leute in den Markt kommen. Unsere Einschätzung ist klar: Wir müssen den Fokus stärker auf die bereits erwerbstätige Bevölkerung legen. In vielen Firmen schlummert enormes Potenzial bei Mitarbeitenden, deren aktuelle Skills vielleicht weniger relevant sind als zum Zeitpunkt ihrer Einstellung. Hier setzen wir an. Wir führen Assessments durch, identifizieren Potenziale und ebnen Wege für konsequentes Reskilling und Umschulungen. Diese Ausgabe richtet sich primär an den Industriesektor. Wie sieht dort die konkrete Unterstützung aus?

Benjamin Hügli: Nehmen wir Polymechanikerinnen und -mechaniker: Diese Fachkräfte können sich ihren Arbeitgeber heute aussuchen. Darum ist

Des essenziell, Unternehmen auch dabei zu unterstützen, ihre Attraktivität im Markt hervorzuheben. Darum unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre «Employer Value Proposition» (EVP) zu schärfen. Der Lohn ist in diesem Zusammenhang zwar wichtig, aber längst nicht mehr das einzige Kriterium. Gerade für junge Talente ist auch die Sinnhaftigkeit der Arbeit entscheidend. Wir arbeiten hier eng und langfristig mit den Firmen zusammen, um diese Werte sicht- und spürbar zu machen.

Wie sieht die «Customer Journey» aus, wenn ein Unternehmen mit Manpower zusammenarbeiten möchte?

Benjamin Hügli: Wir setzen auf eine vertrauensvolle Basis. Wir wollen und müssen die Bedürfnisse von A bis Z verstehen. Ein «Worst Case» – also eine Kandidatin oder ein Kandidat, der nicht passt – muss unbedingt vermieden werden, da dies alle Prozesse zurückwirft. Deshalb sind wir viel bei Kundenbetrieben vor Ort, führen spezifische Tests durch und eruieren die exakten Anforderungen, wie wir es auch bei Früh Verpackungstechnik tun.

Frau Früh, als Head of HR & Legal bei der Früh Verpackungstechnik AG verantworten Sie das Talentmanagement eines traditionsreichen Industrieunternehmens. Wo orten Sie konkrete Challenges und warum setzen Sie auf die Kooperation mit Manpower?

Laura Früh: Wir entwickeln komplexe und flexible Verpackungslösungen, primär für die Medizinal- und Pharmaindustrie. Da geht es um regulatorische Anforderungen auf höchstem Niveau und letztlich um den Schutz von Menschenleben. Dieses Qualitätsbewusstsein müssen alle unsere über 600 Mitarbeitenden verinnerlichen. Seit 2009 arbeiten wir mit Manpower zusammen, um unseren Temporärbedarf von etwa sechs Prozent zu decken. Diese Fachkräfte sind essenziell, um unsere Produktionsspitzen abzufedern. Unsere zentrale Herausforderung

ist die hohe Volatilität der Auftragseingänge: Wöchentlich werden mehrere 100 000 Produkte angeliefert, unter Reinraumbedingungen verpackt –und das alles innerhalb einer Woche. Um in diesen Schwankungen zu bestehen, brauchen wir Manpower als starken Partner, der nicht nur den Erstkontakt übernimmt, sondern auch unser Anforderungsprofil von Beginn weg bei der Kandidatensuche prüft. Apropos Zukunft: Welche Entwicklungen werden Ihre Branche in Zukunft prägen? Benjamin Hügli: Zentral ist die Frage, wie Mensch und Automatisierung kompatibel bleiben. Geschwindigkeit ist entscheidend und KI wird eine grosse Rolle spielen. Aber der menschliche Teil bleibt essenziell. Wir würden niemals einen Kandidaten ungesehen zu Früh Verpackungstechnik schicken – dieser «Hands-on-Approach» ist unser Kernwert. Die Frage lautet: Welchen Mehrwert bietet der Mensch künftig und wie bringen wir diesen gewinnbringend zu den Kunden?

Laura Früh: Wir setzen auf eine tiefe vertikale Integration – wir machen fast alles unter einem Dach. Für die Zukunft bedeutet das, die hohen Kundenbedürfnisse weiterzuentwickeln und zusätzliche Services auszugestalten. Aber Qualität entsteht am Ende nur dort, wo sich der Mensch zugehörig fühlt. Wir wollen daher einen Kontext schaffen, in dem sich temporär Mitarbeitende wohlfühlen. Unser Ziel ist stets die langfristige Integration in den Betrieb und die kontinuierliche Weiterentwicklung.

Weitere Informationen unter: manpower.ch/joblog

HKS Förderungstechnik AG • Brandreport

Sichere Prozesse und intelligentes Lastenhandling

ie HKS Fördertechnik AG, seit über 40 Jahren Spezialistin für sichere und effiziente Materialflusslösungen und exklusiver Generalimporteur der MasterMover-Elektroschlepper für die Schweiz, präsentiert neue Wege für ergonomisches und kollisionsfreies Lastenhandling. Das Unternehmen unterstützt Gewerbe, Industriebetriebe und die öffentliche Hand in der ganzen Schweiz mit modernster Technik, fundierter Beratung und umfassenden Serviceleistungen – für mehr Sicherheit, Effizienz und Produktivität entlang der gesamten innerbetrieblichen Logistikkette.

In zahlreichen Branchen – von Produktion über Logistik bis hin zu Montage und Pharma – werden schwere rollbare Lasten nach wie vor manuell bewegt. Diese Vorgänge bergen hohe Risiken für Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE), Ermüdung sowie Kollisionen, insbesondere bei engen Platzverhältnissen oder repetitiven Bewegungsabläufen.

Als langjähriger Partner der Schweizer Industrie hat die HKS Fördertechnik AG es sich zur Aufgabe gemacht, solche Gefährdungen durch intelligente Mechanisierung nachhaltig zu reduzieren.

MasterMover – sichere Kraft für anspruchsvolle Transportprozesse Das umfangreiche Sortiment an Elektroschleppern von MasterMover wurde entwickelt, um schwere Lasten bis zu 70 000 kg mühelos und kontrolliert zu bewegen. Die leistungsstarken, kompakten Maschinen eliminieren die manuelle Handhabung und gewährleisten gleichzeitig einen konstanten, störungsfreien Materialfluss.

Die HKS Fördertechnik AG begleitet Unternehmen dabei ganzheitlich: von der Analyse der bestehenden Prozesse über die Auswahl der geeigneten Schlepperlösung bis hin zur Integration, Schulung und langfristigen Wartung.

Vielseitiges Sortiment für jede Branche –unterstützt durch HKS-Know-how Als Generalimporteur bietet die HKS Fördertechnik AG das komplette MasterMover-Portfolio an:

– Mitgängergeführte Elektroschlepper wie der SmartMover für kompakte, enge Arbeitsbereiche

– Ferngesteuerte PowerSteered-Modelle für maximale Sicht und ideal bei grossvolumigen Lasten – Automatisierte FTS-Systeme, die präzise und reproduzierbare Transportprozesse sicherstellen

Alle Geräte verfügen serienmässig über modernste Sicherheitsfeatures wie Notaussysteme, automatische Bremsen und Warnsignale. Hydraulische Kupplungen sorgen für maximale Stabilität während der Bewegung. Dank intuitiver Bedienung kann das Personal ohne speziellen Führerschein sicher und effizient arbeiten.

Für HKS steht im Zentrum, Lösungen bereitzustellen, die Sicherheit, Ergonomie und Wirtschaftlichkeit in Schweizer Betrieben nachhaltig steigern.

Erfolgsgeschichten aus der Industrie – weltweit bewährt, lokal unterstützt von HKS: SBB – Schweizerische Bundesbahnen

MasterMover TOW 600 SE von HKS – leistungsstark, zuverlässig und sicher im Publikumsbereich

Für den Einsatz im anspruchsvollen Publikumsbereich setzt die HKS auf den MasterMover TOW 600 SE – einen besonders leistungsfähigen und sicheren Handschlepper, der speziell für maximale Kontrolle und Zuverlässigkeit entwickelt wurde.

Der TOW 600 SE ist mit zwei unabhängigen Antriebsmotoren ausgestattet, bei dem jedes Antriebsrad über einen eigenen Motor verfügt. Ein präziser Lenkwinkelsensor synchronisiert beide Räder automatisch, was nicht nur für ein ausgesprochen harmonisches Fahrverhalten sorgt, sondern auch eine integrierte Differenzialsperre ermöglicht. Damit bleibt das Gerät selbst unter schwierigsten Bedingungen jederzeit spurtreu und stabil.

Sowohl das Fahren als auch das Abbremsen werden über die Antriebsmotoren gesteuert. Durch Gegenstrombremsung wird der Schlepper sanft und kontrolliert abgebremst – für maximale Sicherheit. Selbst bei Nutzlasten bis 800 kg bewältigt der TOW 600 SE Steigungen von 15 Prozent problemlos und überzeugt durch kraftvolle Beschleunigung und präzise Bremsleistung. Dies gilt ebenso auf nassen oder verschmutzten Böden, egal ob im Gefälle oder an Anstiegen. Beim vollständigen Stopp aktiviert sich automatisch die elektromagnetische Feststellbremse, die für sichere Standfestigkeit sorgt.

Die Energieversorgung erfolgt über eine wartungsfreie Batterie mit integriertem Ladegerät – ein entscheidender Vorteil für die SBB, die die Geräte lediglich einmal pro Jahr für Wartungsarbeiten an HKS übergeben kann. Gleichzeitig überzeugt der TOW 600 SE mit einem ausgesprochen attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Summe all dieser Vorteile führte letztlich dazu, dass HKS als Gewinner aus dem Ausschreibungsverfahren hervorgegangen ist – ein weiterer Beleg für technische Kompetenz, Qualität und Kundennähe.

HKS Fördertechnik AG – die Partnerin für modernes, sicheres Lastenhandling Mit ihrer tiefen Marktkenntnis, der starken Serviceorganisation und dem exklusiven Zugang zum kompletten MasterMover-Sortiment ist die HKS Fördertechnik AG die erste Adresse für Unternehmen, die:

– Risiken durch manuelle Lastenbewegungen reduzieren – ergonomische Arbeitsplätze schaffen

Prozesse automatisieren oder vereinfachen möchten – Effizienz und Sicherheit zugleich steigern wollen

Für alle, die repetitive und kraftintensive Transporte in risikoarme Abläufe transformieren möchten, sind die Elektroschlepper von MasterMover – unterstützt durch die Expertise von HKS – der direkte und wirkungsvolle Schritt zu mehr Sicherheit und Produktivität.

Weitere Informationen unter: hks-stapler.ch

Laura Früh
Head of Human Resources & Legal Früh Verpackungstechnik

Die smarte Fabrik und ihre Rolle in der Zukunft des Industriestandorts

Globale Lieferketten werden volatiler und der technologische Fortschritt nimmt zu. Diese Entwicklungen wandeln die traditionelle Fabrikhalle in ein hochintelligentes, autonomes Ökosystem um. Nur: Während die Chancen der Smart Factory zwar bestechend sind, fehlt es auf dem Weg dorthin nicht an Herausforderungen.

Was ist genau gemeint, wenn man von der smarten Fabrik spricht? Bei der «Smart Factory» handelt es sich um eine Produktionsumgebung, in der Fertigungsanlagen und Logistiksysteme ohne menschliche Einmischung weitgehend autark agieren und sich selbst optimieren. Die technologische Basis bildet das sogenannte «Cyber-Physische System» (CPS). Hierbei verschmelzen physische Maschinenkomponenten mit digitalen Softwarestrukturen. Auf diese Weise entsteht ein Netzwerk, in dem jedes Bauteil, jede Maschine und jedes Transportmittel über das Internet der Dinge (IoT) miteinander kommuniziert. Die wesentlichen Säulen einer Smart Factory umfassen vier Kernbereiche. Beim ersten handelt es sich um die vollständige Vernetzung und Echtzeit-Daten: Sensoren erfassen in Millisekunden Daten über Maschinenzustände, Warenbestände, Energieverbräuche und Umweltfaktoren. Diese Daten werden nicht nur gesammelt, sondern unmittelbar verarbeitet, um den Produktionsfluss zu steuern. Kernbereich Nummer zwei betrifft den «Digitalen Zwilling» (Digital Twin): Jedes physische Asset besitzt ein digitales Ebenbild. Dies erlaubt es, Produktionsprozesse in einer virtuellen Welt zu simulieren und zu optimieren, bevor ein Handgriff in der realen Fabrik getätigt werden muss. Somit werden Engpässe antizipiert, noch bevor sie entstehen. Und dank Machine Learning sowie KI (Kernbereich drei) erkennen die Systeme Muster, die auf einen drohenden Defekt hinweisen (Predictive Maintenance). Die Maschine «weiss» also, wann sie gewartet werden muss, wodurch ungeplante Stillstandzeiten nahezu eliminiert werden. Zu guter Letzt zeichnet sich die Smart Factory durch ihre modulare Agilität aus: Die starre Fliessbandfertigung gehört der Vergangenheit an, fest installierte Linien werden durch

Brandreport • Suissedigital

flexible Fertigungsinseln und fahrerlose Transportsysteme (AGVs) ersetzt, die sich dynamisch auf neue Produkttypen und variierende Losgrössen anpassen lassen.

Hebel für den Industrieplatz Schweiz

Die Schweiz steht vor einer paradoxen Herausforderung: Sie muss trotz des weltweit höchsten Lohnniveaus, eines chronischen Fachkräftemangels und der Belastung durch den starken Franken ein führender Produktionsstandort bleiben. Gleichzeitig machen ihr aktuelle Entwicklungen zu schaffen: Gemäss Swissmem entfalteten im dritten Quartal 2025 die US-Zölle ihre volle negative Wirkung: Die Exporte der TechIndustrie in die USA sanken gegenüber dem Vorjahresquartal um 14,2 Prozent. Besonders hart trafen die Zölle die Hersteller von Werkzeugmaschinen (minus 43 Prozent). In diesem Spannungsfeld fungiert die Smart Factory nicht nur als technologisches Upgrade, sondern als existenzieller strategischer Enabler.

In der klassischen Produktion korreliert der Output oft direkt mit dem Personaleinsatz. In der Smart Factory wird diese Koppelung aufgebrochen: Durch den massiven

Einsatz von Robotik und kollaborativen Systemen (Cobots) sinkt der Anteil repetitiver, manueller Tätigkeiten drastisch. Dies kompensiert die hohen Schweizer Lohnkosten und ermöglicht ein rentables Reshoring. Unternehmen, die ihre Produktion einst in Niedriglohnländer ausgelagert haben, finden in der hoch automatisierten Smart Factory Argumente, um die Fertigung zurück in die Schweiz zu holen – näher an die Forschungsabteilungen und näher an die europäischen Absatzmärkte.

Von der Massenware zur profitablen «Losgrösse 1»

Die Schweizer Industrie – von der Uhrenproduktion über die Medizintechnik bis hin zum Präzisionsmaschinenbau – ist auf hochkomplexe Nischenprodukte spezialisiert. Die Smart Factory ermöglicht hier die sogenannte «Mass Customization». Das bedeutet, dass kundenindividuelle Produkte mit der Effizienz und zu den Kosten einer Massenfertigung produziert werden können. Ein Medizintechnikunternehmen kann beispielsweise massgeschneiderte Implantate automatisiert herstellen, ohne dass die Umrüstzeiten der Maschinen die Marge «auffressen». Diese

Agilität ist ein massiver Standortvorteil gegenüber Regionen, die auf starre Grossserien fokussiert sind. Auch der ökologische Fussabdruck wird für globale Kunden und Investoren zunehmend zum Entscheidungskriterium. Die Smart Factory ist per Definition ressourceneffizient: KI-gesteuerte Energiemanagementsysteme senken den Stromverbrauch drastisch, während die präzise Sensorik den Materialausschuss minimiert. Für ein Land wie die Schweiz, das sich zu Netto-Null-Zielen bekennt, ist die intelligente Fabrik das Werkzeug, um Ökologie und Ökonomie zu versöhnen. «Green Manufacturing» wird so zum Gütesiegel «Made in Switzerland».

Die Schweiz als Schaufenster der Industrie 4.0

Warum ist gerade die Schweiz prädestiniert für die Vorreiterrolle in diesem Bereich? Es ist die besondere Symbiose aus erstklassiger Forschung und industrieller Tradition. Die hiesigen Bildungsinstitutionen sowie spezialisierte Fachhochschulen liefern die technologischen Durchbrüche in den Bereichen Robotik und KI. Gleichzeitig verfügt die Schweiz über einen KMU-Sektor, der für seine Innovationskraft und Präzision weltbekannt ist. Die grösste Hürde auf dem Weg zur flächendeckenden Smart Factory ist heute weniger die Technologie selbst, sondern der kulturelle Wandel. Es bedarf einer neuen Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Fachkräfte werden weniger für die Bedienung von Maschinen benötigt, sondern vielmehr für deren Überwachung, Programmierung und die kontinuierliche Prozessoptimierung. Das Schweizer Bildungssystem mit seiner dualen Ausbildung bietet hierfür die perfekte Basis, um die Industriemitarbeitenden der Zukunft hervorzubringen.

Text SMA

Attraktive Angebote für KMU

Die rund 170 Mitglieder von Suissedigital adressieren mit ihren Angeboten zunehmend auch KMU. Im Vordergrund stehen dabei Dienstleistungen in den Bereichen Konnektivität, Kommunikation und Rechenzentren.

Dank der Digitalisierung können KMU ihre Prozesse effizienter gestalten und potenzielle Kunden leichter erreichen. Voraussetzungen dafür sind eine leistungsfähige Anbindung ans Internet, intelligente Kommunikationslösungen, eine sichere Vernetzung von verschiedenen Unternehmensstandorten und ein

zuverlässiger Kundendienst. All dies bieten die rund 170 lokal tätigen Suissedigital-Mitglieder. Eigene Rechenzentren vor Ort Einzelne Suissedigital-Mitglieder bieten zudem Dienstleistungen in den Bereichen Colocation und Rechenzentren, von denen KMU profitieren können. Dank Glasfaseranbindung und erstklassigen Sicherheitsmassnahmen wie Brandschutz, Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Notstromanlagen und abschliessbaren Racks eignen sich diese Rechenzentren zur Speicherung sensibler Daten.

Online-Test zur Sensibilisierung für Cybersecurity Mit zunehmender Digitalisierung steigt für die KMU das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Aus diesem Grund hat Suissedigital unter www.suissedigital.ch einen Online-Test lanciert, der KMU für das Thema Cybersecurity sensibilisiert.

Mit zunehmender Digitalisierung steigt das Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden.

Der Test ermöglicht eine Selbsteinstufung und im Laufe der Zeit einen Vergleich mit anderen KMU.

Informationen und Vernetzung am Suissedigital-Day 2026

Möchten Sie mehr wissen zu den KMU-Angeboten der Suissedigital-Mitglieder? Informieren Sie sich bei Ihrem lokalen Kommunikationsunternehmen unter www.suissedigital.ch/kmu oder besuchen Sie den Suissedigital-Day 2026, der am 19. November 2026 im Kursaal in Bern stattfindet. An diesem Anlass treffen sich rund 400 Vertreterinnen und Vertreter von Telekommunikations- und IT-Unternehmen mit KMU zu Networking und Austausch. Auf dem Programm stehen spannende Referate zu aktuellen Digitalisierungsthemen.

Weitere Informationen und Anmeldung: info@suissedigital.ch oder Tel. +41 31 328 27 28

«Wir

müssen technologisch immer einen Schritt voraus sein»

Nachhaltigkeit, Digitalisierung und der globale Wettbewerb fordern die Kunststoff- und Verpackungsindustrie heraus. NetstalCEO Renzo Davatz erklärt, wie sich ein Schweizer Maschinenbauer in diesem Umfeld behauptet. Herr Davatz, Sie sind seit Jahrzehnten im Unternehmen. Was hat sich in der Kunststoff- und Verpackungsindustrie in dieser Zeit am stärksten verändert?

Die Kunststoffindustrie war immer stark kostengetrieben – entscheidend ist der Stückpreis. Das gilt heute noch genauso wie vor 20 oder 30 Jahren. Was sich jedoch deutlich verändert hat, sind die Regulierungen und die Nachhaltigkeitsdebatte. Themen wie Kreislaufwirtschaft und Recycling spielen heute eine viel grössere Rolle als früher. Gleichzeitig hat die Digitalisierung auch im Maschinenbau stark an Bedeutung gewonnen. Diese beiden Entwicklungen – Nachhaltigkeit und Digitalisierung – prägen unsere Branche heute am stärksten. Gerade im Verpackungsbereich ist Nachhaltigkeit ein grosses Thema. Kunststoff gilt oft als Umweltproblem. Wie tangiert das die Maschinenindustrie? Wichtig ist, dass die Nachhaltigkeitsdiskussion sachlich geführt wird. Kunststoff wird oft sehr kritisch betrachtet, dabei ist er in vielen Anwendungen ein sehr effizienter Werkstoff. Eine Kunststoffverpackung kann beim CO2-Fussabdruck deutlich

besser abschneiden als Glas oder Aluminium –vorausgesetzt, sie wird richtig eingesetzt.

Für uns als Maschinenbauer bedeutet die Nachhaltigkeitsdebatte vor allem eines: Sie ist ein Innovationsmotor. Wir arbeiten daran, Maschinen energieeffizienter zu machen und Technologien zu entwickeln, die den Einsatz von Recyclingmaterial ermöglichen. Gleichzeitig versuchen wir, den Materialverbrauch zu reduzieren. Wenn Verpackungen dünnwandiger werden, braucht es weniger Kunststoff. Damit sinkt automatisch auch der CO2-Fussabdruck.

Wo kann Ihr Unternehmen konkret zur Senkung des CO2-Fussabdrucks beitragen? Der grösste Hebel liegt im Materialeinsatz. Wenn wir es schaffen, eine Verpackung mit 15 bis 25 Prozent weniger Kunststoff herzustellen, reduziert sich der CO2-Fussabdruck entsprechend. Unsere Maschinen sind weltweit führend im Bereich dünnwandiger Verpackungen.

Ein Beispiel: Vor rund 20 Jahren wog ein Ein-LiterJoghurtbecher etwa 38 Gramm. Heute können wir einen vergleichbaren Becher mit rund 23 Gramm produzieren. Das ist eine massive Materialeinsparung.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Einsatz von Recyclingmaterial. Unsere neuesten Anlagen können beispielsweise PET-Vorformlinge aus 100 Prozent rezykliertem Material herstellen. Dazu kommen energieeffiziente Prozesse und digitale Lösungen, mit denen sich der Energieverbrauch weiter optimieren lässt.

Sie exportieren rund 95 Prozent Ihrer Maschinen weltweit. Wie behauptet sich ein Schweizer Maschinenbauer im globalen Wettbewerb?

Die Schweizer Maschinenindustrie befindet seit Jahren im permanenten Trainingslager. Denken Sie nur an den Frankenschock 2015 oder an die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten. Für uns bedeutet das: Wir müssen technologisch immer einen Schritt voraus sein.

Schweizer Unternehmen können selten über den Preis konkurrieren. Unser Wettbewerbsvorteil liegt in der Technologieführerschaft. Mit unseren Maschinen ermöglichen wir unseren Kunden, ihre Produkte möglichst effizient und kostengünstig herzustellen.

Ein weiterer Trend ist, dass wir nicht mehr nur einzelne Maschinen liefern, sondern komplette Produktionszellen – inklusive Werkzeug, Robotik und Peripherie. Ziel ist eine Anlage, die möglichst autonom läuft, einfach zu bedienen ist und rund um die Uhr zuverlässig produziert.

Welche Rolle spielen dabei Digitalisierung und künstliche Intelligenz? Digitale Technologien sind heute überall präsent. Auch bei uns nutzen Mitarbeitende Tools wie KI-basierte Anwendungen im Alltag wie beispielsweise in der Softwareentwicklung.

Spannend wird es vor allem in der Produktion. Schon vor rund zehn Jahren haben wir erste Ansätze umgesetzt, bei denen Maschinen ihre Prozesse selbst optimieren. Ein Beispiel: Ein optisches System misst kontinuierlich die Qualität eines produzierten Bauteils. Wenn sich Abweichungen zeigen, passt die Maschine automatisch ihre Einstellungen an.

Solche geschlossenen Regelkreise werden mit künstlicher Intelligenz künftig noch leistungsfähiger. Ziel ist eine Produktion, die sich weitgehend selbst überwacht und optimiert.

Welche Bedeutung hat der Standort Schweiz für Innovation und Qualität? Die Schweiz ist ein sehr guter Innovationsstandort. Das duale Bildungssystem und die enge Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der ETH oder Fachhochschulen sind grosse Vorteile. Gleichzeitig profitieren wir von stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Wichtig ist aber auch, dass wir uns nicht in Bürokratie verlieren. Zudem müssen wir schneller werden. Länder wie China bringen Produkte oft sehr schnell auf den Markt und verbessern sie laufend. Wir sollten unsere Stärke in Qualität und Präzision behalten, aber gleichzeitig mutiger und schneller handeln.

Blick in die Zukunft: Welche Entwicklungen werden die Kunststoffindustrie in den nächsten zehn Jahren prägen?

Das physische Produkt – also die Spritzgiessmaschine – ist technologisch bereits sehr ausgereift. Der nächste grosse Schritt liegt deshalb in der Integration. Maschinen werden stärker miteinander vernetzt und zu kompletten Produktionszellen zusammengeführt.

Diese Systeme kommunizieren miteinander, optimieren ihre Prozesse selbst und laufen zunehmend autonom. Digitalisierung und künstliche Intelligenz spielen dabei eine wichtige Rolle.

Unser Ziel ist eine Produktion, die einfacher zu bedienen ist, stabil läuft und rund um die Uhr zuverlässig arbeitet. Daran arbeiten wir sehr konkret, die ersten Lösungen werden wir bereits in naher Zukunft zeigen können.

Weitere Informationen unter: netstal.com

HighStep Systems AG • Brandreport

Mit Sicherheit nach oben

Wer Arbeit in der Höhe sicherer machen will, muss nicht nur Regeln befolgen, sondern den Zugang selbst neu denken: weniger Klettern, mehr Kontrolle, mehr Entlastung im Alltag. Genau dafür steht HighStep Systems AG, die sich seit Jahren auf Steigsysteme und Absturzsicherung spezialisiert hat und ihre Lösungen konsequent aus der Praxis heraus entwickelt. CEO Alexander Luft erklärt, wie sich Sicherheitsgefühl, Ergonomie und Effizienz im Einsatz verbinden lassen.

Herr Luft, am Anfang stand ein Sturz. Was hat er bei HighStep in Bewegung gesetzt? Der Vater des Gründers ist beim Kirschenpflücken von der Leiter gefallen. Für HighStep Systems entstand daraus ein klarer Auftrag: Wir wollten eine Alternative, bei der Menschen ihren Arbeitsplatz in der Höhe strukturell sicher, ergonomisch und effizient erreichen, ohne Risiko. Aus diesem Gedanken entstand die vertikale Schiene, die fest mit dem Bauwerk verbunden ist. An ihr ist man während des gesamten Aufstiegs durchgehend gesichert, statt den kritischen Teil des Weges ungeschützt zurückzulegen. Die Automatisierung ergab sich aus der Systemlogik: Die Schiene funktioniert dabei wie bei der Eisenbahn. Wenn der Weg erst einmal vorgegeben ist, kann der Aufstieg nicht nur verbessert, sondern konsequent automatisiert werden. Was macht Sicherheit bei Ihnen im Einsatz spürbar – auch unter schwierigen Bedingungen?

Jahr für Jahr passieren Tausende Unfälle. Die Branche altert und trotzdem bleibt die Arbeit ein echter «Knochenjob». Obwohl die Standards steigen, liest man in den Medien weiterhin regelmässig von schweren Kletterunfällen. Dabei ist dieses Risiko heute technisch vermeidbar. Unser System verringert die körperliche Anstrengung massiv und reduziert das Fallrisiko auf ein Minimum – der gefährliche Aufstieg muss schlichtweg nicht mehr Teil des Berufsalltags sein.

Spürbar wird das mit unserem System sofort: Der Aufstieg fühlt sich nicht mehr wie ein Balanceakt an, sondern wie ein kontrollierter Ablauf, auch unter Zeitdruck, bei Wind, Nässe oder in anspruchsvollen Umgebungen.

Was verändert sich im Alltag der Teams am deutlichsten?

Körperlich fällt die Belastung des Kletterns weg: Mit dem Lift kommt man ausgeruht am Arbeitsplatz an. Auch der manuelle Aufstieg ist ergonomischer gedacht – eher wie Treppensteigen, mit Ruheplattform und ohne typische Schulterbelastung. Mental sinkt der Stress, weil die Schiene sehr robust ist und die Sicherung konstant bleibt. In der Arbeit zeigt sich das in mehr Konzentration: Wer nicht erschöpft ankommt, arbeitet präziser und macht weniger Fehler. Zusätzlich kann der Lift Material transportieren, statt dass man mit Seilzügen arbeitet, die im Wind flattern und Lasten schwingen lassen.

Angesichts des Fachkräftemangels ist es entscheidend, die Arbeitsfähigkeit erfahrener Monteur:innen langfristig zu erhalten. Viele Expert:innen können den körperlich anspruchsvollen Aufstieg über herkömmliche Leitern nicht bis zum Rentenalter leisten, der Aufstieg wird so zum physischen und mentalen Grenzgang. Wer dieses Know-how in der Branche halten will, muss den Zugang zum Arbeitsplatz so gestalten, dass die physische Belastung minimiert und der Aufstieg zu einem kontrollierten, kraftschonenden Prozess wird. Auch als Arbeitgeber sende ich damit eine klare Botschaft: Wir nehmen Arbeitssicherheit ernst und geben unseren Mitarbeitenden die bestmöglichen Werkzeuge an die Hand.

Wo spielt der HighStep Lift als weltweit erster mobiler, akkubetriebener Servicelift seine Stärke in der Praxis aus?

Besonders stark wird der Lift in Situationen, in denen fixe Aufzüge nicht sinnvoll oder schlicht nicht möglich sind, wie an hohen Masten oder

an wechselnden Bauwerken. Die Schiene wird dauerhaft installiert, ein Lift kann dann viele Masten in einer Region bedienen, statt an jedem Mast eine eigene Lösung zu benötigen. Unser Lift wird teils schon in der Bauphase eingesetzt – etwa bei einem Seilbahnprojekt in Paris. Solche Einsätze zeigen schnell, was ein System aushalten muss: robuste Bauweise, zuverlässiger Betrieb im Freien, grosse Temperaturspannen und Lasten bis 150 kg. Genau für solche Rahmenbedingungen ist der Lift gebaut. Der Akku ist zudem auf lange Strecken ausgelegt und gewinnt beim Abwärtsfahren zusätzlich Energie zurück.

Mit welchen Ausgangslagen kommen Kunden zu Ihnen und was überzeugt im Betrieb am meisten?

Oft beginnt es mit einem konkreten Anlass: Leitern und bestehende Lösungen kommen ans Ende ihrer Lebensdauer, gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Normen und Standards beim Thema Absturzsicherung. Viele Betreiber suchen gezielt nach Alternativen, da Leitersteigen weder besonders sicher noch effizient ist. Im Betrieb überzeugt vor allem, dass unsere Schiene als Bauprodukt zertifiziert und damit wartungsfrei ist: Ein jährlicher Prüfintervall wie bei klassischen Steigschutzsystemen entfällt. Dazu kommt ein

integrierter Missbrauchsschutz – die Schiene lässt sich nicht einfach beklettern. In der Intralogistik hilft der Lift zudem, Störungen in Hochregallagern sicher zu beheben, auch unter harten Bedingungen wie in Tiefkühllagern oder in sauerstoffreduzierten Bereichen mit begrenzter Aufenthaltszeit. Am Ende zählt für viele: Klettern schafft keinen Mehrwert – die eigentliche Arbeit und Sicherheit schon.

Wo liegt die grösste Chance, Arbeit in der Höhe besser zu machen? Für mich liegt die Chance in einem Ansatz wie unserem, der zwei Probleme gleichzeitig löst: Wir reduzieren das Absturzrisiko und nehmen die körperliche Belastung beim Aufstieg raus, ohne Abstriche bei Verfügbarkeit und Leistung zu riskieren. Arbeiten in der Höhe wird es auch in Zukunft geben. Umso wichtiger ist, dass der Zugang dorthin nicht schon Kraft kostet, bevor die eigentliche Arbeit beginnt. Wenn Klettern wegfällt, bleibt mehr Zeit und Energie für das, was wirklich zählt – und Sicherheit wird zur Routine statt zur Mutprobe. So wird Höhenarbeit zum kontrollierten Prozess und Innovation zu einem Sicherheitsstandard, der im Alltag trägt. Interview Walter Nogueira

Weitere Informationen unter: highstepsystems.com

Alexander Luft CEO

Automation beginnt mit Daten

Automation verspricht schnellere Abläufe, stabilere Prozesse und mehr Transparenz. In der industriellen Praxis entscheidet heute jedoch oft nicht zuerst die Maschine über den Erfolg, sondern die Qualität der Daten, auf die sie zugreift. Wo Informationen aus Anlagen, Sensorik, Qualitätskontrolle und Unternehmenssystemen nur punktuell zusammenlaufen, bleibt das Potenzial von Automation begrenzt. Erst wenn Daten verlässlich, anschlussfähig und im richtigen Kontext verfügbar sind, lässt sich aus digitalen Systemen operative Wirkung ableiten.

Daten als industrielle Infrastruktur Daten sind nicht mehr bloss ein Nebenprodukt der Produktion. Sie werden zur Infrastruktur. Forschungsprogramme rund um Smart Manufacturing beschreiben diesen Zusammenhang als «Digital Thread»: Gemeint ist ein durchgängiger Informationsfluss vom Design über die Fertigung bis in Betrieb, Service und Qualitätssicherung. Der Nutzen liegt weniger in möglichst vielen Datenpunkten als in ihrer Nachvollziehbarkeit, Wiederverwendbarkeit und ihrem Bezug zum konkreten Prozess. Wer Produktionsschritte, Materialflüsse und Zustände konsistent abbildet, schafft die Grundlage dafür, Entscheidungen schneller und präziser zu treffen.

Genau hier zeigt sich, weshalb viele Automationsvorhaben komplexer sind als erwartet. In vielen Betrieben existieren Daten weiterhin in Silos: auf der Maschine, im Leitsystem, im MES, im ERP oder bei externen Partnern. Internationale Modelle wie ISA-95 versuchen, diese Trennung zwischen Shopfloor und Business-Systemen strukturiert zu überbrücken. Der Punkt dahinter ist grundlegend: Automation skaliert erst dann, wenn operative und betriebswirtschaftliche Informationen nicht nebeneinander stehen, sondern miteinander arbeiten.

Automation wird zur Disziplin, in der technisches Know-how, Prozessverständnis und Datenarchitektur zusammenkommen müssen.

Wenn Systeme dieselbe Sprache sprechen Ebenso zentral ist die Frage, ob Systeme dieselbe Sprache sprechen. Für den industriellen Datenaustausch haben sich Standards wie OPC UA etabliert, die herstellerübergreifende Kommunikation ermöglichen und Daten nicht nur transportieren, sondern in einen interpretierbaren Zusammenhang stellen. Diese semantische Ebene ist entscheidend. Eine Zahl allein automatisiert noch nichts. Relevant wird sie erst dann, wenn klar ist, worauf sie sich bezieht, in welchem Zustand sie erhoben wurde und welche Folge sie im Prozess auslösen soll.

Damit rückt ein Thema in den Vordergrund, das in der Euphorie rund um KI und die digital vernetzte Produktion gerne unterschätzt wird: Datenqualität. Fachstellen weisen darauf hin, dass industrielle KI und automatisierte Entscheidungen nur dann Mehrwert schaffen, wenn die zugrunde liegenden Daten genau, repräsentativ und kontextreich sind. Mehr Daten sind nicht automatisch bessere Daten. Unvollständige Zeitreihen, uneinheitliche Bezeichnungen oder fehlende Referenzwerte führen dazu, dass Modelle zwar rechnen, Prozesse aber nicht verlässlicher werden. Gerade in der Industrie, wo kleine Abweichungen grosse Wirkungen haben können, ist diese Unterscheidung entscheidend.

Brandreport • Compass Security Schweiz AG

Vom Datensatz zur Entscheidung Hinzu kommt ein praktischer Aspekt, der im Alltag oft über Erfolg oder Stillstand entscheidet: Daten müssen nicht nur vorhanden sein, sondern rechtzeitig ankommen. Für Produktionsplanung, Wartung oder Qualitätssicherung zählt, ob Zustände in Echtzeit oder zumindest mit minimaler Verzögerung sichtbar werden. Gerade für KMU wird das relevant, weil digitale Daten schneller ausgetauscht und in Echtzeit verfügbar gemacht werden können. Der Nutzen von Automation zeigt sich damit nicht erst in visionären Zukunftsszenarien, sondern bereits dort, wo Prozesse transparenter, Störungen früher erkennbar und Entscheidungen besser abgestützt werden. Für Unternehmen bedeutet das auch organisatorisch einen Perspektivenwechsel. Automation ist nicht nur ein Investment in Hardware oder Software, sondern in Datenmodelle, Verantwortlichkeiten und Schnittstellen. Wer Zuständigkeiten nicht klärt, Stammdaten nicht pflegt und Prozesswissen nicht sauber in Systeme überführt, automatisiert bestenfalls einzelne Arbeitsschritte, aber nicht den Gesamtprozess. Umgekehrt entstehen dort Effekte, wo Daten entlang der Wertschöpfung durchgängig genutzt werden können: in der Produktionsplanung, in der vorausschauenden

Wartung, in der Qualitätssicherung oder in der Optimierung von Energie- und Materialeinsatz. Interoperabilität wird zur Standortfrage Dass dieser Weg an Bedeutung gewinnt, zeigt auch der regulatorische Rahmen. Mit dem seit September 2025 anwendbaren EU Data Act rücken Zugang, Nutzbarkeit und Interoperabilität von Daten aus vernetzten Produkten stärker in den Fokus. Parallel treibt Europa gemeinsame Datenräume voran, um Daten zwischen Unternehmen und Sektoren vertrauenswürdig nutzbar zu machen. Für exportorientierte Industrieunternehmen wird damit noch klarer: Wer Daten nicht nur erhebt, sondern strukturiert teilen und nutzen kann, verbessert nicht nur Prozesse, sondern auch seine Zukunftsfähigkeit. Wie gross das Potenzial einer solchen Durchgängigkeit ist, zeigen Produktionsstandorte, die digitale Anwendungen konsequent im grossen Massstab einsetzen. Das World Economic Forum berichtet bei seinen «Lighthouse»-Standorten von klaren Fortschritten bei Produktivität, Qualität und Nachhaltigkeit. Entscheidend ist dabei weniger eine einzelne Technologie als das Zusammenspiel aus Datenbasis, Prozessverständnis und operativer Umsetzung. Automation ist deshalb zunehmend keine Frage isolierter Use-Cases mehr. Sie wird zur Disziplin, in der technisches Know-how, Prozessverständnis und Datenarchitektur zusammenkommen müssen. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht nicht dort, wo am meisten digitalisiert wird, sondern dort, wo Daten aus der Produktion in Echtzeit lesbar, im Betrieb verständlich und für Entscheidungen tatsächlich anschlussfähig sind. Erst auf dieser Basis wird aus Vernetzung produktive Automation.

Text Walter Nogueira

Smarte Industrie sicher vernetzt

Für vernetzte Komponenten und Anlagen gelten bald Sicherheitsvorgaben, deren Umsetzung spezielles Fachwissen erfordert.

M it der Digitalisierung und Vernetzung industrieller Anlagen steigen die Effizienz und Produktivität, gleichzeitig wachsen die Anforderungen an die Cybersicherheit. Sie sind Treiber für verschiedene Normen und internationale Standards, welche den Umgang mit digitalen Produkten regeln.

Cyberresilienz von smarten Anlagen stärken

Der europäische Cyber Resilience Act (CRA) legt verbindliche Sicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen fest, so auch für komplexe Industriesysteme wie smarte Fabriken (Industrie 4.0), Logistik- und Energienetze sowie für kritische Infrastrukturen. Auch Schweizer Unternehmen, die in die EU exportieren, müssen diese Vorgaben erfüllen.

Ein zentraler Grundsatz des CRA ist, dass Produkte von Anfang an sicher entwickelt und betrieben werden. Sicherheit muss als integraler Bestandteil eingebaut werden und in der Basiskonfiguration umgesetzt sein.

Die internationale Normenreihe IEC 62443 liefert dafür einen klaren Rahmen für Hersteller, Systemintegratoren und Anlagenbetreiber. Sie zeigt, wie industrielle Systeme sicher geplant, realisiert und betrieben werden können. Ziel ist es, die Verfügbarkeit der Systeme gegenüber Cyberangriffen abzusichern und einen störungsfreien Produktionsbetrieb zu gewährleisten.

Industrielle Cybersicherheit umsetzen Der CRA und die IEC-Normenreihe geben vor, was erreicht werden soll. Für das Wie, also für die Umsetzung der Normen, greifen viele Unternehmen auf externe Expertise zurück. Das Spektrum ist meist zu breit, um alle Themen inhouse abzudecken. Dabei stehen Fragestellungen im Fokus, die spezielles Fachwissen erfordern:

Was ist das Risiko? Welches Schutzniveau ist erforderlich?

IEC-62443-3-2 – Risikoanalyse und «Security Level Definition»: Ein elementarer Schritt ist die systematische Identifikation von Bedrohungen und Risiken sowie die Ableitung geeigneter Security-Levels.

Sicherheit ist integraler Bestandteil und muss in der Basiskonfiguration umgesetzt sein.

Diese Risikobeurteilung zur IT-Sicherheit ist Grundlage für alle weiteren Massnahmen.

Sind die Sicherheitsanforderungen auf Systemebene korrekt umgesetzt?

IEC-62443-3-3 – Sicherheitsanforderungen für Anlagen: Auf Systemebene müssen die Sicherheitsanforderungen in der Architektur realisiert werden. Für grössere Netzwerke sind Bereiche (Zones) nach ihrer Wichtigkeit und dem notwendigen Schutz zu definieren. Auch für die Übergänge (Conduits) zwischen den Bereichen sind geeignete Massnahmen zu definieren.

Erfüllen die einzelnen Komponenten die geforderten Sicherheitsvorgaben?

IEC-62443-4-2 – Sicherheitsanforderungen für IACS-Komponenten: Hier liegt der Fokus auf der Komponentenebene, wo Hardware, Firmware und Software geprüft werden. Dazu gehören technische Tests und Nachweise, die für Zertifizierungen relevant sind.

Um Produktionssicherheit und Verfügbarkeit nachhaltig zu gewährleisten, empfiehlt sich bei diesen Themen die Zusammenarbeit mit erfahrenen Spezialist:innen.

Weitere Informationen unter: compass-security.com/de/cra-iec

Wissensverlust stoppen: Wie KI und Datenbrillen Know-how sichern

Die Industrie steht vor einer ihrer grössten Herausforderungen: Wissen verschwindet. Mit der Pensionierung der BabyboomerGeneration verlieren Unternehmen jahrzehntelang aufgebautes Erfahrungswissen und dies oft schneller, als es dokumentiert werden kann. Gleichzeitig ist unklar, ob genügend Nachwuchs verfügbar ist, um dieses Wissen überhaupt zu übernehmen.

Doch selbst wenn Wissen dokumentiert wird, entsteht ein weiteres Problem: Die neue Generation arbeitet anders. Lange Handbücher und komplexe Dokumentationen passen nicht mehr zu einem Arbeitsalltag der Generation Z, die mit TikTok oder Snapchat grossgeworden ist. Sie sind es gewohnt, Wissen einfach, schnell und kompakt zu konsumieren. Die Folge: Wissen ist entweder nicht verfügbar oder wird nicht genutzt.

Vom Wissensverlust zur skalierbaren Expertise Genau hier setzen neue Technologien an. Die Kombination aus künstlicher Intelligenz durch die Software Inspect AR und industriellen Datenbrillen wie RealWear Arc 3 ermöglicht erstmals, Wissen nicht nur zu dokumentieren, sondern skalierbar und effizient zugänglich zu machen. Der entscheidende Unterschied: Wissen wird direkt dort erfasst, wo es entsteht: bei der Ausführung der Arbeit.

Erfahrene Mitarbeitende setzen eine Datenbrille auf und führen ihre Tätigkeit wie gewohnt aus. Währenddessen wird der gesamte Prozess

aus der Ich-Perspektive via Video aufgezeichnet. Parallel erklären die Expertinnen und Experten die einzelnen Schritte mit beiden Händen frei.

Im Hintergrund verarbeitet künstliche Intelligenz diese Daten automatisch: – Strukturierung der Arbeitsschritte – Erstellung von Titeln und Beschreibungen – Extraktion relevanter Bilder – Generierung kurzer, präziser Video-Sequenzen

Das Ergebnis sind interaktive und multimediale Schritt-für-Schritt-Anleitungen – ohne manuellen Dokumentationsaufwand.

Zehnmal effizienterer

Wissenstransfer mit Inspect AR

Was früher Stunden oder Tage an Nachbearbeitung erforderte, entsteht heute nahezu automatisch in wenigen Minuten. Natürlich war es auch früher möglich, Videos aufzunehmen und Schulungsunterlagen zu erstellen. Doch der Aufwand war so hoch, dass es im Alltag kaum umgesetzt wurde.

Mit KI verändert sich genau das: Wissen wird nicht mehr nachträglich dokumentiert – sondern entsteht parallel zur Arbeit. Alle Mitarbeitenden sind somit Wissensträger und können ihre Expertise für das Unternehmen teilen. Davon profitieren alle, vor allem aber die nächsten Generationen. Sie können jederzeit und an jedem Ort via Smartphone oder Datenbrille Wissen aufrufen. Ein kurzes Video mit Audiokommentar sagt mehr als zehn Seiten Text.

Assistenz statt Dokumentation mit Industrial Agents Künstliche Intelligenz kann Mitarbeitende aber nicht nur informieren, sondern aktiv unterstützen – ähnlich wie Assistenzsysteme im Auto.

Während der Ausführung erkennt Inspect AR Situationen und gibt Hinweise: – fehlende Arbeitsschritte – potenzielle Fehler – sicherheitsrelevante Auffälligkeiten

DDie Mitarbeitenden werden dadurch nicht ersetzt – sondern verstärkt.

RealWear Arc 3: Industrietauglich und sofort einsetzbar

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Hardware. Mit dem Launch der RealWear Arc 3 im November 2025 steht eine Datenbrille zur Verfügung, die speziell für den industriellen Einsatz entwickelt wurde. Die Brille, massgeblich von einem Schweizer Team in Bern entwickelt, ist robust, leicht und kompakt für die Hosentasche und der Akku reicht für eine komplette Schicht.

Besonders entscheidend: die extrem kurze »Time to Task«. Mitarbeitende setzen die Brille auf, geben einen Sprachbefehl und können innerhalb von Sekunden starten, ohne lange Schulung oder komplexe Bedienkonzepte.

Im direkten Vergleich zu früheren Ansätzen von Microsoft, etwa mit komplexer Gestensteuerung, stellt dies einen deutlichen Fortschritt dar und ist ein zentraler Faktor für echte Nutzerakzeptanz. Neben dem Wissenstransfer wird die Arc 3 auch erfolgreich für Remote Support, beispielsweise mit Microsoft Teams, eingesetzt. Dies lässt sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren mit hohen IT-Sicherheitsstandards.

«Für uns muss Technologie im industriellen Umfeld vor allem eines sein: sofort einsetzbar. Wie ein Werk zeug. Wenn Mitarbeitende eine Lösung nicht inner halb von Sekunden nutzen können, wird sie im Alltag nicht funktionieren. Genau hier setzt die Kombination aus Inspect AR und KI an – sie liefert echten Mehr wert ab dem ersten Einsatz, ohne Schulungsaufwand, robust und mit hoher Akzeptanz auf dem Shopfloor.» – Reto Grob, CEO Augment IT

ROI in der Praxis

Weitlweit führende Unternehmen wie Zaugg, Hirschmann und Spühl setzen Inspect AR bereits heute ein. Die Mehrwerte:

schnellere Problemlösung, keine Abhängigkeit von Expert:innen – Skalierbarkeit von Wissen

nachhaltige Sicherung von Know-how

Sie zeigen: Der Wandel ist keine Zukunftsvision – sondern Realität.

Firmen, die heute in diese Technologien investieren, erzielen nicht nur kurzfristige Effizienzgewinne, sondern schaffen die Grundlage für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

«Am meisten hat uns überrascht, wie schnell unsere Mitarbeitenden die RealWear‑Lösung mit dem KI‑Assistenten von Augment IT angenommen haben. Ohne Schulung setzten sie die Brille auf, gaben die ersten Sprachbefehle – und konnten sofort produktiv arbeiten. Gerade in unserem Remote‑Support‑Use Case, bei dem wir virtuell beim Kunden vor Ort sind, ist diese Hands‑free‑Bedie nung entscheidend. Sie verkürzt Reaktionszeiten, erhöht die Servicequalität und schafft für uns und unsere Kunden spürbaren Mehrwert» – Dominik Schmid, Leiter Produktmanagement & Kundendienst bei Zaugg AG

Fazit: Der Shopfloor wird zum intelligenten Assistenzsystem Die Verbindung von KI und Datenbrillen verändert die Spielregeln im industriellen Umfeld, weil Wissen nicht länger als statischer Inhalt behandelt wird, sondern als etwas, das sich dynamisch im Arbeitsprozess entfaltet. Es wird erfasst, aufbereitet und genau dort bereitgestellt, wo es gebraucht wird, ohne Umwege und ohne Zeitverlust. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Wissensträgern erheblich, während gleichzeitig Einarbeitungszeiten verkürzt und Know-how nachhaltig gesichert werden. Der Shopfloor wird damit Schritt für Schritt zu einer intelligenten Umgebung. Und alle Mitarbeitende werden innerhalb von Sekunden zu Expertinnen und Experten.

Weitere Informationen unter: inspect-ar.com

Primetrack AG • Brandreport

Private Cloud in der Industrie:

Souveränität als Wettbewerbsfaktor

Warum Schweizer Industrieunternehmen bei ihrer IT zunehmend auf Kontrolle statt Abhängigkeit von US-Lösungen setzen.

ie Industrie steht unter Druck. Produktionsprozesse werden digitaler, Lieferketten komplexer und regulatorische Anforderungen strenger. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von einer stabilen, sicheren und jederzeit verfügbaren ITInfrastruktur. Wer heute wettbewerbsfähig bleiben will, muss nicht nur produzieren, sondern auch innovieren.

Doch genau hier geraten viele Unternehmen an ihre Grenzen: Klassische On-Premises-Systeme sind oft zu starr, während Public-Cloud-Lösungen neue Fragen rund um Datensouveränität und Compliance aufwerfen. Die Antwort liegt für viele Industrieunternehmen in einem dritten Weg: Private Cloud auf Basis von Infrastructure-as-a-Service (IaaS).

Zwischen Effizienz und Kontrolle Industrieunternehmen benötigen heute eine IT, die zwei scheinbar widersprüchliche Anforderungen vereint: maximale Flexibilität und vollständige Kontrolle. Während Hyperscaler wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure enorme Skalierbarkeit bieten, bleibt für viele Unternehmen eine zentrale Frage offen: Wo liegen meine Daten und wer hat Zugriff darauf?

Gerade in der Schweiz und in regulierten Branchen ist diese Frage entscheidend. Themen wie Datenschutz, Compliance und der Umgang mit sensiblen Produktionsoder Kundendaten rücken immer stärker in den Fokus.

Datensouveränität wird zum strategischen Faktor

Mit dem zunehmenden Einsatz internationaler Cloud-Dienste wächst auch die Unsicherheit bezüglich rechtlicher Rahmenbedingungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem US Cloud Act. Viele Unternehmen möchten vermeiden, dass ihre Daten potenziell ausländischen Zugriffsmöglichkeiten unterliegen.

Eine Private Cloud mit Datenhaltung in der Schweiz schafft hier Klarheit: Daten bleiben innerhalb nationaler Grenzen, unter klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und höchsten Sicherheitsstandards. Für Industrieunternehmen bedeutet das: digitale Transformation ohne Kontrollverlust.

Innovation braucht souveräne Infrastruktur Die nächste Welle der Industrieinnovation wird von künstlicher Intelligenz getrieben. KI-Agenten optimieren Produktionsprozesse, erkennen Muster in Maschinendaten und automatisieren komplexe Entscheidungen in Echtzeit. Doch gerade beim Einsatz von KI stellt sich die Frage der Datensouveränität mit besonderer Schärfe: Sensible Produktionsdaten, Geschäftsgeheimnisse und proprietäre Modelle dürfen das Unternehmen nicht unkontrolliert verlassen.

Eine lokale Private Cloud bietet die ideale Grundlage, um KI-Agenten sicher und kontrolliert im eigenen Unternehmen zu betreiben. Auf ISO27001-zertifizierter Infrastruktur in Schweizer Rechenzentren wird Innovation möglich, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten aufzugeben.

Infrastructure-as-a-Service: die Basis moderner Industrie-IT

IaaS bildet das Fundament der Private Cloud. Unternehmen beziehen dabei Rechenleistung, Speicher und Netzwerkressourcen flexibel, ohne eigene Hardware betreiben zu

müssen. Das bringt entscheidende Vorteile:

– Skalierbarkeit: IT-Ressourcen wachsen mit dem Unternehmen

– Kostenkontrolle: Keine hohen Anfangsinvestitionen

– Verfügbarkeit: Stabiler Betrieb auch bei steigenden Anforderungen

– Entlastung: IT-Teams können sich auf strategische Themen konzentrieren

Gerade in der Industrie, wo Produktionssysteme rund um die Uhr laufen, ist eine zuverlässige Infrastruktur geschäftskritisch.

Sicherheit und Verfügbarkeit: Mehr als ein Versprechen Ein zentraler Erfolgsfaktor moderner Private-CloudLösungen ist die Kombination aus Datensicherheit und Ausfallsicherheit. Durch den Betrieb in hochverfügbaren

Schweizer Datacentern profitieren Unternehmen von georedundanter Datenhaltung, hochsicheren Rechenzentren und planbarer Performance auch bei Lastspitzen.

Damit wird IT vom Risikofaktor zum stabilen Rückgrat der Produktion.

Fazit: Infrastruktur wird zum Innovationsvorteil

Die Wahl der richtigen IT-Infrastruktur ist längst keine rein technische Entscheidung mehr. Sie beeinflusst

Innovationsfähigkeit, Geschwindigkeit und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Wer heute KI-Agenten lokal betreiben, Produktionsdaten souverän verwalten und gleichzeitig agil skalieren will, braucht eine Infrastruktur, die all das ermöglicht.

Private Cloud und IaaS bieten Industrieunternehmen die Möglichkeit, ihre IT flexibel zu skalieren, sicher zu betreiben und langfristig strategisch auszurichten. Unternehmen, die heute in eine souveräne und zukunftsfähige Infrastruktur investieren, schaffen die Grundlage für nachhaltigen Erfolg in einer zunehmend digitalen Industrie.

Die Primetrack AG unterstützt Unternehmen dabei, ihre IT-Infrastruktur zukunftssicher zu gestalten. Mit Fokus auf Private Cloud, Infrastructure-as-a-Service und Managed Services bietet Primetrack skalierbare Lösungen aus ISO-27001-zertifizierten Schweizer Datacentern für maximale Sicherheit, Verfügbarkeit und Flexibilität. Seit 2002 begleitet die Primetrack AG Kunden von ihrem Hauptsitz in Basel sowie den Standorten Luzern und Innsbruck bei IT-Infrastruktur, IT-Beratung und dem sicheren Einsatz moderner Technologien wie KI-Agenten.

Weitere Informationen unter: primetrack.ch

Stephan Fredrich CEO
«Das

Kaufmann

Ziel muss sein, den Menschen vollends von der Arbeit zu befreien»

Die Tastatur ist am Ende ihrer Lebenszeit angekommen. Wenn es nach Pascal Kaufmann geht, kommunizieren wir bald direkt über Gedanken mit unseren Geräten. Der KI-Unternehmer und Neurowissenschaftler spricht über die Symbiose von Mensch und Maschine und warum er überzeugt ist, dass Arbeit für den Menschen in Zukunft optional sein wird.

Interview Linda Carstensen Bild zVg

Herr Kaufmann, Sie sind Unternehmer und Neurowissenschaftler. Was treibt Sie in Ihrem Berufsleben stärker an: die wissenschaftliche Neugier oder der Wille, die Gesellschaft aktiv mitzugestalten? Ich glaube, man gestaltet die Gesellschaft, indem man neue Dinge entdeckt – sei es ein neuer Kontinent wie Kolumbus oder eben ein neues Medikament oder KI. Entdecken und Gestalten gehen für mich Hand in Hand.

Sie beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit künstlicher Intelligenz. Haben Sie eine persönliche Annahme über KI in dieser Zeit je revidieren müssen?

Ja, absolut. Ich hätte nicht erwartet, dass wir so schnell Systeme wie diese Large Language Models (LLM) entwickeln, die dem Ideal künstlicher Intelligenz bereits so nahekommen. Dass Nutzerinnen und Nutzer heute kaum mehr unterscheiden können, ob sie mit einem Menschen oder einer Maschine kommunizieren, hat mich überrascht. Der heutige Einsatz von GPT entspricht in vielem dem, was die Forschung seit Jahrzehnten zu erreichen versucht: Systeme, die für den Menschen schwierige Fragestellungen innert Sekunden mühelos lösen und so den menschlichen Fortschritt an sich enorm beschleunigen.

Oft wird in diesem Zusammenhang vom Übergang zur Industrie 5.0 gesprochen. Was unterscheidet diese neue Ära von der vorangegangenen Industrie 4.0?

In der Industrie 4.0 stand die Maschine, Effizienzsteigerung und vollständige Automatisierung von Prozessen im Zentrum. Industrie 5.0 rückt den Menschen wieder ins Zentrum und will ihn maximal entlasten. Bisher war es so, dass wir uns den Maschinen anpassen und ihre Logik lernen mussten. Das tolerieren wir immer weniger. Wenn ich für einen Staubsauger erst ein Handbuch studieren muss, nutze ich ihn gar nicht erst. Die Maschine muss den Menschen verstehen, nicht umgekehrt.

Handelt es sich bei Industrie 5.0 um einen echten Paradigmenwechsel oder eher um ein geschicktes Marketing-Wort?

Es ist eine reale Entwicklung am Arbeitsmarkt. Menschliche Arbeit wird teurer, Technologie günstiger. Wer heute Menschen für Arbeitsprozesse gewinnen will, muss attraktive Bedingungen bieten. Wir sehen das bei der Generation Z: Junge Bewerber:innen stellen Sinnfragen, wollen Teilzeit arbeiten und achten auf den ökologischen Abdruck. Niemand will nur ein Zahnrädchen im grossen Getriebe sein. Wenn wir den Menschen im Arbeitsprozess halten wollen, brauchen wir ergonomische und menschenzentrierte Systeme. Langfristig muss das Ziel jedoch sein, den Menschen vollends von Arbeit zu befreien. Das klingt nach einer radikalen Umkehrung unseres bisherigen Gesellschaftsmodells. Genau darum geht es: Arbeit sollte optional werden. KI soll uns von repetitiver Routine befreien, damit wir uns auf Dinge fokussieren können, die uns wirklich Freude bereiten oder wesentlich sind. Ich sehe nicht ein, weshalb Menschen heute noch Daten verarbeiten oder komplexe Entscheidungen fällen sollten, wenn eine Maschine das besser kann. Handwerk bleibt uns sicher noch länger erhalten, da humanoide Roboter hier noch etwas Zeit brauchen, im kognitiven Bereich allerdings ist die Befreiung von mühseliger Denkarbeit ein attraktives Ziel.

Trotz dieser Vision wirken Maschinen oft noch sehr starr. Wer ist eigentlich anpassungsfähiger: der Mensch oder der Computer?

Eindeutig der Mensch. Maschinen sind überhaupt nicht anpassungsfähig. Nehmen Sie mein Auto oder meinen Staubsauger: Ich muss mich verbiegen, um diese Geräte so zu bedienen, wie sie es verlangen. Menschen können sich zwar in fast jede Situation hineindenken, aber wir wollen dies nicht immer. Sich ständig für Technologie zu verbiegen, macht nicht glücklich. Auch Resilienz im psychologischen Sinne passt eigentlich nur auf den Menschen und nicht auf die Maschinenwelt. In der Industrie 5.0 müssen sich die Umgebungsparameter dem Menschen anpassen.

Man kann eine Entwicklung nur dann ethisch lenken, wenn man sie anführt und ganz vorne mit dabei ist.

– Pascal Kaufmann

China. Wer sensible Gesundheits- oder Bürgerdaten in amerikanische Systeme einspeist, verletzt geltendes Recht und die eigene Souveränität. Meist locken aufstrebende Schweizer Start-ups damit, dass «ihre» Server in der Schweiz stehen würden, wobei der Standort des Servers doch unerheblich ist. Was nur wenige wissen: Es hängt davon ab, ob ausländische Anbieter die Firma oder die betreffende Cloud kontrollieren, in welcher die Daten gehostet werden. SwissGPT wird effektiv auf Servern in Davos und Zürich gehostet, wobei AlpineAI der Schweizer Gesetzgebung untersteht und unabhängig von Gesetzgebungen aus den USA oder China ist. Selber nutzen wir Open-Source-Modelle und legen einen «Swiss Finish» darüber – das bedeutet, das System versteht Schweizerdeutsch, berücksichtigt die hiesige Gesetzgebung und folgt einem «Pro Human Design», während wir über den Source-Code verfügen und diesen auf eigener Hardware zum Laufen bringen. Erst vor wenigen Wochen schlug die Open-Source-Software Kimi K2.5 die bekannten Modelle wie ChatGPT in diversen Benchmarks, so betrachtet liegt SwissGPT stets an der Spitze, wenn es um Performance geht, da wir immerzu die besten Modelle im Hintergrund einsetzen können. Wo ziehen Sie bei der technischen Machbarkeit die Grenze der Verantwortung? In der Schweiz zieht der Gesetzgeber klare Grenzen, etwa bei automatisierten Diagnosen im Gesundheitsbereich, wo strikte ISO-Standards für Medizinprodukte gelten. Ich warne allerdings davor, die technische Machbarkeit künstlich einzuschränken. Wenn wir den Durchbruch nicht machen, machen es andere. Wir müssen an die Limiten dessen gehen, was in Europa zulässig ist, um die Technologie als Erste zu verstehen. Nur wer vorne mit dabei ist, kann die Vorteile nutzen und die Nachteile abfedern und überhaupt Einfluss darauf nehmen, wohin sich KI entwickelt und wer davon profitieren soll.

Was bedeutet der rasche Fortschritt in der KI für die Schweiz als Hochlohn- und Wissensstandort?

Eine riesige Chance. Wir sind als Hochlohnland so teuer, dass wir nur über maximale Automatisierung und viel Kreativität und Mut konkurrenzfähig bleiben können. Die Qualität der Chinesen und Amerikaner hat enorm aufgeholt; wir können uns nicht mehr nur auf das Label «Swiss Made» verlassen. KI zwingt uns dazu, eine der führenden Roboterflotten und KI-Systeme der Welt zu betreiben, um den Menschen für höherwertige Aufgaben freizustellen. Wir müssen diese Chance als Pioniere nutzen.

Wie sieht für Sie die ideale Symbiose zwischen Mensch und Maschine aus? Eine ideale Symbiose wäre eine Maschine, die meine Bedürfnisse erkennt, noch bevor sie mir selbst bewusst sind. Schon heute lassen sich aus Datenmustern wie Suchverhalten oder Zahlungsdaten erstaunlich präzise Rückschlüsse ziehen. Ich wünsche mir eine Zeit, in der Computer direkt meine Gedanken begreifen können. Dank der GPTTechnologie kann die Wissenschaft diesen «Braincode» bald knacken und direkt mit dem Gehirn interagieren.

Sie sind Neurowissenschaftler. Was ist die grösste Fehlannahme, die wir machen, wenn wir KI mit dem menschlichen Gehirn vergleichen?

Wir unterschätzen die Effizienz des Gehirns massiv. Unser Gehirn benötigt etwa 400 bis 500 Kalorien am Tag – das entspricht zwei bis drei Tafeln Schokolade. Um eine vergleichbare Rechenleistung mit KI zu erbringen, benötigen wir heute grossflächige Rechenzentren und Atomkraftwerke. Gleichzeitig ist das menschliche Gehirn eine «Nischen-Intelligenz». Wir sind eingeschränkt auf unsere biologische Welt und unsere gelernten Theorien. Eine echte KI könnte viel universeller

sein. Wenn wir den Braincode einmal geknackt haben, könnte eine KI Dinge lernen, die weit über unsere menschliche Nische und Begrenztheit hinausgehen. Wird KI in der öffentlichen Wahrnehmung also eher über- oder unterschätzt? Beides. KI wird überschätzt, wenn es um die Energieeffizienz oder deren Intelligenz geht. Aber wir unterschätzen KI in ihrer Innovationskraft. Ein KI-System hat Zugriff auf das gesamte Wissen der Menschheit. Der «Bausteinkasten» der KI für neue Erkenntnisse ist viel grösser als derjenige eines Menschen. In der Medizin schlägt ein KI-Doktor den menschlichen Arzt bereits heute oft signifikant bei Diagnosen. Interessanterweise sehe ich noch grosse Vorbehalte in der Akademie. Viele Professorinnen und Professoren tun GPT als «Spielerei» ab. Das ist eine offensichtliche Unterschätzung. Mit «SwissGPT» haben Sie eine eigene Schweizer KI-Anwendung lanciert. Was kann Ihr Produkt besser als die Konkurrenz aus dem Silicon Valley? SwissGPT macht entscheidende Dinge anders: Es überträgt keine Daten in die USA oder nach

Hat die Schweiz denn überhaupt die reale Gestaltungsmacht, um gegen die Giganten aus den USA und China zu bestehen? Absolut! Wir haben eine enorme Gestaltungsmacht. Denken Sie an Google Maps – diese Technologie stammt aus der Schweiz. Auch die Grundlagen für GPT wurden massgeblich in Zürich mitentwickelt. Das wegweisende Paper «Attention is all you need» hatte entscheidende Impulse aus dem Google-Forschungszentrum in Zürich. Grosse Konzerne wie Meta, Disney oder Boston Dynamics bauen hier Standorte auf, weil sie unser Know-how wollen. Die Schweiz ist eine KI-Nation und beeinflusst durch führende Top-Institutionen den globalen KI-Fortschritt. Dennoch liegt der Fokus in Europa oft auf der Regulierung. Ist das der richtige Weg? Ich bin kein Fan dieses Narrativs, dass die USA und China gestalten und Europa nur reguliert. Es sollte umgekehrt sein: Wir müssen zuerst gestalten, dann sinnvoll regulieren. Die Frage der Verantwortung ist schwierig, denn ich glaube, wir haben als Menschheit bislang keinen guten Job in Bezug auf Ethik gemacht, wenn man sich die aktuellen Kriege und Menschenrechtsverletzungen ansieht. KI-Regulierung ist im Vergleich dazu ein nachgelagertes Problem. Mein Fazit ist: Man kann eine Entwicklung nur dann ethisch lenken, wenn man sie anführt und ganz vorne mit dabei ist. Die Schweiz kann und soll als Pionierin KI an der Spitze mitgestalten und einsetzen.

Von Pilotprojekten zur produktiven KI: Warum Agenten jetzt den Unterschied machen

Dass KI kein Hype ist, ist schon länger klar. Die Frage bleibt, wie die Transformation in der Praxis gelingt. Für «Fokus» zeigen Markus Winterholer (Senior Specialist, AI & Cloud bei Microsoft) und Pascal Brunner-Nikolla (Head of Modern Work Switzerland bei Campana & Schott) auf, wie KI-Agenten in der Praxis Realität werden und wie die Reise zu den «digitalen Mitarbeitenden» aussehen kann.

Künstliche Intelligenz schafft Mehrwert in nahezu allen Branchen. Besonders im Industriesektor entwickelt sie sich zu einem entscheidenden Hebel für Produktivität, Effizienz und Innovation. In einem zunehmend komplexen wirtschaftlichen Umfeld – geprägt von volatilen Lieferketten, globalen Unsicherheiten, steigendem Kostendruck und dem zunehmenden Fachkräftemangel – unterstützt KI Unternehmen dabei, widerstandsfähiger zu werden und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Der Agent als Vorarbeiter in ressourcenintensiven Prozessen Wie der erfolgreiche Einsatz produktiver KI aussehen kann, lässt sich an einem von Campana & Schott betreuten Projekt aus der Baubranche gut nachvollziehen. Die Expert:innen der Management- und Technologieberatung haben einen Agenten entwickelt, der den zeitintensiven Screening-Prozess von Ausschreibungen unterstützt. «Der Agent unterstützt die Organisation beim Screening der Ausschreibungsunterlagen, indem er wichtige Daten (darunter auch die im NPK enthaltenen Normpositionen) automatisch herauszieht, strukturiert und mit den passenden Fundstellen ergänzt, um eine Entscheidungsgrundlage über die Teilnahme an der Ausschreibung zu schaffen», so Pascal Brunner-Nikolla. Was früher Tage dauerte, erledigt der Agent heute in wenigen Minuten und schafft damit Raum für die intensive Bearbeitung der wirklich erfolgversprechenden Ausschreibungen. Denn ein kleiner Fehler in der Einschätzung oder eine übersehene Auflage genügen, und es entstehen enorme Mehrkosten und Zeitverluste.

Das technologische Fundament für die Arbeit mit dem Agenten ist die Microsoft-Plattform. Die Plattform ist dabei ebenso breit wie tief: Von Microsoft Fabric als Datenplattform über Copilot Studio als Low-Code-Lösung bis hin zu Microsoft Foundry als KI-Plattform liefert sie alle Bauteile. Mit M365 Copilot im Zentrum steht die «Employee UI for AI», die sicherstellt, dass Mitarbeitende eine Oberfläche für die optimale Nutzung von KI erhalten. Gleichzeitig stellen Technologien wie Purview sicher, dass alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden können. «Für Grossunternehmen ist Microsoft 365 praktisch der De-facto-Standard», erklärt Brunner-Nikolla. «Auf dieser Basis können Agenten-Lösungen direkt in Copilot integriert werden.» Oder wie es Markus Winterholer ausdrückt: «Microsoft bietet ein umfassendes Lösungsökosystem, in dem wir uns mit bewährten Partnern agil bewegen, Innovationen vorantreiben und so Mehrwert für Kundenbetriebe aller Branchen und Grössen schaffen. Campana & Schott gehört zu den Partnern, die Lösungen nicht nur technisch umsetzen können, sondern auch die Nutzung im Unternehmen erfolgreich sicherstellen. Was elementar für den nachhaltigen Erfolg ist.»

KI als Wettbewerbssicherung

Die zugrunde liegende Herausforderung des beschriebenen Projekts stellt keinen Einzelfall dar, sondern ist symptomatisch für viele Industrien, deren Unternehmen am Limit ihrer manuellen Kapazitäten operieren. «Genau bei solchen

Viele Unternehmen haben die Phase der reinen Digitalisierung hinter sich gelassen und bewegen sich nun in Richtung einer datengetriebenen, industriellen Wertschöpfung.

– Markus Winterholer, Senior Specialist, AI & Cloud, Microsoft

Weitere Informationen unter: campana-schott.com und microsoft.com

FAQ: So adressiert Microsoft digitale Souveränität in der Schweiz Diskussionen über digitale Souveränität – also die Fähigkeit, sicher, unabhängig und selbstbestimmt an der digitalen Wirtschaft teilzunehmen – drehen sich oft um ähnliche Fragestellungen: Wo werden meine Daten gespeichert? Wer kann darauf zugreifen? Werde ich Zugang zu den neuesten Funktionen haben?

Die umfassenden Antworten hierzu findet man unter folgendem QR-Code:

Painpoints schaffen KI- und Copilot-Agenten Abhilfe», erklärt Pascal Brunner-Nikolla. Das Potenzial dafür ist enorm, denn «während es in den letzten Jahren hinsichtlich KI viel um Pilotprojekte und das Finden der richtigen Anwendungsfälle sowie das Enablement der Mitarbeitenden ging, verändert sich der Fokus nun spürbar in Richtung skalierbare Transformation der gesamten Organisation. Mit echten produktiven Anwendungsfällen, die Mitarbeitenden täglich Mehrwert liefern.»

Das Potenzial von KI-Agenten endet selbstverständlich nicht beim Ausschreibungsverfahren. Die Reise beginnt häufig mit der persönlichen Produktivität. Ob IT-Helpdesk oder HR-Abteilungen: Retrieval-Agenten können heute 60 bis 70 Prozent der gängigen Benutzeranfragen abwickeln. Anstatt Tickets zu eröffnen oder Ressourcen durch Chats und Nachfragen zu binden, liefert der Agent sofort die richtige Antwort aus dem unternehmenseigenen Wissenspool. Der nächste Schritt ist die Integration in die Business-Prozesse. Ein weiterer Clou der Plattform: Der Copilot ermöglicht nicht nur den Zugriff auf Daten innerhalb von M365, sondern wenn gewünscht auch auf Daten aus sicheren Drittsystemen. Dadurch entsteht eine konsolidierte und sichere Datenbasis,

die Geschäftsprozesse nachhaltig stabilisiert und zugleich die Grundlage für eine zukunftsweisende, automatisierte Wertschöpfung schafft.

Ein Blick über den Horizont Welche Schritte sollten Unternehmen als Nächstes gehen, nachdem sie Copilot und erste Agenten erfolgreich eingesetzt haben? Für Pascal Brunner - Nikolla führt der Weg über eine Agent - Factory, in der Agenten skalierbar entwickelt und betrieben werden. «Dafür braucht es klare Governance - Regeln und die reibungslose Integration von Drittsystemen», merkt er an. Markus Winterholer bringt eine weitere Perspektive dazu: Er sieht den Aufstieg von Agentic AI als neues Architekturprinzip. Es geht nicht mehr um isolierte Tools, sondern um orchestrierte Systeme, in denen spezialisierte Agenten gemeinsam planen, handeln und Entscheidungen treffen können – stets eingebettet in bestehende Prozesse. «Agentic AI wird daher überall dort eingesetzt, wo manuelle Kapazitäten heute an Grenzen stösst», prognostiziert er. Dabei ersetzt die KI aber nicht den Menschen. Sie ist vielmehr ein Verstärker für Business-Bereiche. «Unser Ziel ist es, Wissen verfügbar zu machen und Reaktionszeiten zu verkürzen – verantwortungsvoll, sicher und praxisnah.»

Der Agent unterstützt die Organisation beim Screening der Ausschreibungsunterlagen, indem er wichtige Daten (darunter auch die im NPK enthaltenen Normpositionen) automatisch herauszieht, strukturiert und mit den passenden Fundstellen ergänzt, um eine Entscheidungsgrundlage über die Teilnahme an der Ausschreibung zu schaffen.

– Pascal Brunner-Nikolla, Head of Modern Work Switzerland, Campana & Schott

Anbei einige oft gestellte Fragen und Antworten:

1. Welche souveränen Cloud-Lösungen stellt Microsoft in der Schweiz bereit? Microsoft bietet ein umfassendes Portfolio, um alle Anforderungen an die digitale Souveränität in der Schweiz zu erfüllen, darunter: – Sovereign Public Cloud: Umfassende Souveränitätsfunktionen – einschliesslich Datenresidenz, Verschlüsselungskontrollen und Verwaltung regulierter Umgebungen – sind in allen europäischen Regionen verfügbar, einschliesslich der Schweiz. Eine Migration in separate Rechenzentren ist nicht erforderlich.

– Sovereign Private Cloud: Für Unternehmen, die maximale operative Autonomie benötigen, ermöglichen Azure Local und Microsoft 365 Local die Ausführung von Workloads in kundenkontrollierten und lokal gehosteten Umgebungen mit einheitlicher Verwaltung und Sicherheit.

2. Wo werden Daten gespeichert und wer kann darauf zugreifen?

Für Schweizer Kunden sind der Speicherort ihrer Daten und die maximale Kontrolle darüber, wo sich die Daten befinden, wie auf sie zugegriffen wird und wie sie verarbeitet werden, von zentraler Bedeutung. Microsoft bietet mehrere, mehrschichtige Schutzmassnahmen. Ein interessantes Beispiel liefern die Schweizer Cloud-Regionen seit 2019: Microsoft betreibt Cloud-Regionen in der Nähe von Zürich und Genf, damit Kunden ihre Daten bei Bedarf innerhalb der Landesgrenzen speichern können und gleichzeitig die DisasterRecovery-Anforderungen erfüllen.

3. Erfordern Souveränitätskontrollen eine Migration oder schränken sie die Funktionalität ein? Mit Microsoft Sovereign Public Cloud aktivieren Kundinnen und Kunden Souveränitätskontrollen in bestehenden europäischen Regionen ohne Migration in separate Rechenzentren. Sie behalten dabei das volle Innovationspotenzial der Public Cloud.

Markus Winterholer Senior Specialist, AI & Cloud, Microsoft Schweiz
Pascal Brunner-Nikolla Head of Modern Work Switzerland, Campana & Schott, Microsoft MVP in Copilot + Agents

Effizienz durch Intelligenz: Wie die Industrie den Kreis schliesst

Die Schweizer Industrie steht an einem Wendepunkt. Jahrzehntelang folgte sie dem Prinzip «Take – Make – Waste». Dieses lineare Modell stösst aber an seine Grenzen. Steigende Rohstoffpreise, anfällige Lieferketten und ein wachsender regulatorischer Druck stellen es infrage. Immer stärker zeigt sich: Nachhaltigkeit ist kein Imageprojekt mehr, sondern eine Frage der wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit.

Was einst als ökologische Vision begann, entwickelt sich zur strategischen Notwendigkeit. Die Kreislaufwirtschaft wächst vom Schlagwort zur industriellen Leitidee. Ihr Ziel: Materialien im Umlauf halten und Ressourcen so effizient wie möglich nutzen. Dieses Denken verändert die DNA der Schweizer Industrie – vom Maschinenbau im Rheintal bis zu den Medtech-Clustern am Genfersee. Unternehmen erkennen: Wer Materialströme meistert, sichert sich Unabhängigkeit, Resilienz und Kostenvorteile.

Digitalisierung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft

Der entscheidende Treiber dieser Transformation ist die Digitalisierung. Erst die Werkzeuge der Industrie 4.0, also Sensorik, Datenanalyse und KI, machen die Kreislaufwirtschaft praktikabel, indem sie Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus verfolgbar machen.

Ein zentrales Beispiel ist der digitale Zwilling: ein virtuelles Abbild eines Produkts, das Materialdaten, Verbindungstechniken und Reparaturinformationen enthält. Bei einem Pumpenhersteller bedeutet das etwa, dass auch Jahre nach der Auslieferung bekannt ist, welche Legierungen oder Kunststoffe in seinem Produkt verbaut wurden. Diese Transparenz erlaubt es, Bauteile gezielt zu demontieren, wiederzuverwenden oder zu recyceln. Das «Design for Recycling» wird so von einer theoretischen Forderung zu einer datenbasierten Kennzahl der Produktentwicklung.

Auch das Internet der Dinge (IoT) rückt ins Zentrum. Sensoren überwachen Maschinen laufend und liefern Daten über ihren Zustand. Damit wird Predictive Maintenance möglich: Wartung nach Bedarf statt nach festen Intervallen. Die Maschine meldet selbst, wann ein Lager wirklich verschlissen ist. Das verlängert Lebenszyklen, reduziert Stillstände und senkt Materialverbrauch. Branchengrössen wie ABB oder die SBB erzielen so bereits deutliche Produktivitätsgewinne.

Brandreport • Solarmarkt GmbH

Vom Abfall zum Rohstofflager

Ein grosses Hindernis der Kreislaufwirtschaft war lange die Informationslücke. Niemand wusste genau, wo sich welche Materialien befanden oder in welcher Qualität sie vorlagen. Diese Intransparenz löst sich auf. In der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie entstehen digitale Plattformen, auf denen Hersteller, Zulieferer und Recycler Materialdaten in Echtzeit austauschen.

Dabei spielt der digitale Produktpass eine zentrale Rolle. Er dokumentiert Herkunft, Zusammensetzung und Reparaturhistorie eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus. Was früher ein komplexer Abfallstrom war, wird so zu einem planbaren Rohstoffkreislauf. Ein alter Elektromotor etwa wird zum wertvollen Depot für Kupfer und Seltene Erden. Also kein Ausschuss, sondern ein Asset. Regulatorisch passt die Entwicklung ins europäische Umfeld. Die EU führt den digitalen Produktpass schrittweise ein. Für Schweizer Exporteure wird er zum Eintrittsticket in den Binnenmarkt. Wer seine Produkte digital rückverfolgbar macht,

erfüllt nicht nur künftige Regulierungen, sondern optimiert bereits heute seine eigene Lieferkette.

In der Bau- und Chemieindustrie zeigt sich dieselbe Dynamik. KI-gesteuerte Sortieranlagen ermöglichen es, Kunststoffe oder Bauschutt sekundengenau zu erkennen und zu trennen. Je genauer diese Prozesse, desto höher die Reinheit und damit der Marktwert der gewonnenen Sekundärrohstoffe. Recycling wird so zum hochprofitablen Geschäftsbereich.

Neue Geschäftslogik statt alter Besitzmodelle Der technologische Wandel verändert nicht nur Prozesse, sondern ganze Geschäftsmodelle. Immer häufiger setzen Unternehmen auf Product-as-a-Service: Sie verkaufen nicht das Produkt, sondern dessen Leistung. Das Ownership bleibt beim Hersteller, der Wartung, Nachrüstung und Recycling selbst verantwortet.

Das Modell verbindet ökonomische Effizienz mit ökologischer Weitsicht. Das Beispiel Hilti zeigt, wie das funktionieren kann: Werkzeuge werden im Abo bereitgestellt, inklusive Service, Austausch und

Rücknahme. So bleibt das Material im Kreislauf und die Kundschaft erhält stets funktionsfähige Geräte. Diese Entwicklung stärkt einen neuen industriellen Paradigmenwechsel: vom einmaligen Verkauf hin zur dauerhaften Kundenbindung. Sie verlangt jedoch auch ein neues Denken in Wertschöpfung und Design. Ingenieurinnen und Ingenieure müssen Kreisläufe verstehen, nicht nur Funktionen.

Ressourcenproduktivität als Wettbewerbsvorteil

Im globalen Wettbewerb wird künftig nicht mehr primär der günstigste, sondern der effizienteste Produzent gewinnen. Also jener, der mit minimalem Ressourceneinsatz den höchsten Output erzielt. In einer Welt knapper Energie und teurer Rohstoffe wird Ressourcenproduktivität zur neuen Metrik des Erfolgs.

Die Schweiz bringt dafür eine ideale Ausgangslage mit: Präzision, Ingenieurskunst, Softwarekompetenz und Innovationsdichte. Diese Stärken ermöglichen es, ökologische Nachhaltigkeit und industrielle Effizienz miteinander zu verbinden. Doch die Transformation ist kein Selbstläufer. Sie erfordert Investitionen in Forschung, digitale Infrastruktur und Ausbildung. Politische Rahmenbedingungen sollten die Nutzung von Sekundärrohstoffen fördern, nicht durch alte Normen behindern. Das Fazit ist klar: Die Kreislaufwirtschaft markiert den nächsten logischen Schritt industrieller Evolution. Sie ist nicht nur Umweltpolitik, sondern eine neue Form von Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die jetzt die Synergien zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit erkennen, werden zu den Gewinnern der Transformation gehören. Effizienz ist die Sprache der Zukunft und Intelligenz ihr Treibstoff. Text Sarah Steiner

Gewerbespeicher als Schlüssel zur

Energieeffizienz in Schweizer Betrieben

Gewerbespeicher erleben in der Schweiz derzeit einen beeindruckenden Aufschwung. Immer mehr Unternehmen setzen auf Speicherlösungen, um ihre Energiekosten zu senken, den Eigenverbrauch von Solarstrom zu maximieren und nachhaltiger zu wirtschaften. Welche Chancen und Trends die Speichertechnologie bietet, zeigen Praxisbeispiele und Marktdaten. Markt mit Dynamik – Zahlen, die überzeugen Seit 2020 hat sich der Markt für Batteriespeicher in Europa mehr als verdoppelt – und die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme. Während Heimspeicher bislang dominieren, wächst das Segment der Gewerbespeicher rasant: von 28,4 MWh im Jahr 2020 auf 276,5 MWh im Jahr 2023. Expert:innen prognostizieren für die kommenden Jahre ein noch stärkeres Wachstum mit jährlichen Zuwachsraten von bis zu 45 Prozent. Ein Treiber dieser Entwicklung: die stark sinkenden Kosten für Batteriespeicher, getrieben durch Skaleneffekte, technologischen Fortschritt und den wachsenden Wettbewerb.

Warum setzen Unternehmen auf Gewerbespeicher?

Firmen investieren vermehrt in Speicher, um überschüssigen Solarstrom nicht ungenutzt ins Netz zu speisen, sondern für den eigenen Bedarf

zu speichern – eine Strategie, die als «Peakshifting» bekannt ist. Das spart Energiekosten und erhöht die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Ebenso wichtig: Speicher helfen, teure Lastspitzen zu reduzieren («Peakshaving»). Bei der Inderbitzin AG, einem Metallbearbeitungsbetrieb in Muotathal, entstehen solche Spitzen beim gleichzeitigen Start mehrerer Maschinen und Öfen – oft ungeplant und über den Tag verteilt. Ohne Speicher hätten diese Leistungsspitzen die Netzkosten stark in die Höhe getrieben.

Heute puffert der Gewerbespeicher solche Peaks zuverlässig ab: Statt kurzzeitig 150 kW aus dem Netz zu beziehen, liefert der Speicher einen Teil der Leistung aus der Batterie – die verrechnete

Spitzenlast sinkt deutlich und damit auch die Kosten. «Früher mussten wir hohe Netzkosten für kurze Leistungsspitzen bezahlen. Der Speicher gibt uns jetzt die nötige Flexibilität – und spart bares Geld», erklärt Stefan Inderbitzin, Gründer und Geschäftsführer der Inderbitzin AG.

Regelenergiemarkt: Neue Einnahmequelle für Speicherbesitzer Darüber hinaus eröffnet die Teilnahme am Regelenergiemarkt Unternehmen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Dabei stellen Firmen ihre Speicher- und Flexibilitätskapazitäten einem Dienstleister zur Verfügung, der diese am Markt anbietet. So werden sie für die Bereitstellung von Regelenergie finanziell entlohnt.

Praxisbeispiel: Effiziente Energienutzung bei der Biofarm Ein konkretes Beispiel zeigt Biofarm Genossenschaft in Huttwil, ein Unternehmen mit einem grossen Kühl- und Warmwasserspeicher: Dank einer 310-kWp-Photovoltaikanlage und einem 215 kWh grossen Gewerbespeicher wird der Eigenverbrauch im Sommer auf bis zu 95 Prozent gesteigert. Das spart jährlich rund 9000 CHF Energiekosten und reduziert Lastspitzen spürbar.

Hans-Ulrich Held, Präsident Biofarm Genossenschaft, Vorsitzender der Geschäftsleitung, bestätigt: «Die Kombination aus PV-Anlage und Speicher ist für uns ein voller Erfolg – vor allem dank der flexiblen Steuerung und der sorgfältigen Planung.»

Ausblick: Speicher werden zum Standard Mit sinkenden Preisen, besseren Technologien und steigender Nachfrage entwickeln sich Gewerbespeicher zu einem festen Bestandteil der Schweizer Energieversorgung. Für Unternehmen bieten sie sowohl wirtschaftliche Vorteile als auch eine Möglichkeit, nachhaltiger zu wirtschaften und die Energiewende aktiv mitzugestalten.

Weitere Informationen unter: solarmarkt.ch

Hans-Ulrich Held vor dem Gewerbespeicher der Biofarm – für mehr Eigenverbrauch und geringere Energiekosten.

Integrale Energielösungen aus einer Hand –für weniger Kopfzerbrechen

Für Industriebetriebe ist Energie nicht nur ein Kostenpunkt, sondern eine erfolgskritische Ressource. Doch wie lassen sich Dekarbonisierung und Ausfallsicherheit vereinen? Zwei Experten von Energie 360° zeigen auf, wie massgeschneiderte integrale Energielösungen und Contracting-Modelle Industriebetriebe von energetischen Risiken befreien.

Herr Meier, Herr Högger, die Energiewende bleibt die zentrale Herausforderung unserer Zeit. Wo steht die Schweiz Ihres Erachtens und wie gut «liegen wir im Rennen»?

Tobias Meier: Wir sind durchaus gut unterwegs, haben die Ziellinie aber noch nicht im Blick. Nachhaltige Heizsysteme haben sich glücklicherweise als Standard etabliert und auch beim Solarstrom sehen wir eine enorme Dynamik: 2024 verzeichneten wir einen Zubau von fast 1,8 GW (Gigawatt). Damit lag die installierte Leistung Ende 2024 bei rund 8,2 GW, was über zehn Prozent des Strombedarfs deckte – bis Ende 2025 rechnen wir sogar mit rund 14 Prozent. Die Herausforderung liegt nun weniger in der Technologie als in der Skalierung. Netzinfrastruktur, Bewilligungsprozesse und Speicherkapazitäten müssen synchronisiert werden. Die Systeme müssen noch effizienter werden. Geschieht das nicht oder zu wenig, riskieren wir im Winter knappe und teure Energie. International behaupten wir uns solide, doch wir müssen die Schlagzahl erhöhen, um unsere Visionen Realität werden zu lassen. Energie 360° ist für Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen die Partnerin für Energielösungen mit Zukunft. Mit welchen Fragen und Herausforderungen treten diese Kundensegmente an Sie heran? Clemens Högger: Die Anliegen sind ebenso vielfältig wie die Akteure selbst. Gemeinden treibt etwa die Frage um, wie sie ganze Quartiere zuverlässig und bezahlbar transformieren können, weniger fossil, mehr erneuerbar. Sie suchen nach einer strategischen Energieplanung, die weg von isolierten Einzellösungen pro Gebäude führt, hin zu zentralen gemeinschaftlichen Systemen. Unternehmen hingegen fokussieren sich auf die Absicherung von Betrieb und Produktion: Sie wollen CO2-Emissionen und Kostenrisiken senken und gleichzeitig komplexe Themen wie E-Mobilität und Lastspitzenmanagement integrieren – im Idealfall, ohne intern eine eigene Energieabteilung aufbauen zu müssen. Und Immobilieneigentümer wiederum streben vor allem Sicherheit an: Welche Heizlösung ist langfristig zukunftssicher? Lohnt sich PV? Wie funktioniert die Ladeinfrastruktur? Solche und ähnliche Fragen stehen im Zentrum. Alle Kundensegmente eint der Wunsch nach Klarheit, einer nachvollziehbaren Kostenlogik sowie einem Partner, der bereit ist, echte Verantwortung zu übernehmen. Letzteres kann, falls notwendig und gewünscht, auch bedeuten, dass dieser Partner bei der Finanzierung der Massnahmen unterstützt. Was macht Energie 360° zu dieser Partnerin?

Tobias Meier: Die Tatsache, dass wir Energie als Gesamtsystem denken. Das ist durch die Sektorkopplung noch zentraler geworden. Der Name Energie 360° kommt nicht von ungefähr: Anstatt Strom, Wärme und Kälte isoliert zu betrachten, planen und realisieren wir diese Sektoren integriert und optimieren sie und ihr Zusammenspiel laufend im Betrieb. Unsere Lösungen bestehen dementsprechend aus modularen Bausteinen, die von Photovoltaik und Wärmepumpen über Abwärmenutzung und Speicher bis hin zum intelligenten Energiemanagement inklusive Monitoring und Abrechnungsdienstleistungen alle Facetten abdecken. Auf diese Weise können wir auch dezentrale Wärme- und Kältelösungen realisieren sowie neuere technische Errungenschaften – wie Stromspeicherlösungen oder Schnittstellen für die E-Mobilität – sinnvoll einbinden.

Anstatt Strom, Wärme und Kälte isoliert zu betrachten, planen und realisieren wir diese Sektoren integriert und optimieren sie und ihr Zusammenspiel laufend im Betrieb.

– Tobias Meier, Leiter Entwicklung

Strom ist der Antrieb der modernen Gesellschaft, aber auch Wärme- und Kältelösungen bergen enormes Nachhaltigkeitspotenzial. Was bieten Sie hierzu an?

Tobias Meier: Strom ist der essenzielle Enabler, da immer mehr Anwendungen – insbesondere erneuerbare Wärme- und Kältelösungen – elektrifiziert werden. Die Kunst liegt dementsprechend darin, diesen Strom so effizient wie möglich einzusetzen. Ein Paradebeispiel hierfür ist unser Verbund in der Zürichsee-Gemeinde Meilen: Im Januar 2021 konnte die Kälteproduktion der Delica AG zu über 90 Prozent auf erneuerbare Energie umgestellt werden. Dazu wird die Energie des Zürichsees genutzt. Bei dieser Kälteproduktion entsteht Abwärme, welche die Delica dem Energieverbund Meilen zur Verfügung stellt, wodurch Liegenschaften im Zentrum sowie im nördlichen Gemeindeteil mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Eine echte und nachhaltige Win-win-Situation. Gibt es ein weiteres Praxisbeispiel, das Sie in diesem Zusammenhang erwähnenswert finden?

Clemens Högger: Da fällt mir das Projekt ein, das wir mit Bruker realisiert haben, einem führenden Hersteller analytischer Messgeräte. Bruker erweiterte seinen Standort in Fällanden mit dem Kauf eines weiteren Gebäudes und war auf der Suche nach einer optimalen Energielösung. Die laufende Anpassung an die Kundenbedürfnisse war dabei ebenso herausfordernd wie die hohen Ansprüche an die Versorgungssicherheit sowie die geringe Toleranz für Temperaturabweichungen. Wir übernahmen vergleichsweise kurzfristig auch die Finanzierung und stellen heute den langfristigen Betrieb sicher. Tobias Meier: Zudem sind wir in der Lage, die Verteilsysteme bis in die Räumlichkeiten von Bruker zu steuern und zu betreiben. Und nicht zuletzt schätzt Bruker die integrale Energielösung aus einer Hand, die Energie 360° auszeichnet. Welche Trends und Entwicklungen werden Ihres Erachtens in den kommenden Jahren entscheidend sein?

Clemens Högger: Ein entscheidender Punkt unseres Geschäftsmodells ist das Anlagen- und BetriebsContracting, welches wir im Areal- und Industriebereich stark einsetzen. Das bedeutet konkret, dass wir die Planung, den Bau und den Betrieb der Anlagen sowie definierte Risiken übernehmen. Der Kunde leistet hierfür über die Vertragslaufzeit eine vereinbarte Vergütung für die fertige Nutzenergie. Je nach Bedarf finanziert der Kunde diese Massnahmen selbst oder wir treten als Investor auf. Dabei setzen wir auf absolute Transparenz durch klare Leistungs- und Kostenkennzahlen. Der zentrale Vorteil dieses Ansatzes besteht darin, dass unsere Industriekunden auf Wunsch sämtliche Aspekte eines nachhaltigen und zeitgemässen Energiemanagements vollständig an uns auslagern können. Dadurch können sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, ohne zusätzliches Kopfzerbrechen. Man könnte dies auch als «Energy as a service» bezeichnen. Die eben angesprochenen Industriebetriebe sowie Gesundheitsund Forschungseinrichtungen haben einen enormen Energiebedarf, der durch die Digitalisierung und KI weiter steigt. Wie unterstützt Energie 360° hier? Tobias Meier : Man muss differenzieren. Nicht jedes Industrieunternehmen hat per se «enormen» Bedarf – aber fast alle haben kritische Anforderungen. Ausfälle sind in vielen Sektoren keine Option. Wir unterstützen darum mit robusten Konzepten, Redundanzen und einer lückenlosen

Überwachung. Der zweite Hebel ist die Effizienz: Abwärme soll nicht ungenutzt abgegeben, sondern konsequent in den Kreislauf zurückgeführt werden. Wir koppeln Wärme und Kälte, glätten Lastspitzen und setzen Strom intelligent ein. Wo Prozesse besonders hohe Temperaturen verlangen, führen wir zusätzlich erneuerbare Energieträger wie Biogas oder Holzpellets zu. Wie findet man gemeinsam mit den Kunden die passende Lösung und wie sieht der Onboarding-Prozess aus?

Clemens Högger : Wir setzen auf einen pragmatischen, zielorientierten Prozess: Zuerst analysieren wir das individuelle Lastprofil, identifizieren kritische Punkte und klären, welche Massnahmen am gegebenen Standort umsetzbar sind. Auch die Abstimmung mit den verschiedenen Stakeholdern ist essenziell, gerade bei Arealen mit komplexen Eigentümerstrukturen. Anschliessend entwickeln wir zwei bis drei Varianten, die auch für Nicht-Technikerinnen und -Techniker nachvollziehbar und vergleichbar sind. Hier stehen unter anderem Versorgungssicherheit, Kosten (CAPEX/OPEX), CO 2 -Impact und Zeitplan im Fokus. Sobald die Entscheidungen getroffen sind, übernehmen wir. Dabei kommt unseren Kunden die Tatsache zugute, dass unser Contracting kein starres Gebilde ist, sondern sich individuell anpassen lässt. Das übergeordnete Ziel lautet dabei stets: Der/die Kund:in soll messbare Ergebnisse erhalten, nicht zusätzliche Arbeit.

Das übergeordnete Ziel lautet dabei stets: Der/die Kund:in soll messbare Ergebnisse erhalten, nicht zusätzliche Arbeit.

– Clemens Högger, Leiter Marktbearbeitung

Tobias Meier: Ich sehe drei Haupttendenzen: erstens eine fortschreitende Elektrifizierung bei gleichzeitig steigendem Kältebedarf. Zweitens wird die Systemintegration zur Pflicht – PV allein reicht nicht ohne intelligente Steuerung und Speicher. Und drittens wird die Nutzung von industrieller Abwärme aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit zum absoluten Standard avancieren. Clemens Högger: Generell stellen wir fest, dass Kunden keine Technologie erwerben möchten, sondern Bedarf haben nach verlässlicher Energieversorgung zu fairen und planbaren Kosten. Deshalb werden Contracting-Modelle, bei denen wir Betrieb, Risiko und oft auch die Finanzierung übernehmen, weiter an Bedeutung gewinnen. Zudem sind Areal- und Verbundlösungen die Zukunft – da sie schlicht robuster, sicherer und effizienter sind als jede Einzelanlage.

Weitere Informationen unter: energie360.ch

Über Energie 360 Energie 360° macht nachhaltige Energie in der ganzen Schweiz nutzbar. Rund 400 Mitarbeitende engagieren sich gemeinsam mit Kund:innen, Partnern und Gemeinden für erneuerbare Energie und ökologische Mobilität. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich und Lausanne plant, baut und betreibt Energielösungen, investiert in Elektroladestationen und ist führend bei Biogas, PV-Anlagen und Holzpellets. So leistet Energie 360° Tag für Tag einen Beitrag zur Umsetzung des Netto-Null-Ziels – hier und jetzt für die kommenden Generationen.

Clemens Högger Leiter Marktbearbeitung
Tobias Meier Leiter Entwicklung

Wie Spitzenforschung das Unternehmertum beflügelt

Im Gespräch erläutern Prof. Dr. Christian Rüegg, Direktor des PSI, und Dr. Christian Brönnimann, VR-Präsident des Park Innovaare, warum hierzulande Forschung und Wirtschaft Hand in Hand gehen müssen – und wie man diesen Innovationstransfer erfolgreich umsetzt.

Dr. Christian Brönnimann VR-Präsident Park Innovaare

Herr Rüegg, das Paul Scherrer Institut PSI gilt mit einem Budget von 450 Millionen Franken als das grösste Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz und ist eine tragende Säule des ETH-Bereichs. Vor welchen strategischen Herausforderungen steht das Institut aktuell?

Christian Rüegg: Wir spüren derzeit ein enormes, weltweites Interesse an Grossforschungsanlagen und tiefgreifenden Technologiethemen. Wir sprechen hier konkret von Deep-Tech-Feldern wie Quantencomputing, künstlicher Intelligenz, Fusions- und Nukleartechnologie sowie der Raumfahrt. Unsere zentrale Stärke liegt in der Kombination aus exzellenter Grundlagenforschung und hochspezialisiertem Engineering. Unsere grösste strategische Herausforderung besteht jedoch in der Selektion: Wir können theoretisch in fast jedem dieser Bereiche einen massgeblichen Beitrag leisten, müssen aber präzise auswählen, wo wir unsere Ressourcen investieren, um echte Wirkung zu erzielen. Wir sprechen uns diesbezüglich auch im ETH-Bereich ab.

Christian Brönnimann: Wenn ich das aus der Sicht des Unternehmers ergänzen darf, als Gründer und Verwaltungsratspräsident der Dectris AG: Die Schweiz exportiert einen Grossteil ihrer Produkte. Der starke Schweizer Franken ist unsere grösste Herausforderung. Für die Wirtschaft ist es daher essenziell, dass wir hierzulande in die Forschung investieren. Ein Grossteil der Arbeit am PSI ist Grundlagenforschung. Das ist kein Selbstzweck, sondern macht uns fit für die Zukunft: Schweizer Firmen können im internationalen Wettbewerb nur bestehen,

Brandreport • CTE AG

Der Transfer in die Wirtschaft ist keine Nebenaufgabe, sondern markiert eine unserer Hauptmissionen.

– Prof. Dr. Christian Rüegg, Direktor PSI

vereinfachen. Unser Ziel ist es, die Hürden für Unternehmen stetig zu senken und den Fokus gezielt auf relevante Zukunftsthemen zu richten.

wenn sie über hochgradig innovative Produkte verfügen. Hier leistet das PSI einen entscheidenden Beitrag zur Konkurrenzfähigkeit unserer Unternehmenslandschaft.

Das Spektrum des PSI reicht von Health Innovation bis hin zu Zukunftstechnologien. Wie gelingt es Ihnen, die hoch spezialisierte Grundlagenforschung unter anderem an den Grossforschungsanlagen des PSI so zu steuern, dass daraus greifbare Lösungen für gesellschaftliche Themen entstehen?

Christian Rüegg: Der Transfer in die Wirtschaft ist keine Nebenaufgabe, sondern markiert eine unserer Hauptmissionen. Dieser Prozess findet täglich auf verschiedenen Ebenen statt. Know-how wird lizenziert und es entstehen kontinuierlich Spin-offs, durch die unsere Innovationskraft direkt in den Wirtschaftskreislauf fliesst. Während die Pharmaindustrie bereits sehr stark unsere Dienstleistungen nutzt, profitieren zunehmend auch KMU von unseren Anlagen. In diesem Kontext spielt der Park Innovaare, der in direkter Nachbarschaft zum PSI liegt, eine Schlüsselrolle. Aber die Details dazu überlasse ich gerne seinem VR-Präsidenten.

Christian Brönnimann: Danke dafür (lacht). Das Ziel des Park Innovaare lautet tatsächlich, genau diesen

Transfer zur Industrie zu beschleunigen und zu manifestieren. Wir haben hier einen Gebäudekomplex aus vier Bauten realisiert, der technisch hochgerüstet ist –inklusive zwei grossen Laborgebäuden und einem zentralen Reinraum sowie der Werkstatt des PSI. Firmen siedeln sich bei uns an, weil sie komplexe technische Projekte realisieren wollen und dafür die Nähe und Zusammenarbeit mit dem PSI suchen. Seit zwei Jahren sind wir in Betrieb und beherbergen bereits 30 Firmen. Die Mischung ist ideal: 40 Prozent sind Start-ups, 40 Prozent KMU, zehn Prozent machen internationale Konzerne aus und bei zehn Prozent handelt es sich um öffentlich geförderte Technologietransferzentren. Der Ort ist die physische Manifestation dessen, wie moderner Wissenstransfer heute funktionieren muss. Das PSI versteht sich als Motor für Innovation. Wie fördern Sie den Dialog mit Schweizer Unternehmen konkret, damit Forschungsergebnisse nicht im Labor bleiben, sondern den Weg in die industrielle Anwendung finden?

Christian Rüegg: Wir haben mit den beiden Technologietransferzentren Anaxam und SwissPIC zwei neue Formate geschaffen, die den Zugang zu unseren hochkomplexen Anlagen drastisch

In der Halbleitermesstechnik ist das PSI Weltspitze.

– Dr. Christian Brönnimann, VR-Präsident Park Innovaare

Christian Brönnimann: Im Park Innovaare vertiefen wir diese Themen durch spezifische Innovationshubs. Wir wollen die Industrie dadurch noch näher an die Forschung bringen. Ein gutes Beispiel liefert die Halbleitermesstechnik: Das Mooresche Gesetz, das die Leistungsverdopplung von Prozessoren beschreibt, beschleunigt sich weiter: Mittlerweile sind wir bei einer Verdopplung alle sechs bis neun Monate statt alle anderthalb Jahre. Der Druck auf die Halbleiterindustrie ist darum enorm. Wir haben in der Schweiz zwar keine eigene Massenfertigung von Halbleitern, aber wir besetzen entscheidende Nischen als Zulieferer. In der Halbleitermesstechnik ist das PSI Weltspitze. Wir bauen nun gezielt einen Innovationshub um dieses Thema herum auf, um Firmen anzuziehen. Das ist das Modell, das wir auch für andere Stärken des PSI verfolgen. Spin-offs sind ein zentraler Pfeiler des Technologietransfers. Welche Rahmenbedingungen schafft das PSI, um Forschende zu ermutigen, den Schritt ins Unternehmertum zu wagen?

Christian Rüegg: Im gesamten ETH-Bereich entstehen jährlich mehr als 60 Spin-offs, allein am PSI waren es über 20 in den letzten Jahren. Unsere Pipeline ist extrem gut gefüllt. Dectris ist natürlich eines unserer erfolgreichsten Aushängeschilder, sowie die Araris Biotech AG, das erste «Unicorn» des PSI. Um diesen Prozess zu systematisieren, haben wir 2017 das «PSI Founder Fellowship» ins Leben gerufen. Dabei werden jährlich bis zu drei Forschende mit einer vielversprechenden Businessidee unterstützt. Sie erhalten maximal 18 Monate lang die Chance, ihr Produkt marktreif zu machen und einen Businessplan zu erstellen, tatkräftig unterstützt durch unser Technologietransfer-Team und die UBS. Christian Brönnimann: Als ich vor 20 Jahren Dectris gründete, war ich selbst Forscher. Ich habe gelernt: Technologie allein reicht nicht. Man braucht die richtigen Personen, die das Ganze umsetzen. Ich hatte anfangs keine Ahnung von Business, aber ich war bereit, Risiken einzugehen und habe mir die richtigen Leute gesucht. Vieles davon lernt man am PSI implizit: Die Zusammenarbeit und die ständige Anpassung an neue wissenschaftliche Herausforderungen bereiten einen hervorragend auf die Wirtschaft vor. Der entscheidende Punkt ist: Man muss «all-in» gehen. Mit Stützrädern kommt man nicht weit.

Interview SMA

«Viele Firmen wissen gar nicht, wo sie stehen»

Die Zahl der Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen steigt an. Doch gerade Industriebetriebe müssen sich nicht nur um ihre IT-Sicherheit kümmern, sondern auch um die OT-Sicherheit (Operational Technologies). Herr Gempp, wieso gewinnt OT-Security zunehmend an Bedeutung? Wenn wir von OT (Operational Technologies) sprechen, dann meinen wir damit sämtliche Technologien, die dem Betriebszweck der Produktionsanlagen dienen. In der Regel geht es dabei also um ein Netzwerk aus Maschinen – im Gegensatz zur IT, welche primär Menschen miteinander verbindet. Und da das Fundament von Industrie 4.0 und Smart Factory aus hoch kommunikativen, voll vernetzten Anlagen besteht, spielt die OT in diesem Kontext eine essenzielle Rolle.

Welche OT-bezogenen Sicherheitsrisiken gefährden Industrieunternehmen?

In vielen Industriebetrieben sind noch Legacy-Systeme im Einsatz, die über lange Lebenszyklen von teils mehr als 25 Jahren ausgelegt sind. Aufgrund ihres kontinuierlichen Betriebs lassen sich diese Maschinen oft nur eingeschränkt aktualisieren –was sie potenziell angreifbar macht. Und wir stellen in der Tat fest, dass KMU-Kunden heute vermehrt gezielt angegriffen werden, da sie weder über die personellen noch finanziellen Mittel verfügen, um sich vollumfänglich zu schützen. Gibt es bestimmte Branchen, die besonders von solchen Attacken betroffen sind?

Die gibt es tatsächlich: Vor allem stark regulierte Branchen sind anfällig für Attacken . Dies, weil die Angreifer genau wissen, dass betroffene Unternehmen aufgrund der strengen Regulatorik nicht ohne Weiteres Systemänderungen vornehmen dürfen, um Sicherheitslücken zu schliessen. In einem konkreten Fall war zwar lediglich der Office-Betrieb «befallen» und eine Ausbreitung in die Produktion konnte verhindert werden. Dennoch ist ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden. Darum setzen wir für unsere Kundschaft auf Notfallpläne und Routinen, die sich im Ernstfall bewährt haben. Proaktiv empfehlen wir zudem eine Kombination aus mehreren Sicherheitsmassnahmen, um Schlimmeres zu verhindern.

Welche neuen regulatorischen Anforderungen kommen auf Unternehmen zu?

Grundsätzlich bewerten wir Regularien und Standards in der Schweiz als positiv, da sie Unternehmen dabei helfen, Risiken zu minimieren. Bei NIS2 handelt es sich um eine Richtlinie der EU, die auch für Schweizer Firmen gilt, wenn sie Handel mit der EU betreiben. Der IKT-Minimalstandard wiederum ist ein vom Bund definierter, minimaler Branchenstandard für die Cybersecurity-Massnahmen von Unternehmen. Natürlich bringen neue Regularien und Standards Herausforderungen mit sich und sorgen für zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Unterstützung, um die Cybersicherheitsstrategie zu überprüfen und gezielt zu verbessern. Und nicht zuletzt gilt: Ein Cybervorfall verursacht in jedem Fall deutlich mehr Aufwand und Kosten als vorbeugende Massnahmen Viele KMU wissen aber gar nicht, wo sie stehen. Wie unterstützt die CTE AG Kundenunternehmen generell dabei, sich gegen OT-Cyberangriffe zu wappnen? Eine ganzheitliche Strategie zum Schutz der gesamten OT-Infrastruktur ist unerlässlich. Darum setzen wir auf eine systematische Bewertung der Sicherheitsrisiken. Dies immer mit dem Ziel, einen stabilen Betrieb ohne Ausfälle zu gewährleisten. Zuerst starten wir immer mit

einer Analyse der Ausgangslage und bieten mit unserem kostenlosen «KMU Security Check» eine erste Einschätzung an. Dadurch erfährt eine Firma, wie sicher ihre Produktion vor Cyberangriffen ist. Unsere Experten prüfen dabei die OT-Sicherheit auf Herz und Nieren; schnell, unverbindlich und kostenlos. Basierend auf den Resultaten geben wir Leistungsempfehlungen ab und – sollte es zur Zusammenarbeit kommen –setzen die entsprechenden Massnahmen um.

Weitere Informationen unter: cte.ch

Jetzt gratis «KMU Security Check» buchen!

Prof. Dr. Christian Rüegg Direktor PSI
Michael Gempp
IT System & Security Architect CTE AG
«Voll automatisiert, vernetzt, platzsparend: Unser System macht Apotheken effizient»

Automatisierung und Digitalisierung verändern die Pharmalogistik in Apotheken und Spitälern. Dr. Iwan Zwick, Geschäftsführer der Gollmann Zwick AG, erklärt, wie sein Unternehmen mit Robotern, Apps und Aussenterminals Abläufe effizienter gestaltet.

Herr Dr. Zwick, nehmen Sie uns doch kurz mit zurück an den Anfang: Wie ist Ihr Unternehmen entstanden und was war damals die zündende Idee? Wir sind zwei Gründungspartner, die auch heute noch die Geschäftsführung bilden: Daniel Gollmann und ich. Daniel Gollmann stand damals am Ende seines Studiums und hatte Kontakt in die Pharmabranche. In diesem Umfeld kam das Thema der Modernisierung von Spital- und Apothekenlogistik auf. Als Mechatroniker begann er sich zu überlegen, wie man dafür ein technisches Produkt entwickeln könnte. Ich selbst bin Ökonom. Damit kam ein zweites Element dazu: Auf der einen Seite der Mechatroniker mit der technischen Idee – auf der anderen Seite jemand, der sich mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigt. Daniel Gollmann hatte die Idee im Kopf und ich konnte mir eher vorstellen, wie man sie konkret umsetzen und operativ aufbauen könnte. In diesem Sinne nicht eine zündende Idee, sondern eine, die sich entwickelt hat. Sie entwickeln Automatisierungslösungen für Apotheken und Krankenhäuser. Weshalb diese Spezialisierung?

Das hängt stark mit unserem Produkt zusammen. Die Kernidee ist die vollständige Automatisierung eines sogenannten Rollschrank-Lagersystems. In der Schweiz spricht man auch von einem CompactusLager, ein Begriff, der nur hierzulande gebräuchlich ist.

Die Technologie basiert darauf, dass mit einer freien Achse gearbeitet wird. Dadurch gibt es gewisse Grenzen bei der Dimensionierung. Diese Technologie wurde speziell entwickelt für kleine Lasten und hohen Lagerumschlag. Apotheken sind deshalb ein sehr spezielles und passendes Segment. Traditionell verfügen sie über sehr teure Verkaufsflächen, auf denen gleichzeitig auch die Lagerhaltung stattfinden muss. Dazu kommt, dass Apotheken – besonders im rezeptpflichtigen Bereich – ein sehr grosses Sortiment mit meist kleinen Stückzahlen führen. Eine Apotheke in der Schweiz kann schnell mehrere Tausend verschiedene Produkte im Sortiment haben, viele davon jedoch nur ein- oder zweimal auf Lager. Das macht die Lagerhaltung besonders anspruchsvoll und unterscheidet sie stark von anderen Branchen.

Einerseits ist dafür die täglich mehrmalige Belieferung der Grossisten notwendig, andererseits spielt genau hier unser System seine Stärken aus: Es ist extrem kompakt und nutzt den vorhandenen Raum optimal. Deshalb eignet sich diese Technologie besonders gut für Apotheken. Grundsätzlich wäre sie zwar auch in anderen Branchen einsetzbar, aber in diesem Umfeld ergibt die Spezialisierung besonders viel Sinn. Und – ganz kurz – wie funktioniert so ein vollautomatisches Lagersystem in einer Apotheke oder einem Spital konkret? Der Prozess beginnt beim Wareneingang: Die Produkte werden direkt aus der Lieferantenbox in das Modul zur vollautomatischen Einlagerung gegeben. Das System erkennt das Produkt visuell, erfasst das Verfallsdatum und übergibt es an das Herzstück des Automaten. Ein dreiachsiger, freihängender Greifer erfasst jedes einzelne Produkt und transportiert es an den entsprechenden

Mein Ziel ist es, dass wir in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz den Ball spielen, nicht hinterherrennen.

– Dr. Iwan Zwick, Geschäftsführer

wenn die Apotheke abends um acht schliesst. Ohne Roboter wäre das wirtschaftlich nicht darstellbar. Wir entwickeln zudem eine App, die den Webshop mit dem Roboter verbindet. Kunden können damit Produkte reservieren und sie später am Aussenterminal abholen. Das bedeutet zum Beispiel, dass man schon auf dem Heimweg im Zug oder Bus reservieren kann. Solche Funktionen machen nur in der Verbindung von Automatisierung und Digitalisierung wirklich Sinn und eröffnen neue Möglichkeiten für die Kundenfreundlichkeit und Effizienz.

Ideal wäre doch, wenn man auch die Arztpraxen miteinbeziehen könnte?

Lagerort. Der Greifer bewegt sich dabei innerhalb der Schranklücken und deponiert die Artikel präzise.

Die Auslagerung funktioniert ähnlich: Der Greifer holt das gewünschte Produkt aus der Lagerstelle, übergibt es an ein Förderband und transportiert es entweder über Rutschen, Förderbänder oder Lifte direkt an die Ausgabestelle in der Apotheke oder im Spital – meistens an den Verkaufstisch. Das hat den grossen Vorteil, dass das Fachpersonal beim Patienten und der Kundin bleibt für wertvolle Beratungszeit. Die Produkte werden automatisch korrekt, schnell und unter Berücksichtigung der Verfallsdaten bereitgestellt, sodass Beratung und Service immer optimal gewährleistet sind.

Welche Bedeutung hat der Schweizer Markt für Ihr Unternehmen?

Wir haben ein Entwicklungszentrum in der Schweiz, das eng mit dem deutschen Werk zusammenarbeitet. Von hier aus betreiben wir die Marktentwicklung für Westeuropa. Der Schweizer Markt spielt eine wichtige Rolle, weil wir viele Entscheidungen und Entwicklungen von hier aus steuern; hier testen wir zuerst jede Innovation. Der Markt ist klar strukturiert, und eine Besonderheit ist, dass es sowohl inhabergeführte Apotheken als auch Apothekengruppen oder Ketten gibt. In vielen anderen Ländern sind Ketten verboten. Dadurch können wir hier verschiedene Modelle ausprobieren – quasi als Testmarkt für unsere Produkte.

Wohin entwickelt sich Ihrer Meinung nach die Pharmalogistik insgesamt –welche Trends prägen den Markt derzeit international und in der Schweiz? Welche Rolle spielen dabei Digitalisierung und KI? Ich sehe dabei zwei Dimensionen. Die erste geht davon aus, dass die Abgabe der Produkte unverändert bleibt, also weiterhin ganze Packungen abgegeben werden, so funktioniert das System aktuell in der Schweiz.

In diesem Fall wird die Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren immer wichtiger. Digitalisierung

und künstliche Intelligenz können diesen Prozess stark unterstützen. Momentan beschränkt sich der Einsatz von KI und Digitalisierung meist auf einzelne Apotheken oder auf uns als Hersteller von Automatisierungssystemen. Der wirklich grosse Sprung wird aber erst möglich sein, wenn mehrere Akteure zusammenarbeiten und die gesamten Logistikprozesse vom Hersteller bis zur Endkundin oder dem Endkunden gemeinsam betrachtet werden. Dann liesse sich die Effizienz deutlich steigern.

Die zweite Dimension betrifft die Frage, ob die Abgabe ganzer Packungen überhaupt so bleiben wird. Wir sehen hier Trends, in der Schweiz aber vor allem auch international, bei denen sowohl die Belieferung wie auch die Abgabe an die Endkundschaft andere Formen annehmen können. Zum Beispiel, dass sie die Medikamente für die Einnahme portionieren (Blister) oder nur Teile einer Packung verkaufen (Split Pack). Dieses Thema gewinnt gerade stark an Bedeutung und es gibt noch keine endgültige Lösung, welcher Abgabeweg in Zukunft der beste sein wird.

Viele Apotheken betreiben ja auch Onlineshops. Gibt es eine Schnittstelle zum Versand? Kann das ebenfalls voll automatisiert werden?

Ja, absolut. Damit sprechen Sie einen sehr wichtigen Punkt an: Wenn man Automatisierung und Digitalisierung verknüpft – speziell mit Fokus auf die Apotheke – lassen sich Lösungen schaffen, die effizienter und gleichzeitig kundenfreundlicher sind. Beispielsweise ermöglicht eine Automatisierungslösung wie unser Roboter, dass Apotheken ihren Webshop viel effizienter betreiben können. Aktuell setzen viele Apotheken auch sogenannte Aussenterminals ein: Dort können Kundinnen und Kunden Medikamente nach Ladenschluss abholen oder reservierte Produkte beziehen, die direkt aus dem Roboter kommen. So lässt sich quasi eine «24-Stunden-Apotheke» anbieten, auch

Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. In der Schweiz haben wir neben Apotheken und Spitälern auch Ärztinnen und Ärzte, die unsere Roboter einsetzen. Wir haben bereits viele Fälle, in denen Ärzte mit Apotheken zusammenarbeiten. Teilweise sind die Systeme direkt integriert, sodass Arztpraxen auf die automatisierten Abläufe zugreifen können. Tragen Ihre Automatisierungslösungen auch zur Nachhaltigkeit einer Apotheke oder eines Spitals bei?

Ja, da gibt es zwei Aspekte. Zum einen helfen unsere Lösungen den Kunden beziehungsweise dem Markt, nachhaltiger zu arbeiten; vor allem durch höhere Prozessqualität. Schon durch die optimierten Abläufe werden Fehler reduziert: Von der Beschaffung bis hin zu Produkten, die sonst verloren gehen können. Wenn zum Beispiel ein Medikament im herkömmlichen Schubladensystem falsch einsortiert wird, kann es passieren, dass es nicht mehr gefunden wird und abläuft. Die Apotheke trägt den Schaden und die Patientin oder der Patient erhält das Medikament nicht, obwohl es im Bestand wäre. Automatisierung sorgt dafür, dass solche Fehler vermieden werden, das meine ich mit Prozesssicherheit. Zum anderen achten wir auch bei uns im Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Wir schauen auf den Stromverbrauch, setzen auf Solarenergie und versuchen, Abfall zu minimieren. Jede eingesparte Verpackung ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern spart auch Kosten. Nachhaltigkeit ist bei uns also im gesamten Betriebsprozess verankert.

Abschliessend: Welche Visionen haben Sie für die Zukunft? Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in den nächsten fünf Jahren – was wird noch Neues passieren? Wir arbeiten derzeit mit Apotheken, Ärzteschaften und Spitälern, teilweise auch solchen mit grösseren Logistikprozessen, zusammen. Unser System besteht aus verschiedenen Modulen, und nun kommt die Digitalisierung immer stärker dazu. Mein Ziel ist es, dass wir in den Bereichen Digitalisierung und künstliche Intelligenz den Ball spielen, nicht hinterherrennen. Aber mit Augenmaß als inhabergeführter, langfristig orientierter Marktführer.

Weitere Informationen unter: gollmann.ch

Dr. Iwan Zwick Geschäftsführer

75 Jahre Innovation für den Werkplatz

Schweiz

Für Innovation in der Industrie ist das Zusammenspiel von Entwicklung, Materialwissen und Fertigung entscheidend. Genau hier setzt Müri Prototech AG aus Gontenschwil an: Das Unternehmen begleitet Projekte von der Idee über den Prototyp bis zur Kleinserie und verbindet dabei Verfahren wie Niederdruckgiessen, Vakuumgiessen, CNC-Bearbeitung, Stereolithographie und Selektives Lasersintern. Für Techniker und industrielle Entscheidungsträgerinnen liegt der Nutzen vor allem in der frühen Klärung technischer Fragen. Welche Geometrie ist realisierbar? Welches Material passt zur Anwendung? Welches Verfahren eignet sich für Funktionsteile, Sichtmuster oder seriennahe Bauteile? Wo diese Fragen früh beantwortet werden, entsteht Sicherheit im Entwicklungsprozess und aus einer Idee wird ein belastbares Ergebnis.

Dass dieser Ansatz am Werkplatz Schweiz besondere Relevanz hat, ist für Müri Prototech Teil der eigenen Überzeugung. Die Nähe zwischen Ideengeber, Entwicklung und Prototypenbau schafft direkten Austausch und ein gemeinsames technisches Verständnis. Gerade in einer Zeit, in der Lieferketten, Qualität und Verfügbarkeit stark mitgedacht werden müssen, gewinnt diese Nähe an Bedeutung. «Wir glauben an den Werkplatz Schweiz», sagt CEO Ralf Müri. «Gerade in der Produktentwicklung sind kurze Wege zwischen Ideengeber, Entwicklung und Prototypenbau von grossem Wert.»

2026 feiert Müri Prototech das 75-Jahr-Jubiläum. Die Geschichte des Unternehmens zeigt, wie sich ein Familienbetrieb aus dem Wynental über Generationen technologisch weiterentwickelt hat: vom Formenbau über die erste Vakuumgiessanlage der Schweiz bis hin zu 3D-Druck, 5-Achs-Bearbeitung, Reinraumfertigung und Anwendungen für Human- und Med-Tech. Weitere Informationen unter: mueri-prototech.ch

Wie Deep Tech, Clouds und Cybersicherheit die Wettbewerbsfähigkeit sichern

Sicherheitsmassnahmen funktionieren dann, wenn sie nicht als Zusatzschicht verstanden werden, sondern als Teil von Engineering, Betrieb und Einkauf.

Die Schweiz gilt als einer der stabilsten Hightech-Standorte Europas – und zugleich als einer der anspruchsvollsten. Hohe Löhne, ein teures Umfeld und strenge Anforderungen an Qualität und Compliance lassen wenig Raum für Mittelmass. Wer in der Schweiz produziert oder entwickelt, muss den Mehrwert im Alltag beweisen: durch Effizienzgewinne, kurze Innovationszyklen und eine Verlässlichkeit, die in regulierten Märkten ebenso trägt wie in globalen Lieferketten. Genau hier setzen Investitionen in Deep Tech, Cloud-Lösungen und Cybersicherheit an: Sie sollen die hohen Produktionskosten nicht wegdiskutieren, sondern durch Produktivitätsgewinne und konsequente Qualitätssicherung kompensieren.

Teurer Standort, andere Logik In vielen Industrien verschiebt sich die Wettbewerbsfrage: weniger «Wer kann am günstigsten fertigen?», mehr «Wer kann komplexe Produkte konstant, nachweisbar und schnell liefern?». Schweizer Unternehmen sind häufig in Bereichen aktiv, in denen Fehler teuer sind – von Präzisionsmechanik über Medtech bis zur Pharma- und Spezialchemie. Produktivität heisst hier nicht nur Output, sondern auch Ausschussreduktion, stabile Prozesse, lückenlose Rückverfolgbarkeit, sichere Datenflüsse und planbare Verfügbarkeit von Anlagen. Wer Qualität systematisch absichert, reduziert Nacharbeit, Reklamationen und regulatorische Risiken – und gewinnt Zeit, die in Innovation und Kundennähe investiert werden kann.

Deep Tech im Kern der Wertschöpfung

Deep Tech greift direkt in diesen Kern ein. Sensorik, Robotik, Photonik, neue Materialien sowie KI-nahe

Brandreport • VDL ETG Switzerland AG

industrielle Anwendungen machen Entwicklung und Produktion mess- und steuerbarer. Statt am Ende zu prüfen, rückt Qualitätskontrolle in den Prozess: Bildund Messsysteme erkennen Abweichungen früh, datenbasierte Modelle stabilisieren Parameter und automatisierte Regelkreise halten Toleranzen, auch wenn Inputs schwanken. In der Instandhaltung verschiebt sich der Fokus von reaktiven Reparaturen zu vorausschauender Wartung. Wer Ausfälle antizipiert, reduziert Stillstand und kann Kapazitäten besser planen. Das ist gerade bei kleinen Losgrössen entscheidend, weil Effizienzverluste schneller durchschlagen als in der Massenproduktion.

Clouds als Skalierungsmaschine

Damit Deep-Tech-Ansätze wirken, müssen Daten dort verfügbar sein, wo Entscheidungen fallen – und zwar über Standorte, Teams und Partner hinweg. CloudArchitekturen schaffen dafür die Grundlage: Rechenleistung lässt sich flexibel bereitstellen, Datenströme können standardisiert zusammengeführt werden und Anwendungen werden modular, updatefähig und besser integrierbar. Für Industrieunternehmen ist das ein praktischer Vorteil. Virtuelle Abbildungen von Maschinen und Produktionslinien, simulationsgestützte Optimierung oder KI-Modelle können kontinuierlich trainiert und verbessert werden, ohne dass jede Anpassung zu einem monatelangen Infrastrukturprojekt wird. Gleichzeitig erleichtern Clouds den Sprung von Pilotprojekten in den Betrieb: Aus einzelnen Use-Cases entstehen Lösungen, die Entwicklung, Produktion und Service über gemeinsame Daten und Abläufe miteinander verknüpfen. Damit verschiebt sich auch die Kostenlogik: Rechenleistung wird

bedarfsgerecht bezogen, bewährte Standarddienste ersetzen teure Eigenlösungen, und IT-Teams gewinnen Tempo, ohne bei jeder Skalierung neue Hardwarezyklen planen zu müssen. Gerade für KMU kann das den Zugang zu modernen Werkzeugen öffnen, die früher nur grossen Konzernen vorbehalten waren.

Souveränität und Nachweisfähigkeit rücken dabei stärker ins Zentrum. In der Schweiz betrifft das nicht nur Banken oder Behörden, sondern zunehmend auch Unternehmen, die sensible Konstruktionsdaten, Rezepturen oder Patientendaten in der Wertschöpfungskette berühren. Cloud-Strategien werden deshalb entlang von Risiko, Datenklassifikation und Auditierbarkeit gebaut: hybride Modelle, klare Verantwortlichkeiten und eine Architektur, die Compliance nicht bremst, sondern operationalisiert.

Cybersicherheit als Produktionsbedingung Mit jeder Schnittstelle steigt die Angriffsfläche. Cybersicherheit wird damit zur Frage der Betriebsfähigkeit – nicht nur des Datenschutzes. Für die Industrie heisst das: Schutz von geistigem Eigentum, Absicherung vernetzter Anlagen, Kontrolle von Zugängen und Lieferantenbeziehungen sowie robuste Reaktionsfähigkeit im Ernstfall. Entscheidend ist die Verankerung in der Organisation. Sicherheitsmassnahmen funktionieren dann, wenn sie nicht als Zusatzschicht verstanden werden, sondern als Teil von Engineering, Betrieb und Einkauf. «Secure by design» bedeutet, dass Systeme von Anfang an so gebaut werden, dass sie auch unter Druck stabil bleiben – technisch, organisatorisch und prozessual. Wenn Technologie zu Systemen wird Die grössten Effekte entstehen dort, wo sich Deep Tech, Cloud-Systeme und Cybersecurity gegenseitig verstärken. Deep-Tech-Anwendungen liefern neue Fähigkeiten in der Produktion, die Cloud macht sie wartbar und skalierbar und Cybersicherheit schützt die durchgängige Datenkette. Produktivitätssteigerungen sind dann kein einmaliges Programm, sondern ein kontinuierlicher Prozess: weniger Ausschuss, kürzere Rüstzeiten, schnellere Freigaben, stabilere Lieferfähigkeit. In einem Hochkostenland ist genau diese Kumulation entscheidend. Sie schafft Handlungsspielraum trotz Kostenbasis – und sie stärkt das Qualitätsversprechen, das «Swiss Made» in vielen Industrien weiterhin trägt. So verteidigt die Schweiz ihren Status als HightechStandort nicht primär über niedrigere Preise, sondern über höhere Leistungsdichte. Investitionen in Deep Tech, Cloud und Cybersicherheit sind dabei weniger ein Trend als eine Strategie: Sie machen Produktion resilienter, Qualität nachweisbarer und Innovation leicht skalierbar – und halten die Schweiz dort konkurrenzfähig, wo die Messlatte global am höchsten liegt.

Text Walter Nogueira

Hat die Fertigungsindustrie in der Schweiz noch Zukunft?

Trotz schwierigem Marktumfeld investiert VDL ETG Switzerland AG langfristig in den Standort.

Die Schweiz zählt seit vielen Jahren zu den innovativsten Ländern der Welt und belegt im Global Innovation Index 2025 erneut den ersten Platz. Diese Spitzenposition ist das Ergebnis eines starken Bildungssystems sowie stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Gleichzeitig steht der Wirtschaftsstandort Schweiz zunehmend unter Druck. Steigende Kosten, der starke Franken und globaler Wettbewerbsdruck fordern Unternehmen heraus, ihre Innovationsfähigkeit kontinuierlich auszubauen. Als Zulieferer von Präzisionsbauteilen für ihre

OEM-Partner ist die VDL ETG Switzerland AG seit elf Jahren in Trübbach ansässig und beschäftigt aktuell ein Team von 180 engagierten Fachkräften. Die Stärke von VDL ETG Switzerland AG ist die Herstellung und Entwicklung von mechanischen und mechatronischen Systemen, die in Equipment für die Halbleiterindustrie, der Medizintechnik oder auch in der Raumfahrt eingesetzt werden. Als Teil der niederländischen VDL Groep, einer familiengeführten Industriegruppe mit über 15 000 Mitarbeitenden weltweit, verbinden sich am Standort in Trübbach internationaler Spirit mit regionaler Verankerung.

Investitionen in Technologie, Infrastruktur und Fachkräfte

VDL ETG Switzerland AG ist ein wichtiger Technologiepartner für internationale Kunden und ein bedeutender Bestandteil der regionalen Hightech-Industrie. Sie bieten eine breite Palette von verschiedenen Kompetenzen wie der Grossteilbearbeitung von Produkten bis zu fertigen geprüften Modulen, welche entweder in der Montage oder

in einem der ISO-6-Reinräume montiert werden. Sie bieten ihren Kunden Komplettlösungen an, die vollständig im Haus gefertigt werden. Die hohe Fertigungstiefe und vor allem das grosse Know-how im Umgang mit Bauteilen mit höheren Reinheitsanforderungen sind für ihre Kunden ein grosser Vorteil. Diese Anforderungen sind in der Branche unerlässlich. Der weltweite Ausbau der Halbleiterindustrie zählt zu den stärksten Treibern technologischer Innovation und gilt als Zukunftsmarkt. Um den steigenden Anforderungen dieser dynamischen Branche gerecht zu werden, investiert die VDL ETG Switzerland AG gezielt in Infrastruktur, moderne Fertigungstechnologien sowie in die Digitalisierung und Automatisierung. Seit der Übernahme im Jahr 2015 durch die VDL Groep wurde der Standort kontinuierlich ausgebaut, mit einer zusätzlichen Produktions- und Montagehalle, neuen Reinräumen und modernen Fertigungsanlagen erweitert. Diese Massnahmen erhöhen die Fertigungstiefe, schaffen Raum für weiteres Wachstum und stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig.

Innovation entsteht nicht allein durch Technologie, sondern vor allem durch die Mitarbeitenden. In Trübbach tragen die Mitarbeitenden mit ihrem Know-how und ihrem Engagement entscheidend zum Erfolg und zur hohen Produktqualität bei. Mit der Ausbildung von Lernenden investiert die VDL ETG Switzerland AG in die Zukunft und stärkt nachhaltig den Schweizer Standort. Weitere Informationen unter: vdletg.com/switzerland

KI-Revolution für kritische Infrastrukturen:

Die Zukunft des Enterprise Asset Management ist vorausschauend

Seit Jahrzehnten bilden Stromnetze, Verkehrsachsen und Industrieanlagen das Rückgrat unserer modernen Gesellschaft. Doch dieses Fundament gerät unter Druck: Alternde Komponenten, extreme Wetterereignisse und eine rasant steigende Nachfrage fordern das System heraus. Hitachi Energy reagiert auf diese seismische Verschiebung und definiert das Management kritischer Infrastrukturen neu – durch eine strategische Allianz mit Microsoft.

Herr Danieli, warum ist eine Neugestaltung des Enterprise Asset Management notwendig?

Kritische Infrastrukturen sind oft Jahrzehnte alt. In einer Welt, in der Stromausfälle oder Netzinstabilitäten sofort massive wirtschaftliche und gesellschaftliche Schäden verursachen, ist dieser Ansatz nicht mehr tragbar. Die Integration erneuerbarer Energien und die Dekarbonisierung verlangen nach einer Flexibilität, die mit analogen Methoden nicht zu bewältigen ist. Wir müssen den Übergang von der reaktiven Problemlösung zu einem proaktiven, datengesteuerten Lebenszyklusmanagement schaffen – also Probleme beheben, bevor sie überhaupt entstehen.

Wie bündeln Hitachi Energy und Microsoft ihre Kräfte?

Die Neuerfindung der Lösung «Ellipse Enterprise Asset Management (EAM)» ist das Herzstück dieser Transformation. Hitachi Energy bringt jahrzehntelange Erfahrung im Management kritischer Infrastrukturen ein, während Microsoft seine führenden KI- und Datenplattformen beisteuert. Durch die Kombination von Microsoft Dynamics 365, Microsoft Fabric und dem Microsoft 365 Copilot entsteht eine vereinheitlichte Lösung. Diese kombiniert Anlagen- und Ressourcenintelligenz, um die Zuverlässigkeit, Sicherheit und operative Agilität auf ein neues Niveau zu heben. Es ist die Verschmelzung von Betriebstechnologie (OT) und modernster Informationstechnologie (IT). Was bedeutet «vorausschauender Betrieb» konkret für die Nutzenden?

Eine EAM-Lösung analysiert Datenströme im gesamten Netzwerk und verknüpft diese mit Informationen aus den Bereichen Lieferkette, Personal und Finanzen, um den Anlagenbetrieb zu unterstützen und eine beispiellose Transparenz über die Anlagen im gesamten Netzwerk zu gewährleisten. Auf der Grundlage von Daten aus den Bereichen Lieferkette, Personal und Finanzen kann sie den optimalen Zeitpunkt für Wartungsarbeiten vorschlagen und so Unternehmen letztendlich dabei helfen, ihren Betrieb effizienter zu gestalten und Investitionen besser zu planen.

Wie werden Datensilos durch diese Integration aufgebrochen?

Traditionell arbeiten EAM-Systeme und betriebswirtschaftliche Software (ERP/CRM)

Kritische Infrastrukturbetreiber benötigen Erkenntnisse, auf die sie unmittelbar reagieren können. Gemeinsam mit Hitachi Energy kombinieren wir KI, Cloud und Unternehmenssysteme, um Unternehmen den Schritt von der reaktiven Wartung hin zum prädiktiven Betrieb zu ermöglichen.

– Dayan Rodriguez,

Corporate Vice President, Manufacturing and Mobility, Microsoft

unabhängig voneinander. Das führt zu Redundanzen und eingeschränkter Sichtbarkeit. Durch die Nutzung agentenbasierter Geschäftsanwendungen von Microsoft gewinnen Energieversorger und Industriebetriebe eine zentrale Informationsquelle («Single Source of Truth»):

– End to End Sichtbarkeit: Eine einheitliche Datenbasis für Anlagen, Finanzen und Betrieb ermöglicht bessere Entscheidungen und Compliance.

– Optimierte Ressourcen: Echtzeit-Datenflüsse zwischen EAM und ERP sorgen für präzise Budgetierung und Ressourcenallokation.

– Verbesserte Zuverlässigkeit: Prädiktive Wartung verlängert die Lebensdauer der Anlagen und reduziert Ausfallzeiten massiv.

– Nachhaltigkeit: Integrierte Reportings unterstützen die Einhaltung von ESG-Zielen und regulatorischen Vorschriften.

Die Neuerfindung der Lösung «Ellipse Enterprise Asset Management (EAM)» ist das Herzstück dieser Transformation. Hitachi Energy bringt über 40 Jahre Erfahrung im Management kritischer Infrastrukturen ein, während Microsoft seine führenden KI- und Datenplattformen beisteuert.

– Massimo Danieli,

Executive Vice President and Managing Director of Business Unit Grid Automation

Wer unterstützt die Unternehmen bei dieser Transformation?

Die Implementierung solcher komplexen KILösungen erfordert erfahrene Partner. Hitachi Energy setzt hierbei auf ein Ökosystem von Systemintegratoren, allen voran Hitachi Solutions. Als «Microsoft Dynamics 365 Partner of the Year» bringt Hitachi Solutions die nötige Expertise mit, um diese globalen digitalen Transformationen schnell und mit höchster Qualität umzusetzen. Es geht darum, das volle Potenzial der KI-gesteuerten Lösungen direkt in messbare Geschäftsergebnisse zu übersetzen.

Weitere Informationen unter: hitachienergy.com

Zur Person

Massimo Danieli ist Executive Vice President und Managing Director der Business-Unit Grid Automation bei Hitachi Energy. Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Energiewirtschaft treibt er die Digitalisierung der Stromnetze voran. Er ist überzeugt, dass die Kombination von IT und OT der entscheidende Schlüssel für eine nachhaltige und sichere Energiezukunft ist.

Über Hitachi Energy

Hitachi Energy ist ein weltweit führendes Technologieunternehmen im Bereich der Elektrifizierung. Mit innovativen Stromnetztechnologien und digitalen Lösungen treibt das Unternehmen die nachhaltige Energiezukunft voran. Über drei Milliarden Menschen verlassen sich täglich auf Technologien von Hitachi Energy. Mit Hauptsitz in der Schweiz beschäftigt das Unternehmen über 50 000 Mitarbeitende in 60 Ländern und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 16 Milliarden USD.

Massimo Danieli Executive Vice President and Managing Director of Business Unit Grid Automation

«Wenn man erneuert, dann umfassend»

Arthur Müggler

Zentralpräsident

Die Gebäudehülle spielt eine Schlüsselrolle in der Nachhaltigkeit von Bestandesbauten.

Silvia Gemperle, Energiestrategin, und Arthur Müggler, Zentralpräsident von Gebäudehülle Schweiz, geben detaillierte Einblicke in die Chancen und Visionen ihrer Branche.

Die Gebäudehülle ist heute ein komplexes Energiesystem. Wie hat diese Transformation die Anforderungen an die klassischen Dachdeckerkompetenzen verändert? Müggler: Das enorme Potenzial der Gebäudehülle haben wir bereits vor 40 Jahren erkannt. Wir von Gebäudehülle Schweiz haben diese Transformationsreise Schritt für Schritt begleitet. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, und doch bleibt viel zu tun. Früher galt etwa die Devise, dass 100 Millimeter Dämmung durchaus ausreichen oder gar keine Isolierung notwendig sei. Heute betrachten wir solche Bauten sowie ihre Altlasten als grosse Herausforderung im Gebäudepark, die wir mit modernem Know-how auf einen neuen Stand bringen müssen. In den letzten drei bis fünf Jahren kam der Solarbereich als massive Säule unserer Arbeit hinzu.

Gemperle: Die Entwicklung der Branche ist beeindruckend. Bereits 1988 gab es die erste SIA-Empfehlung; damals rückten der winterliche Wärmeverlust und später der sommerliche Hitzeschutz in den Fokus. Seit etwa zehn Jahren dominiert die Kombination aus Gebäudehülle und Photovoltaik (PV) die Branche. Unsere Position ist klar: Zu jedem modernen Dach gehört heute eine PV-Anlage. Wir haben die notwendigen technischen Schnittstellen gelöst und bieten den Kunden heute ein echtes «Rundum-sorglos-Paket» an. Aber wie Arthur Müggler korrekt betont: Es bleibt noch viel zu tun.

Die Auflösung von Altlasten ist für die Energiestrategie 2050 zentral. Wie stellen Sie sicher, dass die Branche diese Projekte bewältigen kann? Müggler: Das ist eine Herausforderung. Einen Fokus legen wir auf die Gewinnung neuer Talente. Aus- und Weiterbildung sind hierfür ebenso zentral wie Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern. Um diese anzusprechen, erhöhen wir die Sichtbarkeit unserer Berufe – nicht nur, um Kundinnen und Kunden zu gewinnen, sondern auch, um Lernende und Fachkräfte zu begeistern. Wir haben Programme entwickelt, um Menschen auf jeder Stufe den Brancheneinstieg zu ermöglichen. In Zeiten einer sinkenden Bevölkerung müssen wir den Bedarf auch über gezielte Zuwanderung decken. Entscheidend ist dabei der Stolz auf das Handwerk: Wir sprechen Menschen an, die etwas Sinnvolles tun möchten.

Gemperle: Die Erneuerungsrate im Bereich «Dach» können sich sehen lassen. Datenauswertungen zeigen, dass vor allem Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren saniert werden. Unsere Betriebe fungieren heute als versierte Gesamtanbieter. Sie sind komplexer aufgestellt denn je – so sind bereits 150 Expertinnen und Experten aus unseren Reihen auch in der Energieberatung tätig.

Welchen entscheidenden Beitrag leistet die optimierte Gebäudehülle im Vergleich zu reinen Heizungswechseln für die Klimaziele?

Gemperle: Die Rolle einer exzellenten Gebäudehülle ist fundamental: Sie sorgt für einen tiefen Wärmebedarf, was die Betriebskosten senkt. Nur mit einer effizienten Hülle können Wärmepumpen wirtschaftlich betrieben

Brandreport • Berner Fachhochschule

werden. Wir müssen das Gesamtsystem betrachten, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Hülle und Technik gehören untrennbar zusammen. Studien belegen zudem den enormen Impact der Gebäudehüllen auf die Winterstromversorgung. Ein erneuertes Gebäude in Kombination mit einer Wärmepumpe entlastet das Netz in den kritischen Monaten massiv. Dabei gilt: Wenn man erneuert, dann richtig und umfassend!

Welche Innovationen begeistern Sie derzeit am meisten?

Gemperle: Mich fasziniert die neue Vielfalt und Qualität bei den Solarpanels – vor allem in der Farbigkeit und bei den Materialien. Die Produkte sind effizienter geworden, die Farbpaletten gewachsen und die Verarbeitungsmöglichkeiten vielfältiger. Das erfordert natürlich eine ständige Weiterbildung, um hier am Ball zu bleiben, aber der Gewinn für die Baukultur ist riesig.

Müggler: Nebst der Technik begeistert mich auch die gegenseitige Inspiration innerhalb der Branche. Der Zusammenhalt ist eine Triebfeder für Innovationen.

Die Dachbegrünung ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Wie tief ist das Bewusstsein für Konzepte wie die «Schwammstadt» verankert?

Gemperle: Begrünungen sind bei Flachdächern seit den 90er-Jahren Standard und oft auch vorgeschrieben. Unsere Firmen wissen, wie wichtig es ist, Regenwasser zurückzuhalten und durch Pflanzen die Biodiversität zu fördern (Schwammstadt-Prinzip). Wir thematisieren dies aktiv und zeigen erfolgreiche Praxisbeispiele auf.

Müggler: Besonders die Kombination von Solar und Dachbegrünung ist ein wichtiges Feld. Hier leisten unsere Merkblätter einen wertvollen Service für die fachgerechte Umsetzung.

Die Kreislaufwirtschaft gewinnt an Fahrt. Wie weit ist man vom zirkulären Bauen entfernt?

Gemperle: Wir stehen beim Thema Kreislaufwirtschaft hinsichtlich der Gebäudehülle noch am Anfang, wie die Baubranche als Ganzes. Zunächst geht es darum, Arbeiten so nachhaltig und langlebig wie möglich

auszuführen. Parallel dazu beschäftigen wir uns intensiv mit Materialfragen und entwickeln derzeit einen Schulungskurs zum kreislauffähigen Bauen. Unsere Fachtagungen widmen sich diesen Zukunftsthemen und wir sind darauf angewiesen, dass unsere Mitglieder ihre Praxiserfahrungen an uns zurückspiegeln. Müggler: Wir stellen heute die wichtigen Weichen für die Zukunft. Es hilft uns sehr, dass wir mit einem Empa-Forscher in unseren eigenen Reihen wissenschaftliche Expertise direkt in den Verband einbinden können. Unsere Mitglieder sind hervorragend darin, sich neue Kompetenzen anzueignen und ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern. Das wird ihnen auch dieses Mal gelingen – natürlich mit uns an ihrer Seite.

Weitere Informationen unter: gebäudehülle.swiss

Über den Verband Gebäudehülle Schweiz 1907 als Dachdeckermeister-Verband gegründet, vertritt Gebäudehülle Schweiz heute als Berufsund Arbeitgeberverband die Interessen von rund 700 Betrieben der Gebäudehülle mit rund 15 000 Mitarbeitenden. Als Arbeitgeberorganisation engagiert sich Gebäudehülle Schweiz für eine ausgewogene Sozialpartnerschaft in der Anwendungstechnik und in der Bildungspolitik. Gebäudehülle Schweiz steht für die Berufe Dachdecker:in, Abdichter:in, Fassadenbauer:in und Solarinstallateur:in.

In Biel werden Ingenieur:innen ausgebildet, die die Technologien von morgen gestalten

Aymeric Niederhauser

Leiter Fachbereich Mechatronik und Systemtechnik

(Medizintechnik | Robotik | Uhren- & Mikrotechnik)

An der Berner Fachhochschule (BFH) in Biel eröffnet der Bachelor in Mechatronik und Systemtechnik den Zugang zu Zukunftstechnologien – von Medizintechnik über Robotik bis zur Uhren- und Mikrotechnik. Im Zentrum steht eine interdisziplinäre, industrienahe Ausbildung.

Herr Niederhauser, Sie leiten den Bachelor in Mechatronik und Systemtechnik an der BFH. Warum sind interdisziplinäre Ingenieurstudiengänge heute wichtiger denn je? Heute entstehen die grossen Innovationen kaum mehr innerhalb einer einzigen Disziplin. Die Technologien, die unseren Alltag prägen – ob Robotik, Medizintechnik oder intelligente Uhrensysteme – sind stets das Ergebnis des Zusammenspiels verschiedener Disziplinen, wie zum Beispiel Mechanik, Elektronik und Informatik. Deshalb ist es entscheidend, Ingenieur:innen auszubilden, die diese Welten verbinden und zwischen ihnen navigieren können. An der BFH vermitteln wir eine solide, interdisziplinäre Basis und ermöglichen es den Studierenden gleichzeitig, ihr eigenes Profil zu entwickeln. Diese Kombination erlaubt es ihnen nicht nur, komplexe Systeme zu verstehen, sondern auch die Technologien von morgen aktiv mitzugestalten und zu entwickeln. Für die Schweizer Industrie sind solche Profile besonders wertvoll, weil sie eine ganzheitliche Sicht mitbringen und Ideen in konkrete Innovationen überführen können.

Was unterscheidet den Bachelor in Mechatronik und Systemtechnik an der BFH von klassischen Ingenieurstudiengängen?

Ein zentraler Unterschied ist die Freiheit, die wir den Studierenden geben, ihr eigenes Ingenieurprofil aufzubauen. Die Ausbildung basiert zwar auf den drei Säulen der Mechatronik – Mechanik, Elektronik und Informatik –, geht aber bewusst darüber hinaus.

Die Studierenden können ihren Weg schrittweise gestalten: Sie können einzelne Bereiche vertiefen und wählen später eine Ausrichtung (Vertiefung), etwa in Medizintechnik, Robotik oder Uhren- und Mikrotechnik. Sie haben sogar die Möglichkeit, diese Bereiche zu kombinieren und so ein einzigartiges Profil zu entwickeln. Unser Ziel ist es nicht, «standardisierte» Ingenieur:innen auszubilden, sondern Profile, die sich in einem sich ständig wandelnden technologischen Umfeld orientieren, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen – und ihren eigenen Weg darin finden können.

Sie stehen in engem Austausch mit der Industrie und den Studierenden. Wie stellen Sie sicher, dass die Ausbildung mit den technologischen Entwicklungen Schritt hält? Ich selbst bin den Weg über die Berufsbildung gegangen, habe anschliessend an einer Fachhochschule und Universität studiert und danach in der Industrie gearbeitet. Diese Erfahrung hilft mir, beide Perspektiven zu verbinden – die der Ausbildung und die der industriellen Praxis.

An der BFH ist dieser Austausch fest verankert: Studierende arbeiten regelmässig an realen Projekten mit Unternehmen. Sie setzen sich nicht mit fiktiven Fällen auseinander, sondern arbeiten an echten Fragestellungen – mit realen Anforderungen, Zielkonflikten, Unsicherheiten und klaren Erwartungen.

Doch nahe an der Innovation zu bleiben, setzt voraus, dass wir uns laufend hinterfragen. Die von uns vermittelten Kompetenzen werden regelmässig überprüft, um neue Kompetenzen zu erkennen und zu integrieren. So entwickeln wir unsere Ausbildung kontinuierlich weiter und stellen sicher, dass sie mit dem rasanten technologischen Wandel Schritt hält.

Künstliche Intelligenz verändert derzeit viele Technologiebereiche. Welche Rolle spielt sie in Ihrer Ausbildung – und wie bereiten Sie die Studierenden darauf vor? Künstliche Intelligenz ist zugleich eine aussergewöhnliche Chance und eine echte Herausforderung für die Ausbildung. Sie kann den Eindruck vermitteln, dass man schneller vorankommt oder sogar gewisse Lernschritte überspringen kann. Doch im Ingenieurwesen entsteht echte Kompetenz schrittweise: durch Erinnern, Verstehen, Anwenden, Analysieren, Bewerten –bis hin zum Entwerfen, Entwickeln und Umsetzen.

Genau hier liegt die zentrale Herausforderung. Ingenieur:innen müssen beurteilen können, ob eine von einer KI oder einem Menschen vorgeschlagene Lösung wirklich relevant, zuverlässig und verantwortungsvoll ist. Diese Kompetenz lässt sich nicht improvisieren – sie beruht auf fundierten wissenschaftlichen und technischen Grundlagen.

Unser Ziel ist es daher nicht nur, den Umgang mit KI zu vermitteln, sondern auch die Fähigkeit, sie kritisch zu hinterfragen, zu challengen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Denn im Ingenieurwesen bleibt die Verantwortung beim Menschen. Mit anderen Worten: KI kann menschliche Intelligenz verstärken – vorausgesetzt, die Grundlagen sind solide.

Mit der neuen Vertiefung in Uhren- und Mikrotechnik knüpft die BFH an die industrielle Tradition der Region Biel an. Welche Chancen bietet diese Spezialisierung den Studierenden? Diese Vertiefung ist für uns besonders bedeutend, weil sie die Ausbildung wieder stärker mit der industriellen Tradition der Region verbindet. Auch wenn der Begriff Mikrotechnik zeitweise weniger sichtbar war, ist das entsprechende Know-how nie verschwunden – im Gegenteil: Es wird heute gezielt gestärkt.

Durch die Zusammenarbeit mit der HE-Arc entsteht zudem eine Brücke zwischen der Romandie und der Deutschschweiz. Studierende erhalten dadurch einen in der Schweiz einzigartigen Zugang zu zentralen Kompetenzen der Uhren- und Mikrotechnik – in einem direkt mit der Industrie vernetzten Umfeld.

In Biel entfaltet dies seinen vollen Sinn. Die Stadt gehört noch immer zu den weltweit führenden Zentren der Uhrenindustrie, mit international renommierten Marken. Für die Studierenden bedeutet das, dort zu studieren, wo Geschichte, Know-how und Innovation zusammenkommen – und die nächste Generation von Uhren- und Mikrotechnik mitzugestalten. Welche beruflichen Perspektiven haben Ihre Absolventinnen und Absolventen – und welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die ein Ingenieurstudium in Betracht ziehen? Die Perspektiven sind sehr vielseitig, da sich die Mechatronik an der Schnittstelle mehrerer Disziplinen bewegt. Unsere Absolventinnen und Absolventen arbeiten in Bereichen wie Produktentwicklung, Embedded Systems, Robotik, Medizintechnik oder in der Mikro- und Präzisionstechnik, … Diese interdisziplinäre Ausbildung öffnet viele Türen. Gerade der Studiengang Mechatronik und Systemtechnik legt sich nicht auf ein spezifisches Feld fest – sie ist vielmehr ein echtes Sprungbrett in unterschiedlichste Technologiefelder. Sie vermittelt eine solide Basis, um sich in einer sich stetig verändernden technologischen Welt weiterzuentwickeln.

Mein Rat an junge Menschen ist einfach: Wenn Sie sich für Technologien begeistern, dann legen Sie los. Das Ingenieurwesen gehört zu den wenigen Bereichen, in denen man die Welt nicht nur verstehen, sondern aktiv mitgestalten kann.

Weitere Informationen unter: bfh.ch/systemtechnik

Es wird leiser auf Liestals Strassen

Auf den Strecken der Autobus AG Liestal fahren ab sofort mehr Elektrobusse. Bis Ende März werden insgesamt zehn neue E-Busse auf den Linien des Baselbieter ÖV-Anbieters unterwegs sein. Damit ist ein Viertel der Flotte elektrisch. IWB baut und betreibt die dafür nötige Ladeinfrastruktur, schon ausgelegt für den weiteren Ausbau.

Am Bahnhofplatz in Liestal fällt zuerst auf, was fehlt. Kein Dröhnen beim Anfahren, kein Vibrieren, trotzdem kommt der öffentliche Bus zügig vom Fleck. Einer der neuen E-Busse der Autobus AG Liestal rollt über den Platz, als wäre das schon immer so gewesen. Für Fahrgäste und die Menschen, die hier wohnen, bedeutet das vor allem eins: weniger Lärm. Für den Busbetreiber ist die Umstellung auf mehr E-Busse in der Flotte ein Stresstest unter Vollbelastung.

Elektrifizierung ist machbar

Die Autobus AG Liestal betreibt den öffentlichen Verkehr auf neun Linien, die ländlichere Gebiete im oberen Baselbiet mit Zentren wie Liestal, Pratteln oder Basel verbinden. Mehr als 50 Busse legen pro Jahr etwa 36 Millionen Kilometer zurück. Roman Stingelin, Geschäftsführer der Autobus AG bringt es auf den Punkt: «Uns ist bewusst, dass der Verkehr einen grossen Teil der CO2-Ausstösse ausmacht. Weil das aber unser tägliches Geschäft ist, können nicht einfach weniger fahren. Aber wir können es umweltbewusster tun.»

Darum testet die Autobus AG den Einsatz von E-Bussen schon seit 2021: Reichweite, Ladefenster, Routine. Jetzt folgt der nächste Schritt: Seit Anfang März fahren auf den Linien zusätzliche Elektrobusse. Insgesamt sind es zwölf, wenn Ende März alle in Betrieb sind. Damit ist rund ein Viertel der Flotte elektrisch. Der Fahrplan bleibt Chef Eins ist klar: Auch E-Busse müssen jeden Tag bereitstehen. Früh, pünktlich und zuverlässig. Die Umstellung kam für Stingelin also nur infrage, wenn die Busse zuverlässig geladen werden können. Dafür musste das Depot aufgerüstet werden. Von Oktober bis Anfang Februar hat IWB in vier Monaten die nötige Ladeinfrastruktur aufgebaut. Die Umstellung wurde bei laufendem Betrieb umgesetzt. Da müssen Fahrzeuge, Depot, Stromversorgung, Prozesse und Personal jederzeit ineinandergreifen. Fünf gelbe Kästen, 28 Stecker und ein Depot, das weiterläuft Optisch fällt die Veränderung kaum auf. «Die gelben Kästen hier, das sind die neuen Ladeeinheiten, übrigens extra in unserem typischen Autobus-Gelb gehalten. So fährt hoffentlich keiner rein», sagt der Geschäftsführer. Die fünf Leistungseinheiten, DC-Gleichrichter, bilden das Herz der neuen Infrastruktur. Dazu kommen 28 Ladepunkte mit Steckern vom Typ bricco&charge des Luzerner Herstellers Evtec AG. «Das war für uns die sinnvollere Lösung als Pantografen, da es von der Ladeleistung für unseren Bedarf ausreicht», erklärt Stingelin. Für den Alltag im Depotbetrieb zählt auch die Platzfrage. Busse manövrieren eng, stehen auch mittig in der Halle, Schichten wechseln. Deshalb sitzt nur ein Teil der Ladepunkte an der Wand. Im hinteren Teil der Halle hängen sie unter dem Dach. Zum Laden zieht man den Stecker einfach runter.

Eins

ist klar: Auch E-Busse müssen jeden Tag bereitstehen. Früh, pünktlich und zuverlässig.

«Diese Lösung ist ideal für uns. So steht unten nichts im Weg herum, wenn wir mit den Bussen manövrieren müssen», sagt der Geschäftsführer.

Den Ladestatus stets im Blick Für Stingelin war vor allem wichtig, eine Partnerin mit viel Know-how zur Seite zu haben. «Das Angebot von IWB hat überzeugt: guter Preis, gute Geräte und viel Erfahrung. Uns hätte nichts Besseres passieren können.» Auch die Tatsache, dass die eingesetzten Ladestationen einen hohen Qualitätsanspruch haben und aus der Schweiz kommen, war für Stingelin ausschlaggebend.

Neben Installation, Inbetriebnahme und Konfiguration übernimmt IWB auch Betrieb und Unterhalt der Ladeinfrastruktur, inklusive einem 24/7-Pikettdienst. Mit der passenden Software hat IWB stets im Blick, welcher Bus wann geladen wird und kann jederzeit eingreifen. «Einen solchen Pikett selbst zu stemmen, wäre für uns viel zu aufwendig», erklärt Stingelin. Beim DC-Laden reicht in der Regel ein Ladevorgang pro Bus

und Tag. Die Busse laden dann, wenn sie nicht fahren: in der Nacht oder in Schichtpausen.

Der Unterschied entsteht im Alltag

Wer schon einmal im E-Bus unterwegs war, kennt es: Sie beschleunigen schneller. Das Fahren im Elektrobus fühlt sich anders an und will gelernt sein. Jahrelang galt, dass ein Fahrzeug rollt, wenn man das Gaspedal loslässt. Da muss man hinter dem Steuer umdenken. Darum wurden alle 130 Chauffeurinnen und Chauffeure zusätzlich geschult. «Wir hören vor allem, wie viel Spass es macht, mit den E-Bussen zu fahren. Und natürlich, dass sie viel leiser sind.» Für Fahrgäste heisst das: weniger Lärm im Fahrzeug, weniger Dröhnen beim Beschleunigen. Das freut auch die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Strecke.

Heute leiser, morgen mehr Die E-Bus-Flotte soll weiterwachsen. Im Depot könnten aktuell schon 28 E-Busse geladen werden. Laut Stingelin kommen nun drei bis vier Busse pro Jahr dazu. Ersetzt wird ein Bus erst dann, wenn er sowieso das Ende seiner Lebensdauer bei

der Autobus AG erreicht hat. Die ausrangierten Busse kommen dort zu einem zweiten Einsatz, wo es Sinn macht. Das Ziel ist gesetzt: Bis 2036 soll die gesamte Flotte elektrifiziert sein.

Der Geschäftsführer zieht ein positives Fazit: «Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem ganzen Projekt.» Der Zeitplan hielt, Test und Schulung hatten Platz, und der Depotbetrieb lief jederzeit weiter. Am Bahnhofplatz merkt man davon nur das Ergebnis. Der Bus kommt. Er fährt. Er ist leiser. Und weil im Depot die Infrastruktur stimmt, wird das Schritt für Schritt zur neuen Normalität.

Ladelösungen für gewerbliche E-Fahrzeuge und den öffentlichen Verkehr

IWB – Der Partner für Ladeinfrastruktur Die Industriellen Werke Basel (IWB) begleiten Unternehmen und öffentliche Betriebe bei der Umstellung auf Elektromobilität. Mit langjähriger Erfahrung, regionaler Verankerung und umfassender Systemkompetenz werden Ladeprojekte schweizweit und in jeder Grössenordnung realisiert.

Leistungsangebot:

Standortanalyse und Einsatzprofilerstellung

Planung, Bau und Betrieb von AC-/DC-Ladelösungen, Pantographen und MCS-Systemen

Integration von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern

Intelligentes Last- und Energiemanagement

Abrechnungssysteme (inkl. Twint, Roaming, Kreditkarte)

Wartung, Monitoring und 24/7-Pikettdienst

Geeignet für:

Öffentlicher Verkehr (z. B. E-Busse)

Logistik- und Lieferflotten

E-Lkws und gewerbliche Transporter

Firmenstandorte mit mehreren Ladepunkten

Kontakt +41 61 275 58 00 mobilitaet@iwb.ch

Mehr Informationen unter: iwb.ch/ladeloesungen

Winterthur erfindet sich neu – und das schon zum zweiten Mal

«So many young people here!» Das WirtschaftsTeam von House of Winterthur steht zusammen mit der Delegation einer asiatischen Firma auf dem Bahnmeisterweg, der kurzen Strasse, die den Hauptbahnhof Winterthur mit Lokstadt und Lagerplatz verbindet. Und es wimmelt von Menschen. Studierende, Ingenieure, Lernende, die in den alten Industriegebäuden zu ihren Laboren, Werkstätten und Büros strömen. Wenn sie ausländische Firmen durch Winterthur führen, ist der Bahnmeisterweg oft die erste Etappe. Hier zeigt sich direkt, wie sich die Stadt entwickelt: In den mächtigen Fabrikhallen aus dem 19. Jahrhundert, die einst den Herzschlag der Schweizer Industrie verkörperten, herrscht neue, pulsierende Vielfalt.

Diese Industriegeschichte ist keine Last: Sie ist das Fundament Denn Winterthur ist heute dabei, sich zum zweiten Mal neu zu erfinden – und diesmal ist es leiser, kleiner und deutlich schneller. Statt Dampf und Stahl sind es Algorithmen, Roboter, Drohnen und nachhaltige Antriebe, die hier entwickelt werden. Statt Fabrikhallen mit tausend Arbeiterinnen und Arbeitern sind es Start-up-Teams von fünf, zehn Personen, die an Lösungen arbeiten, die globale Märkte verändern könnten. Die sechstgrösste Stadt der Schweiz ist auf dem Weg, sich als eigenständiger Innovationsstandort zu positionieren – mit einem Ökosystem, das mehr zu bieten hat, als viele wissen.

Wissen als Rohstoff Wer über Innovation spricht, muss über Wissen sprechen. Und Winterthur hat hier einen entscheidenden Vorteil: die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, kurz ZHAW. Fünf ihrer Departemente sind direkt im Herzen der Stadt zu Hause. Die ZHAW ist keine Hochschule im Elfenbeinturm – ihr Selbstverständnis ist anwendungsorientierte Forschung, Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Transfer vom Labor in den Markt. Rund 14 000 Studierende lernen und forschen an der ZHAW. Was dort entsteht, bleibt oft nicht im Seminarraum: Immer wieder führt der Weg von der Forschungsidee direkt zu einer Firma. Oder direkt in eine Start-up-Gründung – und viele dieser Teams bleiben, wo sie entstanden sind.

Der Technopark Winterthur, wenige Gehminuten von der ZHAW entfernt, bietet Start-ups nicht nur Bürofläche, sondern ein vollständiges Unterstützungssystem: Mentoring, Netzwerk, Zugang zu Kapital, Events und den Runway Start-up Incubator als ersten Anlaufpunkt für Gründungsteams, die aus einer Idee ein Unternehmen machen wollen.

Das Start-up-Ökosystem ist längst über die Hochschule hinausgewachsen: Der Entrepreneur Club Winterthur unterstützt Start-ups zielgerichtet und

Hier wird nicht über Innovation gesprochen, hier wird sie gelebt.

niederschwellig; er hat auch die »Startup Nights« hier in Winterthur gross gemacht, den Event, der 2025 rund 9500 Innovatoren und Investoren in den Eulachhallen versammelte. Wer in Winterthur gründet, ist von Anfang an eingebettet – in eine Community, die Gründen nicht als exotische Randerscheinung betrachtet, sondern als normalen Teil des wirtschaftlichen Lebens.

Vier Start-ups, vier Welten

Vier Beispiele aus Winterthur zeigen, wie unterschiedlich Innovation aussehen kann und wie sie dennoch ein gemeinsames Merkmal trägt: den Willen, echte Probleme zu lösen.

Scewo hat einen Rollstuhl entwickelt, der Treppen steigen kann. Das klingt einfach. Ist es aber nicht. Der Scewo BRO, entstanden als Hochschulprojekt, beheimatet im Technopark Winterthur, kombiniert Robotik, Sensorik und Nutzerzentrierung zu einem Produkt, das Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine neue Dimension von Selbstständigkeit gibt. Das Unternehmen beliefert Kunden in mehreren europäischen Ländern und arbeitet am Markteintritt in die USA. Was in Winterthur als Studierendenprojekt begann, wird heute in Paris und bald in San Francisco weitergeführt.

Borobotics kommt aus der ZHAW School of Engineering und arbeitet an einer Technologie, die auf den ersten Blick bodenständig klingt: einem Bohrroboter. Aber «Grabowski», wie das Team seinen vollautonomen Geothermiebohrer getauft hat, hat das Potenzial, die Wärmewende zu beschleunigen. Konventionelle

Bohrgeräte sind sechs Meter hoch, wiegen über zehn Tonnen und verbrauchen Tausende Liter Diesel. Grabowski ist 2,5 Meter lang, wiegt unter 150 Kilogramm, läuft elektrisch und kann sich autonom bis 250 Meter tief in den Boden fressen – in Gärten, Tiefgaragen, Kellern. Orte, an denen Geothermie bisher schlicht unmöglich war. Das Start-up sitzt, wie es sich gehört, im Runway Incubator am Technopark.

Flux Mobility baut massgeschneiderte Elektrotransporter für gewerbliche Anwendungen, also für jene Fahrzeugsegmente bis 3,5 Tonnen, die im Güter- und Kommunalverkehr besonders wichtig sind und bei der Elektrifizierung bislang oft vergessen wurden. Gegründet im Jahr 2021, hat Flux Mobility mit Partnern wie Stadtwerk Winterthur bereits lokale Verankerung bewiesen und arbeitet konsequent an der Serienentwicklung für europäische Märkte.

Binabik AI adressiert eine der grossen offenen Fragen der nächsten Jahre: Wie macht man humanoide Roboter in der Praxis nutzbar? Nicht im Labor, nicht im Demo-Video – sondern in realen Industrieumgebungen, zuverlässig, skalierbar, ohne konstantes Neu-Training. Das Winterthurer Start-up entwickelt ein modulares KI-Betriebssystem für Roboter, das adaptives Lernen und autonome Entscheidungsfindung ermöglicht.

Vier Start-ups, vier Technologiefelder: Medtech, Cleantech, Mobilität, künstliche Intelligenz. Was sie verbindet, ist mehr als die Postleitzahl. Es ist das Ökosystem, das sie genährt hat.

Grossstadtnähe, Kleinstadtqualität Innovation braucht mehr als Ideen und Kapital. Sie braucht Menschen, die bleiben wollen. Und da hat Winterthur ein Argument, das in Investorenpräsentationen oft vergessen geht, das aber im Alltag von Gründerinnen und Gründern sehr konkret ist: Lebensqualität. Zwanzig Minuten mit dem Zug nach Zürich. Doch ist es eine Stadt mit eigenem Charakter, eigenem Kulturleben, Museen, Konzerthäusern und einer Altstadt, die zum Verweilen einlädt. Mietpreise, die im Vergleich zur grossen Nachbarin noch Luft lassen. Eine Grösse, in der man sich kennt und in der ein Netzwerkabend tatsächlich noch Netzwerkabend ist – und nicht bloss ein grosser Raum mit vielen Visitenkarten. Winterthur hat lange davon gelebt, bescheiden zu sein. Die Verbindung zum Zürcher Wirtschaftsraum ist stark – international tritt die Region als Teil der Greater Zurich Area auf, eine der wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsregionen Europas. Doch innerhalb dieses Rahmens ist Winterthur ein eigenständiger Standort mit eigenem Profil: ingenieurwissenschaftliche Stärken, verwurzelte Industriekultur, eine Hochschule mit Marktbezug und ein wachsendes Start-up-Ökosystem.

Die zweite Transformation Winterthurs erste industrielle Blüte war geprägt von Schweizer Ingenieurskunst, von Innovation und von Präzision. Die Fabrikhallen im Stadtzentrum zeugen noch heute davon. Die zweite Transformation – die, die gerade stattfindet – trägt dieselben Gene: nicht laut, nicht schnell, aber gründlich. Hier wird nicht über Innovation gesprochen, hier wird sie gelebt. In Labors, die direkt neben Hörsälen liegen. In Büros in den ehemaligen Industriearealen. In Robotik, Drohnen, Rollstühlen und Elektrotransportern, die das Potenzial haben, weit über die Stadtgrenzen hinaus etwas zu verändern. Winterthur erfindet sich gerade neu. Es lohnt sich dabei zu sein.

Text Jakob Bächtold, Geschäftsführer House of Winterthur

Weitere Informationen unter: winterthur.com

Zum Autor Jakob Bächtold ist Geschäftsführer von House of Winterthur, der zentralen Organisation für Standortförderung, Wirtschaftsentwicklung und Tourismusmarketing der Stadt und Region Winterthur.

«Wir

dürfen Bauschutt nicht als Abfall betrachten – sondern als Ressource»

7,5 Millionen Tonnen Bauschutt fallen pro Jahr in der Schweiz an. Patrick Eberhard, CEO der Eberhard Unternehmungen, erachtet diese aber nicht per se als Problem, sondern als wertvolles Rohstofflager. Das passt, denn mit seiner Unternehmensgruppe treibt er die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche aktiv voran.

Herr Eberhard, das Thema «zirkuläres Bauen» gewinnt im Schweizer Bausektor massiv an Bedeutung. Wie wird diese Entwicklung bei den Eberhard Unternehmungen gelebt? Im Kern sind wir ein Bauunternehmen, das die gesamte Bandbreite des Sektors abdeckt: vom Rückbau über den Erdbau bis hin zu komplexen Baugruben. Wir bewegen uns also überall dort, wo grosse Maschinen im Einsatz stehen. Ein wesentlicher Pfeiler unserer Arbeit ist zudem die Altlastsanierung, also der Umgang mit kontaminierten Böden, sowie die Produktion hochwertiger Baustoffe. Wenn wir nun über die Kreislaufwirtschaft sprechen, verstehen wir diese als eine konsequente Weiterentwicklung des Recyclings. Da wir aufgrund unserer tief verwurzelten Rückbaukompetenz in diesem Bereich schon immer eine Vorreiterrolle eingenommen haben, sind wir für diesen nächsten Schritt ebenfalls gerüstet. Die Idealvorstellung ist klar definiert: Wir wollen durch die Rückgewinnung und gezielte Verwertung der Materialien eines alten Hauses ein neues Gebäude errichten – und zwar in identischer Qualität und Funktionalität. Dafür ist ein fundamentaler Perspektivwechsel nötig: Wir dürfen nicht mehr in Kategorien von «Abfall» denken, sondern müssen in «Produkten» denken. Wir müssen dementsprechend lernen, Bauschutt als Ressource zu sehen – und diese noch effizienter und intelligenter zu nutzen. Sie erwähnten das Ziel, aus einem alten Haus ein neues entstehen zu lassen. Wie nah ist die Schweiz dieser Vision bereits gekommen? Global betrachtet gehört die Schweiz zum obersten Drittel, wir sind hierzulande also vergleichsweise weit. Obschon wir ehrlich sein müssen: In vielen Fällen handelt es sich aktuell noch um Downcycling. Aber jeder einzelne Schritt in Richtung echter Kreislaufwirtschaft ist zentral. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Jährlich verbaut die Schweiz das Äquivalent von rund 200 000 Einfamilienhäusern, was einen Abfallberg

Im Kern sind wir ein Bauunternehmen, das die gesamte Bandbreite des Sektors abdeckt: vom Rückbau über den Erdbau bis hin zu komplexen Baugruben.

– Patrick Eberhard, CEO

ist dafür der Schlüssel. Das hilft uns auch dabei, die Herausforderung des Fachkräftemangels proaktiv und positiv anzugehen. Blicken wir zum Schluss in die Zukunft: Welche Trends und Entwicklungen werden Ihr Unternehmen in den kommenden Jahren prägen?

von etwa 7,5 Millionen Tonnen pro Jahr generiert. Diese Mengen müssen wir so effizient wie möglich wiederverwerten. Dafür setzen wir uns mit viel Kraft ein, denn am Ende des Tages sind alle natürlichen Ressourcen endlich. Es liegt daher in unserer Verantwortung, sorgsam mit diesen Gütern umzugehen. Dieses Bewusstsein ist fest in unserer DNA verankert und hat historische Wurzeln: Eberhard entstand am Hotspot Zürich-Nord, direkt beim Flughafen. Dort waren Ressourcen schon früh knapp. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und uns das Recycling von Beginn an auf die Fahne geschrieben. Eberhard ist ein klassisches Familienunternehmen. Welchen Einfluss hat diese Struktur auf Ihr Handeln? Als Familienunternehmen verstehen wir uns als integralen Bestandteil der Gesellschaft. Daraus leitet sich eine direkte Verantwortung ab: Unser Tun steht im Dienst einer funktionierenden

Welt – das ist unser Selbstverständnis. In unseren Fachbereichen wollen wir den Weg in Richtung «Enkelfähigkeit» konsequent weitergehen. Der Anspruch, Pioniere im Bereich Bau und Umwelt zu sein, treibt uns täglich an, neue und bessere Lösungen zu suchen und auch zu finden.

Für das Erreichen dieser Ziele ist auch eine passende Führungskultur entscheidend. Worauf legen Sie als CEO besonderen Wert? Eigenverantwortung spielt bei uns eine Schlüsselrolle. Denn ich bin überzeugt: Wahre Eigenverantwortung entsteht dann, wenn die Mitarbeitenden die Sinnhaftigkeit ihrer eigenen Tätigkeit erkennen. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns und pflegen eine entsprechende Kultur. Als CEO sehe ich mich in der Rolle des Vorbilds. Es gilt, gut zu kommunizieren, die Menschen mitzureissen – und dabei absolut authentisch zu bleiben. Kultur kann man nicht verordnen, man muss sie vorleben. Authentizität

Wahre Eigenverantwortung entsteht dann, wenn die Mitarbeitenden die Sinnhaftigkeit ihrer eigenen Tätigkeit erkennen.

– Patrick Eberhard, CEO

Wir sind Teil einer stark zerstückelten Lieferkette. Wenn wir also Nachhaltigkeit und echte Kreisläufe etablieren wollen, müssen wir zu einer neuen Form der Zusammenarbeit finden, die auf Vertrauen basiert. Wir können diese Transformation nicht über einen rein preisgetriebenen Verdrängungswettbewerb abbilden, sondern sollten den Fokus auf echte Mehrwerte legen. Man spürt deutlich: Der reine Hype um das Thema «Nachhaltigkeit» ist verflogen, es geht jetzt weniger um Ideologie, sondern vielmehr um die pragmatische Frage, wie und wo wir echte Benefits generieren können – unter gleichzeitiger Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Faktoren. Diesen ganzheitlichen Ansatz wollen wir fördern. Der entscheidende Faktor für den Erfolg wird dabei das Vertrauen zwischen allen Beteiligten sein. Weitere Informationen unter: eberhard.ch sowie urbanmining.ch

DON’T BUILD A NEW HOUSE.

Don’t build a new house – dieser Gedanke steht für unseren Anspruch, mit dem zu bauen, was bereits vorhanden ist. Statt auf Primärmaterialien zu setzen, nutzen wir hochwertig aufbereitete Sekundärrohstoffe aus zurückgebauten Gebäuden.

So entsteht Neues aus Bestehendem: ressourcenschonend, werterhaltend und enkelfähig.

Industrial AI: der Katalysator eines industriellen Erneuerungszyklus

Die industrielle Welt steht nicht vor der nächsten Stufe der Digitalisierung. Sie steht vor einem grundlegenden Umbruch. Was sich aktuell unter dem Begriff «Industrial AI» formiert, ist kein weiteres Technologieprogramm und keine Fortsetzung von Industrie 4.0. Es ist der Beginn eines neuen Innovationszyklus, der die Logik industrieller Wertschöpfung neu definiert.

Hinweise darauf sind unübersehbar. Grosse Kapitalallokationen in AI-getriebene Industrieplattformen, wie jüngst im Umfeld von Jeff Bezos diskutiert, zeigen: Die industrielle Transformation wird nicht mehr als evolutionäre Verbesserung verstanden, sondern als strategische Neugestaltung. Unternehmen werden künftig nicht primär über ihre Anlagen, Produkte oder Prozesse differenzieren. Entscheidend wird, wie intelligent sie ihre gesamte Wertschöpfung verstehen, regeln und optimieren können.

Am 13. Oktober 2025 wurde der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an Joel Mokyr, Philippe Aghion und Peter Howitt vergeben, auch diese Auszeichnung markiert mehr als nur einen theoretischen Meilenstein. Sie bringt die zentrale Perspektive des Wachstums zurück auf die wirtschaftliche Agenda: Diese Entwicklungen lassen sich ökonomisch klar einordnen. Bereits Joseph Schumpeter beschrieb Innovation als Prozess der «kreativen Zerstörung», bei dem neue Technologien bestehende Strukturen verdrängen und ganze Industrien neu ordnen. Später wurde dieses Denken durch Konzepte wie «General Purpose Technologies» erweitert: Basistechnologien wie Elektrizität, Dampfmaschine oder Software entfalten ihre Wirkung nicht punktuell, sondern systemisch: Sie verändern Wertschöpfungsfunktionen, Organisationsformen und Produktivitätsniveaus ganzer Volkswirtschaften. Und haben somit einen essenziellen Einfluss auf die soziokulturellen Veränderungen in der Gesellschaft.

Industrial AI weist genau diese Charakteristika auf – ein Katalysator der Erneuerung!

Die letzten Dekaden waren geprägt von Effizienzprogrammen, punktuellen Optimierungen und digitalen Erweiterungen bestehender Strukturen. Industrial AI geht einen entscheidenden Schritt weiter. Sie verbindet Daten, Simulation und Entscheidungslogik zu einem durchgängigen System, das nicht nur analysiert, sondern aktiv steuert und lernt. Damit verschiebt sich die Produktionsfunktion selbst: Kapital, Arbeit und Technologie werden nicht

Industrial AI ist damit kein kurzfristiger Trend. Sie ist Ausdruck eines tiefer liegenden ökonomischen Wandels.

– Mario Schmuziger,

Regional Managing Director Industrie Emea & Partner

mehr nur kombiniert, sie werden durch eine zusätzliche, intelligente Steuerungsebene orchestriert.

Der eigentliche Bruch liegt dabei weniger in der Adaption der Technologie als in der Revolution des Operating Model. Traditionell ist industrielle Wertschöpfung das Zusammenspiel von Engineering, Fertigungsmaschinen, Prozessen und menschlicher Steuerung. Entscheidungen werden entlang von vorgegebenen Prozessen in Hierarchien getroffen, Optimierungen erfolgen lokal und Systeme sind häufig fragmentiert. Dieser Zustand lässt sich besonders gut durch die klassische Transaktionskostentheorie und das tayloristische Dogma der Arbeitsteilung seit Beginn des 20. Jahrhunderts erklären.

Mit Industrial AI verändert sich diese Logik fundamental. Die Grenzkosten für Information, Koordination und Entscheidung sinken drastisch. Eine intelligente, datengetriebene Schicht kann über Systeme und Organisationsgrenzen hinweg agieren, Abhängigkeiten in Echtzeit berücksichtigen und Entscheidungen kontinuierlich adaptieren. Was früher Aufbau- und Ablauf-organisatorisch getrennt war, wird nun algorithmisch integriert. Damit nähert sich die industrielle Organisation einem neuen Zustand: hochgradig integrierte, adaptive Systeme mit minimalen Koordinationsverlusten. Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle des Menschen: nicht als Ersatz, sondern als strategischer Steuerer. Er definiert Ziele, Rahmenbedingungen und Prioritäten; die AI übernimmt zunehmend die operative Optimierung. Somit erhält der Mensch nicht weniger Kontrolle, sondern fokussiert sich auf die wichtigen Dimensionen des Gesamtsystems.

Diese Verschiebung markiert den Beginn eines neuen Erneuerungszyklus im Sinne der Wachstumstheorie. Produktivitätsgewinne entstehen nicht mehr primär durch Skalierung oder Automatisierung einzelner Prozesse, sondern durch die intelligente Orchestrierung des Gesamtsystems. Expliziertes

Wissen und seine Anwendung in komplexen Systemen werden zum zentralen Produktionsfaktor, nun jedoch eingebettet in physische Wertschöpfung. Damit wird auch die Dynamik der «kreativen Zerstörung» konkret. Wettbewerb verschiebt sich von überlegenen Produkten oder optimalen Kostenstrukturen hin zur Fähigkeit, komplexe Systeme zu steuern. Unternehmen, welche diese Fähigkeit frühzeitig entwickeln, werden ihre Wertschöpfung kontinuierlich verbessern und schneller adaptieren können. Unternehmen, die in fragmentierten Strukturen verharren, verlieren schrittweise an Wettbewerbsfähigkeit, selbst wenn ihre Produkte oder die Produktentstehung heute technologisch führend sind.

Die zentrale strategische Frage für CEOs und CTOs im industriellen Umfeld, insbesondere im DACH-Raum lautet: Wer kontrolliert die intelligente Steuerungsschicht der gesamten Wertschöpfung eines Wertstroms?

Denn genau in dieser Schicht entstehen künftig die entscheidenden Wettbewerbsvorteile: Transparenz über Systemgrenzen hinweg, Entscheidungsfähigkeit in Echtzeit und die Skalierbarkeit von Verbesserungen. Diese Logik erinnert an Plattformökonomien in der digitalen Welt. Mit dem Unterschied, dass sie nun auf die physische Wirtschaft übertragen werden kann.

Gerade für die Industrie im deutschsprachigen Raum ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Ausgangsbasis ist stark: tiefgreifendes Engineering-Know-how, hohe Qualität und eine führende Rolle in globalen Wertschöpfungsketten. Ergänzt mit Kapital und Unternehmertum. Gleichzeitig sind viele Unternehmen durch gewachsene Strukturen geprägt: fragmentierte IT- und OTLandschaften, isolierte Optimierungsinitiativen und eine historisch gewachsene Trennung von Technologie- und Geschäftsverantwortung.

Aus ökonomischer Sicht entsteht hier ein Spannungsfeld: Bestehende Stärken sichern kurzfristig Stabilität, können aber langfristig Anpassungsfähigkeit behindern. Genau in solchen Situationen entfaltet «kreative Zerstörung» ihre Wirkung. Industrial AI wird damit zur strategischen Weggabelung und zum Katalysator für die Veränderung. Sie entscheidet nicht kurzfristig über Effizienzgewinne, sondern langfristig über die Position eines Unternehmens im industriellen Ökosystem.

Es zeigt sich dabei ein klares Muster: Erfolgreiche Transformation entsteht nicht durch die Einführung einzelner Technologien, sondern durch die Neugestaltung des gesamten Systems. Unternehmen müssen beginnen, ihre Wertschöpfung als integriertes, lernendes System zu verstehen und entsprechend zu gestalten. Das erfordert die konsequente Verbindung von physischer und digitaler Welt, von Engineering für Hardware mit Engineering von Software, von Daten und Algorithmen mit raschen Entscheidungszyklen.

Genau hier liegt auch der Anspruch von Zühlke. Sie verstehen Industrial AI nicht als isoliertes Innovationsfeld, sondern als Katalysator für die langfristige Transformation des industriellen Operating Models. Der Fokus liegt darauf, diese Transformation ganzheitlich zu gestalten: von der strategischen Einordnung über die Systemarchitektur bis zur konkreten Umsetzung in R&D, Produktion, Supply Chain und darüber hinaus.

Industrial AI ist damit kein kurzfristiger Trend. Sie ist Ausdruck eines tiefer liegenden ökonomischen Wandels: Die Industrie entwickelt sich von statischen, hierarchisch organisierten Strukturen hin zu dynamischen, lernenden Systemen.

Die entscheidende Frage ist nicht, ob dieser Wandel stattfindet. Sondern wer ihn gestaltet – jetzt ist der Moment, diese Entscheidung zu treffen.

Weitere Informationen unter: zuehlke.com

Mario Schmuziger
Regional Managing Director
Industrie Emea & Partner

Markstein ist führende Vermarktungspartnerin für Immobilien objekte in der Region. Darum finden Sie bei uns immer die vielseitigste Auswahl an Wohnraum in den Kantonen Aargau und Zürich. Kommen Sie Ihrem Traumobjekt näher und stöbern Sie durch unsere Kauf- und Mietangebote.

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«Ein Geniestreich: Dass man Institute, Forschungsgruppen und Studiengänge für Informatik in das unternehmerische Umfeld der HSG einbet tet!»

Prof. Dr. Simon Mayer

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DEin Jahrhundert im Zeichen der Innovation

1926 wurde die Kibag ins Leben gerufen. Durch ihre lange und stolze Geschichte zieht sich ein roter Faden: Stets hat das Bauunternehmen sowohl Nachhaltigkeit als auch Innovation in den Fokus seines Handelns gerückt. Diese Tradition besteht bis heute.

er Graben sieht aus wie jeder andere. Und auch der Bagger, der diesen zurzeit in der Kiesgrube in Tuggen aushebt, unterscheidet sich aus der Ferne nicht von anderen Modellen. Erst wenn man näher herantritt, erkennt man den Unterschied: Auf der Maschine befindet sich kein Maschinist, der das Gerät steuert. Der Bagger agiert allein, dank einer neuartigen Steuerung. Denn in Tuggen testet die Kibag seit diesem Herbst den ersten autonomen Bagger der Schweiz in einer realen Bauumgebung. «Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Welt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten», sagt Kibag-CEO Christoph Duijts. Der Pilotbetrieb in Tuggen verlief bisher vielversprechend, aber auch mit den üblichen Tücken eines Innovationsprojekts. Das Vorhaben wird sich über mehrere Monate erstrecken und noch bis zum Sommer fortgesetzt. D ann kann ein erstes Fazit gezogen werden.

Dieses Projekt, das ein wenig nach Science-Fiction klingt, ist nur das aktuellste Beispiel dafür, wie die Kibag Innovation und Nachhaltigkeit vorantreibt.

Neben der KI in den autonomen Baumaschinen setzt das Unternehmen als weiteres Kernthema auf die Elektrifizierung der Fahrzeug- und

Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Bauwelt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten.

Maschinenflotte: Bereits heute rollen Elektro-Fahrmischer und Elektro-Radlader auf den Baustellen und in den Kies- und Betonwerken. Der neueste

Höhepunkt: ein vollelektrischer 23-Tonnen-Raupenbagger der Marke Sany – der erste seiner Art in der Schweiz. Der Clou: Die Steuerung unterscheidet sich kaum vom herkömmlichen Modell, aber es ist unglaublich angenehm, wie leise die Maschine arbeitet. Schon seit langem im Einsatz stehen Elektro-Fahrmischer. Die anfängliche

Skepsis der Chauffeurinnen und Chauffeure wich schnell der Begeisterung, denn das elektrische Fahren erwies sich als überraschend unkompliziert.

Energie: von der Sonne auf die Baustelle Um den Energiebedarf für die neuen Fahrzeuge und Maschinen zu decken, setzt die Kibag wo möglich auf Eigenproduktion: Auf den Dächern ihrer Standorte stehen riesige Solaranlagen, wie in Regensdorf, wo die Anlage mit über 2700

Paneelen rund 250 Haushalte oder 2600 Elektrofahrmischer-Ladungen jährlich versorgen könnte. Der Fokus liegt auf maximalem Eigenverbrauch, um unabhängig und wirtschaftlich nachhaltig zu sein. Auch die Baustoffcity in Weinfelden produziert auf dem Grossteil ihrer Dachflächen eigenen Solarstrom. Mit solchen Installationen verfolgt die Kibag ein ehrgeiziges Ziel: Netto-Null bis spätestens 2050. Dafür senkt das Unternehmen seine CO 2 -Emissionen Jahr für Jahr um mindestens vier Prozent – insbesondere durch den Einsatz innovativer Baustoffe und den konsequenten Ausbau der Elektromobilität.

Apropos Baustoffe: Mit Kibeco hat die Kibag eine Marke für nachhaltige Baustoffe und Dienstleistungen geschaffen, darunter eine nachhaltige Betonalternative mit dem Namen «Kibeco cleancrete». Mit diesen Massnahmen festigt die Kibag ihre Leadership-Position hinsichtlich Nachhaltigkeit und Innovation, die sie schon vor Dekaden mit dem Einstieg ins EDV-Zeitalter (1976) oder dem schweizweit ersten Einsatz von Lkws mit DPFS-Rauchgasfilter festigte.

100 Jahre Kibag in 100 Bildern: Hier erfahren Sie mehr: kibag.ch/100

DAS MEGA EVENT

FEIERN SIE MIT UNS 100 JAHRE KIBAG. AM SONNTAG, 14. JUNI 2026, VON 10 BIS 16 UHR IN NUOLEN/WANGEN. Klein,

Mehr als ein Tag der offenen Tür: ein einzigartiges, riesiges Festgelände direkt am oberen Zürichsee. Mit vielen Attraktionen für Gross und Food-Ständen und einer beeindruckenden Leistungsschau. Entdecken Sie den europaweit ersten vollelektrischen 23-Tonnen-Bagger, das grösste vollelektrische Kanalreinigungsfahrzeug der Welt und viele andere Fahrzeuge, Baumaschinen und Technologien. Wir freuen uns auf Sie!

Ort: Industriegelände in Nuolen, 8855 Wangen SZ. Bitte mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Ab 10:00 Uhr kontinuierlicher Shuttle-Service zwischen Bahnhof Siebnen-Wangen und Festgelände. Food und Verpflegung: Cashless und zum Selbstkostenpreis. Die Einnahmen werden gespendet. Bitte beachten Sie, dass keine Barzahlung möglich ist.

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