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OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS
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KUNSTSTOFF XTRA
DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE
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EDITORIAL
Fair Play Die Kunststoffindustrie steht aktuell vor massiven Herausforderungen. Im Januar 2015 schockte die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit der
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Aufhebung der Euro-Untergrenze zum Schweizer Franken. Als wäre dies nicht schon genug Ungemach, gingen die Importe für Standardkunststoffe nach Europa zurück – zu unlukrativ sind die sich seit Januar im Keller befindenden Rohstoffpreise für Commodities, aber auch für ABS und Styrol. Nun ist seit April Force Majeure ein Thema – wir berichten darüber in unserem Fokus. Bei vielen Verarbeitern sind die Auftragsbücher noch voll, sie erhalten aber kein Material oder haben zumindest keine Sicherheit, dass sie Material erhalten. Waren bis März die Preise für Standardkunststoffe noch auf einem Tiefststand, explodieren sie nun förmlich. Auch wenn niemand es offen ausspricht, hinter vorgehaltener Hand halten die wenigsten mit ihrer Meinung zurück. Dass so viele grosse Rohstoffhersteller zeitgleich und nach einer Tiefstpreisphase Force Majeure anmelden sieht nach Absprache aus. Mit möglicherweise unrechtmässigen Massnahmen wird versucht, Druck auf die Preise auszuüben – wie man sieht mit Erfolg. Erstaunlich bleibt, dass die Force-Majeure-Ansagen zu einem Zeitpunkt kommen, in dem Lieferungen aus dem Dollarraum (vor allem Asien und teils Amerika) nach Europa bereits stark gedrosselt waren, das Angebot sich also eh schon verknappte. Das impliziert, dass die Produzenten in Europa jedes Kilo, das sie produzieren, verkaufen könnten und dies zu
Die Politik der Verknappung der Rohstoffe wäre kurzfristig gedacht. Die Marktteilnehmer bilden eine Wertschöpfungskette, in der jedes einzelne Glied eine wichtige Rolle spielt und intakt sein muss, damit das Ganze System funktioniert. Scheren einzelne aus, um beispielsweise die Bilanz aufzubessern, kann dies nicht von Dauer sein. Fair Play unter allen Marktteilnehmern würde jetzt am meisten helfen.
Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com
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Medizinaltechnik
'fast' jedem Preis. Wehalb also Force Majeure?
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Rohstoffknappheit lässt Preise explodieren
Anfangs April 2015 sorgten Force-Majeure-Meldungen von diversen grossen Rohstoffherstellern für Aufsehen und Besorgnis. Die Rohstoffverknappung und die damit einhergehenden steigenden Preise stellen europaweit die Kunststoffverarbeiter vor grosse Probleme. Bei den Materialien geht es vor allem um Polyolefine (PE und PP). Von der Verknappung ist damit die Verpackungsindustrie besonders stark betroffen.
Hochautomatisierte Fertigung zu 100 % kontrolliert
Am 15. und 16. September 2015 findet die Swiss Medtech Expo (SMTE) statt. Die Messe Luzern rechnet mit rund 150 Ausstellern – System- und Komponentenlieferanten, spezialisierte Dienstleister sowie Forschungs- und Bildungsinstitute. Horst Beck, CEO der Riwisa AG, ist im Messekomitee der SMTE und spricht mit KunststoffXtra über Entwicklungstrends in der Medizintechnik und darüber, was er in die SMTE einbringen kann.
18 RECYCLING 06 VERARBEITUNG
Recyclingkonzept für ein Dialyseset
Marktnischen aufspüren zum Kundennutzen
Die BK Brändli AG in Unterkulm gehört zu den KMU, die durch innovative Technik, Präzisionsarbeit und CNC-Produkte einen grossen nationalen und internationalen Kundenkreis ansprechen. Dabei wird Kundennähe besonders gepflegt. Denn «das Eingehen auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche ist das A und O einer erfolgreichen Unternehmung», weiss Geschäftsführer Daniel Brändli.
IMPRESSUM
KUNSTSTOFF XTRA
Die Fachzeitschrift für die Kunststoff- und Kautschukindustrie
Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler
Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 5. Jahrgang (2015) Druckauflage 6000 Exemplare ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller
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Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189 Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 (0)56 619 52 52 Telefax +41 (0)56 619 52 50 info@sigimedia.ch Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 (0)32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com
In der Schweiz leben etwa 4000 Patienten mit Hämodialyse. Jeder dieser Patienten wird in der Regel dreimal pro Woche für etwa 4 Stunden dialysiert. Bei jeder Dialyse entsteht etwa ein Kilogramm infizierter Kunststoffabfall. Die vorliegende Arbeit ist Teil einer Semesterarbeit am IWK an der Hochschule für Technik Rapperswil und prüft die Möglichkeiten eines wirtschaftlich sinnvollen Recyclingkonzepts für Dialysesets am Beispiel der Abteilung Nephrologie des Universitätsspitals Zürich.
Produktion Printlook GmbH Durisolstrasse 12 CH-5612 Villmergen Telefon +41 (0)56 622 23 24 Telefax +41 (0)56 622 23 27 kontakt@printlook.ch www.printlook.ch Abonnemente Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto) Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2015 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug
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WERKZEUG-/FORMENBAU
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PUBLIREPORTAGE
Kompontenten aus Kupferlegierungen
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VERBAND
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WIRTSCHAFT
Die Forderung des globalisierten Marktes insbesondere für alle in Hochlohnländern produzierenden Unternehmen und Formenbauer ist so einfach wie gnadenlos: beste Spritzteilqualität bei gleichzeitig kürzester Zykluszeit. Zudem sollen alle Komponenten kavitätsseitig wie auch auf der «heissen Seite» über die gesamte Lebensdauer des Spritzgiesswerkzeuges möglichst unbeanstandet funktionieren – und das bei einem ständig wachsenden Kostendruck.
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Schweizer KMU stellen sich der Frankenstärke
Nach Aufhebung der EUR/CHF-Wechselkursuntergrenze durch die SNB vom 15. Januar ist die Exportstimmung bei den mehr als 200 Schweizer KMU, die von Switzerland Global Enterprise (S-GE) für die Quartalsumfrage berücksichtigt wurden, so schlecht wie noch nie seit der Lancierung der Umfrage im Jahr 2010. Doch die Schweizer KMU zeigen sich kämpferisch.
VERBINDUNGSTECHNIK Neues Verfahren für Aluminium und Kunststoff
Leicht zu bedienen wie ein Smartphone Mit der neuen Steuerung MC6-Multitouch bietet KraussMaffei als erster und einziger Anbieter am Markt eine intuitiv bedienbare Steuerung für Spritzgiessmaschinen mit der Ausführung eines kapazitiven 24-Zoll-Multitouch-Bildschirms. Auch komplexe Produktionsprozesse lassen sich so einfach wie bei einem Smartphone mittels Gesten steuern. Die ins Glas geschliffene Führungsbahn erlaubt dem Bediener zudem, alle Achsen der Maschine zu steuern, ohne auf den Bildschirm zu schauen.
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VERANSTALTUNGEN
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PRODUKTE
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ZUM TITELBILD
NEWS
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Mit der Kombination aus Aluminium-Druckguss und Kunststoff-Umspritzung lassen sich heute bereits verschiedenste, exakt auf den jeweiligen Anwendungsbereich zugeschnittene Hybrid-Bauteile erzeugen, die die Vorteile beider Werkstoffe vereinen. Allerdings gibt es auch zunehmend Konstruktionen, die ein Kunststoffteil innerhalb einer Alu-Komponente erfordern würden.
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FOKUS
Force Majeure
Rohstoffknappheit lässt Preise explodieren
Bild: Fotolia
Anfangs April 2015 sorgten Force Majeure-Meldungen von diversen grossen Rohstoffherstellern für Aufsehen und Besorgnis. Die Rohstoffverknappung und die damit einhergehenden steigenden Preise stellen europaweit die Kunststoffverarbeiter vor grosse Probleme. Bei den Materialien geht es vor allem um Polyolefine (PE und PP). Von der Verknappung ist damit die Verpackungsindustrie am stärksten betroffen.
Force Majeure entbindet die Lieferanten von jeglichen Verpflichtungen und Verträgen.
Marianne Flury Dass so viel Rohstofflieferanten innerhalb kürzester Zeit in einer Branche sich auf Force Majeure berufen ist sehr ungewöhnlich. Tatsache ist, dass anfangs Jahr die Preise für Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), aber auch für ABS und PS im Keller waren. «Wir sprechen da nicht von einem Rückgang von 10 bis 20 Prozent, sondern von bedeutend mehr», sagt ein Schweizer Rohstoffdistributeur gegenüber KunststoffXtra. In der Erwartung, dass es zu weiteren Preiserosionen kommen würde, warteten vorerst viele Verarbeiter mit dem Abschluss von Rahmenverträgen zu und haben nun Nachholbedarf. Noch bis in den März hinein 4
blieb es an der Preisfront ruhig. «Im Januar und Februar hatten wir historische Tiefpreise, im März zogen die Preise für PP um 120 E/to und im April nochmals um zwischen 150 und 200 E/to an», erklärt ein Verpackungshersteller die Situation. «Die Preiserhöhung ist das eine. Das andere ist, dass die Materialien heute schlicht und einfach nicht in der gewünschten Menge verfügbar sind», klagt der Verarbeiter.
Verbände warnen vor Unterversorgung Diese ungewöhnliche Situation haben diverse Kunststoffverbände auf den Plan gerufen, die vor einer Materialunterver-
sorgung der Kunststoffverarbeiter, insbesondere der Kunststoffverpackungsbranche, warnen. So sieht die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK), Bad Homburg, die positive Geschäftsentwicklung der deutschen Kunststoffverpackungshersteller gefährdet, da grosse Rohstofflieferanten bereits zugesagte Lieferungen stornierten. «Wenn Lieferungen erfolgen, verlangen die Rohstofflieferanten hierfür massive Preisaufschläge und das bei weiterhin sehr moderaten Rohölkosten. Ein Ende dieser Preisspirale ist nicht absehbar», kritisiert Ulf Kelterborn, Hauptgeschäftsführer der IK. Wie eine «Epidemie» seien in den letzten Wochen europaweit Forces Majeures von den Rohstoffproduzenten gemeldet worden. Diese Meldungen hätten bisher keine detaillierten Informationen enthalten. Sie liessen damit nur schwer eine Bewertung zu, ob die Bedingungen für Force Majeure auch wirklich erfüllt seinen, so Kelterborn weiter. Auch der französische Verband der Kunststoffverpackungshersteller Elipso, Paris, hält fest, dass Kontingentierungen von Seiten der Kunststoffproduzenten Ende März zu Engpässen und schliesslich zu einer Unterversorgung bei PE aller Typen sowie bei PP führten. Nach Ansicht des Verbands ist die Attraktivität der Dollarzonen für die Kunststoffhersteller sehr gross. Die aktuelle Krise sei wesentlich härter als 2010, als es im Zuge von Force Majeure-Meldungen schon einmal zu starken Kontingentierungen gekommen war. Die Situation betreffe Frankreich, Deutschland, England, Belgien, Spanien und Italien. Besorgt zeigt sich auch der europäische Verband der Kunststoff verarbeitenden 5/2015
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Industrie (EuPC) mit Sitz in Brüssel. Die Rohstoffverknappung komme in einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Viele EU Staaten seien dabei, sich zu erholen und besonders die Kunststoffindustrie habe mit ihren ressourceneffizienten Lösungen Wachstumspotenzial. «Ich befürchte, dass die Force Majeure viele Verarbeiter veranlassen könnte, sich in Asien niederzulassen, wo die Versorgungssituation mit Polymeren wesentlich besser ist», warnt Alexandre Dangis, Geschäftsführer des EuPC. Und er fügt an: «Rohstoffverknappung zieht Preiserhöhungen nach sich, die entlang der Wertschöpfungskette an den Kunden weitergereicht werden müssen. Durch den hohen Rohstoffkostenanteil von bis zu 60 % bei Kunststoffverpackungen drohen existenzgefährdende Margenverluste, falls die Mehrkosten nicht weitergegeben werden können.»
Mit Lagerbestand auf der sicheren Seite Die aktuelle Rohstoffverknappung und die massiven Preiseröhungen stellen auch in der Schweiz viele der meist mittelständischen Kunststoffverpackungshersteller vor grosse Probleme. Nicht alle können oder wollen so hohe Lagerbestände halten wie ein Kunststoffverarbeiter, der angibt, keine Probleme mit Liefern zu haben. «Ich spre-
FOKUS
che nicht von ein bis zwei Monatsbeständen, die wir auf Lager haben, sondern von deutlich mehr.» Wie die Versorungslage der diversen Kunststoffverarbeiter ist, hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil vom Schweizer Distributeur ab. Wer Lager vor Ort und diese rechtzeitig gefüllt hat, ist 'noch' in der Lage, seine Kunden mit Material zu beliefern. «Wir halten die Lagerbestände immer hoch, damit wir rasch liefern und Engpässe kompensieren können», erzählt ein Distributeur. Aber auch Lagerbestän-
Force Majeure Mit der Berufung auf Force Majeure kann ein Rohstoffhersteller sich von allen Verpflichtungen lösen. Das Vorliegen einer Force Majeure setzt höhere Gewalt voraus, also ein Ereignis, das von aussen kommt und in keinem betrieblichen Zusammenhang steht. Die blosse Geltendmachung von «Störfällen» oder «technischen Problemen» reicht hierfür nicht aus. Diese Ursachen liegen allein in der Risikosphäre des Rohstofflieferanten. Die kaufmännische Sorgfaltspflicht verlangt in diesen Fällen das Vorhalten entsprechender Lagerkapazitäten.
de stossen an Grenzen: «Die Knappheit betrifft vor allem den Commodity Bereich, das sind die Hauptvolumina, davon kann man nicht tausende von Tonnen bunkern. Da sind wir darauf angewiesen, dass die Hersteller uns direkt beliefern». Zufrieden mit seinem Zwischenlieferanten äussert sich ein Verpackungshersteller, der bisher alle bestellten Materialien geliefert erhält. «Die haben vorgesorgt und an Lager eingekauft», sagt er erleichtert. Im Wissen, dass morgen die Liefersituation schon anders sein kann fügt er an: «Die Produzenten ihrerseits können auch nicht ewig auf dem tiefen Niveau fahren und müssen ihre Kapazitäten wieder erhöhen. Bis dahin können wir hoffentlich mit dem Puffer der Distributoren die Verknappung am Markt überbrücken.» Ironie des Schicksals: Keine Viertelstunde nach dem Gespräch mit dem Kunststoffverarbeiter teilt dieser mit, dass sein Produktionsleiter soeben gemeldet habe, sie erhielten kein Material mehr, sie müssten nun nach neuen, anderen Kanälen suchen. «Das ist das Tagesgeschäft». Kontakte IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. www.kunststoffverpackungen.de EuPC, www.plasticsconverters.eu Elipso, www.elipso.org
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VERARBEITUNG
Technische Spitzenleistungen
Marktnischen aufspüren zum Kundennutzen
Bild: BK Brändli AG
Die BK Brändli AG in Unterkulm – ein Unternehmen der Poesia-Gruppe – gehört zu den KMU, die durch innovative Technik, Präzisionsarbeit und CNC-Produkte einen grossen nationalen und internationalen Kundenkreis ansprechen. «Unsere Stärke liegt aber auch in der Kundennähe», versichert Geschäftsführer Daniel Brändli, «denn das Eingehen auf die unterschiedlichsten Kundenwünsche ist das A und O einer erfolgreichen Unternehmung.»
Türkeil aus Silikon, gefertigt mittels LSRTechnologie.
In einer Zeit, in der Konkurrenz- und Preisdruck, verbunden mit oft unsäglicher Massenfabrikation, grosse Teile der Wirtschaftswelt dominieren, gelingt es Unternehmen wie der BK Brändli AG immer wieder, erfolgreich Marktnischen aufzuspüren und Produkte anzubieten, die vor allem einen grossen Kundennutzen versprechen. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung der BK Brändli AG zu sehen, die sich in den letzten Jahren auf dem Wirtschaftsparkett einen hervorragenden Namen schaffen konnte. Um fit zu sein für die Zukunft, optimiert das Unterkulmer Unternehem im mechanischen Bereich die bestehende Produktepalette. Die Gewindebüchsensysteme mit Lagerhaltung werden weiter ausgebaut. «Dies ist ein wichtiger Teil unseres Kerngeschäftes. Unsere Kunden vertrauen auf eine rasche Lieferung, die wir auch in Spezialanfertigungen jederzeit garantieren können. Um unseren Kunden einen Zusatznutzen zu generieren, wurde die Lagerhaltung wesentlich ausgebaut. Dadurch können wir auch die Lean-Lieferung jederzeit sicherstellen», hält Daniel Brändli fest, der auf einen hochmotivierten Mitarbeiterstab von Spezialisten zählen kann. Der für diese Produkte erforderliche Maschinenbereich wurde ent6
sprechend erweitert und auf die künftigen Herausforderungen abgestimmt. Das Fitnessprogramm bezieht sich nicht nur auf die BK Brändli AG; in der ganzen Poesia-Gruppe mit der BK, der MK Dichtungs AG, der PBC Polymer AG und der Stuck AG in Hochdorf wurden die Dienstleistungen und die Service- und Unterhaltsarbeiten auf ganzer Linie verstärkt und den künftigen Herausforderungen angepasst.
Silikonformteile mit LSR-Technologie Wie intensiv die BK Brändli AG in die Zukunft investiert, zeigt sich in vielen technischen Entwicklungen und den neuen Produktionsmethoden. So wurde kürzlich die Produktion von Silikonformteilen mit LSR-Technologie gestartet. Eine von einer Spezialfirma für die BK Brändli AG konstruierte Flüssigsilikon-Spritzgussmaschine mit der dazugehörenden Infrastruktur konnte in Betrieb genommen werden. Das ermöglicht der BK Brändli AG Teile für den Lebensmittelbereich vollautomatisch anzufertigen. Es sind zunächst drei Anlagen geplant. Bei entsprechender Kundennachfrage lässt sich von der Infrastruktur her die gesamte Anlage auf bis zu zehn Einheiten vergrössern – dies ohne weitere bauliche Massnahmen.
Ehrgeizige Ziele erreicht Das Reorganisationskonzept für die gesamte Poesia-Gruppe, für das sich Verwaltungsratspräsident Emil Brändli persönlich mit voller Kraft eingesetzt hat, wurde per Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen.
Bereits am 1. September 2013 hat Daniel Brändli die Geschäftsführung der BK Brändli AG übernommen. Er wird durch das ganze BK-Team kompetent unterstützt. Das Team kann selbstverständlich auch auf die volle Unterstützung der Posia Holding AG zählen, in dem alle Unternehmen zusammengefasst sind. VR-Präsident Emil Brändli: «Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass wir auch in Zukunft in Unterkulm und Hochdorf produzieren und so zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen. Es wird auch künftig an uns selbst liegen, Marktnischen aufzuspüren und mit unseren Produkten zu besetzen. Mit unserem Reorganisationskonzept haben wir ohne Zeitdruck gewisse Produktionsabläufe hinterfragt und im Verwaltungsrat erfolgversprechende Lösungen für die Zukunft diskutiert. Bekanntlich ist Stillstand immer auch Rückschritt. In der modernen Geschäftsphilosophie gibt es für Stillstand keinen Platz mehr. Mit der Produktion von Silikonformteilen in LSRTechnologie und den dazu notwendigen maschinellen Voraussetzungen machen wir einen weiteren grossen Schritt in eine gesicherte Zukunft der BK Brändli AG und auch der weiteren Unternehmen. Denn in unserer Geschäftsstruktur greift im übertragenen Sinn ein Zahnrad ins andere. Unsere besondere Stärke liegt darin, dass wir unseren Kunden viele Lösungen aus einer Hand und unter einem Dach anbieten können.» Kontakt BK Brändli AG Grenzweg 3 CH-5726 Unterkulm Telefon +41 (0)62 832 32 38 info@poesia-gruppe.ch www.poesia-gruppe.ch
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VERARBEITUNG
Hochkomplexe Kleinteile aus LSR
Kleinste elektrische Doppelmilchpumpe
Bild: Trelleborg Sealing Solutions
Für die kleinste elektrische Doppelmilchpumpe der Welt hat Trelleborg Sealing Solutions Stein am Rhein drei hochkomplexe Kleinteile aus LSR entwickelt und fertigt sie in Serienstückzahlen. Eine Ventilplatte, eine Vakuumschlauchverbindung und eine 2K-Membranplatte sorgen dafür, dass Muttermilch unterwegs zuverlässig und sicher abgepumpt werden kann.
Trelleborg Sealing Solutions Stein am Rhein fertigt komplexe LSR-Kleinteile für die kleinste elektrische Doppel-Milchpumpe der Welt.
«Die drei LSR-Kleinteile für die Medela Milchpumpe sind allesamt höchst anspruchsvoll in der Fertigung aber auch in der Entformung», betont Jarno Burkhardt, Geschäftsführer von Trelleborg Sealing Solutions Stein am Rhein. Für die kleinste elektrische Doppel-Milchpumpe der Welt, «freestyle» haben die Trelleborg-LSR-Experten zusammen mit dem Hersteller Medela drei Kleinteile aus Flüssigsilikon entwickelt, die das zuverlässige Funktionieren sicherstellen. Im Schweizer Werk werden auch die Serienteile für das neue Produkt gefertigt. Medela befasst sich mit
dem Thema Muttermilch systematisch und umfassend unter ernährungswissenschaftlichen Aspekten.
zesse für ein sicheres und zuverlässiges Entnehmen der LSR-Produkte aus dem Werkzeug.
Drei höchst anspruchsvolle LSR-Kleinteile
LSR-Spezialist wächst mit
So enthält eine nur 0,3 mm dünne Ventilplatte mit den Abmessungen 35 x 20 mm vier Bohrungen, die von Dichtungen umgeben sind und absolut gratfrei sein müssen. Eine von der Geometrie höchst komplexe Vakuumschlauchverbindung benötigt ebenfalls gratfreie Bohrungen, die aber noch mit unterschiedlichen Wandstärken gefertigt werden müssen. Die besondere Herausforderung liegt darin, ein 41 mm langes Schlauchstück mit 3,2 mm Innendurchmesser ohne Lufteinschlüsse voll auszuformen. Das Highlight ist eine im Umspritzverfahren gefertigte 2K-Membranplatte, auf der ein 30 mm langer Dorn aus LSR sitzt, dessen Durchmesser sich bei einer Wandstärke von wenigen Zehntelmillimetern von einem auf 0,5 mm verjüngt. Allen Teilen gemeinsam ist die Schwierigkeit der zerstörungsfreien Entformung aus dem Werkzeug sowie der weiteren Handhabung der diffizilen und teilweise biegeschlaffen Kleinteile. «Hier haben unsere Konstrukteure wahrlich ganze Arbeit geleistet», bekräftigt Burkhardt. Und so sorgen teils automatisierte Entnahmepro-
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Medela ist von der Entwicklung beeindruckt. Ebenso schätzt der international anerkannte Hersteller fortschrittlichster Milchpumpen und medizinischer Vakuumtechnologie, dass Trelleborg Sealing Solutions Stein am Rhein die Serienfertigung übernimmt und flexibel mit den steigenden Produktionszahlen der Freestyle-Pumpe mitwächst. Hierzu haben die LSR-Spezialisten eine neue Fertigung in den USA in Betrieb genommen und eine weitere Produktionsstätte in China geplant.
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VERARBEITUNG
Kavoblow-Technologie
Effizienter und flexibler bei geringeren Kosten Greiner Packaging mit Sitz in Kremsmünster (A) setzt mit der innovativen Kavoblow-Technologie neue Massstäbe in der Produktion von Kunststoff-Hohlkörperverpackungen. Spritzstreckblasen zählt in der KunststoffIndustrie zu einem der gängigsten Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern. Gearbeitet wird dabei in zwei Varianten: Während beim 1-Stufen Verfahren die Vorformlinge (Preforms) sofort nach dem Spritzvorgang – noch warm – aufgeblasen werden, werden die Preforms beim 2-Stufen Verfahren nach dem Spritzvorgang abgekühlt und gelagert. Anschliessend werden diese in einem zweiten Produktionsprozess wieder erhitzt und aufgeblasen. Dieses Verfahren wird ausschliesslich für das Material PET verwendet und sehr häufig zum Beispiel in der Getränkeindustrie eingesetzt.
Neues Verfahren punktet durch Flexibilität Greiner Packaging zählt vor allem im Bereich des 1-Stufen Verfahrens zu den Vorreitern. In Zusammenarbeit mit Mould & Matic, einem Unternehmen der Haidlmair Group, arbeiteten die Kunststoffexperten seit 2009 daran, das Verfahren weiterzuentwickeln und effizienter zu gestalten – das Ergebnis ist eine völlig neue Maschine mit dem Namen «Kavoblow». «Die grossen Vorteile des neuen Verfahrens liegen in der hohen Flexibilität, gepaart mit höchster Produktivität: Mit einer
Kavoblow können Verpackungen mit unrunden und aussermittigen Mündungen sowie individuellen Farbgestaltungen in vielen Materialvarianten wie PET, PP und mehr hergestellt werden. Die Bandbreite an Mündungsdurchmessern erstreckt sich von ganz klein, zum Beispiel für Spirituosen, bis hin zu sehr grossen Weithalsbehältern, zum Beispiel für die Lebensmittelindustrie», führt Günter Ausserwöger, Head of Division Kavo, aus. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Technologie liegt in der stark verbesserten Effizienz und den dadurch im Vergleich zu bestehenden Maschinenkonzepten geringeren Herstellungskosten: Preforms werden mit Kavoblow mehrreihig linear hergestellt. So können in kürzerer Zeit mehr Fertigungsstücke erzeugt werden. Die Kavoblow-Technologie zielt besonders auf das Segment von Stückzahlen zwischen 5 und 20 Millionen ab und vereint die hohe Qualität einer 1-Stufen Produktion mit der Effizienz, die bisher den 2-Stufen Systemen vorbehalten war.
Individuelle Wünsche sind realisierbar Kavoblow-Produkte finden sich bisher vor allem in den Märkten Ketchup, Honig,
Marmelade, Saucen, Mundwasser und Haushaltsreiniger. Es zeigen aber auch immer mehr Kunden aus anderen Segmenten wie etwa Chemie, Kosmetik und Healthcare Interesse an Verpackungskonzepten auf Basis dieser flexiblen und effizienten Technologie. «Mit Kavoblow bieten wir die optimale Technologie, um individuelle Marktbedürfnisse zu erfüllen und gleichzeitig hohe Produktivität zu gewährleisten. Kundenspezifische special editions sind kostengünstig realisierbar. Durch das 1-Stufen Verfahren garantieren wir höchste Qualität – Schlagmarken, wie sie bei der Lagerung im 2-Stufen Verfahren entstehen, gehören der Vergangenheit an», betont Ausserwöger abschliessend.
Kontakt Greiner Packaging AG Rheinstrasse 38 CH-9444 Diepoldsau Telefon +41 (0)71 737 83 00 office.diepoldsau@greiner-gpi.com www.greiner-gpi.com
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Herstellung von PP-Verpackungen
SKET-Becher setzt Massstäbe Bei der Entwicklung von neuen Produkten für die Kunststoff-Verpackungsindustrie ist eine Menge Know-how gefragt. Ein beispielhaftes Projekt zeigt, welch innovative Produkte mit einer integrierten Produktentwicklung geschaffen werden können.
NIE WAR TROCKNUNG EFFIZIENTER: ETA PLUS®
Die H. Müller-Fabrique de Moules SA begleitet mit ihrem Expertenwissen Spritzgiessunternehmen und Markenartikler von der Idee bis zur Umsetzung sowohl bei der Produktentwicklung als auch in der kompletten Pilotphase und bietet im gesamten Entwicklungsprozess die nötigen Dienstleistungen, Werkzeuge und Systeme. Der Schweizer Spezialist für Spritzgiesswerkzeuge und IML-Automation hat Uniplast, ein Unternehmen der Knauer Group und Marktführer von PPVerpackungen für Molkereiprodukte, bei der Produktentwicklung für den revolutionären SKET-Becher unterstützt. Die Spezialisten von Müller arbeiteten eng mit der Entwicklungsabteilung der Knauer Group im schwäbischen Dettingen zusammen. Dort konnte die Innovation SKET auf einem Müller Multiflex Roboter realisiert und zur Serienreife entwickelt werden.
Bilder: Müller
Thomas Federer1
Die wendelförmigen Rillen dienen als Fliesshilfe und erhöhen die Stabilität des Bechers.
in der Becherwand dienen als Fliesshilfe und sorgen dafür, dass der Kunststoff schnell genug an den oberen 0,7 mm dicken Siegelrand gelangt und diesen komplett ausfüllt, bevor der Kunststoff erkaltet. Durch die Schräge der wendelförmigen Rillen in der Becherwand fliesst das Material zudem gleichmässig in die dünnen Zwischenräume und füllt auch diese komplett aus.
Materialeinsparung von bis zu 50 Prozent
Ablösbare Kartonetiketten erleichtern das Recycling
Der neu entwickelte SKET-Becher setzt Massstäbe bei der Herstellung von PPVerpackungen mittels Spritzgiessverfahren. Gegenüber einem herkömmlichen Becher ist eine Materialeinsparung von bis zu 50 % möglich. Das spart Geld und schont mit einer Verbesserung der CO2Bilanz die Umwelt. Diese Einsparungen werden durch eine extrem dünne Becher-Wandstärke von nur 0,22 mm erreicht. Wendelförmig verlaufende Rillen
Je nach Wandstärke des Bechers werden unterschiedlich starke Kartonetiketten sowohl an der Seitenwand als auch am Boden angebracht, um die Stabilität des Bechers zu gewährleisten. Die Kartonetiketten sind leicht ablösbar, was wiederum zu hervorragenden Recyclingeigenschaften führt. Dabei können die Etiketten beidseitig mit Informationen, Coupons oder anderen Specials bedruckt werden – eine ideale Werbefläche für Marketingabteilungen, um Botschaften zu vermitteln. «Solch revolutionäre Errungenschaften sind nur mit einer ausgeklügelten und
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VERARBEITUNG
Eine Mold-Flow-Analyse zeigt den zeitlichen Ablauf der Befüllung. Durch die Schräge der Rillen fliesst das Material gleichmässig in die Z wischenräume.
durchdachten Produktentwicklung, in Verbund mit einer intensiven Pilotphase, möglich», erklärt Guido Pöhls, teilhabender Geschäftsführer von Uniplast. «Müller bietet eine durchgängige Unterstützung in der kompletten Wertschöpfungskette bei der Entstehung neuer Spritzgiesserzeugnisse und liefert Full-Service aus einer Hand.»
Durchdachte Produktentwicklung von Anfang an Die Experten beraten mit ihrem fachlichen Know-how schon bei den ersten Überlegungen zur Gestaltung einer neuen PP-Verpackung. Sie machen Vorschläge zur Teilegestaltung und stellen diese
beitern berücksichtigt. Als nächster Schritt folgt eine MoldFlow-Analyse. Anhand dieser findet die Berechnung der möglichen Gewichtsreduktion statt, dem grössten Kostensparfaktor für die Massenproduktion. Mit Hilfe der MoldFlow-Analyse können zudem Fliesshilfen für eine homogene Teilefüllung erstellt werden, welche die Standzeit des Werkzeuges merklich erhöhen. Mit weiteren Berechnungen und Simulationen können die erforderliche Schliesskraft reduziert, der Stauchdruck maximiert sowie mögliche Lufteinschlüsse eliminiert werden. Ausserdem wird die Werkzeugkühlung optimiert, um schnellere Zykluszeiten zu erzielen. Mittels 3D-Rapidprototyping können erste Muster des Produktes erstellt und dem Kunden präsentiert werden.
Spezieller Roboter für die Pilotphase
Kartonetiketten werden leicht ablösbar angebracht und können so beidseitig mit Werbebotschaften bedruckt werden.
mit ersten Entwurfszeichnungen und 3DAnimationen vor. Anschliessend werden bei der 3D-CAD-Modellierung alle spritzgiesstechnischen Notwendigkeiten und Erfordernisse von den erfahrenen Mitar10
Die Pilotphase dient der Erprobung unter realen Produktionsbedingungen. Dort gilt es, das neue Design ausgiebig zu testen. Flexibel und schnell lässt sich der von Müller speziell für die Pilotphase entwickelte Multiflex IML-Roboter umbauen und kann so für unterschiedlichste Anforderungen gerüstet werden. Damit lassen sich alle möglichen Spritzgiesserzeugnisse mit dem gleichen System testen. Die Flexibilität beginnt bereits beim Werkzeug: Ein multifunktionaler Werkzeugaufbau mit austauschbaren beheizten Nadelverschlussdüsen stellen die Basis für die modularen Spritzgiess-Werkzeuge dar. Schnell, einfach und ohne grosse Umbau-
massnahmen lassen sich diese wechseln, ob Deckel oder Becher, ob innen oder aussen angespritzt. Der Roboter ist für alle gängigen Etikettenformen ausgelegt. Von der Spiegeletikette über die Kreuzetikette bis zur Banderole mit Bodenetikette. Der Einlegearm lässt sich um 180° drehen, wodurch die Etiketten sowohl in die bewegliche als auch in die feste Werkzeughälfte eingelegt werden können. Die Spritzlinge werden gleichzeitig entnommen und vor dem Abstapeln mit einem Kamerasystem kontrolliert. Der IMLRoboter kann 1- oder 2-fach ausgelegt werden – damit eignet er sich für die Testphase von Neuprodukten ebenso wie für die Produktion von Kleinserien. Mit Erfahrung, Kompetenz und Schweizer Präzision bindet sich Müller in die Entwicklungs- und Testphase ein, wodurch mögliche Schwachstellen im Produkt oder im Ablaufprozess frühzeitig vor Produktionsbeginn identifiziert und beseitigt werden können. Dadurch lassen sich erhebliche Einsparungen an Zeit und Kosten realisieren. Produktionsausfälle hingegen kosten bares Geld.
Kontakt H. Müller-Fabrique de Moules SA Route de Sécheron CH-1964 Conthey Telefon +41 (0)27 345 47 98 contact@muller-iml.com www.muller-iml.com
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Interview mit Horst Beck, Riwisa AG
Hochautomatisierte Fertigung zu 100 % kontrolliert Am 15. und 16. September 2015 findet die Swiss Medtech Expo (SMTE) statt. Die Messe Luzern rechnet mit rund 150 Ausstellern – System- und Komponentenlieferanten, spezialisierte Dienstleister sowie Forschungs- und Bildungsinstitute. Horst Beck, CEO der Riwisa AG, ist im Messekomitee der SMTE und spricht mit KunststoffXtra über Entwicklungstrends in der Medizintechnik und darüber, was er in die SMTE einbringen kann.
en Technologien. Nichts ist schlimmer wie wenn man dreimal an eine Messe geht, dreimal dieselben Aussteller trifft und dreimal die gleichen Exponate sieht. Da bleiben die Besucher weg und die Messe wird schlecht geredet. Eine Messe muss auf irgend eine Art spannend sein.
Bild: Riwisa
Sie sind Chef der Riwisa AG in Hägglingen. Wie wichtig ist der Bereich Medizintechnik innerhalb Ihres Unternehmens? Horst Beck: Im Moment nimmt der Medizinbereich rund 50 % ein, mit Trend in Richtung 60 %.
Horst Beck: Der Einkäufer muss an der Messe finden, was er heute braucht. Er sucht nach Firmen mit neuen Technologien.
Marianne Flury Herr Beck, Sie sind im Messekomitee der SMTE. Was können Sie dort einbringen? Horst Beck: Bevor ich meine Tätigkeit bei Riwisa aufnahm war ich mehrere Jahre Purchasing Director bei Synthes, zuständig für die Schweiz und Europa. Nach der Übernahme durch Johnson & Johnson betreute ich insgesamt 13 Standorte in Europa, vorwiegend die Schweiz. Der Vorteil ist, ich weiss, was Einkäufer auf einer Messe suchen. Ich kann sagen, wel5/2015
che Zielgruppen angesprochen werden müssen, welches Publikum man schwergewichtig erreichen will und was man dem Publikum als Aussteller anbieten kann. Ich glaube, da weiss ich gut Bescheid. Was wir brauchen sind Spezialtechnologien, weg vom Konventionellen, das heute schon in der Medizintechnik angewendet wird. Das setzt voraus, dass wir die richtigen Aussteller anziehen. Der Einkäufer muss an der Messe finden, was er heute braucht. Er sucht nach Firmen mit neu-
Was unterscheidet diesen Bereich von den Bereichen Industrie und Consumer, in denen Riwisa auch tätig ist? Horst Beck: Der Medicalbereich ist von den Produktionsbedingungen her komplett anders. Wir arbeiten in Reinräumen der Klassen 7 und 8, das bedeutet regulierte Bereiche, Hygienevorschriften, Zertifizierung nach ISO 13485, Dokumentation und Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit der ganzen Produktherstellung. Was Reinheit anbelangt liegt der Bereich Consumer in der Mitte; da sind wir nach BRC (British Retail Corporation) zertifiziert. Die Mitarbeiter arbeiten hier mit Haarnetzen und weissen Mänteln, aber ohne Handschuhe. Im Bereich Industrie gelten normale Arbeitsbedingungen, aber die Anforderungen steigen zunehmend was die Rückverfolgbarkeit und die Dokumentation von Prozessen und auch Messresultaten anbelangt. Was ist Ihre besondere Stärke im Medizintechnikbereich? Horst Beck: Die richtige Werkstoffauswahl und das nötige Engineeringwissen 11
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MEDIZINTECHNIK
sind wichtige Pfeiler, um Teile komplett zu entwickeln, von der Idee bis zum Fertigprodukt. Das ist eine unserer Stärken. Das zweite Kriterium ist die Automation. Schon beim Entwurf der Teile achten wir darauf, dass diese auch automatisiert hergestellt werden können. Nicht jedes Teil lässt sich in jede beliebige Richtung drehen, damit es automatengängig ist. Da steckt grosses Know-how dahinter. Dasselbe gilt für die hochautomatisierte Fertigung, die im 3- resp. 4-Schichtbetrieb läuft, mit sehr hohen Stückzahlen und sehr hoher Präzision. Zahlreiche Kamerasysteme sorgen dafür, dass die kritischen Masse immer gewährleistet sind und jedes Teil in 100 % -Qualität ausgeliefert wird. Die Spritzgiessmaschine in der Fertigungszelle ist nur Teil eines hoch komplexen Ganzen. Alle Systeme sind miteinander vernetzt. Im Prinzip wird in mehrere Spritzgiessmaschinen in Linie just in time geliefert, anschliessend automatisch montiert und abgepackt. Das Produkt kommt zum Teil steril, zum Teil doppelt steril verpackt, mit Aussenbeutel durch die Schleuse und wird dann in Kartons verpackt.
«Zahlreiche Kamerasysteme sorgen dafür, dass jedes Teil in 100 %-Qualität ausgeliefert wird» Was ist die grösste Herausforderung für einen Verarbeiter, in der Medizintechnik an vorderster Front mitmischen zu können? Horst Beck: Eine grosse Herausforderung ist sicher die immer höhere Kavitätenanzahl, die man heute entwickelt. Früher war man bei 16, 32, 64 – heute ist man bei 128 und 256-fach Kavitäten. Wir haben keine frei fallenden Teile. Bei uns werden grundsätzlich alle Medizintechnikteile entnommen und – das ist auch eine Spezialität von Riwisa – in der Regel kavitätengetrennt verpackt. Dass man das hinkriegt ist hohe Schule. Die Komplexität und das Tempo der Anlagen ist schon beeindruckend. Manche Anlagen fertigen bis zu 300 Teile pro Minute, auch komplizierte Teile, zum Beispiel mit Bajonettverschluss. Der wird ausgemes12
sen und als gut oder schlecht befunden und das bei fünf bis sechs Teilen pro Sekunde. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Medizintechnik im Kunststoffbereich in der Schweiz?
«Wir sind immer dann wett bewerbsfähig, wenn wir automatisiert fahren» Horst Beck: Wir können sicher nicht mit billig Massenware mithalten. Im Kunststoffbereich im allgemeinen geht es aufgrund der Preissituation immer mehr in spezialisierte Anwendungen und Spezialverfahren. Wir haben überall dort Chancen, wo es zur Maschine auch ein Handling braucht, zum Beispiel Folienhinterspritzen im Automobilbereich, wo es um Präzision auch bei hohen Stückzahlen geht, um Werkzeuge mit sehr vielen Kavitäten – alles, wozu es die Schweizertugenden für Qualität braucht. Wir sind immer dann wettbewerbsfähig und gut, wenn wir hochautomatisiert fahren. Da können wir heute sogar gegen Mitbewerber aus China preislich durchaus gegenhalten. Da der Betrieb hochautomatisiert ist, gehe ich davon aus, dass die Geschäfte rund laufen? Horst Beck: Wir, und damit meine ich nicht nur den Medizinbereich, sind im Moment mit einem exorbitant hohen zweistelligen Prozentwachstum konfrontiert. Wir haben tagesaktuell 42 offene Stellen. Insgesamt beschäftigen wir 300 Personen am Platz. Auf Grund der jetzt schon gebuchten Projekte wird unser Personalbestand auf rund 340 bis 350 ausgebaut und das innerhalb der nächsten 12 bis 15 Monate. Die Pipeline ist mit Neuprojekten prall gefüllt. Probleme bereitet uns eher die Frage: wo nehmen wir die Leute her? Wir ziehen mittlerweile Mitarbeiter aus dem Grossraum Zürich bis Bern und Luzern an und auch aus Deutschland. Bilden Sie selber Nachwuchs aus? Horst Beck: Wir haben 19 Auszubildende
Swiss Medtech Expo (SMTE) Die neu konzipierte SMTE findet am 15. und 16. September 2015 in Luzern statt. Die Veranstalterin, die Messe Luzern, erwartet rund 150 Aussteller. Das Messeprogramm ist fokussiert auf Innovation, Systemlieferanten und additive Fertigung. Innovationsforum: Ganz im Zeichen der Innovation steht das Vortragsprogramm. Der erste Messetag ist den inneren und äusseren Behandlungsstrategien am Bewegungsapparat gewidmet. Beleuchtet werden der Stand der Forschung und aktuelle Techniktrends aus Schweizer, Deutscher und österreichischer Sicht. Organisiert wird die Vortragsreihe vom Fraunhofer IPA, Stuttgart, und der AO Foundation Davos. Ein weiteres Symposium organisiert die Fachhochschule Nordwestschweiz in Zusammenarbeit mit Joanneum Research aus Graz, Österreich. Dieses Symposium thematisiert die additive Fertigung in der Medizintechnik. Additive Fertigung: Der Messeschwerpunkt liegt auf der additiven Fertigung in der Medizintechnik. Aktuelle Informationen dazu erhalten die Besucher gleich im 3er-Pack: Das erwähnte «Innovation Symposium» zur additiven Fertigung in der Medizintechnik, die Rapid.Area (ausgerichtet durch die Messe Erfurt) und der erste AM Medtech Report schaffen eine einmalige Übersicht über Materialien, Maschinen und Verfahren für neue Anwendungsgebiete. Starke Partner: Die Organisation der SMTE findet in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptpartner Health Tech Cluster Switzerland (HTCS) statt. Das gut besetzte Messekomitee und die strategischen Partner Fraunhofer Institut und die Messe Erfurt sind massgebend an der Konzeption der SMTE beteiligt. www.medtech-expo.ch
bei uns und erfüllen damit die Quote von 6 %. Das ist uns sehr wichtig. Ich lege auch Wert darauf, die ganze Gauss'sche Kurve der Bevölkerung, die es am Markt gibt, ab5/2015
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zubilden: wir beschäftigen von leicht Behinderten bis zum hochspezialisierten Mitarbeiter alles bei uns. Das ist mir persönlich sehr wichtig. Wir wollen aktiv unsere Mitarbeiter weiterentwickeln und auch schwächeren Leuten eine Chance geben. Weshalb, glauben Sie, ist die Riwisa AG so erfolgreich? Horst Beck: Equipment kann man kaufen, Know-how und Personen, die das Equipment betreiben, das muss generisch wachsen. Unser Wettbewerb hat aus Kostengründen schon versucht, ähnliche Linien, wie wir sie betreiben, nach China zu verlagern – diese Linien zum Laufen zu bringen war eine grosse Herausforderung. Alles sieht simpel aus; aber was es braucht, damit die Teile acht bis zehn Jahre zuverlässig und in der geforderten Qualität die Anlagen verlassen, das ist Know-how und das hat nicht jeder. Auch die Frage der Partner ist ein wichtiger Aspekt. Wir haben Partner, die die Hochtechnologie liefern, die die Anlagen warten können und die in der Nähe niedergelassen sind. Die Schweiz bietet dazu ein super Umfeld. Wohin geht der Trend in der Medizintechnik? Horst Beck: Der Trend geht zu immer kürzeren Zykluszeiten, höherer Kavitätenanzahl, präziseren Spritzgiessmaschinen, die trotz der kurzen Zykluszeiten absolute Präzision liefern müssen und er geht in der Schweiz klar in Richtung höhere Automation. Die Entnahmegeräte werden schneller, es wird automatisch verpackt,
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Folgeprozesse wie Bedruckung, Ionisierung sind in der Linie integriert. Schwerpunktthema der Swiss Medtech Expo (SMTE) ist die additive Fertigung. Ist diese bei Riwisa auch ein Thema? Horst Beck: Riwisa ist grundsätzlich ein Spritzgiesser. Wir setzen heute natürlich auch additive Fertigungstechnologien ein, um Prototypen und Muster herzustellen. In der Medizintechnik ist dies ein klarer
«Equipment kann man kaufen, Know-how und Personen, die das Equipment betreiben, das muss generisch wachsen» Trend. Die oft sehr kleinen Stückzahlen sind für Teilbereiche geradezu prädestiniert für diese Fertigungstechnologien. Für 100 oder 200 Stück braucht es keinen Spritzgiessprozess – der ist für Massenfertigung wirtschaftlich. Zurück zur SMTE. Was darf der Besucher von dieser Messe erwarten? Horst Beck: Der Besucher der SMTE darf ein breites Portfolio an Ausstellern unterschiedlichster Teilbereiche erwarten. Mit interessanten Technologien und das kompakt zusammen. Was erwarten Sie selber von der SMTE? Horst Beck: Riwisa ist mit einem Stand vertreten, wir passen dort wunderbar hin. Wir erwarten, dass wir mit neuen potenziellen Kunden in Kontakt kommen, bei-
Wir machen mehr aus Kunststoff
spielsweise mit Start-ups; aber auch mit Leuten ins Gespräch kommen, die uns noch nicht kennen – Einkäufer, Projektleiter usw. – und wir dadurch auch Anregungen für uns selber erhalten. Wir konnten schon Tüftler mit anderen Firmen zusammenbringen und so gemeinsam etwas realisieren. Leute mit neuen Ideen brauchen Branchenkenner mit Einfluss. So lässt sich in relativ kurzer Zeit die Basis für neue Projekte schaffen. Die SMTE ist aber natürlich auch eine wichtige Plattform für die bestehende Kundenpflege. Was wird Riwisa dem Besucher der SMTE zeigen? Horst Beck: Das will ich nicht verraten. Nur so viel: Wir haben ein neues Standkonzept mit hinterleuchteten Bildern, die sehr lebendig wirken. Wir sind mit einem sehr kompetenten Team am Stand, das die Anliegen der Besucher sofort aufnehmen kann. Das Schlimmste auf einer Messe sind die Leute, die kein Geld für den Stand ausgeben wollen, sich in einem 2x3 m Kasten mit einem Tischchen und zwei Stühlen präsentieren und abgelaufene Crackers anbieten.
Kontakt Riwisa AG Sonnhalde CH-5607 Hägglingen Telefon +41 (0)56 616 93 93 h.beck@riwisa.ch www.riwisa.ch
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Additive Fertigung
Lebendige Knochen aus dem 3D-Drucker Der additiven Fertigung scheinen kaum Grenzen gesetzt zu sein. Vor allem in der Medizintechnik lassen neueste Entwicklungen immer wieder aufhorchen. So wollen Freiburger Wissenschaftler Gewebe mit eingebauten Blutgefässen drucken. Das VDI-Zentrum zeigte auf der Hannover Messe wie neue Wirbelkörper im Drucker entstehen und Zahnmediziner der Uni Mainz bilden individuelle Körperteile exakt nach.
Knochen mit eigenen Blutgefässen könnten künftig mit dem 3D-Drucker hergestellt werden. Freiburger Wissenschaftler entwickeln jetzt ein Druck-Verfahren, das aus Zellen von Knochen und Blutgefäs sen funktionsfähige Knochen erzeugt. Die Gefässzellen sollen die Durchblutung des Gewebes verbessern, indem sie eine Verbindung zum Blutkreislauf des Patienten herstellen. Für die Entwicklung dieser 3D-Druck-Methode erhalten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine dreijährige Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 460 000 Euro. Sollte sich das Verfahren bewähren, könnten damit auch grössere Kunstgewebe gedruckt werden, bis hin zu ganzen Organen. «Bei der Entwicklung von künstlichem Knochengewebe ist die Frage der Blutversorgung noch immer weitgehend ungelöst. Dadurch ist sowohl die Grösse als auch der Typ des Gewebes stark beschränkt», sagt Prof. Dr. Günter Finkenzeller, Forschungs-Sektionsleiter an der Klinik für Plastische und Handchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Er leitet das Projekt gemeinsam mit Dr. Peter Koltay, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg. Bekannt ist, dass sich die Blutversorgung eines künstlich erzeugten Gewebes durch sogenannte Endothelzellen verbessern lässt. Diese Zellen kleiden die Gefässe aus und können auch selbst neue bilden. Doch bisher stirbt ein Grossteil der Knochenzellen aufgrund von Sauerstoffmangel, bevor die Zellen Gefässe gebildet haben. «Unser Ansatz sieht vor, dass wir die Endothelzellen genauso wie die Knochenzellen per 3D-Druck im Gewebe an die Stelle platzieren, wo sich die Gefässe 14
IMTEK / Universität Freiburg
Künstliches Knochengewebe mit angelegten Blutgefässen. Grün: Knochenzellen; rot: Endothelzellen.
ausbilden sollen», sagt Prof. Finkenzeller. «Die Gefässe des künstlichen Gewebes könnten dann zeitnah nach der Operation mit den Gefässen des umgebenden gesunden Gewebes zusammenwachsen und so die Blutversorgung des Kunstgewebes sicherstellen», erläutert der Wissenschaftler weiter. Mit Spezialdruckern ist es bereits heute möglich, kleine und relativ einfach strukturierte Gewebeeinheiten zu drucken. Dafür werden dem Körper Zellen entnommen, in einer Nährlösung vermehrt und mit einem 3D-Drucker in eine Trägermatrix eingebracht. Diese wird dann implantiert. «Der 3D-Druck von lebendigem Hautgewebe könnte in fünf bis sieben Jahren klinisch Bedeutung erhalten», sagt Prof. Finkenzeller. «Bei der Herstellung und Implantation von Knochengewebe wird es allerdings länger dauern, da dafür noch zentrale Fragen der GewebeAbstossungs-Reaktion geklärt werden müssen.» «Das Forschungsprojekt könnte erheblich zum Fortschritt der Forschung und Technologie im Bereich der Gewebeersatzforschung und des Tissue Engineering beitragen», sagt Dr. Koltay. In einem ersten Schritt wird ein spezieller «BioPrinter» ge-
baut. «Wir können schon heute Zellen lebend und schonend gezielt drucken», sagt Dr. Koltay. «Jetzt müssen wir das Verfahren so anpassen, dass damit Knochenzellen und Blutgefässzellen verarbeitet werden können und diese einen funktionsfähigen Gewebeverband bilden.» In einem späteren Schritt erfolgt dann die Überprüfung der Methode anhand chirurgischer Modelle.
Wirbelkörper individuell hergestellt Über Zukunftsweisendes in Sachen 3DDruckverfahren berichtet auch das VDI Technologiezentrum. Schicht um Schicht entsteht ein neuer Wirbelkörper im Drucker. Reintitan dient dafür als «Tinte», der Originalwirbel als Vorlage. Denn der Wirbelkörper soll bei Patienten eingesetzt werden, deren bisher einzige Alternative festgeschraubte Metallimplantate sind, mit denen die Wirbelsäule sich jedoch versteift. Im 3D-Druckverfahren wird ein mit dem menschlichen Original vergleichbarer Wirbelkörper individuell gestaltet. Er verhält sich wie der eigene Knochen. Vor allem die Beweglichkeit bleibt erhalten. Implantate, Prothesen und Orthesen, die im 3D-Drucker hergestellt werden, haben viele Vorteile: Sie werden individuell für jeden Patienten massgeschneidert und aus den unterschiedlichsten Materialien wie Kunststoffen, Biomaterialien oder Metallen gedruckt. Damit können sie den jeweiligen medizinischen Ansprüchen gerecht werden. Zudem kann die Herstellung individueller Medizinprodukte durch additive Verfahren häufig kostengünstiger erfolgen, da eine Serienproduktion in vielen Fällen nicht nötig ist. Wie das funktioniert, machte der VDI auf 5/2015
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Nicht geklont, aber rekonstruiert In der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) der Universitätsmedizin Mainz wird Science-Fiction zur Realität: Hier entstehen individuelle dreidimensionale Patientenmodelle aus dem eigenen 3D-Drucker, die selbst kleinste anatomische Strukturen wie fein verästeltes Knochengewebe abbilden. Anhand dieser Modelle können die Mediziner nun beispielsweise durch Tumorleiden bedingte Kiefer-, Kopf- oder Gesichtsrekonstruktionen operativ besser planen und Transplantate präziser anpassen. Das neuartige Vorgehen optimiert die individualisierte Medizin in der MKG und hat sowohl für die Patienten als auch für die Mediziner Vorteile: Die Operateure kennen ihr Operationsfeld bereits und können dank optimierter Planung und vorgefertigter Schablonen quasi originalgetreu arbeiten. Dadurch reduziert sich die Operations- und Narkosezeit für den Patienten, seine Genesung beschleunigt sich und Funktion und Ästhetik verbessern sich. Zudem schont das Verfahren Knochensubstanz, umliegendes Gewebe und Zahnfleisch. Es ist für jede Patientengruppe anwendbar, jedoch insbesondere für Fehlbildungschirurgie und Kieferdefekte geeignet. Das zugrundeliegende Verfahrensprinzip ist relativ simpel: Basierend auf Aufnahmen aus medizinischen Bildgebungsverfahren wie der Computertomographie (CT), Röntgen oder MRT lassen sich exakte patientenspezifische Modelle und 5/2015
Bild: Peter Pulkowski, Universitätsmedizin Mainz
der Hannover Messe auf dem Gemeinschaftsstand der VDI Technologiezentrum GmbH (VDI TZ GmbH), des VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) und des Bereichs Technik und Wissenschaft des VDI e.V. «beGreifbar». Die Entstehungsprozesse konnten live aus nächster Nähe betrachtet werden: Herzklappen-Prototypen, Fussprothesen und der Sirex-Knochenbohrer, allesamt medizintechnische Exponate aus dem Drucker. Mit dem Thema additive Fertigungsverfahren in der Medizintechnik zeigte der VDI, wie seine Gruppen und Beteiligungsgesellschaften eng verzahnt an bedeutenden Innovationen der Zukunft zusammenwirken.
MEDIZINTECHNIK
Dreidimensionales Modell und Abbildung der virtuellen Planung einer Kieferrekonstruktion.
damit exakte Schablonen erstellen und dreidimensional drucken. Bei einer Kieferrekonstruktion beispielsweise, bei der ein Stück des Wadenbeins entfernt wird, um die Lücke im Kiefer zu schliessen, druckt der 3D-Drucker ein exaktes Modell des Kiefers und des Wadenbeins. Daran kann der behandelnde Arzt die Operation im Vorfeld gedanklich detailgetreu durchspielen. Dies ermöglicht ihm die Rekonstruktion ganz individuell auf den Patienten abgestimmt zu planen und diese Planung mit Hilfe von Schablonen während der Operation umzusetzen. Direkt vor Ort angewendet, bringt der Einsatz dieser Technik zudem zeitliche Vorteile: Die Mediziner der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (MKG) der Universitätsmedizin Mainz können mittels ihres eigenen, neu angeschafften 3D-Druckers nun bereits innerhalb von vier Tagen eine Defektrekonstruktion planen. Bislang benötigten solche Verfahren durch die Zusammenarbeit mit externen Unternehmen in der Regel mehrere Wochen. Wissenschaftlich interessant ist die 3DDrucktechnik zudem für den Bereich regenerative Medizin. Dessen zentrale Forschungsfrage lautet: Wie interagieren Gewebe und Zellen mit körperfremden Materialien und Oberflächen? Noch stellt die Wechselwirkung von künstlichen Implantaten mit dem menschlichen Körper für fast alle chirurgischen Disziplinen eine grosse Herausforderung dar. Denn sowohl eine zu schwache oder fehlende Anhaftung der Implantate als auch Abwehrreaktionen des Körpers können den Behandlungserfolg beispielsweise von künstlichen Gelenken, Herzschrittmachern, Gefässprothesen oder von Zahnersatz beeinträchtigen.
An der Universitätsmedizin Mainz hat sich in den vergangenen Jahren eine Reihe von Arbeitsgruppen klinisch und wissenschaftlich tätiger Chirurgen etabliert, die sich in interdisziplinären und translationalen Projekten mit der Interaktion von Geweben und Zellen mit körperfremden Materialien befassen. Gemeinsam mit den Materialwissenschaftlern des MaxPlanck-Instituts für Polymerforschung, dem Institut für Angewandte Struktur und Mikroanalytik und dem Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie erforschen sie im Rahmen des Forschungsschwerpunkts 'BiomaTiCS - Biomaterials, Tissues and Cells in Science' anwendungsorientiert den funktionellen Einsatz, die Geweberegeneration und responsive Systeme. Kontakte Universitätsklinikum Freiburg Prof. Dr. Günter Finkenzeller Telefon +49 (0)761 270-63670 guenter.finkenzeller@uniklinik-freiburg.de Universität Freiburg Dr. Peter Koltay Telefon +49 (0)761 203-73240 koltay@imtek.uni-freiburg.de VDI Technologiezentrum GmbH Dr. Anja Mikler Telefon +49 (0)211 6214-401 vditz@vdi.de, www.vditz.de Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Prof. Dr. med. dent. Bilal Al-Nawas Telefon +49 (0)6131 17-3752 bilal.al-nawas@unimedizin-mainz.de www.unimedizin-mainz.de n 15
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MEDIZINTECHNIK
PEEK-Optima
Traumaplatten für die interne Fixation von Frakturen Die auf einem Hochleistungspolymer basierende Technologie für Traumaplatten – diese weisen im Vergleich zu herkömmlichen Metallplatten eine 50-fach höhere Ermüdungsfestigkeit auf – bietet neue Behandlungsoptionen und ein erhebliches Kosteneinsparungspotenzial für Gesundheitsdienstleister.
Traumaplatten aus einem Hochleistungspolymer bieten Patienten, bei denen ein erhöhtes Komplikationsrisiko besteht, im Vergleich zu Metallplatten bessere Heilungschancen. Die neue Technologie zur Herstellung von Traumaprodukten basiert auf dem Kompositmaterial PEEK-Optima Ultra-Reinforced Polymer. Das Material ermöglicht eine mechanische Stabilität ähnlich der von Metallplatten, verfügt aber über eine 50-fach höhere Ermüdungsfestigkeit. Invibio Biomaterial Solutions, ein Unternehmen der Victrex plc und weltweit führender Anbieter von Biomateriallösungen auf Basis von PEEK- Polymer zur Fertigung, Forschung und Entwicklung von Medizinprodukten, stellte kürzlich Einzelheiten zu ihrer Traumatechnologie vor. Verzögerte Knochenheilung oder Pseudoarthrosen kosten Gesundheitsdienstleistern allein in den USA mehr als zwei Milliarden US-Dollar für erfolglose Operationen. Die Pseudoarthroseraten belaufen sich laut Literatur auf immerhin 18 Prozent für Platten am distalen Femur. Trotz der Tatsache, dass die Risikoprofile von Patienten für eine Pseudarthrose sehr stark schwanken, gibt es nur sehr begrenzte Materialoptionen für die Behandlung der Patienten.
Verbessertes Heilungspotenzial spart Kosten
Bild: Invibio
Andrew Roberts1
Traumaimplantat basierend auf PEEK-Optima Ultra-Reinforced Polymer.
ma Ultra-Reinforced sehr von Vorteil, weil die Ermüdungsfestigkeit sehr viel höher ist als die von Metall. Die Patienten haben eine grössere Chance auf Heilung ihres Bruchs, bevor das Implantat aufgrund von Ermüdung versagt. Es gibt eine ganze Reihe von Patienten, bei denen die Heilung nur langsam vonstatten geht, einschliesslich Rauchern und Patienten mit Diabetes, schlechter Knochenqualität oder offenen Brüchen, die so eine bessere Heilungschance haben», stellt Dr. med David J. Hak fest, MBA, Chirurg bei Denver Health, Universität Colorado. Er fügt hinzu: «Ich benutze das Material seit rund zwei Jahren für den proximalen Humerus und bin mit den Ergebnissen bei diesen Patienten sehr zufrieden.»
«Für Patienten, bei denen das Risiko einer langsamen oder verzögerten Heilung besteht, sind Implantate aus PEEK-Opti-
Schneller Marktzugang spart Zeit für Implantathersteller
Andrew Roberts, Invibio Marketing Communications Manager, Telefon +44 (0)1253 898 058, agroberts@ invibio.com
Die Invibio-Traumatechnologie ist eine «schlüsselfertige» Plattform, die es Medizinprodukteherstellern ermöglicht, zeitnah semirigide anatomische Platten aus
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PEEK-Optima Ultra-Reinforced Polymer zu entwerfen, zu validieren und zu fertigen. «Bei Invibio haben wir mehr als fünf Jahre daran gearbeitet, die Fachkenntnisse, die Design- und die Fertigungsprozesse zu entwickeln und Fertigungsanlagen zu bauen, um Komponenten aus Kompositmaterialien schnell und kosteneffektiv auf den Markt zu bringen», erklärte John Devine, Emerging Business Direktor bei Invibio. «Jetzt können wir unseren Kunden eine Technologieplattform bieten, mit deren Hilfe sie differenzierte Trauma implantate aus PEEK-Kompositmaterial bis zu dreimal schneller liefern können, als wenn sie ihre eigenen Programme entwickelten. Kunden können damit bis zu 1,8 Millionen US-Dollar an Start-upund Entwicklungskosten sparen und ihre Mitarbeiter für andere Projekte im Unternehmen einsetzen.» PEEK-Optima Ultra-Reinforced ist ein Komposit aus PEEK-Optima Natural Polymer und endlosen Kohlefasern. Es bietet die Stabilität und die Ermüdungsfestigkeit, die für Implantatanwendungen mit hoher Belastung notwendig sind. Unter Verwendung dieses Werkstoffs können Entwickler die Steifigkeit verändern und Traumaimplantate entwickeln, die weniger steif als Metallimplantate sind, wodurch die dynamische Belastung erhöht und die sekundäre Knochenheilung an der Bruchstelle gefördert wird.
Kontakt Invibio Biomaterial Solutions Angelika Kämmerer Langgasse 16 D-65719 Hofheim Telefon +49 (0)6192 9649-24 akaemmerer@invibio.com www.invibio.com
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DIE LOGISCHE KONSEQUENZ
6 Technologien – ein starkes Team Handhabungstechnik Dämpfungstechnik Lineartechnik Verfahrenstechnik Werkzeugtechnik Maschinentechnik
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RECYCLING
Machbarkeitsstudie
Recyclingkonzept für ein Dialyseset
Grafik 1: Claude Flur y
In der Schweiz leben etwa 4000 Patienten mit Hämodialyse. Jeder dieser Patienten wird in der Regel dreimal pro Woche für etwa 4 Stunden dialysiert. Bei jeder Dialyse werden 350 Liter Trinkwasser verbraucht und es entsteht etwa ein Kilogramm infizierter Kunststoffabfall. Die vorliegende Arbeit ist Teil einer Semesterarbeit am IWK an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) und prüft die Möglichkeiten eines wirtschaftlich sinnvollen Recyclingkonzepts für Dialysesets am Beispiel der Abteilung Nephrologie des Universitätsspitals Zürich.
Bild 1: Prozentuale Kunststoffanteile eines handelsüblichen Dialysesets inkl. Dialysator.
rof. Stephan Segerer1, Prof. DaniP el Schwendemann2, Claude Flury3 Die Zahl der Hämodialysepatienten lag im Jahr 2012 weltweit bei 2,2 Millionen. In den letzten Jahrzehnten stieg die Zahl der Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen deutlich (+7 % jährlich) an. Die Zuckerkrankheit und der Bluthochdruck tragen wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Die Nierenfunktion kann durch zwei Formen der Dialyse ersetzt werden. Weltweit werden etwa 90 % mit Hämodialyse behandelt und 10 % mit Peritonealdialyse. Prof. Dr. med. Stephan Segerer, Leitender Arzt Abteilung für Nephrologie, Universitätsspital Zürich, Zürich, stephan.segerer@usz.ch 2 Prof. Daniel Schwendemann, Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung (IWK) an der HSR, Rapperswil, daniel.schwendemann@ hsr.ch 3 Claude Flury, Student am IWK der HSR Rapperswil, cflury@hsr.ch 1
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Bei der Hämodialyse wird das Blut des Patienten entnommen und über eine Membran mit einer Spülflüssigkeit (Dialysat) in Kontakt gebracht. So können Giftstoffe und Flüssigkeit aus dem Körper entfernt werden. Bei diesem Vorgang entsteht infizierter Kunststoffabfall in Form der Blutschläuche und des Dialysefilters. In der Regel wird dieser in Kunststoffeimern sicher verschlossen und dann zur Verbrennung abtransportiert. In der Schweiz entstehen so ganz grob geschätzt etwa 624 000 (4000 Patienten x 3 Dialysen x 52 Wochen) Kilogramm infizierter Kunststoffabfall pro Jahr. Dieser wird dann in etwa 60 000 Kunststoffeimern abtransportiert und verbrannt. In dieser Arbeit stellen wir Überlegungen an, wie die Umweltverträglichkeit dieses infizierten Abfalls verbessert werden kann. Um die Frage der Recyclingmöglichkeiten zu klären, müssen zuerst die Bestandteile eines Dialysesets bestimmt werden. Die Materialanalysen mittels FTIR-Spektrome-
ter ergaben, dass Dialysesets aus vielen verschiedenen, hochwertigen Kunststoffen bestehen (Bild 1). Die in der Grafik erwähnten Dialysatorfibrillen bestehen aus einem Kunststoffgemisch aus Polysulfon (PSU) und Polyvinylpyrrolidon (PVP). Daneben fällt ein Abfallgemisch, bestehend aus Dialyseabfällen, Handschuhen, Schläuchen, verschmutzten Verpackungen etc, an, das überwiegend aus PVC-P mit DEHA als Weichmacher besteht. Da die Anteile der Restkunststoffe bedeutend kleiner sind, wurde für das Recyclingkonzept der Fokus auf die Wiederverwertung der PVC-Anteile gelegt. Dabei galt es diverse Aspekte in Betracht zu ziehen und abzuklären: Wie können die Kunststoffabfälle nach einer Dialysebehandlung sterilisiert werden, damit diese nicht mehr pathogene Substanzen beinhalten? Welche Möglichkeiten bestehen, ein derartiges Kunststoffgemisch zu recyceln? Wie viel kostet die Aufbereitung in der Schweiz und wie sieht die entsprechende Ökobilanz aus?
Vorschriften bestimmen die Handhabung Im Aufbereitungsprozess spielt die Sterilisierung eine grosse Rolle. Der finanzielle Aspekt ist das eine, die strikten Vorschriften das andere. Gemäss den MDD (Medical Device Directives) sind Abfälle, wie sie bei Dialysen anfallen, sehr sensitiv zu handhaben. Zurzeit werden diese am Universitätsspital Zürich in PE-Behältern versiegelt und alles unter Beachtung diverser Vorlagen und Begleitschriften verbrannt. Ideal wäre eine Sterilisation von Dialyseabfälle vor Ort. Um den pathogenen Ab5/2015
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Bild: Claude Flur y
RECYCLING
Bild 2: Kunststoffkorn eines Dialysesets nach einem Sterishred Zerkleinerungsprozess.
fall vom Krankenbett bis zur Sterilisationsstelle des Spitals bringen zu können, müsste ein neues Behälterkonzept mit Mehrwegfunktion erstellt werden. Eine Möglichkeit ist es, die bestehenden PEBehälter mit einer wechselbaren, stich-, reiss- und auslaufsicheren Innenverkleidung zu versehen, unter Berücksichtigung der Vorschriften über die Handhabung von Sonderabfällen der Klasse B1.2. Nach Betrachtung unterschiedlicher Sterilisationsmöglichkeiten hat sich für die
Kunststoffabfälle, welche als Sonderabfälle der Klasse B1.2 deklariert werden, ergeben, dass diese am sichersten und preiswertesten am Entstehungsort mit Hilfe eines sogenannten Sterishred sterilisiert werden. Der Sterishred ist ein speziell für medizinische Abfälle in Kliniken und Spitälern entwickeltes Gerät zur Sterilisierung und zeitgleichen Zerkleinerung von Abfällen. Hierbei wird mittels einer Dampfsterilisation der Kunststoff sterilisiert und gleichzeitig geschreddert. Somit kann das Abfallvolumen eines Spitals stark reduziert werden. Begleitschriften für den Abfall erübrigen sich, da dieser durch die Sterilisation zu herkömmlichem Kunststoffabfall wird. Der Vorteil dieser Mehrweglösung ist es, dass der infektiöse Abfall den Entstehungsort nicht verlässt, das Haftungsrisiko des Spitals also minimiert wird. Der Sterishred wurde mit einem Dialyseset auf seine Funktionalität hin getestet. Das Problem, das bei der Behandlung auftrat ist, dass sich durch die Temperatur von 120 °C während des Prozesses die
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PP- und PE-Anteile im Abfall plastisch verformen, was zu einem Zusammenklumpen der Abfälle führt (Bild 2). Dies wiederum macht eine Kunststofftrennung für ein Recycling sehr schwierig und aufwändig. Eine Trennung der Kunststoffe vor der Sterilisation ist kaum möglich, da zum einen gefährliche Stoffe am Kunststoff haften und zum anderen ein Dialyseset teilweise geklebt ist. Diese Verbindung ist von Hand kaum separierbar oder nur unter grossem Aufwand. Eine Sink-TreibTrennung der Kunststoffe ist aufgrund der sehr ähnlichen Dichteverteilung der unterschiedlichen Stoffe nicht möglich.
Vinyloop-Verfahren bietet sich an Da, wie bereits erwähnt, der Hauptanteil des Abfalls aus PVC-P besteht, wurden speziell PVC Recyclingmöglichkeiten untersucht. Als Favorit für ein werkstoffliches Recycling für durchmischte PVC-Abfälle schälte sich der sogenannte Vinyloop-
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Passende Anwendungen für Recyclate finden
Bild 3: Trennung von PVC aus Verbundstoffen [2].
Prozess heraus. Dabei wird ein organisches Lösungsmittel genutzt, um PVC aus dem Kunststoffverbund herauszulösen. Das ausgefällte PVC wird anschliessend getrocknet und liegt nun wieder in der Form vor, in welcher es verarbeitet wurde, d.h. also als PVC-P mit DEHA. Eine schematische Darstellung dazu ist in Bild 3 zu sehen. Anlagen für das VinyloopVerfahren finden sich u.a. in Italien (Ferrara), Deutschland (Bernburg) und Frankreich.
Green Dialysis Die Idee des Recyclings oder generell eines weniger abfallgenerierenden und ökologischeren Dialyseprozesses ist nicht
neu. Der Reduktion des sehr hohen Wasser- und Energieverbrauchs widmet sich zum Beispiel ein deutscher, weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit dem Projekt «Green Dialysis». Der Fokus ist dabei auf das gesamte Dialysezentrum gerichtet, also auch auf die Optimierung eines Gebäudes und den Wasserverbrauch für die Dialyseprozesse. Das Unternehmen hat ein mehrlagiges Polymer als Substitut für PVC in den bestehenden Dialysesets entwickelt. Das PVC-freie Material soll das Recycling der Sonderabfälle vereinfachen. Das PVC-freie Material soll für flache Beutel und Leitungsröhrchen in Blutschlauchsystemen Anwendung finden und dient auch der Gewichtseinsparung, dank dünnerer Schichtdicken.
Im Allgemeinen sind grosse Anstrengungen erforderlich, um geeignete Anwendungen und einen aufnahmefähigen Markt für Recyclate zu finden. Da es sich bei den Kunststoffabfällen der Dialysebehandlungen um einen vielfältigen Kunststoffmix handelt, gestaltet sich dies als eine zusätzliche Herausforderung. Ein Verwertungsmix aus werkstofflichem und rohstofflichem Recycling und energetischer Verwertung bildet hierbei wohl die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung, denn die Recyclingoptionen für die Dialyseabfälle orientieren sich an diesem Verwertungsmix. Es gilt diese Ideen weiter zu vertiefen und vor allem auf ihre Wirtschaftlichkeit und Ökologie hin zu untersuchen, um die Umsetzung eines Recyclingkonzepts für Dialyseabfälle in der Praxis zu realisieren. Natürlich sind die Kunststoffe nicht unbeschränkt wiederverwertbar: denn bei allen Kunststoffen ist wegen fortschreitender Eigenschaftsveränderung bei wiederholter Verarbeitung ein Recycling mit der Zeit nicht mehr möglich. Aus diesem Grund steht am Ende jedes Kunststoff-Lebenslaufes die Verbrennung mit Energierückgewinnung. In Spitälern werden jedoch sehr hochwertige Kunststoffe eingesetzt, deren Lebensspanne durchaus erweitert werden kann. Aus diesem Grund ist es auch wichtig zu versuchen, die Idee – Wiederaufbereitung resp. Reduzierung der Sonderabfälle aus der Nephrologieabteilung – umzusetzen und weiter zu verfolgen. Das Recycling von Kunststoffen soll nicht
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dem Selbstzweck dienen, sondern zur Schonung der Ressourcen und zur Vermeidung der Umweltbelastung beitragen. Wirtschaftlich macht ein stoffliches Recycling mit den momentanen Materialien, aus welchen ein Dialyseset besteht, keinen Sinn. Um die Wirtschaftlichkeit des stofflichen Recyclings von Sonderabfällen in den Spitälern zu fördern, ist eine Zusammenarbeit mit den Materialherstellern und der Verarbeiter unumgänglich. Grundsätzlich stellt sich kostenmässig das Problem, dass die Nachfrage zwar für das Recycling solcher Kunststoffabfälle vorhanden ist – wie zahlreiche Feedbacks von Produzenten während der Arbeit auch gezeigt haben – jedoch das Angebot, solche Kunststoffgemische zu verwerten, relativ klein ist, was meist höhere Preise nach sich zieht. Wichtig ist, dass trotz aller Ambitionen Ressourcen zu sparen, das thermische Recycling nicht ausser Acht gelassen wird. Schnell kann bei einer angestrebten Ressourcenschonung – durch stoffliches Recycling – die Ener-
RECYCLING
Diese Arbeit soll als Anstoss für ein «Greening» der Dialyse und ähnlicher Medizinbereiche mit hohem Resourcenverbrauch dienen. Das Universitätsspital Zürich ist interessiert an Vorschlägen aus der kunststoffverarbeitenden Industrie von Experten für Recycling und auch anderen Medizinbereichen, um dieses Projekt voranzutreiben. stephan.segerer@usz.ch
Letzt darf auch nicht vergessen werden, dass die Schweiz über eine enorm gut ausgebaute Infrastruktur für thermisches Recycling verfügt. Es wäre unsinnig davon nicht Gebrauch zu machen. Im Moment ist die thermische Verbrennung wohl noch erste Wahl. Literatur [1] Claude Flury, Machbarkeitsstudie eines Recyclingkonzepts für ein Dialyseset, Studienarbeit HS 09/2014 am IWK der HSR Rapperswil,
gieinvestition in das Recyclingsystem grösser werden, als die effektiv daraus gewonnene Energie. Auch das Erdöl, welches gespart werden soll mit einem stofflichen Recycling, gilt es im Auge zu behalten, damit der Treibstoffverbrauch für den Transport die gesparte Erdölmenge nicht übersteigt. Diese Faktoren müssen in Betracht gezogen werden, bevor ein Konzept umgesetzt wird, welches sich als umweltbelastender oder ressourcenverschleissender entpuppen kann als der momentane Recyclingprozess. Zu guter
Mentor Prof. Daniel Schwendemann [2] Dipl.-Ing. Rolf Bühl, et al. Oekoeffizienz.at. [Online] Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V. Bonn, Dezember 2001. [Zitat vom: 19. November 2014.] http://www.oekoeffizienz.at/d/ PVC-Recycling.pdf
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Additive Fertigung im Formenbau
Komponenten aus Hovadur-Kupferlegierungen Die Forderung des globalisierten Marktes insbesondere für alle in Hochlohnländern produzierenden Unternehmen und Formenbauer ist so einfach wie gnadenlos: beste Spritzteilqualität bei gleichzeitig kürzester Zykluszeit. Zudem sollen alle Komponenten kavitätsseitig wie auch auf der «heissen Seite» über die gesamte Lebensdauer des Spritzgiesswerkzeuges möglichst unbeanstandet funktionieren – und das bei einem ständig wachsenden Kostendruck.
Um die thermischen Anforderungen zu erfüllen ist eine hohe Wärmeleitfähigkeit des gewählten Werkstoffes eine wichtige Voraussetzung. Diese Voraussetzung erfüllen die hochwertigen Hovadur-Kupferlegierungen der Schmelzmetall AG. Das Unternehmen wurde im Jahre 1959 im kleinsten Kanton der Schweiz, im Kanton Uri in Gurtnellen, gegründet. Von Beginn an lag der Fokus auf der Entwicklung von Kupferlegierungen mit den für diese Legierungen bestmöglichen Eigenschaften. Die von der Schmelzmetall AG hergestellten Hovadur-Legierungen werden in einer Einheit im Vakuum erschmolzen und vergossen. Dadurch wird die Kontamination mit Sauerstoff und Wasserstoff, die als die Hauptursache für die Sprödigkeit derartiger Legierungen anzusehen ist, verhindert. Als Ausgangswerkstoffe werden nur reinste Elemente, wie Nickel, Chrom oder Kobalt und Masterlegierungen eingesetzt. Am deutschen Standort, der Schmelzmetall Deutschland GmbH, wurde zudem ein CNC-Bearbeitungszentrum aufgebaut, um flexibel und schnell Kundenwünschen und Anforderungen gerecht zu werden. Um zu verstehen, warum die Wärmeleitfähigkeit eine entscheidende Rolle spielt bedienen wir uns der folgenden Gleichung Q = ∆T * λ * A/s Q ist dabei die transportierte Wärmemenge. Wirklich beeinflussbar sind dabei
Dipl.-Ing. Jürgen Barz, Leiter Produkt Management, Schmelzmetall Deutschland GmbH, Steinfeld-Hausen (D) juergen.barz@schmelzmetall.com 1
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Bilder: Schmelzmetall
Jürgen Barz1
Bild 1: mittels LMD optimierte Maschinendüse.
nur die Wärmeleitfähigkeit (λ) des an der Wärmeleitung beteiligten Werkstoffes sowie der Weg s zum Kühlkanal. Beide Möglichkeiten bietet Schmelzmetall heute in Verbindung mit ihren Legierungen. Als innovatives Unternehmen ist dieses bestrebt, die Möglichkeiten der Kupferlegierungen stets weiter zu entwickeln. So ist und war das Unternehmen in diversen geförderten Entwicklungsprojekten aktiv. Im Rahmen dieser Projekte wurden über einen mehrjährigen Zeitraum sowohl das Laserstrahl-Auftragsschweissen (LMDLaser Metal Deposition) wie auch das L aser-Generieren (SLM – Selective Laser Melting) entwickelt. Im Rahmen des in Deutschland bekannten «Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)» des BMWi wurden unter dem Arbeitstitel: Innovative Maschinen-
komponenten aus Kupferwerkstoffen mit lokalem Verschleissschutz durch Laserstrahl-Auftragschweissen für das Spritzgiessen von Kunststoffen mehrere Komponenten beleuchtet, wie etwa: – Maschinendüse – Anguss-Düse – Anguss-Spitze
Maschinendüse Die Maschinendüse, als das Bindeglied zwischen Extruder und Spritzgiesswerkzeug, hat ganz besondere Anforderungen zu erfüllen. So muss der Kunststoff über die Maschinendüse möglichst ohne Temperaturverlust in das Spritzgiesswerkzeug transportiert werden. Bei verlängerten Maschinendüsen aus Stahl ist daher eine externe Beheizung unumgänglich. Müs5/2015
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WERKZEUG-/FORMENBAU
sen diese tief ins Werkzeug eintauchen ist zudem kein Platz für eine externe Beheizung gegeben. Maschinendüsen, die nur aus einer Kupferlegierung gefertigt werden, zeigen sehr schnell einen nicht akzeptablen Verschleiss – Rissbildung – an der Düsenspitze. Mit jedem Schuss werden diese ja an das Spritzgiesswerkzeug angeschlagen. Aufgrund des Unterschieds im thermischen Ausdehnungskoeffizienten ergeben sich Probleme am Gewinde, mit dem die Düse in den Extruder eingeschraubt ist. Die hier beschriebenen Maschinendüsen (Bild 1) werden daher so ausgeführt, dass der Düsenkörper aus einer Kupfer
Bild 2: Anguss-Düse Hovadur K265 plus Stellite 21.
legierung besteht, die Düsenspitze meist aus einer sehr verschleiss- und korrosionsbeständigen Kobaltbasislegierung und das Gewinde verschleissgeschützt in Stahl ausgeführt ist. So läuft bei der in den Extruder eingeschraubten Maschinendüse das Gewinde Stahl in Stahl. Der Materialauftrag erfolgt dabei mittels L aserstrahlauftragsschweissen.
Anguss-Düse Die Anguss-Düse als eine Komponente im Heisskanalsystem, bei der der Hauptverschleissbereich der vordere kavitätsnahe Bereich ist, muss in diesem besonders verschleissgeschützt ausgeführt sein. Mittels Laserstrahlauftragsschweissen sollte ein frei von Rissen oder Lunker geeigneter Verschleissschutz realisiert werden, der die einwandfreie Funktion im Praxiseinsatz sicherstellt. Werden diese Bauteile doch mit Einspritzdrücken von 2000 bar und höher belastet. Im Weiteren muss ein zu hoher Wärmeeintrag in
die Kavität meist vermieden werden. Bild 2 zeigt eine Anguss-Düse die so ausgeführt wurde. Der vordere Bereich der in Bild 2 dargestellten Anguss-Düse wurde mittels Stellite 21 ausgeführt. Wird dieser Bereich zu grosszügig gewählt kann es dazu führen, dass dem Kunststoff zu viel Wärme entzogen wird und es zu Vorerstarrung oder Kristallisation kommt. Daher wurde im Rahmen des Projektes in einem weiteren Entwicklungsschritt mit den Experten am Fraunhofer Institut für Lasertechnik FhG-ILT in Aachen eine alternative Lösung erarbeitet. So gelang es in einer Matrix aus eine Hovadur-Legierung einen hohen Anteil an TiC einzubringen. Das Titancarbid übernimmt so die Aufgabe des Verschleissschutzes.
Anguss-Spitze Bild 3 zeigt die Positionierung der Anguss-Spitze als Komponente im Heisskanalsystem am Beispiel eines Spritz-
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WERKZEUG-/FORMENBAU
Anguss-Spitze
Vergleichende Untersuchungen zur Zykluszeit an dem oben erwähnten Teelichtbecher-Werkzeug haben gezeigt, das eine weitere Reduzierung der Zykluszeit um bis zu 10 % möglich ist. Quelle: Abschlussbericht InnoSurface – Projekt 16IN0587.
Anguss-Einsatz und Formkern Anguss-Einsatz
Bild 3: Schematische Darstellung der Positionierung der Anguss-Spitze.
giesswerkzeuges für Verschlüsse. Die Spitze dieses Bauteils dichtet in dem Angusseinsatz und ist während des Einspritzvorganges aufgrund der hohen Einspritzdrücke besonders hoch belastet.
Konturnahe Temperierung Das direkte Laserformen, auch als Lasercusing oder Selective Laser Melting (SLM) bekannt, ist ein Pulverbett basiertes generatives Fertigungsverfahren. Bei diesem werden Bauteile in Schichten von ca. 50 µm erstellt. In einem vom Bundesministerium für 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf Wirtschaft und Technologie geförderten Vorhaben 16IN0587; «InnoSurface», unter dem Arbeitstitel «Entwicklung von innova0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf tiven Werkzeugen auf der Basis oberflä- 1 chenfunktionalisierter generativ gefertigter Formeneinsätze» wurde der SLM Prozess auch für eine Hovadur-Legierung entwickelt. Dies versetzt Schmelzmetall in die Lage, 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf die hohe Wärmeleitfähigkeit mit konturnaher Kühlung zu koppeln und so die kürzest mögliche Zykluszeit zu realisieren. Die Arbeiten im Projekt wurden an einem
Bild 4: Formkern und Angusseinsatz in Hybridbauweise.
am Süddeutschen Kunststoffzentrum vor1 11.10.12 11:06 handenen Vierfach-Werkzeug, ein Teelichtbecher-Werkzeug, in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für 11.10.12 11:06 Lasertechnik in Aachen ausgeführt. In Abhängigkeit der Laserleistung ist es gelungen, Dichten von über 99,5 % gesichert zu realisieren. Mit der entsprechend angepassten Wärmebehandlung lassen sich gesichert 1 11.10.12 11:06 Eigenschaften in generativ gefertigten Bauteilen erzielen, die denen der oberen Datenblatt-Werte für Hovadur K220 entsprechen.
Nun wäre es vermessen zu behaupten, dass in jedem Falle und für alle Bauteile die generativen Verfahren vollumfänglich auch wirtschaftlich sind. Von daher war es das Bestreben der Schmelzmetall und auch die Forderung des Marktes, Bauteile auf hybride Weise herstellen zu können. Hierbei sollte der konventionell einfach zu fertigende Teil des Bauteils auch auf konventionelle und somit wirtschaftlich günstige Weise erstellt werden und nur der Bereich, der sehr komplex und/oder mit konturnaher Kühlung ausgeführt sein muss, auf generativem Wege gefertigt werden. Wesentlich dabei ist es darauf zu achten, dass die erste generative Lage riss- und lunkerfrei mit dem konventionell gefertigten Part angebunden ist. Auf diese Weise wurden Bauteile wie ein Formkern und der Anguss-Einsatz (siehe Bild 3) erstellt. Diese hybride Bauweise ist jedoch nicht nur für artgleiche Werkstoffe möglich sondern, wie am Beispiel Anguss-Einsatz zu sehen, auch für die Kombination mit Stahl möglich. Bei der Auswahl des Stahls ist darauf zu achten, dass die Wärmebehandlungsparameter auf die Hovadur-Legierung abgestimmt sein müssen. In Bild 4 sind diese Bauteile zu sehen. Kontakt Schmelzmetall AG Fabrikstrasse CH-6482 Gurtnellen (UR) Telefon +41 (0)41 886 80 40 www.schmelzmetall.com
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WERKZEUG-/FORMENBAU
Kunststoff/Metall-Strukturbauteile
Tiefziehen und Hinterspritzen in einem Schritt Gemeinsam mit dem Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) der Technischen Universität Dortmund e rforscht das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen die Verfahrens kombination Tiefziehen und Hinterspritzen zur Herstellung hybrider Kunststoff/Metall-Strukturbauteile.
Bilder: IKV
Kombinierte Werkzeugtechnik
Das Werkzeug kombiniert die Verfahren Tiefziehen und Hinterspritzen.
Solche hybriden Bauteile werden derzeit verstärkt als leichte, tragende Strukturen im Fahrzeug eingesetzt. Diese Strukturen bestehen aus einer tiefgezogenen Blechkomponente mit einer Dicke von ca. 1 mm, die mit einer Kunststoffkomponente hinterspritzt wird. Die Kunststoffkomponente dient dabei zur Versteifung. Sie kann auch Funktions- und Befestigungselemente enthalten. Voraussetzung für die werkstoffgerechte Herstellung dieser hybriden Bauteile ist ein Haftvermittler, der zunächst auf die Blechkomponente aufgetragen wird. Damit entsteht eine stoffschlüssige Verbindung, die für einen homogenen Spannungsverlauf im hybriden Bauteil sorgt. Dieses kombinierte Verfahren nutzt zur Umformung des Metallblechs die Schliessbewegung des Spritzgiesswerkzeugs. Denn die Kinematik eines Spritz5/2015
Kern des Kombinationsverfahrens bildet die kombinierte Werkzeugtechnik, welche die Elemente eines Tiefziehwerkzeugs mit denen eines Spritzgiesswerkzeugs vereint. Ziehstempel und -matrize sind dabei die formgebenden Elemente. Ein unabhängig von der Schliesseinheit der Spritzgiessmaschine steuerbarer Niederhalter sorgt für ein kontrolliertes Nachfliessen des Bleches und vermeidet die Faltenbildung am tiefgezogenen Bauteil. Das kombinierte Spritzgiesswerkzeug wurde bei Hermann Rausch Formenbau, Hösbach, gefertigt und steht für die Untersuchung der Verfahrenskombination den Projektpartnern IUL und IKV zur Verfügung. Die systematische Analyse dieses Kombinationsverfahrens wird über die AiF im Rahmen der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
Probekörper zur Untersuchung des kombinierten Tiefzieh- und Hinterspritzprozesses.
Kontakte Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen Julian Schild, Spritzgiessen/Hybridtechnik Pontstr. 49, D-52062 Aachen Telefon: +49 (0)241 80-93983 schild@ikv.rwth-aachen.de www.ikv-aachen.de
giesswerkzeugs ähnelt der eines Tiefziehwerkzeugs. Dadurch wird ein Prozessschritt eingespart. Ein Metalleinleger wird so während des integrierten Prozesses erst durch Tiefziehen vorgeformt und anschliessend mit der Kunststoffschmelze weiter ausgeformt.
Institut für Umformtechnik und Leichtbau (IUL) Technische Universität Dortmund Sigrid Hess, M.Sc. Baroper Str. 303, D-44227 Dortmund Telefon: +49 (0)231 755-8451 sigrid.hess@iul.tu-dortmund.de www.iul.tu-dortmund.de n 25
WERKZEUG-/FORMENBAU
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Generative Fertigung für den Formenbau
Chancen und Einschränkungen Seit einiger Zeit ist die generative Fertigung (SLS/SLM) in aller Munde und wird zwischenzeitlich in vielen Branchen als «State of the Art» für die Fertigung anspruchsvoller Komponenten angesehen. Handelt es sich um eine neue industrielle Revolution, die unsere Herstellung vollkommen verändern wird, oder ist sie ein reiner Technologiehype, der bald durch einen anderen abgelöst wird?
Bilder: Listemann
Für welche Formeinsätze und -kerne bietet nun die generative Fertigung genau diese Vorteile? Eigentlich für all die, die durch konventionelle, tieflochgebohrte Kühlungen und mit Steigbohrungen nicht mehr vernünftig temperiert werden können, wie zum Beispiel hohe Dome. Aber eben nur eigentlich. Allzu schön wäre es, wenn durch die innovativen, neuen Fertigungsverfahren die Patentlösung gefunden wäre. Leider ist dem nicht so, denn Bild 1: Lasergenerierter Schieberkopf, komplexe Kühlkonstruktion mit 8 Kühlkanälen Ø3 parallel angeschlossen aus einem Zuund Ablauf Ø10. Das Kühlsystem ist balanciert. Der resultierende Querschnitt beträgt Ø8,5 mm.
Günther M. Rehm1 Das kann nur die Zukunft zeigen. Tatsache ist, dass speziell für den Spritzguss- und Druckgussformenbau die generative Fertigung vollkommen neue Freiheitsgrade für die konturnahe Temperierung von Formeinsätzen bietet. Dadurch, dass durch den schichtweisen Aufbau eines Bauteils durch Erschmelzen mit einem Laser aus einem Stahlpulverbett dreidimensionale Kanalstrukturen gefertigt werden können, die kaum noch Beschränkungen unterliegen, lassen sich Werkzeuge gezielt aktiv kühlen, die in der Vergangenheit nicht oder nur unzureichend gekühlt werden konnten. Der Nutzen liegt klar auf der Hand: kürzere Zykluszeiten bei gleichzeitig höherer Teilequalität, sprich minimierten Verzügen und Einfallstellen. 1 Günther M. Rehm, Manager Sales & Marketing, Listemann Technology AG, Eschen (LI), g.rehm@ listemann.com
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Bild 2: Vakuumgelöteter Einsatz, 3-teilige Ausführung, zwei Lötoperationen, Kühlung Ø6 parallel angeschlossen, resultierender Querschnitt Ø8,5 mm.
Bild 3: Vakuumlöten Formeinsatz, konstruktiv in Scheiben getrennt.
diesem Punkt arbeiten die Maschinenhersteller bereits mit Hochdruck und entwickeln Anlagen, mit grösseren Kammern und mehreren Lasern, die zeitgleich erschmelzen können. Hinsichtlich des Formenbaus gibt es aber noch weitere Limitationen, die technologisch bedingt sind. Hier ist in erster Linie das geringe Angebot an Werkstoffen zu nennen, die durch das Lasergenerieren verarbeitet werden können. Bis vor Kurzem gab es für den Formenbau nur den 1.2709 als möglichen Stahl. Der Grund hierfür ist, dass man für den Prozess der additiven Fertigung einen martensitaushärtenden Stahl benötigt. Die üblicher-
es gibt auch hier Einschränkungen, die man nicht so einfach überwinden kann.
An den Einschränkungen wird gearbeitet Da sind einmal die (noch) relativ hohen Herstellungskosten von additiv gefertigten Formeinsätzen, die durch die langen Prozesszeiten und das teurere Rohmaterial bedingt sind. Zusammen mit der Tatsache, dass der Bauraum in den Maschinen derzeit noch verhältnismässig begrenzt ist, finden wir die erste Einschränkung demnach in der Grösse der Bauteile. An
Bild 4: Vakuumlöten Formkern / Angussbuchse, konstruktiv in Hülse und Kern getrennt.
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KUNSTSTOFF XTRA
weise im Formenbau verarbeiteten Warmarbeitsstähle würden durch die hohen Abkühlgradienten nach dem Erschmelzen komplett verspröden und die Werkzeugeinsätze reissen. Nun ist es nicht so, dass der 1.2709 nicht geeignet wäre, im Gegenteil, es handelt sich um einen bestens geeigneten Stahl, verzugsarm, mit guter Zähigkeit, hoher Streckgrenze und Zugfestigkeit, allerdings relativ geringer Korrosionsbeständigkeit. Hier gibt es neuerdings einen zweiten Werkstoff, den «Corrax» des Stahlherstellers Uddeholm, mit einer hohen Beständigkeit gegen Korrosion, allerdings deutlich geringerer Härte und Einschränkungen in der Zähigkeit. Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass generativ gefertigte Bauteile nicht so ohne Weiteres hochglanzpoliert werden können. Dies liegt in erster Linie nicht daran, dass die Gefüge durch den Herstellungsprozess nicht homogen genug wären, sondern schlicht und einfach am Stahl. Der 1.2709 enthält im Gefüge Carbideinschlüsse, die beim Polieren ausbrechen und die typischen ca. 20 μm kleinen Fehlstellen verursachen, die auf Hochglanzoberflächen nicht geduldet werden.
Vakuumlöttechnik als Ergänzung zum SLS/SLM Was gibt es nun für Alternativen, wenn Formeinsätze zu gross sind für die generative Fertigung, oder spezielle Werkstoffund Oberflächeneigenschaften gefordert werden, aber dennoch eine möglichst optimale Temperierung benötigt wird? Hier hat sich seit vielen Jahren die Vakuum-Löttechnik etabliert. Das Vakuumlöten beschreibt eine Fügetechnik, bei der unter Zuhilfenahme eines Zusatzwerkstoffs, dem Lot, hochfeste und dichte Verbindungen zwischen gleichartigen und ungleichartigen Werkstoffen hergestellt werden können. Dies geschieht in einem Vakuumofen exakt bei der Härtetemperatur der gängigen Formenbaustähle. Der Konstrukteur kann einen Formeinsatz in zwei oder mehrere Scheiben trennen, die Kühlkanäle sehr einfach mechanisch einarbeiten und durch das Vakuumlöten werden diese Scheiben wieder zu einem komplexen Einsatz zusammengefügt. Ähnlich sieht es aus bei rundsymmetri5/2015
Bild 5: Der intelligente Technologiemix, additiv gefertigter Innenkern (grün), vakuumgelöteter Formeinsatz (rot).
schen Kernen, nur werden diese in einen Kern und eine Hülse aufgetrennt. Mehr und mehr gehen Formenbauer aber dazu über, beide Fertigungsverfahren, das Lasergenerieren und das Vakuumlöten, innerhalb eines Werkzeugs umzusetzen. Vorreiter dieses Vorgehens sind die beiden Unternehmen Listemann Technology AG in Liechtenstein und die deutsche Renishaw GmbH LBC Engineering. Seit nunmehr drei Jahren bieten die beiden Dienstleister dem Formenbauer einen «intelligenten Technologiemix» aus einer Hand an. Wünscht ein Kunde eine optimale, konturnahe Temperierung für ein Neuwerkzeug, oder die thermische Optimierung eines bestehenden Werkzeugs, dann analysieren die Experten der beiden Firmen die Aufgabenstellung und schlagen dem Formenbauer eine optimale Lösung hinsichtlich der Auslegung der Kühlung, des richtigen Fertigungsverfahrens und der grösstmöglichen Wirtschaftlichkeit vor.
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Dank additiver Fertigungstechnologie konnte Volvo Trucks die Durchlaufzeiten bestimmter Klemmen, Montagevorrichtungen und Stützen von 36 auf zwei Tage reduzieren.
Werkzeugfertigung in zwei statt 36 Tagen
Reduzierte Werkzeugkosten, mehr Flexibilität Durch die Verwendung der additiven Fertigungstechnologie von Stratasys konnte Volvo Trucks die Produktionszeit für Fertigungswerkzeuge um über 94 Prozent verkürzen und steigert gleichzeitig die Werkseffizienz mittels 3DDruck.
Stratasys Ltd., eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich 3D-Druck und additive Fertigung, gibt an, dass Volvo Trucks die Durchlaufzeiten für Fliessbandwerkzeuge in seinem Lw-Motorenwerk in Lyon seit Einführung der additiven Fertigungstechnologie von Stratasys um über 94% reduzieren konnte. Laut Pierre Jenny, Herstellungsleiter bei Volvo Trucks, verkürzte das Unternehmen durch Verwendung des Thermoplasts ABS plus in Kombination mit einem Fortus 3D-Produktionssystem von Stratasys die Zeit für Planung und Herstellung einiger traditionell aus Metall gefertigter Werkzeuge von 36 auf zwei Tage. Durch diese bedeutende Zeiteinsparung liessen sich Effizienz und Flexibilität des gesamten Werks verbessern: Lieferzeiten wer28
den eingehalten und der Einsatz der additiven Fertigung verringert neben den Kosten auch den Ausschuss. Aus finanzieller Sicht schätzt Jenny, dass bei der Herstellung von kundenspezifischen Werkzeugen oder Kleinserien die Gesamtkosten für den 3D-Druck mit ABS in einigen Fällen bei gerade einmal 1 E/ cm3 liegen, im Vergleich zu bis zu 100 E/ cm3 für die Fertigung derselben Artikel aus Metall.
3D-Druck verändert die Arbeitsweise «Der 3D-Druck von Stratasys hat einen unglaublichen Einfluss auf unsere Arbeitsweise», erläutert Jenny. «Funktionelle Werkzeuge in beinahe unbegrenztem
Umfang in so kurzer Zeit herzustellen, ist beispiellos und ermöglicht uns, bei der Verbesserung des Produktionsablaufs experimenteller und erfinderischer zu sein.» Volvo Trucks hat mit dem Fortus 3D- Produktionssystem innerhalb von nur drei Monaten über 30 verschiedene Fertigungswerkzeuge mit 3D-Druck erstellt, die dem Bedienpersonal die Arbeit am Fliessband erleichtern. Neben einer Reihe verschiedener stabiler und leichter Klemmen, Montagevorrichtungen und Stützen gehören dazu auch ergonomische Werkzeughalter, durch die das Arbeitsumfeld besser organisiert werden kann. «Wir arbeiten in der SchwerindustrieBranche, daher ist Betriebssicherheit ein wesentlicher Punkt. Bisher hat sich jedes 5/2015
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Zu den mit der FDM 3D-Drucktechnologie hergestellten Fliessbandwerkzeugen von Volvo Trucks gehört auch dieses belastbare und dennoch leichte Stanzwerkzeug.
wurfspezifikationen ändern und das Teil innerhalb weniger Stunden nochmals 3Ddrucken», ergänzt Robin. «Immer mehr unserer Kunden übernehmen die additive Fertigung als erste Phase zur Herstellung von Produktionshilfsmitteln», sagt Andy Middleton, Senior VP und Geschäftsführer von Stratasys EMEA. «Wie das Beispiel Volvo Trucks zeigt, ist die additive Fertigung bei der Herstellung von Werkzeugen und Haltevorrichtungen eine zuverlässige Lösung für effizientere Herstellungsprozesse. In vielen Fällen ist sie sogar die einzige praktikable Lösung,
im 3D-Druck hergestellte Teil als 100 % einsatzfähig erwiesen», fügt Jean-Marc Robin, Technischer Leiter bei Volvo Trucks, hinzu. «Das ist aus praktischer Sicht entscheidend, schafft aber auch Vertrauen beim Bedienpersonal und überholt die traditionelle Vorstellung, dass alles aus Metall hergestellt werden muss, damit es ordnungsgemäss funktioniert», sagt er.
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Kürzere Reaktionszeit, weniger Ausschuss Laut Robin ermöglicht die Entwicklung von Produktionswerkzeugen mit additiver Fertigung dem Konstruktionsteam schneller zu reagieren und möglichen Ausschuss durch Design-Änderungen in letzter Minute zu vermeiden. «Die Schnelligkeit und Kosteneffizienz additiver Fertigung bedeutet, dass wir viel weniger Einschränkungen haben als noch vor sechs Monaten, sodass wir unsere Prozesse fortwährend verbessern können», fügt er hinzu. «Jetzt wendet sich das Bedienpersonal mit individuellen Anfragen direkt an unser 3D-Druckteam, etwa für die Entwicklung eines angepassten Klemm- oder Stützwerkzeugs, das am Fliessband behilflich ist. Aus Zeit- und Kostenperspektive ist so etwas mit traditionellen Techniken vollkommen unvorstellbar.» «Darüber hinaus musste mit der langen und teuren Planung und dem Herstellungsprozess bei traditionell gefertigten Metallwerkzeugen in den seltenen Fällen, in denen die Entwurfspezifikationen nicht korrekt waren, wieder ganz von vorn begonnen werden. Mit einem 3D-gedruckten Teil können wir ganz einfach die Ent5/2015
Diese mit einem 3D-Drucker von Stratasys gedruckte Schlauchhalterung (grau) wird verwendet, um einen Motorschlauch während der Montage am Fliessband in Position zu halten.
da die traditionelle Fertigung durch Kosten- oder Entwurfeinschränkungen an ihre Grenzen stösst», schliesst Middleton. Im Motorenwerk von Volvo Trucks in Lyon werden verschiedene Motorenarten und -grössen für die Volvo-Gruppe hergestellt, inklusive Renault Trucks, die 2001 von der Gruppe übernommen wurde.
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WERKZEUG-/FORMENBAU
GWDS-Technologie
Bessere Qualität, geringere Kosten Bei der AKG Plastik GmbH in Wildon (A) wurde von der Gross Kunststoff-Verfahrenstechnik Rossdorf an einem Blaskopf der Firma Extraplast, Troisdorf, die konventionelle konische Düse durch eine zylindrische GWDS-Düse ersetzt. Das Resultat: Die ausgelieferten Wasserbehälter weisen eine erheblich verbesserte Qualität bei reduzierten Fertigungskosten auf.
Mit dem Blaskopf wird ein Behälter für Scheibenwaschwasser mit einem Fassungsvermögen von 8 Liter hergestellt. Vorrangiges Ziel war es, insbesondere die auf Grund des grossen Unterschieds im Verstreckgrad der Behälterwand vorhandenen Extremwerte der Wanddicke zu verringern. Die Fliesskanalgestaltung innerhalb der im Endbereich zylindrischen GWDS-Düse wurde im Vorfeld entsprechend den Anforderungen, die sich aus der Behältergeometrie ergaben, ausgelegt. Im Rahmen der zweitägigen Einfahrversuche wurde dann das ursprünglich runde Dornendstück nach und nach immer stärker manuell profiliert. Dabei wurde gezielt die Wanddicke des Vorformlings über dem Umfang und über der Länge verändert, um vorrangig unerwünschte Dünnstellen in der Behälterwand zu eliminieren, aber natürlich auch, um unnötige Dickstellen zu vermeiden. Wichtig war darüber hinaus, dass trotz der extremen Profilierung des Dorns die Austrittsgeschwindigkeit der Schmelze über dem Umfang der Düse nahezu konstant blieb (Bild). Dies ist Voraussetzung dafür, dass trotz der gravierenden Profilierung des Fliesskanals nach wie vor ein Vorformling aus der Düse ausgetragen werden konnte, der frei von Wellen war 1 Dr.-Ing. Heinz Gross ist Inhaber des Ingenieurbüros Heinz Gross Kunststoff-Verfahrenstechnik, Rossdorf (D)
Dr. Ing. Heinz Gross
Heinz Gross1
Stirnseite des GWDS-Dorns mit einer lokalen Profilierung (oben), und Vorformling (unten), der trotz der starken Profilierung des Dorns keine Wellen aufweist.
und der problemlos zwischen die beiden Formwerkzeughälften einlief. Mit der GWDS-Düse und dem manuell profilierten Dorn konnte nun die vor der Umrüstung vorhandene Wanddickendif-
ferenz des Behälters von 5,8 mm auf 3,8 mm verringert werden. Das Gewicht des Behälters reduzierte sich dabei um 20 % von 990 g auf 790 g. Trotz dieser enormen Materialeinsparung gelang es auch noch die Wanddicke in einem Bereich, in dem die Behälterwand bisher eher zu dünn war, leicht anzuheben. Die Vermeidung von unnötigen Dickstellen wirkte sich in doppelter Hinsicht positiv auf die Kühlzeit aus. Da die Kühlzeit sich überproportional (quadratisch) mit der Wanddicke ändert, konnte der Behälter viel früher entformt werden. Zusätzlich musste das Formteil nach der Umrüstung nicht mehr so lange im Werkzeug unter Innendruck verweilen, um unerwünschte Einfallstellen in Grenzen zu halten. Denn auch der Verzug, der beim Abkühlen entsteht, verringerte sich auf Grund der Vergleichmässigung der Behälterwand. In Summe konnte so die Kühlzeit um 11 % reduziert werden. Die Vermeidung von Dickstellen in der Behälterwand führte auch dazu, dass zwei zeitaufwändige manuelle Nachbearbeitungsschritte nun entfallen.
Kontakt Dr.-Ing. Heinz Gross Kunststoff-Verfahrenstechnik Ringstrasse 137 D-64380 Rossdorf Telefon +49 (0)6154 69524-0 heinz-gross@t-online.de www.gross-k.de
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Bilder: Geiger-Gruppe
Geiger entwickelte für das innenliegende Umspritzen eine spezielle Schiebertechnik, bei der das Druckgussteil ohne Auswerfer gefertigt und zusammen mit der Alu-Komponente ausgeworfen wird.
Hybrid-Bauteile
Neues Verfahren für Aluminium und Kunststoff Mit der Kombination aus Aluminium-Druckguss und Kunststoff-Umspritzung lassen sich heute bereits verschiedenste, exakt auf den jeweiligen Anwendungsbereich zugeschnittene Hybrid-Bauteile erzeugen, die die Vorteile beider Werkstoffe vereinen. Allerdings gibt es auch zunehmend Konstruktionen, die ein Kunststoffteil innerhalb einer Alu-Komponente erfordern würden.
Christine Gassel1 Die auf Spritzgusstechnologie spezialisierte Geiger-Unternehmensgruppe hat ein innovatives Verfahren zur innenliegenden Umspritzung entwickelt, das es erlaubt, trotz der Einschränkung durch die Form des Aluminiumteiles mittels angepasster Werkzeug- und Schiebertechnik definierte Kunststoffgeometrien zu erzeugen. Die Methode gleicht sogar die groben Toleranzen beim Druckguss der Christine Gassel, Fachjournalistin, München. 1
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Metallkomponente aus. Ein eigens dafür konzipiertes Tray gewährleistet auch bei automatisierten Prozessen eine genaue, reibungsarme Positionierung der Werkstücke. Aluminium wird in der Elektronik vor allem wegen seiner Leitfähigkeit und Strahlungsabschirmung in Verbindung mit einem sehr geringen Gewicht gerne verbaut. Kunststoff dagegen wirkt nicht leitend und ermöglicht sehr vielfältige, auch filigrane Geometrien, weshalb es häufig mit Alu kombiniert wird, um gezielt bestimmte Eigenschaften innerhalb eines Bauteils zu erzeugen. Äusserliche
Spritzgussverfahren, wie Umspritzen oder Overmolding, haben sich hierfür inzwischen bewährt. «Soll der Kunststoff allerdings innerhalb des Aluteils liegen, ist eine wesentlich komplexere Herangehensweise erforderlich», erklärt Roman Kramer, Prokurist bei der Hans Geiger Spritzgiesstechnik GmbH.
Bauteil bestimmt Anspritzpunkt Üblicherweise wird der Anspritzpunkt so gewählt, dass das Material ideal fliessen kann und sich ein gutes Füllverhalten er31
KUNSTSTOFF XTRA
VERBINDUNGSTECHNIK
gibt. Bei einer innenliegenden Umspritzung bestimmt dagegen die Form des Aluminiumteils die Gestaltung der Kunststoffkomponente, was den Einspritzprozess deutlich erschwert. Insbesondere das Auswerfen kann zum Problem werden, wenn aufgrund eines nicht optimalen Anspritzpunktes das Bauteil an der Düsenseite hängen bleibt, statt auf die Auswerferseite transportiert zu werden. Um dies zu vermeiden, entwickelte Geiger eine neuartige Schiebermechanik, die das Druckgussteil auf der Auswerferseite fixiert. Der Spritzgussbestandteil wird dagegen ohne Auswerfer gefertigt und nach dem Öffnen des Werkzeugs gemeinsam mit der Alu-Komponente ausgeworfen. So wird ein prozesskonformer Transportfluss der Bauteile sichergestellt.
Mehrstufige Lösung Das Schiebersystem trägt daneben auch zur exakten Positionierung der Werkstücke bei – ein entscheidender Faktor für die Zuverlässigkeit des Betriebs, da Metallabrieb zum Versagen der Fertigungsanlage führen könnte. Reibung zwischen dem Werkzeug und dem Aluminium-Druckgussteil muss daher soweit als möglich vermieden werden. Um in einer automatisierten Fertigung, in der Roboter die Rohteile entnehmen, ins Werkzeug einlegen und die bearbeiteten Stücke wieder in die Verpackung setzen, die dazu not-
wendige Präzision zu erreichen, setzt Geiger auf eine mehrstufige Lösung: Ein speziell dafür konzipiertes Tray mit einer Zentriergeometrie, auf dem die Druckgussteile zur Anlage gebracht werden, sorgt für eine erste Grobpositionierung, während das Beiholvermögen des Beund Entladungsgreifers die Feineinstellung übernimmt. Sobald sich das Bauteil in der richtigen Bearbeitungsposition befindet, erfassen es die Schieber des Werkzeugs, und erst dann lässt der Greifer los. Einem Verrutschen oder Verschieben des Metallteils im Werkzeug – und den damit verbundenen Schäden – wird auf diese Weise sicher vorgebeugt.
Spritzguss kompensiert Variabilität beim Druckguss Zusätzlich zur Auswurf- und Positionierproblematik muss das Spritzgusswerkzeug beim innenliegenden Umspritzen auch die relativ hohen Toleranzen der Druckgussteile ausgleichen. Die Alu-Komponenten, die in der Regel eher nach groben Abmessungen gefertigt werden, müssen in die engen Toleranzen des Kunststoffbestandteils integriert werden. Dazu schufen die Spritzgussexperten ein Werkzeug, das Abweichungen in Längsrichtung durch spezielle Quetschkanten abfängt. Um die Schwankungen in der radialen Richtung zu kompensieren, war dieses einfache Mittel jedoch nicht geeig-
Hochmoderne Spritzgusstechnik ist das Spezialgebiet von Geiger. Eine der jüngsten Entwicklungen der Unternehmensgruppe ist ein Verfahren zur innenliegenden Umspritzung von Aluminiumbauteilen.
net. Hier wird stattdessen mit eigens angepassten Geometrien und einer besonderen Oberflächenbehandlung gearbeitet. Dadurch konnten in einer der ersten Beispielanwendungen Kunststoffkomponenten von 16 mm Durchmesser präzise in Alu-Bauteile von 25 x 28 mm eingespritzt werden. Kontakt HG Hans Geiger Formenbau GmbH HG Hans Geiger Spritzgiesstechnik GmbH Virnsbergerstrasse 30 D-90431 Nürnberg Telefon +49 (0)911 96 12 97-0 kontakt@geiger-formenbau.de www.geiger-gruppe.de n
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PUBLIREPORTAGE
Grossverbraucherartikel
Gesetzliche Vorgaben schaffen Nutzen
Grafik: BKW
Energiewende, Energieeffizienz, Energieziele – man hört es an jeder Ecke. Das Thema Energie geht uns alle etwas an. Und je nach Unternehmen gibt es sogar gesetzliche Vorgaben, die es sich lohnt einzuhalten. Die BKW bietet hier ihre Unterstützung an.
Diese Module stehen dem Verbraucher zur Auswahl zur Verfügung.
Wer einen Betrieb führt, welcher einen Wärmeverbrauch von mehr als 5 GWh und / oder einen Stromverbrauch von mehr als 0.5 GWh pro Jahr und Betriebsstätte hat, zählt zu den Grossverbrauchern und unterliegt je nach Kanton dem Grossverbraucherartikel. 20 Kantone haben diesen bereits im kantonalen Gesetz verankert.
Warum ein Grossverbraucherartikel? Das Ziel ist, die Energieeffizienz in Unternehmen zu steigern und gleichzeitig die CO2-Emissionen zu reduzieren. Der Bund und die Kantone setzten für die Umsetzung des Grossverbraucherartikels folgende Zielvereinbarungen als ein Instrument ein: 5/2015
• Universelle Zielvereinbarung • Kantonale Zielvereinbarung • Energieverbrauchsanalyse
Kein Grossverbraucher?
rapportiert den zuständigen Behörden. Die Erfahrungen der BKW belegen, dass die Initialkosten der Zielvereinbarung durch die Effizienzgewinne der nächsten ein bis zwei Jahre amortisiert werden.
Wer nicht zu den Grossverbrauchern zählt, Energieeffizienz jedoch als wichtig erachtet, kann die Zielvereinbarungen auf freiwilliger Basis durchführen: • Energieeffizienzziele Egal welche Variante zutrifft, die Basis ist die gleiche: die Energieberatung der BKW. Sie beurteilt zuerst die energetische Situation in einem Betrieb und schlägt konkrete Optimierungsmassnahmen vor. Aufgrund dieser Analyse erarbeitet sie realistische Zielvorschläge, überprüft jährlich die Zielerreichung und
BKW Energie AG Olivier Barthe Viktoriaplatz 2 CH-3000 Bern 25 Telefon 0844 121 120 olivier.barthe@bkw.ch www.bkw.ch
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KUNSTSTOFF XTRA
PUBLIREPORTAGE
Expertise énergétique
Des obligations légales à votre avantage Transition énergétique, efficience énergétique et objectifs énergétiques sont des sujets d’actualité qui concernent chacun de nous. Certaines entreprises sont même soumises à des obligations légales en la matière. Groupe E SA peut les aider.
SEGMENT GROS CONSOMMATEUR Consommation de plus de 500 000 kWh d’électricité et/ou 5 GWh de chaleur par an
BASE LÉGALE
CHOIX POSSIBLES
OPTIONS
Article sur les gros consommateurs dans la loi cantonale sur l’énergie
Convention d’objectifs cantonale Augmentation de l’efficience énergétique sur une période de 10 ans avec un objectif standard d’environ 20%. Contrôle annuel des résultats. Analyse de la consommation énergétique Economies d’énergie jusqu’à 15% sur une période de 3 ans. Contrôle des résultats.
Graphique: Groupe E SA
Convention d’objectifs universelle Augmentation de l’efficience énergétique sur une période de 10 ans avec objectif individuel. Contrôle annuel des résultats.
CONSOMMATEUR NORMAL
Pas de base légale Convention d’objectifs volontaire possible
Canton Confédération
Objectifs d’efficience énergétique Toute entreprise est en mesure de s’impliquer dans une convention d’objectifs volontaire s’engageant ainsi à atteindre un objectif d’efficience énergétique dans un temps donné.
Remboursement du supplément sur les coûts de transport de l’électricité (taxe RPC) Les entreprises dont les frais en électricité représentent au moins 5% de la valeur ajoutée brute peuvent obtenir un remboursement partiel ou, dès 10%, un remboursement intégral. Exemption de la taxe sur le CO2 Les entreprises émettant plus de 100 tonnes de CO2 par an et qui exercent une activité selon l’annexe 7 de l’ordonnance sur le CO2 peuvent se faire exempter de cette taxe.
Modules à disposition du consommateur.
Si votre entreprise consomme plus de 500 000 kWh d’électricité ou plus de 5 GWh de chaleur par an et par site, vous êtes considéré comme gros consommateur et êtes soumis aux exigences de la loi sur l’énergie ancrée dans le cadre légal de la majorité des cantons suisses et mise en application par la plupart d’entre eux.
Un article relatif aux gros consommateurs. Pourquoi ? L’objectif est simple : augmenter l’efficience énergétique des entreprises par des mesures rentables tout en diminuant leurs émissions de CO2. A cet effet, la Confédération et les cantons utilisent des conventions d’objectifs, véritables outils de la mise en œuvre de cet article : 34
• Convention d’objectifs universelle • Convention d’objectifs cantonale • Analyse de la consommation énergétique
Vous n’êtes pas un gros consommateur… Mais l’efficience énergétique vous intéresse ? Optez pour une convention d’objectifs volontaire et engagez-vous à atteindre un objectif d’efficience énergétique en un temps donné. Dans tous les cas, les spécialistes de Groupe E sont là pour vous aider à choisir l’option qui correspond le mieux à vos besoins. Ils sont également à votre disposition pour analyser votre situation énergétique, vous proposer des mesures concrètes et des objectifs réalistes, contrôler les résultats et les rapporter aux
autorités compétentes. Notre expérience démontre que les coûts initiaux d’une convention d’objectifs sont amortis en une à deux années seulement. Des questions ? N’hésitez pas à nous contacter
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5/2015
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Innovation kennt keine Grenzen Nur wer den Blick frei hat, kann neue Wege sehen. Deshalb sind wir von ENGEL stets offen für neue Ideen und begleiten die Querdenker in der Kunststoffindustrie: Mit Spritzgiesstechnik, die Ihren Ideen mehr Raum lässt. So haben wir bereits vor 25 Jahren die ENGEL victory entwickelt – die Spritzgiessmaschine, durch deren revolutionäres Holmlos-Konzept sich Innovationen oft leichter realisieren lassen. Befreien Sie sich von herkömmlichen Normen und machen Sie Unmögliches möglich.
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VERBAND
Aus- und Weiterbildung ist und bleibt ein Thema
Optimale Sicherheit für den Anwender Kunststoffrohre und -formteile müssen strenge Qualitätsanforderungen erfüllen. Qualitätsprodukte können aber Schäden nicht verhindern, wenn auf der Baustelle geschlampt und Rohrsysteme unsachgemäss verarbeitet und/oder verlegt werden.
Obgleich die Bezeichnung «Qualität» an sich keine Bewertung beinhaltet, wird der Begriff im Alltag häufig wertend gebraucht. Die Redewendung bezieht sich jedoch darauf, dass in der Alltagssprache Qualität öfters ein Synonym für Güte ist. Man spricht dann von «guter» oder «schlechter» Qualität. Kauft ein Kunde ein Produkt oder eine Dienstleistung und erfüllen diese ihre Zwecke für den Kunden, so haben sie im allgemeinen Sprachgebrauch eine «gute Qualität». Tatsächlich hat sich der Begriff «Qualität» im wirtschaftlichen Alltag als ein allgemeiner Wertmassstab etabliert, der die Zweckangemessenheit eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Prozesses zum Ausdruck bringen soll. Dieses Verständnis zeigt sich etwa im Ausdruck «Qualitätsarbeit». Sie findet häufig in einem bereichsübergreifenden, die Qualität der einzelnen Ergebnisse sichernden System statt. Die Planung, Steuerung und Kontrolle aller hierzu nötigen Tätigkeiten wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. Als Ergebnis entsteht das «Qualitätsprodukt». Betrachtet man einmal die eingegangenen Schadensfälle bei den Herstellern von Kunststoffrohren und -formteilen, ist diese Aussage zu hinterfragen. Auf der Baustelle werden oftmals jegliche Anforderungen an Qualität nicht eingehalten. Gründe dafür gibt es genügend: keine Peter Stauffer, Geschäftsführer des Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile (VKR), c/o Swiss Plastics, Aarau. 1
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Bild: VKR
Peter Stauffer1
Die Rohrkurse haben einen starken Praxisbezug: Lernen im Graben.
Zeit, schlechtes Wetter, keine oder schlechte Fachausbildung, etc. Sicherheit durch hohe Qualität – umgesetzt in Zertifizierungen von Produkten und Ausbildung respektive Weiterbildung von Verarbeitern – sind jetzt und künftig vermehrt gefragt. Neben der Produktqualität ist vor allem die Verarbeitungsqualität für den Erfolg der Projekte entscheidend.
Verarbeitungsqualität Eine der wichtigsten Aufgaben des VKR (Verband Kunststoff-Rohre und -Rohrleitungsteile) ist die fachgerechte Durchführung von Aus- und Weiterbildungskursen. Kontinuierlich werden das Angebot und die Inhalte der Kurse den aktuellen Bedürfnissen des Marktes angepasst. Neben der bewährten Erst- und Verlängerungsausbildung «Schweissen und Verlegen von druckbeanspruchten, erdverlegten Rohrleitungen aus PE und PVC» in Aarau, in der Westschweiz und im Tessin, wurden in den letzten Jahren Planerkurse und die Ausbildung für die Anbindung von Erdwärmesonden (Geothermiekurse) mit grossem Erfolg lanciert. Aktuelle Informationen zum VKR Kurs- und Weiterbildungsangebot sind unter www.vkr.ch abrufbar.
Produktequalität Normen und Zulassungsempfehlungen stellen einheitliche Standards sicher und sorgen für Qualität in einem durch starken Wettbewerb geprägten Markt. Der VKR ist weiterhin in technischen Kommissionen und Normengremien aktiv und stellt mit der c+s-Zertifizierung die Qualität für Kabelschutzrohre sicher.
c+s-Zertifizierung für Kabelschutzrohre Die erwähnte Güteanforderung wurde von Fachleuten im Verband KunststoffRohre und -Rohrleitungsteile (VKR), in Zusammenarbeit mit Experten von Elektrizitäts-Versorgungs-Unternehmen (EVU) und von unabhängigen und neutralen Prüfstellen erstellt und legt die Kriterien an Rohre, Formstücke und das System von vollwandigen Rohrleitungssystemen aus Polyethylen (PE) fest, die zur Verwendung im erdverlegten Kabelschutz, einschliesslich der Montage auf Brückenkonstruktionen und Flussüberquerungen, für den Kabelschutz im Bereich der Telekommunikation, sowie der Elektroenergieversorgung (Hoch- und Niederspan5/2015
VERBAND
nung) vorgesehen sind. Sie regeln Qualitätsanforderungen und Prüfmethoden an den Werkstoff, die Geometrie, die mechanischen Eigenschaften sowie die Kennzeichnung mit dem Gütezeichen <c+s>.
c+s-zertifizierte Kabelschutzrohre erlauben den Einsatz von hochwertigem Recyclat. Damit leistet die Branche einen wertvollen ökologischen Beitrag. Die Güteanforderungen allein sind keine Gewähr für die Güte von Rohrleitungssystemen, dazu müssen
die einschlägigen Verlegerichtlinien VSE (Druckschrift 1103d, Ausgabe 2010) zusätzlich eingehalten werden. Weitere Informationen zu c+s sind unter www.vkr.ch in der Rubrik Kabelschutz zu finden. p.stauffer@swiss-plastics.ch
Die Unabhängigkeit steht im Vordergrund Die Messtoleranz ist jene Vorgabe, welche dank der kompromisslosen Einhaltung die Schweizer Qualität defi niert. Dadurch sind viele Unternehmungen in unserem Land konkurrenzfähig. Dieses Festhalten an genauen Normen in der industriellen Produktion ist sinngemäss auch in anderen Bereichen anwendbar. Die Bundesverfassung gibt die Richtlinien für die Gesellschaft in unserem Land vor. Danach hat sich der Gesetzgeber zu richten. Gesetze müssen nach der Verfassungsbestimmung ausgestaltet sein, Verordnungen nach den Gesetzen. Das stimmberechtigte Volk als Ganzes kann natürlich die Verfassung den Bedürfnissen der Zeit anpassen und damit soll die Willkür einzelner Personen oder Gruppierungen ausgeschaltet sein. Im Nachgang zum Entscheid der Schweizerischen Nationalbank SNB bezüglich der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze wurden einzelne Stimmen laut, welche eine Korrektur der Wechselkurspolitik der SNB forderten. Das bedarf einer Richtigstellung, selbst wenn die folgenden Ausführungen einer Belehrung gleichkommen (was nicht zwingend beabsichtigt ist).
Die Schweizerische Nationalbank Die Bundesverfassung bestimmt die Geld- und Währungspolitik als Sache des Bundes. Historisch gesehen ist dies eine logische Bestimmung, da zur Gründungszeit des Bundesstaates der herrschende Föderalismus in gewissen Bereichen eingeschränkt werden musste. Wäre dies in der Geldpolitik nicht der Fall, müssten die 5/2015
Schweizerinnen und Schweizer wohl noch heute beim Überschreiten der Kantonsgrenze die Währung wechseln. Es gibt heute noch Gasthöfe an der Kantonsgrenze mit dem Namen «Zum letzten Batzen», deren Namen darauf hindeuten, dass eben der letzte Batzen ausgegeben werden konnte, bevor man den Kanton wechselte. Offensichtlich waren unsere Gründerväter vorsichtig genug, die Geld- und Währungspolitik nicht dem Bundesrat sondern vielmehr einem unabhängigen Gremium zu übertragen. So heisst es in Art. 99 Ziffer 2 BV: Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geldund Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient (…). Als Unternehmer kann durchaus in Frage gestellt werden, ob der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank SNB im Interesse der Industrie gewesen ist. Selbst darauf erhält man seitens der Wirtschaftsführer verschiedene Antworten. Diese reichen bekanntlich von «viel zu später Entscheid» bis hin zu «Katastrophe». Wie auch immer des Lesers Meinung dazu ist, wesentlich ist festzuhalten, dass die SNB den Entscheid in Unabhängigkeit von der Politik gefällt hat. Man stelle sich nur mal das Szenario vor, wenn die nationalen Politiker ihre persönlichen Interessen, die Parteimeinungen oder die Wahlversprechen hätten in einen Entscheid der Schweizerischen Nationalbank zur Währungspolitik einfliessen lassen müssen. Ich erlaube mir zu behaupten, dass A) der Entschied heute noch nicht gefällt wäre, B) ebenso viele Stimmen gegen den Entschied erhoben würden wie beim jetzigen und C) allenfalls gewisse Wechselkursgeschäfte im Vorfeld des Entscheides getätigt worden wären.
Wenn also heute betroffene Unternehmer für eine Kontrolle der SNB durch Staat oder Politik plädieren, so ist immer auch die Kehrseite der Medaille zu diskutieren. Die Währungspolitik eines Landes gehört in die Hände einer von möglichst vielen Einflüssen unabhängigen Organisation. Diese muss die Geld- und Währungspolitik langfristig ausrichten. Jeder Währungsspezialist wird erklären, dass der SNB-Entschied in Bezug auf den Wechselkurs CHF/Euro absehbar, nötig und korrekt war. Wenn die Politik– zu Recht – beim Entscheid der SNB nichts zu sagen hat, kann sie aber sehr wohl bei den Nebenwirkungen tätig werden. Insbesondere beim Abbau der administrativen Auflagen für Unternehmen, beim Abbau der Steuerlast, bei arbeitsrechtlichen Auflagen, bei der Verhinderung einer Stromverteuerung wegen eines überschnellen Ausstiegs aus Kernergien, bei der Förderung der Berufs- und beruflichen Weiterbildung, und, und, und. Es gibt viele Möglichkeiten für die Politik, die Belastung der Unternehmen zu senken, ohne das bewährte Prinzip der Unabhängigkeit der Nationalbank aufheben zu müssen. Mit konkreten Beispielen können die Unternehmer die Politiker unterstützen, die stetig wachsende Administration einzudämmen und damit administrative Auflagen und Kosten zu verhindern und bestenfalls zu senken. Urs Meyer Kontakt Swiss Plastics Urs Meyer Schachenallee 29C, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 834 00 60 u.meyer@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch
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WIRTSCHAFT
KMU-Exortindikator 2. Quartal 2015
Schweizer KMU stellen sich der Frankenstärke Nach Aufhebung der EUR/CHF-Wechselkursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank vom 15. Januar ist die Exportstimmung bei den mehr als 200 Schweizer KMU, die von Switzerland Global Enterprise (S-GE) für die Quartalsumfrage berücksichtigt wurden, so schlecht wie noch nie seit der Lancierung der Umfrage im Jahr 2010. Doch die Schweizer KMU zeigen sich kämpferisch, exportieren auch weiterhin ins Ausland und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Produktinnovation.
Das Credit Suisse Exportbarometer, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, steht zurzeit bei einem Wert von 0.98. Es liegt damit praktisch unverändert beim langjährigen Mittel von 1.00, was ein durchschnittliches Exportwachstum erwarten liesse. Allerdings berücksichtigt das Exportbarometer lediglich die internationale Nachfrage – ungeachtet der Wechselkursentwicklung. Lukas Gehrig, Ökonom im Economic Research der Credit Suisse, sagt: «Die USWirtschaft gewinnt stärker an Fahrt. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken macht Schweizer Exportgüter für US-Konsumenten erschwinglicher. Zudem hellen sich die Aussichten in der Eurozone auf. Spanien und Deutschland senden positive Signale. Die anziehende Konjunktur in der Eurozone dürfte die negativen Effekte der Frankenstärke etwas mildern.» Die Umfrage von S-GE zeigt jedoch, dass die Margen von gut zwei Dritteln (66 %) der befragten Schweizer KMU, die vor allem in den Euroraum exportieren, wegen der Frankenstärke bereits heute leiden.
Diversifikation ist der richtige Weg «Die exportierenden Schweizer KMU stecken den Kopf trotz der schwierigen Wechselkurssituation nicht in den Sand», so Alberto Silini, Leiter Beratung bei S-GE. «Obwohl die S-GE-Exportperspektiven mit 46.6 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 liegen, geben nur 2 % der befragten KMU an, sich aus dem Ausland zurückziehen zu wollen. 20 % (Mehrfachnennungen möglich) suchen sogar nach neuen, lukrativeren Absatzmärkten. Diversifikation ist genau der richtige Weg, um Währungsrisiken langfristig auszubalancieren und gleichzeitig Wachstum zu schaffen.» Hauptsächlich setzen die Firmen derzeit darauf, ihr Beschaffungswesen zu optimieren (59 %, Mehrfachnennungen möglich). Ausserdem versuchen die Befragten ihre Produktionskosten (47 %) zu senken und arbeiten verstärkt an Produktinnovationen (47 %) sowie dem Marketing (39 %), um ihre Exporte zu steigern. «Wenn Exporteure einen innovativen Mehrwert bieten, sich klar von ihren Mitbewerbern diffe-
renzieren und ihre Swissness betonen, lassen sich höhere Preise rechtfertigen», rät Silini. Die von S-GE befragten Unternehmen geben an, in den kommenden sechs Monaten in ähnliche Länder zu exportieren wie im Vorquartal. Europa wird wie im Vorquartal mit 91 % am häufigsten genannt. Der Raum Asien-Pazifik verliert etwas an Bedeutung (52 % gegenüber 57 %), genauso wie Nordamerika (44 % gegenüber 46 %). Der Nahe Osten und Afrika (29 %) sowie Südamerika (20 %) bleiben unverändert. Kontakte Credit Suisse AG: Lukas Gehrig Credit Suisse Economic Research Telefon +41 (0)44 333 52 07 lukas.gehrig@credit-suisse.com www.credit-suisse.com/research Switzerland Global Enterprise Sina Pries Telefon +41 (0)44 365 52 08 spries@s-ge.com www.s-ge.com/exportindikator
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5/2015 DIE EINHEIT FÜR ERFOLG
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WIRTSCHAFT
Studie zum Thema Know-how-Schutz
Geistiges Eigentum auf dem Präsentierteller 'Sicherheit' ist in aller Munde, aber nicht in allen Firmen: Finanzkennzahlen, Konstruktionsdaten und Verträge – noch immer werden sensible Daten schutzlos per E-Mail übermittelt. Dabei gehört das Ausspionieren von solchen Nachrichten für Hacker mittlerweile zu den leichtesten Übungen.
In den meisten Unternehmen wird dieses Problem allerdings nicht sonderlich ernst genommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Messe Interactive im Auftrag von Brainloop. Demnach sind nur 52 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihre Unternehmensexistenz durch den Diebstahl von geistigem Eigentum gefährdet ist. Brainloop war daran interessiert, wie 142 Entscheider aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Schutz ihrer Unternehmensdaten beurteilen. Bei den teilnehmenden Unternehmen handelt es sich um bedeutende Grössen der Wirtschaft, die ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen ein attraktives Ziel für Angriffe bieten. Rund 56 Prozent der Firmen beschäftigen zwischen 1001 und 10 000 Mitarbeiter. Bei weiteren 30 Prozent sind es mehr als 10 000 Mitarbeiter.
Sicherheitslecks können Firmenexistenz gefährden Ein durch Sicherheitslecks entstandenes Plagiat ruiniert die Arbeit unzähliger Jahre und gefährdet Firmenexistenzen. Trotzdem verschlafen viele Unternehmen das Thema Sicherheit. Dabei ist besonders in der Zusammenarbeit mit internen und externen Projektmitgliedern eine starke Verschlüsselung der Informationen essenziell. Die Industriebereiche Elektronik und Elektrotechnik sowie der Maschinen- und Anlagenbau zeigen da-
für vergleichsweise viel Verständnis. In diesen Branchen antworteten jeweils mehr als 60 Prozent, dass der Verlust von geistigem Eigentum die Unternehmensexistenz bedrohen könnte. Ganz im Gegensatz zum Energiesektor, wo dies nur etwa ein Drittel der Teilnehmer so sieht. Über alle Branchen hinweg geben 94 Prozent der Befragten an, dass sie dem Know-how-Schutz generell eine hohe Bedeutung zumessen (hohe Priorität 33 Prozent, sehr hohe Bedeutung 61 Prozent). Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass Unternehmen ihre Informationen dennoch nicht ausreichend absichern. Nur 63 Prozent der Befragten verfügen laut Umfrage über eine verschlüsselte Datenübertragung innerhalb und ausserhalb der Firma. Zudem werden nicht alle Unternehmensprozesse als gleichermassen sensibel wahrgenommen. So stufen die befragten Entscheider das Material zu Patentierungen und Entwicklungspartnerschaften beispielsweise mit 66 Prozent beziehungsweise 57 Prozent als schützenswert ein. Allerdings sind lediglich 38 Prozent der Befragten der Meinung, dass auch die Lieferantenkommunikation sensible Daten beinhaltet. Dabei verlassen gerade in diesem Bereich viele wertvolle Informationen die Firma. Bei der Auswertung der Ergebnisse werden einige interne Zusammenhänge und Ursachen für Sicherheitsprobleme klarer.
So antworten rund 61 Prozent der Befragten, dass die IT-Fachabteilungen für den Schutz von vertraulichen Informationen verantwortlich sind. Die eigenen Mitarbeiter sehen hingegen nur vier Prozent der befragten Entscheider in der Pflicht. Dabei geben 56 Prozent der Unternehmen an, dass sensible Daten zentral auf dem Firmenserver gespeichert werden. Darauf hat jedoch in der Regel jeder Angestellte Zugriff. «Die Umfrage zeigt anschaulich das Grundproblem in vielen Unternehmen: Mitarbeiter und Entscheidungsträger werden in Sicherheitskonzepte nicht hinreichend eingebunden», sagt Thomas Deutschmann, CEO von Brainloop. «Ob ihr Unternehmen bereits in der Vergangenheit zu Schaden gekommen ist, konnten nur 60 Prozent der Befragten angeben. Auch haben 62 Prozent der Entscheidungsträger keine Ahnung, ob in ihrem Unternehmen der Einsatz von Spezialsoftware zum Schutz von vertraulichen Informationen geplant ist.»
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KUNSTSTOFF XTRA
NEWS
B. Braun Medical baut Standort Escholzmatt aus Die auf die Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen Medizinprodukten spezialisierte B. Braun Medical AG verdoppelt ihre Produktionskapazität in Escholzmatt und schafft darüber hinaus ideale Voraussetzungen für Produktinnovation. Für die Planung des Erweiterungsbaus setzte das Unternehmen auf die Kompetenzen von IE Plast. In Ergänzung zu den bestehenden Produktionsanlagen investiert B. Braun Medical in einer ersten Etappe rund 50 Millionen Schweizer Franken in einen Neubau. Im Endausbau wird sich die Produktionsfläche
Bild: B. Braun Medical
Der Neubau wird die Produktionskapazität in Escholzmatt verdoppeln.
von 16 500 auf fast 36 000 m2 mehr als verdoppeln. Für den Gesamtausbau ist ein Zeithorizont von drei bis fünf Jahren vorgesehen. Mit der Planung der neuen Fabrik wurde die auf Industrie-
bauten spezialisierte IE Plast beauftragt. Ausschlaggebend für den Zuschlag war die jahrzehntelange Erfahrung der Planer mit Industriebauten für die Reinraumproduktion und mit Bauen bei laufendem Betrieb.
Die Planung der neuen Produktionsstätte erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrin auf der Basis eines gemeinsam entwickelten Masterplans, der zukünftige Wachstumsszenarien antizipiert. Das Ergebnis ist ein betrieblich idealer Maximalausbau, dem der bewährte Planungsansatz «von innen nach aussen» zugrunde liegt. Das heisst, dass nicht die Gebäudehülle die Rahmenbedingungen für die Produktion vorgibt, sondern dass sich das Gebäudekonzept konsequent nach den betrieblichen Abläufen richtet. www.ie-group.com
FGKS: Erfolgreiches Praxisseminar Im Rahmen der regelmässig stattfindenden Praxisseminare startete die Fachgruppe Kunststofftechnik, FGKS, mit dem Seminar «Funktionalisiertes Design» an der HSR in Rapperswil. Immer komplexere Ansprüche an die Oberflächen von Kunststoffteilen, funktionalisierte Eigenschaften und hochstehendes Design, erfordern kreative Lösungen. Diese technologi-
schen Lösungen bilden die Grundlage für eine langfristig positive Unternehmensentwicklung und schaffen erfolgswirksame Wettbewerbsvorteile. Das FGKS-Praxisseminar festigte bereits bekannte Technologien, erklärte neue Technologiefelder und zeigte den Teilnehmern auf, in welche Richtung sich die Anforderungen an Design und Funktionalität hinbe-
wegen. Diese komplexen Zusammenhänge wurden durch namhafte Referenten und Experten wie Rudolf Kocher, Galvaplast AG, Andreas Auer, Colorplastic AG, Rolf Glanzmann, Glanzmann Beschichtungs AG, Rico Bühring, LPKF Laser & Electronics AG, Frank Ehrig, HSR, Martin Hahn, Kurz Prägefolien und Per Magnus Kristiansen, Fachhochschule Nord-
westschweiz aufgezeigt. Der Technikrundgang schloss, gefolgt von einem Apéro eine gelungene Tagung mit über 80 Teilnehmern ab. Die nächste Tagung findet am 27. August 2015 an der ZHAW in Winterthur zum Thema «Kleben» statt.
messe der Branche zu gestalten und am Markt zu etablieren. Parallel wollen wir über die Messe hinaus die Integration dieser hochattraktiven und zukunftsversprechenden Technologien in die herstellende Industrie unterstützen», begründet Sascha Wenzler, Bereichsleiter für die formnext bei Mesago das Engagement des Unternehmens. Die Studie zu generativen Ferti-
gungsverfahren startete im März 2015 in die zweite Runde. Bereits beim ersten Durchlauf im September 2014 konnten über 40 Industrieunternehmen als Teilnehmer gewonnen werden. «Facing the Future: Additive Manufacturing» betrachtet im zweiten Durchlauf die Bereiche Produktivität, Prozessqualität, Komponenten sowie Materialien. www.formnext.de
www.fgks@org.ch
formnext unterstützt Studie zu AM Die Mesago Messe Frankfurt versucht im Rahmen der Fachmesse formnext (17.-20.11.2015 in Frankfurt) Zukunftstrends der additiven Fertigungsverfahren (AM Additive Manufacturing) zu identifizieren, die Innovationskraft in diesem Bereich zu stärken und gleichzeitig eine Empfehlung zu geben, wie Industrieunternehmen die neuen Technologien sinnvoll in ihre 40
Produktionsprozesse integrieren. An der Studie beteiligen sich sowohl führende internationale Industrieunternehmen als auch Experten aus der Forschung, wie z.B. Fraunhofer Institute sowie Forschungseinheiten der RWTH Aachen. «Wissen um die Entwicklungen und Chancen der Additiven Fertigungsverfahren hilft uns enorm, die formnext als Leit-
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KUNSTSTOFF XTRA
Ermöglicht optimale Leistungen.
SGL- und BASF-Kooperation geht in nächste Phase Die SGL Group – The Carbon Company und BASF haben die gemeinsame Materialforschung eines Composite-Materials als wichtigen Entwicklungsschritt ihrer Kooperation abgeschlossen. Das Materialsystem ermöglicht die kosteneffiziente Herstellung von thermoplastischen Carbonfaser-Verbundwerkstoffen beispielsweise im Injektionsverfahren (T-RTM: thermoplastisches Resin Transfer Molding) sowie im reaktiven Spritzguss. Das Verbundmaterial basiert auf einem reaktiven Polyamidsystem und dafür geeigneten Carbonfasern. Die schnelle Fertigung von leichten Strukturbauteilen bei-
spielsweise für die Automobilindustrie wird durch eine auf das Matrixsystem abgestimmte Carbonfaseroberfläche, die so genannte Schlichte, sowie massgeschneiderte thermoplastische Reaktivsysteme ermöglicht. Die Kooperation zwischen SGL Group und BASF war im Oktober 2012 gestartet worden. Auf Basis der abgeschlossenen Materialforschung findet nun der Transfer der speziellen Systeme aus Carbonfasern und Matrices in konkrete Anwendungen von Kunden aus der Automobilindustrie statt. www.sglgroup.com www.basf.com
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Systematisch zum richtigen Werkstoff
Reuter, M.: Methodik der Werkstoffauswahl. 2. Aufl., Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag München, 2014. ISBN 978-3-446-44144-6 Die Wahl eines geeigneten Werkstoffs für eine bestimmte Anwendung ist eine ebenso komplexe wie anspruchs- und verantwortungsvolle Aufgabe. Das nunmehr in zweiter, aktualisierter Auflage vorliegende Buch 5/2015
behandelt dieses Thema kompetent und bietet dem Praktiker eine willkommene, leicht lesbare Hilfestellung für ein systematisches und damit jederzeit nachvollziehbares Vorgehen. Sehr nützlich ist das Kapitel Informationsbeschaffung mit einer Vielzahl aktualisierter Angaben zu Datenquellen, insbesondere aus dem Internet. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen die theoretisch fundierten Ausführungen, und geschickt zusammengestellte Kontrollfragen und kleinere Übungsaufgaben am Ende jedes Kapitels fördern das aktive Verarbeiten der Materie. Damit kann das Buch auch Studierenden bei der Einarbeitung in die Konstruktionslehre dienen, und für Dozierende ist es eine Fundgrube an Anregungen und Hinweisen. www.hanser.de Prof. Johannes Kunz
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NEWS
Gold für Schweizer Meister der Formenbauer
IN
www.rampf-gruppe.de
Goldmedaille und ein Sponsorenauto für Elias Siegrist, Formbar AG, Sieger der Schweizer Meisterschaft im Bereich Formenbau.
ÜRZE – IN K N I – E Z R KÜ KÜRZE – IN
n Ab sofort vertreibt die Lenorplastics Zug AG das komplette Portfolio an Plexiglas und Pleximid Formmassen von Evonik Industries in der Schweiz. Das umfangreiche Produktportfolio an Plexiglas Formmassen für alle Spritzgiess- und Extrusionsanwendungen ist eine ideale Ergänzung zum bestehenden Angebot der Lenorplastics Zug AG. www.lenorplastics.com n Die Composites Europe wird künftig von einem Messebeirat unterstützt. Das Beratungsgremium umfasst bis zu 20 Vertreter aus Verbänden, Industrie und Medien. Die konstituierende Sitzung fand am 20. April 2015 in Düsseldorf statt. Zu den Zielen und Aufgaben des Beirats zählen die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung der Composites Europe, die sich seit ihrer Erstveranstaltung
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Sponsorenauto fahren. Bereits seit mehreren Jahren arbeitet die Formbar AG mit Rampf zusammen. «Der Erfolg dieser länderübergreifenden Partnerschaft ist der hohen Qualität des Materials und dem ausgeprägten technischen Knowhow beider Firmen zu verdanken», so Kaspar Hürlimann, Geschäftsführer der Formbar AG. Rampf Tooling Solutions ist Teil der internationalen RampfGruppe mit Sitz in Grafenberg.
Bild: Rampf
Elias Siegrist hat die Gold medaille bei der Schweizer Meisterschaft im Bereich Formenbau gewonnen. Hiermit hat sich der Mitarbeiter der Firma Formbar AG in Kirchdorf aus dem Kanton Aargau für die B e r u f s - We l t me is te r s c ha f t «WorldSkills 2015» in Brasilien qualifiziert, die im August in Sao Paulo stattfindet. Seine meisterhafte Leistung hat Siegrist mit Materialien der RakuTool-Produktpalette von Rampf Tooling Solutions erbracht und darf nun mit einem flotten
2006 zu einer der erfolgreichsten Industriemessen in Europa entwickelt hat; im September findet die Messe zum zehnten Mal statt. www.composites-europe.com n MHS Mold Hotrunner Solutions Inc. (Hauptsitz in Kanada), ein weltweit tätiger Anbieter von HochleistungsHeisskanalanwendungen für Spritzgiesser und Werkzeugmacher, hat vor kurzem mit der MHS Heisskanaltechnik GmbH in Würzburg eine neue Niederlassung in Deutschland in Betrieb genommen. Das neue europäische Büro wird von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Leidigkeit geleitet. www.mhs-hotrunners.com n Die Übernahme von Rapid Schneidmühlen durch die schwedische Investorengruppe Lifco erweitert für die Kunden das Portfolio an Schneid-
mühlen und Schreddern. Rapid kann jetzt zusätzlich die Erfahrung des dänischen Schwesterunternehmens Eldan nutzen, welches ebenfalls zu Lifco gehört. Geschäftsführer beider Unternehmen ist Dr. Toni Reftman. www.rapidgranulator.se n Die Huber Packaging Group aus Öhringen (D) hat den Erwerb der Crown Verpackungsstandorte in der Schweiz (Aesch), Finnland (Helsinki), Grossbritannien (Liverpool) und Frankreich (Rouen) abgeschlossen. Mit der Akquisition baut das Familienunternehmen seine Marktanteile im Kerngeschäft in Europa aus und schafft Zugänge in Märkte, in denen das Unternehmen bisher nicht aktiv war. Huber stärkt sein Kerngeschäft (Weissblechverpackungen) und schafft zudem mit
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dem neuen Standort in der Schweiz die Voraussetzungen, um ein Kompetenzcenter für Kunststoff als zweites zukunftsfähiges Standbein der Gruppe aufzubauen. Die Crown Vogel AG in Aesch ist schwergewichtig in der Kunststoffverarbeitung tätig. www.huber-packaging.com n Die Lenorplastics AG vertreibt seit April 2015 in der Schweiz und in Liechtenstein Hochleistungskunststoffe von Victrex, dem weltweit führenden Anbieter von Lösungen, die auf Polyaryletherketonen (PAEK) basieren. Eingesetzt werden die Thermoplaste wie Victrex PEEK unter anderem in der Automobil-, Luftfahrtoder Elektronikbranche – oft mit dem Ziel, Gewicht, Herstellungszeit oder später Wartungs- und Ausfallzeiten zu reduzieren. www.lenorplastics.ch
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NEWS
Ems-Chefin kandidiert für den Nationalrat
Formenbau / Generieren – Temperieren – Nullmasslasern». Die Vortragsreihe beschloss Richard Frick von Meusburger zum Thema «Einfach konstruiert mit Meusburger Normalien». Eine ausgiebige Betriebsführung durch die imposanten Produktions- und Lagerhallen, gestatteten exklusive Einblicke in die MeusburgerFertigungsprozesse. Die Besichtigung des nahe gelegenen Oldtimermuseums in Hard und ein Abendessen schlossen die Veranstaltung ab. www.meusburger.com
www.ems-group.com
Bild: Ems-Chemie
Neuer Geschäftsbereichsleiter bei Gurit Gurit hat Laurent Michaux zum Geschäftsführer Composite Components und Mitglied des Executive Committees zum 1. Mai 2015 ernannt. Michaux verfügt über umfangreiche Führungserfahrung in der Automobilindustrie, einschliesslich ausgewiesener Kenntnisse und langjähriger Industrieerfahrung im internationalen Geschäftsumfeld. Er wird an Rudolf Hadorn, Chief Executive Officer von Gurit, berichten. Laurent Michaux war zuletzt für Faurecia tätig und hatte die Position des Group Customer
Strategy Vice President inne. Zuvor war er Interior Systems Sales, Marketing & Business Development Vice President und davor Geschäftsführer Frankreich/UK bei SAS Automotive Systems, einem 50/50 Joint Venture zwischen Faurecia und Continental. Michaux hält einen Master-Abschluss in Maschinenbau der Arts et Métiers Engineering School in Paris sowie einen Master in Business Administration (MBA) der Sciences Po, Paris. www.gurit.com
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Das Konstrukteurstreffen Mitte April des Normalienspezialisten Meusburger in Wolfurt (A) stiess auf sehr grosses Interesse. Die verschiedenen Vorträge aus der Praxis bestritten Andreas Kürten von der ISK GmbH zum Thema «Formteilfehler in Folge eines falsch eingestellten Spritzgiessprozesses», Dirk Dombert und Vincent Hellmann von der Cimatron GmbH zu «Cimatron – Der Turbo für die Werkzeugkonstruktion» und Gerhard Jell von der Jell Konstruktion Simulation Lasersintern über «Metall-Lasersintern im
Magdalena Martullo-Blocher
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Volles Haus beim MeusburgerKonstrukteurstreffen
Martullo-Blocher wird ihre Funktionen und die Verantwortung als Mehrheitsaktionärin, Vizepräsidentin und Delegierte des Verwaltungsrats der EmsChemie Holding AG im Falle einer Wahl unverändert weiter wahrnehmen.
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ort Schweiz und eine liberale Wirtschaftspolitik ein. Den Entscheid zur Kandidatur begründet sie mit der Situation, dass immer seltener Unternehmer mit internationaler Erfahrung im Parlament vertreten sind. Unternehmerische Grundsätze wie Eigenständigkeit, Effizienz und Pragmatismus seien aber auch in der Politik nötig und sinnvoll.
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Magdalena Martullo-Blocher, wird an den eidgenössischen Parlamentswahlen vom 18. Oktober 2015 für die SVP des Kantons Graubünden als Nationalrätin kandidieren. Die Chefin der Ems-Chemie Holding AG kennt die Herausforderungen des Wirtschaftsstandortes Graubünden und setzt sich bereits seit Jahren aktiv auch für einen starken Wirtschaftsstand-
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NEWS
Bild: Deutsche Messe
Engineer Powerwoman 2015
«Womenpower» (v.r.): Gabby Aitink-Kroes, Gewinnerin des Karrierepreises 2014, Jury-Vorsitzende Prof. Barbara Schwarze, Preisträgerin Dr. Jelena Stojadinovic (Membrasenz) sowie die Finalistinnen Agnes Bagsik (Arburg) und Dr. Cynthia Morais Gomes (BIM).
Auf der Hannover Messe wurde im April der Karrierepreis
«Engineer Powerwoman 2015» verliehen. Damit zeichnet die
Verbindungs- und montage gerechte Bauteilauslegung
Rotheiser, P. A.: Designing Plastic Parts for Assembly. 7. Aufl., Carl Hanser Verlag München, 2014. ISBN 978-1-56990-555-5 Die siebte Auflage in zwanzig Jahren und immer aktuell: Dieses Buch über die Auslegung von Kunststoffteilen im Hinblick auf Verbindung und Montage ist offensichtlich ein Erfolg. Die neue, inhaltlich erweiterte Aus44
gabe behandelt, basierend auf den Grundlagen von Werkstoff und Auslegung, die Teilthemen Schweisstechnik, Pressverbindungen, Filmgelenke, Schnappverbindungen, Kleben und neu auch die werkzeugintegrierte Montage, und zwar in kompakter und praxisorientierter Form, angereichert mit Tipps und erläuternden Auslegungs- und Anwendungsbeispielen. Das in englischer Sprache vorliegende Werk unterstützt vor allem den Konstrukteur mit vielen An regungen, kann aber auch all jenen dienlich sein, die sich einen Einblick in die verbin dungsgerechte Auslegung verschaffen möchten. Selbst der eher wissenschaftlich ausgerichtete Leser dürfte manch interessantes Detail darin finden, über das nachzudenken sich lohnt. www.hanser.de Prof. Johannes Kunz
Deutsche Messe jährlich eine Frau aus, die Herausragendes im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) geleistet hat. Agnes Bagsik, die bei Arburg die Gruppe Technologie-Entwicklung Freeformer leitet, zählte zu den drei Finalistinnen. Die studierte Maschinenbau-Ingenieurin ist Bindeglied zwischen den Bereichen Entwicklung und Kundenanforderungen und kümmert sich um die Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen. Zu ihren Aufgaben bei Arburg zählt die Anpassung der Soft- und Hardware an die jeweiligen Prozesse und Anwendungen. Sie war un-
ter anderem an der Entwicklung eines wasserlöslichen Stützmaterials beteiligt und hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass mit dem Freeformer Serienbauteile entsprechend der Kundenanforderungen individualisiert werden können. Gewinnerin des Karrierepreises ist Dr. Jelena Stojadinovic (Membrasenz), die sich im Finale gegen Bagsik (Arburg) und Dr. Cynthia Morais Gomes (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung BIM) durchsetzte.
www.arburg.com
Haitian wächst weiter Haitian International, einer der weltweit grössten Hersteller von Kunststoffspritzgiessmaschinen, konnte in 2014 wieder rund 27 000 Maschinen im Jahr ausliefern. Der Gesamtumsatz 2014 beträgt 7,56 Mrd. RMB (ca. 1,12 Mrd. EUR) und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 % gestiegen. Der Nettogewinn nach Steuern konnte um 8,2 % auf 1,305 Mrd. RMB (ca. 193,33 Mio. EUR) erhöht werden. Das Exportgeschäft ist um 13,1 % gewachsen und erreichte ein neues Rekordniveau mit 2,331 Mrd. RMB (ca. 345 Mio. EUR). Hauptgrund hierfür sind eigenen Angaben gemäss gestiegene Marktanteile in den «high-level» Kunststoffmaschinenmärk-
ten wie den USA, Korea und Thailand, in denen zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden konnten. Mr. Zhang Jianming, Vorstandsvorsitzender der Haitian International sagt dazu: «Das aus sergewöhnliche Kosten-Nutzen Verhältnis und die nachhaltige Optimierung der eigens entwickelten Kerntechnologien im Zusammenspiel mit qualitativem After Sales Service und unseren Produktionsvorteilen sind die Basis für eine weiterhin kontinuierliche Entwicklung im Jahr 2015 – selbst angesichts einer Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft hin zu einer neuen sichtlich «normalen» Ära. www.haitian.com
www.kunststoffxtra.com 5/2015
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Bild: Albis
Neuer CFO bei Albis Plastic
Kerstin Müller-Kirchhofs
Kerstin Müller-Kirchhofs übernimmt ab sofort die Funktion der Geschäftsführerin Finanzen und Verwaltung (CFO) bei der
Albis Plastic GmbH und der Otto Krahn (GmbH & Co.) KG. Müller-Kirchhofs war zuletzt als CFO für die Air Liquide Deutschland GmbH und zuvor als Wirtschaftsprüferin bei Ernst & Young in Düsseldorf tätig. Sie tritt die Nachfolge von Hans-Jochen Lorenzen an, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt. Er wird der Unternehmensgruppe bis zum Ende des Jahres 2015 zur Verfügung stehen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. www.albis.com
Die AM Expo wird lanciert Die erste AMX, internationale Fachmesse für additive Fertigung (Additive Manufacturing), wird am 20. und 21. September 2016 in Luzern stattfinden. Veranstalterin ist die Messe Luzern. Sie fokussiert sich auf den rasch wachsenden Markt der Serienproduktion. Ein Kick-off-Event erfolgt bereits am 25. Juni 2015. Die AM-Technologien werden heute bereits für 5000er-Serien eingesetzt. Wer insbesondere die Herausforderungen der Serienproduktion meistern will, muss die zahlreichen Möglichkeiten kennen. Hier wird die AM Expo wertvolle Dienste
leisten. An der Fachmesse zeigen Maschinenhersteller und Auftragsfertiger (Dienstleister), was heute möglich ist und verlässlich funktioniert. Der Kick-off-Event nimmt die Positionierung der AM Expo auf und fokussiert sich auf drei Themenblöcke: – Wie kann additive Fertigung Mehrwert schaffen? – Wie realisiert man ein Serienteil mit additiver Fertigung? – Wie kann additive Fertigung in bestehende Prozesse integriert werden? www.am-expo.ch
Fasmed-Jahresbericht Der Jahresbericht 2014 der Fasmed, Dachverband der Schweizerischen Medizintechnikindustrie liegt auf dem Tisch. Er vermittelt Neuigkeiten und Einschätzungen zu den wirtschaftlichen und regulatorischen Ent5/2015
wicklungen, zu den Strategien der Medtech-Firmen in der Schweiz sowie Informationen zu den Aktivitäten und Positionen des Verbands.
Der Spezialist für Industriebauten IE setzt neue Massstäbe. Mit grossem Know-how in der Planung und Realisierung von technisch anspruchsvollen Gebäuden. Mit beispiellosem Fachwissen in der Kunststoffbranche. Und mit einem einzigartigen Qualitätsanspruch, von dem Sie bei jedem Arbeitsschritt profitieren: von der ersten Investitionsidee über die Planung von Betrieb und Logistik bis hin zur baulichen Umsetzung. Für Industriebauten mit Zukunft – engineered by IE. www.ie-group.com
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planen – gestalten – realisieren
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NEWS
Frankenstärke drückt auf Verpackungswirtschaft Die schweizerische Verpackungswirtschaft spürt die Folgen der Frankenstärke: dies zeigt eine online-Umfrage des Schweizerischen Verpackungsinstituts SVI, dem Dachverband der schweizerischen Verpackungswirtschaft, und dem Fachmagazin Pack aktuell. Knapp 73 Prozent der Unternehmen spürten bis heute bereits mehr Druck aus dem Euro-Raum als vor der Wechselkursfreigabe am 15. Januar. Von den rund 27 Prozent, die bis heute noch keinen zusätzlichen Druck verspüren, erwarten rund 81 Prozent, dass sich ein ungünstigeres Geschäftsumfeld noch einstellen wird.
Nur rund 19 Prozent erwarten keinerlei Veränderung. Die häufigsten bisher ergriffenen Massnahmen zur Abfederung der Frankenstärke waren die Aufgabe nicht mehr rentierender Produkte (etwa 20 Prozent), die Verlängerung der Arbeitszeiten (etwa 15 Prozent) und temporäre Lohnkürzungen (etwa 11 Prozent). Bei den Massnahmen, welche die Unternehmen künftig umsetzen wollen, nennen Führungskräfte vor allem die Aufgabe nicht mehr rentierender Produkte (etwa 72 Prozent). An zweiter Position liegt die Verlängerung der Arbeitszeit (etwa 41 Prozent) und an dritter Stelle die
Auslagerung der Produktion (etwa 33 Prozent). Als Massnahmen auf keinen Fall in Frage kommen laut der Umfrage die Auszahlung der Löhne in Euro (etwa 92 Prozent), Einführung von Kurzarbeit (etwa 69 Prozent), temporäre Lohnkürzungen (etwa 61 Prozent) und eine Auslagerung der Produktion (etwa 55 Prozent). Künftige Investitionen sollen am meisten in Prozessoptimierungen (rund 33 Prozent) und Innovationen sowie Produktentwicklungen (rund 30 Prozent) erfolgen. 20 Prozent wollen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden und
rund 17 Prozent in neue Maschinen investieren. Eine knappe Mehrheit der Befragten (etwa 52 Prozent) sieht einen fairen Wechselkurs zwischen 1,20 und 1,30 CHF/ Euro. Mit Kursen zwischen 1,10 und 1,20 CHF/Euro können immerhin rund 30 Prozent der Unternehmen gut leben, nur 6 Prozent halten Kurse von unter 1,10 CHF/Euro für fair. An der online-Umfrage beteiligten sich 54 Unternehmen.
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Für das ZIM Netzwerkprojekt schiedlichen Branchen und re«Medimold – Metall-Direkt- präsentieren die komplette Einspritzen in Verbindung mit Wertschöpfungskette für diesen Bereich. Kunststoff» (Metall-Direct- Molding) laufen die Planungen In der jetzt laufenden Phase I zur Weiterführung in der Phase sind mögliche Anwendungsge2. Das Projekt gehört zu den biete für mögliche Produkte ausgewählten Netzwerken des aufgestellt worden. Die ermitbundesweiten Programms telten Fragestellungen und Po«Zentrales Innovationspro- tenziale für das Auf- oder Eingramm Mittelstand» (ZIM) und spritzen von Metall in Kunstwird vom Bundesministerium stoffbauteile werden in Phase II für Wirtschaft und Energie ge- weitergeführt. In verschiedenen fördert. Folgeprojekten werden die ProZiel dieses Netzwerks ist die blemstellungen untersucht, zu gemeinsame Entwicklung von markttauglichen Produkten enttechnischen Lösungen zur Aus- wickelt und in den Markt geschöpfung des anwenderorien- bracht werden. tierten Potenzials sowie die Ein Ziel für das Netzwerk ist die Beseitigung der bestehenden Erweiterung mit zusätzlichen Defizite beim Metall-Direkt- Partnern. Interessierte Firmen Einspritzen in Verbindung mit oder Forschungseinrichtungen Kunststoff, sowohl bezogen auf haben weiterhin die Möglicheinzelne Prozessschritte als keit, sich an diesem innovatiauch auf die zu verarbeitenden ven Netzwerk zu beteiligen. Werkstoffe an sich. Die 12 beteiligten Netzwerkpartner stammen aus unter- www.medimold.de 5/2015
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01.–05.06.
Kurs: Spritzgiessen optimieren Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
4./5.06.
Kurs: Aufbau und Eigenschaften der Kunststoffe – Kunststoffe mit allen Sinnen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
09.06.
Seminar: Kostenkalkulation von Spritzgiessbauteilen Ort: Essen Veranstalter: Haus der Technik e.V. Hollestr. 1, D-45127 Essen Telefon +49 (0)201 1803-1 information@hdt-essen.de www.hdt-essen.de
09.06.
Tag des Polyurethans Ort: Rapperswil Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung, gemeinsam mit Isotherm Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil Telefon +41 (0)55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch
09.–11.06.
Masterbatch Konferenz Ort: Köln Veranstalter: Applied Market Information Ltd. AMI House, 45-47 Stokes Croft, Bristol, BS1 3QP, UK Telefon +44 (0)117 924 9442 sp@amiplastics.com, www.amiconferences.com
09.–11.06.
parts2clean – Int. Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung Ort: Stuttgart Veranstalter: Deutsche Messe AG D-30521 Hannover Telefon +49 (0)511 89-0 info@messe.de www.parts2clean.de
10.06.
Seminar: Spritzgiessen mit Sonderverfahren Ort: Essen Veranstalter: Haus der Technik e.V. Hollestr. 1, D-45127 Essen Telefon +49 (0)201 1803-1 information@hdt-essen.de www.hdt-essen.de
10.06.
Kurs: Alterungsverhalten von thermoplastischen Polymerwerkstoffen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
11./12.06.
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Kurs: Schadensanalyse an Kunststoffteilen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
15./16.06.
Kurs: Wiederholungskurs Spritzgiessen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch
16.06.
Seminar: Einsatz von Biokunststoffen Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
17./18.06.
wfb – Fachmesse für Werkzeug- und Formenbau Ort: Siegen Veranstalter: Carl Hanser Verlag GmbH &C. KG Kolbergerstrasse 22, D-81679 München Telefon +49 (0)89 99830-522 info@wfb-messe.de, www.wfb-messe.de
18.06.
Module statistiques, outils à disposition Ort: Freiburg Veranstalter: Swiss Plastics Cluster Passage du Cardinal 1, CH-1705 Fribourg Telefon +41 (0)26 429 67 72 verena.huber@hefr.ch, www.swissplastics-cluster.ch
22.–25.06.
Laser World of Photonics Ort: München Veranstalter: Messe München GmbH CH: BTO Solutions Schürch Pflanzschulstrasse 3, CH-8400 Winterthur Telefon +41 (0)44 350 36 02 info@bto-solutions.ch, www.bto-solutions.ch
23.06.
Seminar: Kunststoffe in der Medizintechnik Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
29.06.– 01.07.
Konferenz: Conductive Plastics 2015 Ort: Düsseldorf Veranstalter: Applied Market Information Ltd. AMI House, 45-47 Stokes Croft, Bristol, BS1 3QP, UK Telefon +44 (0)117 924 9442 sp@amiplastics.com, www.amiconferences.com
30.06.
Seminar: Industrielle 3D-Messtechnik Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de
Bild: Pixelio, Gisela Peter
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V E R A N S TA LT U N G E N
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PRODUKTE
ATC XL – Beheizter Testbehälter für PUR- und PIR-Schäume In der Qualitätssicherung grosser Schaumteile, z. B. Instrumententräger oder Autositze, werden Schaumformulierungen direkt in offene Testbehälter gefüllt. Diese haben den Nachteil, dass sie Wärmeverluste haben und ausschliesslich Steigprofilmessungen erlauben. Temperaturkritische PUR- und PIR-Formulierungen können jedoch nur in beheizten Behältern reproduzierbar und produktionsnah getestet werden. Um dies zu ermöglichen, hat Format Messtechnik GmbH den beheizten Testbehälter ATC XL (Advanced Test Container Extra Large) entwickelt, mit dem Proben bis 10l Volumen getestet werden können (Bild). Ausgehend von dem bereits 2007 eingeführten ATC, mit ei-
nem Testvolumen bis 2.5l, ist der ATC XL sowohl am Boden als auch an den Seiten geregelt beheizbar. Er besteht aus einem abnehmbaren Oberteil, in dem der
Schaumprozess stattfindet und einem angeflanschten Unterteil, in dem sich Sensoren zur Messung des Steigdrucks und der dielektrischen Polarisation befinden. Die kreisförmige Öffnung an der Oberseite erlaubt die Messung der Schaumexpansion mittels eines Ultraschall-Abstandssensors. Die Kerntemperatur der Schaumprobe wird mit einem Thermoelement gemessen, welches seitlich durch die Behälterwand eingeführt wird. Der konische Innenraum des ATC XL ist mit einem Trennmittel beschichtet, so dass die Schaumprobe nach dem Versuch nach unten entnommen werden kann. Alle Messdaten werden vom Programm Schaum des Schaumqualifizierungssystems Foamat er-
fasst und verarbeitet. Zusätzlich zu den Messgrössen Steighöhe, Druck, Temperatur und dielelektrische Polarisation wird die Viskosität des Schaums ermittelt. Das grosse Testvolumen und die geregelten Temperaturen des ATC XL liefern Ergebnisse von hoher Reproduzierbarkeit. In Verbindung mit dem Foamat System liefert der ATC XL mehr Informationen über temperaturkritische Schäume als andere Testbehälter.
kann. Die Zweifach-Lagerung mit grossem Stützabstand sorgt für einen stabilen Betrieb und eine hohe Dichtungslebensdauer. Lieferbar ist das Grundgehäuse für alle Durchmesser mit G-, SAEund NPT-Anschlüssen aus Aluminium, C-Stahl, Edelstahl oder Messing für Anschlüsse in den Grössen 1/8" bis 1 1/4". Ausserdem sind elektrische Schleifringe für mehrere Kreisläufe optional erhältlich.
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Eine besondere Herausforderung ist das gleichzeitige Durchführen verschiedener Medien, die sich nicht vermischen dürfen. Das heisst, die Kanäle müssen vollständig voneinander isoliert sein. Um den vielseitigen Anforderungen an eine Mehrwegedrehdurchführung gerecht zu werden, hat Deublin die Entwicklung einer speziellen Drehdurchführung in Modulbauweise vorangetrieben. Das Basis-Doppelanschlussmodul weist in der Standardausführung einen verchromten Rotor auf, der je nach Anwendung zusätzlich gehärtet und geschliffen sein
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Platz. Die Scheibendosierung mit dem Miniblend V ermöglicht echte Volumendosierung und garantiert damit eine sehr hohe Dosiergenauigkeit – selbst bei sehr kleinen Dosiermengen. Drei verschiedene Scheibengrössen sowie Dosiermodule aus verschiedenen Materialien, z.B. Edelstahl oder Glas, und spezielle verschleissfeste Scheiben für harte und abrasive Materialien stehen zur Verfügung. Die Module können schnell und einfach ausgewechselt werden und erlauben so schnelle Farbänderungen. Das Miniblend V ist für die Dosierung von frei und normal fliessendem Material und Micro-Batch ausgelegt. Das Gerät kann über die volumetrischen motan-Steuerungen Volu MC oder Volunet MC (mit Ethernet-Schnittstelle) bedient werden.
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leiden, sondern von ihr profitieren. Die IBZ Schulen für Technik, Informatik und Wirtschaft ermöglichen als anerkannte Höhere Fachschulen durch hundertprozentig berufsbegleitenden Unterricht eine solche praxisnahe Wei-
terbildung, wie zum Beispiel im Bereich Kunststofftechnik. Techniker/-in HF Maschinenbau mit der Vertiefung Kunststofftechnik sind als Bindeglied zwischen Ingenieuren und technischem Personal tätig und arbeiten eng mit der Forschung, Produktion, Marketing und dem Verkauf zusammen. Im siebensemestrigen IBZ Lehrgang werden Kenntnisse aus der Maschinen-, Elektro- oder der Metallindustrie erweitert und auch ergänzt. Durch neue Lernfelder wie Qualitäts- und Projektmanagement,
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Neue Verpackungslösungen im Spritzgiessverfahren Ihr Produktsegment der IML-Automationen hat die Waldorf Technik in den letzten beiden Jahren weiterentwickelt und konsequent ausgebaut. Insbesondere das traditionelle Flaggschiff von Waldorf Technik, der highflex IML Roboter wurde für die zweite Anlagengeneration grundlegend überarbeitet und mit neuen Features ausgestattet. So ist der Flächenbedarf heute etwa 30 % geringer als bisher. Die Automation ist in der Lage, Becher und Deckel mit allen IML-Label-Geometrien zu verarbeiten. Darüber hinaus steht es dem Spritzgiesser völlig frei, die highflex IML Automation für Werkzeuge mit unterschiedlichen Kavitätenzahlen und Kavitätenabständen zu verwenden – und all das mit nur 20 bis 30 Minuten Rüstzeit zwischen zwei unterschiedlichen Produkten. Selbst die Herstellung von innen wie aussen angespritzten Produkten ist im Extremfall auf nur einer highflex IML Automation möglich. Auf der NPE war die Weltneuheit 3D Full Cover IML zu sehen: ein 100 % umlaufend dekorierter Becher mit abgerundeten Bo-
denkanten, hergestellt in einem für den Bediener einfachen Prozess und realisiert mit einem highflex IML Roboter aus dem Standardprogramm. «Die Herstellkosten sind bei 3D Full Cover IML nicht höher als bei konventionellen IML-Bechern, die Attraktivität für den Endverbraucher jedoch ist signifikant höher. Höhere Abverkäufe, bessere Ergebnisse, das ist das direkte Ergebnis für den Lebensmittelhersteller und den Becherlieferanten», erläutert Anja Schopp, Business Development Manager Americas vom Automationshersteller Waldorf Technik, die Vorteile der neuen Technologie. Mit der Reduzierung der erforderlichen Ausrüstung auf Standardkomponenten seien die Investitionen für 3D Full Cover IML niedriger als dies bisher bei vereinzelten Nischenanbietern zu bekommen war. Waldorf Technik GmbH & Co. KG Richard-Stocker-Str. 12 D-78234 Engen Telefon +49 (0)7733 9464-0 www.waldorf-technik.de
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