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ChemieXtra 10_2026

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10/ 2026

Oktober 2026

Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE

VEGA Füllstand- und Druckmesstechnik Zuverlässigkeit für höchste pharmazeutische Ansprüche.

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EDITORIAL

Der Unterhosen-Index

Fällt nicht auf.

Die Vergabe des Ig-Nobelpreises in der Kategorie Bodenkunde hat allgemein ein befreiendes Lachen ausgelöst, doch bleiben auch ernste Fragen. Das Gegenstück zu den bekannten Nobelpreisen sind die Ig-Nobelpreise. Statt herausragende wissenschaftliche Leistungen prämieren sie wissenschaftlich besonders fragwürdige bis nichtsnutzige Unternehmungen. Zum erstenmal wurden die Ig-Nobelpreise in diesem Jahr ausserhalb der USA verliehen, und zwar am 3. September in Zürich. Für eine Forschergruppe aus der Schweiz erfand man sogar eine neue Kategorie: den Ig-Nobelpreis für Bodenkunde. Ihn sicherte sich ein Team um Atlant Bieri, Pia Viviani und Franz Bender von Agroscope, Zürich, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung, sowie Marcel van der Heijden, Professor für Agroökologie und Pflanzen-Mikrobiom-Interaktionen an der Universität Zürich. Als preiswürdig angesehen wurde Ihre Studie «Beweisstück Unterhose», veröffentlicht im Fachjournal «Plants, People, Planet». Dabei vergruben 1’000 Schweizerinnen und Schweizer über 2’000 Baumwollunterhosen in unterschiedlichen Böden und gruben sie zwei Monate danach wieder aus – alles nach einem standardisierten Verfahren. Mit Vorher-nachher-Fotos dokumentierten sie die Zersetzung der Kleidungsstücke. Die Studie ist in mehrfacher Hinsicht als unterirdisch zu bezeichnen. Einige völlig zersetzte Unterhosen auf einer Wäscheleine vermittelten gar den Eindruck eines magischen Rituals. Dennoch folgte das Projekt wissenschaftlichen Prinzipien und lieferte Ergebnisse: stärkste Zersetzung in Privatgärten, weniger stark in landwirtschaftlich genutzten Flächen, am schwächsten in Rasenflächen. Laborergebnisse ergaben Korrelationen zwischen dem Zersetzungsgrad und dem Anteil an organischer Substanz im Boden, so dass ein «Unterhosen-Index» als Masszahl Unterschiede zwischen Böden erfassen und veranschaulichen könnte. Die Berichterstattung über die preiswürdige Studie zur Aufklärung der breiten Öffentlichkeit beigetragen – ein Erfolg. Oder ist es nicht in erster Linie erschreckend, dass man überhaupt zu so drastischen Mitteln greifen muss, um eine solide Basis für Zukunftsdiskussionen über ein nachhaltiges Wirtschaften in der Gesellschaft herzustellen? Auf jeden Fall liefert die vorliegende Ausgabe wesentliche Diskussionsbeiträge, die das grosse Ganze (CO2 als wertvolles Edukt statt als Klimaschädling) ebenso betreffen wie verschiedene kleine Mosaiksteine (z.B. Filtereffizienz, energieeffiziente Wärmepumpentrocknung, avancierte Ölanalytik für einen energieeffizienten Betrieb) – alles interessant für den eigenen Betrieb und für das persönliche Standing in der gesellschaftlichen Diskussion.

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In diesem Sinne eine erspriessliche Lektüre Supporting science. Improving lives.

Christian Ehrensberger c.ehrensberger@sigimedia.ch 10/2026

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CHEMIE Abgase zu Ausgangsstoffen

Ein Chemiker sucht nach Seltenerdmetallkatalysatoren, um aus Kohlenmonoxid Ethylen oder andere Stoffe zu gewinnen und so eine kohlendioxidneutrale Chemie mitaufzubauen.

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BIOWISSENSCHAFTEN

Fokus Atmosphäre

Vermischte Forschungsmeldungen zum Thema Luftverschmutzung: Vom Schiffsverkehr über das Ozon-Problem und Ultrafeinstaub bis hin zur Ausbreitung von Mikroplastik.

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Warum werden wir müde?

Forschende haben Nervenzellpopulationen im Gehirn identifiziert, die während längerer Wachphasen aktiviert werden und für den Schlafdruck entscheidend sind.

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Chemikalien testen – ohne Tierversuche

Wie lassen sich Chemikalien künftig sicher bewerten? Einen wichtigen Schritt markiert die neue Roadmap der EU-Kommission, die jetzt über ein neues Instrument verfügt.

IMPRESSUM

Die Fachzeitschrift für die Chemie- und Laborbranche

www.chemiextra.com Erscheinungsweise 7 × jährlich Jahrgang 16. Jahrgang (2026) Druckauflage 7300 Exemplare ISSN-Nummer 1664-6770 Verlagsleitung Thomas Füglistaler

Herausgeber/Verlag SIGImedia AG Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch www.sigimedia.ch www.chemiextra.com

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Thomas Füglistaler Andreas A. Keller Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch

Redaktion Luca Meister Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 l.meister@sigimedia.ch Dr. Christian Ehrensberger +41 56 619 52 52 c.ehrensberger@sigimedia.ch

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MEDIZIN Biodiversität als Grundlage für neue Medikamente

Im Boden lebende Myxobakterien als Quelle neuer Wirkstoffe: In jahrzehntelanger Arbeit konnten Forschende die biologische Vielfalt der Myxobakterien erheblich erweitern.

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LABOR

SPEKTROSKOP

VERANSTALTUNGEN «Rekord-Filtech» pusht Filtereffizienz

In Köln wurden Luft- und Wasserfiltrationssysteme vorgestellt, die Sicherheitsstandards in Industrien wie Reinraumtechnik, Kontaminationskontrolle und Hygiene entsprechen.

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Abonnemente +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch www.chemiextra.com Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

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PUBLIREPORTAGEN Präparative Chromatographie

Steigende Anforderungen: YMC Europe bietet für moderne Aufreinigungsprozesse ein umfassendes Portfolio für die präparative Chromatographie.

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Aus Wärme wird Kälte

Kühlschränke, Klimaanlagen und Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Strom, und der Bedarf an Kühlung wächst stetig weiter. Über einen interessanten neuen Ansatz.

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VERFAHRENSTECHNIK Massarbeit für Wirkstoffe

SCV Rückblick 2026 der Sektion Oberwallis

Bei ChemCon entstehen auf kleinem Raum pharmazeutische Substanzen mit grosser Wirkung – entwickelt unter strengsten Qualitätsstandards mit hoher Präzision.

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NEUE MATERIALIEN

Das Jahr 2026 ging für die SCV-Sektion Oberwallis im Fluge vorbei. Eine Rückschau über die inspirierenden Veranstaltungen in diesem Jahr, verfasst von Michael Wyer, Präsident.

UMWELT Trockenheit – Risiko für Nitratbelastung

Klimawandel: Der veränderte Wasserkreislauf beeinflusst auch die Nitratbelastung von Böden und die Auswaschung von Nitrat in die Gewässer oder das Grundwasser.

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PRODUKTE

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LIEFERANTEN­ VERZEICHNIS

ChemCon produziert in Freiburg pharmazeutische Wirkstoffe und Feinchemikalien unter GMP-Bedingungen. Für die lückenlose Prozessüberwachung setzt das Unternehmen auf Füllstandund Druckmesstechnik von VEGA. VEGA-Sensoren sichern Filtration, Extraktion und Kristallisation auch unter anspruchsvollen Bedingungen wie ExZonen, aggressiven Medien und engen Platzverhältnissen. Die massgeschneiderten Anlagen verbinden Präzision mit Effizienz. 10/2026

Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

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Präzise Messtechnik für die Wirkstoffproduktion

Oktober 2026

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Es geht ums grosse Ganze: die Chemieproduktion CO2-neutral zu machen, effizienter und klimaverträglich. (Bild: Adpic)

Kleiner Beitrag zu grossem Problem: Schaffung einer CO2-neutralen Chemie

Abgase zu Ausgangsstoffen Der Grazer Chemiker Johann Hlina sucht nach Seltenerdmetallkatalysatoren, um aus Kohlenmonoxid Ethylen oder andere Kohlenwasserstoffe zu gewinnen und so eine kohlendioxidneutrale Chemie mitaufzubauen.

Dr. Christian Ehrensberger Es klingt so einfach: Wir brauchen in chemische Prozesse doch nur immer genauso viel Kohlendioxid hineinzustecken, wie am Ende wieder herauskommt. Schon sind wir CO2-neutral, klimaneutral und können ohne schlechtes Gewissen weiter mit Verbrennermotoren fahren. Grundsätzlich ist das denkbar.

Stoffliche Verwertung von CO2 als Edukt Eine Voraussetzung besteht in der Verwendung des Abgases Kohlendioxid als Ausgangsstoff für Chemikalien, was in vielerlei Reaktionen gelingen kann. Aus Wasserstoff und Kohlendioxid wird Kohlenmonoxid und Wasser (CO + H2O; umgekehrte Wassergas-Shift-Reaktion), der Ausgangsstoff für das Fischer-TropschVerfahren zur Herstellung von Ethylen und einem breiten Gemisch verschiedener Kohlenwasserstoffe. Aus denselben Ausgangsstoffen lässt sich aber auch Ameisensäure herstellen (Hydrierung), ein wichtiges Reduktionsmittel für die Elektro4

Eine grosse Rolle für die Klimabilanz der stofflichen Verwertung von CO2 spielen Wind- und Sonnenkraft sowie «grüner Wasserstoff». (Bild: Adpic)

nik, die Halbleitertechnik und die Photonik. Oder aus Wasserstoff und Kohlendioxid wird Methan (Methanisierung, «power-togas»). Dieses kann als Erdgas-Alternative verwendet werden. Methan lässt sich darüber hinaus, wiederum mit Kohlendioxid, zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff umsetzen (Trockenreformierung). Dieses Synthesegas stellt den

Ausgangspunkt für den Polyurethan-Vorläufer MDI (Methylendiphenylisocyanat) oder andere Isocyanate dar – oder auch für Methanol und verschiedene Kraft­ stoffe. Diese «E-Fuels» könnten am Ende noch Fahrzeuge und Flugzeuge mit Verbrennermotoren vor der kompletten Verdrängung durch ihre Konkurrenz mit Elektromotoren retten. 10/2026


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längst nicht erreicht. Verantwortlich dafür ist vor allem der Energieverbrauch bei der Elektrolyse und bei den vielen chemischen Reaktionen, unter ihnen die genannten primären Umwandlungen von Kohlendioxid (umgekehrte WassergasShift-Reaktion, Trockenreformierung, Hy­ drierung, Power-to-gas). Die Komplexität der Stoffströme macht eine Gesamtoptimierung schwierig. Andererseits gibt es gerade deswegen viele Stellschrauben, an denen man drehen und so Effizienzgewinne erzielen kann. Ob man nun die

Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie verbessert, grössere oder mehr Wasserstoffspeicher zur Verfügung stellt, Elektrolyseure weiterentwickelt, wirkungsvollere oder selektive Katalysatoren design – alles bringt ein bisschen mehr Effizienz, und man darf hoffen: Zusammen wird es für den Kohlenstoffkreislaufschluss reichen.

Effizient zu Methan und Ameisensäure An einem dieser Schräubchen dreht die Technische Universität Freiberg. Sie forscht

Die Rolle der erneuerbaren Energien Damit kann Kohlendioxid am Anfang vieler grundlegender industrieller chemischer Reaktionsketten stehen. Allerdings stellt es zunächst einen Endpunkt dar, den Endpunkt von Verbrennungsprozessen. Darum muss das Kohlendioxid zunächst reduziert werden, wozu wiederum Wasserstoff benötigt wird. Für die erwünschte Klimaneutralität muss dieser Wasserstoff auf dem Stand der Technik durch Elektrolyse erzeugt werden, und die dafür nötige Energien muss im Wesentlichen aus Wind- und Sonnenenergie stammen. Nur durch den Einsatz erneuerbare Energien gelangt man zu «grünem Wasserstoff» und schliesslich zu einer klimaneutralen stofflichen CO2-Nutzung. Und weil Windenergie nicht in der Flaute und Sonnenenergie nicht in der Nacht gewonnen werden können, spielen auch Möglichkeiten zur Energiespeicherung eine wichtige Rolle.

Viele Stellschrauben So macht der Wunsch, Kohlendioxid als Edukt zu verwerten, durch seine Umwandlung in wertvolle Kohlenwasserstoffe fossile Rohstoffe zu ersetzen und damit den industriellen Kohlenstoffkreislauf zu schliessen, ein Riesenfass auf. Idealerweise steckt man nur so viel CO2 in chemische Prozesse hinein, wie am Ende wieder in die Umwelt freigesetzt wird (z.B. als Abgas von Verbrennungen). Dieses Ideal ist aber 10/2026

PRÄZISION

Eine zusätzliche Rolle wächst Seltenen Erden durch die Forschungen einer Arbeitsgruppe an der Universität Graz um Johann Hlina zu: als Katalysator zur Knüpfung von Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen und zum Ersetzen des Sauerstoffs von Kohlenmonoxid durch Wasserstoff. (Bild: Uni Graz/Angele)

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an besonders selektiven Power-to-gasKatalysatoren auf Nickelbasis für die CO2Methanisierung. Als Trägermaterial wird häufig ein Hydrotalcit-basiertes Mischoxid aus Aluminium- und Magnesiumoxid genutzt. Seine Vorteile liegen in einer hohen spezifischen Oberfläche, einer hochdispersen Verteilung der aktiven Nickelzentren und in der Möglichkeit zur Variation der Basizität des Trägermaterials. Zu Beurteilung der Effizienz werden komplexe analytische Verfahren herangezogen. Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) sucht nach geeigneten Lösungsmitteln für die Ameisensäuresynthese . Denn die Auswahl des besten stellt, neben dem Katalysator, einen zentralen Erfolgsfaktor für die ProzessEffizienz dar. Zur Reduzierung des experimentellen Aufwands wird im Vorfeld ein Lösungsmittel-Screening mit einem prädiktiven thermodynamischen Modell inklusive Prozesssimulationen durchgeführt.

Methanpyrolyse mit zehnfacher Effizienz Viel Bewegung auch beim grünen Wasserstoff: Zum Beispiel haben Forscher der Universität Stanford jüngst eine Effizienzsteigerung auf das Zehnfache bei seiner Herstellung durch Methanpyrolyse erzielt . Dabei wird Methan in Wasserstoffgas und festen Kohlenstoff zerlegt. Die Forscher haben dem Reaktor die nötige Wärme, statt von aussen, aus dem Reaktorinneren zugeführt. Dazu nutzten sie einen Brenner, der selektiv einen Teil des Wasserstoffs verbrennt. So werden direkte Kohlenstoffemissionen vermieden, die Reaktion gleichzeitig effizient vorangetrieben, und es entsteht sogar besonders hochwertiger Kohlenstoff.

Neuer Katalysator für CO-Umsetzung Eine Forschergruppe der Universität Graz um Johann Hlina widmet sich der Weiterverarbeitung des Kohlenmonoxids , wie es durch die umgekehrte Wassergas-ShiftReaktion oder die Trockenreformierung aus Kohlendioxid gewonnen wird. Im Fokus stehen die Bildung von KohlenstoffKohlenstoff-Bindungen sowie der Austausch von Sauerstoff durch Wasserstoff; damit entstehen Kohlenwasserstoffe. Dabei sollen, anstelle der gebräuchlichen 6

Man braucht sie für die Windenergie, für Elektrofahrzeuge und für vieles mehr: seltene Erden. (Bild: Adpic)

­ ickel-, Kupfer- oder Rhodium-KatalysatoN ren, Seltenerdmetalle zum Einsatz kommen, um zu einem energieeffizienteren Prozess zu gelangen. Die Grazer Forschergruppe arbeitet mit Metallkomplexen, wobei mehrkernige Metallkomplexe besonders interessant erscheinen. In ihnen arbeiten mehrere Metallzentren in der Art einer kooperativen Reaktivität zusammen: Sie wirken gemeinsam auf ein Molekül ein, wobei die einzelnen Metallzentren unterschiedliche Aufgaben übernehmen (z.B. CO-Molekül in die richtige Position bringen, dort fixieren, gezielt Bindungen schwächen, neue Bindungen vermitteln). Was genau bei der Seltenerdmetall-Katalyse auf der molekularen Ebene geschieht, ist Gegenstand der Forschungen. Denn wer darüber Bescheid weiss, kann schliesslich auch grössere Reaktionen, über den Labormassstab hinaus, gezielt steuern. Als ein besonders spannendes Ziel erscheint Johann Hlina die Herstellung von Ethylen, Ausgangsstoff für Polyethylen, einen der weltweit meistverwendeten Kunststoffe.

Bedeutung von Seltenen Erden wächst Am Ende steht die Erkenntnis, dass nur das Drehen an vielen kleinen Schräubchen uns dem Ziel einer CO2-neutralen Chemie näherbringt. Eine einzige Innovation mit durchschlagender Klimawirkung erscheint eher unwahrscheinlich, und es ist auch nicht so, dass es auf der Hand liegt, was

zu tun ist, und nur durch reaktionäre Kräfte gebremst wird. Es sind noch viele Erkenntnisse zu gewinnen, um insgesamt zu einer effizienteren und klimafreundlichen Chemieproduktion zu kommen. Jede dieser Erkenntnisse bringt uns ein Stück weiter. Insofern sind auch die Forschungen in Graz zur Weiterverwertung von Kohlenmonoxid ein kleiner Beitrag zur Lösung eines grossen Problems. Aus diesen lässt sich als weitere wichtige Erkenntnis ableiten: Die Bedeutung seltener Erden steigt. Denn sie stecken schon in den Permanentmagneten der Generatoren von Windrädern und der Motoren von Elektrofahrzeugen – sämtlich «grüne» Anwendungen. Wenn jetzt auch noch Katalysatoren zur energieeffizienten Herstellung von Ethylen und anderen Kohlenwasserstoffen dazukommen, ist es endgültig an der Zeit, die Versorgung nachhaltig zu sichern. Zurzeit importieren die EU-Staaten 46,8 Prozent der seltenen Erden aus ­China. Ob dieser hohe Anteil auf die Dauer sinnvoll ist?

Literatur 1. https://tu-freiberg.de/fakultaet2/phych/ ag-mertens/co2-hydrierung, Zugriff am 5.9.2026 2. https://www.ltt.rwth-aachen.de/cms/ ltt/forschung/forschung-am-ltt/modellierung-und-design-molekularer-syst/abgeschlossene-projekte/~kpty/verwertungvon-co2-als-kohlenstoff-baust/, Zugriff am 5.9.2026 3. https://www.chemie.de/news/1189753/ stanford-forscher-entwickeln-verbessertes-verfahren-zur-herstellung-von-nachhaltigem-wasserstoff.html?utm_source=newsletter&utm_ medium= ­email&utm_campaign=chemde-2026-09-07--2&mtm_group=chemde&WT. mc_id=ca0259, Zugriff am 11.9.2026 4. Anna Stockhammer: Wie aus Abgasen Rohstoff werden soll. https://scilog.fwf. ac.at/magazin/wie-aus-abgasen-rohstoffwerden-soll, Zugriff am 31.8.2026 5. Statistisches Bundesamt, https://www. destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N023_51.html, Zugriff am 12.9.2026 10/2026


Chemie

Mit Quantenmaterial und Myonenforschung zum Energie-Geheimtipp

Mit Hochdruck zu Hochtemperatursupraleitern Eine Arbeitsgruppe am Paul-Scherrer-Institut (PSI) um den Festkörperphysiker Zurab Guguchia forscht unter Hochdruck an Hochtemperatursupraleitern – und das wortwörtlich: Unter hohem Druck kann ein Quantenmaterial bei einer deutlich höheren Temperatur supraleitend werden als ohne Druck.

Dr. Dirk Eidemüller Dr. Christian Ehrensberger

-QUALIT E C I

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Für ihre neuen Experimente haben Guguchia und sein Team sich ein Material ausgesucht, das durch eine ganze Reihe ungewöhnlicher Quanteneigenschaften besticht. Tantaldisulfid gehört zu einer Klasse von Materialien, die aus extrem dünnen Schichten aufgebaut sind (Abb. 1). Es weist zwar keine Hochtemperatur-Supraleitung auf, bietet aber aufgrund seiner interessanten Eigenschaften spannende Experimentiermöglichkeiten. «Seine chemische Formel klingt denkbar ­einfach, auf ein Tantal-Atom kommen zwei Schwefel-Atome», so Guguchia (Abb. 2). «Aber im Innern ist es ein enorm komplexes Material mit geradezu paradoxen Eigenschaften.» Wenn man Tantaldisulfid auf die richtige Weise herstellt, bilden sich stets abwechselnd zwei Schichten mit unterschiedlicher atomarer Anordnung. «Das führt dazu, dass auch die elektronischen Eigenschaf-

ten dieser beiden Schichten sich völlig gegensätzlich verhalten», erläutert der Forscher. Beide Schichten sind bei hohen Temperaturen metallisch und können

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Neuartige Materialien mit besonderen Quanteneigenschaften sollen Supraleitung künftig auch bei weniger frostigen und leichter erreichbaren Minusgraden möglich machen. Ein Forschungsteam um Zurab Guguchia hat am PSI ein solches Quantenmaterial nun erstmals umfassend charakterisiert. Das ermöglicht ein detailliertes Verständnis dieser Prozesse und erleichtert die Suche nach technologisch nutzbaren Supraleitern. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Nature Communications erschienen. «Gegenwärtig wird weltweit an neuartigen, unkonventionellen Supraleitern g­ eforscht, die auch bei höheren Temperaturen oder bei starken externen Magnetfeldern eine robuste Supraleitung aufweisen», sagt Guguchia, Forschungsgruppenleiter im Zentrum für Neutronen- und Myonenforschung.

TaS2: einfache Formel – im Innern paradox

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Unkonventionelle Supraleiter bei mildem Frost

Abb. 1: Das Quantenmaterial Tantaldisulfid hat paradoxe Eigenschaften: Es besteht aus Schichten, von denen eine beim Abkühlen supraleitend wird, während die andere als Isolator wirkt. Unter Druck verändert sich dieses Zusammenspiel – und das Material wird schon bei rund dreifach höheren Temperaturen supraleitend. (Bild: Studio Hübnerbraun)

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Das hat die Arbeitsgruppe nun mithilfe von Myonen untersucht. Ihre Studie liefert neue Einblicke in die Entstehung unkonventioneller Supraleitung. Damit trägt sie zur Suche nach Supraleitern bei, die bei praxistauglichen Temperaturen funktionieren – eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung energieeffizienter Technologien. Supraleiter gelten schon lange als Geheimtipp für die Energiewirtschaft der Zukunft. Sie können elektrischen Strom ohne Widerstand leiten, deshalb entfallen sowohl Leitungsverluste als auch Abwärme. Doch bislang kommen Supraleiter nur in Spezialfällen zum Einsatz, etwa bei den immens starken Magnetspulen von Teilchenbeschleunigern wie dem LargeHadron-Collider am Cern. Denn Supraleiter müssen gut gekühlt sein, bei manchen Materialien sogar auf extrem tiefe Temperaturen.

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Chemie

Elektronen leiten. Beim Abkühlen geschieht nun etwas Sonderbares: Die eine Schicht wird zum Isolator, während die andere supraleitend wird. Das Tantaldisulfid leitet den Strom in der supraleitenden Schicht dann nur in einer Ebene, weil die isolierenden Schichten keine Elektronen hindurchlassen. Doch wenn man das Material extrem tief herunterkühlt, bis auf nur gut ein Grad über dem absoluten Temperatur-Nullpunkt, geschieht etwas Ungewöhnliches: «Auf einmal wird das ganze Material supraleitend, die isolierenden Schichten werden also auch leitend und nehmen an der Supraleitung teil», so Guguchia. Setzt man das Material unter hohen Druck, dann steigt sogar die Temperatur, bei der dies passiert. Der genaue Grund dafür war bislang nicht bekannt, weil das Zusammenspiel der Elektronen auf atomarer Ebene nicht gut verstanden ist.

Myonen liefern tiefen Einblick ins Material Genau hier setzen die Experimente des PSI-Teams an. Ein wichtiges experimentelles Verfahren stellt dabei die sogenannte Myonenspinspektroskopie dar.

Abb. 2: Dr. Zurab Guguchia ist experimenteller Festkörperphysiker mit Schwerpunkt auf Myonenspinrotation und Magnetotransport unter extremen Bedingungen. Er leitet eine Forschungsgruppe, die darauf spezialisiert ist, konkurrierende Quantenphasen – Supraleitung, Magnetismus und Ladungsordnung – mithilfe von Parametern wie Druck, Zug und starken Magnetfeldern aufzudecken und zu steuern. Im Jahr 2026 erhielt er den ICSM2026 International Career (Lifetime) Achievement Award on Superconductivity für seine herausragende Arbeit an neuartigen supraleitenden Materialien. (Bild: PSI/Markus Fischer)

Abb. 3: Der PSI-Forscher Dr. Hubertus Luetkens am GPS-Myoninstrument, das unter anderem zur Untersuchung von Supraleitung, Quantenmagnetismus oder neuartigen Materialien für die Elektronik dient. (Bild: PSI/Markus Fischer)

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Myonen sind Elementarteilchen – ähnlich wie Elektronen, aber etwa 200-mal schwerer und mit einer Lebensdauer von nur wenigen Millionstelsekunden. Lässt man sie gezielt in Materialien eindringen, reagieren sie äusserst empfindlich auf die magnetischen Eigenschaften ihrer Umgebung. Damit können Forschende auf kleinster Grössenskala untersuchen, was im Inneren eines Materials geschieht. Das PSI betreibt mit der Schweizer M ­ yonenquelle SμS die weltweit stärkste M ­ yonenquelle. «Da Myonen aussergewöhnlich empfindliche Sonden für magnetische und supraleitende Eigenschaften sind, können wir hier am PSI einzigartige Einblicke in magnetische Materialien gewinnen», sagt Guguchia. Das Team hat neben den Myonenmessungen auch andere Verfahren genutzt, um zu untersuchen, wie sich die Elektronen im Material bewegen. Die Kombination dieser Techniken ermöglichte einen Durchbruch im Verständnis von Tantaldisulfid.

Was Druck im Material bewirkt Dazu führten die Forschenden eine Versuchsreihe durch, bei der sie das Material unter verschieden hohen Druck setzten und das Verhalten der Elektronen im Material bei sehr tiefen Temperaturen analysierten. Dabei spielen gleich zwei Faktoren eine Rolle. Bei sehr hohem Druck – etliche hundert Mal höher als in einem Autoreifen – werden die Kristallebenen von Tantaldisulfid stark zusammengequetscht. Das führt erstens dazu, dass die supraleitenden Schichten näher miteinander in Kontakt kommen, sodass die trennende, isolierende Atomlage weniger störend wirkt. Und zweitens wird ein Teil der Elektronen in der isolierenden Schicht freigesetzt und kann dann ebenfalls an der Supraleitung teilnehmen. «Hoher Druck sorgt aufgrund dieser Effekte dafür, dass Tantaldisulfid bei rund dreifach höheren Temperaturen in allen drei Dimensionen supraleitend wird», fasst Guguchia die Messungen zusammen. Ausserdem stieg die Anzahl der Elektronen, die an der Supraleitung teilnahmen, um den Faktor sieben. «Druck erhöht also nicht nur die Temperatur, bei der Supraleitung auftritt, sondern verändert auch die eigentliche Natur des supraleitenden Zustands», so der Forscher. «Er verändert die Art und Weise, 10/2026


Chemie

wie sich Elektronen zu Paaren verbinden und sich gemeinsam durch das Material bewegen, was zu einer robusteren Form der Supraleitung führt.»

Supraleitung unter alltags­tauglicheren Bedingungen Diese präzisen Ergebnisse sind eine wertvolle Hilfe für die theoretischen Physikerinnen und Physiker, um solche Quantenmaterialien künftig besser beschreiben zu können. Damit will man dem Fernziel näherkommen: massgeschneiderte Materialien, die bei hohen Temperaturen – im Optimalfall bei Raumtemperatur – und unter Atmosphärendruck supraleitend sind. Der Weg zu diesem Ziel birgt noch einige Herausforderungen, doch die Forschung kommt voran. «Durch die Untersuchung wichtiger Quantenmaterialien wollen wir die grundlegenden Mechanismen aufdecken, die der Supraleitung zugrunde liegen», so Guguchia. «Damit wollen wir Wege finden, um die Temperaturen zu optimieren, bei denen Supraleitung eintritt.»

«Gegenwärtig wird weltweit an neuartigen, unkonventionellen Supraleitern geforscht, die auch bei höheren Temperaturen oder bei starken externen Magnetfeldern eine r­ obuste Supraleitung aufweisen.» Dr. Zurab Guguchia, Zentrum für Neutronen- und Myonenforschung am Paul-Scherrer-Institut (PSI)

In Zukunft werden die Forschenden am PSI noch tiefer in die faszinierende Welt supraleitender Quantenmaterialien vordringen können (Abb. 3). Denn nach einem Upgrade der Myonenquelle im Rahmen des Impact-Projekts (Isotope and Muon Production using Advanced Cyclotron and Target technologies) in den kommenden Jahren werden hundertfach stärkere Myonenstrahlen zur Verfügung stehen. Auch leitet das PSI den Nationalen Forschungsschwerpunkt Muoniverse. Dieser bündelt aufbauend auf der Myonenquelle des PSI im Projektverbund die Myonenforschung führender Einrichtungen in der Schweiz. «Wir freuen uns schon auf die Perspektiven, die sich durch diese beiden Entwicklungen bieten», schliesst Guguchia. «Denn gerade für die Arbeit an supraleitenden Quantenmaterialien eröffnet das ungeahnte experimentelle Möglichkeiten.»

Prozessverbesserung ermöglicht eine schnellere Markteinführung. Durch die Optimierung von Prozessen vom Labor bis zur Produktion helfen wir Unternehmen aus dem Bereich der Life-Sciences, ihre Produkte schneller auf den Markt zu bringen. Wir bieten ein komplettes Portfolio für GMPregulierte Ein- und Mehrwegprozesse und bieten Messinstrumente, technische Unterstützung und einen nahtlosen Technologietransfer für eine höhere Produktivität und ein geringeres Risiko.

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B iowissenschaften

Wie Nervenzellen das Schlafbedürfnis steuern

Warum werden wir müde? Warum werden wir nach langem Wachsein unweigerlich müde? Eine Forschungsgruppe am Biozentrum der Universität Basel hat Nervenzellpopulationen im Gehirn identifiziert, die während längerer Wachphasen aktiviert werden und für den Schlafdruck entscheidend sind. Die Ergebnisse liefern neue Einblicke darin, wie das Gehirn den Bedarf an Schlaf reguliert.

Nach einem langen Tag oder einer schlaflosen Nacht wird das Bedürfnis zu schlafen beinahe unwiderstehlich. Dieser zunehmende Schlafdruck sorgt dafür, dass auf längere Phasen des Wachseins ein tieferer und längerer Erholungsschlaf folgt. Obwohl Schlaf für das Überleben unverzichtbar ist, war bislang weitgehend unklar, wie das Gehirn die Dauer des Wachzustands erfasst und daraus den Bedarf an Schlaf ableitet. Das Team von Prof. Alex Schier am Biozentrum der Universität Basel hat gemeinsam mit Forschenden des Beth Israel Deaconess Medical Center und der Auburn University nun spezifische Nervenzellpopulationen in Mäusen entdeckt, die für das ausbalancierte Zusammenspiel von Schlaf und Wachheit entscheidend sind. «Wir haben neuronale Populationen identifiziert, die längere Wachphasen registrieren und den Schlaf aktiv fördern. Dies ist ein wichtiges Puzzleteil, um zu verstehen, warum wir müde werden», so Schier.

Neuronaler Schaltkreis des Schlafdrucks kartiert Um die beteiligten Hirnregionen zu identifizieren, verglichen die Forschenden die Gehirnaktivität während normaler SchlafWach-Zyklen, nach Schlafentzug und während des anschliessenden Erholungsschlafs. Die computergestützte Auswertung der umfangreichen Ganzhirndaten übernahm das Center for Data Analytics der Universität Basel. Die Forschenden identifizierten Hirnregionen, deren Aktivität die Dauer des Wachseins widerspiegelte. In einer dieser Regionen entdeckten die Forschenden zwei verschiedene Nervenzellpopulationen, die den Schlafdruck beeinflussen: GABAerge und serotonerge Neuronen im Hirnstamm. 10

Über Schlafstörungen hinaus könnten die Ergebnisse auch helfen zu erklären, wie das Gehirn mit längeren Wachphasen und anderen physiologischen Belastungen umgeht. (Bild: Shutterstock)

Die Aktivität dieser beiden Nervenzellarten nahm mit zunehmender Wachdauer zu und sank nach dem Einschlafen wieder. Anschliessend untersuchten die Forschenden, ob diese beiden Nervenzelltypen den Schlafbedarf lediglich widerspiegeln oder ihn tatsächlich erzeugen. Wurden die Nervenzellen gemeinsam aktiviert, schliefen die Mäuse länger und tiefer und zeigten eine Art Erholungsschlaf, der längeren Wachphasen folgt. Wurden die Zellen hingegen gehemmt, schliefen die Tiere deutlich weniger und blieben deutlich länger wach und aufmerksam. «Diese Nervenzellen signalisieren also nicht nur, dass ein Tier lange wach war», erklärt Alex Schier. «Unsere Experimente zeigen, dass sie entscheidend dazu beitragen, den Schlaf zu fördern, und dass sie möglicherweise zentrale Bestandteile des neuronalen Netzwerks sind, das den Schlafdruck erzeugt.» Die Ergebnisse liefern damit einen der bislang deutlichsten

Nachweise, dass spezifische wachaktive Nervenzellen den Schlafdruck steigern und nicht lediglich auf Wachheit reagieren.

Ein neuronaler Schaltkreis macht Schlaf unausweichlich Ein weiteres Experiment zeigte, dass eine langfristige Hemmung der beiden Nervenzellpopulationen – GABAerge und serotonerge Neuronen – das Schlafbedürfnis deutlich verringerte. Die Mäuse schliefen rund 70 Prozent weniger als gewöhnlich. Überraschend dabei: Die meisten Tiere zeigten dennoch keine schweren Verhaltensstörungen, die normalerweise mit Schlafentzug einhergehen. Mit anderen Worten: Diese Nervenzellen bestimmen offenbar nicht nur, wie viel die Tiere schlafen, sondern auch, wie stark ihr Bedürfnis nach Schlaf wächst. Zu verstehen, wie das Gehirn Schlafdruck erzeugt, eröffnet völlig neue Möglichkeiten für die Schlafforschung. «Künftige Studien 10/2026


B iowissenschaften

Neue Perspektiven für die Schlafforschung

Schlaffördernde Neuronen (grün) und kürzlich aktivierte Neuronen (magenta) im Mausgehirn. (Bild: Universität Basel)

könnten zeigen, wie diese Nervenzellen mit dem übrigen Gehirn zusammenarbeiten und wie Schlafdruck auf molekularer Ebene entsteht», sagt William Joo, Erstautor der Studie. «Da wir das Schlafverhalten gezielt verändern können, können wir­

nun untersuchen, wie sich Organismen an langfristigen Schlafmangel anpassen. Das könnte neue Wege aufzeigen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schlafentzug und anderen physiologischen Belastungen zu verbessern.»

Zusammengefasst zeigt die Studie, dass spezifische neuronale Populationen wie GABAerge und serotonerge Neuronen sowohl durch längere Wachphasen aktiviert werden als auch den Schlafdruck fördern. Ein besseres Verständnis der neuronalen Schaltkreise, die Schlaf zunehmend unausweichlich machen, ist ein zentrales Ziel der Schlafforschung. Über Schlafstörungen hinaus könnten die Ergebnisse auch helfen zu erklären, wie das Gehirn mit längeren Wachphasen und anderen physiologischen Belastungen umgeht und langfristig zu neuen therapeutischen Ansätzen inspirieren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature publiziert.

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B iowissenschaften

Eine Brieftaube wird von einem Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung freigelassen. (Bild: Christian Ziegler, MaxPlanck-Institut für Verhaltensbiologie)

Bisher unbekannter Navigationsmechanismus entdeckt

Der innere Kompass der Tauben Tauben besitzen Immunzellen in der Leber, die mit Eisen angereichert sind. Diese helfen den Tieren, sich im Erdmagnetfeld zu orientieren. Die Ergebnisse deuten auf einen neuen Zusammenhang zwischen Immunität und Sinneswahrnehmung bei Vögeln und möglicherweise auch anderen Tierarten hin.

Wie Tauben Hunderte von Kilometern fliegen und dennoch den Weg nach Hause finden, fasziniert die Menschen seit langem. Nun sagen Forscher, dass eine überraschende Antwort möglicherweise nicht im Gehirn oder in den Augen der Vögel, sondern in der Leber verborgen liegt. Eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie legt nahe, dass spezielle Zellen in der Leber von Tauben das Erdmagnetfeld wahrnehmen können und den Vögeln so einen inneren Kompass geben. Diese speziellen Zellen, sogenannte «Makrophagen», sind Immunzellen, die alte rote Blutkörperchen abbauen. Dabei reichern sie Eisen an, was ihnen Quanteneigenschaften verleiht, die es ihnen möglicherweise ermöglichen, auf Magnetfelder zu reagieren. Ohne diese intakten Zellen können Tauben nicht nach Hause navigieren. «Wir hatten überhaupt nicht erwartet, dass Immunzellen wie Sensoren für 12

­ agnetfelder wirken», sagt Christian M Kurts, Direktor des Instituts für Molekulare Medizin und Experimentelle Immunologie des Universitätsklinikums Bonn und einer der Co-Seniorautoren der Studie. «Unsere Ergebnisse enthüllen einen bisher unbekannten Mechanismus der magnetischen Wahrnehmung bei Tieren.» – «Was bei der Navigation von Vögeln wie ein Bauchgefühl aussieht, könnte tatsächlich eine physikalische Grundlage haben», fügt Martin Wikelski hinzu, Direktor am Max-PlanckInstitut für Verhaltensbiologie und der andere Co-Seniorautor der Studie. Seit Jahrzehnten wissen Forschende, dass Zugvögel und Brieftauben sich bei der Navigation teilweise auf das Erdmagnetfeld stützen. Doch wie genau sie dieses wahrnehmen, bleibt eines der ungelösten Rätsel der Biologie. Konkurrierende Theorien gehen davon aus, dass Vögel Magnetfelder durch lichtempfindliche Moleküle im Auge «sehen»

oder sie mithilfe winziger magnetischer Partikel im Schnabel wahrnehmen könnten. Keine dieser Theorien konnte bisher überzeugende experimentelle Belege liefern. Die neue Studie schlägt einen anderen Mechanismus für die magnetische Wahrnehmung vor, gestützt durch eine Kombination aus Labortests und Verhaltensexperimenten. Eine Gruppe aus Immunologen der Universität Bonn und Physikern der Universität Duisburg-Essen arbeitete mit Ornithologen des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie zusammen.

Ort der Magnetwahrnehmung Um festzustellen, wo sich bei Tauben magnetische Zellen befinden, nutzten die Forschende Techniken wie die «Vibrating-Sample-Magnetometrie» und die «magnetische Zellseparation», um Organe zu untersuchen, von denen angenommen wird, dass sie an der Magnetwahrnehmung b ­ eteiligt sind, da10/2026


B iowissenschaften

Brieftauben ohne Makrophagen fanden an sonnigen Tagen (orange) erfolgreich den Weg nach Hause, an bewölkten Tagen (blau) jedoch nicht. (Bild: Martin Wikelski, Max Planck)

Von der Wahrnehmung bis zur Navigation

Eine elektronenmikroskopische Aufnahme von Lebergewebe zeigt Makrophagen (blau) in Kontakt mit einer Nervenfaser (gelb). Dadurch können diese «magnetische» Informationen an das Gehirn der Taube weiterleiten. (Bild: Lisowski et al., 2026, Science)

runter Augen, Schnabel und Gehirn. Sie untersuchten auch Leber und Milz. «Wir hatten einige Hinweise darauf, dass Leber und Milz magnetische Eigenschaften besitzen, da sie rote Blutkörperchen abbauen und somit viel Eisen im Körper speichern», sagt Erstautorin Clivia Lisowski von der Universität Bonn und dem Universitätsklinikum Bonn, die die immunologischen Untersuchungen leitete. Die Ergebnisse stützten diese Annahme. Von allen untersuchten Geweben wies die Leber die höchste Eisenkonzentration auf. «Eisen ist in Oxid-Nanopartikeln kristallisiert, was die Zellen superparamagnetisch macht und sie auf Magnetfelder reagieren lässt. Die mit Abstand stärkste magnetische Reaktion haben wir in der Leber gemessen», fügt Ulf Wiedwald von der Universität Duisburg-Essen hinzu. Weitere Analysen identifizierten Makrophagen in der Leber als die verantwortlichen Zellen. 10/2026

Um zu testen, ob Lebermakrophagen eine Rolle bei der Navigation spielen, führte die ornithologische Gruppe Experimente an Tauben durch, die darauf trainiert waren, aus Entfernungen von über zwanzig Kilometern zu ihrem Taubenschlag am MaxPlanck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz zurückzukehren. Ohne die Makrophagen verloren die Tauben an bewölkten Tagen, an denen die Sonne verdeckt war, ihren Orientierungssinn. Wenn die Sonne jedoch sichtbar war, navigierten die Tauben erfolgreich nach Hause. Wahrscheinlich orientierten sie sich am Stand der Sonne. Die Ergebnisse demonstrieren, wie Vögel neben der Sonnenausrichtung auch die magnetische Wahrnehmung zur Navigation nutzen. Die Forschenden untersuchten zudem, wie Signale aus der Leber weitergeleitet werden könnten. Elektronenmikroskopische Untersuchungen zeigten, dass die eisenreichen Makrophagen in der Nähe von Nervenfasern sitzen, was auf einen Weg hindeutet, über den magnetische Informationen das Gehirn erreichen.

Navigation von Tieren ist eines der faszinierendsten Phänomene in der Natur», sagt Wikelski. «Wenn Immunzellen Teil der Richtungswahrnehmung von Vögeln sind, würde dies unser Verständnis von Navigation grundlegend verändern.» Viele Fragen bleiben offen, insbesondere wie Signale dieser Zellen im Gehirn verarbeitet werden. Über Vögel hinaus könnten diese Erkenntnisse Auswirkungen auf Tiere wie Haie haben, die ohne Licht navigieren. Es ist möglich, dass andere Tiere und vielleicht sogar Menschen auf Magnet­ felder auf bisher noch nicht verstandene Weise reagieren. www.mpg.de

Neues Verständnis von Navigation Die Studie verbindet bekannte biologische Prozesse, darunter den Eisenstoffwechsel und die Kommunikation zwischen Immun- und Nervensystem, zu einer klaren Antwort auf die grundlegende Frage, wie Tiere navigieren. «Diese Ergebnisse liefern den ersten Beweis dafür, wie das Erdmagnetfeld im Körper wahrgenommen und an das Gehirn weitergeleitet werden kann, um die Bewegung zu steuern», erklärt Lisowski. «Die 13


Labor

Ein wichtiges Instrument innerhalb eines Next Generation Risk Assessment (NGRA), um Datenlücken zu schliessen und Tierversuche zu vermeiden, ist Read-Across. Dabei werden Daten einer gut untersuchten Chemikalie auf eine ähnliche, weniger gut untersuchte Chemikalie übertragen – vorausgesetzt, ihre Struktur, Eigenschaften und Wirkmechanismen sind ausreichend vergleichbar. (Bild: Fraunhofer ITEM/Ralf Mohr)

Neue Wege der Risikobewertung

Chemikalien testen – ohne Tierversuche Wie lassen sich Chemikalien künftig sicher bewerten? An dieser Transformation arbeitet die europäische Forschungsgemeinschaft mit Hochdruck. Einen wichtigen Schritt hin zur regulatorischen Umsetzung markiert die neue Roadmap der EU-Kommission zum schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen in der Sicherheitsbewertung von Chemikalien. Hierzu wurde ein spezifisches Instrument entwickelt.

Die Europäische Union verfolgt seit Langem eine Politik, die auf den Ersatz, die Verringerung und die Verbesserung von Tierversuchen (3R-Prinzip) abzielt. Um das ethische Prinzip der 3R umzusetzen, hat die Europäische Kommission jetzt einen Fahrplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen bei der Sicherheitsbewertung von Chemikalien veröffentlicht. Der ASPA-Workflow (Alternative Safety Profiling Algorithm) ist dabei ein zentrales, strukturiertes Instrument für eine risikobasierte Bewertung gänzlich ohne Tierversuche. Er ist eines der konkretesten wissenschaftlichen Konzepte in der modernen Risikobewertung, dem sogenannten Next Generation Risk Assessment (NGRA), in welchem Methoden und Software-Lösungen entwickelt wurden, um diese Roadmap in der Praxis umzusetzen. Der Work14

flow wurde vom ASPIS-Cluster entwickelt, einem Zusammenschluss der EU-Projekte «Ontox», «PrecisionTox» und «Risk-Hunt3R».

Entscheidungsalgorithmus für moderne Risikobewertung «Der ASPA-Workflow ist ein transparenter, reproduzierbarer und modular aufgebauter Ansatz für das tierversuchsfreie Next Generation Risk Assessment von Chemikalien. Mit ihm bewerten wir chemische Risiken anhand tierversuchsfreier In-silico- und Invitro-Methoden», sagt Dr. Sylvia Escher, Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM). «Mit ASPA führen wir biologische Aktivitätsdaten aus verschiedenen neuen Methodenansätzen (New Approach Methodologies, kurz NAMs), Informationen zur Aufnahme und Exposition des Menschen

sowie toxikologische Mechanismen transparent zusammen, um wissenschaftlich fundierte und regulatorisch nachvollziehbare Sicherheitsbewertungen ohne Tierdaten zu ermöglichen und das Risiko von Chemikalien anhand der drei Hauptsäulen Toxikokinetik (Absorption, Distribution, Metabolismus, Exkretion), Hazard (Gefahr) und Exposition reproduzierbar zu bewerten.» NAMs gelten als Schlüsseltechnologien für die zukünftige Sicherheitsbewertung von Chemikalien. Dazu gehören unter anderem humanrelevante zelluläre Testsysteme, also In-vitro- und Ex-vivo-Modelle, sowie computergestützte Modelle. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für das NGRA. Der ASPAWorkflow hilft bei der Sicherheitsbewertung. Er umfasst etwa 55 Bewertungselemente und bietet damit eine mehrstufige, modulare Strategie für die Risikoanalyse. 10/2026


Labor

Ziel von ASPA ist es, Sicherheitsbewertungen für den Empfänger – etwa eine Zulassungsbehörde – vollständig nachvollziehbar zu machen, indem aufgezeigt wird, welche Schritte und Entscheidungen zum Endergebnis geführt haben. ASPA verlangt eine präzise Begründung von Zwischenentscheidungen, was mit einer kontinuierlichen Bewertung von Unsicherheiten einhergeht. Dieser komplexe Ablauf wird durch die Software «ASPA-assist» unterstützt, die den Anwender Schritt für Schritt durch die 55 Bewertungsmodule von ASPA führt und den Berichterstattungsprozess auf reproduzierbare und standardisierte Weise erleichtert.

Mit computergestützten Modellen beschreiben Das Fraunhofer ITEM hat im ASPA-Workflow verschiedene Aspekte vorangetrieben, unter anderem die Entwicklung von toxikokinetischen PBK-Modellen (Physio­ logisch-Basierte Kinetik). Diese mathe­ matischen Computermodelle aus der Pharmakologie und Toxikologie bilden den menschlichen Körper ab, um zu berechnen, wie Chemikalien aufgenommen, verteilt, verstoffwechselt und ausgeschieden (ADME, kurz für Absorption, Distribution, Metabolismus, Exkretion) werden. Kinetische Modelle übersetzen diese Prozesse also quasi in mathematische Formeln und stützen sich dabei auf anatomische und physiologische Daten sowie auf stoffspezifische ADME-Parameter. Das Fraunhofer-PBK-Modell adressiert insbesondere inhalierbare Stoffe, also Gase oder auch Aerosole aus Partikeln (Tröpfchen und Feststoffe). Bisherige PBK-Modelle zur inhalativen Aufnahme sind entweder auf Gase und Dämpfe oder auf luftgetragene Partikel ausgelegt und bilden die verschiedenen Regionen der Lunge nur vereinfacht ab. Zudem ist Dr. Sylvia Escher in Zusammenarbeit mit weiteren Teams am Fraunhofer ITEM in der Lage, mittels luftgetragener Exposition die notwendigen spezifischen ADME-Parameter für die Aufnahme, den Metabolismus und die Exkretion experimentell zu generieren. «Wir untersuchen beispielsweise, was die Toxizität verursacht und um welche Art von Toxizität es sich handelt. Das bestimmen wir in In-vitro-Modellen, mit denen wir biologische Prozesse messen können. 10/2026

Das Next Generation Risk Assessment (NGRA) kombiniert moderne In-vitro-Methoden, computergestützte Modelle und weitere sogenannte New Approach Methodologies (NAMs), um Chemikalien und Arzneimittel wissenschaftlich fundiert zu bewerten und den Einsatz von Tierversuchen schrittweise zu reduzieren. (Bild: Fraunhofer ITEM/mit KI erstellt)

Mithilfe der PBK-Modelle lassen sich Ergebnisse aus In-vitro-Testsystemen besser auf reale Expositionssituationen des Menschen übertragen. Wir rechnen in der Petrischale gemessene Dosen in realistische Dosen im menschlichen Körper um», erklärt Escher.

Von der Forschung in die regulatorische Praxis Fallstudien sind notwendig, um ASPA und die In-vitro- und In-silico-Modelle in der Praxis zu erproben und deren Unsicherheiten zu erkennen. Für eine OECD-IATAFallstudie, die verschiedene Methoden und Datenquellen in einem integrierten Bewertungsansatz vereint, kombinierten Forschende am Fraunhofer ITEM Hochdurchsatz-In-vitro-Assays mit biokinetischer Modellierung und Methoden des Maschinellen Lernens zur Priorisierung potenziell systemisch toxischer Sub­ stanzen. Ziel war es, Substanzen mit hoher systemischer Toxizität frühzeitig zu identifizieren und für weiterführende Bewertungen zu priorisieren. Für die Risiko­ bewertung nutzten die Forschenden umfangreiche Omics-Daten, um biologische Aktivitätsprofile der untersuchten Substanzen zu erfassen. Diese hochdimensionalen Daten ermöglichten es, Veränderungen auf zellulärer und molekularer Ebene systematisch auszuwerten und

besonders prädiktive Merkmale für die Identifizierung potenziell toxischer Substanzen zu bestimmen. Die OECD-IATAFallstudie zeigt exemplarisch, wie sich moderne datenbasierte Ansätze für regulatorische Entscheidungsprozesse nutzbar machen lassen. Dabei ist das Ziel nicht ein sofortiges Verbot aller Tierversuche, sondern ein koordinierter regulatorischer Übergang. Die EU-Kommission nimmt offiziell ­Methoden und Konzepte auf, die vor allem aus Forschungsprojekten wie ­Risk-Hunt3R kommen. «Für die Forschungsgemeinschaft ist die regulatorische Akzeptanz ein entscheidender Schritt. Viele NAMs gibt es schon lange, sie sind wissenschaftlich weit entwickelt. Die eigentliche Hürde ist, diese Modelle weiter zu validieren, sodass Behörden sie akzeptieren und in regulatorische Prozesse integrieren», so die Forscherin. Die neue EU-Roadmap unterstreicht die strategische Ausrichtung des Fraunhofer ITEM im Bereich NGRA. Das Institut arbeitet seit Jahren an humanrelevanten Modellen, inhalationstoxikologischen Fragestellungen, PBK-Modellen sowie datenintegrierten Ansätzen für die regulatorische Risikobewertung.

www.item.fraunhofer.de 15


SPEKTROSKOP

ARKTIS-SCHIFFFAHRT: VERBORGENE ATMOSPHÄRISCHE KOSTEN Der wachsende Schiffsverkehr in der Arktis stellt eine versteckte atmosphärische Belastung dar. Die dortige Schifffahrt verursacht nicht nur Emissionen, sondern beeinflusst auch die Bildung klimarelevanter Wolken. Dadurch können sich regionale Wetter- und Klimaprozesse weit über die Polarregion hinaus verändern. Eine Studie zeigt, dass diese Effekte bislang unterschätzt wurden und in Klimamodellen besser berücksichtigt werden sollten. www.epfl.ch

Gemäss Forschenden beeinflussen Schiffsemissionen in der Arktis die klimarelevante Wolkenbildung und Klimaprozesse weit über die Region hinaus. (Bild: EPFL)

OZON-PROBLEM NOCH NICHT GELÖST Trotz besserer Luftqualität wird der Ozon-Grenzwert im Sommer am Boden regelmässig überschritten. Sonniges und trockenes Wetter, wie es wegen des Klimawandels in der Schweiz häufiger wird, verstärkt die Belastung. Und das Ozonloch in der Stratosphäre schliesst sich trotz des Verbots von Fluorchlorkohlenwasserstoffen ende der 1980er Jahre nur langsam. Um die negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Vegetation und Klima zu verringern, sind weiterhin Massnahmen und eine globale Überwachung nötig, wie ein neues Faktenblatt der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz aufzeigt. https://scnat.ch

ULTRAFEINSTAUB: VORZEITIGE TODESFÄLLE KARTIERT Ultrafeinstaub, das sind ultrafeine Partikel, die kleiner als 100 Nanometer und für das blosse Auge unsichtbar sind, trägt weltweit erheblich zur Sterblichkeit bei. Forschende schätzen, dass weltweit jährlich 1,99 Millionen Menschen an Ultrafeinstaub vorzeitig sterben. Das sind etwa fünf Prozent aller Todesfälle durch nicht-übertragbare Krankheiten, von welchen rund die Hälfte auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen entfällt. Die Forschenden plädieren daher für verbindliche Grenzwerte. An der Studie waren auch Kardiologen beteiligt. www.mpic.de

AUSBREITUNG VON LANDFLÄCHEN AUS HÖHER ALS VOM OZEAN Die Atmosphäre ist ein wichtiges Transportmedium, das Mikroplastik selbst in die entlegensten Weltgegenden trägt. Dieses kann eingeatmet werden und stellt ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar. Es kann sich auch aus der Atmosphäre absetzen und Meere und Böden weltweit kontaminieren. Eine neue Studie schätzt die Mikroplastikemissionen von landbasierten und ozeanischen Quellen in die Atmosphäre ab, basierend auf globalen Messdaten und Modellsimulationen. Die Ergebnisse: An Land werden über 20-mal mehr Mikroplastikpartikel emittiert als vom Ozean. www.univie.ac.at 13 69

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Digitalisierung von Betriebslaboren

Cooles LIMS für heisse Werkstoffe Moderne Labor-Informations-Management-Systeme sind ein Segen für strukturierte und flexible Arbeitsprozesse. Sie verwalten Workflows selbst in grossen Industrieunternehmen mit verteilten Laboren übersichtlich und einheitlich. Die Firma Plansee hat ihr neues LIMS so intelligent parametriert, dass sie es jederzeit an neue Regularien oder Technologien anpassen kann.

Wenn die Sonne über die Bergflanken bei Reutte in Tirol steigt, fallen die ersten Strahlen auf den Plansee und die nahe gelegenen Produktionsgebäude. Damit beginnt der ­Arbeitsalltag in einem der aussergewöhnlichsten Industrieunternehmen Europas. An diesem ruhigen See wird nämlich Schmiedekunst im Extrembereich betrieben, um Komponenten aus hochschmelzenden Metallen wie Molybdän, Wolfram und deren Legierungen herzustellen. Dafür nutzt die Firma Plansee nicht etwa die herkömmliche schmelzmetallurgische Methode, sondern das pulvermetallurgische Verfahren. Dieser Ansatz startet mit der Reduktion von gemahlenem Molybdän-Oxid, bei der die Morphologie des Materials gezielt beeinflusst werden kann. Bei Temperaturen von etwa 1000 ° C erhält man ein feines, homogenes, hochreines Metallpulver. Anschliessend wird das Pulver gemischt und durch Pressen zu Halbzeugen wie Stäben oder Platten verdichtet. Die so genannte «Grünlingsdichte» liegt dabei bei 60 bis 65 Prozent. Das Material ist

formstabil, jedoch noch porös und spröde. Im darauffolgenden Sinterprozess werden bei hohen Temperaturen von ca. 2000 ° C Restgase entfernt und die Partikel durch Diffusion miteinander verbunden. Die Dichte steigt dabei auf rund 90 Prozent. Nachgelagerte Umformungsverfahren wie Walzen, Schmieden oder Hämmern erhöhen die Dichte weiter und stellen die mechanischen Eigenschaften ein. Mit modernen Beschichtungs- und Verbindungstechnologien lassen sich daraus komplexe Bauteile mit maximaler Dichte und höchster Qualität erzeugen.

Harmonisierung mittels neuer Software «Dort, wo Stahl schmilzt, ist bei uns noch lange nicht Schluss», weist Alexander Leuprecht auf die Kernkompetenz von Plansee hin. Der studierte Maschinenbauer ist LIMSAdministrator und seit einigen Jahren zuständig für die Digitalisierung der Laborprozesse. Doch was bedeutet Digitalisierung in diesem grossen, hochspezialisierten Betrieb?

Beim pulvermetallurgischen Verfahren wird mit Temperaturen bis 2000 ° C gearbeitet. Mit einem neuen LIMS strukturiert das Unternehmen seine Arbeitsschritte nun deutlich effizienter. (Bilder: Plansee)

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Wie viele Industrieunternehmen setzt auch Plansee Unternehmenssoftware von SAP ein, um die Anforderungen der Logistik abzudecken – von der Auftragsannahme bis zur Rechnungsstellung. Doch pa­ rallel dazu existiert eine riesige Welt des wissenschaftlichen Datenmanagements, welches nur mit einem starken Labor-Informations-Management-System abgewickelt werden kann. «Früher hatten wir nur SAP im Einsatz und mussten uns enorm verbiegen, um die Anforderungen der Labore zu erfüllen», sagt LIMS-Administrator Leuprecht. «Allein am Standort Reutte haben wir fünf verschiedene Labore, die noch lange mit Excel-Sheets oder selbstgebauten Access-Datenbanken gearbeitet haben. Aufgrund der verschiedenen Aufgaben und Menschen in den Laboren, haben sich organisch ganz verschiedene Arbeitsprozesse entwickelt, z. B. gab es kein einheitliches Prüfprotokoll über alle Labore hinweg.» Die Folge dieser Entwicklung war, dass der Aufwand zur Abwicklung spezifischer Kundenprojekte immer höher wurde. Es war nicht mehr möglich, neue Prozesse schnell und flexibel abzubilden. Wenn gleichzeitig die Anforderungen an Produkte und Sicherheit ständig steigen, kann eine Firma so nicht mehr effizient arbeiten. Das Management stiess deshalb ein Projekt zur Beschaffung einer neuen Laborsoftware an, an welchem sich zwei Mitarbeitende aus jedem Labor beteiligten. Die Wahl fiel auf Limsophy LIMS der Schweizer Firma AAC Infotray AG. Seither hat sich die Welt des Digitalisierungsbeauftragten von Plansee grundlegend verändert: «Es war sofort klar, dass wir für die Einführung des neuen LIMS die Stelle eines Administrators schaffen mussten», sagt Leuprecht. Mit der Einführung des neuen LIMS übernahm 17


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Leuprecht die Administratorrolle nach seiner fast 19-jährigen Tätigkeit im Unternehmen im Bereich Entwicklung.

Glühende Leidenschaft für feine Prozesse Ein LIMS ist nicht nur eine zusätzliche Software – es wird mit seinen adaptiven ­Möglichkeiten immer mehr zum Herzstück der Softwarelandschaft, was Leuprecht ­b esonders freut: «Eine meiner grossen ­Herausforderungen war, dass ich die ver­ schiedenen Methoden und Arbeitsschritte auf einen gemeinsamen Nenner bringen musste. Mithilfe der Favoriten in Limsophy LIMS konnte ich eine Automatisierung und Vereinheitlichung, über alle Labore hinweg, in relativ kurzer Zeit erreichen. Mit wenigen Klicks werden die Mitarbeitenden durch den Arbeitsprozess geführt. Die Software bietet verschiedene Module für unterschiedliche Arbeitsbereiche an, was aber völlig transparent für die Mitarbeitenden ist, da sie mit diesen Favoriten einen Grossteil der Arbeit erledigen können.» Limsophy LIMS ermöglicht auf allen Projektstufen eine optimale Anpassungsfähigkeit – in der Grundentwicklung, der Modulanpassung, wie auch der Parametrierung. Seit der Einführung des Systems hat Leuprecht zahlreiche Favoriten selbst angelegt. «Ich versuche den Mitarbeitenden so viel Arbeit wie möglich abzunehmen. Keine unnötige Bildschirmzeit mehr – das ist meine Devise.» Nach der anfänglichen Berührungsangst habe sich die Belegschaft an die Software gewöhnt und niemand wolle mehr zurück, schildert der LIMS-Beauftragte. «Sehr häufig kommen nun Laborleiter zu mir und fragen, ob man diesen oder jenen Arbeitsschritt noch abbilden kann. Die meisten Dinge kann ich selber parametrieren. Wenn wir etwas ganz Neues brauchen, mache ich ein Kreativmeeting mit den Verantwortlichen von Infotray.» Die Projektleitenden der AAC Infotray AG verfügen alle über eine naturwissenschaftliche Ausbildung und verstehen die Spezialwünsche der Kundschaft auf Anhieb. Nicht nur in der Projektphase, sondern auch in der Wartungsphase entstehen regelmässig zukunftsfähige Lösungen. «Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der AAC Infotray AG verdient nur ein Wort: hervorragend», freut sich Leuprecht. «Sie verfügen über viel Labor-Know-how und 18

Ofen bei der Firma Plansee: «Dort, wo Stahl schmilzt, ist bei Plansee noch lange nicht Schluss.»

Firmenursprung am Bergsee Die Firma Plansee ist Teil der PlanseeHolding und einer der wichtigsten Hersteller von Komponenten aus hoch­ schmelzenden Metallen wie Molybdän, Wolfram und deren Legierungen. Ihre Firmengeschichte geht zurück ins Jahr 1921, als der Unternehmer Paul Schwarzkopf durch die Alpen reiste, auf der Suche nach einem passenden Standort für seine Fabrik. Am Plansee fand er die richtigen Bedingungen, um den künftigen Bedarf der Firma nach Wasser und Strom decken zu können. Heute ist Plansee ein globales Unternehmen mit rund 3500 Mitarbeitenden an 12 Standorten weltweit. www.plansee.com

gehen mit ihrer eigenen Software sehr kreativ um. Kürzlich standen wir vor der Aufgabe viele Prüfpakete schnell abändern zu müssen. AAC Infotray AG hat uns das automatisiert, sodass wir die Arbeit nicht immer bei 50 Prüfmerkmalen von Hand vornehmen müssen.»

Fliessende Anpassung an heisse Trends Die Flexibilität von Limsophy LIMS zeigte sich bei vielen Gelegenheiten, z. B. stellte man beim ersten Workshop fest, dass zwischen SAP und dem Probeneingang eine wichtige Organisationsebene fehlte. «Eine Produktionseinheit muss bei uns

verschiedene Materialprüfungen durchlaufen, die manchmal mehrere Monate in Anspruch nehmen können. Das Prüflos wird in SAP so konfiguriert, dass es eine eindeutige Materialnummer, die Messparameter und die Spezifikation erhält. Auch alle in den Analyseprozess involvierten Labore werden festgelegt. Mit Limsophy LIMS können wir eine spezifische REST-Schnittstelle zu SAP ansprechen, welche das Prüflos empfängt und die gewünschten Probenprozesse automatisch anlegt.» Je nach Auftrag sind einzelne oder mehrere Labore in den Ablauf involviert. Beispielsweise werden in der chemischen Analytik Fragen zur Konzentration, Verunreinigung und Zusammensetzungen beantwortet. Bis zu 50 Elemente können dort gemessen werden. In der Materialprüfung werden Dichte, Härte, Zugfestigkeit und Dehnung gemessen, während im metallphysikalischen Labor sogar Schliffbilder mithilfe eines Rasterelektronenmikroskop angefertigt werden können. Und immer begleitet Limsophy LIMS alle Laborprozesse des Unternehmens. «Es ist ein gutes Gefühl, dass ich schnell auf neue Anforderungen reagieren kann», sagt Leuprecht. «Erst kürzlich wurde eine neue Norm eingeführt, die eine Verfünffachung der Prüfzeit für gewisse Halbfa­ brikate verlangt. Wir können das mit Maschinen automatisieren und lassen die Tests nun über Nacht laufen. Limsophy LIMS hat uns dabei geholfen, das in kurzer Zeit zu realisieren.» Die Prüfparameter werden direkt von der Software an den Messroboter geschickt. Nach der Messung wird die anfallende grosse Datenmenge zurück ins LIMS importiert und dort weiterverarbeitet. So kann der LIMS-Administrator ruhig schlafen und weiss, dass alle Daten an der richtigen Stelle landen. Am Ende des Probenprozesses werden in Limsophy Berichte generiert, welche für die Kunden und die jährlichen Akkreditierungen genutzt werden. Die Berichte werden mit Verrechnungsinformationen an SAP übergeben. «Im LIMS haben wir für alle Probenaufträge ein Punktesystem eingeführt», weiss Leuprecht zu berichten. «Beispielsweise kostet ein Biegeversuch zwei Punkte und ein Zugversuch sogar acht Punkte. Dies wird dann im SAP entsprechend abgerechnet.» 10/2026


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Das LIMS schmiedet an der Zukunft mit Ideen für weitere Digitalisierungsschritte hat Leuprecht noch viele: «Ich habe sehr spannende Projekte, die ich mit Limsophy LIMS umsetzen will, so zum Beispiel die Kalibrationsmessungen der Anlagen. Wir prüfen täglich das Abdriften aller Waagen im Betrieb. Diese Auswertung wird immer noch mit Exceltabellen vorgenommen und muss dringend ins LIMS.» Eine Herzensangelegenheit des LIMS-Administrators ist auch die Darstellung historischer Daten. Dies dauert momentan noch sehr lange und kann zukünftig im LIMS abgewickelt werden. Leuprecht erkennt einen klaren Mehrwert bei der Implementierung des neuen LIMS: «Unsere Softwareumgebung ist viel transparenter geworden und hat nun ein einheitliches Bild, auch die Prüfprotokolle haben über alle Labore hinweg das gleiche Layout. Während die Anforderungen in den Laboren stark gestiegen sind, übernimmt Limsophy einen Teil dieser

Zum Werksgelände in Reutte gehört neben grossen Produktionshallen auch ein Bildungs­ zentrum für Lehrlinge.

Aufgaben und entlastet dadurch die Mitarbeitenden, sodass mehr Zeit für wesentliche Tätigkeiten bleibt.» Bei so viel Effizienz liegt auch mal eine persönliche Notiz an die Belegschaft drin: An Weihnachten wünschte Leuprecht per Chatfunktion im LIMS allen frohe Feiertage.

Und sogar während den Weihnachtstagen, wenn die Feuer in den Produktionsöfen erloschen sind, stellt Limsophy LIMS eine zuverlässige Datenerfassung sicher – für einen reibungslosen Start ins neue Jahr. www.infotray.com

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Sebio CX 1–2/2025 Mikrobielle Naturstoffe: Erweiterte Biodiversität bakterieller Wirkstoffproduzenten 1/4 Seite quer WH CX 11–12/2024 Biodiversität als Grundlage für neue Medikamente Am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) nutzen Forschende im Boden lebende Myxobakterien als Quelle neuer Wirkstoffe. Diese können sie vor allem in bislang noch wenig untersuchten Bakterien entdecken. In jahrzehntelanger Arbeit konnte eine Forschungsgruppe die biologische Vielfalt der Myxobakterien erheblich erweitern.

Die Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen nimmt weltweit zu. Die Erforschung neuer Wirkstoffe ist daher von grösster Bedeutung, um bakterielle Infektionen auch in Zukunft effektiv behandeln zu können. Hier spielen Naturstoffe eine entscheidende Rolle. Myxobakterien sind im Vergleich zu anderen Mikroorganismen noch relativ unerforscht, was die Chance auf interessante Entdeckungen erhöht. Denn: je höher die biologische Vielfalt der untersuchten Bakterien, desto grösser die Chance, dass sie bislang unbekannte Wirkstoffkandidaten herstellen. In der veröffentlichten Studie in der Fachzeitschrift Advanced Science beschreiben die Forschenden 118 neue Myxobakterien sowie deren sequenzierte Genome. Damit erweitern sie die verfügbaren genomischen Ressourcen erheblich. Die Mikroorganismen sowie deren genetische Daten als Grundlage für die Entdeckung neuer Wirkstoffe stellen sie jetzt der gesamten Forschungscommunity zur Verfügung. In der Ordnung der Myxobakterien waren bislang lediglich 11 Familien und 32 Gattungen bekannt. Ein Team um Prof. Rolf NEW

Abteilung «Mikrobielle Naturstoffe», sammelte über Jahrzehnte hinweg Bodenproben und isolierte aus ihnen vorwiegend

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Ein Wissenschaftler betrachtet Myxobakterien, die im Rahmen der Studie isoliert wurden. (Bild: HIPS/Bernhardt)

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Medizin

Myxobakterien. Unterstützt wurden sie dabei auch von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Citizen Science-Kampagne Microbelix. So konnten sie die Vielfalt dieser vielversprechenden Naturstoffproduzenten auf 28 Familien und 90 Gattungen erhöhen. Zusätzlich entschlüsselten die Forschenden den genetischen Code aller neu beschriebenen Vertreter der Myxobakterien. «Die neu isolierten Bakterien und deren Genomsequenzen bieten uns einen reichhaltigen Schatz an neuartigen Naturstoffen und deren genetischen Bauplänen. In praktisch jedem der analysierten Genome finden wir gleich mehrere Gensequenzen für die Herstellung potenzieller Wirkstoffe, die noch niemand zuvor gesehen hat – das ist wahnsinnig spannend», sagt Dr. Ronald Garcia, Wissenschaftler in der Abteilung «Mikrobielle Naturstoffe». Um Forschenden weltweit die Nutzung dieser Daten zu ermöglichen, stellt das HIPS-Team ABC-Myxo zur Verfügung, einen i­nteraktiven, webbasierten Atlas der Genbereiche, mit denen Myxobakterien Wirkstoffe herstellen. Der Service ist für Forschende auf der ganzen Welt kostenfrei nutzbar. Die Bakterien selbst werden in Zukunft vom Leibniz-Institut DSMZDeutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen zu Forschungszwecken vorgehalten.

Forschung am HIPS

Myxobakterien sind in der Lage, zahlreiche Naturstoffe mit hoher struktureller und funktioneller Diversität zu produzieren. Bisher identifizierte myxobakterielle Naturstoffe zeigen Aktivitäten gegen eine Vielzahl an Organismen, von Bakterien und Pilzen bis hin zu Säugerzellen und Viren. Am HIPS werden sowohl aktivitätsals auch strukturgeleitete Ansätze verwendet, um solche bioaktiven Stoffe zu identifizieren. Auch das Genome Mining wird agnostic genutzt, um das biosynthetische Potential wenig erforschter Myxobakterien zu ervironment kunden. Im Anschluss an die Identifizierung arbeiten die Forschenden an der od & Beverage agnosticAufklärung der Struktur, des molekularen gnostic crobiology Syntheseweges sowie der Wirkweise nvironment ironment­interessanter Naturstoffe. Diese Informaolecular Biology an & explore tionen schaffen die Grundlage für die od &about Beverage ood & Beverage ore us: ­biotechnologische und chemische Verbesence.hahnemuehle.com robiologyserung der Substanzen. Das Ziel ist es, icrobiology

Leitstrukturen zu ermitteln und weiter­ zuentwickeln. Am Institut wurde eine Stammsammlung mit mehr als 10’000 einzigartigen myxobakteriellen Stämmen aufgebaut, welche aus Proben von der ganzen Welt isoliert wurden.

«Unsere Daten belegen eindrücklich, wie wichtig mikrobielle Biodiversität für die Entdeckung neuer Natur- und Wirkstoffe ist» Prof. Rolf Müller, wissenschaftlicher Direktor Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)

Dass sich aus den Bakterien und deren genetischen Informationen tatsächlich neue Naturstoffe ableiten lassen, konnte die Forschungsgruppe ebenfalls belegen. In ihrer Studie beschreiben sie gleich fünf neue Substanzklassen: Myxoquaterine sind wirksam gegen Pilze, Sandacrabine gegen Viren und die Sandarazole wirken antibakteriell. Zudem wurden neue Sorangibactin-Siderophore entdeckt sowie ­P yxidicycline als neuartige Topoisome-­ rase-Hemmer. «Unsere Daten belegen ­eindrücklich, wie wichtig mikrobielle Bio­ diversität für die Entdeckung neuer Naturund Wirkstoffe ist», sagt Müller. «In bereits gut untersuchten Mikroorganismen sind kaum neue Substanzen zu finden. Unsere myxobakterielle Sammlung hingegen ­bietet beispielloses Potenzial, um wirklich neue chemische Strukturen zu entdecken. Damit legt sie den Grundstein für dringend benötigte Wirkstoffe, um Infektionserkrankungen auch in Zukunft effektiv ­behandeln zu können.» Auch interessierte Laien können mithelfen, die Vielfalt der untersuchten Myxobakterien stetig zu erweitern: Im Rahmen des Mitmach-Projekts Microbelix können alle Interessierten Bodenproben in naturnahen Räumen sammeln, sie den Forschenden am HIPS schicken und so einen Beitrag für die Entdeckung neuer Wirkstoffe leisten (siehe www.microbelix.de).

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Ver anstaltungen

Entdeckungsreise durch eine Vielzahl von Optimierungmöglichkeiten

«Rekord-Filtech» pusht Filtereffizienz Hochentwickelte Luft- und Wasserfiltrationssysteme, die den strengen Sicherheitsstandards wichtiger Industrien wie der Reinraumtechnik, Kontaminationskontrolle und Hygiene entsprechen, wurden auf der Messe Filtech 2026 in Köln von mehr als 600 Ausstellern umfassend vorgestellt.

Die Filtech 2026 verzeichnete einen neuen Besucherrekord mit knapp 600 Ausstellern und einem Auslandsanteil von 60,4 %, wobei die Zahl aus den etablierten Zentren in Europa deutlich zunahm. Parallel dazu wurden auf der internationalen Filtech-2026-Konferenz über 170 Vorträge zu Aspekten der weit verzweigten Filtrationsbranche gehalten. Darunter waren viele zukunftsweisende neue Konzepte zur Optimierung der Filtereffizienz – von der Individualisierung von Hochleistungsmembranen auf der Nanoskala bis hin zum Einsatz von KI und digitalen Zwillingen.

Medien-Trends Bei den Filtermedientrends auf der Filtech 2026 stachen, insbesondere in den Themenbereichen der wissenschaftlichen Konferenz, einige Keywords hervor: integrative Nonwovens, optimierte Filtrationsprozesse durch Membran-Filtration und Nachhaltigkeit bzw. die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe. Die Integration von Nanofaserpartikeln und -vliesen in Vliesstoffe gewinnt immer mehr an Bedeutung. Führende Hersteller von Technologien zur Herstellung von Nanofasern wie Elmarco und ihre Kunden erforschen die Einführung von erneuerbaren

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«Ideas in Motion»: neue Filtermedien, neue Vliesstoffe und vieles mehr… (Bilder: Filtech/ Guido Gotta)

Rohstoffen und umweltfreundlichen Lösungsmitteln bei der Herstellung von elektrogesponnenen Nanofasern, um diese beiden Aspekte miteinander zu verbinden. Zu den vielversprechenden neuen Rohstoffen gehören glykolmodifiziertes Polyethylenterephthalat (PETG), Polymilchsäure (PLA) und Polycaprolacton (PL). Bei PETG handelt es sich um ein kostengünstiges Polyesterderivat, das eine umweltfreundliche Alternative zu PET darstellt. Insbesondere macht es die Verarbeitung mit fluorierten Lösungsmitteln überflüssig.

Vliesstoff-Innovation Natürliche Zellulose wird jetzt auch zu ul­ trafeinen Fasern mit einer Grösse von nur 300 Nanometern elektrogesponnen, die eine geringe Wärmeausdehnung aufweisen und dennoch leicht und stabil sind. Chitosan ist ein weiteres biobasiertes Polymer mit hervorragenden Wasseraufnahmeeigenschaften, das zur Bildung von Hydrogelen verwendet wird.

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… und das alles bei einem Rekord an Ausstellern und Besuchern auf der Filtech 2026 in Köln.

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Ver anstaltungen

Die Filtech beleuchtete unterschiedlichste Aspekte der weit verzweigten Filtrationsbranche – hier: Spiralfilterkerzen, die als stabiles Innengerüst Wickelfilter oder Tiefenfilter bei der Filtration von Ölen, Chemikalien, Kühlmitteln oder Wasser unterstützen.

Zu den bedeutenden Vliesstoffentwicklungen, gehört beispielsweise Mecna von der Mativ-Marke Gessner. Im Gegensatz zu vielen anderen Vliesstoffen, die Schichten aus kontinuierlich elektrogesponnenen Nanofasern enthalten, zeichnen sich diese Vliesstoffe dadurch aus, dass einzelne Nanofasern direkt in der Entstehungsphase in den Vliesstoff integriert werden, um sowohl die Haltbarkeit als auch die Leistung zu verbessern. Dieses Medium wurde ursprünglich als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie entwickelt, als eine garantierte Effizienz für kritische Filtrationsanwendungen im Gesundheitswesen unerlässlich wurde.

Ständige Innovation «Auf den Filtech-Messen und -Konferenzen bin ich immer wieder erstaunt, wie vielfältig die Anwendungen für Filtersysteme sind und welche Innovationen sich aus der intensiven Forschung und Entwicklung in dieser Branche ergeben», sagt Suzanne Abetz, Geschäftsführerin von Filtech. «Wichtige neue Märkte für effektive ­F iltration in Bereichen wie der Elektrifizierung von Fahrzeugen, dem Transport und der Speicherung von Wasserstoff und der Kohlenstoffabscheidung bedeuten, dass die Industrie weiterhin die technologischen Optionen vorantreibt und erweitert.» 10/2026

«Wichtige neue Märkte für ­effektive Filtration in ­Bereichen wie der Elektri­ fizierung von Fahrzeugen, dem Transport und der ­Speicherung von ­Wasserstoff und der Kohlenstoffab­ scheidung bedeuten, dass die Industrie weiterhin die technologischen Optionen ­vorantreibt und erweitert.» Suzanne Abetz, Geschäftsführerin Filtech

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Wer in einer Phase dieser Lieferkette involviert ist, befindet sich auf dieser Messe und der begleitenden Konferenz am richtigen Ort. Die nächste Gelegenheit bietet sich bei der Filtech vom 16. bis zum 18. November 2027 in Köln. Filtech Exhibitions Germany GmbH & Co. KG D-40637 Meerbusch info@filtech.de www.filtech.de

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V eranstaltungen

Valve World Expo 2026

Zwischen Prozesssicherheit und Digitalisierung Steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Prozesssicherheit und Emissionsminderung verändern die Anforderungen an industrielle Armaturen. In der Chemieindustrie treffen diese Entwicklungen auf komplexe Prozesse und hohe Anforderungen an Anlagen. Welche Rolle Armaturen, Antriebe, Messtechnik und digitale Systeme dabei spielen können, gehört zu den Themen der Valve World Expo, die vom 1. bis 3. Dezember in Düsseldorf stattfindet.

Armaturen sind in der chemischen Prozessindustrie weit mehr als klassische Absperr- und Regelkomponenten. Sie sind Bestandteil von Anlagen, in denen Medienströme gesteuert, Prozesse überwacht und Betriebszustände zuverlässig eingehalten werden müssen. Mit zunehmender Automatisierung und Digitalisierung wachsen dabei auch die Anforderungen an die Komponenten und ihre Einbindung in übergeordnete Systeme. Der an der Valve World Expo thematisierte Zusammenhang zwischen Armaturen- und Chemieindustrie reicht von der Prozessführung bis zur Energieeffizienz. Die Kombination aus Armaturen-, Antriebs- und Messtechnik ermöglicht beispielsweise, Betriebsdaten kontinuierlich zu erfassen und Prozesse automatisiert zu regeln. Digitale Funktionen können darüber hinaus dazu beitragen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Wartungsmassnahmen gezielter zu planen. Eine weitere Entwicklung betrifft den Einsatz von Wasserstoff. Die zunehmende Nutzung von Wasserstoff als Energieträger stellt Anforderungen an Werkstoffe, Dichtheit, Sicherheit und die Auslegung von Komponenten. Für die Armaturenindustrie ergeben sich daraus neue beziehungsweise angepasste Einsatzfelder entlang verschiedener Prozess- und Versorgungsketten. Auch künstliche Intelligenz rückt im Zusammenhang mit der Digitalisierung von Anlagen stärker in den Fokus. Aussteller der Valve World Expo verweisen unter anderem auf die Möglichkeit, Betriebsdaten mithilfe von Algorithmen auszuwerten, Anomalien zu erkennen und Wartungsintervalle auf Basis von Zustandsdaten anzupassen. Für Betreiber chemischer Anlagen 24

Der an der Valve World Expo thematisierte Zusammenhang zwischen Armaturen- und Chemieindustrie reicht von der Prozessführung bis zur Energieeffizienz. (Bild: Messe Düsseldorf)

steht dabei weniger die Technologie als solche im Vordergrund als deren konkreter Nutzen für Verfügbarkeit, Prozessführung und Instandhaltung. Die Veranstaltung greift diese Entwick­ lungen im breiteren Kontext der industri­ ellen Armaturentechnik auf. Schwerpunkte der Messe sind unter anderem globale Energie, Prozessindustrie und Sicherheits­ ventile, Digitalisierung und Automati­ sierung sowie die gesamte Wertschöpfungskette der Armaturenindustrie. Damit richtet sich das Angebot nicht nur an Hersteller von Armaturen, sondern auch an Anwender aus verschiedenen Prozessund Energieindustrien. Für Fachbesucher aus der Chemie- und Prozessindustrie bietet die Valve World Expo damit vor allem einen Überblick da-

rüber, wie sich die Schnittstelle zwischen Fluidtechnik, Automatisierung und digitaler Anlagenführung entwickelt. Die konkrete Relevanz einzelner Technologien hängt dabei weiterhin von Prozess, Medium, Anlagenkonzept und betrieblichen Anforderungen ab.

Infos zum Messebesuch Datum: 1.–3. Dezember 2026 Öffnungszeiten: täglich 9–18 Uhr Ort: Messe Düsseldorf Bereich: Hallen 1 und 3 Anzahl Aussteller: Mehr als 500 Programm: Valve World Conference Tickets: www.valveworldexpo.de

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V eranstaltungen

Die Lab-Supply bietet den direkten Draht zu Ausstellern der Labor- und Analysentechnik. (Bilder: Stefan Stark)

Die Laborfachmesse für einen Tag voll Neuheiten und Networking

LAB-SUPPLY Basel 2027 Erstmals findet die tourende Laborfachmesse Lab-Supply in Basel statt. Am 27. Januar 2027 zeigen namhafte Aussteller der Labor- und Analysetechnik ihre Produkte in der St. Jakobshalle. Dazu gibt es zahlreiche Fachvorträge zu Applikationen und Grundlagenwissen – eine gute Gelegenheit für den direkten Austausch mit Labortechnik-Experten.

Laborfans aufgepasst: Am 27. Januar 2027 wartet ein besonderes Ereignis. Zum ersten Mal findet die aus Deutschland bekannte Laborfachmesse Lab-Supply in der Schweiz statt. Um 9 Uhr öffnet dann die St. Jakobshalle in Basel ihre Türen für einen Tag voll Applikationswissen, Produkt­ expertise und Gerätepräsentation. Diverse Aussteller aus der Labor- und Analysentechnik kommen an einem Ort zusammen und zeigen ihre Produkte und Neuheiten. Für Besucher eine ideale Gelegenheit zum direkten und unkomplizierten Austausch ohne lange Anreisewege.

Nach 20 Jahren jetzt auch in der Schweiz Seit 2006 tourt die Lab-Supply durch Deutschland und bringt Laborfachkräfte mit Geräteherstellern zusammen. Was die Veranstaltung besonders macht, ist das kompakte Konzept. Anders als bei grossen internationalen Messen mit aufwendigen 10/2026

Standbauten setzt die regionale Fachmesse auf einfache Stände und einen leichten, direkten Kontakt zu den Handelsvertretern vor Ort. Die Aussteller präsentieren ihre Produkte und Lösungen auf schlichten ­T ischen. So kommen Besucher sofort mit den richtigen Ansprechpartnern ins ­Gespräch: den Applikationsexperten, Produktmanagern und Vertrieblern, die ihre Lösungen bestens kennen und damit Anwender auf der Messe optimal beraten können. Der direkte Draht zu den Experten gelingt schnell und unkompliziert und führt oft zu konkreten Lösungsvorschlägen noch am Messetag.

Rund 80 Laborfirmen erwartet Zur Premiere in Basel haben sich bereits 59 wichtige Hersteller angekündigt, unter anderem Agilent, Bio-Rad, Bruker, MettlerToledo und Thermo Fisher Scientific. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit rund 80 Firmen. Dank der Vielfalt der Aussteller er-

halten Besucher rasch einen umfassenden Marktüberblick, ob es um Liquid-HandlingLösungen, HPLC-Equipment oder Verbrauchsmaterialien geht. Nicht zu unterschätzen sind auch die ungeplanten Überraschungsfunde, die bei reinen Online-Recherchen oft ausbleiben. Viele Besucher der Lab-Supply-Messen heben diese nützlichen Zufalls­entdeckungen beim Stöbern an den Messeständen hervor.

Praxisvorträge den ganzen Tag Parallel zur Ausstellung finden von 9.30 bis 15.20 Uhr Fachvorträge statt. Die Themen stammen direkt aus der Laborpraxis: Korrekte Probennahme für die Qualitätskontrolle, neuste Fortschritte beim Single-CellHandling in den Life Sciences oder wie man Laborgeräte konform zu GLP, GMP und 21 CFR Part 11 einsetzt sind nur einige der insgesamt 45 Vorträge, die in jeweils 30 Minuten beleuchtet werden. Und wem das nicht tief genug geht, der kann die Re25


V ERANSTA L TUNGEN

Die Lab-Supply Basel 2027 in Kürze Was? Kostenlose Laborfachmesse mit Produktausstellung und Fachvorträgen Wann? 27. Januar 2027 von 9.00 bis 15.30 Uhr Wo? St. Jakobshalle Basel, St. Jakobs-Strasse 390, 4052 Basel, Schweiz Für wen? Experten und Fachpersonal aus Laboratorien (vom produzierenden Gewerbe über Forschungseinrichtungen und Universitäten bis zu klinisch-chemischen Laboratorien und Dienstleistungsunternehmen aus dem Laborsektor). Auch Studierende, Auszubildende und Berufsschulklassen profitieren von der Messe.

Am 27. Januar 2027 wird die Lab-Supply zum ersten Mal Besucher in Basel willkommen heissen.

ferenten danach zum jeweiligen Stand in die Ausstellung begleiten, um weitere Informationen einzuholen. Die Teilnahme an den Vorträgen ist – wie der ganze Messebesuch – kostenlos. Auf Wunsch erhalten Besucher Teilnahmezertifikate als Weiterbildungsnachweis für den Arbeitgeber.

Mehr als eine Messe: Ein Branchentreffen Die Lab-Supply Basel bringt Anwender und Gerätehersteller der Laborbranche zusammen. Neben dem Austausch mit Ausstellern ergeben sich auch Kontakte zu früheren Kollegen oder auch Angestellten

Sonstiges – Infos und Vorabregistrierung: www.lab-supply.info – Gewinnspiel am Ende des Messetages mit Chance auf 1’000 CHF-Laborgutschein – Verpflegung kann vor Ort erworben werden; Besucher dürfen auch eigene Speisen und Getränke mitbringen. – Teilnahmezertifikate für Fachvorträge auf Wunsch

aus anderen Laboren. Der Messetag lädt ein, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Lab-Supply-Besucher in Deutschland schätzen bereits seit vielen Jahren die Gelegenheit zum fachlichen Austausch vor Ort – sei es über neue Methoden, regulatorische Änderungen oder Herausforderungen im Laboralltag.

Gewinnspiel als Schluss-Highlight Zum Abschluss der Veranstaltung um 15.30 Uhr wartet noch eine besondere Überraschung: Unter allen anwesenden Besuchern, die sich im Laufe des Tages für

das Gewinnspiel eingetragen haben, verlost die Messeleitung einen Laborgutschein über 1’000 CHF. Wer jetzt interessiert ist, kann sich direkt kostenlos vorab für die Lab-Supply Basel unter www.lab-supply.info registrieren – so geht der Einlass zur Messeöffnung um 9 Uhr besonders schnell. Die erste Lab-Supply in der Schweiz verspricht einen Tag voller direkter Kontakte, praxisnaher Informationen und – auch das darf sein – einer Menge Spass. So ist die Lab-Supply nicht zuletzt eine Gelegenheit, einmal aus dem Laboralltag herauszukommen und sich von neuen Ideen inspirieren zu lassen.

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P UB L I RE P ORTAGE

Von der stationären Phase bis zum Scale-up

Präparative Chromatographie Die Anforderungen an moderne Aufreinigungsprozesse steigen – insbesondere bei Peptiden, Oligonukleotiden und grossen Biomolekülen. Gefragt sind hohe Reinheit und Ausbeute ebenso wie robuste, skalierbare und wirtschaftliche Prozesse. YMC Europe bietet hierfür ein umfassendes Portfolio für die präparative Chromatographie – von stationären Phasen als Bulk-Materialien über präparative Säulen bis hin zu Lösungen für Prozessentwicklung und Scale-up.

Das Portfolio umfasst verschiedene Trennmodi wie Reversed Phase (RP), Ionenaustauschchromatographie (IEX), Normal Phase (NP), und chirale Trennungen. Damit lassen sich unterschiedlichste Substanzen aufreinigen – von Small Molecules über Peptide und Oligonukleotide bis hin zu Proteinen und Antikörpern.

MacroSep IEX Q für grosse Biomoleküle Eine aktuelle Erweiterung des Down­ stream-Processing-Portfolios ist Macro­Sep IEX Q. Das makroporöse Ionenaustausch­ material wurde speziell für die Aufrei­ nigung grosser Biomoleküle und Partikel wie Plasmid-DNA, Virus-like Particles (VLPs) oder Adeno-assoziierte Viren (AAVs) entwickelt.

zität und unterstützt damit produktive Aufreinigungsprozesse. MacroSep IEX Q erweitert das YMC-Portfolio somit um eine interessante Option für anspruchsvolle biopharmazeutische Anwendungen.

YMC/YMC ChromaCon: gemeinsam effiziente Prozesse Neben der passenden stationären Phase ist die Gestaltung des chromatographischen Gesamtprozesses entscheidend. Hier verbindet die Zusammenarbeit von YMC und YMC ChromaCon umfassende Chromatographie- und Applikationsexpertise mit innovativer Anlagen- und Prozesstechnologie. Die Contichrom-Plattform von YMC ChromaCon ermöglicht kontinuierliche Chromatographie mit mehreren Säulen. Mit der MCSGP-Technologie können Produktfraktionen innerhalb eines Zwei-Säulen-Prozesses automatisch zurückgeführt und erneut aufgetrennt werden. In Kombination mit der AutoPeak-Prozesssteuerung bietet dies insbesondere bei der Aufreinigung von Peptiden und Oligonukleotiden interessante Möglichkeiten zur Optimierung von Reinheit, Ausbeute, Produktivität und zur Reduktion von Eluentverbrauch und In-Prozess-Analytik (IPCs).

TIDES Europe 2026

YMC-Materialien auch als Bulk verfügbar. (Bilder: YMC)

Mit einer Porengrösse von 900 nm ermöglicht MacroSep IEX Q grossen Zielmolekülen einen verbesserten Zugang zu den Bindungsstellen des Materials. Dies führt zu einer hohen dynamischen Bindekapa10/2026

Vom 3. bis 5. November 2026 treffen sich auf der TIDES Europe im RAI Amsterdam Fachleute aus Pharma und Biotech rund um die Entwicklung und Herstellung von Oligonukleotid- und Peptidtherapeutika. Das Programm umfasst Themen von Discovery und klinischer Entwicklung bis hin zu CMC, Manufacturing und Drug Delivery. YMC und YMC ChromaCon werden gemeinsam auf der TIDES Europe vertreten

Contchrom PILOT 300X.

sein. Ein Highlight am Stand ist der ausgestellte Contichrom PILOT 300X. Das präparative HPLC-System wurde für die Pilotproduktion in GMP-Umgebungen entwickelt und kombiniert kontinuierliche Zwei-Säulen-Chromatographie mittels MCSGP mit der AutoPeak-Prozesssteuerung. Das System arbeitet mit Flussraten von bis zu 300 mL/min bei einem maximalen ­B etriebsdruck von 100 bar und eignet sich unter anderem für die Aufreinigung von Peptiden und Oligonukleotiden im ­k g-Massstab für präklinisches und klinisches Material. Von chromatographischen Stationärphasen über die Prozessentwicklung bis zum Scale-up: Mit dem Prep-Portfolio von YMC und der Prozesstechnologie von YMC ChromaCon stehen Anwendern aufeinander abgestimmte Lösungen für moderne und skalierbare Aufreinigungsprozesse zur Verfügung. www.ymc.eu www.chromacon.com 27


P UB L I RE P ORTAGE

Digitalisierung für die Sterilisation im Labor

Neue Autoklavensteuerung vereinfacht Prozesse Die Anforderungen an moderne Laboratorien steigen kontinuierlich. Neben einer zuverlässigen Sterilisation gewinnen Themen wie digitale Dokumentation, Prozesssicherheit, Benutzerverwaltung und eine hohe Anlagenverfügbarkeit zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig sollen Geräte intuitiv bedienbar sein und sich flexibel in bestehende IT-Infrastrukturen integrieren lassen. Mit einer neuen Steuerungsgeneration für seine VARIOKLAVLaborautoklaven trägt HP Labortechnik dieser Entwicklung Rechnung.

Die neue Plattform kombiniert moderne Bedienkonzepte mit umfangreichen ­Dokumentations- und Vernetzungsfunktionen und lässt sich nicht nur in Neu­ geräten einsetzen, sondern auch als ­Retrofit-Lösung in bestehende Anlagen integrieren. Ein zentrales Merkmal der neuen Steuerung ist das grosszügige 7-Zoll-Touchdisplay. Die kontrastreiche Darstellung und die übersichtlich gestaltete Benutzeroberfläche ermöglichen eine intuitive Navigation durch Programme und Geräteeinstellungen. Dies erleichtert den täglichen Umgang mit dem Autoklaven und verkürzt die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender.

Echtzeit-Überwachung und digitale Doku

Die Autoklaven-Produktefamilie bestehend aus Tisch- und Standgeräten, ausgestattet mit unterschiedlichen Kammergrössen. Die alten und neuen digitalen Steuermodule sowie zusätzliche Moduloptionen ermöglichen auch während des Sterilisationsprozesses eine Echtzeit-Überwachung sämtlicher Parameter. (Bilder: Sterico)

Auch bei der Prozessüberwachung setzt die neue Steuerung auf Transparenz. Temperatur- und Druckverläufe können während des gesamten Sterilisationsprozesses

in Echtzeit verfolgt werden. Ergänzend unterstützt die Steuerung die Berechnung des F0 -Wertes, wodurch sich thermische

Sterilisationsprozesse noch präziser dokumentieren und bewerten lassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Dokumentation. Mit einem internen Speicher von 16 GB können bis zu 100.000 Chargenprotokolle archiviert werden. Die lückenlose Aufzeichnung aller relevanten Prozessdaten erleichtert sowohl die interne Qualitätssicherung als auch die Vorbereitung externer Audits. Zusätzlich können ­Sicherungskopien auf externen Servern abgelegt werden, wodurch die langfristige Datensicherheit weiter erhöht wird.

Flexible Benutzerverwaltung – einfache IT-Integration

Das Sterilgut wird, ganz klassisch, in einem gros­sen Korb in den Autoklaven eingebracht …

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… oder in mehreren Fächern übereinander angeordnet.

Auch im Bereich Benutzerverwaltung wurde die Steuerung konsequent auf die Anforderungen moderner Laborumgebungen ausgelegt. Die Anmeldung kann wahlweise per RFID-Karte oder Passwort erfolgen. Darüber hinaus ist die Steuerung bereits jetzt 10/2026


P UB L I RE P ORTAGE

Für flammenlose Druckentlastung und kompakte Explosionsentkopplung.

Alte und neue Steuerung: Das Display macht transparent, was gerade geschieht, während GLP- und IMS-GMP-Chargendrucker für die Zukunft eine rechtssichere und regelkonforme Dokumentation sämtlicher Prozessparameter ermöglichen.

Hohe Verfügbarkeit jetzt – Zukunftssicherheit inklusive Ein wesentlicher Vorteil der neuen Steuerungsplattform ist ausserdem die Möglichkeit der Fernwartung. Servicetechniker können bei vielen Fragestellungen direkt auf die Steuerung zugreifen und Unterstützung leisten, ohne dass eine Anfahrt erforderlich ist. Dadurch lassen sich Reaktionszeiten verkürzen und ungeplante Stillstände reduzieren – ein wichtiger Faktor für Labore mit hohen Verfügbarkeitsanforderungen. 10/2026

Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Zukunftssicherheit gelegt. Die neue Steuerung ist mit aktuellen und zukünftigen VARIOKLAV-Generationen kompa­ tibel und kann darüber hinaus in zahlreiche Bestandsgeräte nachgerüstet werden. Anwender profitieren dadurch von aktuellen digitalen Funktionen, ohne ihre bewährte Autoklaventechnik vollständig ersetzen zu müssen.

Fazit für das Labor Mit der neuen Steuerung verfolgt HP Labortechnik konsequent das Ziel, Laborautoklaven fit für die Anforderungen der digi­ talen Laborwelt zu machen. Intuitive Bedienung, umfassende Dokumentation, hohe Datensicherheit und moderne Vernetzungsmöglichkeiten schaffen die Voraussetzungen für effiziente, transparente und zukunftssichere Sterilisationsprozesse.

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für zukünftige Applikationen konzipiert und wird beispielsweise Active Directory, die Einbindung in bestehende Unternehmensnetzwerke und zentrale Benutzerverwaltungen, unterstützen. Die Auslegung der Software berücksichtigt zudem die Anforderungen der FDA 21 CFR Part 11 hinsichtlich elektronischer Aufzeichnungen und Nachvollziehbarkeit. Für eine einfache Integration in bestehende IT-Landschaften stehen zahlreiche Kommunikationsschnittstellen zur Verfügung. USB, LAN, WLAN und Bluetooth ermöglichen einen flexiblen Datenaustausch sowie die Vernetzung mit weiteren Systemen.

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Pinch-Messkoffer für thermische Leistungsmessungen

Mieten und Energieeffizienz erhöhen Die Hochschule Luzern öffnet den Zugang zu ihrem praxiserprobten Messequipment: Ab sofort können Schweizer Unternehmen und Fachbüros den Pinch-Messkoffer direkt über eine Vermietungsplattform buchen. Das kabellose Messsystem unterstützt eine eingriffsfreie und schnelle Erfassung und automatische Online-Visualisierung von Temperaturen, Volumenströmen und thermischen Leistungen in industriellen Anlagen und Energieversorgungssystemen.

Belastbare Messdaten sind eine zentrale Voraussetzung, um den Energiebedarf industrieller Prozesse zu beurteilen und wirksame Effizienz- und Dekarbonisierungsmassnahmen abzuleiten. Jedoch sind die notwendigen Messdaten häufig nicht (im notwendigen Umfang) vorhanden. Bei einer Pinch-Analyse entfallen daher 60 bis 80 Prozent des Aufwands auf die Untersuchung des Ist-Zustands. Insbesondere die Erfassung von Temperaturen, Volumenströmen und thermischen Leistungen ist häufig mit aufwendigen und damit zeitintensiven Messaufbauten verbunden. Der an der Hochschule Luzern entwickelte PinchMesskoffer schafft hier Abhilfe: Die Datenerhebung wird durch kabellose Sensoren, zentrale Datenspeicherung und eine browserbasierte Online-Visualisierung massgeblich vereinfacht. Die Messdaten können jederzeit ortunabhängig auf einem beliebigen Gerät betrachtet werden – ohne vorherige Softwareinstallation.

Pinch-Messkoffer mit kabellosen Sensoren, Gateways und Zubehör. (Bild: HSLU)

Online-Visualisierung einer industriellen Messkampagne. (Bild: HSLU)

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Schnelle Installation und geschützter Datenzugriff Die im Messkoffer enthaltenen Sensoren erfassen die Messwerte im 10-SekundenTakt und sind für einen Temperaturbereich von –40 ° C bis 180 ° C einsetzbar. Nach der Schulung kann ein typischer Messaufbau für zwei thermische Leistungsmessungen in wenigen Stunden installiert werden. Die Messdaten werden auf Schweizer Servern gespeichert und über individuelle Kundenzugänge in einer Online-Visualisierung bereitgestellt. Dadurch können Mess-

Vermietung auf einen Blick Buchungsstart: 1. September 2026 Mietdauer: eine Woche bis maximal ein Monat Kundengruppe: Geschäftskunden in der gesamten Schweiz Übergabe: Abholung an der Hochschule Luzern in Horw Schulung: obligatorisch; ein halber Tag in Horw Mietpreise und Verfügbarkeit: pinch.ch/de/services/pinch-messkofferw

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verläufe laufend geprüft und ggf. notwendige Anpassungen bereits während der Messkampagne vorgenommen werden. «Mit der Vermietungsplattform machen wir unser praxiserprobtes Messequipment für externe Fachpersonen zugänglich. Unternehmen erhalten damit belastbare Daten, ohne ein Messsystem selbst beschaffen zu müssen», sagt Mario Berchtold von der Hochschule Luzern.

In mehr als 800 Einsatztagen erprobt Vor dem Start der Vermietung wurde der Pinch-Messkoffer in 15 externen Messkampagnen während insgesamt mehr als 800 Einsatztagen getestet. Die Anwendungen umfassten Industrieanlagen, Energieversorgungssysteme und Gebäude. Das System bewährte sich sowohl bei Kurzzeitmessungen als auch bei mehrmonatigen Monitoring-Aufgaben. Durch den modularen Aufbau und die kabellose Kommunikation konnte der Aufwand für die Inbetriebnahme gegenüber früheren Messsystemen halbiert werden. Die vorhandene Online-Visualisierung erleichtert zudem die frühzeitige Überprüfung der Datenqualität.

Vom Forschungsprojekt zum Praxisangebot Der Pinch-Messkoffer wurde an der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit von Maschinen- und Elektrotechnik entwickelt und im Rahmen eines vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützten Projekts erprobt. Das Angebot ergänzt die Aktivitäten der Hochschule Luzern rund um die PinchMethode und die Software PinCH. Ziel ist es, Industrieunternehmen und Beratungsbüros die Erhebung verlässlicher Prozessdaten zu erleichtern und damit eine fundierte Basis für Energieeffizienz- und Dekarbonisierungsmassnahmen zu schaffen.

Hochschule Luzern Technik & Architektur Institut für Maschinen- und Energietechnik IME www.hslu.ch

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Der AFYS3G Lambda768 Laser Marker

Langlebige, rückverfolgbare Probenmarkierung Der AFYS3G Lambda768 Laser Marker bietet eine zuverlässige und präzise Lösung für die dauerhafte Kennzeichnung von Labortubes und anderen Probenbehältern. Der Lambda768 wurde für Labore entwickelt, die eine klare, langlebige und rückverfolgbare Identifizierung benötigen, und kombiniert hochwertige Lasermarkierung mit einem effizienten automatisierten Workflow.

Durch die dauerhafte Lasermarkierung bleiben wichtige Probeninformationen während des gesamten Lebenszyklus der Probe klar erkennbar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Etiketten können lasermarkierte Informationen nicht einfach abblättern oder sich während der Lagerung, Handhabung oder Verarbeitung lösen. Dadurch eignet sich der Lambda768 besonders für Labore, in denen die Rückverfolgbarkeit von Proben und eine langfristige Identifizierung unerlässlich sind. Der Lambda768 kann einzelne Tubes mit einer Vielzahl von Informationen markieren, darunter Barcodes, 2D-Codes, alphanumerische Zeichen, Logos und andere Identifikationsdaten. Der hochpräzise Laser gewährleistet gleichbleibende und sehr gut lesbare Markierungen und unterstützt Labore dabei, eine zuverlässige Proben­ identifizierung sicherzustellen und gleichzeitig das Risiko von Fehlidentifizierungen zu reduzieren.

Automatisiert markiert: Ein Greifroboter entnimmt den in den Probenmarkierer eingestellten Racks Probenbehälter für Proben­ behälter und führt diese nach dem Markierungsvorgang wieder an ihren Platz zurück. (Bilder: NBS)

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Mit einer klaren und langlebigen Markierung lassen sich die Probenbehälter stets eindeutig identifizieren.

Der AFYS3G Lambda768 wurde mit Blick auf die Laborautomatisierung entwickelt und kann in automatisierte Probenmanagement-Workflows integriert werden. Dadurch können grosse Mengen an Tubes effizient markiert und manuelle Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden. Durch die Automatisierung des Identifikationsprozesses können Labore den Durchsatz erhöhen, repetitive Aufgaben reduzieren und einen standardisierteren Workflow für die Probenhandhabung schaffen. Für Labore, die mit wertvollen biologischen Proben arbeiten, ist eine zuverlässige Identifizierung mehr als nur eine praktische L­ ösung – sie ist ein wichtiger Bestandteil der Probenintegrität und Rückverfolgbarkeit. Der Lambda768 bietet eine langlebige ­Markierungslösung, die den Anforderungen einer langfristigen Probenlagerung und wiederholten Handhabung standhält.

Wer mehr über den AFYS3G Lambda768 Laser Marker und über eine dauerhafte Lasermarkierung zur Verbesserung des Labor-Workflows erfahren möchte, kontaktiert jetzt das Team von NBS Scientific. Hier stehen kundige Consultants bereit, um individuelle Anforderungen zu besprechen, Möglichkeiten für spezifische Anwendungen zu eruieren und die gefundenen Lösungen in die Praxis umzusetzen.

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Präzise Temperaturführung bei chemischen Prozessen

Wenn jede Änderung den Prozess entscheidet Präzise Reaktortemperierung mit dem neuen VIGORO 7500 – energieeffizient, dynamisch und nachhaltig.

Ob im Labor, Technikum oder Pilotmassstab – eine präzise Temperaturführung ist massgeblich für den Erfolg chemischer Prozesse. Bereits geringe Abweichungen können Reaktionsgeschwindigkeit, Selektivität und Produktausbeute beeinflussen. Besonders bei exothermen und endothermen Reaktionen muss überschüssige Wärme schnell abgeführt oder Wärme gezielt zugeführt werden. Leistungsstarke Umlaufkühler übernehmen dabei eine zentrale Aufgabe: Sie halten die Temperatur im Reaktor konstant und schaffen die Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse. Mit VIGORO 5000, VIGORO 7500 und VIGORO 10000 präsentiert JULABO eine neue Generation von Umlaufkühlern, die speziell für anspruchsvolle externe Temperieraufgaben entwickelt wurden. Am Beispiel des ­VIGORO 7500 zeigt sich, wie moderne Kühltechnik Präzision, Nachhaltigkeit und Bedienkomfort miteinander verbindet. Bei Doppelmantelreaktoren zirkuliert das Temperiermedium kontinuierlich durch den Reaktormantel und gleicht Temperaturschwankungen unmittelbar aus. Entscheidend ist dabei nicht allein die Kälteleistung. Erst das optimale Zusammenspiel von Kühlung, Heizung, Pumpentechnik und Regelung sorgt dafür, dass Lastwechsel schnell und kontrolliert ausgeglichen werden. Leistungsstarke Umlaufkühler übernehmen dabei eine zentrale Aufgabe: Sie führen überschüssige Wärme zuverlässig ab und sorgen für stabile Prozessbedingungen. Mit einer Kälteleistung von rund 7 kW bei 20 ° C bietet der luftgekühlte VIGORO 7500 ausreichend Leistungsreserven für unterschiedliche Reaktoranwendungen. Der Arbeitstemperaturbereich reicht standardmässig von − 30 bis +40 ° C und kann mit optionaler Heizfunktion bis +120 ° C erweitert werden. Dadurch eignet sich das System gleichermassen für Kühl- und Heizprozesse in Chemie, Pharma und industrieller Forschung. 10/2026

Die neue VIGORO-Serie von JULABO bietet leistungsstarke, energieeffiziente Umlaufkühler mit natürlichen Kältemitteln für eine präzise und zuverlässige Temperaturkontrolle in Labor, Forschung und Industrie. (Bilder: JULABO)

Präzise Reaktortemperierung mit dem V ­ IGORO 7500: Der Umlaufkühler der neuen VIGOROSerie hält Prozesstemperaturen zuverlässig konstant und schafft optimale Bedingungen für anspruchsvolle Anwendungen.

Ebenso wichtig wie die eigentliche Kühlleistung ist die Umwälzpumpe. Sie muss einen hohen Volumenstrom bereitstellen und gleichzeitig den zulässigen Betriebsdruck des Reaktors einhalten. Der VIGORO 7500 verfügt über Pumpen mit hohem Durchfluss. Optional sind frequenzgeregelte Pumpen erhältlich, die eine präzise Druck­ regelung ermöglichen und sich gezielt an unterschiedliche Reaktorsysteme anpassen lassen. Dadurch werden sowohl empfindliche Glasreaktoren als auch robuste Stahl­ reaktoren zuverlässig temperiert.

Chemische Prozesse verlaufen selten unter konstanten Bedingungen. Rohstoffzugaben, Phasenwechsel oder wechselnde Reaktionswärmen verändern den Energiebedarf kontinuierlich. Für solche Lastwechsel ist die VIGORO-Serie auf eine hohe Dynamik ausgelegt. Leistungsstarke Kälte- und Heizsysteme ermöglichen kurze Aufheiz- und Abkühlzeiten sowie eine Temperaturstabilität von ±0,1 °C – auch bei wechselnden Lasten. Optional kann die Temperaturregelung über einen externen Pt100-Fühler direkt an der Anwendung erfolgen, wodurch die Regelung präzise auf die tatsächliche Produkttemperatur abgestimmt wird. Neben Präzision gewinnt die Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung. Die VIGORO-Umlaufkühler arbeiten mit natürlichen Kältemitteln sowie frequenzgeregelten Komponenten, die ihre Leistung automatisch an den tatsächlichen Kühlbedarf anpassen. Das reduziert den Stromverbrauch, senkt die Betriebskosten und unterstützt einen nachhaltigen Anlagenbetrieb. Gleichzeitig erleichtert das modulare Options­ konzept die Anpassung an unterschied­ lichste Anwendungen. Analoge und digitale Schnittstellen sowie das grosszügige 7-ZollTouchdisplay ermöglichen eine komfortable Bedienung und die einfache Integration in moderne Labor- und Prozessleitsysteme. Der VIGORO 7500 verbindet hohe Kühlleistung und dynamische Temperaturregelung mit energieeffizienter Kältetechnik. Damit eignet er sich für anspruchsvolle Reaktortemperierungen und unterstützt stabile und reproduzierbare Prozesse in Labor, Forschung und Industrie. Weitere Infos: https://jula.bo/VIGORO7500 JULABO GmbH D-77960 Seelbach info.de@julabo.com www.julabo.com 33


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Lösungsmittel mit Langzeitstabilität und für leichtere Schwefelanalytik

Neue Standards für die Ölanalytik Die Qualität von Kraftstoffen, Ölen und Schmierstoffen ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Maschinen und Motoren. Die Bestimmung von Metallen aus Abrieb, von Additiven und von Schadstoffen in Schmier- und Basisölen durch atomspektroskopische Verfahren wie der ICP-OES wird in vielen Industrielaboren routinemässig durchgeführt, um die Betriebssicherheit, den Zustand oder den Verschleiss von Motoren, Getrieben und Industriemaschinen zu überprüfen.

Für Analysen werden häufig organometallische, zertifizierte Referenzmaterialien (CRMs) verwendet. Diese weisen oft eine geringe Langzeitstabilität auf. Weiterhin erschweren sie die Analyse von Schwefel (ein wichtiges Analysen-Element) oder erfordern eine Verdünnung in Lösungsmitteln wie Kerosin oder Xylol, die mit erheblichen Gesundheits- und Umweltrisiken verbunden sind. Inorganic Ventures, ein amerikanischer Hersteller von Standards und Referenzmaterialien für die Analytik, hat deshalb einen neuen Satz von Kalibrierlösungen entwickelt, die auf einem neuen Lösungsmittel namens ASOSolv basieren. Damit können die genannten Einschränkungen überwunden werden. In diesem neuen Lösungsmittel können wässrige Standards gelöst werden, ohne die Kompatibilität mit ihren bestehenden Ölprüfabläufen einzuschränken. Für die Anwendung der ICP-OES als Analysenmethode wurden Standards für 27 Elemente mit zwei Sätzen von je sechs Kalibrierungsstandards mit unterschiedlichen Konzentrationen (0, 1, 5, 10, 20 und 50 μg/g) entwickelt. Kobalt (Co) und Yttrium (Y) wurden als interne Standards bei Konzentrationen von 15 μg/g bzw. 5 μg/g zugefügt. Als Matrix verwenden die Standards der Gruppe A 10 % HNO3 und als AnalysenElemente sind enthalten: Ag, Al, B, Ba, Bi, Ca, Cd, Cr3, Cu, In, K, Mg, Na, Ni, P, Pb, S, Sr. Als Matrix verwenden die Standards der Gruppe B 20 % HCl/0,3 % HF und als Analysen-Elemente sind enthalten: As, Be, Fe, Hg, Li, Mn, Mo, Sb, Se, Si, Sn, Ti, V, Zn, Zr. Schwefel ist im HNO3-Standardsatz enthalten und die Blanklösung ist schwefelfrei. Öl-Proben werden 1:10 W/W direkt mit ASOSolv verdünnt, das schon die internen 34

Co- und Y-Standards enthält. Da die Dichte von ASOSolv (~0,88 g/mL bei 20 ° C) nahe an der Dichte typischer Öle liegt, sind Volumen-zu-Volumen-Verdünnungen möglich. Der hybride Wasser-/organische Lösungsmittelansatz mit ASOSolv bietet eine bereits validierte, hochpräzise Alternative zu traditionellen organometallischen Kalibrierungsstandards für die Ölanalytik mittels ICP-OES. Die neuen Standards vereinfachen die Schwefelbestimmung, reduzieren Gefährdungen durch organische Lösungsmittel, nutzen die Stabilität wässriger Standards und erfordern keine Änderungen an bestehenden Probenvorbereitungsabläufen. Labore, die einen direkten Ersatz für ihre aktuellen organischen Lösungsmittel suchen,

können ASOSolv ebenfalls als eigenständiges Lösungsmittel mit vorhandenen Standards verwenden, was einen stufenweisen Übergang zum vollständigen hybriden wässrigen Arbeitsablauf ermöglicht.

Spetec GmbH Am Kletthamer Feld 15 D-85435 Erding Tel. +49 8122 95909-0 info@spetec.de www.spetec.de 10/2026


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Septummaterial

Kleine Scheibe mit grosser Wirkung In der Kombination Vial, Kappe, Dichtung erfüllt das Septum eine unscheinbare, aber anspruchsvolle Aufgabe. Diese kompressible Scheibe trägt die eigentliche Dichtfunktion und muss dabei teils gegenläufige Anforderungen abdecken. Sie steht in direktem Probenkontakt und darf die Probe nicht kontaminieren. Zudem soll sie sich leicht durchstechen lassen, danach wieder verschliessen, keine Partikel lösen (Coring), gasdicht und chemisch beständig sein. Dieses Spannungsfeld zieht sich als Kette von Kompromissen durch die Geschichte der Septenmaterialien.

Wie Materialhärte und Chemie zu einem Standard führten Ein zentraler Stellparameter ist die Härte des Elastomers (Shore A). Weiche Septen lassen sich leicht durchstechen und dichten gut, können aber beim Durchstich reis­ sen, was zu Coring und schlechter Wiederabdichtung führt. Zu harte Septen neigen dagegen zur Kanalbildung, weil sie nicht sauber zurückfedern. Die meisten Septen liegen deshalb im mittleren Bereich von 35 bis 60 Shore A. Eines der ersten Septenmaterialien war Naturkautschuk, gut verfügbar und günstig. Naturkautschuk dichtet gut, quillt aber bei vielen Lösungsmitteln und gibt extrahierbare und flüchtige Bestandteile ab. Seit den 1940ern laminiert man deshalb einen dünnen PTFE-Film auf die probenseitige Fläche und macht das Elastomer lösungsmittelbeständig. Flüchtige Additive diffundieren dennoch langsam durch die PTFE-Schicht in die Probe. Als reinere Alternative etablierte sich deshalb zunehmend Silikon/PTFE. Es deckt mit − 60 bis + 200 ° C einen breiteren Temperaturbereich ab als Naturkautschuk (− 30 bis + 110 ° C), bleibt elastisch stabil und dichtet zuverlässiger wieder ab.

Wenn Silikon zur Störquelle wird Mit steigender Empfindlichkeit moderner Analysegeräte fällt selbst Silikon als Störquelle ins Gewicht. Inhärente Anteile wie Siloxane lassen sich nur reduzieren, zugesetzte Additive dagegen gezielt vermeiden. Die häufigsten Additive sind Pigmente, die Materialtyp und Ausrichtung kennzeichnen, sowie Phthalate als Weichmacher. Beide zählen zu den klassischen 10/2026

LC-MS-Kontaminanten und werden in modernen Septen für empfindliche Methoden bewusst weggelassen, so etwa im pigmentfreien ms-Pure Septum von ­infochroma ag. Der Siloxan-Beitrag lässt sich zusätzlich mit einer beidseitigen PTFE-Beschichtung reduzieren. Diese schützt die Rückseite vor aggressiven Lösungsmitteln, die etwa beim Kippen oder durch Kondensation Siloxane lösen können. Ein beidseitig PTFE-beschichtetes Septum empfiehlt sich auch bei Mehrfachinjektion, da die obere PTFE-Schicht das Coring beim mehrmaligen Einstechen minimiert.

Wo Silikon an seine Grenzen kommt Auch mit optimierter Rezeptur bleibt Silikon nicht für jede Anwendung geeignet. Die Wiederverschliessbarkeit beruht auf beweglichen Molekülketten, die es gleichzeitig gasdurchlässig machen. In der Headspace-Analytik ist das ein Problem. Hier kommt Butylgummi zum Einsatz, dessen dicht gepackte Struktur ihn rund 400-mal gasdichter macht. Allerdings dichtet Butyl weniger gut wieder ab, hat einen schmaleren Temperaturbereich (etwa − 50 bis + 120 ° C) und ist wegen geringer Lösungsmittelbeständigkeit meist ebenfalls PTFE-beschichtet. In der Ultraspurenanalytik nutzt man teils elastomerfreie Systeme wie ZeroSept, wo die Dichte durch ein Luftpolster zwischen zwei PTFE-Schichten gegeben ist. Damit fallen Siloxane, Phthalate und andere extrahierbare Bestandteile des Elastomers komplett weg. Auch das hochinerte PTFE stösst an Grenzen. In der PFAS-Analytik

kann es selbst zur Kontaminationsquelle werden. Hier setzt man auf fluorfreie Alternativen wie Polyethylen oder Polyimid. Jede dieser Speziallösungen optimiert nur eine Eigenschaft. Ein Septum zu wählen bleibt am Ende immer ein Kompromiss. Umso wichtiger ist eine fundierte technische Beratung. Das Team der ­infochroma ag unterstützt Sie dabei gerne mit Ihrer Expertise und Mustern.

infochroma ag CH-6410 Goldau Tel. +41 41 748 50 60 info@infochroma.ch www.infochroma.ch 35


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Reinraumversorgung

Wenn das richtige Produkt allein nicht reicht In sensiblen Reinraumbereichen kommt es auf jedes Detail an. Haberkorn verbindet passende Produkte mit Fachberatung und durchdachten Beschaffungslösungen für sichere und effiziente Abläufe.

In Reinräumen entscheiden Details über Prozesssicherheit und Produktqualität. ­Partikel, ungeeignete Materialien oder fehlende Verbrauchsartikel können sensible Abläufe beeinträchtigen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Produkte, Dokumentation und Versorgung. Haberkorn unterstützt bei der Auswahl geeigneter Artikel und denkt Beschaffung und Bereitstellung mit.

Vom Arbeitsschutz bis zur technischen Komponente So unterschiedlich die Anforderungen im Reinraum sind, so vielfältig ist auch die benötigte Produktausstattung. Das Haberkorn Sortiment reicht von Handschuhen, Reinraum- und ESD-Bekleidung über Schutzbrillen, Wisch- und Desinfektionstücher bis zu technischen Komponenten. Dazu gehören reinraumgeeignete Schläuche und Armaturen, Pneumatik, Dichtungen, Wartungsprodukte sowie Filter-Ventilator-Einheiten und Reinraum-Zubehör. Je nach Anwendung müssen Produkte Anforderungen aus ISO-Reinraumklassen, GMP- oder HACCP-Bereichen erfüllen, chemisch und thermisch beständig sein oder sich zuverlässig reinigen und sterilisieren lassen.

Schläuche für sensible Medien Besonders deutlich werden die Anforderungen bei Schlauchsystemen. In pharmazeutischen und chemischen Pro­ zessen transportieren sie Flüssigkeiten, Gase, Pulver oder Wirkstoffe und kommen häufig direkt mit sensiblen Medien in Kontakt. Werkstoffe wie PTFE oder Silikon, gute Reinigbarkeit und Beständigkeit gegenüber CIP- und SIP-Prozessen spielen deshalb eine wichtige Rolle. Ebenso relevant sind Prüf- und Validierungsunterlagen für qualifizierte Prozesse und bestehende SOPs. 36

Kontrollierte Bereiche stellen besondere Anforderungen an Produkte, Materialien und Versorgung. (Bild: AT&S)

Versorgung dort, wo sie gebraucht wird

Weniger Komplexität in der Beschaffung

Doch selbst das passende Produkt erfüllt seinen Zweck nur, wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist. Verbrauchsartikel werden häufig dezentral bestellt, von unterschiedlichen Lieferanten bezogen und intern verteilt. Das erhöht den administrativen Aufwand und schafft zusätzliche Schnittstellen. Haberkorn verbindet deshalb Produktauswahl und Fachberatung mit digitalen Beschaffungs- und Versorgungslösungen. Ausgabeautomaten, Wiegezellenschränke oder Self-Service-Terminals können nahe an sensiblen Bereichen platziert und kundenspezifisch bestückt werden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter greifen rund um die Uhr auf definierte Artikel zu. Entnahmen lassen sich nachvollziehen, Kostenstellen automatisch zuordnen und Bestände bei Bedarf automatisiert nachbestellen. Auf Wunsch übernimmt Haberkorn auch Betreuung und Wiederbefüllung.

So wird Reinraumversorgung als Zusammenspiel aus geeigneten Produkten, technischer Beratung und verlässlicher ­ ­Bereitstellung verstanden. Das reduziert Schnittstellen, schafft Transparenz und unterstützt stabile Abläufe. Für Unternehmen bedeutet das weniger Aufwand in der Beschaffung und eine zuverlässige Versorgung, wo Prozesssicherheit und reproduzierbare Qualität wichtig sind.

Haberkorn AG Musterplatzstrasse 3 CH-9442 Berneck Tel. +41 71 747 49 20 info@haberkorn.ch www.haberkorn.com 10/2026


V erfahrenstechnik

Wie ChemCon und VEGA gemeinsam Prozesse zur Perfektion bringen

Massarbeit für Wirkstoffe Bei ChemCon entstehen auf kleinem Raum pharmazeutische Substanzen mit grosser Wirkung – entwickelt unter strengsten Qualitätsstandards mit hoher Präzision. Für die lückenlose Überwachung aller Prozessschritte setzt das Unternehmen auf Füllstand- und Druckmesstechnik von VEGA und führt so technisches Know-how und kompromisslose Zuverlässigkeit perfekt zusammen.

Claudia Homburg ¹ Was vor 28 Jahren auf 250 Quadratmetern begann, ist heute ein hochspezialisierter Standort für Wirkstoffentwicklung und -produktion: ChemCon im Freiburger BiotechPark betreut im Schnitt gleichzeitig rund 40 komplexe Kundenprojekte weltweit. Das Unternehmen fertigt pharmazeutische Wirkstoffe, hochreine Polymere und Feinchemikalien entlang der gesamten Entwicklungskette – von ersten Syntheseideen über Produkte für klinische Studien bis hin zur kommerziellen Fertigung von Wirkstoffen in kleinen bis mittleren Mengen, etwa für seltene Krankheiten. Auf heute 7000 m2 Betriebsfläche entstehen die Substanzen unter GMP-Bedingungen. Dabei ist eines geblieben: die Leidenschaft für Präzision, Geschwindigkeit und technische Exzellenz. «Wir heben Prozesse schnell auf GMP-Niveau, fertigen Sonderanlagen flexibel und bieten ein breites Portfolio an Wirkstoffen und Feinchemikalien», beschreibt Karl Kaiser, Manager Verfahrenstechnik bei ChemCon, den besonderen Anspruch: «Genau dies schätzen unsere Kunden.» Ein umfangreiches Beispiel dafür befindet sich in einer Produktionslinie im ersten Stock, die auf rund 90 Quadratmetern ausgelegt ist und speziell für anspruchsvolle Synthese- und Aufreinigungsprozesse konzipiert wurde. Im wöchentlichen Rhythmus werden hier aus vier Ausgangschemikalien über kontrollierte Reaktionsschritte, mehrstufige Extraktionen und präzise Destillationen rund 45 Kilogramm eines hochreinen Hilfsstoffes hergestellt. Der fertige Batch

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Texterin VEGA

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Im Ex-Bereich Zone 2 bilden zwei Stahlbehälter das Herzstück der Extraktion. Hochbeständige Grenzstandsensoren VEGASWING 61 aus Hastelloy überwachen hier die exakten Grenzstände. (Bilder: VEGA)

Filtration mit Differenzdruckmessung sicher überwacht: Zwei VEGABAR 38 Druckmessumformer zeigen mit ihrer 360-Grad-Leuchtanzeige weithin sichtbar die aktuellen Messergebnisse an.

erfüllt GMP-Standards und wird nach der Isolierung und Kristallisation zur Weiterverarbeitung an den Kunden in Deutschland ausgeliefert. Dass ChemCon dabei nicht einfach auf bestehende Anlagenlösungen zurückgreift, sondern die Prozes-

se zum grossen Teil eigenhändig entwickelt, optimiert, skaliert und auf die spezifischen Anforderungen zuschneidet, macht den Charakter dieses Projekts aus: Tiefes technisches Know-how trifft auf kompromisslose Qualität. 37


V erfahrenstechnik

Prozesszustände farbig visualisiert

Hochpräzise Füllstandmessung trotz Behältereinbauten

Der Herstellprozess gliedert sich in vier eng verzahnte Schritte. Am Anfang steht die kontrollierte Reaktion der vier Ausgangschemikalien in einem eigens konstruierten Reaktor. «Die Syntheseroute stand fest, aber die Optimierung sowie technische Umsetzung – vom Scale-up über die Wahl der Behälter bis zu jedem Ventil – haben wir selbst entwickelt», betont Kaiser. Besonders anspruchsvoll war dabei die Aufreinigung der Reaktionsmischung: flüchtige Nebenprodukte werden durch schonende Destillation entfernt, wobei gleichzeitig der Ex-Schutz konsequent umgesetzt werden musste. Nach der ersten Aufbereitung folgt die e rste Filtration: Hier überwachen zwei ­ ­V EGABAR 38 Druckmessumformer zwei alternierende Beutelfilter. Deren extrem robuste keramische Messzellen trotzen selbst aggressiven Prozessbedingungen – ein Muss in dem Umfeld, das zwischen Pharmazie und Chemie angesiedelt ist. Besonders praktisch für das Bedienpersonal ist die 360-Grad-Leuchtanzeige der VEGABAR-Sensoren: Sie zeigt auf einen Blick den aktuellen Druckzustand – Weiss steht für Werte unter 50 mbar, Rot signalisiert Überdruck und Grün zeigt einen drucklosen Zustand. «Unsere Techniker erhalten am Bedienpanel im Feld die Information, welcher Filter geöffnet werden darf. Die zusätzliche Leuchtanzeige direkt an der Messstelle dient als letzte visuelle Absicherung – so wird eine Verwechslung ausgeschlossen und die Sicherheit beim Eingriff deutlich erhöht», erklärt Kaiser.

Im weiteren Prozessverlauf wird das Produkt nach einem Lösemitteltausch adsorptiv gereinigt, in einem Verfahren also, das auf fein abgestimmte Druck- und Temperaturbedingungen angewiesen ist. Neben einem 250-Liter-Behälter aus Stahlemaille, in den fünf Chemikalien dosiert werden, überwacht eine Differenzdruckmessung mit VEGABAR 38 den Zustand der aus­ gelagerten, kontinuierlichen Adsorption, ­während gleichzeitig ein VEGAPULS 6XRadar-Füllstandsensor zuverlässig die Produktmenge im Behälter ermittelt. Trotz schwieriger Einbauten wie Rührwerk, CIPDüsen und Stromstörer sind die Messergebnisse präzise. Kaiser lobt: «Durch die insgesamt 4 Prozessschritte im Behälter ist dieser wirklich beladen mit Einbauten. Ohne die 80-GHz-Technologie und den engen Öffnungswinkel des Sensors würden wir an dieser schwierigen Stelle nicht so sicher und zuverlässig messen.» Für die hygienische Anbindung der Sensoren setzt ChemCon konsequent auf TriClamp-Verbindungen: Drei Bauteile, keine Gewinde, optimal für die GMP-Produktion. Alles, von den Sensoroberflächen bis zu den Dichtmaterialien aus PFA und PTFE, ist FDA-konform und hoch korrosionsbeständig – Edelstahl, Hastelloy, nichts Anderes kommt infrage.

Präzision für ein fragiles System Eine besondere Herausforderung stellt die anschliessende kontinuierliche Extraktion dar, bei der das Produkt in eine organische Phase überführt wird. Zwei Stahlbehälter – einer davon enthält das gesättigte organische Medium – bilden hier das Herzstück. Beide stehen im Ex-Bereich Zone 2, was besondere Anforderungen an die Technik stellt. Zwei VEGASWING 61-Grenzstandsensoren aus Hastelloy überwachen dort zuverlässig Min.- und Max.-Füllstände und schützen so die Pumpe vor Trockenlauf. Zentral für einen stabilen Betrieb innerhalb dieser sensiblen Extraktion ist zudem die 50 -Prozent-Füllstandregelung im Glasbe38

Die Sensoren sind hygienisch und GMP-gerecht per Tri-Clamp angebunden. So kommen am Prozessanschluss keine Gewinde zum Einsatz.

hälter, die durch VEGAPULS 6X-Radarsensoren realisiert wird. Ihre Radarsignale erfassen den exakten Lösemittelstand auch durch gekrümmtes Glas – ein entscheidender Vorteil in dieser Anwendung. Die Regelung steuert direkt die Rückgewinnung der organischen Phase über den Behälterdruck bei konstanter Temperatur. So wird sichergestellt, dass das im Rohrbündelwärmetauscher rückgewonnene Lösungsmittel weder den Wärmetauscher flutet noch – im entgegengesetzten Fall – der Lösungsmittelpuffer für die nachgeschalteten Pumpen trockenläuft. Gerade in einem empfindlichen System mit langen Anfahrzeiten ist ein reibungsloser Ablauf essenziell, weshalb bewusst auf eine klassische Zweipunktregelung verzichtet wurde. Dies verhindert Siedeverzüge im Behälter und sorgt für eine stabile Temperatur der organischen Phase im Kolonnenzulauf – wodurch auf eine zusätzliche Temperaturregelung verzichtet werden kann. Auch die Steuerung der Verweilzeit der Phasen in zwei gerührten Glaskolonnen spielt eine essenzielle Rolle: «Es steigen dabei bildhaft gesprochen kleine Tropfen ganz langsam auf. Genau das braucht es, um eine perfekte Phasentrennung zu erreichen», erläutert Kaiser anschaulich. «Wenn die Verweilzeit zu kurz ist, haben die Tropfen nicht genug Zeit, sich vollständig zu sättigen. Ist sie zu lang, verlieren wir wertvolle Zeit.» So greift jedes Detail in diesem fragilen Prozess ineinander – mit höchster Präzision auf allen Ebenen.

Ex-Sicherheit einfach gemacht Auch das Handling der Lösemittelrückstände zeigt die Raffinesse des Anla­ genkonzepts, das aus der Feder des Verfahrens- und Anlagentechnik-Trios Karl Kaiser, Fabian Moritz und Holger Fischer stammt. Im angrenzenden Gefahrstofflager, ebenfalls Zone 2, sind kompakte Radarsensoren der VEGA BASIC-Linie installiert. Die Sensoren, vollständig in PVDF vergossen, ermöglichen den sicheren Betrieb ohne aufwendige Barrieren oder eigensichere Spannungsversorgung. Dies ist ein erheblicher Vorteil bei Kosten, Platzbedarf und Betriebssicherheit. «Die einfache Verkabelung spart uns Tage beim Aufbau und hält die Anlage wunderbar übersichtlich», so Kaiser. Zum Abschluss des Prozesses wird das Endprodukt noch im gleichen Behälter ­unter genauer Temperaturführung kristallisiert und anschliessend in eine Stahlemail-­ 10/2026


V erfahrenstechnik

Dein Labor in Reinach Bezugsbereite Labore. Perfekt für deine Forschung.

Ihre Radarsignale erfassen den exakten Lösemittelstand durch g ekrümmtes Glas: Die 50-Prozent-Füllstandregelung im Glas­ ­ behälter durch VEGAPULS 6X-Radarsensoren ist zentral für einen stabilen Betrieb.

Filternutsche zur Wäsche, Isolation und Trocknung überführt. Dabei sorgt ein Zyklonabscheider für eine effiziente Abtrennung der Feststoffe, ohne dass der Tank geöffnet werden muss - auch dies ein erheblicher Beitrag zur Produktsicherheit. Hier misst ein weiterer VEGAPULS 6X-Radar-Füllstandsensor die eingetragene Gemischmenge präzise. Dank der speziell ausgewählten Kunststoff-Hornantenne mit einem Abstrahlwinkel von 3° bewältigt der Sensor die extrem engen Platzverhältnisse und misst zuverlässig trotz beweglicher Hebe- und Senkvorrichtung in der Filternutsche. «Unser Ziel ist es, den Filterkuchen feucht zu halten und die Lösemittelmenge darüber möglichst gering zu halten. So läuft die Produktwäsche effizient, und wir erreichen die gewünschte Reinheit sowie Austragsbedingungen nach der Trocknung», erklärt Kaiser.

unsere Besuche ! Website

Saubere Peaks beginnen beim Septum Das Septum bestimmt mit, ob Ihre Blindwerte sauber und Proben dicht bleiben.

Silikon/PTFE

Gummi/PTFE

Phathalatfreie Septen

PFAS-Analytik

Mit Kontinuität zu Effizienz Dass viele dieser hochkomplexen Schritte kontinuierlich ablaufen und reibungslos ineinandergreifen, ist das Ergebnis harter Arbeit und echten Tüftlergeists. «Wir verlassen uns nicht auf Standardlösungen. Jede Anlage, jedes Ventil, jeder Sensor ist Teil unseres eigenen Designs», betont er. Die Zusammenarbeit mit VEGA erweist sich dabei als Glücksgriff: höchste Präzision, robuste Ausführung und viel Erfahrung mit den realen Herausforderungen in der Produktion machen VEGA für ChemCon zum perfekten Partner. Ob bei der schnellen GMPHochskalierung, bei der Arbeit mit teuren Chemikalien oder bei der Absicherung kritischer Prozessschritte: Die technologische Exzellenz beider Unternehmen sorgt dafür, dass in jeder Charge aus Innovation verlässliche Wirklichkeit wird.

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Umwelt

Im IGB-Freilandobservatorium Demnitzer Mühlenfliess wird der Wasser- und Nährstoffhaushalt der Landschaft detailliert untersucht. (Bild: David Ausserhofer, IGB)

Landschaftswasserhaushalt im Klimawandel

Trockenheit – Risiko für Nitratbelastung Der durch den Klimawandel veränderte Wasserkreislauf beeinflusst auch die Nitratbelastung von Böden und die Auswaschung von Nitrat in die Gewässer oder das Grundwasser. Forschende führen das Konzept der «Feuchtigkeitsgrenzen» ein.

Die Nitratbelastung von Böden und Gewässern ist aufgrund des umfangreichen Einsatzes von Düngemitteln ein drängendes globales Umweltproblem. Wie eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie des Leibniz-Instituts für Gewässer­ ökologie und Binnenfischerei (IGB) mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigt, spielen sowohl die Wassermenge, die durch die Landschaft fliesst, als auch die Fliessgeschwindigkeit eine entscheidende Rolle für das Risiko der Nitratbelastung; Ein Anstieg von Nitrat ist somit häufig klimabedingt – wird durch extreme Wetterereignisse wie starke Regenfälle oder Dürreperioden beeinflusst, die den Wasserkreislauf beschleunigen oder verlangsamen.

Nach unten wie nach oben Um dies zu erklären, führt die Autorschaft das Konzept der «Feuchtigkeitsgrenzen» ein. Das Überschreiten dieser Grenzen – nach unten wie nach oben – verstärkt demnach die Nitratbelastung von Böden 40

und die Auswaschung von Nitrat in das Gewässer oder das Grundwasser. Ihre Prognosen deuten darauf hin, dass sich die Nitratrisiko in weiten Teilen Europas bis 2100 unter einem Klimaszenario mit geringen Emissionen anthropogener Treibhausgase verringern werden, heben jedoch die zunehmenden Risiken in weiten Teilen Ost- und Südeuropas unter einem Szenario mit hohen Emissionen hervor. Seit der vorindustriellen Zeit haben sich die menschlichen Stickstoffeinträge in die terrestrische Biosphäre verdoppelt, sie stammen vor allem aus den grossen Mengen synthetischer und organischer Düngemittel. Überschüssiger Stickstoff gelangt in Gewässer, was das Risiko einer Überdüngung birgt und somit die Nahrungsmittelproduktion, die Trinkwassergewinnung und die Nachhaltigkeit der Ökosysteme gefährdet. Um den Nitratkreislauf besser zu verstehen, hat die Forschungsgruppe ein prozessbasiertes Modell zur Verfolgung von Wasser- und Stickstoffflüssen mithilfe stabiler Wasserisotope entwickelt. Das Modell wurde auf über

3800 europäische Flussgebiete angewendet und die Forschenden kartierten die Geschwindigkeiten des Wasserkreislaufs. Dabei bewerteten sie, wie sich die Beschleunigung und Verlangsamung unter feuchteren und trockeneren klimatischen Bedingungen seit den 1980er Jahren auf die Nitratbelastung auswirken. Die Studie prognostiziert zudem, wie sich dies bis zum Ende des 21. Jahrhunderts entwickeln wird.

Fliessgeschwindigkeit spielt Rolle bei Nitratbelastung Die Fliessgeschwindigkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Nitratbelastung, da sie das Gleichgewicht zwischen Transport und Verstoffwechselung bestimmt. Höhere Fliessgeschwindigkeiten, wie sie beispielsweise an der nordwestlichen Küste Europas und in Bergregionen vorherrschen, verkürzen die für den Nitratabbau verfügbare Zeit. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass Nitrat aus den Böden in das Grundwasser und in Fliessgewässer ausgewaschen wird. Im Gegensatz dazu bieten langsamere 10/2026


Umwelt

Eine Verlangsamung des Nitratkreislaufs bei einer Dürre unterdrückt die Aufnahme durch Pflanzen und Mikroorganismen. Dies führt zu einer Nitratanreicherung im Boden sowie zu einer pulsartigen Auswaschung bei starken Regenfällen. (Bild: Shutterstock)

Fliessgeschwindigkeiten, wie sie in Tieflandregionen vorherrschen, Pflanzen und Mikroorganismen mehr Zeit für den Nitratabbau. «Bisher wurde die Nitratbelastung hauptsächlich auf menschliche Einträge wie Düngemittel zurückgeführt. Wir konnten jedoch zeigen, dass auch die Fliessgeschwindigkeit eine entscheidende Rolle bei der Nitratauswaschung spielt», sagt der Hauptautor Dr. Songjun Wu vom IGB.

Klimatische Extreme erhöhen Nitratbelastung Die Studie zeigt in einer Zusammenfassung seit den 1980er Jahren, dass das Ausmass klimabedingter Veränderungen im Wasserhaushalt die Entwicklung des Nitratkreislaufs bestimmt. Moderate Schwankungen verringern im Allgemeinen die Nitratauswaschung, während extreme Veränderungen diese verstärken. So kann eine starke Beschleunigung in feuchteren Perioden beispielsweise dazu führen, dass Nitrat rasch in Gewässer gespült wird, ohne dass genügend Zeit für die Verstoffwechselung bleibt. Eine starke Verlangsamung geht dagegen oft mit Dürre einher, was die Aufnahme durch Pflanzen und Mikroorganismen unterdrückt. Dies führt zu einer Nitratanreicherung im Boden sowie zu einer pulsartigen Auswaschung bei starken Regenfällen. 10/2026

Um diese Dynamiken zu erfassen, führen die Forschenden das Konzept der «Feuchtigkeitsgrenzen» ein. Das Verbleiben innerhalb dieser Grenzen mindert die Nitratbelastung. Werden sie überschritten – nach unten wie nach oben –, wird mehr Nitrat ausgewaschen. Wie die Projektleiterin Prof. Doerthe Tetzlaff vom IGB und der Humboldt-Universität zu Berlin erklärt, können die Feuchtigkeitsgrenzen «dabei helfen, einen sicheren Handlungsspielraum zu definieren, der gegenüber hydrologischen Veränderungen widerstandsfähig ist. Sie können auch genutzt werden, um potenziell erhöhte Risiken bei der Nitratauswaschung zu identifizieren.» Die Studie prognostiziert zudem die gemeinsame Entwicklung des Wasser- und Stickstoffkreislaufs in ganz Europa bis zum Jahr 2100 und stellte dabei gegensätzliche Entwicklungen fest. Im Szenario mit niedrigen Emissionen dürften die hydrologischen Veränderungen im feuchten Bereich bleiben, wobei in mehr als 70 Prozent Europas eine geringere Stickstoffauswaschung zu erwarten ist. «Dieses Szenario lässt sich durch höhere Temperaturen und längere Vegetationsperioden erklären, die die Aufnahme und Verstoffwechselung in Pflanzen und Organismen fördern», sagt Dörthe Tetzlaff. In Szenarien mit hohen Emissionen könn-

te eine anhaltende Austrocknung jedoch die Aufnahme durch Vegetation und Mikroorganismen in weiten Teilen Ost- und Südeuropas beeinträchtigen, was das Risiko einer Stickstoffanreicherung und einer anschliessenden Auswaschung bei Extremereignissen erhöht. «Dieser Trend zur Trockenheit birgt doppelte Risiken sowohl für die Wassermenge als auch für die Wasserqualität und könnte auch andere Regionen wie Zentral- und Ostasien betreffen», sagt Mitautor Professor Chris Soulsby von der University of Aberdeen in Schottland.

Wie lassen sich negative Entwicklungen abmildern? Um diese Risiken zu mindern, betont die Studie, wie wichtig es ist, hydrologische Veränderungen innerhalb der Feuchtigkeitsgrenzen zu halten. Dies kann entweder durch die Bewältigung von Klimaextremen oder durch die Ausweitung dieser Grenzen durch die Reduzierung menschlicher Nitrateinträge erreicht werden, beispielsweise durch Fruchtfolge, optimierte Düngung und verbesserte Abwasserbehandlung.

www.igb-berlin.de 41


U mwelt

Wie muss die Schweiz ihr Grundwasser schützen?

Grundwasser besser vor Trockenheit schützen Immer häufiger gefährden extreme Trockenperioden die Verfügbarkeit und Qualität des Grundwassers. Expertinnen und Experten der Schweizerischen Gesellschaft für Hydrogeologie (SGH) haben jetzt ein Faktenblatt publiziert.

Wie der Sommer 2026 deutlich vor Augen geführt hat, gefährden die immer häufigeren und extremeren Trockenperioden auch die Verfügbarkeit und Qualität des Grundwassers, der mit Abstand wichtigsten Trinkwasserressource der Schweiz. Um vorzubeugen, soll die Schweiz die Neubildung von Grundwasser konsequent fördern, die Infrastruktur resilienter und das Management umfassender ausgestalten. Die Schweizerische Gesellschaft für Hydrogeologie (Mitglied der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz) hat jetzt das Wissen zu Trockenheit im Grundwasser in einem Faktenblatt zusammengestellt.

Grundwasserstände sinken, Quellen versiegen Rund 80 Prozent des Trinkwassers stammen aus Grundwasser. Auch für die Landwirtschaft, Industrie und für viele Ökosysteme ist Grundwasser unverzichtbar. Grundwasser kann als Puffer bei Trockenheit wirken: je nach Typ und Jahreszeit trägt Grundwasser 30 bis 80 Prozent zum Gesamtabfluss der Schweizer Fliessgewässer bei. Bei zunehmender Trockenheit sinken die Grundwasserstände, vor allem im Jura und den Alpen versiegen Quellen. Für Ökosysteme wie Moore oder Fliessgewässer können die Folgen gravierend sein. Auch in der Landwirtschaft, der Industrie und für Haushalte kann es einschneidende Engpässe geben. Diese können sich verschärfen, weil das Grundwasser zunehmend mit Schadstoffen belastet ist und sich deren Konzentrationen während Trockenperioden erhöhen können.

Grundwasserschutz hilft bei Trockenheit «Trockenheit ist keine Ausnahme mehr, sondern eine wiederkehrende Herausforderung. Es gilt Resilienz aktiv zu gestalten, bevor akute Krisen eintreten», schreiben die Experten im Faktenblatt. Sie schlagen 42

Grundwasser. (Bild: Adrian Auckenthaler)

mehrere Massnahmen vor, um das Grundwasser besser zu schützen: – Nutzung erfassen, überwachen und optimieren: Die Schweiz verfügt über ein gutes Grundwassermessnetz in besiedelten und landwirtschaftlich genutzten Regionen. Dieses soll in peripheren Regionen ausgebaut werden. Messungen, Satellitendaten und Modelle helfen, Bewässerung und Wasserentnahmen besser zu erfassen und zu planen. – Neubildung von Grundwasser fördern: Durch Entsiegelung, Renaturierung von Fliessgewässern und Mooren, naturnahe Rückhaltemassnahmen und eine bodenschonende Landwirtschaft gelangt mehr Regen ins Grundwasser. Diese Massnahmen sollen konsequent in die Raumund Nutzungsplanung integriert werden. – Qualität sichern: Nähr- und Schadstoffe sollen in Zuströmbereichen von Grundwasserfassungen möglichst nicht ausgebracht werden. Entscheidend ist zudem, die bestehenden Schutzzonen rund um Trinkwasserfassungen konsequent durchzusetzen. – Gemeinsames Management: Bund, Kantone, Gemeinden und Nutzergruppen sollen Wasser je Einzugsgebiet integrativ bewirtschaften, basierend

auf kantonalen und nationalen Wasserstrategien. Für akute Phasen braucht es Notfallpläne.

Grundwasserschloss Schweiz Die Schweiz ist reich an Grundwasser. Dieses umfasst ein Volumen von 150 Kubikkilometern, etwa dreimal das Volumen des Bodensees. Etwas mehr als 10 Prozent werden jährlich erneuert. Wie sich Trockenheit auf das Grundwasser auswirkt, hängt stark vom Typ des Vorkommens ab. Im Mittelland dominieren grosse Vorkommen in Lockergesteinen. Diese reagieren nur langsam auf Veränderungen: sie können Trockenperioden lange abpuffern. Umgekehrt werden Verunreinigungen nur langsam ausgewaschen. Im Jura und den Alpen dagegen können die Grundwasservorkommen und Quellen bei Trockenheit rasch zurückgehen und versiegen. Auch ist die Filterwirkung des Untergrundes schlechter. Je nach Region und Typ des Grundwasservorkommens sind deshalb unterschiedliche Massnahmen nötig. Das Faktenblatt ist auf der Website der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) einsehbar. https://scnat.ch https://hydrogeo.ch 10/2026


Neue materialien

Stromfreie Festkörperkühlung

Aus Wärme wird Kälte Kühlschränke, Klimaanlagen und Rechenzentren verbrauchen enorme Mengen Strom, und der Bedarf an Kühlung wächst stetig weiter. Eine Forschungsgruppe zeigt jetzt einen neuen Ansatz: In ihrem Prototyp übernimmt Wärme die Rolle, die bislang ein Elektromotor spielte.

Ob im Kühlschrank, in der Klimaanlage oder im Rechenzentrum: Kühlung beruht seit mehr als hundert Jahren auf demselben Grundprinzip. Ein Kompressor, angetrieben von Strom, pumpt mithilfe eines Kältemittels Wärme von einem Ort zum anderen. Da der Kühlbedarf weiter wächst, entfällt inzwischen fast die Hälfte des weltweiten Energieverbrauchs auf Kühlen und Heizen. Viele gängige Kältemittel tragen zudem zur Erderwärmung bei. Als vielversprechende Festkörper-Alternative gilt die elastokalorische Kühlung: Formgedächtnislegierungen kühlen sich ab, sobald eine zuvor aufgebrachte mechanische Spannung wieder gelöst wird. Bislang benötigten aber auch elastokalorische Systeme einen elektrisch angetriebenen Aktor, um die nötige Kraft zu erzeugen – wodurch sie reichlich vorhandene Wärmequellen wie Abwärme oder Sonnenenergie bisher nicht direkt nutzen konnten.

Wärme statt Strom als Antrieb Genau hier setzt das neue Konzept der Forschungsgruppe des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der japanischen Universität Tsukuba an: Sie koppelt zwei hauchdünne Nickel-Titan-Folien mit komplementären Funktionen. Die erste Folie nutzt einen Formgedächtniseffekt: Wird sie erwärmt, zieht sie sich zusammen und wandelt thermische Energie direkt in mechanische Arbeit um – ganz ohne Elektromotor. Diese Bewegung überträgt sich unmittelbar auf die zweite Folie, in der wiederholtes Beund Entlasten reversible Veränderungen der Kristallstruktur auslöst, die Kälte erzeugen. Auf diese Weise ersetzt Wärme den elek­ trisch angetriebenen Aktor, der elastokalorische Kühlsysteme bislang antrieb. «Die entscheidende Neuerung ist, dass wir zwei komplementäre Funktionen von Formgedächtnislegierungen kombinieren, sodass eine Folie Wärme in mechanische 10/2026

Das neue Kühlsystem verbindet zwei Nickel-Titan-Folien: Eine wärmeaktive Folie erzeugt Bewegung, die eine zweite Folie zur Kälteerzeugung nutzt. (Bild: Konzept von Yi-Ting Hsiau und Jingyuan Xu, KIT; Design von Ella Maru Studio)

Arbeit umwandelt, während die andere diese Arbeit in Kälte umwandelt», sagt Dr. Jingyuan Xu, Young Investigator Group Leader des ZEco Thermal Lab am Institut für Mikrostrukturtechnik (IMT) des KIT. «Damit etablieren wir einen neuen Weg, Festkörperkühlung anzutreiben, und eröffnen spannende Möglichkeiten, Abwärme und Sonnenenergie zu nutzen.»

Erste Kühlleistung im Labor bestätigt Im Prototyp erreichte das System bei einer Aktor-Temperatur von 86 Grad Celsius einen Temperaturunterschied von vier Grad Celsius auf Bauteilebene, während das elastokalorische Kältemittel eine Temperaturänderung von knapp 13 Grad Celsius zeigte. Damit liess sich die Machbarkeit des Konzepts erstmals experimentell nachweisen. Auch mit einer externen Wärmequelle von 130 Grad Celsius funktionierte der Aufbau zuverlässig – ein Beleg dafür, dass das System mit praxisnahen Wärmequellen arbeiten kann. «Für uns war der entscheidende Moment, zum ersten Mal messbare Kälte zu sehen, die tatsächlich von einem wärmegetriebenen

System erzeugt wurde», sagt Yi-Ting Hsiau, Erstautor der Studie und Doktorand am IMT. «Das hat uns gezeigt: Das Prinzip funktioniert nicht nur auf dem Papier.» Der aktuelle Aufbau ist als Machbarkeitsstudie gedacht und noch nicht auf maximale Kühlleistung optimiert. Das Team arbeitet bereits daran, mehrere Folien parallel zu schalten und so die Kühlleistung zu steigern. Denkbare Anwendungen reichen von der Kühlung von Prozessoren in Computern, die dafür ihre eigene Abwärme nutzen könnten, bis hin zur Kühlung empfindlicher Elektronik in Fahrzeugen mit Wärme aus dem Antriebsstrang. Die Arbeit entstand in Kooperation mit der Universität Tsukuba in Japan und ebnet den Weg für eine praxistaugliche, wärmegetriebene Festkörperkühlung. «Wir glauben, dass dies erst der Anfang ist», sagt Xu. «Indem wir diese Technologie skalieren, wollen wir kompakte Kühlsysteme entwickeln, die reichlich vorhandene Wärmequellen für eine nachhaltige Kühlung nutzen.» Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Energy veröffentlicht. www.kit.edu 43


VERBANDSSEITEN

■ Infostelle SCV Schweizerischer Chemieund Pharmaberufe Verband Postfach 509 CH-4005 Basel info@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch

■ Präsident Patrick Springer Martinsgasse 20 CH-4051 Basel praesident@cp-technologe.ch

■ Höhere Fachprüfung ■ Termine Alle Termine online Chemietechnologe Remo Kleeb anschauen: weiterbildung@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch

SEKTION OBERWALLIS Rückblick 2026 Das Jahr 2026 ging für die Sektion Oberwallis im Fluge vorbei… Der Erste Anlass startete am 21. Februar. Es war an einem nebligen Samstag, als sich in Wiler im Lötschental fünf Skimutige einfanden. Das Wetter war alles andere als einladend, doch wir alle waren sehr motiviert, zusammen einen schönen Tag zu erleben. Der Skitag auf der Lauchernalp war dann ein kleines Abenteuer. Als wir mit der Luftseilbahn auf der Lauchernalp ankamen, war

alles weiss: am Boden, am Himmel und überall. Wir waren uns alle bewusst, dass wir eine schwierige Abfahrt vor uns hatten. Mit 10 cm Neuschnee und andauerndem Schneefall reichte es dann für eine gemütliche Abfahrt zum Restaurant. Hier liessen wir es dann ruhig angehen und warteten, bis der Schneefall gegen Abend wieder aufhörte. Zum Abschluss nahmen wir die Abfahrt mit den Skiern ins Tal in Angriff. Bei dem ganzen Schnee war

Vier Skimutige im Lötschental. (Bilder: Michael Wyer)

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das ein Traum zum Pulvern. Alle sind heil und unversehrt nach Hause gekommen, was mich sehr gefreut hat. Am 10. April durften wird den harten Kerl rauslassen. Wir fanden uns auf dem Schiesssportzentrum Riedertal in Visp ein. Da wir so viele waren, gab es zwei Gruppen. Eine Gruppe durfte zuerst das Obligatorische Programm schiessen mit der Pistole. Die andere Gruppe durfte direkt mit Schrot auf den Roll-Hasen und anschliessen auf die Tontauben schiessen. Der Rückschlag von so einer Flinte (Pumpgun) ist ordentlich und hat mich selbst überrascht. Nach fünf bis zehn Schüssen hat man bei der Schulter schon ein leichtes Verspannen und den einen oder anderen blauen Felck gesehen. Zu diesem Anlass haben sich 18 Mitglieder versammelt, es war ein schöner Feierabendevent. Die Mitglieder konnten sich anschliessend bei einer riesigen kalten Platte satt essen. Eine kleine Preisverteilung gab es dann auch noch für den besten Pistolenschützen. Leider musste ich mich um ei-

nen Punkt geschlagen geben. Daniel Rosenkranz ging als Sieger hervor und durfte vom Schiessinstruktor ein schönes Schweizer Sackmesser in Empfang nehmen. Interne Exkurison Die Interne Exkurison fand kurz darauf, am 27. Mai, statt, wo wir das neue Logistikgebäude der Lonza in Augenschein nehmen durften. Das Arbeiten am Fliessband durften wir hautnah erleben. Die ganzen Schienen für den Transport der Ware und die «Picking Stations» waren sehr interessant anzuschauen. Der Chef der Logistik, Thomas Frey, konnte uns genaustens über die Abläufe im «BioLOG» Auskunft geben und hat uns die Zukunft der Logistik gezeigt. Für die 25 Anwesenden Mitglieder war es ein lohnender Ausflug. Auch zwei Pensionierte waren sehr interessiert, zu sehen was in der Lonza aktuell in Sachen Logistik läuft. Mit der externen Exkursion durften wir dieses Jahr wieder in der Region bleiben. Wir durften die SBB Intervention 10/2026


VERBANDSSEITEN

sich die altbekannten Gesichter ein. Ich konnte selbst nicht vor Ort sein, aber die Kollegen haben mir versichert: es war sehr kurzweilig, die Zeit verging wie im Fluge und so sind die Aktivitäten dieses Jahres auch schon Geschichte. Als nächstes steht noch die GV im Januar an, an der wir über das verflossene Jahr resümieren und einen

Ausblick auf neue spannende und abwechslungsreiche Aktivitäten machen werden. Ich würde mich sehr freuen, wenn nächstes Jahr wieder so viele an den Anlässen teilnehmen würden.

Michael Wyer, Präsident

Unser Kassier Helmuth Tommy beim Schrot schiessen.

in Brig besuchen, wo wir den neuen Löschzug sehen durften und uns über die täglichen Aufgaben der Arbeiter vor Ort ein Bild machten. Ein spannender Arbeitsplatz. Anschliessend haben wir die Massa Elektro in Bitsch besucht. Hier durften wir sehen, was mit dem Wasser vom Aletschgletscher, welches im Stausee gesammelt wird passiert: Es wird über Leitungen nach Bitsch ins Kraftwerk ge-

leitet und dort auf drei Turbinen turbiniert. Imposant, wie gross die Stollen in den Felsen sind und wie die Felsen früher ausgebrochen wurden, damit wir heute von der blauen Energie zehren dürfen. Der Rundgang war sehr spannend vorgetragen von Jean-Claud. Zum Schluss fehlt nur noch der Familien Tag. Dieser wurde dieses Jahr früher durchgeführt als gewöhnlich – und es fanden

Der neue Löschzug der SBB Intervention.

SEKTION NORDWESTSCHWEIZ Einladung zum Bowling-Event 2026 Wo der Spass ins Rollen kommt! Komm, nimm auch Du teil am Bowling-Event 2026. Wir

t­reffen uns am Freitag, den 20. November 2026 um 18 Uhr im Bowling Restaurant Vicino in Muttenz.

Datum: Freitag, 20. November 2026 Treffpunkt: Restaurant Vicino, Rössligasse 1, 4132 Muttenz Beginn: 18.00 Uhr Ende: ca. 20.30 Uhr Teilnehmende: Mitglieder des SCV aus allen Sektionen Kosten inklusive Apéro und Bowling: Für beim SCV gemeldete Lernende: kostenlos

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Für Mitglieder des SCV: kostenlos Für Nicht-Mitglieder: CHF 10.- pro Person Weitere Getränke und Speisen gehen zu Lasten der Teilnehmenden. Anmeldung bis spätestens 10. November 2026 per E-Mail an: felice.bertolami@gmx.ch

Für den SCV, Sektion Nordwestschweiz Felice Bertolami Tel. 078 799 64 90 45


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Trennung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten Mit neuen HPLC-Trennsäulen auf Basis der Hydrophoben Interaktionschromatographie (HIC) lässt sich die Trennung von AntikörperWirkstoff-Konjugaten (ADCs) verbessern, die hohe Anzahlen von Wirkstoffmolekülen pro Antikörpermolekül aufweisen. Namentlich Tosoh Bioscience, Griesheim, baut sein Portfolio für die Analyse von Biotherapeutika mit speziell für die hochauflösende Charakterisierung von ADCs entwickelten HIC-ADC Säulen weiter aus. Die Säulen ermöglichen eine präzise und reproduzierbare Bestimmung der Drug-to-Antibody

Ratio (DAR), einem entscheidenden Qualitätsattribut für Wirksamkeit und Sicherheit von ADCs. Aktuelle Anwendungsdaten zeigen, dass die neue HIC-ADC-Butyl-Säule des Portfolios eine verbesserte Trennung von ADC-Spezies mit hohen DAR-Werten im Vergleich zu herkömmlichen HICSäulen ermöglicht. Dies führt zu einer höheren Robustheit und Reproduzierbarkeit bei der ADC-Charakterisierung. Die betreffende HIC-ADC-Serie ist mit Butyl- und Phenyl-Chemien erhältlich und basiert auf einer speziellen Technologie mit nicht-

Photometrie: So läuft es rund und schnell Damit ein photometrischer Schnelltest in der Wasseranalyse wirklich schnell von der Hand geht, greift der Laborant idealerweise auf Rundküvettenteste, vordosierte Reagenzien und Zusatzreagenzien sowie fehlbedienungssichere Anleitungen zurück. Das alles gibt es jetzt im Paket. Der Anwender entnimmt die Rundküvetten einer stabilen Box und

verfügt via farbige Deckelpiktogramme über ein Schritt-fürSchritt-Vorgehen zur Durchführung der Analyse. Chargenspezifische Informationen stehen über einen 2D-Barcode auf der Verpackung zur Verfügung (Nanocolor, Macherey-Nagel). Bestimmen lassen sich auf diese Weise zahlreiche Parameter: Ammonium, Nitrat, Phos-

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phat, AOX, Chlor, Tenside, Schwermetalle, unterschiedliche CSBMessbereiche bis 60’000 mg pro Liter O2 und vieles mehr. Die eigentliche photometrische Messung kann in Geräten desselben Herstellers erfolgen, wahlweise in einem Kompaktphotometer für die mobile Wasseranalytik oder in einem Photometer für spezifische Analysen (z.B. Trinkwasser,

Fischerei, Schwimmbad, CSB-Analytik). Die Rundküvetten sind auf diese Geräte abgestimmt.

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pharmazeutischen Entwicklung und Qualitätskontrolle. Mit dem anhaltenden Wachstum des ADC-Marktes unterstützt ­Tosoh Bioscience Forscher und Hersteller mit innovativen analy­ tischen Lösungen, die die Ent­ wicklung, Charakterisierung und Kommerzialisierung der nächsten ­Generation von Biotherapeutika vorantreiben.

porösen Partikeln. Diese bietet eine besonders hohe Auflösung, Selektivität und Methodenrobustheit für Anwendungen in der bio-

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Mit Wärmepumpen energieeffizient trocknen Wo energieeffiziente Trocknungslösungen für anspruchsvolle industrielle Prozesse gefragt sind, bietet sich eine Wärmepumpentrocknung an.

Temperaturen statt. Dadurch eignet sich das Verfahren auch für temperaturempfindliche Produkte und Anwendungen mit hohen An-

Sie arbeitet im geschlossenen Luftkreislauf bei niedrigen Temperaturen und ermöglicht dadurch eine schonende, sichere und reproduzierbare Trocknung. Das Herzstück der Technologie ist eine hocheffiziente Wärmepumpe. Sie entzieht der Prozessluft Feuchtigkeit und führt die aufbereitete, trockene Luft anschliessend wieder dem Trocknungsprozess zu. Durch diese Kreislaufführung wird die eingesetzte Energie effizient genutzt und der Energiebedarf gegenüber konventionellen Trocknungsverfahren deutlich reduziert. Die Trocknung findet bei definierten und vergleichsweise niedrigen

forderungen an Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit. Temperatur, Luftführung und Trocknungsparameter werden individuell auf Produkt und Prozess abgestimmt. Ein weiterer Vorteil besteht in einer kundenspezifischen Auslegung. So können Wärmepumpen sowohl in neue Produktionslinien integriert als auch zur energetischen Optimierung bestehender Trocknungsprozesse eingesetzt werden.

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rialien, Abmessungen sowie Endstücke und Adapter erlauben eine passgenaue Auswahl – von der Partikelfiltration bis zur Erzeugung von Reinstwasser. Ergänzend bietet Swissfilter ein- und mehrlagige Filterbeutel. Filz-, Mikrofaser- und Monofilament-Varianten decken unterschiedliche Anforderungen an Abscheiderate, Schmutzaufnahmekapazität, Filtrationstiefe und mechanische Belastbarkeit ab. So lässt sich die Filtration gezielt auf den jeweiligen Prozess abstimmen. Swissfilter AG CH-5037 Muhen info@swissfilter.ch swissfilter.ch

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3 in 1: Massenstrom, Dichte und Konzentration in einem Messsystem Coriolis-Massedurchflussmesser erfassen den Massedurchfluss (oder: Massenstrom) direkt und bestimmen gleichzeitig Dichte und Temperatur. Daraus lassen sich je nach Anwendung weitere Prozessgrössen wie Volumenstrom, Referenzdichte oder Konzentration berechnen und für die Prozessüberwachung nutzen. Ein Vorteil des Messprinzips: Es sind keine Beruhigungs-, Vor- oder Nachlaufstrecken erforderlich. Co-

riolis-Messgeräte lassen sich dadurch auch bei begrenzten Platzverhältnissen in bestehende oder neue Anlagen integrieren. Für eine präzise Messung bleibt die richtige Auslegung entscheidend. Durchflussbereich, Druck, Temperatur, Rohrdimension, Werkstoff und geforderte Messgenauigkeit bestimmen die geeignete Geräteausführung. Zimmerli Messtechnik AG setzt für solche Messaufgaben unter ande-

rem Rotamass Total Insight für Flüssigkeiten und Gase ein. Entscheidend ist dabei nicht allein das Messgerät, sondern seine passende Spezifikation für die jeweiligen Prozessbedingungen.

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Hygiene gut, Kontrolle besser – Box am besten Eine fehlerhafte Desinfektion kann zu Kreuzkontaminationen, verfälschten Analyseergebnissen oder mikrobiologischen Risiken in der Laborumgebung führen. Eine konse­quente Händehygiene ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung und des Arbeitsschutzes, wobei vor allem die Einreibetechnik mit Desinfektantien eine zentrale Rolle spielt. Sogenannte Händehygiene-Trainingsboxen d ­ ienen als didaktische und praktische Schulungssysteme, um korrekte Desinfektionstechni-

ken zu vermitteln und zu überprüfen (z.B. Derma LiteCheck Box, Bode Chemie). Eine Kontrolle der effizienten Händedesinfektion kann mit jedem gewünschten Händedesinfektionsmittel durchgeführt werden. Zur Herstellung einer Trainingslösung werden der Inhalt eines fluoreszenzstoffhaltigen Konzentrats aus der Tube (Visirub-conc., Hartmann) oder einer vollen 500-ml-Flasche Sterillium oder 500 ml eines anderen alkoholischen Desinfektions-

mittels zugefügt. Mit dieser Trainingslösung werden die Hände wie bei einer routinemässigen Händedesinfektion eingerieben. Das im Inneren der Trainingsbox erzeugte UV-Schwarzlicht zeigt schnell und einfach nachvollziehbar alle Benetzungslücken auf, die durch eine unvollständige Desinfektion entstanden sind. Roth AG CH-4144 Arlesheim info@carlroth.ch www.carlroth.ch

HMI-Plattform für den Einsatz bis in Zone 2 Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine (HMI) werden zu minimalistischen «Thin Clients», zu abgespeckten Computern, die fast alle Aufgaben an einen zentralen Server oder in die Cloud auslagern. In diesem Umfeld bietet sich als modulare HMI-Plattform für den flexiblen Einsatz in ATEX/IECEx Zone 2/22, NEC 500 Div. 2 sowie Nicht-Ex-Bereichen VisuNet FLX von Pepperl + Fuchs an. Ob Remote- oder Direktmonitor, Industrie- oder Box-PC: Das modulare «One-fits-all»-Konzept ermöglicht eine präzise Konfigurati-

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on und eine schnelle Anpassung oder den Austausch von Komponenten direkt im Feld. Je nach Anwendung stehen Edelstahl- oder Aluminiumgehäuse, verschiedene Displaygrössen sowie zahlreiche Peripheriegeräte und Zubehör zur Verfügung. Vorkonfigurierte Systeme sind schnell verfügbar; individuelle Lösungen können weltweit über die Solution Engineering Center (SEC) realisiert werden. Zu den Vorteilen zählen hohe Flexibilität, einfache Montage, zukunftssichere Celeron- und i5-Prozessoren der 7. Intel-Generation

sowie zuverlässiger Betrieb über einen weiten Temperaturbereich. Als erstes durchgängiges ThinClient-Portfolio reicht VisuNet von der Leitwarte bis zu Anwendungen in Zone 1 / 21 und Division 1. Ein globales Netzwerk gewährleistet zudem zertifizierte Produkte sowie umfassenden Service und Support.

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