Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE
Keeps flowing since 25 years

Seit 25 Jahren Ihr Spezialist für Pumpenlösungen zur Förderung anspruchsvoller Produkte



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Offizielles Organ des Schweizerischen Chemie- und Pharmaberufe Verbandes

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE CHEMIE- UND LABORBRANCHE
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Unsere Messtechnik für Prozess-, hydrostatischen und Differenzdruck ist bereit für alles, was die chemische Industrie braucht. Weltweit steht sie für bewährte Lösungen und zukunftsweisende Innovation. VEGA-Druckmesstechnik bedeutet mehr als optimierte Abläufe. Sie gibt Ihnen die entspannte Gewissheit, dass die beste Technik im Einsatz ist. Alles wird möglich. Mit VEGA





Bürokratieinfarkt! Weg mit den Richtlinien und Vorschriften! So ertönt es schon länger aus Kreisen der Politik und Wirtschaft. Einst mit «Compliance» glänzend gemacht, sind die rechtlichen und normativen Vorgaben jetzt nur noch «Regulierungslast», die Ineffizienz verursacht.
Mit den regulatorischen Anforderungen ist es wie mit den Impfungen: Funktionieren sie, merkt es keiner. Doch «Laissez-faire» kann als Folge unermessliche Kosten haben. Zum Beispiel PFAS, welche die Plazentaentwicklung in der Schwangerschaft stören, Kinder-Klebetattoos, die krebserregendes Benzol enthalten, oder die Brandkatastrophe im Wallis – nach der die Kantone die geplante Vereinfachung der Brandschutzvorschriften auf Eis gelegt haben.
Doch ist Regulatorik wirklich ein Bremser von Wirtschaftlichkeit? Klar, die Bürokratie, mit der Unternehmen konfrontiert sind, ist teils unverständlich. Doch Ineffizienz entsteht auch durch ausser Kontrolle geratene Projekte, ineffiziente Informationsflüsse, unstrukturierte Meetings, behinderte Entscheidungsfindung oder falsch gesetzte Prioritäten.
Eine Studie der Hochschule Luzern und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel zeigt eine Zunahme schwerer Unternehmenskrisen im deutschsprachigen Raum: Jedes dritte börsennotierte Unternehmen hat seit 2018 einen massiven Kurseinbruch erlitten. Gemäss der Analyse sind mehr als die Hälfte der Krisen auf strategische oder interne (Fehl-)Entscheidungen zurückzuführen (Schweizer Unternehmen erweisen sich im Ländervergleich als besonders widerstandsfähig).
Eine Studie der Universität Zürich kommt zum Schluss, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und ethische Standards für Lieferketten nicht ausschliessen. Neue Gesetze zur Sorgfaltspflicht gegenüber Zulieferern schaden nicht, wie viele Wirtschaftskreise unisono behaupten.
Gemäss Branchenvertretern ist aber – auffällig oft – der Regulierungsdschungel schuld an den (respektive ihren) schlechten Zahlen. Interessanterweise zeigt sich, dass es heute genau den Unternehmen gut geht, die sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht hatten und mit der Modernisierung früh begonnen hatten.
Regulierungen, Standards, Richtlinien, Vorschriften, interne Regeln und freiwillige Normen dienen letztendlich allen. Dank verbindlichen Vorgaben reduzieren wir Krankheit, teure Behandlungen, Leid, Verschmutzung und Zerstörung der Umwelt.
Weniger Bürokratie ist wohl an vielen Stellen zu begrüssen, doch sollte dabei zuerst sichergestellt werden, dass die Gesundheit von Mensch und Natur nicht tangiert wird und die Verhältnismässigkeit stimmt. Orientiert sich etwa der gesetzliche PFAS-Höchstwert in Lebensmitteln der gemessenen Belastung (wie soeben von Magazin Saldo aufgedeckt), ergibt das ebenso wenig Sinn wie die EU-Regelung der fest verbundenen PET-Flaschendeckel.

Luca Meister l.meister@sigimedia.ch
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Vielseitige Photoschalter –jetzt «designbar»
Forschenden der Universität Wien und der Technischen Universität Wien ist es erstmals gelungen, die Schaltzeiten von Photoschaltern gezielt masszuschneidern. 04
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Fluoreszenzmikroskop fürs Smartphone
Ein Fluoreszenzmikroskop, das mit einem Smartphone betrieben werden kann: Damit werden schnelle medizinische Tests möglich – auch ausserhalb von Spitälern.
Der Kontext beeinflusst die Wahrnehmung
Wie Menschen Gerüche beurteilen, hängt nicht nur vom Geruchsstoff ab. Der gesundheitliche Nutzen von regulierten Geruchsbewertungen von Bauprodukten ist also fraglich.
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Welche Chemikalien wirken neurotoxisch?
Ein neues Verfahren auf Basis des Zebrafischmodells ermöglicht Neurotoxizitätstests im Hochdurchsatzverfahren und verzichtet auf konventionelle Tierversuche.
IMPRESSUM
Die Fachzeitschrift für die Chemie- und Laborbranche www.chemiextra.com
Erscheinungsweise
7 × jährlich
Jahrgang
16. Jahrgang (2026)
Druckauflage 7300 Exemplare
ISSN-Nummer 1664-6770
Verlagsleitung
Thomas Füglistaler

Herausgeber/Verlag
SIGI media AG
Alte Bahnhofstrasse 9a
CH-5610 Wohlen +41 56 619 52 52 info@sigimedia.ch www.sigimedia.ch www.chemiextra.com
Anzeigenverkauf
SIGI media AG
Jörg Signer
Thomas Füglistaler
Andreas A. Keller
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Redaktion
Luca Meister
Alte Bahnhofstrasse 9a
CH-5610 Wohlen
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Dr. Christian Ehrensberger +41 56 619 52 52 c.ehrensberger@sigimedia.ch

Das Comeback der Biphenomycine
Die Naturstoffe verfügen über ausgezeichnete antimikrobielle Eigenschaften, konnten jedoch bislang nicht für neue Wirkstoffe genutzt werden.

Vergessener Hafer aus den Alpen
Hafersorte «Hative des Alpes»: Seine Erbgutinformationen finden Eingang in den ersten Gen-Atlas über Hafer – und tragen dazu bei, neue Hafersorten zu züchten.
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CO 2-Abscheidung mit Graphen-Membranen
Ein neues, graphenbasiertes Membranmaterial könnte den Energieverbrauch und die Kosten für die CO2-Abscheidung aus Energie- und Industrieanlagen senken.
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Mikroplastik-Filter wie ein Fischmaul
Ein neuer Filter, inspiriert vom Kiemenreusensystem von Fischen, entfernte in ersten Tests mehr als 99 Prozent der Plastikfasern aus dem Abwasser von Waschmaschinen.
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Molekulare «Lichterkette» mit Quanten-Note
Forschenden ist es gelungen, organische Porphyrin-Moleküle mit funktionellen Metallzentren an ein Graphen-Nanoband zu binden, und das mit atomarer Präzision.

ZUM TITELBILD
Bereits seit der Gründung vor 25 Jahren steht der Slogan Keep flowing für die zentrale Motivation der Almatechnik TDF massgeschneiderte und nachhaltige Lösungen für nahezu alle industriellen Branchen anzubieten, in denen Flüssigkeiten aller Art bewegt werden. Das Wasserzeichen auf dem Titelbild symbolisiert unseren Anspruch Flüssiges nicht nur in Bewegung zu bringen, sondern es auch in Bewegung zu halten.
Dank unseres grossen Engagements und unserer langjährigen Erfahrung in der Beschaffung, dem Vertrieb und der Auslegung von Pumpenausrüstung und verwandten Produkten können wir optimal auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kundschaft eingehen. Auch nach dem Verkauf stehen wir unseren

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N6 ist «Molekül des Jahres 2025»
Neue Wege zu grünem Wasserstoff
Arosa mit Chemical Landmark ausgezeichnet
Intelligente Etikette für empfindliche Güter
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Ein halbes Jahrhundert Edelstahlkompetenz
CO 2 als Rohstoff – neues Verfahren
Erste Methan-Pyrolyse-Anlage in Zug eingeweiht
VERBANDSSEITEN 39
PRODUKTE 43
LIEFERANTENVERZEICHNIS 45

Seit 25 Jahren Ihr Spezialist für Pumpenlösungen zur Förderung anspruchsvoller Produkte

Kunden mit umfassender Unterstützung in Instandsetzung und Unterhalt zur Seite. Die interne Werkstatt inklusive Prüfsystem sowie ein umfangreiches Ersatzteillager ermöglichen es uns, die meisten Reparaturen in kürzester Zeit durchzuführen.


Die Zufriedenheit unserer Kunden bleibt auch in Zukunft unser oberstes Ziel. Entsprechend ist Almatechnik TDF stets bestrebt, die Erwartungen unserer Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen.
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Licht an, und der Wirkstoff wirkt und lässt sich später auch wieder abschalten. (Bild: PSI/computergeneriertes Symbolbild)
Forschenden der Universität Wien und der Technischen Universität Wien ist es erstmals gelungen, die Schaltzeiten von Photoschaltern gezielt masszuschneidern, von Molekülen also, die unter Lichteinfluss einen reversiblen Übergang in einen angeregten Zustand bzw. in eine andere geometrische Struktur durchlaufen.
Christian Ehrensberger
So lassen sich in der Photopharmakologie sich bestimmte Wirkstoffe gezielt mit Licht aktivieren oder inaktiveren. Photoschalter können aber auch noch anders: Sie speichern zum Beispiel die mit Solarzellen gewonnene Energie und geben sie bei Bedarf später wieder ab. Oder die Miniaturschalter dienen zum Switch von Materialeigenschaft A zu Materialeigenschaft B, oder man nutzt sie zur Datenspeicherung. Wiener Wissenschaftler haben jetzt den Mechanismus von Photoschaltern entschlüsselt und damit das Tor zu ihrem treffsicheren Design geöffnet.
Photopharmakologie mit grosser Zukunft
Einen entscheidenden Schub erhielt die Photopharmakologie bereits vor zweiein -

halb Jahren durch eine Arbeitsgruppe am Paul-Scherrer-Institut. Diese drehte damals mit Hilfe des Schweizer Freie-Elektronen-
Röntgenlasers (Swissfel) und der Synchrotron-Lichtquelle-Schweiz (SLS) einen Film zum Thema und demonstrierte: Unter Ver-

Jörg Standfuss (l.) und Maximilian Wranik an der Experimentierstation Alvra des Schweizer Freie-Elektronen-Röntgenlasers: Hier wurden entscheidende Untersuchungen zur Photopharmakologie durchgeführt. (Bild: PSI/Markus Fischer)
wendung der Photopharmakologie könnten Leiden wie Krebs noch effektiver als bisher medikamentös behandelt werden. Dazu werden die Medikamente mit einem molekularen Lichtschalter versehen. Der Wirkstoff wird mit einem Lichtimpuls erst dann aktiviert, wenn er am Wirkort im Körper angekommen ist. Und wenn seine Aufgabe erledigt ist, lässt er sich mit einem anderen Lichtimpuls auch wieder ausschalten. Damit könnten sich mögliche Nebenwirkungen einschränken und die Entstehung von Resistenzen (z.B. gegenüber Antibiotika) reduzieren lassen. Um einen herkömmlichen Wirkstoff lichtsensibel zu machen, wird er mit einem geeigneten Substituenten modifiziert. Maximilian Wranik, Jörg Standfuss und ihre Arbeitsgruppe wählten für ihre Experimente den Anti-Krebs-Kandidaten Combretastatin A-4 (kurz: «CA4»).
Das modifizierte CA4-Molekül ist um eine Brücke aus zwei Stickstoffatomen erweitert. Im inaktivierten Zustand hält diese Azobrücke die Molekülbestandteile, die sie verbindet, gestreckt zu einer länglichen Kette. Auf den Lichtimpuls hin biegt sich die Verbindung und bringt beide Kettenenden näher zueinander. Das Entscheidende dabei: In der lang gestreckten Form passt das Molekül nicht in die Bindetaschen des Tubulins. Das sind Vertiefungen an der Proteinoberfläche, an denen das Molekül andockt, um seine Wirkung zu entfalten. In der gebeugten Form jedoch passt es hi nein wie ein Schlüssel ins Schloss.
Die Vorgänge dabei gehen aber weit über das einfache Schlüssel-Schloss-Prinzip hinaus : «Anders als es in den Lehrbüchern steht, verhalten sich sowohl der Schlüssel als auch das Schloss dynamisch und ändern ständig ihre Form», so Maximilian Wranik. Die genaue Kenntnis dieser Vorgänge, die im Film erstmals sichtbar gemacht wurden, bieten die Möglichkeit, neue Wirkstoffe passgenauer zu gestalten. Dabei lassen sich die Bindedauer und damit die Wirksamkeit eines Medikaments verbessern.
Programmieren mit dem Lichtschalter
Schon vor fünf Jahren konnte ein Forschungsteam um Prof. Dr. Andreas Walther und Prof. Dr. Henning Jessen vom Exzel -

Marko Mihovilovic, Dekan der Fakultät für Technische Chemie an der TU Wien, vergleicht den zugrunde liegenden Photoschalt-Prozess mit einer Achterbahnfahrt: «Man kann sich das wie eine Achterbahn mit zwei Weichen vorstellen: Wenn ich links abbiege, schaltet das Molekül schnell, wenn ich rechts abbiege, schaltet es langsam. Nur muss ich diesen Prozess verstehen, um gezielt umschalten zu können.» (Grafik: Maximilian Wutscher)
lenzcluster Living, Adaptive and Energyautonomous Materials Systems (Livmats) an der Technischen Universität Dresden und Jie Deng vom Institut für Makromolekulare Chemie der Universität Freiburg erstmals zeigen, wie sich einzelne Bausteine von selbstorganisierenden Strukturen auf DNA-Basis mit lichtreaktiven Photoschaltern aktivieren und steuern lassen: Bei Lichteinwirkung wird das Molekül ATP freigesetzt. Es liefert die Energie für ein Enzym, das DNA-Bausteine zu einem Strang verbindet. Ein weiteres Enzym trennt den Strang an diesen Bindestellen wieder, so dass sich der Strang dynamisch verlängert und verkürzt. In ihrer Arbeit führen die Freiburger Forscher den DNA-Bausteinen in einem solchen System den Energielieferanten Adenosintriphosphat (ATP) zu. An eine Seite des ATP haben die Wissenschaftler molekulare Photoschalter gesetzt. Diese reagieren auf Licht, indem sie bei gezielter Bestrahlung abfallen und das ATP als wirksames Treibstoffmolekül für das System freigeben.
Die Lichtwellenlänge, die Dauer der Bestrahlung und die Lichtstärke beeinflussen dabei die Steuerung der Photoschalter. Die Aktivierung des ATP setzt wiederum einen Prozess in Gang: Eine Bindung, die aus
den DNA-Monomeren längere Stränge bildet, wird durch ein Enzym geschlossen. Ein anderes Enzym, das DNA an bestimmten Positionen erkennen und schneiden kann, spaltet die Verbindungsstellen wieder. Auf diese Weise werden die DNABausteine an definierten Stellen getrennt und neu zusammengefügt. Es findet ein gleichzeitiger Auf- und Abbau der Bausteine statt. Im Laufe dieses Prozesses verbinden sich die einzelnen DNA-Bausteine zu einem Polymer.
«Unser langfristiges Ziel besteht darin, unter Ausnutzung des biologischen Treibstoffs ATP synthetische Materialien zu entwickeln, die die Grenze zwischen lebender und toter Materie zumindest verwischen», erklärte Andreas Walther. «Wenn wir in der Lage sind, ATP als Treibstoff zu nutzen und chemische Energie in Arbeit zu verwandeln, können wir die nächste Generation an Implantatmaterialien entwerfen, die sich aktiv verändern und mit dem Körper wirklich interagieren.»
Winzige Schalter, grosse Wirkung
Dem genauen Schalt-Mechanismus ist nun das interuniversitäre Team aus Wien auf den Grund gegangen. Dabei fokussierte es sich auf die Stoffklasse der Arylazo -


Bei Lichteinwirkung wird das Molekül ATP freigesetzt. Es liefert die Energie für ein Enzym (blau), das DNA-Bausteine zu einem Strang verbindet. Ein weiteres Enzym (grün) trennt den Strang an diesen Bindestellen wieder, so dass sich der Strang dynamisch verlängert und verkürzt. (Bild: Michal Rössler)
pyrazole und damit auf bekannte Photoschalter-Kandidaten. Sie sollten sich nun auf eine Ideal-Lebensdauer des angeregten Zustands hin massschneidern lassen –perfekt für die Anwendung in der Photopharmakologie.
In der Elektronik lautet die Aufgabenstellung dagegen generell: «bitte möglichst kurzer Schaltzeiten!» Auf der Basis ihres tiefergehenden Verständnisses werden die
Wiener Forscher nun zu Molekülingenieuren für Photoschalter. Die wesentliche Stellschraube dabei ist der Substituent. Schon kleine Veränderungen haben eine grosse Wirkung, die sich jetzt im Voraus kalkulieren lässt. Damit gehört das reine Ausprobieren der Vergangenheit an. Stattdessen wird man in Zukunft gezielt neue Moleküle mit massgeschneiderten Schalteigenschaften entwickeln.
Literatur
1. https://www.bionity.com/de/news/1179609/ medikamente-mit-licht-an-und-abschalten.html, Zugriff am 18.12.2025
2. Wranik, M., Weinert, T., Slavov, C. et al. Watching the release of a photopharmacological drug from tubulin using time-resolved serial crystallography. Nat Commun 2023; 903(14). https://doi.org/10.1038/s41467023-36481-5
3. https://www.bionity.com/de/news/1166185/ programmieren-mit-dem-lichtschalter.html, Zugriff am 18.12.2025
4. Jie Deng, Dominik Bezold, Prof. Dr. Henning J. Jessen, Prof. Dr. Andreas Walther: Multiple Light Control Mechanisms in ATP-Fueled Nonequilibrium DNA Systems. Erstpublikation am 30. März 2020. https://doi.org/10.1002/ anie.202003102
5. https://www.bionity.com/de/news/1187139/ winzige-schalter-grosse-wirkung.html?utm_ source=newsletter&utm_medium=email&utm_ campaign=bionityde--2025-09-15--2&mtm_ group=bionityde&WT.mc_id=ca0264, Zugriff am 18.12.2025
6. Katharina Schlögl, Nadja K. Singer, Dominik Dreier, Hubert Kalaus, Rafaela C. O. Conceição, Marko D. Mihovilovic, Leticia González: Mechanistic Insight into Para-Substituent Control of Thermal Half-Lives in Arylazopyrazole Photoswitches. Angew. Chem. 2025; 137(43). Online-Publikation: 6. Oktober 2025


Kreiselnde
Wassermoleküle bewegen sich anders als gedacht über zweidimensionale Oberflächen – ein neuer Ansatz für das Design von Enteisungsbeschichtungen, mikrofluidischen Geräten und Schmierstoffen.
«Wir neigen dazu, Wasser als simpel anzusehen, aber auf molekularer Ebene verhält es sich ziemlich aussergewöhnlich», sagt Marco Sacchi von der University of Surrey. «Unsere Arbeit zeigt, dass kleinste Details einer Oberfläche die Bewegung von Wasser verändern können – etwas, das uns helfen könnte, bessere Beschichtungen, Sensoren und Geräte zu entwickeln.» Die Anwendungsmöglichkeiten erstrecken sich auf alles, was auf der Steuerung von Wasser im Nanobereich beruht.
Marco Sacchi und weitere Forscher aus Surrey und Wien haben in einer Studie in Nature Communications verglichen, wie sich einzelne Wassermoleküle über Oberflächen von hexagonalem Bornitrid (h-BN) und von Graphen bewegen. Sowohl Graphen als auch h-BN sind ultradünne, blattartige Materialien mit ähnlichen Wabenstrukturen. Während Graphen jedoch elektrisch leitfähig ist, ist h-BN ein Isolator. Dieser Unterschied manifestiert sich in der Art und Weise, wie Oberflächen mit Wasser interagieren.
Mit Hilfe der Helium-Spin-Echo-Spektroskopie entdeckten die Forscher, dass sich Wassermoleküle auf h-BN drehend und

Die Bewegungsart von Wassermolekülen auf zweidimensionalen Oberflächen birgt som manche Überraschung, was man sich zunutze machen kann. (Bild: TU Graz/A. Tamtögl)

In Europa kam es Anfang Jahr in der Luftfahrt zu winterbedingten Ausfällen und Verspätungen, wovon auch Tausende Swiss-Fluggäste betroffen waren. Abhilfe könnten neue Enteisungsbeschichtungen schaffen, die auf einem vertieften Verständnis der Wasserbewegung auf zweidimensionalen Oberflächen basieren. (Bild: Adpic)
rollend bewegen wie ein Kreisel auf einer Tischplatte. Auf Graphen dagegen springen sie zwischen definierten Stellen. «Es ist fast so, als würde das Molekül gehen statt hüpfen», sagt Anton Tamtögl vom Institut für Experimentalphysik der Technischen Universität Graz. «Diese kontinuierliche, rotierende Bewegung war völlig unerwartet.»
Auf die Unterlage kommt es an Um zu verstehen, warum das so ist, modellierten die Forscher die Bewegung auf atomarer Ebene mittels Computersimulationen. Sie fanden heraus, dass Wasser auf h-BN leichter gleitet, wenn dieses Material auf einer Nickelschicht liegt. Es gibt dort weniger Reibung, so dass sich ein einzelnes Wassermolekül einfacher bewegen kann. Auf Graphen ist es umgekehrt: Das Metall darunter «verbindet» die inneren Schwingungen des Wassermoleküls stärker mit der Oberfläche. Dadurch entsteht
mehr Reibung, und das Molekül kann sich weniger geschmeidig fortbewegen. «Die Unterlage unter dem 2D-Material erwies sich als entscheidend», erklärt Marco Sacchi. «Sie kann das Verhalten von Wasser komplett verändern – und sogar das Gegenteil von dem bewirken, was wir erwartet hatten.»
«Wenn wir durch die Wahl des richtigen Materials und Substrats die Bewegung von Wasser steuern können, könnten wir Oberflächen entwickeln, die die Benetzung kontrollieren oder der Vereisung widerstehen», sagt Anton Tamtögl. «Das ist für alles, von Beschichtungsanwendungen bis hin zu Entsalzungsmembranen, von grossem Wert.»
www.tugraz.at


oder
bewertet wird,
Wie Menschen Gerüche beurteilen, hängt keineswegs allein vom Geruchsstoff ab. Holzgerüche werden deutlich angenehmer bewertet, wenn gleichzeitig eine passende Abbildung von Holz gezeigt wird. Die Ergebnisse aus 2 Studien legen nahe, dass der gesundheitliche Nutzen von regulierten Geruchsbewertungen von Bauprodukten fraglich ist.
Holz liegt im Trend: Es ist nachhaltiger als Beton oder Stahl und bringt Wärme und Natürlichkeit in Wohnräume. Doch wer Holz in Innenräumen verbaut, holt sich einen Baustoff mit Eigengeruch ins Haus. Denn solche organischen Materialien emittieren flüchtige organische Verbindungen (VOC; Volatile Organic Compounds) und somit Gerüche, die wiederum die Innenraumluftqualität beeinträchtigen können. Um eine gesunde Innenraumluft zu gewährleisten, können Baumaterialien einer sensorischen Geruchsprüfung nach DIN ISO 16000-28:2021 unterzogen werden, in der die Geruchsstoffe präsentiert und bewertet werden.
Forschende am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund (IfADo) und am Thünen-Institut für Holzforschung haben Im Projekt «Wood for Good» genauer un -

tersucht, wie Menschen den Geruch verschiedener Holzmaterialien wahrnehmen und welchen Einfluss das Bild des dazugehörigen Materials auf diese Bewertung hat.
Bei der Bewertung, ob der Geruch angenehm empfunden wird, hat das Sehen einen grossen Einfluss: Die Holzbilder sorgten grundsätzlich dafür, dass der Geruch angenehmer eingestuft wurde.
In der ersten Studie wurden in einem standardisierten Riechtest – nach DIN ISO
16000-28:2021 – 32 Personen verschiedene Holzgerüche präsentiert – darunter Kiefer, Eiche, Kork sowie Holzwerkstoffe wie Grobspanplatten aus Pappel oder Kiefer. Manche Proben wurden mit einem Abbild des Materials gezeigt, andere ohne. Bewertet wurde, wie intensiv, angenehm und vertraut der Geruch ist.
Dabei spielte der visuelle Kontext eine entscheidende Rolle: Wenn das passende Materialbild gezeigt wurde, bewerteten die Testpersonen den Geruch als angenehmer und vertrauter. Besonders positiv wurden Gerüche bewertet, die reich an Terpenen waren – etwa der Duft von Kiefernholz. Gerüche mit höherem Anteil an Essigsäure oder Aldehyden – typisch für Eiche oder manche Holzwerkstoffe – wurden hingegen als weniger angenehm empfunden. Die Intensität des Geruchs hatte keinen
Einfluss darauf, wie angenehm oder vertraut er empfunden wurde.
Ohne Bild war es für die Teilnehmenden schwerer, den Geruch einzuordnen – dadurch sank die Bewertung. Mit zum Geruch passendem Bild, wenn also sichtbar war, dass der Duft von Holz stammt, wurde der Geruch positiver bewertet.
Viviane Gallus, aus der IfADo-Forschungsgruppe Neurotoxikologie und Chemosensorik, untersuchte im Folgenden die Verarbeitung der Geruchsreize im visuellen Bereich des Gehirns. Sie präsentierte 21 Versuchspersonen den Geruch von Kiefernholz oder sauberer Luft mit Bildern von Holzwänden oder -böden oder aber Wänden (wie Steinwänden oder Putz).
Bei der Bewertung, ob der Geruch angenehm empfunden wird, hat das Sehen einen grossen Einfluss: Die Holzbilder sorgten grundsätzlich dafür, dass der Geruch angenehmer eingestuft wurde. Dabei war es weniger relevant, ob Kiefernholzduft oder «normale» Raumluft durch die Nase aufgenommen wurde. Am angenehmsten wurde der Geruch bewertet bei der Übereinstimmung von Holzbild und Holzduft; allerdings nur mit einem leichten Effekt.
Um auszuschliessen, dass die Effekte nicht einfach nur zeigen, wie die gleichzeitige Verarbeitung von visuellen und olfaktorischen Reizen erfolgt, wurde das Experiment ebenso mit Zitrusgeruch durchgeführt.
Die gemessenen Veränderungen in der Gehirnaktivität deuten darauf hin, dass konzeptuell relevante Bilder wohl automatisch als besonders wichtig verarbeitet werden, auch wenn die eigentliche Aufgabe die Geruchsbewertung war – und nicht die Bewertung der Optik.
Geruch nicht gleich
Gesundheitsrisiko
Nur weil ein Geruch stark oder ungewohnt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er gesundheitsschädlich ist. Solange gesetzliche Richtwerte für einzelne VOCs eingehalten werden, ist gesundheitlich keine Beeinträchtigung zu erwarten.
Basierend auf den Ergebnissen raten die Forschenden: Bei der gesundheitlichen Beurteilung von Raumluftqualität müssen

Holzgerüche werden unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. (Bild: Thünen-Institut, Christina Waitkus)
die tatsächlichen VOC-Konzentrationen im Mittelpunkt stehen, die Ergänzung um eine Geruchsprüfung in der aktuellen Form hat vor dem Hintergrund der Studienergebnisse keinen gesundheitsrelevanten Mehrwert. Die Experimente weisen darauf hin, dass Geruchsbewertungen – wie sie aktuell in Normen oder Umweltzeichen vorgesehen sind – leicht beeinflussbar sind und nicht die Wirkung von Gerüchen widerspiegeln. Da Gerüche nur sehr selten ohne ihren visuellen Kontext verarbeitet werden, sollte das konsequenterweise auch bei standardisierten Geruchsprüfungen im Rahmen von Zertifizierungen oder Zulassungsverfahren berücksichtigt werden.
Die Experimente weisen darauf hin, dass Geruchsbewertungen – wie sie aktuell in Normen oder Umweltzeichen vorgesehen sind – leicht beeinflussbar sind und nicht die Wirkung von Gerüchen widerspiegeln.
Diese Erkenntnisse haben für jeden Bauherren praktische Relevanz: In Gebäuden, in denen Holz verwendet wird, kann es sinnvoll sein, Holzelemente sichtbar zu lassen, vor allem, wenn der Nutzer Holz po -
sitiv bewertet – etwa durch freiliegende Deckenbalken oder Holzverkleidungen. Das könnte positive Effekte auf die subjektive Wahrnehmung der Raumluft und das generelle Wohlbefinden haben. Die Ergebnisse wurden in den Fachzeitschriften Building and Environment und Brain Research publiziert.
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Mikrotubuli sind an der Kommunikation in der Zelle aktiv beteiligt, indem sie empfangene Signale an die Funktionseinheiten der Zelle weiterleiten. Forschende haben jetzt erstmals strukturell aufgeklärt, wie diese Proteinstränge des Zellskeletts dies genau bewerkstelligen. Das könnte helfen, in diese Kommunikation einzugreifen und zum Beispiel Tumorwachstum zu verhindern.
Jan Berndorff
¹
Ob Zellteilung, Zelldifferenzierung, Zellbeweglichkeit oder programmierter Zelltod – verschiedenste Funktionen einer Körperzelle im menschlichen Organismus werden über Signalproteine innerhalb der Zelle gesteuert. Auch die Immunabwehr und das Auslesen von Erbinformationen. Ursprünglich gelangen die Befehle von aussen etwa in Form von Hormonen, Zytokinen oder Wachstumsfaktoren an die Zellmembran, binden dort an entsprechende Rezeptoren und werden dann in Signalproteine übersetzt, die den Befehl ins Zellinnere weitergeben. Über mehrere Stufen gelangt das Signal so auch zu den Mikrotubuli.
Mikrotubuli sind zentrale Proteinstränge des Zellskeletts. Ähnlich wie das Knochenskelett des Menschen den Körper stützt, stützt das Zellskelett die Zelle. Allerdings übernimmt es auch weitere Funktionen. Versteht man die Zelle als eine Stadt, so bilden Mikrotubuli darin sozusagen die Hauptstrassen, die die wichtigen Gebäude (entsprechend den Organellen wie Zellkern, Mitochondrien und Ribosomen) miteinander verbinden und den Transport von Waren (Biomolekülen) zwischen ihnen ermöglichen.
Mit dem Unterschied, dass Mikrotubuli dynamisch sind: Ständig bauen sie neue Verbindungen auf und alte wieder ab, wodurch sie sich neu anordnen. Bisher wurde angenommen, dass Mikrotubuli lediglich Empfänger innerhalb der Zellkommunikation sind, die auf solche Befehle reagieren, indem sie ihre Dynamik und ihre Organisation verändern. Doch tatsächlich erfüllen

Mikrotubuli beim Ab- und Aufbau – diese dynamischen Proteinstränge bilden das Gerüst der Zelle und sind aktiv an der Weiterleitung von Signalen beteiligt. (Bild: PSI, Monika Blétry)
sie auch die Funktion der Weiterleitung von Signalen an andere Empfänger. So aktivieren sie bei Andocken eines solchen Proteins Signalwege für bestimmte Zellfunktionen wie Immunabwehr und Zellteilung, die von elementarer Bedeutung für den Organismus sind. Täten sie dies nicht, kämen gewisse Befehle nicht an ihrem Ziel an und die Zellen würden nicht funktionieren. Das haben Studien schon vor einigen Jahrzehnten gezeigt. Bis zuletzt unklar blieb jedoch, wie diese Weiterleitung der Signale durch die Mikrotubuli auf molekularer Ebene abläuft. Und dies konnte ein Team vom Zentrum für Life Sciences des Paul Scherrer Instituts (PSI) um Erstautor Sung Choi und Projektleiter Michel Steinmetz jetzt am Beispiel eines Signalproteins namens GEFH1 aufklären – in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Alfred Zippelius vom Departement Biomedizin der Universität Basel.

So funktioniert der Prozess
GEFH1 steht für Guanine Nucleotide Exchange Factor H1 und ist ein schon recht gut untersuchtes Signalprotein, das den sogenannten RhoA-Signalweg aktiviert. Allein schon dieser Signalweg – und er ist nur einer von vielen – löst eine ganze Kaskade zellulärer Prozesse aus, die unter anderem die Zellteilung steuern oder die Beweglichkeit der Zelle, sodass sie etwa an der Wundheilung teilnehmen kann. Sobald GEFH1 an die Mikrotubuli erreicht, dockt es an und wird inaktiviert. Mithilfe von Kryo-Elektronenmikroskopie, biochemischen und zellbiologischen Untersuchungen konnte das PSI-Team jetzt nachweisen, dass diese Bindung nur durch einen ganz bestimmten molekularen Teil des aus vielen Aminosäuren bestehenden Proteins erfolgt, die sogenannte «C1Domäne». «Wir haben biotechnologisch Fragmente von GEFH1 hergestellt und getestet, welche in der Lage sind, an Mi -
Erklärungn der Fachbegriffe
Hormone: Körpereigene Substanzen, die Informationen von einer Zelle zur anderen weitergeben. Sie regeln unter anderem den Energie- und Wasserhaushalt, das Wachstum und die Fortpflanzung.
Kryo-Elektronenmikroskopie: Ein wichtiges Instrument der biologischen Strukturanalyse, bei dem die Proben schockgefroren und in nahezu atomarer Auflösung untersucht werden können.
Mitochondrien: Sie gehören zu den Zellorganellen und bilden sozusagen die Kraftwerke der Zellen, die Nährstoffe in Energie umwandeln.
Organellen: Diese Funktionseinheiten übernehmen in der Zelle gewisse Aufgaben ähnlich wie Organe in unserem Körper Aufgaben erfüllen. Zu den Organellen gehören etwa Zellkern, Mitochondrien und Ribosome.
Ribosome: Diese Komplexe aus besonders grossen Molekülen sind sozusagen die Proteinfabriken der Zelle: Sie stellen anhand der Erbinformationen, die im Zellkern stecken, verschiedene Proteine her.
Wachstumsfaktoren: Diese Botenstoffe tragen Informationen von einer Zelle zur anderen und regeln das Zellwachstum und die Differenzierung einer Zelle, also welche Körperfunktion sie später einmal übernimmt.
Zytokine: Sind ebenfalls Botenstoffe, die von Zelle zu Zelle wandern. Sie regeln vor allem die Immunabwehr und aktivieren die Produktion von Abwehrzellen.
krotubuli zu binden», berichtet Sung Choi. «Und wir haben Varianten von GEFH1 mit mutierten Andockstellen gebaut und diese in Zellen eingebracht, um zu sehen, ob sie sich verbinden. So konnten wir eindeutig klären, dass allein die C1-Domäne für die Bindung sorgt.» Und zwar an genau 4 Tubulinen – den speziellen Proteinen, aus denen die Stränge des Mikrotubulus bestehen. GEFH1 setzt sich mit der C1-Domäne zwischen diesen in eine Aussparung wie ein Stopfen in ein passendes Loch. Dies offenbarte das Kryo-Elektronenmikroskop.
Freigesetzt wird das Signalprotein, wenn der Mikrotubulus sich im Rahmen der üblichen Dynamik wieder auflöst und der Tubulinstrang an der Stelle, wo es sitzt, auseinanderfällt. Dadurch wird der RhoASignalweg aktiviert, um weitere zelluläre Prozesse einzuleiten.
Die Ergebnisse der Studie dienen vor allem dem grundlegenden Verständnis zellulärer Prozesse. «Sie vervollständigen unser Bild von den Signalkaskaden, die durch

Erstautor Sung Choi und Projektleiter Michel Steinmetz im Labor: Mithilfe der Kryo-Elektronenmikroskopie haben sie auf molekularer Ebene aufgeklärt, wie sich Mikrotubuli an der Signalübertragung innerhalb der Zelle beteiligen. (Bild: PSI, Markus Fischer)
Botenstoffe wie Hormone und Zytokine in der Zelle ausgelöst werden», sagt Michel Steinmetz. «Als aktives Element in diesem Mechanismus bekommen Mikrotubuli da nochmal einen höheren Stellenwert.» Darüber hinaus biete uns die genauere Kenntnis der Vorgänge neue Möglichkeiten in der Medizin. Schon heute gibt es Wege, Rezeptoren für gewisse Signalproteine an der Zellmembran zu blockieren, um zum Beispiel das wuchernde Zellwachstum bei Krebs zu verhindern oder in anderen Fällen auch die Bindung zu fördern und so etwa die Immunabwehr zu stärken. Solche Eingriffsmöglichkeiten könnte man nun womöglich auch auf der Ebene der C1Domäne und der Mikrotubuli entwickeln. «Wir hätten dann ein zusätzliches Werkzeug, um bei Fehlfunktionen einzugreifen», sagt Sung Choi.
Diese Erkenntnis lässt sich wahrscheinlich auf viele andere Signalproteine und -wege übertragen: «Andere Signalproteine, von denen es neben GEFH1 unzählige weitere gibt, sind zwar anders aufgebaut», erklärt Michel Steinmetz. «Aber viele von ihnen verfügen ebenfalls über eine C1-Domäne und binden damit an die Mikrotubuli.» Entsprechend gross wären die medizinischen Eingriffsmöglichkeiten, indem man die C1Domäne-Bindung blockiert oder fördert. Ein besonders relevantes Beispiel dafür ist das tumorsuppressive Protein RASSF1A, dessen Interaktion mit den Mikrotubuli über die C1-Domäne ebenfalls im Rahmen der Studie nachgewiesen wurde. RASSF1A zählt zu den bekanntesten Tumorsuppressorgenen und ist bei mehr als 40 Krebsarten des Menschen häufig inaktiviert – darunter Lungen-, Brust-, Prostata-, Gliom-, Neuroblastom-, multiples Myelom- sowie Nierenkrebs. Dies verdeutlicht die therapeutische Relevanz des C1-DomänenMechanismus.
Allerdings gibt es auch Signalproteine, die an Mikrotubuli binden, ohne dass sie über eine C1-Domäne verfügen. «Wie sie das machen, wollen wir in weiteren Studien herausfinden», sagt Michel Steinmetz. «Dazu haben wir ja jetzt eine Pipeline an Tests und Verfahren entwickelt, die sich übertragen lässt, um weiteren Mechanismen auf die Spur zu kommen.» Die Studie ist in der Fachzeitschrift Cell erschienen.
www.psi.ch

Schätzungsweise 350 000 Chemikalien sind derzeit weltweit kommerziell verfügbar. Welche möglicherweise neurotoxisch wirken, also schädlich für das (sich entwickelnde) Gehirn sind, darüber ist kaum etwas bekannt. Bislang fehlten effiziente Testverfahren. Ein neues Testverfahren auf Basis des Zebrafischmodells ermöglicht Neurotoxizitätstests im Hochdurchsatzverfahren und verzichtet auf konventionelle Tierversuche.
«Bislang sind weltweit nur etwa 200 Substanzen durch offizielle regulatorische Studien auf neurotoxische Wirkungen hin untersucht», sagt UFZ-Ökotoxikologe Dr. David Leuthold, Erstautor der Studie. «Der Grund dafür ist, dass diese Testverfahren aufwändig, zeitintensiv und teuer sind. Hinzu kommt der ethische Aspekt, denn sie finden überwiegend mit Ratten oder Mäusen statt.» Was fehlt, ist ein ScreeningVerfahren, das auf konventionelle Tierversuche verzichtet und mit dem neurotoxische Wirkungen von Chemikalien und komplexen Chemikalienmischungen schnell, sicher und kostengünstig aufgedeckt werden können. Genau hier setzt die UFZ-Studie an.
Das UFZ-Team verwendete Embryonen des Zebrabärblings (Danio rerio), der in der toxikologischen Forschung häufig eingesetzt wird. Ein Vorteil dieses Modells ist, dass rund 70 Prozent der Gene des Zebrabärblings auch beim Menschen zu finden sind. Die Erkenntnisse aus dem Zebrafischmodell sind daher wahrscheinlich auch auf den Menschen übertragbar. Darüber hinaus sind Fischembryonen aufgrund ihrer geringen Grösse und schnellen Entwicklung für Hochdurchsatzanwendungen geeignet, die wertvolle Einblicke in die Funktion des Nervensystems ermöglichen. Die Forschenden haben mit dem Zebrafischmodell ein Screening-Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, Chemikalien schnell auf neurotoxische Wirkungen zu testen – einschliesslich der Identifikation von Chemikalien, die Lern- und Gedächtnisprozesse stören. Doch wie können Lernen und Gedächtnis in einem Fischembryo untersucht werden? «Da bedienen wir uns einer der simpelsten Formen des Lernens, die Gewöhnung an einen wiederkehrenden Reiz», erklärt Leuthold. «Ertönt


ein akustisches Signal, löst es beim Fisch einen Schreck- oder Fluchtreflex aus. Ertönt es aber immer wieder, gewöhnt er sich daran und hört schliesslich auf, auf den ungefährlichen Reiz zu reagieren.»
Auch der Wechsel zwischen Hell-DunkelReizen führt bei Zebrafischembryonen zu einem veränderten Schwimmverhalten. Die Forschenden kombinierten akustische und visuelle Reize in Häufigkeit, Reihenfolge, zeitlicher Abfolge, Dauer sowie Intensität und konzipierten so ein definiertes Testverfahren.
Zunächst testeten sie mit dem Verfahren chemische Substanzen, deren Wirkung auf das Verhalten von Fischembryonen bekannt war. «Neurotoxische Substanzen können ganz unterschiedlich wirken. Manche führen etwa dazu, dass sich der Fischembryo nicht mehr an einen akusti -
schen Reiz gewöhnt, wodurch ihr Fluchtreflex wiederholt ausgelöst wird. Andere Stoffe können wiederum bewirken, dass die Gewöhnung deutlich schneller eintritt», erklärt Leuthold. «Mit diesen bekannten Substanzen konnten wir eine Art Verhaltens-Fingerabdruck generieren, über den wir dann Rückschlüsse ziehen können, wie die chemische Exposition die Funktion des Nervensystems stört.»
Ein Biozid blockierte das Lernverhalten gänzlich
Anschliessend testeten die Forschenden 10 ausgewählte Substanzen, die ein Rezeptorsystem (NMDAR) beeinflussen, das für Lernen und Gedächtnis eine besondere Rolle spielt. Ob sie auch im Zebrafischmodell eine neurotoxische Wirkung zeigen, darüber war noch nichts bekannt. «Mit
unserem Screening-Ansatz konnten wir bei 6 Substanzen deutliche Effekte auf das Lernverhalten nachweisen. Sie zeigten eindeutig eine neuroaktive Wirkung», sagt der UFZ-Forscher. Dabei fiel eine Substanz besonders auf: Chlorophen, eine Chemikalie, die zu den Bioziden gehört. Im Gegensatz zu den anderen Substanzen führte Chlorophen nicht zu einer schnelleren Gewöhnung an akustische Reize, sondern blockierte das Lernverhalten gänzlich. Und es zeigte sich noch eine weitere Besonderheit. Die Fischembryonen reagierten unter der Wirkung von Chlorophen zwar noch auf akustische Reize, nicht aber auf visuelle. «Dieses Phänomen wird als paradoxe Erregung bezeichnet und tritt bei bestimmten Narkotika auf», so Leuthold. Dass auch Chlorophen diesen Effekt haben kann, war bislang nicht bekannt, weshalb die Forschenden dem dahinterstehenden Wirkmechanismus weiter auf den Grund gehen wollten. Sie stiessen auf eine Studie US-amerikanischer Kolleginnen und Kollegen, in der Narkotika im Zebrafischmodell getestet wurden. Darin wurde gezeigt, dass die paradoxe Erregung unter anderem über bestimmte Rezeptoren (GABAA) vermittelt wird, die eine wichtige Rolle in unserem Zentralnervensystem spielen und massgeblich daran beteiligt sind, Verhalten zu steuern. Könnte die Wirkung von Chlorophen gehemmt werden, wenn GABA ARezeptoren blockiert werden? Dieser Frage ging das UFZ-Team in Untersuchungen mit ihrer Zebrafisch-Plattform nach. Leuthold: «Bei blockierten GABA A -Rezeptoren reagierten die mit Chlorophen exponierten Fischlarven tatsächlich wieder auf visuelle Reize. Aber: Die Blockierung der Rezeptoren konnte das veränderte Lernverhalten nicht rückgängig machen. Wir haben daraus gelernt, dass Chlorophen mehrere molekulare Wirkmechanismen besitzt.» Doch zunächst wollten die Forschenden durch weiterführende Tests, ihre Hypothese zum Wirkmechanismus von Chlorophen über GABA A -Rezeptoren absichern. Dafür nutzten sie aus Mäusen isolierte Neuronen und menschliche neuronale Zellmodelle. In Kooperation mit Forschenden der Universität Leipzig sowie des Leibniz-Instituts für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf konnten sie zeigen, dass Chlorophen ebenfalls über GA -

BA A -Rezeptoren wirkt. Auch Computermodelle, die die chemische Struktur mit möglichen Rezeptoren auf Passung abgleichen, sagten eine Bindung an GABA A -Rezeptoren voraus. Der Wirkmechanismus von Chlorophen über GABA A -Rezeptoren war somit nachgewiesen. Doch was ist mit dem anderen Wirkmechanismus von Chlorophen, der das Lernverhalten verändert? Steckt hier womöglich das erstgenannte NMDA-Rezeptorsystem dahinter? Weiterführende Untersuchungen, wiesen darauf hin, dass Chlorophen wohl nicht direkt mit diesen Rezeptoren interagiert. In der US-Studie mit den im Zebrafischmodell getesteten Narkotika fanden die Forschenden einen Hinweis auf ein weiteres Rezeptorsystem, das bei der paradoxen Erregung eine Rolle spielen könnte: spezielle Kaliumkanäle. «So kam uns die Idee, das Schmerzmittel Flupirtin, das über diese Kaliumkanäle wirkt, in unserer Zebrafisch-Plattform zu testen», erklärt der Ökotoxikologe. «Und tatsächlich – Flupirtin rief nahezu die gleichen Verhaltensmuster hervor wie Chlorophen, einschliesslich reduziertem Lernverhalten. Vermutlich wirkt Chlorophen ganz ähnlich, wenn nicht gar genauso über diese Kaliumkanäle.»
Die Forschenden hoffen, dass sie mit ihrem Screening-Ansatz dazu beitragen können, dass Chemikalien und Chemikalien -
mischungen künftig in grossem Massstab schnell, kostengünstig und ohne konventionelle Tierversuche auf neurotoxische Wirkungen getestet und so Gefährdungen für Mensch und Umwelt frühzeitig erkannt werden können. «Unsere Zebrafisch-Plattform steht im Einklang mit der EU-Chemikalienstrategie sowie dem Konzept des European Green Deal, da sie gefährliche Chemikalien frühzeitig identifizieren kann, bevor sie Schaden anrichten», sagt Leuthold.
Prof. Dr. Tamara Tal, die die Arbeitsgruppe am UFZ leitet, in der die Studie durchgeführt wurde, betont: «Aufsichtsbehörden stehen der Nutzung von Toxizitätsdaten aus Zebrafischstudien zur Regulierung von Chemikalien grundsätzlich skeptisch gegenüber. Wenn wir zeigen können, dass die Wirkweise dieser Chemikalien auf die Entwicklung und Funktion des Gehirns in Zebrafisch-, Maus- und Humanmodellen spezifisch konserviert ist, stärkt das das Vertrauen in die Nutzung verhaltensbasierter Zebrafischdaten. So lässt sich die bestehende Lücke in der Neurotoxizitätsprüfung besser schliessen, mit dem Ziel, die menschliche Gesundheit vor den schädlichen Auswirkungen neurotoxischer Chemikalien zu schützen.» Die Studie ist in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives erschienen.
www.ufz.de

Physikerinnen und Physiker an der Universität Freiburg haben ein Patent für ein Fluoreszenzmikroskop angemeldet, das mit einem Smartphone betrieben werden kann. Das erschwingliche und handliche Tool ermöglicht unter anderem schnelle medizinische Tests – auch ausserhalb von Spitälern.
Das Fluoreszenzmikroskop wurde vor über einem Jahrhundert erfunden und hat sich als unverzichtbares Werkzeug in der Biologie und Medizin etabliert. Es erlaubt, lebende Zellen in Echtzeit sichtbar zu machen, das Gehirn zu kartieren oder Krankheiten wie Krebs und Alzheimer zu untersuchen. Herkömmliche Fluoreszenzmikroskope haben jedoch mehrere Nachteile: Sie sind schwer und unhandlich, benötigen eine zuverlässige Stromversorgung und reagieren empfindlich auf Staub und Feuchtigkeit. Das erschwert ihren Einsatz im Feld oder durch nicht geschultes Personal. Um Fluoreszenzmikroskope für alle zugänglich zu machen, hatte Guillermo Pedro Acuna, Professor am Departement für Physik der Universität Freiburg, die Idee, die Vielseitigkeit von Smartphones zu nutzen. «Diese bieten mehrere Vorteile», erklärt der Spezialist, «sie werden in Serie hergestellt und sind daher kostengünstig, verfügen über hervorragende Bildsensoren und eine hohe Rechenleistung.» Dank dieser Eigenschaften werden Smartphones zunehmend in der Medizin eingesetzt –etwa zur Gesundheitsüberwachung oder für schnelle Diagnosen vor Ort, ohne dass ein Labor aufgesucht werden muss.
Ein hochpräzises Taschenmikroskop
Nach demselben Prinzip gibt es bereits seit rund zehn Jahren Fluoreszenzmikroskope, die mit Smartphones gekoppelt werden können. Ihre Empfindlichkeit wurde zwar stetig verbessert, doch bislang war es nicht möglich, einzelne Moleküle zu erkennen. Um diese «Kurzsichtigkeit» zu beheben, hatte Morgane Loretan, Doktorandin in der Gruppe von Prof. Acuna, die Idee, eine Technik der Superauflösungsmikroskopie zu nutzen, mit der sich einzelne Moleküle präzise lokalisieren lassen.


Kompakt gestaltet: Das Fluoreszenzmikroskop wiegt nur 1,2 Kilogramm und ist kaum grösser als ein Schuhkarton. (Bild: Universität Freiburg)
«Mit dieser Methode konnten wir Bilder mit einer Lokalisierungsgenauigkeit von 86 Nanometern – also 0,000086 Millimetern – erzeugen, was einer elffach höheren Auflösung entspricht», freut sich die Forscherin, die für diese Arbeit mit dem Preis Innovation Challenge 2023 ausgezeichnet wurde. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten
Das Beste daran: Dieses geniale Gerät existiert bereits – nicht nur auf dem Papier. Den Freiburger Forschenden ist es gelungen, ihr Fluoreszenzmikroskop kompakt zu gestalten: Es wiegt nur 1,2 Kilogramm und ist kaum grösser als ein Schuhkarton. Das Gerät ist einfach zu bedienen, kostengünstig (unter 350 Euro) und lässt sich an jedes Smartphone mit Kamera anschliessen.
«Um nur ein Beispiel zu nennen: Mit unserem Mikroskop kann eine Ärztin oder ein Arzt sehr schnell feststellen, ob die Symptome einer Patientin oder eines Patienten durch Bakterien oder Viren verursacht wer-
den», erklärt Morgane Loretan. «So liesse sich der unnötige Einsatz von Antibiotika vermeiden.»
Doch die Anwendungsmöglichkeiten gehen weit darüber hinaus: Die Forschungsgruppe geht davon aus, dass das Freiburger Fluoreszenzmikroskop auch zur Analyse von Krebszellen, zur Beobachtung frischer Gewebeproben oder zur Messung gefährlicher Substanzen in der Umwelt eingesetzt werden kann.
Nicht zuletzt können diese Tests dank der Nutzung von Smartphones überall durchgeführt werden – auch ohne medizinische Infrastruktur. Die Ergebnisse lassen sich anschliessend an entfernte Server übermitteln und mit leistungsstarken Tools wie künstlicher Intelligenz auswerten. «Das könnte die medizinische Diagnostik und Prävention revolutionieren – indem sie schneller, verlässlicher und für viele Menschen gleichzeitig zugänglich wird», schliessen die Autorinnen und Autoren der Studie.
www.unifr.ch
Langjähriges Thema der supra- und biomolekularen Chemie geklärt
Wasser ist überall – es bedeckt den Grossteil der Erde, zirkuliert im menschlichen Körper und ist selbst in den kleinsten molekularen Nischen zu finden. Doch was passiert, wenn Wasser nicht frei fliesst, sondern in solchen Strukturen eingeschlossen ist?
Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Constructor University in Bremen haben erstmals nachgewiesen, dass «eingesperrtes» Wasser sein Umfeld beeinflussen und die Bindung zwischen Molekülen verstärken kann. Ein Teil des Wassers auf der Erde befindet sich in winzigen Ecken und Winkeln – eingeschlossen in molekularen Taschen, wie Proteinbindungsstellen oder synthetischen Rezeptoren. Ob sich dieses Wasser in der Anwesenheit anderer Moleküle neutral verhält oder deren Bindung beeinflusst, war bisher umstritten. «Üblicherweise interagieren Wassermoleküle miteinander am stärksten. Jedoch zeigten experimentelle Daten, dass sich Wasser in solchen engen Taschen ungewöhnlich verhält», sagt Dr. Frank Biedermann vom Institut für Nanotechnologie des KIT. «Wir konnten nun den theoretischen Unterbau für diese Beobachtungen liefern und nachweisen, dass das Wasser in den molekularen Taschen energetisch angespannt ist.»
Die Forschenden nennen diesen Zustand «hochenergetisch» – nicht, weil das Wasser leuchtet oder sprudelt, sondern weil es sich in einem energiereicheren Zustand befindet als gewöhnliches Wasser. Hoch -
energetisches Wasser verhält sich nämlich wie Menschen in einem überfüllten Aufzug: Sobald sich die Tür öffnet, drängen sie hinaus. Genauso schiebt sich hochenergetisches Wasser aus der molekularen Tasche heraus, wenn ein anderes Molekül hineinkommt. Dabei drückt es den Neuankömmling an den freigewordenen Platz. Die Energie des Wassers verstärkt somit die Bindung zwischen dem neuen Molekül und der molekularen Tasche.
Als Basis für ihre Studie nutzten die Forschenden das Wirtmolekül Cucurbituril. Dieses kann andere Moleküle, auch Gastmoleküle genannt, empfangen und ist aufgrund seiner hohen Symmetrie deutlich einfacher zu analysieren als sehr komplexe Systeme wie Proteine. «Je nach Gastmolekül konnten wir mit Computermodellen berechnen, wie viel zusätzliche Bindungskraft das hochenergetische Wasser liefert», erklärt Prof. Werner Nau von der Constructor University in Bremen. «Wir haben festgestellt: Je energetisch angespannter das Wasser ist, desto mehr unterstützt es die Bindung zwischen dem Gastmolekül und dem Wirt, wenn es austritt.»

Biedermann ergänzt: «Die gewonnenen Daten zeigen klar, dass das Konzept hochenergetischer Wassermoleküle physikalisch fundiert ist – und dass gerade diese Wassermoleküle eine zentrale treibende Kraft bei der Bildung molekularer Bindungen darstellen. Selbst natürliche Antikörper, etwa solche gegen SARS-CoV-2, könnten ihre Wirksamkeit teilweise der Art und Weise verdanken, wie sie Wassermoleküle in ihre Bindungstaschen hinein- und wieder herausbefördern.»
Die Erkenntnisse von Biedermann und Nau könnten die Medizin sowie die Materialwissenschaften massgeblich beeinflussen. In der Arzneimittelentwicklung eröffnet die Identifizierung von hochenergetischem Wasser in Zielproteinen die Möglichkeit, Wirkstoffe gezielt so zu gestalten, dass sie dieses Wasser verdrängen, dessen Bindungskraft nutzen und dadurch stabiler im Protein verankert werden – was die Wirksamkeit des Medikaments verbessern kann. In der Materialwissenschaft könnte die Herstellung von Hohlräumen, die solches Wasser ausschliessen oder verdrängen, die Sensorik oder Speicherleistung verbessern. Die Forschenden kombinierten für ihre Studie hochpräzise Kalorimetrie – eine Methode zur Messung der bei molekularen Vorgängen freigesetzten oder absorbierten Wärme – mit Computermodellen, die Dr. Jeffry Setiadi und Professor Michael K. Gilson an der University of California in San Diego erstellt haben. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition publiziert.
www.kit.edu

Die von Bakterien produzierten Biphenomycine verfügen über ausgezeichnete antimikrobielle Eigenschaften, konnten jedoch bislang nicht für die Entwicklung neuer Wirkstoffe genutzt werden. Grund dafür war vor allem ein unzureichendes Verständnis darüber, wie genau die Substanzklasse von ihren mikrobiellen Produzenten hergestellt wird. Jetzt haben Forschende die Biosynthese der Biphenomycine entschlüsselt.
Staphylococcus aureus kann ein breites Spektrum an Infektionen auslösen – von Hautentzündungen und postoperativen Wundinfektionen bis hin zu Lungenentzündungen und lebensbedrohlicher Sepsis. Damit zählt er zu den problematischsten bakteriellen Erregern im Krankenhausumfeld. Da dieser Keim häufig Resistenzen gegen gängige Antibiotika entwickelt, lässt er sich oft nur äusserst schwierig behandeln – in Deutschland werden jedes Jahr rund 132 000 Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)Fälle registriert (für die Schweiz siehe Kasten).
Weiterentwicklung zu
Arzneimittel
Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Infektionen mit arzneimittelresistenten S. aureus seit Jahrzehnten weiter steigt, sind neuartige Antibiotika, die Resistenzen überwinden können, dringend erforderlich. Die in den 1960er-Jahren entdeckten Biphenomycine sind Naturstoffe mit starker Wirkung gegen S. aureus und andere grampositive Krankheitserreger. Obwohl sie wirksam und in Tierversuchen gut verträglich waren, gelang es nie, sie zu einem Arzneimittel weiterzuentwickeln. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass ihr natürlicher Produzent – ein Stamm der Gattung Streptomyces – Biphenomycine in nur sehr geringen Mengen herstellt, die für eine pharmazeutische Weiterentwicklung nicht ausreichen. Gleichzeitig waren die für ihre Bildung verantwortlichen Gene lange unbekannt, sodass die Produktion nicht in einen geeigneteren Wirtsorganismus übertragen werden konnte. Gemeinsam mit Kollegen der Technischen Universität Dresden ist es Forschenden des Helmholtz-Instituts für Pharmazeuti -


Erstautorin Elisabeth Strunk arbeitet am Isolator an der Präparation der Biphenomycine. (Bild: HIPS, Göbner)
sche Forschung Saarland (HIPS) nun gelungen, den vollständigen BiphenomycinBiosyntheseweg aufzuklären. Das HIPS ist ein Standort des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes.
Enzympaar BipEF mit zwei Funktionen
Die Erstautorin der Studie, Elisabeth Strunk, Doktorandin in der Gruppe von Tobias Gulder, betont die Bedeutung dieser Errungenschaft: «Wir konnten erstmals die
MRSA-Infektionen in der Schweiz Obwohl MRSA-Infektionen in der Schweiz nicht meldepflichtig sind, zeigen repräsentative Daten ein klares Bild: Im internationalen Vergleich treten diese in der Schweiz eher selten auf. Gemäss www.anresis.ch, einem Überwachungsprogramm, das vom Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern geleitet wird, ist der Anteil von MRSA bei schweren Infektionen wie zum Beispiel Blutvergiftungen stark zurückgegangen. Von 12,8 Prozent in 2004 sank der Anteil bis auf 3,6 Prozent in 2019. 2021 lag die Wahrscheinlichkeit bei 4,7 Prozent. Weiter werden spital-assoziierte MRSA-Fälle bei schweren Infektionen wie Blutvergiftungen immer seltener. Der Anteil ist in Schweizer Spitälern zwischen 2004 und 2023 von 12,8 Prozent auf 4,2 Prozent zurückgegangen.
ChemieXtra
Abfolge aller enzymatischen Schritte entschlüsseln, mit denen das Biphenomycinproduzierende Bakterium ein einfaches Peptid in das fertige, biologisch aktive Biphenomycin-Molekül umwandelt. Dieses Verständnis des Biosynthesewegs liefert nun eine Grundlage, um diese Naturstofffamilie gezielt zu verbessern.»
Die Studie zeigt, dass die bakteriellen Produzenten zunächst ein einfaches Peptid herstellen. Dieses enthält Bereiche, die steuern, wie es im weiteren Verlauf modifiziert wird. Anschliessend bearbeiten mehrere spezialisierte Enzyme das Peptid in einer definierten Reihenfolge. Besonders ungewöhnlich ist das dabei involvierte Enzympaar BipEF, das zwei Funktionen in sich vereint: Es fügt zum einen gezielt chemische Gruppen in das Peptid ein und schneidet es zugleich an einer definierten Stelle. Dass diese beiden Funktionen
gleichzeitig auftreten, wurde innerhalb der untersuchten Enzymfamilie bisher noch nicht beschrieben.
«Jetzt können wir anfangen, sie gezielt zu verändern»
Da der Biosyntheseweg jetzt aufgeklärt ist, können die Forschenden damit beginnen, gezielt die beteiligten Gene zu manipulieren und sie in optimierte Produktionsstämme zu übertragen. Dies eröffnet die Möglichkeit, Biphenomycine in ausreichenden Mengen für weiterführende Untersuchungen herzustellen und zudem neue Varianten mit verbesserten pharmazeutischen Eigenschaften zu entwickeln. «Jahrzehntelang waren Biphenomycine wissenschaftlich interessant, aber praktisch kaum zugänglich. Jetzt, da wir verstehen, wie sie gebildet werden, können wir anfangen, sie gezielt zu verändern und ganz neue Deri -
vate zu generieren. Dies ist ein entscheidender Schritt, der es uns erlaubt, innovative Wirkstoffkandidaten gegen Infektionen zu entwickeln, die nicht mehr auf etablierte Medikamente ansprechen», sagt Tobias Gulder, Leiter der Abteilung NaturstoffBiotechnologie am HIPS und Inhaber der gleichnamigen Professur an der Universität des Saarlandes.
Diese Forschung hat die Grundlage für zukünftige Arbeiten gelegt, um Biphenomycine zu realen Therapieoptionen weiterzuentwickeln und leistet damit einen Beitrag zur Suche nach neuen Lösungen im globalen Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition publiziert.
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Modernste KI-Programme können die Entwicklung von Medikamenten unterstützen, indem sie die Wechselwirkung von Proteinen mit kleinen Molekülen vorhersagen. Doch diese Programme lernen nur Muster auswendig, anstatt physikalische Zusammenhänge zu verstehen. Oft versagen sie bei neuen Proteinen, die für innovative Medikamente besonders interessant wären.
Proteine spielen nicht nur im Körper eine zentrale Rolle, sondern auch in der Medizin: Sie dienen entweder als Wirkstoff, etwa als Enzym oder Antikörper, oder sie sind Zielstruktur für Medikamente. Der erste Schritt für neue Therapien ist deshalb meistens, die dreidimensionale Struktur von Proteinen zu entschlüsseln.
Lange war die Aufklärung von Proteinstrukturen ein sehr aufwendiges Unterfangen; bis maschinelles Lernen in die Proteinforschung Einzug hielt. KI-Modelle mit Namen wie «AlphaFold» oder «RosettaFold» läuteten ein neues Zeitalter ein: Sie errechnen, wie sich die Kette der Proteinbausteine, die sogenannten Aminosäuren, zu einer dreidimensionalen Struktur zusammenfaltet. 2024 erhielten die Entwickler dieser Programme den Nobelpreis für Chemie.
Die neuesten Versionen dieser Programme gehen sogar noch einen Schritt weiter: Sie berechnen, wie das fragliche Protein mit einem anderen Molekül interagiert –einem Andockpartner oder «Ligand», wie Fachleute sagen. Das kann beispielsweise ein Wirkstoffmolekül sein.
«Diese Möglichkeit, die Struktur von Proteinen zusammen mit einem Liganden vorauszusagen, ist von unschätzbarem Wert für die Medikamentenentwicklung», sagt Prof. Dr. Markus Lill von der Universität Basel. Mit seinem Team am Departement für Pharmazeutische Wissenschaften erforscht er Methoden für das Design von Wirkstoffen.

3-D-Illustration des Interferon beta Zytokins, basierend auf dem Eintrag in einer Protein-Datenbank. (Bild: Shutterstock)
Allerdings machten die angeblich hohen Erfolgsquoten bei der Strukturvorhersage Lill und seine Mitarbeitenden stutzig. Zumal es für das Training der KI-Modelle nur etwa 100 000 bereits aufgeklärte Strukturen von Proteinen zusammen mit ihren Liganden gibt – relativ wenig im Vergleich zu anderen Trainingsdatensätzen für KI. «Wir wollten herausfinden, ob diese KIModelle anhand der Trainingsdaten wirklich die physikalisch-chemischen Grundlagen lernen und richtig anwenden», so Lill.
1 Universität Basel

Die Forschenden veränderten die Aminosäuresequenz hunderter Beispielproteine so, dass die Bindungsstelle für ihren Liganden eine völlig andere Ladungsverteilung aufwiesen oder sogar gänzlich blockiert
waren. Dennoch sagten die KI-Modelle die gleiche Struktur voraus – so als sei die Bindung nach wie vor möglich. Ähnlich verfuhren die Forschenden mit den Liganden: Sie veränderten diese so, dass sie eigentlich nicht mehr an das fragliche Protein andocken können. Die KI-Modelle störten sich auch hier nicht daran.
«Wir wollten herausfinden, ob die KI-Modelle anhand der Trainingsdaten wirklich die physikalisch-chemischen Grundlagen lernen.»
Prof. Dr. Markus Lill, Universität Basel
In mehr als der Hälfte der Fälle sagten die Modelle die Struktur so voraus, als hätte es die störenden Eingriffe in die Amino -






säureabfolge nie gegeben. «Das zeigt uns, dass selbst die modernsten KI-Modelle nicht wirklich verstehen, warum ein Medikament an ein Protein bindet; sie erkennen nur Muster, die sie schon einmal gesehen haben», fasst Lill zusammen.
Unbekannte Proteine besonders schwierig
Besondere Schwierigkeiten machte es den KI-Modellen, wenn die Proteine keine Ähnlichkeit zu den Trainingsdatensätzen aufwiesen. «Wenn sie etwas völlig Neues sehen, liegen sie schnell daneben; genau dort liegt aber der Schlüssel zu neuen Medikamenten», betont Markus Lill.
Selbst die modernsten KI-Modelle verstehen nicht wirklich, warum ein Medikament an ein Protein bindet.
Für die Medikamentenentwicklung sind die KI-Modelle daher mit Vorsicht zu betrachten. Es gelte, die Vorhersagen der Modelle mithilfe von Experimenten oder computergestützter Analysen zu validieren, die tatsächlich die physikalisch-chemischen Eigenschaften berücksichtigen. Auf diese Weise prüften auch die Forschenden im Zuge ihrer Studie die Ergebnisse der KIModelle.
«Die bessere Lösung wäre, die physikalisch-chemischen Gesetzmässigkeiten in künftige KI-Modelle zu integrieren», sagt Lill. Diese könnten dann mit ihren realistischeren Strukturvorhersagen eine bessere Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente bieten, insbesondere bei Proteinstrukturen, die bisher schwierig aufzuklären waren und die Möglichkeit für völlig neue Therapieansätze eröffnen würden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.
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Reifer Hafer: Pflanzenwissenschaftler haben erstmals ein Pangenom für dieses Getreide erstellt, das auch Daten einer verschollenen Schweizer Alpensorte umfasst. (Bild: Depositphotos)
Jahrzehntelang war die Hafersorte «Hative des Alpes» verschollen. Nun finden seine Erbgutinformationen Eingang in den ersten Gen-Atlas über Hafer – und tragen dazu bei, dereinst neue Hafersorten zu züchten.
Peter Rüegg ¹
Hafer erlebt derzeit eine Renaissance und wird auf dem Teller (oder in der Müslischale) immer wichtiger. Kein Wunder: Hafer ist eine gute pflanzliche Proteinquelle. Er enthält viele Ballaststoffe, die den Blutzucker stabilisieren und den Cholesterinspiegel senken sowie lebenswichtige Nährstoffe wie verschiedene B-Vitamine. Haferdrink ist ein zunehmend beliebter Ersatz für Kuhmilch – sogar in Baristaqualität zum Aufschäumen.
Um die vielen Vorzüge von Hafer besser einschätzen und nutzen zu können, hat jetzt eine internationale Forschungsgruppe die Erbgutinformationen und alle Gene von 30 verschiedenen Hafersorten in einer einzigen Datenbank zusammenge -
fasst. Die entsprechende Studie ist in der Fachzeitschrift Nature erschienen.
Die Forschung nennt einen solchen GenAtlas «Pangenom». Die Projektleitung beim Erstellen des Hafer-Gen-Atlasses hatte das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben, Deutschland. Diese Institution hat bereits von der Gerste ein Pangenom aufgebaut.
Genom einer alten Hafersorte eingeflossen
Am Hafer-Pangenom beteiligt sind auch Bruno Studer, Professor für Molekulare Pflanzenzüchtung der ETH Zürich, und seine Gruppe. Sie haben das Genom der Sorte «Hative des Alpes» Baustein für Baustein analysiert und in den Atlas eingespeist.
«Hative des Alpes» ist eine vergessene Sorte aus den Schweizer Alpen, die zwischen 1910 und 1930 hierzulande weit

verbreitet angebaut wurde. 1925 wurde Saatgut an das Vavilov-Institut in St. Petersburg zur Aufbewahrung übergeben. Zwar bauten Schweizer Bauern diesen Hafer noch bis Anfang des Zweiten Weltkrieg in den Voralpen an. Doch dann verschwand die Sorte vollständig und spurlos von den Äckern.
Bis 2012. Agroscope erhielt vom VavilovInstitut Saatgut zurück. Das Kompetenz zentrum des Bundes für landwirtschaftli che Forschung prüfte die Keimfähigkeit und begann «Hative des Alpes» zu ver mehren. Von dieser «Nachzucht» hat Stu der Saatgut für weitere Untersuchungen erhalten.
Unter standardisierten Bedingungen zogen die Forschenden die Pflanzen an und iso lierten aus ihnen die DNA- und RNA-Mo leküle. Schliesslich entschlüsselten sie alle Gene und analysierten, welche davon in welchen Pflanzenteilen – Wurzeln, Blätter oder Blüten – aktiv waren.






Sebio CX 1–2/2025
Pangenom-Projekt
1/4 Seite quer
WH CX 11–12/2024
«PanOat» ist ein internationales Pangenom-Projekt, das sich auf den Hafer konzentriert. Weltweit arbeiten mehrere Labore gemeinsam daran, annotierte, chromosomenbasierte Referenzgenomsequenzen für 29 verschiedene Hafergenotypen zu erstellen und zu analysieren. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf hexaploidem Saat-Hafer (Avena sativa), während Diploiden und tetraploide Avena-Vorfahren und -Verwandte miteinbezogen werden.
Ziele der Analysen
– Charakterisierung von Kern-Gensätzen
– Identifikation von linien-spezifischen Genen
– Katalogisierung struktureller Variationen bei wilden und domestizierten Haferarten
– Sammlung vergleichender Sequenzinformationen für agronomische und qualitäts bezogene Merkmalskartierung
– Evolutionäre genomische Analysen zur Erforschung des Ursprungs und der Ent wicklung von Hafer
https://graingenes.org/GG3/PanOat
Das Pangenom umfasst zum einen die Kern-Gene eines Organismus, also jene Gene, die unabhängig von der Sorte oder Herkunft bei allen untersuchten Pflanzen gleich sind. Zum anderen enthält ein solcher Gen-Atlas auch einen Satz von Genen, die spezifisch sind für nur eine oder wenige Sorten und Varietäten.
«Die spezifischen Gene können für die Züchtung interessant sein», erklärt Studer. So verfüge die Sorte «Hative des Alpes» über Gene, die den Pflanzen Resistenz gegen bestimmte Krankheiten
die alte vergessene Sorte haben mich gereizt, an dem Projekt mitzuarbeiten. Man könnte auch sagen, der Hafer habe mich gestochen», erzählt er schmunzelnd.

verleihen oder sie besonders für den Anbau im Alpenraum geeignet machen. «Kennt man diese Gene und weiss, was sie bewirken, kann man sie gezielt in eine andere Sorte einkreuzen», erklärt der ETH-Professor. «Pangenome sind daher nicht nur für die Grundlagenforschung, sondern auch für die Züchtung von neuen Sorten nützlich.»
Studer ist eigentlich spezialisiert auf Futtergräser, also Viehfutter. Warum arbeitet er plötzlich mit Hafer? «Auch Hafer ist ein Gras, allerdings eines, das für die menschliche Ernährung interessant ist. Das und
Auch wenn Hafer immer wichtiger wird, spielt er in der heutigen Landwirtschaft noch eine untergeordnete Rolle. Denn er ist weniger ertragreich als Weizen. In den wichtigen Weizenanbaugebieten auf Hafer umzustellen, ist daher kaum eine Option. «Hafer könnte aber bei der Diversifikation von Landwirtschaftsbetrieben in den küh len und eher regnerischen Voralpen künf tig wieder eine grössere Rolle spielen», sagt Studer. Im Gegensatz zu Weizen gedeiht Hafer dort. Heute ist dort typisches Grasland, das überwiegend für Milch- und Fleischproduktion genutzt wird. Ausserdem ist Hafer gegen gewisse Pilze resistent, die dem Weizen schaden. Studer sieht grosses Potenzial, das Pangenom-Konzept auch auf andere, züchterisch bislang weniger bearbeitete Pflanzenarten zu übertragen. «Gerade dort lassen sich mit solchen Methoden der modernen Pflanzenzüchtung in kurzer Zeit grosse Zuchtfortschritte erzielen und diese an einen wirtschaftlichen Anbau in der Schweiz heranführen. Das erhöht die Agrobiodiversität und bereichert unseren Menüplan.»



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The Original Filter Papers since 1883
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The Original Filter Papers since 1883

Original Filter Papers since 1883
Seit über 60 Jahren hat sich die Firma Pedi AG auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Personenund Umweltschutzsystemen spezialisiert, welche in der chemischen, pharmazeutischen und kerntechnischen Industrie breite Anwendung finden. Sie werden überall dort eingesetzt, wo entweder Personen geschützt oder die Ausbreitung von Stoffen verhindert werden soll. Die typischen Einsatzgebiete umfassen die Lagerung und Logistik von Substanzen aller Art (z. B. Ab- und Umfüllprozesse), die gesamte Produktionskette unter Einhaltung der höchsten Schutzstufe und auch die Reinigungs- und Kontrollprozesse von Gloveboxen, Zellen und Laboren.
Schutzanzüge – normengerecht in vielen Konfigurationen
Die Schutzanzüge der Pedi AG sind nach den einschlägigen Normen gegen chemische und biologische Risiken zertifiziert. Die eingesetzten Materialien und deren Verarbeitung bieten Viren, Bakterien und flüssigen Proben keine Chance zum Durchdringen: Alle Tests wurden in der höchsten Schutzklasse bestanden, oder die Werte lagen gar unterhalb der Nachweisgrenze der Messgeräte.
Zudem sind die Schutzanzüge in den unterschiedlichsten Konfigurationen erhältlich: als Einweg-Anzug oder in robuster Ausführung zur Mehrfachverwendung, mit Zuführung der Atemluft oder für den Einsatz mit Schutzmasken. So ist denn auch ein grosses Sortiment an Zubehör erhältlich, welches die Erzeugung, Aufbereitung und Leitung der Atemluft «vom Kompressor bis zum Anzug» umfasst. Da die Schutzanzüge in den firmeneigenen Fabrikationsräumlichkeiten hergestellt werden,

Über Ethylen-Propylen-Kautschuk, chlorsulfoniertem Polyethylen und Butadien-Kautschuk hinaus sind Wünschen nach speziellen Glovebox-Handschuh-Materialien kaum Grenzen gesetzt. (Bilder: Pedi)


Ob Zwischenlagerung oder temporärer Produktionseinsatz: Mobile Handschuh-Boxen unter leichtem Unterdruck verhindern die Ausbreitung von Partikeln, Gasen und Dämpfen.
können eine gleichbleibend hohe Qualität sowie eine zuverlässige Lieferung garantiert werden.
Handschuh-Boxen – flexibel im Einsatz
In der chemischen und pharmazeutischen Branche haben sich die mobilen Handschuh-Boxen als sehr praktisch erwiesen: Sie eignen sich sowohl für die Zwischenlagerung von Substanzen oder Utensilien als auch für einen temporären Produktionseinsatz. Die Boxen stehen unter leichtem Unterdruck und verhindern wirkungsvoll die Ausbreitung von Partikeln, Gasen und Dämpfen in die Umgebung. Die Dimensionierung und Ausstattung der mobilen Handschuh-Boxen erfolgen anhand kundenspezifischer Anforderungen. Der Zugriff von aussen ins Innere der Box

Keine Chance für Viren, Bakterien und flüssigen Proben: Der Schutzanzug hat alle Tests in der höchsten Schutzklasse bestanden.
erfolgt über Handschuh-Stutzen in allen gängigen Grössen.
Glovebox-Handschuhe –Material nach Wahl
Zur Bestückung der Handschuh-Stutzen liefert die Firma Pedi AG auch die passenden Glovebox-Handschuhe. Diese sind in diversen Grössen und aus den Materialien EPDM, CSM und BRII (weitere auf Anfrage) erhältlich.
Weitere Informationen über die Produkte und Dienstleistungen der Firma Pedi AG finden sich unter www.pedi.ch.
Pedi AG
Köllikerstrasse 17 CH-5036 Oberentfelden +41 62 737 72 80 www.pedi.ch
Klübersynth – über 1,2 Million Kilometer Getriebeöl-Laufzeit erreicht
Mit dem Hochleistungs-Getriebeöl Klübersynth GE 4 75 W 90 hat Klüber Lubrication einen neuen Massstab in der Schmierung von Getrieben gesetzt.
In einer Flotte europäischer Hochgeschwindigkeitszüge konnte das Wechselintervall des Getriebeöls auf über 1 000 000 Kilometer verlängert werden – ein Ergebnis, das auch für zahlreiche industrielle Anwendungen wegweisend ist.
Auch für die Maschinen- und Prozessindustrie relevant Ursprünglich für anspruchsvolle Bahngetriebe konzipiert, zeigt diese Entwicklung exemplarisch, wie moderne Schmierstoffe zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Reduktion der «Total Cost of Ownership» (TCO) und zur Verringerung des Wartungsaufwands beitragen können. Das ist insbesondere für Branchen mit hoher Auslastung und komplexer Wartungslogistik relevant, etwa in der Chemieindustrie, im Maschinenbau oder in der Prozesstechnik.
SBB: Über 1,2 Millionen Kilometer ohne Ölwechsel
Bei den eingesetzten Zügen der SBB (von Stadler und Alstom, 200 bis 250 km/h)
wurde das ursprüngliche Wechselintervall von 250 000 Kilometer auf das 5-fache verlängert, bei gleichbleibender Leistung und Sicherheit.
«Die Vorteile sind aus Kundensicht klar: Die Schmierstoffkosten konnten um 74 Prozent gesenkt werden, die Arbeitskosten um 80 Prozent. Gleichzeitig wurden 80 Prozent weniger Altöl produziert und rund 4000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart», sagt Nico Schmidt, Regional Sales Manager und Market Manager Rail bei Klüber Lubrication Schweiz.
Die verlängerten Wechselintervalle bedeuten weniger geplante Eingriffe, längere Wartungsfenster und eine deutlich reduzierte Umweltbelastung. Gleichzeitig entfällt in vielen Fällen die aufwändige und kostenintensive Ölwechselarbeit – insbesondere in schwer zugänglichen oder sicherheitskritischen Umgebungen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Klüber Lubrication arbeitet konsequent daran, diese Entwicklung auch auf industrielle Anwendungen zu übertragen und gemeinsam mit OEMs und Betreibern neue Lösungen zu etablieren, die den gestiegenen Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Prozesssicherheit gerecht werden.
Durch den Einsatz von hochwertigen synthetischen Grundölen konnte die Energieeffizienz im Getriebe messbar verbessert werden, was zu geringerer Stromaufnahme der Fahrmotoren führt. Mit den dadurch erzielten Energieeinsparungen zahlt sich der Wechsel auf ein hochwertiges synthetisches Getriebeöl schon nach einem halben Jahr aus.
Klüber Lubrication AG (Schweiz) CH-8050 Zürich santiago-manuel.alonso@klueber.com www.klueber.com


Was würde passieren, wenn die Landwirtschaft rund um den Globus auf nachhaltigen Pflanzenschutz umstellen würden? Eine in Nature Communications publizierte Studie ist dieser Frage nachgegangen. Die meisten der über 500 befragten Experten gehen davon aus, dass die Folgen langfristig positiv wären – selbst aus ökonomischer Perspektive. Welche Effekte überwiegen, variiert aber je nach Weltregion. www.eawag.ch
Ein hypothetisches Verschwinden der Wildbestäuber im Jahr 2030 würde nicht nur Ernteausfälle und steigende Lebensmittelpreise verursachen, sondern auch die Ernährungssicherheit und den wirtschaftlichen Wohlstand weltweit gefährden. Zu diesem Schluss kommt eine Simulation. Allein in Europa würde im Jahr 2030 der gesamtwirtschaftliche Schaden rund 24 Milliarden Euro betragen. Der weltweite Handel könnte die Ausfälle nur teilweise ausgleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die europäische Landwirtschaft stark von Wildbestäubern abhängt und dass deren Schutz nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von zentraler Bedeutung ist.
www.uni-hohenheim.de
Forschende haben ein langjähriges Rätsel der Insektenbiotechnologie gelöst. Erstmals konnte das Gen identifiziert werden, welches dafür sorgt, dass die Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) sich nach einer Hitzebehandlung nicht weiterentwickeln. Die Entdeckung des Gens, das hinter dem temperaturabhängigen Letalitäts-Phänomen steht, ist ein entscheidender Schritt für die Weiterentwicklung der sterilen Insektentechnik, einer umweltfreundlichen Methode zur Schädlingsbekämpfung.
www.uni-giessen.de
Eine höhere Pflanzenvielfalt auf landwirtschaftlich genutztem Grasland kann Erträge deutlich steigern – und das bei einem geringeren Einsatz von Stickstoffdünger. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Science veröffentlichte Studie. Die Ergebnisse weisen auf einen zentralen Baustein für eine nachhaltigere Landwirtschaft hin.
www.uni-kiel.de


Wie wirken sich verschiedene Pflanzenmischungen unter trockenen Bedingungen auf die Erträge und die Stickstoffverteilung im Boden aus? Wenn im ökologischen Landbau Luzerne mit Spitzwegerich kombiniert werden, kann der Futterertrag im Vergleich zu herkömmlichen Mischungen verdoppelt werden. Gleichzeitig gelangt weniger Nitrat in das Grundwasser. Die Ergebnisse wurden im Agronomy Journal veröffentlicht.
www.zalf.de

Pflanzen nehmen über ihre Wurzeln nicht nur Nährstoffe auf, sondern auch giftige Metalle. Unklar war bislang, ob sie aus dem Boden oder den ausgebrachten Düngemitteln stammen. Forschende haben Weizenkörner untersucht und anhand einer speziellen Isotopensignatur herausgefunden, dass der Grossteil der giftigen Metalle aus dem mineralischen Dünger kommt. Eine Kombination aus mineralischer und organischer Düngung würde nicht nur den Gehalt an giftigen Metallen reduzieren, sondern auch den Gehalt an Metallen erhöhen, die für die menschliche Ernährung wichtig sind.
www.ufz.de

Biologische Vielfalt verbessern und gleichzeitig Erträge erhalten? Für viele klingt das wie ein Widerspruch. Eine neue Studie zeigt jedoch: Unter den richtigen Voraussetzungen ist beides möglich. In der Studie wurden 29 Sonnenblumenfelder in Nordbayern analysiert – 15 ökologisch und 14 konventionell bewirtschaftete.
www.uni-wuerzburg.de
Fichtennadelblasenrost bedroht immer mehr heimische Fichtenwälder. Doch einige Fichten scheinen gegen die Pilzerkrankung resistent zu sein. Innsbrucker Forschende haben jetzt entdeckt, woran das liegt: Eine gutartige Pilzart schützt den Baum, indem sie das Wachstum des Nadelrostpilzes hemmt. Gelingt es, weitere Fungizide zu identifizieren, könnten Fichtenwälder biologisch und nachhaltig vor dem Befall mit Nadelblasenrost geschützt werden
www.uibk.ac.at

Der Befall mit Fichtennadelblasenrost ist an der gelb- bis rostfarbenen Verfärbung erkennbar (links). (Bild: Universität Innsbruck, Mayr)



In Kohlekraftwerken, wo die CO 2 -Werte höher sind, könnte die starke CO 2 /N 2 -Selektivität der Graphen-Membran den Energieverbrauch senken. (Bild: Shutterstock)
Forschende an der EPFL haben modelliert, wie ein neues, graphenbasiertes Membranmaterial den Energieverbrauch und die Kosten für die CO2-Abscheidung aus Energie- und Industrieanlagen senken könnte.
Nik Papageorgiou ¹
Kohlenstoffabscheidung wird für Branchen, die weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, immer wichtiger – einschliesslich der Zement- und Stahlindustrie. Erdgaskraftwerke, Kohlekraftwerke und Zementfabriken setzen grosse Mengen CO2 frei, und diese Emissionen zu reduzieren ist ohne spezielle Abscheidungssysteme schwierig. Heute verlassen sich die meisten Anlagen auf lösungsmittelbasierte Systeme, die CO2 aufnehmen, aber diese Anlagen verbrauchen viel Wärme, benötigen umfangreiche Infrastruktur und können im Betrieb teuer sein. Eine kleinere, elektrisch betriebene Alternative ist ein sogenanntes «Membran»-

System. Dabei funktioniert eine Membran wie ein ultrafeiner Filter, der bestimmte Gase leichter hindurchlässt als andere, wodurch CO2 vom restlichen Rauchgas getrennt wird. Das Problem ist, dass viele Membranen an Effizienz verlieren, wenn die CO2-Werte niedrig sind, was bei Erdgasanlagen häufig vorkommt. Dies begrenzt ihren Einsatz.
Pyridinic-Graphen könnte im grossen Massstab funktionieren Forschende an der EPFL haben jetzt in einer neuen Studie analysiert, wie das neue Membranmaterial Pyridinic-Graphen im grossen Massstab funktionieren könnte. Dabei handelt es ich um ein einschichtiges Graphen-Blatt mit winzigen Poren, die CO2 gegenüber anderen Gasen bevorzugen. Die Forschenden kombinierten experimentelle Leistungsdaten mit Modellierungswerkzeu-
gen, die reale Betriebsbedingungen wie Energieverbrauch und Gasfluss simulieren. Sie untersuchten ausserdem eine Vielzahl von Kostenszenarien, um zu sehen, wie sich das Material nach dem Einsatz in kommerziellen Anlagen verhalten könnte. Die Studie wurde von Marina Micari und Kumar Varoon Agrawal geleitet, der den Gaznat-Lehrstuhl für fortgeschrittene Trennungen an der EPFL innehat. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht und bauen auf der bisherigen Forschung der Gruppe zur Entwicklung skalierbarer Graphen-Membranen auf.
«Mit dem Ausbau der Technologie ist es wichtig, die Auswirkungen auf die Reduzierung des Energieverbrauchs und die Kosten der CO2-Abscheidung in diesem vielfältigen Sektor der CO2-Abscheidung zu verstehen», erklärt Agrawal.

Graphen-Membran, die CO 2 von N 2 trennt. (Bild: EPFL, Ivan Savicev)
Modellierung zeigt, wo Membran am besten performt
Die Forschungsgruppe testete verschiedene graphen-basierte Membranen – darunter die Pyridinic-Graphen-Membran – unter mehreren Anlage-Setups, um ihre Leistung unter realen Bedingungen zu vergleichen. Für Erdgaskraftwerke erreichte ein dreistufiges System, das mit der Anreicherung des CO2-Stroms beginnt, vielversprechende Kosten von rund 80 bis 100 US-Dollar pro Tonne, wobei in den besten Fällen Werte von 60 bis 80 US-Dollar erreicht wurden. Das ist bemerkenswert, da Membranen normalerweise mit verdünntem Rauchgas zu kämpfen haben. In Kohlekraftwerken, wo die CO2-Werte höher sind, senkt die starke CO2/N2-Selektivität der Membran den Energieverbrauch und bringt die Kosten in den Bereich von 25 bis 50 US-Dollar pro Tonne. Zementanlagen haben mehr Sauerstoff im Rauchgas, was die Selektivität erschwert, aber die Membran erreicht dennoch ähnliche Kostenbereiche und bleibt in den getesteten Szenarien stabil. In allen drei Sektoren hält die hohe Durchlässigkeit der Membran die erforderliche Oberfläche gering, was dazu

beiträgt, den Fussabdruck eines vollständigen Auffangsystems zu reduzieren.
Die Studie zeigt, dass Pyridinic-Graphen nach Skalierung eine kompakte und potenziell kostengünstige Alternative zur lösungsmittelbasierten Erfassung bieten könnte.
Die Studie zeigt, dass Pyridinic-Graphen nach Skalierung eine kompakte und potenziell kostengünstige Alternative zur lösungsmittelbasierten Erfassung bieten könnte. Die Autoren weisen auch auf Bereiche hin, in denen sich das Material noch verbessern könnte, insbesondere was seine Fähigkeit betrifft, CO2 von Sauerstoff im Zement-Rauchgas zu unterscheiden.
Übersetzung ins Deutsche: ChemieXtra
www.epfl.ch
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Filtermaterial: zwischen heissem und kaltem Behälter hin und her geschickt
Aktuell gibt es rund 15 verschiedene Technologien, mit denen CO2 aus der Atmosphäre geholt wird. Mit einem neuen Verfahren soll die Abscheidung mit verringertem Energieaufwand erfolgen.
Eine bahnbrechende Neuerung für die CO2-Abscheidung soll es werden: Der neuentwickelte Prototyp in Grösse eines Lastwagencontainers holt pro Jahr 50 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre – und das mit rekordverdächtig niedrigem Energiebedarf von unter 2000 Kilowattstunden pro Tonne. Die Forschungsanlage «Austrian Pilot Unit 1» (APU1) wurde letztes Jahr in Betrieb genommen und seither ausgiebig getestet und optimiert. Das Ergebnis: Das System funktioniert und ist jetzt bereit, hochskaliert und kommerziell eingesetzt zu werden.
Die Idee, klimaschädliches CO2 aus der Umgebungsluft zu filtern, ist nicht neu. Man benötigt dafür aber viel Energie. Daher fokussierte sich das Projekt an der TU Wien auf das Ziel, den Energiebedarf der Anlage, der vorwiegend aus Niedertemperaturwärme besteht, zu minimieren. Man entwickelte ein kompaktes Modul, das flexibel eingesetzt werden kann: Einzelne Einheiten könnten etwa von kleineren Firmen oder privaten Initiativen genutzt werden, grössere Unternehmen könnten aus vielen Modulen eine Grossanlage zusammenstellen. Eine Demonstrationsanlage, die auf der neu entwickelten Technologie basiert und 100 Tonnen pro Jahr abscheiden soll wurde diesen Sommer bereits in Betrieb genommen. Der nächste Schritt ist die Errichtung einer 1000-Tonnen-Anlage, um Module für einen kommerziellen Massstab zu entwickeln.
Schlüsselfrage für die Klima-Zukunft
Klar ist: CO2-Abscheidung bedeutet nicht, dass man in Zukunft bedenkenlos CO2 in die Atmosphäre pumpen kann. An der Reduktion der CO2-Emissionen führt kein Weg vorbei. Aber selbst das wird nicht reichen, zusätzlich wird man auch CO2, das bereits in die Atmosphäre gelangt ist, zu -


rückholen müssen. In bestehenden Klimamodellen ist diese CO2-Abscheidung bereits miteingerechnet, obwohl die Technologie dafür noch gar nicht auf dem Markt ist.
Dadurch wird CO2-Abscheidung zu einer zentralen Frage für unsere Klimazukunft: Gelingt es nicht, CO2 in den nächsten Jahrzehnten in grossem Stil aus der Atmosphäre zu holen, wird sich der Klimawandel noch deutlich negativer entwickeln als bisher vorhergesagt.
Bestimmte Materialien, etwa Amine, können CO2 aus der Luft an sich binden. Man verwendet das Material in feinkörniger Form, Luft wird durchgesaugt und dabei fast vollständig von CO2 befreit. Irgendwann ist das Filtermaterial aber gesättigt, dann muss das gebundene CO2 entfernt
und anderswo gespeichert werden. Dafür muss das Filtermaterial auf höhere Temperaturen gebracht werden – ein grosser Teil des Gesamtenergiebedarfs der Anlage entfällt auf diesen Schritt. Das gebundene CO2 löst sich bei diesen höheren Temperaturen vom Material, danach kann das regenerierte Material wieder CO2 aus der Luft filtern.
In bisherigen Anlagen fanden beide Schritte – das Filtern und das Regenerieren –am selben Ort statt. Dadurch geht aber Energie verloren, weil nicht nur das Filtermaterial, sondern auch die Behälter und die technischen Vorrichtungen rundherum in jedem Zyklus aufgeheizt werden und dann wieder abkühlen. Um diesem Energieverlust zu begegnen wurde eine Technologie entwickelt, bei der das Filtermaterial automatisch zwischen einem heissen und einem kalten Behälter hin und her geschickt wird.

Die Behälter, in denen der eigentliche Filterprozess stattfindet, muss daher niemals höhere Temperaturen erreichen. Ist das Material gesättigt, wird es durch ein spezielles Transportsystem in den Regenerator geschickt – nur dort sind höhere Temperaturen nötig. Zusätzlich kann durch eine ausgeklügelte Anordnung mehrerer Regeneratoren eine äusserst energieeffiziente Regeneration des Filtermaterials erreicht werden. Danach gelangt das Filtermaterial wieder zurück. Durch diesen Trick erreicht man eine Energiebilanz, die andere Anlagen übertrifft. Das konnte nun nach mehreren Monaten Testbetrieb mit einem Standardfiltermaterial gezeigt werden: Für eine Tonne CO 2 werden ungefähr 2000 kWh gebraucht. Dabei entfallen rund 80 Prozent auf rein thermische Energie, also Wärme mit weit unter 100 ° C, und rund 20 Prozent auf elektrische Energie, die vorwiegend aufgewendet werden muss, um den notwendigen Luftstrom durch das Filtermaterial zu saugen. Wird Wärme aus anderen Quellen zugeführt, kann die Anlage sogar noch sparsamer betrieben werden. Sie eignet sich etwa ausgezeichnet für die Kopplung mit Energieanlagen, die Wärme produzieren. Gerade Niedrigtemperatur-Abwärme, wie die neue Anlage sie benötigt, wird heute oft nicht genutzt, sondern einfach als Abwärme in die Umgebung entlassen.
Ökonomisch interessant
Genau auf diese Weise, so sind die Forschungsgruppe und der Investor überzeugt, wird diese Technologie ökonomisch interessant: Die Idee ist nicht unbedingt, ein grosses, zentrales CO2-Abscheidewerk zu errichten, sondern eine kompakte, skalierbare Technologie anzubieten, die dann nach individuellem Bedarf installiert werden kann – ähnlich wie man heute massgeschneiderte Photovoltaik-Anlagen installiert.
Die technische Universität Wien hat den Prozess und die ersten Prototypen entwickelt und ihr Fachwissen sowie ihre Testergebnisse im Labormassstab für die bisher präsentierten Anlagen zur Verfügung gestellt. Das US-amerikanische Startup DAClab und das österreichische Startup DACworx entwickelten und bauten gemeinsam die Forschungsanlage APU1 mit 50 Tonnen pro Jahr und die dieses Jahr präsentierte Anlage «Austrian Demonstration Unit 1» mit 100 Tonnen pro Jahr für Direct Air Capture. Gemeinsam mit Mitarbeitenden der TU Wien wurde die Forschungsanlage APU1 in Betrieb genommen und wird bereits in einem Folgeprojekt intensiv bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen weiter über ein Jahr vermessen und weiter optimiert.
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Filtertechnik: Forschende wollen Waschmaschinen sauberer machen
Abwasser aus Waschmaschinen gilt als bedeutende Quelle für Mikroplastik, welche im Verdacht stehen, die Gesundheit von Mensch und Tier zu schädigen. Ein neuer Filter, inspiriert vom Kiemenreusensystem von Fischen, könnte das Problem eindämmen. In ersten Tests entfernte dieser mehr als 99 Prozent der Plastikfasern aus dem Abwasser von Waschmaschinen.
Eine Waschmaschine in einem 4-Personen-Haushalt produziert pro Jahr bis zu 500 Gramm Mikroplastik, das durch den Abrieb von Textilien entsteht. Die Haushaltsgeräte zählen damit zu einer der wichtigsten Quellen für die winzigen Partikel. Momentan gelangt Mikroplastik direkt über das Abwasser in den Klärschlamm der Kläranlagen. Da dieser oft als Dünger genutzt wird, landen die Fasern so schliesslich auf den Feldern.
Seit etwa 10 Jahren suchen viele Hersteller daher nach Möglichkeiten, Mikroplastik aus dem Waschwasser zu entfernen, damit es nicht in die Umgebung gelangt. «Die bislang erhältlichen Filtersysteme haben aber verschiedene Nachteile», erklärt Dr. Leandra Hamann vom Institut für organismische Biologie der Universität Bonn. «Einige von ihnen setzten sich schnell zu, andere haben keine ausreichende Filterwirkung.»

Im Inneren des Mauls dieser Sardelle werden Planktonpartikel durch das Kiemenreusensystem zurückgehalten. (Bild: Jens Hamann)
Die Wissenschaftlerin hat daher zusammen mit ihrem Doktoratsbetreuer Dr. Alexander Blanke, sowie Kolleginnen und Kollegen, nach möglichen Lösungen im

Mikroskopaufnahme: Auf den Kiemenrechen sind kleine Zähnchen, die zusammen eine Siebstruktur bilden, auf der Partikel hängen bleiben. (Bild: Leandra Hamann)

Tierreich gesucht. Dabei haben sich die Forschenden an Tieren orientiert, die als wahre Meister der Filtertechnologie gelten dürfen – und das bereits seit Hunderten von Millionen Jahren.
Die Rede ist von Fischen, die sich mittels Filtration ernähren; dazu zählen beispielsweise Makrelen, Sardinen oder Sardellen: Sie schwimmen mit geöffnetem Maul durch das Wasser und fischen dabei mit ihrem Kiemenreusensystem das Plankton heraus. «Wir haben uns den Bau dieses Systems genauer angesehen und nach diesem Vorbild einen Filter entwickelt, der sich in Waschmaschinen einsetzen lässt», sagt Blanke, der Mitglied in den Transdisziplinären Forschungsbereichen «Life & Health» sowie «Sustainable Futures» an der Universität Bonn ist.
Im Laufe der Evolution haben die genannten Fischarten eine Technik hervorgebracht, die der Querstrom-Filtration ähnelt: Ihr Kiemenreusensystem hat die Form eines Trichters, der am Maul der Fische am breitesten ist und sich zu ihrem Schlund hin verjüngt. Die Wände des Trichters wer-
den von den Kiemenbögen geformt. Diese sind ihrerseits mit kammartigen Strukturen besetzt, den Rechen, auf denen wiederum kleine Zähnchen sitzen. So entsteht eine Art Maschengewebe, das von den Kiemenbögen aufgespannt wird.
Selbstreinigung: Plankton rollt in Richtung Schlund
«Bei der Nahrungsaufnahme strömt das Wasser durch die durchlässige TrichterWand, wird gefiltert, und das partikelfreie Wasser wird durch die Kiemen wieder in die Umgebung abgegeben», erläutert Blanke. «Das Plankton ist dazu allerdings zu gross; es wird durch die natürliche Siebstruktur zurückgehalten. Dank der Trichterform rollt es dann Richtung Schlund und sammelt sich dort, bis der Fisch schluckt und dadurch das System entleert und reinigt.»
Die Forschenden haben ein Kiemenreusensystem nachgebaut. Dabei haben sie sowohl die Maschengrösse der Siebstruktur als auch den Öffnungswinkel des Trichters variiert.
Dieses Prinzip verhindert, dass der Filter verstopft – die Fasern treffen nicht senkrecht auf den Filter, sondern rollen an ihm entlang Richtung Schlund. Zugleich ist der Prozess sehr effektiv: Er entfernt fast das

Das Filterelement im Zentrum imitiert das Kiemenreusensystem der Fische. Das Filtergehäuse ermöglicht eine periodische Reinigung und den Einbau in Waschmaschinen.
(Grafik: Christian Reuss, Leandra Hamann)
komplette Plankton aus dem Wasser. Beides sind Punkte, die ein Mikroplastik-Filter ebenfalls erfüllen muss. Die Forschenden haben das Kiemenreusensystem daher nachgebaut. Dabei haben sie sowohl die Maschengrösse der Siebstruktur als auch den Öffnungswinkel des Trichters variiert.
Filter mit hoher Effizienz
«Wir haben so eine Kombination von Parametern gefunden, bei der unser Filter mehr als 99 Prozent des Mikroplastiks aus dem Wasser abscheidet und dennoch nicht verstopft», sagt Hamann. Zu diesem Zweck setzte das Team nicht nur auf Experimente,
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sondern auch auf Computersimulationen. Der Filter nach Vorbild der Natur enthält keine aufwändige Mechanik und sollte sich daher sehr kostengünstig herstellen lassen. Das Mikroplastik, das er aus dem Waschwasser fischt, sammelt sich im Filterausgang und wird von dort einige Male pro Minute abgesaugt. Man könne es danach zum Beispiel in der Maschine pressen, um so das enthaltene Wasser zu entfernen, meint die Wissenschaftlerin, die inzwischen an die University of Alberta im kanadischen Edmonton gewechselt ist. Alle paar Dutzend Wäschen könne man das so entstandene Plastik-Pellet dann entnehmen und im Restmüll entsorgen. Die Universität Bonn und das FraunhoferInstitut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik hat die Technologie in Deutschland bereits zum Patent angemeldet; die EU-weite Patentierung wird angestrebt. Die Forschenden hoffen nun, dass Hersteller den Filter weiterentwickeln und in künftigen Waschmaschinen-Generationen verbauen werden. So liesse sich die Verbreitung von Mikroplastik aus Textilien zumindest ein Stück weit eindämmen. Und das tut auch Not: Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Partikel möglicherweise gravierende gesundheitliche Schäden hervorrufen können. Sie wurden bereits in der Muttermilch und der Plazenta nachgewiesen – und sogar im Gehirn. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift NPJ Emerging Contaminants erschienen.
www.uni-bonn.de




Forschenden ist es gelungen, organische Porphyrin-Moleküle mit funktionellen Metallzentren an ein GraphenNanoband zu binden, und das mit atomarer Präzision. Das resultierende Hybridsystem ist magnetisch und elektronisch gekoppelt und ermöglicht eine Vielzahl von Anwendungen in der molekularen Elektronik, von chemischen Sensoren bis hin zu Quantentechnologien.
Anna Ettlin ¹
Organische Chemie, die Chemie der Kohlenstoffverbindungen, ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Bei vielen biochemische Prozesse spielen aber auch Metalle eine Schlüsselrolle. Wenn es darum geht, die grossen und schweren Metallatome mit den leichten organischen Verbindungen zu «verheiraten», greift die Natur oft auf eine bestimmte Gruppe von chemischen Strukturen zurück: die Porphyrine. Diese Moleküle bilden einen organischen Ring, in dessen Mitte einzelne Metall-Ionen wie Eisen, Kobalt oder Magnesium «verankert» werden können.
Auf dem Porphyrin-Grundgerüst basieren sowohl das Hämoglobin im menschlichen Blut als auch das photosynthetische Chlorophyll in Pflanzen sowie zahlreiche Enzyme. Je nachdem, welches Metall im Porphyrin «gefangen» ist, weisen die resultierenden Verbindungen unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften auf. Diese Flexibilität und Funktionalität von Porphyrinen wollen sich Chemiker und Materialwissenschaftlerinnen schon lange zunutze machen, unter anderem für Anwendungen in der molekularen Elektronik.
Nur: Damit elektronische Komponenten – selbst molekulare – funktionieren, müssen sie mit anderen Komponenten verbunden sein. Einzelne Moleküle zu «verdrahten» ist nicht ganz einfach – doch genau das ist Forschenden aus dem Empa-Labor «nanotech@surfaces» in Zusammenarbeit mit Synthese-Chemikern des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung gelungen. Sie haben es geschafft, Porphyrine in einer präzisen und genau definier-

Ein Graphen-Nanoband verbindet die Porphyrin-Moleküle, jedes davon mit einem Metallzentrum (rot), wie eine molekulare Lichterkette. Die Metallatome werden von vier Stickstoffatomen (blau) in der Mitte des Porphyrins gehalten. (Bild: Empa)
ten Weise an ein Graphen-Nanoband anzukoppeln. Die dazugehörige Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Chemistry veröffentlicht.
terschied liegt in den Elektronen, die den Spin für den Magnetismus liefern. Während die Spin-tragenden Elektronen beim Metallzentrum an ihrem Metallatom verbleiben, «verteilen» sich die entsprechenden Elektronen im Graphenband entlang der beiden Kanten. «Dank der Kopplung der Porphyrine an das Graphen-Rückgrat ist es uns gelungen, beide Arten von Magnetismus in einem System zu kombinieren und zu verbinden», führt Ko-Autor Oliver Gröning, stellvertretender Leiter des Labors, aus. Diese Kopplung öffnet viele Türen in der molekularen Elektronik. Das Graphenband fungiert wie ein elektrischer und magnetischer Leiter, eine Art nanoskaliges «Kabel» zwischen den Porphyrinmolekülen. Der korrelierte Magnetismus solcher GraphenNanobänder gilt als besonders vielversprechend für quantentechnologische Anwendungen, in denen der dem Magnetismus zugrunde liegende Spin als Informationsträger fungiert. «Unser Graphenband mit den Porphyrinen könnte als eine Reihe von miteinander vernetzten Qubits funktionieren», so Roman Fasel, Leiter des Nanotechnologie-Labors. Natürlich verdrahtet:

Ein «Rückgrat» aus Kohlenstoff Graphen-Nanobänder sind lange, schmale Bahnen aus dem zweidimensionalen Kohlenstoff-Material Graphen. In Abhängigkeit ihrer Breite und der Form ihrer Ränder weisen sie ein ganzes Spektrum von physikalischen Eigenschaften auf, etwa unterschiedliche Leitfähigkeiten, Magnetismus oder Quanteneigenschaften. Die Forschenden verwendeten ein gerade einmal einen Nanometer breites Band mit sogenannten Zickzack-Rändern als eine Art molekularen Draht. An diesen Rändern sind die Porphyrin-Moleküle in perfekt regelmässigen Abständen, abwechselnd rechts und links, angedockt. «Unser Graphenband weist dank ZickzackRand selbst eine besondere Art von Magnetismus auf», erklärt Feifei Xiang, Erstautorin der Studie. Die Metallatome in den Porphyrinmolekülen sind hingegen auf «konventionellere» Art magnetisch. Der Un -

Doch damit nicht genug: Porphyrine sind in der Natur auch Farbstoffe, wie die bekannten Beispiele Chlorophyll und Hämoglobin anschaulich zeigen. Für die Materialforschenden heisst das: «Die Porphyrin-Zentren sind optisch aktiv», so Gröning. Und Optik ist eine wichtige Möglichkeit, mit den elektronischen und magnetischen Eigenschaften solcher molekularer Ketten in Wechselwirkung zu treten. So können die Porphyrine Licht emittieren, dessen Wellenlänge sich mit dem magnetischen Zustand
des gesamten molekularen Systems verändert – eine Art molekulare Lichterkette, in der Informationen durch leichte Farbänderungen ausgelesen werden könnten. Auch der umgekehrte Prozess ist möglich: Die Porphyrine könnten durch Licht angeregt werden und dadurch die Leitfähigkeit und den Magnetismus des Graphen-Rückgrats beeinflussen. Die molekularen Alleskönner könnten sogar als chemische Sensoren Anwendung finden. Porphyrin-Moleküle lassen sich nämlich ganz einfach funktionalisieren – sprich: durch das «Anhängen» von

bestimmten chemischen Gruppen verändern. Bindet sich eine dieser zusätzlichen Gruppen an eine Zielsubstanz, beeinflusst diese Interaktion auch die Leitfähigkeit des Graphenbands.
«Unser System ist ein Baukasten, mit dem man unterschiedliche Eigenschaften einstellen kann», sagt Fasel. Als nächstes wollen die Forschenden unterschiedliche Metallzentren in die Porphyrine einsetzen und deren Effekt untersuchen. Ausserdem wollen sie ein breiteres GraphenbandRückgrat verwenden, um ihrem molekularen System eine noch vielseitigere elektronische Basis zu geben. Die Synthese dieser «Lichterkette» ist alles andere als trivial. «Unsere Partner am Max-Planck-Institut konnten Ausgangsmoleküle herstellen, die aus einem Porphyrinzentrum mit einigen Kohlenstoffringen in genau definierten Positionen bestehen», sagt Gröning. Diese komplexen Moleküle «backen» die Forschenden bei einigen Hundert Grad Celsius im Ultrahochvakuum zu den langen Ketten. Als «Backblech» dient ihnen dabei eine Goldoberfläche. Nur so lassen sich diese Nanometer-feinen Strukturen mit atomarer Präzision realisieren. Mit Unterstützung durch die Werner SiemensStiftung arbeitet das Empa-Team nun daran, diese neuen Designer-Materialien für künftige Quantentechnologien nutzbar zu machen.
www.empa.ch

Wenn aus Theorie Realität wird: Der Forschungsgruppe um Prof. Dr. Peter R. Schreiner am Institut für Organische Chemie der Justus-Liebig-Universität Giessen gelang es, erstmalig Hexastickstoff (N6) herzustellen – ein Molekül aus 6 Stickstoffatomen, die linear angeordnet die Form eines grossen N ergeben. Seit der Publikation in der Fachzeitschrift Nature im Juni 2025 ist vom «Supermolekül» und einer «Sensation» die Rede. In den USA ist N6 jetzt zum «Molecule of the Year 2025» gewählt worden. Die Wahl von N6 zum Molekül «Nummer 1» erfolgte in den «Chemical & Engineering News», dem Publikationsorgan

Tieftemperatur-Matrixapparatur, die u.a. zum Abfangen von N 6 dient. (Bild: Peter Schreiner)
der American Chemical Society. Bei N6, einer zuvor nur theoretisch vorhergesagten Form reinen Stickstoffs, handelt es sich um die energiereichste Substanz, die jemals gebildet wurde. Das Molekül besteht aus 6 Stickstoffatomen in einer Kette und speichert enorme Mengen an Energie, die durch den rückstandslosen Zerfall zu N6 («normaler» Stickstoff, der 78 Prozent unserer Luft ausmacht) wieder zurückgewonnen werden kann. Darin liegt sein grosses Potenzial als künftiger umweltfreundlicher Energiespeicher.
«Der nächste Schritt wäre idealerweise die gezielte Entwicklung neuer und sauberer
Mittels einer neuen Methode kann grüner Wasserstoff direkt aus Meerwasser gewonnen werden – ohne den Einsatz von zusätzlichen Reagenzien. Im Gegensatz zu konventionellem Wasserstoff aus fossilen Brennstoffen wird grüner Wasserstoff ohne Kohlendioxidemissionen erzeugt. Die gängige Methode ist die Elektrolyse, bei der Wasser mithilfe von sauberer Elektrizität in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Allerdings wird für die Gewinnung von Wasserstoff über Elektrolyse viel Strom benötigt. Einen vielversprechenden und ressourcenschonenden Ansatz bieten sogenannte photokatalytische Prozesse, bei denen statt Elektrizität Sonnenlicht zur Spaltung von Wasser verwendet wird. Hierfür kommen licht-

Hochenergiematerialien», so Prof. Schreiner. Von Anfang an hat der Experte aber auch vor den Risiken gewarnt, die mit der Handhabung stark energiereicher Verbindungen verbunden sind: Die Zersetzung dürfe keinesfalls unkontrolliert passieren; es müsse unbedingt vermieden werden, dass alle Energie auf einmal freigesetzt wird. «Im Fokus muss nun die sichere Herstellung und Handhabung von N6 stehen. Dazu gilt es, die Laborergebnisse in grössere Massstäbe zu übertragen.»
www.uni-giessen.de
aktive Materialien – Photokatalysatoren – zum Einsatz, die das Sonnenlicht absorbieren und die nötige Energie liefern, um das Wasser zu spalten. Bislang befinden sich Methoden für eine flächendeckend einsetzbare Photokatalyse jedoch noch in der Forschung. Prof. Dr. Shoubhik, Lehrstuhls Organische Chemie I der Universität Bayreuth, haben jetzt einen Photokatalysator für die saubere Erzeugung von Wasserstoff direkt aus Meerwasser entwickelt.

Über Photokatalysator: Könnte Wasserstoff künftig direkt aus Meerwasser erzeugt werden? (Bild: Depositphotos)
Der erste Nickel-Photokatalysator kann Meerwasser direkt unter Sonnenlicht spalten –ganz ohne Opferreagenz oder Co-Katalysator. Dabei erreicht er Wasserstoffproduktionsraten, welche die meisten bisher erforschten Einzelkomponenten-Systeme übertreffen. Zudem ist der Photokatalysator korrosionsbeständig gegenüber Chlorid, welches in grossen Mengen im Meerwasser enthalten ist, sowie unempfindlich gegenüber anderen Bestandteilen im Meerwasser. Die Ergebnisse wurden im Journal of the American Chemical Society publiziert.
www.uni-bayreuth.de
In Arosa hat Erwin Schrödinger den Grundstein zur Quantenphysik und Quantenchemie gelegt und damit Wissenschaft und Gesellschaft revolutioniert. Der Ort wurde nun als historische Stätte der Chemie ausgezeichnet.
Über Weihnachten 1925 verbrachte Erwin Schrödinger seine Ferien in Arosa. Statt seiner Passion für das Skifahren nachzugehen, habe sich der Physikprofessor der Universität Zürich «von einer schönen Theorie ablenken lassen», wie er gesagt haben soll. Eine Ablenkung, welche die Welt verändert hat: Er entwickelte die sogenannte Schrödinger-Gleichung.
Am 27. Januar 1926 reichte Schrödinger bei der Fachzeitschrift «Annalen der Physik» seine Publikation mit dem Titel «Quantisierung als Eigenwertproblem» ein. Sie gilt heute als eine der 10 wichtigsten Publikationen der Physik. Drei weitere Artikel folgten. Darin präsentierte er seine Überlegungen zur Wellenmechanik und stellte seine Gleichung vor. Sie be -

schreibt das Wellenverhalten von Elektronen und macht berechenbar, wie sie sich in Atomen und Molekülen verteilen. Ohne Quantentheorie keine Computer Was unspektakulär tönt, hat Wissenschaft und Gesellschaft revolutioniert. Die Gleichung bildet das mathematische Fundament der Quantenphysik und -chemie. Sie erklärt, wie Atome und Moleküle aufgebaut sind und miteinander re -

agieren. Ohne sie könnten wir viele chemische Phänomene nicht verstehen und berechnen. Ohne sie gäbe es die heutigen Transistor-Computer nicht, keine Solarzellen, kein GPS und keine Smartphones. Diese Technologien basieren auf chemischen Eigenschaften und Reaktionen. Unabhängig von Schrödinger und zur gleichen Zeit, wie dieser an seiner Gleichung tüftelte, entwickelte der deutsche Physiker Werner Heisenberg die sogenannte Matrixmechanik. Wie sich rasch zeigte, sind beide Formulierungen mathematisch äquivalent. In der Chemie hat sich Schrödingers An -
satz durchgesetzt. 1933 erhielt er für seine Arbeit den Nobelpreis.
Um diese wissenschaftliche Leistung und deren gesellschaftliche Bedeutung zu ehren, hat die Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) Arosa jetzt ein Chemical Landmark verliehen. Die Gedenktafel wurde am Haus «Panarosa» an der Sonnenbergstrasse 14, wo Schrödinger seine folgenreichen Weihnachtsferien verbrachte, feierlich eingeweiht.
https://chem.scnat.ch

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Eine «smarte» Sensoretikette misst die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Echtzeit. Damit können in Zukunft empfindliche Lieferungen wie etwa Medikamente oder Lebensmittel überwacht werden.
Empfindliche Lieferungen müssen während der gesamten Lieferkette in bestimmten Temperatur- und Feuchtigkeitsbereichen bleiben. Es ist jedoch kostspielig und nicht nachhaltig, einzelne Liefereinheiten mit silicium-basierten Sensoren und Chips auszustatten. Und Messungen an Knotenpunkten in der Lieferkette sagen nichts darüber aus, was einer Sendung auf dem Weg dorthin bereits widerfahren ist. Forschende der Empa, EPFL und des CSEM haben jetzt eine Etikette entwickelt, die sich daran «erinnern» kann, wenn eine bestimmte Temperaturschwelle überschritten wurde. Dabei ist der kleine Aufkleber nicht nur siliciumfrei, sondern auch vollständig biologisch abbaubar.
Leiterbahnen mit Gedächtnis
Die Etikette benötigt weder eine Batterie noch einen Sender und funktioniert ähnlich wie ein RFID-Chip. Sie enthält gedruckte Bahnen aus leitenden Materialien, die Stromkreise mit ohmschen und kapazitiven Elementen bilden. Werden diese Stromkreise einem elektromagnetischen Feld ausgesetzt, beispielsweise durch einen Etikettenleser, entsteht eine Resonanz, die vom Leser entziffert werden kann. Das Raffinierte daran: Je nach Umgebungstemperatur oder Luftfeuchtigkeit verändern sich die Leitfähigkeit und die Kapazität der einzelnen Stromkreise und somit auch ihre Resonanz. Diese Änderung gibt Auskunft über die aktuelle Temperatur und Feuchtigkeit – ohne komplizierte Messtechnik. Wird zudem die Temperatur von 25° überschritten, schmilzt ein winziges Element in einer der Leiterbahnen, wodurch der Stromkreis irreparabel unterbrochen wird. Beim nächsten Ab -

lesen zeigt die Etikette an: Diese Sendung war einmal zu warm. «Bei Impfungen könnte dies heissen, dass die Lieferung nicht mehr verwendet werden darf oder das Mindesthaltbarkeitsdatum ungültig ist», erklärt Gustav Nyström, Leiter des Forschungsprojektes.
Die Technologie entlastet die Lieferkette und reduziert ihren CO2-Fussabdruck: Potenziell beschädigte Waren werden so früher erkannt und müssen nicht weitergeschickt werden. Ist die


Lieferung durch die Temperatureinwirkung lediglich weniger lang haltbar geworden, so kann sie etwa an einen näheren Einsatzort umgeleitet werden. «Je nach den Materialien, die wir verwenden, können wir die Temperaturschwelle auch anders setzen», ergänzt Nyström. Denkbar wären zum Beispiel Etiketten für tiefgefrorene Güter.
Biologisch abbaubar und nachhaltig
Die Vision der Forschenden ist, die Etikette am Zielort zu kompostieren oder dem Kartonrecycling zuzuführen. Für das Substrat wurde ein Material entwickelt, das aus einem Biopolymer und Cellulose-Fasern besteht. Um die Leiterbahnen zu drucken, wurde eine eigens entwickelte Tinte genutzt, die das biologisch resorbierbare Metall Zink enthält. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Zwei EPFL-Forschende sind nun daran, die Erkenntnisse aus «Greenspack» mit einem Start-up namens «Circelec» zu kommerzialisieren.
www.csem.ch
www.empa.ch
www.epfl.ch
Seit fünf Jahrzehnten steht die IST-Edelstahl-Anlagenbau AG für Qualität, Präzision und praxisnahe Lösungen im Edelstahlanlagenbau. Was 1975 mit viel Pioniergeist begann, hat sich zu einer festen Grösse in der Pharma- und Chemieindustrie entwickelt.
Zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte, langjährige Kundenbeziehungen und ein tiefes Verständnis für komplexe Prozesse prägen die Entwicklung des Unternehmens bis heute. Der Anspruch von IST war dabei immer derselbe: individuelle Lösungen statt Standards. Ob massgeschneiderte Tanks, komplexe Prozessanlagen oder anspruchsvolle Rohrleitungssysteme – bei IST verbinden sich handwerkliches Können, technisches Knowhow und moderne Fertigungstechnologien zu Lösungen, die

Das dynamische Trio der IST-Edelstahl-Anlagenbau AG: Andrea Zimmermann, Geschäftsführerin und Verwaltungsratspräsidentin, Kurt Zimmermann, Gründer und Inhaber, und Frédéric Lorenz, Co-Geschäftsleiter. (Bild: IST)
im Betrieb überzeugen und höchsten Anforderungen gerecht werden.
Mit dem Jubiläum beginnt jetzt ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte. Nach 50 Jahren erfolgreicher Tätigkeit geht IST in eine neue Ära über
und stellt die organisatorischen Weichen für die Zukunft. Für die Übernahme des operativen Geschäfts wurde die neue Firma ISTinox AG gegründet, welche per 1. Januar 2026 sämtliche operativen Aufgaben übernimmt.
Die Leitung der ISTinox AG liegt in bewährten Händen: Die bisherige Geschäftsleiterin Andrea Zimmermann führt das Unternehmen gemeinsam mit ihrem stellvertretenden Geschäftsleiter Frédéric Lorenz. Damit bleiben Erfahrung, Fachkompetenz und Unternehmenskultur erhalten, während gleichzeitig Raum für neue Impulse und eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung geschaffen wird.
Das Jubiläum steht somit nicht nur für Rückblick und Anerkennung des Erreichten, sondern auch für Aufbruch und Kontinuität. Mit der ISTinox AG setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für nachhaltiges Wachstum, Innovationskraft und Verlässlichkeit im Edelstahlanlagenbau.
www.istinox.ch
Ein Spin-off des CSEM hat den ersten Platz des Ypsomed Innovation Award errungen. Das junge Unternehmen entwickelt eine robotergestützte Plattform für Mini-Organe und will neue Massstäbe in der personalisierten Medizin setzen. Das Unternehmen mit Sitz in Root (LU) hat eine KI-gestützte Plattform namens «Orgadroid» entwickelt, die Organoide sortiert und klassifiziert. Ziel ist es, Organoide in grossem Massstab klinisch zuverlässig zu machen. Visienco wurde Anfang 2025 gegründet und kombiniert Robotik und künstliche Intelligenz, um die Herstellung und Anwendung von Organoiden zu automatisieren und so

Die Plattform «Orgadroid» für Forschungs- und Entwicklungslabore. (Bild: Visienco)
einen standardisierten und nachvollziehbaren Prozess zu ermöglichen.
Organoide sind im Labor gezüchtete Miniaturversionen menschlicher Organe wie Gehirn, Leber oder Netzhaut. Sie bieten eine ethische und genauere Alternative zu Tiermodellen für Arzneimitteltests, unterstüt-
zen die personalisierte Medizin und spielen eine wichtige Rolle in der Arzneimittelentwicklung, insbesondere in der Krebsforschung. Bislang konnten Organoide ihr Potenzial kaum ausschöpfen, da in vielen Labors die Sortierung dieser Organoide manuell mit Verfahren erfolgt, die weder skalierbar noch zuverlässig reproduzierbar sind. Visienco entstand aus einer mehrjährigen Zusammenarbeit mit dem CSEM und bietet eine KI-gestützte Automatisierung, die eine konsistente Sortierung und Klassifizierung mit hohem Durchsatz in der Organoidforschung gewährleistet. Die Visienco-Plattform nutzt Hellfeldbildgebung und Deep Learning,
um Organoide zu klassifizieren und schonend zu transferieren. Dadurch wird die Reproduzierbarkeit verbessert und grössere, datengesteuerte Screenings ermöglicht, welche die Abhängigkeit von Tierversuchen in präklinischen Arbeitsabläufen verringern. Diese Technologie ermöglicht es Visienco, die translationale Forschung zu beschleunigen und personalisierte medizinische Anwendungen von der Zentralschweiz aus in führenden Labors weltweit einzuführen. Der Ypsomed Innovation Award 2026 ist mit 50 000 Franken dotiert.
www.visienco.ch

Forschende vom Leibniz-Institut für Katalyse, der Ruhr-Universität Bochum und von Evonik Oxeno haben ein neuartiges Katalysatorsystem
entwickelt, mit dem CO2 als Rohstoff für die chemische Industrie genutzt werden kann. In der chemischen Industrie ist die sogenannte Carbonylierung

(Bild: Evonik)
ein zentraler Prozess. Dabei werden Olefine – eine Gruppe von Kohlenwasserstoffen – mit Kohlenmonoxid zu Estern oder Säuren umgesetzt. Diese Stoffe sind wichtige Bestandteile vieler Alltagsprodukte. Auf diese Weise entstehen sowohl Basischemikalien – wie Methylmethacrylat, der Ausgangsstoff für Acrylglas – als auch Spezialchemikalien – zum Beispiel der Duftstoff Valeriansäuremethylester.
Die Verwendung des neuen bimetallischen Katalysatorsystems ermöglicht, giftiges Kohlenmonoxid durch das Klimagas Kohlendioxid sowie
Der Verein zur Dekarbonisierung der Industrie weihte kürzlich gemeinsam mit Partnern eine einzigartige Methan-Pyrolyse-Anlage auf dem Produktionsareal von V-ZUG ein. Die Anlage wurde mit Investitionen von über 8 Millionen Franken realisiert und markiert einen bedeutenden Schritt Richtung Netto-Null-Ziele der Schweizer Industrie bis 2050.
Die Methan-Pyrolyse ist eine Technologie, bei der Methan (CH4), der Hauptbestandteil von Erdgas und Biogas in einem mikrowellengenerierten Plasma aufgespalten wird. Dabei entstehen Wasserstoff (H2) und fester Kohlenstoff (C(s)). Auf diese Weise kann Methan energetisch genutzt werden, ohne dass dessen Kohlenstoffanteil in Form von CO2 als Treibhausgas in die Atmosphäre gelangt. Der dabei entstehende (feste) Kohlenstoff kann zudem als Rohstoff wie Carbon Black bei der Herstellung von

Reifen, für Batterien oder in Kleb- und Dichtstoffen eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit ist es, diesen Kohlenstoff als CO2-Senke in Beton oder Asphalt zu integrieren. Die in Zug eingeweihte industrielle Pilot-Anlage wird jährlich rund 240 Tonnen CO2 einsparen und 22 Tonnen Wasserstoff liefern. Der Wasserstoff aus der Pilotanlage wird direkt als klimafreundlicher Energieträger im Emaillierungsofen der V-ZUG eingesetzt und substituiert so fossiles Erdgas. Dadurch gelingt es der V-ZUG, die Emaillierungs-Anlage als letzten verbliebenen CO2-Emittenten schrittweise zu dekarbonisieren. Das Projekt wurde durch den Verein zur Dekarbonisierung der Industrie (VZDI) initiiert und koordiniert.
«Für den Ansatz spricht, dass keine neue Infrastrukturen erforderlich sind und der Ansatz auch weltweit rasch umsetzbar ist», sagt Christian Bach von
grünen Wasserstoff zu ersetzen. In Anwesenheit der Übergangsmetalle Iridium und Palladium sowie eines industriell bewährten Phosphinliganden werden Olefine direkt zu Estern umgesetzt. Das Katalysatorsystem zeigt eine sehr hohe Selektivität zu linearen Produkten, die in der Industrie besonders gefragt sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of the American Chemical Society veröffentlicht.
www.evonik.com www.catalysis.de www.ruhr-uni-bochum.de

Die neue Methan-Pyrolyse-Anlage auf dem Produktionsareal von Zug. (Bild: VZDI)
der Empa als Mitinitiant des Projekts. Die Vision geht aber noch weiter: Empa-Forschende um Bach haben eine neuartige, lastflexible Methanisierungstechnologie entwickelt und vor kurzem in einer Pilotanlage an der Empa, «moveMEGA», realisiert. Kombiniert man die Methanisierung in solar-betriebenen Grossanlagen, beispielsweise in Wüstenregio -
nen, mit dem Transport des Gases über die bestehende Infrastruktur und der MethanPyrolyse direkt am Zielort für industrielle Hochtemperaturanwendungen, lassen sich so negative CO2-Emissionen realisieren – ganz ohne neue Transportinfrastrukturen.
www.vzdi.ch
■ Infostelle SCV
Schweizerischer Chemieund Pharmaberufe Verband Postfach 509 CH-4005 Basel info@cp-technologe.ch www.cp-technologe.ch
■ Präsident Kurt Bächtold
Bodenackerstrasse 15F CH-4334 Sisseln
praesident@cp-technologe.ch
2025 – Jahresbericht des Präsidenten
54. Generalversammlung
Zur GV 2025 versammelten sich 23 Mitglieder im kleinen Saal des Restaurants «La Poste» in Visp. Es war schön zu sehen, wie sich der Saal füllte. Dieses Jahr hatte ich eine Präsentation vorbereitet und konnte mit ihr unterhaltsam durch die GV führen. Zusammen konnten wir dann das Vereinsjahr 2025 Revue passieren lassen und ich konnte den Mitgliedern mit ein paar schönen Bildern der Anlässe das ein und andere Mal ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Letztes Jahr war ich bei allen Veranstaltungen dabei und kann frei von davon erzählen.
An der GV wurden 3 neue Ehrenmitglieder ernannt. Fredy Salzmann, Erwin Venetz und Orlando Juon wurden mit einem Holzteller und einer Flasche Wein für ihre geleistete Arbeit verdankt und von der Vereinigung mit Applaus gewürdigt. Nach dem offiziellen Teil durften wir ein sehr feines Abendessen geniessen.
■ Höhere Fachprüfung Chemietechnologe Remo Kleeb weiterbildung@cp-technologe.ch
■ Termine Alle Termine online anschauen: www.cp-technologe.ch



15. Februar: Skitag in Zermatt Einen wunderschönen Skitag durfte ich mit Erwin und seiner Tochter, Tommy, Dodi und auch Orlando mit seiner Tochter (unser Private Skilehrerin) in Zermatt verbringen. Das Wetter war top, unser Guide Orlando lotste uns quer über die beste Route durch den Ski-Jüngel von Zermatt. Alle hatten Spass und konnten die schönen Pisten geniessen. Gegen Nachmittag ging es ins bekannte Restaurant Furri, wo wir herzlich begrüsst wurden und uns eine wunderbare Walliser Käseschnitte gönnten. Da wir am Morgen so früh auf der Piste waren, hatten alle schon müde Beine. Darum ging es vom Furri nach ein zwei feinen Kaffee-Schnaps zurück zum Bahnhof. Am Abend reisten alle zufrieden nach Hause. Dieser schöne Tag wird mir noch lange in Erinnerung blei -
ben. Ein grosses Dankeschön an Orlando für das Lotsen und natürlich ein Dankeschön an alle, die dabei waren.
4. April: Interne Exkursion ORCA (MC2) I09 Im Westen der Lonza wird immer fleissig weitergetüftelt, es werden immer wieder neue Anlagen hochgefahren. So ist es für die SCV-Mitglieder immer wieder interessant zu sehen, was in den neuen Gebäuden läuft. Einzelne Mitglieder arbeiten bereits in den neuen Gebäuden und kennen sich dort bestens aus. Für alle anderen und die pensionierten


Kollegen war es eine grossartige Erfahrung zu sehen, wie gross die neuen Anlagen sind. Insgesamt waren 28 Mitglieder und 2 Pensionierte an der internen Exkursion dabei. Danach nahmen die Mitglieder einen kleinen Apéro im Saal «Sztachelski» des Personalrestaurants ein. Mein Dank geht an Fabian Mayr und Robert Allan, die uns durch die Anlage geführt haben und uns zu den einzelnen Prozessschritten Auskunft gegeben haben.
6. Juni: Exkursion Stadler Rail
Die Reise nach Bussnang im Thurgau startete sehr früh am Morgen. Wir mussten um 5:30 Uhr bei der Lonza-Garage abfahren, um den Autoverlad in Kandersteg nicht zu verpassen. Sonst hätte es nicht gereicht für einen Kaffee und ein Gipfeli im Verwaltungsgebäude von Stadler Rail. Wir sind mit 17 Mitgliedern im Wallis gestartet, Patrick Merkofer stiess in Bussnang zu uns.

Um 9:45 Uhr begann die Firmenpräsentation im Auditorium. Dort konnten wir erfahren, dass Stadler Rail weltweit tätig ist und in verschiedenen Länder Produktionsstätten hat. Anschliessend startete der Rundgang durch die einzelnen
Produktionshallen. Es waren eindrückliche Räumlichkeiten mit verschiedenen und teils automatisierten Arbeitsplätzen. Viel Stahl für die Räder, viel Aluminium für die Chassis der Züge und viel Elektronik. Zur Exkursion habe ich einen Be -



richt in der ChemieXtra veröffentlicht. Weitere Infos findet Ihr dort.
12. September: CurlingPlausch Iischi-Arena Zum Curling-Plausch haben sich 7 Mitglieder in Brig versammelt. Nachdem alle mit dem richtigen Werkzeug, speziellen Schuhen und einem Besen ausgerüstet waren, ging es nach einer Sicherheitseinweisung aufs Eis. Zur Sicherheitseinweisung ist zu sagen: wir gaben uns Mühe, trotzdem kam es zu einem kleinen «Knock-out», das aber glimpflich ausging. Nach dem Curlen genossen wir alle zusammen nach einem Apéro eine feine «Gommer Cholera». Der Anlass wurde von allen Anwesenden sehr geschätzt. Es hat sich auch herausgestellt, dass wir einen kleinen Profi-Curler unter uns hatten. Dies wurde bald bemerkt, als Urs den ersten Stein abgegeben hat. Auch zu diesem Anlass wurde ein kurzer Bericht in der ChemieXtra publiziert.
27. September: Familientag in der Alba
Da ich am Familientag 2024 nicht teilnehmen konnte, freut es mich, dass ich dieses Jahr wieder dabei war und mit allen zusammen die Kollegschaft pflegen durfte. Wie schon oft gesagt, wird der Familientag von Orlando mit Leib und Seele organisiert und durchgeführt. Orlando zelebriert diesen Tag seit dem Jahr 2000. Bis auf das Corona-Jahr fand immer ein Familientag unserer Sektion statt.
Dieses Jahr fanden sich in der Alba 20 Personen ein. Ich habe mit Orlando am Morgen den Saal eingerichtet und die Tische gedeckt sowie alles für den Apéro bereitgestellt. Es
war mir wichtig, Orlando bei den Arbeiten zu unterstützen. Da er in der nächsten GV aus dem Vorstand austreten wird, sind wir jetzt gezwungen, einen Nachfolger zu suchen. Einen gleichen werden wir sicher nicht mehr finden, doch wir werden bemüht sein, den Posten wieder gut zu besetzen, sodass wir auch 2026 wieder einen schönen Familientag zusammen verbringen können. Bis sein Nachfolger eingearbeitet ist, hat sich Orlando bereit erklärt, uns weiterhin mit Rat und Tat zu unterstützen. Ich danke allen, die an diesem Tag in der Alba waren, es war schön zu sehen, wie Jung und Alt sich unterhalten können um über Gott und die Welt zu sprechen. Ausserdem waren wieder vermehrt Kinder anwesend, was dem Treffen das gewisse Etwas gibt.
22. November: Klausur in Bern
Patrick und ich nahmen an der Klausur in Bern teil und wurden von den Anwesenden Zentralvorstandsmitgliedern

über die aktuelle Situation im ZV und den laufenden Arbeiten informiert. Der Präsident vom ZV, Kurt Bächtold, verkündete, dass er sich an der nächsten DV am 20. Juni 2026 nicht mehr zur Wahl stellen

wird. Das Gleiche gilt auch für den Kassier, Erwin Venetz, der diesen Job ad interim für 1 Jahr übernommen hat, nachdem Peter Trescher nach 36 Jahren das Amt abgegeben hat. Zur Ausbildung konnten wir erfahren, dass der Chemieund Pharmatechnologe wieder in Richtung Generalist ausgebildet werden soll und somit wieder weniger denteliert und dafür mehr über alle Bereiche (Themen) ausgebildet werden soll. Auch English wird wieder in die Lehre aufgenommen mit einer gewissen Anzahl an Lektionen, soll aber an der Abschlussprüfung nicht geprüft werden. Bei der Weiterbildung werden sich die Kollegen vom Labor in Zukunft mit dem SCV für die Weiterbildung zusammen organisieren. Die Finanzen vom ZV sind solide, somit wird vorgeschlagen, in der DV 2026 erneut auf den Einzug der Mitgliederbeiträge der Sektionen zu verzichten. Nach
dem offiziellen Teil durften alle zusammen ein Mittagessen einnehmen und sich untereinander austauschen.
Zum Schluss
2 Jahre sind um, seitdem ich den Posten als Präsident von Stephan übernommen habe. Es wird einem immer gesagt, dass es nicht viel Arbeit sei und man das locker machen würde. Doch die Realität sieht anders aus: es braucht Einsatz, sonst kommt nichts – das wissen alle auch aus ihrem eigenen Leben. Es ist einfacher, den ganzen Tag zuhause zu bleiben, als rauszugehen und sich mit jemandem zu treffen. Der Vorstand arbeitet super zusammen, und so ist es für jeden Einzelnen keine Riesenarbeit während dem Jahr. Ich hoffe, dass wir euch 2025 ein paar schöne Anlässe präsentierten und wir den Zweck unseres Vereins, die Kameradschaft zu pflegen und uns


fachlich weiterzuentwickeln, erreicht haben. Darüber hinaus haben wir durch die Arbeit von Kevin Kronig im ZV den Punkt zur Weiterentwicklung des Berufes ebenfalls erfüllt. Wenn ihr bei den Anlässen teilnehmt, zeigt ihr uns, dass wir die Arbeit richtig machen, und dies gibt uns die Wertschätzung, die ein Vorstand von seinen Mitgliedern braucht. Auch
schätze ich die Mitglieder, die vielleicht nicht immer an den Anlässen teilnehme können, aber dennoch Mitglied bleiben – und somit zeigen, dass sie für ihren erlernten Beruf einstehen und diesen auch weiterbringen wollen. Die Arbeiten, welche unsere Kollegen im ZV erbringen, dienen allen, die sich eines Tages ebenfalls für unseren Beruf interessieren. Ich bin mir si-
cher, dass unser Beruf zukunftsträchtig ist und nicht mehr weggedacht werden kann. Leider konnte ich mit der Arxada noch keine Vereinbarung unterzeichnen, damit wir auch hier klar geregelt haben, was die dort arbeitenden Mitglieder an Zeitgutschrift für die Exkursionen erhalten. Bis dato gilt die Abmachung per Mail, aber ich werde hier dranbleiben, um
Bowling, Spass und ein würdiger Jahresabschluss
Mit einem gelungenen Bowlingabend verabschiedete sich die SCV-Sektion Nordwestschweiz am 17. Dezember 2025 von ihrem Vereinsjahr. Austragungsort war das Restaurant Vicino in Muttenz, das einmal mehr den passenden Rahmen für einen geselligen und aktiven Abend bot.
Bevor die Kugeln rollten, starteten wir entspannt mit einem Apéro und kleinen Snacks. So konnten sich alle Teilnehmenden nicht nur stärken, sondern auch mental auf das bevorstehende sportliche Kräftemessen vorbereiten. Denn das Ziel war klar: möglichst viele «Pins pro Frame» – idealerweise natürlich mit einem Strike. Insgesamt fanden sich acht gut gelaunte Teilnehmende ein. Die Gruppe setzte sich aus erfahrenen Bowling-Fans sowie motivierten Anfängerinnen und Anfängern zusammen, die sich in zwei Teams aufteilten. Schnell wurde klar: Der sportliche Ehrgeiz war da, trotzdem stand der Spass jederzeit im Vordergrund.
Beim sorgfältigen Auswählen der Kugel, beim Anlauf und



beim Werfen – ob geschoben, gestossen oder elegant gleitend – zeigte sich eine beeindruckende Vielfalt an Techniken. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten: Applaus bei gelungenen Würfen, herzhaftes Lachen bei kuriosen Bahnen, anerkennendes Nicken und gelegentlich auch ein ungläubiges Kopfschütteln.
Stilnoten wurden glücklicherweise keine vergeben, doch der Unterhaltungswert war durchgehend hoch. Sportlich setzten sich Peter T. (1. Gesamtrang), Felice B. (2. Gesamtrang) und Thomas N. (3. Gesamtrang) an die Spitze. Mit mehreren Strikes und konstant guten Frames waren sie kaum zu bremsen. Maria N.
auch hier bis zur nächsten GV eine Vereinbarung unterzeichnet zu haben.
Zum Schluss möchte ich mich noch bei meinen Vorstandskollegen bedanken, die während dem Jahr ihren Beitrag leisten, damit wir alle eine schöne Zeit zusmmen verbringen können.
Michael Wyer
Präsident Sektion Oberwallis
überzeugte ebenfalls mit vielen gelungenen Würfen; auch wenn sie am Ende den letzten Gesamtrang belegte, tat dies der Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil: Der Spassfaktor war bei ihr wie bei allen anderen enorm. Auch die übrigen Teilnehmenden bewiesen Talent und steigerten sich von Frame zu Frame sichtbar. Beim zweiten Game wurden noch einmal alle Kräfte mobilisiert, was sich übrigens am nächsten Tag bei einigen in Form von leichtem Muskelkater in Armen und Rücken bemerkbar machte. Ein kleines Andenken an einen aktiven und fröhlichen Abend. Das Fazit: Ein stimmiger, geselliger und sportlich unterhaltsamer Jahresabschluss, der Lust auf mehr gemacht hat. Der Bowling-Abend hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig gemeinsame Erlebnisse für den Zusammenhalt in der Sektion sind – und dass Wiederholungsgefahr definitiv besteht. Martin Nagel Sektion Nordwestschweiz
Modulare kompakte Rheometer (MCR) setzen neue Massstäbe in puncto Präzision, Geschwindigkeit, Intelligenz und Anpassungsfähigkeit bei der Charakterisierung von
Thermoplasten, Elastomeren, Verbundwerkstoffen und Harzen. Es sind ganze MCR-Plattformen, die jetzt bisher nicht praktikable Anwendungen realisieren helfen.

Auch liegen die Ergebnisse deutlich schneller vor.
Eine besonders hohe Präzision erreicht ein Rheometer typischerweise mit einem minimalen Drehmoment von 0,2 nNm und einer Datenerfassung von bis zu 200 Hz. Damit lassen sich schnelle Prozesse überwachen und eine Messgenauigkeit erreichen, die feinste mikroskopische Materialveränderungen sichtbar macht.
Besonders schnelle Rheometer erweisen sich insbesondere bei der Qualitätskontrolle von Polymerschmelzen als interessant, während
generell komplexe rheometrische Analysen durch intelligente Automatisierung vereinfacht werden. Dabei werden alle wichtigen Messmodi unterstützt, so etwa die Dehnrheologie für Polymerfilme und die dynamisch-mechanische Analyse (z.B. Glasübergangstemperatur) oder die umfassende Polymercharakterisierung (z.B. PoissonZahl).
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Mit wiederverwendbaren In-situSensoren lässt sich die Glukosekontrolle in Zellkulturen jetzt so einfach und routiniert durchführen wie ein pH- oder Sauerstoffmonitoring. So lassen sich auch kurzzeitige Schwankungen erfassen. Glukose beeinflusst Zellstoffwechsel, Laktatbildung, Lebensfähigkeit und Produktqualität. Dennoch basieren viele Prozesse weiterhin auf wenigen Offline-Messungen pro Tag. Damit bleiben kurzzeitige Glukoseschwankungen unentdeckt. Das neue Verfahren dagegen bietet Echtzeit-Daten für die Glucosekonzentration und damit für einen der wichtigsten Parameter in der Säugetierzellkultur – ohne die Komplexität, die Drift oder die Kalibrierungsaufwände bisheriger Technologien. Dabei kommt eine kompakte optische Sonde ohne Glasfasern zum Einsatz, die sich mit PG13.5-Gewinden verschrauben lässt.
Das System ist zunächst für benetzte Autoklav-Workflows erhältlich und unterstützt Glas- und Tischbioreaktoren in Forschung und früher Prozessentwicklung. Eine SIP- und dampfkompatible Version für Stahlbioreaktoren –ausgelegt für die klinische und kommerzielle Produktion – soll bis Ende 2026 folgen.
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Die «Digital Membrane Chromatography» (DCM) ermöglicht eine ebenso schonende wie schnelle Aufreinigung und eine direkte Weiterverwendung von Proteinen für antikörperbasierte Therapien und Gentherapien – direkt in der passenden Lösung.
Die Chromatographie ist ein zentrales Verfahren bei der Analyse und Herstellung moderner Wirkstoffe für antikörperbasierte Therapien und Gentherapien. Dabei werden die Wirkstoffe an speziellen Oberflächen (mit Ionenaustauschoder Affinitätsliganden) gebunden,
während unerwünschte Stoffe aus der Produktion ausgespült werden. Um die wertvollen Proteine anschliessend wieder freizusetzen, ist bislang der Einsatz von Säuren und aufwendigen Zusatzschritten notwendig – mit dem Risiko, dass ein Teil der empfindlichen Moleküle geschädigt wird. Hier setzt die DCM an und transformiert den Prozess: Statt Säure kommt eine niedrige elektrische Spannung von bis zu 2 Volt zum Einsatz, um Proteine wie monoklonale oder bispezifische Antikörper sowie Antikörper-Wirkstoff-Konju -

gate sanft von den Oberflächen zu lösen.
Dr. Stephan Brinke-Seiferth, CEO der i3 Membrane GmbH, bezeichnet DMC als «Gamechanger für alle, die mit Proteinen arbeiten». Das Verfahren spare Zeit, schone die wertvollen Moleküle und eröffne
neue Horizonte in der Proteinanalytik und Bioprozessentwicklung.
i3 Membrane GmbH D-01454 Radeberg info@i3membrane.de www.i3membrane.ch

Eine spezielle Hydrogel-Biotinte hat erstmals das 3-D-Drucken lebender Zellen mit Hilfe der Multiphotonen-Lithographie ermöglicht. Es handelt sich um eine gelatinbasierte Hydrogel-Biotinte, die eigens für die Zwei-Photonen-Polymerisation entwickelt wurde. Diese ist dem besonders zukunftsweisenden Bereich der laserbasierten Bioprinting-Technologien zuzuordnen. Die Kombination aus biologischer Matrix und einer der präzisesten verfügbaren Drucktechnologien ermöglicht die Herstellung dreidimensionaler Strukturen im Submikrometerbereich – selbst in Anwesenheit lebender Zellen. Dank ihrer ausgezeichneten Biokompatibilität unterstützt die dabei eingesetzte gelatinbasierte Hydrogel-Biotinte eine hohe Zellviabilität und eröffnet damit neue Perspektiven für den Aufbau komplexer Gewebe- und Zellmodelle sowie mikrofluidischer Chips. Für solche Zwecke ist die Biotinte sogar als

Ready-to-use-Kit erhältlich. Es enthält eine konzentrierte Stammlösung rotes Harz, den Entwickler, Crosslinker für 10 Druck-Vorgänge sowie jeweils 10 Reaktionsgefässe, Abstandhalter, Objektträgerdeck-
Explosionsgeschützte VierkolbenMembranpumpen erweitern das Angebot für ATEX-geregelte Schutz-
bereiche (ATmosphères EXplosives) und eignen sich unter anderem für den Einsatz in verschiede -

nen biopharmazeutischen Prozessen.
Viele Produktionsbereiche in der pharmazeutischen Herstellung unterliegen aufgrund des Einsatzes von Lösungsmitteln und anderen brennbaren Substanzen den ATEXVorschriften. Dabei handelt es sich um EU-Richtlinien für Geräte und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen. Diese Umgebungen stellen hohe Anforderungen an Konstruktion und Ausführung. Das betrifft alle hier eingesetzten Geräte und im Besonderen Pumpen.
Aktuell bereichern ATEX-geeignete Vierkolben-Membranpumpen das Angebot auf dem Markt. Zusammen decken sie Durchflussbereiche von 13 bis 10›000 Litern pro Stunde ab. Ihr Anwendungsspekt-
gläser und einen massgefertigten Floater. Damit kann der Biodruck direkt gestartet werden – wahlweise mit oder ohne Zellen. Des Weiteren steht ein breites Spektrum solcher Biotinten für unterschiedliche 3-D-BioprintingTechnologien zur Verfügung. So finden Forschende und Unternehmen standardisierte Lösungen für Anwendungen von der 3D-Zellkultur über das Tissue-Engineering bis hin zur Entwicklung neuer Therapien.
Roth AG CH-4144 Arlesheim info@carlroth.ch www.carlroth.ch

rum schliesst anspruchsvolle biopharmazeutische Prozesse ein. Zu diesen zählen beispielsweise spezialisierte Chromatographie-Anwendungen, Inline-Verdünnungsschritte sowie die Formulierung von Lipid-Nanopartikeln – kurz: LNP. Sie sind in ihrer Funktion als Verkapselung für Corona-Impfstoffe bekannt geworden. Perspektivisch wird das Portfolio solcher explosionsgeschützter Vierkolben-Membranpumpen sogar nochmals ausgebaut. Schon im Laufe des Jahres werden zusätzliche Pumpengrössen mit Ex-Kennzeichnung am Markt eingeführt.
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