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KunststoffXtra 1-2/13

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FACHBERICHTE

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MESSEN

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NEWS

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Januar – Februar 2013

KUNSTSTOFF XTRA

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE

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Prozessintegration zählt! 1,5 Billionen Signale zwischen Peripherie und Spritzgiessmaschine: Diese unvorstellbare Zahl verarbeiten die SELOGICA Steuerungen weltweit pro Jahr. So müssen heute integrierte Herstellungsprozesse gesteuert werden – umfassend WPF UKEJGT &CU XGTUVGJGP YKT WPVGT 2TQFWMVKQPUGHƂ\KGP\

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EDITORIAL

Die Blüten des Regulierungswahns Ein Zeitungsartikel, jüngst erschienen in der deutschen Tageszeitung «Die Welt», löst Kopfschütteln aus und erinnert an Geschichten über die Schild-

www.granula.ch

KUNSTSTOFF XTRA

bürger – nur dass die Protagonisten in der Geschichte nicht im mittelalterlichen Städtchen Schilda in Deutschland leben, sondern ihren Sitz in Brüssel haben und dort am «grünen» Tisch ihre Streiche ausbrüten. Im besagten Artikel von Carsten Dierig geht es um die Zuckermarktverordnung in der EU und die durch die EU-Kommission auferlegte Quotenregelung für die Lebensmittel- und Getränkewirtschaft in den 27 Mitgliedsstaaten. Durch die verordnete Importpflicht darf die Nachfrage nach Zucker nur zu 85 Prozent aus europäischer Produktion gedeckt werden. 15 Prozent müssen aus Schwellen- und Entwicklungsländern zollfrei eingeführt werden. Der Clou dabei: Die durch die EU-Staaten produzierte Zuckermenge übersteigt einerseits den Bedarf deutlich, andererseits bleiben Lieferungen aus den Schwellen- und Entwicklungsländern oft aus, da diese den Zucker für den Eigenbedarf benötigen, oder aber auch ins lukrativere Geschäft – nämlich die Herstellung von Biosprit – einsteigen. Auch wenn es in dieser Geschichte um Zucker und nicht um Kunststoff geht: Betroffen sind wir alle, weil Zucker auch für Glühlampenverbot, Bananendekret oder sonstige Regulierungen für Handel und Industrie steht. Es darf nicht sein, dass die Politik mit solch unsinnigen Verordnungen der Wirtschaft ein Bein stellt. Auch in der Schweiz drückt bei vielen Unternehmern die Sorge über zunehdurch. Gesunder Menschenverstand und Augenmass sind gefordert. Zu hoffen ist, dass unsere Politiker die Rahmenbedingungen so gestalten, dass diese die Wirtschaft unterstützen und nicht abwürgen.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com

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Medizinaltechnik

mende Regulierung und überbordende Bürokratie auf das Tagesgeschäft


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FOKUS So wird das Jahr 2013

Trends (Aussagen Januar 2013)

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Produktsicherheit ist oberstes Gebot

Das Jahr 2013 ist noch jung. Was wird es bringen? Welchen Herausforderungen müssen Unternehmen gewachsen sein? In einer Umfrage äussern sich Branchenvertreter zu aktuellen Themen, sagen, wo die Marktimpulse herkommen und welche Erwartungen sie an das laufende Jahr stellen.

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Der Markt für Medizintechnik ist anspruchsvoll, weil seine Produkte über das Wohl von Patienten entscheiden. Dementsprechend müssen aus Kunststoff gefertigte Endprodukte wie Petrischalen, Spritzen oder Pipettenspitzen höchsten Ansprüchen genügen. Welche neuen Lösungen Spritzgiessmaschinenhersteller aus dem Köcher ziehen, ist auf der Medtec Europe 2013 vom 26. bis 28. Februar in Stuttgart zu sehen.

VERFAHRENSTECHNIK Erfolg dank clever optimierter Prozesse

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28 Prozessoptimierung ist heute in allen Produktionsverfahren ein zentrales Thema. Mit der statistischen Versuchsplanung (DoE) kann der Aufwand an Zeit und Ressourcen aber beträchtlich sein und vorhandenes Expertenwissen wird nicht berücksichtigt. Zudem ist der Versuchsplan unflexibel. Aber es gibt Alternativen: Ein iteratives, experten- und datenbasiertes Optimierungswerkzeug des Instituts für Modellbildung und Simulation (IMS) der Fachhochschule St. Gallen führt beherrschte Prozesse zum optimalen Arbeitspunkt und hilft, Prozesse zu verstehen.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für die Kunststoff- und Kautschukindustrie

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 3. Jahrgang Druckauflage 6000 Exemplare ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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MEDIZINTECHNIK

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189 Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 (0)56 619 52 52 Telefax +41 (0)56 619 52 50 info@sigimedia.ch Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 (0)32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

AUS DER PRAXIS Dosieren beim Spritzgiessen

Mit ihrem Mo’s Corner bietet die motan-colortronic ag Marktteilnehmern einen Treffpunkt zum Informationsaustausch und beantwortet Fragen rund um das Fördern und Dosieren. Die Berichte «Dosieren beim Spritzgiessen» und «Volumetrisch versus gravimetrisch» bilden den Auftakt zu einer Serie über Materialhandling.

Produktion Sprüngli Druck AG Dorfmattenstrasse 28 CH-5612 Villmergen Telefon +41 (0)56 619 53 53 Telefax +41 (0)56 619 53 00 info@spruenglidruck.ch www.spruenglidruck.ch Abonnemente Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto) Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2013 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug

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VERANSTALTUNGEN

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PRODUKTE

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LIEFERANTENVERZEICHNIS

Materialversagen wird vorhersehbar

Materialermüdung rechtzeitig zu erkennen ist eine technisch schwierige Aufgabe, denn Risse oder Schwachstellen im Inneren eines Materialblocks können von aussen kaum erkannt werden. Schäden in Kompositmaterialien sind noch schwieriger festzustellen. Ein deutsches Forschungsteam zeigt in einer Studie, dass die Stabilität von Kunststoffkompositen von aussen bestimmt werden kann.

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WIRTSCHAFT Milliardeninvestitionen in ein grüneres China

Das zwölfte Fünfjahresprogramm der chinesischen Zentralregierung für den Zeitraum 2011 bis 2015 zeigt den Willen der Volksrepublik, die ökologischen Herausforderungen des Landes besser in den Griff zu bekommen.

KUNSTSTOFF XTRA FACHBERICHTE

Das neue Robotmodell W818 basiert mechanisch auf dem erfolgreichen Vorgängermodell W811, weist jedoch in der neuesten Ausführung ein Traggewicht von 6 kg auf, wobei der Vertikalhub gleichzeitig 1’200 mm (max.) betragen kann. Standardmässig ist das Gerät mit drei leistungsfähigen Servomotoren sowie Absolutwertgebern für alle linearen Achsen ausgestattet. Optionale servomotorische Drehachsen ermöglichen neue und vielfältige Funktionalitäten, die bisher eher Knickarmrobotern zugeordnet wurden. Das Modell W818 eignet sich speziell für den Aufbau auf Spritzgiessmaschinen bis rund 200 t Schliesskraft. Die Steuerung R8.2

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Robotmodell W818

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ZUM TITELBILD

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DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE

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Touch weist ein durchgehendes dezentrales Konzept auf, wobei neben dem Hauptprozessor nicht nur externe E/A-Module, sondern auch die Servoantriebe direkt an das interne Echtzeitnetzwerk angeschlossen sind. Durch diese enge Kupplung von Steuerung und Antrieben ergibt sich eine dynamische Achsparametrierung und Kontrolle. Weiters können damit standardmässig die innovativen Echtzeitfunktionen SmartRemoval, SoftTorque, Automatic Collision Detection, SmartVacuum und SmartInsertion realisiert werden.

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FOKUS

Exklusiv-Umfrage

So wird das Jahr 2013 Das Jahr 2013 ist noch jung. Was wird es bringen, welchen Herausforderungen müssen Unternehmen gewachsen sein? In einer Umfrage äussern sich Branchenvertreter zu aktuellen Themen, sagen, wo die Marktimpulse herkommen und welche Erwartungen sie an das laufende Jahr stellen.

Die Wirtschaft bleibt stabil, vorausgesetzt, dass ... Jürg Gehrig, Geschäftsführer der AGD swiss plastic AG in Walenstadt (www.agdag.ch) , geht grundsätzlich davon aus, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr stabil bleibt. Dies allerdings nur, wenn der Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Euro im Minimum bei 1.20 bleibt. Eine weitere Voraussetzung ist auch, dass die bilateralen Abkommen mit der EU positiv verlaufen und keine Strafzölle erhoben werden. Impulse erwartet Gehrig vor allem aus Europa und zwar aus den Branchen Medizintechnik, Kosmetik und Pharma. Auf die Frage nach der Stimmungslage in der Schweiz meint Gehrig, dass diese weit besser sei, als die tatsächliche wirtschaftliche Lage es vermuten lasse. Klar, dass auch im Werk in Walenstadt, wo Spritzgiessmaschinen von 20 bis 1500 Tonnen Schliesskraft stehen, die Energieeffizienz eine zentrale Rolle spielt. Auf einer Skala von 1 bis 10 nennt Gehrig 9 als Stellenwert. 4

Jürg Gehrig, AGD swiss plastic AG

Um die gesetzten Ziele für 2013 zu erreichen legt der Unternehmer den Schwerpunkt der Tätigkeiten auf neue Projekte und die Generierung von mehr Umsatz mit bestehenden und neuen Kunden, auf Automation, gezielte Lieferantenauswahl und in Benchmark. Von der Schweizer Nationalbank SNB erwartet Gehrig, dass sie die WechselkursUntergrenze von 1.20 CHF/Euro halten muss. Und schliesslich wünscht er sich für das Jahr 2013 Erfolg, ein gesundes Wachstum, stabile Währungen und neue Projekte.

Die Herstellung von Kunststoffteilen bleibt stromintensiv «Stabilität für die Schweizer Wirtschaft sehe ich, wenn sich die Lage im Euro-Raum weiter stabilisiert, bzw. keine neuen Hiobsbotschaften auf uns zukommen», beurteilt Reto Huber, Geschäftsführer der Huber Kunststoff AG in Gossau (www.huber-kunststoff. ch) die Wirtschaftssituation. In Europa und den USA sieht er als Impulsgeber die Elektrotechnik – dies wegen der steigenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien. In Asien erwartet Huber positive Signale von allen Branchen. Seiner Meinung nach ist die allgemeine Stimmungslage schlechter als die tatsächliche wirtschaftliche Situation. Generell spüre man ein Abwarten und eine Ungewissheit.

Bild: Huber Kunststof f AG

Das Jahr 2012 hat sich für viele Kunststoffunternehmen als wesentlich erfreulicher herausgestellt, als dies auf Grund der globalen, vor allem aber der europäischen Konjunktur zu erwarten gewesen ist. Positiv hat sich sicher ausgewirkt, dass Auftragsüberhänge aus dem Erfolgsjahr 2011 im letzten Jahr mithalfen, die Kapazitäten auszulasten. Dies ist aber nur ein Aspekt. Dank der Stabilisierung des Schweizer Frankens sind Geschäfte wieder planbar geworden und die Eurokrise hat die Investitionslust der Unternehmen nicht in dem Mass geschmälert, wie zu befürchten war. Wie das Wirtschaftsjahr 2013 aussieht, dazu äussern sich Persönlichkeiten aus der Branche.

Bild: AGD

Marianne Flury

Reto Huber, Huber Kunststoff AG

Energieeffizienz hat für Huber einen hohen Stellenwert. «Die Herstellung von Kunststoffteilen ist und bleibt stromintensiv. Energieeffizienz ist somit bei uns allgegenwärtig.» Energiesparpotenziale nutzen ist umso wichtiger, weil «erneuerbare Energien boomen, mittelfristig jedoch teurer bleiben und der Strompreis sicherlich nicht sinken wird», so die Einschätzung des Geschäftsführers. Ein besonderer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit setzt Huber auf Kundenservice und -Betreuung. Von der SNB erhofft Huber, dass die Wechselkurs-Untergrenze von 1.20 CHF/Euro verteidigt wird. «Es wäre jedoch schön, wenn sich der Euro auch ohne die Schweizer Nationalbank stabilisieren könnte.» Für das Jahr 2013 wünscht er sich Gesundheit, zufriedene Mitarbeiter und Kunden.

Im Moment wird auf hohem Niveau gejammert «Ich denke, 2013 wird ein spannendes Jahr. Weiteres Wachstum ist möglich, sofern es keine weiteren negativen Schlagzeilen bezüglich Verschuldung oder Immobilienkrise in Europa gibt. Vermutlich sind wir eher auf der Kippe zu einer erneuten Wirtschaftskrise wie in 2008», beurteilt Stefan Okle, Technischer Direktor der Samaplast AG in St. Margrethen (www.samaplast.ch), die Wirtschaftslage. Impulse erwartet er von einer 1–2/2013


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Stefan Okle, Samaplast AG

guten Konjunktur in Asien und den USA. Der Automotive und der Medical Bereich werden weiterhin unter Preisdruck wachsen. «Im Moment wird noch auf relativ hohem Niveau ‹gejammert›. Der SMI ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Die Zinsen sind tief, es wird investiert und auch der Baubereich ist unverändert hoch. Die Stimmung ist aber sehr labil, es braucht nur wenige schlechte Neuigkeiten, um die Konsumenten zu verunsichern», verdeutlicht er die Diskrepanz zwischen Stimmungslage und tatsächlicher wirtschaftlicher Situation. Als kunststoffverarbeitendes Familienunternehmen steht Energieeffizienz weit oben auf der Skala. «Bei uns wurde bereits im 2007 mit dem Neubau die Haustechnik erneuert und bei der Kühlung auf Freecooling und Kälteerzeugung mit einer Ammoniakanlage investiert. Ebenfalls haben wir Energierückgewinnung im Bereich Druckluftkompressoren und Gebäudebelüftung umgesetzt. Bei der Neubeschaffung von Spritzgussmaschinen achten wir sehr auf die Energieeffizienz», zählt Okle ein paar Eckpunkte auf. Er erwartet, dass der Strompreis weiter steigen wird. Hauptaugenmerk richtet das Unternehmen auf Innovation und Kundenbetreuung. Obwohl der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Moment leicht an Stärke gewinnt, bleibt Okle skeptisch: «Nach den nächsten schlechten Neuigkeiten bezüglich Wirtschaftslage in Europa wird die Nationalbank wieder gefordert sein.» Für das laufende Jahr wünscht sich Okle Gesundheit für alle Mitarbeiter der Samaplast und ihre Familien und ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2013/2014.

Tobias Wild, Wild & Küpfer AG

(www.wildkuepfer.ch), führt kein Weg an Investitionen vorbei, wenn ein Unternehmen auf dem Werkplatz Schweiz eine Zukunft haben will. Investitionen in neue Technologien, in Innovationen und in die Mitarbeitenden sind denn auch der strategische Schwerpunkt für das laufende Geschäftsjahr. Impulse erwartet er aus Europa, den USA und Asien und dies in den Branchen Automotive, Medical und Industrie. Energieeffizienz nimmt im Unternehmen, das High-Tech-Systemlösungen in Kunststoff entwickelt und produziert, einen hohen Stellenwert ein, und dies nicht erst, seit die Strompreise steigen. Dass die SNB die Wechselkurs-Untergrenze von 1.20 CHF/Euro hält, davon geht Tobias Wild aus. Für das Jahr 2013 wünscht er volle Auslastung des Unternehmens und der Arbeitskräfte.

Der Druck auf die Zulieferindustrie nimmt weiter zu «Ja, die Stabilität der Schweizer Wirtschaft ist gegeben, wenn die Nachfrage anhält und der Wechselkurs gehalten werden kann», sagt Thomas Lang, Sales Manager der Elfo AG in Sachseln (www.elfo.ch). Jedoch werde der Druck auf die Zulieferindustrie in der Schweizer Kunststoffbranche weiter zunehmen. «Im Gegensatz zur Binnenwirtschaft, nimmt die Exportwirtschaft wieder etwas Fahrt auf», stellt er fest. Posi-

tive Signale erwartet Lang in erster Linie aus Europa und da insbesondere aus Deutschland, immer unter der Voraussetzung, dass die Wirtschaftslage stabil bleibt. Das Thema Energieeffizienz nimmt im Unternehmen einen immer wichtigeren Stellenwert ein. «Der Energiekostenanteil steigt aufgrund vermehrter Automation stetig. Die Unsicherheit bei den Energiepreisen trägt ebenfalls zu erhöhtem Bewusstsein bei, sodass die Optimierung des Energieeinsatzes einen Beitrag zur Kostensenkung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit leisten kann», sagt Lang, obwohl er glaubt, dass der Strompreis in Zukunft eher sinken wird, da zum Teil Überkapazitäten vorhanden sind. Engineering-intensive Kundenprojekte angehen, dem Kunden gute Problemlösungen anbieten und Kundennähe schaffen, um möglichst früh in der Projekt-Entscheidungsphase mit eingebunden zu sein, das sind für Lang wichtige Schritte zur Erreichung der gesteckten Geschäftsziele. Für 2013 wünscht er sich Gesundheit, Zufriedenheit, Durchhaltewillen und Optimismus.

Sonderlösungen sind der Schlüssel für die Zukunft Die Wirtschaft bleibt nach Meinung von Rainer Grether, Geschäftsführer der Georg Utz AG in Bremgarten (www.utzgroup.com) stabil. «Voraussetzung dafür ist jedoch eine minimale Sicherheit in Bezug auf die Haltung der SNB bezüglich Wechselkurs», präzisiert er. «Ein weiteres Thema, nicht nur für die Kunststoffverarbeiter, ist die Frage zum Ausgang der Swissness Vorlage. Für uns als Hersteller von grossen und damit schweren Kunststoffteilen liegt der Materialanteil an den Herstellkosten bei bis zu 70 %. Vom Ausgang hängt für uns die Nutzung ‹Made in Switzerland› ab. Entscheidend ist aber vor allem die allgemeine Kon-

Bild: Kur t Hermann

Investitionen sind der Weg in die Zukunft Für Tobias Wild jun., Mitglied der Geschäftsleitung der Wild & Küpfer AG in Schmerikon 1–2/2013

Thomas Lang, Elfo AG

Bild: Georg Utz AG

Bild: Samaplast

Bild: M.Flur y

FOKUS

Rainer Grether, Georg Utz AG

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dass Diversifikation und die stetige Entwicklung von Sonderlösungen die Schlüssel für die Zukunft sind», so seine Überzeugung. Auf seiner Wunschliste für das Jahr 2013 stehen Gesundheit, etwas mehr Kontinuität des Wirtschaftsverlaufes, mehr Toleranz und Menschenverstand, statt immer neue Vorschriften und Gesetze. Karl Studer, Hasco Suisse AG

Den Kunden ein wertvoller Partner sein «Die Schweizer Wirtschaft wird sich auf dem Niveau von 2012 halten können», glaubt Karl Studer, Geschäftsführer der Hasco Suisse AG in Belp (www.hasco-suisse.ch), im Wissen, dass dabei das internationale Umfeld eine entscheidende Rolle spielt, speziell die Entwicklung in Europa. Regionale Impulse erwartet Hasco hauptsächlich aus den Schwellenländern, aber auch aus Europa, speziell in Bezug auf Innovationen. «Branchenmässig gehen wir davon aus, dass wie bereits im 2012, die grössten Impulse aus der Chemie- und Pharmabranche sowie der Uhrenindustrie kommen werden», so Studer. Da die Hasco Suisse AG kein industrieller Betrieb ist, nimmt die Energieeffizienz einen untergeordneten Stellenwert ein. Trotzdem hat Studer eine klare Meinung, wie sich der Strompreis entwickeln wird. «Obwohl Durchschnittshaushalte (Verbrauch 4500 Kilowattstunden pro Jahr) und Gewerbebetriebe (30 000 Kilowattstunden pro Jahr) momentan von Abschlägen bei den Netznutzungstarifen profitieren, glaube ich, dass der Energiepreis künftig steigen wird. Mittel-, respektive langfristig werden die Gestehungskosten (eingesetzte Kraftwerktechnologie), die in der Schweiz momentan von Wasserkraft und Kernenergie dominiert werden, von teureren erneuerbaren Technologien abgelöst werden», so seine Überzeugung.

Trends (Aussagen Januar 2013)

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Investitionen 2013

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Umsatz 2013

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Hauptaugenmerk im Geschäftsjahr 2013 legt Hasco auf die bisher bereits praktizierte Strategie, den Kunden ein wertvoller Partner zu sein. Studer ist überzeugt, dass die SNB den Mindestkurs von 1.20 CHF/Euro mit aller Konsequenz halten und auch durchsetzen wird. Für Hasco Suisse und seine Kunden wünscht der Geschäftsführer Stabilität, Stärke und mehr Zeit für ein Miteinander, frei nach dem Zitat von Mahatma Gandhi: «Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.»

Nachhaltigkeit ist Bestandteil der Unternehmensphilosophie Marcel Spadini, Geschäftsführer der Arburg AG in Münsingen (www.arburg.ch), glaubt an die Stabilität der Schweizer Wirtschaft. Voraussetzung dazu sind allerdings eine stabile Europäische Union und ein stabiler Euro. Ein weiterhin starkes Wachstum erwartet er in Asien. Branchen wie Automotive, Medical und Personal Care werden Impulsgeber sein. Die Stimmung in der Schweiz schätzt Spadini positiver ein, als die wirtschaftliche Lage tatsächlich ist. Das Thema Energieeffizienz wird bei Arburg ganzheitlich und global betrachtet und ist ein allgegenwärtiges Thema. «Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, Umwelt- und

Bild: M. Flur y

Quelle: Umfrage Kunststof fXtra

sumentenstimmung, welche von Fragen wie Arbeitslosenzahl, Sicherheit der Arbeitsplätze, erwartete Preisentwicklung, usw. beeinflusst wird.» Stärkere Impulse erwartet der Unternehmer aus den USA und China. In beiden Regionen laufen die Automobilbranche und die dazugehörige Zulieferindustrie sehr gut. «Diese Tatsache führt neben direkten Lieferungen auch zum Ausbau der gesamten Logistikketten, der Lager- und Transportkapazitäten, der Optimierung von Prozessen und der Verpackungssysteme und schafft damit Bedarf für unsere Produkte. In der Schweiz ist die Chemie- und Pharmaindustrie sehr stabil. Die Bauindustrie boomt noch, wobei der Zenit erreicht zu sein scheint», kommentiert Grether. Energieeffizienz hat einen sehr hohen Stellenwert bei Georg Utz. «Der Anteil an Energie für die Herstellung unserer Produkte ist sehr hoch und Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Teil unserer Geschäftspolitik. Wir investieren laufend in effizientere Anlagen und haben z. B. 2011 1,3 Mio. CHF in eine Wärmerückgewinnung investiert, welche unseren Heizölbedarf von 200 000 auf 40 000 Liter und damit um 80 % reduziert hat», erklärt der Geschäftsführer die Wichtigkeit dieses Themas. Der Strompreis hängt nach Grether stark von der Debatte Atomausstieg ab. «Die Quersubventionen in die alternativen Energien werden meines Erachtens zu höheren Preisen führen. Kurzfristig erwarten wir aber eine Seitwärtsbewegung, da aktuell der Stromhandel die Preise bestimmt», so seine Meinung. Ein wichtiges Anliegen von Grether ist es, in die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden zu investieren, die gute und kreative Ideen und den Anspruch haben, etwas bewirken zu wollen. «Das Gleiche zu machen wie andere, führt in der Schweiz nicht mehr zwangsweise zum Erfolg. Ich denke,

Bild: M. Flur y

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FOKUS

Marcel Spadini, Arburg AG

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Automation ist zunehmend der Schlüssel zum Erfolg «Wir rechnen für den Schweizer Markt mit einer stabilen Wirtschaftslage in 2013. Wenn wichtige Industrien, unter anderem die Automobilbranche in Deutschland, nicht weiter an Boden verlieren und der Wechselkurs bei etwa 1.20 bleibt, dann werden weiterhin Investitionen getätigt», ist Bruno Schleiss, Geschäftsführer der KraussMaffei (Schweiz) AG in Rotkreuz (www. kraussmaffei.com) zuversichtlich. «Global gesehen werden die bekannten Wachstumsmärkte weiter zulegen. Aber auch in den USA zeigt sich eine weiterhin positive Entwicklung und Europa sehen wir durchaus noch auf einem hohen Niveau. Die wesentlichen Treiber für diese Entwick-

lungen sind die Automobilbranche mit ihren Leichtbauaktivitäten und die Baubranche in sich entwickelnden Märkten wie Russland. Für die Medizinbranche sehen wir weltweit gute Geschäfte auf Basis der steigenden Nachfrage», nennt Schleiss die Wachstumstreiber. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind zwei Kernelemente der Geschäftspolitik von KraussMaffei. Insbesondere werden Lösungen entwickelt und angeboten, die im Betrieb bei den Kunden diese Vorteile über die Lebensdauer ausspielen. Automatisierte Fertigungszellen und kombinierte Verfahren beinhalten noch viel Potenzial, um die Energie- und Produktionseffizienz signifikant zu steigern. Der Schwerpunkt von KraussMaffei in der Schweiz liegt klar bei einem umfassenden und lückenlosen Maschinenangebot im Bereich der elektrischen, hybriden, aber auch hydraulischen Technik. «Der Schlüssel zum Erfolg wird in der Zukunft noch stärker in der Automation liegen und der Möglichkeit, alles aus einer Hand liefern zu können. Eine stabile und kompromisslose Bedienung der Kunden im After Sales Geschäft ist dazu ebenfalls Voraussetzung», betont Schleiss die Stossrichtung der Geschäftstätigkeit. Als Wunsch äussert der Geschäftsführer, dass sich alle Schweizer Industrie- und Finanzunternehmen bewusst sind, welche Stärken sie aufweisen können, diese selbstbewusst und überzeugend vertreten und weiterhin stetig daran arbeiten, ihre Kernkompetenzen auszubauen, um immer besser zu werden. Mit gesundem Menschenverstand und Leidenschaft können auch heute noch hervorragende Geschäfte getätigt werden. Die Marke Schweiz soll weltweit auf hohem Niveau gehalten und verteidigt werden. «Des Weiteren wünsche ich uns allen Gesundheit und Energie, damit die Kunststoffbranche in der Schweiz eine Perle bleibt.»

Bild: M. Flur y

Klimaschutz sind fest in der Unternehmensphilosophie verwurzelt. Zum Beispiel spielen Einsparpotenziale hinsichtlich des Energieverbrauchs unternehmensweit eine führende Rolle und sind seit Jahrzehnten wichtige Aspekte bei allen Entwicklungen und Investitionen: bei den Produkten ebenso wie in der Fertigung und bei den Gebäuden. Im Produktbereich wird das Angebot an energieoptimierter Maschinentechnik kontinuierlich weiter ausgebaut. So tragen mittlerweile immer mehr Allrounder das Arburg Energieeffizienz-Label e2. Mit dem Thema Produktionseffizienz gehen wir noch einen Schritt weiter und betrachten die gesamte Wertschöpfungskette. Der Leitsatz ‹Arburg für effizientes Spritzgiessen› fokussiert alle Produktions- und Produktaktivitäten auf höchste Effizienz», erklärt Spadini. Für das laufende Jahr wünscht der Geschäftsführer, dass die politische und wirtschaftliche Lage in Europa sich entspannt und langfristige Lösungen gefunden werden.

FOKUS

Thomas Dubler, Ingenieurbureau Dr. Brehm AG

Auch in der Peripherie nimmt das Thema Energieeffizienz einen hohen Stellenwert ein. «Energieeffizienz gehört zu den Verkaufsargumenten», bestätigt Dubler. Er schätzt, dass der Energieverbrauch eines Geräts zu rund 20 Prozent zum Verkaufsentscheid beiträgt. Der in der Schweiz im europäischen Vergleich immer noch preiswerte Strom wird tendenziell teurer, schätzt Dubler. «Durch Sparmassnahmen und Eigenleistungen werden diese Differenzen jedoch ausgeglichen.» Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit setzt der Geschäftsführer auf «persönliche Kontakte, kontinuierliche Qualität, Spritzguss, Extrusion, Chemie und Lebensmittel und auf Recycling». Für 2013 wünscht sich Dubler mindestens so viele Aufträge wie in den Jahren 2011 und 2012, zufriedene Kunden und motivierte und gesunde Mitarbeiter.

Die Innovationskraft ist unvermindert Thomas Robers, Geschäftsführer der Battenfeld (Schweiz) AG in Volketswil (www. battenfeld.ch) ist zuversichtlich, dass die Schweizer Wirtschaft stabil bleibt. Voraussetzung dazu sind allerdings «eine unverminderte Innovationskraft der Schweizer Betriebe (ist weiterhin vorhanden), ein wirtschaftlich stabiles Umfeld auch und vor allem bei unseren wichtigsten Handelspartnern (Chancen dafür sind gegeben) und

Bruno Schleiss, Krauss-Maffei (Schweiz) AG

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Thomas Dubler, Geschäftsführer der Ingenieurbureau Dr. Brehm AG in Rotkreuz (www.brehm.ch), glaubt an die Stabilität der Schweizer Wirtschaft. Impulse erwartet er «von innovativen Firmen, die ihre Geschicke in den eigenen Händen halten» und dies branchenübergreifend.

Bild: Battenfeld

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Energieeffizienz ist ein Verkaufsargument

Thomas Robers, Battenfeld (Schweiz) AG

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Die Attraktivität des Werkplatzes Schweiz muss erhalten bleiben Ob die Schweizer Wirtschaft stabil bleibt, dahinter setzt Philipp Gaus, Geschäftsfüh8

Philipp Gaus, Herrmann AG

rer Technik & Verkauf der Herrmann AG in Walzenhausen (www.herrmann.ag) ein Fragezeichen. «Die Abwanderung von Forschungs- und produzierenden Arbeitsplätzen wird uns künftig vermehrt beschäftigen und fordern», äussert er sich dazu. Unabdingbar ist es, die Attraktivität des Arbeitsplatzes Schweiz zu erhalten, dazu gehören «unsere Flexibilität, Innovationsbereitschaft und der relative, arbeitssoziale Frieden». Mögliche Impulse für die Wirtschaft erwartet er von den Branchen Medical, Verpackung und Energietechnik. Energieeffizienz ist für die Herrmann AG schon seit längerem ein Thema: «Wir haben uns schon früh für energieeffiziente Maschinen entschieden, künftig wird dies einen noch höheren Stellenwert erhalten», betont Gaus. Im laufenden Geschäftsjahr sollen vor allem die neuen Kundensegmente – Produkte im Medizinalbereich – gefestigt und ausgebaut werden. Als exportorientiertes Unternehmen – rund die Hälfte der ca. 650 Mio. jährlich hergestellten Kunststoffteile gehen in den Export – hofft Gaus, dass die SNB die Wechselkurs-Untergrenze von 1.20 CHF/Euro zwingend einhält. «Gesundheit und dass sich der marktwirtschaftliche Nebel etwas lichtet und die Zukunft mit mehr Sicherheit angegangen werden kann», das sind die Wünsche des Geschäftsführers für das laufende Jahr.

Der Kundennutzen bestimmt die Richtung der Entwicklungen Roland Huber, HB-Therm AG in St. Gallen (www.hb-therm.ch), beurteilt die jetzige Stimmungslage als gut und hofft natürlich, dass dies noch lange so anhält. Für den Marketing und Kommunikationsverantwortlichen ist Energieeffizienz ein dankbares Geschäft, wird dabei doch die Umwelt geschont und zugleich können die Kosten

Roland Huber, HB-Therm AG

reduziert werden. «Wir setzen dazu selber innerbetriebliche Optimierungsmassnahmen konsequent um. Beispielsweise erfolgen Investitionen in den Maschinenpark nur noch unter Berücksichtigung der Energiekosten. Unsere eigenen Produkte kommen weitgehend im energieintensiven Spritzgussprozess zum Einsatz. Gerade dort lässt sich durch entsprechende Massnahmen viel Energie einsparen. Unsere Produktentwicklung erfolgt stets auch unter dem Aspekt der Energieeffizienz, da aus wirtschaftlicher Sicht auch die laufenden Kosten miteinbezogen werden sollen», erläutert Huber. Bei allen Geschäftstätigkeiten steht der Kundennutzen absolut im Mittelpunkt – er bestimmt die Richtung der Produktentwicklungen. Entsprechend kommt auch der Kommunikation die wichtige Rolle zu, die Produktvorteile bekannt zu machen. Huber wünscht sich ein weiterhin gesundes Marktumfeld, zufriedene Kunden und Mitarbeiter.

Nur die bestmögliche Lösung für den Kunden zählt «Viele Unternehmen der Schweizer Kunststoffindustrie haben ihre Kostenstrukturen unter dem Währungsdruck optimiert und stehen im internationalen Wettbewerbsvergleich gut da. Da hochwertige und innovative Produkte sowie marktgerechte Dienstleistungen weiterhin weltweit gefragt sind, gehen wir von einer stabilen Konjunkturentwicklung aus», begründet Marcel Christen, Leiter Produktmanagement und Marketing bei der Netstal-Maschinen AG in Näfels (www.netstal.com) seinen positiven Ausblick auf das Jahr 2013. Die Märkte in Südamerika und in Asien, insbesondere China, sind wichtige Stützen der globalen Konjunktur. Auch wenn sich das Wachstum in China etwas verlangsamt 1–2/2013

Bild: HB-Therm

ein für die Schweizer Exportwirtschaft verbesserter EUR/CHF-Kurs von mindestens 1.30», zählt Robers die für ihn unabdingbaren Stabilitätsfaktoren auf. Impulse erwartet er weniger aus Europa – hier ist es mehr ein Hoffen darauf, dass die verschuldeten Länder ihre Probleme anpacken – als vielmehr aus Asien. «Nach der ‹Billig-Phase› kommt jetzt die ‹Qualitäts-Phase›. Einzelne Branchen (z.B. der Maschinenbau) sind schon dabei, den Fokus nicht mehr ausschliesslich auf die Kosten, sondern vermehrt auf die Qualität zu legen. Ein stärker qualitätsorientiertes China wird neue Absatzchancen für unsere Produkte eröffnen.» Branchenmässig sieht Robers die Automobilindustrie als Taktgeber. Entgegen einer oft geäusserten Meinung, dass die Medizinindustrie die Geschäfte am Laufen halten, zeigt sich Robers eher skeptisch: «Der sehr hohe und sehr kostenintensive mitteleuropäische Standard wird nicht gehalten werden können. Ein einfaches Kunststoffteil darf nicht zehnmal so teuer sein, nur weil es im Medizinbereich verwendet wird.» Energieeffizienz war bei Battenfeld immer schon und ist bei Wittmann Battenfeld ein äusserst wichtiges Thema. Dazu erwähnt der Geschäftsführer die Einführung des elektrischen Schneckenantriebs in den 80er Jahren und zur K92 die serienmässige Einführung der vollelektrischen Spritzgiessmaschine. Weiter dann 1994 die Einführung der Serienmaschinen mit drehzahlgeregeltem Antrieb mit Konstantpumpe und Motorabschaltung in langen Nachdruckphasen und 2008 die serienmässige Nutzung der Bremsenergie beim Schliessen/Öffnen und Rückeinspeisung der Energie in die Maschine für Zylinderheizung und Steuerung. In Kürze sollen Antriebe mit Regelpumpen und zusätzlich drehzahlgeregeltem Antrieb angeboten werden, die die benötigte Energiemenge noch genauer und vor allem noch schneller zur Verfügung stellen können. Für das Jahr 2013 wünscht sich Robers geschäftlichen Erfolg, eine Intensivierung der Kundenbeziehungen und persönlich Gesundheit und Zufriedenheit.

Bild: Herrmann AG

FOKUS


Marcel Christen, Netstal-Maschinen AG

hat, sieht Netstal dort weiterhin Marktchancen, unter anderem in der Verpackungsindustrie und in der Medizintechnik, aber auch in anderen Marktsegmenten. Vor dem Hintergrund der mittel- und langfristig tendenziell steigenden Stromkosten spielt der Faktor Energie eine wichtige Rolle. «Wir messen der Energieeffizienz höchste Bedeutung zu und richten uns dabei mit unseren innovativen und hochwertigen Produkten konsequent an den hohen Anforderungen unserer Kunden aus», sagt Christen dazu. Netstal fokussiert sich auf Kunden im Premiumsegment. «Wir bieten unseren Kunden innovative und qualitativ hochwertige Hochleistungsmaschinen und Gesamtlösungen an. Dazu gehören auch umfassende Servicedienstleistungen und anwendungstechnische Unterstützung. Wir verfolgen immer nur ein Ziel: Die bestmögliche Lösung für unsere Kunden», beschreibt Christen die Geschäftsstrategie.

Die Alles-aus-einer-HandStrategie wird fortgesetzt

Bild: M. Flur y

An eine einigermassen stabile Wirtschaft glaubt Werner Bürli, Geschäftsführer der Wittmann Kunststofftechnik AG in Kaltbrunn (www.wittmann-group.ch) – zumindest, solange die Wechselkurs-Untergrenze von 1.20 CHF/Euro von der SNB verteidigt wird. «Trotzdem ist ein Absturz jederzeit

Werner Bürli, Wittmann Kunststofftechnik AG

1–2/2013

FOKUS

möglich, sollte die noch nicht gelöste Schuldensituation im Euroraum zu einer neuen Finanzkrise oder einer Rezession in Deutschland führen», schränkt er ein. Die Impulse gehen nach wie vor vom asiatischen Wirtschaftsraum aus. Die USA stehen besser da als erwartet, für die WittmannGruppe waren sie sogar einer der Eckpfeiler im Umsatz 2012, als Motor für einen weltweiten Aufschwung reicht es aber noch nicht. Branchenmässig sieht Bürli die Tendenz querbeet eher bei «Stellung halten» als bei Steigerungen, speziell im europäischen Raum. Eine klare Diskrepanz macht er nicht etwa zwischen der allgemeinen Stimmungslage, sondern der publizierten Stimmung und der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation aus. «Tatsache ist, dass die Medien die Krise seit Sommer fast täglich zelebrieren, speziell im Automobilsektor. Tatsache ist auch, dass die deutschen Automobilbauer im 2012 Rekordabsätze erzielten und die italienischen/französischen Automobilbauer auch ohne Wirtschaftskrise schon Absatzprobleme hätten», sagt Bürli dezidiert. Energieeffizienz nehme einen sehr hohen Stellenwert bei der Entwicklung aller Produkte im Unternehmen ein. «Speziell im Bereich der Trocknungsanlagen haben wir bereits grosse Anstrengungen unternommen, den Energieverbrauch zu reduzieren und weisen diesen auch für jedes Modell mit einer Energiekennzahl nach», präzisiert er. «Für uns ist die Qualität der Dienstleistung gegenüber unseren Kunden massgebend. Wir werden weiterhin in den Servicebereich und die Ausbildung unserer Mitarbeiter investieren, um die Verfügbarkeit und die Produktivität unserer Produkte auf höchstem Niveau zu gewährleisten», sagt Bürli zum Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. «Zudem verfolgen wir unsere Strategie ‹Alles aus einer Hand› konsequent weiter.»

Bild: M. Flur y

Bild: Netstal

KUNSTSTOFF XTRA

Percy Limacher, IE Plast Engineering

Für das Jahr 2013 wünscht er, dass die ganze Kunststoffindustrie zuversichtlich an ihren Stärken arbeitet und sich weiterhin im schwierigen Umfeld behaupten kann und für sein Unternehmen, dass dieses mit innovativen Weiterentwicklungen seine Marktstellung weiterhin ausbaut – und vielleicht die eine oder andere Krise weniger.

Die Schweizer Wirtschaft legt noch einen Zacken zu Äusserst positiv schaut Percy Limacher, Geschäftsführer von IE Plast Engineering in Zürich (www.ie-group.com) in die Zukunft. Er ist der Meinung dass die Schweizer Wirtschaft stabil bleibt oder sogar noch einen Zacken zulegen wird. «Der Grund liegt meiner Ansicht nach darin, dass wir Schweizer ein hohes Qualitätsniveau anstreben und auch ständig bemüht sind, unsere Aufgabe noch besser zu meistern. Sicher helfen uns auch das wirtschaftspolitische Umfeld und die Schweiz als attraktiver Arbeitsstandort für viele inländische und ausländische Firmen mit ihren hochqualifizierten Arbeitskräften. Impulse für die Schweiz erwartet Limacher von den BRICS Staaten, da diese ihre Industrie aufbauen und dazu auch hochwertige Infrastruktur benötigen. Dabei können Schweizer Firmen sicher ihren Beitrag leisten. Als Vertreter der Baubranche denkt er zunächst natürlich an diese Branche. «Wir sind spezialisiert auf den Industriebau und erleben zurzeit eine grosse Dynamik, speziell in der Lebensmittelbranche und im Life Science Bereich.» Energieeffizienz nimmt bei IE Plast einen sehr hohen Stellenwert ein. «Nachhaltigkeit ist ein strategisches Ziel, weil wir überzeugt sind, dass wir einen wichtigen Beitrag hierfür beisteuern können. In jedem IE Projekt, welches in der Planung oder Ausführung ist, werden energieeffiziente Massnahmen umgesetzt», erklärt Limacher die Philosophie. Diese findet sich in der Firmenvision wieder: ‹Wir planen und realisieren emissionsfreie, CO2-neutrale Produktionsstätten›. Das Unternehmen strebt stetig danach, top Qualität mit top Mitarbeitern zu bieten, um die Projekte noch effizienter umzusetzen und um Innovationen hervorzubringen. Für das Jahr 2013 wünscht sich Limacher «Gesundheit, was sonst». ■ 9


KUNSTSTOFF XTRA

FOKUS

KMU-Exportindikator 1. Quartal 2013

Leichte Zuversicht zu Jahresbeginn

Chemie/Pharma

91% 78%

24%

Südamerika

USA

Nordamerika

Naher Osten-Afrika

29%

23%

Japan

28%

Indien

China

Asien-Pazifik

Italien

Österreich

Frankreich

32%

Das Exportbarometer der Credit Suisse, das die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten abbildet, notiert für das 1. Quartal 2013 auf einem Stand von 0.25, gegenüber 0.14 im 4. Quartal 2012. Damit liegt es leicht über der Wachstumsschwelle von 0. Die KMU-Exportperspektiven der Osec erreichen für das 1. Quartal 2013 56.3 Punkte und liegen damit exakt auf dem Niveau des Vorquartals. Der Wert errechnet sich aus der Exportstimmung der KMU für das 1. Quartal 2013 sowie den effektiven Exporten im 4. Quartal 2012. Die KMU-Exportperspektiven deuten weiterhin auf leicht steigende Exporte hin, liegt doch die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten auf der von 0 bis 100 reichenden Skala. Insgesamt erwarten 32 % der KMU für das kommende Quartal einen Exportzuwachs, 49 % gehen von einer Stagnation ihres Exportvolumens aus und 19 % befürchten rückläufige Exporte.

1.6%

Dienstleistungen

46% 43%

Wichtigste Exportmärkte im 1. Halbjahr 2013 (die Werte beider Grafiken stützen sich auf eine Befragung von über 200 KMU (Mehrfachnennungen möglich).

10

4.2%

Metallindustrie 54% 51% 49% 46%

Deutschland

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Europa

Bild: KMU-Expor tperspektiven der Osec

Die Exportstimmung unter den Schweizer KMU liegt im Quartalsvergleich unverändert leicht über der Wachstumsschwelle. Für Wachstumsimpulse sorgen die grossen Volkswirtschaften USA, China und Grossbritannien auf der einen und einige Schwellenländer auf der anderen Seite. Unter den einzelnen Branchen divergieren die Exporterwartungen für das 1. Quartal 2013 deutlich. Die Währungsproblematik entspannt sich weiter. Das ist der Befund des KMU-Exportindikators der Osec und der Credit Suisse.

0.7%

Papier

0.4%

Konsumgüter

0.0%

Elektrotechnik

-0.5%

Präzisionsindustrie

-2.3%

Maschinenbau

-4.3%

Erwartungen im 1. Quartal nach Sektoren.

USA, Grossbritannien, China sowie Schwellenländer sorgen für Wachstumsimpulse Gemäss dem Exportbarometer der Credit Suisse haben sich die Exportaussichten in den grossen Volkswirtschaften USA, China und Grossbritannien im Vergleich zum Vorquartal weiter verbessert. Insbesondere nach China dürfte die Dynamik im nächsten Quartal den Höchststand der letzten eineinhalb Jahre erreichen. Positive Impulse für die Schweizer Exportwirtschaft sind auch aus Schwellenländern zu erwarten. So dürften Mexiko, Indien, Brasilien, die Türkei und Indonesien den soliden Aufwärtstrend der Vormonate fortsetzen. Nur verhaltene Wachstumsimpulse sind hingegen aus Russland, Südkorea und Taiwan zu erwarten, wo die Wirtschaft zurzeit praktisch stagniert. Nach wie vor schlecht sehen die Exportaussichten auch für die Krisenregion Eurozone und für Japan aus.

Die USA werden auch bei den von der Osec befragten KMU als Wachstumslokomotive gesehen: 43 % erwarten, dass sie im kommenden Halbjahr Waren oder Dienstleistungen in die USA exportieren werden, gegenüber nur 38 % im Vorquartal (Mehrfachnennungen möglich). In die gesamte Region Nordamerika dürften 46 % der KMU exportieren (Vorquartal 44 %). Die bei weitem bedeutendste Absatzregion für Schweizer Ausfuhren bleibt aber Europa – ungeachtet von Frankenstärke und Eurokrise. 91 % der durch die Osec befragten Schweizer KMU beabsichtigen, in der ersten Jahreshälfte 2013 nach Europa zu exportieren, genau gleich viele wie im Vorquartal. Wichtigster europäischer Exportmarkt bleibt Deutschland, wohin 78 % der befragten KMU exportieren werden (80 %). Es folgen Frankreich mit 51 % (51 %), Österreich mit 49 % (47 %) sowie Italien mit 46 % (40 %) der Nennungen. Interessant ist, dass Italien 1–2/2013


KUNSTSTOFF XTRA

den Einbruch im Vorquartal von 49 % auf 40 % teils wieder wettmachen konnte. Die Region Asien-Pazifik bleibt mit 54 % der Nennungen der zweitwichtigste Absatzmarkt für Schweizer Exporte (54 %). Wichtigste asiatische Exportdestination ist China mit 32 % (34 %). Dahinter folgen Indien mit 28 % (27 %) und Japan mit 23 % (22 %). In die Region Naher Osten-Afrika dürften 29 % (34 %) der KMU exportieren und nach Südamerika 24 % (20 %).

FOKUS

zeigt sich der Dienstleistungssektor, in dem nur 34 % der befragten Firmen einen negativen Einfluss erwarten. Besonders sensitiv bezüglich Währungsentwicklung sind die Metallindustrie, in der 87 % der KMU einen negativen Einfluss erwarten, sowie die Präzisionsindustrie mit 80 % und der Maschinenbau mit 73 %. 74 % der befragten KMU geben an, dass der starke Franken negative Auswirkungen auf ihre Gewinnmargen hat. Auch dieser Wert lag in den letzten 18 Monaten nie mehr so tief.

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Heterogenes Bild nach Sektoren Äusserst heterogen ist das Bild, wenn man auf die einzelnen Branchen abstellt. Von den acht durch die Osec befragten Sektoren sehen sich vier im 1. Quartal 2013 auf Wachstumskurs – allen voran Chemie/Pharma, aber auch die Metallindustrie, der Dienstleistungssektor und die Papierindustrie. Die übrigen vier Sektoren gehen für das 1. Quartal 2013 von einem Rückgang aus, wobei dieser insbesondere im Maschinenbau deutlich ausfallen soll. Sehr viel optimistischer als im Vorquartal sind die KMU hinsichtlich der konjunkturellen Perspektiven. Ein Viertel der Unternehmen, die in den kommenden Monaten höhere Exporte erwarten, führen dies auf eine Erholung des wirtschaftlichen Umfelds zurück, gegenüber erst 13 % im Vorquartal (Mehrfachnennungen möglich). Parallel zu den verbesserten Wirtschaftsaussichten scheint der Bedarf für Marketing zurückzugehen. Aktuell nennen nur noch 44 % der Unternehmen den Faktor verstärktes Marketing als Treiber für den Exportzuwachs, während es im Vorquartal noch 51 % waren. Wichtigster Wettbewerbsfaktor für Schweizer KMU ist die Produktinnovation mit 52 % der Nennungen, nach 46 % im Vorquartal.

Sorgen um Frankenstärke auf Tiefstwert Die Währungsproblematik verliert für die Schweizer KMU langsam an Brisanz: Zu Beginn des 1. Quartals 2013 erwarten 60 % der im Rahmen der KMU-Exportperspektiven der Osec befragten Unternehmen, dass sich ihr Exportwachstum als Folge des starken Schweizer Frankens verlangsamen wird. Dieser Wert ist so tief wie nie in den vergangenen eineinhalb Jahren. Sehr resistent 1–2/2013

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VERFAHRENSTECHNIK

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Breites Spektrum

Innovative Dichtungs- und Dosiertechnik Beim Dichten, Verkleben bzw. Vergiessen von industriellen Bauteilen sind zunehmend komplette Prozesslösungen gefragt. Der Dienstleister MIGAeldotec bietet als Nachfolgeunternehmen der am Markt etablierten Firmen MIGA Sealtec und eldotec an zwei Standorten ein breites Spektrum an frei auftragbaren Systemen für unterschiedliche Bauteilgrössen und Materialien.

Insbesondere in Anwendungsbereichen wie z.B. Automotive oder Elektronik, wo Standarddichtungen aufgrund von höchsten Qualitätsnormen, neuen Werkstoffentwicklungen bzw. komplizierten Einbausituationen an ihre Grenzen stossen, benötigt jede Applikation ihre individuelle Lösung. Genau darauf ist die MIGAeldotec GmbH, Lohnfertiger für Dichtungs- und Dosiertechnik mit hohem konstruktivem Know-how, spezialisiert. In vielen industriellen Branchen stehen Dichtungslösungen täglich auf der Agenda von Entwicklern, Konstrukteuren und Produktionsverantwortlichen. Automatisierte Fertigungseinrichtungen sowie Montagelinien mit hoher Taktfrequenz setzen montagefertige Bauteile voraus, deren Dichtigkeit z.B. gegen Feuchtigkeit, Schmutz oder Flüssigkeiten gewährleistet sein muss. Mit Dichtprozessen eng verwandt ist das Fügen von Bauteilen unter Verwendung geeigneter Klebesysteme sowie das Vergiessen von Komponenten, was vor allem im Elektronikbereich erfolgreich eingesetzt wird. Allen Applikationen gemeinsam ist der Anspruch an zuverlässige Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit sowie an hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit. Immer seltener sind diese Vorgaben durch Dichtungen erfüllbar, die als Zukaufteile beschafft und manuell auf das Bauteil montiert werden. Im Zuge gegenwärtiger Überlegungen hinsichtlich Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Leichtbau ist am Markt ein grundsätzliches Umdenken bzgl. der gesamten Prozesskette, inkl. Konstruktion, Materialauswahl und 1 Wolfgang Pfau, dipl. Betriebswirt, Werbeform GmbH, D-72270 Baiersbronn, wolfgang.pfau@ werbeform.de

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Bilder: MIGAeldotec

Wolfgang Pfau1

Dispensen eines wärmehärtenden 2K-Silikondichtstoffes, Anwendungsbereich Fahrzeugtechnik.

Verfahrenstechnik, im Gang. «Genau hier kommen wir ins Spiel», ist Manfred Gühring, Geschäftsführer von MIGAeldotec am Standort Oberndorf-Bochingen, überzeugt: «Mit unserer in-situ-Dichtungstechnik bieten wir die Möglichkeit, das jeweilige Dicht-, Klebe- oder Vergusssystem CNC-gesteuert direkt auf das Bauteil zu applizieren. Dies ist in der Regel die einzige Alternative, wenn konventionelle Dichtungen gar nicht oder nur mit erheblichem Mehraufwand bzw. Qualitätsverlust einsetzbar sind. Insbesondere bei hohen Stückzahlen und umfangreichem Automationsgrad sind frei auftragbare Dichtungssysteme meist auch die wirtschaftlichere Option.» Obwohl die FIPFG (formed in place foam gasket) Dosiertechnik inzwischen theoretisch in den meisten Entwicklungs- und Konstruktionsabteilun-

gen industrieller Anwender bekannt sein dürfte, scheint die Praxis noch Nachholbedarf zu haben. Dabei zeichnen sich die Vorteile von Flüssigdichtungen bzw. geschäumten Dichtungen gegenüber konventionellen Systemen deutlich ab: Sie lassen sich unmittelbar und automatisiert aufbringen, haften sofort und sind somit verliersicher. Durch die hohe Wiederholgenauigkeit werden nachfolgende Prozesse, vor allem in Fertigung und Montage, vereinfacht und optimiert. Darüber hinaus passen sich FIPFG-Dichtungssysteme optimal dem Bauteil an, liegen spannungsfrei in der Nut und können in ihrem Reaktionsverhalten bzw. ihren chemischen Eigenschaften individuell eingestellt werden. Die Dosieranlagen lassen sich unkompliziert und frei programmieren, zur Fertigung ist i.d.R. kein Werk1–2/2013


KUNSTSTOFF XTRA

2K-Silikondichtung auf einem Druckgussteil für die Fahrzeugtechnik.

zeug erforderlich. Entsprechend einfach können Programmadaptionen bei Bauteiländerungen vorgenommen werden.

Anwendungstechnische Beratung für optimale Lösungen MIGAeldotec versteht sich für seine Kunden als Entwicklungs- und Konstruktionspartner.

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VERFAHRENSTECHNIK

Eine eingehende Analyse der Ist-Situation, der Projektziele sowie die klare Definition der wesentlichen Verfahrensparameter ist aus Sicht von Martin Hezel, Geschäftsführer des Stammwerks in Dornhan, unerlässlich: «Wir besprechen mit dem Anwender zunächst die Eckdaten, sowohl Zielsetzung als auch Rahmenbedingungen, des Projektes. Dabei nehmen wir das Anwendungsumfeld beim Kunden ebenso in Betracht wie die konstruktive Beschaffenheit des Werkstücks sowie die im Pflichtenheft beschriebenen Anforderungen an das jeweilige Dichtungssystem.» Im Zuge dieser anwendungsbezogenen Beratung werden die entscheidenden Weichen für die fertigungstechnische Umsetzung gestellt. «Unter Beachtung des Zusammenspiels von Verfahrensablauf, Bauteilbeschaffenheit und Dichtmaterial sowie der zugehörigen Detailparameter empfehlen wir unseren Kunden die jeweils optimale Lösung», erläutert Hezel. «Bezüglich der Umsetzung sind wir im Rahmen unserer Verfahrenstechnik variabel. Wir ver-

Geschäftsführer Manfred Gühring erläutert die Vorteile frei auftragbarer Dichtungssysteme anhand einer 2K-Silikondichtung auf einem Spritzgussteil für die Fahrzeugtechnik.

arbeiten prinzipiell eine breite Palette an Dicht-, Klebe- und Vergussmaterialien», fügt

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VERFAHRENSTECHNIK

KUNSTSTOFF XTRA

Erfahrener Entwicklungspartner für neue Technologien

1K PU-Acrylat Dichtung, mit einer Auftragsstärke von 0,8 mm appliziert auf ein Gehäuse im Elektrotechnikbereich.

Manfred Gühring hinzu. Denn obgleich MIGAeldotec hauptsächlich Dichtschaumsysteme auf 2K-PUR-Basis einsetzt, sind einkomponentige Systeme, z.B. SilikonSysteme, UV-härtende Systeme sowie Systeme auf PU-Acrylat-Basis, in bestimmten Anwendungsfällen die ideale Lösung. Den Hintergrund erklärt Gühring: «Im Beratungsprozess erarbeiten wir gemeinsam mit dem Anwender, was sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Als seriöser Partner weisen wir selbstverständlich auch auf die Grenzen der jeweiligen Applikationen bzw. der verwendeten Materialien hin. Da gerade technisch komplexe Projekte, beispielsweise in der Vorentwicklung von Automotive-Komponenten, langwierig und kostenintensiv sind, ist eine fundierte Einschätzung der technischen Machbarkeit und entsprechenden Materialauswahl im frühen Stadium für einen erfolgreichen Projektverlauf unabdingbar.» So sei es eben Fakt, dass bei Einsatztemperaturen von dauerhaft über 100 Grad Celsius andere Lösungen anstatt Schaumdichtungen zum Tragen kommen müssen. Ebenso sieht MIGAeldotec Einschränkungen für Schaumsysteme, wenn die Stegbreite der zu befüllenden Nut unter zwei Millimetern liegt. «Uns geht es nicht darum, ein bestimmtes Dichtsystem bzw. Anlagenkonzept zu pushen. Unser Bestreben liegt darin, dem Kunden die jeweils beste prozesssichere Dichtungslösung auf Basis wirtschaftlichster Lohnfertigung zu liefern», bekräftigt Gühring. Deshalb habe man am Standort Oberndorf-Bochingen immer schon auf die kontinuierliche Entwicklung eigener Maschinentechnologien gesetzt – um auch spezielle Anwendungen mit weniger verbreiteten Dichtsystemen flexibel und individuell bedienen zu können. 14

Ihrer Rolle als Nischenanbieter sind sich die Verantwortlichen bei MIGAeldotec deutlich bewusst. Martin Hezel: «Wir stehen nicht im Wettbewerb mit Anbietern von zugeschnittenen Standarddichtungen, welche als Massenware vertrieben wird. Unsere Stärke liegt in der Erarbeitung von massgeschneiderten Dichtungslösungen – für verfahrenstechnisch meist anspruchsvolle Anwendungen.» So kommt das spezialisierte Know-how von MIGAeldotec insbesondere bei Vorversuchen wie auch in der Prototypenphase, u.a. im Rahmen der Erprobung neuer Technologien, zum Tragen. Auf Basis der langjährigen Zusammenarbeit mit Unternehmen der Fahrzeugindustrie und deren Zulieferern, ist MIGAeldotec aktuell ein geschätzter Entwicklungspartner im Automotive-Sektor. «Der Wandel vom Verbrennungsmotor zum E-Antrieb hat weitreichende Auswirkungen für die gesamte Fertigungs- sowie Zulieferkette. Da wir aktuell an der Vorserien-Fertigung für die Abdichtungstechnologie einer neuen EMotoren-Generation eines Automobilherstellers beteiligt sind, gehen wir davon aus, dass die in-situ-Dichtungstechnologie in der Motorentechnik auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird«, ist Gühring zuversichtlich. Ähnliches gelte auch für die Entwicklung von Brennstoffzellen, wo derzeit nach optimalen Klebeverfahren zum Fügen der Zellenstapel (Stacks) geforscht werde. »Unsere Betriebsgrösse und Fertigungsstruktur bietet ideale Voraussetzungen, um spezifische Versuchsreihen durchzuführen. Durch systematische Erprobung von Materialien und deren Verhalten unter bestimmten Bedingungen, z.B. bei Wärmezufuhr oder mechanischer Beanspruchung, tragen wir dazu bei, Daten für technologische Richtungsentscheidungen zu liefern», erläutert Martin Hezel einen besonderen Vorteilspunkt seines Hauses. Auch im Bereich Elektroverguss ist MIGAeldotec technologisch up to date. Hinsichtlich neuer Technologien sieht Gühring hier noch beträchtliches Marktpotenzial: «In der Mess- und Regeltechnik, insbesondere im Bereich der Hausenergie, sind uns andere europäische Länder technisch voraus. Zum automatischen Ablesen des Gas-, Wasser-, sowie Stromverbrauchs werden leistungs-

LED-Transparentverguss: Toleranzen für die Vergusshöhe liegen im 1/10-mm Bereich, um die Lichtstärke nicht zu stark zu dämpfen.

fähige, platzsparende elektronische Komponenten eingesetzt. Solche Bauteile vergiessen wir bereits für internationale Kunden.» Als ausbaufähiges Anwendungsgebiet nennen die MIGAeldotec Verantwortlichen auch die Werbetechnik, wo Transparentverguss für hochauflösende Displays benötigt werde. Seitens der Beleuchtungstechnik werden, speziell für LED-Leuchten, zunehmend alterungs- sowie farbbeständige Vergusslösungen nachgefragt. «Hier geht es um Präzisionsverguss mit Anforderungen, die häufig im Zehntel-MillimeterBereich liegen. Auch diese Anwendungen bedienen wir wirtschaftlich und zuverlässig», versichert Manfred Gühring abschliessend. Kontakte MIGAeldotec GmbH Martin Hezel Maybachstrasse 11, D-72175 Dornhan Telefon +49 (0)7455 94 73 37-0 info@miga-eldotec.de www.miga-eldotec.de Zweigwerk: MIGAeldotec GmbH Manfred Gühring Am Römerhof 7, D-78727 Bochingen Telefon +49 (0)7423 814 99-0 m.guehring@miga-eldotec.de www.miga-eldotec.de

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KUNSTSTOFF XTRA

VERFAHRENSTECHNIK

Global Optimize

Erfolg dank clever optimierter Prozesse Prozessoptimierung ist heute in allen Produktionsverfahren ein zentrales Thema. Mit der statistischen Versuchsplanung (DoE) kann der Aufwand an Zeit und Ressourcen aber beträchtlich sein und vorhandenes Expertenwissen wird nicht berücksichtigt. Zudem ist der Versuchsplan unflexibel. Aber es gibt Alternativen: GlobalOptimize ist ein iteratives, experten- und datenbasiertes Optimierungswerkzeug des Institutes für Modellbildung und Simulation (IMS) der Fachhochschule St. Gallen. Es führt beherrschte Prozesse zum optimalen Arbeitspunkt und hilft, Prozesse zu verstehen.

Carlos Simon1 Die Definition der Zielgrössen (ZG) eines Prozesses sollte die Anforderungen der Kunden an das Produkt repräsentieren oder der Frage nachgehen, worin denn die Innovation im Prozess besteht. Es können mehrere Zielgrössen definiert werden und sie müssen messbar sein. Für jede Zielgrösse werden deren Einflussgrössen identifiziert. Hier ist Prozessverständnis von entscheidendem Vorteil. Für das Auffinden der relevanten Einflussgrössen kann die folgende Fragestellung helfen: Welche Einflussgrössen beeinflussen welche Zielgrössen und auf welche Weise?

Prozessoptimierung mit DoE Prozessoptimierung begleitet uns stetig im Alltag. Manch einer optimiert seine Fahrwege beim Einkaufen im Warenhaus, die Minigolfspieler optimieren das Schlagen des Balles auf einer schwierigen Bahn, der Basketballspieler optimiert die Wurfbewegung und der Fahrschüler optimiert das seitlichen Parkieren. Die Aufgabe der Prozessoptimierung in der Industrie ist meist aufwändig und schwierig. Der Einsatz an Material und Zeit ist unter Umständen sehr hoch. Das «zufällige» Vorgehen nach Versuch und Irrtum kann aus qualitätskritischer Sicht hier nicht standhalten. Es dauert womöglich zu lange, der Erfolg ist ungewiss, weil stark personenabhängig und der Überblick geht verloren. Für komplexe Optimieraufgaben eignet sich

1 Carlos Simon, FHS St. Gallen, St. Gallen, carlos.simon@fhsg.ch

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Einflussgrössen

Prozess

hier das gängige Vorgehen nach Versuch und Irrtum nicht mehr. Verglichen mit unserem Alltag sind Industrieprozesse jedoch meist viel besser strukturiert. Unter dem Stichwort «DoE» (Design of Experiments) oder «statistische Versuchsplanung» wurden für die Prozessoptimierung Methoden entwickelt, die das intuitive Vorgehen ablösen. Diese statistische Versuchsplanung funktioniert nach dem Prinzip, dass alle Prozessparameter in einer bestimmten Anzahl Stufen variiert werden und dabei jedes Mal die Zielgrössen gemessen werden. Bei 6 Prozessparametern und 4 Stufen führt dies zu 1296 Versuchen. Die grosse Anzahl an Versuchen ist meist ungeeignet, da dabei der Verbrauch an Ressourcen und Personal hoch und der Versuchsablauf zu starr ist.

Prozessoptimierung mit GlobalOptimize Ziel einer Optimierung ist meist das Auffinden eines idealen Arbeitspunktes für die geforderten Zielgrössen in möglichst kurzer Zeit und mit möglichst wenigen Versuchen. Als optimal wird hier eine clevere Versuchsmethodik angesehen, welche die Flexibilität und Effizienz von Versuch und Irrtum mit der mathematischen Strenge und statistischer Analyse vereint. Die Software GlobalOptimize beinhaltet beide Methoden und

Zielgrössen

bietet zur Prozessoptimierung drei Ansätze: Die Optimierung mittels a) minimalem Versuchsplan, b) mit ähnlichen, bestehenden Daten oder c) mittels Expertenwissen. Voraussetzung für die Anwendung der Software GlobalOptimize sind Prozesse, bei denen die relevanten Einflussgrössen und die Zielgrössen evaluiert werden können. Sie müssen messbar oder zumindest qualitativ bewertet werden können. Um eine Optimierung durchführen zu können, müssen die Versuche reproduzierbar sein. Die chemischen oder physikalischen Wechselwirkungen innerhalb des Prozesses müssen nicht bekannt sein.

Gut gemischt? Industriebeispiel 1: Optimierung Mischprozess mit GlobalOptimize bei soplar sa Um dem fertigen Kunststoffprodukt die gewünschten Eigenschaften zu geben und/ oder den Verarbeitungsprozess stabil zu halten ist es notwendig, dem Kunststoffgranulat Zuschlagstoffe, meist in Form von Masterbatch, beizumengen. Da es sich beim Mischvorgang um einen diskontinuierlichen und beim nachfolgenden Verarbeitungsprozess um einen kontinuierlichen Prozess handelt, müssen die Komponenten im Mischraum möglichst konstant verteilt sein. Die fertig produzierten Kunststoffbauteile müssen korrekt eingefärbt sein, bezie15


VERFAHRENSTECHNIK

hungsweise es dürfen in der Serie keine Farbunterschiede feststellbar sein. Der Einsatz des Masterbatch ist kostenintensiv und qualitätskritisch, somit ist eine korrekte Vormischung der Materialien für den Produzenten sehr wichtig, um so mit minimalem Einsatz des Masterbatch die besten Resultate zu erhalten.

Entmischung Nach dem Mischvorgang war im vorliegenden Beispiel eine extreme Entmischung optisch klar festzustellen. Die weissen Masterbatchkörner haben sich in der Mitte der Mischkammer angehäuft. Den zu optimierenden Dosier- und Mischprozess übernimmt ein gravimetrisches Chargendosiergerät. Ein gutes Mischergebnis von Kunststoffgranulat und Masterbatch hängt

von vielen Faktoren (Zielgrössen) ab. In einem ersten Arbeitsschritt sind diese gesuchten Zielgrössen definiert und deren wichtigen Einflussgrössen identifiziert worden. Unter der Annahme, dass das Mischgut unverändert bleibt, sind hier der gravimetrische Inhalt der Mischkammer, die Drehrichtungen und die Anzahl Drehungen als wichtigste Einflussgrössen des Mischprozesses definiert worden. Die Anzahl der Einflussgrössen bestimmte die Anzahl der Versuche. Bei vier Einflussgrössen müssen für einen minimalen Versuchsplan mindestens 6 Versuche gefahren werden. Die anschliessende Optimierung, um die geforderten Ziele zu erreichen, gelang mit nur 3 zusätzlichen Iterationen.

KUNSTSTOFF XTRA

Zielgrösse geschieht, wenn sich die Einflussgrössen verändern. So hat hier die Einflussgrösse Drehrichtung 1 die grösste Wirkung auf die Zielgrössen Mischkammergüteklasse und Mischkammerkonzentration.

Ergebnisse «Mit Hilfe von GO konnten wir den gesamten Mischprozess, je nach Betrachtungsweise, um einen Faktor 2 bis 4 verbessern», sagt Doris Eberhard, soplar SA, dazu. «Ohne GO hätten wir nie herausgefunden, dass unser Mischwerkzeug im Grunde in die falsche Richtung dreht. Durch Änderung der Drehrichtung konnten wir erstaunlich gute Ergebnisse erzielen.»

Modellanalyse Mit dem Prediction-Profiler kann auf einfache Weise beurteilt werden, was mit der

Ideale Einmischung des Masterbatch.

Entspannt gespritzt?

Anhäufung des weissen Masterbatch in der Mitte der Mischkammer. Prediction Profiler – Einfluss ZG auf EG.

Schematischer Aufbau des Chargenmischers.

Verteilung des Masterbatch nach Optimierung mit GO.

Industriebeispiel 2: Weniger Spannungsrissanfälligkeit im Spritzgiessen bei Riwisa AG Ein Implantat-Träger für Dentalanwendungen aus dem Kunststoff COC (Cyclo-OlefinCopolymere), wies folgendes Verbesserungspotenzial auf: – Zyklus zu langsam – Bei kürzerem Zyklus entstehen Spannungsrisse im Bauteil Die Optimierungssoftware GlobalOptimize sollte helfen, mit möglichst wenigen Versuchen markante Verbesserungen zu erarbeiten. Dazu wurden in GlobalOptimize die Einflussgrössen für die Verbesserung der

Ergebnisse der zweiten Versuchsreihe in GO-Versuchsplan.

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KUNSTSTOFF XTRA

VERFAHRENSTECHNIK

Einflussgrössen

beiden Zielgrössen Spannungsrisse und Zykluszeit definiert. Für die Zielgrösse Spannungsrisse wurde die schweizerische Notenbewertung eingesetzt.

Einsatz des Expertenwissens Bei Riwisa AG konnte aus den bisherigen Erkenntnissen der Produktion und den Erfahrungen der Mitarbeiter, in GlobalOptimize das schnellere Expertenwissen eingesetzt werden. Dabei werden zur Optimierung eines Prozesses idealerweise weniger Versuche benötigt und das «Prozess-Knowhow» des Anwenders trägt entscheidend zum Erfolg der Optimierung bei. Auf Basis des Expertenwissens der Mitarbeiter wurden 5 Einstellungen generiert. Während deren Abarbeitung auf der Spritzgussmaschine wurde klar, dass nicht jede Einstellung für die Produktion geeignet war. Versuch Nummer 4 konnte nicht vervollständigt werden. Nach Beendigung der Versuchsreihe und dem Sicherstellen der produzierten Teile, überprüfte die interne QS die Teile hinsichtlich der Zielgrössen. Die Resultate dieser Messreihe wurden in GlobalOptimize als Expertenwissen eingetragen. Durch die Optimierung mit GO konnten zwei neue Prozesseinstellungen gefunden werden. Die erste Einstellung wurde als Versuch gefahren, um das Modell zu verfeinern. Mit der zweiten Einstellung fand ein 6-Stunden Testlauf statt und führte zum gesuchten Resultat. Der Testlauf wurde durch die interne QS überwacht.

Zielgrössen

nungen innerhalb der Bauteile sichtbar. Dipl. Ing. Kristian Eberhard, Riwisa AG, sagt dazu: «Nach Auswertung der Teile des sechsstündigen Testlaufes wurde festgestellt, dass die Teile in den Zielgrössen 1-4 gegenüber der vorherigen Produktion gleichbleibend bis besser geworden sind. Die Zykluszeit konnte in den Zielwert gebracht werden und die Spannungsrissanfälligkeit war signifikant weniger als in den vorherigen Produktionen.» Spannungen: links vor GO, rechts nach GO.

Ergebnisse der Prozessoptimierung Mit den optimierten Einstellungen entstanden in den Bauteilen deutlich weniger innere Spannungen und die Zykluszeit konnte auf den gesuchten Zielwert gebracht werden. Durch die Beleuchtung der Spritzgussbauteile mittels linear polarisiertem Licht (Spannungsoptik) werden die Span-

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Expertenwissen

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KUNSTSTOFF XTRA

MEDIZINTECHNIK

Spritzgiessmaschinenhersteller in Form

Produktsicherheit ist oberstes Gebot Der Markt für Medizintechnik ist anspruchsvoll, weil seine Produkte über das Wohl von Patienten entscheiden. Dementsprechend müssen aus Kunststoff gefertigte Endprodukte wie Petrischalen, Spritzen oder Pipettenspitzen höchsten Ansprüchen genügen. Welche neuen Lösungen Spritzgiessmaschinenhersteller aus dem Köcher ziehen, ist auf der medizintechnischen Fachmesse Medtec Europe 2013 vom 26. bis 28. Februar in Stuttgart zu sehen.

Bild: Boy

Seit einigen Jahren kann der Veranstalter UBM Canon im Segment Kunststoff erfreuliche Wachstumsraten verbuchen. Aussteller sprechen gar von einer Leitmesse für Kunststoffmedizinprodukte. «Die Medtec Europe ist zweifellos eine attraktive Plattform für Maschinenbauer», stellt die verantwortliche Event-Direktorin Jeannette van Doorn vom Messe-Veranstalter UBM Canon fest. Günstige Verarbeitung, hohe allergologische Toleranz sowie neue therapeutische Möglichkeiten zeichnen klinisch eingesetzte Polymere aus. Das weiss auch Christoph Lhota, Leiter medical des Spritzgiessmaschinenherstellers Engel Austria, und stellt fest: «Der Anteil an polymeren Werkstoffen in der Herstellung von Medizinprodukten ist weiter auf Wachstumskurs und dieser Trend wird auch auf der Medtec Europe Jahr für Jahr deutlich». Dabei hat Kunststoffexperte Lhota den Eindruck gewonnen, dass nicht nur die Anzahl der Aussteller aus

der Kunststoffindustrie zunimmt, sondern dass auch immer mehr Besucher aus dieser Branche mit konkreten Anliegen nach Stuttgart kommen. Während Engel Austria zum wiederholten Mal in Stuttgart ausstellt, ist es für die Dr. Boy GmbH & Co. KG aus Neustadt-Fernthal eine Medtec-Premiere. Boy-Spritzgiessautomaten zeichnen sich besonders durch ihre Bauweise und hohe Präzision aus. Die frei überstehende Schliesseinheit ohne jegliche Antriebskomponenten bietet beste Möglichkeiten einen kompakten Reinraum von der Antriebsseite zu trennen. «Das Antriebskonzept unserer Maschinen erzeugt wenig Abwärme und ist in Verbindung mit Laminarflow-Hauben und Edelstahlausstattung eine optimal effiziente ReinraumMaschinenkonfiguration», erläutert Alfred Schiffer, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Boy GmbH & Co. KG. Mindestens ebenso wichtig für die Medizintechnik ist die hohe Reproduziergenauigkeit der Maschine. Qualitätsschwankungen oder gar fehlerhafte Teile seien in den oft vollautomatisierten Fertigungsprozessen nicht akzeptabel, so der Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens. Deshalb «sehen wir als Spezialist für Spritzgiessmaschinen im unteren Schliesskraftbereich bis 1000 kN unsere Stärken vor allem bei kleinen, komplexen Formteilen». Auf der Medtec Europe 2013 stellt der rheinland-pfälzische Produzent eine Boy 35 E in Reinraumausstattung mit energieeffizientem Servoantrieb vor, die auf einem 16-fachWerkzeug Schutzkappen für eine Boy 35 E (350 kN Schliesskraft): vierholmiger, vollhyInsulinspritze fertigt. Durch das efdraulischer Schneckenkolben-Spritzgiessautomat mit Zwei-Platten-Schliesseinheit und ausschwenkbarer fiziente und verwindungssteife Schliesssystem sowie die hohe LeisSpritzeinheit. 18

tungsfähigkeit der Spritzeinheit eignet sich dieser Spritzgiessautomat besonders zur Herstellung von Präzisionsteilen in engen Toleranzbereichen. Boy-Marketingleiter Thomas Breiden: «Sie ist nicht nur die kompakteste Maschine ihrer Klasse, auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Mit den nachweislich geringsten Maschinenstundensätzen behauptet die Boy 35 E einen unerreichten Spitzenplatz in dieser Schliesskraftklasse.»

Nahezu nichts ist unmöglich dank innovativer Konzepte Grundsätzlich steht bei der Fertigung medizintechnischer Teile höchste Produktsicherheit an erster Stelle. Gleichzeitig gewinnt eine hohe Wirtschaftlichkeit als Entscheidungskriterium bei der Investition in neue Anlagen an Bedeutung. Diese Anforderungen geben den Maschinenbauern den Rahmen vor. Als Systemlieferant betrachtet Engel dabei nicht nur die Spritzgiessmaschine, sondern die Fertigungszelle als Ganzes. Denn die Tücke liegt oft im Detail. So erweisen sich zum Beispiel oft die Förderbänder als Kontaminationsquelle. Deshalb hat Engel «eigene Förderbänder speziell für den Einsatz in Reinräumen entwickelt, die wir nicht nur im Paket mit Spritzgiessmaschinen, sondern auch einzeln anbieten», so Christoph Lhota. Um Abrieb und Partikellast auf ein Minimum zu reduzieren, setzt Engel auch für Trays und Förderbänder ausschliesslich GMP-gerechte Werkstoffe ein und verzichtet auf Umlenkungen. Jüngste Engel-Weiterentwicklungen zielen darauf ab, die Leistung vollelektrischer Spritzgiessmaschinen weiter zu steigern. Kürzeste Zykluszeiten werden im Zuge des zunehmenden Kosten- und Effizienzdrucks immer wichtiger. 1–2/2013


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Höchste Präzision steckt den Rahmen Weil Medizinprodukthersteller zunehmend auf die Stückkosten achten müssen, eröffnet

nach Ansicht von Engel medical Leiter Christoph Lhota vor allem die Prozessintegration grosse Chancen. Diesem Trend folgend, gewinnt derzeit vor allem «der Mehrkomponentenspritzguss in der Medizintechnik an Bedeutung, zum Beispiel für Hart/Weich-Materialkombinationen», so der Fachmann. Es werden unter anderem bereits Masken für die CPAP-Beatmung oder Komponenten für Insulinpens im Zweikomponentenspritzguss auf Engel-Maschinen realisiert. Auf der Medtec 2013 wird Engel Geschäftsbereich medical demonstrieren, wie sich durch Prozessintegration und Automatisierung Effizienzpotenziale optimal ausschöpfen lassen. Auf einer vollelektrischen Engel e-motion 80H/80W/180 T WP combi in Reinraumausführung werden in einem servoelektrischen 16+16-fach-Indexplattenwerkzeug von Hack Formenbau im ZweiKomponentenspritzguss aus ABS und TPE Teile für Autoinjektoren produziert. Das Teilehandling übernimmt ein vollständig in

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Hochpräzise und sparsam im Energieverbrauch: Eine Engel e-motion 80H/ 80W/ 180 T WP combi in Reinraumausführung produziert während der Medtec Autoinjektorteile in Zwei-Komponententechnik. Bild klein: Der easix Roboter legt die Spritzgiessteile auf Trays ab, um sie lageorientiert an eine nachfolgende Montagemaschine übergeben zu können.

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Bilder: Engel

Auch Achim Rath, Bereichsleiter Vertrieb und Marketing bei Boy, sieht in den zunehmend kürzer werdenden Entwicklungs-, Konzeptions- und Produktlebenszyklen die Trends in der Kunststoffverarbeitung. Ausser einer hohen Teilequalität sei eine wirtschaftliche Fertigung unabdingbar, so Rath. Um dies zu gewährleisten werden bei Boy von Beginn an alle Einsparpotenziale betrachtet. So ist insbesondere der Energieverbrauch der Maschinen aktuell ein sehr wichtiges Thema. Darauf stellt sich die Branche zunehmend ein. Nach Ansicht von Boy werde man mit kleinen Produktionseinheiten diesen Anforderungen am ehesten gerecht. Der modulare Aufbau von Spritzgiessmaschinen ermöglicht es, Maschinen perfekt auf die kundenspezifischen Aufgaben abzustimmen.

MEDIZINTECHNIK


KUNSTSTOFF XTRA

Bild: Arburg

tems. Diese fertigt kundenspezifische Medizinkomponenten, die in der Analyse und Diagnostik (Lab-on-a-Chip und Microfluidic) eingesetzt werden. Spezialisiert ist z-microsystems auf die Produktion von Prototypen in der Entwicklungsphase bis hin zu Klein- und Grossserien. Das Exponat ist GMP-konform in Edelstahl ausgeführt, mit einem Reinluftmodul ausgestattet und damit prädestiniert für einen Einsatz in der Medizintechnik. Die Reinraumelemente von Ionstatex deuten die Möglichkeit für eine Produktion im Reinraum an. Als Demoteile werden sogenannte Bottom Layer für eine Lab-on-a-Chip-Applikation hergestellt. Mit einem Top-Layer, der über eine eigene Elektronik (Chip) für den Transport der Flüssigkeiten und die Ergebnisanzeige verantwortlich ist, wird das Lab-ona-Chip vervollständigt. Bild: z-microsystems

die Steuerung der Spritzgiessmaschine integrierter Engel easix Mehrachsindustrieroboter. Durch die Steuerungsintegration erschliesst sich der Anwender zusätzliche Effizienzpotenziale. Die Bewegungsbefehle für den Roboter fügen sich in die Maschinensteuerung ein, so dass sich der Maschinenbediener nicht länger in zwei unterschiedliche Bedienlogiken einarbeiten muss. Viele Arbeiten, für die herkömmlich ein Programmierer hinzugezogen wird, kann der Maschinenbediener selbst erledigen, was die Verfügbarkeit der Fertigungsanlage erhöht. Da der integrierte Roboter Zugriff auf die Maschinenparameter hat, lässt sich das Zusammenspiel zwischen Handling und Maschinenbewegungen optimieren. Beispielsweise kann der Roboter bereits mit der Entnahme der Spritzgiessteile starten, bevor das Werkzeug vollständig geöffnet ist, was die Zykluszeit verkürzt. Ausserdem kommt die neue Online-Prozessregelung iQ weight control zum Einsatz, die die Präzision und Reproduzierbarkeit weiter erhöht.

Analyseeinheiten werden der Mikrofluidik in der Medizintechnik nach allgemeiner Ansicht grosse Zukunftschancen vorausgesagt. Eines der möglichen Einsatzgebiete könnte mittelfristig etwa in der Lieferung von Daueranalyse-Ergebnissen etwa von Patienten mit chronischen Krankheiten liegen.

Höchste Präzision und Energieeinsparung Als einer der ersten Spritzgiessmaschinenhersteller war die Netstal-Maschinen AG als Aussteller auf der Medtec mit dabei. Dieses Jahr ist der Schweizer Maschinenbauer erstmals auf dem gemeinsamen Stand der beiden Marken KraussMaffei und Netstal mit der vollelektrischen Elion 1750 präsent. Diese eignet sich hervorragend zur Herstellung von «sauberen» Teilen mit hoher Präzision im Reinraum nach international geltenden Richtlinien. «Der Kunde erhält exzellente Maschinentechnik und sichert sich mit unserer System- und Anwendungskompetenz einen hohen wirtschaftlichen Lösungsstandard», erläutert Dr. Patrick Blessing, Leiter der Business Unit MED. Auf der Medtec zeigt Netstal auf der Elion 1750-530 eine für diese Baureihe typische Anwendung aus der Medizintech-

Die Lab-on-a-Chip-Technologie gehört in den Bereich Mikrofluidik. Dort wirken Mikro-Spritzgiessen und Medizintechnik zusammen, um kleinste Einheiten zur unmittelbaren und schnellen Analyse von Flüssigkeiten in Grossserie zur Verfügung zu stellen. Zur Abformung der Mikrostrukturen auf den Layern ist höchste Präzision von Werkzeugen und Maschinen von ausschlaggebender Bedeutung. Deshalb setzt Arburg in dieDer ausgestellte Allrounder ist GMP-konform in Edel- sem Bereich bevorzugt elekstahl ausgeführt, mit einem Reinluftmodul ausgestat- trische oder hybride Maschitet und damit prädestiniert für einen Einsatz in der nentechnik ein, die die Medizintechnik. Anforderungen an die EbenKleines Bild: Bottom Layer für eine Lab-on-a-Chipheit der Teile sowie die ReApplikation. produzierbarkeit der Fertigung vollständig erfüllt. Im Fall der Speziell ausgestatteter auf der Medtec gezeigten Bottom elektrischer Allrounder Layer aus Polycarbonat (PC) beträgt Auch Arburg ist als Aussteller auf der das Teilegewicht 3,264 g bei einem Medtec mit von der Partie und zwar mit Schussgewicht von 7,98 Gramm einer High-End-Anwendung. Der elektrische und einer Zykluszeit von 24 SekunDie vollelektrische Elion hat sich für MedizinanwendunAllrounder 370 A mit 600 kN Schliesskraft den. gen als wirtschaftlicher Lösungsstandard etabliert. Bild und Spritzeinheit 70 arbeitet mit einem Bei zunehmend kleiner werdenden klein: Auf der Elion 175-530 werden NadelschutzkapZweifach-Werkzeug der Firma z-microsys- Abmessungen der Lab-on-a-Chip- pen in knapp unter 5,5 Sekunden produziert. 20

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Bilder: Netstal

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«Die Elion verfügt über Features wie gekapselte und wassergekühlte Elektromotoren, wodurch ein nahezu emissionsfreier Betrieb gewährleistet wird. Zusätzlich profitiert der Verarbeiter von ihrem niedrigen Energieverbrauch», sagt Blessing. Dank des Prinzips der Rekupperierung werden Bremsenergien in den Stromkreislauf zurückgeführt, um damit weitere Verbraucher zu speisen. Effizient eingesetzt, lassen sich so gegenüber konventionellen Antriebsystemen bis zu 70 Prozent des Energieverbrauches einsparen.

gene Masse eingespritzt, mit dem Resultat qualitativ hochwertigster Teile bei stabilster Produktion und kurzen Zykluszeiten. Das neu entwickelte Spritzprägeverfahren Hi-Q Shaping ermöglicht die Herstellung

Mikrotechnik in der Medizintechnik Wittmann Battenfeld stellt seine Kompetenz im Bereich der Medizintechnik anhand der Herstellung eines Mikrofilters aus POM mit einem 80µ Gitter und einem Teilegewicht von 1,1 mg, der im Bereich der Akustik, für Mikropumpen oder für Inhalatoren Einsatz finden kann, unter Beweis. Der Mikrofilter wird auf einer MicroPower 15/10, die speziell für den Präzisionsspritzguss von Klein- und Mikroteilen konzipiert wurde, hergestellt. Die Fertigung erfolgt auf einem 2-fach Werkzeug mit 3-Platten Anspritzung. Die MicroPower zeichnet sich durch hohe Wirtschaftlichkeit, Geschwindigkeit und Prozesssicherheit aus. Von besonderem Interesse bei dieser Maschine ist das innovative zweistufige SchneckenKolben-Spritzaggregat mit einem Schussvolumen von 0,05 bis 4 cm3. Über dieses Spritzaggregat wird thermisch homo-

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Bilder: Wittmann Battenfeld

nik. Mit einem 48-fach-Werkzeug des schweizerischen Formenbauers Kebo werden bei einem Zyklus von knapp 5,5 Sekunden Nadelschutzkappen aus HDPE der amerikanischen Firma exxon mobil gefertigt. Die Rohmaterialversorgung stellen dabei Geräte der in der Schweiz ansässigen Firma Motan sicher. Die Kühlung übernimmt ein Chiller der Firma ef-cooling.

Die MicroPower ist bestens geeignet für die Fertigung unter Reinraumbedingungen. Bild klein: Mikrofilter für die Medizintechnik.

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MEDIZINTECHNIK

höchst spannungsfreier Teile mit bester Oberfläche. Dabei werden die Prozessführungsgrössen Zeit und Weg um die Werte Temperatur und Druck erweitert, wodurch der Prägedruck prozessspezifisch über der Schliesskraft geregelt werden kann. Dadurch ist es möglich, den Prägedruck dynamisch und präzise knapp oberhalb der Glasübergangstemperatur grossflächig auf das Teil auszuüben und damit Materialspannungen drastisch zu reduzieren. Das Ergebnis sind Teile mit sehr konstantem Gewicht, niedrigstem Schwindverhalten, sowie hervorragender Oberflächenqualität. Die ausgestellte Maschine ist eine komplett integrierte Reinraumfertigungszelle mit Drehteller, Entnahmehandling, integrierter Qualitätskontrolle mittels Bildverarbeitung, sowie Reinraummodul. Für Medizinanwendungen sind das reinraumtaugliche Design sowie das Reinraummodul, das eine Reinluft der Klasse 6 nach ISO 14644-1 ermöglicht, ideal. Die Teile werden bei dieser Anwendung im Reinraum gespritzt, geprüft und abgelegt.

Klinisch reine Lösungen

Bilder: motan

Die motan-colortronic GmbH zeigt auf der Medtec die neueste Version des Ultra-

Das gravimetrische Ultrablend 95 Chargendosier- und Mischgerät. Kleines Bild: Menügeführte Bedienung der GRAVInet-Steuerung über das Touch Panel.

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blend 95 Chargendosier- und Mischgerätes. Das gravimetrische System ist für sehr hohe und gleichbleibend genaue Dosierung und Mischung von rieselfähigen Rohstoffen – Kunststoffgranulaten und Additiven – entwickelt worden. Es verbessert die ProzessQualität bzw. -Sicherheit und leistet seinen Beitrag zur Produktionskosten-Minimierung. Beim Design der Behälter-Komponenten aus elektropoliertem Edelstahl legte motan hohen Wert auf klare Funktion, geringen Unterhalt und einfache Bedienung in einer hygienisch reinen Arbeitsumgebung. Die Bauteile sind ohne «tote Zonen» konstruiert. Schweissnähte sind durchgeschweisst. Folglich können sich keine Restmengendepots bilden. Die Kontaminierung der Folgechargen ist damit ausgeschlossen. Ultrablend 95 eignet sich insbesondere für präzise Kleinstmengendosierungen direkt auf der Spritzgiessmaschine, dem Extruder oder der Blasformmaschine. Maximal vier Rohstoffkomponenten werden nacheinander gewichtsbezogen und rezepturgenau zudosiert. Sie werden anschliessend in der nachgeschalteten Mischkammer (4,5 Liter Volumen) homogen vermischt und gelangen schliesslich in die Einzugszone der Verarbeitungsmaschine. Die minimale Dosiermenge liegt bei 3 g pro Komponente (900 g Chargengrösse). Beim Einsatz von zwei Komponenten wird ein maximaler Durchsatz von 260 kg/h erreicht. Dieses gravimetrische Chargendosier- und Mischgerät ist ideal bei Anwendungen mit häufigem Materialwechsel: alle Produkt berührenden Teile können rasch entnommen und gereinigt werden. Bei Materialwechsel ist der Dosierschieber zudem verschlossen – Material und kleinste Restmengen können unmöglich auslaufen oder verschüttet werden. Das Einzellastzellenprinzip kompensiert Vibrationen oder Schwingungen aus der Maschinenumgebung. Dadurch wird eine hohe Wiegegenauigkeit gewährleistet, was der Qualität des Endprodukts und dessen Herstellungskosten zugute kommt. Bei den Ultrablend Peripheriegeräten kommt die GRAVInet-Steuerung zum Einsatz. Das Color-Display bietet eine menügeführte Bedienung über das «Touch» Panel.

Durch die integrierte Ethernet-Technologie ist zusätzlich eine Bedienung über ein motan WEBpanel oder einen PC von beliebiger Stelle aus möglich. Bei Bedarf kann eine Fördersteuerung integriert werden.

Kontakte UBM Canon Friedrich-Karl-Str. 260 c D-50735 Köln medteceurope@ubm.com www.medteceurope.com Arburg AG Südstrasse 15 CH-3110 Münsingen Telefon +41 (0)31 724 23 23 switzerland@arburg.com www.arburg.ch Medtec: Halle 1, Stand 1H04 Battenfeld (Schweiz) AG Javastrasse 13, CH-8604 Volketswil Telefon +41 (0)44 908 65 65 info@battenfeld.ch www.battenfeld.ch Medtec: Halle 1, Stand 1L52 Dr. Boy, Vertretung in der Schweiz: Plastiversum AG Rohrerstrasse 76, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 822 22 11 www.plastiversum.ch Medtec: Halle 1, Stand 1K24 Engel (Schweiz) AG Hungerbüelstrasse 17 CH-8500 Frauenfeld Telefon +41 (0)52 725 0755 ech@engel.at, www.engelglobal.com Medtec: Halle 1, Stand 1I20 motan-colortronic ag Neulandweg 3, CH-5502 Hunzenschwil Telefon +41 (0)62 889 29 29 info@motan-colortronic.ch www.motan-colortronic.com Medtec: Halle 1, Stand 1K80 Netstal-Maschinen AG Tschachenstrasse, CH-8752 Näfels Telefon +41 (0)55 618 61 11 marketing@netstal.com www.netstal.com Medtec: Halle 1, Stand 1L04

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MEDIZINTECHNIK

Interview

Auf Innovationen der Medizintechnik fokussiert Nach Angaben des Europäischen Patentamtes führt die Medizintechnik die Liste der angemeldeten Erfindungen mit über 15700 Patenten an. 11,4 Prozent der Patentanmeldungen kommen aus dem Medtech-Bereich. Zielgerichteten Zugang zu neuen Entwicklungen bietet die Fachmesse Medtec Europe vom 26. bis 28. Februar 2013. Warum die Besucher des Stuttgarter Messegeländes vom dichten Angebot profitieren, erläutert Jeannette van Doorn, Event-Director des Veranstalters UBM Canon in einem Interview.

Bild: UBM Canon

Peter Klingauf1

Jeannette van Doorn: Stuttgart bleibt unbestritten der ideale Standort für die europäische Leitmesse der Medizintechnik.

Die Medtec Europe erfreut sich weiter wachsender Beliebtheit. Welche Anreize bietet die Medtec Europe im Jahr 2013? Jeannette van Doorn: Die Medtec Europe ist einzigartig. Keine andere Veranstaltung kann mit ihr mithalten im Hinblick auf die Tiefe der Informationsbeschaffung. Die Medtec definiert sich durch Innovation. Man kann leicht durch das, was in Zukunft möglich sein wird, abgelenkt werden, und natürlich macht es Spass über Roboter, neue Techniken oder virtuelle Umgebungen zu reden. Doch in der Realität muss sich die Medizintechnikbranche auf dramatische Veränderungen vorbereiten, die sich bereits heute abzeichnen. Denn, um zu überleben, müssen Innovationen künftig zweierlei bewirken: den Patientennutzen weiter verbessern und, auf der Herstellerseite, den Gewinn sichern. Die Medtec Europe bietet die gesamte Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen, um diese Herausforderung zu meistern. Sie ist damit tatsächlich 1 Peter Klingauf, k+k PR GmbH, Augsburg, info@ kk-pr.de

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an der Weichenstellung für die Zukunft beteiligt. Welche Ausstellungsbereiche legten zu im Vergleich zum Vorjahr? Jeannette van Doorn: Bis jetzt hatten wir die Messe nicht in einzelne Gebiete eingeteilt. Doch das hat sich wegen des starken Wachstums der Medtec Europe mittlerweile geändert. Um dem Besucher einen besseren Überblick zu gewähren und um den Messebesuch besser planen zu können, haben wir zum ersten Mal das umfassende Angebot übersichtlich in neun MedicalThemenbereiche strukturiert: Diagnostik, Fertigungsautomatisierung, Reinraum- und Kontaminationskontrolltechnik, Metalle und Bearbeitungstechniken für medizinische Produkte, Verpackungstechnik, Kunststoffe, Rapid Manufacturing, Testverfahren und, in einem Sonderpavillon, Fertigung von InVitro-Diagnostika (IVD). Obwohl wir nicht das Wachstum einzelner Ausstellungsbereiche präzisieren können, steht fest, dass die Medtec Europe insgesamt zugelegt hat. Wie beurteilen Aussteller und Besucher den Standort Stuttgart? Jeannette van Doorn: Stuttgart bleibt unbestritten der ideale Standort für die europäische Leitmesse der Medizintechnik. Jahr für Jahr werden nach der Medtec Europe Aussteller und Besucher über ihre Erfahrungen, Eindrücke und Meinungen befragt. Zum wiederholten Mal erhielt im vergangenen Jahr die Zufriedenheit mit dem Standort Stuttgart eine hervorragende Bewertung. Stuttgart selbst und die neue Landesmesse insbesondere bieten logistische Vorteile, die von unseren Besuchern ausserordentlich geschätzt werden. Die Wirtschaftsregion Baden-Württemberg, in der die Medizin-

technik fest verankert ist, beherbergt mehr als 400 Unternehmen im Bereich Medizintechnik. Wichtige Cluster oder Kompetenznetzwerke der Medizintechnik sind hier ansässig. Alle diese Faktoren sprechen für Stuttgart als idealen Austragungsort der führenden Medizintechnikmesse. Der Messeveranstalter UBM Canon optimiert stetig die Besucherführung auf der Messe. Womit ist im Jahr 2013 zu rechnen? Jeannette van Doorn: Wie bereits an anderer Stelle gesagt, bieten wir 2013 mit den Medical-Themenbereichen eine komfortablere Übersicht. Interaktive Hallenpläne, aber auch Apps fürs Handy einschliesslich leicht zugänglicher Ausstellerlisten, Konferenzpläne und Informationen über Referenten, machen den Besuch noch effizienter. Unser Angebot für den Besucher umfasst jedoch noch einiges mehr. So können zum Beispiel Aussteller und Besucher ihren Messebesuch auf dem PC vorbereiten, in dem sie ihr persönliches Netzwerk wie Linkedin oder Facebook nutzen. Das Innovationsforum ist eine etablierte Veranstaltung während der Medtec. Welche Intention steckt aus der Sicht der Messeveranstalter dahinter? Jeannette van Doorn: Wir möchten unseren Besuchern gehaltvolle Informationen an die Hand geben. Aus diesem Grund wurde das Innovationsforum ins Leben gerufen, um den Messebesuchern einen tiefen Einblick in die Top-Themen im Bereich Entwicklung und Konstruktion in der Medizintechnik zu geben. Für zahlreiche Besucher war das Innovationsforum einer der Gründe, die Medtec Europe 2012 zu besuchen. Der Zugang zum Forum ist übrigens kostenlos. ■ 23


KUNSTSTOFF XTRA

v.l.: Norbert Blum (Krauss-Maffei Schweiz), Armin Bieri (B. Braun), Bruno Schleiss (Krauss-Maffei Schweiz) und Andreas Arand (B. Braun) im Reinraum vor den elektrischen Maschinen der EX-Baureihe.

B. Braun Medical AG, Escholzmatt

Qualität ist oberstes Gebot Rund 90 Prozent der in Escholzmatt hergestellten Produkte – und das sind Mengen im hohen dreistelligen Millionenbereich – kommen direkt am Menschen zum Einsatz. Dass dabei Qualität und Produktsicherheit unabdingbar sind, versteht sich von selbst. Seit kurzem sorgen nun sechs vollelektrische KraussMaffei Maschinen der EXBaureihe dafür, dass die hohen Anforderungen an die Medizinprodukte effizient erfüllt werden.

Marianne Flury Am Standort der B. Braun Medical AG in Escholzmatt wird Infusionszubehör hergestellt, hauptsächlich 3-Weg-Hähne (Discofi x C und Standard) sowie grossvolumige Spritzen, sogenannte Pumpenspritzen, für die hochgenaue Dosierung von Medikamenten vor allem in Intensivstationen. Bisher zum kleineren Teil werden Ports (Anschlussstücke für Infusionsbeutel) für das Schwesterpharmawerk in Crissier produziert. Ausstossmässig könnte man die Produktion mit nahezu 1 Milliarde Spritzgiessteile pro 24

Jahr als Massenproduktion bezeichnen. An die 100 Millionen Spritzen werden jährlich auf drei Produktionslinien hergestellt, je nach Produkt beträgt der Zuwachs 5 bis 10 Prozent pro Jahr. Dazu kommen knapp 150 Millionen Discofi x, Tendenz steigend. Massenproduktion ja, aber unter Einhaltung der hohen Anforderungen an Medizinprodukte. Die Teile werden im Reinraum der Klasse 100 000 gefertigt. Die Produkte Discofi x Standard sind seit rund 20 Jahren auf dem Markt, die Premiumversion Discofi x C (z. T. mit integrierter Ventiltechnik) seit etwa 10 Jahren. «C ist ein absolutes Hightech-Produkt und seit

einigen Jahren unser Boomprodukt», sagt René Süess, Produktionsleiter des Bereichs Hähne. «Es ist der einzige medikamentenbeständige Dreiweghahn auf dem Markt.» Medikamentenbeständig heisst vor allem, beständig bei Krebstherapien, wo sehr aggressive Medikamente eingesetzt werden. Die Hähne aus einem Polyamid sind patentrechtlich nicht geschützt. «Aber in deren Herstellung steckt sehr viel Know-how, sowohl design- und materialmässig wie auch verfahrenstechnisch», weiss Armin Bieri, Produkt- und Verfahrenstechniker im Werk Escholzmatt zu berichten, «und das schützt viel besser als ein Patent». Für die Herstel1–2/2013


KUNSTSTOFF XTRA

lung der verschiedenen Discofi x C Produkte braucht es entsprechende Werkzeuge – auch diese werden in Escholzmatt gebaut. «Alles, was Qualität erfordert, machen wir im Haus – auch die Spritzgiesswerkzeuge», beschreibt Süess den Qualitätsstandard. Der Bereich Spritzen und Ports beinhaltet insgesamt rund 25 verschiedene Produkte, im Bereich Hähne spricht Süess von über 200 Produktvarianten. Gerade bei einer so grossen Vielfalt kann Automatisieren zum Knackpunkt werden. Um trotzdem wirtschaftlich fertigen zu können, sind die Spritzgiessmaschinen im Reinraum mit Montageanlagen und Verpackungseinheiten verknüpft und laufen mit minimalem Bedienungsaufwand. Insgesamt stehen im Werk aktuell 55 Spritzgiessmaschinen, davon 18 Vollelektrische. Noch in diesem Jahr werden weitere KraussMaffei-Maschinen den Maschinenpark ergänzen. Der platzmässig machbare Endausbau mit etwas mehr als 60 Maschinen ist in etwa im Jahr 2015 erreicht. «Wir haben aber noch eine «Grüne Wiese» nebenan, weist Süess auf Kapazitätserweiterungsmöglichkeiten hin. Besonders stolz ist der Produktionsleiter auf das jüngst angeschaffte Paket von sechs KraussMaffei Spritzgiessmaschinen der Baureihe EX mit 80 Tonnen Schliesskraft. Demnächst kommen zwei weitere baugleiche vollelektrische Maschinen dazu, zwei grössere Hybrid Maschinen mit 320 t Schliesskraft für die Spritzenfertigung sind bestellt. Ausschlag gebend für den Entscheid zu Gunsten der KraussMaffei Maschinen war zum einen das ausgereifte Produkt, mit dem der bestehende Maschinenpark ausgebaut wird und der erstklassige Service. «Eine Maschinenanschaffung ist keine Momentaufnahme,

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Bilder: KraussMaf fei

MEDIZINTECHNIK

Die EX 80-180 mit 80 Tonnen Schliesskraft stehen als Dauerläufer im Einsatz.

sondern wir betrachten über die Jahre hinweg, was wir erhalten. Es nützt absolut nichts, eine Maschine zu einem sensationellen Preis kaufen zu können, wenn sich nach einem Jahr Käufer und Lieferant nicht mehr verstehen und der Service nicht klappt», weist Süess auch auf die wichtigen «weichen» Komponenten bei Kaufentscheiden hin. Für ihn ist auch wichtig, paketweise zu ordern, was eine gewisse Standardisierung ermöglicht und die Abläufe vereinfacht. Bei der Anschaffung der Maschinen spielten natürlich auch die Reinraumtauglichkeit und Energieeffizienz eine wichtige Rolle. «Aus internen Versuchsläufen wissen wir, dass wir 25 Prozent weniger Energie verbrauchen im Vergleich zu hydraulischen Maschinen», erklärt Bieri. «Das bezieht sich auf die Herstellung des ganzen Produkts, d.h., wir machen eine Komplettbetrachtung unter Berücksichtigung von Material, Maschine, Zykluszeit und Peripherie», ergänzt er. Die neuen EX-Maschinen sind für fi xe Aufgaben ausgelegt – es sind Dauerläufer. Drei

Discofix Dreiweghahn

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der Maschinen stellen die Gesamtmenge der Gehäuse her (exklusiv Sonderanfertigungen), das sind ca. 50 Mio. Stück. Produziert wird an sieben Tagen, 24 Stunden die Woche. Dass hier die Zuverlässigkeit der Maschinen eine grosse Rolle spielt ist selbstredend. Klar, dass für Bruno Schleiss, Geschäftsführer von Krauss-Maffei (Schweiz) AG, die gelieferten EX-Maschinen genau die Richtigen sind. «Diese Vollelektrischen sind sehr flexibel. Die Baureihe kann gut modifiziert und an die Anforderungen des Kunden angepasst werden», hebt Schleiss die Stärken hervor. Und wichtig: «Es ist eine Standardmaschine, die u.a. durch den Z-Hebel für den Reinraum geeignet ist – und dies ohne Modifikation.» Darauf zu schliessen, dass B. Braun Medical jetzt ausschliesslich auf Vollelektrische setzt wäre falsch. Ein wichtiges Kriterium ist auch die Stellfläche einer Maschine und da beanspruchen elektrische Maschinen immer noch mehr Platz. Auch macht es wenig Sinn, eine elektrische Maschine anzuschaffen, wenn wegen der Geometrie der zu produzierenden Teile hydraulische Kernzüge benötigt werden. Für Süess ist deshalb klar, wie die ideale elektrische Maschine aussehen müsste: eine kompakte, kurze Maschine, die nicht hoch ist, aber grossen Holmabstand hat, vollelektrisch, aber mit einem guten Konzept für hydraulische Funktionen», fasst er die Botschaft an die Maschinenhersteller zusammen. Auch bezüglich Rüstzeitopti-

mierung wünscht sich Süess weitere Entwicklungsschritte. Energieeffizienz hat bei B. Braun Medical auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Die Maschinen arbeiten voll isoliert und die Energie, die beim Spritzgiessen eingesetzt wird, wird «recycelt» . «Wir verwerten energetisch alles, was irgendwie geht. In der Schweiz sind wir inzwischen nahezu CO2 neutral», hebt Bieri hervor. Um das Potenzial weiter zu optimieren sind auch induktive Heizsysteme, die langsam auf den Markt kommen, ein Thema. Damit das Unternehmen seinen guten Ruf behalten und weiter stärken kann – das Werk in «Äschlismatt» (wie die Einheimischen sagen) ist Benchmark im Familienkonzern mit Sitz in Melsungen – und im Hochlohnland Schweiz auch konkurrenzfähig bleibt, werden Prozesse möglichst standardisiert und dort wo es Sinn macht, wird automatisiert. Zunehmend stehen komplett verknüpfte Montage und Verpackungsanlagen im Reinraum. Dass dieses Konzept aufgeht, belegen zwei Beispiele: Bis 2004 wurden im Werk Dreiweghähne mit Schlauchansätzen aufwändig und zum Teil mit Handarbeit hergestellt. Aus wirtschaftlichen Überlegungen – die Herstellkosten in der Schweiz waren höher als der Marktpreis – wurden sie in ein Schwesterwerk nach Ungarn ausgelagert, wo das Produkt während rund 6 Jahren produziert wurde. Heute erfolgt die Fertigung wieder in Escholzmatt – vollautomatisiert und kostengünstiger. Zudem liefert B. Braun Medical in wachsendem Masse Produkte nach China. Die Begründung ist einfach: «Höchste Qualität zu marktkonformen Preisen». «Für gute Produkte braucht es gute Mitarbeiter, gute Maschinen, gutes Equipment, Prozess-Know-how und vor allem gute Ingenieure. Die gibt es auch in China nicht

Discofix Hahnbank 5fach

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Dreiweg-Hahnbank mit Verlängerung

umsonst. Das macht uns auch zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind», so Bieri zum Thema Werkplatz Schweiz. Weil Escholzmatt im Entlebuch situiert ist und nicht unbedingt zum Einzugsgebiet von Bern, Luzern oder Zürich gehört, sind sich die Äschlismatter sehr wohl bewusst, dass sie Sorge zu den Mitarbeitern tragen müssen. Dass dies auch gut gelingt, zeigt die niedrige Fluktuationsrate. Zum einen wird das «Miteinander» bewusst gepflegt und auf ein gutes Arbeitsklima geachtet und zum anderen wird sehr viel in die Lehrlingsausbildung investiert. Aktuell werden 14 Lehrlinge ausgebildet, Kunststofftechnologen und Polymechaniker mit Fachrichtung Instandhaltung und Fachrichtung Werkzeugbau. «Wir denken langfristig und wollen miteinander kontinuierlich besser werden. Das Ziel: Wir wollen auch in 20, 30 Jahren noch sichere Arbeitsplätze in unserem Werk haben», merkt Süess an. Produktion im Höchstlohnland – es geht. Oder wie die Äschlismatter sagen: Man muss es nur «Einfach Machen Wollen».

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Fabrik des Jahres 2009 Im Jahr 2009 wurde das Werk in Escholzmatt als Fabrik des Jahres in der Kategorie «Hervorragende Standortentwicklung» ausgezeichnet. Dies als Anerkennung für die hervorragende Entwicklung des Standorts aus einer existenziellen Krisensituation zu einer Benchmark Fabrik binnen 3 Jahren. Mit der Auszeichnung zur «Fabrik des Jahres» gesellt sich das Werk Escholzmatt der B. Braun Medical AG zu einer Reihe von «Operational Excellence Werken» namhafter Unternehmen wie Agfa Healthcare, BMW, Bosch, Brose, Daimler Benz, Siemens, Rational und Volkswagen.

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AUS DER PRAXIS

Materialhandling: Folge 1

Dosieren beim Spritzgiessen Auf der Fakuma 2012 hat motan-colortronic erstmals ihren Mo’s Corner (Motan’s Corner) vorgestellt. Damit will der Spezialist für das Materialhandling Marktteilnehmern einen Treffpunkt zum Informationsaustausch bieten und Fragen rund um das Fördern und Dosieren beantworten. Wir nehmen das Thema Dosieren beim Spritzgiessen auf und veröffentlichen zwei Folgen in dieser Ausgabe. Weitere Artikel zu Fragen aus dem Servicebereich und anwendungstechnischer Natur folgen.

erfüllen zu müssen. Die dafür benötigten Materialmischungen können sie entweder fertig konfektioniert (Compound) beziehen oder sich selbst zusammenstellen. Fertige Compounds können wegen eventuell fälliger Mindermengenzuschläge unwirtschaftlich sein. Zudem sind kurzfristige Änderungen der Zusammensetzung nur eingeschränkt möglich.

Bilder: motan

Materialaubereitung in house

Dosierorgan im Haushalt.

Einer der unschlagbaren Vorteile von Kunststoffen ist ihr variables Eigenschaftsprofil. Mit Zuschlagstoffen und Additiven lassen sich passend zur geplanten Anwendung bestimmte Eigenschaften gezielt einstellen. Seien es die mechanischen Eigenschaften, die chemische Beständigkeit oder, am bekanntesten, natürlich die Farben. Die Kehrseite dieser Medaille ist allerdings, dass es aufgrund der enormen Vielfalt an Materialien für die Rohstoffindustrie zunehmend unwirtschaftlicher wurde, allen Wünschen der Kunden gerecht zu werden. Zumal die benötigten Einzelmengen immer kleiner wurden. Andererseits stehen die Verarbeiter vor dem Problem, die Wünsche ihrer Kunden nach neuen, immer schneller wechselnden Produkten in kürzester Zeit 28

Mehr Flexibilität bietet hingegen die Materialaufbereitung im Haus. Hierfür stehen zwei Optionen zur Wahl: die zentrale Herstellung (manuell oder automatisiert) oder die direkte Aufbereitung auf der Maschine (automatisiert). Voraussetzung ist allerdings, dass die Rezepturen exakt eingehalten werden, das heisst beim Dosieren der einzelnen Komponenten peinlich genau auf die Vorgaben geachtet wird. Bei der manuellen Aufbereitung werden die Komponenten einzeln von Hand abgewogen und zusammengeführt. Vordergründig spricht nichts gegen diesen Weg. Zu berücksichtigen sind aber einige, teils gravierende Nachteile. So können beim internen Handling Materialverluste und Entmischungsprobleme auftreten. Die benötigte Gesamtmenge richtig abzuschätzen ist meist schwierig. Bei Fehlern in der Rezeptur können grosse Mengen Ausschuss entstehen. Bei der automatisierten Materialaufbereitung auf der Maschine überwiegen hingegen die Vorteile. Die Materialaufbereitung kann hier auftragsbezogen und kurzfristig erfolgen, Rezepturänderungen sind einfach und schnell umgesetzt, Resultate sind schnell sichtbar. Verbleibende Restmengen fallen dabei meist nur minimal an.

Zudem sind die Rezepturen leicht zu wiederholen.

Die Wahl des richtigen «Dosierorgans» Generelle Aufgabe des Dosierens ist, zwei oder mehr Komponenten im richtigen Verhältnis zusammenzubringen. Diese können als Granulat, Pulver, Paste oder Flüssigkeit vorliegen. Unabhängig von der Materialform sind einige Grundprinzipien zu betrachten. So beruht etwa das grundsätzliche Verfahrensprinzip eines Dosiergerätes darauf, dass ein «Dosierorgan» das zu dosierende Material einem Vorratsbehälter entnimmt und einer Sammelstelle übergibt. Das «Dosierorgan» ist die Einrichtung, mit der die Komponenten «abgemessen» werden. Deshalb kommt ihm eine besondere Bedeutung zu, denn von ihm hängt zum grossen Teil das Dosierergebnis ab. Welches Dosierorgan geeignet ist, hängt von der «Schüttgutspezifikation», also von der Materialform und den Materialeigenschaften ab. Beim Spritzgiessen kommen in erster Linie Dosierorgane für Feststoffe infrage. Das heisst, unter Materialform sind vorwiegend Granulate und Mikrogranulate sowie Pulver zu verstehen. Mit Materialeigenschaften ist insbesondere das Fliessverhalten gemeint. Pulver kann etwa rieselfähig sein, fluidisierbar oder haftend. Granulat kann hart oder plastisch verformbar sowie bruchempfindlich sein. Mahlgut weist meist eine unregelmässige Struktur auf und hat oft einen höheren Staubanteil. Als universelle Dosierorgane gelten Dosierschnecken. Andere Bauformen sind Konusdosierer, Scheibendosierer, Dosierschieber, Kammerdosierer oder Zellradschleusen. Ein 1–2/2013


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STRAHLENVERNETZUNG

Dosierorgan in der Kunststoffverarbeitung.

Dosierorgan, das jedem bekannt sein dürfte, ist übrigens der Messbecher mit dem die Bestandteile des Kuchens portioniert werden – dies sei nur am Rand bemerkt. Entscheidend ist für alle Anwendungen aber immer nur ein Aspekt: Die Dosiergenauigkeit muss stimmen. Im Vorgriff auf die kommenden Ausgaben weist Mo bereits jetzt darauf hin, dass bei Dosiergeräten allgemein zwischen volumetrischen und gravimetrischen Systemen zu unterscheiden ist und die Vermischung der Komponenten eine wichtige Rolle spielt. Kontakt motan-colortronic ag Neulandweg 3 CH-5502 Hunzenschwil Telefon +41 (0)62 889 29 29 info@motan-colortronic.ch www.motan-colortronic.com

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AUS DER PRAXIS

Materialhandling: Folge 2

Volumetrisch versus gravimetrisch

Volumetrische Synchrondosierung.

Gravimetrische Synchrondosierung.

Vereinfacht dargestellt ist es die grundsätzliche Aufgabe von Dosiersystemen, vorgegebene Materialmengen zu einem definierten Zeitpunkt im definierten Verhältnis bereitzustellen. Für die Rezepturtreue ist nicht das Volumen, sondern die Masse des Dosierguts ausschlaggebend. Das Dosierergebnis hängt hingegen von der «Schüttgutspezifikation», den Umgebungsbedingungen sowie vom Dosierverfahren in Verbindung mit dem gewählten Dosierorgan ab (vgl. Seite 28). Verfahrenstechnisch ist zwischen dem volumetrischen und dem gravimetrischen Dosierprinzip zu unterscheiden. Beim volumetrischen Dosieren erfolgt der Materialaustrag ausschliesslich volumenund damit mengenbezogen. Weil volumetrisch arbeitende Dosiergeräte die Masse nicht messen, sind ihre Dosierorgane vor dem Einsatz auf das jeweilige Material zu kalibrieren: es ist zu bestimmen wie viel Masse das Dosierorgan in einem definierten Zeitraum dosiert. Gleiches gilt übrigens auch für Material- und Chargenwechsel. Zudem können volumetrisch arbeitende

Dosiersysteme Eigenschaftsänderungen des Materials wie Schwankungen der Schüttdichte nicht automatisch kompensieren. Um etwaige Schüttgewichts-Schwankungen auszugleichen, werden volumetrische Systeme deshalb vielfach mit einer Überdosierung betrieben. Wichtig ist überdies, dass die «Volumenelemente» der Dosierorgane stets gleichmässig gefüllt sind.

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Beim gravimetrischen oder gewichtsgeregelten Dosierprinzip messen (wiegen) eine oder mehrere integrierte Wiegezellen das zu dosierende Material. Einzige Messgrösse ist demnach das Gewicht. Der Soll-/IstVergleich regelt die Dosierung, weshalb gravimetrische Systeme eventuelle Abweichungen der Schüttdichte automatisch kompensieren. Ein weiterer Vorteil ist die gewichtsbezogene Erfassung der ausgetragenen Mengen. Ein Vergleich aus dem Haushalt verdeutlicht den Unterschied beider Dosierprinzipien: 250 Gramm Sahne entsprechen etwa 250 ml wenn sie flüssig sind und etwa 1000 ml wenn sie geschlagen sind.

Grafiken: Motan

In der zweiten Folge der Mo’s Corner-Artikel erläutern die Spezialisten von motan-colortronic den Unterschied zwischen volumetrischen und gravimetrischen Dosiersystemen. Grundsätzlich gilt: Volumetrische Systeme dosieren das Material mengenbezogen, gravimetrische Systeme wiegen das Material, dosieren demnach massebezogen.

Gravimetrische Asynchrondosierung.

Beide Dosierprinzipien eignen sich für einen synchronen oder asynchronen Betrieb. Gemeint ist damit das zeitgleiche oder zeitlich versetzte Dosieren und Austragen der Materialkomponenten. Beim asynchronen Betrieb muss der Dosierung ein Mischer nachgeschaltet sein, um die im Sammelbehälter übereinander liegenden Materialpakete zu homogenisieren. Weitere Unterschiede hinsichtlich Aufbau und Arbeitsweise von volumetrischen sowie gravimetrischen Dosiersystemen werden in den nächsten Folgen erläutert. Kontakt motan-colortronic ag Neulandweg 3 CH-5502 Hunzenschwil Telefon +41 (0)62 889 29 29 info@motan-colortronic.ch www.motan-colortronic.com

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MESSEN/PRÜFEN/QS

Leuchtende Mikrostrukturen machen innere Schäden sichtbar

Materialversagen wird vorhersehbar Materialermüdung rechtzeitig zu erkennen ist eine technisch schwierige Aufgabe, denn Risse oder Schwachstellen im Inneren eines Materialblocks können von aussen kaum erkannt werden. Schäden in Kompositmaterialien sind noch schwieriger festzustellen. Ein deutsches Forschungsteam zeigt in einer Studie, dass die Stabilität von Kunststoffkompositen von aussen bestimmt werden kann.

Wären Materialschäden frühzeitig erkennbar, könnten desaströse Unfälle verhindert werden – wie zum Beispiel das ICE-Unglück in Eschede 1998, das durch einen Riss in einem Metallrad verursacht wurde. Noch schwieriger ist es, Materialschäden in Kompositmaterialien festzustellen. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der TU München (TUM), zeigen nun, dass die Stabilität von Kunststoffkompositen, denen eine bestimmte Form von Zinkoxid beigemischt ist, mithilfe von Lichteinstrahlung von aussen bestimmt werden kann. Das neue Konzept könnte zahlreiche ingenieurtechnische Probleme lösen, da Kunststoffkomposite vom Fahrzeugbau bis hin zur Medizintechnik verbreitet sind und gezielt für Hochbelastungsanwendungen entwickelt werden. «Die Lumineszenz von mikrostrukturierten Zinkoxidtetrapoden ist eine etablierte aber äusserst interessante Eigenschaft, die sich unter mechanischer Belastung verändert. Uns wurde schnell klar, dass man damit innere Materialschäden sichtbar machen könnte», sagt Dr. Yogendra Mishra von der Technischen Fakultät der CAU. Das Forschungsteam hatte Zinkoxidtetrapoden mit einem Silikonpolymer (Polydimethylsiloxane) vermischt und die Eigenschaften des so entstandenen Kompositmaterials untersucht. Sie fanden heraus, dass das Silikonmaterial durch die Zinkoxidkristalle nicht nur fester wird, sondern auch ein ungewöhnliches Lichtreflexionsverhalten aufweist. Bei Bestrahlung mit UV-Licht verändert sich unter mechanischer Belastung die Intensität 1 Dr. Boris Pawlowski, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, D-24098 Kiel, www.uni-kiel.de

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Bilder: doi: adma.201203849, Wiley

Dr. Boris Pawlowski1

Aufbau des Experiments: Das Kompositmaterial wird gedehnt und gleichzeitig mit Licht bestrahlt. Mit einem Sensor wird dabei die reflektierende Farbe gemessen.

Wenn das Kompositmaterial mit UV-Licht bestrahlt und gleichzeitig gedehnt wird, verändert sich der Anteil des an den Zinkoxidkristallen reflektierten grünen Lichts mit der Intensität der Dehnung.

des reflektierten Lichtes und damit seine Farbe. «Die Mikro-Nano-Kristalle geben eine Art optisches Warnsignal, wenn das Kompositmaterial durch Belastung zu versagen droht», erläutert die Doktorandin Xin Jin. «Die Veränderung der Leuchteigenschaften von definierten Halbleiter-Mikrostrukturen durch mechanische Beanspruchung – wie wir es für die Zinkoxid-Tetrapoden erstmalig gezeigt haben – könnte auch für viele andere Leuchtstoffsysteme von Bedeutung sein. Wir erwarten weitere spannende Entwicklungen auf dem Gebiet der ‹self-reporting materials›», ergänzt Professor Cordt Zollfranck von der TUM. Kompositpolymere werden in zahlreichen Bereichen eingesetzt – von Zahnimplantaten bis hin zu Raumfahrzeugen. Sie bestehen aus zwei oder mehr Ausgangsmaterialien mit unterschiedlichen Eigenschaften – zum Beispiel Silikon und Zinkoxid – die im Materialverbund bessere Eigenschaften haben. Je nach Bedarf können sie besonders leicht, mechanisch robust und preiswert herstellbar designt werden. Professor Rainer Adelung, Leiter der Studie, betont: «Materialien wie die untersuchten Zinkoxidkristalle sind offenbar eine exzellente Komponente für zahl-

reiche spezielle Kompositmaterialien – auch in Konstruktionen, deren Versagen zu katastrophalen Unfällen führen kann.» Die Studie wurde unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Sonderforschungsbereiche 677 und 855 gefördert. Originalpublikation: Xin Jin, Michael Götz, Sebastian Wille, Yogendra Kumar Mishra, Rainer Adelung, Cordt Zollfrank (2012): A novel concept for self-reporting materials: Stress sensitive photoluminescence in ZnO tetrapod filled elastomers, Advanced Materials, doi: adma.201203849

Kontakte Prof. Dr. Rainer Adelung Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Telefon +49 (0)431 880-6116 ra@tf.uni-kiel.de Prof. Dr. Cordt Zollfrank Technische Universität München Telefon +49 (0)9421 187 450 cordt.zollfrank@tum.de

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MESSEN/PRÜFEN/QS

Bauteilqualifizierung und Werkzeugkorrektur

Der Nutzen hoch automatisierter 3D-CT 3D Metrologie mit Computertomographie (CT) ermöglicht die zerstörungsfreie Messung von Kunststoff- und Leichtmetall-Bauteilen, die bislang aufgrund ihres komplexen Aufbaus nicht mit den gängigen Methoden untersucht und gemessen werden konnten. Der Artikel vermittelt einen Überblick über den aktuellen Stand von CT Technologie und 3D Metrologiesoftware und beschreibt anhand von konkreten Beispielen aus dem AutomotiveSektor die sich aus weitgehend automatisierten CT Messroutinen ergebenden Zeit- und Kostenvorteile im Rahmen der Bauteilqualifizierung und Werkzeugkorrektur.

Bild 1: Polyworks Soll-/Ist-Vergleich sowie Messung dreier Zylinder an einem mit einem GE phoenix v|tome|x Computertomographen gescannten Aluminium Druckgussteil.

Bild 2: Ausrichtflächen an einer Kunststoff Halteleiste (links). Eine simulierte korrigierte Ausrichtung des gescannten Bauteils (rechts) zeigt, dass die Formtreue des Bauteils besser ist, als der ursprüngliche Soll-Ist Vergleich (Mitte: Ausrichtung nach RPS) vermuten liess.

Neben der inzwischen weit verbreiteten Verwendung hochauflösender Computertomographen in der Qualitätsüberwachung stellt die Weiterentwicklung dieser Technik zu einem messenden Verfahren einen weiteren Entwicklungssprung dar.

einrichtung bestimmen die Qualität der Rohdaten und somit natürlich auch die Genauigkeit aller nachfolgenden Auswertungen am numerisch rekonstruierten 3D Volumen. Es gilt also: Je besser das CTMesssystem diesen ersten Schritt beherrscht, desto genauer lässt sich die Messaufgabe durchführen. Neben einem stabilen, auf die jeweilige Anwendung angepassten Systemaufbau ist die Datenverarbeitung der Schlüssel für das erfolgreiche Messen mit Hilfe von Computertomographie. Mit der click & measure|CT Funktion der phoenix datos|x CT Software von GE Inspection Technologies kann die komplette Prozesskette voll automatisiert werden. Dies minimiert nicht nur die Bedienzeit, sondern auch den Einfluss des Anwenders auf die CT Ergebnisse und führt damit zu einer noch grösseren Wiederholbarkeit. Ist der Ablauf für ein Werkstück einmal programmiert, läuft der gesamte Scan- und Rekonstruktionsprozess einschliesslich Volumenoptimierung und Ober-

Mit einem CT Scan die komplette Oberfläche erfassen Die eigentliche physikalische Messung besteht bei der Computertomographie aus der Aufnahme einer Serie von 2D-RöntgenProjektionsbildern. Hierzu wird das Prüfobjekt auf einem sehr genauen Manipulationssystem positioniert und mit Hilfe einer Präzisionsdrehachse während der Messung einmal um 360° rotiert. Dabei wird in Winkelschritten eine Serie von 2D Durchstrahlungsbildern aufgenommen. Vor allem die Schärfe der Röntgenbilder, die durch die Güte der Röntgenquelle und des Detektors wesentlich beeinflusst wird, sowie die Präzision und Stabilität der Manipulations32

flächenextraktion voll automatisiert. Dank automatischer Ansteuerung von 3D Metrologiesoftware wie Polyworks von InnovMetric kann ein automatisch erzeugter Prüfbericht bereits nach weniger als einer Stunde vorliegen (Bild 1).

Effektive 3D Messungen am virtuellen Bauteil Ein wesentlicher Vorteil von CT ist eine schnelle visuelle Kontrolle über Soll-/Ist Vergleiche (Bild 1) So kann im Rahmen der Erstbemusterung das komplette Teil in Bezug auf Einhaltung wichtiger Funktionsmasse und Formtreue einfach und zeitsparend analysiert werden. Damit ergeben sich in vielen Anwendungsfeldern bei vergleichbarer Präzision gegenüber der etablierten Koordinatenmesstechnik erhebliche Zeitund Kosteneinsparungspotenziale. Für die aus den CT Daten erzeugten Polygonmodelle bietet PolyWorks hervorragende Auswertefunktionen. Dem Anwender steht 1–2/2013


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zunächst vom schnellen Best-Fit über Ebene-Vektor-Punkt bis zu Referenzpunkten eine Reihe von Ausrichtmethoden zur Verfügung. Einfache und zugleich exakt parametrisierbare Funktionen zur Erzeugung von Merkmalen aus Polygonmodellen machen PolyWorks zu einem anwenderfreundlichen und effizienten Werkzeug. Neben Vergleichen zwischen Soll- und Ist-Geometrien sind auch eine Vielzahl von Form- und Lagetoleranzuntersuchungen möglich. Für eine flächenhafte Darstellung der Abweichung des Polygonmodells zur CAD-Referenz kann der Anwender zwischen diversen Vergleichsmethoden und Farbskalen wählen. Oberflächenvergleiche lassen sich zum Beispiel als Falschfarbenbild direkt auf dem Polygonmodell und/oder CAD ausgeben, um Abweichungen auf einen Blick darzustellen. Für eine detaillierte Analyse ermöglichen Vergleichspunkte dem Nutzer eine exakte und wiederholbare Abweichungsanzeige zu definierten Soll-Punkten auf dem CAD. Die Auswertefunktionen von PolyWorks werden durch vielseitig einsetzbare Messwerkzeuge wie Schnitte, 2D- und 3D Messschieber, Profillehren und Spaltund Bündigkeitsmessungen ergänzt.

In Verbindung mit modernen CT Systemen ist PolyWorks auch produktionsbegleitend einsetzbar. Automatisierte Abläufe werden durch eine parametrische Serienmessungsfunktion mit statistischer Auswertung sowie durch Makros stark vereinfacht. Durch die neue automatische Projektaktualisierung wird übrigens jeder geänderte Parameter sofort auf Ausrichtungen, Vergleiche, Messwerkzeuge und Reports angewandt. Jede Messung ist somit nachvollziehbar, parametrisierbar und wiederholbar. Somit lassen sich für den Anwender erhebliche Zeit- und Kosteneinsparungen realisieren.

Effizienter CT-Einsatz im Spritzguss Die F. & G. Hachtel GmbH & Co. KG profitiert bereits seit 2008 von der Nutzung eines industriellen Computertomographen von GE. Das Unternehmen verfügt über jahrzehntelange Erfahrungen im Engineering, Werkzeug- und Formenbau und Spritzgiessen. Computertomographie nutzt Hachtel zur Qualifizierung von Kunststoffbauteilen und zur Werkzeugkorrektur und bietet dies auch als Dienstleistung an. Die folgenden

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Bild 3: Der Soll-Ist Vergleich (links) offenbart einen deutlichen Verzug im Randbereich des Gewinderinges.

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Bild 4: Nach nur einer Rekursionsschleife bestätigt CT die erfolgreiche Werkzeugkorrektur.

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Bild 5: Mit dem CT System phoenix v|tome|x L von GE kann die Hachtel GmbH ihren Kunden ein breites CT Dienstleistungsspektrum anbieten.

zwei Praxisbeispiele veranschaulichen, wie der Einsatz von CT bei Hachtel direkt zu deutlich spürbaren Produktivitätssteigerungen führt. Schnelle Bauteilqualifizierung: Komplexe Kunststoffbauteile werden oft mittels Form- und Lagetoleranzen in Verbindung mit einer RPS-Ausrichtung beurteilt. Gerade bei Kunststoffbauteilen, deren Gestalt durch Verzugseffekte aber oft von der idealen CAD Vorgabe abweicht, führt diese Vorgehensweise häufig zu Fehlinterpretationen und zu falschen Schlüssen für die Werkzeugkorrektur. Anhand des in Bild 2 dargestellten Kunststoffbauteils wird dies deutlich. Minimale Abweichungen an den laut Zeichnung vorgeschriebenen Ausrichtflächen (links) führen in der Auswertung zu deutlich überschrittenen Form- und Lagetoleranzen (Bild 2 mittleres Bauteil). Dies legt den Schluss nahe, dass massive Formabweichungen die Funktion des Bauteils gefährden. Dem widersprach jedoch die gute Verbaubarkeit der vorgestellten Muster ebenso wie die positiv verlaufenen Funktionstests. Eine simulierte geänderte Ausrichtung (Bild 2, rechtes Bauteil) zeigte auch, dass die Formtreue des Bauteils

insgesamt sehr gut ist. Die klassische Koordinatenmesstechnik liefert hier im Unterschied zur CT nur Messwerte in tabellarischer Form. Damit ist eine richtige Interpretation der Formtreue des Bauteils allerdings kaum möglich. Mittels CT kann im Unterschied zur Laserscanntechnik immer eine komplette Beschreibung der Geometrie erzeugt werden, daher können verschiedene Ausrichtphilosophien untersucht werden. Im vorliegenden Beispiel konnte eine aufwändige und sinnlose Werkzeugkorrektur in der Grössenordnung von 6000 Euro verhindert werden. Für die Untersuchung und Qualifizierung des Bauteils wurde ein Zeitaufwand von 4 Stunden mit Kosten von 750 Euro benötigt. Werkzeugkorrektur: Der Soll-Ist-Vergleich des Bauteil Gewinderings (Bild 3 links) verdeutlicht eine gute Übereinstimmung des Bauteils im Gewindebereich. Es zeigen sich aber erhebliche Abweichungen zur CAD Geometrie am äusseren Rand des Bauteils. Dieser Verzug führt zu Problemen der Montage, daher war eine Werkzeugkorrektur hier unerlässlich. Anstatt schwierig zu interpretierende Einzelmesswerte als Ergebnis der klassischen

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Koordinatenmesstechnik, liefert die CT Analyse dem Konstrukteur unmittelbar die Hinweise und Vorhaltemasse, die zur Korrektur des Formeinsatzes benötigt wurden (Bild 3 rechts). Nach insgesamt 4 Stunden lag die korrigierte Werkzeugkonstruktion bereits vor. Eine erneute CT Untersuchung nach der Korrektur der Giessform bestätigte den Erfolg der Korrekturmassnahme nach nur einer Rekursionsschleife (Bild 4). Diese Beispiele zeigen das Potenzial der Computertomographie bei der Qualifizierung von Kunststoffbauteilen. Der begehbare Computertomograph vom Typ phoenix v|tome|x L von GE Inspection Technologies am Firmensitz der Firma Hachtel in Aalen (Bild 5) erlaubt die Analyse auch von grösseren Bauteilen von bis zu 400 x 1200 mm, ebenso wie die Untersuchung von Leichtmetalldruckgussbauteilen (Bild 1). Das Unternehmen bietet als Dienstleister die Untersuchung und Qualifizierung von Bauteilen und Baugruppen in Verbindung mit der 3D Metrologie und der zerstörungsfreien Bauteilprüfung an. Kontakte Steffen Hachtel, Geschäftsführer F & G Hachtel GmbH & Co. KG Schelmenstrasse 42, D-73431 Aalen Telefon +49 (0)7361 3704-33 steffen.hachtel@fg-hachtel.com www.fg-hachtel.com Dr. Hans-Peter Duwe, Geschäftsführer Duwe-3d AG Peter-Dornier-Strasse 9 D-88131 Lindau (Bodensee) Telefon +49 (0)8382 27590-0 duwe@duwe-3d.de, www.duwe-3d.de Dr. Oliver Brunke, Produktmanager CT Systeme GE Sensing & Inspection Technologies GmbH Niels-Bohr-Strasse 7, D-31515 Wunstorf Telefon +49 (0)5031 172-142 Oliver.Brunke@ge.com www.ge-mcs.com/phoenix ■

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MESSEN/PRÜFEN/QS

Neues CAM-System

Effizientes Laserauftragsschweissen Am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT ist ein offline Programmiersystem für das Laserauftragsschweissen entwickelt worden, das Prozessentwickler und Anwender in die Lage versetzt, auch für komplexe Schweissaufgaben mit nicht Standard-Schweissstrategien zeitnah Werkzeugbahnen zu erzeugen. Die Bahnen können in einer Simulation auf Kollision geprüft und als Maschinencode ausgegeben werden.

Das Laserauftragsschweissen (LA) zeichnet sich im Vergleich zu konventionellen Verfahren durch einen geringen Wärmeeintrag und Verzug aus. Dies, die hohe Prozessgenauigkeit und das Potenzial zur Automatisierung haben dazu geführt, dass das LA zunehmend an Bedeutung als Reparaturbzw. generatives Verfahren in der Industrie gewonnen hat.

Bahnplanung Für den generativen Aufbau eines Bauteils mit LA wird das CAD Modell des Bauteils in Aufbaurichtung in Lagen zerlegt. Diese werden dann je nach Strategiewahl mit äquidistanten Werkzeugbahnen oder parallelen Bahnen, die auf die Lagenfläche projiziert werden, ausgefüllt. Bei der Reparatur von betriebsbeanspruchten Bauteilen wird von der Istgeometrie mit einem Laserlinienscanner zunächst eine Punktewolke aufgenommen und aus dieser über Reverse Engineering ein Flächenmodell erstellt. Über einen best fit der Istgeometrie an das CAD Modell des Bauteils wird das Defektvolumen bestimmt und dieses mit LA aufgebaut. Für die Schweissstrategie stellt das vom ILT entwickelte Programm LaCam3D Funktionalitäten zur Verfügung, mit denen die Schweissreihenfolge und Schweissrichtung einzelner Bahnen modifiziert und die Laserleistung und Verfahrgeschwindigkeit wegabhängig auf den einzelnen Werkzeugbahnen festgelegt werden können. Der Anwender kann beim Ausfüllen der Lagen 1 Dipl.-Phys. Axel Bauer, Marketing und Kommunikation, Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen.

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Bilder: Fraunhofer ILT

Axel Bauer1

Digitalisierung der Werkstückoberfläche mit dem integrierten Laserlinienscanner.

mit Werkzeugbahnen zwischen äquidistanten Bahnen und parallelen Bahnen, die auf die Lagenfläche projiziert werden, wählen. Die Bahnen werden an der Berandungslinie für den Defektbereich automatisch getrimmt. Bei der Bahnplanung wird für die abschliessende spanende Nachbearbeitung ein Übermass eingepflegt. Für die Bahnplanung bei der generativen Fertigung von Turbinenbauteilen steht ein eigens dazu entwickeltes Modul zur Verfügung. Aufgrund seiner modularen Struktur kann das Programm nach Bedarf für die verschiedensten Anwendungen durch weitere Module ergänzt werden.

Kollisionsprüfung LaCam3D ist mit einem Simulationstool ausgestattet, mit dem vorab die geplante Bearbeitung auf Kollision zwischen Laserbearbeitungskopf und Bauteil geprüft werden kann. Die Erstellung des Maschinencodes wird mit einem für die verschiedenen Anlagen hinterlegten Postprozessor umgesetzt. LaCam3D ist als CAM Modul für LA von seinen Funktionalitäten so ausgelegt, dass der Prozessentwickler und Anwender auch für komplexe Schweissaufgaben mit nicht Stan-

Die Software LaCam3D bietet umfangreiche Möglichkeiten zur Programmierung der Schweissbahnen. Im Bild wird aus der Berandungslinie des Schweissbereichs (blau) und der Startlinie (rot) eine äquidistante Linienschar auf der Freiformfläche abgeleitet.

dard-Schweissstrategien zeitnah Schweissbahnen erzeugen kann. Der modulare Aufbau des Programms gestattet die Integration weiterer Anwender spezifischer Schweissstrategien. Zurzeit existiert am Fraunhofer ILT in Aachen ein Prototyp des CAM Programms, das seit circa zwei Jahren von den Mitarbeitern für das LA intensiv genutzt und kontinuierlich weiter entwickelt wird. Kontakt Dr. Norbert Pirch Kompetenzfeld Generative Verfahren und funktionale Schichten Telefon +49 (0)241 8906-636 norbert.pirch@ilt.fraunhofer.de Dipl.-Phys. John Flemmer Gruppe Polieren Telefon +49 (0)241 8906-137 john.flemmer@ilt.fraunhofer.de Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT Steinbachstrasse 15 D-52074 Aachen Telefon +49 (0)241 8906-0 www.ilt.fraunhofer.de ■ 35


KUNSTSTOFF XTRA

WIRTSCHAFT

IE expo 2013:

Milliardeninvestitionen in ein grüneres China

Bild: ie expo

Nach Einschätzung von Germany Trade & Invest (GTAI) entwickelt sich China zum Global Player im Greentech-Markt. Laut den deutschen Aussenhandelsexperten bieten sich viele Geschäftschancen nicht nur für Grossunternehmen, sondern auch für den Mittelstand. Eine Gelegenheit für Unternehmen, sich dem chinesischen Markt zu präsentieren, ist die IE expo. Die Internationale Fachmesse für Wasser, Abwasser, Abfall, Recycling, Luftreinhaltung und Energieeffi zienz findet vom 13. bis 15. Mai 2013 in Shanghai statt. Die Veranstaltung hat sich für Aussteller und Besucher in kurzer Zeit zum grössten Branchentreffpunkt Asiens entwickelt. Mit wachsendem Wohlstand steigt in China auch das allgemeine Umweltbewusstsein. Ob Emissionsminderung, Abfallbehandlung oder Wasserver- und -entsorgung: Die zu lösenden Aufgaben im Reich der Mitte sind gigantisch – genauso, wie die Finanzmittel, die die Staatsführung dafür bereitstellt. Alles in allem sind Ausgaben von rund 378 Milliarden Euro für den Umweltschutz zwischen 2011 bis 2015 vorgesehen – finanziert von der Zentral- und den Provinzregierungen sowie dem privaten Sektor. Laut GTAI soll innerhalb der kommenden Jahre die Recyclingquote industrieller Abfälle in China auf 72 Prozent steigen, während für 80 Prozent des städtischen Mülls eine umweltfreundliche Behandlung gefun-

Das Umweltbewusstsein steigt in China – das zeigt das grosses Interesse an der IE expo in Shanghai.

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Bild: german.china.org.cn

Das zwölfte Fünfjahresprogramm der chinesischen Zentralregierung für den Zeitraum 2011 bis 2015 zeigt den Willen der Volksrepublik, die ökologischen Herausforderungen des Landes noch besser in den Griff zu bekommen.

Jeden Tag werden 40 000 Tonnen Abwässer in dieser Abwasserreinigungsanlage in Ningbo in der Provinz Zhejiang gereinigt.

den werden soll. 57 Prozent der Grundwasservorräte des Landes haben eine schlechte oder sogar sehr schlechte Qualität, schätzt das chinesische Ministry of Land and Resources. Mindestens ebenso prekär ist die Situation bei den Oberflächengewässern. Nur einer der Lösungsansätze für die Wasserknappheit: Im Jahr 2015 sollen Meerwasserentsalzungsanlagen täglich bis zu 2,6 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gewinnen. Darüber hinaus waren im Frühjahr letzten Jahres knapp 3200 Kläranlagen in China vorhanden, weitere 1300 befanden sich im Bau, vor allem in den kleineren Kreisstädten und den ländlichen Regionen. Der Gesamtinvestitionsbedarf in diesem Segment liegt bis 2015 bei 53 Milliarden Euro. Für die industrielle Abwasserreinigung veranschlagt die Informations- und Marketingplattform China Water Net den landesweiten Investitionsbedarf auf umgerechnet über 15 Milliarden Euro (2011 bis 2015). Aber mit der steigenden Klärleistung wachsen auch die Schlammberge: Bis zum Ende des aktuellen Fünfjahresprogramms sollen Klärschlamm-

behandlungsanlagen mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 5,18 Millionen Tonnen in Betrieb sein. Der geschätzte Investitionsbedarf liegt bei rund 7,3 Milliarden Euro. Als zusätzlichen Geldregen hat die chinesische Regierung im letzten September ergänzende Infrastrukturinvestitionen angekündigt. Vor dem Hintergrund des schwächelnden Exports will sie damit das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik stützen. Neben neuen Strassen und Häfen wird ein Teil des Geldes auch dem Kläranlagenbau zu Gute kommen. Nachhaltige und zukunftweisende Lösungen bieten die Aussteller der IE expo.

Kontakt Messe München GmbH In der Schweiz: Intermess Dörgeloh AG Obere Zäune 16 CH-8001 Zürich Telefon +41 (0)43 244 89 10 intermess@doergeloh.ch www.ie-expo.com

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1–2/2013


KUNSTSTOFF XTRA

NEWS

Bild: Fanuc

Fanuc übernimmt Direktvertrieb in der Schweiz

Das Fanuc-Team vor dem Firmensitz in Biel.

Mit Beginn des Jahres hat Fanuc in der Schweiz den Vertrieb der Spritzgiessmaschinen Roboshot in eigene Hände genommen. Bislang wurden diese Maschinen über die Hatag Handel und Technik AG vertrieben. Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad der Roboshot-Maschinen weiter zu erhöhen und den Marktanteil zu steigern. Spätestens zur Messe Swiss Plastics 2014 soll das Konzept Früchte tragen. «Wir wollen Kunden direkt ansprechen und gleichzeitig mit den übrigen Fanuc-Bereichen ver-

traut machen», sagt Christoph Strahm, Ge-schäftsführer Fanuc Robotics Schweiz. Mit Produkten aus den Geschäftsbereichen CNC/Factory Automation und Robotics ist Fanuc auf dem Schweizer Markt schon bestens vertreten. Jetzt soll das Geschäft mit den Roboshot-Maschinen forciert werden. Fanuc bietet mehrere Baugrössen vollelektrischer Spritzgiessmaschinen bis zu einer Schliesskraft von 3000 kN an.

CC Schweiz gegründet Ende Dezember 2012 wurde der Verband Carbon Composites Schweiz (CC Schweiz) in Windisch gegründet. Als eines von acht nationalen thematischen Netzwerken (NTN) wurde CC Schweiz von der Kommission für Technologie und Innovation KTI ausgewählt. Präsident des Vereins ist Prof. Clemens Dransfeld, Leiter des Instituts für Kunststofftechnik (IKT) an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die KTI richtet damit ihren Förderbereich Wissens- und Technologietransfer (WTT) strategisch neu aus. Ziel ist es, Unternehmen – insbesondere KMU – und öffentliche Forschungsinstitutionen effizient zu vernetzen und daraus neue Innovationskooperationen zu ge-

nerieren. Die nationalen thematischen Netzwerke (NTN) treten mit Unternehmen in Kontakt und bringen sie mit öffentlichen Forschungsinstitutionen zusammen. Sie stehen für je ein Innovationsthema, welches für die Schweizer Volkswirtschaft relevant ist. Durch die Anerkennung der KTI gewinnen die Aktivitäten des CCeV in der Schweiz besondere Aufmerksamkeit: «Damit kann CC Schweiz als Abteilung des CCeV bereits in der Gründungsphase eine solide Grundfinanzierung einplanen und wird darüber hinaus in der Aufbauphase durch KTI Experten aktiv unterstützt», freut sich Prof. Clemens Dransfeld vom Gründungsvorstand des CC Schweiz. www.fhnw.ch/technik/ikt www.carbon-composites.eu

www.fanuc.eu

Der KVS heisst neu Swiss Plastics Ein Traktandum stand an auf der ausserordentlichen Generalversammlung des KVS im Januar in Aarau: Die Namensänderung des Kunststoff Verband Schweiz in Swiss Plastics und die damit verbundene Statutenänderung. Der Vorschlag wurde von den etwas mehr als 50 Teilnehmenden einstimmig angenommen. Der KVS hat von der AZ Medien AG, Eigentümerin der Namensrechte, den Titel für einen nicht genannten Betrag erworben. Nur so viel sagte Doris Fiala, Präsi1–2/2013

dentin des Verbands, dazu: Das ganze Paket, d.h. Name, Domaine-Name und die Neugestaltung des Logo wird 60 000 Franken kosten. Der Betrag sei bereits zurückgestellt, so Fiala. Auch die Webseite soll noch in diesem Jahr ein Facelift erfahren. Für das Logo wird ein Wettbewerb an diversen Schulen für Gestaltung ausgeschrieben. Das Resultat wird dann an der Mitgliederversammlung vom 24. Mai 2013 den Mitgliedern präsentiert. www.kvs.ch

GEMEINSAM GEBEN WIR IHREN IDEEN FORM

Suisse AG Hühnerhubelstrasse 64 Tel. 031 924 39 00 info.ch@hasco.com

CH-3123 Belp Fax 031 924 39 01 www.hasco-suisse.ch

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NEWS

Sabic verstärkt Allianz mit ETHZ Sabic hat mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) im vergangenen Jahr eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit in den Forschungsbereichen Funktionswerkstoffe und Nanotechnologie geschlossen. Nun erweitert Sabic diese Forschungsallianz durch eine Rahmenvereinbarung über mehrere zukünftige Projekte. Ernesto Occhiello, Geschäftsführer von Sabic Technology and Innovation, weist darauf hin, dass Kooperationsprojekte mit renommierten Wissen-

schaftsorganisationen und Forschungszentren einen wesentlichen Teil des Forschungsprogramms des Unternehmens ausmachen. «Diese Initiativen erlauben es uns, auf Wissen und Kompetenz aus der ganzen Welt zurückzugreifen und sie geben den Forschern von Sabic die Möglichkeit, auf den jeweiligen gemeinsamen Forschungsgebieten mit Wissenschaftlerteams von Weltrang zusammenzuarbeiten», betont er. www.sabic.europe.com

Resinex Schweiz vertreibt Ravathane Seit November 2012 vertreibt Resinex Switzerland das konzerneigene TPU Ravathane, produziert im Werk Ravago Kimya in der Türkei. Dort werden seit 2012 verschiedene Polyester und Polyether basierende Thermoplastische Polyurethane hergestellt. Verfügbar sind diese für Spritzgussanwendungen, in Härten von Shore A 67 bis D 55 (Polyester) und Shore A 80 bis D 52 bei Polyether sowie mit UV-Stabilisierung. Ab 2013

LPKF verstärkt Kundenbetreuung

Thomas Eckert (l.) und Mario Gügel

Der Geschäftsbereich Laser Welding bei LPKF nimmt immer stärker Fahrt auf. Nach der Aus-

weitung der Produktionsanlagen verstärken die Erlanger Maschinenbauer nun die Kapazitäten im Vertrieb. Das Laser-Durchstrahlschweissen hat ein hohes Potenzial, aber auch Beratungsbedarf. Mit der Einstellung von Thomas Eckert und Mario Gügel unterstützen zwei Experten die Vertriebsmannschaft. Gügel hat Erfahrung mit der Neumontage und Verlagerung von Industrieanlagen, auch bei industriellen Lasersystemen. Er verstärkt die Kundenakquise

und -betreuung im internationalen Umfeld und unterstützt die LPKF-Niederlassung in den USA. Eckert hat bisher Kunden und Distributoren eines Herstellers von Kunststoffanlagen für das Stumpfschweissen in Deutschland und Europa im technischen Aussendienst betreut. Er wird das deutsche Vertriebsteam von Hamburg aus unterstützen und legt einen weiteren Schwerpunkt auf die Betreuung von Kunden in Nordeuropa. www.lpkf-laserwelding.de

werden ebenfalls Einstellungen für Extrusionsanwendungen vorgestellt. Resinex Switzerland ergänzt somit sein bereits vorhandenes breites Sortiment an Elastomeren mit TPE-S (Ensoft), TPE-V (Enflex), TPE-E (Arnitel) sowie Plastomeren (Affinity) und Elastomeren (Engage, Versify) um TPU (Ravathane).

www.resinex.ch

Piovan-Vertretung in der Schweiz Zum 1. Dezember 2012 hat die PET International Trading GmbH in Schenkon den Vertrieb der Produkte der italienischen Piovan-Gruppe in der Schweiz übernommen. Das Produktprogramm umfasst Geräte und Anlagen aus den Bereichen Fördern, Trocknen, Dosieren, Granulieren, Temperieren und Kühlen. www.pet-ag.ch

Samaplast: Kostengünstige Prozessvalidierung Die Samaplast AG in St. Margrethen ist ein führendes Unternehmen im Bereich Validieren von Prozessen. In seiner Masterarbeit verrät Samaplast-Qualitätsmanager Boris Scheffknecht nun, wie die Kosten der Prozessvalidierung in der Einführung von Medizinalprodukten für Unternehmen und Kunden gesenkt werden können. 38

Mit dieser Prozessvalidierung sind erfahrungsgemäss erhebliche Kosten verbunden. Der Kunde aber ist in den meisten Fällen nicht bereit, den finanziellen Aufwand in vollem Umfang zu tragen. Andererseits verteuert die Umwälzung der Kosten auf das Produkt den Preis derart, dass die Konkurrenzfähigkeit leiden kann. Hier setzt Boris Scheffknechts Arbeit

an: Ausgehend von dem Ansatz, dass die Prozessvalidierung von Medizinalprodukten wirtschaftlich sein muss, nahm er im ersten Teil seiner Arbeit das bestehende Regelwerk unter die Lupe und stellte ein Kompendium zusammen, das die gesetzlichen Bestimmungen und Normen zusammenfasst. Die Arbeit bietet so einen repräsentativen Überblick über die

Muss-Kriterien der Validierung. In seiner Funktion als Qualitätsmanager hat Scheffknecht zahlreiche Fragebogen seiner Kunden und namhafter Experten ausgewertet und 15 allgemeine und prozessorientierte Ansatzpunkte abgeleitet, wie Validierungsprozesse kostengünstiger gemacht werden können. www.samaplast.ch 1–2/2013


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NEWS

Engel liefert in XXL

Bild: Engel Austria

3,5 Meter Kantenlänge und ein Gewicht von jeweils 95 Tonnen: Die beiden Werkzeugaufspannplatten der Engel duo Spritzgiessmaschine, auf der Sulo Umwelttechnik in Herford 4-Rad-Müllcontainer fertigt, sind die grössten und schwersten, die Engel je gebaut hat.

Die grosse Ingenieursleistung lässt das Führungsteam Technik des Engel-Grossmaschinenwerks in St. Valentin/Österreich klein erscheinen.

Wenn es um hochwertige Behälter für die Abfall-und Wertstoffsammlung geht, zählt Sulo Umwelttechnik weltweit zu den führenden Anbietern. Mit der Investition in die neue Grossmaschine erweiterte Sulo seine Kapazität am Standort Herford für die Herstellung von VierRad-Behältern mit Fassungsvolumina von 660, 770 und 1100 Litern.

Die grössten Müllcontainer messen 1200 x 1000 x 1000 mm. Die lichte Holmweite der Grossmaschine von 2580 mm horizontal auf 2800 mm vertikal sorgt dafür, dass sich das dazugehörende Werkzeug, das 112 Tonnen auf die Waage bringt, problemlos ein- und ausbauen lässt. Die neue Engel duo Maschine ist als weltweit erste dieser Grösse mit der Servohydraulik Engel ecodrive ausgestattet. «Antriebsstillstand bei Bewegungsstillstand» lautet der Schlüssel, mit dem der österreichische Maschinenbauer den Energieverbrauch seiner hydraulischen Maschinen drastisch senkt. www.engelglobal.com

Sie suchen Herausforderungen? Bei einem dynamischen Global Player oder lieber bei einem soliden Familienunternehmen? Bei der B. Braun Medical AG finden Sie beides - die Vorteile eines Grossunternehmens kombiniert mit mittelständischen Strukturen, kurzen Wegen und grossem Entscheidungsspielraum. 900 Mitarbeitende in der Schweiz wissen dies bereits zu schätzen. In unserem topmodernen Werk in Escholzmatt entwickeln und produzieren wir Medizinprodukte aus Kunststoff für den weltweiten Einsatz mit grossem Erfolg. In internationalen Benchmark-Wettbewerben und Studien wurde das Werk zudem mehrfach ausgezeichnet wie z.B. als „Best Practice“ für unser Innovationsmanagement. Innovationen sichern unseren Erfolg in der Zukunft. Deshalb suchen wir für unsere Entwicklungsabteilung einen Ingenieur als

Projektleiter Produktentwicklung (m / w) Unser Wunschkandidat hat fundierte Kenntnisse im Bereich Kunststofftechnik (Spritzgiessen), Automatisierung und / oder Produktionstechnik. Er ist ein Praktiker und Macher. Für den Lehrbeginn 2013 bieten wir noch freie Ausbildungsplätze für Kunststofftechnologen EFZ und Polymechaniker EFZ an. Detaillierte Stellenbeschreibungen sowie weitere Stellenangebote finden Sie auf unserer Homepage www.bbraun.ch – Wir freuen uns auf Sie!

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NEWS

Bilder: KTK

KTK besetzt Geschäftsführung neu

Uwe Münch

Thomas Lottermoser

Die KTK Kunststofftechnik Vertriebs GmbH, Germering, ein führender Händler und Verarbeiter für technische Kunst stoffe in Süddeutschland hat seine Geschäftsführung neu besetzt.

Gurit gruppiert um Auf 1. Februar 2013 hat Gurit eine neue Gruppenorganisation eingeführt, um das künftige Wachstum sowohl als Hersteller einer einzigartig breiten Composite-Materialpalette und zunehmend auch als Systemlieferant mit Bauformen für die Verbundwerkstoffindustrie, Engineering-Leistungen und ausgewählten fertigen Bauteilen zu stärken. Gurit erwartet, dass sich der adressierbare CompositeMarkt in den nächsten Jahren durch die konsequente Ausschöpfung der technischen Expertise, des Know-hows und der industriellen Kapazitäten von Gurit deutlich ausweiten lässt. Die neue Gruppenstruktur hat zwei Geschäftseinheiten: Gurit Composite Materials umfasst das Geschäft der bisherigen Zielmärkte Wind Energy, Transportation, Marine und alle weiteren Marktbereiche sowie neue Anwendungen. Diese Ge-

schäftseinheit deckt die Materialkategorien Prepreg, Kernwerkstoffe und formulierte Harze ab. Stefan Gautschi, der per 1. Februar 2013 neu zu Gurit gestossen ist, führt diese Sparte. Er löst Rudolf Gerber ab, der das Unternehmen auf Mitte 2013 verlässt, um neue berufliche Herausforderungen anzugehen. Gurit Composite Systems and Engineering vereint den Formenbau, das Geschäft mit fertigen Automobil-Karosserieteilen sowie den Bereich Engineered Structures. Rudolf Hadorn leitet diese Sparte zusätzlich zu seiner Funktion als CEO. Im Zuge der Umstrukturierung wird auch der Markenauftritt vereinheitlicht: Im Verlauf des Jahres werden alle rechtlichen Firmenbezeichnungen in Gurit (plus Zusatz wie z.B. Tooling oder Balsa) geändert. www.gurit.com

Auf den 1. Januar 2013 sind Uwe Münch (41) und Thomas Lottermoser (51) in die Geschäftsführung des Unternehmens berufen worden. Die Neubesetzung war nach dem plötzlichen Tod des Geschäftsführers Bernhard Kink in 2012 nötig geworden. Münch war zuletzt als Finanzchef in der Corporate Media-

Branche tätig und übernimmt die Führung des kaufmännischen Bereichs des Unternehmens. Lottermoser leitet bereits seit fünf Jahren den Bereich Marketing und Vertrieb und führt diesen nun in der Geschäftsleitung weiter.

www.ktkgmbh.de

Stiftung Futur verleiht Innovationspreis Die Stiftung zur Förderung und Unterstützung technologieorientierter Unternehmungen Rapperswil (kurz: Stiftung Futur) zeichnete am 17. Januar 2013 zwei Forschungs-Projekte der HSR Hochschule für Technik Rapperswil für das Jahr 2012 mit je einem Innovationspreis aus. Der Stiftungspräsident, Dr. h.c. Thomas Schmidheiny würdigte die herausragende Qualität und die hohe Anzahl der eingegangenen Projekte. Der mit CHF 10 000 dotierte Hauptpreis ging an Prof. Smajic und das Projekt «Hochfrequenzresonatoren», der mit CHF 6000 dotierte Anerkennungspreis ging an Prof. Daniel Schwendemann und das Projekt «Isolierglasabstandhalter». Das IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung hat in einem mehrjährigen

Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Schwendemann einen energiesparenden, flexiblen Isolierglasabstandhalter entwickelt, welcher im Extrusionsprozess gefertigt wird und für eine automatisierte Scheibenproduktion endlos auf Rollen aufgewickelt werden kann. Das neue System weist einen deutlich besseren Wärmeübergang auf als Hohlprofile aus Metall und bietet eine höhere Feuchtigkeitsaufnahmekapazität als die Lösung aus Silikon. Zudem ist das Profil mit einer Dampfsperrfolie ausgerüstet, die komplett metallfrei ist. Das entwickelte Profil ist mit mehreren Patenten geschützt. Das Marktpotenzial sei riesig. Projektpartner planen bereits eine Serienproduktion in der Schweiz, so das IWK. www.hsr.ch

Wolfgang Siegel (50) hat am 1. Januar 2013 die Geschäftsführung der Ter Hell Plastic GmbH als CEO und Sprecher der Geschäftsleitung übernommen. Mit Siegel gewinnt das zur Hamburger Ter Group gehörende Unternehmen einen erfah40

renen Manager und Kunststoffspezialisten: vor seinem Eintritt bei Ter Hell Plastic war der gelernte Kunststoffingenieur und Betriebswirt langjährig für die Ems-Chemie AG mit Sitz in Domat/Ems tätig, wo er nach diversen Führungspositionen

zuletzt die Business Unit Ems Grivory Europe leitete. Als Vorstandsmitglied des Kunststoff Verband Schweiz (KVS), neu Swiss Plastics, war er unter anderem in Plastics Europe als Mitglied des Advisory Boards tätig. www.terhell.de

Wolfgang Siegel

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Bild: Ter Hell

Ter Hell hat neuen CEO


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FEBRUAR Fachkurs: Grundlagen und Probenvorbereitung bei der FTIR-Spektroskopie Ort: Biel-Benken Veranstalter: Portmann Instruments AG Gewerbestrasse 18, CH-4105 Biel-Benken Telefon +41 (0)61 726 65 55 info@piag.net, www.portmann-instruments.ch

Bild: Pixelio, M. Wegner

26.02.

V E R A N S TA LT U N G E N

11.03.

Seminar: Moderne Hochleistungsverbundkunststoffe (FVK) Ort: Wuppertal Veranstalter: Technische Akademie Wuppertal e. V. Hubertusallee 18, D-42097 Wuppertal Telefon +49 (0)202 74 95-0 anmeldung@taw.de, www.taw.de

14.03.

Branchentreff Stanzwerkzeugbau Ort: Wolfurt (A) Veranstalter: Meusburger Georg GmbH & Co. KG Kesselstr. 42, A-6960 Wolfurt Telefon +43 (0)5574 6706-0 verkauf@meusburger.com, www.meusburger.com

18.03.– 10.06.

Kunststoff-Fachmann KATZ (10 Tage) Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

19.03.

Fachtagung: Engel Connections – Einlegeteile / Stecker / Elektronik Ort: Wurmberg Veranstalter: Engel Deutschland GmbH Dachsteinstrasse 47, D-75449 Wurmberg e-novation.stuttgart@engel.at

19./20.03.

Seminar: Werkzeugabmusterung – systematisch und effizient Ort: Leipzig Veranstalter: Kunststoff-Zentrum in Leipzig GmbH Erich-Zeigner-Allee 44, D-04229 Leipzig Telefon +49 (0)341 4941-500 info@kuz-leipzig.de, www.kuz-leipzig.de

20.03.

Seminar: Medtech insights: Japan Ort: Zürich Veranstalter: Medtech Switzerland Wankdorffeldstrasse 102, CH-3000 Bern 22 Telefon +41 (0)31 335 62 41 jonas.frey@medtech-switzerland.com www.medtech-switzerland.com

21.03.

Kurs: Grundlagen Apparatebau und Handschweissen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

27.03.

Workshop: Vermeidung von Maschinenstörungen durch Kalibrierung (VDMA 24470) Ort: Leipzig Veranstalter: Kunststoff-Zentrum in Leipzig GmbH Erich-Zeigner-Allee 44, D-04229 Leipzig Telefon +49 (0)341 4941-500 info@kuz-leipzig.de, www.kuz-leipzig.de

06.03.

Seminar: Kunststoffgerechte Formteilauslegung Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

06./07.03.

Tagung: 6. BioKunststoffe – Herstellung, Verarbeitung, Anwendung, Verwertung Ort: Duisburg Veranstalter: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG Kolbergerstrasse 22, D-81679 München Telefon +49 (0)89 99830-466 tagungen@hanser.de, www.hanser-tagungen.de

07.03.

Workshop Best-Practice MES Ort: Unterentfelden Veranstalter: MPDV Schweiz AG Flugplatzstrasse 5, CH-8404 Winterthur Telefon +41 (0)52 246 01 26 info@mpdv.ch, www.mpdv.ch

07.03.

Forum Spritzgiessen: Der gläserne Spritzgiessprozess – Effektive Lösungen für mehr Qualität Ort: Leipzig Veranstalter: Kunststoff-Zentrum in Leipzig GmbH Erich-Zeigner-Allee 44, D-04229 Leipzig Telefon +49 (0)341 4941-500 info@kuz-leipzig.de, www.kuz-leipzig.de

07./08.03.

Seminar: Konstruktive Grundlagen für das Design von Kunststoffbauteilen Ort: Wuppertal Veranstalter: Technische Akademie Wuppertal e. V. Hubertusallee 18, D-42097 Wuppertal Telefon +49 (0)202 74 95-0 anmeldung@taw.de, www.taw.de

08.03.

KATZ-Forum medical Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

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Bild: Pixelio, C. Bieber

MÄRZ

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Produktionseffizienz im Fokus

Mit dem Metathema «Produktionseffizienz» als Weiterentwicklung des Themas «Energieeffizienz» hat Arburg auf der Fakuma einen Volltref-

fer gelandet, wie das Feedback der Kunden eindeutig bestätigt hat. Wenn es darum geht, alle Potenziale zur Effi zienzsteigerung zu erkennen und auszuschöpfen, muss die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden. Daher wurden bei jedem Exponat dessen Vorteile in Bezug auf Produktionseffizienz explizit be-

leuchtet. Auch bei der Entwicklung der in Friedrichshafen vorgestellten Neuheiten war das Ziel stets, die Wirtschaftlichkeit der Spritzteilproduktion zu steigern. Im Maschinensektor sind dies die neue Baugrösse 630 A (Bild) mit 2500 kN Schliesskraft und Spritzeinheit 1300 (mit der Verfeinerung der Abstufung der elektrischen Baureihe Alldrive ist eine hochdetaillierte Abstimmung der Maschine auf die Anwendung möglich), das Produktivitätspaket für die hydraulische Baureihe Golden Edition und das servohydraulische Antriebskonzept für die

grossen Allrounder S. Dass die Innovationskraft weit über den Maschinenbereich hinaus geht, zeigen die Weltneuheiten im Anwendungs- und Verfahrenssektor, die Arburg zusammen mit Partnern entwickelt hat: das Langfaser-Direktspritzgiessen, das Partikelschaum-Verbundspritzgiessen und das Inlinebedrucken.

Nestabstände. Eine definierte Dichtfläche an der Überwurfmutter sorgt für einen geringen Wärmeübergang. Besonderes Augenmerk wurde auch hier auf die Wartungsfreundlichkeit gelegt. Die komplette Austauschbarkeit aller relevanten Bauteile wie Heizung, Thermofühler, Düsenkörper, Spitzen und Überwurfmutter ist gewährleistet. Durch eine konstruktive Massnahme ist ein Tauschen des Thermofühlers ohne Demontage der Düsenspitze möglich. Das minimiert den Wartungsaufwand erheblich. Die Düse ist für viele Anwendungsbereiche geeignet. Technische und

verstärkte Kunststoffe können verarbeitet werden. Die neue Heizung sorgt für eine gleichmässige Temperaturverteilung, was ein homogenes Wärmeprofil entlang des gesamten Schmelzekanals ergibt. Durch eine definierte Positionierung des Thermofühlers an der Düsenspitze und Titanisolierung wird eine präzise Temperaturregelung erreicht.

Arburg AG Südstrasse 15, CH-3110 Münsingen Telefon +41 (0)31 724 23 23 switzerland@arburg.com www.arburg.ch

Düsenbaureihe Techni Shot Das Programm der Heisskanaldüsen Techni Shot wurde um offene Torpedospitzen auch für Nadelverschlussanwendungen erweitert. Mit diesen Düsen, die sowohl als Mono Düsen für Einfachanwendungen als auch für Spritzgiesswerkzeuge mit Heisskanalverteiler verfügbar sind, lassen sich Eintauchtiefen bis 300 mm realisieren und mittelgrosse Spritzteile bis zu ca. 1700 g Schussgewicht pro Düse produzieren. Zudem stehen alle bewährten, unterschiedlich aufschraubbaren Vorkammern und Werkstoffe zur Verfügung, die es ermöglichen, auch für hochgradig gefüllte Kunst-

stoffe optimale Wärmeleitung in den Anschnittbereich mit exzellenter Widerstandsfähigkeit gegen abrasiven Verschleiss zu kombinieren. Eine weitere Neuheit bei der Düsenbaureihe Techni Shot ist die Grösse Typ 20, ausgelegt für kleinere Schussgewichte und kleine

Hasco Suisse AG Hühnerhubelstrasse 64 CH-3123 Belp Telefon +41 (0)31 924 39 00 info.ch@hasco-suisse.ch www.hasco-suisse.ch

Hochwertige Oberflächen im Fokus Auf der Euromold in Frankfurt (27.30.11.12) präsentierte KraussMaffei auf dem Stand der Firma roth Werkzeugbau GmbH eine kompakte Spritzgiesszelle zur Herstellung hochwertig dekorierter Blenden mit integrierter Touchfunktion in einem Schuss. Basis war eine hydraulische 2-Plattenmaschine vom Typ CX 160-750 mit IR-Automationslösung auf einer vorinstallierten Roboter-Plattform, inklusiv einer Bearbeitungszelle vom Typ RoDeFlash. Produziert wurde ein Touchpanel mit einer hochwertigen Folienoberfläche im klassischen IMD (In Mold Decoration) Verfahren mit Foliendurchzug, wobei eine zusätzliche Sensorfolie in das Werkzeug eingelegt und hin-

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terspritzt wurde. Heraus kam ein einbaufertiges Bedienfeld, das nur noch mit dem Controller verbunden werden musste, alle weiteren Funktionen sind bereits im Spritzgiessprozess integriert. «Diese Lösung eignet sich besonders für Bauteile mit hohen Anforderungen an die Oberfläche und integrierten Funktionen auf kleinem Bauraum», bestätigt Marco Roth, Geschäftsführer bei roth Werkzeugbau GmbH, «wie sie in der Automobilindustrie im Interieur oder in der Elektro-/ Elektronikbranche für mobile Geräte oft gefordert werden». Das vollhydraulische 2-PlattenSchliesssystem der CX-Baureihe leitet die Schliesskraft symmetrisch in das Werkzeug ein und generiert

eine optimale Zuhaltung des Werkzeuges. Die gute Zugänglichkeit der – bis 160 Tonnen – freitragenden Schliesse erlaubt den Formteilabtransport in alle vier Richtungen und bietet unter dem Werkzeugbereich viel Platz für Peripherie wie Förderbänder oder Temperiergeräte. In diesem Anwendungsfall erleichterte dies die Integration des Foliendurchzugs für die Dekorseite und das Einlegen der Funktionsfolie und die Formteilentnahme. Krauss-Maffei (Schweiz) AG Grundstrasse 3 CH-6343 Rotkreuz Telefon +41 (0)41 799 71 80 info-ch@kraussmaffei.com www.kraussmaffei.com

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Siebdüse EN 35 Fremdkörper jeglicher Art im Granulat sind ein bekanntes und grosses Problem beim Spritzvorgang. Eine einfache und kostengünstige Lösung bietet hier Nehlep & Schmidt mit ihrer Siebdüse EN 35, die für alle zu verarbeitenden Thermoplaste geeignet ist.

spitze bis zu einer Partikelgrösse von 0,7 mm (wahlweise 0,9 mm) aufgefangen, die lästigen Verstopfungen im Heisskanal werden so vermieden. Die Fremdkörper werden mit Hilfe eines Siebeinsatzes in der Düsen-

Engel erweitert viper Baureihe

Zur Fakuma 2012 hat Engel Austria seine Linearroboterbaureihe Engel viper erneut nach oben erweitert. Der Engel viper 120 mit einem nominalen Traglastvermögen von 120 kg ist der grösste Linearroboter in seinem Mitbewerbsumfeld. Mit inzwischen sieben Baugrössen – beginnend mit einem nominalen Traglastvermögen von 6 kg – lassen sich die Linearroboter der aktuellen Generation viper optimal an die jeweilige Automatisierungsaufgabe im Spritzgiessbetrieb anpassen und das auch im Bereich sehr hoher Schliesskräfte. Mit einem Entformhub von 3000 mm und einer Reichweite von 3550 mm erobert der viper 120 bislang unerreichte Dimensionen im Linearhandling. Maximale Stabilität, höchste Dynamik und optimaler Bedienkomfort: Diese Eigenschaften vereinen die viper Roboter über alle Baugrössen hinweg mit Leichtigkeit. Dank der innovativen Konstruktion aus lasergeschweissten Stahlprofilen konnte das Eigengewicht der Roboter nied-

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rig gehalten und so das Traglastvermögen erhöht werden. Clevere Softwarepakete reduzieren die Eigenschwingungen der Roboter auch bei langen Achsmassen und optimieren ihre Bewegungen und Dynamikwerte im Zeichen der Effizienz. Damit tragen die viper Roboter in vielen Anwendungen entscheidend zur Reduktion von Zyluszeiten sowie zur Steigerung der Produktivität bei und erweisen sich zudem als äusserst energieeffizient. Da Engel Spritzgiessmaschinen und Roboter aus einer Hand liefert, ist eine vollständige Integration der beiden Steuerungswelten gewährleistet. Dies sorgt zum einen für eine einfache Bedienbarkeit der Roboter auch bei komplexen Anwendungen und erhöht zum anderen die Verfügbarkeit der Fertigungszelle, da der Anlagenbediener viele Aufgaben, für die herkömmlich ein Programmierer hinzugezogen werden musste, selbst erledigen kann. Optional sind die Roboter auch mit einer eigenen Steuerung lieferbar und können dann über eine Euromap 67-Schnittstelle mit Spritzgiessmaschinen sämtlicher Hersteller arbeiten.

Engel (Schweiz) AG Hungerbüelstrasse 17 CH-8500 Frauenfeld Telefon +41 (0)52 725 0755 ech@engel.at www.engelglobal.com

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schlussgewinde, Düsenradius und Düsenbohrung gefertigt. Nehlep & Schmidt GmbH Volckmarstr. 6, D-67547 Worms Telefon +49 (0)6242 91 34 23-0 info@nehlep-schmidt.eu www.nehlep-schmidt.de

W832 mit grösserer Tragkraft

Der Linearroboter W832 von Wittmann hat eine Überarbeitung erfahren, die nun ein Handlinggewicht von bis zu 25 kg ermöglicht. Diese entscheidende Verbesserung beim Traggewicht des Roboters um 20 % – verglichen mit dem vorherigen Wert – wird von Martin Stammhammer, dem Vertriebsleiter für Roboter und Automatisierungssysteme, als «zurückhaltend» bezeichnet. Und er führt weiter aus: «Eine als Option mögliche Konfiguration der Vertikalachse des W832 ermöglicht ein noch einmal höheres Traggewicht von bis zu 35 kg, beispielsweise für besonders anspruchsvolle EinlegeApplikationen.» Die Neuentwicklungen innerhalb der verschiedenen Roboter-Baureihen werden immer wieder von den teilweise sehr ehrgeizigen Verwendungsweisen der Geräte durch die Spritzgiesskunden von Wittmann angetrieben. «Viele Kunden möchten aus einem Roboter alles herausholen, was möglich ist», so Stammhammer. «Und sie wissen einfach, dass sie darauf vertrauen können, dass unsere Geräte bei jedem Arbeitsgang mit dem bestmöglichen Ergebnis aufwarten. Wir haben also ständig dafür Sorge zu tragen, dass selbst unsere Standardlösungen den anspruchsvollsten Kunden gerecht werden können – und auch bei solchen Anwendungen klaglos funktionieren, die die Roboter über das herkömmliche Mass

hinaus beanspruchen.» Der W832 ist mit einer maximalen Reichweite von 1190 mm in Entformrichtung verfügbar, einem Vertikalhub von bis zu 1600 mm und einer Horizontalachse, deren Länge von 2000 bis 5000 mm variieren kann. Verschiedene Optionen wie Servo-Rotationsachsen, Erweiterung der Steuerung um zusätzliche Ein-/Ausgangsmodule, zusätzliche Vakuum- und Greiferkreise usw., ermöglichen die kundenspezifische Anpassung an jede noch so komplexe AutomatisierungsAnwendung. «Hinsichtlich Schussgewicht und Tragkraft war es immer unser Ziel, umfassende Baureihen von Spritzgiessmaschinen und Robotern anzubieten, die das gesamte Anforderungsspektrum in der Kunststoffverarbeitung abdecken können», erklärt Stammhammer. «Unsere Produktlinien bieten etwas für jedes Erfordernis und gerade der neue W832 sticht als ein wesentlicher Teil des Ganzen heraus.» In besonderer Weise eignet sich der W832 für den Einsatz auf Maschinen mit Schliesskräften von 400 bis 800 t.

Wittmann Kunststofftechnik AG Uznacherstrasse 18 CH-8722 Kaltbrunn Telefon +41 (0)55 293 40 93 info@wittmann-group.ch www.wittmann-group.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Helitang T490: Wendeschneidplatten mit Spanteiler

Iscar stellt drei neue Wendeschneidplatten der Helitang 490-Produktfamilie mit Spanteiler zur Reduzie-

rung von Vibrationen vor. Durch die kleinere Kontaktzone zwischen Schneide und Werkstück entstehen bis zu 15 % geringere Schnittkräfte und kleinere Späne, welche sich leichter abführen lassen. • Die Wendeschneidplatte LNMT 0804PNR-CS verfügt über vier 8 mm lange Schneidkanten. Zwei Spanteiler an einer Schneidkante sowie ein Spanteiler an der gegenüberliegenden Schneidkante kennzeichnen diese Wendeschneidplatte.

• LNMT 1306PNTR-CS ist eine Helitang-Wendeschneidplatte mit vier 12,5 mm langen Schneidkanten. Sie hat drei Spanteiler an einer Schneidkante und zwei Spanteiler an der gegenüberliegenden Schneidkante. • Die Ausführung LNMT 1607PNR-CS verfügt über vier 16 mm lange Schneidkanten. Diese Wendeschneidplatte ist die grösste Ausführung mit vier Spanteilern an einer Schneidkante sowie drei Spanteilern an der gegenüberliegenden Schneidkante.

Um eine bestmögliche Leistung und optimalen Spanbruch zu erzielen, wird empfohlen, die Wendeschneidplatten abwechselnd auf dem Fräser zu montieren. Wendeschneidplatten mit Spanteiler sollten daher bevorzugt auf Fräsern mit gerader Zähnezahl eingesetzt werden.

cess 11 – sowie mit Success 33 (Bild) eine grössere Einheit ins Programm. Zusammen können diese Geräte an Maschinen mit Schliesskräften zwischen 20 t und 700 t betrieben werden. Die maximale Traglast beträgt je nach Modell 3 kg, 5 kg, 10 kg respektive 15 kg. Die Geschwindigkeiten betragen für alle Success-Modelle 3 m/s auf der Vertikalachse und 2 m/s auf der Ausquer- und Entformachse. Standardmässig sind alle SuccessRoboter mit der Sepro Touch 2-Steuerung ausgestattet. Programmiert und bedient wird über einfache, grafikgestützte Symbole auf dem grossen Touch-Screen-Monitor. Der bedien- und lesefreundliche, berührungsempfindliche 25,4 cm Bildschirm lässt alle Eingaben einfach

und intuitiv zu. Der Zugriff auf die Dokumentation, die im Roboter hinterlegt ist, ist jederzeit möglich. Über eine sehr komfortable Menüführung und erklärende Videosequenzen kann auch ein unerfahrener Bediener schnell grundlegende «Pick & Place»-Abläufe erstellen. Der optional erhältliche Sepro Visual 2 Controller verfügt über SPSProgrammier- und Überwachungsfunktionen, die auch nachgeordnete automatisierte Peripherieanlagen zentral steuern können.

Iscar Hartmetall AG Wespenstrasse 14 CH-8500 Frauenfeld Telefon +41 (0)52 728 08 50 office@iscar.ch, www.iscar.ch

Sepro ergänzt Success-Roboterlinie Drei neue Modelle komplettieren die universelle Success Roboter Baureihe von Sepro Robotique. Die Baureihe besticht vor allem durch längere Achsabmessungen und höhere Traglasten. Sie wurde speziell auf hohe Geschwindigkeiten und Präzision für kleine und mittlere Spritzgiessmaschinen hin ausgelegt und optimiert. Die neuen Success-Roboter profitieren von der Plattform-Technologie der S-Baureihe, die für die sehr leistungsfähigen S5-Modelle perfektioniert wurde. Damit können diese Geräte auch grosse, schwere Lasten schneller bewegen als ihre gleich dimensionierten Vorgänger aus der Axess-Reihe. Durch gemeinsame Baugruppen lässt sich eine wirtschaftliche Herstellung bei einer

gleichzeitig erhöhten Flexibilität in der Auslegung sowie kürzeren Produktions- und Lieferzeiten erreichen. Die Success Baureihe umfasst mit den drei neuen Typen dann insgesamt 4 Roboter. Damit baut das Unternehmen seine Modellpalette servoelektrischer Handlingsgeräte zu einem adäquaten Preis-Leistungs-Verhältnis konsequent aus. Zum Success 22 kommen zwei kleinere Geräte – Success 7 und Suc-

Huber Automation AG Sonneckstrasse 8 CH-8645 Rapperswil-Jona/SG Telefon +41 (0)55 210 60 00 info@huber-automation.ch www.huber-automation.ch

Flammschutz mit rotem Phosphor Zwei mit rotem Phosphor halogenfrei flammgeschützte Aquamid Polyamid-66-Typen von Aquafil Engineering Plastics Spa, Arco/Italien (www.aquafil.com), ergänzen das Portfolio technischer Kunststoffe, mit denen der Distributor Ultrapolymers Deutschland ein breites Spektrum anwendungsspezifischer Anforderungen der Elektro- und Elektronikindustrie erfüllt. Aquamid 66G25V0P 1001A und der ebenfalls verfügbare Typ 66G25V0P 1002A sind mit 25 Gew.-% Glasfasern verstärkt. Beide erfüllen die Anforderungen der V-0-Klassifizierung nach UL94. Mit einem GWFI von 960 °C und einer GWIT von 775 °C entsprechen sie zudem den Anforderungen der EN 60335-1 (Glühdrahtprüfung) bezüglich der

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Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch sowie der Sicherheit unbeaufsichtigter Haushaltsgeräte. Der Typ 1001A erfüllt besonders hohe Ansprüche hinsichtlich der mechanischen und elektrischen Eigenschaften. Der Typ 1002A bietet ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil bei leicht reduzierten Dehnungswerten sowie etwas geringerer Schlagzähigkeit und eignet sich damit für universelle Anwendungen. Beide Typen sind so stabilisiert, dass selbst in feucht-warmen Regionen kaum Phosphine entstehen, die die Oberflächen von Kontakten belegen und damit deren Leitfähigkeit einschränken könnten. Glasfaserverstärktes PA 66 ermöglicht in Kombination mit rotem Phosphor einen effizienten und dabei

umweltverträglichen Flammschutz ohne den Einsatz von halogenhaltigen Verbindungen. Im Brandfall bildet der rote Phosphor eine Schicht aus Phosphor- und Polyphosphorsäuren auf der Kunststoffoberfläche und lässt diese aufquellen (die so genannte Intumeszenz). Diese Schicht wirkt isolierend und schützt das Material vor Sauerstoffzutritt. Mit rotem Phosphor flammgeschützte, glasfaserverstärkte PA66-Typen sind nur eingeschränkt einfärbbar, kombinieren aber eine vergleichsweise geringe Dichte mit guten mechanischen und dielektrischen Eigenschaften. Insgesamt umfasst das von Ultrapolymers Deutschland angebotene Portfolio der technischen Kunststoffe von Aquafil unverstärkte und verstärkte, schlagzähmodifizierte und

flammgeschützte Aquamid PA6und PA66-Typen sowie die besonders nachhaltigen und aus zertifizierter Produktion stammenden PA6- und PA66-Industriequalitäten (unverstärkt und glasfaserverstärkt). Ultrapolymers Deutschland GmbH Unterer Talweg 46 D-86179 Augsburg Telefon +49 (0)821 272 33-0 info@ultrapolymers.de www.ultrapolymers.de

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Modulares Maschinen- und einzigartiges Schliesskonzept Die Markteinfßhrung der neuen Elion 3200 von Netstal läuft ausgezeichnet. Insbesondere Kunden aus den Branchen Verpackung, Verschlßsse, Medizintechnik und hochpräzise technische Teile sehen in dem neuen Modell eine hocheffi ziente LÜsung fßr die Herstellung von anspruchsvollen Formteilen, heisst es aus dem Hause Netstal. Das Unternehmen hat das neueste Modell der erfolgreichen ElionBaureihe auf der Fakuma 2012 erstmals präsentiert. Die Elion-Baureihe ist konsequent modular aufgebaut und lässt sich dadurch sehr flexibel an individuelle Kundenanforderungen anpassen. Dabei lässt sich die elektrisch angetriebene Schliesseinheit auch mit dem von der Baureihe Evos bekannten hydraulischen Hochleistungsspritzaggregat kombinieren. Das Ergebnis dieser Kombination ist eine Maschine, die perfekt fßr die hÜchsten

Anforderungen der Kunden geeignet ist, insbesondere im Hinblick auf Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz. Vor allem aus der Verpackungsindustrie ist die Resonanz sehr gut, aber auch von Kunden aus der Medizintechnik oder von Unternehmen, die hochpräzise technische Teile herstellen, bestätigt Dr. Hans Ulrich Golz, CEO von Netstal. Die Hochleistungsspritzeinheit, die auch in der Baureihe Evos zum Einsatz kommt, ist dank der innovativen Doppelventil-Technik in der Lage, Einspritzgeschwindigkeiten von bis zu 2000 mm/s bei extremen Beschleunigungen zu erreichen. Dßnnwandige Verpackungsteile lassen sich mit Fßllzeiten unter 0,1 Sekunden ausformen. Mit dieser Einspritzleistung werden Material und Zykluszeit eingespart. Die Kombination unterschiedlicher Antriebstechnologien erfordert dabei

ein optimales, den Anforderungen angepasstes Antriebskonzept. Mit der innovativen Antriebseinheit Eco Powerunit wird das Energiesparpotenzial der Hybridtechnologie voll ausgeschĂśpft. Im Vergleich zu einer konventionell hydraulisch angetriebenen Kniehebelmaschine lassen sich mit der Elion hybrid bis zu 50 Prozent Energie einsparen, und das bei einem Leistungsniveau, das mit

vollelektrischen Maschinen nicht erreichbar ist.

Netstal-Maschinen AG Tschachenstrasse CH-8752 Näfels Telefon +41 (0)55 618 61 11 marketing@netstal.com www.netstal.com

Highspeed Kameras der CR-Serie

Auswerfer Schnellspannkupplung - einfachste Handhabung und hohe Sicherheit - nahezu bei allen Spritzgiessmaschinen nachrĂźstbar - kurze RĂźstzeit bei Werkzeugwechsel - mit axialem Ausgleich - geringe EinbauhĂśhe

Die Highspeed Kameras der CRSerie zeichnen sich dadurch aus, dass sie innert kĂźrzester Zeit das tun, was sie am besten kĂśnnen – nämlich Bilder (Sequenzen) erfassen. Es war noch nie so leicht ein Highspeed Video aufzunehmen. Der Entwickler Optronis schafft den Spagat zwischen flexiblen EinstellungsmĂśglichkeiten und einfacher Bedienung mit der komplett Ăźberarbeiteten TimeBench-Software. Das robuste Vollaluminiumgehäuse erlaubt es, die Kamera auch in rauen Umgebungen einzusetzen. Typische Einsatzgebiete sind Fehleranalyse und Prozessoptimierung im industriellen Umfeld. Ăœbliche Bildraten bewegen sich zwischen 300 und 100 000 Bildern pro Se-

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kunde. Je nach Speicherumfang lassen sich damit mehrere Sekunden Aufnahmen generieren (Speicher-Erweiterung bis zu 16 Gigabyte jederzeit mĂśglich). Kottonau AG bietet UnterstĂźtzung in der Komponentenwahl vom Kameramodell, Ăźber Objektiv bis hin zur Lichtquelle und dem passenden Stativ. Ob Kauf, Miete, Miet-Kauf oder Leasing, Kottonau hat fĂźr jedes Budget ein passendes Angebot.

Kottonau AG Rinderweid 1 CH-8707 Uetikon am See Telefon +41 (0)44 790 15 10 info@kottonau.ch www.kottonau.ch/CR

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