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Welt neu denken

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CORNELIA MOOSLECHNER-BRÜLL

Welt neu denken Der Weltbegriff in Zeiten globaler Umbrüche

REFLEXE


Schwabe reflexe

Band 70


Cornelia Mooslechner-Brüll

Welt neu denken Der Weltbegriff in Zeiten globaler Umbrüche

Schwabe Verlag


Der vorliegende Essay ist eine philosophische Auseinandersetzung im Anschluss an die Carinthischen Dialoge 2017 mit dem Titel: «Meine – deine – unsere Welt» und wurde gefördert durch Johanna und Chlodwig Franz.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http:// dnb.dnb.de abrufbar. © 2021 Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschließlich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Abbildung Umschlag: David Visnjic, Wien Korrektorat: Anna Ertel, Göttingen Gestaltungskonzept: icona basel gmbH, Basel Cover: STROH Design, Kathrin Strohschnieder, Oldenburg Layout: icona basel gmbh, Basel Satz: 3w+p, Rimpar Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN Printausgabe 978-3-7965-4341-8 ISBN eBook (PDF) 978-3-7965-4342-5 DOI 10.24894/978-3-7965-4342-5 Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt. rights@schwabe.ch www.schwabe.ch


Für Livia, Luna, Markus und Mama


Inhalt

Vorwort von Johanna und Chlodwig Franz . . . . . . . . .

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Einleitung – ein Blick in den Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . .

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Was ist (alles) Welt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

35

Welt als Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

36

Welt als Ressource . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

39

Welt als bewegte Materie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

43

Welt-Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

46

Welt als Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

49

Welt als Wissen und Ereignis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

55

Welt als (Er‐)Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

60

Eigenwelten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

65

Eigenwelt als Sinnenwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

65

Eigenwelt als Weltzugang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

70

Eigenwelt als Erinnerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

73

Das Prekäre der Eigenwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

76

Eigenwelt als Ware . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

79

7


Eigenwelt als Performance . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

82

Fremd- und Anderswelten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

85

Die Dimensionen des Fremden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

85

Fremdwelt als Kritik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

88

Anderswelt als Rätsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

92

Du-Welt und Eswelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

94

Fremdwelt als Resonanzbedingung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

99

Das Andere als das Schöne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Parallelwelten und All-Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Die Weltseele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Verschwörungswelten und Paralleluniversen . . . . . . . . . . . 107 Die technische Welt als Parallelwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Die digitale Welt als Parallelwelt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 Die Welt der Politik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 Trennung und Übergang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 Populismus als Trennung und Welt-Übersetzung . . . . . . . 130 Die europäische Welt als Matroschka . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 Welt-Brüche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 Welt-Revolution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 Die Welt von morgen als Generationenbruch . . . . . . . . . . . 144 Brüche und Risse als positive Bedingungen für Welt . . . . . 147

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Welt-Solidarität? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 Solidarisch mit wem? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 Solidarität als Sorge um Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 156 Welt neu denken – ein Gegenprogramm . . . . . . . . . . 161 Welt in Bewegung: der dritte Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 Welt ohne Grenze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166 Verantwortungsvolles Handeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 168 Anmerkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 173

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Vorwort von Johanna und Chlodwig Franz

Die Idee zur Abhaltung einer interdisziplinären Veranstaltung entstand im Sommer des Jahres 2006 im Freundeskreis. Wir kamen zur gemeinsamen Meinung, dass es bereichernd wäre, in unserer von fachlicher Spezialisierung und zunehmender Beschleunigung gekennzeichneten Welt auch von anderen Fachdisziplinen Informationen zu bestimmten Themen zu bekommen, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Fortbildungen im eigenen Fachbereich sind natürlich unerlässlich, aber ein Schauen über den Tellerrand ist notwendig und ermöglicht, mit den rasanten Entwicklungen unserer Zeit einigermaßen mithalten zu können. In diesem Sinne finden die Carinthischen Dialoge einmal jährlich an einem Wochenende auf Schloss Bach in Kärnten statt. Ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema wird als Leitthema aufgegriffen und von namhaften Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen in Impulsreferaten behandelt, worauf die Teilnehmer Gelegenheit haben, ausführlich darüber zu diskutieren. Damit ist die Veranstaltung von Anfang an zu einem Symposium im klassischen Sinn geworden: keine akademische Fachkonferenz, sondern eine intellektuelle Zusammenkunft mit ausführlichen Diskussionen und Gesprächen in intimem ländlichem Rahmen, wobei auch für das leibliche Wohl gesorgt wird. Für die Veranstalter der Dialoge ergibt sich das Ziel und der Wunsch, dass die Teilnehmer nicht nur die Tage des Symposiums als solche in angenehmer Erinnerung behalten, sondern auch mit komplexen Informationen 11


versehen neue Gedanken in ihren Alltag – in ihre Welt – einbringen und damit verantwortungsvoll die Entwicklung unserer Gesellschaft beeinflussen. Gerade die Schnelllebigkeit unserer Zeit und die Fülle an Informationen, die wir über die Medien oder durch unsere unmittelbare tägliche Erfahrung erhalten, brauchen Nachdenkpausen – einerseits zur Entschleunigung (im Sinne des von Peter Heintel gegründeten Vereins zur Verlangsamung der Zeit), andererseits zu unserer geistigen Positionsbestimmung. Auch wenn wir spätestens seit Heraklit (540–480 v. Chr.) wissen, dass das einzig Beständige in unserer Welt der ständige Wandel ist, führt die derzeit gefühlte Entwicklungsgeschwindigkeit von Veränderungsprozessen dazu, dass wir als Individuum oft den Überblick verlieren und uns in der Informationsgesellschaft infolge der Flut auf uns einströmender Informationen paradoxerweise immer uninformierter fühlen, frei nach dem Motto: wer kommt da noch mit? Wenn sich gleichwohl im Dialog ein Gedanke besser entwickeln lässt und der schriftliche Text insofern tot ist, als man nicht mit ihm diskutieren kann, sondern nur über ihn (Sokrates in Platon: Phaidros), so haben wir doch einige ausgewählte Vorträge der Carinthischen Dialoge 2006–2016 als Nachlese in bisher drei Sammelbänden zusammengefasst. Im nun vorliegenden Buch werden die Leitthemen der 11. und 12. Carinthischen Dialoge – 2017 und 2018 – von Cornelia Mooslechner-Brüll aus philosophischer Sicht kritisch betrachtet und auf spannende und anschauliche Weise vermittelt. Bei den 11. Carinthischen Dialogen ging es um «Meine – deine – unsere Welt». Dabei standen die Globalisierung und die Kommunikation im Vordergrund. Die auf allen Gebieten zunehmende «Globalisierung» – sei es in der Information und Kommunikation, der Wirtschaft und Finanzwelt, auf den verschiedenen Gebieten der Wissenschaften oder aber auch im 12


Bereich von Politik und Religionen – führt zur Bildung von neuen Gruppen, die nicht mehr dieselbe Muttersprache aufweisen und sich verschiedenen traditionellen, gesellschaftlichen oder ethnischen Wurzeln zugehörig fühlen. Die Herausforderungen an den Bildungsstand, das heißt die Notwendigkeit des inhaltlichen Verstehens der Ausdrücke und Formulierungen, haben sich damit erweitert. Diese Themen waren vorwiegend Inhalt des eingangs geführten Podiumsgesprächs zwischen Karl Fürst zu Schwarzenberg und der philosophischen Praktikerin Cornelia Mooslechner-Brüll, aber auch des Wirtschaftswissenschaftlers Johannes Steyrer und des Theologen und Psychotherapeuten Arnold Mettnitzer. Darüber hinaus ist derzeit in weiten Teilen der Erde eine aus wirtschaftlichen, ökologischen sowie sicherheitspolitischen Gründen motivierte und einer Völkerwanderung gleichende Migration zu beobachten, die uns massiv mit anderen Kulturen, anderen Sicht- und Lebensweisen konfrontiert, was wiederum schwerpunktmäßig von der Publizistin und Orientkennerin Karin Kneissl, dem Jugendforscher Philipp Ikrath und dem Integrationsmanager Franz Wolf-Meier behandelt wurde. Dabei stellen sich einige Fragen, die für das Funktionieren einer Kommunikation auf gleicher Augenhöhe essenziell scheinen, z. B.: Wie kann ich mich mit meinem Gegenüber verständigen? Sind wir fähig, eine gemeinsame Sprache zu finden, und können wir Inhalte so transponieren, dass nicht nur «Insider» einander verstehen? Wir wollen in unseren Diskussionen aber auch Aspekte der unterschiedlichen Welten von Alt und Jung behandeln. Auch hier scheinen wir nicht selten mit zwei konträren Welten konfrontiert. Junge Menschen kommunizieren und verkehren häufig nur noch über Internetplattformen. Den Austausch von Meinungen und Einstellungen lediglich auf die Facebook-Community und andere soziale Netzwerke im Internet zu beschrän13


ken, könnte allerdings die Ghettobildung einzelner Gruppen nach sich ziehen. Jung und Alt sollten sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern einander ergänzen, um eine Balance zu finden, anstatt in zwei unterschiedlichen Welten zu leben. Wie könnten wir zu unserer gemeinsamen Welt finden, wenn Fremdes zu Angst und Verunsicherung führt und von der Politik zur populistischen Profilierung genutzt wird? Haben wir Ideen, die uns helfen? Polarisierungen durch falsch verstandene Toleranz einerseits und der Wunsch nach alten, rigiden Ordnungen andererseits vermögen kaum Hilfestellungen zu bieten. Die große Kunst unserer Zeit wäre es, die Reflexionsfähigkeit zu erhöhen und das kritische Hinterfragen zu stärken. Statt von Toleranz sollten wir besser von gegenseitigem Respekt sprechen (Karl zu Schwarzenberg) und dazu sind eigene Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit anderen Kulturen ein wertvoller Beitrag. Niemals zuvor gab es für die junge Generation in Europa so viele Möglichkeiten, dies zu praktizieren – z. B. durch Mobilitätsprogramme. Die Globalisierung eröffnet so gesehen neue Chancen. Für gegenseitiges Verständnis und die Übersetzung von Sprache in Bildung im weiteren Sinn ist eine gelingende Kommunikation eine ganz wesentliche Voraussetzung. Wie aber ist diese auf der Weltbühne herzustellen, wenn Kommunikation allzu oft nicht einmal in Partnerschaften, in Familien, am Arbeitsplatz funktioniert? Wir brauchen keine selbstgefälligen Autokraten, sondern sind als Zivilgesellschaft aufgerufen, für gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen zu sorgen, die es uns ermöglichen, neue Wege zu gehen. Neues kann vor allem in der Auseinandersetzung mit dem Anderen entstehen. Übersteigerter Individualismus und Egoismus bringen uns nicht weiter, weder in der Gruppe noch in einem demokratischen Staat.

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Die 12. Carinthischen Dialoge hatten zum Leitthema «Digitale Zukunft – zwischen Faszination und Manipulation. Was bleibt uns Menschen?» und beschäftigten sich mit der Digitalisierung und Robotisierung vieler Lebensbereiche und dem Problem, dass diese schneller voranschreiten, als die Gesellschaft darauf reagieren kann: der Kulturmanager Christoph Thun-Hohenstein und die Vorstandsvorsitzende Sabine Herlitschka haben durch ihre Impulsreferate einen fundierten Einstieg in das Thema gegeben. Keiner möchte heute die fortgeschrittenen Technologien mehr missen. Sie erleichtern Arbeitsprozesse, sind sowohl sozial als auch kulturell nicht mehr wegzudenken. Aber sollten wir deshalb auf ein differenziertes Hinsehen verzichten? Oder sollten wir stattdessen lieber an klaren Grenzen arbeiten, welche Bereiche des Lebens wir automatisiert und digitalisiert haben möchten und welche nicht? Gehen nur Arbeitsbereiche verloren oder gibt es Chancen für neue Entwicklungen und neue Jobs? Werden wir durch mehr Technologie abhängig, unselbstständig und geben vielleicht sogar Rechte auf? Wie können wir Verkümmerungen entgegensteuern, wenn wir menschliche Fähigkeiten und Kompetenzen zunehmend auslagern und Gefahr laufen, sie zu verlieren? Was geschieht mit uns, wenn sich die Idee der künstlichen Intelligenz endgültig verwirklicht hat und wir extern steuerbar sind? Fragen, denen sich vor allem die philosophische Praktikerin Cornelia Mooslechner-Brüll und der Filmemacher Markus Mooslechner widmeten. «Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los», heißt es in Goethes Zauberlehrling und dies beschreibt das Dilemma von Wissenschaft und Technologieentwicklung, das darin besteht, dass die Folgen unseres Handelns oft nicht abgeschätzt werden können, weil die Veränderungen weder linear noch vorhersehbar erfolgen. Ist Fortschritt umkehrbar?

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Keinesfalls, wie uns der Computerwissenschaftler Dimitris Karagiannis anschaulich vermittelte, aber es ist unsere freie Entscheidung, ob und in welcher Weise wir die Erfindungen und Entwicklungen nutzen. Gerade jetzt, im Zeitalter digitaler Transformation und automatisierter Vorgänge, rückt dabei die Frage nach dem Wesen des Menschen in den Mittelpunkt. Die Digitalisierung hat innerhalb weniger Jahre vieles völlig auf den Kopf gestellt. Die Identität ist durch den eigenen digitalen Online-Auftritt mit bestimmt. Werden Google, Facebook, Snapchat, Twitter, Instagram und andere zu neuen «Göttern», die alles sehen und kontrollieren? Aber fehlt dieser digitalisierten Kommunikation nicht eine ganzheitliche und emotionale Wahrnehmung, wie wir das durch die Verrohung der Sprache, anonyme Postings, Fake News, entpersonalisierte Lehre, Cybermobbing, Cybercrime und anderes alltäglich feststellen können? Menschen können Gefühle und Gedanken zum Ausdruck bringen, Liebe, Freude und Angst empfinden und selbst bestimmen. Das können Maschinen NOCH nicht. Mit solcherlei Fragen setzte sich die Medienpsychologin Martina Mara auseinander. Gerade im Zeitalter des rasanten technologischen Fortschrittes, der Delegation von Arbeit an Roboter, der algorithmischen Erfassung und Messung sämtlicher Lebensbereiche, wie der Informatiker Stefan Turner an faszinierenden Beispielen aus der Medizin aufzeigte, sollte der mitmenschlichen Kommunikation ein hoher Stellenwert beigemessen werden, damit wir gemeinsam konstruktiv und demokratisch auf Entwicklungen reagieren können und diese nicht passiv erleiden müssen. Ältere Generationen wird es anders treffen als junge Menschen, die digital natives, dennoch wäre es gut, wenn alle gemeinsam einen Schritt vorausdächten, um am Puls der Zeit zu bleiben und zugleich differenziert zu handeln. Allerdings sollte die oft geäußerte Meinung, wir Menschen müssten

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zukunftsfähig werden, eigentlich umgekehrt formuliert werden, das heißt, es muss wohl auch die Zukunft menschenfähig sein! Im Nachlesen der philosophischen Aufarbeitung der Themen durch Cornelia Mooslechner-Brüll soll «der*die Leser*in» angeregt werden, über die Thematik selbst zu reflektieren und zu einer kritischen Eigenmeinung zu finden. Wir danken Cornelia Mooslechner-Brüll für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik und wünschen den Leser*innen viel Vergnügen. Schloss Bach im November 2020 Johanna und Chlodwig Franz

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Die Welt ist alles, was der Fall ist. (Ludwig Wittgenstein)

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an! (Kurt Tucholsky)


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