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Groß Geigen um 1500 · Orazio Michi und die Harfe um 1600

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Groß Geigen um 1500 Orazio Michi und die Harfe um 1600 Der Band versammelt Forschungsbeiträge zur nordalpinen Groß Geige um 1500 und zur Harfe in Rom um 1600. Sie entstanden im Rahmen des SNF-Forschungsprojekts « Groß Geigen, Vyolen, Rybeben – nordalpine Streichinstrumente um 1500 und ihre Praxis » und aus Vorträgen am Studientag « Orazio Michi dell’Arpa », der im April 2015 an der Schola Cantorum Basiliensis stattfand. Beide Projekte verbindet die Herangehensweise an ihren Gegenstand : Um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, wurden Instrument, Repertoire und Spielweise praktisch erprobt und auch nicht-musikalische Quellen ausgewertet. Die Herausgeberin Martina Papiro studierte Kunst- und Musikwissenschaft in Basel, Berlin und Florenz. Seit 2016 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Schola Cantorum Basiliensis / FHNW. Sie promovierte über die Bilddrucke der Florentiner Festkultur ; ihr Forschungsinteresse gilt dem Zusammen­spiel der Künste. Die Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis setzen das seit 1977 erscheinende Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis fort. Die von der Schola Cantorum Basiliensis /  FHNW herausgegebenen Beiträge dokumentieren die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit allen Bereichen der Historischen Musikpraxis. Jeder Band präsentiert Themenschwerpunkte aus Tagungen der Schola Cantorum Basiliensis, ergänzt durch freie Beiträge.

BASLER BEITRÄGE ZUR HISTORISCHEN MUSIKPRAXIS

Herausgegeben von Thomas Drescher und Martin Kirnbauer

39 BASLER BEITRÄGE ZUR HISTORISCHEN MUSIKPRAXIS

Groß Geigen um 1500 Orazio Michi und die Harfe um 1600

BASLER BEITRÄGE ZUR HISTORISCHEN MUSIKPRAXIS

MARTINA PAPIRO (HG.)

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Groß Geigen um 1500 Orazio Michi und die Harfe um 1600

www.schwabeverlag.ch

Schwabe BBHM 39 Druck.indd 1

24.10.19 15:36


Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis

(vormals: Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis) Veröffentlichungen der Schola Cantorum Basiliensis Fachhochschule Nordwestschweiz / Musik-Akademie Basel Hochschule für Musik Herausgegeben von Thomas Drescher und Martin Kirnbauer

Band 39


Martina Papiro (Hg.)

GroĂ&#x; Geigen um 1500 Orazio Michi und die Harfe um 1600

Schwabe Verlag


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MIX Papier aus verantwortungsvollen Quellen

www.fsc.org

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. © 2020 Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschliesslich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Notensatz: Eva-Maria Hamberger Abbildung Umschlag: ÖNB/Wien, Cod. Min. 77, fol. 10 Umschlaggestaltung: icona basel gmbh, Basel Layout: icona basel gmbh, Basel Satz: 3w+p, Rimpar Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN Printausgabe 978-3-7965-4069-1 ISBN eBook (PDF) 978-3-7965-4109-4 DOI 10.24894/978-3-7965-4109-4 Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt. rights@schwabe.ch www.schwabeverlag.ch


Inhalt

Vorwort der Herausgeber der Reihe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Vorwort der Herausgeberin des Bandes. Groß Geigen um 1500 · Orazio Michi und die Harfe um 1600 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Groß Geigen um 1500

Thomas Drescher: Groß Geigen, Vyolen, Rybeben. Zur Entstehung großformatiger Streichinstrumente im nordalpinen Raum nach 1500 – ein Überblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Martin Kirnbauer: «von saidtenspil gar mancherleÿ » – Rybeben am Hofe Maximilians . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Nicole Schwindt: Informelle Musikpraxis an Maximilians Hof. Spielräume für frühe Geigenensembles . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Thomas Röder: Gerle und Nürnberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Thilo Hirsch: Groß Geigen und Rybeben. Nordalpine Viola da gamba-Ensembles im frühen 16. Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Herbert W. Myers: The rise of the “family principle” of instrument building . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 Marc Lewon: «Auf die […] grossen unnd kleinen Geygen / auch Lautten». Strategien zur Intavolierung von Vokalmusik in deutschen Lehrbüchern des frühen 16. Jahrhunderts . . . . . . . . . . . . . . . . 147 Martina Papiro: Gespielt von Engeln, gehört von Narren. Die Groß Geige in der Kunst am Oberrhein (Urs Graf, Matthias Grünewald, Hans Holbein d. J.) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 171 Sabine Söll-Tauchert: Von der Naturstudie zum Bedeutungsträger. Die Groß Geige im Werk von Hans Baldung Grien (1484/85–1545) . . . . . . 201


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Inhalt

Orazio Michi und die Harfe um 1600

Arnaldo Morelli: Orazio Michi between public and private. Spiritual music, devotional practices, and their contexts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229 Alexandra Ziane: Orazio Michi: contemporary testimonials, documents, and work . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243 Alexandra Ziane: List of works by Orazio Michi (c. 1595–1641) . . . . . . 273 Alessio Ruffatti: Roman musical manuscripts of the seventeenth century. Creation and reception . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281 Mara Galassi and Chiara Granata: “Tanto che non si potrebbe sentire cosa più bella”. The harp as basso continuo instrument in Rome at the time of Orazio Michi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 313 Heidrun Rosenzweig: Die vergessene Perfektion. Bemerkungen zur Spielpraxis auf historischen Harfen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345 Mara Galassi: Accordatura per l’Arpa ò Cembalo – a mysterious Roman manuscript on the tuning of the Italian arpa a tre ordini. Introduction, facsimile, transcription, and translation

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Elam Rotem: The “Carlo G manuscript”. New light on early seventeenth century accompaniment and diminution practices . . . . . . . 401 Freie Beiträge

Maria Christina Cleary: Early nineteenth-century harp pedalling according to Johann Georg Heinrich Backofen (1768–1839) . . . . . . . . . 433 Anne Smith: The development of the Jugendmusikbewegung, its music aesthetic and its influence on the performance practice of Early Music

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Kelly Landerkin: Crossing borders – some Dutch and American influences on the 1930s Swiss chant revival . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 509 Abstracts und Kurzbiographien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 531


Vorwort der Herausgeber der Reihe

Seit 1978 erscheint das «Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis» (BJbHM), das die 1933 gegründete Ausbildungs- und Konzerttätigkeit der Schola Cantorum Basiliensis – Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik – mit einer wissenschaftlichen Publikation begleitet. Bereits ein Jahr zuvor war ein «Schriftenverzeichnis zum Arbeitsbereich Historischer Musikpraxis» für die Jahre 1974/1975 erschienen. Dieses Verzeichnis war bis 2006 Bestandteil des BJbHM und wurde bis 2018 digital weitergeführt (als «Basler Bibliographie zur Historischen Musikpraxis», jetzt frei zugänglich unter: hdl.handle.net/20.500.11806/data/Bib_Hist_Musikpraxis). Nachdem das BJbHM in den vergangenen 40 Jahren im AmadeusVerlag erscheinen konnte, hat es nun mit dem Basler Schwabe Verlag eine neue verlegerische Heimat gefunden, wo bereits seit 2009 die Monographien-Reihe «Schola Cantorum Basiliensis Scripta» erscheint. Der Verlagswechsel wird zum Anlass genommen, die Reihe neu zu benennen. Die künftigen «Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis» (BBHM) enthalten weiterhin Texte, die den Symposien und Studientagen der Schola Cantorum Basiliensis entstammen, ergänzt durch freie Beiträge aus dem Bereich der Historischen Musikpraxis. Die Kontinuität der inhaltlichen Ausrichtung kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass die Bandzählung des BJbHM fortgesetzt wird. Trotz des modifizierten Namens der Reihe startet sie also bereits mit Band 39. Es ist geplant, wie bisher mindestens einen Band der BBHM jährlich zu veröffentlichen. Die präsentierten Texte der BBHM durchlaufen ein Peer Review-Verfahren, für das der international und hochkarätig besetzte wissenschaftliche Beirat der Schola Cantorum Basiliensis sowie externe Experten zur Verfügung stehen. Dem Arbeitsbereich der Schola Cantorum Basiliensis entsprechend, sollen die Bände auch weiterhin Beiträge enthalten, die einen hohen Praxisbezug oder Essay-Charakter aufweisen.


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Vorwort der Herausgeber der Reihe

Alle Beiträge des BJbHM seit 1978, wie zukünftig auch diejenigen der BBHM, werden in Kürze open access über das Portal der e-periodica der ETH Zürich zugänglich sein (www.e-periodica.ch). Wir danken der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern für die Digitalisierung der gedruckten Bände. Hingewiesen sei auch auf das neu eingerichtete Forschungsportal der Schola Cantorum Basiliensis (www.forschung.schola-cantorum-basiliensis.ch), das den zeitgemäßen Zugang zu weiteren Forschungsaktivitäten ermöglicht. Wir freuen uns, hiermit den ersten Band der «Basler Beiträge zur Historischen Musikpraxis» vorzulegen und auf diese Weise der internationalen Forschung im Bereich der Historischen Musikpraxis weiterhin ein Forum zu bieten. Basel, im August 2019 Thomas Drescher

Martin Kirnbauer


Vorwort der Herausgeberin des Bandes Groß Geigen um 1500 · Orazio Michi und die Harfe um 1600

Dieser Band versammelt Forschungsbeiträge zur nordalpinen Groß Geige um 1500 und zur Harfe in Rom um 1600. Erstere entstanden im Rahmen des SNF-Forschungsprojekts «Groß Geigen, Vyolen, Rybeben – nordalpine Streichinstrumente um 1500 und ihre Praxis» (Projekt-Nr. 146553) sowie anlässlich der Abschlusstagung dieses Projekts vom 5. und 6. Juni 2015. Bei den Beiträgen zur Harfe handelt es sich um Vorträge aus dem Studientag «Orazio Michi dell’Arpa», der am 24. und 25. April 2015 an der Schola Cantorum Basiliensis stattfand. Zwei verschiedene Projekte – das eine über zwei Jahre, das andere über zwei Tage –, verschiedene Instrumente, Zeiträume und geographische Bereiche also. Was die beiden allerdings verbindet, sind Zielsetzung und Herangehensweise bei der Erforschung ihres Gegenstands. Denn beide basierten auf der praktischen Erprobung des Repertoires und der Spielweise sowie auf nicht-musikalischen Quellen, um neue Erkenntnisse zu erhalten. So präsentiert dieser Band exemplarisch, wie sich wissenschaftliche und praktische Forschung an der Schola Cantorum Basiliensis ergänzen. Unser Dank gilt dem Schweizerischen Nationalfonds für die Unterstützung des Forschungsprojekts zu den Groß Geigen und der Freien Akademischen Gesellschaft Basel für die Realisierung der Abschlusstagung dieses Projekts. Der Maja Sacher Stiftung gebührt Dank nicht nur für die Finanzierung der Studientage zu den historischen Harfen, sondern auch für die großzügige Unterstützung bei der Aktualisierung des online-Forschungsportals der Schola Cantorum Basiliensis (www.forschung.schola-cantorumbasiliensis.ch). Dieses ermöglicht uns, Audio- und Video-Beiträge aus dem Kontext der Tagungen zur Verfügung zu stellen und damit die praktische, performative Erforschung Alter Musik zu dokumentieren und zu vermitteln. So können wir dort in Kürze auch einen klingenden Beitrag zur italienischen dreireihigen Harfe integrieren: In einer Video-Aufnahme präsentiert


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Vorwort der Herausgeberin des Bandes

die Harfenistin Mara Galassi ihren Vorschlag für die Realisierung des Basso Continuo zu zwei Kompositionen Orazio Michis; Zusatzmaterialien zu den beiden Werken und zur Aussetzung ergänzen das Video, siehe www.forschung.schola-cantorum-basiliensis.ch/de/forschung/basso-continuo-on-harp. html. Beim Team des Schwabe Verlags – namentlich Thomas Hirt und Annina Clavadetscher – bedanken wir uns für die zuvorkommende editorische Betreuung. Den Autorinnen und Autoren sei für ihre große Geduld gedankt und schließlich Giovanna Baviera und Howard Weiner für die Übersetzungen ins Englische, Jacob Mariani für das englische und Martina Wohlthat für das deutsche Korrektorat, Eva-Maria Hamberger für den Notensatz und Martin Kirnbauer für die Unterstützung bei allen Phasen der Edition – sie haben sich mit großem Engagement für die Realisierung dieses Bandes eingesetzt. Basel, im August 2019 Martina Papiro


GroĂ&#x; Geigen um 1500


Groß Geigen, Vyolen, Rybeben Zur Entstehung großformatiger Streichinstrumente im nordalpinen Raum nach 1500 – ein Überblick Thomas Drescher

Frühe Streichinstrumente der Zeit um 1500 erweisen sich als faszinierendes Forschungsfeld. Sie sind Teil einer sich neu formierenden musikalischen Kultur, die unter anderem eine geradezu explosive Entwicklung des Instrumentariums hervorbringt. Die Beschäftigung mit diesen frühen Streichinstrumenten ist jedoch diffizil, weil die Artefakte fehlen. Kein einziges Objekt, das zweifelsfrei der Zeit um 1500 zugeordnet werden könnte, ist überliefert.1 Die Auseinandersetzung mit dieser Instrumentengruppe kann deshalb nur über schriftliche Dokumente (Texte, Musikaufzeichnungen) und ikonographische Zeugnisse erfolgen. Während in Italien ein dichtes Netz von Dokumenten und Ikonographie vorliegt, ist man im nordalpinen Bereich mit einer lückenhaften, ja teils widersprüchlichen Quellenlage konfrontiert. Musikhistorische, kunsthistorische, philologische und handwerkliche Aspekte müssen zu einem Bild zusammengefügt werden, das Raum lässt für eine breite Spanne an Einzelphänomenen und begründete Spekulationen, die je nach Perspektive zu unterschiedlichen Resultaten führen können.

1 Eine Ausnahme ist das in Bologna unter besonderen Umständen erhaltene Instrument der Heiligen Caterina de’ Vigri. Siehe Marco Tiella, «La ‘violeta’ di S. Caterina de’ Vigri (sec. XV) nel Convento del Corpus Domini, Bologna», in: Nuova metodologia. Quaderni di organologia 3 (1974), Sp. 44 ff.; ders., «The violeta of S. Caterina de’ Vigri», in: Galpin Society Journal 28 (1975), 60–70; Abbildungen in: Marco Tiella (Hg.), Un corpo alla ricerca dell’anima … Andrea Amati e la nascita del violino 1505–200, Cremona 2005, 2 Bde.), Bd. 1 Exhibition Catalogue, 14–17. Diese ‘Viola’ aus dem 15. Jahrhundert hat als Grabbeigabe überlebt, stellt aber ein hybrides Streichinstrument dar, aus dem für den Bau der frühen Viole da gamba bzw. «Groß Geigen» um 1500 nur allgemeine Beobachtungen abzuleiten sind.


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Thomas Drescher

Nach einem Forschungsprojekt der Schola Cantorum Basiliensis, das sich der frühen Entwicklung der Viola da gamba in Italien widmete,2 konnte 2013– 2015 ein Anschlussprojekt realisiert werden, das sich der speziellen Situation nördlich der Alpen zuwandte.3 Ausgangspunkt bildete die Beobachtung, dass fast zeitgleich zu Italien auch in den nordalpinen Regionen große Streichinstrumente in der Ikonographie und in schriftlichen Dokumenten auftauchen, jedoch zunächst in merklich anderen Erscheinungsformen und mehrfach mit dem deutschen Begriff «Groß Geige» versehen.4 Das rapide Anwachsen des Instrumentariums um 1500 geht einher mit sozialhistorischen Entwicklungen, die sich im Interesse weiter Kreise des Adels, des wohlhabenden Bürgertums und gelehrter Personengruppen in den Universitäten an instrumentaler Musik spiegeln. Blickt man zunächst nach Italien, so ist das Aufkommen von ersten Bauformen eines Instruments, das später generisch «Viola» oder spezifischer «Viola da gamba» genannt werden wird, im Umkreis der päpstlichen Hofhaltung, sowie der Höfe in Ferrara und Mantua zu beobachten.5 Für die neuen musikalischen Werkzeuge musste zudem ein geeignetes Repertoire bereitgestellt werden, das vor allem für die zahlreichen Amateure erreichbar war. Um 1500 ist deshalb das Aufkommen erster Instrumentaldrucke in Form von Intabulierungen für Tasteninstrumente, für Laute, oder als DuosammTransformationen instrumentaler Klanglichkeit: Die Entwicklung der Streichinstrumente im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit am Beispiel der frühen Viola da gamba, finanziert durch das Bundesamt für Bildung und Technologie BBT. Projektmitarbeiter: Thomas Drescher (Leitung), Thilo Hirsch, Martin Kirnbauer, Kathrin Menzel, Martina Papiro. 3 Groß Geigen, Vyolen, Rybeben – Nordalpine Streichinstrumente um 1500 und ihre Praxis (SNF–Projekt Nr. 146553). Projektmitarbeiter: Thomas Drescher (Leitung), Thilo Hirsch, Martin Kirnbauer, Martina Papiro, Kathrin Menzel. 4 Aus Gründen der Verständlichkeit wird dieser bei Virdung erstmals belegte Begriff (Sebastian Virdung, Musica getutscht und außgezogen durch Sebastianus virdung Priesters von Amberg vnd alles gesang auß den noten in die tabulaturen diser benanten dryer Instrumenten der Orgeln: der Lauten: und der Flöten transferieren zu lernen. […], Basel: Michael Furter 1511, fol. B ij) in diesem Text einheitlich für die transalpinen Typen der großen Streichinstrumente benutzt. 5 Hierzu bereits ausführlich: Ian Woodfield, The early history of the viol, Cambridge: Cambridge University Press 1984.

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Groß Geigen, Vyolen, Rybeben

lungen für Melodieinstrumente zu beobachten.6 Einer der frühesten italienischen Drucke, der mit hoher Wahrscheinlichkeit für Streichinstrumente gedacht war, die Musica Duorum des Eustachio Romano von 1521, lässt durch die Schlüsselung und die Benennung dreier Stimmlagen (Cantus, Tenor, Basso) den Schluss zu, dass nicht nur zwei Instrumentengrößen Verwendung fanden, sondern drei desselben Instrumententypus.7 Daraus kann abgeleitet werden, dass der Ausbau in eine ganze Familie mit drei Stimmlagen hier bereits vollzogen war. Obwohl «Viole» (bzw. «Viole da gamba») nirgends explizit genannt werden, so sind sie doch die nächstliegendsten Kandidaten für ein entsprechendes Consort, aus dem jeweils zwei benachbarte Stimmlagen bei Eustachio zum Einsatz kommen. Die ausführliche Behandlung großer Streichinstrumente in einem italienischen Instrumentaldruck erfolgt erst mit Silvestro Ganassis Regola Rubertina von 1542/1543, dort jedoch bereits so differenziert, dass eine längst etablierte Praxis angenommen werden kann, deren erste Belege an den italienischen Musenhöfen um 1500 nachzuweisen sind.8 Im Raum nördlich der Alpen werden Streichinstrumente kurz nach 1500 genannt und abgebildet, wobei die «Groß Geigen» in Sebastian Vir-

Die frühesten sind: Frottole intabulate da sonare organi, libro primo, Rom: Andrea Anticho 1517 [RISM, B/1, 15171], und Musica di Eustachio Romano, liber primus, Rom: Johann Jakob de Pasotis 1521 [RISM, A/1, E 889]. Siehe auch Eustachio Romano, Musica Duorum, Rome, 1521, ed. from the literary estate of Hans T. David by Howard Meyer Brown and Edward E. Lowinsky, Chicago and London: The University of Chicago Press 1975 (Monuments of renaissance music 6). Ein stark diskutiertes Feld hinsichtlich instrumentaler Ausführung sind die untextierten Sammlungen Ottaviano Petruccis. Zusammenfassend zu den Bicinien: Dietrich Kämper, Studien zur instrumentalen Ensemblemusik des 16. Jahrhunderts in Italien, Köln/Wien: Böhlau 1970, besonders 86–110 «Musica a due voci». Generell zum Verhältnis von Vokalmusik zu Instrumentalmusik um 1500 siehe: Lorenz Welker, «Instrumentenspiel, instrumentaler Stil und die Instrumentalsätze bei Petrucci», in: Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis 25 (2001), 113–126. 7 Thomas Drescher, «‘Poi le parole!’ Duos von Eustachio Romano (1521) mit Textierungen von Erasmus Rotenbucher (1549)», in: Martin Kirnbauer (Hg.), Beredte Musik. Konversationen zum 80. Geburtstag von Wulf Arlt, Basel: Schwabe 2019 (Schola Cantorum Basiliensis Scripta 8), 105–115. 8 Woodfield, Early history (wie Anm. 5). 6

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dungs Musica getutscht von 1511 der ‘locus classicus’ dieser Referenzen ist,9 die vor allem im deutschsprachigen Bereich beheimatet sind.10 Dabei sind mit den Publikationen von Martin Agricola (seit 1529) und Hans Gerle (ab 1532) die «Groß Geigen» explizit genannt, früher als dies in Italien der Fall ist hinsichtlich der Termini «Viola/Viole» bzw. «Viola/Viole da gamba». Es fällt auf, dass die neuen großen Streichinstrumente in den deutschsprachigen Drucken stets in enger Nachbarschaft mit der Laute besprochen werden, eine Kopplung, die in den italienischen Quellen der Zeit auf diese Weise nicht zu beobachten ist. Die bildlichen Darstellungen ‘großer’ Streichinstrumente weichen in etlichen Fällen signifikant von der italienischen Ikonographie ab. Es lag daher nahe, sich dem ganzen Komplex der nördlichen Rezeption der «Groß Geige» in einem eigenen Ansatz zu nähern, bei dem nicht a priori eine Abhängigkeit von den italienischen Entwicklungen vorausgesetzt wurde, wie sie Ian Woodfield aus einer evolutionären Sichtweise heraus formuliert hatte: Having established itself firmly in Italy during the early years of the 16th century, the viol was now ready for the second important stage in its dissemination throughout Europe – its migration northwards the alps. The first regions to encounter the viol during this phase of its development were areas of southern Germany and Austria […]11

Gelegentliche Hinweise italienischer Quellen im 15. Jahrhundert auf nördliche Musiker, die in Italien als Spieler von Streichinstrumenten aktiv waren,

Virdung, Musica getutscht (wie Anm. 4), fol. B ij. Einen kompakten Überblick über die ideengeschichtlichen Hintergründe, die zeitgenössische Rezeption sowie die jüngere Forschungsliteratur von Virdungs Traktat bietet Markus Grassl, «Einige Beobachtungen zu Sebastian Virdung und Arnold Schlick», in: Birgit Lodes (Hg.), Niveau Nische Nimbus. Die Anfänge des Musikdrucks nördlich der Alpen, Tutzing: Schneider 2010 (Wiener Forum für Ältere Musikgeschichte 3), 245–281. 11 Woodfield, Early history (wie Anm. 5), 99; spezifischer zur nördlichen Situation siehe ders., «The Basel ‘gross Geigen’: an early German viol?», in: Johannes Boer & Guido van Oorschot (Hgg.), A Viola da gamba miscellany. Proceedings of the international viola da gamba symposium Utrecht 1991, Utrecht 1994, 1–14. 9

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Groß Geigen, Vyolen, Rybeben

lassen offen, ob sie diese Fertigkeiten aus ihrer Heimat mitgebracht hatten, oder ob sie sie in Italien mit den neuartigen «Violen» erst erworben hatten.12 Das erwähnte Forschungsprojekt der Schola Cantorum Basiliensis hat bei den auffälligen Diskrepanzen angesetzt. Es wollte das bekannte Quellenmaterial nochmals sorgfältig sondieren, es nach Möglichkeit erweitern, die Ikonographie kritisch sichten und eine Verknüpfung mit der Musik herstellen. Trotz der vorhandenen Materialbasis und einer erprobten Methodologie musste angesichts der anders gearteten Quellenlage ein neuer Ansatz gewählt werden, bei dem eine lineare Entwicklung, wie sie für Italien trotz großer Lücken wenigstens skizziert werden kann, nur partiell zu etablieren ist. Die Quellen ergeben kein kohärentes Bild, doch sind Konzentrationen von Dokumenten oder bildlichen Darstellungen in bestimmten Regionen oder kulturhistorischen Zusammenhängen festzustellen, die eine dahinter liegende musikalische Realität vermuten lassen, in der die ʽgroßenʼ Streichinstrumente eine wichtige Rolle spielten. Das vorhandene Material wurde deshalb in unterschiedliche Quellengruppen gegliedert und diese zunächst für sich behandelt, bevor in einem zweiten Schritt Bezüge oder Unterschiede herausgearbeitet wurden.13 Auffällige Häufungen von Belegen finden sich am Oberrhein, zentral in Virdungs Musica getutscht, mit einer lateinischen Nachfolgepublikation in Straßburg14 und Übersetzungen ins Niederländische und

12 Keith Polk, «Instrumental music in the urban centers of renaissance Germany», in: Early Music History 7 (1987), 159–186; ders. «Vedel and geige – fiddle and viol: German string traditions in the fifteenth century», in: Journal of the American Musicological Society 42 (1989), 502–546; ders., «The Schubingers of Augsburg: innovation in renaissance instrumental music», in: Friedhelm Brusniak und Horst Leuchtmann (Hgg.), Quaestiones in musica. Festschrift für Franz Krautwurst zum 65. Geburtstag, Tutzing: Schneider 1989, 495–503. 13 Grundsätzliche Überlegungen zur frühen Entwicklung der Viola da gamba und zu einer ersten Abgrenzung der cisalpinen von der transalpinen Kultur siehe Thomas Drescher, «Bellezza e Bontà. Zur Transformation instrumentaler Klanglichkeit um 1500 am Beispiel der Viola da gamba – eine Einleitung», in: Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis 35/36 (2011/2012) [erschienen 2018], 187–202. 14 Othmar Luscinius, Mvsvrgia seu praxis mvsicae, Strassburg: Johann Schott 1536; eine zweite Auflage erschien 1542. Die Ausgabe 1536 ist in der Digitalen Bibliothek der

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Französische.15 Sogar eine isolierte Rezeption in Italien ist nachzuweisen.16 Aber auch in ausdrucksvollen Zeugnissen der bildenden Kunst am Oberrhein kommen die Instrumente vor, vor allem im Werk von Hans Baldung gen. Grien und Matthias Grünewald.17 Lose Verbindungen vom Oberrhein lassen sich nach Nürnberg (Hans Gerle) und in den mitteldeutsch-sächsischen Raum ziehen (Drucke der Offizin von Georg Rhau [Rhaw]), sowie von Nürnberg nach Wien (Hans Judenkünig). Ein ganz anderes Bild hingegen liefern Zeugnisse am Hof Kaiser Maximilians I., insbesondere die Darstellungen von großformatigen Streichinstrumenten im sogenannten «Triumphzug», die als «Rybeben» bezeichnet werden. Im Folgenden soll im Sinne eines kursorischen Überblicks zu den nachfolgenden spezialisierten Artikeln eine Art Bogen über das Thema gespannt werden, soweit sich dies angesichts der Quellenlage überhaupt bewerkstelligen lässt.

Bayerischen Staatsbibliothek München zugänglich; siehe auch die Faksimile-Ausgabe dieser Auflage, hg. und mit einem Kommentar versehen von Martin Kirnbauer, Stuttgart: Cornetto Verlag 2014 (Theorica 7). 15 Edward M. Ripin, «A Reevaluation of Virdung’s Musica getutscht», in: Journal of the American Musicological Society 29 (1976), 189–223; Grassl, «Einige Beobachtungen» (wie Anm. 10), 240, Fn 4. 16 Anne-Emmanuelle Ceulemans, «Instruments real and imaginary: Aaron’s interpretation of Isidore and an illustrated copy of the Toscanello», in: Early music history 21 (2002), 1–35: besonders 4–6. 17 Zu Hans Baldung bzw. Matthias Grünewald siehe die Beiträge von Sabine Söll-Tauchert (s. Anm. 49) bzw. Martina Papiro (s. Anm. 27) in diesem Band. Zudem zu Matthias Grünewald Dagmar Hoffmann–Axthelm, «Bildbetrachtung: Matthias Grünewald, Das ‘Engelskonzert’ vom Isenheimer Altar (vor 1516 vollendet)», in: Basler Jahrbuch für Historische Musikpraxis 29 (2005), VII–XIX; Wolfgang Wenke, «Die Rekonstruktion eines Unikats: Die frühe Tenor/Bass-Viola da gamba vom Isenheimer Altar», in: ebd., 77–83.


Groß Geigen, Vyolen, Rybeben

«Groß Geigen» versus «clein Geigen» bei Sebastian Virdung In Sebastian Virdungs Schrift von 1511 kommt zwar die erste explizite Erwähnung einer «Groß Geigen» vor, doch geschieht dies in einem Zusammenhang, der nicht zuvorderst eine Erklärung der Instrumente liefern sollte, sondern nur flankierend zur eigentlichen Intention, die «Musica» – in musikalischer Notenschrift notierte Werke, was zu dieser Zeit heißt: Vokalwerke – in eine instrumentale Notationsform zu überführen, ein Vorgang, der in dem Begriff «Intabulieren» zusammengefasst wird. Dabei kann die Übertragung auf unterschiedliche Weise geschehen. Tabulaturen für verschiedene Tasten-, Saiten- oder Blasinstrumente können zunächst wie Partituren alle Stimmen einer Komposition in einer «Tabula» zusammenführen. Dies kann jedoch auch in einer Art Kurzschrift erfolgen, in der akkordische Zusammenhänge mit Buchstaben gekennzeichnet werden, oder es kann in Form einer Griffschrift erfolgen, die die Bewegungen der Finger auf dem Griffbrett gleichsam graphisch abbildet, und schließlich kann die vokale Vorlage so arrangiert werden, dass sie für ein Consort von unterschiedlich großen Melodieinstrumenten aufführbar ist. Im Titel seines Traktats drückt Virdung dies folgendermaßen aus: «Musica getutscht und außgezogē durch Sebastianū virdung Priesters von Amberg vnd alles gesang auß den notē in die tabulaturē dieser benantē dryer Instrumētē der Orgel: der Lautē: und d[er] Flöten transferieren zu lernē».18 Als mögliche Instrumente für die Übertragung von Vokalmusik werden hier die harmoniefähigen Instrumente Orgel und Laute genannt, sowie die (Block)Flöte als Melodieinstrument. Im Text19 wird erkennbar, dass Virdung ein Consort von Flöten meint, also auch hier eine harmoniefähige Gruppierung. Im weiteren Verlauf behandelt er, anders als angekündigt, nicht die Orgel, sondern das Clavichord (fol. E i) als pars pro toto für die Tasteninstrumente. Die in jener Zeit bereits omnipräsente Laute20 steht didaktisch

Virdung, Musica getutscht (wie Anm. 4). Ebd., fol. [M3 v] ff. 20 Sie wurde in bekannten Werkstätten, wie z. B. der von Laux Maler in Bologna, bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Stückzahlen hergestellt, die in die Tausende gin18

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Thomas Drescher

Virdung, Musica getutscht, 1511, fol. B ij: Text und Abbildungen der Instrumente im Zusammenhang.

Abb. 1:

ebenfalls für eine ganze Gruppe von Saiteninstrumenten: «Was du dan̅ wff der lauten greiffen vnd zwicken lernest / das hast du leicht vff der harpfen / oder vff dem psalterio oder vff der geigen zů lernen».21 Es ist anzunehmen, dass Virdung mit der «Geigen» hier eine «Groß Geigen» meint, deren Stimmung und Griffbrett tatsächlich von den Zupfinstrumenten (Laute/Vihuela) abgeleitet ist. Die «Groß Geigen» gehört nicht zu den Instrumenten, die im Titel von Virdungs Traktat explizit genannt werden, sie scheint also für ihn nur als Einzelinstrument von Belang, dargestellt in der Gruppe von Saiteninstrumenten mit Bünden, zusammen mit Laute und Quinterne (Abb. 1).22 Auch

gen. Siehe hierzu: Lodovico Frati, «Liutisti e liutai in Bologna», in: Rivista musicale italiana 26 (1919), 94–111. 21 Virdung, Musica (wie Anm. 4), fol. E[i] r. 22 Die Orthographie könnte als Plural für mehrere Instrumente verstanden werden, von denen – pars pro toto – nur eines abgebildet ist. Die auslautenden «n» bei den benachbart abgebildeten Instrumenten «Lauten» und «Quintern» lassen jedoch in Analo-


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Groß Geigen um 1500 · Orazio Michi und die Harfe um 1600 by Schwabe Verlag - Issuu