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Pratum Patristicum

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Die Methode der Kirchenväter im Umgang mit der antiken Kultur Herausgegeben von Christian Gnilka

Pratum Patristicum Der Band vereint philologische Arbeiten zu Poesie und Prosa der frühen Kirche. Sie gehören in den Zusammenhang einer Forschungsrichtung, die untersucht, wie die Kirchenväter mit der antiken Kultur umgingen, die also ihre Methode des rechten Gebrauchs (Chrêsis) zu erfassen sucht. Der Band wird eröffnet durch einen Vortrag programmatischen Charakters. Es folgen Studien, die auf unterschiedlichen Gebieten Beispiele der Chrêsis bringen. Zwei Kapitel gehen auf die aktuelle Diskussion über die römische Petrustradition ein, andere behandeln Probleme, die in die christliche Archäologie und die stadtrömische Topographie hineinragen. Die bunte Vielfalt der Themen kommt im Titel zum Ausdruck. Christian Gnilka wurde in Bonn promoviert, habilitierte sich dort 1970 für das Fach Klassische Philologie und folgte ein Jahr später einem Ruf auf einen ordentlichen Lehrstuhl seines Fachs in Münster. An der Westfälischen Wilhelms-Universität war er dreissig Jahre Direktor des Instituts für Altertumskunde. Er arbeitet als Emeritus in Münster.

·  CHRÊSIS  ·  Die Methode der Kirchenväter im Umgang mit der antiken Kultur  ·  X

·  CHRÊSIS

HERAUSGEBER: CHRISTIAN GNILKA INSTITUT FÜR KLASSISCHE PHILOLOGIE · WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER

CHRÊSIS DIE METHODE DER KIRCHENVÄTER IM UMGANG MIT DER ANTIKEN KULTUR

X Pratum Patristicum von Christian Gnilka

SCHWABE VERLAG www.schwabeverlag.ch

S C H WA B E V E R L A G SCHWABE

UG Chresis Band 10.indd 1-5

2 019

14.06.19 09:02


QRHSIS CHRÊSIS

DIE METHODE DER KIRCHENVÄTER IM UMGANG MIT DER ANTIKEN KULTUR Herausgegeben von Christian Gnilka X


HERAUSGEBER: CHRISTIAN GNILKA INSTITUT FÜR KLASSISCHE PHILOLOGIE · WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER

QRHSIS CHRÊSIS DIE METHODE DER KIRCHENVÄTER IM UMGANG MIT DER ANTIKEN KULTUR

X Pratum Patristicum von Christian Gnilka

SCHWABE VERLAG


Gedruckt mit Unterstützung der Berta Hess-Cohn Stiftung, Basel Tafel I, published with kind permission of the State Hermitage Museum, St. Petersburg

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. Die Titelvignette dieser Reihe ist die freie Nachbildung einer mittelalterlichen Miniatur. Vgl. M. Avery, The Exulted Rolls of South Italy, Princeton/London/Den Haag 1963, plate LV, 7. Das Motiv wurde mit Rücksicht auf die in Band I2 , S. 177/213 behandelte Symbolik der Bienenarbeit gewählt.

© 2019 Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschließlich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Satz: Rhema – Tim Doherty, Münster Druck: Die Medienmacher AG, Muttenz, Schweiz Printed in Switzerland ISBN Printausgabe 978-3-7965-3976-3 ISBN eBook (PDF) 978-3-7965-4030-1 Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt. rights@schwabe.ch www.schwabeverlag.ch


Inhaltsverzeichnis Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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Vorträge 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.

Voraussetzungslose Wissenschaft? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Wahrheit und Ähnlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 Der Unbekannte Gott im vierten Buch der Civitas Dei Augustins . . . 57 Prudentius und der Umgang der Kirchenväter mit der antiken Kultur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Die Bedeutung der Psychomachie im Gesamtwerk des Prudentius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97 Kaiser, Rom und Reich bei Prudentius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Seher und Dichter, Prophet und Bischof. Vates im christlichen Latein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 Philologisches zur römischen Petrustradition . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149

Aufsätze und Miszellen 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23.

Simon magus und die römische Petrustradition . . . . . . . . . . . . . . . . 189 Dignitas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207 Bemerkungen zu Tertullian spect. 30 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221 Spuren antiker Vergilerklärung bei Juvencus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225 Zur Frage der Verfasserschaft der ambrosianischen Tituli . . . . . . . . . 241 Zum Grabepigramm auf Ennodius, zu den ambrosianischen Tituli und zu vates gleich episcopus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281 Zur Verfasserschaft des ambrosianischen Apostelhymnus . . . . . . . . . 291 Horaz und Ambrosius: Dulce est mori . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297 Die Seelentaube bei Prudentius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299 Nota Prudentiana . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 317 Versdubletten. Zu Prudentius, Peristephanon 2,514 . . . . . . . . . . . . . . 321 Inscripta Christo pagina (Zu Prudentius perist. 10,1119) . . . . . . . . . . 325 Prudentius und das Apsisepigramm in Alt-St. Peter . . . . . . . . . . . . . 329 Aedes Laterani . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351 Notae Paulinianae . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 369


24. 25. 26. 27. 28. 29. 30.

Fremdkörper im Text des Gottesstaats . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 373 Weitere unechte Embleme in Augustins Civitas Dei . . . . . . . . . . . . . 393 Gehör und Gewissen. Zu Augustinus civ. 1,26 . . . . . . . . . . . . . . . . . 401 Bemerkungen zum Text der Confessionen Augustins . . . . . . . . . . . . 405 Zu Augustinus conf. 1,17,27 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415 Zu Augustinus conf. 5,3,4 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 421 Kritische Bemerkung zu Augustinus conf. 7,5,7 . . . . . . . . . . . . . . . . 423

Beilage 31. „Die Welt des Löwen und des Fuchses“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 427 Verzeichnis der Erstpublikationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 441 Register I. Stellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 445 a. Bibel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 445 b. Antike Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 448 II. Wörter, Namen, Sachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 471


Einleitung In diesem Buch sind philologische Arbeiten zu verschiedenen Kirchenschriftstellern vereint, die in den letzten fünfzehn Jahren entstanden. Sie gehören zum Teil in den Zusammenhang einer Forschungsrichtung, die das Selbstverständnis der Kirchenväter im Umgang mit der antiken Kultur, ihre Methode des „rechten Gebrauchs“ (Chrêsis), zu erfassen sucht. Der Band wird eröffnet durch den Text eines Vortrags programmatischen Charakters, der die Leitlinien dieser Betrachtungsweise auf lebendige Weise nachziehen will. Der Vortrag „Wahrheit und Ähnlichkeit“ behandelt den Versuch der Kirchenväter, die Mischung aus Wahrheit und Irrtum, die sie in der Bildungswelt der vorchristlichen Antike vorfanden, auf eine historische Ursache zurückzuführen. Es schließen sich fünf, gleichfalls aus Vorträgen erwachsene, Studien an, die auf unterschiedlichen Gebieten die praktischen Wirkungen der Methode der Väter vorführen, also Beispiele der Chrêsis bringen. Der achte Vortrag nimmt Stellung in einer aktuellen Diskussion von erheblicher Bedeutung für die Kirchengeschichte, Kapitel 9 greift diese Auseinandersetzung nochmals auf. Die folgenden Nummern besprechen philologische Einzelfragen verschiedener Art und verschiedenen Gewichts. Die umfänglichen Kapitel 13 und 14, 21 und 22 gelten Problemen, die hinreinragen in den Bereich der Christlichen Archäologie bzw. der stadtrömischen Topographie. Der Gesichtspunkt der Chrêsis fehlt in den Aufsätzen und Miszellen nicht ganz, tritt aber zurück. Doch die Einsicht in das Wesen der Chrêsis ergibt sich nur aus einer Philologie, die exegetischen Einzelfragen und textkritischen Problemen nicht ausweicht, und insofern stehen auch solche Studien in einem gewissen, wenn auch indirekten, Zusammenhang mit dem Forschungsziel. Alle Publikationen sind leicht überarbeitet, vollständige Einheitlichkeit in der Zitierweise wurde nicht hergestellt. Zusätze erscheinen in spitzen Klammern. Größere Zusätze bringen die Seiten 348/50 (zum Apsisepigramm in Alt-St. Peter) und 368 (zu den aedes Laterani bei Prudentius). Die Nummern 25 und 31 werden hier erstmals vorgelegt. Eigene Bücher, die öfter vorkommen, zitiere ich mit bloßem (abgekürzten) Titel: Chrêsis I2 . Der Begriff des rechten Gebrauchs. Zweite, erweiterte Auflage (Basel 2012); Chrêsis II. Kultur und Conversion (Basel 1993); Chrêsis IX. Sieben Kapitel über Natur und Menschenleben (Basel 2005); Prudentius, Contra orationem Symmachi. Eine kri-


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Einleitung

tische Revue (Münster 2017); Prudentiana I. Critica (München/Leipzig 2000); Prudentiana II. Exegetica (München/Leipzig 2001); Prudentiana III. Supplementum (München/Leipzig 2001); Philologische Streifzüge durch die römische Dichtung (Basel 2007); Studien zur Psychomachie des Prudentius (Wiesbaden 1963). Es sind nicht viele Namen christlicher Autoren, die in den Überschriften der einzelnen Kapitel erscheinen. Aber wer das Buch durchgeht, der wird, hoffe ich, meine Wiese doch bunter finden, als die Titel ahnen lassen. Der Berta Hess-Cohn Stiftung, Basel danke ich für die großzügige Übernahme der Druckkosten, Dr. Arlette Neumann, Schwabe Verlag für die Betreuung des Werks. Massimiliani Passerini, Münster nahm die Verbindung mit Fiorenzo Cantalupi, Pavia auf, dem ich für das gute Photo des Grabepigramms auf Ennodius (Tafel II) zu danken habe, Dr. Bente Lucht half bei der Arbeit am Register. The State Hermitage Museum, St. Petersburg stellte freundlicherweise das Photo des Vasenbilds (Tafel I) zur Verfügung. Tim Doherty beriet mich in technischen Fragen. Münster im Januar 2019

Christian Gnilka


1.

Voraussetzungslose Wissenschaft? Als Papst Benedikt junger Professor in Bonn war, lernte er den Indologen Paul Hacker kennen. Beide trafen sich später wieder als Professoren der Universität Münster und schlossen Freundschaft 1. Benedikt spricht in seinen „Erinnerungen“ mit Dankbarkeit und Bewunderung von Hacker 2, und auch in den „Letzten Gesprächen“ hat er ihm ein ehrenvolles Denkmal gesetzt. Er sagt 3: „Paul Hacker . . . war eine ganz besondere Gestalt, der konnte streiten. Er war ein großer Kopf, ein gewaltiger, aber ein explosiver Kopf. . . . Man konnte mit ihm wirklich diskutieren. Er hatte erstens schon mal eine ungeheure Sprachbegabung. Er sprach 18 Sprachen perfekt und war in Sanskrit so perfekt, dass die Inder kamen, um bei ihm Sanskrit zu studieren. Er war also ein großer Meister, ein Mensch mit einer unglaublich breiten Bildung, jemand, der die Väter kannte, der Luther kannte, und der die ganze indische Religionsgeschichte von Grund auf beherrschte. Was er schrieb, hatte immer irgendetwas Neues, womit er den Dingen wirklich auf den Grund ging. Da konnte man eigentlich nur lernen – und manchmal natürlich auch streiten.“

Als ich 1972 nach Münster kam, fühlte ich mich von diesem Kollegen stark angezogen. In den letzten sieben Jahren seines Lebens – Hacker starb 1979 – stand ich in enger Verbindung mit ihm. Trotz des großen Altersunterschieds von fast 25 Jahren entwickelte sich zwischen uns ein Verhältnis, das Hacker – in der Widmung eines Buchs – als „Gemeinschaft des Geistes“ bezeichnete. Mein Interesse an den Kirchenvätern war in Bonn durch die zweijährige Arbeit im Franz Joseph Dölger-Institut und durch die Person seines Gründers und Direktors, des großen Kirchenhistorikers und Archäologen Theodor Klauser,

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Vgl. Manuel Schlögl, Joseph Ratzinger in Münster 1963–1966, Münster 2012, nr. 107/111. Joseph Kardinal Razinger, Aus meinem Leben. Erinnerungen (1927–1977), München 1998 (Neuausgabe 20151 ) 95f.; ital. Ausgabe: La mia vita, Milano 20132 , 111/13. 3 Benedikt XVI., Letzte Gespräche mit Peter Seewald, München 2016, 134/137; ital. Ausgabe: Benedetto XVI, Ultime conversazioni. A cura di Peter Seewald, Traduzione di Chicca Galli, Milano 2016, 110/112.


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Vorträge

gefördert worden. Die geistige Atmosphäre des Instituts war eine sehr liberale 4. Meine Habilitationsschrift, hervorgewachsen aus der Arbeit für das Reallexikon für Antike und Christentum (RAC), nahm Klauser in seine Reihe „Theophaneia“ auf 5. Aber den Katholizismus meiner schlesischen Kindheit und meiner fränkischen Jugend hatten die Jahre nicht ausgewaschen, und er ließ mich mein Thema so sehen, wie ich sonst wohl nicht hätte sehen können. Hacker erkannte das besser als ich selbst, und so schuf das Buch die erste Verbindung zwischen uns. Bei Hacker lernte ich eine ganz andere Sicht der Väter kennen. Er beschäftigte sich mit ihnen nicht nur aufgrund eines abstrakten, gelehrten Interesses, sondern verfolgte ein missionswissenschaftliches Ziel. Ihn fesselte der Plan, die Lehre der Kirche in Begriffen und Gedanken indischen Geistes darzustellen. Eine „missionarische Dogmatik“ wollte er schaffen. Die Christianisierung der Alten Welt in den ersten Jahrhunderten sah Hacker als Modellfall einer großen, gelungenen Mission an, und er untersuchte, wie sich die christlichen Denker bei Bewältigung dieser Aufgabe gegenüber den Werten der antiken Kultur und Religion verhielten, um daraus für sein eigenes Vorhaben zu lernen. Dabei fiel ihm auf, daß die Väter mit einer gewissen Vorliebe die einfachen Wörter „gebrauchen“, „recht gebrauchen“ verwenden, wenn sie ihren Umgang mit den vorchristlichen Geistesgütern bezeichnen. Er erkannte, daß der Begriff der qr®sic Êrj†, des usus iustus bei den Vätern nicht zufällig auftaucht, daß er vielmehr der Basis christlichen Denkens im Umgang mit der außerchristlichen Geisteswelt entspricht, daß er infolgedessen bei Behandlung patristischer Texte als wertvolles hermeneutisches Instrument zu gelten hat. Aber Hacker sah auch, daß es nicht genügt, die rechten Begriffe zu haben, wenn man nicht die rechten Voraussetzungen mitbringt, ja daß der Wert der Begriffe nur aufgrund der rechten Voraussetzungen sichtbar wird. Er war der Überzeugung, daß man, um die Kirchenväter zu verstehen, den rechten Standpunkt einnehmen müsse, daß auch das Verständnis der großen Transformation, die das Auftreten der christlichen Religion in der Alten Welt bewirkte, von den rechten Voraussetzungen des Denkens abhänge, ja daß alle Uneinigkeit in der Beurteilung des Verhältnisses der Frühen Kirche zur Kultur der Antike eine Sache der jeweiligen Voraussetzungen sei. Ich möchte Hackers Sicht der Kirchenväter etwas genauer skizzieren und tue das in der Weise, daß ich einen unpublizierten Essay Hackers in Auszügen 4

Von Teufel, Exorzismus und den „vermeintlich ständigen Nachstellungen der Dämonen“ spricht Klauser mit kaum verhohlenem Spott: Franz Joseph Dölger. Sein Leben . . . dargestellt von Theodor Klauser, Münster 1980 = Jahrbuch für Antike und Christentum, Ergänzungsband 7, 21. 5 Ch. Gnilka, Aetas spiritalis. Die Überwindung der natürlichen Altersstufen als Ideal frühchristlichen Lebens, Köln-Bonn 1972 = Theophaneia 24.


1. Voraussetzungslose Wissenschaft?

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vortrage. Es handelt sich um einen Text, den Hacker am 31. August 1977, also etwa anderthalb Jahre vor seinem Tod, auf eine Diskette gesprochen hat 6. Der Essay trägt den Titel: Bemerkungen zu Hans Herters Vortrag: „Basileios der Große und das Problem der profanen Bildung“.

Ich habe diesen Text immer als Hackers persönliches Vermächtnis aufgefaßt, in gewissem Sinne mir zu gedacht. Die Rede ist von dem griechischen Kirchenvater Basilius d. Großen (†379), der zusammen mit seinem jüngeren Bruder Gregor von Nyssa und seinem Freunde Gregor von Nazianz das berühmte Dreigestirn der kappadozischen Kirchenväter bildet. Von Basilius stammt die kleine Schrift: „An die christliche Jugend“ (mit vollem Titel: „An die jungen Leute: wie sie aus den heidnischen Schriften Nutzen ziehen können“). Diese Schrift hatte Hans Herter, mein gräzistischer Lehrer in Bonn, in einem Vortrag besprochen, gehalten im Rahmen eines internationalen Symposiums in Delphi, publiziert 1970 7. Mit diesem Vortrag setzt sich Hacker auseinander. Ich verlese Hackers Text abschnittsweise und schalte einige Bemerkungen ein. „Herters Aufsatz ist, wie ähnliche Äußerungen von Gelehrten über die Kirchenväter, ein Musterbeispiel dafür, daß ein Geisteswissenschaftler immer von einer Grundlage aus spricht, die man seine weltanschauliche Grundlage nennen könnte. Nicht umsonst hat Karl Rahner vor Zeiten, als er auch noch Gutes produzierte, einmal einen Vortrag gehalten: „Wissenschaft als Konfession“ 8. Hier [d.h. bei Herter] kann man sehen, daß es sozusagen eine säkularistische Konfession der humanistischen Bildung gibt. Wer sich zu dieser Konfession bekennt, kann einen Kirchenvätertext, der stofflich hineinragt in das Studiengebiet des humanistischen Gelehrten, der aber ganz anders orientiert ist, nur schief beurteilen. Denn seine Konfession ist nicht die des Kirchenvaters, aber auch nicht die der Klassischen Autoren, sondern eben die des modernen Gelehrten, der sich mit den Klassischen Autoren beschäftigt. Er bildet sich eine Weltanschauung, die keineswegs übereinstimmt mit der seiner geliebten Autoren, aber immerhin sich 6

Seine Sätze gebe ich hier mit gewissen Kürzungen. Etwas vollständiger sind sie in einer früheren Fassung enthalten: Ch. Gnilka, Voraussetzungslose Wissenschaft? Paul Hackers Sicht der Kirchenväter, in: Ursula Hacker-Klom, Jan Klom, Reinhard Feldmann (Hrsgg.), „Hackers Werk wird eines Tages wieder entdeckt werden“. Zum 100. Geburtstag des Indologen Paul Hacker (1913–1979), Vorträge zur Tagung am 25. Mai 2013, Universitäts- und Landesbibliothek Münster = Wissenschaftliche Schriften der WWU Münster, Reihe 1, Band 1, 31/54. 7 Hans Herter, Basileios der Große und das Problem der profanen Bildung, in: ‚Praktikà‘ to‹ A+ Diejno‹c >Anjrwpistiko‹ Sumpos–ou ‚n Delfoÿc I, Athen 1970, 252/60 (deutsch mit neugriechischer Zusammenfassung). In der Bibliographie Hans Herter (ders., Kleine Schriften, hrsg. von E. Vogt, München 1975, S. 679) ist das die Nummer 301. 8 K. Rahner, Wissenschaft als „Konfession“?: Wort und Wahrheit 9 (1954) 809/19 = ders., Schriften zur Theologie III, Einsiedeln/Zürich/Köln 1956, 455/72; Nr. 333 in der Bibliographie Karl Rahner 1924–1969, hrsg. von R. Bleistein/E. Klinger, Freiburg/Basel/Wien 1969.


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Vorträge daran orientiert. Das ist die Weltanschauung oder die Konfession des humanistischen Gelehrten“ 9.

Ich war als Student und Assistent des „Philologischen Seminars“ in Bonn in der felsenfesten und selbstverständlichen Überzeugung von der Suprematie der Philologie erzogen worden, daß heißt: in der Meinung, daß saubere und solide Philologie so gut wie immer zu sicheren, allgemeinverbindlichen Ergebnissen gelangen müsse. Und als Verkörperung solcher Philologie galt uns allen gerade Hans Herter, bewundert wegen seiner Sprachbeherrschung und stupenden Gelehrsamkeit, verehrt als einer der späten Repräsentanten der berühmten Bonner Schule 10. Durch die Assistentenjahre in Bonn und den geselligen Verkehr im „Bonner Kreis“, über den Herter damals seine schützende Hand hielt, war ich zu ihm auch in persönliche Beziehung getreten 11. Aber es ließ sich nicht verkennen, daß Hackers Kritik zu Recht bestand, und so wechselte ich nach und nach, auf dieser Ebene jedenfalls, die Seiten. Ich machte die Erfahrung, daß tatsächlich immer und überall von gewissen Voraussetzungen ausgegangen wird, selbst in den innersten Bezirken der Klassischen Philologie wie zum Beispiel in der Textkritik. Ihre Ergebnisse hängen oft davon ab, welche Anschauung der Kritiker sich vom Gang der Überlieferung im allgemeinen und im besonderen gebildet hat, und die Entscheidung etwa, ob ein durch den handschriftlichen Befund diskreditierter Dichtervers dem Autor zuzusprechen sei oder nicht, wird wesentlich bestimmt durch das Bild seiner künstlerischen Persönlichkeit, das der Kritiker in sich trägt 12. Auch sah ich, daß Forscher auf ganz anderen Fachgebieten zu ähnlichen Erkenntnissen gelangt waren. So zeigt der Biologe Adolf Portmann, daß die fossilen Daten über die Evolution des Menschen sehr verschieden ausgewertet werden, je nach der Auffassung, die der Forscher vom

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Dieser Ausdruck ist aufgegriffen und begründet in der Einleitung zum ersten Band der ChrêsisReihe: Chrêsis I2 21/35: „Philologie und Christianisierung“, bes. 33f. 10 Über sie berichtet Chr. Benn, Nietzsche und die historisch-kritische Philologie, Berlin/New York 2005 = Monographien und Texte zur Nietzsche-Forschung 49, 46/68 u.ö. Das Fortwirken der Bonner Schule schränkt der Verfasser allerdings in zeitlichem und lokalem Sinne zu stark ein (S. 46, Anm. 66). Das, was die Bonner Philologie groß gemacht hat, das sind in beträchtlichem Maße die zeitlosen Tugenden der „Philologia perennis“ (Rudolf Pfeiffer). Die reiche Literatur zur Geschichte der Bonner Philologie findet man im Literaturverzeichnis des Buchs, darunter bedeutende Aufsätze meiner beiden Bonner Lehrer Hans Herter und Wolfgang Schmid. 11 Was Herter im Leben des Bonner Kreises bedeutete, habe ich in der Einleitung des Festvortrags anzudeuten versucht, den ich am 10. Juli 2004 in Bonn aus Anlaß des 150. Jubiläums des Kreises hielt. Da diese Einleitung in die Publikation des Vortrags („Luft und Sternenschein, Meer, Land und Regen“, in: Chrêsis IX 9/81) nicht aufgenommen wurde, ist sie als Anhang der oben in Anmerkung 6 zitierten Veröffentlichung beigegeben. 12 Weiter ausgeführt ist das Streifzüge 286/88.


1. Voraussetzungslose Wissenschaft?

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Wesen des Menschen hat 13. Und Goethe kommt im Zusammenhang mit seinen Naturstudien zu folgender Einsicht 14: „Die Divergenzen der Forscher sind unvermeidlich; auch überzeugt man sich bei längerem Leben von der Unmöglichkeit irgend einer Art des Ausgleichens. Denn indem alles Urteil aus den Prämissen entspringt, und, genau besehen, jedermann von besonderen Prämissen ausgeht, so wird im Abschluß jederzeit eine gewisse Differenz bleiben, die dem einzelnen Wissenden angehört, und erst recht von der Unendlichkeit des Gegenstandes zeugt, mit dem wir uns beschäftigen, es sei nun, daß wir uns selbst, oder die Welt, oder was über beiden ist als Ziel unsrer Betrachtungen ins Auge fassen“.

Die Sätze Goethes klingen recht pessimistisch. Gerade dadurch tragen sie dazu bei, Hackers Position schärfer zu fassen. Denn von der prinzipiellen Resignation, der Goethe, jedenfalls in dem Moment, da er jene Zeilen schrieb, nachgab, ist bei Hacker nichts zu spüren. Hacker ist weit entfernt von der Annahme, daß die subjektiven Prämissen objektive Erkenntnis unmöglich machten. Wenn er von der Bindung der Erkenntnis an die Voraussetzungen des Denkens spricht, meint er etwas anderes. Er hält Voraussetzungen für durchaus zulässig, ja nötig. Er fordert nicht Voraussetzungslosigkeit des Denkens, sondern eine Angemessenheit der Voraussetzungen im Hinblick auf das Objekt der Erkenntnis. Und sein Vorwurf, den er der Konfession des humanistischen Gelehrten macht, beruht darauf, daß sie der Interpretation der Dokumente frühchristlichen Denkens und Lebens nicht angemessen ist und deswegen zu falschen Urteilen kommen muß. Hacker fährt fort: „Diese Konfession mag imposante Ergebnisse erzeugen, solange der Gelehrte von Heiden spricht, aber sobald er es mit Kirchenvätern zu tun bekommt, werden seine Aussagen unfreiwillig komisch, und so ist es bei Basilius pr‰c toÃc nËouc eigentlich in allen Äußerungen über dieses Werk, die ich gesehen habe, und so ist es bei den Urteilen moderner Gelehrter über Kirchenväter, welche sich mit dem Problem der vorchristlichen Literatur beschäftigen, so ist es bei allen diesen Gelehrten, nicht nur bei solchen, die sich der Klassischen Philologie zugehörig halten, sondern auch bei sogenannten Theologen, die, ob sie wollen oder nicht, der humanistischen Konfession 13

A. Portmann, Biologie und Geist, Frankfurt 19682 62f.: „Die Varianten dieser Entwicklungslehren sind nicht nur durch sachliche Funde begründet, sondern sie stammen zum Teil aus gewichtigen Unterschieden in den Voraussetzungen, mit denen der Forscher an die Arbeit geht. . . . (Es ist) wohl deutlich geworden, daß man die Ursprungsfrage nicht einfach und allein vom Fossilfunde aus lösen kann – sondern daß dieser erst in bestimmtem Lichte erhellt wird, in einem Lichte, daß ausgeht vom Menschenbild und dessen Reichweite von der erhellenden Kraft dieser Menschenidee bedingt ist.“ 14 In einem Brief vom 23. Febr. 1826 an den Physiologen und Anatom Johannes Müller (Goethes Briefe, hrsg. von K.N. Mandelkow, Bd. IV, Hamburg 19671 , 168). Ich wurde auf diese Sätze aufmerksam gemacht durch Ulrich Hoyer, Zur Farbenlehre Goethes: Existentia 22 (2012) 129/ 39, hier 138.


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Vorträge erliegen. Man liest dann zum Beispiel solch einen Satz wie bei Herter 15, es handele sich um eine prinzipielle Apologie der Klassischen Studien. Und bei Eduard Norden heißt es 16, daß diese Schrift von der Aufgeklärtheit des Geistes zeuge. Ja, auch bei Patrologen kann man entsprechende Urteile finden. Das ist natürlich eine totale Verfehlung des eigentlichen Skopus der Schrift, die der Gelehrte vor sich hat. Aber er kann sie eben nur beurteilen nach den Kriterien, die in seiner Konfession vorhanden sind. Man kann daraus rückschließen, daß eine Konfession, welche bei geisteswissenschaftlichen Urteilen solche Schiefheit erzeugt, natürlich nicht der Wahrheit entsprechen kann“.

Hacker spricht hier mit starker Verallgemeinerung. Was die Schrift des Basilius angeht, so muß sich Hackers Verdikt vielleicht einige Abstriche gefallen lassen. Ab und zu liest man auch vernünftige Urteile über den Charakter dieses aureus libellus 17. Andrerseits hat Hackers Beobachtung, der Skopus der Schrift werde gemeinhin mißdeutet, eine noch weitere Geltung, als ihm selbst wohl bewußt war. Basilius Ad adulescentes ist nicht nur ein Lieblingsstück des humanistischen Gelehrten neuerer Zeit, sondern bereits eine Magna Charta des Ersten Humanismus der Renaissance, und schon damals wurde der Sinn der Schrift in einer Weise verschoben, die der Absicht ihres Autors nicht entspricht 18. Die Humanisten der Renaissance bedienten sich gerne der Gedanken und Bilder, die von den Kirchenvätern entwickelt wurden, um den rechten Gebrauch der antiken Literatur zu bezeichnen. Sie setzten diese Mittel zur Verteidigung der studia humanitatis ein, und dabei verschoben sich die Gewichte. Für die Kirchenväter ist die antike Bildung immer nur eine Dienerin der Religion, die Humanisten stellen das zwar nicht in Abrede, aber die Religion ist jetzt dazu da, den Wert der Dienerin zu beglaubigen. Das zeigt sich beispielhaft an der Rolle, die der Schrift des hl. Basilius zugeteilt wurde. Die lateinische Übersetzung Leonardo Brunis machte sie dem Westen bekannt, und sogleich in der Widmung an Coluccio Salutati ist diese Rolle beschrieben: Kampfschrift zu sein wider die Gegner der studia humanitatis. Die Autorität des großen Kirchenvaters sollte diesem Zweck dienen, und auch seine Gedanken wurden, indem sie auf das neue Ziel sich richteten, zu Waffen einer Apologie, die den Nachdruck auf die dem Humanismus kongenialen Elemente seiner Geisteswelt legte. In Wahrheit betont Basilius aber die Gefahren der Lektüre so stark, daß seine Schrift zugleich den Charakter einer Warnung trägt. Was dem jungen Christen nottut, 15

Herter (wie oben Anm. 7) 252. Ed. Norden, Die antike Kunstprosa, Bd. 2, Darmstadt 19585 , 575: „Speziell die christliche Literatur des Ostens ist aufgeklärter (!) als die des Westens: eine Schrift wie pr‰c toÃc nËouc Ìpwc ãn ‚x <Ellhnik¿n ≤feloÿnto lÏgwn hat der Westen nie besessen“. 17 Vgl. etwa Chrêsis I2 188,21. 18 Ich wiederhole hier Formulierungen aus Chrêsis I2 187f. Ebd. ist auch Literatur genannt. Wichtig vor allem L. Schucan, Das Nachleben von Basilius „Ad adulescentes“, Genf 1975. Vgl. auch M. Naldini, Basilio di Cesarea. Discorso ai giovani. Versione latina di L. Bruni, Firenze 19902 . 16


1. Voraussetzungslose Wissenschaft?

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das ist der kluge, vorsichtige Gebrauch jener Autoren, das heißt: die Scheidung des Nützlichen vom Schädlichen sowie die bereitwillige Aufnahme des ersteren und die entschiedene Abwehr des letzteren. Welche Voraussetzungen sind es nun, die den Blick öffnen für eine richtige Auffassung dieser Schrift? Welchen Standpunkt muß man einnehmen, um den Umgang der Kirchenväter mit den Bildungsgütern der Antike recht zu verstehen? Hacker sagt: „Anders ist es, ja ganz anders, wenn man eine Schrift wie die des Basilius und andere Kirchenväterschriften von der katholischen Konfession aus beurteilt. Ich sage bewußt: der katholischen Konfession, denn die protestantische hat hier schon wieder ein anderes Urteil bereit. Wenn man die Väterschriften von der katholischen Konfession aus beurteilt, dann ist man in derselben Fülle, in welcher die Kirchenväter sich auch bewegten, in derselben Fülle des Geistes, und das Licht fällt dann nicht schräg von der Seite, sondern frontal auf den zu beurteilenden Gegenstand.“

An späterer Stelle des Essays kommt Hacker nochmals auf diesen kardinalen Punkt zu sprechen: „Man muß demjenigen, der diesen Standpunkt nicht teilt, implizit zu verstehen geben, daß man sich hier auf eben den Standpunkt stellt, den die Kirchenväter selbst hatten und der in der katholischen Kirche – soweit deren Lehre nicht korrupt ist – noch heute besteht. Warum sage ich: katholischer Standpunkt und nicht einfach christlicher? Nun, einen christlichen Standpunkt, der nicht durch eine Konfession geprägt wäre, gibt es nicht. Es hat sich ja in der Diskussion um die Chrêsis-Frage deutlich genug gezeigt, daß ein protestantischer Kirchenhistoriker das katholische Verständnis des Übergangs vom Urchristentum zum Frühchristentum nicht begreifen kann, daß er sich in formalistische Kategorien flüchtet. Er sieht den Fortbestand der Formen antiken Denkens, unterschätzt jedoch das Wichtigere: den Austausch der Inhalte 19. Auch bei Herter kann man in stark abgeschwächter und säkularisierter Form letzten Endes so etwas wie diesen protestantischen Standpunkt wirksam sehen. Ja, man kann sogar so weit verallgemeinern, daß man sagt: dieser protestantische Standpunkt ist eigentlich der einzige, der sich bisher in sogenannter wissenschaftlicher Behandlung der Frage von Antike und Christentum als legitim gebärdete, und er wird faktisch auch von manchen katholischen Patrologen naiv übernommen, indem sie gewisse Werturteile, die von protestantischen Dogmengeschichtlern zuerst aufgestellt worden waren, sich zueigen machen.“

Mancher mag in diesen Sätzen eine gewisse doktrinäre Strenge empfinden. Das liegt zum Teil wohl daran, daß der Essay esoterischen Charakter trägt und Hacker mir zutraute, daß ich ihn recht verstehen würde. Ich will daher versu19

Die Rede ist von Carl Andresen, gegen dessen Kritik mich Hacker verteidigte; vgl. P. Hacker, „Topos“ und chrêsis. Ein Beitrag zum Gedankenaustausch zwischen den Geisteswissenschaften, in: ders., Kleine Schriften, hrsg. von L. Schmithausen, Wiesbaden 1978, 338/59.


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chen, seine Auffassung etwas dynamischer zu entwickeln. Die Forderung, man müsse die kirchlichen Autoren vom katholischen Standpunkt aus betrachten, läßt sich in verschiedene Forderungen oder Voraussetzungen auflösen. Diese Forderungen lassen eine bestimmte Stufenfolge oder Hierarchie erkennen. Voraussetzungen sind zunächst die Fähigkeit und die Bereitschaft, Unterschiede zu erkennen und recht zu bewerten. Beides, Fähigkeit und Bereitschaft, ist nicht selbstverständlich. Der Umgang der kirchlichen Denker, Künstler, Literaten mit der Kultur, die sie umgab, ist ein energisches, kritisches, auswählendes, reinigendes Verfahren, und der moderne Betrachter muß, will er die Ergebnisse dieses Verfahrens recht erfassen, mit der geistigen Energie jener Männer Schritt halten. Schon die Bereitschaft dazu ist weithin verkümmert. Die Toposforschung, die der Romanist Ernst Robert Curtius begründete, richtete die Aufmerksamkeit auf gleiche literarische Form- und Gedankenelemente, legte Längsschnitte durch die abendländische Literatur und trug so dazu bei, daß die geistigen Schnittlinien, besonders die zwischen Antike und Christentum, verwischt wurden. Hinzukommen muß als dritte Voraussetzung eine gewisse innere Zustimmung zum Gegenstand der Betrachtung, ein warmes Interesse an den behandelten Autoren. Denn gerade hier gilt Augustins Satz: „Kein Gut wird vollkommen erkannt, wenn es nicht vollkommen geliebt wird“ 20. Früher hätte man vielleicht sagen können, schon mit dieser dritten Forderung sei die Grenze hin zu einer allgemein katholischen Betrachtungsweise überschritten. Heute verläuft die Grenze in praxi anders. In den Jahrzehnten nach dem Konzil sah man auch auf katholischer Seite in den Denkmälern der Väterzeit vielfach Residuen einer archaischen Epoche der Kirchengeschichte, die es zu überwinden gelte. Auf das Konzil selbst kann sich solche Depretiation der Väter freilich nicht berufen; denn mache Konzilstexte sind aus den Schriften der Väter herausgearbeitet 21. Auch nach dem Konzil sind kirchliche Dokumente geschaffen worden, die die hohe, bleibende Bedeutung der Kirchenväter ins Gedächtnis rufen 22, und in dieselbe Richtung arbeitete die schöne Predigtreihe Benedikt XVI. über die Kirchenväter, die jeweils einen Griechen oder Lateiner, aber auch Väter der syrischen Sprache in den Mittelpunkt stellte 23. Das sind also die ersten Voraussetzungen: Fähigkeit und Wille zur Unterscheidung, verbunden mit einem warmen, aufrichtigen Interesse an den kirchli20

Aug. divers. quaest. 83, qu. 35,2 (CCL 44 A, 52). Vgl. Chrêsis II 169/74. Zu rühmen ist besonders die Instruktion über das Studium der Kirchenväter in der Priesterausbildung: Acta Apostolicae Sedis 82 (1990) 607/36; deutsch: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls, hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofkonferenz, Bonn, Nr. 96. Dazu Chrêsis II 174/96. 23 Vgl. Benedikt XVI., Die Kirchenväter, Leipzig: St. Benno-Verlag o. J. [2008]. 21 22


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chen Autoren. Wer sich diese Voraussetzungen aneignet, den tragen sie ein gutes Stück vorwärts. Und doch genügen sie nicht. Ich möchte das an zwei Beispielen erläutern. Der Heide wie der Christ kann seinem Verstorbenen aufs Grab schreiben: „er schläft“, „er ist entschlafen“ (dormit, obdormivit, ‚koim†jh). Denn schon bei Homer ist der Schlaf der Bruder des Todes 24. Aber im vorchristlichen Denken beruht die Analogie nur auf äußeren Ähnlichkeiten: der Schlafende sieht aus wie ein Toter, und er ist ohne sinnliche Wahrnehmung wie ein Toter, und daher eignen sich die Wörter „Schlaf“ und „schlafen“ als euphemistische Bildwörter für „Tod“ und „sterben“. Wenn aber der Christ vom Schlaf des Todes spricht, meint er mehr, ja meint er etwas anderes. Denn es fehlte dem alten Bild ein entscheidendes Element: der Gedanke des Erwachens aus dem Todesschlaf. Erst die Lehre von der Auferstehung, und zwar der Auferstehung des ganzen Menschen, auch des Leibes, gab der Analogie vollen Sinn, Wahrheit und Wirklichkeit. Schlaf und Erwachen sind für den Christen ein von Gott in die Natur gesenktes Lehrstück der Auferstehung 25. Hier fassen wir eine tiefe, schöpferische Nutzung eines uralten Gedankens. Das kann jeder sehen, jeder, der die drei genannten Voraussetzungen erfüllt. Wie aber steht es mit dem folgenden Fall? Es war ein alter Gedanke griechischer Philosophie und Medizin, daß der menschliche Leib dem ständigen Fließen seiner Substanz unterworfen sei und daß diese Veränderlichkeit sich im Wechsel der Altersstufen sinnfällig offenbare: der erwachsene Mann tritt so ganz anders vor uns hin als das Kind, der Greis anders als der Jüngling. Origenes griff diesen Gedanken auf und wandte ihn gegen die Lehre von der Auferstehung des Fleisches: welcher Mensch, fragte er, ist der Auferstandene, wenn der Mensch sollte im Fleisch auferstehen? Ein ganzes Volk von Menschen, meint er, müsse dann auferstehen statt eines einzigen. Andere Väter: Athenagoras, Tertullian und Gregor von Nyssa, stützten sich auf dieselben Beobachtungen, kamen aber zum entgegengesetzten Resultat; gerade weil es diese Veränderungen (metabola–) des Leibes gebe, überhaupt das ganze menschliche Dasein vielfältigem Wechsel ausgesetzt sei, werde der Schluß nahegelegt, daß es eine letzte metabol† geben werde, vergleichbar dem Wechsel der Lebensalter, den Wechsel hin zur Herrlichkeit der Auferstehung 26. Alle diese Väter üben den Gebrauch, alle gebrauchen sie dieselben Tatsachen und Erkenntnisse. Aber wer gebraucht sie richtig? Origenes oder Gregor von Nyssa? Die Antwort kann nicht zweifelhaft sein 27. Hier sieht man, daß die drei genannten Voraussetzungen rech24

Hom. Il. 14,231. Vgl. dazu Chrêsis I2 170f.; Chrêsis IX 142/44 und Prudentiana II 101,20. Dazu Chrêsis IX 120/48. 27 Die Auferstehung des Fleisches ist Bestandteil der ältesten Symbola, vgl. Denzinger/Schönmetzer, Enchiridion symbolorum Nr. 2.5.10/30. Sehr deutlich z.B. auch die sog. Fides Damasi 25 26


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ten Verständnisses der Väter nicht genügen. Noch eine vierte muß erfüllt sein. Man muß bereit sein, das christliche Glaubenssystem in seiner Entwicklung zu begreifen. Das heißt: man muß erkennen, daß das System nicht durch willkürliche, zufällige oder nur zeitbedingte Faktoren geformt wird, sondern sich nach festen Prinzipien entfaltet; daß es infolgedessen falsche Wucherungen abstößt, aber organisches Wachstum zulässt und fördert, daß es die Ergebnisse solchen Wachsens – und das sind oftmals gerade Ergebnisse der Chrêsis philosophischer Gedanken – in autoritativen Entscheidungen als verbindliche festlegt. Für andere beginnt hier die Unwissenschaftlichkeit 28. Richtig ist, daß hier die Philologie endet und die Theologie beginnt. Aber nicht nur eigentlich theologische, auch religionsphilosophische Betrachtung eröffnet den Zugang zum Verständnis katholischer Sicht der Dogmengeschichte. Solcher Art ist Newmans berühmter „Essay on the Development of Christian Doctrine“. Newman stellt allgemeine Prinzipien einer gesunden, getreuen Entwicklung auf und zeigt die Verwirklichung dieser Prinzipien in der Entwicklung des Glaubenssystems der Kirche. Ich habe immer gefunden, daß Newmans Darstellung Hackers Sicht der Kirchväter stützt und erklärt 29. Hacker kommt dann auf das zentrale Problem zu sprechen, inwiefern bei Basilius die Methode der Kirchenväter, die Chrêsis, die christliche Methode des rechten Gebrauchs der vorchristlichen Geistesgüter erkennbar sei. Er sagt: „Mit der Chrêsis, wie sie von griechischen Kirchenvätern im Umgang mit vorchristlichen Texten geübt worden ist, hat das Schriftchen des hl. Basilius nur indirekt und nur partiell etwas zu tun. Indirekt insofern, als Basilius selber, während er dieses Schriftchen verfaßt, praktisch Chrêsis übt, ohne darüber zu reflektieren und ohne sie theoretisch zu begründen. Partiell hat das Schriftchen mit Chrêsis insofern zu tun, als sein Inhalt nur einen Aspekt derselben berücksichtigt. Es handelt sich um ein kritisches Aussieben, Auswählen (critical screening). Die anderen Aspekte kommen nur indirekt zur Geltung, indem nämlich Basilius, während er seine Mahnrede vorträgt, sie praktiziert. Es handelt sich, kurz gesagt, um die gegenseitige Beleuchtung der Lehre des Evangeliums und der vorchristlichen Gedanken, ermöglicht dadurch, daß auch in den vorchristlichen Gedanken Wahrheit ist und daß alle Wahrheit nur aus einundderselben Quelle, nämlich von Gott stammt.“

(saec. V): In huius (i.e. Christi) morte et sanguine credimus emundatos nos ab eo resuscitandos die novissima in hac carne, qua nunc vivimus (das Gerundivum resuscitandos ersetzt hier, wie auch sonst, das fehlende Partizip Futur Passiv). Zu dem Glaubenssatz vgl. H.-L. Barth, „Auferstehung des Fleisches“. Wie die Kirche diese Wahrheit des Glaubens versteht: Kirchliche Umschau 16,4 (2013) 20/28. 28 Vgl. Chr. Schubert in seiner Rezension zu Chrêsis IX: Zeitschrift für antikes Christentum 14 (2010) 250/66. 29 Vgl. das Zitat Chrêsis I2 28,17. Newman ist dort mehrfach herangezogen; s. ebd. Register 372 s.v. Newman.


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Als Beispiel dieser indirekten Nutzung nennt Hacker dann gewisse Termini, die aus der griechischen Philosophie kommen, aber bei Basilius anderen Sinn erhalten 30. Den Wert des Schlüsselbegriffs, in dem Hacker die Methode der Kirchenväter konzentriert fand, hebt er besonders hervor: „Der Begriff der Chrêsis entfaltet seine erleuchtende Kraft für das Verständnis des Verhältnisses von Antike und Christentum, wenn man sich darüber klar ist, daß er vom christlichen Standpunkt aus konzipiert und angewandt ist“.

Ich stelle mir oft vor, wie begeistert Hacker gewesen wäre, wenn ich ihm schon damals hätte sagen können, daß der Begriff der Chrêsis, bevor er in die kirchliche Literatur und Geisteswelt eintauchte, eine fast siebenhundertjährige Geschichte hinter sich hatte. Aufgekommen ist er in der Zeit der sog. griechischen Aufklärung, in der Sophistik des fünften Jahrhunderts. Die Sophisten rechtfertigten die Rhetorik mit dem Prinzip des rechten Gebrauchs. Der Begriff durchzieht dann platonische und aristotelische Philosophie, wird ein Axiom stoischen Denkens. Parallel dazu verläuft die Entwicklung in den Fachwissenschaften, besonders in der Medizin, die fortwährend mit dem Begriff der rechten Anwendung arbeitet. Indem der Begriff so das philosophische, auch das popularphilosophische Denken und die Fachwissenschaft durchzog, bildeten sich gewisse Züge heraus, die oberhalb der Grenzen der philosophischen Systeme und Wissenschaften liegen 31: 1) Der Begriff des rechten Gebrauchs enthält die Forderung nach Unterwerfung menschlichen Handelns unter einen obersten Wert. 2) Diese Forderung gilt für alle Bereiche des Daseins, nicht nur für Literatur oder Bildung. 3) Der Begriff ist ein Begriff geistiger Stärke, der Unterwerfung der Dinge. Das, was gebraucht, steht über dem, was gebraucht wird. das Gebrauchen ist ein gewissermaßen herrscherlicher Akt. 4) Da es einen rechten Gebrauch gibt, gibt es auch einen unrechten, falschen, schlechten. Das heißt: richtig gebrauchen bedeutet immer wählen, unterscheiden, Vergegenwärtigung eines Ziels und Festhalten daran. 5) Der rechte Gebrauch entscheidet über den Wert der Dinge für den Menschen, hat aber auch Bedeutung für Glück und Unglück des Menschen selbst. – Es ist leicht erklärlich, daß die kirchlichen Denker gerne nach diesem Instrument griffen, Jahrhunderte hatten es zugeschliffen. Es entsprach vollkommen der Methode, die sie im Auge hatten,

30

Hacker nennt den Begriff des Guten, ferner Çret†, pràxeic spoudaÿai, ô t®c yuq®c ‚pimËleia und kàjarsic yuq®c (diese bei Basil. ad adulesc. 9 [Zeile 35 bei F. Boulenger, Paris 1935 und N.G. Wilson, London 1975], aus Plat. Phaed. 67c, 69b/c; vgl. rep. 7,527d); s. auch Chrêsis I2 190/92 über den stoischen Begriff des o keÿon bei Basilius. Es gilt auch zu beachten, daß sich das Rezeptive und das Creative bei dem von Basilius geforderten Auswahlverfahren nicht streng trennen lassen, s. Chrêsis I2 196. 31 Ich wiederhole dieses Ergebnis aus Chrêsis I2 62f.


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nach der sie arbeiteten, die sie empfahlen. Sie gebrauchten also den Begriff des rechten Gebrauchs. Die Begriffsgeschichte liefert ein Beispiel für das, was der Begriff aussagt. Die Chrêsis ist selbst eine Chrêsis 32. Ich halte es für sehr bemerkenswert, daß Hacker, obwohl er die Vorgeschichte des christlichen Begriffs nicht kannte und auch aus der Väterliteratur in seinen Arbeiten nur verhältnismäßig wenige Texte heranzog 33, dennoch die terminologische Festigkeit des Begriffs und seine kardinale Bedeutung klar erfaßte. Paul Hacker wäre nicht der Mann gewesen, den wir kennen, wenn er es bei bloß historischer Betrachtungsweise der Basiliusschrift und der Methode der Väter hätte bewenden lassen, wenn er nicht gefragt hätte, welche bleibende Bedeutung sich aus dem einen wie dem anderen ergebe. Er sagt: „Die Schrift Ad adulescentes ist heute aufregend aktuell, gerade weil sie so unaktuell ist. . . . Wir müssen geradezu, indem wir die christliche Anwendung der Begriffe bei Basilius untersuchen, indem wir also diesen geisteswissenschaftlichen Akt vollziehen, gleichzeitig eine Apologie der katholischen Kirche, des katholischen Lebens in der Kirche, des katholischen Lebens der Begriffe und der Begriffsverbindungen geben. Das geschieht fast, ohne daß man es besonders anstrebt, ja es geschieht sogar am besten, je weniger es direkt angestrebt wird und je mehr man die Sache im Auge hat.“

„Diese Art, sich christlich zum Heidnischen zu verhalten“, klagt er, sei uns abhanden gekommen. In einem eiligen Durchgang durch die abendländische Geistesgeschichte läßt er verschiedene Bemühungen Revue passieren, das Christentum in rechte Relation zur antiken Bildung zu setzen, alles mißlungene oder nur halb geglückte Versuche. „So ist also“, folgert er, „die Aufgabe, eine christliche Bildung in größerem Maße zu verwirklichen, im Laufe der ganzen Geschichte immer nur in Ansätzen verwirklicht worden, nämlich bei denjenigen großen Denkern, die wir als echte Repräsentanten der Chrêsis darstellen können“. Aber „einen Fall einer total geglückten Chrêsis auf theologisch-philosophischem Gebiet“ erkennt Hacker doch: Thomas von Aquin: „Die Art wie er Gedanken vorwiegend des Aristoteles, aber auch von anderen griechischen Denkern scheinbar nur ein wenig zurecht gerückt hat, wie er dadurch genuin christliche Gedankengänge, die sich letztlich als Entfaltungen in der Bibel angelegter Gedanken fassen lassen, erläutert hat, die Art, wie er diese Chrêsis geübt hat, ist vielleicht das letzte geniale Beispiel gewesen. Das wäre ein christlicher Humanismus, den zu verwirklichen sich lohnen würde. Ja, ich glaube, es wäre besser, dann das Wort

32 33

Chrêsis I2 81f. 83. 162f. 241. 315. Grundlegend sind die vier Aufsätze, die J. Dörmann in einem Bande zusammengefaßt hat: P. Hacker, Theological Foundations of Evangelization, St. Augustin 19832 = Veröffentlichungen des Instituts für Missionswissenschaft des Westf. Wilhelms-Universität Münster 15.


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