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Mikrogramme 1925 (I)

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KWA VI 2

Robert Walser Kritische Ausgabe sämtlicher Drucke und Manuskripte

Robert Walser   Mikrogramme 1925 (I)

Band VI 2 Mikrogramme 1925 (I)

ISBN 978-3-7965-3925-1

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Kritische Robert Walser-Ausgabe (KWA) Band VI 2  .  Mikrogramme 1925 (I)

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Robert Walser Kritische Ausgabe sämtlicher Drucke und Manuskripte herausgegeben von Wolfram Groddeck und Barbara von Reibnitz Abteilung VI (Mikrogramme) Band 2

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Robert Walser Mikrogramme 1925 (I)

herausgegeben von Fabian Grossenbacher, Angela Thut und Christian Walt

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Herausgegeben im Auftrag der Stiftung für eine Kritische Robert Walser-Ausgabe, Basel Editorial Board: Prof. Dr. Davide Giuriato, Universität Zürich Prof. Dr. Alexander Honold, Universität Basel Publiziert mit Unterstützung der Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Solothurn und Zürich. Die Druckvorstufe dieser Publikation wurde vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung unterstützt. Dieser Band ist als enriched E-Book integriert in die KWAe-online. Der Zugang erfolgt über den im Buchdeckel angebrachten Registrierungscode.

Abdruck der Faksimiles mit freundlicher Genehmigung der Robert Walser-Stiftung Bern Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. ISBN 978-3-7965-3925-1 Copyright © 2019 Stiftung für eine Kritische Robert Walser-Ausgabe, Basel Copyright für die Texte von Robert Walser mit freundlicher Genehmigung der Inhaberin der Rechte, der Robert Walser-Stiftung Bern © Suhrkamp Verlag, Zürich 1978 und 1986 alle Rechte bei und vorbehalten durch die Suhrkamp Verlag AG Berlin

Eine Gemeinschaftsproduktion von Stroemfeld Verlag CH-4054 Basel, Altkircherstrasse 17 Schwabe Verlagsgruppe AG, Schwabe Verlag CH-4010 Basel, Steinentorstrasse 11

Layout und Satz: Doris Kern, Frankfurt am Main; Fabian Grossenbacher, Angela Thut und Christian Walt, Zürich Druck und Verarbeitung: Hubert & Co., Göttingen

Gedruckt auf säurefreiem, alterungsbeständigem Papier gemäß ISO 9706 www.stroemfeld.com www.schwabeverlag.ch www.kritische-walser-ausgabe.ch

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Inhalt Mikrogramme: Faksimiles, kongruente Umschriften und linearisierte Textdarstellung

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6 – 379

Blatt 482

6

Blatt 485

127

Blatt 257

Blatt 183

23

Blatt 180

135

Blatt 262

265

Blatt 184

33

Blatt 181

143

Blatt 476

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Blatt 188

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Blatt 182

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Blatt 195

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Blatt 185

53

Blatt 196

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Blatt 518

297

257

Blatt 177

61

Blatt 197

167

Blatt 517

307

Blatt 178

69

Blatt 198

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Blatt 190

315

Blatt 179

77

Blatt 499

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Blatt 265

323

Blatt 515

83

Blatt 506

197

Blatt 503

333

Blatt 516

91

Blatt 479

207

Blatt 483

343

Blatt 486

99

Blatt 421

219

Blatt 508

351

Blatt 300

107

Blatt 480

229

Blatt 509

361

Blatt 246

117

Blatt 258

247

Blatt 267

371

Editorisches Nachwort

381

Verzeichnis der Texte mit ihren Textzeugen und Übersicht über die Anordnung der Mikrogrammblätter im Band

391

Alphabetisches Verzeichnis der Einzeltexte

398

Numerisches Verzeichnis der Mikrogrammblätter

400

Prinzipien der Transkription

402

Editorische Zeichen

404

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B VI

I

II

XI

C VII

III VIII A IV

XII IX

V X

XIII

Kunstdruckpapier, ca. 13,1 × 21,7 cm, Risskante rechts

482 r

I Wie rannte er begehrlich her und hin …

II Ihr schwarzes Haar sieht aus als ob es sänge … Z Sonett auf eine Venus von Tizian, in: Prager Presse, 1.1.1927 [KWA III 4.1, S. 235f.]

III Sklavinnen mit purpurnen Liebeslippen …

A Die Jesusjünger die da …

IV Hält er denn eigentlich es mit dem Pöbel …

V Eines Tags geschah es daß vor Jesus …

B Im Anfang tat er …

VI Am Hof betrug er sich durchaus scharmant …

C Was siehst …

VII In einem spärlich nur erhellten Zwinger … VIII Was stiefeltest du auf einmal … IX Daß die die sich erwähl’n …

X Hast du je einen solchen Kapitän …

XI Damals war es, o, damals … XII Das lass ich mir aber nicht auch nehmen … XIII Ortografikus, er wird mir gestatten … [Fortsetzung auf Mkg. 183 r / I] Z Der Goldfabrikant und sein Gehilfe, in: Prager Tagblatt, 5.4.1925 [KWA III 5]

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482

183

184

188

185

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482 r / I lässt sich inhaltlich auf den Film Scaramouche oder Der Revolutionär von Rex Ingram beziehen, der vom 21.–26.1.1925 im Berner Kino Palace gezeigt wurde (mehrere Anzeigen in der Berner Tageszeitung Der Bund, die erste am 21.1.1925, Nr. 29, S. 4; vgl. auch AdB 2, S. 562). Als terminus post quem kann also der 21.1.1925 angenommen werden. Einen terminus ante quem liefert die Publikation von Der Goldfabrikant und sein Gehilfe (482 r / XIII + 183 r / I) am 5.4.1925 im Prager Tagblatt [KWA III 5]. 482 r / III verarbeitet den Film Quo vadis? von Georg Jacoby und Gabriellino D‘Annunzio, der in den Berner Kinos Artistic (27.1.–5.2.1925) und Métropol (27.1.– 9. 2.1925) lief (mehrere Anzeigen in Der Bund, die erste am 27.1.1925, Nr. 38, S. 6; vgl. auch AdB 2, S. 562). 482 r / XI lässt sich auf den Film Kaiserin Elisabeth von Österreich von Rolf Raffé beziehen. Der Film lief unter dem Titel Kaiserin Elisabeth oder Der Fürstenmord in Genf vom 2.– 8.2.1925 im Berner Kino Central (die erste Anzeige in Der Bund am 2.2.1925, Nr. 47, S. 8).

178

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482 r / XII thematisiert den Film Long Live The King von Victor Schertzinger, der vom 3.– 9.2.1925 im Kino Palace gezeigt wurde (die erste Anzeige in Der Bund, 3.2.1925, Nr. 49, S. 4; vgl. auch AdB 2, S. 550). Mglw. hat Walser das Sonett auf eine Venus von Tizian (482 r / II) zusammen mit anderen Sonetten an Efraim Frisch gesandt, der sich am 23.3.1925 für die „Manuskriptsendung der ‚Sonette’“ bedankte. Am 7.4.1925 retournierte sie Frisch, da er sich für einen Abdruck „doch nicht entscheiden“ konnte. (BA Nr. 640 und 645) Danach schickte Walser wohl einige Sonette an die Prager Presse (vgl. KWA V 2, S. 16). Das Blatt 188 liefert einen terminus post quem für die folgenden Blätter (22.5.1925; vgl. S. 43). Diese relativ weit auseinanderliegenden termini sind ein Hinweis darauf, dass Walser die Aufzeichnungen auf dieser Blätterfolge wohl nicht fortlaufend niederschrieb. In AdB auf Februar / März 1925 datiert.

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Wie rannte er begehrlich her und hin von der Tribün erklärt’ er Klassenhaß ihn warf der Vater in ein Essigfaß,

Im Anfang tat er scheinbar recht behende

Damals war es, o, damals, ich verbrachte sonnige junge, duµe harmlose unbewußte Tage im

[¿¿]Am Hof betrug er sich durchaus scharmant

dunkle Ziµer, worin ich mich sozusagen verbarg. Verbarg? Weßhalb ich das wohl sage? Es hat

nur stellten sie ihn leider dann vor Proben

und sprang begeistert zu den Tuilerien

ja weiter gar keinen Sinn. Ich sag es bloß so und werde vielleicht später darauf zurückkoµen, [¿¿]Und was nun?

Durchs Feuer zu laufen mußte er geloben Gottlob daß er sich da hat er dabei sich nicht verbrannt

Danton und Marat, Camil Roland Desmoulin befeuerten mit Worten unsre Mass’

Ins Wasser haben sie ihn dann gesandt

die nicht recht wissen konnte wie und was das Volk glich [¿¿]einem ?speienden Delphin Hier schoß [¿¿]der Freund auf seines Freundes Brust

Man war beschmutzt bestaubt betört berußt

mich sozusagen als Comis einer Sparkasse still verbarg. Damals, o, damals war’s, wo ich einem überaus

Wie ging’s lustig zu wie [¿]lieblos und hart

verwiesen ihn auf des Orchesters Geigen

jung und unbekannt starrt’ Bonapart’

im übr’gen auf die Wohltat der Geduld

noch

still vor sich hin starrt General

ausführlich reden. Ich werde auf diesen Schiµer speziell, wie ich glaube, sehr gern zurückkoµen. Jetzt vor allen Dingen, na, wie soll ich schon rasch sagen, ist es mir also da so um das Städtchen Thun zu tun, wo ich gebildeten Menschen die Worte in einer ?würdevollen Aufwallung schrieb: Ich befehle Ihnen. Das war natürlich

Nun legten sie ihn in ein eis’ges Schweigen

s’ ging

klungene, vergessene Stück Wien. Ja, ja, das ist es. Ich werde übrigens davon wahrscheinlich nachher noch sehr

Sie sahen sich vorzüglich auf

er betete inzwischen unverwandt flötete

die [Götter]Gottheiten spielten mit un[s]d wir war’n die Kart

wohl? Aha, ? [¿¿]danach dieser Schiµer. Ja, ja, dieses leise Geigentonhafte, dieses schon sozusagen halb ver

in ihren hohepriesterlichen Roben sahen sie sich alle trefflich aufgehoben

damals hat niemand was Genaues gewußt

?

Städtchen Thun, das um seiner schönen Lage willen berühmt ist. Diese Bergwelt, und dann wieder dieses alte

verrückt. Aber wozu ist man denn jung, als um sich gewissermaßen verrückt [zu]aufzuführen. Ich nehme Verständnis an und erinnere [¿]mich jetzt wieder dieser Hochstehenden, die ich neulich im Film sah und die mich wundersam mit ihrem enganliegenden Reitrock anrührte. Sie tändelte so mit der Peitsche und war anscheinend sorglos und tief tief ?

unselig. Ach, was mir das für einen ?tie[¿] f ergreifenden, einschneidenden Eindruck machte. Ich vermag das gar nicht geziemend auszudrücken. Das Und damals in Thun erhielt ich ja einen Brief von einem anscheinend liebenswürdigen Menschen, und dieser Mensch, ich werde vielleicht [a]später ausgiebig auf ihn noch zu sprechen koµen, diente jener Hoch[¿¿]stehenden und ?[¿] f rei in’s Leben Blickenden als Vorleser, und dieser Vorleser gab ja dann auch in der Tat in jenen Tagen, die ich die

Unschuldig fühlte er sich voller Schuld

als sonnig zu bezeichnen mich für berechtigt halte, eine Zeitschrift, eine Art Magazin heraus, worin Gedichte erschienen

O wie viel Selbstentäuß’rung mußt er zeigen schwarzes sänge im Glauben an der Königstochter Huld Ihr ?[[blo]schönes]schwarzes Haar sieht aus als ob es ?träume

die ich mir dazumal formlos und durchaus freiwillig entstunden, indem sie mich gar nicht erst noch lange um diesbezügliche höf liche Erlaubnis ersuchten, sondern so aus mir herausflogen, worüber ich wohl nachher

die Glieder schiµern weiß wie Glanz von Sahne Was siehst du

als wenn der holde Körper selber ahne daß er [die]sei die [süße]zarte Suµe süßer Klänge

ausführlich mich noch [¿]verbreiten werde, falls ich dazu koµe. Der Hochstehenden Kleid schien mir aus Samt

[¿]In einem spärlich nur erhellten Zwinger

Sie liegt in ihrer gleichsam flehn’den Länge behaglich träumend auf [¿¿]ner Art von Ottomane gelagert schlank ruhig leibgewordne gewachsne als wär sie eine ?lächelnd hängende Fahne

lag hingebettet auf dem Sarkophag gehüllt in saµetgrünen ?Todestrag scheintot ?jene als sie sich am Finger

die ? leidgew freundlich zu den Menschen niederhänge

lächelt ihr Ein Veilchensträußchen hält sie in der [Hand]Händen erfaßt empfand Die wundervollen Dinger

um Düfte dem Beschauer zuzusenden [Ein]Die Mädchen Dien’rin kniet devot vor dem Altare O einen Blick nochmals jetzt auf die Haare und jetzt noch einen auf [¿]die spiegelklare ? Liebsalabbildung dieser lieben Lenden solcher Demut[s] ihrer Sklavinnen mit purpurnen Liebeslippen

so nachhaltigen ?Anteil [¿]ein und sie streichelte mit ihrem Wunder von Händen schlanke schneeweiße und zutrauliche Hunde, und so irrte sie auf ihrer Lebenshöhe herum, fand den Weg nicht, und [¿]ich saß da und mußte das so mitanschauen und dachte dabei an Thun, und dann übte sie sich in hohen Schuhen im Fechten und dann meldete sich jemand, der sie zu sprechen wünschte. Ich [¿]kann sagen, daß mich der Film bezauberte. Ich möchte natürlich sehr sehr gern hierüber [¿¿]noch bezeichnender reden, bin aber einstweilen zufrieden und bitte Sie, es ebenfalls zu sein denn es ist in so schweren Zeiten, wie die unseren es sind, unbedingt nötig, daß wir alle artig sind, liebreich und gütig wie es einst Goethe schließlich [¿]war. O wie bin ich gerade auf ?[¿]dieses Wörtchen „schließlich“ so ungemein stolz,

dies [?glänzende] f unkelnde demantene Getrag

ich kann gar nicht sagen, wie. Die Gebietende, ich meine die, die im Film gebot und groß hervorleuchtete,

das nehme ich und trag es auf die Waag

fand ? [¿]nirgends rechte Ruhe. Sie war also sehr unruhig. Verstehen Sie mich nun aber auch in vollstem

flüstert der Lotterbube Rodrich [¿]Ringer

Ausmaß? Speziell befriedigte ihre Ehe sie nicht, sie suchte sich natürlich diesbezüglich [¿]zu entschädigen, aber

Schon wollt er die [ Juwelen]Geschmeide an sich bringen ?

ihr

und so verhielt es sich auch, und [¿¿]ihre Umgebung duellierte sich ?wegen nichts anderem als. Sie flößte allen einen

da war es ihm als hör er lieblich singen schiµernd [¿¿]und bebt getroffen wie von einem Schlag

[setz]warf seinen Schlangen er zur Speise vor wenn da nicht schier die Fassung ich verlor meine wenn ich da nicht die Fassung schier verlor

Kein Wort vermochte er sich abzuringen

so will ich nie mehr wieder Süßes nippen

schaut bloß auf die an, die fragend vor ihm lag

Bist du es den ich liebe, bitte, sag

ob ihr das gelang, wer, wer vermag es zu wissen? O welch einen hoheitvollen wehmutreichen Hut sie trug [¿]Sie begab sich häufig auf Reisen. Ihr armer Mann saß dann den Kopf in die Hand stützend da, er fühlte sich einsam. Und ich saß auch so im Zuschauerraum da. Auf dieses Sitzen koµe ich vielleicht noch zurück wenn Sie es mir erlauben. Für gütig genug, um das zu tun, halte ich Sie. Es ist ja so nett, so außerordentlich angenehm, sich von den Menschen ein schönes Bild zu machen. Ich suche mir diese Annehmlichkeit sooft wie möglich zu verschaffen und es gelingt mir [?eig]im Grunde iµer wieder, weßhalb ich riesig, ich möchte sagen milliönisch zu beneiden bin. Ich beneide mich um dieser Beneidenswürdigkeit willen. Verstehen Sie, wie ich das meine. Und nun wieder jener Vorleser, von dem ich sagte, ich würde gelegentlich auf ihn zurückkoµen. Ich sage nicht, wie er heißt. Er lebt vielleicht noch und ?da[rum]s Namennennen könnte ihn verstiµen. Man muß Sorge tragen, daß man niemand weh tut. Das ist eine

Geistreiche [¿]Leute [¿]stieß er über Klippen was war er für ein ?[roher]scheußlicher Tor

Was stiefeltest du auf einmal stolz herum

wer sich im Stillen gegen ihn verschwor

rebbergbewachender Bedientensohn

mit Dichten u.s.w. ab. Vielleicht auch mit Malen. Sie besaß [¿] jedenfalls eine Reihe entzückend gelegener Schlösser, und

den [¿]rechnet er auch schon zu den Gerippen

Was froµt dir solcher hochvornehmer Ton

dennoch schien ihr ständig etwas zu fehlen. Hierüber vielleicht später mehr. Nicht wahr, Sie sind mit diesem

?

ungeheurer

Was mußt ich nicht beinah erstarrt vor Grauen

Was schaut heraus bei alle dem Gebruµ Du kriegst den Bürgerlichen niemals rum

für fürchterliche Wahngebilde schauen

geladen ist die Luxusflinte schon

anzünden, bis sie lodert und als Quellen

gegeben, die sich einen Vorleser hielt, der mir einmal vor vielen vielen Jahren einen riesig netten Brief schrieb und den ich aus Zartheitsgründen nicht nenne, was ich bereits demutvoll hervorhob und ?

nochmal um der Wichtigkeit willen sage, denn daß wir aufeinander Rücksicht nehmen, würden Sie gewiß

Wo willst du mit der röm’schen Schönheit hin

Die Jesusjünger die da so zu Zwein

auch für tunlich erachten und für köstlich und wichtig halten. Adieu unterdessen. Ich muß zum Essen

Schlag dir sie lieber wacker aus dem Sinn

Hält er denn eigentlich es mit dem Pöbel

dein väterlicher Freund Colonna da in Liebessorgen als er dich [in]so den Tränen nahe sah

fragte sich ¿¿ ab und zu sich ernstlich seine Dame nur

¿¿ [und] pfeife auf [’s] Geredel und Gelöbel

dein Schatz entwickelt sich zur Buhlerin

[¿¿]Um so ein Und solches unverbesserliches Möbel

Daß die die sich erwähl’n sich müssen kränken

[¿¿]muß stündlich täglich zittern eine liebe Zahme

Verbündete zerrissen müssen sein

Erzählte man [s]nicht üb’rall sich infame

Was litten er und sie für hohe Pein in beider Seel’n empfindlichem Gedenken

Geschichten über diesen wilden Röbel

und sie wie durft sie mit gewahrtem Schein ¿¿ ¿¿ ? ¿¿ Grab [¿¿]¿¿ ¿¿nis ¿ein [¿¿]¿¿ ?[¿¿]wenn alle Glück¿ Traulichen so sänken

Agathe sie, man sah sie häufig sticken Einst hatten sie ein Rendezvous im Wald

wie ein Bandit von Delacroix gemalt

Internationales. Allen Völkern sowohl wie Individuen, gleichviel unter welchem Breitengrad sie leben, tut sicher ein wohlabgewogenes Maß von Fröhlichkeit gut. Er spielt sich freilich gern ein bischen den Vornehmen und [¿¿]tut das vielleicht allzu [¿]ungezwungen. Sein Spiel amüsiert ihn, [¿]aber indem [es]dies der Fall ist, amüsiert er damit auch andere. Und [¿]weil ich diesen kleinen Helden so allerliebst fand, wofür man womöglich Entschuldigung findet, ging ich z.B. vorgestern hin, wohin ich vielleicht besser getan hätte, zu

könnten und führte mich da hochgradig coganmäßig auf. Ich war und blieb unnahbar. [¿]Auf die Musik

Hat dich mein Herz je abgeschüttelt? Nie

zu lauschen, verbot ich mir strengstens. Eintretende anzuschauen, meine [¿]Mitmenschen also eines [¿]Blickes zu würdigen, erschien mir als außerhalb meiner Rolle liegend. Ich war etwas wie ein Königssohn, hielt am Glauben fest, jede Bewegung sei für mich ?un[¿]geziemend. Infolgedessen saß ich samtüberzogenem

Unmöglich konnt er die Riegel raµeln

Stuhl regungslos da, gleich einem Emailbildnis. Fordern Sie nie und niµer von mir, ich solle Ihnen auseinander

vor seiner Frau unfähig sich zu saµeln

Sohn Gottes sich vom Volke nennen ließ

legen, wie ich mir spaßhaft vorkam. Sollte es etwa verboten sein, sich auf unschuldige Art zu

fiel er vor ?[Reue]Mitleid vor ihr die Knie

ein Mädchen niederkniete auf die Flies’

Hast du je einen solchen Kapitän

kam mir [z]von üb’rall schon zu Ohren her

reichen so[lch] einen glücklichen und unglücksvollen

Bist du an Geltung nicht ein wahrer Ries’

gefahrentrotzenden und dennoch weichen so weit du dich besinnen kannst gesehn

du seist an Menschenliebe Erster, wer

Ein sehenswertes Unrecht war geschehn

hätt ?[die]da [¿]nicht Müh nicht [?machen]geben wollen dich Er sah sich eingeschlossen bei den Leichen den schrecklich anzusehenden und bleichen zu sehen zu bekoµen, küsse mich rief sie nun hell aus in reizender ?Ergeb[ung]ener ?Beseelung

?

der ?Atem glich einem Roß mit sträubender Mähn Hierauf enteilte er auf eine Insel

aus und stand in unerreichbarer Labung

diese Meinung zu versteifen. Etwas Heiteres ist an ihm, und wie ich glaube, Heiterkeit scheint mir erstrebenswert An der Heiterkeit ist etwas in gesundem Rahmen Soziales, etwas wie ich [¿]glauben möchte, harmlos

und Ich bin Mutter hörte er sie staµeln

Eines Tags geschah es daß vor Jesus der

zart ihrer anschmiegungslustigen Geberdung

Seine Augen sind schwarz, die meinigen sind blau, von einer gewissen stählernen Bläue. [¿]Ob dieser Unterschied ein Hinde[¿]rnis darstellen könnte. Ich finde es nicht, und andere werden so höflich sein, [sich] [¿¿]auch nicht auf

Still war es im Gemach, da sagte sie

er sah sie gram und vorwurfsvoll nur nicken

Er lächelte sie gütig an und wich

Genies nicht nachahmen dürfen. Das kann doch gar keine Frage sein. Co[¿]gan [¿]zu spielen, ? bleibt

für mich ein Genuß, den ich ersuchen möchte mir zu gönnen. Bin ich etwa nicht schon arm genug?

nicht hinzumarschieren, nämlich in’s Café zur hohen Gottheit oder wie Sie’s betitelt haben wünschen

[¿]Und ob er hier auch seine Fäuste ballt

an allen Orten es nur [¿¿]imer hieß

Ich sah den Cogan, Sie wissen, diesen Stern am Filmhiµel, und seitdem ich ihn sah, imitiere ich ihn,

Wie durft er einer anderen sich schenken

Denn Robert hieß der Führer der Fabriken

und zu ihm sagte [¿]viel [zu]von [¿]deiner Ehr

Das lass ich mir aber nicht auch nehmen. Nachgerade wurde mir doch schon beinah allzu viel untersagt

[war]kam [¿]deshalb außer Rand und Band beinah wo mir das passend vorkoµt. Ich fand nämlich, er sei ein kleines Genie. Soll man nun etwa

Bald sah [e]’s [nicht] aus, als mache er Reklame

?

Und so will ich denn glauben, ich hätte euch einen genügenden Begriff von meiner Hochachtung vor der Hochzuachtenden

¿¿ paß auf, die schießen dich noch kruµ und stuµ da kracht der Schuß schon

bezichtigt er die Intelektuellen

?

und die Sicherheiten, ich meine, die Bestiµtheiten, geben uns manchmal [¿]wieder zu [¿]Unbestiµtheiten ?[¿¿]hübsch Anlaß.

[e]der hat für dich ja weiter nichts als Hohn

Die Vaterstadt ließ er an manchen [¿]Stellen

?

[a]Aufsatzhaften hier einverstanden? ? War es fein. Gewiß, ich glaube selber an das Dezente darin. Ich bin von meinem Erzeugnis ganz benoµen, fast bekloµen, und ich finde das hübsch. Unsicherheiten [¿¿]verleihen uns Ruhe

in seinem Zirkus für ganz ?[in]aus?[Marmor]Stein ausgehauen

zart der

unserer obersten und feinsten Pflichten. Vielleicht gab sich die, die auf des Daseins Höhe stand, auch ab und zu

was auch der kühnste Griffel nicht, ein Pinsel r solch [¿¿]ein Rubine und Smaragdgepinsel daß er sich als der Herr der Welt empfand Die Rache [f]nahm dann freilich überhand ?

schad daß er’s seiner nicht unwürdig fand

amüsieren? Ich kann es mir nicht denken. Ein schönes, zartes Mädchen blieb von mir so ignoriert, wie es schwer ist, verständlich zu machen. Ich schaute unverwandt geradeaus in [d]’s Hohe, als würd ich von dorther hart ?

herzig in Augenschein genoµen und mitleidlos geprüft. Stillzusein macht mir eben einmal Vergnügen. Zwei

in meiner Nähe Sitzende begriffen das aber nicht. Der eine nannte mich lächerlich, der andere herrisch. Indem ich mich Künstler darin auswies, Gesprochenem keinerlei Beachtung zu schenken, mußte ich d¿ demokratische Empfindungen in Menge verletzen. Soll ich erzählen, wie es hierauf zum Wortwechsel kam zwischen mir und meinen Nachbarn kam? Ich glaube, daß das nicht nötig ist. Die Beschreibung würde mir nur Lesergruppen abschrecken und so sag ich denn nur so viel: ich hatte mein Coganbenehmen insofern zu bezahlen, als mir „Preusse“ nachgerufen worden ist, was ich auf’s äußerste ich sehr bedaure. Ach, mein lieber Freund, es ist s wird iµer schwieriger, [¿¿]als ?Kind Abköµling eines feinen Hauses aufzutreten. Laß mich schweigen. Ich hätte Lust zu seufzen, aber das hilft nichts. Mein Kinovorbild ging verloren und ist wiedergefunden worden. O wenn ich doch auch verloren gehen und [wieder]nach so und so viel Zeit wieder zum Vorschein koµen könnte. Das wäre so schön. Ich würde so etwas einfach für einzig halten. Jedenfalls gefiel er mir, das siehst du.

Ortografikus, er wird mir gestatten, ihn so zu nennen, besaß in Angelus, der nichts ?dagegen haben zu

kann, daß man ihn so benamselt, einen so flinken zuverläßigen Angestellten, wie er [nie]sich [z]nie geträum[t]en gewagt hätte, je einen aufzufinden. Ortolontis oder ? Artafantikas, ich meine unser Ortografikus [¿]nannte auch noch eine bildschöne [?b]Blondine sein eigen, nämlich als geborene und rechtmäßig erzogene

zu hören seiner Feinde Leidgewinsel

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482 r

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482 r/ I

Wie rannte er begehrlich her und hin von der Tribün erklärt’ er Klassenhaß ihn warf der Vater in ein Essigfaß, und sprang begeistert zu den Tuilerien Danton und Marat, Camil Roland Desmoulin

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befeuerten mit Worten unsre Mass’ die nicht recht wissen konnte wie und was das Volk glich einem ?speienden Delphin Hier schoß der Freund auf seines Freundes Brust damals hat niemand was Genaues gewußt

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die [Götter]Gottheiten spielten mit un[s]d wir war’n die Kart Man war beschmutzt bestaubt betört berußt ?

Wie ging[ ’s] [s’ ging] lustig zu wie lieblos und hart

[jung und [noch] unbekannt starrt’] [still vor sich hin starrt General] Bonapart’

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Z

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Ihr ?blo

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?

2

?

schönes

schwarzes

schwarzes Haar sieht aus als ob es ?[träume]

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sänge

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die Glieder schimmern weiß wie Glanz von Sahne

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als wenn der holde Körper selber ahne

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[daß] er die

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sei die süße Summe süßer Klänge

süße ~ schönste

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zarte

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Sie liegt in ihrer gleichsam flehn’den Länge

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[behaglich träumend] auf ¿¿

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gelagert

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[ruhig

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]

leibgewordne

schlank gewachsne

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die [?leidgew]

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freundlich zu den Menschen niederhänge

Ein Veilchensträußchen [hält] sie in [der] Hand

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lächelt ihr

Sie liegt in ihrer gleichsam flehn’den Länge gelagert auf ner Art von Ottomane als wär sie eine schlank gewachsne Fahne die freundlich zu den Menschen niederhänge Ein Veilchensträußchen lächelt ihr in Händen um Düfte dem Beschauer zuzusenden Die Dien’rin kniet devot vor dem Altare O einen Blick nochmals jetzt auf die Haare und jetzt noch einen auf die spiegelklare Demutsabbildung ihrer lieben Lenden

Händen

um Düfte dem Beschauer zuzusenden Ein [Mädchen]

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Die Dien’rin kniet devot vor dem Altare

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O einen Blick nochmals jetzt auf die Haare und jetzt noch einen auf ¿

17 17

Ihr schwarzes Haar sieht aus als ob es sänge die Glieder schimmern weiß wie Glanz von Sahne als wenn der holde Körper selber ahne er sei die zarte Summe süßer Klänge

ner Art von Ottomane

als wär sie eine [ ?lächelnd] hängende Fahne

10

Sonett auf eine Venus von Tizian, in: Prager Presse, 1.1.1927 [KWA III 4.1, S. 235f.]

13

die spiegelklare

?

Liebsal abbildung dieser lieben Lenden

Liebsal ~ Leibheit

19

Demut

Demut] mit Einfügemarkierung

19

19

solcher

ihrer

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20

14

s

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482 r/ III

Sklavinnen mit purpurnen Liebeslippen [setz]warf seinen Schlangen er zur Speise vor wenn da nicht schier die Fassung ich verlor wenn ich da nicht [die] [meine] Fassung schier verlor so will ich nie mehr wieder Süßes nippen

5

Geistreiche Leute stieß er über Klippen was war er für ein ?[roher]scheußlicher [?ungeheurer] Tor wer sich im Stillen gegen ihn verschwor den rechnet er auch schon zu den Gerippen Was mußt ich nicht beinah erstarrt vor Grauen [Marmor]Stein ~ [Marmor]Steinen für fürchterliche ~ seine fürchterlichen

10

in seinem Zirkus für ganz [in]aus [Marmor]Stein ausgehauen ?

?

für fürchterliche Wahngebilde schauen Die Vaterstadt ließ er an manchen Stellen anzünden, bis sie lodert und als Quellen bezichtigt er die Intelektuellen

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482 r/A

Die Jesusjünger die da so zu Zwein

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482 r/ IV

Hält er denn eigentlich es mit dem Pöbel

Hält ~ Hielt

fragte sich ¿¿ ab und zu sich ernstlich seine Dame Bald sah [e]’s [nicht] aus, als mache er [nur] Reklame ¿¿ [und] pfeife auf [’s] Geredel und Gelöbel 5

Geredel ~ Gewedel

[ Und] [Um] [solches] [so ein] unverbesserliches Möbel muß stündlich täglich zittern eine liebe Zahme Erzählte man [s]nicht üb’rall sich infame Geschichten über diesen wilden Röbel Denn Robert hieß der Führer der Fabriken

10

Agathe sie, man sah sie häufig sticken Einst hatten sie ein Rendezvous im Wald Und ob er hier auch seine Fäuste ballt wie ein Bandit von Delacroix gemalt er sah sie gram und vorwurfsvoll nur nicken

482 r/ V

Eines Tags geschah es daß vor Jesus der Sohn Gottes sich vom Volke nennen ließ ein Mädchen niederkniete auf die Flies’ und zu ihm sagte viel [zu]von deiner Ehr

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kam] mglw. aus mir

kam mir [z]von üb’rall schon zu Ohren her

5

Bist du an Geltung nicht ein wahrer Ries’ an allen Orten es nur immer hieß du seist an Menschenliebe Erster, wer sich  [¿]nicht

hätt ?[die]da ?sich Müh nicht [?machen] geben wollen dich zu sehen zu bekommen, küsse mich

ergeb[ung]ener  Ergeb[ung]ener

10

rief sie nun hell aus in reizender ergeb[ung]ener Beseelung ?

?

Er lächelte sie gütig an und wich zart ~ hart

zart [ihrer] [zart der] anschmiegungslustigen Geberdung aus ?und ?stand in unerreichbarer ?Labung

482 r/B tat ~ trat

Im Anfang tat er scheinbar recht behende

482 r/ VI

Am Hof betrug er sich durchaus scharmant nur stellten sie ihn leider dann vor Proben Durchs Feuer zu laufen mußte er geloben Gottlob [daß er sich da] hat er dabei sich nicht verbrannt

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5

Ins Wasser haben sie ihn dann gesandt Sie sahen sich vorzüglich auf in ihren hohepriesterlichen Roben sahen sie sich alle treff‌lich aufgehoben er [ betete] [flötete] inzwischen unverwandt

10

Nun legten sie ihn in ein eis’ges Schweigen verwiesen ihn auf des Orchesters Geigen im übr’gen auf die Wohltat der Geduld

übr’gen ~ übrigen

Unschuldig fühlte er sich voller Schuld O wie viel Selbstentäuß’rung mußt er zeigen 15

im Glauben an der Königstochter Huld

482 r/C

Was siehst du

482 r/ VII

In einem spärlich nur erhellten Zwinger lag hingebettet auf dem Sarkophag gehüllt in sammetgrünen ? Todestrag scheintot ?jene als sie sich am Finger

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erfaßt empfand Die wundervollen Dinger

5

dies [ glänzende] funkelnde demantene Getrag ?

das nehme ich und trag es auf die Waag flüstert der Lotterbube Rodrich Ringer Schon wollt er die [ Juwelen]Geschmeide an sich bringen da war es ihm als hör er lieblich [schimmernd] singen und ~ er

10

und bebt getroffen wie von einem Schlag

?

Bist du es den ich liebe, bitte, sag Kein Wort vermochte er sich abzuringen schaut bloß auf die an, die fragend vor ihm lag

482 r/ VIII

Was stiefeltest du auf einmal stolz herum rebbergbewachender Bedientensohn Was frommt dir solcher hochvornehmer Ton alle ~ allem

Was schaut heraus bei alle dem Gebrumm Du kriegst den Bürgerlichen niemals rum

5

[e]der hat für dich ja weiter nichts als Hohn geladen ist die Luxusflinte schon ¿¿ paß auf, die schießen dich noch krumm und stumm [da kracht der Schuß schon] Wo willst du mit der röm’schen Schönheit hin Schlag dir sie lieber wacker aus dem Sinn

10

dein väterlicher Freund Colonna da als er dich [in]so [den Tränen nahe] [in Liebessorgen] sah [war]kam deshalb außer Rand und Band beinah dein Schatz entwickelt sich zur Buhlerin

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482 r/ IX

Daß die die sich erwähl’n sich müssen kränken Verbündete zerrissen müssen sein Was litten er und sie für hohe Pein in beider Seel’n empfindlichem Gedenken 5

Wie durft er einer anderen sich schenken und sie wie durft sie mit gewahrtem Schein [¿¿] ¿¿ ?Grab ¿¿ ¿¿ [¿¿]¿¿nis ¿ein

Grab ~ herab ~ fernab

¿¿ wenn alle Glück¿ Traulichen so sänken ?

Still war es im Gemach, da sagte sie 10

Hat dich mein Herz je abgeschüttelt? Nie und Ich bin Mutter hörte er sie stammeln Unmöglich konnt er die Riegel rammeln vor seiner Frau unfähig sich zu sammeln fiel er vor ?[Reue]Mitleid vor ihr 〈auf 〉 die Knie

482 r/ X

Hast du je einen solchen Kapitän so[lch] einen glücklichen und unglücksvollen[reichen] gefahrentrotzenden und dennoch weichen so weit du dich besinnen kannst gesehn

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Ein sehenswertes Unrecht war geschehn

5

Er sah sich eingeschlossen bei den Leichen den schrecklich anzusehenden und bleichen der ?Atem glich einem Roß mit sträubender Mähn

?

Hierauf enteilte er auf eine Insel was auch der kühnste Griffel nicht, ein Pinsel

10

solch ein Rubine und Smaragdgep[r]insel daß er sich als der Herr der Welt empfand Die Rache [f]nahm dann freilich überhand schad daß er’s seiner nicht unwürdig fand

?

zu hören seiner Feinde Leidgewinsel

15

482 r/ XI

Lage ~ Berge

Damals war es, o, damals, ich verbrachte sonnige junge, dumme harmlose un-

1

bewußte Tage im Städtchen Thun, das um seiner schönen Lage willen berühmt

2

ist. Diese Bergwelt, und dann wieder dieses alte dunkle Zimmer, worin ich mich

3

sozusagen verbarg. Verbarg? Weßhalb ich das wohl sage? Es hat ja weiter gar kei-

4

|

|

|

zurückkommen.  zurückkommen,

nen Sinn. Ich sag es bloß so und werde vielleicht später darauf zurückkommen.

danach ~ ¿¿

Und was nun[ ?] | wohl? Aha, ?danach dieser Schimmer. Ja, ja, dieses leise Geigen-

5

tonhafte, dieses schon sozusagen halb ver klungene, vergessene Stück Wien. Ja,

6

ja, das ist es. Ich werde übrigens davon wahrscheinlich nachher noch sehr aus-

7

|

|

führlich reden. Ich werde auf diesen Schimmer speziell, wie ich glaube, sehr gern wo ~ worin

zurückkommen. Jetzt vor allen |Dingen, na, wie soll ich schon rasch sagen, ist es

8

mir also da so um das Städtchen Thun zu tun, wo ich mich sozusagen als Co-

9

|

mis einer Sparkasse still verbarg. Damals, o, damals war’s, wo ich einem überaus würdevollen ~ wundervollen

gebildeten Menschen die Worte in einer ?würdevollen Aufwallung schrieb: Ich

10

befehle Ihnen. Das war natürlich verrückt. Aber wozu ist man denn jung, als um

11

sich gewissermaßen verrückt [zu]aufzuführen. Ich nehme Verständnis an und

12

|

|

|

erinnere mich jetzt wieder dieser Hochstehenden, die ich neulich im Film sah und die mich wundersam mit ihrem |enganliegenden Reitrock anrührte. Sie tän-

13

delte so mit der Peitsche und war anscheinend sorglos und tief tief unselig. Ach,

14

|?

was mir das für einen tiefergreifenden, einschneidenden Eindruck machte. Ich ?

vermag das gar nicht |geziemend auszudrücken. Das Und damals in Thun erhielt

15

ich ja einen Brief von einem anscheinend liebenswürdigen Menschen, und dieser

16

|

18

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Mensch, ich werde vielleicht [a]später ausgiebig auf ihn noch zu sprechen kom17

men, diente jener Hochstehenden |und ?frei in’s Leben Blickenden als Vorleser,

18

und dieser Vorleser gab ja dann auch in der Tat in jenen Tagen, die ich als sonnig |

Hochstehenden ~ [Hochgeborenen]Hochstehenden

zu bezeichnen mich für berechtigt halte, eine Zeitschrift, eine Art Magazin her19

aus, worin [die] Gedichte erschienen |die ich mir dazumal formlos und durchaus

20

freiwillig entstunden, indem sie mich gar nicht erst noch lange |um diesbezügliche höf‌liche Erlaubnis ersuchten, sondern so aus mir herausflogen, worüber

21

ich wohl nachher |ausführlich mich noch verbreiten werde, falls ich dazu kom-

22

me. Der Hochstehenden Kleid schien mir aus Samt |und so verhielt es sich auch, und ihre Umgebung duellierte sich ?wegen [ihr] [nichts] anderem als. Sie flößte

23

allen einen |so nachhaltigen ?Anteil ein und sie streichelte mit ihrem Wunder von

24

Händen schlanke schneeweiße und zutrauliche |Hunde, und so irrte sie auf ihrer

25

Lebenshöhe herum, fand den Weg nicht, und ich saß da und mußte das so |mit­ anschauen und dachte dabei an Thun, und dann übte sie sich in hohen Schuhen

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im Fechten und dann meldete |sich jemand, der sie zu sprechen wünschte. Ich

27

kann sagen, daß mich der Film bezauberte. Ich möchte natürlich sehr |sehr gern hierüber noch bezeichnender reden, bin aber einstweilen zufrieden und bitte Sie,

28

es ebenfalls zu sein |denn es ist in so schweren Zeiten, wie die unseren es sind,

29

unbedingt nötig, daß wir alle artig sind, liebreich und gütig | wie es einst Goethe schließlich war. O wie bin ich gerade auf ?dieses Wörtchen „schließlich“ so unge-

30

mein stolz, |ich kann gar nicht sagen, wie. Die Gebietende, ich meine die, die im

31

Film gebot und groß hervorleuchtete, |fand ?nirgends rechte Ruhe. Sie war also

32

sehr unruhig. Verstehen Sie mich nun aber auch in vollstem |Ausmaß? Speziell befriedigte ihre Ehe sie nicht, sie suchte sich natürlich diesbezüglich zu entschä-

33

digen, aber |ob ihr das gelang, wer, wer vermag es zu wissen? O welch einen hoheit-

34

vollen wehmutreichen Hut sie trug |Sie begab sich häufig auf Reisen. Ihr armer

35

Mann saß dann den Kopf in die Hand stützend da, er fühlte sich |einsam. Und ich saß auch so im Zuschauerraum da. Auf dieses Sitzen komme ich vielleicht noch

36

zurück wenn Sie es |mir erlauben. Für gütig genug, um das zu tun, halte ich Sie.

37

Es ist ja so nett, so außerordentlich angenehm, |sich von den Menschen ein schönes Bild zu machen. Ich suche mir diese Annehmlichkeit sooft wie möglich zu

38

verschaffen |und es gelingt mir [?eig]im Grunde immer wieder, weßhalb ich riesig,

39

ich möchte sagen milliönisch zu beneiden bin. Ich |beneide mich um dieser Beneidenswürdigkeit willen. Verstehen Sie, wie ich das meine. Und nun wieder je-

40

ner Vorleser, | von dem ich sagte, ich würde gelegentlich auf ihn zurückkommen.

41

Ich sage nicht, wie er heißt. Er lebt vielleicht noch |und ?da[rum]s Namennennen könnte ihn verstimmen. Man muß Sorge tragen, daß man niemand weh tut. Das

42

ist eine |unserer obersten und feinsten Pflichten. Vielleicht gab sich die, die auf

43

des Daseins Höhe stand, auch ab und zu |mit Dichten u. s. w. ab. Vielleicht auch mit Malen. Sie besaß jedenfalls eine Reihe entzückend gelegener Schlösser, und

44

dennoch schien ihr ständig etwas zu fehlen. Hierüber vielleicht später mehr.

|

45

Nicht wahr, Sie sind mit diesem |[a]Aufsatzhaften hier einverstanden? ? War es

46

fein. Gewiß, ich glaube selber an das Dezente darin. Ich bin von |meinem Erzeugnis ganz benommen, fast beklommen, und ich finde das hübsch. Unsicherheiten

47

verleihen uns Ruhe |und die Sicherheiten, ich meine, die Bestimmtheiten, geben

48

uns manchmal wieder zu Unbestimmtheiten ?hübsch Anlaß. |Und so will ich denn

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glauben, ich hätte euch einen genügenden Begriff von meiner Hochachtung vor der Hochzuachtenden |gegeben, die sich einen Vorleser hielt, der mir einmal vor

49

vielen vielen Jahren einen riesig netten Brief schrieb und den ich aus Zartheits-

50

gründen nicht nenne, was ich bereits demutvoll hervorhob und nochmal um der

51

|

|?

Wichtigkeit willen sage, denn daß wir aufeinander Rücksicht nehmen, würden wichtig ~ richtig

Sie gewiß |auch für tunlich erachten und für köstlich und wichtig halten. Adieu

52

unterdessen. Ich muß zum Essen

482 r/ XII

Das lass ich mir aber nicht auch nehmen. Nachgerade wurde mir doch schon bei-

1

nah allzu viel untersagt Ich sah den Cogan[,] Sie wissen, diesen Stern am Film-

2

himmel, und seitdem ich ihn sah, imitiere ich ihn, wo mir das passend vorkommt.

3

Ich fand nämlich, er sei ein kleines Genie. Soll man nun etwa Genies nicht nach-

4

ahmen dürfen. Das kann doch gar keine Frage sein. Cogan zu spielen, bleibt für

5

|

|

|

?

|

mich ein Genuß, den ich ersuchen möchte mir zu gönnen. Bin ich etwa nicht schon arm genug? |Seine Augen sind schwarz, die meinigen sind blau, von ei-

6

ner gewissen stählernen Bläue. Ob dieser Unterschied ein Hindernis darstellen

7

|

könnte. Ich finde es nicht, und andere werden so höf‌lich sein, [sich] auch nicht auf |diese Meinung zu versteifen. Etwas Heiteres ist an ihm[,] und wie ich glaube,

8

Heiterkeit scheint mir erstrebenswert An der Heiterkeit ist etwas in gesundem

9

Rahmen Soziales, etwas wie ich glauben möchte, harmlos Internationales. Allen

10

|

|

Völkern sowohl wie Individuen, gleichviel unter welchem Breitengrad sie leben, tut sicher ein wohlabgewogenes Maß von Fröhlichkeit gut. Er spielt sich freilich

11

gern ein bischen den Vornehmen und tut das vielleicht allzu ungezwungen. Sein

12

Spiel amüsiert ihn, aber indem [es]dies der Fall ist, amüsiert er damit auch andere.

13

Und weil ich diesen kleinen Helden so allerliebst fand, wofür man womöglich

14

|

das ~ dies

|

|

|

Entschuldigung findet, ging ich z. B. vorgestern hin, wohin ich vielleicht besser getan hätte, |nicht hinzumarschieren, nämlich in’s Café zur hohen Gottheit oder

15

wie Sie’s betitelt [zu] haben wünschen könnten und führte mich da hochgradig

16

coganmäßig auf. Ich war und blieb unnahbar. Auf die Musik zu lauschen, verbot

17

|

|

ich mir strengstens. Eintretende anzuschauen, meine Mitmenschen also eines Blickes zu |würdigen, erschien mir als außerhalb meiner Rolle liegend. Ich war

18

etwas wie ein Königssohn, hielt am Glauben fest, jede Bewegung sei für mich

19

ungeziemend. Infolgedessen saß ich 〈auf〉 samtüberzogenem Stuhl regungslos

20

|

|

?

da, gleich einem Emailbildnis. Fordern Sie nie und nimmer von mir, ich solle Ihnen auseinander|legen, wie ich mir spaßhaft vorkam. Sollte es etwa verboten

21

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