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Seeland (Manuskript)

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Robert Walser Kritische Ausgabe sämtlicher Drucke und Manuskripte

Band IV 3 Seeland (Manuskript)


Robert Walser Kritische Ausgabe sämtlicher Drucke und Manuskripte

herausgegeben von Wolfram Groddeck und Barbara von Reibnitz

Abteilung IV (Werkmanuskripte) Band 3

Dieses E-Book ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und verfügt u.a. über folgende Funktionen: Volltextsuche, klickbares Inhaltsverzeichnis, Lesezeichenstruktur sowie Verlinkungen zu Internetseiten. Die gedruckte Ausgabe ist im Buchhandel und über www.schwabeverlag.ch sowie www.stroemfeld.com erhältlich.


Robert Walser Seeland (Manuskript)

herausgegeben von Fabian Grossenbacher, Christian Walt und Wolfram Groddeck


Herausgegeben im Auftrag der Stiftung für eine Kritische Robert Walser-Ausgabe, Basel Editorial Board: Prof. Dr. Alexander Honold, Universität Basel Prof. Dr. Davide Giuriato, Universität Zürich Publiziert mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung und der Swisslos-Fonds Basel-Stadt, Bern und Zürich. Die UBS-Kulturstiftung hat dankenswerterweise Kosten für die Digitalisierung der Handschriften übernommen.

Abdruck der Faksimiles mit freundlicher Genehmigung der Robert Walser-Stiftung Bern Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar ISBN 978-3-86600-279-1 (Stroemfeld) ISBN 978-3-7965-3705-9 (Schwabe) ISBN E-BOOK 978-3-7965-3887-2 DOI 10.24894/978-3-7965-3887-2 Publiziert durch die Stiftung für eine Kritische Robert Walser-Ausgabe, Basel Copyright für die Texte von Robert Walser, mit freundlicher Genehmigung der Inhaberin der Rechte, der Robert Walser-Stiftung Bern © Suhrkamp Verlag, Zürich 1978 und 1986 Alle Rechte bei und vorbehalten durch die Suhrkamp Verlag AG Berlin

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Attribution-NonCommercialNoDerivatives 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0)

Eine Gemeinschaftsproduktion von Stroemfeld Verlag CH-4054 Basel, Altkircherstrasse 17 D-60322 Frankfurt am Main, Holzhausenstraße 4 Schwabe Verlag CH-4010 Basel, Steinentorstrasse 13 Layout und Satz: Doris Kern, Frankfurt am Main; Fabian Grossenbacher und Christian Walt, Zürich Druck und Verarbeitung: Hubert & Co., Göttingen www.stroemfeld.de www.schwabe.ch www.kritische-walser-ausgabe.ch


Inhalt

Seeland Faksimiles, diplomatische Umschrift Leben eines Malers Reisebericht Naturstudie Der Spaziergang Das Bild des Vaters Hans

6–181 8 30 54 74 130 150

Editorisches Nachwort

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Apparat zur textgenetischen Darstellung mehrschichtiger Ăœberarbeitungsprozesse

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Editorische Zeichen

202


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Seeland von

Robert Walser Inhalt: Leben eines Malers Reisebericht Naturstudie Der Spaziergang Das Bild des Vaters Hans

Dem Inhaltsverzeichnis sind die Seitenzahlen beizugeben. Korrektur nach Biel, Hotel Blaues Kreuz oder falls der Autor

im Militärdienste: R.W. Füsilier Landwehrbataillon 134 / III Feldpost.

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Leben eines Malers In früher Jugend saß er in einer Dachstube und zeichnete einen Reiter. Die Zeichnung kaufte

[7] [9]

ein kunstliebender Herr für zwanzig Franken, wodurch er sich vielleicht einbilden mochte, ein jugendliches Talent wesentlich ermutigt zu haben. Zwanzig Franken scheinen aber immerhin für 5

einen unbemittelten jungen Mann, der Künstler werden will, eine ziemlich geringfügige Unterstützung zu sein[.], [die]Solcherlei spärliche Gönnerschaft kann zu unaufhörlicher Dankbarkeit kaum dürfte verpflichten. Ein Lächeln ist hier am Platz[.]e sein. Die Welt war voll Holperigkeiten und Schwierigkeiten, voll Kälte und Unanteilnahme und

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der junge Mann war arm. Weich ging er einher, scheinbar früh schon klug und reif. Sein Gesicht und Benehmen deuteten auf etwas Tiefes und Abenteuerliches, ließen eine seltsame Seele, einen

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träumenden Charakter ahnen. Noch war er ungeschult und sollte sich nun langsam Bahn brechen. In um Den Kopf trug er leicht gesenkt.d[Die]den Augen [¿]lag es wie eine beständige Sorge, als sähen siedall fast die heiklen Dinge, die auf den Jüngling harrten, der so zart nurdzu zart fühlte. Die Zartheit wittert rasch und intensiv, was eine grobe Haut kaum weder von Weitem noch in der Nähe wahrnimmt und merkt. Zartheit war das Merkmal unseres jungen Malers. Da und dorthin kam er, schlug sich tapfer durch, malte auf allerlei Manier kleine Landschaften,

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Wiesenabhänge mit blühenden Bäumen, Regen, Schnee und Sonne, den Herbst, den Sommer, denWinter, den stürmischen, seltsamen, gedankenreichen Frühling, einen blühenden Kirschbaum in regnerischem Grün, ein Bauernhaus in der Mittagshitze, oder einen schäumenden, in dunklem Wald- und Schluchtengrün verborgenen Bergbach, eine gelbliche sonnige Bergfläche ( Vogesen) wieder einmal bloß ein blumenreiches Wienstück Wiesenstück oder ein Krautfeld

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im feuchtschimmernden, glücklichen, fröhlichblitzenden Morgenlicht. In einer Art Kunstschule zeichnete er Kinder- Männer- und Frauenkörper nach Modell. Natur und Malerei wurden ihm ein Endloses. Seine Lehrer bezeugten ihm, daß er fleißig und talentiert sei. Staatlicherseits wurde ihm auf ein bittendes Gesuch hin eine bescheidene Summe als Unterstützung überwiesen, doch die Kunst ist ein schwindelnd hoher Felsen, und wer einem angehenden,

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klimmenden Künstler etwas Weniges in Geld gibt oder in guten Ratschlägen verabfolgt, ist sich wohl selten oder überhaupt nicht bewußt, wie wenig er im Verhältnis zu den Schwierig keiten zu helfen darzubieten vermag, die sich vor der Künstlerseele und dem Künstlerkopf auftürmen, durch die sich sein Herz hindurch zu arbeiten hat. Man wagt zu sagen, daß sich

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Leute, die ein regelmäßig auf sie niederregnendes Monats- und Jahresgehalt beziehen, sich was ohne Frage eine höchst angenehme Anstalt ist, sichdvom Gefahrendasein des unabhängig schaffenden Künstlers schwerlich einen richtigen Begriff zu machen vermögen. Freiheit und Unabhängigkeit setzen unabläßigen harten Kampf voraus. Ein gewisser Zug sanften Leidens und ein Ausdruck von zarter, edler Gelassenheit, die ihn auszu

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zeichnen begannen, machten ihn schön. Vielleicht sind duldsame Menschen mutiger als ungestüme. Letztere wollen doch immer nur, so scheint es, eine gewisse Angst überrennen. Auf einer malenden Wanderung, die ihn durch mildes süßes September- und Oktoberland und durch Dörfer führte, deren freisinnige, häusliche Behaglichkeit ihm gar wohl gefielen, übernachtete er in ländlichen oder Stadtgasthäusern, wie es sich fügen mochte. Ein freundlicher

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Maler-Kamerad begleitete ihn. Beide zogen frisch und fröhlich auf zart geröteten weichen Landschaftsstraßen- und Wegen leicht dahin. Wie ein goldig blitzendes Meer lag die Welt vor ihnen. [¿]Der Morgen gutmütige Morgen in seiner weißen Nebelhaftigkeit war wunderbar, und stellte sich der Mittag im warmen Wirtshausgartendwar [an]reich an Ruhe und Freude [.]dar. Meist gab es

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Paginierung mit Bleistift am linken oberen Rand, vmtl. von Walsers Hand,

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vgl. das Editorische Nachwort, S. 184 11

Abenteuerliches] im Wort senkrechte Bleistiftmarkierung, vmtl. von fremder Hand

wahrnimmt] danach senkrechte Bleistiftmarkierung, vmtl. von fremder Hand

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SchluchtengrĂźn] danach senkrechte Bleistiftmarkierung, vmtl. von fremder Hand

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da ein friedliches, verständiges Geplauder mit Wirt, Wirtin oder Hausgesinde. Die Abende zogen wie reichgekleidete Königssöhne einher, mit gütigen, goldenen Augen, die unnennbar selig träumten. Alles klang dann süß. Von den tiefgrünen weitumhergebr[-]ei teten Matten tönten angenehme Kuhglocken; liebe, sanfte Tiere weideten in der rührend 5

schönen, freien, gutwilligen Abendwelt bescheiden umher, alle fröhlichen stillen Wege waren voll ruhigschreitender menschlicher Gestalten; Vaterlands- und Volkslieder- und Vaterlandslieder drangen von da und dorther in die aufmerksam lauschenden Ohren beider junger Wanderer. Als-

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dann kam die Nacht mit schauervoller Wirrnis, dichter Finsternis, Mondschein in einsamen Schluchten, Sternen und [¿]beruhigten Gedanken. In der Finsternis sind unsere Gedanken still wie kleine Kinder, die welche schlafen. Ein Licht kam; Tannen standen daneben, es war ein Wirtshaus, unsere Künstler kehrten als späte nächtliche Gesellen leise ein. Andern Tags gingen sie über die Berge, bis sie am Abend wieder in eine schöne Niederung und freundliche Abendlandschaft niederstiegen[-] und herabsanken. Mild und gelind und doch auch stark und feurig sah er aus. Etwas wie einen ruhigen Natur15

anblick bot er dar. Sein Wesen, dem sich ein Hauch von Nachdenklichkeit, in gewissem Sinn ein Ton leisen Schmerzes beigesellte, war still und heiter. In einer Stadt, wo er sein Gewerbe weiter-

trieb, gab es zu malen eine feine dunkle Vorstadt mit Häuschen im Novemberabendzustand, von Sorte Poesie ernster Art mitdmehr ernster, düstrer als glänzender Art, eher Trauer und Grau als leuchten20 wie de Freude. Trauer kann aber einem Künstler eine ebenso große Freude sein als diese selber. Ferner gab es zu malen [¿]oder skizzieren eine neblige Grube in silbern-gelbem Ton, mit fieberis schem Herbstlaub, Schönheit [¿]sozusagen des Todes, Reiz und Annehmlichkeit des Ernstes. Schon hatte 25

der Maler Mappen voll [¿]Studien. Einmal kamen ein Herr und eine Dame zu ihm, die sich alles Geschaffene vorlegen ließen und mit großem Interesse betrachteten. Im Winter reiste er in eine kleine, mauerumwundene, von jedweder Eisenbahn noch unberü[¿]hrte

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Landstadt, wo er den Auftrag zu erledigen hatte, einen Tanzsaal mit Wandverzierungen zu schmü-cken. Die Wintergegend bezauberte ihn. Ein Mensch mit flinken Beinen, nämlich sein Bruder, 30

lief eines Tages in höchstem Eifer, d. h. im Sturm zu ihm hin, um ko feststellen zu können, wie der Maler wohne und hause. Beide unternahmen sogleich eine Januarwanderung und konnten so den lieben geheimnisvollen edlen Winter wie nie zuvor kennen lernen. Zierliche Hügel samt zierlichen Bäumen waren vorsichtig mit kindheithaft zartem Schnee überschneit. Unschuldiger und seelenvoller kann der ein schöner Traum nicht sein. Zu all dem Feinen und Artigen, das

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umher verstreut lag, war der Himmel blau und warm wie im Frühling, jeder Zweig und Tannenast war mit Weiß belegt und bedeckt, und jedes Hausdach ebenfalls, und d[ie]urch das weiße Weihnachts- und Neujahrsland [¿]schlängelten sich gelbliche und bräunliche Wege. Wärme und Kälte schienen sich zu liebkosen, wie wenn der Winter habe vergessen wollen, daß er der gestrenge Herr und Meister sei. Da und dort schauten aus dem Weiß nasse warme zärtliche Flecken von

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Wiesengrün her, das, wie man sagen möchte, den Wunderglanz eines sich nach Liebe sehnenden

jungen Menschenherzens besaß. Jugendglanz- und Freude mitten im Winter-Alter- und Ernst. gaben sich Alles so säuberlich, gutherzig, tief und süß. Selbstverständlich träumtenddie beiden Freunde oder mit [P]phantasieren und [T]träumen ab 45 Brüder. Als es dunkelte, kam ihnen die Welt überwältigend schön, ernst und groß vor. Sie zogen in ein stilles Dorf, die Seelen voll Melodie[n] und kühnen Plänen.

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die] Streichung mit Bleifstift nachgezogen

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Es wurde Frühling. Durch die Straßen ging etwas Ergreifendes sowohl als Farbe wie als Klang,

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als Wind wie als Luft. Bald war’s hell, bald dunkel. Abende und Nächte waren märchenhaft. Zärtlich wölbte sich der Himmel über die Erde. Frauen und Kinder machten große Augen. Früh morgens lag noch kalter Reif auf den reizenden Matten. In einem Bauernhaus auf dem Berg, nah 5

bei der Stadt, mietete der Maler ein bescheidenes aber entzückendes Zimmer. Tannen standen [d]Dicht am traulichen gardinengeschmückten Fenster standen Tannen. Die niedrige bequeme Stube war so warm, so heimlich. Gebildet und gezeichnet wurde hier Manches, so ein lichter Morgen und ein es Waldstück. Es schneite [n]Nochmals, dann kamen die Blüten, so daß der Berg ganz rötlich und weiß[,]

und wurde, die kleinen Häuser von der P Blütenpracht fast b[¿]egraben wurden. Des Nachts warf der schöne gute Mond sein blasses Licht auf die schon für sich weißen zarten Bäume. Der Maler verreiste und erkrankte. Nur wie durch ein Wunder schien er dem Elend, worin er lag, wieder zu entrinnen. [A]Der Tod schaute ihn mit bleichem Antlitz ernst an, ging aber mit

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bewunderungswürdiger nachläßiger Geste an ihm vorbei und verschonte ihn, sonderbarer Freund [,]in sich der Tat, den niemand zum Kameraden wünscht. Leidlich wiederhergestellt, kehrte unser junger Kämpfer zurück. Auf einer waghalsigen, ?[ku]A Alpenwanderung wurden Hunger, Durst und Erschöpfung wacker überwunden. Im Herbst sah

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er sich in ein artiges Hügelland, d. h. in eine anziehende nette kleine Stadt versetzt, wo er 20

fleißig weiterstrebte. Hier enst entstanden ihm ein lieblich-weicher Rebberg, leicht und duftig in Form und Farbe, fast eher geträumt und erdacht als gemalt, mit wohnlichem Rebhäuschen in den Reben und ernstlichem Waldrand oben auf der Anhöhe. Weiter ein bräunlicher Holzplatz, abendlich-dunkel, angelehnt an grünen Tannenhintergrund. Ebenso eine nachdenkliche Abendaussicht [¿]hinter geisterhaft weißer, feiner Fenstergardine und manches Andere. Die zeichnende

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Hand wurde vorsichtiger, bedächtiger. Gewisse jugendliche Müdigkeiten gaben den Bildern einen Anhauch [¿]von Resignation. Der Künstler stritt mit dem Menschen im Künstler, welcher wohl von Beiden größere Rechte habe. Wo der Mensch doch auch Mensch sein und leben wollte, hätte der Künstler nur immer arbeiten, lernen und umlernen sollen. Das Leben war doch gar zu arm und streng, und wie war wieder die Natur so reich, das Land so schön. Ein Schmerz

um die Kunst wie um den Menschen stellte sich ein, woraus harte Kämpfe entstanden. Bald und schien dem Künstler die Kunst, bald wieder derdMensch und Mann verlassen und vernachläßigt. zornig wies -rief Während Zornig wies der Künstlerdauf Palette und Pinseldund rief dem Manne zu[-][:]d [:] „Schaffe!“, hielt 35 dieser Letzterer dem drängenden Künstler entgegen: „Wie kann ich schaffen, wenn ich nicht 30

atmen und leben darf ?“ Der schon in jungen Jahren mit den verschiedensten Nöten und Gefahren wacker gestritten hatte, kam eines Tages, wie wenn er aus weiter Ferne komme[nd], in ein Haus mit den 40

Manieren eines Menschen, der große Sorge erfahren hat und der weiß, daß [d]ihn der mühevolle Streit getreulich, gleich anhänglichem merkwürdigen Gesellen, getreulich durch’s ganze Leben begleiten würde, um ihm in ein Haus. Seine Haltung deutete auf Entschlossenheit, gelassenen Gehorsam gegenüber etwas Höherem. Ähnlich marschiert ein gedienter Soldat daher, der Proben seiner Brauchbarkeit im Feld

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ablegte: Freundlich, weich und mutig. Wer im Kampf gestanden ist, findet Wichtigtun für seiner unwürdig. Kummer kleidet einen jungen Mann vorzüglich. Still überwundene seelische und körperliche Anstrengung spricht als eine Art Vornehmheit, ohne der Worte zu bedür -fen, deutlich aus der geringsten Gebärde. Die Manieren eines Kämpfers sind ohne Zweifel

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Alpenwanderung] Bleistiftmarkierung am linken Rand, vmtl. von fremder Hand

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dieser / Letzterer] Streichung und EinfĂźgung mit Bleistift

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immer schöner als die eines Genießers. Der Hausfrau gefiel er, der sich delikat und zugleich männlich benahm. Männlichkeit und Delikatesse, womit er sich benahm, gefielen der Hausfrau. Sie liebte ihn und brachte es nicht über sich, ihm das nicht zu zeigen. Zur Künstlernot gesellt sich nun eine neue: Die Liebe! Mit einem Plakat, das er entwirft, 5

verdient er einiges Geld. Auf dem blonden Haar und nachdenklichen Kopf trägt er einen armen, dummen, weichen, verdrückten, formvollendeten, freilich ein wenig wunderlichen, runden lächerlichen Hut, eine Art verbogenen rostigen Kochtopf, ein Ungeheuer von Hut, [¿¿]der mit tiefer hoher, phantastischer, unförmiger greulicher Bratpfanne mehr Ähnlichkeit hat, als scheinbar

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absolut nötig ist. Doch die Frau findet den Hut und den Menschen darunter rührend schön. Welche nicht nicht edle, feine Frau findet einen schönen Menschen deßhalb noch viel schöner, weil er arm ist

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und schlecht gekleidet geht? Sie lud ihn mehrfach zum Essen ein und fand himmlisch schön, daß sie ihm sozusagen hie und da zu essen geben könne. Ihm die[s]ses und jenes Geschenk machen zu dürfen, bereitete ihr 15

eine Wonne. „Er ist bedürftig, und dennoch erscheint er mir wertvoller als alle andern Menschen“, sagt sie sich und unwillkürlich faltet sie die Hände, um zu beten. Liebe zu einem Menschen erzeugt Liebe zum Unendlichen. Liebende sind immer fromm und gläubig, und Glückliche nur haben einen Vater im Hi el. Der Maler war über so viel Zärtlichkeit und Mitleid erschüttert. Indessen runzelte die Kunst,

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falls man sich so ausdrücken darf, unzufrieden die Stirne. Drohend neben ihm stehend, fragte sie ihn: „Und ich?“ Es fragt sich in der Tat, ob Liebe und Kunst überhaupt einander zu ertragen vererst mögen. Nach Jahrend, wenn aus dem Wanderer und Ringer ein [¿]reicher Meister geworden und eine notwendige Entwicklung beendet ist, könnte dies vielleicht gelungen und alle derartigen

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Fragen überflüssig gemacht worden sein. Den Lernenden aber riß die Kunst gebieterisch von der Frau, die ihn liebte und die er liebte, fort in ein weiteres Bemühen, Lernen, Wagen, Suchen und Schaffen hinaus. Wie der Künstler nicht als gefühllos und hart hingestellt werden kann, wenn er Liebes abschüttelt, um den Gesetzen zu gehorchen, denen er dienen muß, so kann auch der Soldat nicht der Härte und Grausamkeit be-

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schuldigt werden, der, indem er ohne Mitleid tut, was schrecklich ist, nur seine Pflicht und Schuldigkeit befriedigt. Im Mai, da alles grünte und blühte, kam es zum Abschied[.], Vergeblich klagte die Frau der sich groß und tragisch wie ein Drama gestaltete. Vergeblich klagte die Frau. Klänge und verzweifelte Gebärden, Empfindungen, Farben, Worte kamen hier vor wie bei der schmelzenden

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erschütternden Oper von Mozart und wie bei einem Sonnenuntergang, wo die Sonne, bevor sie sich von der geliebten Erde trennt, dieselbe mit grandioser Zärtlichkeit überströmt undmit flammenden brennenden Abschiedsküssen überschüttet. Man sagt, daß die Armut ein strenger Herr sei, und das wird wahr sein. Tägliche Notd[ü][u]rftigkeit macht nicht viele Umstände. Manche Leute merken es am schmalen kargen täglichen Brot [,]ohne

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Weiteres, [w]von woher der Wind weht[.], wogegen behäbige wohlsituierte Herrschaften auf Vieles nicht zu achten brauchen, weil sie durchaus nicht nötig haben, genau aufzupassen, recht [e¿]sehr empfehlenswerter Zustand immerhin. Wer arm und unbeschützt ist, spitzt ganz von selber, d. h. instinktiv seine Ohren[,] und man braucht ihn nicht erst lange zu ermahnen, scharf zu spähen. Der Selbsterhaltungstrieb besorgt Solches glatt und nett[,][;] und kurz und gut, der junge Maler

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war Proletarier, und er nahm jetzt den Pinsel nur wieder fester in die Hand und setzte seine

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die[s]ses] Binnen-s überschreibt Schluss-s

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Ohren[,]] Komma mit Bleistift

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Notd[ü][u]rftigkeit] Überschreibung und Streichung mit Bleistift

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nett[,][;] und] Überschreibung und Streichung mit Bleistift

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seine Arbeit, da es vorwärtszukommen galt, entschlossen fort. „Das, was man so Liebe

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nennt“, sprach er zu sich selber, „ist sicherlich schön, doch dabei hintanstehen und behaglich verkommen[,] kann unmöglich schön sein und macht leider nicht den geringsten Spaß. Vorwärts jetzt!

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Beeilen Sie sich gefällig ein wenig, mein sehr geehrter Herr. Wir müssen uns nun herumtu eln uns und arbeiten, damit wir es in der Welt, diedso hübsch zu sein scheint, in Gottes Namen zu irgendetwas bringen. Fort jetzt mit Gefühlen, bitte freundlich. Kaltblütig nachgerade und energisch – Hallo! Und nun nicht noch einige tausend Meter lang gezögert. Das verfluchte Träumen und Zaudern. Nimmt mich wunder, w[ie]er Lust haben könnte, mir Geld hiefür zu geben. Und vom vornehm tun

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lebt man auch nicht lange. Also an die Arbeit, denn kräftige muntere Arbeit soll mir in der Tat eine Er[¿] frischung sein. Nur Arbeit ist ja eigentliches rechtes Leben, Vergnügen, innerliche Freude und Daseinslust. Man muß nur mutig hineinspringen in’s scheinbar kalte Bad, das dich anfänglich

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schaudert, nachher aber königlich ergötzt und erquickt. Und Geld, Künstler!, ist schließlich auch nicht da bloß nur so zu verachten, weil sich mit Geld, wovon ich überzeugt bin, manche ungemein hübsche Sachen kaufen lassen. Ich zweifle keinen Augenblick mehr daran, daß ich wie ein Sklav und Schuft schaffen will, aber ebenso wenig will ich dulden, daß mir der Spaß an der Welt, der mir sehr berechtigt vorkommt, verleidet werden soll.“ Solchermaßen ermunterte er sich, feuerte er sich an, setzte er sich in belebende Bewegung,

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heiterte er sich frisch auf und gewann er Mut, Sicherheit und Zuversicht. Unmerklich wurde ihm die Not selber ein wahrer, guter Freund oder eine, wenn man will, eine Freundin, v a die ihn antrieb und mit fröhlichen, befehlshaberischen Winken in das Vorwärts und Aufwärts jagte. Indem er sein Werkzeug zur Hand nahm und gutwillig schaffte, beteiligte er sich

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gewissermaßen an einem Unternehmen, dessen Zustandekommen ihn lebhaft interessierte, oder an einer Aufführung, deren Bau ihn höchlich belustigte. Schaffen war ihm nun die große Freude, Tätigkeit das große Vergnügen. Freundlicher Schwung und heitere Liebe zum Leben flogen an ihn an und in ihn hinein. Er fing bald an, kleine Fröhlichkeiten so hoch zu schätzen,

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wie sie es verdienen, da doch das Leben schließlich aus zahlreichen kleinen Wichtigkeiten oder anbedeutsamen Kleinigkeiten zusa engesetzt ist. Er gewöhnte sich zu achten und sich eigen zu eignen, was er bisher geringgeschätzt, mithin allzu wenig beachtet hatte. Was man ver-

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achtet, das unterschätzt man. In Kurzem hatte er für eine gewisse Eleganz zu sorgen zu sein verstanden, die den tätigen Menschen durchaus nicht hinderte, arbeitsamd, und den Arbeiter [¿]bei der Arbeit in keiner Weise störte. Dadurch, daß er seine Empfindungen bändigte und seine Einbildungen zügelte, machte er die besten Fortschritte, und indem er sich fähig sah entschlossen hatte, den Gedanken, daß er in der Welt irgend etwas wie verstoßen oder

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verlassen sei, ruhig aufzugeben, verlor er nur, was ihm nichts nützte, gewann aber aber dafürdetwas sehr Angenehmes, nämlich festen Boden unter die Füße und Vertraulichkeit unter den Leuten sowohl wie in sich selber. Insofern er harmlos unter Menschen zu treten sich nun nicht mehr scheute, bekundete er Genie, wodurch er ungeahnte Kräfte eroberte. Er sah ein, daß Absondern eine Schwäche sei. Mit solcher[¿]lei Einsicht bewaffnet,

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wagte er der Meinung zu sein, daß die Mädchen zu hübsch und zu liebenswürdig seien, als um Lust und Heldenmut genug zu haben, unempfänglich an ihnen vorbeizugehen. Rund um sich in der blauen hellen Welt erblickte er mit einmal tausend offene und geheime, es belebende beglückende, kleine süße Reize, unddkonnte ihm unmöglich einfallen, zu glauben,

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daß es ein unrichtig oder gar sündhaft sei, redlich zu lieben, was er entdeckte. Alles, was

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kommen[,] ] Komma und Streichung mit Bleistift

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man unter „Liebe“ versteht, wurde ihm heller und lustiger, tätlicher und darum wohliger. Da er s sich an das lockende Alltägliche warf und fröhlich das sogenannte Gees meine an sich riß, um es behaglich zu erleben, wie es lebenslustige Menschendzu 5

allen Zeiten erlebten, war er wie befreit, worüber er herzlich lachte. Seine Befreiung jedweder aus der Unlust verschaffte ihm die schönsten Stunden und machte ihn mehr und mehr zum Menschen unter Menschen. Er zog in die Berge, wo er sich für eine Zeit lang in einer Bauernstube einnistete.

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Entzückend war das entlegene Bergdorf auf einsamer freier Höhe. In den Bergen ist es wundervoll, wie dann und wann noch im Frühling dichter Schnee niederfällt, wodurch

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alles in Weltentrücktheit verwandelt wird. Er malte dort einige kräftige Bilder, darunter sonderlich eine dunkle Juralandschaft, genannt „Bözingenberg“, waldiger Bergabhang in Vorfrühlingsabendluft, stark und schön 15

empfunden,. Dann ging er fort, wieder in die großen Städte, unter die vielen Menschen, wo er ehrlichen Straßenbahnschaffnern durch sein eigentümlich sinnendes Gehen und Wesen, langsame Gangart und Berghut auf dem Landschafterkopf auffiel und Staunen einflößte. Eine Schloßparkallee wurde gemalt. Große gelbe Kastanienblätter liegen am Boden, und

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andere Blätter, die noch an Ästen hängen, spiegeln sich in einer Regenwasserlache klar ab. Großer ruhiger Ausdruck. Man kann sagen, daß das Bild einem Gesichte glich, worin sich Seele und zugleich Energie widerspiegeln. Auch wurde ein Fenster nebst hoher Gardine und Blumentopf geschaffen, eine geistvolle und eigentümliche Arbeit voll einer schimmernden Blässe, derart, als wenn die Farben durch einen

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edlen Geist gesättigt seien, und so, als sei nicht so sehr der Gegenstand wie vielmehr die Seele desselben gemalt, nämlich sozusagen der Eindruck oder [die]das [D]dichtende, erzählende Element, sich wie wenn sich neben und hinter dem Bilde irgend etwas Bedeutsames zut[¿]rüge, oder so, als führe

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der gemalte Gegenstand im Bilde ein durchaus selbständiges sinnreiches, fühlendes, ereignismäßivor hin ges Leben und. Die gemalten Dingen können in der Tat träumen, für sichdlächeln, für sich

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selber sprechen oder trauern. In der Seele des Malers begann sich ein seltsames romantisches Wesen zu entfalten, das

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vom Lesen, doch auch vom Leben selber herrührend, in die Malerei überging. Seine dunkeldurchaus tönenden Bilder schienendseinem romantischen Fühlen zu entsprechen. Die Festigkeit der Pinselführung entsprach der Gesinnung und Haltung des gereifteren Mannes. Was er jetzt malte, erhielt den Klang und Reiz des Sonderbaren, den Charakter des Ernsthaften, ja, falls man will, des Tiefsinnigen. Neben einem gewissen Suchenden und Fragenden, womit sie durchglänzt

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scheinen, lassen die Bilder einen freilich ungemein zarten, nichtsdestoweniger unumwundenen Zug von [¿]Sinnlichkeit erkennen. Etwas Sinniges drückt ihnen seinen Stempel auf. Träumen, Sinnen, Phantasieren fließen als Grün, Gold und Blau in sie hinein die Malerei hinein. Er malte z. B. Tannen, die wie „in Gedanken versunken“ dastanden, ähnlich wie man Menschen oftmals über sich selbst Betrachtungen anstellen sehen kann. Er las mit Vorliebe Dichter, die

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sich völlig nur dem Dichten preisgaben, Schönheiten innerhalb der Literatur absolute Schönheiten, sich Jean Paul, Büchner oder Brentano, die weniger lehrhaft wie ganz einfach [¿¿]nur leidend, freu end und bildend sich ge dargegeben haben, zuweilen irrende, dafür aber schöne und wahre Naturen[.], aber auch die durchaus nicht fehlerfrei waren, es jedoch nie und nimmer sein wollten, weil sie es nicht sein konnten. Solcherlei Lektüre war dem Maler ein tiefes Bedürfnis. Man sollte niemals

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