

Philoso phieren im
Logischer Empirismus und Kritische Theorie
1933–1945

Philosophieren im Exil
Logischer Empirismus und Kritische Theorie 1933 – 1945
Schwabe Verlag
Die Veröffentlichung wurde durch den Open-Access-Fonds der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena als Teil des DFG-Programms « Open-Access-Publikationskosten » ( Projektnummer : 512648189 ), den Zukunftsfonds der Republik Österreich und den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus unterstützt. Entstanden ist die Arbeit größtenteils im Kontext des DFG-Projekts « Nachmetaphysisches Philosophieren. Kritische Theorie, Philosophische Anthropologie und Logischer Empirismus in vergleichender Perspektive » ( Projektnummer : 444811456 ).
Bei der vorliegenden Publikation handelt es sich um die überarbeitete Fassung einer Dissertation, die im Dezember 2024 von der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena angenommen wurde. Die Arbeit wurde 2026 mit dem « Claus-Dieter Krohn Preis für Exilforschung » der WeichmannStiftung ausgezeichnet.
Open Access : Wo nicht anders festgehalten, ist diese Publikation lizenziert unter der Creative-CommonsLizenz Namensnennung-Share Alike 4.0 International ( CC BY-SA 4.0 ).
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie ; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http ://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2026 Max Beck, veröffentlicht durch Schwabe Verlag Basel, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz
Die Verwendung des Inhalts zum Zwecke der Entwicklung oder des Trainings von KI-Systemen ohne Zustimmung des Verlags ist untersagt.
Cover : icona basel gmbh, Basel
Korrektorat : Ulrike Ebenritter, Gießen
Layout : icona basel gmbh, Basel
Satz : 3w+p, Rimpar
Druck : Prime Rate Kft., Budapest
Printed in the EU
Herstellerinformation : Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, St. Alban-Vorstadt 76, CH-4052 Basel, info@schwabeverlag.ch
Verantwortliche Person gem. Art. 16 GPSR : Schwabe Verlag GmbH, Marienstraße 28, D-10117 Berlin, info@schwabeverlag.de
ISBN Printausgabe 978-3-7965-5597-8
ISBN eBook ( PDF ) 978-3-7965-5598-5
DOI 10.24894/978-3-7965-5598-5
Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt.
rights@schwabe.ch www.schwabe.ch
Einleitung
Kapitel 1
1.1 Die Entstehung von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie
1.4
Kapitel 2 Abschied
2.1 Philosophie vor dem Hintergrund von Nationalsozialismus und Austrofaschismus
2.2 « Gründe » für die Verfolgung
2.3 Die Emigration nach 1933/34
2.4
2.5 Vorübergehende oder dauerhafte Emigration
2.6 Fazit : Der erzwungene Weggang aus Deutschland und Österreich
Kapitel 3
Thinking in another language. Die Affinität von Philosophie zu bestimmten Sprachen
3.1 Biografische Berührungspunkte und Einschätzungen der neuen Sprachen .
3.2 Forderungen an eine adäquate philosophische Sprache
3.3 Streitfall internationale Einheitssprache
3.4 Fazit : Das Verhältnis zu den Sprachen der Exilländer .
Kapitel 4
( K )ein sicheres Leben. Die gesellschaftskritische Sicht auf Deutschland, Österreich und die Exilländer
4.1 Reflexionen auf den Faschismus im Logischen Empirismus
4.2 Reflexionen auf den Faschismus in der Kritischen Theorie
4.3 Adorno, Horkheimer und Reichenbach diskutieren Brave New World
4.4 Fazit : Die Reflexion auf den Faschismus und das Gesellschaftssystem der Exilländer 183
Kapitel 5
Bilder und Zerrbilder der amerikanischen Philosophie. Auseinandersetzungen mit dem Pragmatismus
5.1 Ein kurzer Abriss der Geschichte des Pragmatismus 188
5.2 Unmittelbare Konfrontation : Reichenbach über John Deweys « this-world philosophy »
5.3 Latente Auseinandersetzung : Adorno über « den einen und wahrhaft freien John Dewey »
5.4 Fazit : Die Konfrontation mit der Philosophie im Exil
Schluss
Logischer Empirismus, Kritische Theorie und die Rolle der Exilerfahrung
Anmerkungen
Literaturverzeichnis
Gesamtausgaben
Unveröffentlichte Quellen
Einzeltitel
Danksagung
Logischer Empirismus und Kritische Theorie zählen zu den zentralen philosophischen Strömungen, die vom Exil in der Folge des Aufstiegs von Nationalsozialismus und Austrofaschismus betroffen waren. Der erzwungene Weggang in andere Sprachräume, gesellschaftliche und kulturelle Umgebungen sowie die Konfrontation mit anderen akademischen Traditionen blieben für das philosophische Denken nicht ohne Folgen. Ziel des vorliegenden Buches ist es, die Rolle des Exils für den Logischen Empirismus ( Wiener Kreis, Berliner Gruppe ) und die Kritische Theorie vergleichend herauszuarbeiten. Im Zentrum stehen Otto Neurath und Rudolf Carnap ( Wiener Kreis ), Hans Reichenbach ( Berliner Gruppe ) sowie Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ( Kritische Theorie ). Die Untersuchung kreist dabei nicht nur um philosophische Reflexionen auf das Exil, wie sie sich unter den Protagonisten beider Strömungen an verschiedenen Stellen finden lassen, sondern auch um den Umgang mit philosophischen Themen, die vor dem Erfahrungshintergrund Exil akut wurden. Damit soll deutlich werden, wie durch den jeweiligen Umgang Erfolg bzw. Misserfolg in den Exilländern beeinflusst wurde und was dabei über beide philosophischen Ansätze zum Ausdruck kommt. Die Überlegungen verstehen sich nicht nur als Beitrag zum Verständnis der Entwicklung von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie vor dem Erfahrungshintergrund Exil, sondern wollen auch dazu beitragen, die Bedeutung des Exils in der Folge von Nationalsozialismus und Austrofaschismus für die Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts insgesamt zu verdeutlichen.
Die Arbeit besteht aus zwei Hauptteilen. Der erste Teil ( Kapitel 1 bis 2 ) behandelt zunächst die Voraussetzungen des Exils, das heißt die Darstellung des theoretischen Kernbestands von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie unmittelbar vor der Emigration sowie die historische Beschreibung von Flucht und Vertreibung. Der zweite Teil ( Kapitel 3 bis 5 ) kreist dann ausführlich um drei zentrale philosophische Herausforderungen des Exils, die im Zentrum dieser Arbeit stehen : das Problem des Sprachwechsels, die Reflexion auf den Faschismus und das Gesellschaftssystem der Exilländer sowie die Konfrontation mit der dortigen philosophischen Landschaft und akademischen Tradition. Die Kapitel dieser Arbeit bilden einen Zusammenhang, lassen sich aber auch unabhängig voneinander lesen. Das Thema Exil kann schließlich entlang verschiede-
ner Themen entfaltet werden, die zwar erst insgesamt ein vollständiges Bild zeichnen, jedoch nicht im strengen Sinn aufeinander aufbauen.
Zum besseren Verständnis des Themas sind einige Vorbemerkungen nötig. Zunächst wird im Folgenden die Frage behandelt, warum sich gerade ein Vergleich von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie im Hinblick auf die jeweilige Rolle der Exilerfahrung lohnt. Nach der Darstellung des methodischen Ansatzes und der Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands schließt die Einleitung mit Bemerkungen zur gewählten Materialbasis. Der Stand der Forschung wird in den einzelnen Kapiteln themenbezogen erläutert.
Eine Studie über die Rolle der Exilerfahrung in der Folge von 1933/34 anhand von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie durchzuführen, drängt sich aus vier Gründen auf. Erstens entwickelten sich beide Strömungen historisch nahezu parallel. Zweitens lässt sich ein Austausch vor, während und nach der Emigration feststellen, dessen Inhalt auch durch die zeithistorischen Umstände geprägt ist. Drittens stehen beide Strömungen für einen stark unterschiedlichen Umgang mit den philosophischen Herausforderungen der Exilsituation, aus der sich kontrastiv viel über den jeweiligen Philosophiebegriff, die Differenzen beider Ansätze und das Spektrum der Rolle der Exilerfahrung lernen lässt. Viertens entfalteten beide Strömungen nicht nur historisch einen beträchtlichen Einfluss, sondern prägten maßgeblich die Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts und wirken bis heute auf ganz unterschiedliche Weise in der Gegenwartsphilosophie nach : einerseits in der zentral im Logischen Empirismus wurzelnden Analytischen Philosophie, andererseits in der vielfach auf Motive der Kritischen Theorie zurückgreifenden Sozialphilosophie, Ästhetik und Musikphilosophie der Gegenwart.
Logischer Empirismus und Kritische Theorie entstanden in der deutschen bzw. österreichischen Zwischenkriegszeit und traten um das Jahr 1930 in die Öffentlichkeit. In den Programmschriften aus dieser Zeit lassen sich, trotz philosophischer Fundamentaldifferenzen, verschiedene Gemeinsamkeiten im Anspruch feststellen, die auch von den Protagonisten selbst gesehen wurden. So kam es zu vereinzelten Kontakten und auch Kooperationsanbahnungen, zunächst zwischen Vertretern der Kritischen Theorie und der Berliner Gruppe, dann auch mit Vertretern des Wiener Kreises. Zu dieser Zeit schien eine Konkurrenzsituation zwischen beiden Lagern nicht nur fern, vielmehr wurden vereinzelt Formen der Zusammenarbeit sondiert. Mit dem Aufstieg von Austrofaschismus und Nationalsozialismus wurde der Großteil der Protagonisten beider Strömungen dann zu Verfolgten, die Berufsverboten oder anderen Repressionen ausgesetzt waren. Die meisten Vertreter waren gezwungen, ins Exil zu gehen : Hans Reichenbach, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer emigrierten, teils über Zwischenstationen in Europa, in die Vereinigten Staaten, Otto Neurath über die Niederlande nach England. Rudolf Carnap emigrierte ebenfalls in
die USA, auch wenn er in Prag noch keiner unmittelbaren Verfolgung ausgesetzt war, diese aber vermutlich wenig später erfahren hätte. Logischer Empirismus und Kritische Theorie waren damit an ihren Entstehungsorten de facto nicht mehr existent und verlagerten ihre Tätigkeit ins Ausland.
Zu Beginn des New Yorker Exils dachte Horkheimer sogar kurzzeitig über eine – allerdings vor allem ökonomisch motivierte – Kooperation mit Neuraths Mundaneum-Institut in Den Haag nach, die jedoch nicht zustande kam.1 Im Verlauf des Jahres 1936 kam es zu zwei Diskussionsrunden in New York, an denen Vertreter beider Strömungen teilnahmen.2 Die Kenntnisse der jeweils anderen Seite waren dabei nicht immer ausgeprägt, insbesondere Vertreter des Wiener Kreises waren nicht gut über die Position der Kritischen Theorie informiert, sodass es manchmal schon an der Kenntnis der Protagonisten der Gegenseite hakte.3 Auch an einem wirklichen Verständnis der Position des Logischen Empirismus aufseiten der Kritischen Theorie kann verschiedentlich gezweifelt werden.4 Dennoch kann in den ersten Jahren der Entwicklung beider Strömungen und den ersten Jahren der Emigration weder aus heutiger Perspektive noch aus der damaligen Sicht der jeweiligen Protagonisten von einer unüberbrückbaren Differenz beider Ansätze gesprochen werden.5
Die Phase verschiedener Kooperationsanbahnungen und Kontakte wurde mit Horkheimers Aufsatz Der neueste Angriff auf die Metaphysik aus dem Jahr 1937 einer schweren Prüfung ausgesetzt. Darin unterzieht Horkheimer den Logischen Empirismus einer grundlegenden Kritik und attestiert diesem sogar, dem Faschismus nichts Fundamentales entgegenzusetzen zu haben.6 Die Weigerung, eine Replik7 Neuraths in der Institutszeitschrift zu drucken, führte in der Folge schließlich zur Aufgabe der Annäherungsversuche. Horkheimers Kritik bezog sich jedoch vor allem auf den Wiener Kreis. Dies spiegelte sich auch in persönlichen Umständen wider : So blieb das bekanntschaftliche Verhältnis zu Reichenbach nicht nur bestehen, sondern intensivierte sich sogar im kalifornischen Exil. In Los Angeles nahm Reichenbach auch an Diskussionsveranstaltungen des Horkheimer-Kreises teil, zudem sind verschiedene private Treffen dokumentiert.8 Dass trotz der Auseinandersetzungen rund um Horkheimers Aufsatz und der nicht gedruckten Erwiderung Neuraths weiterhin ein positives Verhältnis zu Reichenbach bestand, ist insofern nicht überraschend, da dieser die philosophische Tradition nicht gleichermaßen radikal überwinden wollte wie die Protagonisten des Wiener Kreises.
Vor der Emigration verfügten Logischer Empirismus wie Kritische Theorie über ein dezidiert gesellschaftskritisches Programm. Während dieses aufseiten der Kritischen Theorie in der Emigration fraglos weitergeführt wurde und durch die dort gemachten Erfahrungen an Kontur gewann, ist es mit den Jahren insbesondere bei Carnap und Reichenbach in den Hintergrund getreten und war, wenn überhaupt, nur noch in Äußerungen in Tagebuchnotaten, Briefen, Diskussionsrunden etc. vernehmbar.9 Der gesellschaftskritische Grundton, der in
den Schriften vor dem Exil weit verbreitet war, ist in veröffentlichten Schriften der Emigrationszeit kaum noch anzutreffen – an die Stelle einer allumfassenden « wissenschaftlichen Weltauffassung » trat eine professionalisierte Wissenschaftstheorie, deren Vertreter zwar weiterhin politische Haltungen pflegten, während der Zusammenhang mit der übergreifenden Theorie zusehends aus dem Blick geriet. Das emanzipatorisch gedachte Programm des Logischen Empirismus, das einst alle gesellschaftlichen Bereiche in neusachlicher Absicht umkrempeln wollte, verkürzte sich, insbesondere seit Neuraths frühem Tod 1945, zunehmend auf Wissenschaftstheorie und Logik. Dazu kommt, dass Sozialphilosophie oder politische Philosophie nicht zum zentralen Interessenbereich von Carnap und Reichenbach gehörten, sodass entsprechende Fragen auch innerhalb der wissenschaftlichen Tätigkeit keine nennenswerte Rolle spielten. Kurzum : Gesellschaftskritische Fragen spielten im Laufe der Jahre zusehends keine Rolle mehr. Es wird bei der Gesamtbetrachtung der Textproduktion der Exilzeit wie der Nachkriegsjahre mehr als deutlich, dass der den Logischen Empirismus rahmende gesellschaftskritische Impetus der Zeit vor der Emigration weitgehend verloren gegangen ist.
Ganz anders verhielt es sich in der Kritischen Theorie : Die Erfahrungen in der Emigration schärften nicht nur den gesellschaftskritischen Blick von Adorno und Horkheimer, sondern führten erst zur gereiften Kritischen Theorie, wie wir sie heute kennen. Der bündige Titel eines Sammelbandes, Keine Kritische Theorie ohne Amerika, bringt die zentrale Bedeutung der Erfahrungen der Exilperiode für die Entwicklung der Kritischen Theorie treffend zum Ausdruck.10
Die Bedeutung der Konfrontation mit der amerikanischen Gesellschaft und Kultur für die Gesellschaftskritik ließe sich bei Adorno und Horkheimer an einer fast unüberschaubaren Anzahl an Schriften verdeutlichen. Egal, ob es sich um die Minima Moralia oder die Dialektik der Aufklärung, um nur die bekanntesten Texte zu nennen, handelt : Nahezu alle Produkte der Emigrationszeit zeugen von einer gesellschaftskritisch fundierten Beschäftigung mit den Exilländern und der Reflexion auf die Differenzerfahrung von Europa und den USA.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten Horkheimer und Adorno bald nach Deutschland zurück, Carnap und Reichenbach hingegen blieben in den USA. Neurath starb kurz nach Kriegsende in England. Die unterschiedliche Wirkung beider Strömungen kam dann in der Nachkriegszeit deutlich zum Vorschein : Während die Kritische Theorie maßgeblicher Teil der bundesrepublikanischen Nachkriegsphilosophie und intellektuellen Öffentlichkeit wurde, reüssierte der Logische Empirismus nun als Teil einer international erfolgreichen, aber weitgehend um ihrer gesellschaftskritischen Seite beraubten, professionalisierten Analytischen Philosophie. Die schwelende Auseinandersetzung zwischen « Positivismus » einerseits und « kritischer Sozialphilosophie » andererseits geriet jedoch aus dem Blick. Erst im Verlauf der 1960er-Jahre kulminierte der Konflikt erneut im berühmten « Positivismusstreit » auf einer Tagung der
Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Tübingen, der jedoch aufgrund der ausgewählten Exponenten – Adorno und Jürgen Habermas für die Kritische Theorie, Karl Popper und Hans Albert für den Logischen Empirismus – wenig produktiv verlief.11 Schließlich profilierten sich beide Seiten des « Positivismusstreits » als Kritiker einer positivistischen Position, die jedoch in der Diskussion nicht vertreten war.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, in welcher Weise sich überhaupt aus einer dezidiert philosophischen Perspektive über das Exil zur Zeit von Nationalsozialismus und Austrofaschismus sprechen lässt. Im Folgenden wird die These entwickelt, dass sich das Exil methodologisch auf zwei Weisen thematisieren lässt : erstens als philosophiehistorische Episode und zweitens als Faktor im philosophischen Denken. Die Thematisierung als philosophiehistorische Episode bezeichnet die Darstellung der Philosophie im Zeitraum 1933 bis 1945 in breiter, historischer Perspektive. Eine solche Darstellung verfährt vergleichbar wie die Thematisierung beispielsweise der Philosophie der Aufklärungszeit oder der Philosophie der 1920er-Jahre. Das Exil als Faktor im philosophischen Denken nimmt hingegen zwei mögliche Reaktionsweisen auf die Exilsituation in den Blick : Erstens geht es um direkte Reaktionen auf das Exil in der philosophischen Theorie, etwa die Thematisierung der Exilsituation in der politischen Philosophie. Zweitens geht es um indirekte Reaktionen, d. h. um den spezifischen Umgang mit philosophischen Themen, die durch die historische Situation hervorgebracht wurden, beispielsweise die Konfrontation mit der Sprache des Exillandes und die damit einhergehende Frage nach der Übersetzbarkeit der eigenen Philosophie.
Angestrebt wird im ersten Teil der Arbeit zunächst eine breite Darstellung der historischen Entwicklung und des philosophischen Kernbestands von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie unmittelbar vor der Emigration sowie die Beschreibung der Emigrationsgeschichte in vergleichender Perspektive. Einbezogen wird auch der erweiterte historische Kontext. Der zweite Teil der Arbeit wechselt dann zu einer Perspektive, in der das Exil gemäß der entwickelten Zugangsweise als Faktor im philosophischen Denken in den Blick genommen wird. Dem vorhandenen Material folgend, handelt es sich zumeist nicht um direkte Reaktionen auf die Exilsituation, sondern um die Explikation der Beschäftigung mit philosophischen Themen, die vor dem Erfahrungshintergrund Exil virulent wurden, aufgrund der Exilsituation eine neue Bedeutung bekamen oder sich durch die Exilerfahrung transformierten. Damit verknüpft die Arbeit die Darstellung der Entwicklung von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie vor dem Hintergrund von Nationalsozialismus und Austrofaschismus mit der Entfaltung verschiedener philosophischer Themen, die vor diesem Erfahrungshintergrund akut wurden.
Die Arbeit konzentriert sich auf ausgewählte Vertreter von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie. Einerseits soll mit der Beschränkung der behandelten Personen ein Ausufern des Untersuchungsgegenstands verhindert werden, der nicht mehr adäquat bearbeitet werden könnte. Andererseits gebietet das Thema dennoch die Untersuchung einer größeren Personengruppe, da sich, insbesondere aufseiten des Logischen Empirismus, schlicht nicht alle Protagonisten zu allen relevanten Themen verhalten haben und sich auch nur so Tendenzen innerhalb einer Strömung erkennen lassen. Moritz Schlick wird, trotz seiner zentralen Rolle für den Wiener Kreis, in dieser Arbeit nicht behandelt, da er bereits 1936 an der Wiener Universität von einem ehemaligen Studenten erschossen wurde,12 also nicht zum Kreis der Exilanten zählt. Die Bestimmung des Personenkreises hat Rückwirkungen auf den begrifflichen Umfang der in dieser Arbeit verwendeten Schulbezeichnungen : Die inhaltliche Bestimmung von « Logischem Empirismus » ( Otto Neurath, Rudolf Carnap, Hans Reichenbach ) und « Kritischer Theorie » ( Theodor W. Adorno, Max Horkheimer ) geht, wenn der Kontext keine andere Bedeutung nahelegt, von der definierten Personengruppe aus und lässt sich nicht immer problemlos auf andere Vertreter beider Gruppen erweitern. Es handelt sich bei diesen Bezeichnungen in der folgenden Arbeit demnach um solche in einem eingeschränkten Sinn.
Bezeichnungen wie « Wiener Kreis » oder « Kritische Theorie » werden in dieser Arbeit zudem nicht als Bezeichnung für eine bestimmte Entwicklungszeit verwendet. Zwar endete der Wiener Kreis im engeren Sinn mit der Emigration ; die ursprünglichen Entstehungs- und Wirkungsorte wurden mit dem Aufstieg des Faschismus gezwungenermaßen verlassen, die Protagonisten befanden sich verstreut in verschiedenen Städten im Ausland. Dennoch wird die Bezeichnung « Wiener Kreis » in dieser Arbeit auch für die Zeit nach 1933/34 verwendet, wenn die entsprechende personelle Ausprägung des Logischen Empirismus gemeint ist. Schließlich bestand auch nach der Emigration, wenn auch in veränderter Weise, weiter ein Arbeitsbündnis, das sich in gemeinsamen Publikationen, Konferenzen und Arbeitskontakten niederschlug. So lässt sich in einem weiteren Sinn immer noch von einem Wiener Kreis nach 1933/34 sprechen. Bei der Kritischen Theorie verhält es sich umgekehrt : Der Kreis um Horkheimer wurde erst 1937, mitten im Exil, mit Horkheimers einschlägigem Aufsatz Traditionelle und kritische Theorie zur Kritischen Theorie im engeren Sinn, der in der Historiografie des Kreises um Horkheimer für einen Bruch mit dem interdisziplinären Materialismus der frühen 1930er-Jahre steht. Im Folgenden wird der Begriff jedoch auch für die Positionen des Horkheimer-Kreises vor 1937 benutzt, womit dieser historisch übergreifend verwendet wird.
Eine Verwendung von Schulbezeichnungen in diesem Sinn scheint nicht nur aus Gründen der Praktikabilität legitim, sondern auch deshalb, weil diese bis zu einem gewissen Grad ohnehin Konstruktionen sind. Ein genauer Blick auf die Genese sowohl des Logischen Empirismus als auch der Kritischen Theorie
offenbart, dass unter den Protagonisten zwar verschiedene Grundprämissen und ein grundlegender philosophischer Habitus geteilt wurden, jedoch im Detail durchaus stark divergierende Positionen anzutreffen sind, welche homogene Schulen tatsächlich als Fiktion erscheinen lassen. Rudolf Haller hat bereits Mitte der 1980er-Jahre am Beispiel des Wiener Kreises bemerkt, dass dieser « viel bunter und dynamischer » gewesen sei, « als uns seine bisherigen Darstellungen haben glauben lassen ».13 Und erst kürzlich haben Martin Lemke, Konstantin Leschke, Friederike Peters und Matthias Wunsch treffend festgehalten, dass die Grenzen des Wiener Kreises « weder personell noch durch inhaltliche Kriterien in einer trennscharfen Weise bestimmt »14 werden können. Dies gilt gleichermaßen für den Kreis um Horkheimer. So sind nicht nur die systematischen Positionen, trotz geteilter Grundannahmen, bei genauerem Blick innerhalb einer Strömung oft überraschend divers, auch die persönlichen Schicksale im Exil unterscheiden sich zum Teil deutlich.
In den verschiedenen Kapiteln dieser Arbeit wird immer wieder auf exemplarische Gegenüberstellungen von jeweils einem Protagonisten von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie zurückgegriffen. Dies geschieht aus zwei Gründen : Erstens erlaubt es die Beschränkung auf zwei Protagonisten, weiter in die Tiefe zu gehen, ohne die einzelnen Themen zu sehr auszuweiten. Zweitens finden sich nicht zu allen Themen Äußerungen vonseiten aller hier behandelten Philosophen. So wird schon bei einer groben Materialschau deutlich, dass die Exilerfahrung in beiden Strömungen nicht gleichermaßen ausführlich reflektiert wurde. Während aufseiten der Kritischen Theorie personenübergreifend eine schier unüberschaubare Anzahl von Monografien, Aufsätzen, Aphorismen, Tagebuchnotaten, Briefen und Nachlassmaterialien die Erfahrungen im Exil thematisiert, existieren aufseiten des Logischen Empirismus nur vereinzelte wie verstreute Bemerkungen, die sich von Protagonist zu Protagonist deutlich unterscheiden. Somit konzentriert sich die folgende Untersuchung zumeist auf die prägnante Gegenüberstellung zweier Philosophen, wobei sich das Ergebnis der Untersuchung nicht immer verallgemeinern und auf alle Personen des jeweiligen Schulzusammenhangs anwenden lässt, auch wenn darin schlaglichtartig die grundlegenden Differenzen beider Strömungen zum Vorschein kommen. Die Unwucht des Materials gebietet zudem die breite Einbindung von Archivmaterialien ( Briefe, Tagebücher, Notate etc.), die erst über wichtige Kontexte Auskunft geben. Die Position des Logischen Empirismus muss dabei oftmals aus dem spärlich vorhandenen Material in Form der Interpretation zugänglich gemacht werden. Auch gilt es, nicht die Gesamtheit des Materials aus dem Bereich der Kritischen Theorie zu berücksichtigen, sondern genau die Aspekte hervorzuheben, zu denen sich auch die Logischen Empiristen geäußert haben, um Ausgewogenheit sicherzustellen.
Sowohl im Logischen Empirismus als auch in der Kritischen Theorie sind die aus der Exilzeit stammenden Texte nicht immer auf Deutsch verfasst. Die in diesem Buch behandelten veröffentlichten wie unveröffentlichten Schriften, Briefe, Tagebücher etc. zeugen damit schon von der gewählten Sprache her von einer Spannung, die das Exil unweigerlich erzeugte. Zumindest die wichtigsten, ursprünglich auf Englisch erschienenen Texte beider Strömungen wurden jedoch im Verlauf der Jahrzehnte, etwa für Werkausgaben, auf Deutsch übersetzt. Damit stellt sich die Frage, in welcher Sprache die Texte zitiert werden sollen. Da sich die vorliegende Arbeit an ein deutschsprachiges Publikum richtet, wurde grundsätzlich deutschen Übersetzungen der Vorzug gegeben. Dafür spricht auch, dass diese oftmals unter Beteiligung ihrer Verfasser oder diesen nahestehenden Personen besorgt oder die entsprechenden Texte sogar ursprünglich auf Deutsch verfasst und für die Erstpublikation auf Englisch übersetzt wurden.
Auch an den Stellen, an denen von den Logischen Empiristen und Kritischen Theoretikern angeführte englischsprachige Literatur zitiert wird, wurde stets die deutsche Übersetzung gewählt. Dennoch findet sich in dieser Arbeit eine größere Zahl an englischsprachigen Zitaten, insbesondere aus Nachlassmaterialien, für die keine offizielle Übersetzung vorliegt. Auf eigene Übersetzungen wurde generell verzichtet.
Die Arbeit beruht maßgeblich auf der umfangreichen Sichtung von Nachlassmaterialien aus Archiven in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und den USA. Bis heute sind im Bereich beider Strömungen bei Weitem nicht alle relevanten Dokumente publiziert. Gerade Äußerungen in Briefen, Tagebüchern, Notizen etc., die in Editionsplänen oft nicht oben auf der Agenda stehen, gewähren jedoch fundierte Einblicke in die Bedeutung des Exils.15 Aufseiten des Logischen Empirismus wurden die Nachlässe Carnaps und Reichenbachs in den « Archives of Scientific Philosophy » ( University of Pittsburgh [ US ]) gleichermaßen wie der Neurath-Nachlass ( Noord-Hollands Archief Haarlem [ NL ]) sowie der Neurath-Teilnachlass in der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek ( Wien [ AT ]) ausgewertet. Weitere wichtige Quellen verdankt die Arbeit dem « Virtual Archive of Logical Empiricism » ( VALEP ), das zahlreiche Digitalisate aus Nachlässen verschiedener Vertreter des Logischen Empirismus online verfügbar macht. Aufseiten der Kritischen Theorie wurden insbesondere die Materialien im Horkheimer-Nachlass ( Universitätsbibliothek Frankfurt am Main ) sowie im Adorno-Archiv ( Akademie der Künste in Berlin ) gesichtet. Um nach heute unbekannten Äußerungen der behandelten Protagonisten von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie rund um das Exil zu suchen, wurden zudem zahlreiche Radioarchive des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ausgewertet. Die bei manchen Protagonisten dieser Arbeit recht eigenwillige Orthografie und Interpunktion wurde in den zitierten Nachlassmaterialien beibehalten, um einen lebendigen Eindruck der Dokumente zu vermitteln. So wurde beispielsweise Neuraths falsche Verwendung von Auslas-
sungspunkten ( er verwendete in der Regel nicht drei, sondern eine beliebige, deutlich darüber hinausgehende Anzahl ) beibehalten. Orthografische Eigentümlichkeiten in Zitaten aus Nachlassmaterialien entsprechen also immer dem zitierten Original.
Mit dem umfassenden Rückgriff auf unveröffentlichtes Material wählt die Arbeit von der Materialseite her einen Zugang zur Philosophiegeschichte, der einen Umweg über die Archive nimmt und von Wolfgang Schivelbusch treffend in einem Bild beschrieben wurde : « Mein Verfahren [ ] glich dem, was man in der Landwirtschaft die Nachlese nennt : das Einsammeln des bei der Haupternte Übersehenen und sonstwie Zurückgelassenen.»16
Am Vorabend der Emigration. Logischer Empirismus und Kritische Theorie vor 1933
Wenige Jahre vor der Emigration traten Logischer Empirismus und Kritische Theorie mit programmatischen Gründungsdokumenten in die Öffentlichkeit. Gemeint sind neben dem maßgeblich von Rudolf Carnap und Otto Neurath verfassten Manifest Wissenschaftliche Weltauffassung. Der Wiener Kreis (1929 ) Hans Reichenbachs Aufsatz Ziele und Wege der heutigen Naturphilosophie (1931) sowie Max Horkheimers Antrittsvorlesung Die gegenwärtige Lage der Sozialphilosophie und die Aufgaben eines Instituts für Sozialforschung (1931).17 Ziel dieses Kapitels ist es, den theoretischen Kernbestand beider Strömungen unmittelbar vor der Emigration zu bestimmen. Die drei Schriften bieten dafür eine ausgezeichnete Basis, da in diesen die jeweilige Programmatik pointiert, mitunter sogar uneinlösbar überpointiert, zum Ausdruck gebracht wird. So wird in diesen nicht nur das jeweilige Philosophieverständnis deutlich, das in die Emigration mitgebracht wurde, sondern auch, wie sich beide Strömungen den radikalen Umbau der philosophischen Landschaft vorstellten und mit welchem emanzipatorischen Anspruch beide Projekte verbunden waren. Damit soll einerseits die Grundlage gelegt werden, um den unterschiedlichen Umgang mit den philosophischen Herausforderungen des Exils verständlich zu machen. Andererseits soll mit der Darstellung der Überschneidungen im programmatischen Anspruch bei gleichzeitiger Differenz in zentralen Auffassungen der Rolle und Reichweite von Philosophie vertieft werden, warum gerade ein Vergleich von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie im Hinblick auf die Exilerfahrung vielversprechend ist.
Im Folgenden wird zunächst allgemein die Entstehung von Kritischer Theorie und Logischem Empirismus im zeitgenössischen Kontext thematisiert, um den historischen Hintergrund und die jeweiligen philosophischen Innovationen verständlich zu machen (1.1). Anschließend werden die jeweils leitenden Grundbegriffe Sozialforschung ( Kritische Theorie ), Einheitswissenschaft ( Wiener Kreis ) und Naturphilosophie ( Berliner Gruppe ) erläutert (1.2 ). Darauf aufbauend werden die organisatorischen und systematischen Gemeinsamkeiten von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie in den Blick genommen (1.3 ). Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst (1.4 ). Das vorlie-
gende Kapitel kreist zwar maßgeblich um die drei Gründungsschriften, es werden jedoch auch andere Schriften, Briefe und Nachlassmaterialien aus dieser Zeit problemorientiert hinzugezogen.
1.1 Die Entstehung von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie
Die Zeit zwischen 1918 und 1933 steht für einen Umbruch in der Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts, in der zahlreiche philosophische Neuansätze auf den Plan traten. Diese unterschieden sich untereinander jedoch fundamental : Während einerseits metaphysische Ansätze an Bedeutung gewannen, antwortete die Philosophie andererseits auf die wissenschaftlichen Innovationen und die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen dieser Zeit mit offenen Ansätzen, die einzelwissenschaftliche Forschungen verschiedentlich integrierten. In diese Kategorie fallen Logischer Empirismus und Kritische Theorie, die beide aus dieser geschichtlichen Konstellation heraus entstanden und auch nur aus dieser heraus adäquat zu verstehen sind. Es soll an dieser Stelle um keine vollständige Rekonstruktion der Vor- und Frühgeschichte von Logischem Empirismus und Kritischer Theorie gehen, hierzu liegen bereits Studien anderer Autoren vor.18 Vielmehr sollen die für diese Arbeit zentralen Hintergrundinformationen kompakt und vor allem vergleichend dargestellt werden. Zentral hierfür sind die Entwicklungen ab 1924. In diesem Jahr wurden die Weichen für die Institutionalisierung von Wiener Kreis und Kritischer Theorie gestellt, für die Berliner Gruppe ab 1926.
Die Einweihung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung fand am 22. Juni 1924 statt.19 Initiiert wurde das Institut von Felix Weil, Kurt Albert Gerlach, Karl Korsch und Max Horkheimers Jugendfreund Friedrich Pollock. Hermann Weil war der Finanzier, der auch die Kosten für den zugehörigen Lehrstuhl für Wirtschaftliche Staatswissenschaften übernahm. Träger war die Gesellschaft für Sozialforschung, als deren Vorsitzender Weil fungierte. Das Institut war zwar Teil der Universität, jedoch durch eine spezielle Struktur finanziell und organisatorisch weitgehend unabhängig. Direktor wurde zunächst der Austromarxist Carl Grünberg, nachdem der eigentlich für diesen Posten vorgesehene Kurt Albert Gerlach im Oktober 1922 mit 36 Jahren verstorben war. Unter der Leitung Grünbergs widmete sich das Institut vor allem der Theorie und Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung und bewegte sich damit größtenteils im Rahmen eines akademischen Marxismus. Rolf Wiggershaus betont die Innovation des Instituts unter Grünbergs Leitung, erstmals marxistische Themen in der deutschen akademischen Welt salonfähig gemacht zu haben : « In Frankfurt hatte er eine Situation geschaffen, die für deutsche akademische Verhältnisse einmalig war. Marxismus und Geschichte der Arbeiterbewegung konn-