Was sind die wesentlichen Merkmale der Existenzphilosophie? Warum ist dieses ambitionierte Denken, das mit dem Willen zur Erneuerung angetreten ist, in der heutigen philosophischen Landschaft kaum noch präsent ? Warum ist es für die Diskussion gegenwärtiger Fragen aus der Mode gekommen ? Gut 100 Jahre nachdem der Begriff der Existenzphilosophie eingeführt wurde, wendet sich Susanne Möbuß diesen Fragen zu. Ihr Ausgangspunkt ist eine Darstellung der Konzeptionen von Heinrich Barth, Karl Jaspers und Martin Heidegger. Die Umformulierung einiger Begriffe erlaubt schließlich ein Konzept der Existenzphilosophie, das sie als Denken für unsere Zeit ausweisen könnte.
Susanne Möbuß studierte Philosophie und Geschichte und lehrt an den Universitäten Oldenburg und Hannover. In ihren Veröffentlichungen beschäftigt sie sich mit Existenzphilosophie und Jüdischer Philosophie.
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Existenzphilosophie
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Neue Überlegungen zur
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Susanne Möbuß
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Neue Überlegungen zur
Existenzphilosophie Anschlüsse an Barth, Jaspers und Heidegger
Susanne Möbuß
Neue Überlegungen zur Existenzphilosophie Anschlüsse an Barth, Jaspers und Heidegger
Schwabe Verlag
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Inhalt
Einleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
9
I. Darstellung I.I Wesen in der Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
17
I.II Karl Jaspers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
29
I.II.1
Sinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
29
I.II.2
Transzendenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
33
I.II.3
Der Einzelne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
38
I.II.4
Gemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
40
I.II.5
Existenzphilosophie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
45
I.III Heinrich Barth . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
51
I.III.1 Das Transzendentale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
55
I.III.2 Der Einzelne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
59
I.III.3 Gemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
64
I.III.4 Existenzphilosophie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
68
I.IV Martin Heidegger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
73
I.IV.1 Wesen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
73
I.IV.2 Sinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
82
I.IV.3 Das Geviert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
87
I.IV.4 Schonendes Denken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
92
I.IV.5 Existenzphilosophie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
94
6
Inhalt
II. Reflexion II.I Sein und Existenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 II.I.1
Heinrich Barth . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101
II.I.2
Karl Jaspers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
II.I.3
Martin Heidegger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
II.II Zeitlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 II.III Aporie der Existenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 II.IV Existenz und Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 II.IV.1 Jean-Paul Sartre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 158 II.IV.2 Albert Camus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166 II.IV.3 Emmanuel Lévinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 176 II.IV.4 Hans Jonas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185 III. Entwurf III.I Die Vorwegnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 III.II Welt und Existenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201 III.II.1 Das sich selbst tragende System . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202 III.II.2 Transzendenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212 III.II.3 Koextension . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220 III.II.4 Relation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223 III.II.5 Sein-Als . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228 Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237 Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 Heinrich Barth . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 Albert Camus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 Martin Heidegger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239
Inhalt
Karl Jaspers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Hans Jonas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Emmanuel Lévinas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241 Jean-Paul Sartre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242 Weitere Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243 Existenzphilosophie und ergänzende Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
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Einleitung
Existenzphilosophie hat auch in unseren Tagen nichts von ihrer ursprünglichen Strahlkraft verloren. Nahezu einzigartig wirkt sie in einer Landschaft philosophischer Theorien, indem sie eine kühne Konzeption des Menschen zu formulieren wagt. Nicht der Mensch interessiert ihre Denker, dessen Natur durch eine allgemeine Bestimmung wie die des animal rationale definiert werden könnte, sondern dieser einzelne Mensch. Für ihn sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie er sein existentielles Potential erkennen und in größtmöglichem Umfang verwirklichen kann. Denn das ist es, was mit dem Begriff der Existenz des Menschen im vorliegenden Kontext gemeint ist: entwerfendes Werden. Diese Feststellung klingt tautologisch. Denn bezeichnen nicht beide Begriffe ein und denselben Prozess, innerhalb dessen sich etwas im Menschen verändert? Keineswegs. Jede Veränderung ist ein Werden, doch nicht jede Veränderung folgt einem Entwurf. Im existentiellen Denken ist die Auffassung entscheidend, dass der Mensch dazu in der Lage ist, in grundsätzlicher Weise über sein Sein, sein Denken und sein Handeln zu entscheiden. Im Mittelpunkt der vorliegenden Überlegungen stehen drei Vertreter dieser Sicht, deren Werke darüber hinaus teils erhebliche Unterschiede aufweisen. Fast könnte man daran zweifeln, ob es sich bei ihnen allen um Denker der Existenz handelt, zumal dieser Titulierung nicht von allen einhellig zugestimmt wurde. Doch die erwähnte Gemeinsamkeit genügt an dieser Stelle, um einen tragenden Aspekt der Existenzphilosophie benennen zu können. Heinrich Barth, Karl Jaspers und Martin Heidegger gehen übereinstimmend davon aus, dass der Schritt in die Existenz der individuellen Initiative bedarf. Weit von bloßer persönlicher Interessenverfolgung entfernt, geht es in der Entscheidung zur Existenz um die Bestätigung der Möglichkeit, eine Haltung einzunehmen, die Entscheidung als Ausdruck gewählten Seins ausweist. Das Sein des Einzelnen ist kein starres so und nicht anders, das ihn auf bestimmte Ansichten und Wertmaßstäbe festlegt, sondern ein fortgesetztes Werden. Selbst-Bestimmtheit im Denken und Reflexion des Wollens kennzeichnen das Existieren des Einzelnen. Jedem Entwurf, den er verwirklicht, geht seine Entscheidung voraus. Hierin liegt die Freiheit des Menschen, aber auch seine Verantwortung. Er kann wählen, wie sein zukünftiges Sein, das heißt seine Existenz, beschaffen sein soll, muss diese Wahl aber auch rechtfertigen können. Keine Norm, keine Doktrin und kein Gebot kann ihn von diesen Bedingungen
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Einleitung
seiner Existenz entlasten. Keine Institution kann ihn von seiner Freiheit entbinden, die absolute Eigenverantwortlichkeit von ihm fordert. Im Zentrum existenzphilosophischer Theorien steht jedoch nicht die Sorge, dass dem Menschen damit eventuell zu viel abverlangt werden könnte, sondern das unerschütterliche Vertrauen in seine kreative Kompetenz und sein kritisches Bewusstsein. Seine Entscheidung zur Existenz setzt die genaue Kenntnis der Situation voraus, in der er sich befindet, und zwar als Individuum und als Wesen in Gemeinschaft. Dass diesen beiden Bestimmungen eine dritte zu ergänzen ist, stellt die These der folgenden Betrachtungen dar. In unserer Zeit sind die Gedanken der Existenzphilosophie so kostbar wie in ihren ersten Tagen. Ihnen verstehend folgen zu wollen, mag Geduld erfordern, denn nicht immer erschließt sich sofort ihre Bedeutung. Um durch den Begriff der Existenz die menschliche Seins-Weise kennzeichnen zu können, ist es bisweilen unumgänglich, ihn zunächst vor dem Hintergrund ontologischer Analyse zu interpretieren. Dafür erscheint die Erklärung erforderlich, wie sich das Sein des Einzelnen vom Sein insgesamt abhebt. Auch wenn sich beileibe nicht jede existenzphilosophische Konzeption als Beitrag zur Ontologie begreift, bestehen doch mitunter Berührungen zwischen beiden Kontexten. Es würde jedoch dem Anspruch existentiellen Denkens nicht gerecht, sollte es als Erscheinung in bruchloser Kontinuität zum bestehenden philosophischen Diskurs gewertet werden. Das Gegenteil ist der Fall. Aus variierenden Perspektiven wird Kritik am Selbstverständnis von Philosophie geübt. Denn diese erweist sich verbreiteter Meinung zufolge als ungeeignet, jene Entscheidung des Einzelnen zu beschreiben, die ihn zur Existenz führt. Vor allem seit den 1920er Jahren wird daher der Ruf nach einem neuen Denken, sogar nach einem neuen Begriff und Typ des Philosophen laut. Doch worauf bezieht sich die Hoffnung auf Erneuerung? Freiheit und Verantwortung sind keine Themen, die die Existenzphilosophie erfand. Sie zählen seit jeher zu den wichtigsten Begriffen der Philosophie, die in exemplarischer Weise vor allem in der Konzeption der Aufklärung zum Ausdruck kommen. Und doch halten einige Denker der Existenz eine neue Ausrichtung dieser Begriffe für notwendig. Denn sie meinen, in dem bisherigen Anspruch der Philosophie, Aussagen von allgemeiner Gültigkeit zu treffen, ein eklatantes Defizit zu erkennen. Diese Aussagen beschreiben den Menschen schlechthin. Wenn es hingegen das Sein des Einzelnen zu untersuchen gilt, soll zugleich die Situation bedacht werden, in der er existieren wird. In dieses Szenario faktischen und zu entwerfenden Seins können politische oder gesellschaftliche Faktoren ebenso hineinspielen wie intellektuelle oder religiöse Vorstellungen und psychische Verfasstheiten. Franz Rosenzweig, der hier die deutlichsten Worte findet, fordert vom neuen Typus des Philosophen nicht nur, dass er die möglichen Untiefen existentieller Erfahrungen aus eigenem Erleben kennt, sondern dass er sie in seinem Denken reflektiert. Die Begriffe der Freiheit und der Verantwortung werden zu situativen Bestimmungen.
Einleitung
Bereits in diesen einleitenden Zeilen wird die Schwierigkeit spürbar, repräsentative Aussagen über die Existenzphilosophie vorzunehmen. Zu stark differieren ihre Entwürfe in einzelnen Aspekten, weshalb es nachvollziehbar ist, dass Fritz Heinemann 1929 bei seinem Versuch, das neue Denken zu charakterisieren, das die Menschen seiner Zeit zunehmend fasziniert, von Philosophien der Existenz spricht. Und doch gibt es Merkmale, in denen diese Philosophien übereinstimmen. Werden die Erscheinungsformen betrachtet, in denen sich existentielles Denken zeigt, sind vor allem die genannten Motive der Entscheidung und des Entwurfs des Einzelnen zu erwähnen. Das Fundament, auf dem diese stehen, ist der Gedanke der Zeitlichkeit. Auf ihm basieren die Deutungen von Entscheidung und Entwurf, vom Sein im Werden und von der Freiheit und Verantwortung der Existenz. Auf ihm gründet ebenfalls der Gedanke der Möglichkeit menschlicher Seins-Gestaltung, die nur dann Realität werden kann, wenn der Einzelne sie wissentlich und willentlich ergreift. Existenzphilosophie kann daher unter Berücksichtigung aller Divergenzen als ein Denken der Zeitlichkeit verstanden werden. In detaillierteren Betrachtungen wird diese Sichtweise im Folgenden bestätigt. Doch warum wird hier davon ausgegangen, dass es neuer Überlegungen zur Existenzphilosophie bedarf? Nicht deshalb, so wird zu zeigen sein, weil die bestehenden Überlegungen nicht mehr gelten würden, sondern deshalb, weil sie in unserer Zeit nicht mehr ausreichen. Die Begründung dieser Überzeugung hängt mit dem existenzphilosophischen Verständnis von Situation zusammen. Deren Erfahrung war in den 1920er Jahren Ausgangspunkt der Reflexion von Existenz und deren Erfahrung ist es noch immer. Doch hat sich die existentielle Situation seither merklich verändert. Bereits im Denken von Karl Jaspers und vor allem in den Schriften von Martin Heidegger finden sich Hinweise auf die Besorgnis, die sich angesichts der Folgen menschlichen Agierens in der Natur abzuzeichnen beginnen. Diese Folgen stellen unser Denken und Handeln vor Herausforderungen, die zu ihrer Zeit noch kaum absehbar waren. Die neuen Überlegungen verstehen sich daher als Beitrag zu der Diskussion, wie eine philosophische Reflexion menschlicher Welt-Bezüge aussehen könnte. Hierin besteht das dritte Thematisierungsfeld, in dem das Sein des Einzelnen zu untersuchen ist. Als Individuum im Selbst-Bezug und im Gesamt der Gemeinschaft wird es im Rahmen der Existenzphilosophie in unterschiedlichen Akzentuierungen bereits analysiert. Es mag verwundern, dass sich für das Vorhaben, die Welt-Bezüge des Menschen zu reflektieren, gerade diese Philosophie als bedeutsam erweist. Denn bisweilen kann durchaus der Eindruck entstehen, als liege ihr Fokus eher auf dem Nachweis, dass der Einzelne seine Existenz zu prägen vermag als auf der Frage, wohin diese Prägung letztendlich führen wird. Gelegentlich wären deutlichere Stellungnahmen darüber wünschenswert, welche Bedeutung die Entscheidungen des Einzelnen für die Gemeinschaft haben. Die Auffassung ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen, dass diese Frage erst in
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Einleitung
größerem Umfang von existentialistischen Denkern gestellt wird. Und welche Bedeutung hat die Entscheidung des Einzelnen für die Welt? Der Vorbereitung möglicher Antworten dienen diese Überlegungen. Existenzphilosophie repräsentiert in besonderer Weise die Möglichkeit der Entscheidung des Menschen in der Situation seiner Existenz. Situation ist dabei kein abstrakter Begriff, sondern Bezeichnung existentieller Bedingtheit, die sich nicht nur rational, sondern vor allem im Erleben und Erfahren des Einzelnen erschließt. Von unserer Situation ausgehend wird gefragt, ob das Instrumentarium der Existenzphilosophie heute zu ihrer Reflexion und Gestaltung ausreicht. Es zeigt sich, dass es um einen Gedanken zu erweitern ist, weil es in der vorliegenden Form der heutigen existentiellen Situation nicht mehr gerecht zu werden vermag. Unverzichtbar ist nach wie vor das Wissen um die Entscheidungsfähigkeit des Einzelnen, in deren Entfaltung sich seine existentielle Freiheit und seine existentielle Verantwortung vereinen. Von einem Denken, das zwischen den beiden Weltkriegen sprunghaft auf sich aufmerksam macht, war diese Akzentuierung nicht unbedingt zu erwarten, aber zu erhoffen. Die Suche nach der existentiellen Kompetenz des Einzelnen mag nicht dem gesellschaftlichen Konsens jener Zeit, wohl aber dem Bedürfnis des einzelnen Menschen entsprechen. Dieser ringt um die verloren geglaubte Autorisierung individueller Selbst-Setzung. Die heutige existentielle Situation verlangt jedoch nicht mehr nur nach dem Einzelnen, der dieser Möglichkeit nachgeht, sondern nach dem Menschen, der sich zugleich seiner Relation zur Welt, in der er wirkt, bewusst ist. Existenzphilosophie kann die Mittel zur Verfügung stellen, um diese Bewusstheit zu reflektieren. An diesem Punkt setzen die neuen Überlegungen ein. Sie halten an der existenzphilosophischen Akzentuierung der Entwurfs-Kompetenz des Menschen fest, stellen ihr jedoch dessen Relations-Kompetenz zur Seite. Gestaltend wirkt der Mensch in der Welt, wobei mit diesem Ausdruck zunächst noch keine Bewertung der Weise, in der es geschieht, verbunden ist. So wie die EntwurfsKompetenz auf den ihr zugrunde liegenden Gedanken der Zeitlichkeit verweist, deutet die Relations-Kompetenz auf den ihr zugrunde liegenden Begriff der Räumlichkeit. Dessen Einführung in das terminologische Repertoire der Existenzphilosophie erfolgt parallel zur Herausarbeitung des Gedankens der Zeitlichkeit, die in den ersten beiden Teilen dieser Überlegungen vorgenommen wird. Zunächst sind jene Formen aufzuzeigen, in denen zeitgebundenes Agieren des Menschen erkennbar ist. Das Auswählen ist hier in der ganzen Vielfalt vorstellbarer Bedeutungen zu nennen. Von ihm werden im existenzphilosophischen Denken die qualifizierten Vermögen von Entscheidung und Entwurf differenziert. Sie tragen nicht primär dazu bei, menschliches Wollen unter pragmatischer Ausrichtung zu organisieren, sondern Existenz zu präformieren. Und in welchen Formen wird das raumgebundene Agieren des Einzelnen erkennbar? In seinem Umgehen mit Dingen. In unmittelbarer Weise drückt die Art, wie wir mit Dingen hantieren, unsere Einstellung der Welt gegenüber aus. Sie ist das erste erkennbare
Einleitung
Anzeichen unseres Welt-Bezuges. Doch so wie sich die reflektierte Entscheidung von momenthaften Präferenzen existenzbildend unterscheidet, ist der reflektierte Bezug zum Dinglichen gegen eine beliebige Handhabung, so zweckdienlich sie auch sein mag, abzugrenzen. Auch er stellt ein qualifiziertes Vermögen dar, das eine bewusste Einstellung den Gegenständen gegenüber zu erkennen gibt. Zu Existieren bedeutet, eine Haltung einzunehmen, die von der Selbstbestimmtheit des Einzelnen getragen ist. Genau diese Haltung ist nun auch in Bezug zum Dinglichen erforderlich. Sie drückt sich in der Bereitschaft aus, dessen Präsenz nicht als beliebiges Faktum zu betrachten, sondern als relationstragende Vorfindlichkeit. Es wäre sinnvoll, nicht mehr primär danach zu fragen, was das Sein des Menschen von allem Übrigen unterscheidet, sondern aufzuzeigen, was beide verbindet. Das Sein der Dinge, die als Gegenstände der Natur wie auch als gestaltete Objekte begegnen können, und das Sein des Menschen sind koextensiv. Ihre Erscheinungen füllen ein und denselben existentiellen Raum. Um in dieser Hinsicht eine ausgewogene Relation annehmen zu können, ist der ontologische Status der Dinge zu überdenken. Es ist kein Status, dem im Vergleich zum menschlichen Sein immer nur eine nachgeordnete Wertigkeit zukommen kann, weil das Dingliche stets gestaltet, das Menschliche stets gestaltend erscheint. Nicht die Frage materieller oder geistiger Natur steht im Vordergrund, sondern die Tatsache, dass beide ein vergleichbares Maß quantitativer Raumerfüllung aufweisen. Der Gedanke der Koextension bedeutet, dass sich eben nicht zwischen einem gestaltungsfähigen und einem gestaltbaren Sein unterscheiden lässt. Denn das vermeintlich passive Element in dieser Gegenüberstellung ist in jedem Augenblick existenztragend. Kein Sein in dem hier zugrunde gelegten Verständnis ist jenseits konkreter Raumbindung vorstellbar. Und keine Entscheidung ist denkbar, die sich nicht im Kontext koextensiven Seins ereignen würde. Entscheidungen für die Existenz sind Entscheidungen für das zukünftige Sein. Doch ist es an der Zeit, sie auch vermehrt als Entscheidungen für das Sein vor Ort zu begreifen. Angesichts solcher Erscheinungen wie dem Einbruch klimatischer Konstanten, den teilweise nicht mehr erneuerbaren Beständen natürlicher Ressourcen oder dem unwiederbringlichen Verlust ursprünglicher Artenvielfalt ist dieses vor Ort keine beliebige Floskel mehr. Die Formulierung zeigt vielmehr die Notwendigkeit an, auch philosophische Mittel einzusetzen, um unsere existentielle Situation, die uns in vielleicht nie gekanntem Umfang an die Welt, in der wir leben, bindet, zu reflektieren. Ob eine solche Reflexion auch Grundlage einer Handlungsmotivation sein könnte, kann an dieser Stelle nicht thematisiert werden. Zunächst geht es darum, einen Kontext aufzuzeigen, in dem überhaupt nach dem ontologischen Status des Dinglichen zu fragen wäre. Da Dinge, wie bereits angedeutet, der erste Indikator unserer Relation zum welthaften Sein sind, sind zwei Aspekte ihrer Denkbarkeit hervorzuheben: Ihre Präsenz und ihre Eigen-Wertigkeit. Beide werden im Begriff des Gegenständigen berücksichtigt.
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14
Einleitung
Denn er bezeichnet Vorfindlichkeit und jene Eigenständigkeit, die es zu betonen gilt. Die nun folgenden Gedanken werden in drei Schritten verlaufen. In einem ersten Schritt unter dem Titel Darstellung werden die Konzeptionen von Heinrich Barth, Karl Jaspers und Martin Heidegger vergleichend betrachtet, um ihre jeweiligen Besonderheiten herausstellen zu können. Bereits hier zeichnet sich der Übergang zu dem zweiten Schritt, Reflexion überschrieben, ab. Denn trotz zum Teil gravierender Unterschiede liegt den Entwürfen dieser Denker doch die gemeinsame Überzeugung zugrunde, dass Existieren Sein im Werden bedeutet. Welche Schwierigkeiten sich aus einer solchen Sichtweise ergeben können, wenn sie als vorrangiges Kriterium existenzphilosophischer Theoriebildung genutzt werden soll, wird in diesem Kapitel diskutiert. Der letzte Schritt Entwurf führt schließlich in die Verwendung des Begriffes der Gegenständigkeit ein und geht in ersten Ansätzen der Frage nach, was dessen Integration in den Bestand existenzphilosophischer Terminologie bedeuten könnte.
I. Darstellung
I.I Wesen in der Zeit
Ein Blick auf jene Denkformen, die unter der Titulierung Existenzphilosophie zusammengefasst werden, zeigt, dass es sich im Grunde um Wesensphilosophien handelt.1 Dieser Umstand mag zumindest im Gedanken an die existentialistische Formulierung verwundern, der zufolge die Existenz der Essenz vorausgeht. Das Bestreben Jean-Paul Sartres, der dieses Postulat programmatisch verkündete, bestand darin, die Annahme eines vorgegebenen Bildes dessen abzulehnen, was der Mensch zu sein habe. Keine Definition sollte festlegen, was den Menschen ausmacht. Stattdessen sei diesem die Freiheit zu eigen, sich zwar geprägt durch Gesellschaft und Geschichte, doch letztlich in der Verantwortlichkeit eigener Entscheidung zu einem selbstbestimmten Individuum zu entwerfen. Dieser Anspruch, der an späterer Stelle noch einmal aufzugreifen sein wird, scheint für Existenzphilosophien nicht zu gelten. Die wichtigsten Schriften, die im Geiste der neuen Schule des Denkens verfasst oder ihr zugeordnet wurden, kreisen um die Vorstellung dessen, was der Mensch zu sein vermag: eigentliches Selbst. Auch wenn spätestens seit Theodor W. Adornos vernichtender Kritik des Sprachgestus in Sein und Zeit mit dem Begriff der Eigentlichkeit primär der Name Martin Heideggers assoziiert wird, finden sich Aussagen darüber, was dem Menschen eigentlich entspricht, auch in anderen existenzphilosophischen Texten, wie die folgende exemplarische Übersicht verdeutlichen wird. Unterscheiden sich nun aber die Konzepte von eigentlichem Selbst-Sein und Wesen überhaupt? Beide Begriffe verweisen, davon wird hier ausgegangen, auf das dem Menschen Mögliche, das allein deshalb, weil es ihm gemäß ist, auch von ihm realisiert werden sollte. Das den Menschen als solchen Kennzeichnende wurde in der Philosophie kaum je hinsichtlich seiner Begründung befragt. Auf der Grundlage scheinbar unbezweifelbarer Selbstverständlichkeit wird das Wesen des Menschen postuliert. So wird er lange als animal rationale definiert, weil seine Vernunftbegabung ihn von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Ohne weitere Reflexion
Diese Deutung unterscheidet sich von derjenigen Hannah Arendts in Was ist Existenzphilosophie?, wo sie schreibt: «Nur daß es kein Zufall ist, daß das Wort ‹Sein› durch das Wort ‹Existenz› ersetzt wurde.» S. 5. (Rechtschreibung und Hervorhebungen entsprechen in allen Zitaten den jeweiligen Textausgaben.) In der vorliegenden Betrachtung wird davon ausgegangen, dass das Wort ‹Wesen› durch das Wort ‹Existenz› vertreten wird. 1
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I. Darstellung
scheint es konsequent zu sein, dieses Differenzierungsmerkmal als den Ausdruck seines Wesens zu werten. Im weiteren Verlauf dieser Überlegungen, besonders im Kapitel Entwurf, wird an diese Feststellung anzuknüpfen sein. Denn es wird zu zeigen sein, wie die existenzphilosophische Konzeption des Selbst-Seins grundsätzlich an dem Gedanken des dem Menschen Möglichen festhält. Auch wenn die Ansichten darüber, wie dieses verwirklicht werden kann, von der traditionellen Deutung des Wesens abweichen, wird doch auch in der Existenzphilosophie nahezu durchgängig auf diejenige Fähigkeit zurückgegriffen, die nur dem Menschen eignet. Dieses ist sein Vermögen der Selbst-Setzung. Entwerfend entscheidet er über seine Existenz. Existenzfähig ist nur der Mensch. Existenzphilosophisches Denken scheint insofern über die Wesensvorstellung hinauszugehen, als sie deren Inhalt nicht mehr bestimmt. Der Inhalt der Selbst-Setzung bleibt dem einzelnen Menschen überlassen. Dieses Denken stimmt jedoch trotz zunächst innovativer Anmutung bezüglich des Verständnisses der Existenzfähigkeit mit traditioneller Sicht überein. Selbst-Setzung ist ein Merkmal, das ausschließlich dem Menschen zukommt. Denker der Existenz ersetzen fast durchgängig die Vorstellung des Wesens, das dem Menschen in jedem Augenblick Ziel und Rechtfertigung seines Seins ist, durch das Motiv der Selbst-Setzung, die individuell und situativ erfolgt. Die Bedeutung dieses Schrittes der Erneuerung kann kaum überschätzt werden. Denn er signalisiert den Anspruch, das Denken des Einzelnen zu ermöglichen. Bei weiterer Betrachtung zeichnet sich allerdings eine Einsicht ab, die durchaus ernüchternd wirken kann. Auch die so wichtige Einführung des Gedankens der Selbst-Setzung basiert noch auf der Überzeugung menschlicher Besonderheit, die ihn von allem Seienden in grundsätzlicher Weise unterscheidet. In diesem so entscheidenden Punkt, der das Potential des neuen Denkens in uneingeschränkter Form offenlegen sollte, wird damit ein retardierendes Element des Denkens erkennbar. Es transportiert die Auffassung menschlicher Exzeptionalität auch noch in einen argumentativen Kontext, der nach dem Verständnis einiger Denker der Existenz gerade dazu dienen sollte, die menschliche EntwurfsKompetenz zu erweisen, wonach er als Einzelner sein Selbst zu setzen vermag. Im Vorgriff auf die weiteren Überlegungen kann an dieser Stelle bereits Folgendes festgehalten werden: Wenn danach gefragt wird, ob Existenzphilosophie auch ein Denken für unsere Zeit sein kann, wird der Gedanke der Exzeptionalität zu relativieren sein. Doch zurück zu der Frage nach der motivischen Entsprechung von Wesen und Selbst-Sein. Beide verbindet die Überzeugung, Vorstellungen vor Augen zu haben, die keiner expliziten Begründung bedürfen, weil diese in der unveränderbaren Natur des Menschen angelegt sind. Hinsichtlich der existenzphilosophischen Konzeption bedeutet dies, dass es dem Menschen qua ontischer Natur entspricht, sich im Selbst-Werden zu verzeitlichen, weil sein Sein Sein in der Zeit ist. Das Motiv des fortgesetzten Sich-Entwerfens, das sowohl existenzphilosophisches als auch existentialistisches Denken kennzeichnet, hat hier
I.I Wesen in der Zeit
seinen Ursprung. Je nach argumentativer Färbung eines Textes kann es als Merkmal extremer Bürde oder als Zeichen ungebrochener Freiheit erscheinen. Sich selbst zu demjenigen Wesen entwerfen zu können, das dem eigenen Gutdünken entspricht, könnte in der Tat ein bemerkenswerter Gedanke sein. Jedoch ist es nicht das, was existenzphilosophische Konzepte meinen. Wie sich zeigen wird, enthalten sie fast ausnahmslos eine sehr starke Vorstellung davon, was das eigentliche Selbst des Menschen ausmacht, ohne es jedoch in einer verlässlichen Form fixieren zu wollen. Bereits die Formulierung des eigentlichen Selbst verwundert. Benennt sie individuelles Profil oder gemeinschaftliches Merkmal des Menschen? Gerade diese so wichtige Frage wird in den seltensten Fällen beantwortet oder auch nur reflektiert. Der Befund, den die folgenden Seiten erbringen werden, wird vermutlich überraschen. Denn ist es nicht gerade die Existenzphilosophie, die mit dem Anspruch angetreten war, Denken des Einzelnen sein zu wollen? Wird ihr Ursprung im Denken Søren Kierkegaards gesehen, wäre dieser Anspruch jedenfalls nachzuweisen. Doch bereits in seiner Theorie bleibt es fraglich, wie viel Bedeutung dem Individuellen tatsächlich zukommen kann. Als Einzelner trifft er die Wahl, sich gegen die Fremdbestimmtheit seines Wollens zu entscheiden. Diese Entscheidung, die bereits die später ausformulierte Vorstellung der existentiellen Bewegung antizipiert, wird sich in den meisten neueren Texten wiederfinden. Doch ist für Kierkegaard wie auch für Existenzdenker späterer Zeit diese Bewegung damit noch nicht abgeschlossen. Denn deren Ziel ist es, in einem Sprung die Vergegenwärtigung im Religiösen zu erwirken. Stellt nicht bereits die Annahme eines Ziels der Existenzbewegung einen Widerspruch in sich dar? Wäre auch die Selbst-Setzung, die als Erneuerung des Begriffes vom Wesen beabsichtigt war, als zielgerichtete Aktion zu verstehen, könnte dadurch ihr Entfaltungsrahmen deutlich eingegrenzt erscheinen. Dieser ist jedoch äußerst bedeutsam, da er Voraussetzung menschlicher Freiheit sein sollte. Wird diese eingeschränkt, wird es schwierig zu zeigen, worin sich dann Selbst-Setzung von Wesens-Verwirklichung unterscheidet. Die folgenden Betrachtungen werden aufzeigen, dass selbst im Bild der existentiellen Entwurfsbewegung eine deutliche Vorstellung ihrer Zielgerichtetheit enthalten ist. Kann angesichts dieser Feststellung aber die Idee des Einzelnen, der individuell und situativ entscheidet, überhaupt noch aufrechterhalten werden? Ist es tatsächlich der einzelne Mensch, der entscheidet? Und, was noch weitaus wichtiger zu sein scheint, bleibt dessen Status als Einzelner auch in jeder Phase der existentiellen Bewegung erhalten? Gegen die hier angedeutete Gleichsetzung von Wesen und eigentlichem Selbst könnte eingewendet werden, dass Ersteres die Eigenheit aller, Letzteres die Eigenheit des Einzelnen bezeichne. Davon würde jedoch der Gedanke nicht betroffen, dass in beiden Fällen die Vorstellung von Eigenheit vorliegt, die in irgendeiner Weise zu erkennen gibt, was den Menschen ausmacht. Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass Existenzphilosophie frei von einer solchen Vorstellung
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