Sandra Fiechter
Tonhalle mit Musikschule am Petersplatz Ideen und Initiativen im Vorfeld des Musiksaals in Basel
PUBLIKATIONEN DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK BASEL 47
Publikationen der Universitätsbibliothek Basel Band 47
Schwabe Verlag
Tonhalle mit Musikschule am Petersplatz Ideen und Initiativen im Vorfeld des Musiksaals in Basel von Sandra Fiechter
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Die Publikation wurde massgeblich durch die Milli und Hans ZehntnerStiftung Basel und anonyme Stiftungen gefördert, ferner die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel. Gedruckt mit Unterstützung der Berta Hess-Cohn Stiftung, Basel
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. © 2020 Schwabe Verlag, Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel, Schweiz Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschliesslich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Abbildungen Umschlag: Paul Reber-Burckhardt (1835–1908), Tonhalle mit Musikschule am Petersplatz 1870, Universitätsbibliothek Basel, NL 107 II B b (Foto Universitätsbibliothek Basel) Umschlaggestaltung: icona basel gmbh, Basel Layout, Satz und Repro: post scriptum, Hüfingen Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN Printausgabe 978-3-7965-4187-2 ISBN eBook (PDF) 978-3-7965-4221-3 DOI 10.24894/978-3-7965-4221-3 Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt. rights@schwabe.ch www.schwabeverlag.ch
Inhaltsverzeichnis
7
• 15
Einleitung Prolog Concert- & Festsaal im Casino am unteren Steinenberg um 1850 Der Concert- & Festsaal und der Basler Konzertbetrieb | 15 Der Concert- & Festsaal und die intendierte Expansion um 1855 | 16 Der Concert- & Festsaal und sein Umbau 1856/57 | 17
21
Ernst Reiter(-Bildstein)-Ehrmann · 1814 – 1875
•
Auftakt
29
«Circular» für «Erstellung einer Kunst- & Festhalle» 1863 Ein erster Vorstoss – Scheitern eines Gemeinschaftsprojekts Das Revival mit der Cäcilienfeier 1866 | 33
35
August Burckhardt-Iselin · 1817–1895
40
Aufruf zur «Erbauung einer Tonhalle in Basel.» 1868 Eine zweite Initiative – Opposition gegen einen vielversprechenden Vorschlag Der Anonymus Ferenc Kolbenheyer (1841–1881) | 42 Glaube verbindet – Sympathie und Musik beflügeln | 43 Das Projekt Tonhalle von Ferenc Kolbenheyer | 48 Kunsthalle vor Tonhalle – Petersplatz versus Steinenberg | 53 Das Fazit: Addendum zum Aufruf – Stagnation | 55
57
Rudolf Kaufmann-Neukirch · 1819–1896
62
Friedrich Riggenbach-Stehlin · 1821–1904
• 71
Intermezzo «Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz» 1870 Eine Alternative mit Potenzial und ohne Perspektive Der Grosse Saal der Gesellschaft für ein Christliches Vereinshaus – Ein Saalbau gleich einer Tonhalle 1868/69 | 76 Die Salle de la Réformation in Genf 1866/67 – Ein innovatives Bauwerk | 79 Die Exeter Hall in London – Ein Zentrum wohltätiger Evangelisation und ein bedeutender Konzertsaal | 83
inhaltsverzeichnis | 5
Die Allgemeine Musikschule Basel und die Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige in Basel 1867 | 89 Der Petersplatz: Visionäres und Konkretes um 1870 | 96 Von der Sternwarte zum Bernoullianum | 99 Die «Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz» – Ein sang- und klangloses Projekt | 104
106
Paul Reber-Burckhardt · 1835–1908
•
Finale
119
«Aufruf zur Erbauung eines grossen Musiksaales.» 1872 Aller guten Dinge sind drei Zum Musiksaal 1876 | 127
141
Johann Jacob Stehlin-Burckhardt · 1826–1894
•
Zugabe
147
Petersplatz – Schauplatz von Festivitäten, Musik und Gesang Die Eidgenössischen Sängerfeste auf dem Petersplatz 1852, 1875, 1893 | 148
•
Epilog
159
Kulturmeile am Steinenberg und Hochschulbezirk am Petersplatz Von der Kunsthalle über das Theater und den Musiksaal zur Kulturmeile | 159 Vom Bernoullianum über das Vesalianum zum Hochschulbezirk | 161
168
Dank
169
Anmerkungen
179
Literaturverzeichnis
185
Abbildungsnachweis
187
Personenregister
6 | inhaltsverzeichnis
Einleitung
D
er Musiksaal in Basel wurde von 1874 bis 1876 durch Johann Jacob Stehlin-Burckhardt (1826– 1894) im Auftrag der Casino-Gesellschaft Basel (1824) erbaut. Der Musiksaal gilt als einer der wenigen weitgehend original erhaltenen Konzertsäle von ausgezeichneter akustischer Qualität aus dem 19. Jahrhundert. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude ist das erste als solches erbaute Konzerthaus der Schweiz. In dieser Studie wird den Umständen nachgegangen, die zur Erbauung dieses bedeutenden Bauwerks geführt haben. Das Desiderat eines Konzertsaals bzw. eines Konzerthauses wurde in Basel ab 1856 vorgebracht. Ein wechsel- und mitunter rätselhafter Prozess führt vom Konzertsaal im Casino zum angestrebten Konzerthaus, dem Musiksaal am Steinenberg. Stationen auf dem Weg zum Ziel bilden eine erste Vision einer Kunst- & Festhalle, alsdann die Projektierung einer Konzertstätte im Umfeld des Casinos, gefolgt von der Planung einer Tonhalle mit Musikschule beim Petersplatz. Erbaut wurde schliesslich der Musiksaal. Das Gerüst der Darstellung geben drei an kulturaffine Kreise und die Öffentlichkeit gerichtete Druckschriften ab: ein Zirkular von 1863 sowie zwei Aufrufe von 1868 und 1872. Die Bekanntmachungen animierten zur Erbauung erst einer Kunst- & Festhalle, dann einer Tonhalle und schliesslich eines Musiksaals. Es waren die Vokal- und Instrumentalvereine, Repräsentanten der Basler Liedertafel, des Basler Gesangvereins sowie der Concert-Gesellschaft und des Capell-Vereins, die den Prozess um ein Konzerthaus anstiessen. Diese Privatinitiativen führten schliesslich, unter Beiziehung und Ägide der Casino-Gesellschaft Basel zur Realisierung des Musiksaals. Die angeführten Appelle von 1863, 1868 und 1872 reflektieren eine zähe Entwicklung und suggerieren bloss eine mehr oder weniger lineare Entwicklung von der Idee zur Realisierung. Widerstreitende Vorstellungen und Interessen rieben sich rund ums Projekt ‹Tonhalle› auf und treten zutage. Das markanteste Zeugnis hierfür und eine wahre Entdeckung bietet die 1870 datierte, von Paul Reber-Burckhardt (1835–1908) signierte und «Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz» überschriebene Planzeichnung. Diese Trouvaille – aus dem Nachlass der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Basel im Bestand der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Basel (UBB, NL 107) stammend – ist es, die
eine Präsentation des Sachverhalts geradezu herausforderte. Das singuläre Reber’sche Projekt «Tonhalle mit Musikschule [am] Petersplatz» ist per se bemerkenswert. Es bietet darüber hinaus Anlass, auf Œuvre und Persönlichkeit dieses wenig beachteten Architekten und die in Basel abgehaltenen Eidgenössischen Sängerfeste einzugehen. Im Prozess auf die Erbauung eines Konzerthauses hin nimmt das Reber’sche Szenario eine Scharnierfunktion ein. Einerseits ist es als Konterplanung zu einer lediglich als Baubeschrieb überlieferten Projektierung 1868 im Umfeld von Casino und Barfüsserkirche einzustufen. Andererseits ist es als Aufforderung zu einer ersten greifbaren, grob umrissenen Planskizze zum 1872 propagierten Musiksaal am Steinenberg zu werten. Die Bedeutung des visionären Szenarios von Paul Reber-Burckhardt im Gesamtverlauf erschliesst sich erst aus den komplexen Konstellationen, aus denen es hervorgegangen und in denen es eingebettet ist. Den erwähnten Gesellschaften der Tonkunst respektive ihren Kommissionen und Repräsentanten kommt als hauptsächlichen Akteuren im Geschehen besondere Bedeutung zu. Nicht selten sind es beiläufige Protokollierungen, stichwortartige Notizen, Reminiszenzen von Korrespondenzen, die wertvolle Hinweise über entscheidende Vorgänge hinter den ‹Kulissen› geben und sich letztlich zu einem Gesamtbild fügen. Mit der Einweihung des Musiksaals im Dezember 1876 war die von Johann Jacob Stehlin-Burckhardt am Steinenberg konzipierte Kulturmeile vollendet. Der gleichzeitig angebahnten Entwicklung des Areals um den Petersplatz zum Universitätsbezirk eröffneten sich neue Perspektiven. Der sukzessive Ausbau zum Hochschulquartier setzte mit dem 1874 eingeweihten Bernoullianum ein und gewann mit dem Vesalianum 1885 an Kontur. Als visionärer Projektionsraum und Schauplatz von Festivitäten hatte der Petersplatz mit der weiteren Umgestaltung und Überbauung des Areals ausgedient. Botanische Anlage samt Institut, erneuerte Stachelschützenanlage und die Universitätsbibliothek besetzten das Gelände und führen an den Ausgangsort der Studie zurück. Die Betrachtung der für den Bau des Musiksaals ausschlaggebenden Voraussetzungen und Motivationen gewährt Einblick in eine kurze Zeitspanne prallen städtischen Lebens und reflektiert Einflüsse übergeordneter Mechanismen auf allen Ebenen starken Wandels zwischen 1850 und 1875: Enormer Bevölke-
einleitung | 7
rungszuwachs und fortschreitende Industrialisierung bewirkten den mit der Entfestigung und einem gewaltigen Bauvolumen verbundenen augenfälligen Umbruch vom mittelalterlich geprägten zum modernen Basel. Eine Fülle an Bauaufgaben galt es zu realisieren, und repräsentative Kulturbauten traten als Desiderate auf die Agenda. Mit der Zunahme der Bevölkerung – 1850 27 330, 1870 44 100 und 1880 60 550 Einwohner – veränderte sich deren soziale Struktur und Organisation, was sich nicht zuletzt in einer Blüte des Ver-
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einswesens äusserte. Die Gründerzeit gewann neben Industriebetrieben in innovativen Bahn-, Bank- und Versicherungsgesellschaften der 1860er-Jahre Kontur und Einfluss. Krisensituationen hatte das Gemeinwesen mit einer Typhusepidemie 1865/66, Streikbewegungen 1869 und dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu bestehen. Nach kontroversem und langem Vorlauf war die mit der Verfassung von 1875 etablierte neue politische Ordnung Ausdruck eines zukunftsträchtigen Konsenses.
Abb. 1 | Ansicht des unteren nĂśrdlichen Steinenbergs von SĂźdost, um 1865. An das Casino von Melchior Berri (links) schliesst unmittelbar das Kaufhaus von Christoph Riggenbach (rechts) an. StABS, PA 593a D 1,25.
Abb. 3 | Ansicht des unteren nördlichen Steinenbergs von Südwest, um 1900. An das Casino schliesst unmittelbar der Musiksaal an. StABS, BILD 3,34.
Abb. 2 | Ansicht des Bauplatzes für den Musiksaal von Nord gegen den Süd, um 1874/75. Am südlichen Steinenberg erhebt sich das im Bau befindliche Theater von Johann Jacob Stehlin-Burckhardt (links) und eine Liegenschaft von Ludwig Maring (rechts). Dazwischen erstreckt sich die Theaterstrasse. Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt, Bl. 21 992.
• Prolog
Concert- & Festsaal im Casino am unteren Steinenberg um 1850
B
is zur Einweihung des Musiksaals am 2. Dezember 1876 spielte sich der profane Basler Konzertbetrieb hauptsächlich im Casino am unteren Steinenberg ab. Das klassizistische Gebäude war im Auftrag der Casino-Gesellschaft Basel 1824 bis 1826 vom Architekten Melchior Berri (1801–1854) errichtet worden. Mit seinen grosszügigen Räumlichkeiten bot es dem zeittypischen Bedürfnis des gehobenen Basler Bürgertums nach Pflege gesellschaftlicher und kultureller Aktivitäten den geschätzten repräsentativen Rahmen. An zentraler Lage der im Entstehen begriffenen modernen Stadt traf sich die Basler Gesellschaft zu Speis und Trank, zu Spiel und Konversation, zu Festen, Bällen, Konzerten und aus manch anderem Anlass. Das Gesellschaftshaus verfügte denn auch neben dem grossen Concert- & Festsaal über Speiselokale, Spielund Konversationsräume. Im Concert- & Festsaal des Casinos, dem damals grössten Saal der Stadt, spielte sich der Basler Konzertbetrieb im heutigen Verständnis der Aufführung von Instrumental- und Vokalwerken der profanen Orchesterliteratur ab. Die zunächst bescheidene Ausprägung des Konzertwesens gewann durch das Zusammenwirken verschiedener Kräfte allmählich an Kontur. Die aus privater Initiative hervorgegangenen Concert-Gesellschaft (1826), Capell-Verein (1855/56), Gesangverein (1824) und Liedertafel (1852) sowie etwas später auch die Musikschule (1867) prägten das Geschehen. Die Führung dieser Vereinigungen oblag einer ehrenamtlich tätigen «Commission» oder «Direction». Diese Gremien respektive die sie repräsentierenden Persönlichkeiten waren für die Entfaltung des Musik- und Gesangwesens insgesamt eminent bedeutsam. Sie bestimmten Agenda und Ausrichtung, traten weitgehend als Entscheidungsinstanzen und Vollzugsorgane zugleich auf, waren also wahre Taktgeber und Schrittmacher. Der Musikdirektor Ernst Reiter versah in Personalunion die Leitung der bedeutenden Basler Instrumental- und Vokalverbände, womit er eine dominierende Position innehatte – während gut eines Vierteljahrhunderts.
• Ernst Reiter (1814–1875) war ein in Kassel und Wien ausgebildeter deutscher Violinist und Komponist. Mit der Saison 1839/40 übernahm er das Dirigat des Orchesters der Concert-Gesellschaft. Ab 1845 stand er dem Gesangverein und ab 1852 der Lieder-
tafel vor, was einen konstanten Auf- und Ausbau des Basler Musik-, Gesang- und Konzertbetriebs erlaubte. Das Orchester formte Reiter zu einem professionellen Klangkörper. Der Gesangverein entwickelte sich zu einem bedeutenden Oratorienchor und widmete sich auch dem A-capella-Gesang. Die Liedertafel beteiligte sich siegreich an Sängerfesten. Reiter begründete die öffentliche Basler Bach-Pflege, führte Werke von Beethoven, Berlioz, Brahms und Bruch in Basel ein. Mit Künstlern, Komponisten, Dirigenten und Konzertgebern im In- und Ausland stand er in regem Austausch, begab sich oft und gern auf Reisen. Seine grossen Verdienste um das Basler Musikleben taten sich in seiner Ernennung zum Ehrenbürger Basels 1867 kund.
• Dem geregelten ordentlichen Konzertreigen, der sich jeweils übers Winterhalbjahr erstreckte, verliehen Auftritte berühmter Künstler besondere Anziehungskraft und Bereicherung. Starke, öffentlichkeitswirksame und nachhaltige Impulse gingen sodann von ausserordentlichen Veranstaltungen aus, die weite Bevölkerungskreise in ihren Bann zogen. Von virtuosem Dilettantentum, engagierter Passion und förderndem Eifer der Basler Gesellschaft für das Musik- und Gesangwesen zeugten schliesslich Privatzirkel ausserhalb des vereinsmässig organisierten Konzertbetriebs.
Der Concert- & Festsaal und der Basler Konzertbetrieb Nach der Jahrhundertmitte begann sich der Aufschwung, den das Basler Musik- und Gesangwesen im vergangenen Vierteljahrhundert genommen hatte, neuerlich in einem Strukturwandel abzuzeichnen. Die Concert-Gesellschaft und der Basler Gesangverein, die im Umfeld der Eröffnung des Casinos 1824 entstanden waren, präsentierten sich um die Jahrhundertmitte als etablierte Vereinigungen. Um 1850 und 1855 zählte die Concert-Gesellschaft rund 275 und 305 Mitglieder, wovon etwa 70 bis 75 Konzertabonnenten waren.1 Dem Basler Gesangverein, einem gemischten und dem Volksgesang zugetanen Chor, gehörten um 1855 rund 210 Personen an.2 Mit der Basler Liedertafel und dem Capell-Verein traten nun neue Verbände auf.
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Zu deren Bildung hatten ausserordentliche Ereignisse einen entscheidenden Anstoss gegeben. Im Vorfeld des ersten in Basel abgehaltenen Eidgenössischen Sängerfests 1852 war von 43 Freunden des Kunstgesangs die Basler Liedertafel konstituiert worden.3 1858 verzeichnete der Sängerbund bereits doppelt so viele aktive Mitglieder.4 Auf ein mehrtägiges Musikfest des Gesangvereins im Mai 1853 hin war, ausgehend von Concert-Gesellschaft und Gesangverein seitens des Kommissionsmitglieds Rudolf Kaufmann-Neukirch (1819–1896) bzw. des Präsidenten August Burckhardt-Iselin (1817–1895), die Bildung des Capell-Vereins evaluiert und initialisiert worden. Es stelle «sich die Notwendigkeit heraus […], dass alle instrumentalen Kräfte in einer Anstalt vereinigt sein sollten durch Fusion». Dadurch «sollte die hiesige Instrumentalmusik, deren verschiedene Vereine bedürfen, die aber keinen Zusammenhang unter sich haben, durch Bildung einer eigentlichen Kapelle gesammelt werden».5 Dem mit dieser Angelegenheit (wie auch der Programmgestaltung) betrauten Ausschuss der «Concert-Direction» – Präsident Daniel Heusler-Thurneysen (1812–1874), Rudolf Kaufmann-Neukirch, Friedrich Riggenbach-Stehlin (1821–1906) – oblag die Formierung des Klangkörpers und die Ausarbeitung des entsprechenden Vertragswerks. Noch in der Gründungsphase begriffen, verzeichnete der Capell-Verein rund 355 Subskribenten.6 Hatte das Orchester der Concert-Gesellschaft 1829 aus 16 Dilettanten und 12 Berufsmusikern bestanden,7 so setzte sich das vom designierten Capell-Verein getragene Orchester um 1855/56 aus 19 festen und sieben situativ beigezogenen Berufsmusikern zusammen. Die Orchestergrösse bewegte sich somit im Rahmen der bedarfsorientiert veranschlagten 25 bis 30 Instrumentalisten.8 Das Orchester versah fortan Dienste für die rund zehn saisonalen Abonnements- und Extrakonzerte der Concert-Gesellschaft im Casino, für die Veranstaltungen des Gesangvereins und der Liedertafel in wechselnden Lokalitäten sowie für die Aufführungen im Theater und zur Sommerzeit im Gesellschaftshaus an der Basler Peripherie. Instrumental- und Vokalvereine bestritten weiter und meist gemeinschaftlich Darbietungen bei städtischen bis nationalen Anlässen, bei kirchlichen Feierlichkeiten und anderen ausserordentlichen Veranstaltungen.
Der Concert- & Festsaal und die intendierte Expansion um 1855 Dem sichtlich expandierenden Basler Konzertbetrieb vermochten Kapazität und Ausstattung des polyvalent genutzten festlichen Casino-Saals, wiewohl der grösste in der Stadt, nach der Jahrhundertmitte nicht mehr zu genügen. Das stetig wachsende Interesse des Publikums sowie die gestiegenen Ambitionen von
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Konzertveranstaltern, Instrumentalisten und Vokalisten sprengten den disponiblen Rahmen. Bei Konzerten der Saison 1855/56 hatte sich der Concert-Saal im Casino mit seinen rund 400 bis 450 Sitzplätzen wiederholt als unzureichend erwiesen. Die eingeschränkten Verhältnisse standen der angestrebten Breitenwirkung entgegen, liessen erzielbare Konzerteinnahmen entgehen, was wiederum der stets prekären Finanzlage der Vereine nicht zuträglich war und sich letztlich auf das Veranstaltungsangebot negativ auswirkte. Das grosse Publikumsinteresse bestätigten umgekehrt, neben den Abonnements-Concerten mit reger Besucherfrequenz, insbesondere im speziell hergerichteten Theater dargebotene Programme: Das Fest des Gesangvereins im Frühjahr 1853 hatte sich ebenso erfolgreich gestaltet wie das am 27. Januar 1856 begangene und vielbeachtete Mozart-Fest.9 Das unweit des Casino gelegene, ebenfalls von Melchior Berri erbaute und 1834 eröffnete Theater hatte 1500 Publikumsplätze zu bieten, weitaus mehr also als der Casino-Festsaal. Im Anschluss an die besagte Festivität 1853 war nicht nur die Bildung des Capell-Vereins angegangen, sondern auch die vermehrte Abhaltung der Konzerte im Theater erwogen worden, wie dem Protokoll der Concert-Gesellschaft zu entnehmen: […], dass in den Konzerten […] eine Änderung eintreten dürfte; infolge nämlich des Festes des Gesangvereins am 30. Mai 1853 war das Theater verschalt und mit grossem Erfolg verwandt worden; es werden nun weiter Versuche angestellt und dann vermutlich eine Vorrichtung getroffen werden können, welche die Benützung dieses Lokals Conzerten möglich macht. Dadurch kann nach einem Anfang mit einigen ausserordentlichen Konzerten weiter gesehen werden, ob sich mit Erfolg etwas Neues und Zweckmässiges einführen lässt.10 Dem am 7. Juni 1853 protokollierten Votum von Kaufmann-Neukirch wurde am 16. November 1853 auch nochmals von August Burckhardt-Iselin Nachdruck verliehen: «sodann sollte die Musik auch einem grössern Publikum zugänglich gemacht werden durch etwa zwei besondere Konzerte im Theater».11 Und wie hier angesagt, ging es fort: Das Theater diente weiterhin als ausnahmsweise – nicht aber reguläre – Konzertstätte, derweil sich die Situation bei den ordentlichen Abonnementskonzerten der Saison 1855/56 im Casino-Saal zuspitzte. Diese Gegebenheiten veranlassten Friedrich Riggenbach-Stehlin, Mitglied der interimistisch von Carl Vischer-Merian (1818–1895) präsidierten «Concert-Direction», am 26. April 1856 zur dezidierten Ankündigung, die Errichtung einer Tonhalle sei anzugehen: Von Herr Riggenbach werden zwei wichtige Gegenstände in Anregung gebracht, die […] unvermeid-
lich Gegenstand von Beratungen werden müssen: […] Errichtung einer Tonhalle: Dieselbe habe sich als unvermeidlich herausgestellt – drei überfüllte Konzerte […]. Die Herstellung eines Gebäudes würde folgendermassen einzuleiten sein. Die Stadt hätte einen Platz anzuweisen, die Baukosten, auf Fr. 150 000.– berechnet, würden belehnt mit ⅓ auf 1. Hypothek, ⅓ durch Subscription zusammengebracht und amortisiert, ⅓ durch den Stadtrat, der nach der Amortisation Eigentümer werden würde. Beschluss: Diese wichtigen und wohlüberlegten Vorschläge werden in Bedacht genommen.12 Das Vorhaben versprach, angesichts des Publikumsinteresses die Konzerte einem breiteren Besucherkreis zu öffnen, das gewünschte Programm zu präsentieren, dem Orchester und dem Chor sowie dem Publikum einen angemessenen Rahmen zu bieten. Eine Tonhalle mit adäquatem Platzangebot versprach mehr Eintritte, also Mehreinnahmen und ausgewogene Finanzverhältnisse zu generieren, angemessene Anstellungs- und Arbeitsbedingungen für die Künstler zu schaffen, das Engagement gefragter Solisten und Solistinnen zu ermöglichen sowie zeitgemässe Kommodität für das Publikum zu bieten. Schliesslich garantierte eine Tonhalle die uneingeschränkte Aufführung grosser und personalintensiver Instrumental- und Vokalwerke. Die Tonhalle wurde summa summarum als unerlässliche Voraussetzung für eine positive Fortentwicklung des Konzert- und Musikwesens überhaupt erachtet und propagiert. Friedrich Riggenbach-Stehlin ist mit diesem, seinem Votum als Initiant des schliesslich 20 Jahre später erbauten Musiksaals und gleichzeitig ersten eigentlichen Schweizer Konzerthauses zu bezeichnen.13 Die Casino-Gesellschaft Basel, seit 1852 von Johann Jacob Stehlin-Burckhardt (1826–1894) präsidiert, reagierte auf die mitgeteilte Intention der Instrumentalund Vokalvereine auf ihre Weise. Auf die von Friedrich Riggenbach-Stehlin eingebrachte Idee der Errichtung einer Tonhalle, sei es im Sinne einer fördernden Beteiligung etwa oder eines für die Zukunft vorzusehenden Projekts, trat die Casino-Gesellschaft Basel gar nicht erst ein. Vielmehr herrschte die Ansicht vor, dass den gesteigerten Anforderungen und Erwartungen mit verhältnismässig einfachen Massnahmen begegnet werden könne und die Intention, ein Konzerthaus zu errichten, sich damit erübrigen würde. Wiederum gibt das Protokoll der «Concert-Direction» mit Eintrag vom 15. Mai 1856 Aufschluss über die Absichten: Es liegt eine Zuschrift der Casino-Gesellschaft vor, welche geneigt ist, […] den Saal zu vergrössern, wenn sich die Concert-Commission verpflichtet, einen höheren Zins (Fr. 500.– für die 13 Konzerte) zu bezahlen und diese Verpflichtung für mehrere Jahre übernehmen will. Die Vergrösserung würde
nach den von Herr Architekt Stehlin entworfenen Plänen dadurch erzweckt, dass der Ofen weggenommen und durch Luftheizung ersetzt würde, sodass die Vorzimmer zum Saale geschlagen würden, allein es würde 2 Säulen geben, in welche man die Türen hineinschieben und bei weniger besuchten Concerten diese Türen schliessen könnte; dadurch würden 80–100 Plätze gewonnen werden. Ferner soll die Gallerie der ganzen Länge des Saales nach geführt werden und durch eine gute Treppe zugänglich gemacht werden; dadurch würden 120 Plätze gewonnen werden. Endlich auch ist man geneigt, den Saal durch eine Gross-Nische auf Seite des Orchesters um 50 Plätze zu vergrössern; diese Nische kann jedoch nicht die Seite des Saales einnehmen, auch ist der Mietzins dafür nicht im Preis der Fr. 500.– begriffen. Herr Riggenbach, der in der Sitzung der Casino-Commission, worin dieser Vorschlag besprochen wurde, zugezogen worden ist, wird nunmehr ersucht, diese Sache näher ins Auge zu fassen und Unterhandlungen auf billigem Fuss anzuknüpfen.14 Die Verhandlungen verliefen stockend, unter anderem weil die Bedingungen seitens der Casino-Gesellschaft Basel in dem Sinne modifiziert wurden, dass die Miettarife für den vergrösserten Saal realiter nochmals höher angesetzt wurden als hier angekündigt. Es kam aber doch zu einer Einigung, und das Projekt wurde ausgeführt.
Der Concert- & Festsaal und sein Umbau 1856/57 Es lassen sich sowohl zum ursprünglichen, seit 1826 im Casino bestehenden Concert-Saal als auch zu dessen Beschaffenheit nach dem 1856/57 unternommenen Umbau nur wenige Anhaltspunkte gewinnen. Planmässige, bildliche oder schriftliche Referenzen zum Festsaal am Steinenberg sind höchst spärlich, selbst aus späterer Zeit. Die hauptsächlichen Materialien zur Frühzeit der (Stadt-)Casino-Gesellschaft Basel sowie Pläne und Akten zu den Bauvorgängen um Casino und Musiksaal finden sich im Staatsarchiv Basel-Stadt.15 Es klafft in diesem Konvolut eine eigentümliche Dokumentationslücke zwischen 1827 und 1870. Einzig aus der zitierten Textstelle im Manuskript sind präzisierende Angaben zum Umbauvorhaben um 1856/57 zu gewinnen. Die Gesamtanlage des ursprünglichen Bauwerks von Melchior Berri korrespondierte weitgehend mit kolorierten Plantafeln von 1822, die Grund- und Aufrisse sowie einen Schnitt zeigen. (Abb. 4) Der Längsschnitt durchs Gebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck von der Beschaffenheit des Concert-Saals, obgleich dessen Ausgestaltung und Ausstattung in Einzelheiten nicht der endgültigen Ausführung entsprach.16 Beachtung ver-
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Abb. 4 | Planzeichungen zum Concert- & Festsaal im Obergeschoss des Casinos von Melchior Berri, 1822. Grundriss der Ebene mit dem Saal (b) und perspektivischer Schnitt durch das Gebäude (a). StABS, PLA Architectura Basiliensis A 10,507 (a) und A 10,508 (b) (Ausschnitte).
a
b
dient auch ein signierter und vom 25. Juni 1826 datierter Vorschlag von Melchior Berri zur Bestuhlung und Ausstattung des Festsaals mit wandelbarem Podiumaufbau.17 Der Entwurf ist insofern aufschlussreich, als die tatsächlich gebaute Saaldimension abgestimmt auf eine umrissene Publikums- und Podiumsituation
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vor dem Umbau 1856/57 festgehalten ist. Die eingängigste räumliche Anschauung der Situation nach dem Umbau 1856/57 bietet erst eine Saalaufnahme aus dem 20. Jahrhundert, entsprechend dem nächsten verlässlichen Grundriss von 1877. (Abb. 5–6) Aus der Zeit um 1905 dürften zwei vergleichbare Bestuh-
Abb. 5 | Ansicht des Concert- & Festsaals im Casino, um 1920. Hier wurden auch nach der Eröffnung des Musiksaals 1876 Kammermusikund Liederabende durchgeführt. Das Basler Streichquartett und wechselnde Solisten – zwischen 1877 und 1880 mehrmals die Pianistin Clara Schumann – bestritten zunächst die meisten Anlässe. Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt, Bl. 29 650.
Abb. 6 | Plandruck mit Grundriss des Obergeschosses des Casinos, 1876/77. Der handschriftliche Eintrag (rot) zeigt an: «Früherer Konzertsaal ! bis zur Erbauung des Musiksaales.» UBB, NL 107 II B c (Ausschnitt).
lungspläne stammen, welche die Saalsituation nach dem Umbau reflektieren. Der Concert-Saal im Casino wurde nämlich auch nach Erbauung des Musiksaals 1876 weiterhin und rege für Kammermusikaufführungen und Solistenauftritte genutzt. Der eine, auf diese Kategorie von Veranstaltungen bezogene Plan
mit einem einfachen, im Publikumsbereich dreiseitig eingebetteten Podium weist 500 Sitzplätze im Parkett und deren 100 auf der Galerie aus.18 Es wird mit diesem Angebot sogar die Kapazität des 1905 erbauten Hans Huber-Saals mit 550 Plätzen übertroffen.19 Der andere Plan, von einem stirnseitig abgetrennten
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Podiumbereich ausgehend und daher wohl für eine Orchester- und allenfalls Chorformation gedacht, weist im Parkett 415 Sitzplätze und auf der Galerie wiederum 100 aus,20 erreicht also ebenfalls nahezu das Aufnahmevermögen des Hans Huber-Saals. Eine gleichfalls um 1905 anzusetzende Aufstellung verzeichnet 450 Plätze im Parkett und mit dem Vermerk «fraglich» 100 auf der Galerie.21 Das noch vor dem Umbau zu Anfang des Jahres 1856 angekündigte Szenario scheint sehr optimistisch veranschlagt. Es dürfte realistisch sein, für den Saal vor dem Umbau 1856/57 ein Angebot von etwa 400 bis 450 Sitzplätzen und danach von 500 bis 550 anzunehmen. Diese Auslegung bestätigen Berechnungen des Kommissionsmitglieds Kaufmann-Neukirch zur Revision der Abonnementsund Tarifstruktur der Concert-Gesellschaft, die folgend auf den Umbau 1856/57 mit einem Angebot von 500 Sitzplätzen operierten.22 Angemessen erscheint auch, den durch die Massnahme 1856/57 erreichten Zuwachs auf höchstens 100 Sitzplätze zu beziffern. Das mit der zitierten Umschreibung seitens der Casino-Gesellschaft Basel in Aussicht gestellte Szenario lässt sich anhand der ermittelbaren Fakten nicht einlösen, weder was den Zuwachs an Publikumsplätzen noch was die in Aussicht gestellte Orchesternische anbelangt. Die moderate Optimierung des Saals war auch auf anderer Ebene eine nur scheinbare. In der Belegung des Casino-Saals durch die am Konzertbetrieb beteiligten Sozietäten markierte die Massnahme von 1856/57 keine Zäsur. Die Concert-Gesellschaft stellte sowohl vor als auch nach dem Umbau mit den Abonnements- und Extrakonzerten die einzige regelmässige Nutzerin des Saals dar. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis blieb in etwa bestehen, indem allfälligen Mehreinnahmen bei den Abonnementen auch erhöhte Kosten für die Saalmiete gegenüberstanden. Der Präsentation instrumental-vokaler Orchesterwerke profanen Gehalts und grösseren personellen Umfangs war auch mit der Erweiterung nicht gedient. Die Vokalvereine bestritten in den 1850er-Jahren nur vereinzelte und zudem meist vereinsinterne Anlässe
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im Saal am Steinenberg. Beteiligungen an Abonnementskonzerten kamen kaum je vor. Bei einer solchen am 5. Dezember 1858 nahm der Chor des Gesangvereins auf der Galerie Aufstellung, was bezeichnend ist und sich als wenig vorteilhaft erwies.23 Aussagekräftig ist, die zugunsten des Orchestervereins abgehaltenen Konzerte zu betrachten, an denen die Vokalvereine sich beteiligten und die dem Publikum unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft offenstanden. Einzig 1850 und 1851 fanden diese im Festsaal des Casinos statt, danach entweder in der Martinskirche oder im Theater. Zusammen mit der Münsterkirche waren es diese Gebäude, in denen die personalintensiven und publikumsreichen Veranstaltungen abgehalten wurden – unbesehen der Beschaffenheit des Concert- & Festsaals im Casino. Der Concert-Gesellschaft als Veranstalterin der Abonnements- und gelegentlicher Extrakonzerte mochte die Erweiterung willkommen sein. An der grundsätzlichen Ausgangslage änderte sich nichts. Die 1857 vollbrachte Optimierung des Konzertsaals im Casino vermochte den gestiegenen Ansprüchen und Bedürfnissen jedenfalls nicht anhaltend gerecht zu werden. Das war wohl schon damals absehbar, weshalb auch an der Errichtung einer Tonhalle prinzipiell festgehalten wurde, wie das Protokoll der «Concert-Direction» am 17. Juni 1857 vermerkt: Der erweiterte Saal im ersten Stockwerke soll hoffentlich auf eine Reihe von Jahren dem Bedürfnisse genügen, ohne dass darum der Gedanke einer neu zu errichtenden Tonhalle aufzugeben wäre.24 Kontinuierliche Professionalisierung, Angebots- und Qualitätssteigerung sowie wachsender Publikumszuspruch verliehen dem Streben nach Errichtung einer veritablen Konzertstätte zusehends Auftrieb. Die Entwicklung, die vom Konzertsaal im Casino zum Musiksaal genannten Konzerthaus führte, trat mit einer gewissen Konsolidierung der geschaffenen Verhältnisse in eine neue Phase.