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Living Memory

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Vorderseite: Bitte an der Oberfl äche kratzen.

Schwabe Verlag Basel www.schwabe.ch

Barbara van der Meulen, Marion Fink

Die Papierfabrik Zwingen teilt ihr Schicksal mit vielen Produktionsstätten des Industriezeitalters. 1913 errichtet und in den Sechzigerjahren ausgebaut, schloss sie 2004 ihre Tore und wurde zu einer der vielen Industrieruinen, die einer Neunutzung harren. Nicht nur die jüngere Geschichte des Laufentals ( BL ), sondern auch unzählige Biografien sind mit der Fabrik und ihrem Ende verknüpft. Das Ausstellungsprojekt ‹ Living Memory › ruft die zum Teil verschüttete Geschichte der Papierfabrik Zwingen vor Ort in Erinnerung. Sie leistet ästhetische Erinnerungsarbeit. Das vorliegende Buch, das aus Anlass der Ausstellung ‹Living Memory› entstand, ist mehr als eine blosse Dokumentation. Es ist das Ergebnis einer künstlerischen und kuratorischen Spurensuche.

Eine Ausstellung über die Papierfabrik Zwingen

Eine Ausstellung über die Papierfabrik Zwingen

PA PIER FAB RIK Eine Ausstellung über die

ZWING EN

Barbara van der Meulen, Marion Fink (Hg.)


Living Memory Eine Ausstellung über die Papierfabrik Zwingen

Beiträge von Noëlle Borer Marion Fink Daniel Fischer Ines Goldbach Markus Jermann Barbara van der Meulen Nicolaj van der Meulen Martin Meury Josef Scherrer Jörg Wiesel

Schwabe Verlag Basel


Inhalt S 20 – 21 Kunst der Ausstellung

S 22 – 23 Ausstellungsplan

S 8 – 19 Living Memory: Ein Projekt über die Papierfabrik Zwingen

S 24 – 36 Rückblick auf ein nicht ganz rundes Jubiläum

Barbara van der Meulen

Markus Jermann

S 40 – 56 Holzstoffund Papierfabrik Zwingen AG Josef Scherrer

S 60 – 68 Teilzonenplanung Areal Papierfabrik   und Etzmatt Daniel Fischer

Marion Fink

S 140 – 231 Statements Kunst

S 232 – 235 Dank und Gönner


S 72 – 84 Ausstellungsflächen und Buchräume Barbara van der Meulen Marion Fink

S 236 Autorinnen und Autoren

S 88 – 101 Ist das wirklich nötig? Ja. Und zwar genau jetzt.

S 104 – 117 Ästhetische Praxis der Erinnerung

Ines Goldbach

Jörg Wiesel

S 237 Fotonachweis

S 238 Mitwirkende

Nicolaj van der Meulen

S 120 – 135 Projekte: Regionales Gymnasium LaufentalThierstein Noëlle Borer Martin Meury

S 239 Impressum


Living Memory: Ein Projekt Ăźber die Papierfabrik Zwingen Barbara van der Meulen Marion Fink

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Ein letztes Mal kehrt die Papierfabrik Zwingen mit der Ausstellung und dem Fest ‹ Living Memory › in die Öffentlichkeit zurück. Anlässlich seines vierzigjährigen Bestehens initiierte der Schlossverein Zwingen im letzten Jahr eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Bedeutung des einst zweitwichtigsten Arbeitgebers der Region. Die Fabrikgebäude stehen nun kurz vor dem Abriss, eine geplante Neubebauung des 120 000 m2 grossen Areals wird folgen. In Zusammenarbeit mit dem Schlossverein, der Gemeinde Zwingen, dem Regionalen Gymnasium Laufental - Thierstein, der Papierfabrik Zwingen AG in Nachlassliquidation und dem Schwabe Verlag Ba­-­ sel entwickelten wir in drei Seminaren am Institut Ästhetische Praxis und Theorie der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel ein kuratorisches und publizistisches Konzept, das im Sommer 2015 in eine Ausstellung mit ortsspezifischer Kunst sowie mit Musik -, Theater - und Kunstprojekten des Gymnasiums Laufen und der Sekundarschule Zwingen mündet und in einem von Studierenden der HGK Basel konzipierten und gestalteten Buch seinen Abschluss findet.

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01 Nicolas Feldmeyer, ‹ Before we go › Installation aus hängenden Papieren in Papiermaschinenhalle 3, jurierte Projekteingabe, nicht realisiert

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Editorial

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Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden im Herbst 2014 interessierte Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich in dem seit 2004 leerstehenden Fabrikareal auf eine künstlerische Forschungsreise zu begeben. Siebzig Dossiers gingen ein, aus denen eine Fachjury Anfang Jahr zwanzig auswählte. Die Kunstschaffenden wurden gebeten, ihre Projektideen auszuarbeiten und auf Ausstellungsbeginn Ende August in den von ihnen ausgewählten Fabrikräumen zu installieren. → S 10 Abb 1 Doch während der Projektprozess seinen Gang nahm, verfielen die Gebäude auf dem Fabrikareal mehr und mehr. Im Mai zeigte sich die Notwendigkeit stärkerer Sicherheitsvorkehrungen, so dass der Zugang zum Areal und dessen Nutzung neu geregelt werden mussten, was zu massiv höheren Kosten des gesamten Ausstellungsprojekts führte. Ein neues Ausstellungskonzept musste her: Der grösste Teil der Kunstprojekte → S 14 Abb 2 war unter den neuen Bedingungen nicht mehr in der → S 18 Abb 3 geplanten Weise realisierbar. Vier Kunstschaffende entschlossen sich daraufhin, auf eine Teilnahme an der Ausstellung zu verzichten. 16 Künstlerinnen und Künstler liessen sich auf die veränderten Vorausset-

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→ S 19 Abb 4

zungen ein und passten ihre Projekte an. Das neue kuratorische Konzept – genannt ‹ Transmission › – sieht nun einen hauptsächlich entlang der Arealgrenze auf Gemeinde - und Schloss - Platz definierten Ausstellungsparcours vor. Noch Anfang August waren die neuen Verträge nicht unterzeichnet, die Planung von Aufbau und Ausstellung noch nicht abgeschlossen. Nur dank des unermüdlichen Einsatzes des Organisationskomitees ( Martin Blatter, Andreas Cueni, Markus Cueni, Patrik Doppler, Benno Jermann, Markus Jermann, Heiner Leuthardt, Andreas Malzach, Daniel Mosimann, Michael Rudolph von Rohr, Roman Scherrer, Barbara van der Meulen ), der Papierfabrik Zwingen AG in Nachlassliquidation und vieler Freiwilliger kam es nicht zum Projektabbruch. Parallel zum Kunstwettbewerb lag es von Anfang an in unserem Interesse, die Schulen vor Ort in das Projekt mit einzubeziehen und auch sie für die ‹ Transmission › von ‹ Living Memory › weiterhin zu begeistern. Das Gymnasium Laufental - Thierstein sowie die Sekundarschule Zwingen haben sich mit etwa neunzig Schülerinnen und Schülern unserer Forschungsreise

Editorial

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02 Natalia Wespi, ‹ Dämmerung › Camera obscura / Performance für Werk 1, jurierte Projekteingabe, für Baucontainer als ‹ Erinnerungsbilder › neu konzipiert

02.1

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02.2

02.3

Editorial

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angeschlossen. Während ihrer Projekttage erkundeten diese das Areal. Malereien und Fotografien der Fabrikruine, Interviews mit ehemaligen Fabrikmitarbeitenden, eigens für die Fabrik komponierte Musik, thematisch ausgewählte Lieder, gesungen vom Chor des Gymnasiums, ein Bandkonzert sowie eine ‹ Frankenstein › - Aufführung werden in der Ausstellung gezeigt und am Festwochenende aufgeführt. Die Vielzahl und Reichhaltigkeit der Projekte und Beiträge sind in diesem Buch exemplarisch festgehalten. Die hier vorliegende Publikation zeigt jedoch nicht nur die in der Ausstellung präsentierten Kunst - und Schulprojekte, sondern will darüber hinaus mit über hundert historischen und aktuellen Aufnahmen an die einst blühende Fabrik erinnern. Das Buch soll ein kommunikatives Gedächtnis sein. Zudem erweitern informative wie reflektierende Texte, Statements aller Kunstschaffenden zu ihren Arbeiten, von Projektbeteiligten und von weiteren Personen den inhaltlichen Radius des Projekts ‹ Living Memory ›. Die 1913 gegründete, in wechselvoller Firmengeschichte über hundert Jahre gewachsene Papierfabrik

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→ S 82 Abb 27

wird bald verschwinden und Neuem Platz machen. Die Studierenden, die Schüler und Schülerinnen sowie die Kunstschaffenden haben die Ruinen und die Archive der ‹ Papiri › im Rahmen des Möglichen erforscht. Das letzte noch erhaltene Zwingener Papier kommt in künstlerischen Arbeiten sowie in Bastelarbeiten des Kinderprogramms zur Verwendung. Während der Ausstellung ermöglicht die Fabrik viele Begegnungen und Entdeckungen. Nun findet sie ihren letzten Ort auf Papier: Die Studierenden David Zumbrunn, Cosimo Wunderlin und Adriano Diethelm haben ein für das Gesamtprojekt sowie für das kuratorische Konzept stimmiges Buchkonzept entwickelt. Mit einer verhangenen Titelseite zum Aufkratzen und bebilderten Papierfaltungen zum Aufreissen lädt es zu einer ganz eigenen Entdeckungsreise ein.

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03 Martin Chramosta, ‹ X › Ausgefrästes X bei Graffiti auf Beton­wand, ehemaliges Altpapierlager, jurierte Projekteingabe, neu konzipiert

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04 Andreas Schneider, ‹Nonprint  ( Leave / Leaf ) › Leuchtschrift aus Neonröhren, jurierte Projekteingabe, konzipiert für neuen Ort: Schlosskapelle und Papierlager, Werk 1

Editorial

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Kunst der Ausstellung

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S 144 – 147 Andreas Schneider ‹ Nonprint ( Leave ) › ‹ Nonprint ( Leaf ) ›

S 168  –  171 Lukas Veraguth ‹ 15’502 › ‹ 15’504 ›

S 148  –  151 Nadine Cueni ‹ Porträt einer Fabrik 1 › ‹ Porträt einer Fabrik 2 ›

S 172 – 175 Martin Raimann ‹ looking into a thousand steps ›

S 152 – 155 Internationale Gastronautische Gesellschaft ‹ Paradised Workflow ›

S 176  –  179 Notta Caflisch ‹ Fliess - Schema ›

S 156  –  159 Ralph Hauswirth ‹ ver,schloss,en ›

S 184  –  187 Karin Borer ‹ CONTACT ›

S 164  –  167 maboart Ursula Bohren Magoni Claudio Magoni ‹ dieSituation derUmstand dieKonspiration ›

S 188  –  191 Adriana Mikolaskova ‹ Ohne Titel ›


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