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Internationale Fachkräfte in Basel - Integration und Image von Basel

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Band 37 R. Schneider-Sliwa, C. Saalfrank, R. Gonzalez, E. Gloor, C. Griebel, N. Sliwa Schutzgebühr Fr. 45.– ISBN 978-3-7965-3314-3

Schwabe Verlag Basel www.schwabe.ch

Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel

Basler Stadt- und Regionalforschung Herausgeberin der Reihe: Prof. Dr. Rita Schneider-Sliwa Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel

Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel Rita Schneider-Sliwa, Claudia Saalfrank, Ramon Gonzalez, Esther Gloor, Christine Griebel, Nadezhda Sliwa

Basler Stadt- und Regionalforschung, Departement Umweltwissenschaften, Universität Basel, 2013

Band 37


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel Rita Schneider-Sliwa, Claudia Saalfrank, Ramon Gonzalez, Esther Gloor, Christine Griebel, Nadezhda Sliwa und Fabian Achermann, Céline Allegro, Aysegül Avcik, Jan Bauer, Isabelle Baume, Bertram Baumgarten, Tabea Baumgartner, Fabian Benkler, Simon Best, Annina Brunner, Daniel Degen, Séraphine Degen, Guy Doerfel, Ezgi Dogan, Stefan Donati, Stephan Egloff, Raphael Emmenegger, Eli Engel, Lena Farré, Katharina Fechner, Kenin Fischer, Marius Gramm, Olgu Günal, Daniel Haase, Stephanie Häner, Christopher Heath, Roman Heggli, Christoph Holler, Eva Hubschmid, Sebastian Imhof, Raphael Jenny, Lucia Kranz, Sonja Kulka, Delia Mändli, Fabienne Meerstetter, Raffael Meier, Luca Miglioretto, Marius Moser, Nicole Notter, Patrick Philipp, Nicola Polimene, Laurent Reinau, Nadine Schalbetter, Jennifer Schmid, Samuel Schmid, Pan Stoll, Katharina Tanner, Susanne Tschudi, Carmela Urech, Gabriel Weick, Christopher Zoller

Schwabe Verlag Basel Departement Umweltwissenschaften Forschungsgruppe Schneider-Sliwa Humangeographie, Stadt- und Regionalforschung Universität Basel 2013

Basler Stadt- und Regionalforschung Herausgeberin der Reihe: Prof. Dr. Rita Schneider-Sliwa Departement Umweltwissenschaften Forschungsgruppe Schneider-Sliwa Humangeographie, Stadt- und Regionalforschung, Universität Basel Band 37, 2013 Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel R. Schneider-Sliwa, C. Saalfrank, R. Gonzalez, E. Gloor, C. Griebel, N. Sliwa

Datenbankmanagement, SPSS-Supervision: C. Saalfrank, C. Griebel Tutorium Statistik: Reto Bürgin, Lukas Merz, Silvio Suter Redaktion: R. Gonzalez, R. Schneider-Sliwa, Veronika Frei Redaktionsassistenz: E. Gloor, N. Sliwa, Heike Schmidt Layout: R. Bürgin Kartographie: Leena Baumann Titelfoto: Basel, Blick vom Münster nach Norden, E. Gloor Verlag: Schwabe AG, 2013 ISBN 978-3-7965-3314-3

© R. Schneider-Sliwa, C. Saalfrank, R. Gonzalez, E. Gloor, C. Griebel, N. Sliwa 2013, Departement Umweltwissenschaften, Forschungsgruppe Schneider-Sliwa; Humangeographie, Stadt- und Regionalforschung, Universität Basel, alle Rechte vorbehalten Im gesamten Text gelten personenbezogene Begriffe als geschlechtsneutral.


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Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel

Inhaltsverzeichnis Executive Summary – Zusammenfassung für den eiligen Leser.............................................................................IV

Teil I – Einleitung................................................................................................................................................................................1 1 Einführung und Zielsetzung................................................................................................................................................................. 3 1.1 Untersuchungsziel und Fragestellung............................................................................................................................................... 3 1.2 Besonderheiten des Ansatzes und theoretische Einbettung....................................................................................................... 4 1.3 Methodisches Vorgehen.......................................................................................................................................................................7 1.4 Begriffsdefinitionen............................................................................................................................................................................... 8 1.5 Danksagung............................................................................................................................................................................................ 9 2 Stichprobe...............................................................................................................................................................................................10 2.1 Information über die Befragung......................................................................................................................................................10 2.2 Herkunft.................................................................................................................................................................................................10 2.3 Wohnort................................................................................................................................................................................................10 2.4 Geschlecht, Alter, Haushaltsstruktur................................................................................................................................................15 2.5 Erwerbsleben (Erwerbstätigkeit, Erwerbsstatus, Beruf, Einkommen)....................................................................................... 17 2.6 Zwischenfazit – Analyse der gruppenspezifischen Merkmale der befragten internationalen Fachkräfte..............................................................................................................................................18

Teil II – Integration von internationalen Fachkräften in Basel................................................................... 21 3 Verständnis von Integration.............................................................................................................................................................. 23 3.1 Integration als Prozess – Eigeninitiative......................................................................................................................................... 23 3.2 Verständnis von Integration im Arbeitsmarkt................................................................................................................................24 3.3 Verständnis von Integration in der Gesellschaft...........................................................................................................................26 3.4 Selbsteinschätzung der Befragten zum Mass ihrer Integration................................................................................................ 31 3.5 Zwischenfazit – Verständnis von Integration................................................................................................................................. 31 4 Strukturelle Integration und Selbstorganisation.........................................................................................................................35 4.1 Integrationsansätze.............................................................................................................................................................................35 4.2 Hilfe bei der Organisation.................................................................................................................................................................38 4.3 Zeitpunkt der Organisation............................................................................................................................................................... 41 4.4 Schwierigkeiten bei der Organisation des Aufenthalts............................................................................................................... 43 4.5 Zwischenfazit – Strukturelle Integration und Selbstorganisation.............................................................................................. 43 5 Sprachliche Integration von internationalen Fachkräften in der Region Basel................................................................45 5.1 Einschätzung der eigenen Deutschkenntnisse.............................................................................................................................45 5.2 Bemühungen, Deutschkenntnisse zu erwerben..........................................................................................................................48 5.3 Bedeutung von Deutschkenntnissen für die Integration...........................................................................................................48 5.4 Bereitschaft, Schweizerdeutsch zu lernen.....................................................................................................................................50 5.5 Zwischenfazit – Sprachliche Integration von internationalen Fachkräften............................................................................. 51


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6 Kontakte mit Nachbarn und Freunden, Aktivitäten..................................................................................................................54 6.1 Kontakt mit deutschsprachigen Nachbarn....................................................................................................................................54 6.2 Kontakt mit deutschsprachigen Freunden ausserhalb des Arbeitsplatzes.............................................................................54 6.3 Regelmässig ausgeführte Freizeitaktivitäten.................................................................................................................................. 57 6.4 Weitere Einflussfaktoren auf die Möglichkeiten sozialer Integration.......................................................................................59 6.5 Zwischenfazit – Kontakte mit Nachbarn und Freunden, Aktivitäten.......................................................................................59

Teil III – Basel aus Sicht der internationalen Fachkräfte................................................................................. 61 7 Barrieren, Erfahrungen und Eindrücke der internationalen Fachkräfte in der Stadt Basel.......................................... 63 7.1 Positive spontane Assoziationen zur Stadt Basel......................................................................................................................... 63 7.2 Negative spontane Assoziationen zur Stadt Basel....................................................................................................................... 63 7.3 Sprachliche und kulturelle Barrieren............................................................................................................................................... 67 7.4 Positive Erfahrungen...........................................................................................................................................................................69 7.5 Negative Erfahrungen.........................................................................................................................................................................69 7.6 Zwischenfazit – Barrieren, Erfahrungen und Eindrücke der internationalen Fachkräfte..................................................... 72 8 Zufriedenheit mit der Wohnsituation............................................................................................................................................75 8.1 Zufriedenheit mit der Wohnung allgemein..................................................................................................................................75 8.2 Wohnungsgrösse................................................................................................................................................................................75 8.3 Preis-Leistungs-Verhältnis der Wohnung................................................................................................................................................ 77 8.4 Distanz zum Arbeitsplatz...................................................................................................................................................................78 8.5 Erreichbarkeit der Schule für Kinder...............................................................................................................................................78 8.6 Distanz zu Einkaufsmöglichkeiten...................................................................................................................................................80 8.7 Nachbarschaft...................................................................................................................................................................................... 82 8.8 Zwischenfazit – Zufriedenheit mit der Wohnsituation................................................................................................................ 82 9 Zufriedenheit mit dem öffentlichen Verkehr, der internationalen Verkehrsanbindung, Grünflächen und Freizeitmöglichkeiten...............................................................................................85 9.1 Zufriedenheit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln...................................................................................................................85 9.2 Arbeitsweg bei Benutzung des öffentlichen Verkehrs................................................................................................................85 9.3 Internationale Verbindungen (Flugzeug/Zug)..............................................................................................................................86 9.4 Grünflächen und nahe gelegene Freizeitmöglichkeiten............................................................................................................86 9.5 Sauberkeit, Lärmsituation und Umweltqualität............................................................................................................................ 87 9.6 Zwischenfazit – Einschätzungen zum öffentlichen Verkehr, der internationalen Verkehrsanbindung, Grünflächen und Freizeitmöglichkeiten..............................................................88 10 Bewertung der Lebensqualität in der Wahrnehmung der internationalen Fachkräfte............................................... 91 10.1 Allgemeine Lebensqualität.............................................................................................................................................................. 91 10.2 Einkaufsmöglichkeiten und Angebotspalette.............................................................................................................................. 91 10.3 Kinderfreundlichkeit......................................................................................................................................................................... 92 10.4 Kultur- und Freizeitangebote.......................................................................................................................................................... 93 10.5 Auswärtsessen.................................................................................................................................................................................... 93 10.6 Sicherheit im öffentlichen Raum...................................................................................................................................................95 10.7 Freundlichkeit, Offenheit und Vertrauen in die örtliche Gemeinschaft................................................................................95 10.8 Weltoffenheit......................................................................................................................................................................................96 10.9 Lohnniveau......................................................................................................................................................................................... 97 10.10 Rechtliche und politische Verhältnisse....................................................................................................................................... 97 10.11 Berufliche Austauschmöglichkeiten............................................................................................................................................ 97 10.12 Image von Basel..............................................................................................................................................................................98 10.13 Zwischenfazit – Lebensqualität in der Wahrnehmung der internationalen Fachkräfte..................................................98


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Teil IV – Diskussion und Fazit.............................................................................................................................................. 101 11 Diskussion und Fazit........................................................................................................................................................................103 11.1 Determinanten des erfolgreichen Integrationsprozesses aus Sicht der internationalen Fachkräfte...........................................................................................................................................103 11.2 Akkulturation versus Assimilation und die Integrations- bzw. Desintegrationswirkung des öffentlichen Diskurses................................................................................................................104 11.3 Integrationsfördernde Instrumente.............................................................................................................................................105 11.4 Ein Blick auf die Kinder..................................................................................................................................................................106 11.5 Lebensqualität in Basel – Ein Vergleich zweier Sichtweisen..................................................................................................106 11.6 Die Sicht der internationalen Fachkräfte – Was kann man besser machen?....................................................................107 11.7 Das andere Bild von den internationalen Fachkräften...........................................................................................................107 11.8 Fazit....................................................................................................................................................................................................109 Quellenverzeichnis................................................................................................................................................................................110 Literatur......................................................................................................................................................................................................110 Internet-Quellen....................................................................................................................................................................................... 111 Abbildungsverzeichnis..........................................................................................................................................................................114 Tabellenverzeichnis...............................................................................................................................................................................114


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Executive Summary – Zusammenfassung für den eiligen Leser

Executive Summary – Zusammenfassung für den eiligen Leser

Ausgangslage. In einer globalisierten Welt ist die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit für Städte das Gebot der Stunde. Dabei liegt der Fokus auf der Wissensökonomie, Innovationen und dem Wissenstransfer. In vielen Städten sind daher die von international tätigen Firmen rekrutierten qualifizierten ausländischen Arbeitskräfte – die sogenannten Expatriates – willkommen, denn diese bringen Wissen mit und tragen damit zur Wertschöpfung, Innovationsfähigkeit und Steuerkraft eines Standortes bei. Auch die Stadt Basel ist als globaler Arbeitsplatz auf gut ausgebildete, ausländische Arbeitskräfte angewiesen, die aktiv von grossen Firmen umworben werden. Aktuell geht man von rund 36‘000 internationalen Fachkräften in der Region aus (Wiener & Grossmann 2011). Die wachsende kulturelle Vielfalt wirkt sich auf die Stadt und die Stadtentwicklung aus. Mit der Neuen Zuwanderung treten auch Sorgen auf, die sich u.a. in einem medial ausgetragenen Diskurs über die „Expats“ zeigen, der nicht zuletzt davon getragen ist, dass der Schweiz eine neue soziale Spaltung drohe, welche die Rolle der Gesellschaft und ihrer Institutionen, aber auch die Eigenverantwortlichkeit für eine selbstbestimmte Integration der Arbeitsmigranten auf den Prüfstand stelle. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sehen es daher als ein Anliegen, den Integrationsprozess dieser Personengruppe besser zu verstehen und zu begleiten sowie die interkulturelle Kompetenz der öffentlichen Verwaltung zu stärken.

dungen bezüglich der Zufriedenheit mit dem Wohnraum, dem Image von Basel, dem Wohnumfeld, der Lebensqualität und Freizeitangeboten untersucht. Schliesslich ging es auch um Erwartungen und Bedürfnisse der internationalen Fachkräfte sowie um Hindernisse, denen sie begegnen, sei es bei der Organisation ihres Alltags, dem Schulbesuch der Kinder, der Wohnsituation, der Sprache und Kommunikation oder sozialen Kontakten allgemein.

Besonderheiten des Ansatzes. Die Studie will einen Beitrag zur Diskussion um internationale Fachkräfte und zu einem behutsameren Umgang mit Differenz leisten, indem sie ein umfassendes Meinungsbild zur Integration von internationalen Fachkräften auf der Basis einer Grossbefragung erstellt. Bei diesem Verfahren erhielten internationale Fachkräfte die Möglichkeit, über standardisierte, aber auch offene Fragen ihre eigene Vorstellung von Integration, ihren Integrationsprozess sowie ihre eigenen Erfahrungen mit der Integration und dem Alltag in Basel mitzuteilen. Die Studie wollte wissenschaftlich fundiertes Ausgangsmaterial für eine allgemeine Diskussion über die Integration von internationalen Fachkräften in der heutigen Schweizer Gesellschaft erarbeiten. Die Ergebnisse sollen helfen, das Thema „Internationale Fachkräfte“ neu ins Bewusstsein der Gesellschaft und der zuständigen Entscheidungsträger zu bringen, überholte Annahmen zu revidieren und den Blick für wichtige Details in diesem Bereich zu schärfen (um ggfs. die Rahmenbedingungen Zielsetzung. Ziel der universitären Studie zur Integration für eine migrantengerechtere Integrationspolitik anpassen von internationalen Fachkräften war, ein besseres Ver- zu können). ständnis des Integrationsprozesses aus Sicht der internationalen Fachkräfte sowie von der Struktur bzw. den Methodisches Vorgehen – Zielgruppenerreichung und gruppenspezifischen Merkmalen dieser internationalen Informationsgewinnung. Zentral in der vorliegenden Fachkräfte zu erhalten. Schwerpunkte der Untersuchung Studie war die Zielgruppenerreichung von internationalen sind: Integrationsverständnis, strukturelle Integration und Fachkräften als Personen, die alleine oder mit FamilienanSelbstorganisation, sprachliche Integration, Leben, Erholen gehörigen aus beruflichen Gründen in die Schweiz kamen und Arbeiten in Basel sowie personenbezogene Anga- und ein hohes Bildungs- bzw. Qualifikationsniveau aufweiben/gruppenspezifische Merkmale. Erfasst wurde, welche sen. Von Anfang an wurden Kontakte mit Vertretern der Bedeutung die internationalen Fachkräfte der Integration Zielgruppe, Vertretern der Integrationsfachstellen sowie zuweisen, welches Verständnis sie von Integration haben mit den Personalleitungen/Human Resources Departund wie sie ihren persönlichen Integrationsgrad einschät- ments grosser Firmen und Organisationen, in denen zen. Dazu wurden beispielsweise auch die Bereitschaft bekanntermassen viele internationale Fachkräfte tätig zum Spracherwerb und der Kontakt zur deutschsprachigen sind, hergestellt, um diese in die Planung und Entwicklung Bevölkerung erfragt. Zudem wurde ermittelt, welche Infor- des Projekts mit einzubeziehen. Im Einzelnen haben aus mationswege internationale Fachkräfte über ihren neuen einer grossen Anzahl von angefragten Firmen und OrgaWohn- und Arbeitsort nutzten und wie sie ihren Aufenthalt nisationen die folgenden die Studie in der Planung der organisierten. Zudem wurden auch persönliche Empfin- Zielgruppenerreichung und der logistischen Ausführung


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der Online-Befragung unterstützt: „Expat“-Netzwerke: Verein BaselConnect, Basel Expat Yahoo Forum, Centrepoint, Glocals, English Forum Switzerland, China Basel, Asian Business Club, Basel Children’s Trust. Internationale Schulen: International School Basel, ISB Outreach (Elternorganisation). Relocation agencies: h.o.m.e.s Relocation GmbH, Roche Relocation Services. Unternehmen: Novartis Pharma AG, Syngenta, Straumann, Bank für Internationalen Zahlungsausglich (BIZ), Infosys, Universität Basel, Universitätsspital, Departement Biomedizin. Wertvolle Hinweise gaben Kantonale Fachstellen: Fachstelle Diversität und Integration der Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung, Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt; Fachbereich Integration, Sicherheitsdirektion des Kantons Basel-Landschaft. Für die Online-Befragung wurde insbesondere der Link auf die Befragung sowie ein Endorsement der Firma/Einrichtung über die Verteiler, ferner über interne, persönliche Netzwerke verschickt sowie über Intranet oder auf Firmenwebseiten und in Firmen-News bekannt gegeben. Der Link auf die Online-Befragung erreichte mehrere Tausend internationale Fachkräfte. Der Rücklauf betrug 1`083 gültige Fragebögen, die statistisch ausgewertet wurden. Stichprobe. Ein Grossteil der Befragten kam aus Deutschland, den USA oder Grossbritannien. Das Geschlechterverhältnis war ausgeglichen. Die Mehrheit der Befragten war zum Erhebungszeitpunkt zwischen 31 und 50 Jahre alt, die meistgesprochenen Sprachen waren Englisch und Deutsch. Zudem wohnte eine grosse Anzahl internationaler Fachkräfte im Kanton Basel-Stadt, vorwiegend mit Partner (die meisten Paare mit Kindern). Ein Grossteil der Befragten besass einen Hochschulabschluss, übte einen akademischen Beruf aus oder war in einer Kaderposition tätig. Dementsprechend verdiente ein hoher Anteil von mindestens 45% über 10‘000 CHF pro Monat und Haushalt. Ausserdem war ein gutes Drittel der befragten internationalen Fachkräfte weniger als drei Jahre in der Schweiz wohnhaft. Jedoch waren 40% bereits über sechs Jahre in Basel wohnhaft. Es zeigt sich in der Untersuchung, dass ein hoher Anteil internationaler Fachkräfte ein Haushaltseinkommen aufweist, welches mit kantonalen und universitären Einstufungen nach Tariflohn für akademische Berufe vergleichbar ist. Ferner wohnen die befragten internationalen Fachkräfte gut verstreut in ganz unterschiedlichen Quartieren und schicken ihre Kinder zu einem grossen Teil auf staatliche Schulen. Es handelt sich also bei den internationalen Fachkräften um eine Bildungselite, nicht in der Mehrheit der Fälle um eine Einkommenselite. Die Struktur der befragten internationalen Fachkräfte relativiert den öffentlichen Diskurs über elitäre Expats, so zum Wohnen in „teuren“ Quartieren, der Nutzung von Privatschulen oder dem transitorischen Charakter der Arbeitsmigranten.

Ergebnisse im Überblick Strukturelle Integration und Selbstorganisation. Die befragten internationalen Fachkräfte verstehen Integration nicht unbedingt als eine Integration in die einheimische Bevölkerung im Sinne einer Assimilierung. Vielmehr bedeutet Integration das Einleben in die lokalen Gegebenheiten, den Alltag im neuen Land im Sinne der Selbstorganisation und Akkulturation. Als wichtigste Integrationsinstrumente werden von den Befragten vor allem der Arbeitsplatz, Verwandte und Freunde sowie der Kontakt über die eigenen Kinder zur lokalen Bevölkerung oder bereits länger in der Region wohnhaften Personen betrachtet. Firmen und relocation agencies helfen den internationalen Fachkräften effizient, sich vor allem am Anfang zu organisieren. Familien eröffnen internationalen Arbeitskräften zusätzliche Möglichkeiten, sich in die lokale Bevölkerung zu integrieren. Im Gegensatz zum Arbeitsplatz existiert hier – insbesondere, wenn die Kinder staatliche Schulen besuchen – ein öffentlicher Begegnungsraum, welcher internationalen Fachkräften die Integration in die lokale Bevölkerung erleichtern kann. Am Arbeitsplatz verbringen die Befragten einen grossen Teil ihrer Zeit, was das Knüpfen von wichtigen sozialen Kontakten erlaubt. Einige Firmen bieten für ihre Mitarbeiter diverse Dienstleistungen an, welche nur Angestellten zugänglich sind. Firmen helfen also, den Einstieg in den Alltag im neuen Land zu bewältigen, sich im Firmenumfeld und damit auch in Basel wohl zu fühlen. Im gesellschaftlichen Diskurs kann dies jedoch dahingehend missverstanden werden, dass man glauben könnte, dass die Firmen Integration verhinderten. Auch wenn die Kantone eine gesellschaftliche Aufgabe zur Integration (auch von internationalen Fachkräften) haben und wahrnehmen, fällt in der vorliegenden Studie die herausragende und positive Rolle der Arbeitgeber bei der Integration auf. Verständnis von Integration. Integration beinhaltet für die befragten internationalen Fachkräfte verschiedene Aspekte: Im Arbeitsmarkt standen deutlich zwischenmenschliche Faktoren wie Chancengleichheit, Partizipation und Akzeptanz im Vordergrund sowie das Engagement im eigenen Beruf. Deutschsprachige sowie jüngere Teilnehmer der Befragung verstanden unter Integration am Arbeitsplatz besonders stark den Aspekt der Chancengleichheit, während Personen aus angelsächsischen Ländern neben der beruflichen Zusammenarbeit mit Schweizern die Möglichkeit betonten, die eigenen Fähigkeiten nutzen zu können. Als zentral wurden jedoch auch weiche Faktoren, wie die Kenntnisse über die Gastgebergesellschaft und die Sprache, empfunden sowie der damit zusammenhängende Kontakt zu Einheimischen, die Parti-


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zipation und das Gefühl, in der Region Basel akzeptiert zu sein. Eine klare Mehrheit der Befragten verstand Integration als einen aktiven, schwierigen, sinnvollen und nötigen Prozess, der aber nicht erzwungen werden muss. Die Ergebnisse weisen möglicherweise auf unterschiedliche Vorstellungen von integrativer Anpassung in das Lokale oder in „das Einheimische“ und werfen die herausfordernde Frage auf, was im heutigen, in den Medien ausgetragenen gesellschaftlichen Diskurs Integration bedeutet: Heisst Integration, dass ein Migrant sich nicht „nur“ lokal akkulturieren darf, sondern dass er sich in das Einheimische so anpassen und assimilieren muss, dass er nicht mehr als „Ausländer“ wahrgenommen wird?

Executive Summary – Zusammenfassung für den eiligen Leser

die Verständnisweisen und die Zeitachsen, auf denen sich Integration vollzieht (aus Sicht der internationalen Fachkräfte) oder zu vollziehen hat (aus Sicht der Gesellschaft bzw. Mediendiskurse) hinterfragt werden dürfen. Möglicherweise könnte man mit geeigneten Kommunikationsstrategien die Diskussion um die Integration von internationalen Fachkräften sachgerechter ausrichten.

Sprachliche Integration. Von den befragten internationalen Fachkräften im Raum Basel hatten nur 10.8% keine Deutschkenntnisse; Grundkenntnisse der deutschen Sprache hatten jedoch 35.3%. „Gute“ oder „sehr gute“ Kenntnisse hatten 33.2% und 20.6% waren deutscher Muttersprache. Deutschkenntnisse werden in der SelbstDas Mass der eigenen Integration wurde von den einschätzung im Allgemeinen mit zunehmender WohnBefragten mehrheitlich als positiv eingeschätzt, von über dauer besser bewertet. Ein Grossteil aller befragten interzwei Dritteln als „sehr gut“ bis „eher gut“. Trotzdem sah nationalen Fachkräfte bemüht sich darum oder hat sich sich beinahe ein Drittel der befragten Fachkräfte als kaum bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bemüht, Deutsch zu integriert an: Hier ist das Potential einer ganzheitlichen lernen. Die Bemühungen, Deutschkenntnisse zu erwerben, Integration noch lange nicht ausgeschöpft. Während eine hängen stark von der zu erwartenden Aufenthaltsdauer ab. lange Wohndauer das Mass an Integration deutlich positiv C-Bewilligte haben zu höheren Anteilen gute bis sehr gute beeinflusst, zeigen einige Beispiele, dass Zeitdauer alleine Deutschkenntnisse, Kurzaufenthalter mit L-Bewilligung die Integration nicht automatisiert, was beide Parteien erwartungsgemäss höhere Anteile mit geringen oder gar in die Pflicht nimmt, ihr Engagement in Zukunft weiter keinen Deutschkenntnissen. Vor allem Befragte in Mehrauszubauen. personenhaushalten sprechen „gut“ oder sogar „sehr gut“ Deutsch. Auch der regelmässige Kontakt mit deutschspraObwohl der grössere Teil der internationalen Fachkräfte chigen Personen beeinflusst die Deutschkenntnisse positiv sich durchaus als integriert versteht, mag ihr Verständnis und umgekehrt. Der Anteil der gut Deutsch Sprechenden von Integration durchaus von dem in der öffentlichen Mei- steigt mit der Wohndauer. nung gepflegten Verständnis abweichen. Integration aus Sicht der internationalen Fachkräfte bedeutet durchaus Die grosse Mehrheit aller befragten Personen fand, dass Akkulturation, Spracherwerb, den Kindern den Einstieg Deutsch zu lernen wichtig für die Integration sei, vor allem in die schweizerische Gesellschaft und Bildungskarrieren im Alltag. Die Bedeutung für die Arbeit wird als geringer in der Schweiz über den Besuch staatlicher Schulen zu bewertet, da viele Befragte in einem überwiegend englisch ermöglichen. In dieser Hinsicht sind internationale Fach- sprechenden Arbeitsumfeld integriert sind. Der Wunsch, kräfte sehr bemüht, sich so zu integrieren, wie man das Schweizerdeutsch zu lernen, bestand bei fast der Hälfte gemeinhin – auch in kantonalen Leitbildern – gerne vor- (45.7%) aller Befragten und wurde damit begründet, sich spuren möchte. Wenn der medial geführte Diskurs den- besser integrieren und die Mitmenschen besser verstehen noch hartnäckig den Gedanken aufrecht erhält, dass sich zu können. Gut ein Viertel (28.0%) aller Befragten hatte internationale Eliten schlecht integrieren, dann ist mögli- nicht vor, Schweizerdeutsch lernen, da sie keinen Nutzen cherweise zu hinterfragen, ob das Thema nicht instrumen- darin sahen. Beachtenswert ist, dass, obwohl die Mehrheit talisiert wird, um gewissen Interessen zu dienen (siehe der Befragten angab, Deutsch zu lernen sei wichtig für die auch Nicole von Jacobs in der Tageswoche vom 27.2.2012a: Integration, 35.3% nur Deutsch-Grundkenntnisse haben. „Die Angst vor Ausländern wird gezielt geschürt…“, s. Dies zeigt, dass sich internationale Fachkräfte im Raum S. 6/7 in diesem Bericht). Zu erkennen meint man eine Basel auch mit ihrer Landessprache oder Englisch verstängewisse Ungeduld mancher, die den Diskurs über nichtin- digen können und man in Basel das Leben mit Englisch tegrierte Expats aufrecht erhalten: Die für eine Integration bewältigen kann, aber auch, dass viele erst seit kurzem geforderten Zeitdimensionen mögen teilweise unrealis- in Basel sind. Insgesamt gehört damit der Spracherwerb tisch sein, „Integration“ mag mit „Assimilation – sofort!“ für viele offensichtlich zur gewollten Akkulturation, auch verwechselt werden. Vielleicht wird die Geschichte der wenn der eigene Arbeitsalltag dies nicht erfordern mag. Schweiz vergessen, in der Migration eine Tradition hat und Für jene aber, die länger bleiben und Familie haben, sich Integration stets über die Generationenfolge vollzog. gehört der Spracherwerb zur vollen Eingliederung in die Zentraler Erkenntnisgewinn wäre also, dass der Diskurs, Gesellschaft, die man den Kindern ermöglichen will und


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Zufriedenheit mit der Wohnsituation. Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist mit der Wohnsituation in und um Basel grundsätzlich zufrieden. In Bezug auf wahrnehmungsbeeinflussende Faktoren hat sich gezeigt, dass mit einem steigenden Haushaltseinkommen und einer längeren Aufenthaltsdauer in der Region die Zufriedenheit mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Mietpreises, der Nachbarschaft und der Wohnungsqualität tendenziell Kontakte mit Nachbarn und Freunden, Aktivitäten. Kon- zunimmt. Distanz zu Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und takte mit deutschsprachigen Nachbarn sind ziemlich häufig. dem Arbeitsplatz und die sehr gut ausgebaute VerkehrsinAuch die Kontakte mit deutschsprachigen Freunden aus- frastruktur tragen ebenfalls dazu bei, dass sich ein Grossserhalb des Arbeitsplatzes sind durchaus vorhanden, aber teil der Befragten zufrieden äusserte. nicht ganz so häufig wie jene mit den Nachbarn. Mit zunehmender Wohndauer in der Schweiz nimmt die Häu- Zusammenfassend kann man sagen, dass das hohe Wohlfigkeit der Kontakte mit lokal verankerten Freunden oder befinden der internationalen Fachkräfte nicht nur auf ihren Nachbarn zu. Auch hängt die Häufigkeit von Kontakten Arbeitsplatz, sondern auch auf ihre Wohnsituation zurückzu deutschsprachigen Freunden mit der von den Kindern zuführen ist. Es wird ersichtlich, dass die Region Basel besuchten Schule zusammen. Internationale Fachkräfte, neben attraktiven beruflichen und fachlichen Perspektiven welche ihre Kinder auf eine öffentliche Schule schicken, auch eine hohe Lebens- und Wohnqualität und damit eine haben häufiger Kontakt zu deutschsprachigen Freunden hohe Standortattraktivität zu bieten hat. als Personen, die ihre Kinder auf internationale Schulen schicken. Beachtenswert ist ebenfalls der Zusammenhang Öffentliche Verkehrsmittel und städtische Umweltqualizwischen Nationalität und den genannten Kontakten. So tät. Die Mehrheit der befragten internationalen Fachkräfte haben befragte deutsche Fachkräfte sowie generell inter- war mit den Aspekten des öffentlichen Verkehrs, der internationale Fachkräfte mit schulpflichtigen Kindern in staat- nationalen Anbindung, den Grün- und Freizeitflächen von lichen Schulen am meisten „täglichen Kontakt“ (Tab. 6.4, Basel in hohem Masse zufrieden. Die häufigste Divergenz 6.5). Nie Kontakt haben vor allem die nicht englisch- und in Ergebnissen lag oft zwischen der Nennung von „sehr gut“ nicht deutschsprachigen Fachkräfte. Auch die Bewertung und „gut“. Auffällig ist, dass internationale Fachkräfte aus der Lebensqualität hängt mit der Häufigkeit des Kontaktes den USA, Kanada, Australien und Ozeanien häufig Wermit deutschsprachigen Freunden zusammen. Je besser die tungen im Bereich „sehr gut“ abgaben. Die Ergebnisse der Kategorie „Freundlichkeit/Offenheit/Vertrauen in öffent- Befragung zeigen, dass die Bewertung von öffentlichem liche Gemeinschaft“ bewertet wurde, desto häufiger waren Verkehr und städtischer Umweltqualität durch internatioKontakte mit deutschsprachigen Freunden. Dieser Zusam- nale Fachkräfte oftmals positiver ausfällt als die der einheimischen Bevölkerung (vgl. Schneider-Sliwa et. al. 2009: 20). menhang ist möglicherweise auch umgekehrt denkbar. Die in der Schweiz wohnhaften internationalen Fachkräfte In der Befragung zu den Freizeitaktivitäten wurden Sport weisen bei der Bewertung von ÖV, Arbeitsweg mit ÖV, und Auswärtsessen vor kulturellen Aktivitäten und dem Sauberkeit, Lärm und Umweltqualität durchgehend eine Besuch von örtlichen Parks und öffentlichen Spielplätzen höhere Zufriedenheit auf als Befragte mit Wohnsitz im am häufigsten genannt. In Bezug auf die einzelnen Aktivi- benachbarten Ausland. täten konnten wenig integrationsbezogene Schlüsse gezogen werden. Festzustellen ist ein statistisch signifikanter Lebensqualität in der Wahrnehmung der internatioZusammenhang zwischen sportlichen Aktivitäten und dem nalen Fachkräfte. Die Lebensqualität Basels wurde über Wohnort. Die im Ausland wohnhaften Befragten treiben unterschiedliche Faktoren hinweg von den befragten interweniger Sport und machten häufiger keine Angabe zu nationalen Fachkräften als überdurchschnittlich bewertet, sportlichen Aktivitäten, als die in der Schweiz ansässigen insbesondere die allgemeine Lebensqualität, Kultur- und Befragten. Der womöglich längere Arbeitsweg jener Per- Freizeitangebote sowie Sicherheit im öffentlichen Raum. sonen könnte ein Indiz dafür sein, dass ein grösserer Teil Als „gut“ bis „sehr gut“ wurden die Kategorien Freundlichdieser Personen weniger Zeit für Sport hat oder zumin- keit, Weltoffenheit, Lohnniveau und Image empfunden. dest weniger als zweimal im Monat Sport treibt. Kulturelle Auch hinsichtlich Kinderfreundlichkeit wurde eine hohe Aktivitäten wie z.B. Museums- oder Theaterbesuch werden Zufriedenheit festgestellt, wobei Deutsche und Franzosen von den internationalen Fachkräften umso häufiger mit hier kritischer eingestellt waren. Die Einkaufsmöglichder Familie unternommen, je höher deren Haushaltsein- keiten und Angebotspalette wurden überwiegend als „gut“ bewertet. Die Faktoren Steuerniveau, Möglichkeiten für kommen ist. für die man auch staatliche Schulen wählt. Einmal mehr zeigt sich, dass die öffentliche Meinung von den „Expats“ nicht nur revidiert werden sollte, sondern dass man die internationalen Fachkräfte in ihrer eigenen Seinsweise, die wahlweise sowohl die Akkulturation als auch die teilweise Assimilation anstrebt, in das Schweizer Gesellschaftsbild integrieren sollte.


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den beruflichen Austausch sowie die Kategorie rechtliche und politische Verhältnisse wurden dagegen als „durchschnittlich“ bis „gut“ empfunden. Das Gastronomieangebot wurde, im Vergleich zu den anderen Bewertungskriterien, als eher „durchschnittlich“ bewertet. Hier gäbe es noch Verbesserungspotenzial. Kultur- und Freizeitangebote sprechen hauptsächlich Schweizer und Deutsche an. Die anderen Nationen bewerteten sie eher „durchschnittlich“ bis „gut“. Mit zunehmender Wohndauer wurde das Sicherheitsempfinden von weniger Befragten als „sehr gut“ eingestuft. Ein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht zwischen dem Herkunftsland der Befragten und der subjektiven Bewertung des Steuerniveaus: Personen, die aus Ländern mit einer höheren Steuerbelastung als derjenigen in Basel-Stadt kamen, bewerteten das Steuerniveau positiver als Personen, die aus Ländern mit einer tieferen Steuerbelastung stammten. Barrieren, Erfahrungen und Eindrücke. Internationale Fachkräfte in Basel fühlen sich wohl und erfreuen sich an verschiedenen Gegebenheiten und Strukturen. Die Stadt Basel wird zusammenfassend oft als sympathische Kleinstadt beschrieben, welche jedoch ein breites kulturelles Programm zu bieten hat und gleichzeitig ein internationales Flair ausstrahlt. Die Betonung des internationalen Flairs der Stadt könnte jedoch auf die Perspektive der Grundgesamtheit der Umfrage (welche aus hochqualifizierten Zuwanderern besteht) zurückzuführen sein, da diese selbst Teil der Multinationalität in Basel sind. Es gibt vereinzelt die Tendenz, dass internationale Fachkräfte Schwierigkeiten bekunden, Anschluss an die örtliche Gemeinschaft zu finden. Einige Befragte gaben an, dass es schwer sei, längerfristige und tiefere Beziehungen in Basel zu gestalten. Oft sei die Zurückhaltung gross und es gehe kaum über das Nachbarschaftsverhältnis hinaus. Auf der anderen Seite gab es auch viele positive Aussagen zur Bevölkerung, die „friendly and helpful“ sei. Jedoch hatten fast 15% der 1‘083 antwortenden internationalen Fachkräfte Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung gemacht und dies auch zum Ausdruck gebracht. Als eine besonders grosse Hürde wird die Sprache empfunden. Schweizerdeutsch sei schwierig zu verstehen, geschweige denn sich anzueignen. Es wurde nicht selten kritisiert, dass auch die offizielle Kommunikation nur auf Deutsch erfolge und somit ein weiteres Hindernis für neu Zugezogene aus dem Ausland bedeutet. Negativ eingeschätzt wurden strikte Öffnungszeiten, Hausordnungen und Regulierungen im öffentlichen Raum. Basel wird daher von den Befragten teilweise als überreguliert empfunden. Die Stadt hat aber insgesamt gesehen ein gutes Image bei den befragten internationalen Fachkräften. Die Infrastruktur und die Lebensqualität in der Stadt wurden

Executive Summary – Zusammenfassung für den eiligen Leser

häufig als sehr gut beurteilt, wenn auch im internationalen Vergleich das hohe Preisniveau bemängelt wurde.

Synthese Ein Erkenntnisgewinn der Studie zeigt sich in mehreren Aspekten: (1) der Sicht der internationalen Fachkräfte auf ihren eigenen Integrationsprozess (2) dem Verständnis von Integration. Dieses kann eher Akkulturation bedeuten, bei der man seine kulturellen Eigenheiten inkl. der Sprache bewahrt, not wendige Anpassungen vornimmt, jedoch in seiner eigenen Art akzeptiert werden möchte. Für den gesellschaftlichen und medialen Diskurs kann dies eher eine der Assimilation ähnlichen Anglei chung an die Schweizer Gesellschaft bedeu ten. Letztere wäre insbesondere für die Kinder ein Prozess, der sich dadurch ergibt, dass diese von klein auf vor allem in öffentlichen Schulen ausgebildet und in die Schweizer Gesellschaft sozialisiert werden. Beide Verständnisweisen schliessen sich nicht aus, sondern sind eher als Phasen in einem Integra tionsprozess zu verstehen, der mit der Zeit, die der Migrant im neuen Land verbracht hat, aber auch mit dem eigenen Lebenskonzept oder dem der Fa milie zu tun hat. Beide Phasen können auf dem Weg zur gelungenen Integration notwendig sein. (3) der Integrations- bzw. Desintegrationswirkung des öffentlichen Diskurses (4) dem Blick auf die Kinder, die als Integrationsfaktor von herausragender Bedeutung sind, insbesondere, wenn sie staatliche Schulen besuchen (5) der Zufriedenheit mit der Lebensqualität in Basel, die von internationalen Fachkräften als sehr hoch emp funden wird und dadurch wiederum das Image des Standorts Basel positiv beeinflussen kann (6) der Sicht der internationalen Fachkräfte selbst, die auch den gesellschaftlichen Institutionen ein noch dif ferenzierteres Bild abfordert. Es entsteht ein anderes Bild von internationalen Fachkräften, als dies durch frühere Studien oder den medial geführten Diskurs gezeichnet wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es „die Expats“ nicht mehr gibt, wohl aber nuancierte Prozesse der Integration der internationalen Fachkräfte, wobei es nach Lebensphasen, Familiensituationen, kultureller Herkunftsprägung und Lebensentwürfen interindividuelle Differenzen in der Integration gibt. So bestehen zwischen internationalen Fachkräften, die ihre Kinder auf staatliche Schulen oder internationale Schulen schicken, differenzierte Integrationsprozesse.


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel IX

Generell zeigt sich ein stark abweichendes Bild von den gängigen Klischees zu „Expats“, die im Diskurs als einträgliche, aber fremde elitäre Sondergruppe gelten. Auch bei internationalen Fachkräften zeigt sich Zugehörigkeit als Anliegen, jedoch auch Autonomie. Es ergibt sich auch ein Bild davon, dass die Geborgenheit, die ein eigenverantwortliches, sozial integriertes Leben in einem bestimmten Lebenskontext bieten kann, durch gewisse Aspekte oder

Mechanismen der gastgebenden Gesellschaft nicht einfach erreicht werden kann und daher eigene Sicherheitsnetze und Selbsthilfeeinrichtungen eine besondere Rolle spielen. Sehr klar zeigt das breit angelegte, partizipative Verfahren der Grossbefragung, dass das Thema der Integration der internationalen Fachkräfte ein Themenfeld ist, das – wie auch das grössere Thema der Migration in der Schweiz – einer gesamtgesellschaftlichen Offensive bedarf.


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Executive Summary – Zusammenfassung fßr den eiligen Leser


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel 1

Teil I – Einleitung


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Foto oben links: Kaserne, Kleinbasel, und Novartis-Campus, St. Johann (Foto: Selin Ciprian) Foto unten links: Roche-Areal, Kleinbasel (Foto: Selin Ciprian) Foto rechts: Das Dreiländereck am Rhein: Schweiz, Frankreich, Deutschland (Foto: Esther Gloor)

EinfĂźhrung und Zielsetzung


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel 3

1 Einführung und Zielsetzung In einer globalisierten Welt ist die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit für Städte das Gebot der Stunde. Dabei liegt der Fokus auf der Wissensökonomie, Innovationen und dem Wissenstransfer. In vielen Städten sind daher die von international tätigen Firmen rekrutierten qualifizierten ausländischen Arbeitskräfte willkommen: Diese bringen Wissen mit und tragen damit zur Wertschöpfung und Innovationsfähigkeit und Steuerkraft eines Standortes bei. Auch die Stadt Basel ist als globaler Arbeitsplatz auf gut ausgebildete, ausländische Arbeitskräfte angewiesen, die aktiv von grossen Firmen umworben, jedoch auch von den guten Bedingungen in Basel und der Region angelockt werden. In welchem Masse in jüngster Zeit der Kanton Basel-Stadt für ausländische Fachkräfte als Magnet wirkt, und wie der Kanton auch finanziell von diesen Fachkräften profitiert, lässt sich aus der Steuerstatistik erahnen: so bezahlten im Jahre 2000 noch 11‘597 Erwerbende durchschnittlich pro Kopf 4‘953 CHF Quellensteuer, im Jahr 2010 bezahlten 21‘066 Erwerbende durchschnittlich pro Kopf 9‘682 CHF Quellensteuer. Die Daten der Quellensteuer sind deshalb besonders interessant, weil diese ein Mass für das Einkommen der jeweils erst seit kurzem in Basel wohnhaften Ausländer ist (im Kanton Basel-Stadt unterliegen „bestimmte steuerpflichtige Personen – zum Beispiel ausländische Arbeitskräfte ohne Niederlassungsbewilligung – […] einer Quellensteuer“; Zahlen und Zitat Gräf & Schelbert 2012; S.146). Aktuell geht man von rund 36‘000 internationalen Fachkräften in der Region aus (Wiener & Grossmann 2011). Die wachsende kulturelle Vielfalt wirkt sich auf die Stadt und die Stadtentwicklung aus. Dabei gewinnen auch die Integration von Personen mit Migrationshintergrund sowie die interkulturelle Öffnung und Kompetenz der Verwaltung an Bedeutung.

sowie seinerzeit die Einführung der Personenfreizügigkeit für EU/EFTA-Bürger – hatte die Zuwanderung aus dem EURaum in die Schweiz stark zugenommen, wobei seit 2003 die Erwerbstätigkeit der wichtigste Grund für Zuwanderung ist. Zudem ändert sich die Struktur der Neuzuwanderung: im Gegensatz zu Immigrationswellen früherer Jahrzehnte ist die Neue Zuwanderung durch einen hohen Akademikeranteil gekennzeichnet. Etwa 60% der (vor allem nordwesteuropäischen) Ausländer, die in den letzten zwei Jahren in die Schweiz kamen, verfügen über einen tertiären Bildungsabschluss. In Basel zählen vor allem deutsche Einwanderer nach wie vor zu der stärksten Gruppe. Seit einigen Jahren hat aber hier auch die Zuwanderung von hochqualifizierten, oft englischsprachigen Fachkräften stark zugenommen, insbesondere in der Pharmabranche oder anderen wissensintensiven Bereichen. Mit dieser Zuwanderung treten auch Sorgen auf, die sich u.a. in einem medial ausgetragenen Diskurs über die „Expats“ zeigen (siehe Kasteninformation), der nicht zuletzt davon getragen ist, dass dem Schweizer Mittelstand eine „soziale Apartheid“ droht (Tages-Anzeiger vom 30.12.2011 „Und es kamen Menschen – und zwar gute ausgebildete“). Vor diesem Hintergrund wurde in der Forschungsgruppe Humangeographie / Stadt- und Regionalforschung des Departements Umweltwissenschaften der Universität Basel eine Studie zu internationalen Fachkräften durchgeführt.

1.1 Untersuchungsziel und Fragestellung

Ziel der universitären Studie zur Integration von internationalen Fachkräften war, ein besseres Verständnis des Integrationsprozesses aus Sicht der internationalen Fachkräfte Die Integrationspolitik folgte bis vor kurzem der Annahme, sowie der Struktur bzw. den gruppenspezifischen Merkdass die meisten internationalen Fachkräfte nach wenigen malen dieses Segments zu erhalten. Schwerpunkte der Jahren wieder in ihr Heimatland zurückkehren bzw. an Untersuchung sind: Integrationsverständnis, strukturelle einem neuen Ort weitere internationale Erfahrungen sam- Integration und Selbstorganisation, sprachliche Integration, meln würden. Daher wurde relativ wenig Augenmerk auf Leben, Erholen und Arbeiten in Basel sowie personenbedie Integration dieser Zuwanderergruppe gelegt. Jüngere zogene Angaben. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sich viele der internationalen Fachkräfte dauerhaft in Basel oder Erfasst wurde, welche Bedeutung die befragten internatider Region niederlassen und integrieren wollen (z.B. NZZ onalen Fachkräfte der Integration zuweisen, welches Ver2012; Tages-Anzeiger 2013). Für die Kantone Basel-Stadt ständnis sie von Integration haben und wie sie ihren perund Basel-Landschaft ist es daher ein Anliegen, den Inte- sönlichen Integrationsgrad einschätzen. Dazu wurden beigrationsprozess dieser Personengruppe besser zu verste- spielsweise auch die Bereitschaft zum Spracherwerb und der Kontakt zur deutschsprachigen Bevölkerung erfragt. hen und zu begleiten. Zudem wurde ermittelt, welche Informationswege internaDurch den Wandel in der Migrationspolitik in den letz- tionale Fachkräfte über ihren neuen Wohn- und Arbeitsort ten Jahren, darunter striktere Ausländer- und Asylgesetze nutzten und wie sie ihren Aufenthalt organisierten. Zudem


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wurden auch persönliche Empfindungen bezüglich der Zufriedenheit mit dem Wohnraum, dem Image von Basel, dem Wohnumfeld, der Lebensqualität und Freizeitangeboten untersucht. Schliesslich ging es auch um Erwartungen und Bedürfnisse der internationalen Fachkräfte sowie um Hindernisse, denen sie begegnen, sei es bei der Organisation ihres Alltags, dem Schulbesuch der Kinder, der Wohnsituation, der Sprache und Kommunikation oder sozialen Kontakten allgemein.

Einführung und Zielsetzung

• Warum würde man nicht gerne Schweizerdeutsch lernen? • Wie oft hat man mit deutschsprachigen Personen in der Nachbarschaft Kontakt? • Wie oft hat man mit deutschsprachigen Freunden aus serhalb des Arbeitsplatzes Kontakt? Leben, Erholen und Arbeiten in Basel • Welche positiven oder negativen Spontanassoziationen hat man zu Basel? • Wie zufrieden ist man mit der Wohnsituation? • Wie bewerten internationale Fachkräfte die Lebensqua lität in Basel? • Wie bewerten sie die öffentlichen Verkehrsmittel und die städtische Umweltqualität von Basel? • Welche Freizeitaktivitäten führt man regelmässig aus?

Die Untersuchung basiert auf einer grossangelegten Befragung, bei der internationalen Fachkräfte die Möglichkeit hatten, über standardisierte und offene Fragen ihre eigene Vorstellung von Integration, ihren persönlichen Integrationsprozess, ihre eigenen Erfahrungen mit der Integration sowie ihren Alltag in Basel mitzuteilen. Die Studie will einen Beitrag zur Diskussion um internationale Fachkräfte und zu einem behutsameren Umgang mit Differenz Barrieren, Erfahrungen, Eindrücke leisten. Im Einzelnen umfasst die Fragestellung die fol- • Welche positiven und negativen Erfahrungen hat man genden Aspekte: als Ausländer gemacht? • Gibt es Situationen, in denen man sich aufgrund von Integrationsverständnis sprachlichen und kulturellen Barrieren ausgegrenzt • Was bedeutet für die internationalen Fachkräfte fühlt? Integration (im Arbeitsmarkt, sprachlich-kulturell, gesellschaftlich-sozial?) Personenbezogene Angaben • Was verbinden internationale Fachkräfte mit dem Pro- • Geschlecht, Alter, Erwerbsstatus zess der Integration? • Sozioprofessionelle Kategorie, Beruf • Wie gut fühlen sich internationale Fachkräfte in Basel • Höchste abgeschlossene Ausbildung integriert? • Haushaltsstruktur, Haushaltsgrösse, Anzahl Kinder • Schulbesuch der Kinder, Art der Schule (international, Strukturelle Integration und Selbstorganisation andere private, staatliche, sonstige) • Welche Integrationsinstrumente sehen internationale • Einkommenskategorie. Fachkräfte als geeignet an? • Von wem erhielten sie bei der Organisation ihres Auf enthaltes Hilfe (z.B. Integrationsstellen, relocation 1.2 Besonderheiten des Ansatzes und agencies, Arbeitgeber, Kirchgemeinde, Expat-Vereine, theoretische Einbettung Freunde etc.)? • Wie schnell konnten sie sich bezüglich Woh- Die beiden Basler Kantone haben bereits eine Schätzung nung, Schule, Bank, Versicherung, Sozialversiche- von „Expats“, basierend auf dem Zentralen Ausländerregi rung, Steuern organisieren? Was empfanden sie als ster, durchführen lassen (dazu Wiener & Grossmann 2011). besonders schwierig bei der Organisation ihres Aufent- Dabei wurde auch versucht, durch Interviews mit 12 aus halts im Raum Basel? gewählten Experten und focus group discussions mit insgesamt 20 Expats ein Meinungsbild von und über Expats Sprachliche Integration zu erheben (Wiener & Grossmann 2011). Hierbei bestätigte • Wie stufen internationale Fachkräfte ihre Deutschkennt- sich teilweise das gängige Bild von dieser Bevölkerungs nisse ein? gruppe. Es stellt sich jedoch die Frage nach der Repräsen• Erachten sie es als wichtig, Deutsch zu lernen und welches tativität von qualitativ erhobenen Meinungsbildern auf der sind die Gründe dafür? Grundlage einer sehr kleinen Anzahl von Personen, mit • Welche Bemühungen unternahmen sie, Deutsch zu der man über eine sehr grosse Grundgesamtheit Aussa lernen? gen treffen will. • Würden sie gerne Schweizerdeutsch lernen und welches sind die Gründe dafür?


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel 5

Die vorliegende Studie suchte ein umfassendes Meinungsbild auf der Basis einer Grossbefragung zu erheben, wobei wichtige, mit der Integration befasste Partner frühzeitig eingebunden wurden. Ziel der Studie war, die IstSituation der Integration von internationalen Fachkräften im Jahr 2013 darzustellen, deren Wahrnehmung zu ermitteln, einer grossen Anzahl von ihnen über den Fragebogen eine Stimme zu geben, um auf diese Weise konkrete Hinweise für die Praxisarbeit der Integration und Stadtentwicklung zu erhalten. Die Studie wollte wissenschaftlich fundiertes Ausgangsmaterial für eine allgemeine und neu aufgerollte Diskussion über die Integration von internationalen Fachkräften in der heutigen Gesellschaft erarbeiten. Das Thema „Internationale Fachkräfte“ sollte neu ins Bewusstsein der Gesellschaft und der zuständigen Entscheidungsträger gebracht, überholte Annahmen revidiert und der Blick für wichtige Details in diesem Bereich geschärft werden. Ein Leitmotiv ist die Frage nach der Rolle der Gesellschaft und ihrer Institutionen, aber auch die Frage nach der Eigenverantwortlichkeit für eine selbstbestimmte Integration und ein sozial integriertes Leben. Ein weiteres Leitmotiv ist auch die Frage nach der heutigen Bedeutung der Integration von Hochqualifizierten. Ist es das „Leben in einer Parallelwelt“, eine „Akkulturation“ oder gar eine „Assimilation“ und Aufgabe der eigenen Kultur? Während der gesellschaftliche Diskurs sich über Parallelgesellschaften beklagt und die Assimilation einzufordern scheint, sollte hier stärker beleuchtet werden, wie ein Segment der Neuen Zuwanderung seine eigene Integration sieht. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zielgruppengerechter zu „fördern und zu fordern“, auch innerhalb eines Integrationsmodells, das europaweiten Modellcharakter hat (Wichmann & D’Amato 2010; Piñeiro, Bopp, Kreis 2009). Theoretische Einbettung. „Integration“ kann von den zu Integrierenden und, je nach Kultur, gesellschaftlicher Entwicklungsphase und Leitbildern unterschiedlich verstanden werden. Integration als Begriff ist eng gekoppelt an den Begriff der Migration, und zu beiden gibt es seit über einhundert Jahren wissenschaftliche Forschung und anerkannte Theorien. Diese behandeln z.B. die Gründe für Migration, die jeweils auch Folgen für die Integration am Zielort haben können (Düvell 2006; Kroehnert 2003). Diese Theorien seien hier nicht aufgerollt. Jedoch geht die vorliegende Studie von den verhaltens- und entscheidungstheoretischen Konzepten zur Migration aus. Diese besagen, dass Individuen und Haushalte nicht allein aus ökonomischen Gründen als rational Handelnde, also aus Gründen der Einkommensmaximierung, an einen Arbeitsort kommen. Vielmehr können vielfältige andere Einfluss-

faktoren in die Entscheidung einfliessen. Dazu zählen z.B.: die eigenen Fähigkeiten nutzen zu können, soziale Anerkennung zu erhalten, emotionale Gründe („gut für die Familie“) oder Interesse am Zielort (Greenwood 1985; Fawcett 1985/86; Courgeau 1995; Lu 1998; Kroehnert 2003). Diese handlungs- und entscheidungstheoretische Betrachtung von Migration – im Vergleich beispielsweise zu jener Perspektive des rational handelnden Einkommensmaximierers (rational choice, homo oeconomicus) – mag auch in den Diskursen zur Integration dienlich sein. Denn sie lenkt die Betrachtung auf handlungsorientierte und interpretative Perspektiven, die ein stärkeres Verständnis von Migrationsentscheiden und folglich des Integrationsverhaltens beinhalten. Der Fokus dieser Betrachtungen liegt also auf subjektiven Faktoren und unterstellt nicht a priori reine Kosten-Nutzen-Erwägungen. Dass verhaltenstheoretische Ansätze bei der Migration und Integration eine Rolle auch für internationale Fachkräfte spielen können, zeigt sich an der Tatsache, dass viele deutsche Zuwanderer die Schweiz auch wieder verlassen, obwohl sie in der Schweiz deutlich höhere Einkommen erzielen können. In diesem Sinne möchte die vorliegende Studie auch die diskursive Konstruktion von „Expats“ oder im weitesten Sinne die diskursive Herstellung von „Ausländern“ hinterfragen. Die Studie möchte daher einen Erkenntnisgewinn über internationale Fachkräfte erzielen, um die politischen Rahmenbedingungen für eine zielgruppengerechte Integrationspolitik gegebenenfalls anpassen zu können, die sich dem behutsamen Umgang mit Differenz verschrieben hat. Vor dem Hintergrund dieses Ansatzes geht die Studie davon aus, dass es „die Expats“ nicht mehr gibt, wohl aber nuancierte Prozesse der Integration der internationalen Fachkräfte, wobei es je nach Lebensphasen, Familiensituationen, kultureller Herkunftsprägung und Lebensentwürfen interindividuelle Differenzen in der Integration gibt. Wir gehen davon aus, dass es zwischen internationalen Fachkräften, die ihre Kinder auf staatliche Schulen oder internationale Schulen senden, differenzierte Integrationsprozesse gibt und dass sich ein stark abweichendes Bild von den gängigen Klischees zu „Expats“ zeigen kann, die im Diskurs als einträgliche, aber fremde elitäre Sondergruppe gelten. Wir gehen davon aus, dass auch bei internationalen Fachkräften Zugehörigkeit ein Anliegen ist, jedoch auch Autonomie. Die Geborgenheit, die ein eigenverantwortliches, sozial integriertes Leben in einem bestimmten Lebenskontext bieten kann, kann durch gewisse Aspekte oder Mechanismen der gastgebenden Gesellschaft nicht einfach erreicht werden. Eigene Sicherheitsnetze und Selbsthilfeeinrichtungen müssen zum Tragen kommen.


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Die Resultate der Grossbefragung sollen zeigen, dass das Thema der Integration der internationalen Fachkräfte ein Themenfeld ist, das – wie auch das grössere Thema der

Einführung und Zielsetzung

Migration in der Schweiz –, einer gesamtgesellschaftlichen Offensive bedarf.

Exkurs – Fachkräftemigration nach Basel Ein Blick auf die Geschichte Die Ansiedlung internationaler Fachkräfte ist in Basel kein neues Phänomen. Seit der Reformation erlebte die Stadt erste Ansätze einer Zuwanderung im modernen Sinne. Während bis zum 15. Jahrhundert die meisten Zuwanderer noch aus der Region stammten, begann ab der zweiten Hälfte des 16. und des 17. Jahrhunderts auch eine zunehmende Einwanderung aus Oberitalien, Frankreich und Lothringen. Darunter befanden sich auch Glaubensflüchtlinge (Berner & Röthlin 2010). Es ist anzunehmen, dass viele dieser Zuwanderer hochqualifizierte Handwerker und Händler waren. Die Stadt zählte 1850 noch einen Ausländeranteil von 23.0% (22‘879 Schweizer und 6‘819 Ausländer), dieser stieg bis 1900 auf 38.1% (69‘446 Schweizer und 42‘781 Ausländer; Daten aus diversen Quellen im Historischen Lexikon der Schweiz, Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz 2002). Während der Ausländeranteil um die Mitte des 20. Jahrhunderts stark abnahm (1950: 8.3%, 196‘498 Schweizer und 16‘353 Ausländer; Stiftung Historisches Lexikon der Schweiz 2002), hat er seitdem wieder stetig zugenommen. So waren Ende 1982 noch 18.3% der Einwohner des Kantons Basel-Stadt Ausländer, Ende 2011 waren es bereits 33.5% (Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt 2012).

Expats – der öffentliche Diskurs Definitionen • „global begehrte Fachkräfte“, „global gesuchte Talente“, „Führungskräfte“, „Neue Migranten“, „gut bezahlte Arbeitsmigranten“, „qualifizierte ausländische Fachkräfte“, „gut bezahlte Arbeitsmigranten“, „global citizens“ • „business nomads“ im Multinationenbüro, “mehrfach mobile free movers“, “intercompany transferees”, “transient settlers” (Bilanz 18.06.2010, „Expats in der Schweiz: Fremde Kollegen”) • „high achievers“ mit Arbeitsvertrag von ihrem Heimatland/mit lokalem Arbeitsvertrag Integration? – Der erhobene Zeigefinger • „fröhliche Ignoranten“ (Zeit Online 26.07.2012, „Wir fröhlichen Ignoranten“) • „Die Elite ist nicht integriert“ ... “schlechte Integration von Ausländern mit hoher Bildung... foutieren sich um Schweizer Traditionen... Kinder auf Privatschulen... Parallelgesellschaften“... „Der Bundesrat hat mein Departement beauftragt zu prüfen, ob Integrationsprogramme verstärkt auf Zuzüger aus dem EU-Raum ausgearbeitet werden können“ (Simonetta Sommaruga, Tages-Anzeiger Bern 5.5.2012a, „Die Elite ist nicht integriert“) • „Elite-Migranten integrieren sich kaum“ (Zuger Stadt-Vizepräsident Andreas Bossard, Tages-Anzeiger Bern 5.5.2012a, „Die Elite ist nicht integriert“) • ...“verbindliche Integrationsvereinbarungen, ausser bei Expats“... „mangelnde Integration ist eigentlich nichts Schlimmes. Schlimm wird es, wenn die mangelnde Integration negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat“ (Sebastian Frehner, SVP Basel, Tageswoche 17.12.2012b, „Basler SVP will Migranten stärker in die Pflicht nehmen“) • „Mehr Ausländer als Schweizer im Jahr 2050?“ (Basler Zeitung 28.1.2013a) • „Man kann das Leben hier auf Englisch bewältigen, sich integrieren“... „die Diskussion muss differenzierter stattfinden“... „Expats als gute Steu erzahler... eine trennende Sichtweise behindert aber das Potenzial, das bei allen vorhanden ist.“... „Sondergruppe – fremd und einträglich“ (Kathy Hartman-Campbell, Basellandschaftliche Zeitung 21.03.13b, „Niemand zu sein, ist ganz schön bedrohlich“) Das Phänomen – sozial verträglich? • „Ein Ausländerproblem der etwas anderen Art“ (NZZ 22.8.2012) • „Mehr Talent, Lohn, Kinder“... „bleiben länger als früher“… „stellen Konkurrenz zum Mittelstand dar“... „verdienen mehr als Schweizer“... brauchen „mehr Fläche“... „teure Quartiere“... „Parallelgesellschaften“... “mehr Expat-Kinder auf öffentlichen Schulen zur Vorbereitung einer langjährigen Bildungskarriere in der Schweiz“... Das Phänomen der Expats „in der Schweiz bekannt, weil viele Schweizer in Chefetagen ausser halb der Schweiz weltweit arbeiten“... (Tages-Anzeiger 21.5.2012b, „Mehr Talent, Lohn und Kinder“) • „Steuerliche Abzugsmöglichkeiten von Privatschulkosten und Wohnkosten in der Schweiz..., Abzugsfähigkeit von Heimflügen..., Sonderbehandlung ausländischer Grossverdiener“ (Aargauer Zeitung 24.8.2012, „Der Bundesrat will Privilegien reicher Ausländer überprüfen“) • „Bei den Schweizern: Sie verdienen gut, geniessen viele Privilegien, doch viele Expats tun sich schwer mit der Integration...“ (Tageswoche 14.3.2013b, „Bei den Schweizern“) • „Die Angst vor Ausländern wird gezielt geschürt...“, „Zuwanderung/Diversität bringt nicht nur Probleme – sie ist ein Zugewinn zu unserer Gesell schaft“ (Nicole von Jacobs, Tageswoche 27.2.2012a, „Die Angst vor Ausländern wird gezielt geschürt“) Der Nutzen • „Die ‚neuen Migranten‘ kurbeln unseren Wirtschaftsmotor an“... “Neue Migranten integrieren sich schwer, weil sie nicht offen empfangen werden“... „Sprecht mit ihnen“... „making friends“... „wir müssen sie in unser Gesellschaftsbild integrieren“... “Spitzenleute schliessen Lücken“... „nehmen Schweizern keine Arbeitsplätze weg und Migranten sind nicht für Wohnungsnot, überhöhte Mieten, überfüllten öffentlichen Verkehr und Strassen verantwortlich zu machen“ (Julia Morais, Kantonale Integrationsbeauftragte ZH, NZZ 18.3.2013a, „Die ‚neuen Migranten kurbeln unseren Wirtschaftsmotor an“)


Internationale Fachkräfte in Basel – Integration und Image von Basel 7 • „tertiäre Bildungsabschlüsse, die Hälfte Hochschulausbildung, Nachfrage nach Ungelernten sinkt wegen Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Hochqualifizierte sind keine Konkurrenz“ (George Sheldon, Basler Zeitung 28.1.2013b, „Die ausländischen Arbeitskräfte, die nicht mehr gebraucht werden, sind immer noch da“) • „Der Standort Schweiz profitiert doppelt. Zuwanderer in der Schweiz leisten mehr Zahlungen an die öffentliche Hand, als sie von ihr erhalten“... laut OECD „zahlen hochqualifizierte Immigranten netto mehr ein als in der Schweiz Geborene mit vergleichbarer Ausbildung“ (NZZ 28.6.2013b, „Der Standort Schweiz profitiert doppelt“) Der Bund – Schweizer Nationalinteresse • „Bund, Kanton und Sozialpartner gemeinsam gegen Fachkräftemangel“ (Tageswoche 21.5.2013a, „Bund, Kantone und Sozialpartner gemein sam gegen Fachkräftemangel“) • Fachkräfteinitiative... „Es wäre zu riskant, sich auf die Zuwanderung zu verlassen...“ (Johann Schneider-Amann, Tageswoche 21.5.2013a, „Bund, Kantone und Sozialpartner gemeinsam gegen Fachkräftemangel“) • ...“dass die Zuwanderung die Alterung der Bevölkerung verlangsamt und damit die umlagefinanzierten Sozialversicherungen der ersten Säule (AHV/IV/EO/EL) entlastet.“ (Bundesamt für Migration 2012 und SECO 2013) Integration als Prozess – „Die wollen mitmachen“ • „Kritisch sind die ersten 6 bis 12 Monate, da entscheidet sich, ob Integration passiert und ob die ganze Familie bleiben will“ (Basel Area News Juli 2012, „Wirtschaftsregion Basel – wo sich internationale Talente wohlfühlen“) • „Initiativen von Expats für Expats gibt es fast schon massenhaft: Theatergruppen, Sprachkurse, Eltern-Workshops über das hiesige Schulsystem; eine Frauenorganisation, die Krebskranke unterstützt; Gruppen, die kantonale Homepages ins Englische übersetzen, damit auch Expats ihren Abfall endlich richtig entsorgen; Bibliotheken und Chöre. Allmählich begreift man, welches Potenzial der Schweizer Gesellschaft entgeht, wenn diese immer nur über die Risiken der Zuwanderung räsoniert“ (Zeit Online 16.6.2011, „Die wollen mitmachen“) • „Arbeitgeber: wichtigste Unterstützung in allen Alltagsfragen“, ... „wichtig: Kinder in hiesiges Schulsystem integrieren“... „Wenn die Firma plötz lich nicht mehr zahlt, können sich die Familien diese Schulen gar nicht mehr leisten“... „Unser Konzept des Forderns und Förderns gilt aber für alle Seiten. Wir fordern auch von der einheimischen Bevölkerung und von den Unternehmen Goodwill.“ (Nicole von Jacobs, Tageswoche 27.7.2012a, „Die Angst vor Ausländern wird gezielt geschürt“) Integrationsresistenz? – Ex patria: ausserhalb welcher Heimat? • ...“flächendeckende Begrüssungsgespräche als Investition“... „Ziel der Erstinformationsgespräche... Parallelgesellschaften zu verhindern...“ (Tageswoche 4.7.2012c, „Eine Begrüssung als Investition in die Integration“) • „Grüezi und herzlich willkommen, liebe Expats“... „Die wenigsten lassen sich über staatliche Kanäle aufbieten“... „Eigeninitiative als Erfolgsrezept“ (NZZ 6.5.2013c „Grüezi und herzlich willkommen, liebe Expats“) • „Expats werden in der Schweiz sesshaft und bürgern sich sogar ein“... „Das Bild von hochqalifizierten ausländischen Fachkräften muss wohl gründlich revidiert werden“ (Aargauer Zeitung 13.5.2013, „Expats werden in der Schweiz sesshaft und bürgern sich sogar ein“) • „An mangelnder Integration sind nicht die Zugewanderten schuld, sondern die Einheimischen, die die Zugewanderten nicht eingliedern möch ten“ (Basellandschaftliche Zeitung 8.5.2013c, „Weshalb Expats in Basel so schwer Anschluss finden“) Expat-Vertreter • „Staatsschulen beschleunigen die Integration...“, „begleitende Ehepartner haben eine Schlüsselrolle...“, „Deutsch ist nicht Alltagssprache...“, ...„gelungene Nachbarschaft“ (Kathy Hartmann-Campbell, Tageswoche 14.3.2013b, „Bei den Schweizern“)

1.3 Methodisches Vorgehen Bestimmen der Zielgruppen des Projekts. Zentral in der vorliegenden Studie war die Zielgruppenerreichung. Dabei geht die vorliegende Studie von der derzeit breitesten Definition aus und definiert die internationalen Fachkräfte als Personen, die alleine oder mit Familienangehörigen aus beruflichen Gründen in die Schweiz kamen und ein hohes Bildungs- bzw. Qualifikationsniveau aufweisen (siehe Punkt 1.4 Begriffsdefinitionen).

2. Personalleitungen/Human Resources Departments grosser Firmen und Organisationen, in denen bekann termassen viele internationale Fachkräfte tätig sind, in die Planung einzubinden. 3. Informationen und Hinweise von den Vertretern einer grossen Expat-Vereinigung sowie den Leitern der Integrationsfachstellen beider Basel einzuholen zu spezifischen Fragestellungen aus Sicht der internationa len Fachkräfte und der Integrationsfachstellen.

Im Einzelnen haben aus einer sehr grossen Anzahl von Firmen, Organisationen und kantonalen Fachstellen die Drei Ansätze wurden zur Erreichung der Zielgruppen verFolgenden wertvolle Hinweise gegeben für die Planung der folgt. Diese waren: Zielgruppenerreichung und der logistischen Ausführung 1. Vertreter der Zielgruppen und der Integrationsfachstel- der Online-Befragung (Tab. 1.1). Für die Online-Befragung len frühzeitig in die Planung und Entwicklung des Pro- wurde der Link auf die Befragung und eine Befürwortung des Projektes von seiten der Firma/Einrichtung über deren jekts miteinzubeziehen


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Einführung und Zielsetzung

Tab. 1.1 Die Online-Befragung unterstützende Entitäten Entität

Leitung/Kontaktperson

Zielgruppe (Anzahl Personen)

Kathy Hartmann-Campbell/Anthony Tilke

gesamtes Netzwerk und an Veranstaltungen von BaselConnect 800 via Webseite 1800

„Expat“-Netzwerke Verein BaselConnect Basel Expat Yahoo forum Centrepoint Glocals English Forum Switzerland China Basel Asian Business Club Basel Children’s Trust

Angela Sewell

Brigitte Koller Yan Gao-Okundaye

Internationale Schulen International School Basel ISB Outreach (Elternorganisation)

Lesley Barron Wendy Roth-Olum

ca. 200 (staff) personal network

Maureen Carlson Reinertson

100 frühere und aktuelle Klienten

Roche Relocation Services

Christine Grathwol, Head Relocation Services

Novartis Pharma AG

Valerie Guertler-Doyle PhD, Head Diversity & Inclusion Switzerland

an alle Mitarbeiter versandt sowie Packimpex (relocation service von Roche) an alle Mitarbeiter versandt

Relocation agencies h.o.m.e.s Relocation GmbH Unternehmen

Syngenta Straumann BIZ Infosys Universität Basel Universitätsspital, Departement Biomedizin

Dr. Daniela Seabrook, Head Corporate Human Resources Anne-Marie Scattarreggia Meenakshi Kumar Christian Widmann, Personalleitung Heidi Hoyermann, Human Resources

alle Syngenta Mitarbeiter in Basel, Stein und Münchwilen (insgesamt 668) an alle Mitarbeiter versandt an alle Mitarbeiter, ca. 700 2000 internationale Fachkräfte ca. 250

Verteiler versandt, ferner über interne, persönliche Netz- satz dazu Wiener & Grossmann 2011). Im Folgenden sind werke verschickt, über Intranet oder auf Firmenwebseiten weitere in der Literatur benutzte Definitionen, die für diese und in Firmen-News bekannt gegeben. Arbeit von Relevanz sind, aufgeführt. Der Versand des Links zum Fragebogen, welcher standardisiert war und einzelne offene Fragen enthielt, erfolgte durch Arbeitgeber, Vereine und Netzwerke internationaler Fachkräfte im Januar 2013. Es wurden mehrere Tausend Personen erreicht.

1.4 Begriffsdefinitionen In dieser Publikation wird zur Bezeichnung der Personen der untersuchten Stichprobe gemeinhin der Begriff der ausländischen oder internationalen Fachkräfte gebraucht. Dazu zählen prinzipiell alle Ausländer mit Migrationshintergrund, die einen tertiären Bildungsabschluss besitzen. In der Schweiz geborene Ausländer mit ausländischem Pass wurden nicht dazugezählt. Der Begriff „Expat“ wird hier vermieden, da er generell mit einer negativen Konnotation in den Medien behaftet zu sein scheint (wie auch durch mündliche Mitteilungen mehrerer ausländischer Fachkräfte zum Ausdruck kommt; vgl. im Gegen-

„Als Ausländer wird [...] jede Person bezeichnet, die einzig die Staatsbürgerschaft eines ausländischen Staates besitzt. Diese Personen sind nicht identisch mit den im Ausland Geborenen, welche in der Zwischenzeit die schweizerische Staatsangehörigkeit erworben haben können. Personen, die neben einem ausländischen auch das Schweizer Bürgerrecht besitzen (Doppelbürger), werden in der Statistik als Schweizer gezählt. Staatenlose und Personen, deren Staatsangehörigkeit ungeklärt ist, werden hingegen als Ausländer betrachtet“ (Bundesamt für Statistik 2008: 2). „Als Migrant gilt jede Person, die ihren Wohnsitz (vorübergehend oder dauerhaft) von einem anderen Staat in die Schweiz verlegt hat. Neben den im Ausland Geborenen [sind] grundsätzlich auch Schweizer Bürger, welche nach einem Auslandaufenthalt wieder in die Schweiz zurückgekehrt sind, [...] Migranten. Nicht zu den Migranten gehören hingegen die in der Schweiz geborenen und immer noch einzig eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzenden Personen [...]. Das Schweizer Ausländer- und Bürgerrecht kennt den Begriff des Migranten nicht, der einem demografischen und soziologischen Konzept entspricht. Die Definition des Migranten wird daher auch in der Verwal-


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