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Itinera 34, Hier und dort

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Multilokale Lebensformen gewinnen zusehends an Bedeutung: transnationale Migrant/innen, Wochenaufenthalter/innen, Zweitwohnbesitzer/innen oder getrennt lebende Lebensgemeinschaften, sie alle leben und arbeiten über kurz oder lang an verschiedenen Orten. Dem multilokalen Leben liegen komplexe gesellschaftliche Motive zugrunde, die den europäischen Gesellschaften jedoch nicht neu sind. Dieser Band stellt historische Formen des multilokalen Lebens zeitgenössischen Formen gegenüber und vertieft dabei den interdisziplinären Dialog zwischen Geschichtswissenschaften, Soziologie, Kulturanthropologie, Kulturgeografie und Wirtschaftswissenschaften. De plus en plus, les formes de vie multilocales gagnent en importance: les migrantes et migrants transnationaux, les résidentes et résidents à la semaine, les personnes ayant un pied-à-terre ou les communautés de vie résidant séparément, toutes ces personnes vivent et travaillent à un moment ou à un autre dans différents lieux. Le mode de vie multilocal est à la base de complexes configurations sociétales. Cela ne représente cependant pas une nouveauté pour les sociétés européennes. Ce volume met en miroir des formes historiques et contemporaines de la vie multilocale; il permet alors d’appro­ fondir le dialogue interdisciplinaire entre l’histoire, la sociologie, l’anthropologie culturelle ainsi que la géographie culturelle et les sciences économiques.

Itinera 34 2013

Itinera Beiheft zur Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte Supplément de la Revue Suisse d’Histoire Supplemento della Rivista Storica Svizzera

Sonja Matter, Wo die Heimat keine mehr ist. Rückschaffungen von fürsorgebedürftigen Schweizern und Schweizerinnen in ihre Bürgergemeinden im frühen 20. Jahrhundert Matthias Jung, Ein Modell psychosozialer Sesshaftigkeit als Heuristik zu einer Rekonstruktion der Folgen von Multilokalität Robert Nadler, Von der präsenten Heimat zum appräsenten Zuhause? Multilokalität und kreative Wissensarbeiter/innen II. Territoriale Strategien und multilokale Persistenz / Stratégies territoriales et persistence multilocale Christiane Berth, Multilokal über Generationen? Deutsche Kaffeekaufleute in Zentralamerika, 1870–1970 Gabriel Garrote, Ressource et distinction. Une multilocalité élitaire et notabiliaire (Rhône, 1800–1830) Christian Wille, Zur Persistenz und Informalität von Räumen der Grenze. Theoretisch-konzeptionelle Überlegungen und empirische Befunde III. Multilokalität als Resilienz / Multilocalité comme résilience Claire Boulanger, Etre présent malgré la distance. Les Maliens de France actifs dans la santé au Mali Rosa Brandhorst, Migration in der Lebens- und Familiengeschichte. Transnationale kubanische F ­ amilien im Kontext des gesellschaftlichen Transformationsprozesses Gwenn Pulliat, Etre ici pour vivre mieux là-bas. Stratégies économiques et vulnérabilité alimentaire de la population flottante à Hanoi Elisabeth Hyo-Chung Chung et Charlotte Guénard, Mobilité en milieu rural sénégalais: une exploration de la relation avec la vulnérabilité alimentaire et le réseau social IV. Integrative Dynamiken und lokale Identifikationen / Dynamiques intégratives et identifications locales Aurélien Gentil, Entre mobilités saisonnières et carrière d’installation permanente: trois manières d’habiter l’espace-temps saisonnier estival Melanie Hühn, Die multilokale Ruhesitzwanderung: Motivationen und Strategien deutscher ­Seniorinnen und Senioren in Spanien im Spannungsverhältnis von Individualität und Kollektivität Annemarie Matthies, Einbindungen und Selbstpositionierungen. Bewältigungsstrategien im Kontext transnationaler Arbeitsmigration

Schwabe Verlag Basel www.schwabeverlag.ch

Hier und dort Ici et là

I. Sesshaftigkeiten der Multilokalität / Les sédentarités de la multilocalité

Itinera Beiheft zur SZG Supplément de la RSH Supplemento della RSS

Herausgegeben von / édité par: Cédric Duchêne-Lacroix / Pascal Maeder

Duchêne-Lacroix/Maeder (Ed.)

Cédric Duchêne-Lacroix et Pascal Maeder, La multilocalité d’hier et d’aujourd’hui entre contraintes et ressources, vulnérabilité et résilience

2013

Hier und dort: Ressourcen und Verwundbarkeiten in multilokalen Lebenswelten Ici et là: Ressources et vulnérabilités dans la vie multilocale

Inhaltsverzeichnis / Table des matières Vorwort / Préface

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Hier und dort: Ressourcen und Verwundbarkeiten in multilokalen Lebenswelten Ici et là: Ressources et vulnérabilités dans la vie multilocale Herausgegeben von / édité par: Cédric Duchêne-Lacroix, Pascal Maeder

Schwabe Verlag Basel


ITINERA Beiheft zur Schweizerischen Zeitschrift für Geschichte Supplément de la Revue Suisse d’Histoire Supplemento della Rivista Storica Svizzera Herausgegeben von der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte Publié par la Société Suisse d’Histoire Präsidentin der Publikationskommission / présidente de la commission des publications: Prof. Dr. Janick Marina Schaufelbuehl, Lausanne Publiziert mit Unterstützung der Schweizerischen Akademie der Geistes- und So­zialwissenschaften

© 2013 Schwabe Verlag Basel Gesamtherstellung: Schwabe AG, Muttenz/Basel ISBN 978-3-7965-2948-1 www.schwabeverlag.ch


Inhaltsverzeichnis / Table des matières Vorwort / Préface . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 Cédric Duchêne-Lacroix et Pascal Maeder La multilocalité d’hier et d’aujourd’hui entre contraintes et ressources, vulnérabilité et résilience . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 I. Sesshaftigkeiten der Multilokalität / Les sédentarités de la multilocalité Sonja Matter Wo die Heimat keine mehr ist. Rückschaffungen von fürsorgebedürftigen Schweizern und Schweizerinnen in ihre Bürgergemeinden im frühen 20. Jahrhundert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 Matthias Jung Ein Modell psychosozialer Sesshaftigkeit als Heuristik zu einer Rekonstruktion der Folgen von Multilokalität . . . . . . . . . . 41 Robert Nadler Von der präsenten Heimat zum appräsenten Zuhause? Multilokalität und kreative Wissensarbeiter/innen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 II. Territoriale Strategien und multilokale Persistenz / Stratégies territoriales et persistence multilocale Christiane Berth Multilokal über Generationen? Deutsche Kaffeekaufleute in Zentralamerika, 1870–1970 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 Gabriel Garrote Ressource et distinction. Une multilocalité élitaire et notabiliaire (Rhône, 1800–1830) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 Christian Wille Zur Persistenz und Informalität von Räumen der Grenze. Theoretisch-konzeptionelle Überlegungen und empirische Befunde

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Inhaltsverzeichnis / Table de matière

III.  Multilokalität als Resilienz / Multilocalité comme résilience Claire Boulanger Etre présent malgré la distance. Les Maliens de France actifs dans la santé au Mali . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Rosa Brandhorst Migration in der Lebens- und Familiengeschichte. Transnationale kubanische Familien im Kontext des gesellschaftlichen Transformationsprozesses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129 Gwenn Pulliat Etre ici pour vivre mieux là-bas. Stratégies économiques et vulnérabilité alimentaire de la population flottante à Hanoi . . . . 145 Elisabeth Hyo-Chung Chung & Charlotte Guénard Mobilité en milieu rural sénégalais: une exploration de la relation avec la vulnérabilité alimentaire et le réseau social . . . . . . . . . . . . 161 IV. Integrative Dynamiken und lokale Identifikationen / Dynamiques   intégratives et identifications locales Aurélien Gentil Entre mobilités saisonnières et carrière d’installation permanente: trois manières d’habiter l’espace-temps saisonnier estival . . . . . . . 187 Melanie Hühn Die multilokale Ruhesitzwanderung: Motivationen und Strategien deutscher Seniorinnen und Senioren in Spanien im Spannungsverhältnis von Individualität und Kollektivität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Annemarie Matthies Einbindungen und Selbstpositionierungen. Bewältigungsstrategien im Kontext transnationaler Arbeitsmigration . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215 English Summaries . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229 Die Autor/innen / Les auteur(e)s – Die Herausgeber / Les éditeurs . . . 235 Collage Umschlag/Couverture: Cédric Duchêne-Lacroix.


Vorwort / Préface Mettons en commun ce que nous avons de meilleur et enrichissons-nous de nos mutuelles différences. (Paul Valéry)

Der Austausch zwischen den Geschichtswissenschaften, der Soziologie und anderen Disziplinen ist gerade für ein Querschnittsthema wie die Mobilität oder Multilokalität gewinnbringend. Wir sind von diesem interdisziplinären Mehrwert überzeugt. Er steht am Ursprung dieser Publikation sowie des Workshops, der ihr vorangegangen ist. Der eine Zugang verleiht historische Tiefe, der andere konzeptuelle Schärfe, ein anderer stellt sich gesellschaftlichen Herausforderungen und wieder­um ein anderer legt kulturelle Differenzierungen offen. Es geht nicht darum, ein Thema in tausend Teile zu zerbrechen; im Gegenteil, mit diesem Multiperspektivismus möchten wir das Thema in aller Breite ausloten und gewichten. Vom 17. bis 19. Mai 2012 fand in Basel der Workshop «Hier und dort» statt und vereinigte dabei Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus der Geschichte, Germanistik, Soziologie, Kulturanthropologie, Human- und Kulturgeographie sowie den Wirtschaftswissenschaften. Die meisten Referierenden kamen aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich, jedoch hatten wir auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ungarn und Vietnam. In alphabetischer Reihenfolge nach Vornamen geordnet sind dies: Annemarie Matthies, Anna Lipphardt, Aurélien Gentil, Christian Wille, Christiane Berth, Claire Boulanger, Ferenc Cseresnyés, Gabriel Garrote, Charlotte Guénard, Gwenn Pulliat, Knut Petzold, Matthias Jung, Mathias Rödel, Melanie Hühn, Robert Nadler und Rosa María Brandhorst. Wir möchten ihnen für die anregenden Referate und ihre aktive Teilnahme an den Diskussionen des Workshops danken. Dank gebührt auch all jenen, die für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten. Hierzu zählen insbesondere die Moderatorinnen und Moderatoren der Panels, Nicola Hilti, Tobias Schlechtriemen, Susann Baller und Beat Stüdli. Für die grosszügige finanzielle Unterstützung möchten wir insbesondere der Graduate School of History der Universität Basel sowie dem Forschungsfonds der Universität Basel, dem Seminar für Soziologie und dem Departement Geschichte der Universität Basel wie auch dem Zentrum für Afrikastudien Basel herzlich danken. Mit Ausnahme eines Textes, der eigens für diese Publikation herangezogen wurde, erscheinen in diesem Band die überarbeiteten Referate des Workshops. Wir möchten Martin Lengwiler dafür danken, dass er und die Publikationskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte die Beiträge in die Reihe ITINERA aufgenommen haben. Auch danken wir für die Nachsicht, die uns als Herausgeber entgegengebracht wurde bei der Arbeit an einer Publikation


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Vorwort / Préface

über ein Forschungsthema, das sich in den Sozial- und Geisteswissenschaften rasch entwickelt. Die Veröffentlichung wurde vom Service culturel et scientifique de l’Ambas­ sade de France in Bern unter Leitung von Dominique Dunon Bluteau finanziell gestützt. Wir möchten ihm dafür wie auch für seine Teilnahme am Workshop danken.

La recherche sur un thème transversal comme la mobilité ou la multirésidentialité gagne à une confrontation des approches disciplinaires historiques, sociologiques et au-delà. C’est notre conviction commune à l’origine de ce cahier ainsi que de l’atelier qui l’a précédé. L’un donne de la profondeur historique, l’autre de la profondeur conceptuelle, une autre partie prenante les enjeux de sociétés, une autre encore les différences culturelles synchroniques. Il ne s’agit pas d’émietter le sujet en mille morceaux, au contraire, ce multiperspectivisme permet d’en prendre la mesure, d’en valider l’importance. Du 17 au 19 mai 2012 s’est tenu à Bâle, l’atelier «Ici et là» rassemblant des historiens, sociologues, anthropologues culturels, géographes et économistes. La plupart des conférenciers venait de Suisse, d’Allemagne et de France, mais aussi de Hongrie et du Vietnam. Il s’agissait, classés par ordre alphabétique des prénoms, de: Annemarie Matthies, Anna Lipphardt, Aurélien Gentil, Christian Wille, Christiane Berth, Claire Boulanger, Ferenc Cseresnyés, Gabriel Garrot, Charlotte Guénard, Gwenn Pulliat, Knut Petzold, Matthias Jung, Mathias Rödel, Melanie Huehn , Robert Nadler, Rosa María Brandhorst. Nous tenons à les remercier pour leurs interventions inspirantes donnant lieu à de très constructives discussions auxquelles ils ont tous participé activement tout au long de l’atelier. L’organisation des journées de l’atelier, à la fois chaleureuse et soucieuse d’échanges profonds, a été appréciée. On le doit notamment aux modérateurs Nicola Hilti, Tobias Schlechtriemen, Susann Baller, Beat Stüdli. Qu’ils soient remerciés pour cela. L’atelier a bénéficié du soutien généreux de l’Ecole doctorale d’histoire de l’Université de Bâle ainsi que du Fonds de recherche de l’Université de Bâle, de l’Institut de sociologie et du Département d’histoire de l’Université de Bâle et du Centre d’études africaines de Bâle. A l’exception d’un texte dont l’auteure a généreusement accepté une contri­ bution pour ce cahier, les articles tirés des présentations produites ont été retravaillés pour permettre une publication dans ce numéro. Nous remercions Martin Lengwiler et la commission de publication de la Société suisse d’histoire pour nous avoir permis de publier un cahier dans la série ITINERA. Nous sommes également très reconnaissants pour l’indulgence qui nous a


Vorwort / Préface

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été confiée pour permettre une publication soignée d’un sujet en pleine émergence dans les sciences sociales et humaines. La publication a reçu le soutien financier du Service culturel et scientifique de l’ambassade de France à Berne sous la direction de Dominique Dunon Bluteau. Nous le remercions aussi pour sa présence à l’atelier.

Basel / Bâle, März / mars 2013 Pascal Maeder & Cédric Duchêne-Lacroix


La multilocalité d’hier et d’aujourd’hui entre contraintes et ressources, vulnérabilité et résilience Cédric Duchêne-Lacroix et Pascal Maeder Ceux et celles qui feuillettent les revues d’histoire remarqueront vite que l’un des derniers «tournants» en sciences sociales, le mobilities turn, n’a pas encore atteint, à quelques exceptions près, les sciences historiques.1 Cette réticence peut se justifier vu la cumulation croissante ces deux dernières décennies des tournants paradigmatiques qu’ils soient linguistiques, culturels, spatiaux, performatifs, iconiques ou postcoloniaux. Et pourtant, les nouvelles études de mobilité n’ont souvent qu’une compréhension superficielle de la dimension historique des mouvements humains. La lecture de Mobilities de John Urry – œuvre fondatrice des nouvelles études de mobilité – est éclairante à cet égard car on y gagne vite l’impression que l’auteur exalte les mobilités modernes sans prendre la mesure des mouvements considérables des sociétés anciennes.2 Notre publication vise à montrer quelques aspects de la diversité des mobilités – avant tout humaines3 – d’ici et maintenant mais aussi de là-bas et d’hier. Il ne s’agit pas de s’en tenir au mouvement. La mobilité est produite et productrice de territorialité, d’espaces vécus, d’attachement et d’ancrage concrets ou/et symboliques. Bref, pour donner à comprendre les pratiques spatiales de mobilité et de stationnalité, il faut une perspective multilocale. En histoire, c’est avant tout la recherche sur les migrations transnationales qui soulève la question de la multilocalité. En effet, durant ces vingt dernières années, aux approches primitives dualistes push/pull, des migrations perçues soit comme transitoires (migration saisonnière) soit définitives («total displacement») se sont peu à peu substituées des analyses dépassant le «nationalisme méthodologique»4 pour les 1 En son temps, Marc Bloch avait questionné le rôle de la mécanisation des déplacements humains ainsi que celui de la fixation des populations: Marc Bloch, Les caractères originaux de l’histoire rurale française, Paris: Pocket, 2006; Marc Bloch, «Régions naturelles et groupes sociaux», in: Annales d’histoire économique et sociale 4:17 (1932) pp. 489–510. Voir aussi Gérard Noiriel, Le Creuset français: Histoire de l’immigration, XIXe-XXe Siècle, Paris: Seuil, 1988. Parmi les exceptions dans la discussion actuelle citons: Gijs Mom et al. (dir.), Mobility in History: The State of the Art in the History of Transport, Traffic and Mobility, Neuchâtel: Alphil, 2009; Steve Bernadin (dir.), De l’histoire des transports à l’histoire de la mobilité, Rennes: Presses Universitaires de Rennes, 2009. 2 John Urry, Mobilities, Cambridge: Polity Press, 2007. 3 Pour ce qui est des matériaux, les travaux de Monika Dommann cherchent par exemple à mettre en relation le mouvement de marchandises à partir de la production et distribution à la vente, voir le site web du projet, http://www.materialflow.ch/ ou Monika Dommann, «Handling, Flowcharts, Logistik: zur Wissensgeschichte und Materialkultur von Warenflüssen», in: Zirkulationen, dir. par Kijan Espahangizi, Zürich: Diaphanes, 2011, pp. 75–103. 4 Herminio Martins, «Time and Theory in Sociology», in: Approaches to Sociology: An Introduction to


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Cédric Duchêne-Lacroix et Pascal Maeder

migrations internationales ou plus largement dépassant l’approche monolocale et monoculturelle des mobilités. Ainsi sont pris en compte des processus qui comprennent, par exemple, le «bagage culturel» de la population migrante non pas comme une manifestation «arriérée» d’une sous-culture mais comme ressource qui soutient les migrants et migrantes dans leurs efforts de prendre pied dans la société d’arrivée, de trouver du travail et de garder contact, par exemple aussi par l’envoi de fonds, avec les personnes proches ou affiliées du lieu d’origine afin de pouvoir éventuellement retourner ou de déclencher une migration en chaîne. En premier lieu, l’approche transnationale est centrée sur les migrants et leurs pratiques au-delà des frontières nationales mais dans un espace d’action particulier et générant une culture de mobilité. Elle permet de comprendre la constitution, le dénouement et les conséquences au-delà des flux migratoires des processus d’intégration ou d’exclusion sociale comme la formation de communautés ethniques ou de diasporas.5 L’approche multilocale de l’activité humaine n’est pas limitée à une échelle géographique de dispersion des lieux pratiqués. Ainsi elle se retrouve dans l’analyse de phénomènes transnationaux et aussi infrarégionaux. Elle convient aussi à une histoire globale qui actuellement pousse la recherche historique à des nouvelles réflexions. L’approche multilocale insiste, en revanche, par-delà les distances et les absences intermittentes, sur les inscriptions localisées des personnes, les lieux de leur pratique, là où se (re)produisent des transferts et des hybridités socio-culturels et où s’arriment des systèmes migratoires.6 En multipliant les espaces d’action, la «multilocalité», qu’elle soit locale, régionale ou transnationale, se rapportant à un phénomène, une personne, un groupe de personnes ou une organisation produit des jeux d’échelles, de polychronie et d’archipel. Elle peut se rapporter à la dispersion géographique d’une part de l’activité humaine avec présence physique personnelle ou par l’intermédiaire d’interfaces (téléphone par exemple) ou d’intermédiaires (l’ambassadeur d’un souverain) et d’autre part des lieux appropriés ou des mêmes Major Trends in British Sociology, dir. par John Rex, London/Boston: Routledge, 1974, pp. 246–293; ­Ulrich Beck, Power in the Global Age: A New Global Political Economy, Cambridge: Polity, 2006. 5 Pour les textes de base de l’approche transnationale pour l’histoire des migrations, voir Linda G. Basch, Nina Glick Schiller et Cristina Szanton Blanc, Nations Unbound: Transnational Projects, Postcolonial Predicaments, and Deterritorialized Nation-states, New York: Gordon and Breach, 1994; Ludger Pries (dir.), Migration and Transnational Social Spaces, Aldershot: Ashgate, 1999; Thomas Faist, The Volume and Dynamics of International Migration and Transnational Social Spaces, Oxford: Oxford University Press, 2000; Rosita Fibbi et Gianni D’Amato, «Transnationalisme des migrants en Europe: une preuve par les faits», in: Revue européenne des migrations internationales 24, no. 2 (2008) pp. 7 –22. 6 Jochen Oltmer, Globale Migration. Geschichte und Gegenwart, München: Beck, 2012; Robin Cohen, Global Diasporas: An Introduction, 2ème éd., London: Routledge, 2008; Jan Lucassen (dir.), Migration History in World History: Multidisciplinary Approaches, Leiden: Brill, 2010; Patrick Manning, Migration in World History, London: Routledge, 2005; Dirk Hoerder, Cultures in Contact: World Migrations in the Second Millenium, Durham: Duke University Press, 2002.


La multilocalité d’hier et d’aujourd’hui

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choses dispersées géographiquement. Adaptée à l’anthropologie, l’expression est définie par Johanna Rolshoven comme la «vita activa en plusieurs lieux».7 L’auteure reprend le vocabulaire de Hannah Arendt, pour circonscrire la multilocalité à l’action humaine – le faire – et en exclure la contemplation du monde et l’«être-là» heideggerien. Pour comprendre la production de l’espace par les individus, il faut intégrer dans l’analyse la charge des représentations qui, tout autant que la matérialité de la multilocalité, unit les parties localisées en un tout commun. C’est pourquoi il nous est plus commode d’employer le terme général de «multilocalité» d’un point de vue anthropologique comme étant l’éclatement durable en plusieurs lieux d’interactions de la vie quotidienne d’une personne ou d’un groupe de personnes. Selon l’objet d’analyse, l’entité multilocale doit être précisée. Bertram désigne, par exemple, sous l’expression «famille plurigénérationnelle multilocale» la dispersion résidentielle des membres d’une lignée.8 Dans bien des cas d’analyse présentés dans cet ouvrage, il s’agit de multilocalité résidentielle. L’expression «résidence multilocale» (multilocal residence), employée en anthropologie déjà en 1972,9 définit la fragmentation spatiotemporelle des lieux d’habitation pour une même personne ou un même groupe de personnes. Ces lieux d’habitation peuvent produire un système résidentiel et un «habiter multilocal» propre. De fait, l’inscription multilocale des (groupes de) personnes et leurs mobilités forment les deux perspectives d’un même phénomène plus général qui est celui de la position et de la progression des personnes dans l’espace social et l’espace géographique. Pour rendre notre propos sur la mobilité et la multilocalité plus intelligible filons la métaphore maritime des bateaux et des routes (c’est-à-dire des moyens propre et contextuel de se déplacer d’un lieu choisi à un autre) ainsi que des archipels (c’est-à-dire des lieux propres aux personnes).10 Les mobilités d’hier et d’aujourd’hui relient des personnes entre elles, des personnes à des lieux et simultanément des lieux entre eux selon des contextes et sur la base d’un nombre de motifs. Les mobilités sont pour partie prédéfinies selon des routes, des infrastructures, des localisations de lieux d’interactions possibles et parmi eux des lieux   7 Johanna Rolshoven, «Woanders daheim. Kulturwissenschaftliche Ansätze zur multilokalen Lebensweise in der Spätmoderne», in: Zeitschrift für Volkskunde 102:2 (2006) pp. 179–194.  8 Hans Bertram, «Die multilokale Mehrgenerationenfamilie. Von der neolokalen Gattenfamilie zur multilokalen Mehrgenerationenfamilie», in: Berliner Journal für Soziologie 12:4 (2002) pp. 517–529.   9 Melvin Ember, «The Conditions Favoring Multilocal Residence», in: Southwestern Journal of Anthropology 28:4 (1972) pp. 382–400. 10 Cédric Duchêne-Lacroix, «Archipel», in: Praxen der Unrast: von der Reiselust zur modernen Mobilität, dir. par Jens Badura, Cédric Duchêne-Lacroix et Felix Heidenreich, Berlin: LIT, 2011, pp. 135– 146; Cédric Duchêne-Lacroix, «Von französischen zu plurikulturellen Archipelen: Lebensformen von Franzosen in Berlin», in: Transnationale Karrieren: Biografien, Lebensführung und Mobilität, dir. par Florian Kreutzer et Silke Roth, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, pp. 240–258.


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Cédric Duchêne-Lacroix et Pascal Maeder

d’intérêt pour les personnes. On peut appeler ces lieux d’intérêt pour les (groupes de) personnes des îles dont l’ensemble formerait un archipel personnel. Les personnes sont plus ou moins intensément reliées à un ensemble plus ou moins grand de lieux. On pourrait définir deux situations extrêmes comme points de départ: 1. Ceux qui soit n’ont pas d’autres lieux d’intérêt, soit pas de «bateau» ou sont en «cale sèche»: ils sont monolocaux par concours de circonstances, par choix ou par nécessité (maladie, emprisonnement etc.). Une partie de ces monolocaux ont la potentialité propre (capacité, compétence, moyens, capital social local/ multilocal, volonté) ou/et la potentialité contextuelle (moyens de transports, infrastructure, droit national, dispositions politiques, accords internationaux) d’être multilocaux. 2. Ceux qui ont un «bateau» mais pas (encore ou plus) d’ancrage local économique, social et identitaire: ils sont dans l’errance à durée déterminée ou permanente de gré ou de force selon les potentialités propres et/ou contextuelles. Ainsi non seulement, la potentialité d’être multilocal mais aussi la qualité de l’ancrage local sont des variables importantes de la vie multilocale. Dans nombre de cas, c’est l’ancrage important en plusieurs lieux qui entraîne la mobilité. «[L]’ancrage peut être pour certaines personnes le point de référence à partir duquel des explorations extérieures se font. Pour d’autres, au contraire, le fait d’être de plusieurs lieux, de se sentir devenir soi-même en changeant d’espace peut constituer l’élément fondateur qui leur permet de s’investir en un lieu même provisoirement.»11 On dira ancrage lorsqu’il est relativement aisé de «lever l’ancre» pour une autre destination, une autre île de l’archipel, et attaches lorsque les liens aux lieux sont davantage le fait de contraintes extérieures. Enfin, on peut distinguer l’intensité d’ancrage local en puisant du vocabulaire maritime, distinguant en parallèle entre celui qui débarque, celui qui mouille, celui qui s’ancre, celui qui met en cale sèche, celui qui largue les amarres ou celui qui revient à son port d’attache. Définie et circonscrite d’une telle façon, la multilocalité peut être repérée à travers les époques dans les cultures les plus diverses. Certes les avancées techniques comme l’arrivée du chemin de fer, la libéralisation des déplacements infranationaux à partir du 19e siècle ont accéléré les mobilités, amplifié leur nombre et allongé les distances parcourues.12 Il s’agit pourtant d’une expansion à la mesure de la croissance démographique, économique et technique qui se développe non pas à 11 Jean Rémy, «Mobilités et ancrages: vers une autre définition de la ville», in: Mobilité et ancrages: vers un nouveau mode de spatialisation?, dir. par Monique Hirschorn et Jean-Michel Berthelot, Paris: L’Harmattan, 1996, pp. 135–153, ici p. 135. 12 Gérard Noiriel, «L’immigration: naissance d’un ‘problème’ (1881–1883)», in: Revue Agone. Histoire, Politique et Sociologie 40 (September 16, 2008) pp. 15–40.


La multilocalité d’hier et d’aujourd’hui

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partir d’une société archaïque et sédentaire mais bel et bien à partir d’une société déjà mobile mais autrement mobile. Tout comme les modernisateurs du 19e siècle, les historiens «modernistes» ont projeté une coupure entre les sociétés anciennes et contemporaines qui, en réalité, est nettement moins concrète. On ne peut pas parler d’une brusque expansion des mobilités comme le suggère, par exemple, Eugen Weber dans son œuvre célèbre sur la France rurale qui, selon lui, dès les années 1880, a été transformée en un peu plus d’une génération d’une société de paysans illettrés et provinciaux à une société nationale, moderne et mobile.13 En réalité, dans les sociétés du Moyen Age et de l’époque moderne, la frontière entre les modes de vie localisés et mobiles était particulièrement poreuse. Les experts de l’histoire des migrations s’accordent sur le fait que dès le milieu du Moyen Age les sociétés de l’Europe du Nord, Ouest et Sud se sédentarisent majoritairement et qu’une minorité considérable est mobile soit de façon locale ou, moins souvent, interrégionale. Une variation importante distingue certaines régions par une mobilité plus accrue du fait du climat, de la topographie montagneuse comme les Alpes et de l’évolution démographique, des espaces fonciers et des capitaux qui induisent l’industrialisation. En Angleterre, par exemple, dès le 17e siècle, des propriétaires terriens consolident leurs domaines et créent ainsi un prolétariat rural croissant et mobile que la France, où la petite propriété prévaut, ne connaît pas dans la même mesure.14 Par le passé de nombreux métiers – pour ne rester que dans ce domaine – demandaient de voyager et de résider en certains lieux selon les saisons et avec des distances plus ou moins grandes. Parmi les professionnels circulants, on compte les défenseurs et acquéreurs de territoires (militaires), les exploitants agraires sur des territoires éclatés (bergers des alpages et autres nomades agraires), les travail13 Eugen Weber, Peasants into Frenchmen: The Modernization of Rural France, 1870–1914, Stanford: Stanford University Press, 1976. Carla Hesse et Peter Sahlins notent également pour d’autres historiens de la génération de Weber (p. ex.: Fernand Braudel) une tendance à percevoir un take-off en termes de mobilité à partir du milieu du 19e siècle, Carla Hesse et Peter Sahlins (dir.), «Mobility in French History», in: French Historical Studies 29:3 (2006) pp. 345–516. 14 Leslie Page Moch, Moving Europeans: Migration in Western Europe, 2ème éd., Bloomington: Indiana University Press, 2003; Daniel Roche, Humeurs vagabondes: de la circulation des hommes et de l’utilité des voyages, Paris: Fayard, 2003; Klaus J. Bade, L’Europe en mouvement: la migration de la fin du XVIIIe siècle à nos jours, Paris: Seuil, 2002. Dans ce contexte, il faut noter les débats qui divisent la recherche autour de la notion de micromobilité que certains auteurs comme Jean-Pierre Poussou dénoncent comme trop localisée pour être une expression de mobilité importante tandis que les auteurs comme Moch, Bade ou Roche cités auparavant y voient le contraire et supportent plus ou moins cette thèse avancée initialement par Pierre-André Rosental. Paul-André Rosental, Les sentiers invisibles: espace, familles et migrations dans la France du 19e siècle, Paris: Ed. de l’Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, 1999; et la réplique directe de Jean-Pierre Poussou, «Les migrations dans la France d’autrefois (16e–19e siècles)», in: Movilidad y migraciones internas en la Europa latina/Mobilité et migrations internes de l’Europe latine, dir. par Antonio Eiras Roel et Domingo L. Gonzales Lopo, Santiago de Compostela: Universidad de Santiago de Compostela, 2002.


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leurs saisonniers et autres manouvriers proposant leurs bras, les juges et les bourreaux itinérants rendant la justice, les transporteurs intermédiaires (matelots, marchands, coursiers, etc.), les maîtres ou représentants de territoires géographiques, institutionnels et confessionnels (souverains dans ces résidences saisonnières, les nobles multisiégeants, préfets, diplomates ou les religieux itinérants comme les Frères Prêcheurs de l’ordre dominicain), les archipéliens du savoir et du savoirfaire (musiciens, artistes, compagnons, universitaires et étudiants) ainsi que les pèlerins en route pour Jérusalem (qui peuvent hors pèlerinage avoir une profession produisant de la mobilité, de la multilocalité). A ces personnes s’ajoutent – parfois il s’agit d’une substitution sémantique à certains profils cités ci-dessus – des groupes peu considérés, notamment les mendiants, vagabonds, saltimbanques ou les hérétiques itinérants qui pouvaient avoir leurs habitudes migratoires et décrire des circularités saisonnières. Notons aussi que la plupart des groupes de gens, qu’ils soient compagnons, domestiques, vagabonds ou journaliers ne disposaient d’aucun bien augmentant ainsi leur propension à la mobilité.15 Quelques-unes de ces catégories de gens mobiles persistent de nos jours comme les militaires ou les diplomates, d’autres sont en voie de disparition du moins dans les sociétés européennes (bergers, les juges itinérants, etc.) et d’autres encore émergent et sont propres aux sociétés contemporaines. L’émergence voire la naissance de ces catégories de gens mobiles est entre autres cause et conséquence des progrès de transport et de communication. Mais en même temps que la mobilité les distance sont engendré de la multilocalité. Un pèlerinage au 16e ou au 17e siècle pouvait facilement durer plusieurs années et nécessitait une série d’escales et d’emplois pour le financement. Même la vente ou l’achat de marchandises et de produits frais au bourg à proximité du village exigeait de la population rurale un voyage à pied d’une ou deux journées et, du coup, un arrangement de multilocalité pour combler les défis posés par l’absence au village, du voyage et du séjour au bourg. C’est pourquoi jusqu’au 19e siècle – et pour les régions éloignées jusqu’au milieu de 20e siècle – la multilocalité était surtout pratiquée par des groupes très 15 On peut citer ici l’encyclopédie dirigé par Klaus J. Bade qui offre des portraits et descriptions de nombre de ces groupes mobiles de l’époque moderne à la société contemporaine. Klaus J. Bade et al. (dir.), The Encyclopedia of Migration and Minorities in Europe: From the 17th Century to the Present, trad. de l’allemand, Cambridge: Cambridge University Press, 2011. D’autres recueils offrent également un aperçu très informatif: Rossa Maria Dessi, Philippe Jansen et Michel Lauwers (dir.), Des sociétés en mouvement. Migration et mobilité au MoyenAge, Paris: Publication de la Sorbonne, 2010; Peregrine Horden (dir.), Freedom of Movement in the Middle Ages, Donington: Shaun Tyas, 2007; et surtout Claudia Moatti, Wolfgang Kaiser et Christophe Pébarthe (dir.), Le monde de l’itinérance en Méditerranée de l’Antiquité à l’époque moderne, Bordeaux: Ausonius, 2009; Claudia Moatti et Wolfgang Kaiser (dir.), Gens de passage en Méditerranée de l’Antiquité à l’époque moderne, Paris: Maisonneuve & Larose, 2007; Claudia Moatti (dir.), La mobilité des personnes en Méditerranée de l’Antiquité à l’époque moderne, Rome: Ecole française de Rome, 2004, et Renate Schlesier (dir.), Mobility and Travel from Antiquity to the Middles Ages, Münster: LIT, 2004.


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spécifiques qui se spécialisaient dans la vente et les services ambulants pour desservir la population encore majoritairement rurale. Les colporteurs et artisans venaient au village en porte à porte pour offrir leurs produits et services. Les magasins n’apparaissent au village qu’au courant du 19e siècle et, jusqu’à l’avènement de la vente par correspondance à la fin de 19e siècle, les multiples besoins des villageois sont satisfaits par une population flottante. La liste de ces besoins est longue et comprend des matériaux, compétences et services comme ceux offerts par les marchands de tissus et de montres, rétameurs de chaudrons et de poêles, vanniers, cordonniers, faiseurs de balais et de parapluies et ceux des affûteurs. Sont également importantes les personnes proposant des services ponctuels qui répondent aux besoins médicaux et spirituels, comme l’arracheur de dents, le colporteur de poudre ou les voyants. Bien qu’ils n’eussent pas le monopole sur cette dernière activité, les Roms ou Yeniches pratiquaient en particulier (et pratiquent toujours) la clairvoyance afin de soutenir une vie nonsédentaire. En même temps, outre les services et la vente de produits pour la vie quotidienne, leurs musique et divertissements apportaient aux ruraux une distraction bienvenue dans une vie ­autrement monotone et rythmée par les saisons.16 Au-delà des distances parcourues, la mobilité et la multilocalité de l’époque con­ temporaine se distinguent: premièrement par l’émergence de manières qui auparavant étaient en Europe occidentale soit peu pratiquées soit inconnues et deuxièmement par un autre rapport culturel à la mobilité et aux rapports sociaux localisés. Les mobilités pendulaires quotidiennes sont massivement pratiquées vers les centres urbains pourvoyeurs en lieux de travail. Les vies de couples ou de parents sont marquées par des activités salariées doubles éloignées du foyer. De nouvelles professions conduisent certains couples à entretenir une relation à distance en raison de contraintes professionnelles (c’est déjà le cas par exemple des ménages de matelots, c’est le cas d’autres professions des transports contemporains) mais aussi hors contraintes professionnelles (Living apart together), voire dans la même ville. Ce n’est pas nouveau que des enfants voyagent – on connaît par exemple en Suisse l’histoire des Verdingkinder17. En revanche, la place des enfants et le rôle des parents envers ces enfants sont nouveaux dans ce qu’appellent Michaela Schier et 16 Jean-Pierre Liégeois, Roms et tsiganes, Paris: la Découverte, 2009; Christian Bader, Yéniches: Les derniers nomades d’Europe – Suivi d’un lexique yéniche-français et français-yéniche, Paris: L’Harmattan, 2007; Thomas Dominik Meier et Rolf Wolfensberger, «Eine Heimat und doch keine». Heimatlose und Nicht-Sesshafte in der Schweiz, 16.–19. Jahrhundert, Zürich: Chronos, 1998; et Clo Meyer, «Unkraut der Landstrasse». Industriegesellschaft und Nichtsesshaftigkeit am Beispiel der Wandersippen und der schweizerischen Politik an den Bündner Jenischen vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum ersten Weltkrieg, Disentis: Desertina-Verlag, 1988. 17 Marco Leuenberger et Loretta Seglias, Versorgt und vergessen: ehemalige Verdingkinder erzählen, Zürich: Rotpunktverlag, 2008; voir aussi Mirjam Häsler, In fremden Händen. Die Lebensumstände von Kost- und Pflegekindern in Basel vom Mittelalter bis heute, Basel: Schwabe Verlag, 2008.


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Karin Jurczyk le Doing Family.18 Ainsi on compte de plus en plus d’enfants de couples séparés en garde alternée, c’est-à-dire faisant la navette entre leurs parents. La maison de campagne en plus d’une habitation en ville ou villégiature est certes déjà pratiquée par les Romains aisés mais elle connaît une expansion très importante en Angleterre et sur le continent, notamment à la suite de Jean-Jacques Rousseau au 18e siècle.19 Ce phénomène suit aussi l’augmentation du niveau de vie qui permet l’entretien de plus d’un logement. Avec l’allongement de l’espérance de vie et la généralisation des pensions de retraite, il y a aussi de plus en plus de retraités mobiles, voyageant et pratiquant aussi la multilocalité de détente ou celle de prendre en charge leurs petits-enfants. Il y a aussi plus d’immigrés retraités, chibanis, navettant entre France et Algérie, nul part chez eux et dont la situation pathétique fut décrite par Abdelmalek Sayad.20 Ces personnes sont non seulement désancrées socialement mais, par ailleurs, elles sont assignées pour des questions juridiques ou économiques à un territoire pour une partie de l’année. Cette situation n’est pas propre à un groupe d’âge ou à certains migrants transnationaux. Ainsi, Beauchemin s’interroge sur l’intégration des jeunes navetteurs entre ville et campagne en Afrique noire. Sur ce point: «Il se peut […] que les jeunes soient engagés dans un système de va-et-vient entre villes et campagnes parce qu’ils n’arrivent pas à s’insérer dans aucun des deux milieux.»21 Le paradoxe apparent que la recherche sur la multilocalité entend résoudre est que la mobilité ou la migration est bien souvent un moyen de rester sur place, voire sur plusieurs places à la fois. Ainsi mobilité et sédentarité ne s’opposent pas. Elles sont des pratiques séquentielles complémentaires. Contrairement à l’errance ou l’itinérance, ici la mobilité produit du territoire vécu. Elle inscrit les personnes dans l’habitude des lieux de stationnalité et aussi de mobilité. Ces lieux habituels sont nécessaires sinon à l’élaboration du quotidien à tout le moins pour la stabilité psychosociale d’être quelque part, d’en venir et d’y venir. La multilocalité est à la fois suscitée par le besoin territorial socio-psychologique et constructrice de ce besoin. Les lieux pratiqués sont aussi et encore plus profondément façonnés et produits par d’autres acteurs: entités politiques territoriales, corporations, entreprises. C’est la confrontation entre l’appropriation des lieux par les multilocaux et la pro18 Michaela Schier et Karin Jurczyk, «Familie als ‘Herstellungsleistung’ in Zeiten der Entgrenzung», in: Politik und Zeitgeschichte no. 34 (August 20, 2007). 19 Marc Boyer, La maison de campagne: une histoire culturelle de la résidence de villégiature, XVIIIe– XXIe siècles, Paris: Autrement, 2007; Jean-Didier Urbain, «Le résident secondaire, un touriste à part?», in: Ethnologie française 32:3 (2002) pp. 515–520. 20 Abdelmalek Sayad, La double absence. Des illusions de l’émigréaux souffrances de l’immigré, Paris: Seuil, 1999. 21 Cris Beauchemin, «Pour une relecture des tendances migratoires internes entre villes et campagnes: une étude comparée Burkina Faso–Côte-d’Ivoire», in: Cahiers québécois de démographie 33:2 (2004) p. 167.


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duction de lieux par les organisations sociales territoriales qui constitue le fond de la première partie de cet ouvrage. D’abord une sédentarité politique. Mobilité et multilocalité sont produites et ­reproduites dans des espaces organisés et vécus par de multiples acteurs. Dans les sociétés médiévales et modernes, les marges de manœuvre sont esquissées par un encombrement de consignes, règlements et normes qui organisent des espaces morcelés et dont le contrôle est assigné à divers pouvoirs administratifs et juridiques (roi, conseil de ville, bailli impérial ou épiscopal, tribunaux de basse justice, etc.). L’état-nation transforme entièrement la donne en créant un espace politique, économique et juridique unitaire et posant ainsi le cadre d’action et de cognition pour la mobilité des gens. Comme pour les périodes antécédentes, le cadre construit par les élites n’est pas sans ouvertures et contradictions comme nous le montre dans notre publication l’article de Sonja Matter qui traite de l’aide sociale aux personnes dans le besoin. En Suisse, cette aide incombait, jusqu’à la création d’une loi fédérale en 1977, aux communes d’origine qui constituent aujourd’hui encore la base du caractère triple du droit de cité suisse (national, cantonal et communal). Ce dernier se transmet par filiation, mariage ou naturalisation. Dès la fondation de la Confédération fédérale en 1848 qui garantit la libre circulation des personnes en Suisse, et surtout dès la croissance économique et l’urbanisation accentuée à partir de 1880, pour la plupart des Suisses le lieu de domicile ne correspond plus au lieu d’origine. Une série de concordats (1923, 1937, 1959, 1967) tente de trouver un arrangement entre les cantons en faveur du lieu de domicile. Ceci dit, malgré les concordats, dans l’entre-deux-guerres les rapatriements forcés des personnes dans le besoin continuent à être exécutés, en particulier des personnes âgées et des femmes. Ainsi se créait le paradoxe pour les plus démunis d’un déracinement ici (lieu de domicile) pour une assistance locale là-bas (lieu d’origine) qui, de plus, était mal considérée sur place. A l’attachement administratif à un lieu, qu’il soit le lieu d’origine dans le droit suisse ou le lieu d’habitation dans le droit suisse et celui de bien d’autres pays, s’ajoute l’attachement cognitif à des lieux pratiqués. Cet attachement coproduit les lieux. Indépendamment de la réalité des dispositions géographiques de ces lieux, il les réunit ou les disjoint mentalement et par la pratique pour former des archipels personnels.22 Non seulement les lieux de stationnalité, les lieux d’où l’on vient et 22 Cédric Duchêne-Lacroix, «Von französischen zu plurikulturellen Archipelen: Lebensformen von Franzosen in Berlin», in: Transnationale Karrieren: Biografien, Lebensführung und Mobilität, dir. par Florian Kreutzer et Silke Roth, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006, pp. 240– 258; Cédric Duchêne-Lacroix, «Archipel oder die Territorialität in der Multilokalität der Lebenswelt», in: Residenzielle Multilokalität, Abhandlungen zur Geographie und Regionalforschung 17, Wien: Institut für Geographie und Regionalforschung, 2013, im Druck; Cédric Duchêne-Lacroix, «Archipel», in: Praxen der Unrast, pp. 135–146.


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où l’on va mais aussi les lieux de la mobilité sont parties intégrantes de ce que Matthias Jung, dans sa contribution, appelle la sédentarité. En suivant l’auteur, il peut donc y avoir paradoxalement un ancrage dans la mobilité pour peu que cette mobilité soit appropriée et récurrente. Matthias Jung nous amène à revoir notre compréhension de l’opposition par trop manichéenne entre sédentarité et nomadisme, puisque le nomadisme inscrit la mobilité aussi dans une certaine régularité temporelle et certaines limites géographiques par opposition à l’errance où l’in­ dividu sans but, ni cadre géographique et temporel, se déplace au gré des cir­ constances et du hasard.23 En poussant le raisonnement de Matthias Jung, le nomade – qu’il soit pâtre en Afrique ou néonomade vario-mobile24 en Europe – serait un sédentaire mobile. La contribution de Matthias Jung présente aussi le grand intérêt de lier réflexion théorique et entretiens empiriques secondaires permettant de tester le concept et de montrer sa validité pour comprendre les situations de sédentarité réussie ou non indépendamment de la mobilité. Partant d’autres horizons théoriques et s’appuyant sur d’autres profils de personnes mobiles qu’il a interviewées, Robert Nadler constate, comme Matthias Jung, une inscription forte et apparemment paradoxale des personnes dans les espaces mêmes des pratiques mobiles. Robert Nadler s’intéresse aux travailleurs et travailleuses de la connaissance. Ces profils de personnes peuvent travailler à distance et ne nécessitent pas tout le temps des lieux de travail définis mais des points de connectivité au réseau. Car pour autant qu’ils puissent travailler pour ainsi dire où bon leur semble, ils doivent être joints et pouvoir joindre leurs interlocuteurs. Trois lectures de l’environnement se chevauchent alors: celle de l’aménité des lieux, celle de leurs bonnes connectivités et celle de leur particularité culturelle. Pour autant que leur travail soit atopique et leurs pratiques spatiales multilocales, ces personnes produisent des lieux appropriés. Cette appropriation des lieux, traduit sous le vocable idiomatique allemand de «Zuhause» (chez soi) s’expriment dans les pratiques quotidiennes des espaces transitionnels. Ces personnes produisent de la sédentarité dans la mobilité (savoir utiliser le train comme son bureau en partance pour son lieu de travail officiel ou comme son canapé au retour le soir). Elles se rendent compte de dissonances culturelles une fois sorties de leur milieu habituel. Mais il y a plus. En mobilisant le concept phénoménologique d’apprésentation, Robert Nadler permet de dépasser la difficulté à utiliser le terme «Heimat» pour les habitants multilocaux. L’attachement spatial est non seu23 Differenz und Integration – Wechselwirkung zwischen nomadischen und sesshaften Lebensformen in Zivilisationen der Alten Welt, Sonderforschungsbereich, Nomadismus aus der Perspektive der Begrifflichkeit, Halle/Saale: Orientwissenschaftliches Zentrum, 2002. 24 F. Norbert Schneider et Gerardo Meil, Mobile Living Across Europe I.: Relevance and Diversity of Job-Related Spatial Mobility in Six European Countries, Leverkusen: Budrich, 2008.


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lement fragmenté géographiquement mais il se vit dans la dynamique asymétrique de la présence et de l’absence sur les lieux et parmi ses mondes localisés (Mitwelten).25 Ce va- et-vient entre les lieux est aussi mental. Il demande une certaine gymnastique culturelle et des manières de faire pour dépasser la difficulté de l’absence intermittente en un des lieux pratiqués. Mais on voit ici une distinction s’opérer entre lieux de transits et hauts lieux demandant une forme d’investissement supérieur en partie en raison de l’attente des contacts sur place. Cette sédentarité dans la mobilité n’est pas passive. Au contraire, c’est un travail. Les textes réunis dans la deuxième partie positionnent la multilocalité comme instrument d’une stratégie ou comme résultat d’une stratégie visant à «tenir des places»,26 les affermir et/ou en gagner d’autres. On pourrait tirer ici nombre d’exemples historiques concernant les paysans et métayers qui, aux 18e et 19e siècles cherchent à s’approprier une ferme ou à arrondir leurs propriétés en prenant un emploi comme domestique ou les nobles territoriaux et leurs fiefs acquis par héritage, guerre ou alliance, les diasporas commerçantes et certaines familles transnationales comme la famille Rothschild.27 Les acteurs produisant de la multilocalité peuvent être une parentèle, un groupe ethnique, une corporation ou une institution, voire un état comme la France avec ses territoires d’outre-mer. Ces places fortes sont physiques mais aussi sociales et symboliques comme le montrent chacune à leur manière les contributions de Christiane Berth, Gabriel Garrote et Christian Wille. Les marchands de café allemands étudiés par Berth consolident leur position notamment par des stratégies d’apprentissage des descendants sur les différents sites de production et de commerce, l’entretien des liens lointains. Mais c’est en raison de leur rapport identitaire à l’Allemagne qu’ils perdent leur place durant la Seconde guerre mondiale. Les notables étudiés par Garrote cherchent une «multipositionnalité institutionnelle», notamment à travers l’acquisition de charges là où elles se trouvent. Ce faisant, ils créent une multilocalité des résidences en propre et aussi une multilocalité des résidences de la «maison», c’est-à-dire de la lignée et de ses alliées, en raison notamment du droit d’usage des domiciles parentélaires par chaque membre. Pour les frontaliers de Wille, l’espace physique, projection de l’espace social, est un patchwork de deux territoires nationaux cousus par la frontière. Les pratiques quotidiennes similaires des frontaliers, comme leur présence sur Internet et dans certaines instances sous la forme de groupe social 25 Cédric Duchêne-Lacroix, «Mit Abwesenheit umgehen. Kontinuität und Verankerung einer transna­ tionalen Lebensführung jenseits territorialer Abgrenzungen», dir. par Gabriele Sturm et Christine Weiske, in: Information zur Raumplanung no. 1/2 (2009) pp. 87–98. 26 Michel Lussault, De la lutte des classes à la lutte des places, Paris: B. Grasset, 2009. 27 Page Moch, Moving Europeans, pp. 22–59; Cohen, Global Diasporas, pp. 83–102; Michel Pinçon et Monique Pinçon-Charlot, Les Rothschild: une famille bien ordonnée, Paris: Dispute, 1998.


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pour peser sur les décisions politiques locales et transfrontalières, produisent un ­espace médiatique et une visibilité propre; ce faisant, ils contribuent à la construction d’une représentation d’un espace. Cette stratégie territoriale pluridimensionnelle est, pour paraphraser Michel de Certeau, une victoire par les lieux sur le temps.28 Elle vise et produit un système de lieux physiques ou/et sociaux qui peuvent perdurer durant plusieurs générations. Berth et Garrote montrent exemplairement comment plusieurs générations de marchands de café allemands ou d’une famille nobiliaire établissent et consolident une multilocalité transatlantique afin de réunir les réseaux allemands de la vente, du commerce et de la formation avec les Guatémaltèques de la production et d’exportations. Cela ne se fait pas sans difficultés. Il faut notamment jongler avec les ­distances surmonter les conflits et les marasmes économiques. Garrote montre une multilocalité nobiliaire évolutive s’étalant sur plusieurs générations. La force du dogme de la lignée produit de surcroît une unité identitaire politique de la famille et une unification territoriale dans la discontinuité géographique. Wille observe aussi l’appropriation symbolique et physique des espaces limitrophes par les pratiques quotidiennes et les actions des travailleurs frontaliers. Ces exemples mettent en relief l’activation de ressources particulières pour «tenir des places», places qui à leur tour procurent des ressources particulières. Nous appelons ces ressources particulières des ressources d’action spatialisées (raumbezogenes Handlungsvermögen).29 Ces ressources d’action sont la réponse à des problèmes spécifiques de la multilocalisation: maîtriser les distances, les voies et moyens d’accès, dépasser les effets négatifs d’absences localisées répétées, gérer les temporalités et le budget temps ainsi que les dissonances culturelles. Les ressources d’action spatialisées englobent notamment le capital d’autochtonie, c’est-à-dire la notabilité et les capitaux sociaux (multi)localisés, les capitaux culturels et économiques. C’est aussi une capacité à convertir ces ressources localisées dans un ensemble multilocal, dont notamment la capacité de mettre en relation des places, des personnes localement situées, de jouer sur les différentielles et les complémentarités des différentes places. A l’inverse, c’est en tirant parti des différents lieux par leur mise en relation que les acteurs de stratégie multilocale dégagent un bénéfice de position. On peut noter du reste des asymétries de positionnement stratégiques: par exemple, certains notables de Garrote négocient à Paris pour consolider leur position dans leur «fief» provincial. Ces asymétries 28 Michel de Certeau, Luce Giard et Pierre Mayol, L’invention du Quotidien, tome 1: Arts de faire, nouv. éd., Paris: Gallimard, 1990. 29 Cédric Duchêne-Lacroix et Helmut Schad, «Mobilitätskapital, Raumkapital, Räumlichkeitskapital: Ein ‘Sieg des Ortes über die Zeit’ mit welchem raumbezogenen Handlungsvermögen?», in: Mobilitäten und Immobilitäten, dir. par Joachim Scheiner et al., Essen: Klartext, 2013 (publication en juin).


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