Herausgeber /-innen Peter Glasner, Anna Karin, Jens Müller, Sebastian Winkelsträter und Birgit Zacke lehren und forschen in der Germanistischen Mediävistik und arbeiten zum Mittelhochdeutschen wie zu Literatur und Manuskriptkultur der Vormoderne.
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Peter Glasner, Anna Karin, Jens Müller, Sebastian Winkelsträter und Birgit Zacke ( Hg.)
Die mittelalterliche Literatur zeichnet sich durch ein breites Spektrum an Figuren, Gegenständen, Kulturen und Räumen, abundanten Reden, Topiken des nicht mehr Steigerbaren, Mythen von Reichtum und Überfluss, Anspielungsvielfalt, Mehrdeutigkeiten, Doppelbödigkeiten der Erzählweise und Multiperspektivität auch über Textgrenzen hinaus. Aspekte dieser Fülle mittelalterlichen Erzählens zeigen die hier versammelten Beiträge, die sich ganz unterschiedlichen Texten und Themen widmen.
Ästhetiken der Fülle
Ästhetiken der Fülle
Peter Glasner, Anna Karin, Jens Müller, Sebastian Winkelsträter und Birgit Zacke ( Hg.)
Ästhetiken der
Fülle
Herausgegeben von Peter Glasner, Anna Karin, Jens Müller, Sebastian Winkelsträter und Birgit Zacke unter Mitarbeit von Fabian Böker, Anna Bücken, Niclas Deutsch, Matthias Franz, Camilla Görgen, Robert Menne, Johannes Mies und Michael Ventur
Ästhetiken der Fülle
Schwabe Verlag
Publiziert mit Unterstützung der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. © 2021 Schwabe Verlag Berlin GmbH Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Das Werk einschließlich seiner Teile darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in keiner Form reproduziert oder elektronisch verarbeitet, vervielfältigt, zugänglich gemacht oder verbreitet werden. Abbildung Umschlag: Foto: Codices Electronici AG, www.e-codices.ch; Quelle: «Burgerbibliothek Bern, Cod. AA 91, fol. 56r und 59v» Cover: icona basel gmbh, Basel Layout: icona basel gmbh, Basel Satz: 3w+p, Rimpar Druck: CPI books GmbH, Leck Printed in Germany ISBN Printausgabe 978-3-7574-0054-5 ISBN eBook (PDF) 978-3-7574-0055-2 DOI 10.31267/978-3-7574-0055-2 Das eBook ist seitenidentisch mit der gedruckten Ausgabe und erlaubt Volltextsuche. Zudem sind Inhaltsverzeichnis und Überschriften verlinkt. rights@schwabeverlag.de www.schwabeverlag.de
Festschrift für Elke Brüggen
Inhalt
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
11
Bernd Bastert: Fülle und Ende. Zur Erzählkonzeption des letzten deutschen Artusromans . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
19
Uwe Baumann: Inszenierung(en) von Pracht und Fülle im ‹erzählten Mittelalter› von Sir Walter Scotts Ivanhoe (1819) . . . . . . . . . . . .
29
Matthias Becher: Totius orbis caput. Widukind von Corvey und die Machtfülle Ottos des Großen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
39
Michael Bernsen: Die mittelalterlichen und rinascimentalen Wurzeln von Frankreichs heimlicher Nationalhymne . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
57
Timo Bülters: Kostbare Steine, singende Vögel und kreisende Gestirne. Die Rüstungen der Zwergenkönige Laurin und Walberan als Spiegel einer Ästhetik der Fülle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
67
Clara Hedtrich: Eine erzählerische Grenzüberschreitung und ihre Folgen. Überlegungen zur Funktion der gediuhet -Bemerkung im Parzival . . . . . .
85
Mathias Herweg: Vergiftete Fülle. Politik und Kulinarik bei Reinmar von Zweter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
97
Franz-Josef Holznagel: ‹Fülle› in kleineren mittelhochdeutschen Reimpaardichtungen. Das Beispiel der sog. Kommentarreden . . . . . . . . . .
109
Anna Karin: Devianz als Qualität? Cundrîes inadaequatio in Wolframs von Eschenbach Parzival . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
125
Karina Kellermann, Sophie Quander: «Wer die Schönheit angeschaut mit Augen». Lichtspiele und Nachtmusik in Konrads von Würzburg Partonopier und Meliur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
139
Beate Kellner: Prosit! Fischarts Einladung ins Wirtshaus des Textes im Prolog zur Geschichtklitterung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
159
Peter Kern: Descriptio und Imaginatio. Beobachtungen zur Kunst der Evokation von Schönheit und Pracht im mittelalterlichen Roman . . . . . . . .
171
Thomas Klein: sô wart nie nôt sô hert erkant, / ine sî ze dienste iu dar benant (Parzival D, 17915 f. [599,19 f.]). Zur nie-sô-Konstruktion im Mittelhochdeutschen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
177
8
Inhalt
Steffen Kremer: Un colier dʼor ou estoient lettres escriptez. Zur intermedialen Rezeption des Livre du Chevalier errant in den Wandmalereien des Castello della Manta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
193
Jasmin Leuchtenberg: Leere Fülle. (Un‐)Sichtbarkeit von ‹Macht› und ‹Herrschaft› in der Grippia-Handlung des Herzog Ernst B . . . . . . . . . . . . . .
205
Dorothee Lindemann: ‹Liaze ist dort, Liaze ist hie›. Zur narrativen Modellierung und Semantik Liazes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
219
Hannah Locks: Hort verfluchter Fülle. Die Nibelungen und ihr Gold . . . .
239
Sabine Mainberger: Eruptive Fülle. Zu Goethe in Neapel
..............
249
Alastair Matthews: Man secht uan deme schatte, den he rouede, dat he were mere wan twige hundert male dusent gulden wert. Scandinavian Treasures in Northern German Chronicles . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
257
Christian Moser: Erfüllter Augenblick? Zeitinseln bei Jean-Jacques Rousseau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
265
Jens Müller: schaten, schîn und spiegel glas. Gestörte Ästhetik im Narzisslied Heinrichs von Morungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
273
Anna Katharina Nachtsheim: … daz alle diu varwe dran erschein, / die eht menschen dhein / ie gesach oder erkande. Über ambivalente Figuren und einen vielgestaltigen Mantel im Lanzelet Ulrichs von Zatzikhoven . . . . . .
283
Bruno Quast: Blut, Milch und Tränen. Kleine Poetik des Fluiden in Wolframs von Eschenbach Parzival (109,1–112,4) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
295
Florian Radvan: Eine Fülle von Nichts. Reise zu den Schrecken des Eises und der Finsternis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
305
Karl Reichl: His robe was of syklatoun. Prächtige Stoffe in den mittelenglischen Romanzen: ornamental oder bedeutungsvoll? . . . . . . . . . .
319
Silvia Reuvekamp: Erfüllung. Semantiken der Liebesvereinigung in Wolframs Tageliedern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
327
Irmgard Rüsenberg: Gewalt und Gewaltverzicht. Zur Urjans-Episode in Wolframs Parzival . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
339
Heike Sahm: Der Glanz von Herrschaft im Heliand
..................
349
Andrea Schallenberg: Fülle im Übermaß? Oszillieren zwischen Fülle und Mangel in mittelhochdeutschen Verserzählungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
355
Simone Schultz-Balluff: Schattenseiten der Jagd. Netzwerkstruktur und narrative Funktion in Wolframs von Eschenbach Parzival . . . . . . . . . . . . . .
363
Christian Seebald: Fülle des Glücks. Liebe, Zufall und Erzählen im Märe vom Häslein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
379
Rudolf Simek: Die Farbe des Bösen
389
................................
Inhalt
Michael Stolz: der valscheit swant. Anmerkungen zu Parzival 296,1 . . . . . .
405
Almut Suerbaum: Kollektive Autorschaft und wilde Ästhetik. Vom Umgang mit mystischer Theologie im Singen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
415
Hans Rudolf Velten: reht als ein boum genühtic … Copia rerum und copia verborum in Konrads von Würzburg Minneroman Partonopier und Meliur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
425
Claudia Wich-Reif: Grammatisch-semantische Fülle? Zur Komplexität mittelhochdeutscher Nominalgruppen in Verstexten am Beispiel des Straßburger Alexander . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
435
Harald Wolter-von dem Knesebeck: Fülle der Welt – Fülle des Wortes. Zum Bild Davids in den Psalterien der Thüringer Landgräfin Sophia . . . .
447
Hans-Joachim Ziegeler: Lancelot-Splitter im Parzival Wolframs von Eschenbach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
461
Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
483
..........................................
487
Tabula gratulatoria . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
491
Abkürzungsverzeichnis
9
Vorwort
Plenitudo igitur et egestas contraria sunt; at etiam hic similiter, ut in nequitia et frugalitate, apparent illa duo: esse et non esse, et, si egestas est ipsa stultitia, plenitudo erit sapientia. (Aug., De beata vita, 4,311) «Fülle und Mangel sind also gegensätzlich; aber auch hier, wie bei dem Gegensatz von Ausschweifung und Genügsamkeit, sehen wir beiderlei: Sein und Nichtsein, und wenn Mangel Dummheit ist, dann wird Fülle Weisheit sein.» Was wäre Schönheit, was Reichtum, was Weisheit, was Leben, wenn nicht ‹Fülle›? In der neuplatonischen Dialektik von Fülle und Mangel wird ein für die mittelalterliche Herrschaft, für die komplexe Bedeutungswelt, die literarische Praxis und die Ästhetik der Zeit wesentliches Phänomen greifbar: Wie die Logik der Schöpfung oder der Gabe eine «der Überfülle»2 ist, so verweisen diesseitige Schönheit und Reichtum auf die Fülle von paradiesischer Herkunft und himmlischer Transzendenz – und mehr noch: Dass sich ‹Fülle› nicht nur als entferntes oder verlorenes Ziel, sondern auch in der Gegenwart des Moments, im Gegenüber des Schönen, des Reichen, des Weisen oder Auratischen erfahren lässt, deutet auf die Teilhabe des Menschen am Erlösungs- und Heilswerk Gottes, auf die Erlösung in der Erfahrung phänomenaler Fülle. Vorstellungen von ‹Wohlstand›, ‹Überfluss› oder ‹Verfügbarkeit› haben seit der Antike ihre Personifikation in der Allegorie der abundantia sowie in dem sprechenden Dingsymbol des Füllhorns (cornu copiae) gefunden. Wie wären Phänomene der Fülle in der Literatur darzustellen? Hierauf geben zunächst die Rhetoriker Antwort, die sprachliche Fülle unter Begriffen wie Aurelius Augustinus: De beata vita. In: Ders.: Contra Academicos. Ed. et apparatu critico instruxit THERESE FUHRER. De beata vita. Ed. et apparatu critico instruxit SIMONE ADAM. De ordine. Ed. et apparatu critico instruxit THERESE FUHRER. Berlin u. a. 2017 (Bibliotheca Teubneriana 2022), S. 85–113. 2 «In dem Moment, in dem die Ökonomie der Gabe auf die Praxis trifft, entwickelt sie eine Logik der Überfülle, die zumindest zunächst der Entsprechungslogik der Alltagsethik völlig entgegengesetzt ist.» (PAUL RICOEUR : Liebe und Gerechtigkeit. Amour et justice. Mit einer dt. Parallelübers. von MATTHIAS RADEN. Hg. von OSWALD BAYER. Tübingen 1990, S. 49). 1
12
Vorwort
abundantia oder copia verhandeln: abundantia etwa wird in der antiken Rhetorik zum stilistischen Merkmal der Asianisten und damit zum Kampf- und Abgrenzungsbegriff der Attizisten (illos potius [imitemur], qui incorrupta sanitate sunt, quod est proprium Atticorum, quam eos, quorum vitiosa abundantia est, qualis Asia multos tulit, Cic., opt. gen. 1,83 ), sie bezeichnet mal positiv, mal negativ konnotierten ‹Überfluss› und ‹Wortfülle›, während copia auf die Fülle an Figuren und Tropen verweist.4 Im Zuge der elocutio, der Ausschmückung und Einkleidung einer Rede mit dem rhetorischen Ornat, bieten ‹Tropen und Figuren der Fülle› dem Redner die Möglichkeit, dem Hörer eine Sache möglichst anschaulich, inlustris, vor Augen zu führen: est enim haec pars orationis, quae rem constituat paene ad oculos; is enim maxime sensus adtingitur, sed et ceteri tamen et maxime mens ipsa moveri potest. sed quae dicta sunt de oratione dilucida, cadunt in hanc inlustrem omnia. est enim plus aliquanto inlustre quam illud dilucidum. altero fiet, ut intellegamus, altero, ut videre videamur. (Cic., part., 4,205 ) «Diese Art der Rede ist es nämlich, die ein Problem beinahe plastisch vor Augen stellt. Dieses Sinnesorgan wird nämlich dabei vor allem angesprochen, doch auch die übrigen können beeindruckt werden, und vor allem der Verstand selbst. Was aber über die ‹durchsichtige Rede› ausgeführt wurde, das trifft alles auch für diesen Fall der anschaulichen Rede zu. Es ist nämlich die Anschaulichkeit nur ein wenig mehr als jene Durchsichtigkeit: Durch die eine wird erreicht, daß wir verstehen, durch die andere, daß wir glauben, die Sache vor uns zu sehen.»
Mittelalterliche Erzähltexte, die gleichsam poetische wie poetologische Reflexionen enthalten, stellen diese Alternative ihrerseits aus: als ästhetische Norm der cristallînen wortelîn (Tristan, V. 46296 ) einerseits und als ebenso ornamental ausgeschmückte wie allegorisch bedeutsame Beschreibungskunst etwa der Minnegrotte Gottfrieds von Straßburg andererseits. In dieser hat bekanntlich die idealisierte Liebe von Isolde und Tristan – dank ‹Speise-› und ‹Gesellschaftswunder› – eine Sphäre allumfassender Fülle gefunden: hie mite sô haeten sî «[Wir werden] eher jene [nachahmen ], welche eine unverdorbene Gesundheit besitzen – dies ist die Eigenart der Attiker – als diejenigen, deren überladene Sprache fehlerhaft ist – solche hat Asien viele hervorgebracht.» (M. Tullius Cicero: De optimo genere oratorum. Über die beste Gattung von Rednern. In: Ders.: De inventione. Über die Auffindung des Stoffes/De optimo genere oratorum. Über die beste Gattung von Rednern. Lat./dt. Hg. und übers. von THEODOR NÜßLEIN. Düsseldorf u. a. 1998 [Sammlung Tusculum ], S. 339–57). 4 Vgl. ROLAND BERNECKER : (Art.) Abundanz. In: HWdR 1 (A–Bib). Tübingen 1992, Sp. 21–24. 5 M. Tullius Cicero: Partitiones oratoriae. Rhetorik in Frage und Antwort. Lat./dt. Hg., übers. und erläutert von KARL und GERTRUD BAYER. Zürich 1994 (Sammlung Tusculum). 6 Zit. nach: Gottfried von Straßburg: Tristan und Isold. Hg. von WALTER HAUG und MANFRED GÜNTER SCHOLZ. Mit dem Text des Thomas, hg., übers. und kommentiert von WALTER HAUG. 2 Bde. Berlin 2012.
3
Vorwort
genuoc (Tristan, V. 16841). Mit sich, mit der reinen Minne, in der Üppigkeit gesellschaftsferner Waldeinsamkeit findet – bei Gottfried – das Liebespaar vorübergehend seine ureigene genühtecheit : ‹fülle› und ‹überfluss›.7 Dass eine solche abundantia als eigene Art von sufficientia («Zufriedenheit mit sich selbst»8 ) für höfische Figuren im Diesseitigen selbst einer allegorischen Erzählwelt nur temporär sein kann, versteht sich von selbst. Und ganz analog zum Topos von ‹liep unde leit› (Tristan, V. 206) zeigt mittelalterliche Literatur auch die Kehrseite seliger Wonnen in der Fülle ihrer Emotionalität, heißt es doch in der Tristan-Fortsetzung Ulrichs von Türheim, wenn König Marke die Särge für Isolde und Tristan herrichten lässt: ich waene, dâ leides was genuoc (Ulrich, V. 34949 ). Die mittelalterliche Literatur insgesamt ist selbst ein wahrer Hort an Stoffen und Motiven, Figuren und Dingen sowie an Ästhetiken der Text- und Bilderwelten. Sie birgt etwa, so ELKE BRÜGGEN, nicht anders als ihre altfranzösischen Vorlagen auch «[a]usführliche Beschreibungen mit einer kaum überschaubaren Fülle von Informationen über die Kleidung der adligen Gesellschaft»10 : Cil cui ele l’ot comandé li a le mantel aporté et le blïaut qui jusqu’as manches estoit forrez d’ermines blanches; as poinz et a la cheveçaille avoit sanz nule devinaille plus de .IJe. mars d’or batu; et pierres de molt grant vertu, yndes et verz, persses et bises, avoit par tot sor l’or assises. Molt estoit riches li blïauz, mes por voir ne valoit noauz li mantiax de rien que je sache. Ancor n’i avoit mise estache, car toz estoit fres et noviax et li blïauz et li mantiax; molt fu li mantiax boens et fins: au col avoit deus sebelins, es estaches ot d’or une once; d’une part ot une jagonce, et un rubi de l’autre part, Vgl. LEXER I, Sp. 865. KARL ERNST GEORGES : Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Bd. 2. Darmstadt 1998 [ND der Ausgabe Hannover 1916–1919], Sp. 2906. 9 Ulrich von Türheim: Tristan. Hg. von THOMAS KERTH. Tübingen 1979 (ATB 89). 10 ELKE BRÜGGEN : Kleidung und Mode in der höfischen Epik des 12. und 13. Jahrhunderts. Heidelberg 1989 (Bh. zum Euphorion 23), S. 9. 7
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Vorwort
plus cler qu’escharbocle qui art; la pane fut d’un blanc hermine, onques plus bele ne plus fine ne fu veüe ne trovee[.] (Erec et Enide, V. 1573–9711) «Der Diener, den sie damit beauftragt hatte, brachte ihr den Mantel und das Unterkleid, das überall, sogar an den Ärmeln, mit weißem Hermelin besetzt war. An den Ärmelstulpen und am Kragen waren – das ist wahr – mehr als zweihundert Mark geprägten Goldes verarbeitet; und Steine von sehr hohem Wert, blaue und grüne, dunkelblaue und rotbraune, waren überall in das Gold eingelegt. Das Kleid war sehr kostbar, aber auch der Mantel stand wahrlich allem, das ich kenne, an Wert keineswegs nach. Es war noch keine Schließe daran angebracht; denn das Kleid wie der Mantel waren ganz neu und noch nicht getragen. Dieser Mantel war sehr prächtig und fein: Am Hals war er mit zwei Zobelfellen besetzt, und da, wo der Verschluß befestigt wird, war eine Unze Goldes verarbeitet; auf der einen Seite schmückte ihn ein Hyazinth und auf der anderen ein Rubin, heller als ein strahlender Karfunkel; der Pelz, mit dem der Mantel gefüttert war, zeigte hermelinweiße Farbe; niemals sah oder fand man einen ansprechenderen und feineren[.]»
Auf die Frage nach der Gestaltung von Phänomenen der Fülle in der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters wie Licht und Farben, höfische Kultur und Prachtentfaltung, innigste Liebe und bitterste Gottesferne, profanes und paganes Wissen, Perspektivenreichtum und Anspielungsvielfalt dürfte kaum ein Dichter mehr Antworten gegeben haben als Wolfram von Eschenbach, dem nicht zuletzt aus diesem Grunde auch das unausgesetzte Forschungsinteresse von ELKE BRÜGGEN – als Analytikerin wie als Editorin – gilt. So gelangt in Wolframs Parzival z. B. der Reichtum des Gralkönigs Anfortas in einer überwältigenden, den erzählten Text zur lyrischen Erfahrung transzendierenden ‹Edelsteinliste› zum Ausdruck. Anstelle einer so konventionellen Benennung von Reichtum und Überfluss versinnbildlicht die Abundanz im rhetorischen Wortsinne Fülle und Vielfalt im Materiellen: Karfunkl unt silenîtes, balax unt gagâtromes, ônix unt calcidôn, coralîs unt bestîôn, unjô unt optallîes, cerâuns unt epistîtes, jerachîtes unt eljotrôpîâ, panthers unt antrodrâgmâ, prasem unde saddâ, emathîtes unt djonisîâ, 11 Chrétien de Troyes: Erec et Enide/Erec und Enide. Altfrz./Dt. Übers. und hg. von ALBERT GIER. Stuttgart 1987 (RUB 8360).
Vorwort
achâtes unt celidôn, sardonîs unt calcofôn, cornîol unt jaspîs, echîtes unt îrîs, gagâtes unt ligûrîus, abestô unt cegôlitus, galactîdâ unt jacinctus, orîtes unt enîdrus, absist unt alabandâ, crisolecter unt hîennîâ, smârât unt magnes, sapfîr unt pirrîtes. och stuont her unde dâ turkoyse unt lipparêâ, crisolte, rubîne, paleise unt sardîne, adamas unt crisoprassîs, melochîtes unt dîadochîs, pêanîtes unt mêdus, berillus unt topazîus. (Parzival, 791,1–3012 )
Reichtum und Fülle werden im Parzival auch auf der Handlungsebene wiederholt zum Thema: So lässt kaum etwas mehr staunen als der Reichtum der orientalischen Sekundille, deren kleinœte die Erzählwelt wie Satelliten bevölkern, oder die Pracht begehrenswerter Objekte, welche gleichermaßen die Figuren, den Erzähler und die Rezipienten in ihren Bann ziehen, oder der Gral, erden wunsches überwal (235,24), der der um ihn sich rituell versammelnden Gesellschaft eine Überfülle an Speisen und Getränken bereitstellt und leere Gefäße wieder füllt (vgl. 810,3–5): Môraz, wîn, sinopel rôt, swâ nâch den napf ieslîcher bôt, swaz er trinkens kunde nennen, daz mohter drinne erkennen allez von des grâles kraft. diu werde geselleschaft hete wirtschaft vome grâl. (239,1–7)
Wolfram von Eschenbach: Parzival. Studienausgabe. 2. Auflage. Mittelhochdeutscher Text nach der sechsten Ausgabe von KARL LACHMANN. Übersetzung von PETER KNECHT. Mit Einführungen zum Text der LACHMANNschen Ausgabe und in Probleme der Parzival-Interpretation von BERND SCHIROK. Berlin u. a. 2003 (de Gruyter Texte). 12
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Vorwort
Bei Wolfram herrscht noch im Mangel Fülle: Selbst durch so zufällig entstandene Zeichen – ein Falke hat eine Gans verwundet – wie «dem Anblick des schönen Farbbilds der roten Blutstropfen auf dem weißen Schnee» erfährt Parzival, mit JOACHIM BUMKE, «hohes Glück»13 und erinnert in Minnetrance seine Geliebte. Scheinbar paradoxerweise ermächtigt «die Kraft der Liebe, die seinen Verstand ausschaltet», Parzival dazu, seine ureigene Bestimmung und Erfüllung zu erkennen: seine Sehnsucht nach dem Gral und nach der Liebe. Dieses «Doppelziel seines Lebens» «wird Gott […] bestätigen, indem er Condwiramurs nach Munsalvaesche beruft»14 und sich die «Eheleute» «[a]n der Stelle, an der Parzival einst beim Anblick der Blutstropfen im Schnee in Liebessehnsucht nach seiner Frau versunken war», wiedersehen.15 Der Gral- und Liebesroman Wolframs ist in Gänze ein höfisches Fest der Fülle.16 Für ELKE BRÜGGENs Analyse- und Editionspraxis ist gleichermaßen jener Fülle-Aspekt charakteristisch, wie er in der lateinischen Wendung integrum et plenum tradere aufscheint. Wer sich im philologischen Alltag beständig dem ‹Abenteuer des Übersetzens› aussetzt, kennt auch die Schattenseiten von Vielfalt bereits: copia im Sinne von Fassungsvielfalt und Textvarianten der mittelalterlichen Manuskriptkultur, aber auch von (Bedeutungs‐)‹Überfluss› und (Übersetzungs‐)Alternativen. Hierfür ist bereits die Erfahrung des Bibelübersetzers Martin Luther repräsentativ. Wenn dieser in seinem Sendbrief vom Dolmetschen Matth 12,34 bzw. Luk 6,45 ex abundantia cordis os loquitur in ‹sein› Deutsch zu übertragen sucht,17 wird ihm die ‹Abundanz des Herzens› zum Kulminationspunkt seiner Übersetzungsmaximen frei nach dem Motto, dass es keinen ‹Überfluss des Herzens› (zuviel Herz oder ein zu großes Herz?) geben könne. So gehet eben – nach Luther – demjenigen der Mund über, wes das Herz voll ist18. Was auch ‹Überfluss› des Herzens bedeuten könnte, Luthers ‹Abundanzproblem› zeigt eine ganz eigene Problematik von ‹Überfluss› oder ‹Verfügbarkeit›. Beim Übersetzen historischer Texte, zumal aus einer Fremdsprache in die eigene und mithin aus einem kulturellen Kontext in eigene Sinnzusammenhänge begegnen Bedeutungsalternativen, Sinnnuancen und allenthalben eine fehlende JOACHIM BUMKE : Wolfram von Eschenbach. 8., völlig neu bearb. Aufl. Stuttgart u. a. 2004 (Sammlung Metzler 36), S. 72. 14 Ebd., S. 74. 15 ELKE BRÜGGEN/JOACHIM BUMKE : (Art.) Cundwîrâmûrs. In: Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch – Studienausgabe. Hg. von JOACHIM HEINZLE. Berlin u. a. 2014, S. 865 f., hier S. 865. 16 Grund genug, die bildliche Darstellung der ‹Blutstropfenszene› für das Cover dieses Bandes auszuwählen: als Visualisierung eines der prominentesten Forschungsfelder von ELKE BRÜGGEN, als ‹Emblem› für paradoxe Phänomene der Fülle in mittelalterlichen Erzähltexten und als Buchmalerei stellvertretend für ein leuchtendes Mittelalter. 17 Martin Luther: Sendbrief vom Dolmetschen. In: Ders.: Werke. Kritische Gesamtausgabe. Bd. 30. Zweite Abteilung. Weimar 1909, S. 632–46, hier S. 636. 18 Ebd.
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Vorwort
unmittelbare Verfügbarkeit von eigenen Worten, die, mit UMBERTO ECO, «quasi dasselbe mit anderen Worten»19 eines fremdsprachigen Ausdruckes ohne Reibungsverluste ‹über-setzen›. Bei ELKE BRÜGGEN, mithin einer Wissenschaftlerin, die sprachlich wie inhaltlich makellose Texte verfasst, ist (mittelalterliche) Literatur im Wortsinne philologisch ‹unverletzt› (integrum et plenum) und hierdurch in ihrer ästhetischen Fülle philologisch bestens ‹über-liefert›. Blickt man nun auf die zahllosen Publikationen von ELKE BRÜGGEN zur deutschsprachigen Literatur des Mittelalters, so trifft man auf so unterschiedliche Gegenstandsbereiche wie die Pracht und Bedeutung mittelalterlicher Kleidung, die Kunst der descriptio von Rüstung, Gewand und Körperschönheit, den unüberblickbaren Reichtum an liebenden und leidenden, herrschenden und kämpfenden Figuren, die vielfältige Welt mittelalterlicher Dingkultur, die Signifikanz literarischer Räume, das oszillierende Farbspektrum mittelalterlicher Erzählwelten oder etwa den ‹irisierenden Erzählstil› Wolframs von Eschenbach. Das so vielfältige Œuvre von ELKE BRÜGGEN wird von einer Leitidee verbunden: Das durch Subtilität Schöne, durch Komplexität Reizvolle und in seiner Humanität Zeitlose mittelalterlicher Erzählkunst in den Nachvollzug zu bringen und das auch über die Grenzen des eigenen Faches, ja der Wissenschaft selbst, hinaus. Aus dem Angedeuteten resultiert seinerseits eine Fülle an Gründen, unserer Dankbarkeit und Verbundenheit mit ELKE BRÜGGEN wenigstens symbolisch durch eine Festschrift mit dem thematischen Schwerpunkt «Ästhetiken der Fülle» Ausdruck zu verleihen: Das wissenschaftliche Wirken von ELKE BRÜGGEN ließe sich selbst in einem seinerseits abundant geratenen Vorwort nicht abbilden, sondern einzig mit Metaphern der Fülle ins Bild setzen. Mehr als eine solche Umschreibung ist diese Festschrift geworden, für die mit ihrem thematischen Zuschnitt, der Trans- und Interdisziplinarität ihrer Beiträge und der Vielfalt ihrer Gegenstände charakteristisch ist: des hat si gar die volle.20 Bei einer Festschrift für ELKE BRÜGGEN liegt es nahe, dass sich etliche Beiträge – nicht nur aus der Germanistischen Mediävistik – auf den mittelalterlichen Erzählkünstler von Phänomenen der Fülle schlechthin und folglich auch auf ihre Forschungsbeiträge über diesen beziehen: Wolfram von Eschenbach. Darüber hinaus werden Phänomene von Fülle und Mangel nicht einzig an Gegenständlichem, sondern auch an Abstrakta wie Licht und Schatten, Göttliches und Dämonisches, Tugend und Laster, Ehre und Schande, Emotionalität und diversen Vorstellun19 UMBERTO ECO : Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen. Aus dem Ital. von BURKHART KROBER. München u. a. 2006. 20 Tannhäuser: XI. Gegen disen winnahten. In: Deutsche Liederdichter des zwölften, dreizehnten und vierzehnten Jahrhunderts aus allen bekannten Handschriften und früheren Drucken gesammelt und berichtigt von FRIEDRICH HEINRICH VON DER HAGEN. Zweiter Theil. Leipzig 1838 [aus der Bibliothek W. WILMANNS ], S. 93, V. 3,12.
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Vorwort
gen von Erfülltheit und Entbehrung etwa auch an frühneuzeitlichen Beispielen oder jenen aus dem 19. Jahrhundert ebenso abgehandelt wie Reichtum und Vielfalt in der Natur. Dass die Darstellbarkeit von Fülle nicht einzig an umfangreichere Textformen der Epik oder des Romans gebunden ist, zeigen in diesem Band ebenso Beiträge zu Schwank und Lyrik, zu profaner wie paganer Literatur, wie zu Literaturen anderer Sprachstufen und Volkssprachen oder zur Intermedialität. Und nicht zuletzt hat der Formenreichtum der Sprache respektive vorgängiger Sprachstufen eigene Beitragsperspektiven angeregt. Durch die Bandbreite der Beiträge aus Anglistik, Didaktik, Geschichtswissenschaft, Komparatistik, Kunstgeschichte, Neuer deutscher Literaturwissenschaft, Linguistik, Mediävistik, Romanistik und Skandinavistik wird das Fülle-Thema als ästhetisches Phänomen in seiner Komplexität und Vieldeutigkeit fassbar. In Gänze sind so die «Ästhetiken der Fülle» zu einem wahren Füllhorn dargebotener Literarisierungen und Deutungen von Füllephänomenen geworden, die nicht zuletzt die trans- und interdisziplinäre Vernetzung von ELKE BRÜGGEN repräsentieren. Für die vorliegenden «Ästhetiken der Fülle» war eine Vielzahl an Unterstützerinnen und Unterstützern vonnöten. Deshalb bedanken wir uns besonders herzlich bei allen Autorinnen und Autoren, der Verlegerin Susanne Franzkeit sowie Harald S. Liehr und Ruth Vachek vom Schwabe Verlag und der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Frau Dr. Doris Walch-Paul sowie den auf der Tabula gratulatoria Genannten. Die Herausgeberinnen und Herausgeber
Fülle und Ende Zur Erzählkonzeption des letzten deutschen Artusromans Bernd Bastert
Am Ende des Mittelalters, bereits im Übergang zur Frühen Neuzeit, als der Buchdruck schon erfunden war und den literarischen Markt zu verändern und zu dominieren begann, entsteht noch einmal ein deutschsprachiger Text aus dem Stoffbereich der matière de Bretagne. Dieses Werk, das mit seinem vollständigen, ihm erst im 19. Jahrhundert gegebenen Titel als ‹Buch der Abenteuer der Ritter von der Tafelrunde› bezeichnet wird, ist nicht nur das letzte Beispiel für einen produktiven Umgang mit dem Artusstoff im deutschen Sprachraum, es ist mit seinen 81.585 Versen in 11.655 Titurelstrophen zugleich das umfangreichste Unternehmen der mittelalterlichen deutschen Artusliteratur überhaupt. Der moderne Titel ist allerdings missverständlich, da er lediglich eine simple Sammlung abenteuerlicher (Ritter‐)Geschichten suggeriert. Aufbau und Intention des Werks wird man dadurch jedoch nicht gerecht, denn es besitzt eine planvolle Struktur, die auf eine umfassende Integration der Fülle der deutschen Artusliteratur zielt. Das Buch der Abenteuer (BdA)1 entwirft ein weit ausgreifendes Panorama der Geschichte des Artus- und Gralgeschlechtes, in das der Münchner Autor Ulrich Fuetrer (gestorben vermutlich um 1495/96)2 zahlreiche ältere Romane jener Gattung inkorporierte und sie dabei neu organisierte. Die gewaltige Kompilation verfasste Fuetrer im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Den Auftrag dazu erhielt er mit einiger Sicherheit von Herzog Albrecht IV. von Oberbayern (1449–1508), den Fuetrer in exponierten Passagen des Buchs der Im Folgenden zitiert nach: Ulrich Füetrer: Das Buch der Abenteuer, 2 Bde. Hg. von HEINZ THOELEN. Göppingen 1997 (GAG 638) [BdA I–II]; Ulrich Fuetrer: Lannzilet (aus dem Buch der Abenteuer), Str. 1–1122. Hg. von KARL-ECKHARD LENK. Tübingen 1989 (ATB 102 [BdA III]; Ulrich Füetrer: Lannzilet aus dem Buch der Abenteuer, Str. 1123–6009. Hg. von RUDOLF VOSS. Paderborn 1996 (Schöninghs Mediävistische Editionen 3) [BdA III]. 2 Zur Diskussion um die Schreibweise seines Namens vgl. HELLMUTH ROSENFELD : Der Münchner Maler und Dichter Ulrich Fuetrer (1430–1496) in seiner Zeit und sein Name (eigentlich Furtter). In: Oberbayerisches Archiv 90 (1968), S. 128–40. Zur Frage der Datierung vgl. KURT NYHOLM (Hg.): Die Gralepen in Ulrich Füetrers Bearbeitung. Berlin 1964, S. XXX– XXXV; BERND BASTERT : Der Münchner Hof und Fuetrers Buch der Abenteuer. Literarische Kontinuität im Spätmittelalter. Frankfurt a. M. 1993 (Mikrokosmos 33), S. 289–96. Ein davon abweichender Datierungsvorschlag jetzt bei EDWARD G. FICHTNER : The Trojanerkrieg and the Composition of Ulrich Füetrer’s Buch der Abenteuer. In: ABäG 65 (2009), S. 211–36.
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