Ausgabe Nr. 38 / Dezember 2021– Februar 2022
Schutz aktuell
Initiative Weihnachten: Mit dem Licht it e Z r e d l e k n u D im den Weg finden.
Was sich im Dunkeln alles ausbreitet… Immer mehr Vertreter weltlicher und kirchlicher Institutionen behaupten in Präventionskonzepten, Kinder könnten nur mit sogenannter «sexueller Bildung» oder mit «umfassender Sexualerziehung» vor sexuellem Missbrauch geschützt werden. Getarnt unter dem Deckmantel scheinbar sinnvoller Begriffe macht sich in unserer Gesellschaft ein unheimliches pädophiles Konstrukt breit. Viele Entscheidungsträger sind ahnungslos. Immer wieder gelingt es Anhängern der angeblich «modernen» Sexualpädagogik, ihr Programm der «sexuellen Bildung»1 zu publizieren und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Nicht nur in Tageszeitungen oder in Konsumentenmagazinen, sondern auch in Fachzeitschriften für Eltern («wireltern» und «Fritz+Fränzi»), für Kinderärzte (PÄDIATRIE) oder von Apotheken (Ast-
rea-Apotheke) darf sich diese Kinder gefährdende Propaganda ungehindert entfalten. Auch die Welt der Pädagogik von der Vorschule bis zur Hochschule ist davon betroffen, wie auch politische und kirchliche Institutionen. Was läuft hier schief? Werfen wir einmal einen kurzen Blick hinter die Kulissen der Medien, um zu sehen wie sie funktionieren. Zensur: Kampf um Meinungshoheit Es lässt aufhorchen, wenn Julie Pace, seit diesem September die neue Chefredaktorin der weltgrössten Nachrichtenagentur «Associated Press» (AP), sagt, «es gibt Dinge, über die man nicht mehr reden muss». Und sie wolle nicht mehr an Fakten rütteln, wenn sie bewiesen seien.2 Man muss wissen, dass AP ein Unternehmen mit mehr als 260 Büros auf allen Kontinenten ist und sich täglich Tausende von Zeitungen und Newsportalen auf ihren Service verlassen. Fortsetzung auf Seite 6
«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»
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Trojanisches Pferd «sexuelle Bildun Der Professor für Sozialwissenschaften Dr. Jakob Pastötter spricht Klartext zum Versuch der Deutschen Bischofskonferenz, die gefährliche Ideologie der «sexuellen Bildung» in Präventionsmassnahmen gegen sexuellen Missbrauch zu integrieren. «Sexuelle Bildung» sei das Einfallstor für pädosexuelles Grooming1 und führe zum gezielten Enthemmen und Manipulieren von Kindern und Jugendlichen für den sexuellen Missbrauch durch Erwachsene. Das entspräche geradezu einer «Ermächtigung zum Missbrauch» durch die Kirchen, so der von «Schutzinitiative aktuell» angefragte Experte Professor Pastötter.
«Schutzinitiative aktuell» hat mit Prof. Pastötter das folgende Interview geführt:
Erwachsene Kinder begleiten sollen, ihre sexuelle Lust zu entdecken und auszuleben (siehe Kasten «Sexuelle Bildung»). SCHUTZINITIATIVE AKTUELL: Was sind die Grundlagen dieser neuen Form von Sexualpädagogik? Prof. Pastötter: Versucht man die wissenschaftlichen Grundlagen der zugrundeliegenden Behauptungen zu finden, stösst man unweigerlich und immer wieder auf: Nichts! Das ist der Skandal, denn Wissenschaftlichkeit hat nichts mit Titeln und Ämtern zu tun, sondern mit einer Methode des Erkenntnisgewinns. Die Annahmen, auf denen das Konzept der «sexuellen Bildung» fusst, beruhen auf sexual-
SCHUTZINITIATIVE AKTUELL: Die Bundeskonferenz aller katholischen Bistümer in Deutschland gab ein Positionspapier2 zur Prävention von sexuellem Missbrauch durch «sexuelle Bildung» heraus. Was ist unter «sexueller Bildung» zu verstehen? Prof. Pastötter: Auf den ersten Blick wirkt «sexuelle Bildung» wie eine harmlose Wortschöpfung. Sie ist jedoch keine anerkannte Pädagogik. Im Gegensatz zu was wir unter «Sexualaufklärung» verstehen, welche im deutschen Sprachraum eine lange Tradition hat. Offenbar geht es aber nicht um die biologischen «Tatsachen des Lebens» und um unerwünschte Schwangerschaften und Geschlechtskrankheiten. Bei der «sexuellen Bildung» geht es vielmehr darum, die Sexualität selbst zu formen. SCHUTZINITIATIVE AKTUELL: Was bedeutet das? Prof. Pastötter: Es geht darum, Menschen ab Geburt zu sexuellen Handlungen an sich und Dritten anzuleiten, wobei
Trojanisches Pferd: Aussen «sexuelle Bildung», innen pädophile Sexualideologie
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ng»: Gefährlich ist der Inhalt! philosophischen und zum Teil auf sexualtheologischen Konstrukten, die aus taoistischen, hinduistischen und gnostischen Vorstellungen zu einem bunten Synkretismus3 zusammengestückelt sind.
der Sexualtherapie darstellt, die nicht etwa freiwillig bei Erwachsenen Anwendung findet, sondern Kindern aufgezwungen wird – mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit der Kinder.
SCHUTZINITIATIVE AKTUELL: Kritiker dieser Sexualideologie werden aber immer wieder auf bestehende wissenschaftliche Standards verwiesen. Haben diese keine Gültigkeit?
Durch das gezielte Enthemmen und Manipulieren von Kindern und Jugendlichen wird ein Einfallstor für pädosexuelle Übergriffe geöffnet, betont Pastötter. Mit dem Einbezug von «sexueller Bildung» wird die katholische Kirche ihre Schutzverpflichtung gegenüber Kindern und Jugendlichen aufheben, da diese Art von «Sexualpädagogik» in Wirklichkeit eine Missbrauchsermächtigung darstellt.
Prof. Pastötter: Die Verbreiter dieser Art von «Sexualpädagogik» entledigen sich jeden kritischen Nachfragens durch den Verweis auf «wissenschaftliche Standards», die sie allerdings selber – ohne Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Meinungen – postuliert haben. Ja, wir haben es mit einem Kartell zu tun, dessen propagierte Sexualideologie eigentlich auf den ersten Blick als konstruierte Wissenschaftlichkeit zu erkennen ist. SCHUTZINITIATIVE AKTUELL: Wie steht es mit der Verantwortung der Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung und Kirchen? Prof. Pastötter: Leider wollen diese die Manipulation der Meinung nicht wahrhaben. Anzunehmen ist, dass der psychologische Schatten, den das Thema Sexualität wirft, in diesen Kreisen nach wie vor ausgeprägt ist. So sind die Verantwortlichen froh, Leute gefunden zu haben, auf die man «es» abwälzen kann. Fatal ist, dass das völlig unwissenschaftliche Konzept der «sexuellen Bildung» eine Form
Erstaunlich ist, dass bisher nicht einmal der Versuch unternommen worden ist, sich auf die eigene kirchliche Tradition zu beziehen, welche dem Inhalt der «sexuellen Bildung» diametral entgegengesetzt ist. Der Verein Schutzinitiative bleibt weiterhin in Kontakt mit den kirchlichen Würdenträgern, damit das pädophil verseuchte Positionspapier verworfen werden wird. 1 Grooming: Gezielte Kontaktaufnahme eines Erwachsenen mit minderjährigen Personen in der Absicht, sie sexuell zu missbrauchen 2 https://www.praevention-kirche.de/fileadmin/redaktion/praevention/portalseite/Downloads/2021-04-06_Positionspapier-Schnittstelle-Praevention-sexGewalt-und-Bildung_final.pdf 3 Synkretismus: Vermischung verschiedener Religionen, philosophischer Lehren o. Ä.
«Sexuelle Bildung»: Gefährliche Sexualideologie voller unwissenschaftlicher Kampfparolen: • Menschen sind von Anfang an «sexuelle Wesen» («sexuell» wird im Sinne von «sexuell aktiv» und nicht im Sinne von «geschlechtlich» verwendet) • Sexualität muss «gefördert» werden (mit Worten, aber auch mit körperlicher Einwirkung durch «Förderer») • Ohne solche «Förderung» werden Kinder zu sexuell unglücklichen und frustrierten Erwachsenen • So soll jeder Mensch ab Geburt Anrecht auf eine sogenannte «Sexuelle Gesundheit» haben • «Sexuelle Bildung» soll mit der Geburt einsetzen und von Erwachsenen «begleitet» werden • Kindern muss die Möglichkeit geboten werden, sich und andere bei «sexuellen Spielen» kennenzulernen
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Ungarn: Der Vater ist ein Mann. Die Mutter eine Frau! Am 23. Oktober 2021 erinnerten in einem Marsch durch Budapest fast eine halbe Million Ungarn an den Volksaufstand im Jahre 1956 gegen das kommunistische Regime und an die blutige Niederschlagung der Proteste durch die übermächtige Sowjetarmee. 13’000 ungarische Flüchtlinge erreichten damals die Schweiz. In seiner Festrede kritisierte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban vehement die Angriffe von EU-Institutionen und weiteren Organisationen auf sein Land. Viktor Orban warnte in seiner Rede vor Hunderttausenden von Zuhörern vor internationalen Akteuren und Oligarchen aus Washington und Brüssel sowie vor den westlichen Medien, welche ein Zerrbild von Ungarn und Polen verbreiteten. Er plädierte dafür, dass das Schicksal der Ungarn von den Ungarn entschieden werden soll. Weiter appellierte er an die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen und an das Herz, den Verstand und die Kraft, welche für den Freiheitskampf nötig seien. Nur so könne die Sicherheit der Familien, die Grenzen seines Landes und die Zukunft der Kinder und damit die ungarische Kultur bewahrt werden. Es geht Orban im Kern um die Verteidigung von Ungarns Souveränität gegenüber einer immer erpresserischer auftretenden Europäischen Union. Der Ministerpräsident zeigte sich in seiner Rede auch empört darüber, dass diese mächtigen Kreise nicht nur ein äusserst feindseliges Verhalten gegenüber Polen und Ungarn zeigten, sondern sogar über ihre Köpfe hinweg entschieden. Es käme das Gefühl eines Déjà-vu auf, ja die Atmosphäre der Breschnew-Doktrin1 liege in Europa in der Luft, so Orban. Er stellte klar, dass «Ungarn das erste Land sein wird, wo die gewalttätige LGBTQ-Propaganda an den Schulmauern aufgehalten
Sonnenuntergang beim Parlament in Budapest, Ungarn
wird». So hat das Parlament in Ungarn vor wenigen Monaten einen Verfassungszusatz gebilligt, der die definitive Festlegung des Geschlechts eines Kindes bei der Geburt vorsieht. Auch wird im Gesetz festgehalten, dass «der Vater ein Mann ist und die Mutter eine Frau». Gleichzeitig wurde ein Pädophilenregister eingeführt, und Aufklärungsunterricht an Schulen darf nur noch von staatlich geprüften Organisationen durchgeführt werden. Die Auswahl an «Gendergeschichten» für Kinder wird stark eingeschränkt. Schweiz In der Schweiz hingegen kann die LGBTQ-Propaganda zur Zeit einen grossen Erfolg verbuchen, welcher von der Berner Politik aufgegleist worden ist (siehe den «Bericht aus Bern», Seite 5). Ab 1. Januar 2022 wird es in der Schweiz, nur zehn Stunden mit dem Auto westlich der ungarischen Hauptstadt Budapest, möglich sein, für 75 Franken das Geschlecht zu wechseln – unbürokratisch und ohne medizinisches oder psychiatrisches Gutachten. Das sei geradezu ein «Abgrund zeitgenössischen Wahnsinns» sagte der Nationalrat und Chefredaktor der «Weltwoche» Roger Köppel. Als Vater von bald pubertierenden Kindern meint er weiter, dass es sich dabei um eine «Art Kriegserklärung an die Identität von Heranwachsenden» handle, «die ohnehin verunsichert sind». 1 Breschnew-Doktrin: Leonid Breschnew, ehemaliger Staatschef der Sowjet union, schränkte in einer Rede am 12. November 1968 die Souveränität einzelner sozialistischer Staaten zugunsten der Interessen der Sowjetunion ein. Die Sowjetunion behielt sich das Recht auf einen militärischen Eingriff in solchen Staaten vor, in denen der Sozialismus gefährdet schien. Michael Gorbatschow hob 1989 die Breschnew-Doktrin auf. Danach zerfiel das kommunistische Sowjet-Imperium.
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Bericht aus Bern Von der Abschaffung der Geschlechter
Dr. Sebastian Frehner, Alt-Nationalrat (BS)
Gemäss Duden bedeutet der Begriff «Geschlecht» die «Gesamtheit der Merkmale, wonach ein Lebewesen in Bezug auf seine Funktion bei der Fortpflanzung meist eindeutig als männlich oder weiblich zu bestimmen ist.»1
Damit ist bald Schluss. Zumindest in der Schweiz. Ab 1. Januar 2022 muss der Eintrag im Duden angepasst werden. Neu wird es heissen: «Geschlecht» bedeutet «Selbsteinschätzung einer Person, ob sie männlich oder weiblich ist». Was ist passiert? Der Bundesrat schickte 2018 eine Gesetzesänderung in die Vernehmlassung, um Personen, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht zufrieden sind oder wenn dieses nicht zweifelsfrei feststeht («Transmenschen und Menschen mit einer Variante der Geschlechtsentwicklung»), die Möglichkeit zu geben, dieses auf einfachem Weg zu ändern. In der Vernehmlassung stiess die Stossrichtung der Regierung mehrheitlich auf Zustimmung. Deshalb schlug der Bundesrat dem Parlament eine Revision des Schweizerischen Zivilgesetzes (ZGB) vor.2 Auf Anfang 2022 tritt nun die Änderung des ZGB in Kraft. Der neue Art. 30b ZGB bestimmt Folgendes: «Jede Person, die innerlich fest davon überzeugt ist, nicht dem im Personenstandsregister eingetragenen Geschlecht zuzugehören, kann gegenüber der Zivilstandsbeamtin oder dem Zivilstandsbeamten erklären, dass sie den Eintrag ändern lassen will.»3 Ausgedeutscht heisst dies: Jeder Mann der dies wirklich möchte, kann rechtlich eine Frau werden. Und jede Frau, die sich nicht mehr als Frau fühlt, kann verlangen, als Mann ins Personenstandsregister eingetragen zu werden. Und das für nur 75 Franken! Das mag für viele schon einigermassen sonderbar klingen. Absurd wird das Ganze, wenn man sich mögliche Auswirkun-
gen der neuen Regelung vor Augen führt: Gemäss einem in einem Medienbericht zitierten Armee-Sprecher kann die neue Rechtslage von einem (biologischen) Mann dazu missbraucht werden, sich vor dem Einzug ins Militär (und ohne Bezahlung von Wehrpflichtersatz) zu drücken. Er muss dafür nur kurz vor der Aushebung «zur Frau mutieren». Auch durch einen Geschlechterwechsel kurz vor der Pensionierung kann sich ein Mann einen Vorteil ergattern: Er wird dann mit 64 als Frau pensioniert, wie ein Vertreter der Verwaltung im gleichen Zeitungsartikel bestätigt.4 Weitere krude Beispiele sind denkbar: Ein erfolgloser männlicher Profisportler, der (bzw. die) plötzlich erfolgreich bei den Frauen antritt, Frauen, die plötzlich Männertoiletten benützen dürfen, biologische Männer, die als «Neu-Frauen» plötzlich Frauenquoten fordern und und und… Es mag tatsächlich Personen geben, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht zufrieden sind und denen unter gewissen Vorgaben eine Änderung desselben erlaubt werden kann. Dies ist aber auch schon nach dem heutigen Recht mittels eines Gerichtsentscheids möglich. Die neue Rechtslage erleichtert den Prozess für eine Geschlechtsänderung in berechtigten Fällen. Sie öffnet aber nicht nur Tür und Tor für Missbrauch. Nein, sie ist der Anfang vom Ende der (biologischen) Geschlechter.
Sebastian Frehner, Alt-Nationalrat, Riehen (BS) 1 https://www.duden.de/rechtschreibung/Geschlecht 2 Vgl. https://www.bj.admin.ch/bj/de/home/gesellschaft/gesetzgebung/geschlechteraenderung.html 3 https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2020/130/de 4 https://www.20min.ch/story/bald-kann-sich-jeder-fuer-75-franken-vom-militaerdienst-befreien-lassen-226634266124
«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»
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Fortsetzung von Seite 1: Da stellt sich die Frage, wer die Deutungshoheit hat, zu bestimmen, was eine «wissenschaftliche» Tatsache ist, und ob «sexuelle Bildung» vor sexuellem Missbrauch schützt. Und wie erfährt die Öffentlichkeit, wenn sogenannte wissenschaftliche «Fakten» gar keine sind oder durch neue Erkenntnisse widerlegt werden können?
im Artikel mit dem Titel «So geht Desinformation» zum Glaubwürdigkeitsproblem etablierter Medien: «Es gehört zur Strategie der Desinformation, die etablierten Medien anzugreifen und zu beschuldigen, Desinformation zu verbreiten». Die «sogenannten Mainstream-Medien» würden «verunglimpft».
Der Chefredaktor von 20min, Gaudenz Looser, warnte im Zusammenhang mit der Covid-19-Berichterstattung davor, alle, die ihr Anliegen auf die Strasse tragen, als Extremisten zu bezeichnen. Andersdenkende Minderheiten seien es in der Schweiz gewohnt, anders als in autoritär regierten Ländern, an der politischen und gesellschaftlichen Debatte teilzunehmen. Eine autoritäre Informationskontrolle, wie sie gewisse Kommentatoren wie Marko Kovic, Kommunikationswissenschaftler, forderten, gehöre der Vergangenheit an.3 Derselbe Marko Kovic wird auffällig oft vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF um Stellungnahmen zu aktuellen Themen angefragt.
Befremdlich ist, dass mit dieser Argumentation auch eine seriöse Kritik als «Desinformation» bezeichnet werden kann. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass ausgerechnet die Migros, welche in ihrem Magazin der Organisation «Sexuelle Gesundheit Schweiz» die Möglichkeit geboten hatte, auf vielen Seiten eine Masturbationskampagne für Kinder abzudrucken, selbst auf Zuschriften eines renommierten Fachexperten nicht einmal antwortet.
Extrem, stockkonservativ, fundamentalistisch, verschwörungstheoretisch: solche Zuschreibungen werden verwendet, wenn über die Kritiker moderner Sexualpädagogik berichtet wird. Man verzerrt ihre Anliegen ins Absurde und zensuriert damit Hinweise auf die pädophilen Hintergründe. Eine sachliche Auseinandersetzung mit Inhalten wird so unterbunden, was jegliche gesellschaftliche Diskussion verunmöglicht.
In diesem Sinne ist der Verein Schutzinitiative als mahnende Stimme tätig, damit die Missbrauchsprävention nicht zum Freipass für strukturellen sexuellen Missbrauch an Kindern mutiert.
Im Migros Magazin4 vom Oktober äusserst sich die deutsche Forscherin Edda Humprecht, Universität Zürich,
Eine Zensur, das Verzerren oder das Ignorieren «unerwünschter» Inhalte sind einer Demokratie nicht würdig und müssen ans Licht gebracht werden.
1 «sexuelle Bildung»: Lesen Sie dazu den Bericht auf den Seiten 2 und 3. 2 NZZ, 21.9.2021 3 20min, 22.9.2021 4 Migros Magazin │MM42, 18.10.2021, deutsche Ausgabe
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