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Schutzinitiative aktuell – Ausgabe Nr. 36 / Juni–August 2021

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Ausgabe Nr. 36 / Juni–August 2021

Schutz aktuell

Initiative

r Glückliche Kinde , n r e t l E n o v d n a an der H n! e g o l o e d I n o v t h nic Schulbesuche von Lesben- und Schwulenorganisationen «Bist du dir unsicher, ob du auf Frauen, Männer oder beides stehst? Bist du unsicher, wer du bist?» waren Fragen dieser homosexuellen Aktivisten an die Kinder.

Sabina Geissbühler-Strupler, Primarlehrerin, Mitglied des Grossen Rates in Bern

Mit der Motion «Rücksichtnahme auf die Entwicklung von Kindern» forderte ich zusammen mit 16 anderen Kantonsparlamentariern den Berner Regierungsrat dazu auf, Schulbesuche von Lesben- und Schwulenorganisationen für Kinder ab der 6. Klasse und ab dem 11. Altersjahr zu stoppen. Leider wurde die Motion abgelehnt. Diese Schulbesuche von Nicht-Heterosexuellen können Lehrer z.B. beim privaten Verein ABQ1 «buchen», wobei jeder, der schwul, lesbisch, bi, trans oder queer ist Vereinsmitglied werden kann. Mehrfach haben sich Eltern bei mir als Grossrätin beklagt, dass ihre Kinder durch die Fragen der ABQ-Aktivisten verunsichert wurden oder nicht daran teilnehmen wollen.

Dass sich Kinder in der frühen Adoleszenz (11- bis 14-jährig) auf gleichgeschlechtliche Freundschaften einlassen, gehört zur natürlichen Geschlechtsentwicklung und ist wissenschaftlich belegt. Auch dass in diesem Alter neben den körperlichen Veränderungen, die Identitätsfindung, die Stellung in der Peergroup grosse Herausforderungen darstellen, ist unbestritten. In dieser sensiblen Entwicklungsphase führen solche Interventionen von Lesben und Schwulen zu Unsicherheit, Zweifel und Verwirrung und gehören deshalb an keine Schulen. Zu erwähnen bleibt, dass mir Lehrpersonen bekannt sind, welche darauf aufmerksam machten, für diese Unterrichtsteile Jokertage einzusetzen. Sabina Geissbühler-Strupler Verein ABQ: Im Kanton Bern und in den deutschsprachigen Teilen der Kantone Wallis, Freiburg und Jura bieten Nicht-Heterosexuelle ihre Dienste an. Im Mittelland bis Graubünden ist es der Verein GLL (Gleichgeschlechtliche Liebe leben). In den Kantonen St. Gallen und Appenzell stellt Comout ein solches Angebot zur Verfügung. 1


«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

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Polen, eine LGBTIQ-freie Zone in Eur Das EU-Parlament hat am 11. März 2021 die Europäische Union zum sogenannten «LGBTIQ-Freiheitsraum» erklärt. Vor der Abstimmung im Parlament kam es zu einer massiven Desinformationskampagne, welche sich hauptsächlich gegen Polen richtete. Es wurden FakeNews verbreitet, dass Polen LGBTIQ-freie Zonen errichten und Minderheiten diskriminieren wolle. Tatsächlich gibt es in Polen Widerstand gegen die LGBTIQ-Ideologie. Zudem hat die Bürgerinitiative «Pädophilie stoppen» über 260’000 Unterschriften gesammelt, um vor der übergriffigen WHO-Sexualaufklärung zu warnen.

Daher müssen wir von einer echten «LGBTIQ-Ideologie» sprechen, die untrennbar mit dem «politisch korrekten» Universalismus verbunden ist.

«Schutzinitiative aktuell» hat den in Polen lehrenden belgischen Historiker, Prof. David Engels, um eine Einschätzung der Lage gebeten:

Prof. Engels: Dies impliziert die Forderung nach der «Ehe für alle», die Liberalisierung des Adoptionsrechts, die Verharmlosung von Geschlechtsumwandlungstherapien und – operationen, die Forderung nach repräsentativen «Quoten» in allen denkbaren Körperschaften und die Einführung von LGBTIQ-Themen bereits in der Grundschule oder Kindergarten. Auf lange Sicht werden wir sehen, dass das zur Auflösung des Begriffs der natürlichen Familie selbst führt.

«Schutzinitiative aktuell»: Für die Durchsetzung ihrer Forderungen behaupten LGBTIQ1-Akteure, dass in Europa nicht-heterosexuelle Menschen im Alltag diskriminiert oder verfolgt werden. Entspricht das der Realität? Prof. Engels: Im Kern dieser Debatte finden wir einen Mangel an Unterscheidungsvermögen, der ganz typisch ist für unsere heutige Welt: Jenen zwischen der Person und der Ideologie. So liegt ein gewaltiger Schritt zwischen der Toleranz der freien Gestaltung des Privatlebens einerseits und der Gleichstellung hetero- und homosexueller Beziehungen andererseits. Es geht in der aktuellen Debatte keineswegs um den blossen «Schutz von Minderheiten», denn diese haben weder von der Gesellschaft noch vom Staat etwas zu befürchten. Im Gegenteil: Es handelt sich um eine fundamentale ideologische Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen für die gesamte Gesellschaft.

«Schutzinitiative aktuell»: Der LGBTIQ-Ideologie zufolge soll die sexuelle Identität von Mann und Frau nur eine soziale Konstruktion sein. Neu soll das Geschlecht frei wählbar sein und, je nach subjektivem Empfinden, jederzeit ohne Abklärung durch Dritte gewechselt werden können, um eine andere sexuelle Rolle zu übernehmen. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

«Schutzinitiative aktuell»: In den WHO-Standards wird eine «umfassende Sexualerziehung» propagiert, welche im Gegensatz zur herkömmlichen Sexualaufklärung explizite sexuelle Inhalte


Ausgabe Nr. 36 / Juni–August 2021

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ropa? ab frühestem Kindesalter vorschreibt, Promiskuität fördert und einen obsessiven Fokus darauf legt, dass Kinder sexuelle Lust erleben können. Wie wird diese neue Form von «Sexualpädagogik» das Beziehungsverhalten von Kindern und Jugendlichen verändern? Prof. Engels: Eine Sexualität, losgelöst von ihrer natürlichen Rolle als Mittel der Fortpflanzung, wird notwendigerweise zu einer Art Zeitvertreib, den zu begrenzen oder auf die eine oder andere Weise zu regulieren absurd wäre: Und wenn die verschiedenen Varianten der Homosexualität nicht nur toleriert, sondern der traditionellen Familie gleichgestellt werden, gibt es auch kein logisches Argument mehr, die Legalisierung polygamer, inzestuöser oder gar pädophiler bzw. zoophiler Konstellationen zu verbieten, wie sie von der Linken und den Grünen spätestens seit den 1968er Jahren gefordert wird. Schlimmer noch: Die Integration des Sozialkonstruktivismus in die Definition von Paar und Familie birgt nicht nur die Gefahr, dass es früher oder später zu einer Trivialisierung und damit zur Ausbreitung von grundsätzlich ungesunden, ja kriminellen Praktiken kommt, sondern diese Ideologie zeichnet sich geradezu durch ihre Feindschaft gegenüber dem

etablierten heterosexuellen Modell aus. «Schutzinitiative aktuell»: Verfolgen gewisse politische Kreise ein Ziel mit dieser Neudefinition von Familie? Prof. Engels: Die Linke begnügt sich nicht damit, sie als eine Option unter vielen möglichen Kombinationen überleben zu lassen, sondern assoziiert die traditionelle Familie, die durch die Banalisierung von Scheidungen und das Aufkommen der Patchwork-Familie bereits auf eine harte Probe gestellt wurde, mit einem vermeintlich unterdrückerischen, reaktionären, ja «faschistoiden» «patriarchalischen» Modell, wie frühere Marxisten und Sozialrevolutionäre betont hatten. Die LGBTIQ-Aktivisten agieren hier nur als «nützliche Idioten» in einem ideologischen Kampf, dessen volles Ausmass ihnen wahrscheinlich nur selten selber bewusst ist. «Schutzinitiative aktuell»: Was tun? Prof. Engels: Jede konservative Regierung sollte einen Unterschied machen zwischen der Duldung der persönlichen Entscheidung einzelner Individuen und der formalen Legalisierung einer Ideologie, welche die westliche Identität vollends zu unterhöhlen droht. Polen will keine LGBTIQ-freie Zone sein, aber ein Land, das sich gegen die LGBTIQ-Ideologie abgrenzt und die WHO-Sexualaufklärung ablehnt. Mit Polen haben auch weitere Länder Osteuropas diese Wahl getroffen. Ich hoffe, dass sich das Nicht-EU-Mitglied Schweiz für den richtigen Weg entscheidet. Noch ist es nicht zu spät! 1 Sammelbegriffe für alle, die nicht heterosexuell sind.

Prof. David Engels ist ein belgischer Historiker und Denker des europäischen Konservatismus. Er arbeitet derzeit am Zachodni-Institut in Posen, Polen. In seinem Buch «Auf dem Weg ins Imperium» weist er auf die historischen Parallelen zwischen der Krise der Europäischen Union und dem Untergang der römischen Republik hin. In seiner Publikation «Renovatio Europae» (2019) und «Was tun?» (2020) plädiert er für eine Rückbesinnung auf die Werte des Abendlandes angesichts von Werteverfall, Gender Mainstreaming, Masseneinwanderung, Schuldenbergen, Parteienkartelle und gesellschaftlicher Polarisierung. Das Königsschloss Wawel in Krakau, Polen

www.davidengels.be


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Über den «Status der Reinheit» Die international bekannte deutsche Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und Buchautorin, Christa Meves, hat bis heute über 3’000 (!) Vorträge gehalten und in unzähligen Zeitschriften publiziert. Auch auf youtube oder in Internet-Radios spricht sie zu Themen wie Kindererziehung, Krippenbetreuung oder wie eine Ehe gelingt. Sie warnte bereits vor Jahrzehnten vor der moralischen Entbindung und der selbstbestimmten Entfesselung der Sexualität und deren Folgen für Kinder, Familie und Gesellschaft. Sie schreibt dem Verein Schutzinitiative, dass sie «putzmunter und immerhin 96 Jahre alt sei» und bedankt sich ausdrücklich für dessen wertvolle Arbeit. Ihr Wort richtet sie direkt an die Leserinnen und Leser von «Schutzinitiative aktuell».

Christa Meves Die Sexualerziehung in den Schulen, z. T. auch schon in den Kindergärten, ist in ein bedenkliches Fahrwasser geraten. Viele Anweisungen der Pädagogen, ja manchmal sogar schon die Schulpläne für Grundschulen, zeigen ideologisierte Akzente. Die liberalistische Vorstellung, dass der Mensch sobald wie möglich zu sexuellen Tätigkeiten angeregt werden müsste, steht im Hintergrund solcher Bemühungen. Diesen Dammbrüchen muss begegnet werden.

Dabei gibt es einen wissenschaftlichen Gegenbeweis. Die Hormonforschung in den USA hat herausgefunden, dass Kinder zwar in der Schwangerschaft hormonell auf den Status männlich oder weiblich physisch vorbereitet werden, dass aber nach der Geburt innerhalb des ersten Lebensjahres der Hormonstatus in Bezug auf Christa Meves das Östrogen bei den Mädchen und das Testosteron bei den Jungen so zurückgefahren wird, dass es bis fast auf die Nullgrenze gesenkt wird. Aus diesem Forschungsergebnis wird deutlich, dass Kinder zwischen null und zehn Jahren auf diesem Feld den «Status der Reinheit» haben. Gesunde Kinder interessiert die Erwachsenensexualität deshalb nicht spontan. Sie haben das ihnen Gemässe an Reifungsschritten zu vollziehen. Wir können unser Leben als Menschen nicht unbedenklich nach eigener Massgabe bestimmen. Wir haben eine Schöpfungsordnung, erstellt von einem Schöpfer, der nach wie vor im Regimente sitzt.

Offener Brief an BR Alain Berset Der «Offene Brief» des Kinderpsychiaters und Professors Dr. med. Maurice Berger (Lyon/ Frankreich) an Bundesrat Alain Berset wurde am 22. Mai 2021 im Bieler Tagblatt und im Journal du Jura als Inserat veröffentlicht. Mit der Publikation dieses Briefes als Inserat hat der Verein Schutzinitiative das Ziel verfolgt, eine breite Öffentlichkeit auf die verstörenden «WHO-Standards für die Sexualauflärung» aufmerksam zu machen. Diese gehen auf Autoren zurück, die eine Verbindung zur Pädophilie aufweisen. Das Ziel dieser Kreise ist es, die kleinen Kinder so schnell wie möglich, bereits ab Geburt, für die Sexualität zu interessieren (Prof. Maurice Berger). Im Zentrum der Kritik steht erneut die Organisation «Sexuelle Gesundheit Schweiz», welche sich auf das oben erwähnte Grundlagen¬papier der WHO bezieht und jähr-

lich mit Bundesbeiträgen, d.h. mit Steuergeldern in hohem sechsstelligem Betrag alimentiert wird. Durch die Veröffentlichung des Briefes kann diese wichtige Botschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Brief ist ebenso auf www.schutzinitiative.ch/ medien/zeitungsartikel/ abrufbar. Eine Kopie des Zeitungsinserates in Originalgrösse liegt auch für die Leserschaft dieser Ausgabe von «Schutzinitiative aktuell» bei. Der Verein Schutzinitiative dankt Prof. Maurice Berger für seinen unermüdlichen Einsatz und seine eindringlichen Worte zu Gunsten des Schutzes von Kindern und Jugendlichen. Bereits in Frankreich haben seine Bemühungen grossen Erfolg erzielt, wurde doch nach seinen mahnenden Worten der Sexualkundeunterricht vor dem 10. Altersjahr landesweit abgesetzt. Es ist ihm zu wünschen, dass seine Worte auch in der Schweiz auf offene Ohren stossen.


Ausgabe Nr. 36 / Juni–August 2021

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Bericht aus Bern Eine Antwort des BAG, die keine ist…

Dr. Sebastian Frehner, Alt-Nationalrat Riehen (BS)

«Masturbieren ist wie Zähneputzen!» Das ist die Quintessenz einer weiteren unsäglichen Kampagne von Sexuelle Gesundheit Schweiz, welche auch im französischsprachigen Migros Magazine vom 30. November 2020 thematisiert wurde (darüber wurde in der letzten Schutzinitiative berichtet).

Auf diese Kampagne reagierte bereits Nationalrätin Verena Herzog, welche in einer Interpellation Fragen an den Bundesrat stellte. Insbesondere wollte sie wissen, ob das Thema Masturbation systematisch in die Sexualkundekurse in der Schweiz eingebaut werden soll und ob der Bund weiterhin bereit ist, Sexuelle Gesundheit Schweiz finanziell zu unterstützen. In seiner Antwort gab der Bundesrat etwas verklausuliert zu, dass er mit der Masturbationskampagne des «Jugendnetzwerks» von Sexuelle Gesundheit Schweiz nicht ganz glücklich ist. Auch der renommierte französische Kinderpsychiater Prof. Maurice Berger hat einen Brief an Bundesrat Alain Berset geschrieben, in welchem er Bezug auf den Beitrag im Migros Magazine (französische Ausgabe) nahm. Bergers Schreiben wurde am 22. Mai 2021 als «offener Brief» in der französischen Originalsprache im «Journal du Jura» und in deutscher Übersetzung im «Bieler Tagblatt» mit einer Gesamtauflage von rund 25‘000 als ganzseitiges Inserat publiziert. Insbesondere wies Prof. Berger darauf hin, dass die von Sexuelle Gesundheit Schweiz propagierte Sexualerziehung direkt auf die WHO-Standards zurückgeht, bei denen eine Verbindung zur Pädophilie besteht und das Interesse verfolgt wird, das Kind so schnell wie möglich für die Sexualität zu interessieren. Daher spricht sich Prof. Berger aus fachlicher Sicht dafür aus, das schädliche Programm von Sexuelle Gesundheit Schweiz zur Frühsexualisierung von Kindern sofort zu beenden.

Gespannt durfte man auf die Antwort des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sein. Diese liess inhaltlich aber sehr zu wünschen übrig. Neben den üblichen nichtssagenden Allgemeinplätzen, wie etwa der Aussage, dass «Sexualerziehung Sache der Kantone» sei oder «Das Bundesamt für Gesundheit unterstützt den partizipativen Ansatz» von Sexuelle Gesundheit Schweiz, findet sich kaum eine verwertbare Aussage. Immerhin lässt die Tatsache, dass das BAG die Masturbationskampagne von Sexuelle Gesundheit Schweiz nicht direkt sondern nur indirekt finanziell unterstützt auf eine gewisse Distanzierung des Bundesamts von der Kampagne schliessen. Wieso das BAG eine Organisation, die solch abstruse Projekte durchführt, immer noch unterstützt, bleibt aber weiterhin schleierhaft. Unbeantwortet blieben auch wichtige Fragen von Prof. Berger zur sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen: «Warum nicht warten, bis die Kinder von sich aus Fragen zur Sexualität stellen, wenn sie das Bedürfnis danach verspüren? Warum nicht berücksichtigen, dass Kinder ein Schamgefühl haben? Warum haben Erwachsene das Bedürfnis, als initiierende Verführer aufzutreten? Warum muss man kleine Kinder für Masturbation sensibilisieren?» Unumgänglich ist es, den Tendenzen für die Frühsexualisierung der Kinder weiterhin konsequent entgegenzuwirken. Ein wichtiger nächster Schritt wäre es, das Bundesbudget von Sexuelle Gesundheit Schweiz so «anzupassen», damit die Organisation zukünftig keine fragwürdigen Kampagnen mehr initiiert.

Sebastian Frehner, Alt-Nationalrat, Riehen (BS)


«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

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Magazin «wir eltern»: Massage an Geschlechtsteilen? In der Ausgabe vom Juni 2021 des Magazins «wir eltern» wird ein Interview mit Ben Kneubühler, Sexologe und Leiter eines sogenannten «Instituts für Sexualpädagogik und Sexualtherapie (ISP)», abgedruckt. Darin betont er u.a., dass Kinder schon vorgeburtlich «sexuelle Reflexe» hätten und die Geschlechtseile von Säuglingen mit der gleichen Feinfühligkeit berührt werden sollen wie der Rest des Körpers. Auch die Massage der Geschlechtsteile wird thematisiert. Der Verein Schutzinitiative hat Rechtsanwalt Hermann Lei um eine Stellungnahme gebeten und nachgefragt, ob diese Aufforderung an die Eltern zulässig sei.

den, dass Betreuungspersonen die Sexualität des Kindes schon ab dem Säuglingsalter «begleiten» sollen. Der strafrechtliche Schutz Minderjähriger hat aber den Zweck, Kinder vor verfrühten sexuellen Erlebnissen zu schützen. Das Gesetz geht davon aus, dass sexuelle Erlebnisse im Kindesalter die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes ernsthaft schädigen können. Vor allem das geforderte Berühren der Geschlechtsteile des Säuglings oder Kleinkinds beim Massieren könnte als strafbar sexualbezogen taxiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Handlungen an Kindern aus Eigeninteresse oder im vermeintlichen Interesse der Kinder vorgenommen werden.

Hermann Lei In Frage kommt allenfalls Art. 187 des Strafgesetzbuches, der sexuelle Handlungen mit Kindern unter Strafe stellt. Als sexuelle Handlungen im Sinne des Artikels gelten Verhaltensweisen, die für den Aussenstehenden nach ihrem äusseren Erscheinungsbild eindeutig sexualbezogen sind. Die im Text verstreut platzierten Forderungen werden vom unbefangenen Leser wohl so verstan-

Es ist daher nicht abwegig, dass die Aussagen im Heft von «wir eltern» als Anstiftung zu einer strafbaren Handlung und somit selbst als strafbar eingeschätzt werden könnten. Dafür wären aber genauere Abklärungen nötig.

Nr. 6/1.6.2021

Lic. iur. Hermann Lei ist Rechtsanwalt in Frauenfeld/TG.

ng u z t Spendenadresse: ü t s r e t n en ! U e s Verein Schutzinitiative e r i h I gew Postfach, 4142 Münchenstein f u A an Konto: PC 70–80 80 80–1 IBAN: CH67 0900 0000 7080 8080 1

Telefon für Beratung von Eltern und Besorgte: 061 702 01 00 www.schutzinitiative.ch, info@schutzinitiative.ch Impressum: Schutzinitiative aktuell erscheint 4-mal jährlich / Abo: «Schutzinitiative aktuell» finanziert sich durch Gönnerbeiträge. Der kostendeckende Abopreis von CHF 10.- wird nicht erhoben. / Herausgeber und Redaktion: Verein Schutzinitiative, Postfach, 4142 Münchenstein, Tel. 061 702 01 00, info@schutzinitiative.ch, www.schutzinitiative.ch, Postkonto: 70-80 80 80-1 / © Verein Schutzinitiative / Bilder: S. 1, 2, 3: shutterstock; Rest zur Verfügung gestellt / Gestaltung: WJP Werbeagentur, 4053 Basel / Druck: Bruhin Spühler AG, Rüti.


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