Ausgabe Nr. 18 / Dezember 2016
Schutz aktuell
Initiative
WHO will religiöse Führer umerziehen!
(Siehe S. 4 &
5)
Verena Herzog, Nationalrätin/TG
Der Wolf im Schafspelz Der Wolf im Schafspelz ist eine geläufige Redewendung für jemanden, der schadenbringende Absichten durch harmloses Auftreten zu tarnen versucht. Dazu gehören jene Vertreter der oberen Bildungshierarchie, die unter dem Deckmantel von Lehrplänen unwissenschaftliche und ideologische Neuerungen in die Schulen einzubringen versuchen. Auf leisen Sohlen schleicht sich so auch die Ideologie des Genderismus und der sexuellen Vielfalt in den Schulalltag in ganz Europa, auch in der Schweiz. Die geplanten Veränderungen erscheinen zwar manchen Zeitgenossen als harmlos, zielen aber dramatischerweise gerade auf jene, die diesen schulischen Experimenten hilflos ausgesetzt sind: die Schulkinder der Unterstufe. Kindergarten- und Primarschüler sind pädagogischen Manipu-
lationsversuchen schutzlos ausgeliefert und benötigen deshalb unbedingt das mutige Auftreten ihrer Eltern. Wird an Ihrer Schule Sexualaufklärung im Fach Ethik integriert? Sie haben Anspruch auf vorgängige Information, damit Sie die Möglichkeit haben, zu intervenieren oder mindestens mit Ihrem Kind vorgängig darüber zu sprechen. Fragen Sie nach dem genauen Inhalt und lassen Sie sich die Lehrmittel vorlegen. Es ist entscheidend, dass sich Eltern wehren. Dafür braucht es aber Mütter und Väter, die sich aktiv in den Schulalltag ihres Kindes einbringen und Lerninhalte hinterfragen. Sehr schade ist es, wenn Eltern sagen, dass «man da nichts machen kann» und sich in ihr Zuhause zurückziehen. Sie tragen Mitverantwortung. Melden Sie sich auch beim Verein Schutzinitiative, wenn Sie Hilfe benötigen. Gemeinsam können wir viel erreichen!
Verena Herzog, Nationalrätin SVP, Thurgau
«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»
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Wiener Kindergärten Der neue Bildungsplan für die Kindergärten der Stadt Wien ist von der Gender-Ideologie gänzlich durchdrungen. So sollen Mädchen und Buben im Kindergarten durch eine «geschlechtersensible Sexualpädagogik» ihre geschlechtliche Identität finden können. Der neue Bildungsplan richtet sich nach dem Prinzip der Sexualpädagogik der Vielfalt. Erstellt wurde er u.a. von Daniela Cochlar, der ehemaligen Leiterin des ersten geschlechtersensiblen Kindergartens Wiens. Darin wird betont, dass geschlechtliche Unterschiede und Vielfalt eine Horizonterweiterung bewirken können, «wenn die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung empfunden wird». Die Aufgabe der Kindergärtnerin sei es, das «Wahrnehmen und Respektieren der Vielfalt zu ermöglichen». So erhielten Kindergartenkinder die Chance, den «Umgang mit Unterschieden befruchtend zu erleben» und «vielfältige Erfahrungen für die eigene Lebenskonzeption» zu erhalten.
Bildungsplan für Kindergärten der Stadt Wien: 68 Seiten, die vor Gender-Ideologie nur so strotzen.
Im Kapitel «Lernen» wird von den Kindergärtnerinnen gefordert, geeignete Lernvoraussetzungen zu schaf fen, anregende Lernimpulse zu geben und «lustvolle
Lernsituationen» zu bieten. Die Planung und die konkrete Umsetzung von «Lernf eldern» soll auch mit «externen Mitwirkenden» erfolgen.
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im Gendersumpf Im «Erlebnisbereich Sexualität» des Wiener Bildungsplanes wird weiter festgehalten, dass Mädchen und Buben «sexuelle Wesen» seien, und kindliche Sexualität «unter anderem Ausdruck im Lustempfinden findet, das durch Körper- und Hautkontakt (…) entsteht und sich entfalten kann». So sollen alle Kinder ein «unbefangenes Verhältnis zu ihrem Körper entwickeln können». Solche Textpassagen stellen ideale Eintrittspforten oder sogar eigentliche Umsetzungsplattformen für die Gender-Ideologie dar und begünstigen geradezu den sexuellen Missbrauch. Im Bildungsplan wird zum Beispiel gefordert, dass eine «geschlechtersensible Sexualpädagogik» im Kindergarten Mädchen und Buben begleiten soll, «ihre geschlechtliche Identität zu finden». «Mädchen und Buben erproben im Spiel, was es heisst, männlich oder weiblich zu sein», worauf sogleich das Gender-Dogma beschrieben wird: «Was wir unter Weiblichkeit oder Männlichkeit verstehen, also das soziale Geschlecht (gender), ist gesellschaftlich konstruiert und nicht biologisch fest geschrieben, es ist erlernt und damit veränderbar.» Durch diese Ablehnung von biologischen Tatsachen in
der Entwicklung von Mann und Frau entlarvt sich der Bildungsplan als ein von der Gender-Ideologie vollgepacktes Indoktrinationsinstrument. Die Implementierung dieses Bildungsplanes für Kindergärten stellt eine listige sexualrevolutionäre Attacke auf Schulkinder und deren Familien dar. Eltern und Lehrer müssen sich gegen die Einführung der Gender-Ideologie an der Volksschule rechtzeitig wehren!
Schloss Schönbrunn, Wien
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WHO fordert: «Bewusstseinsbildung» für «religiöse Führer» Das WHO-Regionalbüro Europa hat vor wenigen Wo chen seinen «Aktionsplan zur Förderung der sexuel len und reproduktiven Gesundheit» vorgestellt. Darin wird minutiös der Weg aufgezeichnet, wie eu ropaweit allen Kindern ab frühstem Kindesalter Zu gang zu einer umfassenden Sexualerziehung gewährt werden soll. Dazu werden auch «Schulun gen und Massnahmen der Bewusstseinsbildung für religiöse Führer» gefordert. «Sexuelle Gesundheit Schweiz» begrüsst den Aktionsplan und fordert eine zügige Umsetzung in der Schweiz. Das WHO-Regionalbüro Europa hat vom 12. bis zum 15. September 2016 in Kopenhagen getagt und den «Aktionsplan zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit: Auf dem Weg zur Verwirklichung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Europa − niemanden zurücklassen» angenommen. Es «bittet die Mitgliedstaaten eindringlich», diesen auch umzusetzen und erwartet eine Berichterstattung über diese Umsetzung im Jahre 2019 bzw. 2022. Auf insgesamt 30 Seiten und in 46 Einzelpunkten wird akribisch aufgelistet, wie die im Aktionsplan beschriebenen Ziele zur «sexuellen Gesundheit» für alle (!) Menschen zu erreichen sind. Darin findet man unter «Zukunftsvision», dass in Europa alle Menschen «unabhängig von biologischem und sozialem Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechts identität» (…) dazu befähigt und dabei unterstützt werden» sollen, «ihr Potenzial an sexueller und reproduktiver Gesundheit voll auszuschöpfen» und ein «möglichst hohes Mass an Wohlbefinden zu erreichen». Weiter wird ein «Menschenrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit» postuliert, das «geachtet, geschützt und verwirklicht» werden soll. Auf den Abbau von Benachteiligungen in Bezug auf «sexuelle Gesundheit» soll hingearbeitet werden. Zu den Massnahmen gehören explizit die «Anerkennung des Rechts jeder Person, im gesamten Lebensverlauf geschlechtergerechte Informationen in Bezug auf Sexualität sowie die sexuelle (…) Gesundheit und damit verbundene Rechte nachzufragen, zu erhalten und weiterzugeben». Alle Menschen jeden Alters sollen Zugang zu einer «umfassenden» Sexualaufklärung erhalten. Das bedeutet jedoch nichts anderes, als dass bereits kleine Kinder Zugang zu Sexualerziehungsprogrammen erhalten sollen, um sie zu befähigen, eigene «Entscheidungen über die sexuelle und reproduktive Gesundheit zu treffen». Zur Zielerreichung sollen «Konzepte der Menschenrechte
Stellungname von
Rudolf Nussbaumer, Steinen, kath. Pfarrer und Jugendseelsorger
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Da wird unter ‹Rechte für alle› und zwar ‹unabhängig vom religiösen Hintergrund› massiv indoktriniert, Hand angelegt, um unsere Kinder/Jugendliche ab den ersten Lebensjahren völlig zu versexualisieren. Im Visier stehen auch ‹religiöse Führer›, für die Schulungen und Massnahmen der Bewusstseinsbildung eingeführt werden sollen. Unter dem Ausbau der Sexualerziehung werden die Rechte der Eltern und der Kirchen sowie ihre freie Jugendarbeit beschnitten. Unabhängig ‹vom religiösen Hintergrund ... oder der sexuellen Orientierung› sollen ‹Angebote› gewährleistet sein. Kontrolle und Zwang sind also angesagt, um diese Ideologie umzusetzen. Haben wir nicht schon genug Perversion, die das fröhliche, unschuldige und natürliche Aufwachsen unserer Kinder behindert und verunmöglicht? Sodom und Gomorra lassen grüssen!
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und der Gleichstellung der Geschlechter» durch eine sogenannte «umfassende Sexualerziehung» in schulische Lehrpläne aufgenommen werden. Damit ja kein Kind dieser staatlich verordneten Sexualisierungsmaschine entgeht, ist ausdrücklich vorgesehen, auch Kindern und Jugendlichen, die nicht die öffentliche Schule besuchen, eine umfassende Sexualerziehung aufzuzwingen. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, sollen «Schulungen und Massnahmen der Bewusstseinsbildung für religiöse Führer» in Bezug auf «sexuelle Gesundheit» durchgeführt werden. Schutzinitiative aktuell hat einen katholischen und einen reformierten Pfarrer um eine kurze Stellungnahme gebeten (siehe Kästen). In der Schweiz brüstet sich die Stiftung «Sexuelle Gesundheit Schweiz», welche vom BAG mit Millionen von Steuergeldern finanziert wird, in ihrer Medienmitteilung vom 23. September 2016 damit, selber aktiv im Prozess zur Entwicklung dieses Aktionsplanes mitgewirkt zu haben. Nun fordert sie lautstark, diesen Aktionsplan «zügig in der Schweiz umzusetzen». Die für Europa geplante Einführung von «sexuellen Rechten» zur Erlangung von «sexueller Gesundheit» für alle Menschen ab frühestem Kindesalter ist äusserst befremdlich, ideologisch motiviert und schädlich für unsere Kinder und deshalb abzulehnen.
Stellungname von
Peter Ruch, Küssnacht am Rigi, reformierter Pfarrer (frisch pensioniert)
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Was die im Papier beschworene Entscheidungsfreiheit betrifft, so ist sie in einer liberalen Ordnung ohne Regulierung am besten gewährleistet. Die WHO aber will regulieren bis zur Gehirnwäsche und nennt das Sexualerziehung. Offensichtlich sollen Kinder über ihre sexuelle Identität entscheiden. Diese ist jedoch von Gott gegeben wie viele andere Dinge – z.B. Geburtsort, kulturelle Zugehörigkeit, Sprache – auch. Die WHO will ‹religiöse Führer› (was für ein Unwort!) schulen und verbessern und verrät damit ihre totalitäre Gesinnung. Pfarrer, Priester etc. nähren sich aus Heiligen Schriften, Glaube und Erfahrungen. Der WHO Gehör zu schenken würde einem Verrat an ihrem Auftrag gleichkommen.
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«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»
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«Keine Fakten aufzwingen, sondern warten» Wie klären Eltern ihre Kinder konkret auf? Schutz initiative aktuell hat Frau Tabitha Bender, Sekundar lehrerin und Mutter von drei Töchtern, angefragt. Lesen Sie hier ihren Erfahrungsbericht.
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Unsere Kinder sind noch klein, aber wir versuchen jetzt schon eine offene Atmosphäre zu schaffen, wo es keine schambehafteten Tabus gibt. So bleibt die WC-Tür häufiger mal nicht abgeschlossen oder wenn wir uns umziehen und ein Kind hereinkommt, ist es halt so. Meine grösseren Töchter haben somit schon früh festgestellt (wir sprechen zu Hause Hochdeutsch): «Papa, (d.h. ein Junge) hat einen Penis, Mama (d.h. ein Mädchen) hat eine Scheide.» Bis heute geht ihr sexuelles Interesse noch nicht viel weiter als über diesen Fakt hinaus und meine Älteste wird bald 5. Da bin ich froh, dass sie bisher noch nicht im Kindergarten mit Fakten
überrumpelt wurde, an denen sie noch nicht interessiert ist! Eine intensive Zeit diesbezüglich war auch die Schwangerschaft und Geburt unseres dritten Kindes. Da wurde mitgefiebert und mitgestaunt über das Wunder des Lebens. Meine 4-Jährige hatte im Voraus oft für «ein Baby in Mamas Bauch» gebetet und so gab es für sie keinen Zweifel, woher es kam;-). Nur einmal erinnere ich mich an ihre Frage «Aber wie genau tut denn der liebe Gott ein Baby in deinen Bauch, Mama?» Ich habe damals noch nicht ausführlich geantwortet; habe gespürt, dass sie noch nicht für alle Details parat war. Ich warte gelassen auf eine nächste Gelegenheit, in der sie ihr Interesse kundtut. Denn darin besteht für mich eine gesunde Sexualerziehung: keine Fakten aufzwingen, sondern warten, bis das Kind eigene Fragen stellt und darauf eingehen.
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Die Familie von Tabitha Bender, Basel
Spendenaufruf: Der Verein Schutzinitiative hilft gegen die Sexualisierung der Kinder an der Volksschule. Mit Ihrer Unterstützung. Helfen Sie mit! Konto: PC 70–80 80 80–1 Impressum: Schutzinitiative aktuell erscheint 4-mal jährlich / Abo: CHF 10.–, für Gönner/-innen im Beitrag enthalten / Herausgeber und Redaktion: Verein Schutzinitiative, Postfach, 4142 Münchenstein, Tel. 061 702 01 00, Fax 061 702 01 04, info@schutzinitiative.ch, www.schutzinitiative.ch, Postkonto: 70-80 80 80-1 / © Verein Schutzinitiative / Bilder: S. 1 Titelbild: iStockphoto; S. 2: (oben) Screenshot aus dem Internet; S. 2 und 3: iStockphoto; S.5: (unten) Screenshot aus dem Internet; Rest: zur Verfügung gestellt / Gestaltung: GOAL AG für Werbung und Public Relations, 8450 Andelfingen / Druck: Spühler Druck AG, Rüti.