Skip to main content

Ksi aktuell nr16 dt v05

Page 1

Ausgabe Nr. 16 / Juni 2016

Schutz aktuell

Initiative : e i l i m a F e d n u s e G bald ein dell? o m f u a l s Au

Oskar Freysinger Staatsrat Kanton Wallis

Das kommt für mich nicht in Frage! Wie kommt es, dass gewisse Kreise das grundlegende Axiom der menschlichen Existenz, die Dualität zwischen Yin und Yang, Animus und Anima, weiblichem und männlichem Prinzip in Frage zu stellen versuchen, indem sie eine gewisse Anzahl von zahlenmässig verschwindend kleinen sexuellen Ausrichtungen zur Norm erklären? Geht es da wirklich um Gleichberechtigung, Würde und Menschenrechte, oder nicht eher darum, eine von der Natur vorgegebene Faktenlage ideologisch zu untergraben, um so die traditionelle Familie zu schwächen? Die Gender-Ideologie entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ihr Ziel ist rein politisch. Was sie anstrebt ist eine Gehirnwäsche, die darauf hinzielt, den Mehrwert des vorherrschenden lebensspendenden sexuellen Verhaltens in

den Köpfen herunterzuspielen. Soll sie wirksam sein, so muss diese Manipulation so früh wie möglich, also schon im Kindergartenalter beginnen. Dagegen wehre ich mich im Wallis mit aller Kraft. Es kommt für mich nicht in Frage, die staatstragende Urzelle unserer Gesellschaft, die heterosexuelle Familie, zu schwächen, um irgendwelche sexuellen Praktiken zu fördern, die den Staat nichts angehen, solange sie unter einwilligenden Erwachsenen im privaten Umfeld stattfinden. Wer behauptet, man könne sich seine Sexualität wie im Supermarkt aussuchen, opfert die naturgegebenen Umstände auf dem Altar reiner Ideologie. Die Natur straft ihn dadurch Lügen, dass seltsamerweise immer jene schwanger werden, deren Körper dazu vorbestimmt ist.

Oskar Freysinger Staatsrat und Vizepräsident der SVP Schweiz


«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

2

Die Gender-Ideologie greift Birgit Kelle ist verheiratet, hat vier Kinder und ist mit ihrem Fachbuch «Gendergaga»1 im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt geworden. Sie ist Vorsitzende des Vereins «Frau 2000plus e.V.», hat diverse Artikel für deutsche Zeitungen verfasst und tritt als Referentin gegen die Gender-Ideologie auf. Sie erklärt, wie diese Ideologie in die Schulzimmer vordringt.

Schutzinitiative aktuell: Wo kann Gender in Schweizer Kindergärten und Primarschulen ansetzen? Birgit Kelle: Das Gender-Konzept kann nicht nur im Kindergarten, sondern allgemein überall im pädagogischen Raum ansetzen, wo in der Regel Erziehung und Bildung von Kindern stattfindet. Im Kindergarten ist es aber insofern eine heikle Angelegenheit, weil ein Kind umso formbarer und beeinflussbarer ist, je jünger es ist. Kleinen Kindern können Sie alles erzählen. Vor allem, wenn Mama und Papa auch gar nicht dabei sind, um eventuell zu widersprechen oder eine andere Sichtweise zu zeigen. Gerade deswegen sind jüngere Kinder für diese Theoretiker besonders interessant. Die Gender-Theorie geht davon aus, dass unsere geschlechtliche Prägung, die Frage, ob wir uns als Mann oder als Frau oder als keines von beiden fühlen oder welche sexuelle Orientierung wir haben, nicht etwa angeboren, sondern im Wesentlichen von der Gesellschaft geprägt ist. Kinder sind also nach dieser Sichtweise das berühmte «weisse Blatt Papier», das mit Wertvorstellungen und Wissen beschrieben werden soll. Es ist also ganz wesentlich, gerade bei kleinen Kindern, wer sie mit welchen Vorstellungen, welcher Moral, welchen Sitten und Regeln grosszieht. In Deutschland hat ein SPD-Politiker einmal den Begriff der «Lufthoheit über den Kinderbetten» benutzt. Das finde ich sehr anschaulich. Er war der Meinung, diese gehöre dem Staat. Ich bin der Meinung, sie gehört den Eltern. Wer also wie Gender-Aktivisten die Gesellschaft verändern und unser

Denken in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Familie verändern will, der muss früh anfangen: Bei den kleinen Kindern. Das haben übrigens alle Ideologien weltweit immer getan. Schauen Sie zum Kommunismus oder zum Nationalsozialismus: Immer war klar: Man muss die Kinder dem Einfluss der Eltern entreissen, um sie mit den Ideen der Ideologen zu füttern. Unsere Kinder sind zur Schaffung des «neuen» Menschen wunderbares Experimentiermaterial. Und wo bekommt der Staat die Kinder allein? Genau: In Kindergarten und Schule.

Der Einfluss der Gender-Ideologie in der Schweiz ist noch nicht so deutlich sichtbar. Womit müssen wir in Zukunft rechnen? Es hat sich in Deutschland und auch in Österreich gezeigt, dass die Umsetzung immer erst bei den älteren Kindern beginnt, wo der Wider-


Ausgabe Nr. 16 / Juni 2016

3

nach unseren Kindern stand der Eltern nicht so gross ist, anschliessend wurde immer schrittweise das Alter herabgesetzt. Es ist immer die gleiche Strategie. Früher hatte man Aufklärungsunterricht ab Klasse 8 oder 9, das waren Kinder an der Schwelle zur Pubertät. Heute findet die sexuelle Aufklärung bereits in der Grundschule mit 8- und 9-Jährigen statt, und man ist auch in der Schweiz − und nicht nur in Deutschland und Österreich − auf dem Weg in die Kindergärten.

mitfinanziert), mit der man Kindern zwischen 3 und 6 Jahren verschiedene sexuelle Orientierungen anhand von Spielen und Büchern erklärt.

Wie sieht es in der Primarschule aus?

Das Material wird immer eindeutiger und ausführlicher, je älter die Kinder werden. Problematisch ist auch, dass in der Regel bei uns in Deutschland, und das wird in der Schweiz vermutlich nicht anders sein, Lobbygruppen und Aktivisten von der Politik mit an den Tisch gebeten werden, um Materialien für die Schulen zu erarbeiten oder auch um Projektarbeiten und Workshops an den Schulen zu veranBirgit Kelle, Fachbuchautorin stalten.

Kleinen Kindern « können Sie alles erzählen. »

Unterstützung kommt übrigens in dieser Sache von der WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Sexual­ aufklärung ab einem Alter von 4 Jahren für sinnvoll hält. In Deutschland finden derzeit bereits Schulungen für Kindergarten-Erzieherinnen zum Thema «Gender Mainstreaming», aber auch zum Thema «sexuelle Vielfalt» für Kindergartenkinder statt. An jeder pädagogischen Universität wird diese Theorie inzwischen als Wahrheit an die Studenten gelehrt. In Berlin haben wir bereits eine offizielle Kindergarten-Materialbox, abgesegnet vom Berliner Senat (und auch

Wem nutzt das dann? Ist das noch Aufklärung von Kindern oder nicht schon lange das gezielte Heranführen an Sexualität, und das in einem Alter, in dem die meisten dieser Kinder daran kein eigenes Interesse haben?

Weshalb sollen Eltern von Kindergärtnern oder Primarschülern (1. und 2. Klasse) Ihr Buch «Gendergaga» lesen? Weil das Buch auch lustig ist, ich wollte nicht, dass meine Leser danach vor Verzweiflung von der Brücke springen, obwohl es manchmal schon zum Verzweifeln ist, wenn man sieht, wo und wie weit die Gender-Ideologie bereits in alle gesellschaftlichen Bereiche vorgedrungen ist.

1) Birgit Kelle: Gendergaga – Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will; adeo Verlag, 2015, 188 Seiten, ISBN 978-3-86334-045-2.


4    

         

Kanton Zürich: Expliziter Sexualkundeunterricht bereits im Kindergarten?   

Unter der Trägerschaft der Pädagogischen Hochschule Zürich (PH ZH) und den Stellen für Suchtprävention des Kantons Zürich hat das «Kantonale Netzwerk Gesundheitsfördernder Schulen Zürich» (KNGS) am 9. April 2016 eine Tagung in Au bei Zürich organisiert.

   

  

 

  

  

 

  

       

  

     

  In den Tagungsunterlagen des Workshops «Lehr plan 21 und Sexualpädagogik? What else?» wird

expliziter sexualkundlicher Unterricht für Kindergarten und die 1. und 2. Primarklasse postuliert (siehe Abbildungen).

       

 

 

         

 

  



Das «Kantonale Netzwerk Gesundheitsfördernder SchuScreenshot aus dem Internet.3  len Zürich» (KNGS) ist ein Teil des schweizerischen und des europäischen Netzwerks von sog. «gesundheitsförBetrachtet man aber die umstrittenen «Standards für die dernden» Schulen SHE (Schools for Health in Europe).     Sexualaufklärung in Europa» des WHO-Regionalbüros Dieses Netzwerk sei ein Projekt der WHO (Weltgesundfür Europa, wird klar, was diese Art der «Gesundheitsförheitsorganisation), der EU (Europäische Union) und des 1 derung» beinhaltet: Es geht vordringlich um die Förderung Europarates. der «sexuellen Vielfalt» und um die Veränderung der GeDie teilnehmenden Netzwerkschulen müssen sich an die sellschaft im Sinne der Gender-Ideologie. Richtlinien der WHO halten. Durch diese (inter-)nationalen Vernetzungen soll dem AnUnter dem Deckmantel von Gesundheit und Prävention liegen «schulischer Gesundheitsförderung» politisch versuchen Vertreter der Sexualpädagogen-Lobby ihre Nachdruck verliehen werden. «Dienste» an immer mehr Schulen ab Kindergartenalter feilzubieten. Dabei geht es jedoch nicht nur um Ideologie, sondern auch um pekuniäre Interessen. So schreibt die NZZ2 zum Work shop «Lehrplan 21 und Sexualpädagogik? What else?» der PH ZH: «An den pädagogischen Hochschulen ist die Vermarktung des langersehnten, weil Aufträge generierenden Lehrplans 21 derweil in vollem Gang.»   

   

Der Verein Schutzinitiative ruft Eltern von 4- bis 8-jährigen Kindern im Kanton Zürich zu erhöhter Wachsamkeit auf!

         

  

Screenshot aus dem Internet.3

1) Gemäss eigenen Angaben: gesunde-schulen-zuerich.ch 2) Neue Zürcher Zeitung, 23. Februar 2016. 3) Siehe ausführliche Angaben auf: gesunde-schulen-zuerich.ch/ globalassets/gesundeschulenzuerich/tagung-2016/unterlagen-workshoplukas-geiser.pdf


Ausgabe Nr. 16 / Juni 2016

5

Umstrittenes Lehrbuch nach Protesten aus einer Empfehlungsliste entfernt Das stark umstrittene Lehrmittel «Sexualpädagogik der Vielfalt», das in den Kantonen Zürich und BaselStadt in der Oberstufe bereits verwendet wird, wurde nach Protesten aus dem Katalog der empfohlenen Lernmedien von Education 211 gestrichen. Schutzinitiative aktuell Nr. 14 vom Dezember 2015 berichtete über das stark kritisierte Schulbuch «Sexualpädagogik der Vielfalt» von Elisabeth Tuider und Stefan Timmermanns. Darin geht es um «galaktische Sexpraktiken», «Puff für alle» und andere Widerwärtigkeiten, mit welchen sich Teenager zu befassen hätten. Dieses Lehrbuch wurde in Deutschland von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA2 aus der Empfehlungsliste für Lehrmittel gestrichen, nachdem es zu öffentlichen Protesten gekommen war. In der Schweiz gehörte das übergriffige Buch bis vor kurzem zu den von Education 21 empfohlenen Lernmedien. Die staatlich finanzierte Stiftung Education 21 fördert im Auftrag des Bundes und der Kantone die Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) auf Ebene der Volksschule. Sie trägt auch zur Umsetzung von BNE in den Lehrplänen der Volksschule (Lehrplan 21) bei. So sollen Lehrpersonen und Schulleitungen «pädagogisch geprüfte Lernmedien» finden können, verspricht Education 21. Erst nach der Publikation der Kritik zum Lehrbuch in der vorletzten Ausgabe dieser Zeitung und einer Intervention der Stiftung «Zukunft CH» wurde das übergriffige «Fach-

buch» von der Empfehlungsliste bei Education 21 entfernt. Auf Anfrage meinte eine Sprecherin von Education 21, man nehme Reklamationen sehr ernst und sei zur Erkenntnis gekommen, dass manche Inhalte «nicht wirklich toll» seien.3 Übrigens: Präsidentin des Stiftungsrats von Education 21 ist Dr. Silvia Steiner, Regierungsrätin (CVP) des Kantons Zürich. Sie leitet dort die Bildungsdirektion. Damit muss sie als Vorsteherin des Departementes die Verantwortung dafür übernehmen, dass dieses umstrittene Lehrmittel bis anhin an den Zürcher Schulen verwendet werden darf. Der Verein Schutzinitiative ist der Auffassung, dass das «Lehrmittel» «Sexualpädagogik der Vielfalt» aus allen Schweizer Volksschulen entfernt werden soll.

k der Vielfalt», Auszug aus «Sexualpädagogi Seite 90

(…) «Ziel von Sexualpädagogik n, im könnte (…) im Verstöre Aufzeigen verschiedener und Identitätsmöglichkeiten nisim Schaffen neuer Erleb räume liegen.» Lehrmittel mit skandalösem Inhalt.

1) Education 21: Privatrechtliche Stiftung mit Sitz in Bern. Sie nennt sich «nationales Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Schweiz». 2) BzgA: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Diese Fachbehörde ist in Deutschland zuständig für die Verbreitung von Konzepten zur Sexualaufklärung und Familienplanung. 3) Siehe ausführliche Angaben auf: zukunft-ch.ch


«Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

6

«Ich bin so froh, dass wir uns gewehrt haben!» Der Verein Schutzinitiative leistet konkrete Hilfe an Eltern, die ihre Kinder vor sexualisierenden Unterrichtsinhalten schützen wollen. Auf Anfrage lässt er den Eltern wichtiges Informationsmaterial zukommen und leistet kostenlose Rechtsberatung. Schutzinitiative aktuell berichtet über zwei Beispiele aus den letzten Monaten. Die Eltern einer 13-jährigen Schülerin leiteten dem Verein Schutzinitiative die Unterlagen aus dem Sexualkundeunterricht ihrer Tochter weiter. Schnell war klar, dass die Thematik Sexualität darin als reine Triebbefriedigung abgehandelt wird. Es gibt unter anderem eine präzise Anleitung zur Masturbation für «Mädchen» und für «Jungs», die Folgen des Konsums von Pornografie werden völlig verharmlost, und die Schulkinder mussten darüber reden, welche Verhütungsmethoden sie anwenden würden. Ein paar Eltern haben daraufhin gemeinsam einen Brief an die Schulleitung geschrieben, worauf diese versprach,

die «Gesundheitsvorsorge» an der Schule neu zu konzipieren. Eine dieser betroffenen Mütter dankte dem Verein Schutzinitiative ausdrücklich: «Ich bin so froh, dass wir uns gewehrt haben und dass Sie uns den Rücken gestärkt haben!» An einer anderen Schule erhob ein Elternpaar ebenfalls Widerspruch gegen einen schamverletzenden und klar grenzüberschreitenden Sexualkundeunterricht – und hatte schliesslich Erfolg damit. Die Mutter machte dem Schulleiter in einem Gespräch unter vier Augen klar, weshalb ihr Kind nicht mehr an diesen Unterrichtseinheiten teilnehmen werde. Der Schulleiter zeigte daraufhin sogar ein gewisses Verständnis, bat sie aber, nicht mehr öffentlich darüber zu sprechen und ihr Kind «halt» zu Hause zu behalten. Ohne die Hintergrundinformationen des Vereins Schutzinitiative – so diese Mutter am Telefon – hätte sie den Schritt zum Gespräch mit dem Schulleiter nicht gewagt.

Spendenaufruf: Der Verein Schutzinitiative hilft gegen die Sexualisierung der Kinder an der Volkschule. Mit Ihrer Unterstützung. Helfen Sie mit! Konto: PC 70–80 80 80–1 Impressum: Schutzinitiative aktuell erscheint 4-mal jährlich / Abo: CHF 10.–, für Gönner/-innen im Beitrag enthalten / Herausgeber und Redaktion: Verein Schutzinitiative, Postfach, 4142 Münchenstein, Tel. 061 702 01 00, Fax 061 702 01 04, info@schutzinitiative.ch, www.schutzinitiative.ch, Postkonto: 70-80 80 80-1 / © Verein Schutzinitiative / Bilder: S. 1 Titelbild: iStockphoto; S. 2, S. 3: zur Verfügung gestellt; S. 4: Screenshots aus dem Internet; Rest: zur Verfügung gestellt / Gestaltung: GOAL AG für Werbung und Public Relations, 8450 Andelfingen / Druck: Spühler Druck AG, Rüti.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Ksi aktuell nr16 dt v05 by Schutzinitiative aktuell - Issuu