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Ksi aktuell nr11 dt

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Ausgabe Nr. 11 / März 2015

Schutz aktuell

Initiative

Stimme zur Volksinitiative

Ulrike Walker Co-Präsidentin des Initiativkomitees

Unwissenschaftliche Sexualpädagogik fördert sexuellen Missbrauch Es gibt kleine Kinder, die halten sich Augen und Ohren zu, um nicht erfahren zu müssen, wie ein Baby entsteht. Anschaulich zeigt das ein kurzer Film1 im Internet. Eigentlich ist diese Reaktion nichts weiter als ein natürlicher Selbstschutz. Ein Schutz, der von emanzipatorischen Sexualpädagogen permanent verletzt wird. Behauptet wird sogar, Prävention für unsere Kleinsten sei ohne Sexualkunde nicht möglich, ja behindere sogar eine wirksame Prävention. Was für ein Unfug. Damit wir uns richtig verstehen: das Benennen der Geschlechtsteile hat nichts mit der propagierten Sexualerziehung der Kinder zu tun, die unser Land überströmen soll. Wie perfid diese unwissenschaftliche Sexualpädagogik ist, soll

ein Beispiel aus dem Programm «Mein Körper gehört mir» verdeutlichen: Mit dem Slogan «Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl?» wird unterschwellig Folgendes vermittelt: Wenn Du ein gutes Gefühl, also ein JA-Gefühl hast, darf dich «Onkel» oder «Tante» überall berühren. Als Teil des Präventionsprogrammes sind auch Berührungsspiele im Kindergarten vorgesehen, bei dem das Thema Masturbation nicht zu kurz kommen wird. Das scheint ganz im Sinne der Stiftung Kinderschutz Schweiz zu sein: «Kinder haben das Recht, darüber zu entscheiden, wie, wann, wo und von wem sie angefasst werden möchten. Sie sollen darin bestärkt werden, unterschiedliche Berührungen bewusst wahrzunehmen und zu überlegen, welche für sie in Ordnung sind und welche nicht»2. Vielleicht sollten wir wirklich mal an das Wohl des Kindes denken und uns nicht durch Floskeln wie «altersgerecht» und «sorgfältig» in die Irre führen lassen. Wir wollen lieber, dass Kinder lernen «Stopp!» zu sagen, denn im Intimbereich eines Kindes hat niemand etwas zu suchen!

Ulrike Walker Co-Präsidentin des Initiativkomitees

Film1: http://www.blick.ch/life/ob-sie-wollen-oder-nicht-hier-erfahren-kinder-wo-babys-herkommen-id3424765.html Broschüre2: Information für Eltern und andere Bezugspersonen, «Mein Körper gehört mir», Seite 6, 2006, Kinderschutz Schweiz, 3001 Bern


Eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

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Auszüge aus 10 überzeugen Am Nachmittag des 4. März 2015 fand im Nationalrat die Debatte über die ­Volks­initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» statt. Nach einem dreistündigen Wortgefecht sprachen sich 36 Parlamentarier für die Initiative aus, 12 enthielten sich der Stimme und 134 stimmten, vor allem aufgrund von Fraktionszwang, gegen die Volksinitiative. Die folgenden 10 Nationalrätinnen und Nationalräte hielten je ein fünfminütiges Pro-Votum. Auszugsweise seien hier wichtige Passagen wiedergegeben, ­verbunden mit einem herzlichen Dank an die Adresse der Rednerinnen und Redner. Erich Siebenthal (V, BE): Die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» verdient unsere Unterstützung. (…) Eltern zu sein heisst, auch in diesem Bereich Verantwortung zu tragen. Eltern müssen sich damit auseinandersetzen, wer bei ihrem Kind die Verantwortung für den Sexualunterricht übernehmen soll, Eltern oder Schule. Es scheint mir wichtig, dass die Eltern in die Pflicht genommen werden. (…) Die Initiative stärkt die Familie. Sie gibt in Fällen, in denen die Eltern diese wichtige Aufgabe nicht wahrnehmen können, aber auch die Möglichkeit, sie ab dem neunten Lebensjahr an den Staat zu delegieren. Daher ist ein Ja zur Initiative auch ein Ja zur Familie!

Verena Herzog (V, TG): Die sexuelle Erziehung und Aufklärung der Kinder und Jugendlichen ist ein sensibles Thema. Eltern spüren wohl am besten, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Portion ihr Kind dazu bereit ist und wie viel es über Sexualität erfahren will. Eltern haben auch die Chance, ganz natürlich auf die Fragen ihres Kindes einzugehen. (...) Erziehung, und dazu gehört auch die sexuelle Erziehung, ist Sache der Eltern, Bildung ist Sache der Schule. Bis Ende der Primarschule wurde bis jetzt auf obligatorischen Sexualunterricht verzichtet. Sexualkundlicher Unterricht wird mehrheitlich auf Sekundarstufe innerhalb des Biologieunterrichts erteilt. (…) Auch soll die Schule nicht immer mit weiteren T ­ hemen, die Sache des Elternhauses sind, belastet werden.

Roberta Pantani (V, TI): Der Kindergarten soll ein Ort bleiben, wo Kinder gesellschaftliche Normen spielerisch lernen und sich auf das Schulleben der nächsten zehn Jahre vorbereiten. Es geht nicht darum, Sexualkundeunterricht zu verbieten, sondern darum, Sexualkundeunterricht zu einem Zeitpunkt anzubieten, der dem Alter der Kinder entspricht. Das Kindergartenalter – erlauben Sie mir diese Bemerkung – ist ganz sicher das falsche Alter dazu. (…) Wer meint, dass diese Initiative nicht in die Verfassung gehört, sei daran erinnert, dass wir kürzlich in der Verfassung selbst die musikalische Bildung, die ausserschulische Kinderbetreuung und die Förderung des Filmwesens geregelt haben. Ich glaube, die Regelung der Sexualerziehung unserer Kinder ist ein Thema, das noch viel viel wichtiger ist, als die vorher genannten.

Jean-Pierre Graber (V, BE):

Der Staat sollte sich hüte ligatorisch zu erklären, schon ideologisch gefärbten. Das Th vatsphäre. Die Gewissensfrei ten, und das glückliche und der Gesellschaft können nur neutral bleibt und sich aus a Wertvorstellungen und Ideolo Walter Benjamin zeichnete sich durch grosse K Wesen des Menschen gibt es einen Teil, der notwe hängig und jedem gesellschaftlichen Zugriff entzo


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nden Reden im Nationalratzug

© Lukas Lehmann / Keystone

Sebastian Frehner (V, BS): Als Co-Präsident des Initiativkomitees möchte ich Ihnen kurz erläutern, wie es zu dieser Volksinitiative kam, und ich möchte einige Unwahrheiten, die in der Botschaft des Bundesrates auftauchen, richtigstellen. Der Bundesrat ­ ­behauptet in seiner Botschaft, Auslöser der Initiative seien ­irreführende Medienberichte gewesen. Das ist nicht wahr: Die Medienberichte waren zutreffend. (…) Der Bundesrat behauptet weiter, dass Kinder im Rahmen des sexualkundlichen Unterrichts mit pornografischem Material geschockt würden, entbehre jeglicher Grundlage. Auch das ist falsch, die Inhalte der Basler Sexbox waren tatsächlich fragwürdig. Bilder aus der Basler Sexbox für Kindergartenkinder haben zum Beispiel den sexuellen Höhepunkt thematisiert. Bei einer anderen Übung wurde ein Tuch über ein Kind gelegt, und dann durften alle anderen Kinder die Geschlechtsorgane des zugedeckten Kindes abtasten – das ist eine Sauerei! Als

en, Sexualkundeunterricht für obn gar nicht einen ausufernden und hema Sexualität gehört in die Priiheit als vornehmste aller Freiheiharmonische Zusammenleben in erhalten bleiben, wenn der Staat allen Bereichen fern hält, die mit ogien zu tun haben. Der Philosoph Klugheit aus, indem er sagte: Im endigerweise eigenständig, unabogen bleiben muss.

die Basler Eltern Prospekte mit den Bildern aus der Sexbox für Kindergärtler offen an die Haushalte in Basel-Stadt versenden wollten, hat die Schweizerische Post das verweigert mit der Begründung, sie dürfe keine Werbung mit pornografischem und anstössigem Inhalt versenden. Diese Bilder waren aber für unsere Kindergartenkinder gut genug. (…) Zusammenfassend lässt sich Folgendes sagen: Die Botschaft des Bundesrates enthält unwahre und irreführende Aussagen. Dadurch wird die Initiative in ein falsches Licht gestellt. Durch die Volksinitiative gibt es neu sinnvolle und moderate Leitplanken für den Sexualkundeunterricht. Die Volksinitiative sieht neu einen Präventionsunterricht gegen Kindsmissbrauch vor. Sie schützt die kleinen Kinder vor grenzverletzendem Sexualkundeunterricht, und sie stärkt die Rechte der Eltern bei der Sexualerziehung ihrer Kinder. Ich bitte Sie deshalb zum Wohle der Kinder unseres Landes, dieser Volksinitiative zuzustimmen!

Andrea Geissbühler (V, BE): In meiner Ausbildung zur Kindergärtnerin wurden wir unter anderem auch über die Entwicklungspsychologie der Kinder unterrichtet. Die Sexualisierung der Kinder im Kindergarten und in der Unterstufe war nie ein Thema, weil es für die Kinder in diesem Alter zu früh dafür ist. Die heutige Praxis, zum Beispiel diejenige im Kanton Bern, hat sich bewährt. Die Eltern, Lehrer und Kinder sind mit der Sexualerziehung ab dem zwölften Lebensjahr zufrieden. Wir haben mit dieser Praxis gute Erfahrungen gemacht, und es hat auch keine unter Zwölfjährigen, die schwanger wurden. Es reicht daher, die Kinder ab zwölf sexuell aufzuklären. Damit diese bewährte Praxis weiterhin umgesetzt werden kann, braucht es diese Volksinitiative. Ich bitte Sie daher, diese auch zu unterstützen.


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gunsten der Schutzinitiative Toni Bortoluzzi (V, ZH): Sylvia Flückiger (V, AG): Warum soll es für Kindergarten und ersten und zweiten Primarklasse keinen Sexualkundeunterricht geben? Ganz einfach: Ein früher Sexualkundeunterricht bringt nichts, sondern schadet eher. Kleine Kinder sind leicht beeinflussbar und leicht manipulierbar. Vor dem 10. Altersjahr braucht es keinen Sexualkundeunterricht. Das bestätigen auch Fachkräfte wie zum Beispiel der Kinderarzt und Professor Remo Largo. Ein Präventionsunterricht mit Sexualkunde könne kleine Kinder gar nicht abholen in ihrer Welt und führe nur zu einer Verletzung ihrer Schamgefühle. Die Vorstellung, Sexualkundeunterricht könne präventiv vor Übergriffen schützen, ist schlicht und einfach falsch und ein Irrglaube unserer von der Rundumprävention beseelten Zeit.

Das «Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule» der Pädagogischen Hochschule Zentral­ schweiz hat vom Bundesamt für Gesundheit den Auftrag erhalten, Grundlagen für eine schweizweite Verankerung von Themen in Sexualität und Beziehung für die Schule zu erstellen. Unter diesem Titel wurde ein Grundlagenkonzept «Sexualpädagogik und Schule» erarbeitet. (…). Für das Alter von fünf Jahren beispielsweise wird unter «Entwicklungsschritte» geschrieben: «Spielerisches Erkunden von Geschlechter­ rollen: Rollenspiele, Vater-Mutter-Spiele, Familien mit zwei Müttern / Vätern, einem Elternteil, Verliebtsein, Geschlechtsverkehr». Sie können es nachher anschauen. Es ist von einer Hochschule, es sind wirklich Fachleute, die das geschrieben haben. Sehen Sie, ich unterstütze die Initiative, weil solch theoretische, gesellschaftsfremde pädagogische Höhenflüge eingeschränkt werden müssen. Das ist der Grund meiner Unterstützung für diese Initiative.

Jean-Pierre Grin (V, VD): Ein Vorwurf, der dieser Volksinitiative immer wieder gemacht wird, lautet, dass sie die kantonale Schulhoheit verletzt. Doch das stimmt überhaupt nicht. Der Initiativtext fügt sich schon durch die Nummerierung mit Artikel 11 BV ausdrücklich in den Grundrechtskatalog der Bundesverfassung ein. Ein Grundrecht verursacht aber keine Verschiebung von Kompetenzen zwischen Bund und Kantonen, denn alle Behörden, ob Bund oder Kanton, sind gehalten, zur Verwirklichung der Grundrechte beizutragen. Die einzige Behörde, welche ihre Rechte durch diese Volksinitiative eingeschränkt sehen könnte, ist das Bundesamt für Gesundheit BAG, soweit es strategische Planungen entwirft, wonach Kantone einen obligatorischen Sexualkundeunterricht einführen sollten. Diese Volksinitiative geht sehr verantwortungsvoll mit dem Schutz der kindlichen Sexualität um. Sie schreibt ihn nämlich direkt in den Katalog der Grundrechte! Das schmälert keineswegs irgendwelche kantonalen Kompetenzen!

Felix Müri (V, LU): Das Bundesamt für Gesundheit treibt unter den Stichworten Prävention und sexuelle Gesundheit schon seit Jahren eine ideologische Sexualerziehung voran, welche eine sexualisierte Beeinflussung schon ab dem Kindergarten fordert. Wer denkt, es gehe nur um Missbrauchsbekämpfung, Prävention und herkömmliche Aufklärung, liegt falsch. Die Basler Sexkoffer waren nur der Anfang. (…) Die Initiative bietet momentan die einzige Handhabung, diesen Bestrebungen des Bundesamtes für Gesundheit angemessen zu begegnen. Ich bitte Sie, die Initiative zur Annahme zu empfehlen.


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Medienmitteilung des Initiativkomitees

Starke Voten für die Schutzinitiative im Nationalrat Fraktionszwang liess dennoch deutliche Mehrheit dagegen stimmen Bern, 05.03.2015 / Die Debatte vom 4. März 2015 im Nationalrat hat eines deutlich gezeigt: Es gibt starke und überzeugende Voten für die Volks­ initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kinder­ garten und Primarschule», die Ende 2013 mit 110’000 gültigen ­Unterschriften eingereicht worden ist. In den Medien wurde die «Schutzini­ tiative» bereits im Vorfeld der Debatte engagiert diskutiert. Im Ratsplenum lieferten sich Pro und Kontra ­heftige Wortgefechte. Das Endergebnis von 36 Ja zu 134 Nein bei 12 Enthaltungen ist weniger ein Zeichen der ver­standes­mässigen Überzeugung der Parlamentarier, sondern des strammen Fraktionszwanges, der offenbar in allen Parteien ausser der SVP-Fraktion vor­ herrschte. Die Ausmarchung an der Urne wird allerdings ohne Fraktionszwang erfolgen. Bereits im Vorfeld der Debatte gab es zahlreiche Medienkommentare. Besonders hervorgehoben zu werden verdient das Interview im «Tages-Anzeiger» vom 4.3.2015 mit dem Kinderpsychotherapeuten Allan Guggenbühl. Dieser zweifelte am Nutzen der frühen schulischen Aufklärung. Zudem drohe bei der Prävention ein «Overkill». Er betonte: «Die Vorstellung, dass Kinder ihre Einstellung zur Sexualität dank schulischer Aufklärung markant verändern, ist naiv.» Weshalb also nicht gleich auf das mässigende sexualpädagogische Konzept der Volksinitiative einschwenken? Darauf gab es leider keine Antwort.

Starke Voten zugunsten der Schutzinitiative Insgesamt zehn Rednerinnen und Redner präsentierten eine breite Palette von eindrücklichen Argumenten zugunsten der Volksinitiative. Sebastian Frehner (SVP/BS), Co-Präsident des Initiativkomitees, brachte die Volksinitiative auf den Punkt: «Sexualkundeunterricht hat im Kindergarten nichts verloren!». Jean-Pierre Grin aus der Waadt erklärte dem Plenum auf eindrückliche Weise, weshalb die Volksinitiative keineswegs in die kantonale Schulhoheit eingreift. Grundrechte schränkten die Bildungshoheit nicht ein. Die Gegner der Volksinitiative liessen eins ums andere Mal erkennen, dass sie das Hauptanliegen der Initiative – nämlich den Schutz von 4–8-jährigen Kindern vor schamverletzendem Sexualkundeunterricht – nicht verstanden hatten. Allen voran Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der die Initiative zur Ablehnung empfahl, weil sie Kinder und Jugendliche nicht vor sexueller Gewalt, sexuell übertragbaren Krankheiten und unerwünschten Schwangerschaften schützen würde. Ob er sich da nicht im Alter der Kinder tüchtig verschätzte? Belustigend war die Mitteilung von Hans-Peter Portmann (FDP/ZH) an das Ratsplenum, Kommissionssprecherin Galladé habe beim Erziehungsdepartement Basel-Stadt eine Sexbox angefordert und keine erhalten mit der Begründung, diese sei nicht für ein solches Zielpublikum bestimmt! Ob die Basler wohl immer noch etwas zu verbergen haben? Mehrere Gegnerinnen und Gegner der Volksinitiative zollten in einem Punkt Respekt: Sie habe schon viel erreicht: Sie habe die da und dort vorkommenden Missstände bezüglich Sexualkundeunterricht aufgezeigt, den Lehrplan 21 zurückgestutzt, den Basler Sexualkundeunterricht entschärft und

Fortsetzung auf Seite 6


Eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule»

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Fortsetzung von Seite 5 dazu beigetragen, dass das Luzerner «Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule» geschlossen wurde. Sie schlossen daraus, dass die Volksinitiative nun zurückgezogen werden könne. Sie habe schon alles erreicht, was sie erreichen wollte. Weit gefehlt, argumentierte Toni Bortoluzzi (SVP/ZH), solange das BAG in seiner Strategieplanung die Einführung von obligatorischem Sexualkundeunterricht ab Kindergarten vorsehe. Argumentativ zu weit aus dem Fenster lehnt sich Yvonne Gilli (SP/SG), wenn sie meint: «Es gibt sexuelle Grundrechte, die zu schützen unser aller Aufgabe ist», und damit die Forderung nach obligatorischem Sexualkundeunterricht ab Kindergarten verknüpft. Genau diese Grundrechte gibt es weder im geschriebenen noch im ungeschriebenen Bundesverfassungsrecht. Es ist vielmehr Ausdruck der «Déformation professionnelle» einer Nationalrätin, die gleichzeitig Präsidentin der Interessengruppe «Sexuelle Gesundheit Schweiz» ist. Oder hat sie Prävention als Marktlücke entdeckt und will sie zu einem Geschäftsmodell entwickeln? (vgl. dazu Aussage von Allan Guggenbühl im Tages-Anzeiger).

Hände weg von unseren Kindern! «Präventionsunterricht im Kindergarten ohne sexuelle Inhalte schütze nicht vor Kindsmissbrauch», meinten einige Gegner der Initiative, so zum Beispiel Bea Heim (SP/SO). Dadurch spiele die Initiative Pädophilen in die Hände. «Falsch!», sagten die Befürworter und verwiesen auf Fachleute, u.a. Prof. Remo Largo. Auch Allan Guggenbühl meinte im Interview: «Wenn ­ inder direkt angesprochen werden, reagieren sie mit K Scham». Das bestätigt auch die bekannte deutsche Traumatherapeutin und Diplom-Psychologin Tabea Freitag aus ­Hannover: «Wenn ein Lehrplan genau definierte Ziele für Sexualkundeunterricht ab Kindergarten (ab 4 J.) vorgibt, dann ist die Gefahr gross, dass die Lehrperson mit ihrer ­Antwort deutlich über die Frage des Kindes hinausgeht. Viele Kinder können die Antwort nicht mehr einordnen und bleiben verwirrt zurück. Schamgefühle und Grenzen der Kinder ­werden verletzt und begünstigen dadurch letztlich sexuellen Missbrauch.»

: f u r f u a n e Spend Die Volksinitiative ist ganz auf Ihre ­Unter­stützung angewiesen. Bitte helfen Sie mit, die Kosten zu tragen. Unser Tipp: Lieber regelmässig eine kleine Spende als ein Mal eine grössere. Vielen herzlichen Dank! Konto: PC 70–80 80 80–1 Impressum: Schutzinitiative aktuell erscheint 4-mal jährlich / Abo: CHF 10.–, für Gönner/-innen im Beitrag enthalten / Herausgeber und Redaktion: Überparteiliches Komitee «Schutz vor ­S exualisierung in Kindergarten und Primarschule», Postfach, 4142 Münchenstein, Tel. 061 702 01 00, Fax 061 702 01 04, info@schutzinitiative.ch, www.schutzinitiative.ch, Postkonto: 70-80 80 80-1 / © Initiativkomitee / Bilder: S. 1: zVg.; S. 2, 3, 4: www.parlament.ch; S. 3: Lukas Lehmann, Keystone / Gestaltung: GOAL AG für Werbung und Public Relations, 8600 Dübendorf / Druck: Engelberger Druck AG, 6370 Stans.


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