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Die singende Kita

Page 1

Alexandra Ziegler

Die singende Kita Das Praxisbuch

ED 22117 www.schott-music.com www.schott-musikpaedagogik.de Mainz • London • Berlin • Madrid • New York • Paris • Prague • Tokyo • Toronto © 2015 SCHOTT MUSIC GmbH & Co. KG, Mainz · Printed in Germany


Zeichenerklärung

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.................................................................................................... für keinere Kinder

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.................................................................................................... für größere Kinder

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Nr. 1 • Lied Nr. 2 • Playback

Nr. 3 • PDF Nr. 4 • Video

........................................ Lieder, Playbacks, PDFs, Videos

Impressum: Bestellnummer: ED 22117 ISBN 978-3-7957-4457-1 ISMN 979-0-001-15712-4 Illustrationen: Maren Blaschke Layout und Satz: Martha Hammerschreck Umschlagfotos: Fh Photo/Shutterstock.com; YanLev/Shutterstock.com Redaktion: Thomas Sporer © 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz Printed in Germany • BSS 56699 www.schott-music.com www.schott-musikpaedagogik.de

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Kapitelübersicht

Lieder und Spiele für jeden Tag Mit der Stimme fängt es an ............................................................................................................... 10 Die Stimme trainieren .......................................................................................................................... 15 Gelegenheiten erkennen ................................................................................................................... 24 Sicherheit und Geborgenheit vermitteln ..................................................................................... 36 Beziehungen stärken ............................................................................................................................ 45 Auf Qualität achten .............................................................................................................................. 54 Sprachentwicklung fördern ............................................................................................................... 61 In Bewegung bringen .......................................................................................................................... 85 Mit Instrumenten begleiten ............................................................................................................. 111

Abzählreime und Fingerverse für zwischendurch Abzählreime .......................................................................................................................................... 148 Fingerverse ........................................................................................................................................... 152 Rückenzeichnungen .......................................................................................................................... 163 Fußverse ................................................................................................................................................. 167

Projekte und Musicals für besondere Anlässe Projekte .................................................................................................................................................. 174 Musikalischer Adventskalender .................................................................................................... 184 Musicals .................................................................................................................................................. 192

5


Inhaltsverzeichnis

Vorwort......................................................................................... 8

Lieder und Spiele für jeden Tag Mit der Stimme fängt es an ............................................10 Einfach singen .........................................................................10 Jede Stimme ist einzigartig ................................................ 11 Der Vergleich mit anderen .................................................. 11 Werden Sie aktiv ..................................................................... 11 Der Anfangston .......................................................................13 Die gute Singlage ...................................................................14

Die Stimme trainieren .......................................................15

• Ich bin ein Musikante ............................................................16 • Dieser Kuckuck, der mich neckt ........................................18 • Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald ..........................20 • Sultans Schlummerlied ........................................................22 Gelegenheiten erkennen ................................................24

• • Eine kleine Blume (für kleinere Kinder) ..........................28 • Eine kleine Blume (für größere Kinder) ..........................30 • Herbstblätter ............................................................................32 • Wind, Wind, sause (Kanon) ..................................................34 Wenn der Schnee zerrinnt ..................................................26

Sicherheit und Geborgenheit vermitteln .............36

Tanzen in der Kita ................................................................ 106

Der freie Tanz .........................................................................107 Der regelhafte Tanz ............................................................ 108 Der Regeltanz ....................................................................... 109

• Hej, hello, bonjour (Kanon) .............................................. 110

Mit Instrumenten begleiten ........................................111 Alltagsgeräusche hören .................................................... 112

• Laurentia, liebe Laurentia mein ........................................ 37 • Die fröhliche Woche ..............................................................40 • Alle Mäuse singen ihre Lieder ............................................42

Die Hörbrille ...........................................................................115

Beziehungen stärken .........................................................45

Dirigierspiel ........................................................................... 118

Schwalbenflug ........................................................................46

Klänge beschreiben ............................................................ 119

• • Mama ist die beste – zum Muttertag ..............................48 • Komm, lieber Schatz – zum Vatertag ..............................50 • Sitzt ein Frosch in seinem Reich ........................................52 Auf Qualität achten .............................................................54

• • Im Keller ist es duster (für kleinere Kinder) ................... 57 • Im Keller ist es duster (für größere Kinder) ...................59 O, wie ist es kalt geworden .................................................55

Sprachentwicklung fördern .......................................... 61

• Wir flechten einen Zopf .......................................................63 • Wenn der Pott aber nun ’n Loch hat ................................66 • Das Ticki-Tacki-Tucki-Häuschen .........................................68 • Mi-Ma-Mäusespeck ............................................................... 71

6

• Regenlied ..................................................................................74 • Fliege, kleiner Luftballon ..................................................... 77 • Pferdchen, lauf! .......................................................................80 • Eine kleine Spinne ..................................................................83 In Bewegung bringen ........................................................85 • So reiten wir (für kleinere Kinder) ..................................... 87 • So reiten wir (für größere Kinder) .....................................89 • Meine Mühle geht nicht ...................................................... 91 • Der lustige Springer ..............................................................93 • Schläft der Brummbär ..........................................................95 • Adam hatte sieben Söhne ................................................... 97 • Die blaue Hexe Tintenfleck .................................................99 • Dreh dich, kleiner Kreisel .................................................. 102 • Kreisellied .............................................................................. 104

Hören und verstehen ......................................................... 113 Perkussionsinstrumente ................................................... 116 Instrumente sortieren .........................................................117

• Bleib ein Weilchen unterstehn ........................................ 120 Hausmusik ............................................................................. 122 • Im Kirchturm ......................................................................... 123 • Bären-Bigband ..................................................................... 126 Klanggeschichte .................................................................. 129

Begleiten mit Stabspielen .................................................131 Vom Spiel zum bewussten Handeln ............................. 133 Schlägelhaltung und Spieltechnik ................................ 134

• Das Froschkonzert (Kanon) .............................................. 136 • Auf der Eisenbahn ............................................................... 138 Pentatonik .............................................................................. 140 • Backe, backe Kuchen ...........................................................141 • Laternenlied mit Trommel ............................................... 143


Inhaltsverzeichnis

Abzählreime und Fingerverse für zwischendurch

Projekte und Musicals für besondere Anlässe

Abzählreime ......................................................................... 148

Projekte ................................................................................... 174

• • Eine kleine Mickey Mouse ................................................ 149 • Vier und drei und zwei und eins .................................... 150 • Hundertfünfundzwanzig Dohlen ...................................151 Ene, mene, miste ................................................................. 149

Fingerverse ........................................................................... 152

• • Der Mond ist rund ............................................................... 154 • Sonnengesicht ......................................................................155 • Das Weglein ........................................................................... 156 • Zwei Zappelmänner ............................................................157 • Auf Hasenjagd ...................................................................... 158 • Schweinchen Fett und Schweinchen Dick ................. 159 • Wenn der Schnee zerrinnt ............................................... 160 • Zehn Luftballons aus der Mongolei ..............................161 • Itze Ditze ................................................................................. 162 Finger Hups und Nase Stups ........................................... 153

• In meinem kleinen Kinderbett ....................................... 176 • Trippeltrippel tropf, wo ist die Sonne? ........................ 179 • Frosch im Gras ...................................................................... 182 Musikalischer Adventskalender .............................. 184

• Zünde ein Lichtlein an ........................................................187 • Unser Licht ist hell (für kleinere Kinder) ...................... 190 Musicals ................................................................................... 192 Die Käfermama (für kleinere Kinder) ............................ 193

• Wind, Wind, sause ............................................................... 164 • Die Zirkelschnecke ...............................................................165 • Brot schneiden ..................................................................... 166

• Käferlein, schlaft nicht ein .................................................195 • So ein Glück............................................................................ 196 Die Bienenkönigin ...............................................................197 • Einleitung ............................................................................... 200 • Das Leben ist ein Karussell ............................................... 202 • Ameisenlied .......................................................................... 204 • Tanz der Enten ...................................................................... 206 • Bienenlied .............................................................................. 208 • Lied des Dummlings ...........................................................211 • Wir sorgten uns .................................................................... 213 • Zum Schluss .......................................................................... 214

Fußverse ..................................................................................167

Anhang .....................................................................................215

Rückenzeichnungen ........................................................ 163

• Eine kleine Erbse .................................................................. 168 • Schuster, Schuster, eins, zwei, drei ................................ 169 • Pinke puh ............................................................................... 170 • Der Captain auf dem Mast ................................................171

Gitarrengriffe ........................................................................ 216 Transponieranleitung ........................................................ 218 Quintenzirkel ........................................................................ 219 Lieder ....................................................................................... 220 Fingerspiele, Fußverse und Rückenzeichnungen .....221 Musikangebote und Verse für kleinere Kinder ..........221 Alphabetisches Register ................................................... 222 CD-Verzeichnis...................................................................... 224

Legende

• Lieder  •  Spiele und Verse  •  Lieder und Musicals

7


Lieder und Spiele für jeden Tag

8

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NB 2.2 Eine kleine Blume

Eine kleine Blume # & # 42 # & #

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„Wach auf!“

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Melodie und Text: Alexandra Ziegler © 2011 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

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Chiffontücher in verschiedenen Farben ein Glockenspiel mit den Tönen: D-E-Fis-A-H

Die Erzieherin versammelt die Kinder um sich. Sie entwickelt mit ihnen ein Gespräch über die verschiedenen Frühlingsblumen wie Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen und Hyazinthen. Alle diese Blumen kommen nicht aus einem kleinen Samen, sondern aus einer Zwiebel hervor. Die Kinder dürfen sich ein Chiffontuch ihrer Wahl aussuchen und es in den Händen so klein knüllen, dass es von außen nicht mehr zu sehen ist. Dann kauern sich die Kinder in einem Kreis eng zusammen, die Hände mit den Tüchern unter dem Körper versteckt. Die Erzieherin singt das Lied „Eine kleine Blume“, danach strecken sich alle gemeinsam in die Höhe und lassen das Chiffontuch wie eine „Blüte“ aus den Händen hervorquellen. Kinder, wenn wir im Frühling schöne Blumen haben wollen, dann müssen wir im Herbst ein paar Blumenzwiebeln einpflanzen!

Die Erzieherin steht auf, nimmt einen imaginären Spaten und fängt an, ein kleines Loch zu graben. Dann nimmt sie ein Kind bei der Hand:

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Gelegenheiten erkennen

So, das schaut mir doch nach einer vielversprechenden Tulpenzwiebel aus, die will ich mal hier einsetzen.

Sie „pflanzt“ noch weitere Kinder als Blumenzwiebeln ein. Dann geht die Erzieherin erzählend durch die kauernde Kindergruppe: Die Blumenzwiebeln schlafen ein, denn es ist Herbst und es regnet viel.

Sie „klimpert“ mit ihren Fingerspitzen über die Rücken der Kinder. Die Blumenzwiebeln hören nicht, wie Sankt Martin auf seinem Pferd durch die Stadt reitet.

Sie galoppiert mit den patschenden Händen auf ihren Oberschenkeln. Sie hören nicht wie der Nikolaus mit dem Knecht Rupprecht von Haus zu Haus geht.

Sie stampft beim Gehen fest auf. Sie verschlafen sogar die Silvesterkracher.

Sie imitiert die abgefeuerten Raketen und ruft „Prost Neujahr!“ Und auch den Fasching oder den Karneval verschlafen sie.

Sie geht rhythmisch durch den Raum und singt: „Hier fliegen gleich, die Löcher aus dem Käse, denn nun geht sie los, unser Polonaise!“ Erst als der Osterhase übers Feld hoppelt (die Erzieherin imitiert das), und der Schnee schmilzt, wachen die Blumenzwiebeln langsam auf, denn ein sanfter Regenguss kitzelt sie.

Sie klimpert wieder mit ihren Fingerspitzen über die Rücken der Kinder. Und die Sonne scheint nun immer wärmer.

Sie streicht mit beiden Händen wärmend über die Rücken der Kinder. Und schließlich ruft die Sonne den Kindern zu:

Die Erzieherin singt das Lied „Eine kleine Blume“ und spielt dazu auf dem Glockenspiel. Die Kinder strecken sich nun langsam in die Höhe und entfalten ihre „Blütenpracht“.

Q

D

Das Glockenspiel ist pentatonisch gestimmt, das bedeutet, es sind nur noch fünf statt der sieben Töne der Tonleiter vorhanden (penta = fünf ). Egal was Sie spielen, es wird niemals falsch klingen. Der Anfangston des Liedes ist das D.

Spielen Sie das Spiel als Partnerübung. Ein Kind ist der Gärtner, das andere ist die Blumenzwiebel. Wecken Sie die Blumen einzeln auf, indem Sie nach dem Lied mit dem Glockenspiel nahe bei einem kauernden Kind spielen. Pflanzen Sie gemeinsam eine Hyazinthenzwiebel ein. Am besten im November/Dezember oder als Adventsritual. Dazu wird die Zwiebel zu einem Drittel in die Blumenerde des Topfes eingegraben und bekommt ein kleines Hütchen aus Papier aufgesetzt, das die Zwiebel vor Licht schützt. Auf der warmen Fensterbank gedeihen die Blumenzwiebeln nun relativ schnell, wenn sie regelmäßig gegossen werden. Nach einer Woche wird das Hütchen abgenommen. Zur Weihnacht blüht dann die Hyazinthe und verströmt einen herrlichen Duft in der Kita.

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Lieder und Spiele für jeden Tag

9

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NB 2.3 Herbstblätter fallen 1 Herbstblätter

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Nr. 9 Lied Nr. 10 Playback

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Melodie und Text: Alexandra Ziegler © 2011 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

Weitere Strophen: Herbstblätter, Herbstblätter, fallen auf die Nase, die Hände, den Kopf, ...

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32

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bunte Herbstblätter, für jedes Kind mindestens eines Chiffontücher in Gruppenstärke ein Glockenspiel mit den Tönen D-E-Fis-A-H, ohne die Töne C und G

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Schul - tern, D

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Gelegenheiten erkennen

Die Erzieherin schüttet einen Haufen gesammelte Herbstblätter auf den Boden und lockt so die Kinder herbei, die neugierig geworden sind. Die Blätter werden nun auf dem Boden ausgebreitet und dann gemeinsam betrachtet, betastet und beschnuppert.

Q

Als nächstes werden Sie singen. Holen Sie sich vorher den Anfangston A vom Lied „Herbstblätter“.

Die Erzieherin steht auf, nimmt ein Herbstblatt in die Hand und lässt es zu Boden fallen. Dazu singt sie die zweite Hälfte des Liedes: Herbstblätter, Herbstblätter fallen auf den Boden.

Die Kinder dürfen nun auch ein Blatt nehmen und das Spiel mitspielen. Dann werden alle Blätter wieder auf einen Haufen gelegt. Die Erzieherin steht auf und singt den ersten Liedteil vor. Dabei zeichnet sie die fallenden Blätter mit den Händen nach. Sie sucht sich immer andere Körperteile aus, auf denen die Blätter zunächst zu liegen kommen: Schultern, Kopf, Nase, Knie und fragt auch die Kinder um eigene Ideen.

Q

Wie Sie an der Melodie hören und spüren, ist das Lied nach dem ersten Teil noch nicht zu Ende, denn die Melodie geht nach oben! Halten Sie mit den Kindern inne, rufen sie: Da kommt Wind auf und pustet das Blatt von der Schulter oder dem Kopf runter.

Singen Sie dann den zweiten, schon bekannten Liedteil. Das Lied ist spürbar zu Ende, denn die Melodie ging nach unten. Sie berühren nun auch den Boden und spüren dabei die Kraft des Grundtons! Zwischen den Strophen nimmt die Erzieherin das Glockenspiel in die Hand und spielt eine lustige Melodie, zu der die Kinder wie Herbstblätter im Wind herumwirbeln dürfen. Wegen der pentatonischen Töne klingt jede frei improvisierte Melodie! Zum Schluss nimmt die Erzieherin eine Menge Chiffontücher jeweils an einer Ecke und formt damit einen großen, weichen Besen. Sie kehrt alle „Blätter“ auf einen Haufen, wo sich die Kinder dann ausruhen dürfen.

Q

D

Das Herumkullern, sich Drehen und Rollen ist eine äußerst wertvolle Übung für den Gleichgewichtssinn der Kinder und entwickelt ihr Gehirn weiter!

Sie können den Kindern auch Chiffontücher in die Hand geben und sie tanzen lassen. Dazu brauchen Sie eine Musik, die abwechselnd langsam (Die Tücher werden langsam, wie fallende Blätter von oben nach unten geführt.) und dann schnell ist. (Der Wind kommt auf, die Kinder dürfen mit wehenden Tüchern durch den Raum wirbeln.) Tanzen Sie mit Krippenkindern nicht länger als zwei Minuten, weil sie schnell ermüden.

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Lieder und Spiele für jeden Tag

Sicherheit und Geborgenheit vermitteln Wenn Kinder ganz neu in die Einrichtung kommen, müssen sie sich erst eingewöhnen. Sie müssen sich in den neuen Räumen zurechtfinden, sie müssen lernen, wo ihr Platz an der Garderobe ist, wo im Waschraum ihre Zahnbürsten stehen, wo ihre Handtücher hängen und noch vieles mehr. Auch an den besonderen Tagesablauf in der Kita müssen sich die Kinder erst gewöhnen. Kleine Lieder können diesen Prozess sehr gut unterstützen und strukturieren. Sie werden in vielen Einrichtungen schon seit Jahren als Hilfe benutzt. So gibt es Kitas, die ihren kompletten Tagesablauf mit Liedern strukturiert haben. Es gibt morgens das Begrüßungslied im Stuhlkreis, das Lied zum Ende des Stuhlkreises, das Lied vom Händewaschen, wenn die Kinder vom Spielen kommen und sich an den Esstisch setzen, ein Lied als Tischgebet vor dem Essen, ein Lied für die Mittagsruhe, ein Lied zum Spazierengehen und schließlich ein Lied vor dem Nachhausegehen. Vielen Kindern, aber auch vielen Erwachsenen, können solche rituellen Strukturen Sicherheit vermitteln. Die Kinder wissen genau, was sie zu tun haben, und obwohl sie die Uhr noch nicht lesen können, verstehen sie, dass die Tage in der Einrichtung einem Ablauf zu Grunde liegen, der eine bestimmte Regelmäßigkeit enthält, auf die stets Verlass ist. Die Lieder Gliedern den Tag und vermitteln den Kindern auf diese Art eine Struktur, an der sie sich orientieren können. Lieder, die auf diese Weise täglich wiederholt werden, prägen sich den Kindern besser ein. Selbst Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, können diese Lieder schon bald mitsingen. Die Worte und Inhalte werden also täglich geübt und nach und nach erschlossen. Das gemeinsame Singen gibt dem einzelnen Kind das Gefühl, einer Gruppe anzugehören. Es ist eine zutiefst menschliche Sehnsucht, einer Gruppe – sei es der Familie oder einer anderen Gemeinschaft – anzugehören. Als soziale Wesen wollen wir nicht alleine auf der Welt sein, sondern brauchen den Austausch mit anderen Menschen. Es gibt viele Lieder, die genau zu dieser Situation gehören und die im Leben eines Menschen einen ganz besonderen Platz haben. Man denke nur an die schönen Stunden am Lagerfeuer und die Lieder, die zur mitgebrachten Gitarre geschmettert wurden. Die Glücksgefühle, die in solchen Momenten entstehen, vermögen es, dem Menschen einen Lebenssinn zu geben. Im Kindergarten können die Begrüßungs- und Abschiedslieder eine solche Funktion übernehmen, aber auch die Lieder, die einfach so zwischendurch gesungen werden, Sie machen einfach Spaß oder sie bereiten uns das Glücksgefühl, das entsteht, wenn alle Gruppenmitglieder das Gleiche zur gleichen Zeit tun.

Q

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Gibt es in Ihrer Kita auch Lieder, die den Tag strukturieren? Sprechen Sie im Team darüber und sammeln Sie solche kleinen Schätze. Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie kleine Übergänge, zum Beispiel nach dem Spielen im Garten nach drinnen zu gehen, musikalisch gestalten können – beispielsweise mit einem Lied vom Händewaschen.


Sicherheit und Geborgenheit vermitteln

•

11

Laurentia, liebe Laurentia mein NB 3.1 Laurentia

1

Nr. 13

Lied

Refrain

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Lau - ren - tia, lie - be Lau - ren - tia mein, wann wer -den wir wie - der zu - sam - men sein? Strophen

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Melodie und Text: überliefert

2. Am Dienstag. Ach wenn es doch endlich schon Montag, Dienstag wär, und ich ... 3. Am Mittwoch. Ach wenn es doch endlich schon Montag, Dienstag, Mittwoch wär, und ich ... * usw., bei jeder Strophe einen weiteren Wochentag einfügen.

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•

einen Raum, der groß genug für einen Kinderkreis ist

37


Lieder und Spiele für jeden Tag

Die Erzieherin sitzt mir ihren Kindern im Morgenkreis. Kinder, welchen Tag haben wir heute?

Die Kinder raten oder wissen es. Genau, es ist Dienstag. Jeder Tag in der Woche hat einen eigenen Namen. Wer kennt alle Tage der Woche?

Gemeinsam werden die Wochentage aufgezählt und in eine Reihenfolge gebracht. Heute ist Dienstag. Und stellt euch vor, Kinder, erst am Donnerstag kann ich wieder meine Freundin, Laurentia treffen. Vorher hat sie keine Zeit für mich. Ist Donnerstag denn schon morgen?

Die Kinder überlegen. Nein, erst übermorgen, stimmt’s? Noch zwei Mal schlafen, dann ist Donnerstag.

Q

Für Kinder ist es schwer, Zeiteinheiten abzuschätzen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Zeit in Aktionen messbar zu machen. Sehr üblich ist die Einteilung der Tage in Schlafeinheiten. Minuten kann man in Liedern beschreiben, zum Beispiel dreimal „Alle meine Entchen“ singen, dauert etwa eine Minute.

Die Erzieherin singt das Lied mit der Strophe:

Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? – Am Donnerstag! Ach, wenn es doch nur wieder Donnerstag wär und ich bei meiner Laurentia wär, Laurentia wär! Die Erzieherin singt den Anfangsteil mehrmals vor und die Kinder versuchen, ihn mitzusingen. Ich möchte mit euch das ganze Lied singen. Das ist gar nicht so leicht, denn wir müssen gleich immer alle Tage aufzählen, die schon dran waren, passt mal auf!

Alle Kinder und die Erzieherin stellen sich miteinander im Kreis auf. Die Erzieherin singt mit den Kindern das ganze Lied und führt dazu entsprechende Bewegungen aus:

38

Laurentia, liebe Laurentia mein, wann werden wir wieder beisammen sein?

Stehend hin- und herschunkeln, die Hände sind in die Seiten gestützt.

Am Montag!

In die Hocke gehen und wieder aufstehen.

Ach, wenn es doch endlich schon Montag wär,

Bei „Montag“ in die Hocke gehen und wieder aufstehen.

Und ich bei meiner Laurentia wär, Laurentia!

Stehend hin- und herschunkeln, die Hände sind in die Seiten gestützt.


Sicherheit und Geborgenheit vermitteln

Die Bewegungen für die Wochentage:

Q

D

Dienstag

einmal in die Hände klatschen

Mittwoch

die Arme in die Luft recken

Donnerstag

die Arme wir ein Pharao vor der Brust überkreuzen

Freitag

einmal auf die Schenkel patschen

Samstag

die Fäuste vor der Brust rollen

Sonntag

die Hände wie zum Gebet aneinander legen

Es kann kleineren Kindern schwer fallen, die unterschiedlichen Bewegungen für die Wochentage auszuführen. In dem Fall können Sie auch einfach bei der Kniebeuge bleiben.

Das Spiel macht Spaß, wenn es am Schluss bei der Aufzählung aller Wochentage immer schneller gesungen wird. Entwerfen Sie mit den Kindern verschiedene Bilder für die Tage der Woche und hängen Sie sie in der richtigen Reihenfolge an die Wand. Vielleicht gibt es regelmäßige Aktionen, die an den Wochentagen stattfinden. Diese können mit einem bestimmten Symbol versehen werden. Singen Sie das Lied rückwärts, von Sonntag bis Montag!

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Lieder und Spiele für jeden Tag

•

12

NB Die fröhliche Woche Die3.2 fröhliche Woche

# & # 42

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Nr. 14 Nr. 15

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frisch und froh,

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aus - zu - ruh’n,

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Lied Playback

Don - ners - tag darf A7

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auf mich war - ten,

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e - ben - so!

Melodie: aus Schweden; Text: Alexandra Ziegler © 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

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•

eine große Decke

Auch das Nichtstun will gelernt sein. In diesem Liedchen geht es nicht um Leistung, sondern um den Müßiggang.

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Sicherheit und Geborgenheit vermitteln

Die Erzieherin hat eine Decke hervorgeholt und bittet ein paar Kinder, die gerade dazu aufgelegt sind, es sich auf ihr bequem zu machen. Ach, hier ist es schön! So faul zu sein und sich auszuruhen, das kann mal richtig gut tun. Wann seid ihr den zum letzten Mal so richtig faul gewesen?

Die Kinder berichten nun, was für sie zum Faulsein gehört. Es kann sehr interessant sein zu erfahren, wie die Kinder das Faulsein bewerten. Es sind Wertungen, die sie aus ihrer Umgebung übernommen haben. Allein das Wort „faul“ hat oft einen sehr negativen Beigeschmack. Vielleicht lassen sich noch andere Worte für „faul“ finden, die positiver sind. Ich kenne ein lustiges Lied von einem, der richtig faul ist, der das aber auch genießen kann. Hört mal zu und erzählt mir dann, was der alles so gemacht hat.

Die Erzieherin singt das Lied zweimal vor. Danach berichten die Kinder, was sie alles verstanden haben und was der Besungene in seiner „fröhlichen Woche“ alles getan hat. Und was glaubt ihr, wie fühlt sich der? Geht es dem schlecht oder gut? Wie würde es euch nach so einer Woche gehen?

Q

Kinder müssen erst noch lernen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Stellen Sie deshalb bewusst die Frage: „Wie würde es euch gehen?“, um dieses Sichhineinversetzen zu üben.

Ich möchte das Lied jetzt mit euch zusammen singen!

Die Erzieherin singt nun die einzelnen Tage vor und macht dazu die Bewegungen:

D

Montags hab ich nichts zu tun, nichts zu tun, nichts zu tun,

mit dem ausgestreckten Zeigefinger mehrmals ein „Nein“ anzeigen

Dienstags Zeit, mich auszuruhn, auszuruhn, auszuruhn.

die Hände hinter dem Kopf verschränken und entspannt dreinschauen

Mittwochs geh ich raus in den Garten,

die Arme schwenken, wie beim Wandern

Donnerstag darf auf mich warten,

abfällig die Hand von sich werfen

Freitags bin ich frisch und froh,

Arme jubelnd in die Höhe recken

Samstag und Sonntag ebenso!

beide Hände bestimmt in die Hüften stemmen

Es kann Spaß machen, das Lied ganz „faul“ im Liegen zu singen, beim Schaukeln oder in der Hängematte … Sprechen Sie mit den Kindern noch intensiver darüber, was Faulsein bedeutet, was Müßiggang bedeutet, wie man mit seiner Zeit mehr oder weniger sinnvoll umgehen kann. Bitten Sie die Kinder, ein Bild von einem ganz „faulen“ Tag zu malen und sprechen Sie gemeinsam über die Ergebnisse.

41


Rückenzeichnungen

Rückenzeichnungen Eine besonders intensive Erfahrung machen Kinder, wenn sie das, was auf ihren Körper gezeichnet wird, nicht sehen. Der Rücken ist von sehr viel weniger Nerven durchzogen, als die Hände und Füße und deshalb für Berührungen nicht besonders empfindlich. Es ist deshalb eine große Leistung, die Bewegungsrichtungen der auf den Rücken gezeichneten Striche und Linien vor dem inneren Auge mitzuverfolgen. Die hohe Konzentrationsleistung der Kinder und das „Aushalten müssen“ der Spannung entlädt sich meist gegen Ende der Rückenzeichnung, wenn das Kind schließlich doch gekitzelt wird. Danach sollte noch ein ruhiger Abschluss des Reimes folgen, damit die Kinder nicht überdrehen.

Q

Rückenzeichnungen fordern großes Vertrauen. Kitzeln Sie das Kind niemals unvermittelt und erschrecken Sie es nicht. Legen Sie beim Erklären, was Sie vorhaben, schon mal eine Hand sanft auf den Rücken des Kindes und nehmen Sie Kontakt auf.

163


Abzählreime und Fingerverse für zwischendurch

•

Wind, Wind, sause Wind, Wind, sause,

mit flachen Händen kreuz und quer über den Rücken wischen

durch die Bäume brause!

von unten nach oben über den Rücken streichen, bis in die Haare

Zupfe alle Blätter ab,

im Wortrhythmus die Fingerspitzen aufsetzen und nach links und rechts wegwischen

bis kein Baum mehr Blätter hat.

wie eben, nur auf jede Silbe, also doppelt so schnell

Doch hat einer Nadeln an,

beide Zeigefingerspitzen am oberen Rücken ansetzen und nach unten einen Tannenbaum zeichnen (Zickzacklinie)

die lass dran!

drei Mal die Handflächen beruhigend auflegen

Text: Paula Dehmel (1862-1918); Anleitung: Alexandra Ziegler © 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

Q

164

Diese Rückenzeichnung passt zum Lied „Wind, Wind, sause“ auf Seite 34. Rückenspiele kann man auch schon mit kleinen Kindern als Partnerübung durchführen. Dabei sollte vorab jedes Kind schon mal gespürt haben, wie sich Zeichnungen auf dem eigenen Rücken anfühlen, um auch mit dem Rücken des Partners entsprechend vorsichtig umzugehen.


Rückenzeichnungen

•

Die Zirkelschnecke Das folgende Spiel von der Zirkelschnecke eignet sich als Partnerübung besonders gut: Die Zirkelschnecke kommt heraus aus ihrem runden Schneckenhaus.

von der Rückenmitte ausgehend eine immer größer werdende Spirale mit dem Zeigefinger aufzeichnen

Sie schiebt sich auf den Berg hinauf

mit dem Finger zur Schulter hochfahren

und sieht: G’rad geht die Sonne auf!

beide Handflächen wärmend auf die Schultern des Kindes legen

Oh, wie wird es nun so warm,

die Handflächen wärmen die Schultern intensiv

die Schnecke rutscht auf deinem Arm!

mit der Handfläche zu jeder Seite wärmend einen Kinderarm hinunter streichen

Sie genießt nochmal den schönen Blick

mit dem Zeigefinger mehrmals von einer Schulter auf die andere hin- und herfahren

und kriecht dann in ihr Haus zurück.

eine immer kleiner werdende Spirale in die Mitte des Kinderrückens malen, am Schluss sanft drücken, als würde man eine Tür schließen

Text: Alexandra Ziegler © 2015 Schott Music GmbH & Co. KG, Mainz

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Die singende Kita by Schott Music - Issuu