Neue Pfändungsfreigrenzen Änderung seit Juli: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lohnpfändung. Seite 2
Bilanz zur Meisterpflicht er Ton wird rauer im Land, ergibt eine Umfrage der Forsa im Auftrag der DAK: 61 Prozent der Deutschen empfinden das soziale Miteinan der im Land als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. Beleidigungen und Aggressivität hätten zugenommen, sagen jeweils 77 Prozent der 1.003 Befragten. Das betreffe das Internet ebenso wie den öffentlichen Raum. Ein Trend, den auch Martin Wels (37) kennt: Sein Betrieb in Osnabrück wirbt mit dem Slogan „Ihre freundlichen Dachdecker“. Doch das schützt das 25-köpfige Team nicht immer vor Unfreundlichkeit. „Sobald etwas nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen, wer den manche Kunden laut oder beleidigend“, sagt der Bauingenieur.
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Was brauchen Azubis? Damit die Zusammenarbeit funktioniert, braucht es vor allem Sicherheit, Feedback und Vorbilder. Seite 5
Digitaler Assistent
Foto: Reinigungsservice Blitzblank
ChatGPT 4.1 kann auch mit umfangreichen Leistungsverzeichnissen umgehen. Hilfreiche Tricks auf Seite 9
Nicht alles persönlich nehmen
Der Weg ist das Ziel
Wels und sein Team lassen sich von Aggres sionen nicht provozieren. Meist genüge es, wenn Kunden ihren Frust loswerden, um sich zu beruhigen. „Ich höre mir erst alles an und stelle dann den Sachverhalt dar.“ Genügt das nicht, tritt Wels auf die Bremse: „Manchmal muss ich einem Kunden ganz klar sagen, dass wir über alles reden können, aber bitte in einem normalen Ton.“ Wie schafft er es, in angespannten Situatio nen freundlich zu bleiben? „Freundlichkeit ist für mich eine Grundvoraussetzung im Leben, um alles Weitere zu schaffen“, sagt Wels. „Ich bin mit Herzblut Handwerker, aber in solchen Situationen ist es nur ein Job für mich.“
Nach der Walz bestens gerüstet: Zimmerin Neele Storost. Seite 15
Mit Kritik gelassen umgehen
Zeit sparen durch Software Zissis Baxewanidis setzt in seinem Reinigungsservice auf eine cloudbasierte Software-Lösung. Seite 10
Management von Fehlzeiten Überblick schaffen, Krankenzeiten vorbeugen und nebenbei das Arbeitsklima verbessern. Seite 11
Doch warum reagieren wir auf negative Kritik oft zuerst mit Ärger oder Wut? „Soziale Wesen, haben das Bedürfnis, wertgeschätzt zu wer den“, erklärt Mareen Ilgner, Trainerin bei der Kölner Agentur für Freundlichkeit. „Je stärker sich der Kritisierte mit der kritisierten Leis tung identifiziert, desto stärker wird negative Kritik als Abwertung empfunden.“ Ihre Tipps, wie Unternehmer trotzdem gelassen bleiben: Tipp 1: Abstand gewinnen und durchatmen: Der erste Impuls nach Kritik ist häufig Zurückschlagen. „Es bringt aber nichts, in
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Fotos: Martin Paplinski / www.creativcube.de | Jörg Sänger
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Die Ruhe bewahren Schlechte Stimmung nimmt zu, Kunden werden aggressiver. Wie es gelingt, in solchen Momenten ruhig zu bleiben.
Fünf Jahre seit der Wiedereinführung der Meisterpflicht – ein Fazit der Verbände. Seite 4
Meistens schafft es Firmeninhaber Martin Wels, ruhig zu bleiben. Doch wenn es drauf ankommt, zeigt er Kunden gegenüber klare Kante.
einen Kampf ums Rechthaben zu ziehen“, sagt Ilgner. „Selbst wenn Sie diesen Kampf gewinnen – Ihren Kunden haben Sie verloren.“ Besser sei es, durchzuatmen und Abstand zwi schen sich und die zu Kritik bringen. Tipp 2: Was wurde warum kritisiert? „Es hilft, sich konkrete Fragen zu stellen, um einen Schritt zurückzutreten: Was wurde genau kriti siert? Eine Handlung, ein Vorfall oder ich per sönlich?“, so Ilgner. Ebenfalls wichtig: Warum kritisiert mich diese Person? Ist wirklich etwas schief gegangen? Oder ist der Kunde ohnehin der aggressive Typ, der schnell übertreibt? „Wer aus der Situation zurücktritt, erkennt oft, was dahinter steckt“, meint die Expertin. Tipp 3: Mit Transparenz Verständnis erzeugen: Wenn Sie geklärt haben, was kritisiert wurde und warum, können Sie in Ruhe ant worten. „Begegnen Sie dem Kunden auf Augen höhe. Wenn ein Fehler passiert ist, räumen Sie ihn ein“, so Ilgner. Wenn sich der Kunde das Ergebnis Ihrer Arbeit anders vorgestellt hat, zeigen Sie Verständnis und schaffen Transpa renz. „Da hilft es, Dinge zu erklären – nicht von oben herab, sondern so, dass sich der Kunde ernst genommen fühlt.“
Klare Grenzen setzen Martin Wels kommt manchmal auch mit Freundlichkeit nicht weiter. Zum Beispiel
Foto: Privat
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bei jenem Kunden, der sich ein Jahr nach einem Auftrag über einen Schaden an seinem Reihenhaus beschwerte. „Damals war der Bedarf nicht zu erkennen, aber das hat den Kunden nicht interessiert.“ Der Auftraggeber ging sehr unter die Gürtellinie. „Da ist mir dann doch mal die Hutschnur geplatzt. Ich habe ihm gesagt, was er mit seinem Auftrag machen kann und aufgelegt.“ Über seine eigene Reaktion auf den pam pigen Anrufer habe er sich erschrocken. „Ich kenne mich so nicht, aber das ging einfach zu weit.“ Um den verlorenen Auftrag tut es ihm hingegen nicht leid.
Es bringt nichts, in einen Kampf ums Recht haben zu ziehen. Mareen Ilgner, Agentur für Freundlichkeit
Freundlichkeit vorleben Solche Erlebnisse seien die Ausnahme. Meis tens könne sein Team Konflikte selbst lösen. Das liege zum einen daran, dass sie bei Neu einstellungen darauf achten, ob jemand ins Team passt. „Wenn es menschlich nicht passt, sollte man sich lieber schnell wieder trennen, sonst schlägt sich das auf die Stim mung nieder.“ Zum anderen sei es Sache der Chefs, diese Freundlichkeit gegenüber ihrem Team vorzu leben. „Das hat auch etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun“, sagt Martin Wels. „Diesen Respekt müssen wir vorleben und weiter geben.“ JÖRG WIEBKING UND KATHARINA WOLF W
Tipps für einen erfolgreichen Ausbildungsstart Von Anfang an richtig machen: Mit Struktur, einem umfassenden Onboarding und regelmäßigen Gesprächen.
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Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Hannover
130. Jahrgang | Nr. 8 | 18. August 2025
Mit viel traditioneller Handarbeit Bootsbaumeister Andreas Krause wurde 2023 beauftragt, ein Museumsschiff im Deutschen Museum München für eine Renovierung vorzubereiten. Der Finken werder Fischewer war in den 1950erJahren in fünf Teile zersägt worden und stand nun auf einem Boden, der saniert werden musste. Das Schiff sollte dafür drei Meter angehoben werden. Krause und sein Team sollten den Ewer mit sie ben Meter langen Decksbalken verstärken und mit Stützen befestigen. Auch die Planken an der Bünn sollten erneuert werden. Dabei war traditionelle Handarbeit gefragt, denn an dem aus 1881 stammenden Exponat durfte kaum etwas verändert werden. „Vor der Maria habe ich schon mit zehn Jahren gestanden und gestaunt“, berichtet Krause. Es sei eine Ehre gewesen, an dem Schiff zu arbeiten. (JTE)
Die erste Woche in der dualen Ausbildung ist ein aufregender Schritt im Leben eines jungen Menschen. Daher ist es wich tig, dass sowohl Auszubildende als auch Ausbilder diesem Neu anfang die nötige Aufmerksam keit schenken, um eine Ausbil dung erfolgreich zu beginnen. „Wir raten unseren Betrieben den Start in die Ausbildung mit Hilfe eines Onbordingplans gut zu strukturieren“, sagt Bettina WolfMoritz von der Handwerks kammer Hannover. So erhalten die neuen jungen Mitarbeiten den grundlegende Orientierung und können sich mit den Kolle gen und den Abläufen vertraut machen. Jeder Auszubildende sollte einen festen Ansprech partner haben, an den er sich bei Fragen oder Problemen wenden
kann. „Das kann auch ein Azubi aus einem höheren Ausbildungs jahr sein“, so WolfMoritz. Neben diesen formalen Struk turelementen ist ein Einfüh rungsgespräch hilfreich, in dem Erwartungen, Ziele und eventu elle Ängste sowie die wichtigsten Regeln und Pflichten des Azubis geklärt werden. „Umfassende und regelmäßige Gespräche sind am Anfang und bleiben auch im Verlauf der Ausbildung das wich tigste Instrument, damit nichts schief läuft“, weiß Wolf-Moritz. Und sollte es doch mal nicht rund laufen, unterstützen die Ausbildungsberater der Hand werkskammer Hannover. (SEE) W Kontakt: Bettina Wolf-Moritz, Tel. 0511 3 48 59 472, Mail wolf-moritz@hwk-hannover.de