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Norddeutsches Handwerk 04/2025

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Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim

Foto: pixelliebe - Fotolia.com

130. Jahrgang | Nr. 4 | 14. April 2025

Ein paar gefälschte Ein-Stern-Rezensionen genügten, um die GoogleBewertung von Hannes Liebenow herunterzuziehen. So hat sich der Handwerker dagegen gewehrt.

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Hoffnung trotz Krise

n einem Abend Anfang Februar piepte das Handy von Hannes Liebenow im Minutentakt: „Da kam plötzlich eine schlechte Google-Bewertung nach der anderen“, berichtet der Geschäftsführer der L&S Autowerkstatt in Oldenburg. Gute Google-Bewertungen sind für seinen Betrieb wichtig – und die hatte Liebenow bis dahin auch: 4,7 Sterne waren es bis zu diesem Abend. Dann sank der Wert innerhalb weniger Minuten auf 4,4 Sterne. Der Grund: sechs neue Bewertungen mit jeweils nur einem von fünf Sternen. Dazu immer ein bis zwei Sätze wie „Leider sehr unzufrieden“, „Schlechter Service“ oder „Leider wenig Kompetenz in der Beratung ziehen ein über den Tisch. Hätte auch weniger als ein Stern gegeben wenn das möglich wäre“ (Rechtschreibfehler wurden übernommen). „Ich habe richtig Panik bekommen“, erinnert sich der Handwerker. „Ich ärgere mich schon über eine schlechte Bewertung und versuche, auf solche Kunden einzugehen.“ Das war diesmal jedoch nicht möglich. Denn anders als in früheren Fällen konnte Liebenow diese Bewertungen keinem Kunden in seiner Datenbank zuordnen.

Foto: Jörg Wiebking

Fake-Bewertungen gelöscht

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Foto: Franz Fender

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Liebenow hat eine Vermutung, wer dahintersteckt: „Ich erhalte regelmäßig Anrufe von irgendwelchen Firmen, die mir die Löschung schlechter GoogleBewertungen anbieten“, berichtet der Handwerker. Meistens habe er solche Anrufer schnell abgewimmelt, doch Anfang Februar sei er bei einem besonders hartnäckigen Anrufer „richtig sauer“ geworden und habe ihm die Meinung gesagt. Ein paar Tage später habe er die schlechten Bewertungen erhalten – und kurz danach den nächsten Anruf eines solchen Anbieters. „Vielleicht waren die Fake-Rezensionen ein Versuch, mich unter Druck zu setzen“, vermutet Liebenow. Diesem letzten Anrufer habe er mit einer Strafanzeige gedroht, berichtet der Unternehmer. Auch die falschen Bewertungen hat er online mit einem Hinweis auf die Staatsanwaltschaft beantwortet. Seitdem sei Schluss mit schlechten Fake-Bewertungen gewesen.

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„Vielleicht waren die Fake-Rezensionen ein Versuch, mich unter Druck zu setzen“, vermutet Hannes Liebenow.

Google löscht Fake-Bewertungen Gleichzeitig meldete Liebenow die falschen Bewertungen bei Google und forderte deren Löschung. Rund vier Wochen musste sich der Unternehmer gedulden – dann entfernte Google diese Bewertungen aus seinem Online-Profil und verschaffte ihm so wieder die 4,7 Sterne. Deutlich schneller reagierten einige von Liebenows Kunden: Als sie von dem Problem erfuhren, konterten sie auf Google mit ihren eigenen Erfahrungen. „Bin seit Jahren Kunde bei LuS, sehr netter Service, kompetent und auch mit durchdachten Lösungen. Preislich korrekt“, schreibt einer. Ein anderer kommentiert: „Ich habe meinen Anhänger kaputt gemacht, musste ihn in diese Werkstatt bringen und war anschließend sehr begeistert, weil sie ihn in kürzester Zeit repariert haben, sodass ich ihn für die Baustelle weiter nutzen konnte.“ Insgesamt 18 neue Bewertungen mit viel Lob und jeweils fünf Sternen kamen so zusammen. Über die Solidarität seiner Kunden habe er sich „sehr gefreut“, sagt Liebenow. Und natürlich auch darüber, dass die Fake-Bewertungen dadurch schnell in den Hintergrund gerückt sind.

Tipps vom Anwalt Nicht immer geht der Stress mit falschen Google-Bewertungen so glimpflich aus. Doch

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Leichtigkeit durch 3D-Druckverfahren Foto: Resch. Manufaktur Sehen

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„Nikola“ heißt dieses BrillenModell, das Peter Resch hier im Produktionsprozess zeigt. In Lüneburg entwirft der Augenoptikermeister alle Gestelle selbst. Grundlage dafür bilden die Daten seiner Programmierung. Die Umsetzung erfolgt in seinem 3D-Drucker. Danach werden die Brillen in Form und Farbe je nach Kundenwunsch vollendet. „Dieses Gestell besteht aus einer Mischung aus Nylon und Carbon“, sagt der Inhaber von Resch. Manufaktur Sehen. Das Druckverfahren und die Leichtigkeit des Materials machen diese Brillen aus. Wichtig sei ihm auch, dass nur das Material genutzt wird, das man wirklich braucht. „Bei anderen Verfahren entsteht durchs Ausfräsen aus dem vollen Material viel Restmüll. Beim 3D-Druckverfahren wird die Brillenfassung sozusagen mittels Lasertechnik in ein Pulverbett gedruckt. Die Brille wird dann aus dem Pulverbett genommen und das Restpulver kann wieder verwendet werden“, betont Peter Resch. (JA)

Vor einer Klage sollten Betroffene Google zur Löschung auffordern. Christian Solmecke, Rechtsanwalt

welche Möglichkeiten haben Handwerker, sich dagegen zu wehren? Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wbs.Legal in Köln weiß, was zu tun ist. Eine Klage gegen eine Google-Bewertung sei möglich, „wenn die Bewertung falsche Tatsachenbehauptungen enthält, die der eigenen Reputation schaden, das Persönlichkeitsrecht verletzen oder wenn sie beleidigend, verleumderisch oder datenschutzrechtlich unzulässig ist“. Zudem sei eine Klage möglich, wenn die Bewertung von jemandem stammt, der gar kein Kunde war. „Vor einer Klage sollte jedoch zunächst versucht werden, die Bewertung außergerichtlich durch Google entfernen zu lassen“, rät Solmecke. Betroffene müssten sich zudem entscheiden, ob sie Google verklagen wollen oder direkt gegen den Bewertenden vorgehen. „In den meisten Fällen ist es sinnvoller, Google zu verklagen, da die Bewerter häufig anonym sind und schwer identifiziert werden können“, sagt der Jurist. „Falls der Bewerter bekannt ist, kann auch gegen diesen direkt vorgegangen werden, insbesondere wenn es um unwahre Tatsachenbehauptungen oder ehrverletzende Aussagen geht. Dies sollte immer vorab mit einem Rechtsanwalt besprochen werden.“ JÖRG WIEBKING W

Nachwuchs finden: Wie Minecraft helfen soll Nachwuchssuche mit dem bekannten Online-Spiel: Worum es geht und wie Jugendliche mitspielen können. Mit „Monument der Zuversicht“ startete das Handwerk am 2. April 2025 ein interaktives Bauprojekt im Minecraft-Universum. Umgesetzt wird das Vorhaben von der Kreativagentur CarlNann und Rocket Beans TV. Das Ziel: Junge Menschen sollen mithilfe von „Monument der Zuversicht“ spielerisch für eine Zukunft im Handwerk begeistert werden. Das Gaming-Projekt ist ein zentraler Baustein der neuen Handwerkskampagne. Sie läuft seit Anfang März unter dem Motto „Wir können alles, was kommt“ deutschlandweit. Minecraft gilt weltweit als eines der meistgespielten Online-Videospiele. Im Kern geht es bei Minecraft darum, eigene Welten und Gebäude aus würfelförmigen Elementen zu erschaffen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Genau hier sehen die Macher des neuen Gaming-Pro-

jekts auch die Parallele zum „realen Handwerk“.

Worum geht es? In der ersten Bauphase bei „Monument der Zuversicht“ soll eine riesige „Daumen hoch“-Skulptur gebaut werden. Sie leitet sich aus dem Markenlogo des Handwerks ab – dem markanten weißen Daumen vor rotem Hintergrund. In der zweiten Bauphase soll dann um den Daumen herum eine lebendige Handwerksstadt entstehen, in der verschiedene Handwerksberufe erlebbar werden. „Das Handwerk setzt auf eine mutige und zuversichtliche Botschaft: Wir können alles, was kommt. Gemeinsam können wir viel bewegen“, sagt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Genau diese Haltung werde mit dem neuen Gaming-Projekt nun auch spielerisch erlebbar gemacht. (AML) W


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