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Das gab es noch nie: Auf Skiern zum IHK-Auftakt. Anke Biedenkapp, geschäftsführende Vorsitzende des Vereins Global Partnership Hannover, hat so den Weg zum Hannover Congress Centrum geschafft – zumindest von Linden bis zum Döhrener Turm. Die einstige Organisatorin des Reisepavillons, die sonst im Harz oder im Engadin auf Langlaufski unterwegs ist, musste wegen des einsetzenden Regens auf die Straßenbahn ausweichen: „Der nasse Schnee bremste zu sehr.“
Am Tag zuvor war sie noch im Georgengarten (kl. Bild) unterwegs. (gt) W
Trotz des Wetters kamen über 700 Gäste zum IHK-Auftakt 2026! Mehr dazu lesen Sie ab Seite 26.




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9 • Nachrichten
• Der Name der Firma 39 • Gestartet: F.J. Seeger – Phaeosynt 42 • Unternehmensbörse 44 • Filmreif: Was man in Hannover verfilmen könnte 56 • Zeitreise/Impressum 59 • Medien 60 • Social Media: Dinobauer 62 • IHK-Siegel Top Ausbildung 64 • Ausstieg 65
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Das ist doch, irgendwie, Hannovers Kröpcke-Uhr? Sie steht allerdings nicht an der Leine, sondern in der pakistanischen Millionenstadt Lahore. Und ist auch etwas kleiner als das Original. Umso größer aber die Verbundenheit von Kaleem Butt mit Hannover: Der Unternehmer hat vor rund 45 Jahren seine Laufbahn in Sehnde begonnen, bei der heutigen V-Line Group und deren Gründer und Geschäftsführer Detlef Daues, der ihn unterstützte. Dann ging er zurück in seine Heimat, baute jetzt den Hannover Event Complex. Darin einiges, was an Hannover erinnert. Auch der Hannover-Schriftzug auf dem Dach sieht aus wie der am Langenhagener Flughafen. Die Uhr durfte bei der Eröffnung Detlef Daues enthüllen: Das war emotional, berichtet er. Und ist Ergebnis einer sehr engen Verbindung zwischen ihm und Kaleem Butt. So etwas entsteht, wenn man sich um Menschen bemüht. Über Grenzen hinweg. Sagt Daues. (pm)


Die Weltlage zieht sich unerbittlich durch diese Ausgabe. Der IHK-Auftakt in Hannover war geprägt davon, mit Beiträgen von IHK-Präsident Gerhard Oppermann, Ministerpräsident Olaf Lies, von USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook und EU-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Zur Mercosur-Entscheidung des EU-Parlaments lesen Sie einen Kommentar rechts auf dieser Seite. Die Konjunktur stand zum Jahresbeginn, wie vieles andere, unter dem Vorbehalt von Davos. Dort eskalierte der Zollkonflikt nicht. Unsicherheit bleibt, aber die Prognosen lassen zumindest einen Hoffnungsschimmer zu. Welche Schlüsse ziehen Unternehmen aus dem Blackout in Berlin? Und in wenigen Tagen findet in der IHK ein sicherheitspolitisches Forum statt.
Aber es gibt auch Zukunftsthemen: Wasserstoff, Gründung, ein Treffen junger Unternehmerinnen und Unternehmer in Hannover im Frühjahr.
Ein Jahresbeginn unter solchen Vorzeichen - nicht neu, nur für uns vielleicht ungewohnt: Lesen Sie, was vor 75 Jahren in der NW stand (S. 59). Und zurück zum Auftakt: Gleich zu Beginn sagen auf Seite 26 allein schon die Initialen, was jetzt nötig ist.
Klaus Pohlmann Chefredakteur

Mit dem SOOFI – das steht für Sovereign Open Source Foundation Models – ist eines der ambitioniertesten Projekte zur Stärkung europäischer KI-Souveränität gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines offenen KI-Sprachmodells mit rund 100 Milliarden Parametern, das europäischen Werten und regulatorischen Vorgaben entspricht.

Sechs führende Forschungseinrichtungen sind beteiligt – darunter das Forschungszentrum L3S der hannoverschen Leibniz-Uni. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert SOOFI mit insgesamt rund 20 Mio. Euro.
Europa verfügt bislang über kaum eigene Sprachmodelle in ausreichender Größe, die als Grundlage für spezifische Branchenanwendungen dienen können. Auch leistungsfähige Reasoning-Modelle sind rar, die komplexe Aufgaben strukturiert lösen statt nur Texte nach Wahrscheinlichkeit der Wortfolge zu erzeugen. Dadurch steigt die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern. SOOFI soll hier eine Alternative schaffen. (pm) W www.soofi.info
Seit dem 1. Januar ist Gerhard Oppermann, Präsident der IHK Hannover auch Präsident der IHK Niedersachsen (IHKN). Er hat das Spitzenamt der Landesarbeitsgemeinschaft der sieben niedersächsischen IHKs von Tobias Hoffmann, Präsident der IHK Braunschweig, satzungsgemäß übernommen. Ein besonderes Augenmerk des neuen IHKN-Präsidenten liegt auf dem Thema Multifunktionale Innenstädte. „Unsere Innenstädte wandeln sich rasant. Insbesondere für den Handel ist es wichtig, nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Ein Mix aus Wohnen und Gewerbe, Aspekte von Klimaschutz, aber auch Erreichbarkeit sind der rich-
tige Weg, unsere Städte fit für die Zukunft zu machen“.
Gerhard Oppermann (65) ist seit zwölf Jahren Mitglied der IHK-Vollversammlung und steht in zweiter Amtszeit seit 2020 als Präsident an der Spitze der größten niedersächsischen Industrie- und Handelskammer, der IHK Hannover. (no) W

In einer Welt, in der die USA Zölle als Waffe zur Durchsetzung geopolitischer Interessen einsetzen, China sich mehr und mehr abschottet, die Welthandelsorganisation nur noch ein Schatten früherer Tage ist, muss sich die EU neu orientieren. Das katastrophale Hin und Her beim Mercosur-Abkommen zeigt, wie schwer sie sich damit tut.
Das ändert aber nichts an der Notwendigkeit der Aufgabe: Europa und Deutschland müssen Risiken streuen, Lieferketten stabilisieren, neue Märkte für Beschaffung und Absatz erschließen.
„Europa und Deutschland müssen Risiken streuen, Lieferketten stabilisieren, neue Märkte für Beschaffung und Absatz erschließen.“
Freihandelsabkommen bleiben dafür das beste Mittel – das ist eindeutig belegt: Deutschlands Exporte nach Südkorea haben sich durch das Freihandelsabkommen verdoppelt. Ähnlich läuft die Entwicklung beim CETA-Abkommen mit Kanada, mit einem Anstieg der deutschen Ausfuh ren innerhalb weniger Jahre um über 50 Prozent.
Diese Verschiebungen brauchen wir. Aber: Das muss schneller gehen.
Dazu ist ein Paradigmenwechsel nötig. Nachhaltigkeits- und Menschenrechts kapitel sind wichtig, aber sie dürfen nicht länger den Takt bestimmen. Wenn Europa seine wirtschaftliche Position sichern will, muss der Handel wieder ins Zentrum der Verhandlungen rücken. Umwelt- und Sozialstandards lassen sich weiterhin flankierend berücksichtigen – aber nicht als
Vorbedingung, die Abkommen um Jahre verzögert.
Es ist gut, dass die Verhandlungen mit Indien Ende Januar abgeschlossen wurden. Sowohl das Wachstum als auch die schiere Größe des indischen Marktes sind wichtige Bausteine, um gegenüber aggressiver Handelspolitik seitens der USA und Chinas souverän zu werden. Parallel gilt es, die Verhandlungen zum Beispiel mit Malaysia, Indonesien, Thailand oder den VAE zu beschleunigen.
Die EU kann die Verhandlungen nutzen, um sich endlich und wirklich zu einem zentralen Akteur im Welthandel aufzuschwingen. Falls nicht, bleibt sie Spielball der anderen großen Wirtschaftsmächte.
Tilman Brunner
IHK Hannover

Dr. Holger Feist tritt im Mai dieses Jahres in den Vorstand der Deutschen Messe AG ein. Der 56-Jährige kommt nach Stationen unter anderem bei McKinsey, Burda und der Messe München nach Hannover. Zuletzt war er Partner bei der auf digitale Transformation und Wachstumsstrategien spezialisierten Unternehmensberatung Nunatak Group. Feist arbeitet im Vorstand zusammen mit dem Vorsitzenden Dr. Jochen Köckler.
Dr. Björn Karassek hat im Januar bei der Nord/LB die Gesamtverantwortung für das Firmenkundensegment übernommen. Er kommt von der SaarLB, wo er zuletzt die Bereiche Strategie und Stab sowie Finanzen und Controlling leitete. Zu seinen beruflichen Stationen gehören auch die Commerzbank und die Bremer Landesbank. Das Firmenkundengeschäft ist ein zentrales Geschäftsfeld der Nord/ LB und umfasst die Betreuung mittelständischer Unternehmen sowie die enge Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Finanzgruppe. Karassek berichtet direkt an Nord/LB-Vorständin Ingrid Spletter-Weiß.


Ein Winter wie er früher einmal war: Der Januar brachte in weiten Teilen der IHK-Region viel Schnee mit sich. Seien wir gespannt, wann die Frühlingsvorboten kommen.
Christian Kötz (55) ist seit 1. Januar neuer Vorstandsvorsitzender der Continental AG. Sein Vorgänger Nikolai Setzer (54) schied zum 31. Dezember 2025 nach über 16 Jahren als Vorstandsmitglied und fünf Jahren als Vorstandsvorsitzender einvernehmlich aus dem Vorstand aus. Dieser Schritt erfolgte wie geplant vor dem Hintergrund der weit vorangeschrittenen Neuaufstellung von Continental und der damit verbundenen Fokussierung auf das Reifengeschäft, teilte das Unternehmen mit.
Hannovers Georgstraße gehörte auch 2025 deutschlandweit zu den am stärksten frequentierten Einkaufsstraßen. Sie erreichte erneut den vierten Platz. Die Datenplattform hystreet.com, die lasergestützt Passantenfrequenzen erfasst, ermittelte eine Zahl von knapp 22,7 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr über die Innenstadtachse der Landeshauptstadt liefen. Damit liegt die Zahl allerdings niedriger als im Jahr zuvor: 2024 lag der Wert bei rund 23,3 Millionen Passantinnen und Passenten. Auch an den vor Hannover liegenden Innenstadtstraßen hat
sich nichts geändert. Ganz vorne liegt München, sowohl mit der Kaufinger Straße (29,0 Mio.) als auch mit der Neuhauser Straße (28,3 Mio.). Die drittplatzierte Frankfurter Zeil übrigens liegt mit etwa über 22,7 Millionen Passantinnen und Passanten fast gleichauf mit Hannover.
Die weiteren Plätze unter den Top 10 gehen nach Köln (Schildergasse und Hohe Straße), Stuttgart (Königstraße), Berlin (Tauentzienstraße) und Dortmund (Westenhellweg). Neben der Verbraucherstimmung beeinflusst auch ganz maßgeblich das Wetter die Zahlen. (bh) W
Zum Girls’ Day am 23. April sucht die IHK Hannover Unternehmerinnen und Gründerinnen, die Lust haben Schülerinnen zu sich ein-


fair beraten einzigartig planen bewährt bauen

zuladen und für die Selbstständigkeit begeistern. Unter dem Motto „Ich werde Chefin!“ erklären die Teilnehmenden den Mädchen, was Unternehmerin sein für sie bedeutet. Interessierte Unternehmen können sich noch anmelden.
Die Angebote bei den Unternehmen stehen Schülerinnen ab der 8. Klasse offen. Die Teilnehmenden lernen einen Vormittag lang inspirierende Unternehmerinnen und Gründerinnen kennen, die von ihrem Werdegang berichten und zeigen, was den Alltag einer Chefin ausmacht. (MaSa) W www.hannover.ihk.de/girlsday
Wolf-Peter Korth hat Anfang Dezember 2025 in der Geschäftsführung des Getränkeherstellers Beckers Bester den Unternehmensberater Lothar Welker abgelöst, der kurz zuvor nach gut einem Jahr durch die Gesellschafterversammlung abberufen worden war. Der 69-Jährige gehört zur Eigentümerfamilie des Unternehmens. Der Einsatz Welkers war von Anfang an als vorübergehend eingeplant, um dringend notwendige organisatorische Veränderungen insbesondere in der Produktion mit dessen externer Expertise voranzubringen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Mehr Personalien, tagesaktuell, im Internet auf www.nw-ihk.de


Oliver Kühne (47) lei tet ab sofort zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion bei der KB.energy GmbH in Bassum den Vertrieb. Seit März 2024 zeichnet Kühne für die Beratung zu Finanzierungsmöglichkeiten des auf Megawatt-Speicherprojekte spezialisierten Unternehmens. Kühne stammt gebürtig aus Dänemark und kam in seiner Jugend in das Südoldenburger Land. Der Betriebswirt, Dipl.-Sparkassenbetriebswirt und Executive MBA war vorher Vertriebsvorstand bei der Volksbank Dammer Berge.

Hans Nolte hat Ende 2025 die Geschäftsführung der Hannover Marketing & Tourismus GmbH (HMTG) niedergelegt und ist in den Ruhestand gegangen. Der 63-Jährige war seit Februar 2002 HMTG-Geschäftsführer. Mit dem Abschied von Nolte ging die alleinige Geschäftsführung der HMTG auf Christian Katz über, der seit November 2024 Teil der Geschäftsführung ist.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover geht einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung und führt das digitale Prüfungszeugnis für ihre Ausbildungsberufe ein. Damit werden Bewerbungsprozesse künftig schneller und sicherer. Ab sofort erhalten Absolventinnen und Absolventen neben dem klassischen Papierzeugnis ein digitales Abbild, das bequem im Azubi-Infocenter über die IHK-Internetseite abrufbar ist und sich unkompliziert in Bewerbungen integrieren lässt. Arbeitgeber können die Echtheit der Zeugnisse über die Plattform Cert4Trust zuverlässig prüfen. Die IHK Hannover stellt jährlich rund 10 500 Ausbildungszeugnisse in etwa 150 verschiedenen Ausbildungsberufen aus.
„Mit dem digitalen Prüfungszeugnis machen wir Bewerbungsprozesse für junge Talente und Unternehmen gleichermaßen einfacher
und transparenter. Gleichzeitig setzen wir ein deutliches Zeichen für moderne, digitale Ausbildungsangebote“, betont Silke Richter, Abteilungsleiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Hannover. Die Echtheitsprüfung basiert auf innovativer Blockchain-Technologie. Diese garantiert eine unveränderliche Speicherung der Zeugnisse, ohne personenbezogene Daten zu hinterlegen – lediglich ein Hashwert des Dokuments wird in der Blockchain gespeichert. Damit sind die Zeugnisse fälschungssicher und jederzeit überprüfbar. Der neue Service gilt für alle neu ausgestellten Berufsabschlusszeugnisse. Ziel ist es, den Verwaltungsaufwand für Unternehmen zu reduzieren und Bewerbungsprozesse effizienter und sicherer zu gestalten. W
www.hannover.ihk.de/daz

Jörg Schmadtke ist seit Anfang des Jahres neuer Geschäftsführer Sport der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA und damit verantwortlich für die Profimannschaft und die 96-Akademie. Er folgte auf Marcus Mann, der jetzt für RB Salzburg arbeitet. Die Entscheidung wurde Heiligabend bekannt. Vorausgegangen war eine einstimmige Entscheidung des zuständigen Aufsichtsrats der Hannover 96 Management GmbH. Schmadtkes Vertrag läuft bis zum 28. Februar 2029.

Digitales Zeugnis ergänzt Papierzeugnis.
Von Aktivrente über die Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie oder die Pendlerpauschale bis hin zum Entgelttransparenzgesetz: Die IHK Hannover hat die rechtlichen und steuerlichen Änderungen 2026 für Unternehmen auf ihrer Internetseite in einer Übersicht zusammen gestellt. (dö) W www.hannover.ihk.de Nr. 6946734
Die Hanseraumkonferenz ist die jährliche Landeskonferenz der norddeutschen Wirtschaftsjunioren und findet vom 14. bis 17. Mai in Hannover statt. Die bis zu 700 Teilnehmenden treffen sich unter dem Leitmotiv Shaping The Future und zeigen wie junge Wirtschaft Zukunft gestaltet.
Im „Hanseraum“ haben sich die Wirtschaftsjunioren (Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungskräfte unter 40 Jahren) aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen. Während der vier Tage in Hannover ist die Konferenzzentrale im Hotel Courtyard Hannover am Maschsee. Weitere Veranstaltungen finden in der VIP-Lounge der Heinzvon-Heiden-Arena, im Astor-Kino, im Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums (HCC) sowie in der Alten Druckerei auf dem Madsack-Gelände statt. Zur Eröffnung werden Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky und Nie-
dersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne erwartet.
Die Hanseraumkonferenz wird unterstützt von MTU, der Hannoverschen Volksbank, der Heise Group und McDonald’s Ehmann. Auch die IHK und die Stadt Hannover fördern die Konferenz. Darüber hinaus engagieren sich KPMG, Haus und Grundeigentum Hannover
sowie die Region Hannover. Zuletzt war die Hanseraumkonferenz 2008 in Hannover zu Gast. Für Informationen zur Konferenz sowie für Möglichkeiten der inhaltlichen Mitgestaltung und Partnerschaft stehen die Konferenzdirektoren Christoph Kielhorn und Florian Witte unter planung@hako2026. de zur Verfügung. (pm) W

Seit 1. Januar gibt es das landesweite Azubi-Ticket Niedersachsen. Damit können Auszubildende günstig und unkompliziert Bus und Bahn im gesamten Land nutzen. „Das Azubi-Ticket ist ein echter Meilenstein für die berufli-

che Bildung in Niedersachsen,“ sagte Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen. „Unsere Betriebe haben immer wieder betont, wie wichtig Mobilität für die Attraktivität der Ausbildung ist – gerade im ländlichen Raum. Dass das Ticket jetzt kommt, ist ein großer Erfolg der gemeinsamen Arbeit von Politik, Wirtschaft und den Kammern.“ Die IHK Niedersachsen hat sich in den letzten Jahren mit Nachdruck für eine landesweite Lösung eingesetzt. Ziel war auch, Auszubildende den Studierenden gleichzustellen, die bereits vom Semesterticket profitieren.
Sönke Feldhusen, Sprecher Berufliche Bildung der IHK Niedersachsen, ergänzt: „Das Azubi-Ticket unterstreicht
nicht nur die Gleichwertigkeit von Studium und betrieblicher Ausbildung, sondern unterstützt auch die regionale Wirtschaft. Es verbessert die Mobilität der Auszubildenden, stärkt die Attraktivität der Ausbildung und hilft dadurch den Betrieben, Fachkräfte zu gewinnen. Wir freuen uns, dass die Landesregierung hier ein starkes Signal für die duale Ausbildung setzt.“
Die IHK Niedersachsen werde die Einführung weiter begleiten und sich dafür einsetzen, dass das Ticket in der Praxis unkompliziert und attraktiv genutzt werden kann, Auszubildende erhalten das Deutschland-Job-Ticket zum vergünstigten Preis von 31,50 Euro. Das Ticket gilt für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Land. (no) W

Wasserstoff kann bei der Glasherstellung zumindest teilweise Erdgas ersetzen und so den Ausstoß von CO₂ verringern. Darum bemüht sich Ardagh Glass Packaging für das Werk in Nienburg um einen Zugang zum Wasserstoffnetz. Allerdings geht Glasproduktion auch anders, wie Ardagh in Obernkirchen beweist.
GEORG THOMAS
Schweden hatte die Nase vorn. Die Skandinavier konnten schneller die Verfügbarkeit einer großen Menge an Strom aus erneuerbaren Energien zusichern. Deswegen entschied sich Ardagh vor vier Jahren dazu, sein Werk im westschwedischen Limmared mit einem Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff zu ergänzen. Bereits zweieinhalb Jahre später konnte der weltweit tätige Konzern dort neben Erdgas auch den vor Ort erzeugten grünen Wasserstoff zur Befeuerung der Schmelzwanne in der Glasfabrik einsetzen, in der bei fast 1600 Grad Celsius Glas geschmolzen wird. „Wir hatten dort von den Behörden viel Freiraum bekommen. Denn inwieweit Wasserstoff in der Praxis eingesetzt werden kann, ohne dass sich das Verfahren in der Brennkammer grundsätzlich ändert, war in der Praxis bis dahin noch nicht ausprobiert worden“, erklärt Sven-Roger Kahl, der sich mit dem Thema Wasserstoff bei Ardagh bereits seit dem Jahr 2019 beschäftigt. Der Ingenieur für Glastechnologie arbeitet für alle europäischen Ardagh-Standorte, so auch für das Werk in Nienburg, das mit rund 670 Beschäftigten das größte in Deutschland ist. Er gehört zu den rund 60 Mitarbeitenden der europäischen Zentralorganisation, die alle 19 Standorte in Europa unterstützt. Ardagh hat in Deutschland sieben Glaswerke – mit Nienburg, Obernkirchen und Bad Münder sind es allein drei im Bereich der IHK Hannover.
Warum überhaupt Wasserstoff?
Wasserstoff ist ein wichtiger Hebel zur Dekarbonisierung der Glasproduktion. Er kann in bestehenden Anlagen einen Teil vom Erdgas ersetzen und damit fossile Emissionen senken, ohne dass dazu Schmelzwannen neu gebaut werden müssen. Der Konzern hat sich bereits vor einigen Jahren dazu verpflichtet, seinen CO₂-Fußabdruck bis zum Jahr 2030 um 42 Prozent zu senken. Von einem nachhaltigeren Produktionsprozess verspricht sich Ardagh auch eine bessere Kundenbindung. „Zudem helfen wir unseren Kunden bei der Reduktion ihrer Scope3-Emissionen“, erklärt Kahl. Dies sind alle Treibhausgasemissio-
„Wir liegen nicht weit entfernt vom geplanten Wasserstoffkernnetz, sodass wir davon ausgehen zusammen mit anderen Unternehmen aus dem Industriepark Nienburg über eine Stichleitung daran angeschlossen zu werden.“
Andreas Falk, Werksleiter Ardagh Glass Packaging Nienburg.
nen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen – also hier bei der Herstellung des Glases, das die Kunden von Ardagh als Verpackung einsetzen.
Zu den Abnehmern des Glases aus Nienburg gehören unter anderem eine namhafte Brauerei und ein Hersteller von Marmeladen aus der näheren Umgebung. Das seit 1891 bestehende Glaswerk gehörte über viele Jahrzehnte zur damaligen Brauerei Beck aus Bremen. Seit 2007 ist die frühere „Nienburger Glas“ ein Teil von Ardagh Glass Packaging.
Wasserstoff senkt CO₂-Ausstoß
Bei der Dekarbonisierung ist der Umstieg auf Wasserstoff eine Option für Unternehmen und Konzerne wie Ardagh. „Wir liegen nicht weit entfernt vom geplanten Wasserstoffkernnetz, sodass wir davon ausgehen zusammen mit anderen Unternehmen aus dem Industriepark Nienburg über eine Stichleitung daran angeschlossen zu werden“, erklärt Werksleiter Andreas Falk. Aufgrund der Erfahrungen aus Schweden könnte Ardagh auch im Nienburger Werk Wasserstoff beimischen und so den Erdgasverbrauch und die Treibhausgasemissionen senken. „Seit dem Start in Schweden konnten dort 20 Prozent Erdgas im Betrieb ersetzt und 1250 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die Glasqualität wurde durch den Einsatz von Wasserstoff nicht negativ beeinflusst“, sagt Ingenieur Kahl.

Mehr Impressionen vom Besuch im Werk von Ardagh Glass Packaging in Nienburg finden Sie auf: nw-ihk.de
Laut dem Werksleiter habe sich Ardagh um einen Zugang zum Wasserstoffkernnetz bemüht. Der Konzern rechne aber nicht mit einem Anschluss vor dem Jahr 2032. Und bis dahin seien auch noch einige Fragen zu klären. Um seine Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen, braucht Ardagh Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen zu „angemessenen Marktpreisen“, der bislang kaum verfügbar ist. „Für Investitionsentscheidungen brauchen wir klare, verlässliche Rahmenbedingungen, beispielsweise bei Genehmigungen und der Netzanbindung aller Ardagh-Glaswerke an das Kernnetz. Wir sind als Konzern mit der Politik bei diesen Themen im ständigen Austausch“, sagt Andreas Falk.

„Es gibt keine Universallösung, die für alle Standorte passt“, ergänzt Ingenieur Kahl. „Die Entscheidung treffen wir standortabhängig, anhand technischer Machbarkeit im Ofenbetrieb, Umrüstaufwand, Energieverfügbarkeit am Standort und der Frage, welche Lösung die größte CO₂-Wirkung bei vertretbaren Kosten und Risiken erzielt.“
Für Standorte, die keinen Anschluss an das Wasserstoffnetz erhalten, ist auch denkbar, den Wasserstoff lokal zu erzeugen – wofür allerdings wiederum große Strommengen notwendig sind.
So kam es, dass Ardagh sein Werk in Obernkirchen im Landkreis Schaumburg vor drei Jahren auf eine weitgehend elektrisch betriebene Schmelzwanne umrüsten konnte, weil dort die nötige Infrastruktur vorhanden war. Bei dieser Hybridwanne ist das Verhältnis komplett umgedreht. „Die Energie kommt aktuell zu 60 Prozent aus erneuerbarem Strom, auf Erdgas entfallen nur 40 Prozent.“ Die Umrüstung, für die es 12 Mio. Euro Zuschuss vom Bund gab, gehört zu den bundesweiten Vorzeigeprojekten der Dekarbonisierung.
Ardagh hat bei der Bundesnetzagentur auch für Nienburg mittelfristig einen deutlich größeren Strombedarf angemeldet. „Die Frage ist, wie schnell die Infrastruktur dafür angepasst werden kann“, sagt der Werksleiter, der dabei eher von zehn Jahren ausgeht.
„Es ist auf jeden Fall kein gerader Weg“, sagt Sven-Roger Kahl und meint dabei den Einsatz von Wasserstoff in der Glasherstellung. Gegenüber Erdgas verfüge Wasserstoff über einen geringeren Heizwert, eine deutlich
„Es ist auf jeden Fall kein gerader Weg.“
Sven-Roger Kahl, Ingenieur für Glastechnologie Ardagh Glass Packaging
geringere Energiedichte und es verbrennt sechs Mal schneller. Daher gebe es auch bei den technischen Regelwerken bei dem Thema aus Sicht des Ingenieurs noch Handlungsbedarf. „Offiziell hätten wir in Deutschland jetzt keine Genehmigung zum Einsatz von Wasserstoff“, sagt Kahl.
Welche Bedeutung Wasserstoff im Glaswerk in Nienburg in Zukunft haben wird, lässt sich heute noch nicht mit Gewissheit sagen. Aber Ardagh schafft jetzt die Voraussetzungen für die nächsten Jahrzehnte. Und für Sven-Roger Kahl ist klar: „Wasserstoff wird hier eine Rolle spielen. Aber wir setzen darauf, nur so wenig Wasserstoff wie nötig einzusetzen.“ Ardagh sieht deutliche Vorteile für die direkte Elektrifizierung in der Glasindustrie.
Im Fazit, dass Ardagh zu seinem Pilotprojekt im schwedischen Limmared gezogen hat, heißt es, „Wasserstoff ist eine Option dort, wo günstiger, erneuerbarer Strom zur Verfügung steht.“ W

„Wasserstoff wird hier eine Rolle spielen“, sagt Sven-Roger Kahl (li.), Ingenieur für Glastechnologie von Ardagh Glass Packaging. Der Nienburger Werksleiter Andreas Falk setzt auf den Anschluss ans Wasserstoffkernnetz.

Abstrakt Darstellung von Wasserstoffmolekülen.
Trotz guter Voraussetzungen kommt die Wasserstoffwirtschaft im Land nur zögerlich in Gang. Eine aktuelle Studie des niedersächsischen Wasserstoff-Netzwerks empfiehlt dranzubleiben.
Die Infrastruktur muss weiterhin massiv ausgebaut, Absatzmärkte für Wasserstoff geschaffen und verlässliche und bezahlbare Importpläne erstellt werden. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Studie, die das Niedersächsische Wasserstoff-Netzwerk zusammen mit dem DGB Ende September vergangenen Jahres vorgestellt hat. „Nur mit Wasserstoff kann Niedersachsen Industriestandort bleiben“, so fasste der "Rundblick" die Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung damals zusammen. In zwei Szenarien hat die Studie untersucht, wie sich Niedersachsen mit dem Festhalten am Aufbau einer Wasser-
stoffwirtschaft entwickelt und gegenübergestellt, wie es ohne Wasserstoff aussehen würde. Im Wasserstoffszenario könnte die Wertschöpfung bis zum Jahr 2040, kumuliert um fast 200 Mrd. Euro, gesteigert und sogar bis zu 60 000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit seinen Häfen, viel Windenergie an den Küsten und umfangreichen Speicherkapazitäten in Salzkavernen verfüge Niedersachsen über ausgezeichnete Voraussetzungen. Aber auch die Autorinnen und Autoren der Studie „Die Grüne Wasserstofftransformation in Niedersachsen“ räumen ein: „Für die Realisierung des Wasserstoff-Szenarios
und für die Überwindung der betriebswirtschaftlichen Herausforderungen in den Unternehmen in der Adaption der Wasserstoff-Technologie braucht es allerdings umfangreiche Gelingensbedingungen.“ So müsse Wasserstoff auch günstiger und die zeitliche Koordination verbessert werden. (gt) W

Die Studie kann online abgerufen werden.






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Diejenigen, die Wasserstoff nutzen oder herstellen könnten, investieren nicht, da weder Preise noch Verfügbarkeit des Energieträgers kurzfristig vorhergesagt werden können. So ist Wasserstoff aber in vielen Fällen keine wirtschaftliche Alternative.

Die meisten Menschen erinnern sich an den Chemie-Unterricht in ihrer Schulzeit und die spektakuläre Knallgas-Probe. Was bei einigen zu Unrecht eine falsche Einschätzung des Wasserstoffs als Energieträger hinterlassen hat, ist dabei nur ein Aspekt, warum das Gas als Energieträger Startschwierigkeiten in einer Breitenanwendung in Industrie, Logistik und anderen Bereichen erfährt. Durch Anforderungen an die Dekarbonisierung und steigende Preise über CO₂-Zertifikate für fossile Brennstoffe wird das einfachste Element der Natur an Bedeutung gewinnen. Obwohl das reichlich in gebundener Form vorliegende Element nicht 1:1 Erdgas als Energieträger ersetzen wird, sind eine Reihe von Anwendungen kaum mit anderen Energieträgern zukünftig vorstellbar. Die Einsatzmöglichkeiten des leicht flüchtigen Gases sind dabei vielfältig: Als Prozessgas, zur Energiespeicherung, als Treibstoff für Brennstoffzellen oder auch in umgerüsteten Verbrennungsmotoren. Die hauptsächliche Problematik ist ein regel-
Potenzielle
Anwender von Wasserstoff halten sich mit Investitionen zurück, da weder Preise von Verfügbarkeit vorhergesagt werden können.
recht doppeltes Henne-Ei-Problem: Potenzielle Anwender von Wasserstoff halten sich mit Investitionen in entsprechende Technologien zurück, da weder Preise noch Verfügbarkeit des Energieträgers kurzfristig vorhergesagt werden können und er damit im Moment noch selten eine wirtschaftliche Alternative darstellt. Anbieter kennen keine zuverlässigen Abnahmemengen und können entsprechend keine Skalenvorteile in tendenziell sinkende Preise umsetzen. Infrastrukturbetreiber haben keine Garantie, dass umgerüstete Gas-Verteilnetze sich zukünftig refinanzieren und halten sich ebenfalls zurück. Der Anwender wieder sieht wenig Fortschritt und verschiebt Investitionen. Innovationen verzögern sich, da an keiner Stelle ein deutlicher Nachfragedruck nach neuen Technologien spürbar wird. Und so dreht sich das Karussell auf niedrigem Niveau. Eine leitungsgebundene Versorgung mit Wasserstoff als Energieträger steht noch am Anfang. Mit dem Kernnetz wird derzeit eine Infrastruktur geschaffen, die bis zum
Der Ausbau der Stromnetze ist auch für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft wichtig.

Zieljahr 2032 durch Umrüstung bestehende Leitungen sowie Neubau zur Verfügung stehen soll. Sie wird Häfen mit dem Binnenland verbinden, Industriezentren beliefern und über europäische Grenzen hinweg führen. Die Finanzierung wird über ein Amortisationskonto mit einem festgelegten Hochlaufentgelt gesichert, damit Netzentgelte für die ersten Anwender nicht exorbitant hoch sind, Leitungsnetzbetreiber aber gleichzeitig einen wirtschaftlichen Anreiz zum Betrieb haben. Das von der Bundesnetzagentur genehmigte Netz wird rund 9700 Kilometer lang und etwa 20 Mrd. Euro teuer werden; im Bezirk der IHK Hannover wird es Leitungen geben, einige Regionen werden allerdings ausgespart. Bis zur Breitenverfügbarkeit von Wasserstoff über Leitungsnetze bleiben dennoch einige Herausforderungen zu lösen. Einmal muss zwischen Fernleitungen und Verteilnetzen unterschieden werden. Während Fernleitungsnetzbetreiber über die Regelungen zum Kernnetz sich einem kalkulierbaren Risiko
Werden keine Ankerkunden gefunden, ist selbstverständlich eine Mitversorgung kleinerer Verbraucher im Verteilnetz unwirtschaftlich.
gegenübersehen, sind die Betreiber darunterliegender Verteilnetze mit anderen Herausforderungen konfrontiert. Energieversorger wie Stadtwerke wissen, welche Teile ihres Leitungsnetzes für eine Umstellung auf das Gas geeignet sind und welche Investitionen dafür getätigt werden müssen. Wasserstoff in das eigene Leistungsportfolio aufzunehmen wird erst sinnvoll, wenn sich Ankerkunden mit längerfristig bestehenden Investitionen auf den Energieträger verlegen. Die Crux liegt dabei wieder am kaum seriös vorherzusagenden Preis, der bei zurückhaltender Nachfrage nur über günstigere Gestehungskosten – also Innovationsgeschehen – mittelfristig sinken kann. Werden keine Ankerkunden gefunden, ist selbstverständlich eine Mitversorgung kleinerer Verbraucher im Verteilnetz unwirtschaftlich.
Städte und Gemeinden in Deutschland sind aktuell dabei, Kommunale Wärmeplanungen zu erstellen, über die mögliche Wege der Dekarbonisierung in der Gebäudeenergie aufgezeigt werden sollen. Fossile Gase werden bei einer klimaneutralen Gebäudeheizung zukünftig nicht mehr zum Einsatz kommen, gleichzeitig stellt Wasserstoff eine technisch mögliche, aber gegenüber elektrisch betriebener Wärmepumpen derzeit deutlich teurere technische Alternative dar. Als Konsequenz aus mangelnder Verfügbarkeit regenerativer Gase wie Wasserstoff und einem Fokus auf Gebäudeenergien, stehen so die Gas-Verteilnetze in ihrer derzeitigen Größe in Frage. Gleichzeitig bedeutet dies auch, dass Industrien, die auf leitungsgebundene Prozessgase angewiesen sind, auch bei einer Umstellung auf Was-
Im Bereich der IHK Hannover gibt es zwei Wasserstoffnetzwerke, die sich zum Ziel gesetzt haben, alle wichtigen Akteurinnen und Akteure zu vernetzen, Informationen zu verbreiten und das Thema voranzubringen. Das Wasserstoffnetzwerk Leine-Weser erstreckt sich von Diepholz über die Region Hannover bis nach Holzminden und Hildesheim. Die Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen engagiert sich in den Kreisen Göttingen und Northeim. (leh)

www.wasserstoffleine-weser.de
www.suedniedersachsenstiftung.de/projekt/wasserstoffallianz-suedniedersachsen/


serstoff sich mangelnder Versorgung und – bei sinkender Kundenzahl im Netz – deutlich steigender Netzentgelte gegenüber sehen können.
Über die Regulierung und letztlich auch über den Markt sehen sich Unternehmen aber zunehmenden Anforderungen zur Dekarbonisierung ihrer Prozesse gegenüber. Von der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie der EU-Taxonomieverordnung betroffene Unternehmen suchen sich ihre Geschäftspartner wie auch deren Produkte zunehmend nach Nachhaltigkeitskriterien aus und reichen damit Anforderungen an Dekarbonisierung über den Markt weiter. Banken wiederum nehmen bei der Kreditvergabe wegen der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) ebenfalls Nachhaltigkeitsbelange in den Blick, sodass Investitionen in Anlagen wie auch in Produktionsprozesse vermehrt in Richtung Anwen-
PROZENT Treibhausgas-Reduzierung bis zum Jahr 2030, diesem Ziel hat sich Deutschland verpflichtet.

Wasserstoff kann einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten: Im Schmelzofen von Ardagh in Nienburg wird derzeit aber noch ausschließlich Erdgas eingesetzt.
Entscheidend ist, wo der Strom zur Erzeugung herkommt: Die WasserstoffFarblehre.
dungen erneuerbarer Energien tendieren. Hohe Prozesstemperaturen lassen sich mit Wasserstoff als Prozessgas realisieren, so bei Schmelz- oder Brennprozessen. Steht der Energieträger noch nicht zur Verfügung, sind Einzellösungen beobachtbar. Inzwischen gibt es eine Reihe von Anbietern, die Elektrolyseure, Speicher, Brennstoffzellen, Tankstellen und weitere Komponenten mit ihren Kunden nach deren Ansprüchen projektieren. Wasserstoff wird einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung in Hochtemperaturanwendungen, Mobilität, Energiespeicherung und vielen weiteren Bereichen liefern. Die Weise der Erstellung des Gases allerdings ist je nach Technologie und Ausgangsstoff nicht frei von fossilen Energieträgern. So hat sich eine Farbpalette entwickelt, die beide Aspekte abbildet. Wasserstoff ist grün bei einem Einsatz erneuerbarer und emissionsfreier Energien, blau bei Erdgas als Ausgangsstoff mit anschließender CO2-Abscheidung, grau ohne Abscheidung, türkis bei Methanpyrolyse, rot bei Atomstrom und weiß bei äußerst seltenen natürlichen Lagerstätten. Für den Anwender bleibt das Molekül in seinen Eigenschaften völlig gleich – die damit verbundenen Emissionen unterscheiden sich. Für einen Technologiewechsel hin zu einer Wasserstoffwirtschaft und einer baldigen und möglichst breiten Anwendung als Energieträger wird man sich kaum praktikabel ausschließlich auf grünen Wasserstoff verlegen können, denn dazu sind die Kapazitäten der Erzeugung schlicht nicht ausreichend vorhanden. Auch wird Deutschland zukünftig mehr als die Hälfte des vorsichtig prognostizierten Bedarfs über Importe decken müssen. Noch steht die Wirtschaft am Anfang eines Hochlaufes, bei dem es um Entschei-
dungen, überhaupt in Wasserstofftechnologien zu investieren, geht. Dabei ist auf einer lokalen Ebene das Problem in Teilen möglicherweise leichter zu lösen, als es zunächst den Anschein weckt. Grundsätzlich bestehen heute bereits eine Reihe von Prozessen, bei denen entweder Wasserstoff als Nebenprodukt anfällt und wirtschaftlich genutzt werden könnte oder auch Sauerstoff in größeren Mengen verfügbar sein muss, der sich mittels Elektrolyse vor Ort erstellen lässt. Mögliche Produzenten und Anwender, Kommunen und Wissenschaft zusammenzubringen, haben sich Wasserstoffnetzwerke zur Aufgabe gemacht. Mit der Wasserstoff-Allianz Südniedersachsen und dem Wasserstoff-Netzwerk Leine-Weser gibt es im Gebiet der IHK Hannover sogar zwei Netzwerke. Innovations- und Technologietransfer, der Aufbau sektorübergreifender regionaler Wertschöpfungsketten und die Begleitung von Unternehmen wie auch Kommunen stellen dabei wichtige Aktivitäten dar. Vernetzung und Information wird im Falle des Netzwerkes Leine-Weser mit einer Übersichtskarte zu Unternehmen, Leitungsnetz, Institutionen und Energieerzeugungsanlagen geleistet.
Je spezifischer sich Unternehmen einer Region oder auch nur eines Versorgungsgebietes mit Wasserstofftechnologien auseinandersetzen, desto konkreter können zukünftige Bedarfe ermittelt werden.
Denn nicht nur ist eine Technologieorientierung von Anwendern notwendig, auch Kommunen müssen Genehmigungsverfahren zur Umsetzung von Investitionen zügig durchführen können. Lokale bis regionale Wasserstoff-Lieferketten können über den Austausch und Wissenstransfer entstehen, benötigen aber auch die richtigen Rahmenbedingungen: Kommunen sind hierbei genauso wie das Land aufgefordert, Wasserstofftechnologien über Strategien, Fachplanungen und letztlich den eigenen Rechtsetzungsbereich nicht zu verhindern. Vielmehr muss eine Technologieoffenheit aktiv ermöglicht werden.
Letztlich kann über die regionalen Netzwerke auch ein Teil des oben beschriebenen Henne-Ei-Problems thematisiert werden. Je spezifischer sich Unternehmen einer Region oder auch nur eines Versorgungsgebietes mit Wasserstofftechnologien auseinandersetzen, desto konkreter können künftige Bedarfe ermittelt werden. Für Städte und Gemeinden ist eine technologieoffene und für den Einsatz von Wasserstoff geeignete Ausrichtung notwendig, damit Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit einzelner Unternehmen bis zu ganzen Regionen ermöglicht wird. W
Für das WasserstoffKernnetz sollen Unternehmen in diesen Wochen erstmals Ein- und Ausspeisekapazitäten in jenen Netz-Clustern reservieren können, die bis Ende 2029 fertiggestellt sein sollen. Dazu gehören auch einige Bereiche im Nordwesten Deutschlands, voraussichtlich also auch Teile der IHK-Region. Innerhalb dieser Cluster lassen sich langfristige, feste und flexibel nutzbare Kapazitäten sichern, die nach Inbetriebnahme in reguläre Kapazitätsbuchungen umgewandelt werden können. Die Cluster basieren auf Leitun-
gen, die bis 2029 neu gebaut oder vom Erdgastransport auf Wasserstoff umgestellt werden. Nach 2030 sollen sie schrittweise zu einem deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetz zusammenwachsen. Unternehmen, die Kapazitäten reservieren möchten, müssen eine Reservierungsgebühr entrichten, die bei späterer Buchung verrechnet wird. Um strategische Blockierungen zu vermeiden, prüfen die Netzbetreiber die Ernsthaftigkeit der Anfragen, insbesondere bei der limitierten clusterübergreifenden Kapazität zwischen den Clustern Nordwest und Ost.
Gleichzeitig soll der Marktzugang so offen und einfach wie möglich gestaltet bleiben. Die Bundesnetzagentur hatte im Oktober 2024 den Bau des deutschlandweiten Wasserstoff-Kernnetzes genehmigt. Mit einem Investitionsvolumen von 18,9 Mrd. Euro soll bis 2032 das größte Wasserstoffnetz Europas entstehen. (gt) W


Kein akuter Zollstreit in Davos: Die davor veröffentlichten Konjunkturprognosen haben Bestand. Auch die IHKN-Umfrage Mitte Januar.
Noch gibt es kaum Bewegung, die Konjunktur in Niedersachsen bleibt auf niedrigem Niveau mit einem Konjunkturklimaindikator unverändert bei 85 Punkten für das vierte Quartal. Positive und negative Entwicklungen in einzelnen Branchen gleichen sich bislang lediglich aus. Es ist aber zumindest ein Hoffnungsschimmer erkennbar.
Zum Jahreswechsel hat sich weder bei der Geschäftslage der niedersächsischen Unternehmen noch bei den Erwartungen grundlegendes getan: Zwar gibt es Verschiebungen, aber keine Bewegung nach oben. Das ergab die IHK-Konjunkturumfrage bei 2200 Unternehmen in Niedersachsen, die bis zum 12. Januar lief. Damit dauert die historisch lange Schwächephase der niedersächsischen Wirtschaft zunächst noch an. Das sagte Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN), Mitte Januar in Hannover.
Es gibt aber Hoffnung, dass sich die Lage bessert. Das vielleicht deutlichste Indiz: die Auftragseingänge in der Industrie. Vor allem darin sieht Bielfeldt den Grund für eine mögliche Belebung der Konjunktur: „Allmählich“, wie sie bei der Vorstellung der Zahlen sagte, aber immerhin.
Erste Effekte der Sondervermögen
Für die Entwicklung bei den Industrieaufträgen Ende vergangenen Jahres dürften neben einem Sondereffekt aus dem Schiffbau auch die Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung verantwortlich sein. Es werde aber, so Bielfeldt, noch einige Monate dauern, bis das auch in der Breite der Unternehmen ankommt. Bereits jetzt aber sei zu beobachten, dass zum Beispiel Automobilzulieferer versuchen, in der Verteidigungswirtschaft Fuß zu fassen. Auch einige andere Indikatoren zeigen leicht nach oben, wenn auch auf niedrigem Niveau. So sind die
Exporterwartungen wieder leicht gestiegen, bleiben aber weiter unter dem langjährigen Durchschnitt. Maike Bielfeldt hob dabei ein anziehendes Geschäft in Großbritannien zehn Jahre nach dem Brexit hervor. Nach oben geht es auch mit den Exporten nach Indien, während die USA verlieren.
Ein Häkchen nach oben auch bei den so wichtigen Investitionsplänen. Für einen nachhaltigen Aufschwung müssen aber die Investitionen noch deutlich zulegen, so die IHKN-Hauptgeschäftsführerin. Noch kommt nach ihren Worten der Mitte vergangenen Jahres beschlossene Investitionsbooster nicht an. Für eine nachhaltige Belebung der Konjunktur sind dabei vor allem Investitionen in die Kapazitätsausweitung erforderlich.
Dieses Motiv ist bei den Unternehmen jedoch nach wie schwach ausgeprägt, sogar mit einer leichten Tendenz abwärts. Noch stärker nach unten ging es mit den Investitionen
Konjunkturklimaindikator
laut IHK-Umfrage: Im vierten Quartal 2025 lag er unverändert bei 85 Punkten.

Konjunkturfachleute: Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt mit Dr. Mirko-Daniel Hoppe (l.) und Dr. Martin Knufinke, der nach über 30 Jahren in der IHK letztmals die Zahlen analysierte.
in den Umweltschutz. Wenn Unternehmen derzeit investieren, dann vor allem, um Anlagen lediglich zu ersetzen. Außerdem spielt Rationalisierung als Motiv weiterhin eine große Rolle. Die IHKN-Umfrage zeigt auch eine Verschiebung bei den Investitionszielen: Deutschland verliert als Standort gegenüber dem Ausland, insbesondere gegenüber Asien sowie Süd- und Mittelamerika. Auch Afrika werde künftig als Investitionsstandort zulegen, so die Erwartung.
Entlastung dringend erforderlich Für Investitionsentscheidungen sind Vertrauen und gute Rahmenbedingungen notwendig, betonte Bielfeldt. Die Effekte durch die Sondervermögen werden nach ihren Worten für eine nachhaltige Konjunkturbelebung nicht ausreichen: „Für ein stärkeres Wachstum brauchen die Unternehmen spürbare Erleichterungen bei Steuern, Lohnnebenkosten und Bürokratie – und zwar sofort.“ Diskussionen um Steuererhöhungen dagegen seien kontraproduktiv. Unter den Konjunkturrisiken aus Sicht der Unternehmen haben die Arbeitskosten am stärksten zugelegt. Deutlich oben stehen aber nach wie vor die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen sehen hier Konjunkturgefahren.
Auch die Inlandsnachfrage bereitet weiterhin Sorge. Die Konsumneigung bleibt trotz einer leichten Aufwärtsbewegung Ende 2025 auf niedrigem Niveau. Unter Druck steht vor allem der Textileinzelhandel. Rund 40 Prozent der Bekleidung wird inzwischen online gekauft. Um so wichtiger sei es, die Innenstädte attraktiver zu machen, sagte Bielfeldt. Allerdings: Viele Städte seien durchaus voll, es werde aber entweder nicht gekauft oder online bestellt.
Mit Blick auf den Handel wird auch die unterschiedliche Lage einzelner Branchen deutlich. Ladengeschäfte sehen sich zunehmend unter Druck durch den Online-Handel, gerade auch durch chinesische Anbieter. Der Großhandel stagniert, der Hochbau bleibt schwach. Dafür sucht der Tiefbau, der von den Sondervermögen profitiert, händeringend Leute: Vier von fünf Unternehmen der Branche nennen den Fachkräftemangel als Top-Risiko.
Das schlägt sich schließlich auch in der Beschäftigungsentwicklung nieder. Während Industrie-Jobs verloren gingen, haben Banken und Versicherungen zugelegt. Und auch die öffentliche Verwaltung hat Stellen aufgebaut. Ein Grund sind auch hier die Sondervermögen. Um sie als Aufträge in die Wirtschaft zu bringen, sind zusätzliche Kapazitäten nötig. W
Ein Ende der Stagnation ist aus Sicht der Nord/LB in diesem Jahr möglich.
Die deutsche Wirtschaft wird 2026 nach Ansicht der Nord/LB-Konjunkturfachleute um 1,1 Prozent wachsen, die niedersächsische um 1,0 Prozent. Nach drei Jahren wirtschaftlicher Schwäche würde die Wirtschaft damit auf einen moderaten Wachstumspfad zurückkehren.
Getrieben wird die deutsche Entwicklung von den Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung, machte Chefvolkswirt Christian Lips Mitte Januar deutlich. Zwar bleibe die Weltlage unsicher: US-Zollpolitik, Konkurrenzdruck aus aus China, weltweite Krisenherde. Allerdings hätten sich im vergangenen Jahr Weltwirtschaft und Finanzmärkte als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. „Entscheidend wird nun sein, dass die höheren öffentlichen Investitionen eine möglichst nachhaltige Wirkung entfalten“, so Lips.
Die Nord/LB-Fachleute ziehen ihren Optimismus aber nicht nur aus den Sondervermögen. Sie sehen den Ansatz einer zyklische Erholung, die bereits im vierten Quartal 2025 begonnen habe. Der Funke müsse aber auf die privaten Investitionen überspringen. Der hellere Ausblick auf das Jahr bedeutet allerdings nicht, dass die deutschen Strukturprobleme überwunden sind: Infrastruktur, Sozialsysteme, zudem Energiepreise, Bürokratie, Fachkräftemangel belasten die Wirtschaft weiterhin. Aus Lips’ Sicht sind das aber keine unüberwindbaren Konjunktur-Hemmnisse. Die „konjunkturelle Story“ der Nord/LB ist positiv. (pm) W
Ausführlicher Bericht im NW-Webmagazin: www.t1p.de/k9db5

Nach dem Blackout im Januar in Berlin stellt sich die Frage: Was muss getan werden, um eine vergleichbare Situation zu vermeiden? Hier Stimmen aus der Wirtschaft.
Vom Blackout in Berlin waren im Januar rund 100 000 Menschen betroffen.
Einige Haushalte waren bis zu fünf Tage lang ohne Strom. Stimmen aus der Wirtschaft: Was muss getan werden, um eine vergleichbare Situation zu vermeiden?
Marc Hiller, Geschäftsführung Frerk Aggregatebau GmbH, Schweringen
„So umfassend Schutzmechanismen in Stromnetzen auch sind – eine Ausfallsicherheit zu 100 Prozent gibt es nicht. Großflächige Stromausfälle sind längst keine theoretische Gefahr mehr. Notstromsysteme sind in der Lage, die Resilienz entscheidend zu stärken. Mit Ersatz-Stromversorgung beschäftigen wir uns seit über sechs Jahrzehnten. Unter-
„Eine Ausfallsicherheit zu 100 Prozent gibt es nicht.“
Marc Hiller, Geschäftsführer Frerk Aggregatebau
brechungsfreie Backup-Lösungen sind nicht nur dort unverzichtbar, wo sie gesetzlich vorgeschrieben sind – etwa in Krankenhäusern, im Verkehr, in Rechenzentren und weiteren KRITIS-Bereichen. Auch die individuelle Vorsorge empfehlen wir. Während Standardaggregate private Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe versorgen können, ermöglichen leistungsstarke USV-/Diesel-Lösungen die längerfristige Stromversorgung ganzer Unternehmensstandorte. In Berlin hat sich gezeigt wie effizient Netzersatzanlagen sind, um systemrelevante Prozesse am Laufen zu halten. Die Bevorratung mit Ersatz-Stromversorgung schafft Unabhängigkeit und Sicherheit – egal in welchem Einsatzbereich.“
TÜV Verband e.V., Berlin
„Der großflächige Stromausfall in Berlin hat deutlich gemacht, wie verletzlich die technische Infrastruktur in Deutschland ist. Besonders in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, Kitas und anderen so genannten Sonderbauten ist eine funktionierende Notstromversorgung lebenswichtig – doch viele Anlagen sind nicht in einwandfreiem Zustand. Laut dem TÜV-Baurechtsreport 2025 ist bei den Prüfungen der so genannten Sicherheitsstromversorgungsanlagen fast jede dritte Anlage (30 %) mit gravierenden Mängeln beanstandet worden, weitere 45 Prozent mit geringen Mängeln. Sicherheitsrelevante Mängel sind unter anderem nicht startende Notstromaggregate, unzureichender oder veralteter Kraftstoff oder defekte Batterien."
„Nach den Bauordnungen der Länder gelten neben Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas unter anderem auch Hochhäuser, Einkaufszentren und Versammlungsstätten wie Kinos oder Theater als Sonderbauten. Für sie ist eine Notstromversorgung gesetzlich vorgeschrieben, um auch bei einem Stromausfall oder im Fall eines Brandes den Betrieb sicherheitsrelevanter Systeme aufrechtzuerhalten. Der TÜV-Verband fordert, die Resilienz der kritischen Infrastruktur in Deutschland stärker in den Fokus zu rücken. Dazu gehören verbindliche Prüfintervalle, ausreichend qualifiziertes Fachpersonal und die konsequente Umsetzung der Prüfergebnisse."
„Insbesondere bei Stromausfällen ist es erforderlich, nicht nur einzelne Anlagen, sondern gesamte Versorgungsketten zu betrachten.
Bei den Prüfungen der so genannten Sicherheitsstromversorgungsanlagen ist fast jede dritte Anlage mit gravierenden Mängeln beanstandet worden.“
TÜV Verband e.V., Berlin
In der Praxis zeigt sich, dass Kraftstoffvorräte häufig nur 12 bis 24 Stunden ausgelegt sind. Bei länger andauernden Ausfällen stellt sich die Frage der Nachversorgung unter erschwerten Bedingungen: eingeschränkte Logistik, ausgefallene Kommunikationsnetze, blockierte Verkehrswege."
Floyd Janning, Geschäftsführer Sonnentaler GmbH, Hildesheim „Ich sehe hier Chancen! Extremsituationen und extreme Wetterlagen bringen die Stromnetze zunehmend an ihre Grenzen. Vielerorts ist die Infrastruktur marode, Stadtwerke sind überfordert. Bund, Kommunen und Netzbetreiber müssen in Netze und Versorgungssicherheit investieren. Aus unserer bundesweiten Erfahrung in Wohnquartieren und Industrie (zum Beispiel Veolia, BER Berlin etc.) sehen wir klar: Dezentrale Lösungen aus Photovoltaik, Batteriespeichern und intelligenter Ladeinfrastruktur erhöhen die Resilienz spürbar und sind die Zukunft. Die Technik hat sich enorm entwickelt – Freifläche, Aufdach, Fassade oder Floating, ergänzt um Ladehubs sogar für E-LKW sowie Trafostationen und Schaltanlagen zur sicheren Einbindung. Neue Geschäftsmodelle, bei denen Investoren oder Vermieter Strom vor Ort erzeugen und fair vermarkten, liefern heute so günstige Energie wie nie und einfach – bei kurzen Leitungswegen und mehr Unabhängigkeit. Mit zertifizierten und sicheren Systemen ist das auch für kritische Infrastruktur machbar. Die Lösungen sind da – wir müssen sie nur nutzen.“ W
Angriff auf das Berliner Stromnetz, weiter Krieg in der Ukraine: Allein das macht deutlich, wie dringend Sicherheitsvorsorge heute ist. Sicherheit ist dabei nicht nur eine staatliche
Aufgabe: Bundeswehr, Behörden, Wirtschaft und andere gesellschaftli-
che Institutionen müssen zusammenwirken. Schon seit längerem arbeitet auch die IHK Hannover daran mit. Am 12. Februar beschäftigt sich zum Beispiel das Sicherheitsforum Niedersachsen in der IHK Hannover mit der Frage, wie Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Stärke in Niedersachsen künftig gestaltet werden können. Die Teilnehmendenzahl beim Forum ist begrenzt. Für solche Veranstaltungen können Sie sich hier registrieren:
www.hannover.ihk.de
Nr. 6550938
Wann sonst stand der IHK-Auftakt unter solchen Vorzeichen? Konflikte treffen die Wirtschaft weltweit – und Deutschland in einer Strukturkrise. Drei Punkte aus Hannover: Nicht naiv. Gemeinsam. Mit Werten.
KLAUS POHLMANN
Mit klarem Blick und nicht blauäugig die Weltlage einschätzen: Das ist jetzt gefragt. Der Grönland-Konflikt und Davos, nur wenige Tage nach dem IHK-Auftakt, sollten den letzten Rest Naivität beseitigt haben, sofern sich überhaupt noch jemand Illusionen gemacht hat: Da kommt nichts weniger ins Rutschen als die bisherige, auf Regeln gegründete Weltordnung. Regeln, die inzwischen nicht nur dauernd in Frage gestellt, sondern gebrochen werden. Der Freihandel war nur das erste Opfer. Die USA-Expertin Cathryn Clüver Ashbrook sieht in dem, was von der US-Regierung gerade ausgeht, „Zerstörungsabsicht“. IHK-Präsident Gerhard Oppermann beschrieb die hybride Situation, in der sich Deutschland nicht nur angesichts von Drohnenüberflügen, Cyberangriffen und einer realen militärischen Bedrohung befindet, so deutlich: „Unser Frieden ist Vergangenheit.“ Und die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, befand: SCHLUSS MIT DER NAIVITÄT. Wir müssen wehrfähig werden. Sonst ist die EU 80 Jahre nach ihrer Entstehung Geschichte.“ Ob wir noch immer zu nativ auf die US-Administration blicken, war da nicht mehr als eine rhetorische Frage von Auftakt-Moderator Martin Brüning.
Und nun? Gerhard Oppermann: „Unser Land, unsere Gesellschaft und unsere Unternehmen sind stark. GEMEINSAM SIND WIR NOCH VIEL STÄRKER.“ Was nicht heißt, dass man einer Meinung sein muss: Es ist nicht die Zeit versöhnlicher Töne, so Oppermann. Wohl aber die Zeit respektvoller Auseinandersetzung, sagte Olaf Lies. Und Cathryn Clüver Ashbrook mahnte: „Setzen Sie sich an einen Tisch.“ Gemeinsam an der Resilienz arbeiten: „Dann schaffen wir das auch.“

„Gemeinsam
sind wir noch viel stärker.“
Gerhard Oppermann, Präsident der IHK Hannover beim Auftakt 2026
Tatsächlich ohne Naivität, gemeinsam –und was sich zudem durch den Auftakt zog: AUF DER GRUNDLAGE VON WERTEN. „Grundrechte, freie Wahlen, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit – für mich ist und bleibt die Demokratie das Fundament für unsere Zukunft in Wirtschaft und Gesellschaft.“ Und muss energisch verteidigt werden: Wann zuvor sah sich ein IHK-Präsident in der Pflicht, das zu Beginn eines Jahres so zu betonen, so deutlich auf die demokratische Grundordnung und die Soziale Marktwirtschaft als Säulen des Zusammenlebens hinzuweisen?
Weiß und schwarz bei Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Entweder man hält sich an das Völkerrecht, oder man lässt es.“ Mit der Botschaft: Wir tun es. Und wollen anderen gegenüber Partner sein, nicht Ausbeuter, machte Strack-Zimmermann mit Blick auf das so wichtige und doch verschobene Mercosur-Abkommen deutlich. Und sie wies auf etwas hin, das wir besitzen, und das ein unschätzbarer Wert ist: „Wir gehen abends schlafen. Und werden nicht bombardiert.“ Sagte sie mit Blick etwa auf die Ukraine. Ebenso wie Cathryn Clüver Ashbrook warb sie leidenschaftlich darum, für Freiheit und Demokratie zu kämpfen. Und war damit dicht bei den Eingangsworten von IHK-Präsident Gerhard Oppermann. W

Sie sind Mitglied der Geschäftsleitung eines Unternehmens im Bereich der IHK Hannover, haben keine Einladung zum Auftakt erhalten, möchten aber künftig gerne teilnehmen? Dann registrieren Sie sich hier: event.hannover.ihk.de/auftakt
Trotz Wintereinbruch kamen rund 700 Teilnehmende in den Kuppelsaal des Hannover Congress Centrums.

Weltweite Krisen, Demokratie unter Druck, unerfüllte Hoffnung in die Politik, Verunsicherung und Zukunftssorgen. Eine so ernste Lage ist nicht die Zeit für einen versöhnlichen Ton, sagte IHK-Präsident Gerhard Oppermann. Und wurde deutlich. Fehlende Investitionen, erste Risse am Arbeitsmarkt, rückläufige Umsätze bei der Industrie, gerade im für Niedersachsen so wichtigen Automobilbau. Oppermann bezeichnete die Lage der Wirtschaft als dramatisch, trotz gewisser Chancen. Die seien vorhanden, aber: Da ist nichts schönzureden, so der IHK-Präsident. Gemeinsamkeiten zwischen Oppermann und Ministerpräsident Olaf Lies wurden bei grundsätzlichen Zielen jedoch durchaus deutlich. Beispiel Bürokratieabbau: Beide sprachen sich für eine Vertrauenskultur aus, um auf dieser Basis den Regelungsdschungel einzudämmen. Während aber Lies der Bundesregierung ernsthaftes Bemühen um Reformen bescheinigte, geht es Oppermann unter dem Eindruck von
Richtungskämpfen zu langsam voran: „Die notwendigen Reformprojekte bleiben stecken oder kommen gar nicht erst zum Tragen. Gleichzeitig gehen jeden Monat Tausende Industriejobs verloren, insbesondere in der Chemie- und Grundstoffindustrie – ein Schaden, der kaum zu reparieren sein wird.” Reformen heute, jetzt - „damit Deutschland nicht zum Industriemuseum wird.” Was es braucht: Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, Tempo. Oppermann nannte Beispiele: Endlich Steuerreform - darauf warte die Wirtschaft sehnsüchtig. Endlich Entbürokratisierung. Und Rückenwind für die Wirtschaft mit Anreizen statt Verboten. Blick nach Litauen: „Wer dort ein Unternehmen gründet, bezahlt erst einmal keine Steuern, sofern der Gewinn 300 000 Euro nicht übersteigt." Die würden erst fällig nach einem Jahr und bei schwarzen Zahlen - mit Vorteilen für kleine Firmen. „Weniger Hürden, dafür klare Prioritäten in Infrastruktur, Digitalisierung, Energie – jetzt,

nicht übermorgen“, so Oppermann: Wirtschaft braucht Investitionen. In Deutschland sei versäumt worden, Strukturen zu ändern: „Stattdessen haben wir versucht, unsere Probleme mit Geld zuzuschütten.” Oppermann warnte, dass so die - im Prinzip richtigen – Sondervermögen verpuffen. W Auftakt-Rückblick im Internet: www.hannover.ihk.de Nr. 6027656
Niedersachsens Ministerpräsident rief 2026 zum Jahr der Wirtschaft aus. Und will Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit neu aufeinander abstimmen.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, erstmals in dieser Rolle beim IHK-Auftakt in Hannover, stimmte die rund 700 Teil nehmenden auf ein „hartes, anstrengendes Jahr“ ein. Er warb in seiner Rede aber auch dafür, die kleinen positiven Nachrichten wahrzunehmen. Er lobte das – nur wenige Tage später verschobene – Mercosur-Abkommen und hob den erfolgreichen Anlauf der Batteriezellfertigung in Salzgitter hervor.

Lies sprach sich nachdrücklich für eine „Rekalibrierung von Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit“ aus. Denn nur mit einer starken funktionierenden Wirtschaft könnten die zahlreichen Herausforderungen bewältigt werden. „Wirtschaft ist das zentrale Thema für 2026 – und dabei bleiben wir auch“, sagte der Ministerpräsident.
Die wohl nie da gewesene fundamentale „Summe an Krisen“ sorge für Verunsicherung in der Gesellschaft – und diesem müsse sich die Politik entgegenstellen. „Die Menschen erwarten Lösungen von uns.“ Diese dienten letztlich dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. So müsste der seit Jahren angesprochene Bürokratieabbau nun endlich angegangen und aus einer Misstrauenskultur eine Vertrauenskultur werden. Die Regeln dürfen nicht alle belasten, nur weil es manche gebe, die sich nicht an Regeln hielten. Es brauche „Klarheit, Verlässlichkeit und Nähe. Probleme müssen klar benannt werden und wir müssen alle miteinander im Gespräch bleiben und diskutieren“, sagte Lies. Es müsse jetzt gehandelt werden, damit, wenn es wieder losgeht, Niedersachsen besser aufgestellt ist. (gt) W


Vorfreude pur: Die Hanseraumkonferenz, das jährliche Treffen der norddeutschen Wirtschaftsjunioren und -juniorinnen, findet in diesem Jahr vom 14. bis 17. Mai in Hannover statt. Bis zu 700 Teilnehmende werden damm erwartet. Beim IHK-Auftakt gaben Hanna Schunke, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Hannover, IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt und Konferenzdirektor Christoph Kielhorn (im Bild, v.l.) einen Ausblick, befragt von Martin Brüning. Mehr zur Hanseraumkonferenz: Seite 13. (pm) W
Es dauerte kaum eine Woche, bis sich nach dem IHK-Auftakt die internationale Lage zuspitzte: Wie sich die Welt gerade neu ordnet, war ein zentrales Thema in Hannover.
Die Transatlantiker unter uns sind fassungslos.” Das sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses, beim IHK-Auftakt in Hannover. Und das sogar noch Tage bevor der US-Präsident weiter Druck aufbaute, um Grönland unter seine Kontrolle zu bringen. Bewusst offengelassen hatte Strack-Zimmermann auch die Frage, ob die EU überhaupt eine Strategie gegenüber den USA habe.
Nur wenige Tage nach dem IHK-Auftakt später sollte dringend notwendig werden, was Cathryn Clüver Ashbrook (Foto) in Hannover angesprochen hatte: eine „strategische Kreativität“ Europas. Innerhalb von Stunden, höchstens Tagen brauchte die EU eine Antwort auf die Zoll-Drohung der USA. Die in Davos zurückgenommen wurde.
tems. „Das hätten wir alles sehen können. Aber wir wollten es nicht.“ Dieser Plan wurde mit einer geradezu dramatischen Geschwindigkeit umgesetzt, in der weltweit ältesten verfassten und „vermeintlich“ gesicherten Demokratie, so Clüver Ashbrook – mit der Betonung auf vermeintlich. Was auch ein Menetekel für uns ist, machte die Politik-Fachfrau deutlich, die gerade ein Buch zu den Entwicklungen in den USA veröffentlicht hat (s. Seite 60).

Für Clüver Ashbrook ist das, was seit einem Jahr in den USA passiert und was sich Mitte Januar zuspitzte, im Grundsatz weder ungesteuert noch irrlichternd. Sie verweist auf das bereits vor drei Jahren veröffentlichte Project 2025, den Masterplan für einen auf den Präsidenten zugeschnittenen Umbau des amerikanischen Regierungssys-
Und nun? Geht es darum, Europa in Schwung zu bringen. So Strack-Zimmermann, und sie ergänzte gewohnt deutlich: „Wenn wir das nicht hinkriegen, können wir uns einsargen lassen.“ Was beide Expertinnen auch deutlich machten: Europa hat Potenzial. „Aber das muss von der Kette gelassen werden“, sagte Strack-Zimmermann. Der Binnenmarkt mit mehr Menschen als in den USA, technologische Spitzenpositionen vieler Branchen. Gleichzeitig müsse sich Europa, müsse sich Deutschland dringend besser schützen. Das habe der Anschlag in Berlin gezeigt, so Cathryn Clüver Ashbrook. Zuvor hatte Strack-Zimmermann darauf hingewiesen, dass es auf

Fotos: Hagemann/Finger

Wegen des Wetters zugeschaltet aus Düsseldorf: Marie-Agnes Strack-Zimmermann.
EU-Ebene noch keine Verteidigungsunion gibt: „Jeder macht sein Ding.“ Das müsse sich ändern, so die Vorsitzende des EU-Verteidigungsausschusses. Es geht jetzt um nicht weniger, als Demokratie und Freiheit zu erhalten. Das machten beide den rund 700 Teilnehmenden in Hannover geradezu leidenschaftlich klar. Auch die Bedeutung der Ukraine dafür wurde beim IHK-Auftakt mehrmals hervorgehoben. In dieser Situation, so Clüver Ashbrook, müsse man gemeinsam an der Resilienz zu arbeiten. Denn dass die größten Prüfungen möglicherweise noch bevorstehen könnten, zeichnete sich beim IHK-Auftakt bereits ab. Wenige Tage später wurde in aller Deutlichkeit klar, wie brennend akut die Themen tatsächlich sind. W

Lichtblick, Mutmacher, Meilenstein:
Dass Göttingen eine von bundesweit zehn Startup Factorys bekommt, zog sich durch den IHK-Jahresempfang.
KLAUS POHLMANN

Grant Hendrik Tonne,
Niedersachsens Wirtschaftsminister
Die neue Start-up-Factory GOeFuture soll im forschungsintensiven Städtedreieck mit Hannover und Braunschweig die Zahl von Unternehmensgründungen im Bereich Life Sciences hochtreiben. Es ist die Chance für Göttingen und Südniedersachsen: Das betonte IHK-Vizepräsidentin Alexandra Gerhardy: Mit bis zu 20 Mio. Euro aus privaten und öffentlichen Mitteln könnte ein Wachstumsmotor für die Region entstehen.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne wies vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage


So werden Start-ups unterstützt: Christian Grascha (IHK) befragt Elisabeth Zeisberg, Stephanie Pfeil-Coenen und Dennis Benkmann.
auf die besondere Mentalität in Start-ups hin, um Herausforderungen zu begegnen – „und genau das brauchen wir, Menschen, die Probleme anpacken.“ Das Bundesland sei mit der Region Göttingen und Südniedersachsen insbesondere im Bereich der Life Sciences sehr gut aufgestellt, also der Lebenswissenschaften mit Biotechnologie, Medizin, Ernährung oder auch Pharmazie. Die Grundlage bilden 13 Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie eine große Zahl von Unternehmen zwischen Hannover, Braunschweig und Göttingen, ebesno die Life Science Factory und das Life Science Valley. Und nun kommt GOeFuture.
Der Stand: Nach dem Zuschlag Mitte 2025 ist die Förderung jetzt grundsätzlich unter Dach und Fach, Mitarbeitende werden eingestellt, das Projekt wird in die Öffentlichkeit getragen. Das erklärte Prof. Dr. Elisabeth Zeisberg, die Geschäftsführerin der GOeFuture Management GmbH. Allerdings: Die Förderkonzept sieht vor, dass die Finanzierung jeweils zur Hälfte von privater und öffentlicher Seite gestemmt wird. Noch sind jedoch die privaten 10 Mio. Euro nicht erreicht, die nötig sind, um das Fördervolumen über einen öffentlichen Beitrag in gleicher Höhe vollständig auszuschöpfen, so Zeisberg. Die GOeFuture-Chefin machte aber auch deutlich,

was da in den kommenden fünf Jahren in Göttingen entstehen soll: Eine Organisation, in der gewissermaßen fabrikmäßig Start-ups entstehen: „Wie Brezeln backen“, sagte die in Regensburg geborene Medizinerin.
Die IHK unterstützt GOeFuture
Die IHK Hannover unterstützt das Projekt. Wie, wurde beim IHK-Jahresempfang durch zwei Unternehmen deutlich. Stephanie Pfeil-Coenen, Mitgründerin und Geschäftsführerin des noch jungen Biotechnologie-Unternehmens Phaeosynt GmbH aus Hannover

Dr. Andreas Philippi, Niedersachsens Sozialminister
(mehr: Seite 43), und Dennis Benkmann, Geschäftsführer der Northeimer Sabeu GmbH & Co. KG, berichteten, wie Start-ups und etablierte Unternehmen voneinander profitieren können. Die Start-ups lernen von erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmen. Außerdem werfen sie sozusagen einen Blick in die eigene Zukunft, sehen also, wie sie selbst in einigen Jahren aufgestellt sein könnten. Und die Mentor-Unternehmen nehmen die Geschwindigkeit, die Lösungsorientierung, die Fehlerkultur, die Mentalität der nachwachsenden Generation auf – und lernen, wie ihre künftigen Kundinnen und Kunden ticken. Zusammengebracht hat Sabeu und Phaeosynt Christian Grascha, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer und für Südniedersachsen zuständig. Mentor-Match heißt das Programm.
Noch in einem weiteren Aspekt unterstützt die IHK die Life-Science-Initiative: Über Adelante! Colombia werden südamerikanische Fachkräfte in die Region geholt. Zunächst auf Medizintechnik ausgerichtet, wurde das Spektrum jetzt noch erweitert, wie Sozialminister Dr. Andreas Philippi beim IHK-Jahresempfang in Göttingen sagte. Durch die Zusammenarbeit von IHK Hannover und Landesregierung habe es im vergangenen Jahr hier einige Fortschritte gegeben. Alexander Hartkens, für den Personalbereich bei Contitech in Northeim zuständig, lobte das Projekt als eine der wichtigen Ideen, um angesichts der demografischen Entwicklung die nötigen Fachkräfte zu gewinnen. W
„Ausbildung ist selbstbewusstseinserweiternd“
Abgesehen vom Mutmacher GOeFuture brachte IHK-Vizepräsidentin Alexandra Gerhardy (Foto) zwei Themen mit zum regionalen IHK-Jahresempfang: Die Sorge, dass auch durch kommunale Entscheidungen Belastungen für Unternehmen in diesen Zeiten noch weiter steigen könnten. Und wie wichtig angesichts des Fachkräftemangels die

duale Berufsausbildung ist: „Unsere Botschaft für Unternehmen und junge Menschen ist deshalb ganz klar: Ausbildung ist Zukunft. Ausbildung ist selbstbewusstseinserweiternd“, so Gerhardy. Entsprechend wichtig seien die Anstrengungen der Unternehmen im Ausbildungsmarketing und die zahlreichen Aktivitäten der IHK Hannover, um junge
Menschen für die duale Berufsausbildung zu begeistern. Die IHK-Vizepräsidentin warnte vor zusätzlichen Steuern: Angesichts der bereits massiven wirtschaftlichen Probleme sei es ihr schleierhaft, wie überhaupt in den Räten und Rathäusern erwägt werden könne, die Unternehmen weiter durch Steuererhöhungen, Verpackungs- oder Bettensteuern zu belasten. (gt) W
Das Welcome & Business Center der IHK und das hannoversche Projekt Unter einem Dach unterstützen
Jugendliche mit Migrationsbiografie.
Lena Hydara ist ein Vorbild, denn die junge Frau hat aus einer Idee einen Ausbildungsvertrag gemacht – und das innerhalb nur weni-
ger Wochen. Mithilfe des Welcome & Business Centers IHK und dem Projekt Unter einem Dach wurde die 20-Jährige auf ihre eigenen Potenziale und Wün-

Dass ihr der Kontakt mit Menschen besonders Spaß macht, war Lena Hydara klar, eine genaue berufliche Richtung hatte sie aber noch nicht. Mit anderen Jugendlichen und Anna Immoor vom IHK-Welcome & Business Center schrieb sie im Workshop „Get ready 4 Ausbildung“ Lebensläufe, machte Bewerbungsfotos und übte Vorstellungsgespräche. „Im Workshop konnten sie sich ausprobieren, austauschen, Fragen stellen. Das hat sie sichtbar gestärkt“, resümiert Iyabo Kaczmarek, Geschäftsführerin vom Projekt Unter einem Dach, das Copilot beim IHK-Workshop war.
sche aufmerksam – und hat nun trotz einiger Hindernisse den ersten Stein für ihre berufliche Karriere gelegt. Wir zeichnen ihren Weg nach.

„Seitdem ich weiß, dass ich eine Ausbildung machen will, bin ich viel selbstbewusster geworden.“
Lena Hydara
Mit dem Theorie-Wissen aus dem Workshop an der Hand ging es für die junge Frau kurz darauf in die Praxis. Auf einer Messe des Berufsinformationszentrums der Arbeitsagentur suchte sie Kontakt zu mehreren Ausbildungsbetrieben und führte selbstbewusst erste Kennlerngespräche. Talent Coach Anna Immoor (l.) vom Welcome & Business Center der IHK begleitete sie, hielt sich aber im Hintergrund. Denn: „Seitdem ich weiß, dass ich eine Ausbildung machen will, bin ich viel selbstbewusster geworden“, sagt Lena Hydara.
Mit Gründung des Fachkräftezentrums „Welcome & Business Center IHK“ (WBC) hat die IHK Hannover seit Anfang 2025 eine zentrale Einrichtung ins Leben gerufen, in der Ideen und Initiativen zur Fachkräftesicherung gebündelt werden. Das WBC dient als erste Anlaufstelle für Unternehmen und Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der IHKRegion suchen. Gleichzeitig informiert das WBC zu allen wichtigen Änderungen und Vorga-

ben in diesem Themenfeld, wie beispielsweise der Informationspflicht für Unternehmen bei der Anwerbung von Drittstaatangehörigen. Diese besagt, dass seit dem 1. Januar 2026 Drittstaatler schriftlich über ihre arbeits und sozialrechtlichen Beratungsrechte informiert werden müssen. Ausführliche Informationen dazu stehen auf der Website der IHK (QRCode rechts). (skl)

Mit ihren Bewerbungsunterlagen und ihrem großen Interesse für die Hotellerie bekam Lena Hydara Ende Dezember einen Praktikumsplatz im Courtyard by Marriott am Maschsee. Dort half sie beim Gemüse schneiden in der Küche, betreute Gäste an der Rezeption, wirkte im Housekeeping und an der Bar mit. Diese vielfältigen Bereiche erforderten ebenso vielfältige Fähigkeiten – wie auch beim Falten von Servietten-Sternen im Veranstaltungsservice des Hauses. „Wir sind schon wie eine Familie“, sagt Hydara. Sie fühlt sich sichtlich wohl im Betrieb und im Team.



„Wir sind schon wie eine Familie.“
Lena Hydara
Nicht nur Hydara selbst, auch Silvio Heyder (l.) aus dem Human Resources-Bereich des Hotels ist mit der jungen Frau vollends zufrieden. „Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind sehr wichtig, denn hier greift ein Rädchen in das andere“, erklärt er. Man müsse sich auf die Gastro- und Hotellerie-Welt einlassen und keine Angst vor Fehlern haben. Das gelte vor allem für Sprachen. „Dafür sind wir alle Menschen“, meint Heyder. All diese Fähigkeiten hat die junge Frau aus Gambia unter Beweis gestellt – und freut sich nun auf ihren Ausbildungsstart Anfang Februar. W

Luisa Petri und ihr Cousin Julian Schmidt arbeiten bereits seit einigen Jahren im Unternehmen mit, das ihr Großvater 1962 gründete.
Mit 350 Mitarbeitenden stellt Petri Feinkost im Weserbergland Frischkäsespezialitäten her. Die Produkte des 1962 gegründeten Unternehmens sind heute in vielen Supermärkten in ganz Europa zu finden.
Kein Handyempfang, keine Autobahn weit und breit, dafür viel Wald und Fels – das ist Glesse. Vielleicht vierzig Häuser zählt das Dorf im Weserbergland, in dem die Petri Feinkost GmbH & Co. KG ihren Sitz hat. Seit mehr als sechzig Jahren stellt das Familienunternehmen in dem Ortsteil der kleinen Gemeinde Ottenstein Produkte her, die heute meist als Frischkäsezubereitung in verschiedenen Varianten in Supermärkten in ganz Europa zu finden sind. „Von Zypern bis zu den Kanaren und auch in Schweden und dem Baltikum gibt es unsere Petrella-Produkte“, erklärt Luisa Petri, die das Marketing des Unternehmens leitet. Die 28-Jährige steht zusammen mit ihrem Cousin Julian Schmidt, der als Assistent für den produktionsseitigen Bereich zuständig ist, für die dritte Generation des Familienbetriebs, der 1962 von Claus und Waltraud Petri gegründet wurde. Deren Kinder Stefan und Markus teilen sich die Geschäftsführung des Unternehmens, das inzwischen mehr als 350 Menschen beschäftigt.
Petri ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, sich erfolgreich in einer Nische zu entwickeln. Denn in Deutschland und Europa gibt es mehrere bekannte Marken im Frischkäseregal, die teils von globalen Konzernen in deutlich größeren Mengen hergestellt werden. „Schon unser Großvater hatte den Anspruch nur die beste Qualität zu verarbeiten. Und das leben wir auch heute noch“, erklärt Luisa Petri. Die Milch etwa kommt aus dem Weserbergland, von 22 Landwirtinnen und Landwirten deren Höfe sich alle in einem Umkreis von nur 30 Kilometern rings um den Betrieb befinden. Die Milch wird dann in einer eigenen Molkerei zu Frischkäse verarbeitet. Dabei setzt Petri bis heute noch auf das Tuchpressverfahren, eine aufwen-
„Schon unser Großvater hatte den Anspruch nur die beste Qualität zu verarbeiten. Und das leben wir auch heute noch.“
Luisa Petri (28), gehört zur dritten Generation des Familienunternehmens und verantwortet das Marketing.
dige, traditionelle Herstellungsmethode. Die weiteren Zutaten wie Schnittlauch, Paprika, Knoblauch oder Zwiebeln werden von Mitarbeitenden in der Produktion gewaschen, geschält und je nach Rezeptur gekocht oder vorbereitet und später mit Gewürzen und dem Frischkäse verrührt. „Wir verfügen über bestimmt 600 verschiedene Rezepturen“, sagt die 28-Jährige. „Wir können auch kleinere Mengen in ausgefallenen Geschmacksrichtungen herstellen“. Gerade hat Petri für einen Discounter sogar Frischkäse mit Currywurstgeschmack produziert. „Wir werden gern von den großen Lebensmittelhändlern für besondere Produkte angefragt“, ergänzt Julian Schmidt. „Wir haben uns nicht nur mit der Qualität, sondern inzwischen auch durch Schnelligkeit und unsere Liefertreue einen guten Namen gemacht.“
Harte Preisverhandlungen gibt es dennoch. „Aber Qualität setzt sich langfristig immer durch“, sagt der für die Technik zuständige Assistent der Geschäftsführung. Petri hat in den letzten Jahren stark davon profitiert, dass die Frischkäsespezialitäten aus Ottenstein-Glesse seit bald zwei Jahrzehnten zum festen Angebot der großen Discounter wie etwa Aldi und Lidl gehören. Die Expansion der Märkte in neue Länder sorgte auch im Weserbergland für kräftiges Wachstum. Der 33-jährige Lebensmitteltechnologe mit BWL-Studium kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als ständig neue Ländergesellschaften der Discounter ihre Bestellungen bei Petri aufgaben. „Und inzwischen sind wir in vielen Ländern auch bei den anderen alteingesessenen Supermarktketten erhältlich.“ Allerdings gehört zur Wahrheit auch, dass ihr Großvater anfangs von dem Gedanken, ihre Produkte bei Discountern zu verkaufen, nicht so überzeugt war.

Dass es das Unternehmen heute überhaupt gibt, hängt eng mit einem Käsekuchen zusammen. Den Kuchen auf Quark- und Margarine-Basis hatten Claus und Waltraud Petri Anfang der 1960er Jahre zu einer Geburtstagsfeier mitgebracht. Einem Edeka-Händler aus Bodenwerder schmeckte dieser so gut, dass er das damals frisch verheiratete Paar davon überzeugen konnte, einmal die Woche einen Kuchen zu backen, den er in seinem Laden verkaufte. Und schon kurz darauf gab es weitere Nachfragen von anderen Händlern, sodass 1962 das Unternehmen entstand. Als die Produktion in der heimischen Wohnungsküche zu eng wurde, setzte sich der Ottensteiner Politiker Manfred Weiner dafür ein, dass das junge Unternehmen im Ort eine neue Bleibe findet. „Es gab damals auch die Überlegung, nach Bad Pyrmont oder Hameln umzuziehen – aber hier überzeugte das Grundstück sowie das familiäre und engagierte Vorgehen der Gemeinde“, berichtet Julian Schmidt.
„Wir werden gern von den großen Lebensmittelhändlern für besondere Produkte angefragt.“
Julian Schmidt, gehört zur dritten Generation des Familienunternehmens. Als Assistent der Geschäftsführung ist der 33-Jährige für die Technik bei Petri zuständig.
In seiner 63-jährigen Geschichte hat sich Petri immer wieder verändert. So wurde aus Käsekuchen im Laufe der Jahre das Hauptprodukt Frischkäse, das zunächst vor allem in Käsetheken verkauft wurde, die es früher mit Bedienung in jedem Supermarkt gab. Mit der eigenen Molkerei brauchte Petri keine Milchprodukte mehr zukaufen und konnte Rezepturen immer weiter verfeinern.
Vor drei Jahren bereits stieg das Unternehmen in die Herstellung von veganen Produkten ein, die unter anderem auf Basis von Kokosöl und Mandelproteinen produziert werden. Die Petrella-Produkte ohne tierische Bestandteile scheinen den Zeitgeist voll zu treffen. „20 Prozent unserer gesamten Produktionsmenge sind inzwischen vegan“, erklärt Schmidt. Wie sich das auf die Bilanz auswirkt, möchte Petri nicht sagen. Das Unternehmen macht generell keine konkreten Angaben zu seinem Umsatz oder den Ergebnissen. Allerdings plant das Familienunternehmen gerade eine Erweiterung seiner Produktion nicht zuletzt aufgrund des Erfolgs der veganen Produkte. „Die Baugenehmigung liegt bereits vor.“ Bald soll es losgehen. W

Für die Sorte "Peppasweet" wird der Frischkäse mit gekochten und gewürzten Paprikastücken verrührt.
UNTERNEHMEN IN KÜRZE
+++ Die casusQuo GmbH, nach eigenen Angaben Deutschlands führender Dienstleister für die Abrechnungsprüfung gesetzlicher Krankenkassen, ist mit Jahresbeginn um drei weitere Kunden gewachsen: die ZF BKK und die BKK MTU, beide aus Friedrichshafen, sowie die bkk melitta hmr aus Minden. Auch diese Betriebskrankenkassen lassen dann ihre Krankenhausrechnungen von den über 70 Spezialistinnen und Spezialisten bei casusQuo prüfen. Die beiden süddeutschen Betriebskrankenkassen werden gleichzeitig Gesellschafter der casusQuo GmbH. Udo Halwe, Geschäftsführer von casusQuo, sieht sich durch die neuen Kunden bestätigt. Man habe auch weitere Mitarbeitende eingestellt, aber durch eine KI-gestützte Software benötige man weniger zusätzliches Personal als in früheren Wachstumsphasen. Trotzdem ist das Unternehmen weiter auf der Suche nach Fachkräften.
+++ Die Deutsche Messe AG baut ein Angebot zur industriellen Transformation in Afrika auf. Dazu gehört die Premiere der Messe Industrial Transformation Africa, die in diesem Jahr vom 29. September bis 1. Oktober in der marokkanischen Metropole Casablanca geplant ist. Parallel dazu gründet die hannoversche Messegesellschaft als ganzjährige Plattform für Automation, Robotik und Industrie 4.0 die Smart Factory Academy Casablanca.
+++ Die enercity AG hat sich in einem europaweiten Vergabeverfahren um die Stromversorgung aller öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland durchgesetzt. Insgesamt werden bis 2029 rund 500 einzelne Standorte versorgt. Das hannoversche Energieunternehmen ist bereits seit 2022 Stromlieferant von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Die insgesamt 270 Gigawattstunden Strom, die im Rahmen der neuen Verträge jährlich geliefert werden, entsprechen nach Angaben von enercity einem Jahresbe-
darf von etwa 108 000 durchschnittlichen Haushalten in Deutschland.
+++ Rossmann hat sein Geschäftsjahr 2025 mit einem neuen Rekordumsatz von 16,6 Mrd. Euro abgeschlossen – ein Wachstum von 8,5 Prozent. In Deutschland hat das Burgwedeler Drogerie-Unternehmen seinen Umsatz in den 2342 Filialen um 6,1 Prozent auf 10,5 Mrd. Euro gesteigert. Ein besonders dynamisches Wachstum haben die Auslandsgesellschaften (Polen, Ungarn, Tschechien, Türkei, Albanien, Kosovo, Spanien, Schweiz und online in Dänemark) mit ihren 5209 Märkten erzielt; dort stieg der Umsatz um 130 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro. In den neun europäischen Ländern beschäftigt Rossmann 67 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in Deutschland sind es 41 300.
+++ EGA Leitmetall, ein europäischer Hersteller von hochfestem Recyclingaluminium aus Hannover, hat Mitte Dezember die Erweiterung seiner deutschen Produktionskapazitäten angekündigt: In der Nähe von Hannover soll ein neues Werk entstehen, das die Kapazitäten mehr als versechsfachen wird. Die Investitionssumme liegt bei rund 145 Mio. Euro. Geplant ist, am neuen Standort jährlich zusätzlich 110 000 Tonnen Sortierkapazität sowie 153 000 Tonnen Schmelz- und Gießkapazität aufzubauen. Das bestehende Werk von EGA Leichtmetall – Leichtmetall Aluminium Giesserei Hannover GmbH – verfügt über rund 30 000 Tonnen Schmelz- und Gießkapazität pro Jahr. Die Produktions soll 2028 starten, rund 200 Arbeitsplätze sollen entstehen.
+++ Der Flughafen Hannover hat 2025 mehr Passagiere befördert als im Vorjahr. Bis zum Jahresende rechnete man mit rund 5,32 Millionen Fluggästen – gut 100 000 mehr als 2024. Wie in den vergangenen Jahren sind Antalya, Palma de Mallorca und München die
Top-Strecken ab Hannover. Mit dem Ergebnis 2025 ist der Airport noch ein ganzes Stück vom Rekordjahr 2019 entfernt, als noch Fluggesellschaften wie WizzAir, die polnische Lot oder Condor in Hannover aktiv waren.
+++ Nordmedia zeichnet jedes Jahr Filmtheater und Spielstellen in Niedersachsen und Bremen aus, die mit ihrem Programm zu einer vielfältigen Kinokultur beitragen. Für die kommende Ausschreibungsrunde wurde die Preissumme auf 300 000 Euro verdoppelt. Einreichung der Programme 2025 bis 1. März (www.nordmedia.de).
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22. Januar, 15.05 Uhr
Es ist ein freudiges Kommen und Gehen im Foyer von Katrin Katholniggs (58) „Ars Saltandi Dance & Drama School“ in Hildesheim-Himmelsthür. Auf dem Plan stehen pro Woche 80 Kurse, von Aerial Dance über Ballett, Rhönrad, Hip Hop bis Tanzakrobatik. Ihre Kundschaft: rund 1000 Menschen zwischen 3 und 70 Jahren. Im Sommer 2025 hat die Schule bei der World Gym for Life Challenge in Portugal Silber gewonnen.
Wobei störe ich gerade?
Ich sitze am Tresen und beantworte die Fragen der Eltern, was Kurswechsel angeht. Oder ich muss mal ein Pflaster oder ein Kühlpack bereit halten. Oder ich bringe einem Kind, das seine Flasche vergessen hat, ein Glas Wasser. Ich bin dann für alles, was zum Tanzleben gehört, zuständig. Ab 17 Uhr unterrichte ich dann selbst – die Erwachsenen und unsere Leistungsgruppen.
Was ist Ihr Kerngeschäft?
Mein Kerngeschäft ist, meinen Tanzdozentinnen Freiheiten zu lassen, ihre kreativen Ideen im Unterricht auszuleben, weil ich
vollstes Vertrauen in alle habe. Ich glaube, durch diese Freiheit entsteht so viel Potenzial und Leidenschaft, dass das die Kinder spüren. Ich möchte hier eine Oase haben, wo kein Mobbing stattfindet und nur Tanz und Gemeinschaft gepflegt werden.
Wieviele Mitarbeitende haben Sie?
16 Honorarkräfte, 2 Festangestellte, 6 Minijobber, einen FSJ-ler, und Assistentinnen.
Wofür möchten Sie werben?
Ich möchte für ein großes Miteinander werben, das durch Tanz ja automatisch entsteht, und dafür, dass die Jugendlichen hier ihren Alltag vergessen. Und für den von einer Tänzerin gegründeten, von uns unterstützten Hilfsverein „Hibeki“, der in Ghana zwei Schulen und eine Wasserversorgung aufgebaut hat.
Was verbindet Sie mit der IHK?
Für mich ist es immer unklar geblieben, dass ich Beiträge für die Künstlersozialkasse und die IHK zahlen muss.
Aufgezeichnet von Barbara Dörmer.
Manchmal tragen Sekundenentscheidungen sehr lange und weit. Wie gute Schuhe. zapato42: Entstanden ist der Name in der zweiten Hälfte der 90er Jahre, als Mail-Adresse. Nur nicht den richtigen Namen verwenden, war damals Maßgabe am hannoverschen Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, wo die Adressen vergeben wurden. Eine Buchstaben-Ziffern-Kombination am besten – und zwar jetzt, sofort: Da habe sie auf ihre Schuhe geblickt, und das war’s. Sagt Claudia Schuh. Zapato, das spanische Wort für Schuh. Und 42 ist schlicht die Schuhgröße. Dass es einen Science-fiction-Roman mit Kultstatus gibt, in dem 42 die Antwort ist auf die höchst unklar gestellte Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest, habe sie erst später erfahren. Drei Vokale bei sechs Buchstaben: zapato, das Wort klingt gut. Und im Spanischen besser als in vielen
anderen Sprachen. Und so blieb es dann bei zapato42, als Claudia Schuh zehn Jahre später einen Namen für ihre Firma brauchte. Die sie lieber als One-WomanShow bezeichnet denn als Agentur.
Kommunikation: Das ist ihr Geschäft. Und zwar vor allem Kommunikation von Unternehmen für Unternehmen, B2B. Medizin, Versicherung, Automatisierung, technische Themen allgemein, Architektur, Bau. Oder Zahlen: Das alles macht ihr Freude.
Sie schreibt Texte, sorgt für digitale Inhalte, bietet ihren oft langjährigen Kundinnen und Kunden fast nebenbei auch strategische Beratung: „Die fällt immer mit ab“, sagt Schuh. Was sie erreichen will, lässt sich in zwei Wörtern sagen: Brücken bauen. Neben Kommunikation und Strategie steht aber unter dem Agenturnamen noch ein dritter Begriff: Kultur.
„Die Sprache prägt ja die Kultur eines Unternehmens",
Die Vilsa-Gruppe ist nach eigenen Angaben erster deutscher Getränkehersteller mit validierten Netto-Null-Zielen beim Klimaschutz: Das Unternehmen hat sich wissenschaftsbasierte Klimaziele gesetzt und gemäß Science Based Targets initiative (SBTi) validieren
lassen. Bereits seit 2018 produziere Vilsa am Stammsitz Bruchhausen-Vilsen mit 100 Prozent Ökostrom und habe die direkt am Standort anfallenden, produktionsbedingten Emissionen von 2010 bis 2024 um rund 70 Prozent pro Füllung gesenkt, teilte Vilsa mit. (pm) W

das ist ihr wichtig. Kultur ist aber auch ein Hobby: Sie veranstaltet seit Jahren Wohnzimmerkonzerte. Singer/Songwriter, Jazz, Soul. Was eben in einen Raum passt.
Die 60-Jährige ist, ganz nebenbei, bekennende Baumarkt-Liebhaberin: „Man sieht mich mit Werkzeug.“
Bei zapato42 ist das Werkzeug aber die Sprache. Und bei den sehr speziellen Texten, die sie schreibt, wird es aus Claudia Schuhs Sicht noch eine Zeit dauern, bis KI das kann. Es wird also noch einige Jahre zapato42 geben: Manchmal tragen Sekundenentscheidungen eben weit. (pm) W


Geschäftsführer Freiherr Knigge GmbH, geboren in Hannover, verheiratet, 4 Kinder
ICH BIN

ALS CHEF
ALS FREUND
ALS POLITIKER
… sehr dankbar die Wiedervereinigung und, trotz aller dazugehörigen Verwerfungen, die insgesamt große wirtschaftliche Freiheit und politische Stabilität in einem sicheren Rechtsrahmen der Folgezeit miterlebt zu haben. Ich blicke weiterhin mit Optimismus nach vorn, wir haben ein sehr gutes Produkt.
… bin ich der Kapitän, aber auch der Steuermann und oft genug auch der Bordmechaniker. Es ist mir wichtig immer wieder in fast allen Bereichen selbst mitzuarbeiten, um Prozesse zu verstehen, zu optimieren und Redundanz zu erhalten. Dies ist in einem kleinen, aber inzwischen sehr technisierten Betrieb erforderlich.
… von internationalem Austausch und Kooperation war ich über viele Jahre ehrenamtlich Vorsitzender des Europäischen Rollrasen Verbandes und im Vorstand des Rollrasen-Weltverbandes TPI in den USA.
… sollte man zumindest einen Beruf ausgelernt oder mit Abschluss studiert haben. Schon einmal Personalverantwortung in der freien Wirtschaft gehabt zu haben wäre ebenfalls in vielen Fällen hilfreich.
ALS KIND
ALS LETZTES:
… habe ich bereits verstanden, dass es wohl nichts nachhaltigeres als die über vielen Generationen wirtschaftenden Familienbetriebe in der Land- und Forstwirtschaft in Deutschland gibt (der Begriff: „Nachhaltigkeit“ stammt übrigens aus der Forstwirtschaft). Es ist mir wichtig, dieses Verständnis an meine Kinder weiterzugeben und Interesse an diesem Beruf zu wecken und aufzubauen.
… freue ich mich auf die jetzt im Februar startende Rollrasen-Saison im Rasenland

Albrecht Freiherr Knigge produziert und vertreibt in der Rasenland Unternehmensgruppe seit 30 Jahren an fünf Standorten in Deutschland hochwertigen Rollrasen für private und gewerbliche Kunden. Das Geschäft ist aus dem landwirtschaftlichen Betrieb Rittergut Pattensen bei Hannover hervorgegangen - mit 700-jähriger Tradition.

Ende des Jahres 2022 erhielt Friedrich Schilling (l.) die silberne Ehrennadel des Kreissportbundes durch Uwe Drecktrah verliehen.
Als Kind stand Friedrich Schilling im Tor beim BSV Rehden. Später wurde er Unterstützer und Vorsitzender des Vereins, der heute in der Oberliga spielt.
Von Georg Thomas

Sie möchten Sponsor des BSV Rehden werden? Ihr Kontakt zum Verein: Tel. 05441 98940, info@ bsv-rehden.de
Früher stand er selbst im Tor für den BSV „Schwarz-Weiß“ Rehden. Und auch wenn er die Handschuhe schon lange nicht mehr anzieht, ist Friedrich Schilling dem Verein aus dem kleinen Ort an der B214 im Landkreis Diepholz über Jahrzehnte verbunden – bis heute. Der 74-jährige Steuerberater und Unternehmer ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Vereins, den Fußballfans spätestens seit dem Spiel im DFB-Pokal gegen Bayern München im Jahr 2013 kennen. Es ist der Höhepunkt in der Geschichte des Vereins, der 1954 gegründet wurde, auch wenn es nicht im eigenen kleinen Stadion mit 4000 Steh- und 350 Sitzplätzen stattfand und 0 zu 5 verloren ging.
Auf die Idee, sich stärker für den heute in der Oberliga Niedersachsen spielenden Verein –aktiv und als Sponsor – zu engagieren, hat ihn Mitte der 1990er Jahre letztlich ein Freund gebracht, mit dem er zusammen in Rehden zur Schule gegangen war: Dr. Hans Wöbse. „Du kannst hier doch was machen“, riet ihm der inzwischen verstorbene Zahnarzt, der auch mal ein Jahr Vorstandsvorsitzender von Hannover 96 war. Sie kannten sich und liefen
sich zufällig bei einem Fußballspiel über den Weg. Schillings Sohn war damals gerade aus Jugend in Lohne nach Rehden gewechselt. „Zu den Auswärtsspielen am Wochenende sind wir dann als ganze Familie gefahren“. Schilling brachte sich zunächst als Leiter der Fußballsparte ein und trug entscheidend dazu bei, dass der Verein bis in die vierthöchste Spielklasse aufstieg – und sich dort über zehn Jahre halten konnte – „als Dorfverein“, wie manche wohl sagen würden. Heute gibt es vier Plätze, ein modernes Vereinsheim und sogar einen VIP-Bereich für 100 Gäste. Zu den größten Sponsoren des Fünftligisten gehört die Walter Lang GmbH aus Bremen, die im Nachbarort eine Niederlassung betreibt und zur Firmengruppe der Familie gehört. Schilling und seine Unternehmen unterstützten den Verein über viele Jahre. Inzwischen haben seine zwei erwachsenen Kinder in den Firmen die Verantwortung übernommen. Die Frage, wie es einmal im BSV Rehden weitergeht, wenn er aus dem Amt ausscheidet, bereitet ihm durchaus Sorge. „Es dürfte ganz schön schwierig werden, jemanden zu finden“, befürchtet er. W
GESTARTET: DAMALS...
Es ist die Zeit der königlich-britisch-hannoverschen Personalunion: Als 1743 das Teegeschäft F.J. Seeger in Hannover gegründet wird, dürfte das eher dieser royalen Verbindung zuzuschreiben sein als der nicht allzu weit entfernten ostfriesischen Teekultur. Seeger wird später auch Hoflieferant. Das wohl älteste Teegeschäft Deutschlands ist gleichzeitig eines der ältesten Unternehmen der Stadt - heute in der Karmarschstraße mit 200 Teesorten im Angebot. Und
ist verbunden mit anderen Traditionsmarken: 1883 etwa entsteht in Danzig die Kaffeerösterei Machwitz, die sich 1919 dann in Hannover ansiedeln wird. Sie gehört ab Ende der 40er Jahre Walter Koch. Der übernimmt vor 75 auch das Seegersche Teegeschäft – beide sind bis heute unter einem Firmendach. Die Geschichte beider Unternehmen, Teehaus wie Kaffeerösterei, findet sich in umfangreichem Bildmaterial auf der Firmen-Website. Und mit alten Werbefilmen, ein Zufallsfund: „In einer
JAHRE
verstaubten Kiste haben wir ein paar alte Filmrollen gefunden, von denen wir gar
nicht mehr wussten, dass sie überhaupt noch existieren.“ (pm) www.t1p.de/hjkmz

Billerbeck GmbH Unabhängige Versicherungsmakler, Hannover (10. März)
Tewiss – Technik und Wissen GmbH, Garbsen (28. Februar)
TourismusMarketing Niedersachsen GmbH, Hannover (9. März)
JAHRE
JAHRE
AVI-Studio Audio-visuelle Informationssysteme GmbH, Hannover (27. Februar)
Hotel-Restaurant „Räuber Lippoldskrug“ André Detter, Alfeld (24. März)
Feeling Seasons Consulting GmbH, Hemmingen (13. Februar)
P & H Zerspanungstechnik GmbH, Sibbesse (13. Februar)
Klimmtwood GmbH, Hildesheim (22. Februar)
BIG Bau-Ingenieur-Gesellschaft Schierenbeck, Weyhe (13. März)
Feralco Deutschland GmbH, Nienburg (14. März)
Sascha Simon Versicherungen e.K., Weyhe (14. März)
Alexander Dehnert Industrievertretungen e.K., Hannover (15. März)
GRA Gesellschaft für Regel- und Anlagentechnik mbH, Hannover (15. März)
GESTARTET: HEUTE...
… und eines der noch jungen: die Phaeosynt
Was ein Start-up braucht: Energie, Dynamik, Tempo. Das nicht nur ins Unternehmen, sondern auch auf die Bühne zu bringen, ist aber nochmal eine andere Nummer. Stephanie Pfeil-Coenen schaffte es beim IHK-Jahresempfang in Göttingen locker.
Pfeil-Coenen hat 2023 in Hannover die Phaeosynt GmbH mitgegründet, ist heute Geschäftsführerin.
Das Biotech-Unternehmen mit Wurzeln in der Leibniz-Uni stellt Antikörper für medizinische Tests her – mit Kieselalgen. „Das, was Sie am Strand auf glitschigen Steinen unter den Füßen haben.“ Klar, sowas lässt sich auch anders sagen: „Unsere Plattform nutzt die marine Kieselalge Phaeodactylum tricornutum als eukaryotisches Expressionssystem zur Produktion rekombinanter Antikörper (Phaeobodies) und weiterer Proteine.“ Heißt es auf der Website.
Wozu braucht man so etwas? Für vegane Schwangerschaftstests zum Beispiel. Phaeosynt hält das Patent auf den weltweit ersten. Warum vegan? „Nein, den sollen Sie nicht essen“, sagte Pfeil-Coenen auf der Bühne des Göttinger IHK-Jahresempfangs vor gut 500 Gästen. Das neunköpfige Phaeosynt-Team will bei der
Antikörperproduktion einfach ohne tierische Bestandteile auskommen: Das ist die Kernidee des Start-ups.
Kein Geld verbrennen
Energie, Dynamik, Tempo: Fünf Tage sich fragen, ob man etwas umsetzt oder nicht? Unmöglich, „in den fünf Tagen verbrennen wir Geld.“ Aber wenn dann die Entscheidung zwar schnell, aber falsch war? „Dann weinen wir vielleicht einen Tag. Und dann geht es weiter.“ Außerdem: Fehler. Sind wichtig. Muss man machen. Sonst kann man nichts verbessern. Und überhaupt: „Um Geld zu verbrennen, müssen Sie erstmal Geld haben.“ So viel zur Bedeutung von Kapitalquellen für Gründungen.
Apropos Geld: „Im nächsten Leben studiere ich Jura.“ Mit einem Augenzwinkern und dem vergnügten Hinweis auf hohe Notar-Rechnungen – Raunen im Saal.
Noch vor der Gründung wandte sich das Team 2022 nach Göttingen, ans Life Science Valley. Dort wurde Unternehmenskonzept erstmal auf den Prüfstand gestellt. Mit der Zusammenarbeit im Dreieck Hannover, Göttingen und Braunschweig – wie sie jetzt in der GOeFuture Startup Factory noch ausgebaut werden soll –
klappt’s also. Und auch mit den Impulsen für die regionale Wirtschaft: Für den Schwangerschaftstest wird die Verpackung in Hannover gedruckt, die Kunststoffteile werden im Harz produziert.
Beim Lernen machen In Göttinger hat die spätere Phaeosynt-Gründungscrew auch ihren Patentanwalt kennengelernt. „Eine Anekdote noch“, ruft Stephanie Pfeil-Coenen, und hat sichtlich Spaß am Tempo: „Jetzt komme ich so richtig in Fahrt.“ Unmittelbar, bevor der Schwangerschaftstest öffentlich vorgestellt werden sollte, wurde klar: Das Patent muss auf jeden Fall
vorher angemeldet werden. Den gerade kontaktierten Anwalt fragen, gleich in den Videocall holen, die nächste Nacht, den Tag darauf und die folgende Nacht durcharbeiten. Wie man ein Patent anmeldet? Keine Ahnung: „Während wir gelernt haben, wie man das macht, haben wir es gemacht.“ Fünf vor zwölf am Stichtag, um 23.55 Uhr, war das Patent in Luxemburg durch. Es muss eben alles zackig gehen für Stephanie Pfeil-Coenen. Geduld? „Habe ich sowieso nicht.“ (pm) W
Mehr zum Auftakt 2026 und zum IHK-Jahresempfang ab Seite 26 in dieser Ausgabe.

Hier finden Sie Unternehmen, für die eine Nachfolgelösung angestrebt wird sowie Inserate von Menschen, die sich selbstständig machen möchten, zum Beispiel, indem sie ein bestehendes Unternehmen übernehmen.
Dann informieren Sie sich über die Voraussetzungen. Ihre IHK-Ansprechpartnerin ist Nicole Bokelberg, Tel. 0511 3107-336, nicole.bokelberg@hannover.ihk. de. Weitere Angebote und Gesuche und weitere Informationen zu den hier vorgestellten Unternehmen finden sich im Netz, in der bundesweiten Unternehmensbörse: www.nexxt-change.org
Angebote
Erfolgreicher Zerspanungsbetrieb sucht Nachfolger. H-A-1/2026
Spezialisierter Anbieter für Kundenbetreuung, Leadgenerierung und Reaktivierung sucht Nachfolger. H-A-2/2026
Spezialist für Unfallanalytik und forensische Gutachten, zu verkaufen. H-A-3/2026
Anbieters von Spezial-E-Scootern mit patentgeschützter Technik, aus Altersgründen zu verkaufen. H-A-4/2026
Etablierte und rentable Baumaschinenvermietung zu verkaufen. H-A-5/2026
Landwirtschaftliches Auftragsinstitut (CRO) aus Altersgründen abzugeben. H-A-6/2026
Etabliert und vielfältig nutzbar - Café in guter Lage sucht Nachfolger. H-A-7/2026
Erfahrener Fachbetrieb für Sicherheitslösungen zu verkaufen. H-A-8/2026
Vermittlungsplattform für möblierte Unterkünfte im Raum Hannover zu verkaufen. H-A-9/2026
Spezialdruckerei für Schilder/Etiketten/Frontfolien in Norddeutschland zu verkaufen. H-A-10/2026
Äußerst profitabler Steinmetz Grabmal Natursteinbetrieb, im Raum Hannover, sucht Nachfolger. H-A-11/2026
Weit bekanntes Hotel im Weserbergland ist bereit für die NEXXT Generation und sucht Nachfolger. H-A-13/2026
Sicherheitsfachgeschäft/Schlüsseldienst mit Ladengeschäft, sucht Nachfolger aus Altersgründen. H-A-14/2026
Verkauf einer Firma im Bereich Wikinger und Frühgeschichte, Groß- und Einzelhandel. H-A-15/2026
Liebevolle Kinderboutique im Umland von Hannover abzugeben. H-A-16/2026
Einzelhandelsgeschäft im Südwesten der Region Hannover zu verkaufen. H-A-18/2026
Personaldienstleister/Arbeitnehmerüberlassung gesucht. H-N-12/2026
Hausverwaltungsunternehmen/Immobilienverwaltung zur Übernahme gesucht. H-N-19/2026
Bekanntmachung: Erlöschen der Bestellung
Bei dem nachfolgend aufgeführten Sachverständigen ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung erloschen: Lothar Fruth
An der Feldscheide 1 37083 Göttingen
Sachgebiet: Toxikologische Risikobewertungen





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• Praxisbewährt, effektiv und erfolgreich
• Autoren-Website: www.hmp-coaching.de

Wie kommen ausländische Fachkräfte buchstäblich gut im Unternehmen an? Yülyane Korkmaz und Falk Spörlein vom RKW Nord beraten Unternehmen.
Immer mehr Unternehmen weiten ihre Suche nach Fachkräften bis ins Ausland aus. Wenn sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber gefunden haben, kommt schnell die Frage auf, wie es weiter geht und wie das Ankommen in einem neuen Land und einem neuen Betrieb gelingen kann. Cultural Awareness, also die Rücksichtnahme auf andere Kulturen und Traditionen, kann dabei helfen. Wir haben mit Yülyane Korkmaz und Falk Spörlein gesprochen. Sie arbeiten beim RKW Nord und bieten Workshops zu diesen Themen an.
Herr Spörlein, Frau Korkmaz, bei einer Maschine wird viel Wert darauf gelegt, dass sie sich gut ins System integrieren kann. Bei Menschen scheint das anders zu sein. Viele Unternehmen glauben, dass sich das „schon irgendwie zurechtruckeln“ wird.
Falk Spörlein: Ja, bei einer neuen Maschine wird der gesamte Prozess betrachtet und geprüft, um Verzögerungen und Reibungsverluste im Produktionsablauf zu minimieren. Bei neuen Mitarbeitenden wird hingegen oft unterstellt: „Das wird schon funktionieren.“ Das ist jedoch eine Fehlvorstellung. Menschen sind eben nicht so einfach integrierbar.
Wo stellen Sie die größten Schwierigkeiten fest? Beim Finden neuer Mitarbeitender, beim ersten Zusammentreffen mit den Vorgesetzten oder bei der Integration ins Team?
Yülyane Korkmaz: Ich glaube, auf jeder Ebene. Es gibt mehrere Knackpunkte. Besonders unstrukturierte Prozesse und fehlende Vorbereitung führen zu Missverständnissen. Viele

„Viele Unternehmen unterschätzen das und denken: ‚Unsere Belegschaft macht das schon.‘“
Falk Spörlein
Unternehmen unterschätzen das und denken: „Unsere Belegschaft macht das schon.“ Aber neue Azubis oder Fachkräfte integrieren sich nicht von allein. Man muss den Prozess vorbereiten und strukturieren, damit die Person ankommt, die Belegschaft mitgenommen wird und sich alle wohlfühlen – und auch bleiben.
Spörlein: Genau. Es hat sich herausgestellt, dass es günstig ist, frühzeitig mit der Vorbereitung anzufangen und nicht 14 Tage vorher. Man braucht einen längeren zeitlichen Horizont, um alle Beteiligten einzubeziehen und den Prozess sauber zu strukturieren.
Welche Punkte sollten Unternehmen konkret beachten?
Korkmaz: Wichtig ist Unterstützung von Anfang an – und zwar schon im Heimatland. Gerade junge Azubis verlassen zum ersten Mal ihr
Elternhaus, ziehen in eine eigene Wohnung und in eine andere Kultur. Da ist es wichtig, sie von Beginn an zu begleiten und zu unterstützen. Gerade die Wohnungssuche stellt Fachkräfte vor große Herausforderungen sowie Behördengänge, aber auch fehlende Sprachkenntnisse.
Spörlein: Hier zeigt sich, dass sich viele Unternehmen digital noch besser aufstellen können.
Frühzeitiger Kontakt über digitale Plattformen wie Teams ist entscheidend. Man kann Informationen bereitstellen, Fragen beantworten und eine Willkommensmappe verschicken. So signalisiert man: „Du wirst bald Teil unseres Unternehmens.“ Zudem sollte man sich selbst fragen: Wenn ich in ein neues Land käme, was müsste ich alles erledigen? Vieles davon lässt sich direkt auf neue Fachkräfte übertragen.
Korkmaz: Wichtig ist auch die Familie mitzudenken. Menschen fühlen sich sicherer, wohler, wenn die Familie in der Nähe ist. So gelingt auch die Integration und das Ankommen besser.
Welche praktischen Schritte empfehlen Sie beim Onboarding?
Korkmaz: Eine persönliche Begrüßung, Abholung vom Flughafen, Vorstellung des Arbeitsplatzes, Kennenlernen der Kolleginnen und Kollegen. Auch kleine Dinge sind wichtig: Wo sind Pausenräume, welche ungeschriebenen Regeln gibt es? Eine Willkommensmappe und ein erstes Gespräch mit den Vorgesetzten helfen ebenfalls. Zudem ist die Rolle von Mentorinnen und Mentoren entscheidend. Unternehmen mit klaren Mentoren-Strukturen integrieren neue Mitarbeitende deutlich besser.
Spörlein: Übertriebene Hilfsbereitschaft kann überfordern. Wichtig ist, Angebote zu machen und gemeinsam herauszufinden, was gebraucht wird.
Wie findet man im Unternehmen einen guten Mentor oder eine gute Mentorin?
Korkmaz: Wichtig ist, dass die Person, die Mentor oder Mentorin werden soll, Lust darauf hat und anerkannt wird. Wir bekommen oft die Rückmeldung, dass sich Fachkräfte, die den Prozess selber durchlaufen haben, gut eignen, ebenso Mitarbeitende, die länger im Betrieb sind und die Strukturen gut kennen.
Die IHK hat eine Checkliste erstellt, die Unternehmen bei der Integration ihrer ausländischen Fachkräfte unterstützt.
https://t1p.de/ l5v2d
Spörlein: Wenn niemand im Unternehmen solche Erfahrungen hat, ist es entscheidend, dass der Mentor tolerant und geduldig ist. Es wird Rückschläge geben, und da braucht es die Bereitschaft, dranzubleiben. Konstanz ist ein wichtiges Signal: „Wir stehen bei dir, wir wollen dich hier haben.“
Was können Unternehmen von internationalen Fachkräften lernen?
Korkmaz: Sie bringen neue Perspektiven, Kreativität, Mehrsprachigkeit und internationale Erfahrung mit. Viele zeigen eine hohe Lern- und Anpassungsbereitschaft, was auch andere Mitarbeitende motivieren kann.
Spörlein: Und sie haben Mut. Sie krempeln ihr Leben um, wechseln Land und Arbeit. Dieser Mut kann auch Unternehmen inspirieren, eigene Veränderungen anzugehen.
Und wenn trotz aller Bemühungen etwas nicht funktioniert?
Korkmaz: Dann sollte man miteinander ins Gespräch gehen, um mögliche Gründe zu erfahren und gegebenenfalls anders zu unterstützen. Zusätzlich können bestehende Netzwerke genutzt werden. Der Austausch mit anderen Unternehmen bringt oft neue Ideen.
Spörlein: Und wenn es gar nicht klappt, ist ein geordnetes Offboarding wichtig. Auch das spricht sich in Communitys herum. Selbst wenn die Zusammenarbeit endet, sollte sie respektvoll und sauber abgeschlossen werden.
Können Sie die wichtigsten Punkte zum Abschluss noch einmal zusammenfassen?
Spörlein: Wichtig sind unserer Erfahrung nach eine gründliche Vorbereitung, die Zeit und Nachdenken erfordert. Darüber hinaus sollte man Unterstützung durch Netzwerke nutzen und die Belegschaft von Anfang an einbeziehen.
Korkmaz: Genau. Sich bewusst machen und sich fragen: „Was will ich tun, was kann ich tun?“ Und nicht allein handeln, sondern Netzwerke und Unterstützungsangebote nutzen. Wichtig ist auch, die Belegschaft mitzunehmen und transparent zu kommunizieren. W
Die Fragen stellte Sabrina Kleinertz.
Die IHK bietet ein umfassendes Weiterbildungs-Programm zu wirtschaftsrelevanten Themen an – auf dieser Doppelseite finden Sie Beispiele aus diesem Angebot.
Alle Veranstaltungen im Überblick:

www.hannover.ihk.de/ veranstaltungen
Das komplette Weiterbildungsprogramm der IHK Hannover für das erste Halbjahr dieses Jahres steht als PDF auf der IHK-Website: www.hannover.ihk.de
Webinar: Kundenkommunikation mit WhatsApp
17. Februar, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-377
E-Commerce-Manager (IHK) – Zertifikatslehrgang
16. März bis 18. Mai, 1600 € + 19 % USt. (brutto 1904 €), Tel. 0511 3107-527
Webinar: Google Business Profil
17. März, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-377
Einsatz von KI in der Suchmaschinenoptimierung
18. März, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €), Tel. 0511 3107-377
Barcamp: KI in der Unternehmenskommunikation
19. März, 220 € + 19 % USt. (brutto 261,80 €), Tel. 0511 3107-377
Fachkraft Controlling (IHK): Zertifikatslehrgang 17. Februar bis 19. März, 1175,63 € + 19 % USt. (brutto 1399,00 €), Tel. 0511 3107-527
Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung
24. Februar, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €), Tel. 0511 3107-413
Grundlagen der Lohn- und Gehaltsabrechnung (Webinar)
9. März, 240 € + 19 % USt. (brutto 285,60 €), Tel. 0511 3107-392
Innovation
IHK-Sprechtag Patente, Marken & Co. Kostenlos. Göttingen: 5. März, 9. April, Tel. 0551 70710-124; Hannover: 18. Februar, 4. und 18. März, Tel. 0511 3107-260
Maschinelles Lernen im Produktionsumfeld Kostenlos. 25. Februar, Tel. 0511 3107-411
International
Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht zum Jahreswechsel 2025/2026 (Online)
10. Februar, 140 Euro zzgl. 19 % USt. (166,60 Euro), Tel. 0511 3107-298
Kurzfristige Arbeitseinsätze – rechtlich korrekt (Online) 12./13. Februar, 230 Euro zzgl. 19 % USt. (273,70 Euro), Tel. 0511 3107-371
Internationales Forderungsmanagement, Mahnverfahren, Schiedsgerichte etc. (Online)
19./20. Februar, 230 Euro zzgl. 19 % USt. (273,70 Euro), Tel. 0511 3107-371
Workshop: Geschäftskultur Lateinamerika
27. Februar, 35 Euro zzgl. 19 % USt. (41,65 Euro), Tel. 0511 3107-289
Gesprächskreis USA: Politics and Beyond
9. März, kostenfrei, Tel. 0511 3107-289
Warenursprung und Präferenzen
10. März, 260 Euro zzgl. 19 % USt. (309,40 Euro), Tel. 0511 3107-298
Sprechtag Skandinavien
18. März, 20 Euro zzgl. 19 % USt. (23,80 Euro), Tel. 0511 3107-501
Zielorientiert führen
18. Februar, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392
GmbH-Geschäftsführung, Teil II: Jahresabschlüsse lesen – Unternehmenslage beurteilen
19. Februar, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392
Konfliktmanagement
17. März, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392
Entscheidungsstärke entwickeln
19. März, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €), Tel. 0511 3107-392
Webinar: Erfolgreiches Branding
19. Februar, 170 € + 19 % USt. (brutto 202,30 €),
Tel. 0511 3107-271
Verkaufsgespräche erfolgreich führen
11. März, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €),
Tel. 0511 3107-392
Brennpunkte der Lohnsteuer (Webinar)
13. Februar, 160 € + 19 % USt. (brutto 190,40 €),
Tel. 0511 3107-228
Praxisforum Reisekosten- und Bewirtungsrecht
19. Februar, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €),
Tel. 0511 3107-392
Notfallkoffer: Systematische Vorsorge für Unternehmen und Familie
12. März, 250 € + 19 % USt. (brutto 297,50 €),
Tel. 0511 3107-413
Compliance für kleine und mittlere Unternehmen
18. März, 270 € + 19 % USt. (brutto 321,30 €),
Tel. 0511 3107-392
Unternehmensfinanzierung & Rating
Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung
24. Februar, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €),
Tel. 0511 3107-413
Bankgespräche vorbereiten und führen
17. März, 150 € + 19 % USt. (brutto 178,50 €),
Tel. 0511 3107-413
Unternehmensgründung
Business Booster Day in Göttingen
Kostenloser Sprechtag Gründung & Finanzierung mit der NBank, Göttingen: 18. Februar, 19. März, Tel. 0551 70710-125
Alle Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, in der IHK Hannover oder deren Geschäftsstellen statt.
Mit dem neuen OnlineTool „Fördercheck“ der Bundesagentur für Arbeit können Unternehmen mit wenigen Klicks herausfinden, ob sie Förderleistungen der Agentur nutzen können, wie Eingliederungszuschüsse, Qualifizierungsmaßnahmen oder Assistierte Ausbildung. Der Check betrifft sowohl Neueinstellungen wie auch die Weiterbildung von Mitarbeitenden. Das Tool ist einfach und übersichtlich und liefert nach Beantwortung weniger Fragen eine erste Einschätzung zu passenden
Förderinstrumenten. Eine individuelle Beratung kann anschließend direkt über den Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur erfolgen. https://t1p.de/pyqxw
Darüber hinaus kann Weiterbildung durch folgende Programme unterstützt werden:
Weiterbildungsstipendium/Begabtenförderung

SCHLÜSSELFERTIG BAUEN
Industrie- und Gewerbebau Verwaltung | Produktion eigene Stahlbauproduktion Stahlbetonskelettbau
RRR Stahl- und Gewerbebau GmbH
Im Seelenkamp 15 | 32791 Lage T 05232 979890 info@rrr-bau.de
Das Weiterbildungsstipendium aus der Begabtenförderung berufliche Bildung ist ein Bundesprogramm, das junge, besonders leistungsstarke Absolventinnen und Absolventen einer dualen Berufsausbildung fördert. Es richtet sich grundsätzlich an Fachkräfte unter 25 Jahren mit überdurchschnittlichen Abschlussergebnissen (mindestens 87 Punkte bzw. Note 1,9). Die Umsetzung erfolgt über die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) in Zusammenarbeit mit den Kammern. Für die Hannover ist die Handelskammer Hamburg zuständig für die Durchführung des Programms.
Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz Meister, Fachwirte oder Techniker erhalten mit dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, umgangssprachlich auch „Aufstiegs-BAföG“ genannt, eine Förderung ihrer Fortbildungsabschlüsse

Förderprogramme für Personal – ein Puzzle.
in Form von Zuschüssen oder Darlehen – und zwar unabhängig vom Einkommen. Die NBank bearbeitet die Anträge aus Niedersachsen.
Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung
Herausragende Berufsauszubildende mit mindestens zwei Jahren Berufspraxis können über das Aufstiegsstipendium für ein Erststudium finanzielle Unterstützung von der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) erhalten.
Weiterbildungsprämie
Industrie- und Fachmeisterinnen und -meister aus Niedersachsen, die nach dem 1. Juli 2024 ihre Prüfung bestanden haben, können
einen einmaligen Zuschuss von 1000 Euro bei der NBank beantragen.
Förderprogramm KOMPASS für Solo-Selbstständige Selbstständige mit maximal einem Vollzeitäquivalent an Mitarbeitenden können bis zu 4500 Euro Zuschuss für Weiterbildung erhalten. Beratung und Antragstellung erfolgen in Niedersachsen über die VHS Göttingen Osterode sowie die Kreisvolkshochschule Ammerland.
www.hannover.ihk.de Nr. 5202586
Eine Recherche zu weiteren Fördermöglichkeiten bietet das Bundeswirtschaftsministerium: www.foerderdatenbank.de
Mit dem „Kolumbien TalentHub“ bündelt das Welcome & Business Center IHK Wissen, Informationen und Konzepte rund um die Fachkräfteeinwanderung aus Kolumbien.
Seit Anfang vergangenen Jahres steht das Welcome & Business Center IHK (WBC) Unternehmen und internationalen
Fachkräften als zentrale Anlaufstelle zur Seite. Ziel ist es, berufliche Bildung, nachhaltige Integration und gezielte Fachkräfteeinwanderung aktiv zu unterstützen. Das WBC vereint dabei die Expertise aus verschiedenen Bereichen und bietet praxisnahe, kostenlose Beratung durch spezialisierte Teams. In den kommenden Ausgaben stellen wir Ihnen diese Teams vor. Diesmal ist es Annelie
Lau, die den „Kolumbien TalentHub“ betreut.

Mit dem zum 1. Oktober 2025 neu gegründeten „Kolumbien TalentHub“ hat die IHK eines der neun landesweit geförderten Welcome-Center-Projekte übernommen. Als Projektkoordinatorin kümmert sich Annelie Lau darum, Wissen, Informationen und Konzepte rund um die Fachkräfteeinwanderung aus Kolumbien zusammenzutragen, aufzuarbeiten und zu erweitern. Diese Expertise wird die IHK Hannover zukünftig niedersachsenweit zur Verfügung stellen.
Sie erreichen Annelie Lau telefonisch unter 0511 3107 223 und per Mail über annelie.lau@hannover.ihk.de.
Alle WBC-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter erreichen Sie unter www.hannover. ihk.de/wbc. (skl) W

Annelie Lau ist Teil des WBC-Teams und Projektkoordinatorin des dort verankerten
Gesunde Ernährung im Arbeitsalltag steht im Fokus eines Forums für betriebliches Gesundheitsmanagement in Göttingen.
Das BGM Forum Südniedersachsen informiert am 4. März in der Teaching Kitchen im Jahnstation in Göttingen über gesunde Ernährung im Arbeitsalltag. Zielgruppe sind Führungskräfte sowie Fach- und Leitungspersonal aus dem Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Das Programm star-
tet mit einem Impuls mit kompakten, wissenschaftlich fundierten Einblicken in Ernährungsstrategien für mehr Energie, Fokus und Wohlbefinden im Job. Weiter geht es mit Best Practices aus Unternehmen und einem Live-Kochkurs, in dem einfache, alltagstaugliche Gerichte zubereitet werden – gesund, schnell & günstig.
Das Forum ist eine Initiative der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen, der GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen, der SüdniedersachsenStiftung, der Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim und der IHK. (mcm) W www.hannover.ihk.de Nr. 6945214

Essen.
Umentschieden bei Online-Verträgen: Ab 19. Juni ist der Widerrufsbutton Pflicht.


Gesetzentwurf der Bundesregierung: https://t1p.de/puzvv
Ab dem 19. Juni wird der sogenannte Widerrufsbutton für alle Online-Verträge über Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte verpflichtend. Dies sieht ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor.
JÜRGEN HAHN
Ab dem 19. Juni wird der sogenannte Widerrufsbutton für alle Online-Verträge über Waren, Dienstleistungen und Finanzprodukte verpflichtend, die über eine Online-Benutzeroberfläche geschlossen werden. Dies sieht der Gesetzentwurf der Bundesregierung vor, mit dem die geänderte EU-Verbraucherrechterichtlinie (EU 2023/2673) in deutsches Recht umgesetzt wird. Ziel der Neuregelung ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher online geschlossene Verträge künftig genauso einfach widerrufen können, wie sie diese online abgeschlossen haben. Kernstück der Reform ist die Einführung einer elektronischen Widerrufsfunktion bei Fernabsatzverträgen (Widerrufsbutton) in einem neuen § 356a BGB: Die neue Pflicht gilt für Fernabsatzverträge, die über eine Online-Benutzeroberfläche abge-
Unternehmen sollten frühzeitig mit der technischen und rechtlichen Umsetzung beginnen, um Abmahnungen und Sanktionen zu vermeiden.
schlossen wurden. Unter einer Online-Benutzeroberfläche in diesem Sinne ist eine Software zu verstehen, darunter auch Websites oder Teile davon sowie Anwendungen, einschließlich Mobil-Apps. Von der Neuregelung nicht erfasst sind Fernabsatzverträge, die per Telefon, Bestellkarte oder Fax geschlossen werden. Ausgenommen sind zudem Fernabsatzverträge, für die kein gesetzliches Widerrufsrecht besteht, wie nach dem Katalog in § 312g Abs. 2 BGB.
Platzierung und Gestaltung
Online-Händler und Online-Dienstleister im B2C-Bereich müssen künftig auf ihren Websites eine gut lesbare Schaltfläche mit der Aufschrift „Vertrag widerrufen“ oder einer gleichwertigen Formulierung bereitstellen. Dabei sind auch die Anforderungen für Menschen mit Behinderungen nach dem Barrierefreiheits-
stärkungsgesetz und der dazu ergangenen Verordnung zu beachten – wie etwa hinsichtlich Schriftgröße, Kontrast oder Schriftfarbe.
Die Schaltfläche muss ohne Weiteres zu finden und während der gesamten Widerrufsfrist gut sichtbar und durchgehend verfügbar sein – ohne Registrierung, Authentifizierung oder App-Download (außer, der Vertrag wurde über eine App geschlossen).
Nach der Gesetzesbegründung reicht eine pauschale Bereitstellung der Funktion aus; die individuelle Berechnung der Widerrufsfrist ist nicht erforderlich.
Die Widerrufsfunktion muss zweistufig ausgestaltet sein:
Stufe 1: Nach dem Klick auf den Button wird der Verbraucher auf eine Seite weitergeleitet, auf der er die relevanten Vertragsdaten eingibt und mitteilt, wie die Eingangsbestätigung für den Widerruf erfolgen soll.
Stufe 2: Der neue § 356a BGB sieht vor, dass es der Unternehmer dem Verbraucher ermöglichen muss, seine Widerrufserklärung und die Informationen mittels einer Bestätigungsfunktion zu übermitteln. diese Bestätigungsfunktion muss ebenfalls gut lesbar und mit „Widerruf bestätigen“ oder einer gleichwertigen Formulierung versehen sein.
Erlaubt ist nur die Abfrage folgender Angaben:
• Name des Verbrauchers
• Angaben zur Identifizierung des Vertrags oder des Teils des Vertrags, den der Verbraucher widerrufen möchte
• Angaben zum elektronischen Kommunikationsmittel, mit dem Verbraucher eine Eingangsbestätigung übermittelt werden soll (zum Beispiel E-Mail).
Weitere Angaben, etwa zum Widerrufsgrund, dürfen nicht abgefragt werden.
Eingangsbestätigung erforderlich
Nach Ausübung des Widerrufs muss der Unternehmer eine Eingangsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger (zum Beispiel per E-Mail) übermitteln. Diese muss den Inhalt des Widerrufs sowie Datum und Uhrzeit enthalten. Wichtig: Die Eingangsbestätigung dient nur dem Nachweis, dass der Widerruf über den Widerrufsbutton übermittelt wurde, nicht aber, dass der Widerruf wirksam ausgeübt wurde. Entsprechende Formulierungen sind daher in der Eingangsbestätigung zu vermeiden.
Widerrufs- und Kündigungsbutton sind nicht dasselbe
Bei Dauerschuldverhältnissen kann zusätzlich ein Kündigungsbutton erforderlich sein. Beide Buttons sind klar voneinander abzugrenzen, da sie unterschiedliche Rechtsfolgen haben. Im Fall eines erfolgreichen Widerrufs muss der Unternehmer den Vertrag rückabwickeln und eventuell bereits geleistete Zahlungen zurückerstatten. Wurde zum Beispiel die Ware bereits geliefert, kann der Unternehmer die Rückzahlung des Kaufpreises verweigern, bis er die Ware zurückerhalten hat oder ihm der Verbraucher die Rücksendung nachweist. Im Fall der Kündigung eines Dauerschuldverhältnisses bleibt der Verbraucher hingegen zunächst bis zur Wirksamkeit der Kündigung an den Vertrag gebunden.
Neue Informationspflichten
Die Widerrufsfunktion und die geänderten Informationspflichten sind ab 19. Juni vorzuhalten.
Zusätzlich zur bisherigen Widerrufsbelehrung muss über das Bestehen und die Platzierung der Widerrufsschaltfläche informiert werden. Ab dem 27. September gelten zudem weitere Informationspflichten:
• umweltfreundliche Lieferoptionen (soweit verfügbar)
• Gewährleistung und Garantien
• Reparierbarkeitswert bzw. Informationen über die Verfügbarkeit, geschätzte Kosten und Verfahren zur Bestellung von Ersatzteilen, Verfügbarkeit von Reparatur- und Wartungsanleitungen sowie Reparatureinschränkungen.
Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung sind ebenfalls betroffen
Unternehmen müssen die Widerrufsbelehrung anpassen. Dies sollte aber erst ab 19. Juni geschehen. Die bisherige Möglichkeit, dem Verbraucher anzubieten, den Widerruf über die Website zu erklären, bleibt erhalten. Auch hier ist die Widerrufsbelehrung anzupassen. Dies gilt auch für die Datenschutzerklärung.
Rechtsfolgen bei Verstößen
Unternehmen, die die Vorgaben nicht fristgerecht umsetzen, drohen Bußgelder oder Abmahnungen. Wird die neue Widerrufsfunktion nicht zur Verfügung gestellt und demzufolge nicht über deren Platzierung informiert, kommt es zu einer verlängerten Widerrufsfrist von 12 Monaten und 14 Tagen. www.hannover.ihk.de
Nr. 6779328
Am 29. Dezember ist das Gesetz zur Einführung einer elektronischen Präsenzbeurkundung in Kraft getreten. Es ermöglicht Notaren und Notarinnen die digitale Errichtung und Beurkundung von Dokumenten. Mit dem Gesetz hat die Bundesregierung somit einen zentralen Schritt zur Modernisierung des Beurkundungswesens vollzogen. Das neue Regelwerk schafft

Neu: die digitale Beurkundung beim Notar.
URTEILE IN KÜRZE
erstmals die rechtliche Grundlage dafür, dass öffentliche Urkunden im Beurkundungstermin vollständig elektronisch errichtet, unterzeichnet und abgeschlossen werden können. Damit wird ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation des Notariats und anderer Urkundsstellen umgesetzt. Bislang war die öffentliche Beurkundung überwiegend papiergebunden. Selbst dort, wo elektronische Systeme etabliert waren, entstanden Medienbrüche: Die Urkunde wurde gedruckt, unterschrieben, anschließend eingescannt und in die elektronische Welt überführt. Dieser Umweg entfällt zukünftig. Urkunden können nun originär elektronisch erstellt werden. Beteiligte
unterschreiben digital –etwa auf einem Signaturpad oder mittels qualifizierter elektronischer Signatur. Die notarielle Abschlussbestätigung erfolgt ebenfalls elektronisch, wodurch Authentizität und Integrität der Urkunde in gleicher Weise gewährleistet werden wie bei Papierurkunden. Auch im gerichtlichen Bereich werden die Vorteile unmittelbar sichtbar. Gerade Nachlassgerichte, die zahlreiche Erklärungen wie Erbausschlagungen aufnehmen, profitieren künftig von der Möglichkeit, Urkunden direkt digital zu errichten. Damit werden auch dort bislang unvermeidliche Medienbrüche vermieden und die Einführung der E-Akte effizienter unterstützt. (sam) W
Was muss geschehen, um den Gründungsstandort Deutschland zu verbessern? Bis zum 20. Februar besteht für Gründerinnen und Gründer die Möglichkeit, sich an einer kurzen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zu beteiligen und dabei drei wesentliche Fragen zu beantworten. Die Hinweise, Wünsche und Forderungen werden die DIHK sowie die Industrie- und Handelskammern deutschlandweit bündeln und an die Politik in den Regionen sowie in Berlin adressieren, um bessere Rahmenbedingungen für Gründerinnen, Gründer und Start-ups in Deutschland zu erreichen. (sl) W www.hannover.ihk.de Nr. 6942688
+++ Medienunternehmen, die Teaser neben redaktionellen Inhalten auch für werbliche Beiträge einsetzen, sind verpflichtet, diese eindeutig als „Werbung“ oder „Anzeige“ zu kennzeichnen. Dies entschied das Oberlandesgericht München am 30. Oktober 2025 im Fall einer Onlinezeitung (AZ: 1 HK O 12576/23). www.hannover.ihk.de Nr. 6936674
+++ Wenn Kollegen oder Kolleginnen die Entlassung eines bestimmten Mitarbeiters fordern, darf der Arbeitgeber diesem Druck nicht einfach nachgeben. Eine sogenannte Druckkündigung
ist nur in engen Ausnahmefällen zulässig. Das hat das Landesarbeitsgericht Niedersachsen entschieden (AZ: 10 SLa 687/24).
www.hannover.ihk.de
Nr. 6824020
+++ Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kann nicht in das Gesellschaftsregister eingetragen werden, wenn ihre Firmenbezeichnung lediglich eine Branchen- oder Tätigkeitsbeschreibung ohne Unterscheidungskraft darstellt – auch nicht, wenn sie jahrelang so tätig war. Dies entschied das Oberlandesgericht Brandenburg am
2. September (AZ 7 W 48/25).
www.hannover.ihk.de
Nr. 6832180
+++ Aus der reinen Organstellung des GmbH-Geschäftsführers folgt noch kein Anspruch auf Vergütung der Tätigkeit als Geschäftsführer. Diese muss separat in einem Anstellungsvertrag vereinbart werden, sonst geht der Geschäftsführer unter Umständen leer aus. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am 30. Dezember 2024 (Beschluss 26 W 1/24). www.hannover.ihk.de
Nr. 6807810

Lateinamerika stand lange Zeit einfach nicht im Fokus der deutschen Wirtschaft. Das ändert sich nun. Der Dialog mit der Region hat erheblich an Dynamik gewonnen und verläuft vielversprechend. Viel zu oft liegt es aber an den großen kulturellen Unterschieden, die dazu führen, dass deutsche Unternehmen nicht wirklich zum Zuge kommen. Ihre übliche Agenda ist hier fehl am Platz: Statt Zahlen und Fakten will Lateinamerika Sympathie, Emotionen und Improvisation. Unter dem Titel „Handschlag mit Herz – interkulturelle Kompetenz für Geschäfte in Mittel- und Südamerika“ organisiert die IHK Hannover am 27. Februar (9 bis 14 Uhr) einen Workshop. Vermittelt wird praxisnahes interkulturelles Know-how für Unternehmen, die nachhaltig, souverän und erfolgreich mit Partnern in Mittel- und Südamerika zusammenarbeiten möchten. Details zu den kulturellen Besonderheiten im Geschäftsalltag mit Lateinamerika und zum Workshop-Programm finden Sie auf der IHK-Website. (ho) W www.hannover.ihk.de Nr. 6936482
Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) hat Anfang Dezember ihr neues Programm „TradeConnect“ gestartet. Das Garantieinstrument für Handelsfinanzierungen richtet sich an kleinvolumige Export- und Importgeschäfte deutscher Unternehmen mit Partnern in Entwicklungs und Schwellenländern. Die DEG übernimmt bis zu 5 Mio. Euro bzw. bis zu 50 Prozent des Kreditvolumens, das eine lokale Bank gewährt. Damit werden Transaktionen möglich, für die bisher häufig keine Finanzierung vor Ort verfügbar war. Der erste Kooperationsvertrag wurde Anfang Dezember mit der Access Bank in Nigeria geschlossen. Damit richtet sich „TradeConnect“ zunächst auf
Handelsfinanzierungen in Subsahara-Afrika.
TradeConnect ergänzt das bestehende Angebot der DEG für deutsche und europäische Unternehmen insbesondere für den Mittelstand. Es ist relevant für Unternehmen, die kleinere bis mittelgroße Export- oder Importgeschäfte mit Partnern in Entwicklungs- oder Schwellenländern planen, und bisher aufgrund mangelnder Finanzierungsmöglichkeiten im Ausland auf Hürden gestoßen sind.
Mit TradeConnect schließt die DEG eine Finanzierungslücke. Besonders kleinere Handelsgeschäfte, die oft für lokale Banken zu klein oder zu riskant sind, können nun abgesichert werden.(dr) W https://t1p.de/wne6x
Deutsche Unternehmen verstärken ihre strategischen Kooperationen in China, um Wissen zu nutzen und ihr Geschäft dort auszubauen. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten „Business Confidence Survey 2025/26“ der Auslandshandelskammer China (AHK China) hervor. Darüber hinaus zeigt der Report eine leichte Verbesserung der Wirtschafts- und Branchenstimmung. Herausforderungen wie Preisdruck und der Trend „Buy China“ verschärfen sich allerdings weiter, während chinesische Unternehmen zunehmend als Innovationsführer angesehen werden. Den ausführlichen Business-Report hat die IHK auf ihren Internetseiten verlinkt. (ms) W www.hannover.ihk.de Nr. 6926434

Der Stoff, aus dem Filme und Serien gemacht werden, findet sich nicht nur im Babylon Berlin. Oder in der Heide. Zwei Ideen.
Das kam tatsächlich etwas überraschend: Mit „Schwarzes Gold“ arbeitete der NDR ein Stück niedersächsischer Wirtschaftsgeschichte auf. Zur Serie, der die Ölförderung in der Lüneburger Heide bewusst als eine Art Western inszeniert, gehört auch eine Dokumentation. Nicht schlecht, um die verblassende Erinnerung an Wirtschaftsgeschichte und die Menschen dahinter zu bewahren. Gerade in Hannover gibt es einigen Nachholbedarf. Aber wir hätten da Vorschläge.
Der Vampyr
Wir begleiten vier junge Männer in den Jahren zwischen 1918 und 1922. Alle vier waren Militärpiloten. Ihr Weg wird sie in wenigen Jahren von Einsätzen in der Düsternis des Weltkriegs in die lichtdurchflutete Rhön, an die Hänge der Wasserkuppe, führen.
Die vier treffen sich nach dem Krieg in Hannover, studieren an der bedeutenden
„Wir hätten da Vorschläge.“
Auch in Hannover gibt es Stoff für Filme zur Wirtschaftsgeschichte.
und großen technischen Hochschule Luftfahrttechnik. Aber auch die Hannoversche Waggonfabrik, damals eines der größten Unternehmen in Linden, wird für sie wichtig. Da könnten ziemlich unterschiedliche Charaktere zusammengefunden haben, um ein bahnbrechendes Segelflugzeug zu bauen.
1. Der Pilot: Arthur Martens. Flog mit dem Roten Baron, sah von den Vieren vielleicht am deutlichsten seinen Platz im Flugzeugcockpit. Schon früh als Testpilot für die Hannoversche Waggonfabrik. Wurde in den 30er Jahren noch zu den Top 5 der Segelflug-Rekordhalter gezählt, nicht weit hinter Lilienthal. Stürzte 1937 tödlich ab.
2. Der Konstrukteur: Walter Blume. Höchstdekoriert als Kriegspilot, führte sein Weg nach Hannover in die Entwicklungsabteilung eines Flugzeugkonzerns, wo er verantwortlich unter anderem für eines der ersten Düsenflugzeuge war. Konstruierte noch in den 50er Jahren ein Sportflugzeug.
3. Der Organisator: Fritz Hentzen. Seine Laufbahn nach der hannoverschen Segelflug-Episode ist vielleicht am wenigsten bekannt. Führte aber während des 2. Weltkriegs in die Führungsetage eines Augsburger Flugzeugerstellers, wo er für die Produktion verantwortlich war.
4. Der Kopf: Gerg Madelung. Mit Anfang 30 einige Jahre älter als die anderen drei und weiter im Studium. Neben dem Entwurf des „Vampyrs“ promovierte er. Zog in den Jahrzehnten danach durch viele luftfahrtwissenschaftliche Institute. Und heiratete die Schwester eines ziemlich berühmten bayerischen Flugzeug-Konstrukteurs.
Ob die vier als Freunde unterwegs waren – wie die „Drei Kameraden“ Erich Maria Remarques, der übrigens Anfang der 20er Jahre auch in Hannover arbeitete – oder als Konkurrenten, ist offen und lässt Raum für erzählerische Fantasie. Aber irgendwie liegt schon die Vorstellung nahe, dass die hannoversche Episode eine kurze, fast unbeschwerten Zeit zeigen könnte. Zuversichtlich, hoffnungsvoll, lebensfroh - noch einigermaßen weit weg von den Abgründen späterer Jahre.
Jetzt kommt die Wirtschaftsgeschichte ins Spiel. Gebaut wurde der Vampyr bei der Hannoverschen Waggonfabrik, kurz Hawa. Die lieferte bis zur Pleite Anfang der 30er Jahre rund 40 000 Einbahn-Waggons und Straßenbahnen aus. Der Hawa-Schriftzug findet sich sowohl am wiederaufgebauten Vampyr-Original im Deutschen Museum in München als auch am Nachbau auf der Wasserkuppe.
Betreut wurde die vier Studenten bei der Hawa von Hermann Dorner, einem Flugzeug-


Wer hat's entworfen und gebaut? Am Rumpf steht
Hawa ...

pionier der ersten Stunde, dessen Pilotenschein von 1910 die Nr. 18 trug. Im Jahr zuvor war er bereits in einem Vergleichsfliegen gegen internationale Größen angetreten –Wright oder Blériot zum Beispiel.
In Hannover war Dorner ab 1916, entwarf eigene, wohl äußerst leistungsfähige Flugzeuge. Für die Zeit nach dem Krieg plante er mit der Hawa den Einstieg in die zivile Luftfahrt: Die Werbebroschüre, unter anderem mit einem als Prototyp bereits fertigen Dreidecker für bis zu vier Reisende, war schon gedruckt. Durch den Versailler Vertrag stand er aber buchstäblich vor den Trümmern dieser Pläne. Die Hawa suchte händeringend verkaufsfähige Produkte - auch Segelflieger, und am Vampyr-Rumpf steht nur der Unternehmens-Schriftzug. Einvernehmlich, oder steckt ein Konflikt dahinter?
Dorner brachte aber nicht nur den Großserien-Flugzeugbau für einige Jahre nach

Hannover. Sondern möglicherweise auch irgendwie seinen Halbbruder Alexander: als Kunsthistoriker wohl einer der wichtigsten Museumsdirektoren des 20. Jahrhunderts –Kestner-Gesellschaft, das Kabinett der Abstrakten mit El Lissitzky. Über das Verhältnis der beiden untereinander und mit der Stadtgesellschaft dürfte einiges bekannt sein – aber noch nicht veröffentlicht. Bezieht man das aber mit ein, könnte sich der Film- zum Serienstoff entwickeln.
Ein Schlussbild jedenfalls drängt sich auf: Die vier Vampyr-Erbauer starten mit ihrem Segler beim zweiten Rhön-Wettbewerb auf der Wasserkuppe, fliegen und fliegen Rekorde ein. Seitdem gilt das hannoversche Flugzeug als Urahn des modernen Segelflugs.
Der Umtriebige

Zwei Männer auf der Suche, irgendwo in der Nähe des Dorfes Ilsede, Anfang der 1850er Jahre. Fast 30 Jahre Altersunterschied liegen zwischen den beiden. Der ältere, Carl Hostmann, ist fast Mitte 50 und Bankier aus Celle. Fritz Hurtzig, Mitte 20, stammt aus der hannoverschen Unternehmerfamilie jener Zeit schlechthin. Sie hoffen, nicht nur Eisenerz zu finden, sondern auch Kohle. Die ist aber nicht ausreichend da. Trotzdem gründen sie, in eine Wirtschaftskrise hinein, die Bergbau- und Hüttengesellschaft zu Peine. Die geht pleite, Hostmann nimmt sich das Leben, glaubt aber, so heißt es in theatralischen Beschreibungen, bis zuletzt an den Erfolg des Vorhabens. Mit Recht: In einem zweiten Anlauf gehört sein Juniorpartner Hurtzig zu den Gründern der Ilseder Hütte. Auf die sich heute die Salzgitter AG beruft. Hurtzig, über Jahrzehnte nahezu vergessen, wurde in den Jahren danach zu einem der bekanntesten Unternehmer im heutigen Niedersachsen. Zu Hause in Linden, arbeitete er in den verschiedensten Branchen. Zucker, Textil, Mineralwasser und Limonade, Brot. Aber außerdem setzte er sich dafür ein, die Interessen der Wirtschaft zu vertreten. Im hannoverschen Handelsverein,
im Gewerbeverein. Und noch im Königreich Hannover schaffte er es, den Weg für Handelskammern frei zu machen. Folgerichtig war Hurtzig erster Kammerpräsident in Hannover: Kein Wunder, werden Sie jetzt sagen, dass er hier auftaucht. Zudem ist er aber 1862 auf einem frühen Foto des Deutschen Handelstags abgebildet – was da allein an Reisezeit draufgeht in der frühen Eisenbahnära. Man kann ihn förmlich sehen in einem Eisenbahnabteil auf der Fahrt – wie lange? – nach München zum Beispiel. Familie hatte er übrigens auch.
Das alles macht noch keine filmenswerte Geschichte, zugegeben. Aber wie wäre es damit? Die tragische Geschichte um Carl Hostmann ist nur ein Aspekt rund um die Gründung der Ilseder Hütte. Hurtzig zerstritt sich darüber aber wohl auch öffentlich zutiefst mit seinem Onkel – Georg Egestorff, kurz gesagt: mit dem Hanomag-Gründer. Der hatte früh einen Sohn verloren. Die fünf Töchter kamen zu jenen Zeiten für eine Nachfolge nicht in Frage. (Sie tauchen aber auf in der Novemberrosen-Romanreihe um die Familie des fiktiven hannoverschen Lokomotiv-Produzenten Georg Brinkhoff.) Der umtriebige Neffe aber war aber offenbar auch niemals Kandidat für die Leitung der Egestorffschen Unternehmen – wegen des massiven Streits um die Ilseder Hütte? Als Georg Egestorff starb, war Hurtzig 43 Jahre alt: Das hätte gepasst. So aber kaufte der nicht minder umtriebige Unternehmer Bethel Henry Strousberg die spätere Hanomag – und bescherte ihr sofort die erste Krise. Über das Innenleben von Unternehmern im 19. Jahrhundert ist, so scheint es, wenig bekannt. Sie schrieben Zahlen, keine Biografien. Das lässt Raum für die menschliche Seite eines Unternehmers während der Industrialisierung. Hurtzig starb 1897, nicht allzu lange vor seinem 72. Geburtstag. Die womöglich letzte unternehmerische Tat war die offenbar auch sozial motivierte Gründung der Hannoverschen Brotfabrik. Das war 1886. Als Handelskammer-Präsident war er schon vor Jahren ausgeschieden.
Was macht das alles mit einem Menschen? Verlust, Mühen, Enttäuschung – gegen unternehmerischen Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung. Neurasthenie nannte man im 19. Jahrhundert das, was heute Burnout heißt. War das der Preis, den ein Umtriebiger zu zahlen hatte? W
ZEITREISE
Niedersächsische
IMPRESSUM
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Februar 2001
Ratlos vor dem Rating? Basel II wirft Schatten. Zwei Begriffe, die im Mittelstand für Unruhe sorgen. Zu Recht? Nüchterne Analyse ist gefragt. Basel II ... wird die Kreditvergabe der Banken verändern.
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Redaktion
Chefredakteur: Klaus Pohlmann, Telefon: 0511 3107-269
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Redaktion: Barbara Dörmer, Telefon: 0511 3107-212, barbara.doermer@hannover.ihk.de; Georg Thomas, Telefon: 0511 3107-468, georg.thomas@hannover.ihk.de
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Verlag
Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover, Telefon 0511 8550-0
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Geschäftsführung: Ingo Mahl und Roland Hauke
Media Sales
Februar 1976
Fußgängerbereiche gewinnen immer mehr an Beliebtheit, aber, so schrieb der „Einzelhandelsberater“, sie sind keinesfalls ein Allheilmittel zur Gesundung kranker Städte. (…) Der Deutsche Städtetag zählte im vergangenen Jahr 217 Orte auf, die den privaten Autoverkehr generell oder an bestimmten Tagen aus einem Teil ihrer Einkaufsstraßen verbannt haben. 38 experimentieren zur Zeit noch, 63 wollen in den nächsten Jahren Fußgängerbereiche ausweisen.
In einer von Krieg und Kriegsgeschrei erfüllten Welt läuft die Rüstungswirtschaft wieder zu vollen Touren auf. Die Folgen zeichnen sich am klarsten in Amerika ab ... Februar 1951
Benjamin Wahler (Chief Sales Officer)
E-Mail: sales@schluetersche.de
Titelfoto
Hagemann/Finger
Erscheinungsweise
Die Zeitschrift erscheint sechs Mal jährlich
Erscheinungstermin
Für diese Ausgabe: 6. Februar 2026
Bezugspreis
Jährlich 69,50 Euro einschließlich Portokostenanteil und MwSt. Bezug durch den Verlag.
Nicht weniger katastrophal heimgesucht von wirtschaftlichen und sozialen Nöten, als andere Teile Preußens und Deutschlands ist auch die Provinz Hannover und ein sehr großer Teil ihrer Bewohner.
Februar 1926
Vor wenig Tagen wurde dem Magistrate unserer Stadt eine neue Dampfspritze, ein Maschinenwerk abgeliefert, welches von der Leistungsfähigkeit, hinsichtlich Construction und Arbeit, der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft in Linden, ein ganz vortreffliches Zeugniß ablegt und der Stadt Hannover ein Mittel mehr liefert, bei großen Bränden durchgreifende, sichere Hülfe schaffen zu können. Februar 1876
Mitglieder der IHK Hannover können die Zeitschrift auf Anforderung erhalten, der Bezug ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Der Bezug der IHK-Zeitschrift „Niedersächsische Wirtschaft“ erfolgt im Rahmen der grundsätzlichen Beitragspflicht als Mitglied der IHK. Mit Namen und Initialen gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Ansicht des Herausgebers und der Redaktion wieder. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte oder Besprechungsexemplare. Nachdruck und elektronische Vervielfältigung des Inhalts nur nach ausdrücklicher Genehmigung, mit Quellenangabe und unter Einsendung eines Belegexemplars.
Druck
Bonifatius GmbH Druck – Buch – Verlag Karl-Schurz-Straße 26, 33100 Paderborn verkaufte Auflage: 20 172, verbreitete Auflage: 20 545 Druckauflage: 20 572
4. Quartal 2025
Abbildung: Verlag Jörg
Was gerade in den USA passiert, ist ein Weckruf. Das politische System wird rasend schnell verändert. Wie das geschieht, was das bedeutet, zeigt ein aktuelles Buch.

Nicht nur alle, die noch glauben, Donald Trump sei ein politischer Einzelgänger, der mit einer besonderen Art persönlicher Ausstrahlung zum zweiten Mal US-Präsident wurde und seitdem irrlichternd für Unruhe in der Welt sorgt, sollte Cathryn Clüver Ashbrooks gerade veröffentlichtes Buch lesen. Erschienen ist es nur wenige Tage nach dem IHK-Auftakt 2026 in Hannover: Clüver Ashbrook diskutierte dabei in Hannover mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann über die neue, selbstverordnete Rolle der Vereinigten Staaten, die gerade das bisherige internationale Zusammenspiel auf den Prüfstand stellt. Die Auseinandersetzung um Grönland mit einem Showdown in Davos ist nur eine Facette. Dass Politik seit rund einem Jahr auch mit Zöllen betrieben wird, führt zu Unsicherheit insbesondere für exportorientierte Unternehmen.
Trumps beruht: eine in die gleiche Richtung steuernde Bewegung sehr unterschiedlicher Gruppierungen.
Die Wurzeln dieser Strömungen reichen bis in die Amtszeit Ronald Reagans zurück, so Clüver Ashbrook. Insofern gilt: Was da gerade in den USA passiert, „wir hätten es sehen können." Das sagte die Politikwissenschaftlerin beim IHK-Auftakt in Hannover.
Apropos Hannover: 250 Jahre nach ihrer Gründung wenden sich die USA laut Clüver Ashbrook genau den Herrschaftsprinzipien zu, die von der Unabhängigkeitsbewegung in den amerikanischen Kolonien seinerzeit bekämpft wurde. Vertreten wurden diese Prinzipien in England von Georg III., der eben auch hannoverscher König war. Geschichte kommt eben auch nicht ohne eine gewisse Ironie aus.
Der amerikanische Weckruf.
Von Cathryn Clüver Ashbrook. Brandstätter Verlag, Wien 2026. 208 Seiten, 22 Euro. ISBN: 978-3-710609329
Und diese Situation kann länger andauern, so Clüver Ashbrook: „Europa muss sich darauf vorbereiten, es auf absehbare Zeit mit einem autoritären Amerika zu tun zu haben.“ Und sie zählt auf, was zu dieser Vorbereitung gehört, „eine Verringerung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten, der gezielte Aufbau einer zukunftsfähigen Verteidigungsindustrie und -politik, eine Vertiefung des Binnenmarkts und der Aufbau eigener Technologiekapazitäten – zumindest für Bereiche, die für die Verteidigungsfähigkeit und die gesellschaftliche Resilienz wichtig sind.“
In ihrem Buch beschreibt die USA-Expertin Clüver Ashbrook nicht nur eingehend das höchst genau geplante Vorgehen der vergangenen zwölf Monate, mit dem das bisherige politische und gesellschaftliche System der Vereinigten Staaten verändert wurde und wird. Sondern auch die schon lange stärker werdenden Strömungen, auf denen der Erfolg
Und heute? Beim IHK-Auftakt in Hannover hatte Clüver Ashbrook von einer „vermeintlich“ gesicherten Demokratie gesprochen. Was kann Europa, was kann Deutschland tun, um Demokratie und Freiheit zu erhalten angesichts des amerikanischen Weckrufs? Denn genau darum geht es aus ihrer Sicht: Was in den USA geschehen könnte, sollte wach machen gegenüber Entwicklungen, die sich gegen grundlegende Werte richten.
Ein Aspekt: Sprache. Einen Ausgangspunkt für die heute akuten Entwicklungen sieht Clüver Ashbrook in einem politischen Leitfaden, der in den 80er Jahren ganz bewusst die Herabsetzung von Vertreterinnen und Vertretern der konkurrierenden Partei forderte. Eine Konsequenz daraus könnte sein: Auseinandersetzung ja, aber nicht feindselig - das ist eine Möglichkeit, dem gesellschaftlichen Auseinanderdriften zu begegnen. Clüver Ashbrook weist in diesem Zusammenhang auf die amerikanische Initiative „Disagree better“ hin – vernünftig anderer Meinung sein, so könnte man das vielleicht übersetzen. Oder auch: Gegenseitige Wertschätzung trotz unterschiedlicher Auffassungen. Das ist zumindest etwas, mit dem man unmittelbar anfangen könnte. (pm) W

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Virale Volltreffer: Das Thema Dinosaurier macht es der „Die Dinobauer - Bernd Wolter GmbH“ leichter, bei Social Media erfolgreich zu sein. Mit ihren informativen und unterhaltsamen Videos hat die Firma auch schon neue Mitarbeitende gewonnen.
Wo gepostet?
Instagram,
Tiktok
Youtube
Von Georg Thomas
„Wir sind selbst vom Erfolg etwas überrascht worden“. Den Instagram-Account „Die Dinobauer - Bernd Wolter Design GmbH“ gibt es zwar schon seit bald sechs Jahren, aber so richtig viral gingen die Beiträge der Tochterunternehmens des Dino-Parks Münchehagen erstmals in den letzten Wochen. Die Geschäftsführer Frank Zieseniß, zuständig für die Produktion, und Carl-Christian Schneider, verantwortlich für den Vertrieb, hatten Ende 2025 einen ihrer Mitarbeitenden für die Social-Media-Arbeit gefunden. „Der hatte da richtig Lust drauf“, sagt Zieseniß über Joshua Jung, der bei den Dinobauern eigentlich als Lackierer arbeitet - und wohl auch ein bisschen Saurier-verückt ist.
Alles läuft in Eigenregie

Der QR-Code führt zum Instagram-Profi: www.instagram.com/ diedinobauer
Fast 20 000 „Gefällt mir“ und mehr als 340 000 Aufrufe erreichte ein Video bei Instagram, in dem er zusammen mit Geschäftsleitungsassistentin Marie Bergmann das Unternehmen aus Rehburg-Loccum vorstellt - mit viel Ironie und Humor. „Die Ideen für die Videos und den Contentplan entwickeln die zwei gemeinsam“, sagt Carl-Christian Schneider. In den Videos wirkt es, als würden sich die
zwei vor der Kamera gut ergänzen. „Wir haben etwas Technik beschafft und machen alles allein vom Dreh bis zum Schnitt.“ Mit mehr als 600 000 Aufrufen noch erfolgreicher war ein Video, das die Dinobauer an Neujahr veröffentlichten. Darin zeigt die Assistenz ihren Frust, weil der eigene Chef kein Alpaka anschaffen möchte.
Die Firma veröffentlicht bewusst eine Mischung aus Unterhaltung und auch viele lehrreiche Videos und liefert Einblicke in den Arbeitsalltag des Unternehmens, das für Dinosaurier-Parks in Europa große Nachbildungen der Urzeittiere herstellt. Zu den Abnehmern der übergroßen Tiere, die auf Basis wissenschaftlicher Kenntnisse originalgetreu nachgebildet werden, gehören auch Museen, Einkaufszentren oder Freizeitparks. Und es sind auch andere Tiere als Dinos dabei.
Die größere Reichweite bei Social Medianeben Instagram sind die Dinobauer auch bei Tiktok, Youtube und Linkedin aktiv - hat sich für das Unternehmen bereits ausgezahlt.
„Wir haben auf diesem Weg zwei neue Mitarbeitende gewonnen“. Es wird also auf jeden Fall weitere Videos geben - mindestens zwei Mal pro Woche ist das Ziel. (gt) W
Beim „Slam 2026“ wird Hannover im September zum Zentrum der deutschsprachigen Poetry Slam-Szene.
Vom 23. bis 26. September wird Hannover zum Zentrum des größten Live-Literatur-Festivals Europas: Zum „Slam 2026“ kommen rund 200 Poetinnen und -poeten und Veranstaltende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Italien, Liechtenstein und Luxemburg, um wortstark zu batteln.
Der ausrichtende Verein Live Literatur Hannover hat das Kulturzentrum Faust als Festivalzentrum für die Vorrunden, die Team-Halbfinals und das Rahmenprogramm ernannt. Die Warenannahme, die 60er-Jahre Halle und das Tango Milieu sind Spielorte, das Mephisto wird zur After ShowLounge. Die Halbfinale für den Einzel-Wettbewerb finden in der Galerie Herrenhausen und im Kulturzentrum Pavillon statt, die Finals im Theater am Aegi.
„Ich finde es eine große Leistung, dass wir es geschafft haben, Europas größtes Bühnen-Literatur-Festival nach 2017 zum zweiten Mal nach Hannover zu holen“, erklärt Mitorganisator
Henning Chadde, der seit über 20 Jahren Poetry Slams in Hannover veranstaltet.
Die Veranstaltung wird von der Landeshauptstadt Hannover, der Region Hannover, der Nord/LB Kulturstiftung, der VGH Stiftung sowie Haus & Grund und Leine Trends unterstützt. „Mit der Förderung des Poetry-Slam-Wettbewerbs wird Sprache zur Bühne: Wortkunst trifft auf Haltung, Humor und Herz. Das Projekt schafft Raum für neue Stimmen, lebendige Debatten und kreative Energie – und bereichert so nachhaltig die kulturelle Vielfalt“, so Anke Blome von der Nord/LB-Kulturstiftung.
Susanne Mamzed von der VGH Stiftung ergänzt: „Literatur- und Leseförderung spielen für die VGH Stiftung schon von jeher eine wichtige Rolle. Poetry Slam als Kulturformat vermag es auf unnachahmliche Weise, ein breites Publikum für gesprochene Texte zu gewinnen, von humorvoll über gesellschaftskritisch bis lyrisch. Gerne unterstützen wir deshalb den Slam 2026.“ (Dö) W

Mathe: Bekenntnis und Begeisterung
STREIFLICHT
Deutschland ist super im Diskurs. Aber zunehmend schlecht in Mathe. Die Diskussion über Ursachen und Gegenmittel läuft auf Hochtouren, ebenso darüber, was künftig gelehrt und gelernt werden soll.
Diskutieren: Das können wir. Corona-Folgen, fehlende Mathe-Lehrkräfte, Sprachkenntnisse, das Umfeld. Der im Smartphone allgegenwärtige Taschenrechner. Überhaupt KI.
Ob schriftliches Dividieren für das mathematische Verständnis notwendig ist oder nicht:
Bei der Frage wollen wir uns gar nicht erst einmischen, das ist was für die Fachleute. Nur so viel ist klar: Aus Sicht der Unternehmen gehört Mathe – oder auch schlicht Rechnen – zu den Kompetenzen, die sie bei Jugendlichen oft vermissen.
Was und wie gelernt wird, da halten wir uns raus. Nicht aber hierbei: Dass es gesellschaftlich völlig akzeptiert ist, Mathe blöd zu finden. Werden Prominente und weniger Prominente nach ihrem meistgehassten Schulfach gefragt, kann man getrost auf Mathematik wetten: „Beim Rechnen war ich immer schon schlecht.“ Hach, da sind wir doch irgendwie alle gleich, nicht wahr? Wobei die Promis noch eine weitere Botschaft vermitteln: Kann kein Mathe, aber seht her, hab’s trotzdem geschafft. Toll.
Neben allem anderen braucht vielleicht gerade die Mathematik mehr gesellschaftliche Wertschätzung. Und nicht nur die Erklärung, warum der Umgang mit Zahlen wichtig ist. Sondern Begeisterung. Die ist ohnehin der Schlüssel zu allem. Wer wissen will, wie das aussieht, sollte sich mal auf Youtube Numberphile-Videos ansehen. Den Macherinnen und Machern steht genau diese Begeisterung für Zahlen und Mathematik ins Gesicht geschrieben, wenn sie Grundfragen erläutern. Mit nichts als Stift und Packpapier. Na gut, manchmal auch mit mehr: Es ist eben einfach cool, wann man die erste Million der Nachkommastellen von Pi ausgedruckt auf einer Flughafen-Landebahn ausrollt. (pm)
Die Unternehmen Sennheiser, Wagner und Nord/LB wurden kürzlich mit dem Qualitätssiegel „TOP Ausbildung“ der IHK Hannover ausgezeichnet.
BARBARA DÖRMER
Der Audiospezialist Sennheiser, das Brandschutzunternehmen Wagner und die Norddeutsche Landesbank (Nord/ LB) wurden im Dezember und im Januar von der IHK Hannover mit dem Qualitätssiegel „TOP Ausbildung“ ausgezeichnet. Mit dem Siegel bewertet ein Auditoren-Team die Ausbildungsqualität von Unternehmen.
Der Sennheiser electronic SE & Co. KG wurde das Siegel „TOP Ausbildung“ am 10. Dezember verliehen. Das Unternehmen mit Sitz in der Wedemark überzeugte insbesondere mit seinem ganzheitlichen Ausbildungs-
„Für uns ist und bleibt es wichtig, junge Talente früh zu erkennen und zu fördern.“
Dr. Andreas Sennheiser, CEO von Sennheiser

konzept. Das Audit-Team bescheinigte dem Unternehmen ein außergewöhnlich hohes Engagement. Zusätzlich fielen die offene Kommunikationskultur sowie Zusatzangebote, die den Einstieg ins Berufsleben erleichtern, besonders positiv auf. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Für uns ist und bleibt es wichtig, junge Talente früh zu erkennen und zu fördern. Das Siegel ‚TOP Ausbildung‘ zeigt, dass wir Ausbildung ganzheitlich denken: Es geht nicht nur darum, Auszubildende fachlich gut auf das Berufsleben vorzubereiten, sondern auch darum, sie persönlich weiterzuentwickeln. Wir möchten unseren Auszubildenden die Möglichkeit geben, die Audiowelt von morgen mitzugestalten“, so Dr. Andreas Sennheiser, Geschäftsführer von Sennheiser.
Die Wagner Group GmbH aus Langenhagen wurde am 8. Januar mit dem Qualitätssiegel „TOP Ausbildung“ ausgezeichnet. Geschäftsführer Steffen Springer und Ausbildungsleiterin Sarah Engelke nahmen die Auszeichnung entgegen und betonten die zentrale Bedeutung der Ausbildung für das Unternehmen: „Die Ausbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert und wir wollen uns in diesem Bereich stetig weiterentwickeln“, so Springer. Markant sind die vielfältigen Angebote für Auszubildende: Die Wagner-Akademie ermöglicht Azubis und Mitarbeitenden eine kontinuierliche Weiterbildung. Mit der Möglichkeit, Auslandspraktika während der

Ausbildung zu absolvieren, werden die Persönlichkeitsentwicklung sowie Kulturkompetenz der Azubis aktiv unterstützt. Welcome Days, ein jährliches Azubi-Teamevent sowie Azubi-Steckbriefe erleichtern den neuen Auszubildenden den Einstieg und fördern das Kennenlernen in den Abteilungen.
Die Nord/LB aus Hannover wurde Mitte Januar mit dem Siegel „TOP Ausbildung“ ausgezeichnet. Aktuell begleitet die Bank 127 Nachwuchskräfte und 18 Trainees – von Bankkaufleuten über Fachinformatikerinnen/ Fachinformatiker bis zu dual Studierenden in den Bereichen Business Administration, Business Economics und Wirtschaftsinformatik. „Das Siegel, das ich heute gemeinsam mit unserem CEO Jörg Frischholz entgegen nehmen durfte, ist bereits die zweite Aus-
„Die Ausbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert und wir wollen uns in diesem Bereich stetig weiterentwickeln.“
Steffen Springer, Geschäftsführer Wagner Group
Die IHK Hannover hat das niedersachsenweit gültige Siegel „TOP-Ausbildung“ 2019 eingeführt. Das Zertifizierungsverfahren der IHK betrachtet die Ausbildung anhand eines 5-Phasen-Modells – von „Ausbildungsmarketing/Recruiting“ und „Start der Ausbildung“ über „Organisation und
zeichnung für uns als Arbeitgeber innerhalb kurzer Zeit: Ende 2025 wurde unsere Niederlassung in London als ´Great Place to Work´ zertifiziert. Beide Erfolge zeigen, wie sehr uns die Menschen am Herzen liegen, die bei der Nord/LB arbeiten – ob als Nachwuchskraft oder erfahrene Fachkraft“, so Personalleiter Dr. Thorsten Christoffer. W

Jörg Frischholz (Mitte) und Dr. Thorsten Christoffer von der Nord/LB freuen sich über die Auszeichnung.
Durchführung“ bis zu „Prüfung“ und „Abschluss/Personalentwicklung“. Für die Zertifizierung erfolgt im ersten Schritt eine Selbsteinschätzung des Unternehmens anhand eines Kriterienkatalogs. Danach folgt die Auditierung durch ein Team aus Expertinnen und Experten anderer Ausbildungsbe-
triebe in der Region, begleitet durch die IHK. Dabei geht es nicht nur um eine Bestätigung der aktuellen Ausbildungsqualität, sondern auch um Impulse für die Weiterentwicklung. Nach dem erfolgreichen Audit ist das Siegel drei Jahre lang gültig. (tem) www.hannover.ihk.de I Nr. 5370596
STREIFLICHT
Jugend und Soziale Marktwirtschaft: Die gerade veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage machen einigermaßen nachdenklich. Die Bertelsmann-Stiftung hat 16- bis 25-Jährige in Deutschland befragen lassen. Mit Werten von 90 Prozent und mehr sprechen sie sich dafür aus, dass eine gerechte Gesellschaft sowohl Leistung belohnen als auch für gleiche Chancen sorgen muss. Wer im Beruf viel leistet, soll auch mehr verdienen. Gleichzeitig geht der Daumen hoch für eine angemessene Grundversorgung oder Unterstützung für alle, die sich um ihre Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmern. Junge Menschen stehen hinter dem Leistungsprinzip und ebenso wie hinter dem Sozialstaat: So weit, so gut. Aber was macht jetzt nachdenklich an diesen Ergebnissen?
Wenn die Soziale Marktwirtschaft ein Erfolgsmodell sein soll, gehört dazu noch etwas mehr: Nicht nur, das Leistungsprinzip grundsätzlich zu akzeptieren. Sondern für sich selbst einen Sinn zu sehen, sich anzustrengen. Gerade mal ein Viertel der Befragten glaubt, auch das ergab die Studie, dass junge Menschen heute einen höheren Wohlstand erreichen als ihre Eltern. In den frühen Jahren der Bundesrepublik, als die Soziale Marktwirtschaft zum Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs wurde, war das anders. Wer etwas leistet, und zwar auf der Grundlage einer guten (Aus-)Bildung, hat die Chance, seine Lebensumstänge klar zur verbessern. Wohlstand für alle, nach Ludwig Erhards Buchklassiker, mit der Betonung nicht auf "Wohlstand", sondern auf "alle". Und auch die Rente als Pfeiler der sozialen Absicherung stand nicht zur Diskussion.
Ja, das Leistungsprinzip wird von jungen Menschen akzeptiert. Aber sie sehen offenbar auch, dass sie mit Anstrengung das Wohlstandsniveau
ihrer Eltern allenfalls halten. Ohne Zweifel ist das Bekenntnis zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft angesichts der gravierenden Veränderungen, die unser Wirtschaftssystem in diesen Tagen nicht nur beeinflussen, sondern herausfordern, eine ermutigende Nachricht. So kommentiert auch Bertelsmann-Expertin Sandra Zillinger die Studienergebnisse. Aber in trockenen Tüchern ist damit noch nichts.
Umso ermutigender weitere Ergebnisse. Zum Beispiel wünschen sich 90 Prozent der jungen Menschen mehr Geld für Bildung: Auch das, Bildung als Voraussetzung zur wirtschaftlichen Teilhabe, gehört zur Sozialen Marktwirtschaft. Und mit Bildung eng verbunden: gleiche Startchancen für alle.
Und hinzu kommt noch dies: Eine große Mehrheit der jungen Generation wünscht sich mehr Informationen über die Wirtschaft. Natürlich in der Schule. Aber auch, und das ist überraschend, am Arbeitsplatz: Hier gibt es also in den Unternehmen noch etwas zu tun.
Junge Menschen sind also an Wirtschaftstheman interessiert. Und auch sehr junge: Die Bertelsmann-Stiftung hat im Mai vergangenen Jahres ergeben, dass der Bedarf an finanzieller Bildung bei Jugendlichen aus einkommensschwachsen Familien besonders hoch ist.
Dass junge Menschen die Soziale Marktwirtschaft grundsätzlich gut finden, ist eine Grundlage. Aber sie müssen mitgenommen, motiviert werden. Und genau an diesem Punkte liefert die Umfrage auch einen Grund zur Unruhe: Drei Viertel der Befragten glauben eben nicht, dass junge Menschen bei politischen Entscheidungen berücksichtigt, also mitgeommen werden. (pm)
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