Warum es nicht reicht, ânurâ mit guter Arbeit zu punkten, weiĂ Handwerksmeister Bodo Ahlers. Seite 3
Nachhaltig unterwegs
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Zufriedene Kunden
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Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Hannover
126. Jahrgang | Nr. 2 | 15. Februar 2021
Bestatter Bernd Vogel ist auch in dieser besonderen Zeit der Klimaschutz wichtig. Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit in Zeiten der Corona-Pandemie etwas in den Hintergrund getreten ist, lĂ€sst sich Bernd Vogel von seinem Weg nicht abbringen. Sein Bestattungsfahrrad hat er seit zwei Jahren im Einsatz. Es ist ein Teil der klimafreundlichen Bestattung, die der 53-JĂ€hrige interessierten Kunden anbietet. Mit dem Umbau des Lastenrades folgt Vogel den Spuren seines GroĂvaters, des FirmengrĂŒnders von Eggers Bestattungen aus Hannover-Langenhagen â der hat schon damals Fahrzeuge selbst konstruiert. Auf die momentane Situation hat sich Bernd Vogel eingestellt: Er nutzt Zoom-Konferenzen zur Beratung und zur Trauerbegleitung. Warum er sich besonders um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter sorgt und warum sie seine stillen Helden sind, lesen Sie auf Seite 16. (JA)
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M
it Maskenpflicht und Abstandsregeln tun sich manche Kunden in den eigenen vier WĂ€nden schwer, weiĂ Malermeister Uwe Jeckstadt aus Lamspringe. Die lieĂen sich jedoch meistens schnell ĂŒberzeugen: Er besuche tĂ€glich viele Kunden, dabei seien Masken fĂŒr ihn ein viel besserer Schutz, als stĂ€ndig auf den Mindestabstand achten zu mĂŒssen. âWenn ich das den Kunden erklĂ€re, fĂŒhrt das immer dazu, dass sie auch eine Maske aufsetzen.â Auf Baustellen setzt der 51-JĂ€hrige vor allem auf gute Organisation: âWo es mit den Abstandsregeln eng wird, spreche ich vorher mit dem Auftraggeber und den anderen Gewerken ab, wer wann wo arbeitet.â So stelle er sicher, dass seine Mitarbeiter âimmer rĂ€umlich getrennt von den anderen Gewerken arbeiten könnenâ, auch wenn andere die Regeln dort nicht so eng sehen. Dass es bei der Einhaltung der Corona-Regeln auf Baustellen nicht immer rund lĂ€uft, weiĂ auch Cornelia Höltkemeier von der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen. âIch bekomme immer wieder Anrufe von Betriebsinhabern zu diesem Themaâ, berichtet die RechtsanwĂ€ltin. Dabei sei die rechtliche Lage eindeutig: Arbeitgeber sind dafĂŒr
verantwortlich, die Mitarbeiter vor Ansteckung zu schĂŒtzen. In der Kundenwohnung und auf Baustellen wĂŒrde dafĂŒr das Einhalten des Abstandsgebots genĂŒgen â zwischen Kunde und Handwerker, aber auch zwischen den Handwerkern untereinander. Wo das nicht möglich sei, bestehe fĂŒr beide Seiten Maskenpflicht. Ist ein Auftraggeber nicht einsichtig, könne der Chef seine Mitarbeiter abziehen. Einen Anspruch auf âAuftragserfĂŒllungâ habe der Kunde dann nicht. Die Juristin rĂ€t dazu, erst einmal mehr oder weniger sanften Druck auf den Auftraggeber auszuĂŒben. 2 Kunden in der Privatwohnung sollten Sie darĂŒber informieren, dass Sie dazu verpflichtet sind, Ihre Mitarbeiter zu schĂŒtzen. Hilfreich sei es, fĂŒr Kunden immer eine Maske dabei zu haben. âDas wird bei den meisten Kunden zu Akzeptanz fĂŒhrenâ, sagt Höltkemeier. 2 Auf Baustellen rĂ€t die Juristin dazu, im Vorfeld mit den Bauleitern organisatorische Vorkehrungen fĂŒr ausreichenden Abstand zu besprechen. Fruchtet das nicht, sollten Sie vom Bauleiter kurzfristige Abhilfe fordern. GenĂŒgt auch das nicht, mĂŒssten Sie als âletzte Eskalationsstufeâ â Ă€hnlich einer Baubehinderungsanzeige â den
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Wo es eng wird, spreche ich vorher mit dem Auftraggeber und den anderen Gewerken. Uwe Jeckstadt, Malermeister
Auftraggeber informieren und den Abzug Ihrer Mitarbeiter ankĂŒndigen. Diese Regeln gelten auch in Sachsen-Anhalt, bestĂ€tigt Giso Töpfer vom Baugewerbe-Verband SachsenAnhalt. Der Jurist rĂ€t zudem dazu, die Mitarbeiter zu sensibilisieren und ihnen den RĂŒcken zu stĂ€rken. âIn vielen Betrieben gibt es dazu richtige HandlungsablĂ€ufe, die vorsehen, dass die Mitarbeiter bei Kundenterminen generell eine Maske aufsetzen und die Kunden proaktiv ansprechenâ, berichtet der Jurist. Wichtig sei es zudem, bei solchen AblĂ€ufen auch an die Pausenzeiten zu denken â âam besten in kleinen Gruppen, zeitversetzt und mit Abstandâ.
Vorbild sein!
Wer von anderen die Einhaltung der Corona-Regeln einfordert, sollte mit gutem Vorbild vorangehen, ergĂ€nzt Malermeister Uwe Jeckstadt aus Lamspringe âIch kann selbst nicht den ganzen Tag ohne Maske arbeiten und dann von anderen verlangen, dass sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen.â JĂRG WIEBKING W Ein Interview mit ausfĂŒhrlichen Tipps von Cornelia Höltkemeier finden Sie unter svg.to/maskenpflicht
âHamburger Ausleseâ als Schaufensterausstellung Die Exponate sind in der Handwerksform Hannover auch online zu sehen. Click & Collect ist möglich. Zum Jahresauftakt 2021 hat die Handwerksform Hannover 34 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg (AdK) eingeladen: die Hamburger Auslese. Alle WerkstĂ€tten und Ateliers verfolgen ein ganzheitliches Arbeitsprinzip, bei dem die Herstellung eines Objekts von der ersten Ideenskizze bis zur AusfĂŒhrung in einer Hand liegt. Gezeigt werden Arbeiten aus den Werkbereichen Glas, Gold & Silber, Keramik, Papier und Textil. Viele Objekte haben einen erkennbaren Bezug zu Hamburg. Etwa die Papierarbeiten von Susanne Schwarz, die den Michel und die Elbphilharmonie nachempfunden und Mobiles mit Fischen und Vögeln kreiert hat. AuĂerdem zu sehen: Schiffe aus Porzellan, fröhliche Nixen aus Keramik, âPfeffersĂ€ckeâ als OhranhĂ€nger und Ringe, die die Stilistik der Hamburger BrĂŒcken aufgreifen.
Infos zur Ausstellung: unter www. handwerksform.de. Die Exponate sind ĂŒber die Schaufenster an der Berliner Allee 17 zu sehen. Click & Collect: Via www.facebook. com/handwerksform.hannover/ Digitale AusstellungsfĂŒhrung: 18. Februar 2021, 16.30 bis 17.30 Uhr mit RĂŒdiger Tamm
Foto: Handwerksform
Corona-Jahr 2020
Foto: Privat
Was können Handwerker tun, wenn Kunden und Kollegen die Corona-Regeln auf der Baustelle nicht einhalten?