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Norddeutsches Handwerk 9/2022

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„Die Lage ist dramatisch“

Wir sind der Versicherungspartner fürs Handwerk.

Ein Team, das Verantwortung übernimmt? Thomas Renken hat das in seinem Betrieb umgesetzt. Seite 7

nkalkulierbare Lieferfristen und drastisch sinkende Zuschüsse: Die Bestellung eines neuen E-Autos gleicht derzeit einem Glücksspiel: Niemand weiß, was am Ende dabei herauskommt. „Die Lage ist dramatisch“, sagt Marion Zander, Chefin der Autohaus Hopp GmbH im niedersächsischen Steyerberg. Viele ihrer Kunden wollen dringend auf ein E-Auto umsteigen. Doch die Liefertermine der Hersteller verschieben sich immer weiter nach hinten, während die Preise immer weiter steigen. „Wir bekommen jede zweite Woche neue Preislisten, da sich die produzierbaren Modelle und deren Ausstattungen ständig ändern“, sagt Zander. Und nun hat die Bundesregierung noch die Kürzung des Umweltbonus für Elektrofahrzeuge ab dem kommenden Jahr angekündigt. Außer für Gewerbekunden – für sie soll es ab September 2023 überhaupt keine Zuschüsse mehr geben. Zander berichtet von einem Geschäftskunden, der mit etwas Glück zumindest noch den deutlich reduzierten Umweltbonus bekommen wird. „Geplant war die Lieferung für Juli 2022, bestellt hat der Kunde das Auto im Juni 2021“, sagt die Unternehmerin. Gerade habe sie ihn über den neuen voraussichtlichen Liefertermin für seinen Firmenwagen informiert: Mai 2023. Noch schlimmer sei die Lage für Geschäftskunden, die jetzt einen Neuwagen bestellen wollen. Zander: „Die Kunden wollen natürlich die Prämie und wir können ihnen oft nicht sagen, ob das zeitlich klappt. Diese Situation ist extrem belastend und sehr frustrierend.“

E-Bikes für Mitarbeiter?

Was ändert sich beim Umweltbonus?

Geleaste E-Bikes sind als Diensträder bei Mitarbeitenden gefragt. Das müssen Sie wissen. Seite 10

Noch bis Ende 2022 gibt es je nach Fahrzeugtyp eine Kaufprämie zwischen 5.625 und 9.000 Euro für jeden zugelassenen Neuwagen. Zwei Drittel zahlt der Staat, ein Drittel die Hersteller. Diese Beträge will die Regierung 2023 und 2024 deutlich senken: ɓ Zuschüsse gibt es nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) nur noch für batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge. Plug-in-Hybridfahrzeuge fallen aus der Förderung heraus. ɓ Ab 1. Januar 2023 gibt es 4.500 Euro für Fahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis bis 40.000 Euro. 3.000 Euro sind es für Fahrzeuge mit einem Listenpreis bis 65.000 Euro. Für teurere Autos entfällt die Förderung. ɓ Ab 1. September 2023 entfällt der Umweltbonus für Unternehmen. ɓ Ab 1. Januar 2024 gibt es den Zuschuss nur noch für Fahrzeuge mit einem Listenpreis bis

Foto: Roger Grabowski

So bremst der Förderstopp E-Autos für das Handwerk aus.

Infos unter signal-iduna.de

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Grundsteuer erklären Warum Sie schnell handeln sollten und wertvolle Tipps, die wirklich weiterhelfen Seite 2

Klappt die Umsetzung?

Foto: ZDH/Boris Trenkel

Sind die mit der Energiesparverordnung verbundenen Pflichten umsetzbar? Handwerker ordnen ein. Seite 3

„Hier stimmt was nicht“ Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer bezieht Position zur Ausbildungssituation. Seite 4

Verantwortung verteilen

Gemeinsam durch die Krise HWK, IHK und EWE wollen beim Energiesparen unterstützen. Seite 17

INFOKANÄLE App „Handwerk“ Die Welt des Handwerks bewegt sich natürlich auch nach dem Redaktionsschluss weiter. Mit unserer App bleiben Sie auf dem Laufenden. Kostenlos zu haben ist sie im App Store oder bei Google Play.

„Die Lage ist dramatisch“, berichtet Monika Zander: Die Kunden wollen E-Autos und die Prämie. Doch zusagen kann die Chefin eines Autohauses derzeit beides nicht.

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maximal 45.000 Euro. Er beträgt dann noch 3.000 Euro. Steigen könnte der Zuschuss, wenn ihn die Hersteller wie bisher um 50 Prozent erhöhen: auf 4.500 bis 6.750 Euro in 2023 und auf 4.500 Euro in 2024. Über den Herstellerzuschuss befindet sich das BMWK nach eigenen Angaben „im Austausch“ mit der Autoindustrie.

Der Förderstopp trifft das gesamte Handwerk: Die Streichung des Umweltbonus drohe „die Mobilität der Handwerksbetriebe gerade in den Innenstädten jäh auszubremsen“, warnt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

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Hauptgrund für die Sorgen des Handwerks und seiner Kfz-Betriebe: Den Förderantrag für den Umweltbonus können Autokäufer erst nach der Zulassung stellen. Ein Ausweg wäre die Bewilligung nach dem

Bestelldatum, wie es der Zentralverband deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fordert. Das lehne das BMWK jedoch wegen des höheren Verwaltungsaufwands ab, berichtet ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Antragssteller und auch für das gesamte Kfz-Gewerbe“, so Peckruhn. „Die Arbeitserleichterung für Behörden darf nicht auf Kosten der Bürger und Unternehmen erfolgen.“

Werden Handwerksleistungen noch teurer? Die „Wut und Enttäuschung“ der Kunden würden nun die Autohäuser massiv zu spüren bekommen, sagt Peckruhn. Die Zeche würden am Ende jedoch die Handwerkskunden oder die Umwelt zahlen, warnt der Kfz-Meister aus Sangerhausen: „Wenn sich die Anschaffung eines E-Fahrzeugs demnächst um bis zu 9.000 Euro verteuert, droht die weitere Verteuerung von Handwerksleistungen. Oder die Betriebe greifen wieder auf reine Verbrennerfahrzeuge zurück.“ JÖRG WIEBKING W

Energiekosten: ZDH fordert schnelle Entlastungen

Gar nicht „Old School“ Foto: Privat

Der Förderstopp trifft das gesamte Handwerk.

Kritik an bürokratischer Hürde

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Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Oldenburg

127. Jahrgang | Nr. 09 | 15. September 2022

Zwei Wände, unterteilt durch geometrisch angeordnete Stuckleisten, gestrichen in einem dunklen NavyBlue-Farbton: So gestaltet Aleksandras Heinemann von AD Design einen seiner neuen Ausstellungsräume in der Osnabrücker Altstadt – sein aktuelles Lieblingsprojekt. „Ich will zeigen, wie man etwas Altmodisches, das früher modern war, in etwas modernes Neues verwandeln kann“, erzählt der Maler- und Lackierermeister. Inspiriert hat den 33-Jährigen die Zeile eines Lieds: „Old school to the new school“, heißt es in einem Stück des Rappers French Montana. „Ich hatte es im Radio gehört und war von der Idee sofort begeistert. Diese Verbindung passt genau in die Osnabrücker Altstadt und zeigt, was unser Handwerk alles kann.“ (JW)

Die Politik will Bürger und Unternehmen weiter entlasten. So reagierte der ZDH auf die angekündigten Maßnahmen. Angesichts der stark steigenden Energiepreise hat die Bundesregierung Anfang September ein drittes Energieentlastungspaket angekündigt. Volumen: insgesamt 65 Milliarden Euro. In einer ersten Stellungnahme – kurz vor Redaktionsschluss dieser Zeitung – bezeichnete der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) das Maßnahmenpaket als „eher eine Enttäuschung“ für Handwerksbetriebe.

Immer mehr Notrufe „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass die Dringlichkeit einer Unterstützung für unsere Handwerksbetriebe nicht berücksichtigt und mögliche Entlastungen erst zeitverzögert angegangen werden“, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Er wies darauf hin, dass beim ZDH inzwischen mehr und mehr Notrufe von Betrieben eingingen, die Hilfe bräuchten. Es drohe, dass vie-

len Betrieben die Luft ausgehe, bevor die Maßnahmen wirken. Schon im August hatte der ZDH eine Energiekostenabfederung gefordert und Lösungsvorschläge gemacht. Laut Wollseifer greifen die von der Regierung angedachten Entlastungen für Unternehmen zwar „wesentliche Vorschläge“ des ZDH auf. Doch sie blieben „im Detail sehr vage“ und führten „nicht zu einer unmittelbaren Entlastung“. Weiter kritisierte Wollseifer, dass die Regierung direkte Notfallhärtehilfen für alle Gruppen der Gesellschaft vorgesehen habe, nicht aber für besonders betroffene energieintensive Betriebe. Hier hätte es „deutliche stärkere direkte und schnelle Unterstützung für Betriebe unbedingt gebraucht“. (AML) Mehr zum Thema Energie auf den Seiten 3 und 9.


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