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Norddeutsches Handwerk 2/2023

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www.hwk-hannover.de | Einzelpreis 1,50 €

Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Hannover

127. Jahrgang | Nr. 02 | 17. Februar 2023

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Google-Fonts-Abmahnungen haben 2022 vielen Betrieben zu schaffen gemacht. Doch zuletzt gab es herbe Rückschläge für die Abmahner. Trotzdem sollten sich Betriebe nicht entspannt zurücklehnen.

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Vier-Tage-Woche Sie überlegen, die Arbeit nur auf vier Tage zu verteilen? Das müssen Sie rechtlich beachten. Seite 3

Foto: Berufsfotografin Liesa Flemming

Kein Stress mit Google Fonts?

Bewertungsportale nutzen azzia beim Abmahnprofi: Weil er unrecht­ mäßig mehr als 2.400 Datenschutz­ Abmahnungen an die Betreiber kleiner Websites verschickte, bekamen ein Ber­ liner Rechtsanwalt und sein Mandant nun Besuch von der Polizei. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Berlin: Abmahnbetrug und Erpressung von Google­ Fonts­Nutzern. Die Beschuldigten hätten eigens für das Abmahngeschäft eine Software entwickelt, die Datenschutzverstöße entdeckte und diese dann gezielt automatisch auslöste – ohne dass je ein Web­ site­Nutzer tatsächlich betroffen war. Die Abmahner hatten sich ein Urteil des Land­ gerichts München zunutze gemacht: Die Richter hatten entschieden, dass die Nutzung der Google­ Fonts­Schriftarten gegen den Datenschutz verstoße, wenn diese bei jedem Website­Besuch dynamisch vom Server des Internetriesen geladen und dabei automatisch und ohne Einwilligung Nutzer­Daten übermitteln werden. Das Urteil löste 2022 eine Abmahnwelle aus. Die Männer, gegen die die Berliner Justiz ermittelt hat, forderten in ihren Schreiben 170 Euro von den Abgemahnten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gingen etwa 2.000 Betroffene auf das sogenannte „Vergleichsangebot“ ein und zahlten die geforderte Summe, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden. Die übrigen 420 Abgemahnten erstatteten stattdessen Anzeige – und lösten so die Ermittlungen der Staats­ anwaltschaft aus. Während das Verfahren in Berlin noch läuft, haben andernorts zwei Gerichte längst gegen Google­Fonts­ Abmahner entschieden. Das Amtsgericht Charlotten­ burg zum Beispiel zeigte einem Abmahner die Rote Karte, weil er nicht nachweisen konnte, warum und in welcher Höhe ihm ein Schaden entstanden ist. Das Urteil bedeutet allerdings nicht, dass Google­Fonts­Abmahnungen nicht möglich sind. Genau das deutet auch die Berliner Staatsanwalt­ schaft an: Sie teilt mit, dass tatsächlich ein Daten­ schutzverstoß und somit auch ein Unterlassungs­ anspruch vorliegen dürfte, wenn die IP­Adresse von Website­Nutzern ohne deren Einwilligung in die USA übermittelt wird.

Zwei Gründe, die dafür sprechen, drei Kriterien für die Auswahl und Tipps für mehr Bewertungen. Seite 4 Foto: Privat

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Nachhaltig punkten Warum Nachhaltigkeitsaktivitäten lohnen? Das weiß Katrin Niebuhr aus langjähriger Erfahrung. Seite 6

Viele Fehler – und nun? Unzuverlässige Mitarbeiter? Warum es gerade jetzt auf Ihre Führungsqualitäten ankommt. Seite 7

Mehr Liquidität im Betrieb Mit diesen Tipps reagieren Sie schnell auf Engpässe und beugen langfristig vor. Seite 11

„Wer rastet, der rostet“ Anja Gröhlich und Rolf Sürig digitalisieren ihren Betrieb weiter. Seite 15

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Stressfrei und ohne Abmahnungsrisiken: Fliesenlegermeister Michèl Müller setzt auf einen Dienstleister für seine Website, der sich um alles kümmert.

Website: Meister beauftragt Dienstleister Fliesenlegermeister Michèl Müller weiß, dass Abmahner gerne nach rechtlichen Fehlern auf Websites suchen, um daraus Profit zu schlagen. Doch der Handwerker aus Oldenburg hat solche Probleme nicht und will sie auch nicht bekommen. Er hat einen Dienstleister beauftragt, der sich um die Website seines Betriebs kümmert: „Im Netz sind rechtlich einfach zu viele Dinge zu beachten und oft kommt es auf kleinste Details an, da müssen einfach Profis ran“, betont Meister. Das koste zwar Geld, aber diese Ausgaben lohnten sich für ihn in mehrfacher Hinsicht: ɓ Er habe eine moderne Website, die mobil opti­ miert sei. ɓ Die Website werde von den Kunden im Netz gut gefunden, da sich der Dienstleister neben den Inhalten auch um die Sichtbarkeit der Seite kümmere.

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Foto: Lilli Gruber

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Im Netz kommt es rechtlich auf kleinste Details an. Michèl Müller, Fliesenlegermeister

Handwerkskammer stärkt Berufsorientierung Netzwerktreffen mit den Partnern in der Ausbildung brachte viele neue Ideen für die Zusammenarbeit.

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Und er müsse sich keine Sorgen um Abmahnun­ gen machen, weil sich der Dienstleister um die Einhaltung rechtlicher Vorgaben wie zum Beispiel der Datenschutz­Grundverordnung kümmere. Handwerker, die sich nicht sicher sind, ob sie auf ihrer Website eine dynamische Variante der Google­ Schriftarten verwenden, können das selbst prü­ fen. Einige Handwerkskammern empfehlen dafür Google­Fonts­Checker wie www.sicher3.de und www.54gradsoftware.de. Wer dynamische Google Fonts nutzt, sollte diese Schriftarten lokal spei­ chern und von dort in den eigenen Internetauftritt einbinden. Solche Aufgaben kann natürlich auch ein Dienstleister übernehmen. Michèl Müller jeden­ falls hat damit gute Erfahrungen gemacht und kann das Kollegen nur empfehlen: „Ich habe so weniger Stress und kann mich auf mein Handwerk konzen­ trieren.“ ANNA-MAJA LEUPOLD W

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Designtes Salatbesteck aus recyceltem Stahl „Lange Zeit habe ich gedacht, dass ich mein Umweltbewusstsein in meinem Handwerk nicht ausleben kann“, sagt Kunstschmiedin Lilli Gruber von Stahlwandel in Hannover. Das habe sie belastet und daher habe sie nach einer Lösung gesucht, wie sie bei ihrer Arbeit Ressourcen einsparen kann. Heute verwendet Gruber für ihre Arbeiten Neuschrott – also Metallreste aus der verarbeitenden Industrie. Daraus fertigt die Kunstschmiedin Alltagsgegenstände wie zum Beispiel Salatbestecke (Foto), Messer oder Gartenhacken. Deren Form orientiert sich immer an der Form des verarbeiteten Neuschrotts. (AML)

Was fehlt in den Schulen an Angeboten zur Berufsorientierung? Was nutzen sie bereits und wo kann die Handwerks­ kammer Hannover noch unterstützen? Über diese und weitere Themen tausch­ ten sich die rund 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim „Netzwerktref­ fen – Ausbildung im Handwerk“ in der Handwerkskammer Hannover aus. „Bei unserem Brainstorming gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde schnell klar, dass viele Schulen der Schuh an der gleichen Stelle drückt“, sagt Wiebke Burchard, Ausbildungs­ beraterin mit dem Schwerpunkt Nachwuchsgewinnung im Handwerk bei der Handwerkskammer Hannover. „Den Schülerinnen und Schülern fehle es an Praxiserfahrungen und bei den Eltern bestehe Aufklärungsbedarf, was die Alternativen zum Abitur angeht“, fasst Burchard die Stimmen aus der Veranstaltung zusammen.

Beim anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Verantwortlichen der Bildungsträger über die Angebote der Handwerks­ kammer Hannover informieren und über Möglichkeiten der Kooperation austauschen. „Unsere Blitzlichtvorträge an den Gruppentischen über unsere Angebote wie beispielsweise das triale Studium, unsere Lehrstellenbörse, unsere Aus­ bildungsbotschafter, das Thema Prak­ tikum oder auch Inklusion kamen gut an“, resümiert Wiebke Burchard. „Hier entstand reger Austausch unter­ einander mit vielerlei Ideen für die weitere gemeinsame Arbeit“, freut sich Burchard. Kontakt: Wiebke Burchard, Tel. 0511 3 4859 - 529, Mail burchard@hwk-hannover.de


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