6|2022 127. Jahrgang
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Digitale Sicherheit Cyberattacken in Handwerksbetrieben nehmen zu Klimaschutz bei NDB Elektrotechnik
Entschädigung für den Lockdown
Gehaltsextras gegen den Preisdruck
Auszubildende gewinnen Wettbewerb in Stade
Friseurin zieht vor das Bundesverfassungsgericht
Mit diesen 13 Tipps schonen Sie Ihre Finanzen
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Editorial
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tellen Sie sich vor, Sie kommen morgens ins Büro, machen Ihren PC an und kommen nicht mehr an Ihre Daten. Stattdessen erhalten Sie eine Forderung nach Lösegeld, das Sie zahlen sollen, um Ihre Daten zurückzubekommen. In diesem Moment sind Sie Opfer eines Cyberangriffs geworden. Kann Ihnen nicht passieren, meinen Sie? Weil Ihr Betrieb zu klein ist, Ihr System gut geschützt ist und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufpassen? Da sind alle IT-Experten leider anderer Meinung. Sie sind sich einig: Die Frage ist nicht, ob Ihr Betrieb Opfer eines Cyberangriffs wird, die Frage ist nur wann. Soweit die schlechte Nachricht. Die gute aber ist, dass Sie Ihren Betrieb vor solchen Angriffen schützen können. Mit zunehmender Digitalisierung geht auch kein Weg daran vorbei, sich um die Sicherheit Ihrer Daten und IT-Systeme Gedanken zu machen. Das heißt nicht, dass Sie sich nun Heerscharen von IT-Beratern ins Haus holen und teure Sicherheitsprogramme kaufen müssen. Sicherheitsmaßnahmen sind zwar notwendig, aber sie dürfen gerade kleine und mittlere Betriebe nicht überfordern. Einen ersten Einblick, in das, was notwendig ist, gibt Ihnen unsere Titelgeschichte. Dazu gibt es wertvolle Tipps, wo Sie Informationen und Unterstützung bekommen. Für Sie als Mitglied unserer Handwerkskammer sind das natürlich zuerst unsere Beraterinnen und Berater. Aber auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk und nicht zuletzt die Kriminalpolizei stellen zahlreiche Checklisten und Broschüren zur Verfügung, die auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten sind. Eine davon ist der „Routenplaner: Cybersicherheit für Handwerksbetriebe“, der online auf handwerkdigital.de einen ersten Sicherheitscheck
Foto: Sascha Gramann
Liebe Leserinnen, liebe Leser! anbietet. Der Routenplaner verspricht außerdem, dass sich mit überschaubarem Aufwand viel erreichen lässt. Wenn Sie also Ihren Betrieb zunehmend digitalisieren wollen, dann stellen Sie sich dieser Herausforderung und sorgen Sie für die entsprechende Sicherheit – denn wie gesagt: Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr
Thomas Warntjen, Geschäftsbereischsleiter Beratung Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Wir sind der Versicherungspartner fürs Handwerk. NDH 6/2022
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Infos unter signal-iduna.de
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36 AUS DER HANDWERKSKAMMER 6 Alte Handwerkskunst Anerkennung für Pflaster und Steinsetzer 8 Nachhaltigkeitswettbewerb Bewerbungsfrist läuft noch bis September 10 Cybercrime: Die unterschätzte Gefahr Wie Handwerksbetriebe sich schützen können 16 Klimaschutz im eigenen Betrieb Azubis entwickeln Ideen fürs Energiesparen 18 „Ausbildung beste Personalquelle“ Bade Dächer feiert 100-jähriges Jubiläum 20 Weiterbildung Diese Finanzspritzen können Sie nutzen
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BETRIEB 26 Unsinnige Fragen Was Sie Bewerber nicht fragen sollten 28 Warum Nörgler Sie weiterbringen Über den Umgang mit Kritik 30 Den richtigen Ton treffen So sprechen Sie potenzielle Bewerberinnen an
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REGIONALES 34 Wo Restholz Freunde findet Was das Portal „restholzfreunde.de“ bietet
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Chefredaktion: Jörg Wiebking (Chefredaktion, V.i.S.d.P.) Tel.: 0511 8550 2439 Fax: 0511 8550 2403 wiebking@schluetersche.de
6 Fotos: hanneshamack.de | auremar - stock.adobe.com
2022
BETRIEB 36
Mit Extras gegen den Preisdruck 13 (fast) steuerfreie Gehaltsextras
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BIM für die Praxis Für welche Gewerke ist das interessant?
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Raucherpausen? Chef oder Chefin entscheiden!
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Viel Power, fest im Griff Werkzeugtest Akku-Handkreissäge
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Start in die „Ford Pro“-Ära E-Transit und Neues für Gewerbekunden
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Foto: Netzwerk Pflasterbau
Foto: Steinkunst Sikorski, Löhnberg, IG Deutscher Pflasterer und Steinsetzer e.V.
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Anerkennung für eine alte Handwerkskunst Das Pflasterer- und Steinsetzer-Handwerk ist in das Register „Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen worden. VON SANDRA JUTSCH
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in traditionelles Handwerk zu erhalten und altes Wissen für die Zukunft zu sichern – das ist das Ziel, das sich Rüdiger Singbeil gesetzt hat. Sein Engagement gilt der Qualität und der Ausbildung im Pflasterhandwerk, einem ehemals eigenständigen Handwerk, das der Peiner Bauunternehmer noch selbst erlernt hat. Mit den Veränderungen im Straßenbau wird dem Pflastern aber nach Ansicht Singbeils in der Qualität und in der Ausbildung im Straßen- und Tiefbau sowie im Garten- und Landschaftsbau nicht mehr die Aufmerksamkeit geschenkt, die es verdient. Um das zu ändern, wurde er 2004 Mitglied im Verein Qualitätssicherung Pflasterbauarbeiten (QS Pflaster) und sieben Jahre später eines der ersten Mitglieder der 2011 von aktiven Pflasterern und Steinsetzern gegründeten „Interessen-Gemeinschaft (IG) Deutscher Pflasterer und Steinsetzer“. „Die Feststellung,
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Rüdiger Singbeil, Obermeister der StraßenbauerInnung Braunschweig
dass es den Pflasterer nicht mehr gibt und selbst die letzten Spuren seines Berufsbildes zu verschwinden drohten, haben dazu geführt, diesen Verein zu gründen“, sagt Singbeil. Auch das Wissen um dieses Handwerk habe nicht mehr den nötigen Anforderungen entsprochen. „So haben wir uns zusammengetan, um den Erhalt und das Wissen um diese Handwerkskunst zu gewährleisten und um die Defizite in der Ausbildung zu beheben.“ Dazu bietet die Straßenbauer-Innung Braunschweig, deren Obermeister Singbeil ist, schon seit 2008 von Januar bis März spezielle Schulungen mit den Vereinen im Netzwerk Pflasterbau an, um junge Menschen wieder mit dem Natursteinpflaster-Handwerk vertraut zu machen. Auch Singbeil selbst gibt in seinem Unternehmen dieses Wissen weiter: In einem Imagefilm über das Pflasterhandwerk mit Auszubildenden seiner Innung und dem Vorsitzenden der IG ist auch sein
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ehemaliger Auszubildender Fabian Rauls zu sehen, der 2020 Landessieger im Straßenbauerhandwerk des Praktischen Leistungswettbewerbs geworden ist. Aber nicht nur die handwerkliche Arbeit selbst liegt Singbeil am Herzen, sondern auch die Wertschätzung und öffentliche Wahrnehmung dieser traditionellen Handwerkskunst. Neben den Schulungen engagiert sich Singbeil daher seit 2016 als Initiator im Netzwerk Pflasterbau für eine Wanderausstellung, die unter dem Titel „Pflasterhandwerk – Zunft mit Zukunft“ das Handwerk sowohl der Öffentlichkeit als auch Fachleuten und dem Nachwuchs vorstellt. 2019 trat er außerdem dem Verein „Forum Natursteinpflaster“ bei, der ebenfalls zum Netzwerk Pflasterbau gehört. Seinen größten Erfolg bei seinem Einsatz für das Pflasterhandwerk aber konnte Singbeil am 9. März dieses Jahres feiern: Sein Antrag vom Oktober 2019 für die Aufnahme
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„Das schafft nicht jedes Handwerk so ohne Weiteres“ Rüdiger Singbeil
Foto: Netzwerk Pflasterbau
Foto: Frank Schnitzler, Dorfstr. 37, 86853 Gennach, IG Deutscher Pflasterer und Steinsetzer e.V.)
Foto: Netzwerk Pflasterbau
Foto: Netzwerk Pflasterbau Rüdiger Singbeil aus Peine, Robert Sikorski aus Löhnberg, IG Deutscher Pflasterer und Steinsetzer e.V.)
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
in die Liste des „Immateriellen Kulturerbes“ der Deutschen UNESCO-Kommission, den er als Obermeister der Straßenbauer-Innung und Kurator des Netzwerks Pflasterbau gestellt hat, wurde von der Kultusministerkonferenz positiv beschieden und das „Pflasterer- und Steinsetzer-Handwerk: Weitergabe, Bewahrung und Förderung von Wissen und Techniken“ wurde offiziell in das Register „Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen. „Das schafft nicht jedes Handwerk so ohne Weiteres“, freut sich Singbeil. Für Oktober plant er nun ein Treffen der Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau in Braunschweig anlässlich des 120-jährigen Jubiläums seiner Innung und eine Präsentation der Wanderausstellung in einem würdigen Rahmen – natürlich ergänzt um das neue Logo „Immaterielles Kulturerbe – Wissen. Können. Weitergeben.“ W
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NACHHALTIGKEITSWETTBEWERB FÜR DAS HANDWERK
Bis zum 15. September können sich Handwerksbetriebe aus der Region bewerben Das Handwerk ist in vielen Bereichen Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund führen die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und die Volksbank eG Braunschweig Wolfsburg in diesem Jahr zum ersten Mal einen regionalen Nachhaltigkeits-Wettbewerb durch. Zu gewinnen gibt es Preise im Gesamtwert von 7.000 Euro. Bewerben können sich alle Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, die in dem Geschäftsgebiet der Volksbank BraWo ansässig sind und in den Jahren 2020 oder 2021 ein Projekt umgesetzt haben, das Vorbildcharakter
im Bereich Nachhaltigkeit hat. Das kann sowohl ein Projekt im eigenen Betrieb als auch ein Kundenauftrag gewesen sein. Das Projekt muss spätestens am 31.12.2021 beendet gewesen sein. Die Bewerbungen werden nach Vorbildwirkung, Innovationsgehalt und Originalität bewertet. Dabei können verschiedene Themen aus dem Bereich Nachhaltigkeit eine Rolle spielen wie zum Beispiel Klima- und Ressourcenschutz, Regionalität, soziales Zusammenleben, Aus- und Weiterbildung oder die Weitergabe von Wissen. Bewerbungen können bis zum 15. September 2022 eingereicht werden.
Online-Bewerbung: www.hwk-bls.de/ nachhaltigkeitswettbewerb
Das Portal zum Magazin www.hwk-bls.de/magazin Bei Fragen & Anregungen melden Sie sich gern: Astrid Bauerfeld 0531 1201-124 bauerfeld@hwk-bls.de
DR. ANDREAS BIERICH INFORMIERT:
Knobeln statt arbeiten – fristlose Kündigung?
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können besondere Umstände des Einzelfalls eine andere Beurteilung rechtfertigen, wie eine aktuelle Entscheidung des Arbeitsgerichts Herne (Urteil vom 10.12.2021, Az: 5 Ca 1495/21; nicht rechtskräftig) zeigt. Der Fall: Ein städtischer Reinigungsbetrieb musste feststellen, dass sich ein Reinigungsteam mit seinem Straßenreinigungsfahrzeug wiederholt auf Abwegen befand. So wurden mehrfach Ziele angefahren, die mit der Arbeit nichts zu tun hatten wie Getränkemärkte, ein Vereinsgelände oder die Privatadresse eines Teammitgliedes. Und gerne wurde auf der Terrasse des Vereinsheims während der Arbeitszeit geknobelt. Die Stadt sprach nach einem Personalgespräch gegenüber einem der beteiligten Arbeitnehmer die fristlose Kündigung aus.
Zu Unrecht, so das Arbeitsgericht Herne. Zwar stellt das Verhalten des Arbeitnehmers eine objektiv schwerwiegende, das Vertrauensverhältnis der Parteien erheblich belastende Pflichtverletzung dar, die einen an sich geeigneten Grund für eine fristlose Kündigung darstellt. Allerdings berücksichtigte das Gericht zugunsten des Arbeitnehmers – neben seinem Lebensalter von 58 Jahren und Unterhaltspflichten – dessen mehr als 28 Jahre beanstandungsfreie Betriebszugehörigkeit. Zwar habe der Arbeitnehmer seinen über Jahrzehnte aufgebauten Vertrauensvorrat fast vollständig verspielt. Dennoch sei die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht notwendig, um zukünftige Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers auszuschließen. Sein zukünf-
Fachanwalt für Arbeitsrecht: Dr. Andreas Bierich
tiges Verhalten könne auch durch eine Abmahnung positiv beeinflusst werden. Fazit: Auch schwerwiegende Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers rechtfertigen nicht in jedem Fall den Ausspruch einer Kündigung, sei es fristlos oder fristgemäß. Als Innungsmitglied berät Sie dazu die Geschäftsstelle Ihrer Kreishandwerkerschaft – idealerweise vor Ausspruch der Kündigung.
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Fotos: © Proxima Studio - stock.adobe.com (oben), Schmitz (unten)
Die Arbeitspflicht ist im Arbeitsverhältnis die Hauptleistungspflicht des Arbeitnehmers; dieser hat die vertraglich zugesicherte Arbeitsleistung in der abgemachten Arbeitszeit am vereinbarten Arbeitsort zu erbringen. Täuscht der Arbeitnehmer vorsätzlich den Arbeitgeber über den Umfang der von ihm geleisteten Arbeitszeit, verletzt er seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis in schwerwiegender Weise. Insbesondere gilt dies dann, wenn der Arbeitnehmer damit den Zweck verfolgt, in den Genuss einer ihm nicht zustehenden Vergütung zu kommen. Ein solcher „Arbeitszeitbetrug“ kann nach ständiger Rechtsprechung der Arbeitsgerichte den Ausspruch einer fristlosen Kündigung gemäß § 626 BGB rechtfertigen. Aber stets
Foto: Braun
Foto: Bauerfeld
Foto: Riechers
Foto: Riechers
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
IN BRAUNSCHWEIG
IN BRAUNSCHWEIG
IN BRAUNSCHWEIG
IN STADE
Kai-Uwe Gebhardt im Kfz-Bereich
Matthias Andrezejewsky neuer Meister
Yvonne Meyer wechselt das Team
Catharina Wenzel im Marketing
Kai-Uwe Gebhardt gehört schon fast zum Inventar im Technologiezentrum Braunschweig: Er besuchte hier nach seiner Ausbildung anschließend die Meisterschule und die Fortbildung zum Betriebswirt und fing dann schließlich 2016 als Honorarlehrkraft in der Meistervorbereitung an. Seit März dieses Jahres ist er als fest angestellter Kfz-Ausbildungsmeister im Team der Handwerkskammer tätig. Neben der Meistervorbereitung, die er bereits aus seiner Dozententätigkeit kennt, unterrichtet er vor allem auch in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung. „Mir hat das Unterrichten schon immer viel Freude bereitet. Es macht einfach Spaß, den Auszubildenden basisnahes Wissen zu vermitteln. Dabei helfen mir die Erfahrungen, die ich in den letzten zwölf Jahren in unserem Familienbetrieb sammeln konnte“, erklärt Gebhardt.
Der Kfz-Bereich im Technologiezentrum Braunschweig gibt es einen weiteren Kollegen: Matthias Andrezejewsky unterrichtet in der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung. Der Kfz-Meister bringt nicht nur knapp 40 Jahre Berufserfahrung in den unterschiedlichsten Positionen mit, sondern auch Erfahrung im Karosseriebau. „Ich habe schon alles gesehen und fast alles repariert. Davon profitieren meine Lehrlingsteilnehmer ungemein“, erklärt er. Dabei hat der gelernte Mechaniker bereits während seiner beruflichen Tätigkeit viel mit Auszubildenden zusammengearbeitet. „Ich hatte schon immer einen Draht zu jungen Leuten und freue mich darüber, diesen beruflichen Schritt gegangen zu sein. Es ist zwar komplett anders, als selbst in der Werkstatt zu arbeiten, aber es bereitet mir unheimlich viel Freude, mein Wissen und Können weiterzugeben.“
Seit März verstärkt Yvonne Meyer das Team der Handwerksrolle in Braunschweig. Zuvor war die gelernte Bürokauffrau bereits als Springerin in verschiedenen Abteilungen der Handwerkskammer im Einsatz. Bei ihrer neuen Aufgabe in der Handwerksrolle ist sie nun für die Bereiche Gifhorn und Braunschweig zuständig. Dabei kümmert sie sich insbesondere um Neueintragungen, Ummeldungen und Löschungen. Auch die Beratung von Betrieben bei Fragen zu ihrer Mitgliedschaft zählt künftig zu ihren Aufgaben. „An meiner Arbeit schätze ich die Vielseitigkeit der Aufgaben und natürlich den direkten Kontakt zu unseren Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer. Der Austausch macht mir viel Spaß und Fragen oder Probleme lassen sichpersönlich in der Regel schnell und unkompliziert klären“, erzählt Meyer.
In Stade unterstützt Catharina Wenzel seit Februar das Team des Bildungsmarketings. Zu ihren Aufgaben gehört dabei insbesondere die Betreuung der digitalen Kurse im kaufmännischen Bereich. „Ich kümmere mich um die gesamte Organisation der Lehrgänge. Von der Stundenplanung über die Einsatzplanung der Dozentinnen und Dozenten bis hin zur Betreuung der Teilnehmenden bin ich Hauptansprechpartnerin für alle Belange rund um meine Lehrgänge“, erklärt Wenzel. Dabei profitiert die 27-Jährige von ihren Erfahrungen, die sie zuvor bei ihrer Arbeit im Tourismus- und Veranstaltungsbereich gesammelt hat. „In beiden Jobs spielen die Planung und Organisation eine große Rolle“, erläutert Wenzel. Bei ihrer neuen Aufgabe bereite ihr vor allem die Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer große Freude.
Kontakt: andrezejewsky@hwk-bls.de Tel. 0531 1201-0
Kontakt: yvonne.meyer@hwk-bls.de Tel. 0531 1201-180
Kontakt: gebhardt@hwk-bls.de Tel. 0531 1201-0
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Kontakt: wenzel@hwk-bls.de Tel. 04141 6062-43
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Unsichtbare Cybergefahr In vielen Handwerksbetrieben wird das Risiko, Opfer eines Hackerangriffs zu werden, unterschätzt. Dabei können wenige Maßnahmen schon für Sicherheit sorgen, um sensible Daten vor Cyberattacken zu schützen. VON ASTRID BAUERFELD
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
81 Prozent
der Handwerker verwenden schwache Passwörter Quelle: Signal Iduna
46 Millionen
Cyberangriffe am Tag Quelle: Deutsche Telekom
55 Millarden Euro
wirtschaftlicher Schaden pro Jahr durch Cyberkriminalität
Quelle: Branchenverband Bitcom
Jedes 5. Unternehmen
berichtet von Schäden durch Cyberangriffe Quelle: Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach
15 Prozent
der Betriebe vermuten keine Auswirkungen von Cyberkriminalität Quelle: Signal Iduna
Betrifft nur die anderen: Cyberattacken werden von vielen Betriebsinhabern unterschätzt.
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ITSicherheitHandwerk
n einer Email versehentlich schafter in der Handwerkskammer auf einen eingefügten Link Braunschweig-Lüneburg-Stade. geklickt, ein eingängiges Handwerksunternehmen seien Für größere Unternehmen haben IT-SicherPasswort mehrfach vermeist Ziel sogenannter Breiten-Anheitsbotschafter der Handwerkskammern wendet, die Virensoftware nicht griffe: „Trojaner, Viren und ihre sowie des Heinz-Piest-Instituts für Handaktualisiert? Das ist fast jedem Abwandlungen werden nach dem werkstechnik (HPI), des Bundestechnologieschon passiert. In den meisten Gießkannenprinzip gestreut und zentrums für Elektro- und Informationstechnik setzen sich in jenen Computern Fällen folgen keine größeren Pro(BFE) und der ZDH-ZERT ein Muster-Sicherfest, die entweder eine Sicherbleme. Wurde jedoch ein Trojaner heitskonzept entwickelt, das als Schablone für eingeschleust oder spioniert ein heitslücke haben oder durch eine Handwerksbetriebe mit vergleichbaren RahHacker die Kontodaten aus, wird versehentlich heruntergeladene menbedingungen dienen kann. Das IT-GrundDatei infiziert werden“, erklärt er. es unangenehm. Laut einer Studie schutzprofil Basisabsicherung ist ein Die Studie zum Thema Cyberkrider Signal Iduna wurde bereits langjähriger Prozess, den die Betriebe jeder fünfte Handwerksbetrieb minalität im Handwerk der Signal einkalkulieren müssten. Iduna zeigt, dass sich 370 von 500 Opfer eines Cyberangriffs. Dabei sei es ein Trugschluss, wenn sich kleinere digital aktiven befragten Betrieben dieWeb Unternehmen in Sicherheit wiegen würser Gefahren nicht bewusst sind. Insbeit-sicherheit-handwerk.de den. „Wertvolle Bank- und Kundendaten sondere Inhaber kleinerer Betriebe glauben, gibt es auch in Kleinstunternehmen“, sagt ihr Unternehmen sei zu klein, um in den Udo Kaethner. Er ist IT-SicherheitsbotFokus von Internetkriminellen zu geraten.
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Routenplaner für Cybersicherheit im Handwerk
Web
routenplaner.cybersicherheit-handwerk.de
68 Prozent der Handwerker schätzen ihre Daten als uninteressant ein. Etwa 15 Prozent der Handwerksbetriebe vermuten keinerlei Auswirkungen eines Cyberangriffes. Dabei gibt ein Online-Terminkalender beispielsweise Aufschluss über zahlreiche personenbezogene Daten. Sie werden laut Signal Iduna systematisch genutzt. Etwa um in Zeiten der Abwesenheit in die Privat- oder Geschäftsräume einzubrechen. Ein installierter Trojaner oder Ransomware kann einen Schadcode
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auf den Rechner spielen und die Daten des Handwerkers verschlüsseln. Kein Zugriff, kein Geschäft – der Handwerker wird erpressbar, denn er muss einen Betriebsstopp abwenden. Und die sogenannte Spysoftware späht Passwörter aus, mit denen Kriminelle inzwischen einen regen Handel treiben, heißt es in der Studie. Fazit des Experten Udo Kaethner: „Hacker können Handwerksbetriebe als kriminelle Datenhändler und als Real-Life-Verbrecher schädigen.“ Mit der wachsenden Digitali-
Elisa Kastner Fotografin von Elysianna Lumiere, Lilienthal
„Das Impressum meiner Internetseite wurde kopiert und in einem gefälschten Online-Shop verwendet. Plötzlich bekam ich merkwürdige Telefonanrufe und E-Mails, wo nach der Lieferung von bestellten Produkten gefragt wurde. Da wurde ich hellhörig. Den Shop habe ich gefunden und bei der Polizei angezeigt. Außerdem habe ich mich nach einer Beratung durch die Handwerkskammer an die Schufa gewendet und den Identitätsdiebstahl gemeldet. Ich möchte keinen falschen Eintrag bekommen, der am Ende mir und meinem Geschäft schadet. Außerdem habe ich bei der Schufa ein Monitoring beauftragt, bei dem nun gezielt im Internet gesucht wird, ob meine Daten rechtswidrig verwendet werden.“
Foto: © Chor muang - stock.adobe.com (links), privat (rechts)
Der Routenplaner wurde auf Basis des IT-Grundschutzprofils für Handwerksbetriebe entwickelt und stellt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Identifizierung und Umsetzung angemessener und passgenauer Cybersicherheitsmaßnahmen im eigenen Betrieb dar. Er gibt außerdem wertvolle Handlungsempfehlungen. Der Routenplaner wurde als nützliches handhabbares Werkzeug für Handwerksbetriebe entwickelt, findet aber ebenso Anwendung in der Betriebsberatung durch die Berater der Handwerksorganistionen.
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Guido Boyer Geschäftsführer Autohaus Boyer, Verden
„Unsere Rechner wurden bereits einmal verschlüsselt und wir wurden erpresst. Zum Glück konnten wir das Problem ohne Schaden lösen. Da war der Betrieb noch kleiner. Inzwischen sind wir viel mehr auf unsere elektronischen Daten angewiesen. Deshalb kümmern wir uns jetzt verstärkt um den Schutz unserer Daten. Dazu haben wir einen externen Datenschutzbeauftragten engagiert und uns von der Handwerkskammer beraten lassen. Nun setzen wir die Ergebnisse um und beseitigen unsere Schwachstellen.“
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sierung gehe es auch bei Handwerksbetrieben um den Schutz sensibler Daten von Mitarbeitern, von Geschäftspartnern und nicht zuletzt um den Schutz des eigenen Know-hows. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es zwar nicht. Aber zu unvorsichtig sollte man nicht sein. Zuhause macht man Fenster und Türen ja auch zu, wenn man nicht will, dass Wildfremde hereinkommen und sich bedienen. Und sollte es dennoch passieren, will man zumindest gegenüber der Versicherung alle Vorschriften beachtet haben“, erklärt Udo Kaethner. Wer also seinen Betrieb schützen wolle, sollte wissen, welche „Fenster“ und „Türen“ offenstehen. Er sollte Sicherheitslücken kennen und sie beheben. Das Problem der Sicherheit im Internet sei ja keineswegs neu. Auch Politik und Handwerksorganisation haben sich laut Kaethner des Themas angenommen und etwa IT-Sicherheitsbotschafter aus-
gebildet. Er rät: „Wer die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs nicht verspielen will, wird sich nicht nur des Themas Digitalisierung annehmen müssen. Er wird dabei immer die IT-Sicherheit im Auge behalten müssen. Alles andere wäre fahrlässig. Laut Studie identifizieren 81 Prozent der Handwerker als größte Gefahrenquelle schwache Passwörter sowie geschäftliche E-Mails, in denen versehentlich schadhafte Anhänge heruntergeladen werden.
Folgen sind schwer abzuschätzen
Udo Kaethner weiß: „Damit liegen sie richtig. Dennoch beschränken sich ihre Vorkehrungen oftmals auf Anti-Viren Software, Firewalls und regelmäßige Updates, die wichtig sind, aber Angriffe nicht immer ausreichend verhindern.“ Die Bandbreite der Gefahren sei je nach Betriebsgröße und Digitalisierungsgrad groß, die Folgen seien nur schwer abzuschätzen. „Deshalb ist es umso wichtiger, sich
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Fotos: hannesharnack.de (oben), privat (unten)
Udo Kaethner berät als IT-Sicherheitsbotschafter der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade rund um das Thema Cyberkriminalität.
Bedrohungsanalyse für KMU Gegenstand des Projekts ist es kleinen und mittleren Unternehmen die notwendigen technischen Fähigkeiten zu vermitteln, um die Absicherung ihrer IT-Infrastruktur zu gewährleisten. Durch die Erforschung neuartiger Aus- und Weiterbildungsangebote sollen die Unternehmen in die Lage versetzt werden, ihre eigene IT-Sicherheit selbstständig bewerten und verbessern zu können. Entsprechende Schulungskonzepte und Lernspiele werden in enger Kooperation mit den Unternehmen entwickelt. Ziel ist die Erforschung, Entwicklung und Evaluierung von Lernspielen, die zielgruppengerecht und realitätsnah Kompetenzen und Fähigkeiten für die Thematik IT-Sicherheit vermitteln. Dadurch soll langfristig und nachhaltig das IT-Sicherheitsniveau von kleinen und mittleren Unternehmen verbessert und gefördert werden.
der Gefahren immer bewußt zu sein, überlegt zu handeln und proaktiv das Thema anzugehen.“, ergänzt der Berater. Regelmäßige Schulungen für IT-Sicherheit seien daher wichtig, um die richtigen Vorkehrungen für den Betrieb zu treffen. „Vor allem geht es doch darum, den Betrieben zu ermöglichen, die Chancen der Digitalisierung weiterhin gewinnbringend für sich zu nutzen“, erklärt der Digitalisierungsexperte. Die Handwerkskammer stehe ihren Betrieben an allen Standorten daher in all diesen Fragen beratend zur Seite. Web-Wegweiser: www.hwk-bls.de/it-sicherheit
Web
www.bakgame.de
Udo Kaethner
Datenschutzbeauftragter sowie Innovations- und Technologieberater Telefon 04131 712-205 kaethner@hwk-bls.de
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Wiebke Berlin
Innovations- und Technologieberaterin Telefon 0531 1201-254 berlin@hwk-bls.de
Fotos: Gramann (links, mitte), Hutchinson (rechts)
Kontakte bei der Handwerkskammer
Wulf Maasch
Innovations- und Technologieberater Telefon 04141 6062-36 maasch@hwk-bls.de
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Klimaschutz im eigenen Betrieb Auszubildende entwickeln im Rahmen des Projekts Klimapioniere in Stade Ideen fürs Energiesparen im Unternehmen.
NDB Elektrotechnik hat ein eigenes Firmenhabitat. „Als wir das Firmengelände gekauft haben, gab es das Kleinhabitat schon“, erzählt Simone Schmitz. Nun werde es erweitert und für Fauna, Flora und die Mitarbeiter am Standort Stade optimiert. Initiiert wurden die Vorschläge zur Erweiterung von drei Auszubildenden des Betriebs, die am Wettbewerb der Klimapioniere der Hochschule 21
teilgenommen haben. „Energiesparen, Klimaschutz und Nachwuchsförderung sind uns wichtig“, betont Schmitz. Sie ist Projektbetreuerin und unterstützt nun die Auszubildenden Nico Wille, Niklas Kaczor und Justin Peters bei der Umsetzung der Wettbewerbsergebnisse. Gewonnen hat das Trio mit den Vorschlägen, in ihrem vorhandenen Umfeld etwas zu bewegen: So haben sie untersucht, wie die Mitarbei-
ter bei ihren Außeneinsätzen ihre Pausen verbringen und festgestellt, dass viele im Winter bei unter sechs Grad Außentemperatur ihre Fahrzeugmotoren laufen lassen, wenn sie keinen Bauwagen vor Ort haben. Ihre Anregung war daher, bei der Anschaffung von Firmenwagen darauf zu achten, dass es eine Standheizung gibt. Überlegt haben sie auch, wie sich ihre Firma noch grüner machen lässt: Das Hauptgebäude
Eine Solaranlage auf dem Stader Betriebsgelände, die sich nach der Sonneneinstrahlung ausrichtet, trägt bei NDB zur Klimaneutralität bei.
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„Energiesparen, Klimaschutz und Nachwuchsförderung sind uns wichtig“ Simone Schmitz, Projektbetreuerin
Nico Wille und Niklas Kaczor sind Auszubildende im zweiten Lehrjahr. Hier stehen sie inmitten des entstehenden NDB-Firmenhabitats.
Gesellschaftliche Verantwortung
Eine weitere Idee: Im Kleinhabitat auf dem Firmengelände in Stade, das 12.500 Quadratmeter Grünfläche hat, Unterkünfte für Vögel und Fledermäuse schaffen, Steinhaufen anlegen. Dahinter steht laut Simone Schmitz auch die Geschäftsführung: „Wir sehen einen nachhaltigen, zukunftsfähigen und ökologischen Unternehmensstandort als Teil unseres breit gefassten Engagements für nachhaltiges Wirtschaften und übernehmen damit gesellschaftliche Verantwortung.“ NDB arbeite klimaneutral. „Wir wollen selbst verkörpern, womit wir unsere Kunden zufriedenstellen“, sagt Schmitz. Ein riesiges Solarmodul auf dem Firmen-
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gelände beispielsweise, drehe sich je nach Sonneneinfall. „An unserem Standort in Stade betreiben wir außerdem ein Blockheizkraftwerk und fünf Photovoltaikanlagen inklusive Solarcarports und haben das Gebäude über Energiespeicher, Gebäudeautomation, LED-Technik, Dämmung und Fassade derart energieeffizient gestaltet, dass wir heute Netto-Einspeiser ins öffentliche Netz sind“, zählt sie auf. Für die drei Auszubildenden war diese Vielfältigkeit im nachhaltigen Denken eine Herausforderung: „Wir mussten erst einmal etwas finden, wo wir noch ansetzen konnten“, erklärt Nico Wille. Umso stolzer ist der 21-Jährige gemeinsam mit seinen Kollegen, das Projekt für sich entschieden zu haben. W
Web-Wegweiser: www.ndb.de
Projekt Klimapioniere Der Verein „Klimawerkstatt im Landkreis Stade e. V.“ wurde im Jahr 2015 gegründet und ist die erste Klimaschutzagentur in Norddeutschland, die aus unternehmerischer Initiative entstanden ist. Die Energiewende und die durch die Bundesregierung auferlegten Klimaschutzmaßnahmen haben Unternehmer aus Stade zu dieser Gründung bewegt. Die Aktivitäten des Vereins sind sehr vielfältig. Zum einen werden Maßnahmen finanziell gefördert, die Investitionen in erneuerbare Energien und energieeffiziente Technologien anstoßen, damit jeder einen Beitrag zur Energiewende leisten kann. Zum anderen wird Wissen an die Öffentlichkeit und Betriebe weitergegeben. Das Projekt der Klimapioniere wurde zusammen mit der Hochschule 21 initiiert.
Text und Fotos: Astrid Bauerfeld
ließe sich extensiv begrünen. Die Azubis haben sich hier für eine spezielle Pflanzenart entschieden, die für das Betriebsdach geeignet wäre. Das Fettblatt (Sedum kamtschaticum) bündelt ihren Recherchen zufolge das meiste CO2.
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„Ausbildung ist die beste Personalquelle“ Bade Dächer aus Bad Bevensen feiert 100-jähriges Bestehen.
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an muss sich immer wieder wandeln, um am Markt zu bleiben“, sagt Hermann Bade. Der Dachdecker- und Klempnermeister ist Geschäftsführer von Bade Dächer aus Bad Bevensen. Dieses Erfolgsrezept hat dazu geführt, dass der Betrieb in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden ist und weiter optimistisch in die Zukunft schaut. Der Familienbetrieb wurde am 19. April 1922 von Dachdeckermeister Hermann Bade gegründet. Mit dem Fahrrad und einem Rucksack voller Werkzeug war Bade von Visselhövede nach Bevensen geradelt, weil er erfahren hatte, dass dort ein zuverlässiger Dachdecker fehlt. Also gründete er dort sein Bedachungs-Ge-
schäft und warb mit sauberer, handwerklich guter Arbeit. „Diesen Anspruch haben wir natürlich auch heute noch“, sagt der aktuelle Geschäftsführer. „Aber heute verkaufen wir fertige Leistungen nach den Wünschen unserer Kunden, sauber geplant und möglichst aus einer Hand.“ Dazu hat der Betrieb heute ein breites Portfolio: Von klassischen Ziegeln über Schiefer, Kupfer, Zink und Aluminium bietet er auch Holzbau oder Abdichtungen mit verschiedenen Stoffen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Denkmalschutz. „Wir sanieren viele Kirchendächer. Es macht Freude, Altes zu bewahren“, sagt Henrik Bade. Er ist die vierte Generation im Familienbe-
trieb. Seine Ausbildung absolvierte er in Ingolstadt, arbeitete vier Jahre in der Schweiz und ist nach seiner Meisterprüfung zum Klempnermeister im vergangenen Jahr nun wieder in Bad Bevensen zu Hause. „Wir arbeiten mit neuer Technik und computergesteuerten Maschinen. Dadurch können wir sehr präzise sein. Aber auf dem Dach selbst muss immer noch mit Hand, Werkzeug und Augenmaß ausgeführt werden. Am Ende sehe ich, was ich geschafft habe. Das macht mich stolz.“ Für Aufträge im Denkmalschutz brauche man Erfahrung, sagt Hermann Bade. „Bei jedem Projekt sammelt man weitere Erfahrungen dazu. Denn
Herzlichen Glückwunsch
25-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN
50-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN
Kraftfahrzeugmechanikermeister Michael Oppermann, Soltau, 10.01.2022 Fricke GmbH Karosserie- und Fahrzeugtechnik, Wolfenbüttel, 15.03.2022 Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Thomas Plack, Braunschweig, 12.05.2022
Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Dietmar Janke, Weste, 01.05.2022 Salomon Bedachungen – Holzbau GmbH, Schneverdingen, 01.05.2022 Elektroinstallateurmeister Peter Brunckhorst, Düdenbüttel, 01.06.2022
40-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN
100-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN
Helmut Meyer Malereibetrieb GmbH, Wolfenbüttel, 22.06.2022
Bäckermeister Dirk Wrogemann, Wietzendorf, 10.04.2022
Die Handwerkskammer BraunschweigLüneburg-Stade gratuliert zum Jubiläum und wünscht weiterhin viel Erfolg: 25-JÄHRIGE SELBSTSTÄNDIGKEIT Kraftfahrzeugmechanikermeister Michael Oppermann, Soltau, 10.01.2022 Landmaschinenmechanikermeister Ernst Meyer, Egestorf, 17.02.2022 Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Thomas Plack, Braunschweig, 12.05.2022 Dieter Kirschbaum, Clenze, 30.06.2022 Dachdeckermeister Gerd Schäfer, Langlingen, 01.06.2022
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150-JÄHRIGES BETRIEBSBESTEHEN Metallbauermeister Ulrich Plack, Leiferde, 01.01.2022
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Ehrungen und Urkunden Ihr Betrieb feiert Jubiläum? Stellen Sie einen Antrag bei 25, 40, 50 oder 75 Jubeljahren auf eine Urkunde. Ab 100-jährigem Jubiläum oder einem Meisterjubiläum von 50 oder 60 Jahren möchte die Handwerkskammer darüber hinaus einen Artikel in Form eines Porträts im Norddeutschen Handwerk veröffentlichen, aber auch digital auf Homepage oder in Social-Media-Kanälen der Handwerkskammer berichten. Einige wichtige Informationen sind für die Antragsstellung einer Urkunde notwendig und können online über ein entsprechendes Formular übermittelt werden.
Foto: Christiane Bartel (links)
gerade bei alten Gebäuden gibt es keine fertige Gebrauchsanleitung und man lernt viel durch Ausprobieren.“ Damit dieses Wissen im Betrieb bleibt und weiterwächst, schicke er immer ältere und jüngere Mitarbeitende gemeinsam los. „Das Wissen muss von einem Mitarbeitenden zum nächsten weitergegeben werden.“ Um die Mitarbeitenden zu motivieren, versucht er, alle Projekte frühzeitig zu planen. „Die Identifikation mit dem zugeteilten Projekt steigt dadurch. Das brauchen wir, um gut zu sein“, sagt Bade. Die Zukunft von Bade Dächer ist durch den Einstieg von Henrik Bade in den Familienbetrieb gesichert; Vater und Sohn haben viele Ideen, wie das Unternehmen fortgeführt werden kann. Unter anderem sind sie der Kooperation ‚100 Top Dachdecker‘ beigetreten. „Die Kooperation ist Netzwerk, Wissensaustausch und Qualitätsmanagement. Wir bekommen dadurch wichtige Impulse“, erklärt Hermann Bade. Auch zum Thema Personalsuche. „Es ist sehr schwer, neue Mitarbeitende zu finden“, sagt der Handwerker. „Unsere beste Personalquelle ist und bleibt daher die Ausbildung.“ Auf Berufsfindungstagen in Schulen sei der Betrieb deshalb immer zu finden. Einen besonderen Mehrwert bietet die Firma ihren Auszubildenden: „Wenn es passt, schicken wir unsere Auszubildenden über die Mobilitätsberatung der Handwerkskammer nach Norwegen, damit sie dort Erfahrungen sammeln können. Was sie an Wissen von dort mitbringen, tut unserem ganzen Betrieb gut,“ sagt Hermann Bade. CB W
Web: www.hwk-bls.de/ehrungen Mail: ehrungen@hwk-bls.de
RENAULT EXPRESS
Web-Wegweiser: www.bade-daecher.de
25-JÄHRIGES MEISTERJUBILÄUM Schornsteinfegermeister Uwe Kobel, Amelinghausen, 16.06.2022 25-JÄHRIGES MEISTERJUBILÄUM Friseurmeisterin Christiane Willscher-Wolff, Peine, 18.04.2022 Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Thomas Plack, Braunschweig, 22.03.2022 50-JÄHRIGES MEISTERJUBILÄUM Maler- und Lackierermeister Hans-Georg Wurthmann, Grasberg, 11. 04.2022
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Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Finanzspritze für den Weg zum Meister
BRAUNSCHWEIG
und Vermögenssituation unabhängige Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Bei Lehrgängen in Vollzeit kann zudem ein Unterhaltszuschuss beantragt werden. Zusätzlich können sich Meisterinnen und Meister, die zwischen dem 01.09.2017 und dem 30.09.2023 die Meisterprüfung erfolgreich ablegen, bzw. abgelegt haben, über die Niedersächsische Meisterprämie in Höhe von 4.000 Euro freuen. „Wir unterstützen Interessierte und Betriebe bei Fragen zur Förderung und rechnen mit ihnen beispielhaft im Vorfeld alles durch. Die Überraschung ist meist groß, wenn sie am Ende sehen, wie hoch die Förderung ausfällt“, berichtet Holger Holz - van Hettinga. Dabei gehen LÜNEBURG
Meistervorbereitung im Friseurhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 04.07.2022 - 16.09.2022
Meistervorbereitung im Friseurhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 24.04.2023 - 30.06.2023
Meistervorbereitung im Friseurhandwerk, Teil I & II (Teilzeit) 05.09.2022 - 20.07.2023
Meistervorbereitung im Elektro handwerk, Schwerpunkt: Energie- und Gebäudetechnik, Teil I & II (Vollzeit) 2023 - 2024 ausgebucht! Neuer Termin voraussichtlich im November 2024
Meistervorbereitung im Kfz-Technikerhandwerk, Kfz-Servicetechniker*in, Teil II (Teilzeit) 12.09.2022 - 28.03.2024 Meistervorbereitung im Kfz-Technikerhandwerk, Kfz-Servicetechniker*in, Teil II (Vollzeit) 13.02.2023 - 28.07.2023 Meistervorbereitung im Maler- und Lackiererhandwerk, Schwerpunkt: Gestaltung und Instandhaltung (Vollzeit) 24.04.2023 - 22.09.2023 Meistervorbereitung im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk, Teil I & II (Wochenblöcke) 06.10.2022 - 23.03.2024
STADE Meistervorbereitung im Elektro handwerk, Schwerpunkt: Energieund Gebäudetechnik, Teil I & II (Blended Learning) 27.08.2022 - 19.10.2024 Meistervorbereitung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk, Teil I & II (Teilzeit) 02.09.2022 - 10.06.2023
Meistervorbereitung im Kfz-Technikerhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 22.01.2024 - 28.06.2024
Meistervorbereitung im Installateurund Heizungsbauerhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 04.09.2023 - 04.06.2024
Meistervorbereitung im Zimmererhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 04.11.2024 - 20.06.2025
Meistervorbereitung im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk, Teil I & II (Teilzeit) 25.08.2023 - 15.06.2024
Meistervorbereitung im Land- und BaumaschinenmechatronikerHandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 01.02.2025 - 01.07.2025
eine frühzeitige Buchung. chfrage empfehlen wir Aufgrund der hohen Na terstützt Interessierte Handwerkskammer un der ng atu en ber ngs ldu Die Weiterbi t und berät zu finanziell senden Lehrgangsangebo pas dem h nac che Su bei der w.hwk-bls.de/mvk Fördermöglichkeiten: ww
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die Berater immer auf die individuelle Situation ein: „Viele Betriebe wollen ihre Mitarbeitenden unterstützen. Eine Möglichkeit stellt die Anpassung der Arbeitszeit dar: Die Arbeitszeit wird reduziert, sodass sich Arbeit und Meisterschule vereinbaren lassen. Der Schüler erhält zur Förderung ein kleines Gehalt und der Betrieb muss nicht komplett auf die Arbeitsleistung verzichten.“ JR W
Meistervorbereitung im Bäckerhandwerk, Teil I & II (Teilzeit) 04.09.2023 - 02.05.2024 Meistervorbereitung im Maurer- und Betonbauerhandwerk, Teil I & II (Vollzeit) 21.11.2023 - 22.06.2024
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Der Meistertitel genießt ein hohes Ansehen – im Handwerk selbst, aber auch bei den Kunden. „Im Gespräch mit unseren Meisterschülern wird immer wieder betont, dass viele Kunden explizit nach Meisterbetrieben suchen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass neben den Junggesellen auch immer wieder erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker bei uns in der Meisterschule sitzen“, erklärt Weiterbildungsberater Holger Holz - van Hettinga. Einen weiteren Pluspunkt stellen laut dem Weiterbildungsberater die verbesserten Fördermöglichkeiten dar: Über das Aufstiegs-BAföG erhalten angehende Meisterinnen und Meister eine von der Einkommens-
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Aufstiegs-BAföG Berechnungs beispiel
Corinna ɓɓ
Corinna möchte eine einjährige Weiterbildung zur Friseurmeisterin absolvieren. Die Weiterbildung lässt sich über das Aufstiegs-BAföG fördern.
ɓɓ ɓɓ ɓɓ
Alleinerziehende Mutter mit einer Tochter im Grundschulalter Nicht verheiratet Meisterschule (12 Monate) in Vollzeit 8.000 Euro Lehrgangsund Prüfungsgebühren, 1.200 Euro Meisterstück
Unterhaltsbeitrag
Grundbedarf nach dem AFBG zuzüglich je Kind zuzüglich Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende je Kind monatlicher Unterhaltsbeitrag als Vollzuschuss Gesamtzuschuss für 12 Monate (ein Jahr Meisterschule)
892 € + 235 € + 150 € = 1.277 € = 15.324 €
Meisterstück
Die Kosten für das Meisterstück bzw. der Prüfungsarbeit werden bis zur Hälfte der notwendigen Materialkosten (maximal 2.000 Euro) gefördert. Die Förderung erfolgt jeweils hälftig als Zuschuss und zinsgünstiges KfW-Darlehen. Förderung Meisterstück (50 % von 1.200 €) Rückzahlungsfreier Zuschuss (50 %) Zinsgünstiges KfW-Darlehen (50 %)
600 € 300 € 300 €
Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
Die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden unabhängig von der Einkommens- und Vermögenssituation in tatsächlicher Höhe (ohne Lehrmittel und Arbeitsmaterialien) bis maximal 15.000 Euro gefördert. Die Förderung erfolgt jeweils hälftig als Zuschuss und zinsgünstiges KfW-Darlehen. Darlehenserlass Wird die Fortbildungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen, werden auf Antrag 50 % des noch bestehenden auf die Lehrgangs-
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und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen. Wird innerhalb von drei Jahren ein Unternehmen neu gegründet oder ein bestehendes Unternehmen übernommen, kann das auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallende Restdarlehen in voller Höhe erlassen werden. Corinna hat ihre Prüfung erfolgreich abgeschlossen und hat bei ihrem bisherigen Arbeitgeber neue Aufgaben als Meisterin übernommen. Da sie bei der KfW eine beglaubigte Kopie ihres Prüfungszeugnisses vorlegt, werden ihr 50 % des noch bestehenden Darlehens (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) erlassen. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren Rückzahlungsfreier Zuschuss (50 %) Zinsgünstiges KfW-Darlehen (50 %) 50 % Erlass bei erfolgreichem Bestehen der Prüfung Restdarlehen
8.000 € 4.000 € 4.000 € 2.000 € 2.000 €
Ergebnis
Nach der einjährigen Maßnahme hat Corinna insgesamt 21.624 Euro an Zuschüssen (inklusive Darlehenserlass für bestandene Prüfung) erhalten. Das Restdarlehen in Höhe von 2.300 Euro ist während der Fortbildung selbst und einer anschließenden Karenzzeit von zwei Jahren zins- und tilgungsfrei. Gesamtzuschüsse inkl. Darlehenserlass für bestandene Prüfung Restdarlehen für Lehrgangs-/Prüfungsgebühren und Meisterstück (insgesamt drei Jahre zins- und tilgungsfrei)
21.624 € 2.300 €
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Als Teilnehmerin einer Vollzeitmaßnahme erhält Corinna einen monatlichen Unterhaltsbeitrag als Vollzuschuss. Die Höhe des Unterhaltsbeitrags orientiert sich an der Familiengröße und ist einkommens- und vermögensabhängig.
Fotos: Privat | anoli - stock.adobe.com
Betrieb
Mehr Lohn bei Inflation? Zwischen Fachkräftemangel und massiven Preissteigerungen: Wie können Chefs reagieren, wenn Mitarbeiter aktuell nach mehr Lohn fragen? ANNA-MAJA LEUPOLD
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b Lebensmittel, Sprit oder Energie – alles wird gerade teurer. Am Monats ende macht sich das auch im Porte monnaie der Mitarbeiter bemerkbar. Dachdeckermeister Frank Grewe wurde von seinen Mitarbeitern deshalb zwar noch nicht nach einer Lohnerhöhung gefragt. „Aber die Preissteigerungen sind regelmäßig ein Thema bei uns“, berichtet der Unternehmer, der einen Betrieb im niedersächsi schen Friedland führt. Im Team sei allen bewusst, dass die aktuelle Situation sowohl für die Mitarbeiter als auch für den Betrieb schwierig ist. Trotzdem rechnet Grewe damit, dass die Löhne wegen der Preisentwicklung langfristig steigen werden – nicht nur in seinem Betrieb.
Mitarbeiter ernst nehmen
Wie sollten Chefs reagieren, wenn die Mitarbeiter angesichts der hohen Inflation schon jetzt nach
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Frank Grewe, Dachdeckermeister
einem Lohnplus fragen? „Zeigen Sie Verständnis“, empfiehlt Unternehmensberater Peter Gillhaus. Er warnt davor, die Forderung nach mehr Gehalt einfach abzutun: „Wenn Ihre Mitarbeiter mit dem Gehalt nicht auskommen, ist die Abwanderungs gefahr groß.“ Das sei ein Risiko, das Betriebe wegen des Fachkräftemangels in der Regel nicht eingehen könnten. Nach Gillhaus‘ Einschätzung sind allge meine Lohnerhöhungen in der aktuellen Situa tion allerdings nicht drin. „Auch für Betriebe ist die wirtschaftliche Situation schwierig“, so der Berater. Aufgrund der Lieferengpässe, der gestie genen Materialpreise und der hohen Energiekosten sei die wirtschaftliche Situation für die Betriebe ebenfalls schwierig. Das könne in einem halben Jahr wirtschaftlich jedoch anders aussehen. Des halb rät Gillhaus: „Signalisieren Sie Ihren Mit arbeitern, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt
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Betrieb
gerne noch mal über Lohnerhöhungen sprechen können.“
gerungen ein finanzielles Problem bekommen soll ten, können sie jederzeit zu mir kommen und das wissen sie auch“, sagt der Unternehmer. Im per sönlichen Gespräch würden sie dann sicher eine Lösung finden.
Tarifverträge als Orientierung
Die aktuelle Preisentwicklung wird sich dem Unter nehmensberater zufolge irgendwann auch in den Tarifabschlüssen widerspiegeln. Viele Handwerks betriebe müssten zwar nicht nach Tarif zahlen. Den noch empfiehlt Gillhaus Unternehmern, die Tarif entwicklung im Blick zu behalten und die Vergütung der Mitarbeiter daran zu orientieren. Genau das macht auch Dachdeckermeister Frank Grewe: „Ich zahle meine Mitarbeiter grund sätzlich nach Tarif.“ Der Unternehmer geht davon aus, dass sich nicht nur die aktuellen Preissteige rungen in der nächsten Lohnrunde niederschlagen werden, sondern auch der Fachkräftemangel. „Fach kräfte hält man nur mit anständigen Löhnen.“ Und wie würde Grewe reagieren, wenn seine Mitarbeiter schon vor der Tariferhöhung im Dach deckerhandwerk nach einem Lohnplus fragen? „Wenn meine Mitarbeiter aufgrund der Preisstei
„Die Preissteigerungen sind regelmäßig ein Thema bei uns.“ Frank Grewe, Dachdeckermeister
Kleine Angebote
Unternehmensberater Gillhaus hat für solche Fälle einen Tipp, wie Chefs ihren Mitarbeitern auch ohne Lohnerhöhungen kurzfristig finanziell unter die Arme greifen können: „Machen Sie Ihren Mit arbeitern zumindest ein kleines Angebot, das Sie sich leisten können und das den Mitarbeitern direkt hilft.“ Denkbar seien zum Beispiel Gehaltsextras wie steuerfreie Waren- und Tankgutscheine (mehr dazu ab Seite 36), Einmalzahlungen oder freiwillige und jederzeit kündbare Zulagen. W ie wirken sich Lohnerhöhungen bei W Ihnen aus? Das zeigt ein Excel-Tool. Herunterladen können Sie es unter dem Kurzlink: svg.to/umsatzrechner
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Betrieb
Beschwerde gegen Gesetzeslücke: Im Lockdown gab es für Selbstständige keine finanziellen Ausgleich. Das zwang so manchen in die Sozialhilfe.
Beschwerde eingelegt Sandra Stiemert zieht vor das Bundesverfassungsgericht. Ihr Ziel: finanzielle Entschädigung für den Lockdown. JÖRG WIEBKING
S
oforthilfen, Überbrückungshilfen, Kurzarbeitergeld: Während der Pandemie 2020/2021 ist eine Menge Geld geflossen. War das nicht genug? „Auf Facebook haben mir manche vorgeworfen, ich sei raffgierig“, berichtet Sandra Stiemert. „Solche Leute machen sich anscheinend keine Gedanken darüber, wovon Unternehmer leben, wenn sie der Staat zur Schließung ihrer Unternehmen zwingt“, sagt die Chefin des Friseursalons Dejavu in Biederitz bei Magdeburg. So richtig wundert Stiemert das jedoch nicht: „Der Gesetzgeber hat sich ja auch keine Gedanken über uns Unternehmer und Solo-Selbstständige gemacht.“ Ihre Mitarbeiter erhielten Kurzarbeitergeld, für die betrieblichen Fixkosten gab es Überbrückungshilfe. Nur sie selbst bekam keinen Cent für ihren Lebensunterhalt. „Entweder hat uns der Staat bei den Corona-Hilfen vergessen – oder wir waren ihm egal.“
Hartz IV im zweiten Lockdown
Vor Corona hatte Stiemert ein paar Rücklagen. Genug, um ihre beiden Söhne und sich selbst im
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ersten Lockdown über die Runden zu bringen. „Im zweiten Lockdown musste ich dann Hartz IV für uns beantragen“, berichtet die 46-Jährige. „Bitter“ sei das für sie gewesen: die Behandlung auf dem Amt, die zähe Bürokratie – und diese ungewollte Abhängigkeit. „Wir Unternehmer wollen doch nichts vom Staat haben. Wir wollen nur in Ruhe gelassen werden und unsere Arbeit machen. Aber wenn das nicht geht, wie in dieser Pandemie, und uns der Staat unsere Arbeit nimmt, dann muss die Solidargemeinschaft für einen finanziellen Ausgleich sorgen.“
Gesetzeslücke benachteiligt Selbstständige Sandra Stiemert, Friseurin
Deswegen hat Stiemert Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht eingelegt: Der Gesetzgeber habe im Infektionsschutzgesetz die Lockdowns ohne finanziellen Ausgleich für die betroffenen Betriebsinhaber geregelt. Diese Gesetzeslücke verstoße gegen die Grundrechte auf Arbeit, auf Eigentum und auf Gleichbehandlung, heißt es dazu in der Verfassungsbeschwerde. Bestätigt sieht sich die Friseurin darin durch eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts Magde
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Betrieb
burg: Dort hatte sie Klage gegen das Land Sachsen- Anhalt auf 9.200 Euro für entgangenen Unternehmerlohn während der Lockdowns eingereicht. Das Landgericht wies die Klage zwar ab, doch die Begründung ist Wasser auf Stiemerts Mühle: Denn das Gericht schloss sich der Argumentation des verklagten Landes an – dass über solche massenhaften Entschädigungsansprüche nicht Gerichte entscheiden könnten, sondern nur der Gesetzgeber. „Diese Entscheidung und andere Urteile beweisen, dass es hier eine Gesetzeslücke gibt“, meint Stiemert.
Entscheidung im Herbst?
Den Rechtsweg beschreitet die Handwerkerin mit finanzieller Unterstützung durch einen Lieferanten. „Alleine könnte ich das gar nicht stemmen. Es geht ja auch nicht nur um mich, sondern um viele Betroffene, besonders im Friseurhandwerk.“ Und diese Betroffenen brauchen einen langen Atem. Denn mit einer Antwort des Bundesverfassungsgerichts rechnet Stiemerts Anwalt erst in einigen Monaten. „Wir haben die Beschwerde vor 14 Monaten eingereicht
„Der Gesetzgeber hat sich keine Gedanken gemacht.“ Sandra Stiemert, Friseurin
und angesichts der durchschnittlichen Verfahrensdauer sollte es im Spätherbst so weit sein“, sagt Olaf Dziallas. Dann gebe es mehrere Möglichkeiten: Das Gericht könnte die Behandlung der Beschwerde noch als unzulässig ablehnen. „Damit rechne ich aber nicht mehr, solche Ablehnungen erfolgen in der Regel schneller“, sagt Dziallas. Nimmt das Gericht die Beschwerde hingegen an, muss es entscheiden, ob sie begründet ist – ob Stiemert also recht hat. Wenn ja, müsste das Gericht an den Gesetzgeber auf Schließung dieser Lücke appellieren. „Das kann das Gericht für die Zukunft einfordern, aber auch rückwirkend“, sagt der Rechtsanwalt. Bis der Gesetzgeber darauf reagiert, könnten allerdings noch einmal zwei bis drei Jahre vergehen. Das würde allerdings nicht die aktuellen Probleme lösen. „Wir wissen nicht, was im Herbst kommt, wie es mit neuen Virusvarianten weitergeht, ob es noch einen Lockdown geben wird“, sagt Sandra Stiemert. Doch sie hoffe, dass von der Entscheidung eine Signalwirkung ausgeht, „damit wir nicht noch ein drittes Mal vergessen werden“. W
Energiepreispauschale – so geht‘s Die 300-Euro-Pauschale gibt es für alle Arbeitnehmer, die sich am 1. September 2022 in einem Arbeitsverhältnis befinden. Umfang und Dauer des Arbeitsverhältnisses spielen keine Rolle: Minijobber und kurzfristig Beschäftigte bekommen ebenfalls die Pauschale. So sieht es die endgültige Fassung des Steuerentlastungsgesetzes 2022 vor. Auch Sie selbst als Unternehmer oder Solo-Selbstständiger haben Anspruch auf die 300 Euro. Als Arbeitgeber müssen Sie die Energiepreispauschale im September zahlen. Einzige Ausnahme: Führen Sie die Lohnsteuer nur vierteljährlich oder jährlich ab, müssen Sie die Pauschale erst im Oktober
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auszahlen. Die Pauschale gibt es zusätzlich zum Lohn, sie ist jedoch steuerpflichtig. Nur für Minijobber ist sie steuerfrei. Sozialversicherungspflichtig ist sie hingegen nicht. Sie verrechnen die Energiepreispauschale mit der Lohnsteuer in der Lohnsteuer anmeldung. Sie können die Energiepreispauschale schon mit jener Lohnsteuer verrechnen, die Sie am 10. September anmelden – also mit der Lohnsteuer für den August. Wann Sie die Pauschale im September auszahlen, spielt dabei keine Rolle. Wer die Lohnsteuer nur vierteljährlich abführt, verrechnet die Pauschale mit der Anmeldung zum 10. Oktober. In dem
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Arbeitgeber müssen die Energiepreispauschale im September auszahlen und nicht in Vorleistung gehen. Die Abzüge sind geklärt.
Fall dürfen Sie auch mit der Auszahlung des Zuschusses bis zum Oktober warten. Als Selbstständiger bekommen Sie die Energiepreispauschale durch eine entsprechende Minderung der am 10. September fälligen Einkommen-
steuervorauszahlung. Dazu erhalten Sie zuvor noch einen geänderten Vorauszahlungsbescheid. Beträgt die Vorauszahlung weniger als 300 Euro, mindert die Energiepreis pauschale die Vorauszahlung auf 0 Euro. (JW) W
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Betrieb
Was sag ich bloß? Auf manche Frage fällt Kandidaten die Antwort schwer.
Unsinnige Fragen im Vorstellungsgespräch Welche Fragen soll ich Bewerbern stellen? Viele Ratgeber haben sie aufgelistet. Aber bringen die Sie weiter? Wir hätten da ein paar Ideen. KATHARINA WOLF
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n einem Vorstellungsgespräch will man sich kennenlernen – der Betrieb den Bewerber, der Bewerber den Betrieb. Entscheidend ist deshalb, die richtigen Fragen zu stellen. Natürlich gibt es klassische Bewerbungsfragen, doch ganz ehrlich: Zielführend sind sie oft nicht. Hier die drei unsinnigsten, aber häufigsten Fragen an Bewerber – und wie Sie es besser machen können.
1. Frage: Erzählen Sie mal was von sich!
Die typische Eröffnungsfrage ist tatsächlich keine Frage, sondern eine Aufforderung. Und darin liegt das Problem: Was soll der Bewerber von sich erzählen? Dass er Meerschweinchen mag oder gern ins Kino geht? Das interessiert Sie wahrscheinlich nicht. Oder soll er über seine familiäre Situation reden? Darüber spricht man nicht offen in einem ersten Gespräch. Also wird der Bewerber das herunter beten, was Sie schon aus seinem Lebenslauf wissen. Davon haben Sie beide nichts. Ausnahme: Sie verlangen keinen Lebenslauf von Ihrem Bewerber. Dann seien Sie direkt: „Nen-
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Klassische Fragen sind oft nicht zielführend.
nen Sie mir Ihre wichtigsten beruflichen Stationen.“ Oder noch einfacher: „Wo haben Sie denn bisher gearbeitet?“ Das wollen Sie tatsächlich wissen: Warum soll der Bewerber von sich erzählen? Damit Sie ihn besser kennenlernen: Arbeitet er selbstständig oder braucht er enge Führung? Liebt er Routine oder Abwechslung? Das erfahren Sie eher, wenn Sie sich nach Themen erkundigen, die für Sie und Ihren Betrieb wichtig sind. So fragen Sie besser: Stellen Sie konkrete Fragen. „Bei welcher Arbeitsstelle waren Sie bislang am zufriedensten und warum“? Oder: „Wie sieht ein gelungener Arbeitstag für Sie aus? Mit welchen Aufgaben fühlen Sie sich am wohlsten?“ Bei angehenden Azubis können Sie nach Lieblingsprojekten oder -fächern in der Schule fragen.
2. Frage: Was ist Ihre größte Schwäche?
Tja, was soll man als Bewerber darauf antworten? Natürlich hat jeder Fehler: Der eine verliert sich schnell im Detail, die andere reagiert empfindlich auf Kritik, der nächste hat Probleme mit der Pünkt-
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Betrieb
lichkeit. Aber binde ich das meinem zukünftigen Arbeitgeber auf die Nase? Eher nicht. Also machen die Bewerber Stärken zu vermeintlichen Schwächen („Wenn ich mich in eine Arbeit vertiefe, vergesse ich schon mal den pünktlichen Feier abend.“) oder erzählen irgendwelchen Unsinn („Ich habe eine Schwäche für Süßigkeiten.“) Als Arbeit geber bringen Sie solche Antworten nicht weiter. Das wollen Sie tatsächlich wissen: Warum fragen Sie nach Schwächen? Wenn Sie wissen wollen, ob dem Bewerber wichtige Fähigkeiten fehlen, die er in Ihrem Betrieb braucht, erfahren Sie so sicher nichts darüber. Wollen Sie ihn unter Stress setzen? Dann wird er sich womöglich gegen Ihren Betrieb entscheiden. So fragen Sie besser: Um zu erfahren, wo noch berufliche Lücken sind, erkundigen Sie sich nach Erfahrungen mit Fehlschlägen und Arbeitsproblemen: „Wann ist Ihnen mal ein Fehler unterlaufen und wie haben Sie reagiert? Was tun Sie, wenn Sie mit einer Aufgabe nicht klarkommen?“
„Standardantworten nutzen mir nichts“
Freche Bewerber antworten: „Auf Ihrem Stuhl!“ und gut vorbereitete sagen: „Durch Fort- und Weiterbildung bin ich ein fester Bestandteil Ihres Unternehmens.“ Hm, und nun? Sie wissen trotzdem nicht, ob der Bewerber Sie nur als Sprungbrett für den Übergang sieht oder am liebsten bei Ihnen in Rente gehen möchte. Wahrscheinlich weiß er das selbst nicht, denn er kennt Ihren Betrieb ja noch nicht. Das wollen Sie tatsächlich wissen: Wie tickt der Bewerber? Hat er Ambitionen und Pläne und passen die mit Ihrem Betrieb zusammen? So fragen Sie besser: Halten Sie sich an überschaubare Zeiträume: „Wie stellen Sie sich die Einarbeitung vor? Was wünschen Sie sich für den Anfang?“ Sie können auch Möglichkeiten der Fortbildung ansprechen: „Was möchten Sie gern noch dazulernen?“ Das sagt auch etwas über Ambitionen und Pläne aus.
Überprüfen Sie Ihre Fragen!
Sie stellen ganz andere Fragen im Vorstellungs gespräch, aber bekommen trotzdem nicht die Antworten, die Sie sich wünschen? Dann machen Sie sich einen Plan: Überlegen Sie, welche Informationen Sie tatsächlich von Ihrem Bewerber brauchen, und passen Sie Ihre Fragen daran an. Sie können solche Fragen auch ausprobieren. Erkundigen Sie sich bei Ihren Mitarbeitern, was sie in einem Vorstellungsgespräch antworten würden, oder stellen Sie Ihre Fragen in einem Ihrer Mit arbeitergespräche. Auch so können Sie zu spannenden Erkenntnissen kommen. W
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Fragen an gewünschte Infos vom Bewerber anpassen
Foto: db Malermeister
3. Frage: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wie lernt man einen zukünftigen Mitarbeiter am besten kennen? Für Malermeister Lars Buschmann (Foto), der in Achim einen Betrieb mit sechs Mitarbeitern und zwei Azubis führt, ist die Antwort klar: Er trifft seine Kandidaten auch gern mal im Café. „Ich möchte den Bewerber gut kennenlernen und ehrliche Antworten auf meine Fragen bekommen“, sagt er. „Das geht in einer entspannten Situation am besten.“ Dabei ist Buschmann durchaus wählerisch, was neue Mitarbeiter angeht. „Wir sehen uns nicht nur als Maler, sondern eher als Raumgestalter, und bewegen uns im Hochpreissegment. Wir wollen unsere Kunden glücklich machen“, sagt der Geschäftsführer. Gesellen und Azubis müssten auf diese Art der Arbeit Lust haben und ins Team passen. „Ob das so ist, kann ich am besten in einem offenen Gespräch herausfinden.“ Deshalb vermeidet der Malermeister Standardfragen. „Gute Bewerber bereiten sich vor und geben dann die ,richtigen‘ Antworten aus den Bewerbungsratgebern. Doch solche Antworten nutzen mir nichts.“ Stattdessen fragt er nach Wünschen an den neuen Arbeitgeber und danach, was im aktuellen Betrieb fehlt. „Wenn wir dabei an einem neutralen Ort sitzen oder samstagvormittags im Betrieb, wenn niemand stört, bekomme ich auch ehrliche Antworten.“ Auch andere Formalien, die ein Bewerbungsverfahren für Bewerber schwierig machen könnten, sind für den Malerbetrieb zunächst zweitrangig. Über die Homepage können sich Interessenten ohne Anschreiben mit nur wenigen Klicks bewerben, auch einen Lebenslauf will Buschmann nicht sofort sehen. „Auf Ausbildungsmessen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich auszahlt, die erste Hürde für den Kontakt zum Betrieb so niedrig wie möglich zu machen“, sagt er. Das gelte auch für Gesellen. „Der Schmerz, sich zu bewerben, muss kleiner sein als der Schmerz, im alten Betrieb zu bleiben.“ (KW)
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Foto: Fokussiert - stock.adobe.com
Betrieb
Warum Nörgler Sie weiterbringen Mitarbeiter, die alles kritisieren, sind anstrengend. Oft aber haben sie Positives im Sinn. Hier erfahren Sie, wie Sie diese Nörgler identifizieren können. Als Chef ist es oft nerven- und zeitaufreibend, wenn Mitarbeiter nicht zu allem Ja und Amen sagen. „Hier sind Sie als Führungskraft gefordert“, sagt Anja Mýrdal, Unternehmerberaterin und Coach aus Hamburg. Sie müssen unterscheiden zwischen wertvollen Kritikern und destruktiven Nörglern. Diese drei Schritte, zeigen Ihnen, wie man aus einem Nörgler einen Visionär macht.
Schritt 1: Ergründen Sie das Motiv
Nörgler im Team können die Stimmung nachhaltig vermiesen. Wenn ein Mitarbeiter bei jeder Ihrer Entscheidungen herummeckert, kann diese negative Sichtweise
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auch die anderen Kollegen demotivieren. „Deshalb ist es wichtig, zunächst herauszufinden, warum der Mitarbeiter alles kritisiert“, stellt Mýrdal klar. Sie nennt fünf Motive: 1 Enge Verbundenheit: Ihr Mitarbeiter sieht, dass etwas im Betrieb nicht gut läuft und will es ändern. Kritik kon struktiv zu äußern, hat er nicht gelernt. 2 Angst: Es gibt Veränderungen im Betrieb und der Nörgler sorgt sich um seine berufliche Zukunft. 3 Persönliche Gründe: Ihr Mitarbeiter hat Sorgen, die mit der Arbeit nichts zu tun haben, aber auf seine Stimmung schlagen.
4 Fehler im System: Der Nörgler ist besonders empfänglich für die negative Grundstimmung im Team und bringt sie als einziger zum Ausdruck. 5 Falsches System: Der Mitarbeiter passt mit seinen Werten und Vorstellungen nicht in Ihren Betrieb.
Schritt 2: Führen Sie ein offenes Gespräch
„Was hinter der Nörgelei steckt, können Sie nur in einem offenen Gespräch herausfinden“, sagt Mýrdal. Dabei sollten Sie Fragen nach dem „Warum“ vermeiden. „Sie lösen nur Widerstand und Rechtfertigung aus.“ Mýrdal empfiehlt zirkuläre
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Betrieb
1 Was ist Inhalt oder Gegenstand der Kritik? Zum Beispiel zu hohes Tempo bei der Digitalisierung. 2 Wofür ist sie nützlich? Was können wir mit ihr vermeiden, erreichen oder bewahren? Der Kritiker hat Angst, abgehängt zu werden. 3 Ist die Kritik berechtigt und nützt dem Betrieb: Wie können wir diesen Punkt berücksichtigen? Im Gespräch Ängste nehmen, durch geeignete Schulung Fortbildung sicherstellen, Vorteile in der Kommunikation unterstreichen.
Fragen, die immer wieder die Antwort des Mitarbeiters aufgreifen, um hinter die eigentliche Absicht zu kommen. Chef: „Wir wollen mehr für die Gesundheit im Betrieb tun und deshalb ein Rückenschule anbieten. Was sind deine Bedenken?“ Mitarbeiter: „Das ist doch alles Quatsch und bringt nichts.“ Chef: „Du denkst, eine Rückenschule reicht nicht? Was wäre denn deiner Meinung nach ausreichend?“ Jetzt wird Ihr Mitarbeiter irgendwie antworten müssen. Vielleicht hat er einen besseren Vorschlag. Oder es steckt ein ganz anderes Problem dahinter, etwa die Sorge vor mehr Überstunden. Sollte es ein persönliches Problem sein – etwa ein Trauerfall in der Familie –, bieten Sie Unterstützung an, wenn es möglich ist. „Es kann sich aber auch herausstellen, dass sich der Mitarbeiter nicht mehr mit dem Betrieb identifiziert und nur ausweicht“, sagt Mýrdal. „Dann sollten Sie überlegen, ob er noch in Ihr Team passt. Falls nein, kann es besser sein, sich von diesem Mitarbeiter zu trennen.“ Schwierig wird es, wenn der Fehler im System steckt und der Mitarbeiter nur derjenige ist, der das zum Ausdruck bringt. „Sollte sich im Gespräch dieser Verdacht erhärten, sollten Sie sich Unterstützung suchen“, so Mýrdal. Einzelmaßnahmen oder auch die Kündigung des Mitarbeiters würden das Problem nur verschieben, aber nicht lösen.
Es ist allerdings an Ihnen zu entscheiden, ob die Kritik für Ihren Betrieb nützlich ist. Dabei ist es unerheblich, was ihr Gegenstand ist – wenn Sie als Unternehmer feststellen, dass Sie nicht einverstanden sind, müssen Sie die Kritikpunkte nicht umsetzen. Sie sollten es aber gegenüber Ihrem Mitarbeiter begründen können. „Wenn dieser Prozess erfolgreich ist, haben Sie aus Ihrem Nörgler einen Visionär gemacht“, sagt Mýrdal. KATHARINA WOLF W
Der Partner für Dein Gewerbe.
Schritt 3: Entdecken Sie die positive Botschaft
Im Gespräch hat Ihr Mitarbeiter eine Menge Kritik geäußert. Jetzt ist es Ihre Aufgabe, die positive Botschaft darin zu finden. „Der Kritiker sagt vor allem, was er nicht möchte“, so Mýrdal. „Seine Absicht dahinter ist aber in der Regel, Schaden abzuwenden.“ Werden Sie also Detektiv und ergründen Sie die positive Botschaft der Kritik, indem Sie sich drei Fragen stellen:
„Finden Sie heraus, warum Ihr Mitarbeiter so viel kritisiert.“
Geballter Service für Gewerbekunden.
Anja Mýrdal, Unternehmerberaterin
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Foto: Ingo Bartussek - stock.adobe.com
Betrieb
Sie wollen mehr Bewerbungen von Frauen? Dann nennen Sie in der Stellenanzeige das Gehalt.
Den richtigen Ton treffen Sie würden gern Frauen einstellen, aber es kommen keine Bewerbungen? Dann helfen Ihnen diese drei Tipps für Ihre Stellenanzeigen weiter! KATHARINA WOLF
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ass handwerkliche Arbeit nichts für Frauen ist, ist ein überholtes Klischee. Trotzdem steckt es noch in vielen Köp fen. Die Folge: Viele Betriebe würden gerne Frauen einstellen, doch die Bewerbungen bleiben aus. Die Jobplattform Stepstone hat drei zentrale Punkte ermittelt, mit denen Sie Bewerbe rinnen ermutigen.
Welche Eigenschaften fordern Sie von Ihren Bewer bern und Bewerberinnen? Wird viel von körperlicher Belastbarkeit und Durchsetzungsstärke gesprochen? Zählen Sie endlose Listen von Qualifikationen auf? Dann sprechen Sie (ungewollt) Männer an. Oftmals seien Jobbeschreibungen so formuliert, dass sich Frauen ganz unterbewusst abgeschreckt
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Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte Foto: Stepstone
1. Achten Sie auf Sprache und Anforderungsprofil
fühlen, sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarkt experte bei Stepstone. „Fast jede dritte Frau – 30 Prozent – hat schon mal von einer Bewerbung abge sehen, weil sie den Eindruck hatte, dass eher Männer gesucht werden.“ Stepstone fand heraus, dass die Mehrheit der Unternehmen ein ausgeglichenes Geschlechterver hältnis unter den Bewerberinnen und Bewerbern erreichen will, aber bislang nur 20 Prozent konkrete Maßnahmen einsetzen. „Ein ganz einfacher Hebel: gendergerechte Sprache in Stellenanzeigen“, sagt Zimmermann. Ein anderer: Jagen Sie Ihren Text durch den Genderbias-Decoder, den das Unternehmen kos tenlos im Internet zur Verfügung stellt. Er soll erkennen, ob Sie Formulierungen verwenden, die männliche oder weibliche Stereotype bedienen und so Ihre Absicht verzerren (Gender Bias).
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Betrieb
2. Sprechen Sie das Thema Gehalt offen an
82 Prozent der Frauen sagen laut einer aktuellen Stepstone-Gehaltsstudie, dass sie sich eher auf einen Job bewerben würden, wenn dieser Gehaltsangaben enthalte. Warum ist das so? Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer, selbst wenn man verzerrende Faktoren wie die Ausbildung, die Berufserfahrung oder die Branche herausrechnet. „Das muss sich ändern“, sagt Zimmermann, deshalb sei Transparenz in Gehaltsfragen gefordert. Wer das Gehalt offen nennt, macht deutlich: Hier werden alle gleich entlohnt, egal ob Frau oder Mann. Die Bezahlung richtet sich nicht nach Selbst bewusstsein oder Verhandlungsgeschick.
3. Setzen Sie Gleichberechtigung im Betrieb um – und reden Sie darüber
„Jobbeschreibungen sind oft so formuliert, dass sich Frauen ganz unterbewusst abgeschreckt fühlen.“ Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte
In vielen Fällen sind es nach wie vor Frauen, die in Sachen Karriere zugunsten der Kindererziehung zurückstecken und die Doppelbelastung von Job
und Familie stemmen. Deshalb sind Informationen über flexible Arbeitszeitmodelle oder zusätzliche Leistungen wie Kinderbetreuung für sie besonders interessant. Laut Stepstone-Marktforschung wünschen sich mehr als 80 Prozent der Bewerberinnen, darüber in der Stellenanzeige mehr zu erfahren. Doch nicht einmal die Hälfte der Arbeitgeber erwähnt diese Aspekte in der Jobbeschreibung. Hier kann Ihr Betrieb punkten. „Jobsuchende werden sich automatisch für die Unternehmen entscheiden, die das beste Rundum paket anbieten: von attraktiven Gehältern über flexible Arbeitsmodelle bis hin zu einer Unternehmens- und Führungskultur, die sie unterstützt und Verständnis auch für familiäre Herausforderungen zeigt“, so Zim mermann. Dazu gehören nicht nur eine klare Haltung in Sachen Chancengerechtigkeit, sondern sichtbare Handlungen. „Wir raten Unternehmen dringend, bereits in den Jobbeschreibungen über diese Maß nahmen zu sprechen“, empfiehlt Zimmermann. W
„Frauen aus Überzeugung fördern“
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– und dort waren alle so begeistert, dass einer Ausbildung im Anschluss nichts im Wege stand. „Es gibt immer noch viele unsinnige Vorurteile, was Mädchen im Handwerk betrifft“, ist Kerstin Barth überzeugt. „Wir wollen aber mehr Frauenpower im Handwerk. Deshalb wollen wir sie gezielt unterstützen und ihnen zeigen, dass sie willkommen sind.“ Der Betrieb gibt sich daher viel Mühe mit angehenden Nachwuchskräften – auch mit den Jungen: Am Zukunftstag standen die Türen (wieder) offen, Praktika sind jederzeit möglich. Praktikanten und Schüler bekommen eine Mappe mit dem internen „EnergieKonzept“, das über Betriebsorganisation und die Ausbildung zum Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik informiert – zum Nachlesen, aber auch zum Vorzeigen zu Hause oder in der Schule. Intensiv kümmert sich der Betrieb auch um seine Azubis – schon bevor sie ihre Ausbildung anfangen. „Wir haben im vorigen Jahr zum ersten Mal ein Onboarding am Ferienbeginn organisiert, sodass sich alle schon vor dem ersten Arbeitstag kennenlernen konnten. Das nimmt
Bei Elektro Barth in Emden ist Handwerk auch Frauensache. Kerstin und Rainer Barth und ihre Auszubildende Eva Marie zeigen ihr Siegel des UFH.
schon viel Aufregung“, erzählt Barth. Wer während der Ausbildung Probleme in der Berufsschule habe, könne auch während der Arbeitszeit mit einem Mitarbeiter lernen oder an der „Azubi-Wand“ üben. Ermutigen, ausbilden und später Fachkräfte beschäftigen ist die Strategie der Barths. Deshalb wollen sie auch künftig gezielt Mädchen ansprechen. Das UFH-Siegel „Handwerk ist hier auch Frauensache“ hängt an der Eingangstür und Kerstin Barth hofft, dass auch das Foto ihrer Auszubildenden auf der Website andere Mädchen ermutigt, sich zu bewerben. (KW)
Foto: Elektro Barth
Frauen in typischen Männergewerken sind noch immer die Ausnahme. Bei Elektro Barth in Emden sind hingegen Mädchen im Betrieb ganz normal. Rainer Barth, Elektrotechnikermeister und Betriebswirt des Handwerks, und seine Frau Kerstin (Foto) führen den Betrieb gemeinsam. Sie haben vier Töchter, von denen die beiden Älteren schon im Betrieb aushelfen. Doch nicht nur das: Seit einem Jahr lernt dort zum ersten Mal eine junge Frau den Beruf der Elektroinstallateurin für Energie- und Gebäudetechnik. Begonnen hat alles Anfang 2021, als Kerstin Barth die Website neu plante. Das Ziel: Fachkräfte, aber auch angehende Azubis und Praktikanten sollten die Seite und alle wichtigen Informationen über die Suchmaschinen schnell finden. „Das Konzept ist voll aufgegangen“, sagt Barth, im Betrieb zuständig für Personal und das betriebliche Gesundheitsmanagement. „Wir bekommen viele Bewerbungen für Praktika und so rekrutieren wir unsere Azubis.“ Sechs sind derzeit im 35 Personen starken Team beschäftigt. Auch Eva Marie hat über ein Praktikum Kontakt zum Betrieb aufgenommen
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Betrieb
Die Fachkräfte von morgen Ideenexpo 2022: Die Handwerksorganisationen laden Jugendliche zum Ausprobieren, Mitmachen und Informieren ein. Im Fokus stehen Mitarbeitergewinnung und Energiewende. MARTINA JAHN
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ie Branchen im Handwerk arbeiten jeden Tag daran, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, die Energiewende voranzutreiben und noch nachhaltiger zu arbeiten. Davon können sich Jugendliche auf der Ideenexpo vom 2. bis 10. Juli in Hannover überzeugen. Handwerksverbände und Handwerkskammern laden die jungen Besucher zu Mitmach-Aktionen ein, zum Experimentieren, Informieren und Ausprobieren. „Das Ziel soll es sein, Betriebe bei der Suche nach neuen Fachkräften zu unterstützen“, sagt Cornelia Höltkemeier von der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen. Mit dabei sind alle Branchen, die sich mit dem Bauen, Sanieren sowie dem Erhalten von Gebäuden befassen und die täglich das mobile Leben der Menschen prägen. Das sind beispielsweise: Dachdecker, Elektriker, Gebäudedienstleister, Maler und Fahrzeuglackierer, Metallbauer, Fahrzeugbauer und Landmaschinentechniker, Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Lüftungsbauer, Tischler, Schornsteinfeger und das Baugewerbe. Der Schwerpunkt liegt
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„Fang doch einfach eine Ausbildung im Handwerk an.“ Cornelia Höltkemeier, LV Bauwirtschaft Niedersachsen
auf den sogenannten Mint-Berufen – Berufsbilder, die im Zusammenhang mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik stehen. Bei einigen Mitmach-Angeboten können die Jugendlichen ihre gefertigten Exponate mit nach Hause nehmen. „Bei den Aktionen zeigen wir, wie mehrere Gewerke bei der Entstehung eines Objekts zusammenarbeiten“, sagt Höltkemeier. Es soll vermittelt werden, wie wichtig es ist, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um am Ende eine gute Leistung zu erzielen. Die Botschaft des Gemeinschaftsstandes laute ganz klar: „Fang doch einfach eine Ausbildung im Handwerk an, die Möglichkeiten und Weiterbildungschancen sind enorm, zudem sind es spannende und vielfältige Berufe.“ Informieren können sich Jugendliche und Eltern zusätzlich bei Azubis, die vor Ort Fragen beantworten – genau wie Ausbildungsberater der Handwerkskammern. W Termin: 2.–10. Juli 2022, 9–18 Uhr Messegelände Hannover
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Betrieb Das sagen die Beteiligten „Der Elektroverband ist in diesem Jahr das erste Mal dabei. Wir wollen damit unsere Mitgliedsbetriebe bei der Azubi-Suche unterstützen. Dazu stellen wir die fünf Ausbildungsberufe unserer Branche vor und bieten Mitmach-Stationen an. Außerdem stehen den jugendlichen Besuchern Azubis Rede und Antwort.“
Selbst aktiv werden Welche Materialien und Techniken verwenden Handwerker? Wie arbeiten die Gewerke zusammen? Das können Jugendliche bei den Mitmach-Aktionen ausprobieren.
Ramon Thal, Geschäftsführer des Landes innungsverbandes des Elektrohandwerks
Solarauto IE 22 E: Ein E-Auto mit Solarbeleuchtung
„Wir freuen uns, die Jugendlichen endlich wieder persönlich sprechen zu können. Unsere Aktivitäten haben wir darauf ausgerichtet zu zeigen, wie vielfältig der Beruf SHK-Anlagenmechaniker ist. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Technik. Es soll deutlich werden, dass wir in Sachen Klimaschutz und Energiewende viel bewegen. Dafür zeigen wir beispielsweise eine Trinkwasseraufbereitungsanlage.“
In diesem Workshop probieren Jugendliche gleich drei Berufe aus: den Metallbau mit der Herstellung der Fahrzeugkarosserie aus Stahlblech. Anschließend kommt für die Lieblingsfarbe die Airbrush-Technik der Fahrzeuglackierer zum Einsatz. Beim Installieren der Solarbeleuchtung runden Aufgaben des Elektrotechnikers das Werkstück ab. So leuchtet das Auto in der Nacht – ganz nachhaltig und ohne Strom.
Dachgarten to go: Ein Dachgarten zum Mitnehmen
Der Dachgarten steht im Zeichen der Nachhaltigkeit im Bau- und Ausbau. Hier sammeln Besucher Erfahrungen in der Holzgestaltung und der Oberflächenbearbeitung. Gebaut wird ein kleines Beet aus Holz, das mit Folie ausgekleidet wird. Die Außenflächen werden mit Malertechniken nach dem eigenen Geschmack gestaltet. Für die Bepflanzung gibt es Samen und Substrat mit nach Hause.
Kirsten Wittke, Öffentlichkeitsarbeit Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Klempnertechnik Niedersachsen „Dass das Metallhandwerk breit aufgestellt ist und moderne technische Berufsbilder bietet, wollen wir auf der Ideenexpo zeigen. Über die Auswahl der Technik am Stand wollen wir mit Jugendlichen auf Augenhöhe ins Gespräch kommen. Die Mitmach-Aktionen werden ihnen Spaß machen und zeigen, wie die Gewerke ineinandergreifen.“
Kreatives Fliesenmosaik: Untersetzer selbst gestalten Bei diesem Exponat dreht sich alles um Fliesen, die sich die Schüler selbst aussuchen können. Nach dem Zuschneiden werden die Fliesenstücke verklebt. Es entsteht ein individuell gestalteter Untersetzer – ein Unikat für zu Hause.
Dietmar Berndt, technischer Berater beim Landesinnungsverband Metall
Die Frühstücksbrettchen aus Birke werden zunächst so gebohrt, dass ein Loch für ein Ei entsteht. Anschließend ist Geschicklichkeit gefragt: Mit einer handgeführten CNC-Fräse können eigene Sprüche in das Frühstücksbrett gefräst werden.
Moderne Videotechnik: So geht Wärme von innen
Wie sieht eine Heizungsanlage von innen aus? Gemeinsam mit Experten aus der Schornsteinfegerbranche können Schüler dieser Frage auf der Ideen-Expo nachgehen. Dazu schauen sie sich einen Heizkessel von innen an – mithilfe von modernster Videotechnik. Besucher dürfen selbst Hand anlegen und ihre Geschicklichkeit an der Kamera testen. Schornsteinfeger stehen ihnen dabei Rede und Antwort.
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Fotos: Ideenexpo | LV Bauwirtschaft | pivopix | Privat
Ei-Pad: Das personalisierte Frühstücksbrett
„Maler sind nicht nur ‚Anstreicher‘ – das ist nur eine Botschaft, die wir vermitteln wollen. Wir zeigen die Facetten unseres kreativen Berufs, der viel zum Wohlbefinden der Kunden beiträgt. Zudem informieren wir über attraktive Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Alles das werden junge und erfahrene Kollegen an unserem Stand den Jugendlichen und ihren Eltern erläutern.“ Thomas Heinelt, Landesinnungsmeister, Malerverband Niedersachsen
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Foto: Privat
Regionales
Restholzfreunde-Gründerin Susann Witte von der Tischlerei Gilhaus: Die Entsorgung wertvoller Resthölzer „tut mir in der Seele weh“.
Wo Restholz Freunde findet Kostenlos, einfach und umweltfreundlich: Auf restholzfreunde.de können Betriebe Holzreste mühelos verkaufen, statt sie zu entsorgen. JÖRG WIEBKING
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as tun mit den Materialresten? Handwerksbetriebe stellen die Überbleibsel der laufenden Auf träge vor ein Problem: Durch Lieferengpässe und steigende Materialpreise wer den die Reste immer wertvoller. Doch die Lager kapazitäten sind knapp, also bleibt oft nur die teure Entsorgung – und das ist alles andere als nachhaltig. Für eine andere Lösung hat sich Susann Witte, Mitgeschäftsführerin der Tischlerei Gilhaus in Jork, entschieden: Auf der Website restholzfreunde.de hat sie mit einigen Mitstreitern eine Online-Börse für Restholz gegründet. Dort können Betriebe kos tenlos ihre Holzreste zum Verkauf anbieten, aber auch andere Materialreste wie Plattenwerkstoffe, Beschläge oder Kanten. Restholzfreunde.de funktioniert nach einem einfachen Prinzip: minimaler Aufwand und keine Kosten. Wer hier seine Holzreste anbieten will, muss sich nur registrieren. Die Bestätigungsmail kommt im Handumdrehen und schon kann es los gehen: Foto hochladen, eine kurze Beschreibung und den Preis eingeben, Kontaktdaten für poten zielle Käufer hinterlegen, fertig. Kontakt nehmen Interessenten direkt mit dem Anbieter auf und klären untereinander Lieferung und Bezahlung. „Es fallen keine Gebühren an, weil wir damit kein Geld verdienen wollen“, sagt Susann Witte.
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„Uns geht es um einen Beitrag zur Nachhaltig keit.“ Angenehmer Nebeneffekt: Anbieter sparen sich die Kosten der Entsorgung und können mit den Resten etwas Geld verdienen. Die Käufer auf der anderen Seite können so kurzfristig und günstig Restbestände erwerben. Und beide Seiten leisten einen Beitrag zur CO₂-Reduzierung.
„Uns geht es um einen Beitrag zur Nach haltigkeit.“ Susann Witte, Mitgeschäftsführerin der Tischlerei Gilhaus
680 Euro verdient statt 100 Euro verbrannt
Dass sich der Verkauf über restholzfreunde.de ökolo gisch und wirtschaftlich lohnt, zeigt Witte an einem Beispiel der befreundeten Tischlerei Edgar Ritter Holzdesign. Der Betrieb aus Hamburg hatte nach einem Auftrag zur Fertigung von 80 Transportund Lagerkisten aus 18 Millimeter starken Birke- Multiplexplatten 160 Verschnittstücke übrig, fast 140 Quadratmeter mit einem Gesamtgewicht von zwei Tonnen. Ritter bot die Platten auf restholzfreunde.de an. Es fand sich ein Käufer für die Multiplexstücke – zu 4,86 Euro pro Quadratmeter. Der Käufer kümmerte sich um den Transport und zahlte rund 680 Euro für die Platten. Für Witte ein Win-win-win-Ergebnis für Ver käufer, Käufer und die Umwelt. „Die Entsorgung hätte die Tischlerei rund 100 Euro gekostet und bei der anschließenden Verbrennung wären circa 3,7 Tonnen CO₂ entstanden“, rechnet sie vor.
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Nicht nur „Reste“ im Angebot
Restholzfreunde.de ist für Witte zunächst einmal ein regionales Angebot für Interessenten in der Nähe von Jork bei Hamburg: „Regionale Kreisläufe sind wichtig für die CO₂-Senkungen. Aber auch bei solch kleinen Mengen ist es natürlich wichtig, dass die Wege nicht zu weit sind, sonst würden die Trans portkosten schnell den Materialpreis übersteigen.“ Bei großen Restposten könnten sich aber auch län gere Wege ökologisch und wirtschaftlich rechnen. Auch die Tischlerei Gilhaus selbst nutzt die Restholzbörse. Tatsächlich ist die Tischlerei der zeit der wichtigste Anbieter auf der Plattform. „Wir sind noch zu wenig bekannt“, sagt Witte. Doch das werde sich ändern, ist sie überzeugt. Das wachsende Umweltbewusstsein, Materialknappheit und stei gende Preise würden solchen regionalen Initiativen Aufwind bescheren.
„Regionale Kreisläufe sind wich tig für die CO₂-Senkun gen.“ Susann Witte, Mitgeschäftsführerin der Tischlerei Gilhaus
Unternehmerische Verantwortung
Die Tischlerei Gilhaus tut auch sonst viel für die Nachhaltigkeit: Der Betrieb mit seinen 15 Mitarbei tern verwendet zertifiziertes Plantagenholz, wann
immer es geht. Lassen sich lösungsmittelhaltige Lacke nicht vermeiden, trennt das Unternehmen in einem speziellen Destilliergerät die Lösungsmittel aus den Lackresten und reinigt damit Pinsel, Spritz pistolen und verunreinigte Flächen. Die Produktion soll bis 2023 klimaneutral werden und für die Lie ferungen leistet das Unternehmen einen CO₂-Aus gleich an die Klimaschutzorganisation Atmosfair. Nachhaltigkeit gehört für die Chefs zur unter nehmerischen Verantwortung: „Für eine ressourcen schonende und umweltfreundliche Produktions weise zu sorgen – wo immer es geht – ist eine Pflicht für alle verantwortungsbewussten Unternehmen“, schreiben sie dazu auf ihrer Website. Nur für die Holzreste fehlte der Tischlerei lange Zeit eine Lösung. „Als Susann die Idee mit der Rest holzfreunde-Plattform hatte, wurde mir gleich klar, dass dies die Lösung für nicht mehr benötigte, aber wertige Lagerbestände werden kann, ohne im Chaos zu versinken“, bestätigt Inhaber Friedrich Gilhaus. „Wir – Tischler und Schreiner – müssen nur alle mitmachen, dann können wir in jeder Hinsicht viel gewinnen.“ W
„Muss es gesetzliche Vorgaben geben?“ LHN-Vollversammlung diskutiert im Vorfeld der Landtagswahl mit Vertretern von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und den Linken. „Die Energiewende ist ohne Handwerk nicht zu schaffen. Die Politik muss dafür die berufliche Bildung stärken. Wir brauchen mehr Fach kräfte“, betonte Eckhard Stein, Vorsitzender der Landes vertretung der Handwerks kammern Niedersachsen e.V. (LHN) vor den Mitgliedern der LHN-Vollversammlung und Vertretern von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und den Linken. Im Landtags wahljahr stellten sie den Kam merspitzen ihre Positionen vor. Zuerst zur Energiewende: „Wind- und PV-Anlagen müssen hier in Niedersach sen konstruiert, gebaut und aufgebaut werden“, erklärte
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Rüdiger Kauroff, Sprecher Handwerk und Mittelstand in der SPD-Landtagsfrak tion. Genehmigungsverfah ren müssten grundsätzlich mindestens halbiert werden, so FDP-Landeschef Stefan Birkner, wie der Bund es jetzt bei LNG geschafft habe. „Wir waren mal Vorreiter bei den Erneuerbaren, da müssen wir wieder hinkommen. Auf jedes geeignete Dach muss eine Solaranlage“, forderte Detlev Schulz-Hendel von Bünd nis 90/Die Grünen. „Muss es gesetzliche Vorgaben geben?“, fragte Moderator Frank Ahlborn, Stabsabteilungsleiter Wirtschaftspolitik bei der Handwerkskammer Braun
schweig-Lüneburg-Stade, in die Runde. „Nein“, antwor tete Birkner, „wir brauchen Bewirtschaftungsmodelle mit den Stadtwerken.“ Auch CDU-Generalsekretär Sebas tian Lechner ist gegen eine Pflicht und will auf Anreize für Hausbesitzer setzen. Nun zum Thema beruf liche Bildung: Dass die Berufs schulen im Kultusministerium keinen hohen Stellenwert haben, kritisierte Schulz-Hen del. Der FDP-Fraktionsvor sitzende teilt die Auffassung des Grünen-Sprechers für Wirtschaft und Verkehr. Die Berufsschulen hätten die schlechteste Unterrichtsver sorgung aller Schulen. Birkner
forderte für Gymnasiasten mehr hochwertige Angebote zur Berufsorientierung. Dass es zwar einen entsprechenden Erlass gibt, aber keine klaren Anweisungen, monierten Handwerksvertreter und for derten entsprechende Anker fächer. CDU-Politiker Lech ner: „Schulleiter müssen dafür sorgen, dass Lehrer Angebote zur Berufsorientierung umset zen.“ Schulz-Hendel meinte, dass sich Gymnasiallehrer in puncto Berufsorientie rung kaum bewegen würden. Berufsorientiert arbeiten laut des Landtagsabgeordneten die Integrierten Gesamtschulen. Daher müsse diese Schulform gestärkt werden. (FRÖ) W
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Betrieb
Gehaltsextras gegen den Preisdruck JÖRG WIEBKING
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ine Alternative zu Lohnerhöhungen sind einmalige Sonderzahlung und Gehaltsextras. Steuer- und abgabenfrei sind die Extras für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wenn Sie solche Leistungen zusätzlich zum Gehalt gewähren. Einige Extras müssen Sie als Arbeitgeber zwar pauschal versteuern – doch das ist für alle immer noch günstiger als eine Bruttolohnerhöhung. Einige Gehaltsextras fallen allerdings in die Kategorie „Sachbezüge“. Die Grenze für Sachbezüge liegt bei 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter – für alle Sachbezüge zusammen. Überschreiten Sie die Grenze auch nur um einen Euro, verlieren Sie den Steuervorteil.
1. Kinderbetreuung
Ob Kindergarten, Tagesmutter oder ein vergleichbares Angebot: Betreuungskosten für Kinder von Mitarbeitern können Sie ganz oder anteilig übernehmen. Das gilt allerdings nur, bis ein Kind in die Schule geht. Der Zuschuss ist in unbegrenzter Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn Sie ihn zusätzlich zum Arbeitslohn zahlen. Für den Betriebsausgabenabzug müssen Sie dem Finanzamt einen Beitragsnachweis des Kindergartens oder die Rechnung der Tagesmutter im Original vorlegen und darauf Ihren Zuschuss vermerken.
2. Kosten für Notbetreuung
Bis zu 600 Euro jährlich dürfen Sie als Arbeitgeber für die kurzfristige Notbetreuung von Kindern unter 14 Jahren oder von pflegebedürftigen Angehörigen des Mitarbeiters ersetzen. Steuer- und sozialabgabenfrei bleibt der Zuschuss allerdings nur, wenn die kurzfristige Betreuung berufsbedingt veranlasst ist: weil Ihre Mitarbeiter eine Fortbildung besuchen
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oder wegen eines wichtigen Auftrags Überstunden machen. Für den Betriebsausgabenabzug müssen Sie die Kosten anhand von Rechnungen für die Betreuung belegen.
3. Betriebliche Gesundheitsvorsorge
Bis zu 600 Euro pro Jahr und Mitarbeiter können Sie steuerfrei in die Gesundheit Ihres Teams investieren. Zum Beispiel für Rückenschulungen, Bewegungskurse und Entspannungstechniken, aber auch für Kurse zur Tabakentwöhnung, Ernährungsberatung und Grippe-Schutzimpfungen. Steuerfrei sind solche Angebote, wenn der Anbieter nachweist, dass das Angebot die gesetzlichen Bedingungen nach § 3 Nr. 34 Einkommensteuergesetz (EStG) erfüllt. Keine Rolle spielt hingegen, ob Ihre Mitarbeiter individuelle Angebote nutzen oder ob das ganze Team mitmacht.
Foto: auremar - stock.adobe.com
Was tun, wenn die Inflation 2022 weiter steigt und Mitarbeiter nach mehr Lohn fragen? Mit diesen 13 (fast) steuerfreien Gehaltsextras schonen Sie Ihre Finanzen.
Beliebtes Gehaltsextra: Auch Dienst-Laptops und -Tablets können Mitarbeiter kostenlos privat nutzen.
4. Beiträge zur Unfallversicherung
Eine private Unfallversicherung (UV) zahlt bei bleibenden körperlichen Schäden durch einen Freizeitoder Arbeitsunfall. Mehr Netto vom Brutto gibt es, wenn Sie als Arbeitgeber die UV als Gruppenversicherung für mehrere Arbeitnehmer abschließen und dafür pauschal 20 Prozent Lohnsteuer abführen. Allerdings darf die Prämie je Arbeitnehmer eine Freigrenze von 100 Euro (ohne Versicherungssteuer) pro Jahr nicht übersteigen (§ 40b Abs. 3 EStG).
5. Arbeitsplatzbrille
Ein Mitarbeiter benötigt eine Arbeitsplatzbrille? Diese Kosten für eine Sehhilfe am Arbeitsplatz kön-
Die Grenze für Sachbezüge liegt bei 50 Euro pro Monat und Mitarbeiter – für alle Sachbezüge zusammen. NDH 6/2022
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nen Sie als Chef unter zwei Voraussetzungen steuerund abgabenfrei übernehmen: Die Arbeitsplatzbrille muss ein Augen- oder Betriebsarzt anlässlich einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung verschreiben (R 19.3 Abs. 2 Nr. 2 LStR 2021). Und die Kosten müssen „angemessen“ sein. Was „angemessen“ ist, hängt vom Arbeitsplatz ab. Steuerberater empfehlen, für die Brillenfassung einen Preisrahmen von 200 bis maximal 400 Euro nicht zu überschreiten. Bei den Gläsern geht es hingegen nach dem medizinisch Notwendigen; zum Beispiel gibt es Kunststoffgläser nur ab einer Mindest-Sehschwäche.
6. Laptop, Tablet, Smartphone
Stellen Sie Ihrem Team zu dienstlichen Zwecken Smartphones, Tablets oder Laptops zur Verfügung? Dann dürfen die Mitarbeiter diese Geräte privat steuerfrei nutzen. Was die Geräte kosten, spielt dabei keine Rolle. Dass die Finanzverwaltung seit Anfang 2021 bei Tablets und Laptops die Sofort abschreibung erlaubt, macht dieses Gehaltsextra für Ihren Betrieb besonders günstig. Der Preis spielt dabei keine Rolle. Smartphones können Sie ebenfalls sofort abschreiben – als „Geringwertiges Wirtschaftsgut“, wenn der Nettopreis 800 Euro nicht überschreitet.
7. Notfallbeihilfe
Bis zu 600 Euro im Jahr können Sie Mitarbeitern steuer- und sozialabgabenfrei bei Krankheit, dem
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Tod naher Verwandter, Naturkatastrophen und anderen Unglücksfällen wie Feuer auszahlen. Bei der Beurteilung, ob ein solcher Notfall vorliegt, wird das Finanzamt auch die Einkommensverhältnisse und den Familienstand des Arbeitnehmers berücksichtigen.
8. Erholungsbeihilfen
600 EURO maximal pro Jahr und Mitarbeiter können Sie steuerfrei in die Gesundheit Ihres Teams investieren.
Einen Zuschuss können Sie Arbeitnehmern sozialabgabenfrei zum Erholungsurlaub geben, wenn Sie den Zuschuss pauschal mit 25 Prozent versteuern. Die Grenze liegt bei 156 Euro je Arbeitnehmer und Jahr. Zudem können Sie bis zu 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro je Kind drauflegen.
9. Gutscheine und Prepaid-Karten
Gutscheine erkennt das Finanzamt als steuer- und sozialabgabenfreie Sachbezüge an – bis zu einer Grenze von 50 Euro pro Mitarbeiter und Monat. Seit Januar 2022 müssen Gutscheine und Prepaid-Karten die Kriterien des § 2 Absatz 1 Nummer 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes erfüllen. Steuerfrei sind nur Gutscheine und Geldkarten, die begrenzt gültig sind: ɓɓ Begrenzte Akzeptanzstellen: Darunter fallen Gutscheine von Läden, Einzelhandelsketten oder regionale City-Cards. ɓɓ Begrenzte Produktauswahl: Hierzu zählen Tankkarten, Gutscheinkarten für Buch
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Foto: Andrey Popov - stock.adobe.com
Betrieb
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läden und auch Fitnesskarten; Gutscheine für das komplette Amazon-Angebot sind zum Beispiel nicht mehr steuerfrei. Steuerliche und soziale Zwecke: Dazu gehören Gutscheine für betriebliche Gesundheitsleistungen und arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten (digitale Essensmarken).
Außerdem dürfen solche Geldkarten keine Barzahlungsfunktion haben und die Anbieter müssen einen Warenumtausch gegen Bargeld ausschließen. Zweckgebundene Auszahlungen von Geld für einen Sachbezug bleiben weiterhin voll steuerpflichtig. Gleiches gilt, falls Sie die Kosten zum Beispiel für eine Tankfüllung nachträglich in bar erstatten.
10. Kaffee und Brötchen
Speisen und Getränke zum Verzehr im Betrieb dürfen Sie Ihren Mitarbeitern im kleinen Umfang unentgeltlich überlassen. Zum Beispiel Obst und Kekse, Mineralwasser, Tee und Kaffee. Eine Wertgrenze gibt es nicht. Auch eine Kombination aus Heißgetränken und unbelegten Backwaren wie Laugen-, Käse- oder Schokobrötchen am Morgen zählt noch nicht als Frühstück und bleibt somit steuer- und beitragsfrei (BFH, Entscheidung vom 3. Juli 2019, Az. VI R 36/17). Tipp: Trennen Sie private und Firmeneinkäufe sauber. Gemischte Einkaufsbelege wird der Fiskus nicht akzeptieren und den Betriebsausgabenabzug streichen.
11. Jobticket
Je nach Region und Verkehrsanbindung kann auch ein steuer- und beitragsfreies Jobticket für den öffentlichen Personennahverkehr interessant sein. Bezuschussen oder vollständig bezahlen können Sie Einzelfahrscheine, Mehrfahrtenkarten und Zeitkarten (zum Beispiel Wochen-, Monats- oder Jahrestickets).
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Steuer- und sozialversicherungsfrei ist das Jobticket, wenn es zusätzlich zum Lohn gewährt wird. Das gilt für alle Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr und im Fernverkehr für alle Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dadurch mindert sich die abzugsfähige Entfernungspauschale der Mitarbeiter – bis auf null, wenn Sie die Kosten komplett übernehmen. Wollen Sie Ihren Mitarbeitern die Entfernungspauschale zusätzlich lassen, müssen Sie pauschal 25 Prozent Lohnsteuer für das Jobticket zahlen.
Fahrtkostenzuschuss: Zusätzlich zum Lohn können Sie Ihren Mitarbeitern 30 Cent pro Entfernungskilometer für Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz zahlen.
12. Fahrtkostenzuschuss
Zusätzlich zum Lohn können Sie Ihren Mitarbeitern 30 Cent pro Entfernungskilometer für Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsplatz zahlen. Wenn Sie diese Zahlungen pauschal mit 15 Prozent versteuern, entfallen für die Mitarbeiter Steuern und Sozial abgaben. Außerdem können die Mitarbeiter dann noch die Entfernungspauschale steuerlich geltend machen.
13. Betriebliches Fahrrad oder E-Bike
Betriebliche Fahrräder und E-Bikes können Sie Ihren Mitarbeitern ebenfalls steuer- und beitragsfrei zur privaten Nutzung überlassen. Vorausgesetzt, Sie spendieren das Rad zusätzlich zum Lohn – und falls es sich um ein Elektrofahrrad handelt, darf es nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde sein. Die Steuerbefreiung für Zweiräder gilt allerdings nur bis 2030. W
Bis zu 600 Euro im Jahr können Sie Mitarbeitern steuer- und sozialabgabenfrei bei Krankheit, dem Tod naher Verwandter und anderen Unglücksfällen auszahlen. NDH 6/2022
Betrieb
Keine Korrektur möglich Bei fehlerhaften Angaben in einer Rechnung verweigert das Finanzamt in der Regel den Vorsteuerabzug. Häufig können Sie in solchen Fällen fehlerhafte Rechnungen noch rückwirkend korrigieren. Das ist allerdings nur möglich, wenn die ursprüngliche Rechnung bestimmte Angaben enthält: ɓɓ Angaben zum Rechnungsaussteller, ɓɓ Angaben zum Leistungsempfänger, ɓɓ eine Leistungsbeschreibung, ɓɓ das Entgelt, ɓɓ den gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag.
Zudem müssen diese Informationen „ausreichend“ konkret, vollständig und richtig sein. So verlangt es das Bundesfinanzministerium. Ob die Angaben zum Leistungsempfänger ausreichend korrekt sind, hängt auch davon ab, ob eine Verwechslungsgefahr besteht. Problematisch wird es besonders dann, wenn unter einer Firmenadresse mehrere Unternehmen ansässig sind. In einem solchen Fall sei die Angabe des genauen und vollständigen Firmennamens des Leistungsempfängers für den Vorsteuerabzug zwin-
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Eingangsrechnungen ohne korrekten Firmennamen lassen sich nicht rückwirkend korrigieren. Zumindest nicht, wenn am Firmensitz mehrere Unternehmen gemeldet sind.
Fehlerhafte Rechnung: Ohne rückwirkende Rechnungskorrektur werden Steuernachzahlungen und Verzugszinsen fällig.
gend erforderlich, hat nun das Finanzgericht München entschieden. Eine nachträgliche, rückwirkende Korrektur sei daher nicht möglich (Urteil vom 1. September 2021, Az. 3 K 1850/19). Der Nachteil, wenn eine rückwirkende Rechnungskorrektur nicht möglich ist: Der Vorsteuerabzug auf die Rechnung ist dann erst ab dem Zeitpunkt der Korrektur möglich und nicht schon rückwirkend ab Rechnungseingang. Dadurch werden Steuernachzahlungen und Verzugszinsen fällig. (JW) W
Rückwirkender Wechsel erlaubt Genaues Fahrtenbuch oder pauschale Ein-Prozent-Methode? Ab sofort dürfen Sie rückwirkend wechseln – was nützlicher klingt, als es ist. entsprechende Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Das ist pauschal mittels der Ein-Prozent-Methode möglich oder
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Wer einen Firmenwagen privat nutzt, muss den privaten Nutzungsanteil als geldwerten Vorteil versteuern und
Ein rückwirkender Wechsel der Bewertungsmethode beim Firmenwagen gilt immer für das ganze Jahr – und funktioniert in den meisten Fällen nur in Richtung Ein-Prozent-Methode.
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detailliert mit einem Fahrtenbuch. Zwischen diesen Alternativen musste der Fahrer sich bisher am Jahresanfang entscheiden – und dann dabei bleiben. Doch nun ermöglicht das Bundesfinanzministerium mehr Flexibilität der Bewertungsmethode: Eine rückwirkende Änderung des Lohnsteuerabzugs sei vor Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung „grundsätzlich möglich“, heißt es im BMF-Schreiben IV C 5 - S 2334/21/10004:001 vom 3. März 2022.
Allerdings muss die Änderung für das ganze Kalenderjahr erfolgen – was die Wechselmöglichkeiten naturgemäß einschränkt: Ein unterjähriger Wechsel vom Fahrtenbuch zur Ein-Prozent-Methode ist unproblematisch. Umgekehrt dürfte ein fliegender Wechsel von der pauschalen Ein-Prozent-Methode zum Fahrtenbuch schwierig werden, da ein Fahrtenbuch zeitnah zu führen ist. Wer also nicht vorsorglich und von Anfang an akribisch Fahrtenbuch geführt hat, hat nichts von der Wechselmöglichkeit. (JW) W
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Betrieb
BIM für die Praxis Wer sich mit Digitalisierung im Baugewerbe beschäftigt, kommt an BIM kaum vorbei. Doch was ist das und für welche Handwerker ist BIM interessant?
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IM steht für Building Information Modeling. Doch was ist das genau und für welche Betriebe ist das Thema interessant? Antworten kennt der Raumausstatter und Bauingenieur für Architektur Matthias Steinicke, der bei der Handwerkskammer Cottbus Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT-Berater) ist.
Was ist BIM?
Ob Architekten, Planer, Bauingenieure und Handwerker der verschiedensten Gewerke – an Bauprojekten sind in der Regel viele Akteure beteiligt. Während des Bauprozesses werden daher meist Unmengen an Informationen ausgetauscht. „Oft sind bei den direkten Gesprächen nur wenige Personen anwesend, obwohl die Informationen auch für andere wichtig sind“, sagt Steinicke. In der Praxis sorge das oft für Probleme. Genau hier setzt Building Information Modeling an: „BIM ist eine kooperative Arbeitsmethode“, sagt der BIT-Berater. „Sie sorgt dafür, dass Transparenz für alle am Bau Beteiligten hergestellt wird und Prozesse am Bau ineinandergreifen können.“ Und zwar, indem bei einem Bauprojekt von Beginn an alle Daten in einem 3D-Modell und den verbundenen Datenbanken gesammelt werden, auf das alle Beteiligten zugreifen können.
Wie funktioniert BIM in der Praxis?
Unternehmer, die sich um einen Auftrag bewerben wollen, bekommen in der Regel Pläne, Detailzeichnungen und eine Leistungsbeschreibung zur Verfügung gestellt. Auf dieser Grundlage können sie laut Steinicke ihr Angebot abgeben. Anders ist das bei Bauprojekten, bei denen BIM zum Einsatz kommt: „Dabei bekommen Handwerker Zugang zum BIM-Modell, aus
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dem sie alle nötigen Infos und Vorgaben entnehmen können“, sagt er. Was das bedeutet, erläutert Steinicke am Beispiel eines Fensterbauers: ɓɓ Im BIM-Modell finden Handwerker alle Infos zu den einzubauenden Fenstern – etwa Vorgaben zu den Eigenschaften des Fensters, Terminverknüpfungen, aber auch die konkrete Einbausituation auf der Baustelle. ɓɓ Auf Grundlage dieser Infos kann der Fensterbauer sein Angebot erstellen. ɓɓ Das Dokument mit dem fertigen Angebot kann der Handwerker über entsprechende Vergabeplattformen online hochladen. ɓɓ Erhält er den Zuschlag, kann er den Bauablauf im gemeinsamen 3D-Modell mitverfolgen. So lässt sich ablesen, ob es Verzögerungen gibt. ɓɓ Nach der Leistungserbringung werden alle Dokumentationsdaten dem BIM-Koordinator zur Verfügung gestellt – zum Beispiel Angaben zu Kippweise oder Beschlägen. Diese Daten werden dann vom BIM-Koordinator im sogenannten As-build-Modell* an die einzelnen Bauteile angehängt und stehen auch nach Abschluss der Bauarbeiten zur Verfügung (* steht für „wie gebaut“).
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ANNA-MAJA LEUPOLD
Alle Informationen über ein gesamtes Bauprojekt an einem Ort – das ermöglicht das sogenannte Building Information Modeling, kurz BIM.
Welche Vorteile hat BIM?
Building Information Modeling kann über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes genutzt
„BIM sorgt dafür, dass Transparenz für alle am Bau Beteiligten hergestellt wird.“ Matthias Steinicke, BIT-Berater
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Betrieb
werden – also von der Planung bis zum Abriss. Der Einsatz der kooperativen Arbeitsmethode BIM hat laut BIT-Berater Steinicke auch Vorteile für Handwerker. Dafür nennt der zwei Beispiele. Digitale Planung: Betriebe, die auch Planungsund Konstruktionsleistungen erbringen, zum Beispiel Zimmerer, Metallbauer oder Fensterbauer, können die Grunddaten des 3D-Modells für ihre Werkplanung nutzen. Es wird somit einfacher für sie, digitale Konstruktionspläne zu erstellen und ihre Planung zu optimieren. Weniger Aufwand bei Reparaturen: Geht nach der Fertigstellung des Baus zum Beispiel der Beschlag eines Fensters kaputt, muss kein Handwerker vor der Reparatur in die Wohnung des Mieters, um sich das Problem vor Ort anzusehen. Denn im BIM-Modell ist hinterlegt, mit welchen Beschlägen dieses Fenster ausgestattet ist. Handwerker können daher das defekte Teil nachbestellen und dann zum Einbau des Bauteils einen Termin vereinbaren.
Wer nutzt BIM aktuell?
Laut Matthias Steinicke wird BIM bislang vor allem bei der Bauplanung und bei der Bauausführung genutzt. Bei vielen Handwerksbetrieben sei
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„Solange Handwerker keine 3DDaten von Planern und Auftraggebern bekommen, bleiben sie beim Thema BIM auf der Strecke.“ Matthias Steinicke, BIT-Berater
die kooperative Arbeitsmethode allerdings noch kein Thema. Dafür hat der BIT-Berater folgende Erklärung: „Viele Planer haben sich bislang mit BIM schwergetan.“ Dafür sieht Steinicke vor zwei Gründe: ɓɓ Die Vergütungsregelungen sind noch nicht ausreichend geklärt. ɓɓ Viele Auftraggeber haben den Mehrwert von BIM noch nicht erkannt und beauftragen diese Leistungen somit recht selten. Das hat Folgen für das Handwerk: „Solange Handwerker bei Bauprojekten in die Arbeitsweise mit BIM nicht konsequent eingebunden werden und zum Beispiel keine 3D-Daten von den Planern und Auftraggebern bekommen, bleiben sie beim Thema BIM auf der Strecke“, sagt Steinicke. Doch der BIT-Berater sieht Veränderungen auf das Handwerk zukommen. So gebe es bereits einige Modellprojekte, bei denen BIM zum Einsatz kommt. Außerdem gebe es den Stufenplan „Digitales Bauen und Planen“ vom Bundesverkehrsministerium (BMVI). Der BIT-Berater ist daher sicher, dass sich BIM nach und nach auch bei anderen Bauprojekten durchsetzen wird. W
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Betrieb
Raucherpausen? Der Chef entscheidet Ein Arbeitgeber kann von seinen Mitarbeitern die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit fordern. Dazu gehört auch, dass sie keine Raucherpausen außerhalb der regulären Pausen machen, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern in diesem Fall. Der Fall: Ein Logistikdienstleister ergänzt eine Betriebsordnung zum generellen Rauchverbot auf dem Gelände und die Einrichtung von sogenannten Raucher
inseln ohne Absprache mit dem Betriebsrat. Neu nimmt er den Zusatz auf, dass das Rauchen „ausschließlich in den tariflich vorgeschriebenen Pausen“ gestattet ist. Diese Änderung will sich der Arbeitgeber von seinen Beschäftigten schriftlich bestätigen lassen und droht bei Nichtunterzeichnung mit Konsequenzen. Daraufhin wird der Betriebsrat hellhörig und fordert die Geschäftsführung auf, die Anordnung zurückzuziehen. Das Urteil: Die Richter am LAG entscheiden, dass der
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Die Zigaretten zwischendurch, das läppert sich. Wer das unterbinden will, kann alleine über Raucherpausen entscheiden – ohne Mitbestimmung.
Raucherpausen kosten Zeit, den Betrieb Geld – und sind oft ein Streitfall.
Arbeitgeber ohne Mitbestimmung des Betriebsrats die Raucherpausen festlegen darf. Der Betriebsrat sei insofern
nicht mitbestimmungspflichtig, weil die Anordnung, nur in den tariflich vorgeschriebenen Pausen zu rauchen, ausschließlich das Arbeitsverhalten der Beschäftigten betreffe – nämlich das Einhalten der Arbeitszeiten. Der Arbeitgeber müsse nicht dulden, dass das Rauchen außerhalb der Pausen die Arbeitszeit unterbreche, so die Richter. (JA) W LAG Mecklenburg-Vor-
a pommern: Beschluss vom 29. März 2022, Az. TaBV 12/21)
Kündigung per Whatsapp Wer einen Mitarbeiter entlassen will, muss die Schriftform wählen. Reicht dafür eine Nachricht per Messengerdienst wie Whatsapp mit Foto des Schreibens? die geforderte Schriftform erfüllt. Der Fall: Ein Arbeitgeber kündigte einem Helfer fristlos, da er betrunken zur Arbeit erschienen war. Die Kündigung schickte er allerdings nicht per Post, sondern er fotografierte das unterschriebene Schreiben
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Formale Fehler machen eine Kündigung unwirksam – auch per Whatsapp. Sie muss zum Beispiel schriftlich erfolgen. Das Landesarbeitsgericht München hat in einem aktuellen Urteil darüber entschieden, ob ein Foto der Kündigung, geschickt per Whatsapp,
Kommunikation per Whatsapp ist im Alltag präsent. Doch für die Übermittlung einer Kündigung ist der Messenger ungeeignet.
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und schickte es per Whatsapp an seinen Mitarbeiter. Dieser klagte. Die Kündigung sei unwirksam, da die Schriftform nicht eingehalten wurde. Das Urteil: Die Richter des Landesarbeitsgerichts München entschieden im Sinne des Mitarbeiters. Eine Kündigung per Whatsapp erfülle nicht die Vorgaben an die Schriftform, wie sie das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vorsehe. Danach müssten Kündigungen vom Arbeitgeber eigenhändig durch Namensunterschrift oder mittels notariell beglaubigten Handzeichens unterzeichnet werden. Eine per Whatsapp
übermittelte Kündigung genüge nicht, denn es handele sich hierbei vergleichbar mit einem Faxschreiben lediglich um eine Ablichtung der Originalunterschrift. Den Einwand des Arbeitgebers, er habe die aktuelle Adresse seines Mitarbeiters nicht gekannt, ließ das Gericht nicht gelten. Da er per Messenger im Kontakt mit dem Mitarbeiter stand, hätte er darüber die Adresse erfragen können. Das habe er aber nicht getan. (KW) W BAG:
a Urteil vom 28. Oktober 2021, Az. 3 Sa 362/21
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Fotos: Denny Gille
BetriebPLUS
Schafft auch dicke Bretter: Die Akku-Handkreissäge GKS 18V-68 GC Professional bietet Schnitttiefen von bis zu 68 Millimeter.
Viel Power, fest im Griff Werkzeugtest: Die Akku-Handkreissäge GKS 18V-68 GC von Bosch Professional bietet eine große Schnitttiefe und ordentlich Leistung bei verbesserter Ergonomie. Wie zufrieden war der Tester mit der Maschine? DENNY GILLE
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Der Tester: Stefan Ziehm ist Tischlergeselle in der Tischlerei Bohne.
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ierzig Jahre hat dieses Holz zuverlässig seinen Dienst als Gartenzaun verrichtet. Nun soll den alten Hartholzbrettern noch einmal neues Leben eingehaucht werden. Ein ideales Projekt, um der neuen Handkreissäge GKS 18V-68 GC Professional von Bosch Professional auf den Sägezahn zu fühlen. Tischlergeselle Stefan Ziehm von der Langenhagener Tischlerei Bohne rückt dem alten Hartholzzaun mit der Kreissäge auf den Leib. Unter anderem soll daraus eine rustikale Tischplatte werden. Bis es so weit ist, hat die GKS 18V-68 GC Professional ordentlich zu tun. Besondere Merkmale der neuen Akku-Handkreissäge von Bosch sind der leistungsstarke Motor, der dem 18-Volt-System die Power einer kabelgebundenen Handkreissäge mit 1.800 Watt geben soll, eine große Schnitttiefe von 68 Millimeter sowie einige Veränderungen an Ergonomie und Bedienkonzept.
Die Tischlerei Bohne hat die Säge einige Wochen im Einsatz getestet. „Unsere wesentlichen Standbeine sind der Bau von Einbauschränken und der Bereich Bautischlerei, in dem wir Türen anpassen und einsetzen, Wartungen von Fenstern und Türen sowie diverse Reparaturen durchführen“, erklärt Geschäftsführerin Gabriela Bohne. „Wir machen aber auch Sonderanfertigungen jeder Art.“ Mobile Kreissägen nutzt der fünf Mitarbeiter starke Betrieb vor Ort, wenn etwa Türen gekürzt oder Spanplatten als ebener Untergrund bei der Fußbodensanierung verlegt werden sollen.
Meterweise Hartholz teilen
Das Upcycling-Projekt des alten Holzzaunes ist dagegen ein echter Härtetest für die Säge. 25 Millimeter stark sind die Hartholzbretter. Stefan Ziehm hat sie in einem zweistündigen Arbeitseinsatz der Länge nach aufgetrennt. Da waren ordentlich Meter zu machen:
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BetriebPLUS
Hartholzprojekt abgeschlossen: Rund 90 Meter dieser Bretter hat die Säge aufgeteilt.
DATEN NAME
GKS 18V-68 GC PROFESSIONAL
Typ Akku-Spannung Max. Schnitttiefe (90°) Gewicht Preis ohne Akkus Preis Testset
Akku-Handkreissäge 18 V 68 mm 4,3 kg 409 Euro zzgl. MwSt. 709 Euro zzgl. MwSt.
Kann auch Gehrungen: Die GKS 18V-68 GC lässt sich von 0 bis 50 Grad verstellen.
„Die Säge kam in dem Hartholz sehr gut voran.“ Stefan Ziehm, Tischlergeselle in der Tischlerei Bohne
Jede der 15 Latten maß 2,4 Meter und wurde zwei- bis dreimal aufgetrennt – das macht etwa 90 Meter Sägeweg. Die versprochene hohe Leistung der Maschine kann der 51-jährige Tischler bestätigen. „Die Säge kam in dem Hartholz sehr gut voran.“ Für saubere Schnitte lässt sich die GKS 18V-68 GC auf den FSN-Führungsschienen von Bosch Professional sowie auf Schienen von Festool, Makita und Mafell verwenden. Zum Auftrennen der Zaunbretter ist Stefan Ziehm anders vorgegangen und hat den Parallelanschlag der Handkreissäge ausprobiert: „Das hat gut funktioniert.“ Der Anschlag lässt sich durch eine Führung in der Grundplatte schieben und wird per Flügelschraube befestigt. Die Kreissäge bringt viel Spielraum für diverse Holzstärken mit: Ihre maximale Schnittkapazität liegt bei 68 Millimeter in Holz, wenn das Sägeblatt senkrecht steht. Beim Schnitt auf 45 Grad Gehrung beträgt die maximale Schnitttiefe noch 50 Millimeter. Die Schnitttiefenverstellung der Maschine rastet millimetergenau ein. Sehr gewöhnungsbedürftig aber sei laut Stefan Ziehm die Position des Tasters zur Schnitttiefenvorwahl. Der ist oben am Handgriff der Handkreissäge angebracht. „Auf dieser Position sitzt bei anderen Sägen die Einschaltsperre für den Ein-Aus-Schalter“, sagt Ziehm. Folge: Kaum wollte er lossägen, habe er versehentlich den falschen Schalter betätigt. Die Säge blieb aus, die Schnitttiefe war verstellt und musste neu eingestellt werden. „Das ist für mich der größte Negativpunkt der Maschine“, sagt Ziehm. Die tatsächliche Einschaltsperre für den Ein-Aus-Schalter sitzt seitlich am Handgriff – für den Daumen ergonomisch perfekt erreichbar, aber eben ungewohnt.
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Pluspunkt für die Ergonomie
Positiv in Sachen Ergonomie bewertet der 51-Jährige den Zusatzhandgriff an der Säge. Der ist nicht wie oft üblich als einfacher Knauf gestaltet, sondern bildet einen Bogen, der der Hand gute Griffigkeit bietet. Laut Bosch ermögliche dieses Design in allen Schnittpositionen eine ideale Werkzeugkontrolle. „Das können wir unterschreiben“, sagt Ziehm. „Der Griff bietet mehr Komfort und hilft, die Säge in verschiedenen Positionen besser zu führen.“ Und wie sieht es mit der Ausdauer der Maschine aus? Im Testpaket lieferte Bosch zwei Procore-Akkus mit 5,5 Amperestunden (Ah) Kapazität aus. Die etwa zweistündige Bearbeitung der Hartholz-Zaunbretter habe beide Akkus leergesaugt, sodass mehrfaches Nachladen nötig gewesen sei. Nahtlos durcharbeiten konnte Stefan Ziehm dadurch nicht. Das mitgelieferte Schnellladegerät vom Typ GAL 1880 CV benötigt laut Produktdatenblatt 49 Minuten, um einen 5,5-Ah-Akku voll zu laden, und 35 Minuten für eine 80-prozentige Aufladung. „Um durcharbeiten zu können, wäre wohl ein dritter Akku nötig gewesen“, sagt der Tischler. Positiv: Zum Betrieb der Säge braucht es nicht zwingend die neueren Procore-Akkus; sie läuft auch mit älteren 18-V-Akkus von Bosch Professional. Alternativ zum Drittakku könnte sich die Lücke auch mit dem schnelleren Ladegerät GAL 18V-160 C oder einem Set Bosch-Akkus höherer Speicherkapazität schließen. Und wenn nicht die volle Sägeleistung benötigt wird, lassen sich im Eco-Modus laut Bosch bis zu 30 Prozent mehr Ausdauer aus den Akkus holen. Dieser Modus lässt sich wie die einzelnen Drehzahlstufen digital über einen Knopf am Gerät anwählen. W
4,3 KILOGRAMM bringt die Maschine auf die Waage.
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Fotos: Christian Frederik Merten
BetriebPLUS
Kasten-Einzelkabine und Fahrgestell sind zwei von drei Karosserievarianten, in denen Ford den vollelektrischen E-Transit liefert.
Start in die „Ford Pro“-Ära Ford bringt seinen vollelektrischen Transporter E-Transit auf die Straße – und startet die Groß- und Gewerbekunden-Organisation „Ford Pro“. CHRISTIAN FREDERIK MERTEN
F
ord Pro“ heißt die neue globale Ford-Business-Unit für Groß- und Gewerbekunden mit Fokus auf dem Nutzfahrzeuggeschäft. Passend zu den Fahrzeugen bündelt „Ford Pro“ Fahrzeug-, Lade- und Software- und Telematik- Services sowie Finanzdienstleistungen. Zu den allgemeinen Services zählen die vorausschauende Wartung auf Grundlage von Echtzeit daten und „Ford Liive“ oder mobile Werkstatt-Vans für überregionale Flotten für Reparaturen vor Ort. Bei den Lade-Services geht es um Lademöglichkeiten zu Hause, öffentlich unterwegs sowie auf dem Unternehmensgelände. Und in Sachen Software und
Feiern gemeinsam Premiere: „Ford Pro“ und der E-Transit.
Telematik sind „Ford Pass Pro“ für kleinere Fuhrparks sowie „Ford Telematics“ Service-Beispiele. Viele dieser Services sind also bereits bekannt, neu ist aber die fokussierte Bündelung innerhalb der „Ford Pro“-Organisation. So will Ford auf Kundenseite Produktivität und Effizienz steigern. Zum Beispiel durch Reduzierung der Wartungs- und Reparatur-Standzeiten oder durch Optimierungsmöglichkeiten auf Basis von Telematik-Reportings.
E-Transit serienmäßig mit Ford Sync 4
In den Genuss der „Ford Pro“-Services kommen auch die Kunden des neuen E-Transit. Der große
DATEN UND PREISE FORD E-TRANSIT VARIANTE LEISTUNG (KW/PS) Kasten L2H2 350
135/184
VERBRAUCH (KWH/ 100 KM)
REICHWEITE (KM)
MAX. LADELEISTUNG (AC/DC; KW)
LADEDAUER MIND. (AC; H)
LADEDAUER MIND. (DC; H)
LADEVOLUMEN (MAX.; M3)
LÄNGE X NUTZ-/ BREITE ANHÄNGELADERAUM LAST (KG) (M)
k. A.
258
11,3/115
8:12
00:35
9,5
3.044 x 1.784
1.015/750
PREIS (EURO, NETTO)
WARTUNG (KM/ JAHR)
EFFIZIENZKLASSE
55.845
flexibel/1
k. A.
Quelle: bfp FUHRPARK & MANAGEMENT/Ford-Werke GmbH; Stand: Mai 2022, Akku 68 kWh netto; Verbrauch und Reichweite nach WLTP; DC-Laden von 15 auf 80 Prozent
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BetriebPLUS
Elektro-Transporter kommt mit netto 68 kWh großem Akku je nach Version 238 bis 317 WLTP-Kilometer weit. Lieferbar sind ein Kastenwagen mit Einzelkabine in drei Längen und zwei Höhen (ab 55.845 Euro; alle Preise netto zzgl. USt.), ein Kastenwagen mit Doppelkabine (ab 60.490 Euro) oder auch ein Fahrgestell mit Einzelkabine (ab 53.145 Euro). Der Elektromotor des E-Transit bringt entweder 184 oder 269 PS auf die Straße. Dazu ist der E-Transit als Basis oder in der Ausstattung Trend bestellbar, wobei die Doppelkabine immer als Trend kommt. Schon in der Basis bringt der E-Transit Ausstattungs-Features mit, die für ein Nutzfahrzeug nicht selbstverständlich sind. Serie sind nicht nur Pre- und Post-Collision-, Spurhalte-, Fernlicht- und Berganfahrassistent, sondern auch Klimaautomatik, Sitzheizung, beheizbare Frontscheibe, schlüsselloses Starten oder das Infotainmentsystem Sync 4 mit Zwölf-Zoll-Touchscreen. Damit sind auch Over-theAir-Updates möglich; „Ford Pass Pro“ und „Ford Pro Telematics Essentials“ gibt es ebenso für ein Jahr kostenlos wie den Zugang zum „Blue Oval Charging“-Ladenetzwerk. Und wer den E-Transit Trend wählt, bekommt zusätzlich auch ein Navigationssystem, das nicht nur die effizienteste Route identifiziert, sondern auch aktuelle Informationen zu Ladepunkten bereitstellt. Weil der Akku im Wagenboden sitzt, ergeben sich im Vergleich zu den Diesel-Transit keine Einschränkungen beim Ladevolumen. Nur die Nutzlast liegt aufgrund des Akku-Gewichts mit 795 bis 1.685 Kilogramm unter der des Diesel-Transit; das gilt auch für die Anhängelast (750 Kilogramm gebremst).
Als dritte Karosserievariante des E-Transit gibt es den Kasten mit Doppelkabine.
Das Ladevolumen der elektrischen Transit gleicht dem der Diesel-Varianten – Akku im Wagenboden sei Dank.
Komfortabler Elektro-Transporter
Wir lernten zwei E-Transit kennen: den L2H2 350 mit 184 PS und den L3H2 390 Doppelkabine mit 269 PS. Der Kölner hinterließ einen guten Eindruck. Für ein Nutzfahrzeug überzeugt vor allem das komfortable und polterfreie Fahrwerk. Hier zahlen sich Einzelradaufhängung und Schraubenfedern hinten aus. Auch die Sitze sind weder zu weich noch zu hart und bieten guten Seitenhalt. Leise ist außerdem – auch für ein Elektroauto – der Antrieb. Zuletzt noch kurz zum Thema Reichweite: 190 Kilometer zeigte das Display des L2H2 bei vollem Akku an (WLTP: 258 Kilometer), beim L3H2 (WLTP: 304 Kilometer) waren es bei 75 Prozent Akkuladung 155 Kilometer. Aber: Auf je rund 20 Kilometern Fahrt verbrauchten beide E-Transit lediglich 13 beziehungsweise 15 Kilometer Reichweite. Die realistische Reichweite des E-Transit werden wir deshalb erst nach einem eingehenden Test abschätzen können. Bis dahin nur so viel: Als Verbrauch zeigten die Bordcomputer nach überwiegender Stadtfahrt 26 (L2H2) und 23 kWh (L3H2) je 100 Kilometer an. W
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Ford Sync 4 mit Zwölf-ZollTouchscreen ist serienmäßig im E-Transit. Ab Ausstattungsstufe Trend ist auch ein Navi Standard. Gute Ergonomie, robuste, aber nicht zu billige Kunststoffe fallen im Innenraum auf.
„Ford Pro“ bündelt verschiedene Services vor allem für Nutzfahrzeugkunden. Ein Beispiel ist der mobile Service-Van (rechts).
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Fotos: Denny Gille (3) | Olli Mueller Photography (1)
Panorama
Vielseitigkeit ist seine Nische: Der Fotograf Olli Mueller (oben) hat nicht nur gern starke Persönlichkeiten wie den Comedian Markus Krebs (Bild ganz rechts) vor der Linse, er hilft Kunden auch mit Augmented Reality beim Einrichten.
Starke Fotos virtuell im Wohnzimmer Promis, Sport, Reportagen: Vielseitig ist die Nische des Fotografen Olli Mueller. Wer will, kann sich seine Bilder auch ins Wohnzimmer holen. DENNY GILLE
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chwarze Wollmütze, Sonnenbrille, Schlabbershirt: Den Stand-up-Comedian Markus Krebs erkennen Fans des Genres lange bevor er den ersten Satz rausgehauen hat. Solche Persönlichkeiten faszinieren auch den Fotografen Olli Mueller – und er scheut keine Mühe, sie im Rahmen einer Fotoreportage persönlich kennenzulernen. Bei Markus Krebs klappte das im Frühjahr 2022. Der Fotograf aus Hannover begleitete den Comedian am Tag seiner Show im Berliner Tempodrom und porträtierte ihn in verschiedensten Gemütszuständen von Attacke bis Entspannung. Dabei hätte der Tag kaum komplizierter starten können: „Markus‘ Stimme war ziemlich angegriffen und es stand sogar ein Abbruch im Raum“, erzählt Mueller. Doch mit viel Gurgeln, kleinen Auszeiten vor der Show und viel Sinn für Humor habe der Comedian die Oberhand über die Umstände behalten. „Seine Leidenschaft und Zähigkeit haben mich total beeindruckt“, sagt Mueller. Leidenschaft und Zähigkeit sind auch zentrale Eigenschaften, die den Fotografen auszeichnen.
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„Reportagen reizen mich am meisten.“ Olli Mueller, Fotograf
Seine heutige Stellung hat er sich in acht Jahren Selbstständigkeit aufgebaut, auch weil er Chancen nicht nur nutzt, sondern sie sich mit Mut und Eigeninitiative erarbeitet. Die Belohnung: spannende Aufträge und ein wachsender Kundenkreis. Vom NDR-Moderator über den Formel-E-Fahrer bis zu Fußballprofis hat der Fotograf starke Persönlichkeiten kennengelernt.
Augmented Reality für den Bilderkauf
Seine Aufträge haben Olli Mueller durch Deutschland, Europa und jenseits des Atlantiks geführt. Davon bringt er immer wieder ungewöhnliche Aufnahmen mit. Die schönsten können Kunden in seinem Online-Shop www.officialpompstore.com für ihre Wohn- oder Büroräume kaufen. Der Shop wartet mit einem interaktiven Einrichtungs-Highlight auf: Die Official Pomp Store App für iOS bringt die Bilder vor dem Kauf virtuell an die Wände der Kunden. „Die Idee entstand aus eigener Not. Meine Freundin und ich wollten unsere damalige Wohnung mit einem Bild verschönern. Plötzlich steht
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man da, bewaffnet mit Zollstock, Papier und Postits, und versucht sich irgendwie vorzustellen, welches Motiv in welcher Größe an welcher Wand am besten aussehen würde“, sagt Mueller. Eine Augmented-Reality-Lösung (AR) wäre ideal, dachte der Fotograf. Seine Recherchen ergaben, dass das für Bilder kein Anbieter anbot. „Also habe ich mit einem Software-Entwickler selbst die passende App entwickelt“, sagt Mueller. Wie gut die App funktioniert, zeigt er live in seinem Hannoveraner Atelier. Zunächst wählt er das gewünschte Motiv und die Bildgröße in der App am iPhone aus. Dann hält er das Telefon nah an die Wand, an der das Bild hängen soll, und entfernt sich langsam von ihr. Auf dem Display erscheinen nun immer mehr Messpunkte. Kaum ist das Smartphone mit Rechnen fertig, erscheint das Bild auf dem Display, als hinge es schon an der Wand. Mueller kann sich nun frei bewegen, um sich das Ergebnis live aus beliebigen Positionen im Raum anzusehen. Auch lässt sich das Bild verschieben. Olli Mueller bietet anderen Fotografen an, ihre Fotos über seinen Shop mit der AR-Funktion zu verkaufen. Und er sucht Interessenten, die so eine App für ihre eigenen Angebote nutzen wollen. „Ich glaube, das ist eine zukunftsorientierte Funktion, die auch für kleinere Unternehmen mit eigenen Online-Shops interessant ist“, sagt er.
„Die Idee zur App entstand aus eigener Not. Meine Freundin und ich wollten unsere damalige Wohnung mit einem Bild verschönern.“ Olli Mueller, Fotograf
Café Mezzo im Kulturzentrum Pavillon. Ergebnis: Er bekam Gelegenheit, seine Bilder für einige Wochen im Café aufzuhängen. Größtes Highlight dieser Aktion: „Der Geschäftsführer der Hans G. Bock GmbH hat meine Bilder dort gesehen, zwei gekauft und ist eine Kooperation mit mir eingegangen“, erzählt Mueller. Möchten Kunden des exklusiven Inneneinrichters Bilder zu bestimmten Themen haben, würde Olli Mueller einbezogen, um ihnen eine Auswahl passender Motive aus seinem Archiv vorzuschlagen. Eine ähnliche Kooperation sei auch mit einem weiteren Designmöbelladen im Gespräch. Den ersten Schritt machen, die Komfortzone verlassen, unbekanntes Terrain betreten – das sind auch die Herausforderungen, die der Hannoveraner in der Fotografie sucht. „Reportagen reizen mich am meisten“, sagt er. Wenn da der perfekte Moment kommt, müsse jeder Handgriff auf den Punkt sitzen. „Man hat nur eine Chance.“ W Web-Wegweiser:
w www.ollimueller.com
Öffnet Türen: Aktiv auf die Leute zugehen
Die eigene App ist nur ein Beispiel dafür, wie der Hannoveraner sein Geschäft vorantreibt. Seine wohl wichtigste Kompetenz ist es dabei, aktiv auf die Leute zuzugehen. So wie beim Comedian Markus Krebs: „Ich habe seine Agentur gezielt mit meinem Anliegen angeschrieben, mich vorgestellt und nach drei Tagen kam dann schon die Zusage.“ Aktiv zugegangen er auch auf die Betreiberinnen des unter Hannoveranern gut bekannten
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Lösungsorientiert: Olli Mueller bietet seinen Kunden per App einen Blick samt potenziell zum Kauf anstehenden Bild ins eigene Wohnzimmer.
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Impressum Organ der Handwerkskammern
Panorama
127. Jahrgang Herausgeber: Handwerkskammern Braunschweig-Lüneburg-Stade, Hannover, Hildesheim-Südniedersachsen, Magdeburg, Oldenburg, Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, Ostfriesland. Verlag: Schlütersche Fachmedien GmbH Ein Unternehmen der Schlüterschen Mediengruppe Postanschrift: 30130 Hannover
W VIER FRAGEN AN
Adresse: Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover Tel. 0511 8550-0, Fax 0511 8550-2403 www.schluetersche.de, www.handwerk.com
Firmenname SunSailHartmann und Horst GbR Webseite www.die-sonnensegel-manufaktur.de Ort Nordstemmen Gewerk Rollladen- und Sonnenschutztechnik Funktion Inhaberin
Jörg Wiebking (Redaktionsleiter) Tel.0511 8550-2439 wiebking@schluetersche.de Denny Gille, Tel. 0511 8550-2624 gille@schluetersche.de Martina Jahn, Tel. 0511 8550-2415 Martina.jahn@schluetersche.de
1. Was war Ihre wichtigste Entscheidung als Unternehmer?
Anna-Maja Leupold, Tel. 0511 8550-2460 leupold@schluetersche.de
Die Verantwortung mit einer Geschäftspartnerin zu teilen, sodass jede in den Bereichen arbeitet, in denen sie am stärksten ist.
Content Management: Torsten Hamacher, Tel. 0511 8550-2456 hamacher@schluetersche.de
2. Welches Ziel wollen Sie als Unternehmer noch erreichen?
Antje Todt, Tel. 0511 8550-2550 todt@schluetersche.de
Die Vision umsetzen, Solarfolien auf Sonnensegel aufzubringen, um damit Strom zu erzeugen. Wir wollen nachhaltiger werden und mehr auf Recycling setzen.
Regionalredaktionen (verantw. f. Kammerseiten) Braunschweig-Lüneburg-Stade: Astrid Bauerfeld Hannover: Peter Karst Hildesheim-Südniedersachsen: Ina-Maria Heidmann Magdeburg: Burghard Grupe Oldenburg: Heiko Henke Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim: Sven Ruschhaupt Ostfriesland: Jörg Frerichs
3. Was war Ihre härteste Bewährungsprobe?
Die Balance zwischen Ruhephasen und körperlicher Belastung zu finden.
4. Wie halten Sie sich und Ihren Betrieb leistungsfähig?
Mit schnellem Handeln, der Zusammenarbeit mit ortsansässigen Gewerken, die Fixkosten im Blick behalten und bodenständig bleiben.
Verkauf: Tanja Ehlerding (Anzeigenleitung) Tel. 0511 8550-2647 ehlerding@schluetersche.de
W ZU GUTER LETZT
Kai Burkhardt (Key Account Manager Automotive) Tel. 0511 8550-2566, burkhardt@schluetersche.de
Meisterin bringt 56.000 Unterschriften nach Berlin Tischlermeisterin Johanna Röh hat ihre Petition persönlich nach Berlin gebracht. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen überreichte sie mehr als 56.000 Unterschriften an den Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Michael Kellner. Ihre Petition ist unter dem Namen #MeineWerkstattBleibt bekannt geworden. Fazit von Röh: „Ich hatte den Eindruck, dass Herr Kellner die Notwendigkeit von Änderungen verstanden hat“, sagt die Handwerkerin. Er habe jedoch deutlich gemacht, dass eine Gesetzesänderung nicht leicht auf den Weg zu bringen sei: Denn in die Mutterschutz-Thematik spielen sowohl der Gesundheitsbereich
Druckunterlagen: anzeigendaten-ndh@schluetersche.de Tel. 0511 8550-2522 Fax 0511 8550-2401 Abonnement-Service: vertrieb@schluetersche.de Tel. 0511 8550-8822 Erscheinungsweise: monatlich Bezugspreis: Jahresabonnement: ¤ 46,00 inkl. Versand und MwSt. Studenten ¤ 28,00 Einzelheft ¤ 1,50 zzgl. Versandkosten. Für die in der Handwerksrolle eingetragenen Handwerker ist der Bezugspreis durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. ISSN 0029-1617 Druck: Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG, Kassel
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als auch die Familien- und Wirtschaftspolitik mit rein. Im nächsten Schritt wollen die Initiatorinnen die Petition noch über den Bundestag einreichen, um die Chance zu erhöhen, dass der sich zeitnah mit ihrem Anliegen beschäftigt. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstützt ihr Anliegen. Das bekräftigte ZDH- Geschäftsführer Karl-Sebastian
Schulte im Gespräch mit den Handwerkerinnen. Es sei wichtig, Frauen in Handwerk und Wirtschaft sichtbarer zu machen und sie als Unternehmerinnen zu fördern. Dafür müsse die Situation selbstständiger Handwerkerinnen in der Schwangerschaft verbessert werden – mit dem Ziel, dass sie ihre Betriebe und die Gesundheit ihrer Kinder aufrechterhalten können. (JA) Foto: Nora Tabel
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Genderneutrale Sprache Die Publikation richtet sich, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist, an alle interessierten Personen, unabhängig vom Geschlecht. Wir bemühen uns um eine geschlechterneutrale Sprache, weisen aber darauf hin, dass wir in bestimmten Fällen wegen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit nur die männliche Form verwenden. Gleichbehandlung ist uns wichtig, Diversität nehmen wir als Chance für die Zukunft wahr.
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Tanja Hartmann
Redaktion: Irmke Frömling (Chefredaktion, V.i.S.d.P.) Tel. 0511 8550-2455 froemling@schluetersche.de
NDH 6/2022
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