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Handwerk in Sachsen-Anhalt 11/2025

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Wirtschaftszeitung der Handwerkskammer Magdeburg, Regionalausgabe Norddeutsches Handwerk

Wann droht eine Sonderprüfung des Finanzamtes und wie lässt sie sich vermeiden? Seite 2

utterschutz für Selbstständige – kommt er jetzt? Diese Frage stellen sich Unternehmerinnen wie Tischlermeisterin Johanna Röh. Gemeinsam mit dem Verein „Mutterschutz für Alle!“ hat die Handwerkerin aus dem niedersächsischen Alfhausen im Oktober eine Aktionswoche organisiert, um auf die Absicherungslücke aufmerksam zu machen. In Deutschland haben selbstständige Frauen bislang keinen Anspruch auf Mutterschutz. Laut Koalitionsvertrag will die Bundesregierung das Thema in dieser Legislaturperiode angehen und „einen Mutterschutz für Selbstständige analog zu den Mutterschutzfristen für Beschäftigte einführen“. Doch konkrete Pläne für die Umsetzung gibt es bislang nicht, kritisiert die Initiative um Johanna Röh. Um zu zeigen, was der fehlende Mutterschutz für Selbstständige bedeutet, haben die Frauen bei einer Presseaktion eine Skulptur vor dem Bundestag aufgestellt. Entworfen wurde sie von der Modedesignerin Stefanie Gornicki. Sie besteht aus einer umkonstruierten Schaufensterpuppe mit sechs Armen. In jedem Arm hält die schwangere Frau etwas anderes – darunter ein Baby, ein Fläschchen und ein Tablet. Röh zufolge soll das die Mehrfachbelastung darstellen, die selbstständige Mütter wegen der Absicherungslücke derzeit stemmen müssen.

Foto: Juliane Herrmann

Kein Mutterschutz für Selbstständige: Eine Aktion vor dem Bundestag zeigt, was das für Frauen bedeutet.

Umsatzsteuerfalle

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Neue Bestattungsformen Warum ein neues Gesetz in Rheinland-Pfalz bundesweit für Irritationen sorgt. Seite 3

Signal Iduna Gruppe

Foto: Privat

Der neue Vorstandsvorsitzende Torsten Uhlig spricht im Interview über seine Handwerksstrategie. Seite 4

Mehrwert durch Testimonials Warum Kundenstimmen und Referenzen für Tanja Schenk zu einem guten Marketing gehören. Seite 5

Digitale Transformation Welche Förderungen können Betriebe in Anspruch nehmen? Seite 6

Schluss mit Rückenschmerzen Praktische Tipps, wie Sie die Arbeitsplätze in Ihrem Betrieb ergonomischer gestalten können. Seite 10

Die sechs Forderungen der Frauen „Es ist nicht hinnehmbar, dass selbstständige Frauen die ganze Last von Schwangerschaft und fehlendem Mutterschutz weiterhin alleine tragen“, betont Röh. Im Rahmen der Aktionswoche hat sie mit dem Bündnis Mutterschutz für Selbstständige ein Forderungspapier mit sechs Lösungsansätzen vorgestellt. Die Frauen fordern darin: 1 eine gesetzliche Verankerung des Mutterschutzes für Selbstständige, 2 eine Absicherung des Einkommensausfalls mit Mutterschaftsgeld und Mutterschutzlohn, 3 die Einrichtung flächendeckender Anlaufstellen für Selbstständige, 4 die Anpassung des Versicherungsvertragsgesetzes zur Absicherung von Betriebsausfällen,

Glasfaser-Kampagne Fragen an Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales in Sachsen-Anhalt. Seite 13

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Justitia ohne Mutterschutz: Johanna Röh und Stefanie Gornicki (v.l.) enthüllen eine Skulptur vor dem Bundestag.

5 die Entwicklung individueller Absicherungsmodelle für unterschiedliche Erwerbsformen sowie 6 die solidarische Finanzierung von Mutterschutzleistungen.

ZDH: Absicherung braucht Verbesserung Handlungsbedarf beim Mutterschutz sehen nicht nur selbstständige Frauen und die Bundespolitik. „Die soziale Absicherung von selbstständigen Handwerksunternehmerinnen bei Schwangerschaft und Mutterschaft braucht dringend Verbesserungen“, sagt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Er verweist auf eine aktuelle Umfrage unter Handwerksunternehmerinnen in NRW im Rahmen der Machbarkeitsstudie des Westdeutschen Handwerkskammertags und des Instituts für Mittelstandsforschung, die den Handlungsbedarf unterstreiche. Laut der Studie kehrt jede vierte selbstständige Handwerkerin in Nordrhein-Westfalen bereits sechs Wochen nach der Geburt voll zurück in den Betrieb – oft aus wirtschaftlicher Not heraus. Zudem übten laut der Umfrage fast alle Frauen während der Schwangerschaft regelmäßig körperliche Tätigkeiten aus, vor denen Angestellte geschützt würden.

Foto: Fleischerei Scheller

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Es ist nicht hinnehmbar, dass selbstständige Frauen die ganze Last weiterhin alleine tragen. Johanna Röh, Tischlermeisterin

Einen Gesetzentwurf für den Mutterschutz für Selbstständige hat Bundesfamilienministerin Karin Prien Medienberichten zufolge für Anfang 2026 in Aussicht gestellt. Schwannecke bestätigt, dass derzeit „intensiv an Konzepten zur Finanzierung eines solchen Systems“ gearbeitet werde. „Der dabei eingeschlagene Weg, tragfähige Lösungen außerhalb einer Umlagefinanzierung zu entwickeln, geht aus Sicht des Handwerks in die richtige Richtung“, erklärt er. Schwannecke ist davon überzeugt, dass „Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschaft eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ darstellen und „daher aus Steuermitteln finanziert werden“ sollten. Johanna Röh würde sich eine schnell umsetzbare Lösung wünschen. „Bei der Umlagefinanzierung wissen wir, dass es ein System ist, was bei Angestellten gut funktioniert. Und es würde sich recht einfach auf Selbstständige ausweiten lassen“, meint sie. Doch das heißt nicht, dass Röh eine Umlagefinanzierung bevorzugt. „Bei der Steuerfinanzierung sehe ich das Problem, dass es keine schnelle Lösung wird und Jahre dauern könnte, bis der Mutterschutz für Selbstständige kommt.“ ANNA-MAJA LEUPOLD W Sie sind vom fehlenden Mutterschutz betroffen? Schreiben Sie uns: redaktion@handwerk.com.

Bundesregierung beschließt Mindestlohnerhöhung Bis 2027 steigt der Mindestlohn in zwei Schritten auf 14,60 Euro. Zum 1. Januar gibt es die erste Anhebung.

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Mutterschutz für alle?

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Foto: Andrey Popov -

130. Jahrgang | Nr. 11 | 14. November 2025

Empeldes Adresse für echten Leberkäse „Leberkäse läuft hier im Norden nicht“, hat seine Mutter gesagt, als Fleischermeister Carsten Scheller die süddeutsche Spezialität vor einigen Jahren auf die Karte setzte. Doch heute stehen die Kunden regelmäßig Schlage vor der Fleischerei in Empelde, um ein Stück davon zu bekommen. Manche kämen sogar extra dafür von weiter her in sein Geschäft, berichtet Scheller. „Der Dicke Ludwig“, ein zehn Kilo schwerer Laib aus Rind- und Schweinefleisch, kommt abends in den Ofen und wird über Nacht gebacken. „Das lange Backen macht den Leberkäse besonders knusprig“, verrät Scheller. (IV)

Der Vorschlag der Mindestlohnkommission für die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns von derzeit 12,82 Euro liegt seit Sommer 2025 vor. Die jetzt von der Bundesregierung beschlossene Anpassungsverordnung sieht eine Anhebung in zwei Schritten vor: ● Zum 1. Januar 2026 steigt die Lohnuntergrenze zunächst auf 13,90 Euro pro Stunde. ● Zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro. Durch die Entscheidung des Bundeskabinettes wird laut Arbeitsministerin Bärbel Bas sichergestellt, „dass der hart errungene Kompromiss der Mindestlohnkommission nun verbindlich wird“. Es handele sich dabei um „die größte sozialpartnerschaftlich beschlossene

Lohnerhöhung seit Einführung des Mindestlohns“. Mit der zweistufigen Anhebung bekämen Millionen Beschäftigte „spürbar mehr für ihre Arbeit“, so die SPD-Politikerin. Das Statistische Bundesamt prognostizierte bereits im Sommer 2025, dass ab Januar 2026 etwa 6,6 Millionen Jobs von der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns betroffen sein dürften. Besonders Frauen und Beschäftigte in Ostdeutschland könnten von der Anhebung profitieren, so die Statistikbehörde. Doch auch für die Unternehmen hat die zweistufige Mindestlohnerhöhung Folgen. Dazu sagt Ministerin Bas: „Unternehmen können die steigenden Kosten verantwortungsvoll über zwei Jahre verteilen.“ (AML) W


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