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Frühlingsausgabe 2026 Schlossseiten

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SCHLOSSSEITEN

SCHLÖSSER, ARCHITEKTUR, INTERIORS, KUNST UND HANDWERK

Das Kunsthaus Lempertz ist das weltweit älteste Auktionshaus in Familienbesitz und hat von Alten Meistern und Kunstgewerbe über Photographie, Moderne und Zeitgenössische Kunst bis hin zu Asiatika und Afrikanischer Kunst ein breites Spektrum zu bieten. Für jedes Kunstgebiet haben wir Experten, die mit viel Erfahrung und Freude Schätzungen vornehmen und Ihnen als Ansprechpartner gerne jederzeit zur Verfügung stehen. 1845

Jan Davidsz. de Heem
Stillleben mit Blumen und Früchten. Öl auf Leinwand. 87,3 x 67,2 cm. Ergebnis € 3,55 Mio

Köln +49–221–9257290

Berlin +49–30–27876080

Brüssel +32–2–514 05 86

München +49–89–98107767

Frankfurt +49–176–202 119 58

info@lempertz.com www.lempertz.com

Claude Monet Mer agitée à Pourville. 1882

Öl auf Leinwand. 59,5 x 73,5 cm. Ergebnis: € 3,5 Mio

Art Déco-Brosche mit bedeutendem

Fancy vivid yellow Diamant 7,98 ct. Um 1920-25

Ergebnis € 308.000

AUKTIONEN IN KÖLN UND BERLIN 2026

25. April 20. Berlin Auktion | Jubiläumsauktion

19. Mai Schmuck & Uhren

20. Mai Kunstgewerbe

21. Mai Alte Meister und 19. Jh.

5. Juni Photographie

5./6. Juni Moderne und Zeitgenössische Kunst

13. Juni Asiatische Kunst

Bedeutende norddeutsche Glassammlung Dr. Zahn - Teil III

KUNSTVERSTEIGERUNGEN AUF SCHLOSS AHLDEN

NÄCHSTE AUKTION: 24. - 26. April 2026

Vorbesichtung: 12. - 22. April 2026, 14:00 - 18:00 Uhr.

Gerne nehmen wir Ihre Einlieferungen entgegen.

Bitte beachten Sie auch unser fortlaufendes Online Angebot.

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden | Große Str. 1 | D-29693 Ahlden

Tel.: +49-5164-80100 | Fax: +49-5164-8010199 | info@schloss-ahlden.de | www.schloss-ahlden.de

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach einem wirklich grauen Winter starten wir in einen fulminanten Frühling. Wir machen uns auf die Suche nach den Members Clubs in Österreich: Gibt es sie noch? Sind sie so privat, wie man glaubt? Und welche Möglichkeiten hat man, um beizutreten?

Wir haben unsere Reise beim Wiener Renn-Verein begonnen, der nach über 100 Jahren in das wunderschöne Palais Esterházy übersiedelt ist. Fakt ist: Der Herrenclub wird nach wie vor gelebt. Man trifft sich zu Billard, Kartenspielen oder einfach zum Austausch unter Gleichgesinnten, die Traditionen schätzen und pflegen. Zutritt bekommen ausschließlich die Mitglieder, doch nach Anfrage können die Räumlichkeiten auch für ausgewählte Veranstaltungen gemietet werden – vorausgesetzt, die Firmen oder Personen teilen ähnliche Werte und Ideologien. Gleichermaßen exklusiv präsentiert sich der Salon Razumovsky, der von einer Nachkommin der Familie Razumovsky ins Leben gerufen wurde. Hier trifft man sich, um Dialoge über gesellschaftliche Veränderungen zu führen – mit dem Anspruch, nicht nur zu diskutieren, sondern aktiv zu bewegen. Und auch hier gilt: Die Anmietung der Räumlichkeiten ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Beide Clubs bestechen durch einzigartige Interior-Konzepte, die jeder Veranstaltung einen besonderen Rahmen verleihen. Dem Thema Interior haben wir ebenfalls Raum gewidmet: Wie schafft man Atmosphären, in denen man sich nicht nur vernetzt, sondern wirklich ankommt – Orte, die sich wie ein zweites Zuhause anfühlen? Wir fragten uns außerdem, ob die Stadtflucht Bergmühle noch als Members Club gelebt wird und wie dort Landwirtschaft und Gemeinschaft verbunden werden. Die Grafen von Gumpenberg öffneten uns ihre Türen auf Schloss

EDITORIAL

FRÜHLING 2026

Irmelshausen und erzählten von ihrer behutsamen Renovierung. Besonders begeistert hat uns die Wahl der Wandfarben: volvox Lehmfarben, die perfekt mit alten Mauern harmonieren und Geschichte atmen lassen. Im Bereich Design trafen wir den renommierten Designer Bodo Sperlein, der Klassiker für die Ewigkeit entwirft. Bei der Salone del Mobile in Mailand präsentierte er seine Stücke eindrucksvoll in einer Kirche – ein spannender Dialog zwischen Tradition und Moderne.

Was macht man, wenn ein Familienunternehmen einen neuen Firmensitz sucht? Diese Frage stellte sich vor rund 20 Jahren bei Ludwig Reiter – und die Antwort fand man im Schloss Süßenbrunn am Rande Wiens. Hier ist das Traditionsunternehmen angekommen: Alles findet sich unter einem Dach, von der Produktion der Schuhe, die zu den wohl bekanntesten der Welt zählen, bis hin zum sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz. Es wird saniert, ohne einzugreifen, wo dies nicht stimmig ist. Die Familie erzählte uns von ihren jeweiligen Aufgabenbereichen, darunter der Ehemann von Anna Reiter-Smith, ein international gefragter Fotograf, der sowohl für die Bildsprache des Unternehmens wie auch für die Fotos des Artikels verantwortlich zeichnet.

Dem Thema Schlafen sind wir ebenfalls nähergekommen – genauer gesagt: der Bettwäsche. Welchen Luxus sollte man sich gönnen? Die empfohlenen mindestens sieben Stunden Nachtruhe verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit wie der Tag, also haben wir uns auf die Suche nach dem „Ferrari“ unter den Bettwäschen gemacht. Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dieser Ausgabe. Genießen Sie unser Magazin bei einem herrlich spritzigen Sommerspritzer in der Sonne – und entdecken Sie viele unserer Interviewpartner auch im Podcast Parkettgeflüster.

Viel Vergnügen wünscht Lisa Gasteiger-Rabenstein

Exzellenz im Vermögensmanagement seit 1833

Seit über 190 Jahren verkörpert die Schoellerbank die perfekte Balance zwischen Tradition und Innovation im österreichischen Bankwesen. Unsere Philosophie „Investieren statt Spekulieren“ bildet das Fundament für nachhaltige Vermögensentwicklung und langfristigen Erfolg unserer Kund:innen. Als einzige österreichweit präsente Privatbank sind wir mit acht Standorten immer in Ihrer Nähe – in Wien, Niederösterreich, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, der Steiermark und Vorarlberg.

Schoellerbank AG

Palais Rotschild

Renngasse 3, 1010 Wien

Tel.: +43/1/534 71-0

E-Mail: info@schoellerbank.at

schoellerbank.at

Wenn Schmuckstücke Geschichten erzählen

PARQUET

Die Kunst, Geschichten unter den Füßen lebendig zu halten

Über Sanieren mit Haltung

Wie

Eines

Der

HELLBRUNN

Lebenslust seit 1615

Das musikalische Erbe Herbert von Karajans

Experte für anspruchsvolle Schmuckkultur

TISCH DECKEN Zu Besuch bei Vered Bergman

GESCHICHTE UND VISION Interior Design Dorffer

BERGMÜHLE

Verein für Kochen und Muße im Grünen

Die Wiener Hofburg erstrahlt mit Kunst

Carl Moll, Frühling in Grinzing, 1903, Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm, Schätzwert € 50.000 – 80.000, Auktion 19. Mai 2026

Auktionen 19.5. – 8.6.

Moderne und Zeitgenössische Kunst Bedeutende Juwelen Uhren, Editions

Palais Dorotheum Wien +43-1-515 60 570

Hamburg +49-40-879 63 14 70

Düsseldorf +49-211-210 77 47

München +49-89-244 43 47 30 dorotheum.com

240 SCHLOSSSEITEN SALON

Klassik im Dialog mit der Gegenwart

252 WIENER RENN-VEREIN

Members only an einer neuen Adresse

268 DIE RAZUMOVSKYS

270 SALON RAZUMOVSKY

Dialoge zur Veränderung der Welt

278 GERY KESZLER

Zwischen Glamour und Engagement

MEDIZINISCHE ÄSTHETIK

300 F.A.T. ICE RACE Wenn Zell am See querdenkt

306 ROADSTARS

Dialoge zur Veränderung der Welt

308 BREITLING x ASTON MARTIN Zeit für Geschwindigkeit

310 SANKT WOLFGANG Kreativer Frühling am Wolfgangsee

312 STREET PHOTOGRAPHER Gerd Dückelmann-Dublany

314 DIE VERMESSUNG DER SEELE Im Tropfverfahren

316 Gustav, der Schlosshund

318 BETTGEFLÜSTER Kolumne von Eva von Schilgen

320 MORAL Kolumne von Beatrice Tourou

322 IMPRESSUM

ABO BESTELLEN

E-Mail: abo@schlossseiten.at Telefon: +49 40 23670 308

LUDWIG REITER NEXT GENERATION

Fotos:

Konzept:

Text: Clarissa Mayer-Heinisch
Jamie McGregor Smith
Lisa Gasteiger-Rabenstein
Gut Süßenbrunn – die Heimat des klassischen Schuhs
Die Schwestern Anna Reiter-Smith und Magdalena Reiter führen mit ihrem Cousin Joseph das Unternehmen in fünfter Generation.

LUDWIG REITER SCHUHMANUFAKTUR

Im Schloss Süßenbrunn, am nordöstlichsten Wiener Stadtrand, ist die Manufaktur Ludwig Reiter zu Hause. Hier werden klassische Schuhe und Accessoires in perfekter Handarbeit gefertigt und dann rund um den Globus verkauft.

Weingartenallee, so lautet die sympathisch klingende Adresse des Anwesens, und wer bei dem schmiedeeisernen Tor angekommen ist, taucht in den Kosmos der Großfamilie Reiter ein. Mehrere wunderschön renovierte Gebäude umschließen einen großzügigen, parkartigen Hof. Till Reiter, der dynamische Chef des Unternehmens, kommt uns entgegen, und während wir noch versuchen, uns zu orientieren, erzählt er im Stakkato, wie es zu diesem einzigartigen Standort gekommen ist.

„500 Schuhfabriken gab es früher, davon 150 allein in Wien“, erzählt er, „doch sie sind nach und nach abgewandert.“ Zuerst in die benachbarten Länder, dann nach Südosteuropa, nach Asien und anderswohin. Nur Ludwig Reiter ist geblieben, und das schon in fünfter

Bestseller „Maronibrater®“ ist ein klassischer, aJuchtenleder, mit Lammfell gefüttert, und hält über Stunden warm.

Joseph Potyka-Zeiler, der gemeinsam mit seinen Cousinen die Next Generation bildet, ist in allen Bereichen vor Ort anzutreffen. Er bezeichnet sich selbst als Allrounder: Von der Qualitätskontrolle bis hin zum Serverkammerl kennt er sich bestens aus und behält dabei stets den Überblick.

Ludwig-Uz Potyka-Reiter erklärt im Rahmen einer Manufakturführung, wie ein Schuh entsteht.

Bereits vor 30 Jahren setzten die „Trainer“ von Ludwig Reiter ein Zeichen – als elegante Alternative zum herkömmlichen Sportschuh. Ein IKONE war geboren.

„Ein Familienunternehmen, in dem es keine Trennung zwischen Beruf und Privatleben gibt.“

Ludwig Reiter arbeitet nachhaltig: Sämtliche Lederzuschnitte werden weiterverwendet.

Till Reiter hat nicht nur für Schuhe ein Faible, sondern auch für historische Uhren.

Generation. „Zu meines Vaters Zeiten waren wir im 17. Bezirk, danach als kurze Episode unter dem Dach von Palmers in Wiener Neustadt. Und dann sind wir auf die Suche gegangen“, erzählt Till Reiter. „Wir haben gemerkt, dass es nicht egal ist, in welchem Ambiente produziert wird. Es wirkt sich auf die Mitarbeiter, die Kunden und die Besucher aus.“ Und damals, 2008, stieß die Familie auf diesen Gutshof. Er war im Besitz der Theresianischen Stiftung und versorgte, so wie viele landwirtschaftliche Höfe im Speckgürtel der Stadt, Wien in großem Stil mit Lebensmitteln. „Heute ist dort, wo früher die Rindviecher gestanden sind, die Produktion“, erläutert Reiter. Im ehemaligen Getreidespeicher lagern die Lederballen, in der Wagenremise ist der Versand zu Hause, und die Büros befinden sich im Verwalterhaus.

Das Schloss, kompakt und elegant, bildet das Zentrum. Zwei Tore gewähren Ein- und Ausblicke vom Hof in den Park, marmorne Stiegenhäuser führen in die beiden Flügel und damit in den Ballsaal im ersten Stock. Er ist im goldenen Schnitt geplant, durch wunderschöne Materialien von Türen, Fenstern, Boden und Gewölbe charakterisiert, und kann für Feste und Feiern gemietet werden. „Im Schloss ist der König, und der König ist der Kunde“ – so das Motto der Familie in Bezug auf dieses Gebäude.

Bereits seit einigen Jahren ist die Next Generation ins Unternehmen involviert. Anna und Magdalena, die beiden Töchter von Till, und Joseph, Sohn von Uz PotykaReiter, haben längst wichtige Aufgaben übernommen.

„Es macht uns einfach glücklich, hier zu sein und diese Tradition in die Zukunft zu tragen“, so Anna. „Es ist etwas, womit wir aufgewachsen sind und das wir im Blut haben.“ Die Jungen haben die verschiedenen Entwicklungsschritte bis zum Heute, wo alles unter einem Dach ist, miterlebt. Der Hof war ziemlich heruntergekommen und musste erst generalsaniert werden. Tills dritter, inzwischen tragischerweise verstorbener Bruder Lukas setzte das Projekt als Architekt um. Und genauso, wie er die Gebäude nutzbar machte, so tickt auch die gesamte Manufaktur. „Was uns auszeichnet, ist die Tradition. Wir müssen nicht hipp sein, nicht jedem Trend folgen, sondern wir wollen Beständigkeit haben“, formuliert es Magdalena Reiter, um zu ergänzen: „Ich glaube, das schätzen unsere Kunden ebenso.“

Dieses Grundbekenntnis schlägt sich auch im Marketing nieder. Petra Gold verantwortet diese Aufgabe und sagt: „Unsere Kunden lieben die Marke Reiter. Sie wissen wer dahintersteht, wer an den Maschinen sitzt und wer die Rahmen näht. Und auch unsere Angestellten, insgesamt etwa 70 an diesem Standort, sind meist jahrzehntelang, manchmal sogar über mehrere Generationen bei uns tätig.“

des Lederbedarfs geschlachtet“, betont Joseph eindringlich. „Es ist quasi ,Abfall‘ aus der Fleischproduktion.“ Dazu das etwas dünnere Futterleder und kleine Mengen an Pferdeleder, aus dem unter anderem Geldbörsen, Computertaschen oder Koffer angefertigt werden.

Wir gehen durch die Produktionshalle, wo die Teile zusammengestellt, verklebt, genäht, poliert, mit Sohle versehen und verpackt werden. Mit Stolz zeigt uns Joseph die Nähmaschinen, von denen einige um die hundert Jahre alt sind. An ihnen fertigen die Schuhmacher ReiterKlassiker mit Namen wie „Budapester“, „Oxford“, „Norweger“ oder „Derby“, allesamt rahmengenäht, was die hier erzeugten Modelle von den meisten handelsüblichen Herrenschuhen unterscheidet.

Das Gut Süßenbrunn ist eine denkmalgeschützte Anlage am Wiener Stadtrand.

Ebenso lange sind auch die Leisten für die LudwigReiter-Klassiker in Verwendung. „Wir greifen immer auf alte Designs zurück, adaptieren sie und ändern ab, um etwas Neues bieten zu können“, erklärt uns Joseph Potyka-Zeiler, der Cousin der beiden jungen Damen, der von der Netzwerktechnik über die Filialen bis zu den Führungen durch die Werkstatt für alles Mögliche im Betrieb zuständig ist. Wir starten mit ihm los und stoßen sogleich auf Betriebsleiter Damir, der hier die Verantwortung trägt. Der Zuschnitt der unterschiedlichen Lederqualitäten ist eine der heikelsten Aufgaben der insgesamt 200 Arbeitsschritte, bis der fertige Schuh in einer Schachtel für den Verkauf bereit ist. In einem Nebenraum befinden sich Stücke von Kalbs- und Rindsleder, in diversen Farbnuancen gegerbt und fast ausschließlich aus Europa stammend. „Nie wird wegen

Zusätzlich entstehen die „Maronibrater®“, warme Winterstiefel, deren Stulpe aus Filz besteht, Herren- und Damen-Loafer, also Schuhe mit flachen Sohlen ohne Schnürsenkel, Schnalle oder Reißverschluss, Sportschuhe aus Leder, denen der Modedesigner und Künstler Helmut Lang zum Status des Kult-Sneakers verholfen hat, und last, but not least Damenballerinas aus geprägtem Brokat-Leinen.

Für die eigenen Stores in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie für den Vertrieb über MultibrandStores von London und Paris bis nach Tokio, New York oder Los Angeles zeichnet Anna verantwortlich. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Fotografen Jamie Smith, ist sie auch für die optische Umsetzung der Marketingkampagnen, der Kataloge sowie für das Storytelling der Marke zuständig.

Neuer Geist in alten Mauern: Der historisch einzigartige Gutshof von Süßenbrunn wurde behutsam restauriert und sensibel um moderne Elemente ergänzt, um seine jahrhundertealte Atmosphäre zu bewahren und zugleich eine zeitgemäße Schuhproduktion zu ermöglichen.

Für die Optimierung des Web-Shops sowie für das Performance-Marketing ist es Magdalena. Beide unterstützen mit ihren Inputs die hausinterne Produktentwicklerin Elisabeth König, die die Weiterentwicklung der Kollektion seit acht Jahren maßgeblich vorantreibt. Klares Bekenntnis in diesem Zusammenhang: Das Sortiment an Damenmodellen soll ausgebaut werden. Zusätzlich zu den bereits genannten Verkaufsstellen gibt es an allen Wochentagen und einmal pro Monat auch an Samstagen den Fabriksverkauf am Schlossareal, was sich, wie die stetig steigenden Besucherzahlen zeigen, mittlerweile herumgesprochen hat.

Die eigenen Geschäfte wurden ursprünglich von Lukas Reiter konzipiert und sind schlicht und elegant. „Das Wichtigste ist für uns die Beratung der Kunden“, so Anna Reiter-Smith, „denn die qualitativ hochwertige Handwerksarbeit will erklärt sein.“ Die größte Herausforderung momentan ist der Nachwuchs der Mitarbeiter, „denn es ist nicht leicht, Leute zu finden, die das Handwerk noch können“, schaltet sich Till Reiter ein.

Er persönlich lebt das „typisch kleinindustrielle Familienunternehmen, wo es keine Trennung zwischen Beruf und Privatleben gibt“, wie er empfindet. Nur so kann eine solche Manufaktur über Generationen hinweg Erfolg haben. Umso glücklicher schätzt er sich, dass mit seinen Töchtern Anna und Magdalena und dem Neffen Joseph „eine jüngere Generation etwas damit anfangen kann“. Diese haben große Pläne für die Zukunft. Sie wollen einerseits die Tradition erhalten, die der Urururgroßvater Ludwig Reiter 1885 begründet hatte, und das Unternehmen andererseits durch mehr Engagement in Sachen Online-Marketing, Social Media und noch intensivere internationale Expansion ins Heute bringen.

Stiefel sind ein Steckenpferd von Ludwig Reiter: Ikonische Modelle wie Husaren- und Polostiefel, Oberförster, Maronibrater®, Gardener und elegante Damenstiefel prägen bis heute die Handschrift des Hauses.

Anna Reiter-Smith in den Räumlichkeiten des Schlosses Süßenbrunn, das auch für Veranstaltungen gemietet werden kann.

3 FRAGEN AN ANNA REITER-SMITH

Was liebst du, Anna, ganz besonders an Schloss Süßenbrunn? Wir haben im Schloss Süßenbrunn 2017 geheiratet, als es noch tief im Dornröschenschlaf lag und ziemlich verwunschen aussah. Es hat großen Spaß gemacht, das Schloss für unsere Hochzeit zu dekorieren – mit viel Efeu und Hortensien, Kerzenlicht und der gedeckten Hochzeitstafel in der Sala Grande, die damals noch so spartanisch wie das Innere einer Ritterburg aussah. Heute ist Schloss Süßenbrunn behutsam und wunderschön renoviert, aber auch die rohe, verwunschene Schönheit und die vielen Geschichten, die diese alten Mauern erzählen, faszinieren mich. Unsere Kinder lieben diesen Ort, sie würden am liebsten hier leben. Der Schlosspark bietet so viel für ihre Fantasie. Oft laufen sie mit den selbst gebastelten Holzschwertern vom Nonno (Till Reiter) herum und spielen die kleinen Ritter von der Reiter-Burg!

Inwiefern spiegeln sich die Werte, die das Anwesen ausstrahlt, in den Produkten der Manufaktur? Ist es ein genialer Match? Ja, es ist ein genialer Match – und eigentlich ein sehr natürlicher. Schloss Süßenbrunn strahlt Beständigkeit, Haltung und Zeitlosigkeit aus, und genau das sind auch die Werte unserer Manufaktur. Das Anwesen steht nicht für schnellen Glanz, sondern für Substanz, für Dinge, die bleiben dürfen und mit der Zeit sogar schöner werden. Diese Haltung findet man in unseren Produkten wieder: in der Sorgfalt, mit der gearbeitet wird, im Respekt vor dem Handwerk, in der bewussten Entscheidung für Qualität statt Kurzlebigkeit. Wie das Schloss selbst brauchen auch unsere Schuhe Zeit: Sie entstehen nicht hastig, sondern mit Ruhe, Erfahrung und Liebe zum Detail. Für mich passt das deshalb so gut zusammen, weil beides eine klare Haltung hat. Schloss Süßenbrunn und Ludwig Reiter erzählen dieselbe Geschichte: von Verantwortung gegenüber dem, was man übernimmt, von Wertschätzung für Tradition und davon, dass echte Qualität nichts Lautes braucht.

Was erträumst du dir für deine Kinder in Bezug auf Schloss Süßenbrunn?

Ich wünsche mir, dass Schloss Süßenbrunn für unsere Kinder vor allem ein Ort voller Freiheit, Geborgenheit und Erinnerung bleibt. Ein Platz, an dem sie unbeschwert sein dürfen, an dem sie herumstreifen, entdecken, Fragen stellen – und ganz selbstverständlich Teil von etwas Größerem sind, ohne dass es sich je schwer anfühlt. Jetzt schon erleben sie hier, was es heißt, Verantwortung und Freude miteinander zu verbinden. Sie sehen, dass Arbeit und Familie sich nicht ausschließen müssen, dass Handwerk, Natur und Menschen zusammengehören. Für sie ist das Schloss kein „repräsentativer Ort“, sondern ein lebendiger Raum – mit dem Schloss, den Werkstätten, der Familie und vielen Menschen, die sie kennen und schätzen.

Ludwig Reiter Manufaktur

Gut Süßenbrunn

Weingartenallee 2 1220 Wien

www.ludwig-reiter.com www.schloss-suessenbrunn.at

Fritz Klimsch (1870–1960), „In Wind und Sonne“, Bronze, 1936, H 148 cm; Schätzpreis: 100.000 € | Wvz.: Braun 176

Adam Manyoki (1673–1757), Gustav Adolf Reichsfreiherr/Graf von Gotter, Öl/Lwd., 62 x 50 cm; Schätzpreis: 30.000 €

HERAUSRAGENDE FRÜHJAHRSOFFERTE AUF SCHLOSS AHLDEN

Mit einer herausragenden Offerte startet das Kunstauktionshaus Schloss Ahlden vom 24. bis zum 26. April in das Auktionsjahr 2026. Ein weiterer kleiner Teil der Offerte wird außerdem am 6. Mai als reine Online-Versteigerung veröffentlicht und abgehalten und ist dadurch nicht nur für Schnäppchenjäger einen Blick wert.

Über 3.500 mit viel Fachkenntnis zusammengestellte Positionen Kunst, Antiquitäten, Schmuck und Luxusaccessoires kommen insgesamt zur großen Frühjahrsauktion zur Versteigerung und bieten Liebhabern, Händlern und Sammlern eine ideale Gelegenheit zur Erfüllung lange gehegter Wünsche, für spontaner Käufe oder die Entdeckung des ein oder anderen besonderen Schatzes.

Bereits ab dem 12. April stehen dabei die Pforten zur exklusiven Auktionsvorbesichtigung im außergewöhnlichen Ambiente des ehemaligen Wasserschlösschens offen. Im Nachgang der Auktion finden zudem gesonderte Nachverkaufsausstellungen für unverkauft gebliebene Objekte statt. Einige ausgewählte Highlights der Auktion werden darüber hinaus bereits vorab vom 9. bis zum 11. April in der neu eröffneten, hauseigenen Berliner Repräsentanz in der Fasanenstraße 69 zu sehen sein.

Wer dennoch nicht persönlich vor Ort sein kann, sichtet stattdessen die hochwertig gestalteten Auktionskataloge einfach von zu Hause aus und beteiligt sich bequem online über Schloss Ahlden Live oder am Telefon.

Lovis Corinth (1858–1925), „Beim Aufstehen“, Öl/Lwd., signiert, 50 x 50 cm; Schätzpreis: 65.000 € |

Wvz.: Charlotte Berend-Corinth 1958, Nr. 420

Schloss Ahlden gehört zu den führenden Kunsthäusern und den wenigen verbliebenen Generalisten. Die drei jährlichen Auktionen zählen zu den heiß erwarteten Höhepunkten im Bereich Kunst und Antiquitäten in Deutschland. Die diesjährige Frühjahrsofferte bietet einmal mehr einen exzellenten Querschnitt durch die verschiedensten Epochen und Sparten der Kunstgeschichte. Neben den klassischen Bereichen wie Porzellan, Silber, Mobiliar, Teppiche, Gemälde und Skulpturen sowie einem herausragenden Angebot an Schmuck, Armbanduhren, Designklassikern und Vintage-Objekten lohnt sich insbesondere auch in Sachen Gemälde eine nähere Betrachtung.

Hier zählen neben Arbeiten von Lovis Corinth (1858–1925), Gabriele Münter (1877–1962), Carl Spitzweg (1808–1885), Otto Modersohn (1865–1943), Wilhelm Busch (1832–1908), Hans Thoma (1839–1924) sowie von Christo (1935–2020), Bruno Bruni (* 1935) und Claude Monet (1840–1926) unter anderem ein bedeutendes Porträt des Gustav Adolf Reichsfreiherr (später Graf) von Gotter aus der Hand des ungarischen Künstlers Adam Manyoki (1673–1757) mit einem Schätzpreis von 30.000 € und mehrere Werke des beliebten österreichischen Malers Rudolphe Ernst (1854–1932) zu den sehenswerten Höhepunkten. Auch in Sachen Luxusobjekte kann Schloss Ahlden einmal mehr mit einigen im wahrsten Sinne des Wortes hochkarätigen Stücken aufwarten, insbesondere mit einem glamourösen Brillant-Armreif von Étincelle de Cartier mit Brillantbesatz (circa 50 Karat) und einem zu erwartenden Mindestgebot von 180.000 €. Ferner kommen unter anderem ein Muzo-Smaragd-

Glamouröser Brillant-Armreif von Étincelle de Cartier, um 1990, ca. 50 Karat; Schätzpreis: 180.000 €

ring zu 50.000 €, ein Brillant-Schlangenarmreif von BULGARI-„Serpenti Viper“ zu 60.000 € und Uhren namhafter Marken wie Patek Philippe, Omega, Rolex oder A. Lange & Söhne zum Aufruf. Gewohnt stark sind auch wieder Skulpturen vertreten, etwa mit einer bedeutenden Bronze von Fritz Klimsch (1870–1960) zu 100.000 € sowie mit Werken von Gerhard Marcks (1889–1981), Jörg Immendorff (1945–2007), Alfred Lörcher (1875–1962) und Fritz Behn (1878–1970). In Sachen Porzellan fällt überdies ein prächtiges Paar Meissener „Augustus Rex“-Vasen um 1735 mit einer Taxe von 33.000 € ins Auge, während bei den Möbeln nicht zuletzt ein auf 26.000 € geschätzter, prachtvoller Salontisch mit Glasmosaiksteinen von George Henry Stevens zu den zahlreichen weiteren nennenswerten Höhepunkten zählt.

Sämtliche angebotenen Objekte können vom 12. bis zum 22. April im historischen Ambiente von Schloss Ahlden besichtigt werden. Entsprechende Auktionskataloge sind ab dem 4. April unter www.schlossahlden.de kostenlos einsehbar. Einlieferungsanfragen für künftige Auktionen können jederzeit gerne per E-Mail unter info@schloss-ahlden.de gestellt werden.

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden Große Str. 1, 29693 Ahlden/Aller +49 5164 80100 | info@schloss-ahlden.de www.schloss-ahlden.de

Nächste Auktion: 24. – 26. April 2026 Vorbesichtigung: 12. – 22. April 2026

Niederösterreich

PLACES

WAHRE WERTE SPÜREN

Wo Antiquitäten lebendige Erinnerungen werden

Q

ualität, Authentizität und die Geschichte hinter einem Objekt stehen für Josef Renz im Mittelpunkt. Mit geschultem Blick erkennt er Wert und Bedeutung oft schon auf den ersten Blick. Provenienzforschung ist für ihn dabei selbstverständlich –Transparenz schafft Vertrauen.

Im Bestand von Josef Renz finden sich immer wieder besondere Schätze: kunstvoll geschnitzte Barockkommoden mit originaler Patina, fein gearbeitete Biedermeier-Sekretäre, sakrale Figuren aus dem 18. Jahrhundert, seltene Wiener Regulatoren oder handbemalte Porzellane. Auch außergewöhnliche Raritäten wie historische Zunfttruhen, Altwiener Bronzeobjekte oder liebevoll erhaltene Bauernmöbel zählen zu seinem Repertoire. Jedes Stück wählt er mit Bedacht: Nicht Masse, sondern Klasse ist sein Anspruch. In persönlicher Atmosphäre entstehen Gespräche über Epochen, Handwerkskunst und Sammlerleidenschaft – weit mehr als eine klassische Verkaufsausstellung.

INFOBOX

Josef Renz – Antiquitäten Antiquitätenzentrum in Kreisbach Kreisbacher Straße 31, 3150 Wilhelmsburg Samstag: 10 bis 15 Uhr Jederzeit nach telefonischer Vereinbarung unter: +43 664 4407906 www.antik-renz.at

Ausstellungsansicht: Die Sammlung betrachten & The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves, An Insert by Ana Torfs, © Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien

DIE SAMMLUNG BETRACHTEN

Die hochkarätige Sammlung der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien zählt heute insgesamt rund 1.200 Werke und birgt unvergleichliche Schätze wie das Weltgerichts-Triptychon von Hieronymus Bosch sowie Meisterwerke namhafter Künstler wie Cranach d. Ä., Tizian, Rubens, Guardi oder Rembrandt. Unter dem Motto „Die Sammlung betrachten“ werden in den Museumsräumen der Gemäldegalerie die Highlights der Werke von Bosch bis Rubens – mit changierenden Schwerpunkten – parallel mit wechselnden Ausstellungen präsentiert.

Highlights der Gemäldegalerie 2026 INFOBOX

Bis zum 30. August 2025 wird unter dem Titel „The Day You Were Thinking About the Sibyl While You Were Picking Autumn Leaves, An Insert by Ana Torfs“ erstmals der neue Werkzyklus aus 28 Jacquard-Tapisserien der belgischen Künstlerin Ana Torfs ausgestellt.

Im Oktober 2026 eröffnet die Ausstellung „Der große Michelangelo ist tot! Avantgarde und Akademismus“, die

das kreative Spannungsfeld zwischen den beiden Begriffen thematisiert – zum einen über historische Perspektivierung, zum anderen in seiner Ausformung in der Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Anlass für die Ausstellung ist ein besonderes Jubiläum der Akademie der bildenden Künste Wien: die Erstellung der Statuten für die „k. k. Hofakademie der Maler, Bildhauer und Baukunst“ im Zuge der Neugründung durch Jacob van Schuppen im Jahr 1726.

Die Sammlung betrachten & An Insert by Ana Torfs

Bis 30. August 2026

Der große Michelangelo ist tot! Avantgarde und Akademismus

2. Oktober 2026 bis 22. August 2027

10.00–18.00 (außer Montag) Schillerplatz 3, 1010 Wien +43 1 58816-2201 kunstsammlungenakademie.at

Foto: Iris Ranzinger

Die S-Line Kücheninsel, entworfen für Orea x Wogg, vereint skulpturale Eleganz mit funktionaler Perfektion.

Foto: © Fabian Frinzel

BODO SPERLEIN

NEUE

KLASSIK FÜR DIE EWIGKEIT

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

Foto: © Michael Donath

Die Contourline Bronze-Bank aus dem Bodo Sperlein Studio ist ein Statement Piece. Das Wandbild „Ribbon“, entworfen für Coordonné, besticht durch sein raffiniertes, bandartiges Muster, das Bewegung und Leichtigkeit in den Raum bringt.

Foto: © Bodo Sperlein Studios

Es gibt Designer, die den Zeitgeist spiegeln. Und es gibt jene seltenen Gestalter, die ihn überdauern. Bodo Sperlein gehört zweifellos zur letzteren Kategorie. Seine Entwürfe wirken nicht wie eine Antwort auf Trends, sondern wie eine Haltung. Still, souverän und von einer Selbstverständlichkeit getragen, die man heute nur noch selten findet. Sperleins Arbeiten besitzen jene Qualität, die man nicht erklären muss – man spürt sie. Eine neue Klassik, die nicht laut auftritt, sondern bleibt.

Geboren in Bayern und früh geprägt von Museumsbesuchen, Kunst und Architektur, entwickelte Sperlein schon als Kind ein feines Gespür für Formen, Materialien und Proportionen. Statt Spielplatz waren es Ausstellungen, statt flüchtiger Eindrücke nachhaltige Bilder, die sich festsetzten. Diese frühe Nähe zur Kunst sollte prägend sein. Der Weg führte ihn konsequent nach London, wo er am Camberwell College of Arts, einer der renommiertesten Ausbildungsstätten Europas, dreidimensionales Design studierte. Dort gründete er später sein eigenes Studio, das er bis heute in der britischen Metropole führt. Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet Sperlein international, ohne je seine gestalterische Unabhängigkeit aufzugeben.

London ist dabei weit mehr als „nur“ ein Wohnort. Die Stadt mit ihrem tief verwurzelten Verständnis für Handwerk, Geschichte und zeitgenössische Kultur bildet den idealen Resonanzraum für Sperleins Denken. Hier trifft das Alte selbstverständlich auf das Neue, hier ist Tradition kein Widerspruch zur Innovation. Genau diese Haltung prägt auch seine Entwürfe. Sie sind zeitgemäß, ohne modisch zu sein, elegant, ohne jemals dekorativ zu wirken, und stets getragen von dem Wunsch, langlebige Objekte zu schaffen – Dinge, die man nicht austauscht, sondern weitergibt.

Eine besondere Rolle in Sperleins Schaffen spielt Wien. Kaum eine Stadt verkörpert jene Verbindung aus Handwerk, kultureller Tiefe und stiller Noblesse so konsequent wie die österreichische Hauptstadt. Für Sperlein ist Wien kein nostalgisches Zitat, sondern eine lebendige Inspirationsquelle. Die Wertschätzung für Qualität, Reparaturfähigkeit und Materialehrlichkeit trifft hier auf eine jahrhundertealte Manufakturtradition. Genau daraus entstehen jene Arbeiten, die heute als neue Klassiker wahrgenommen werden – geprägt von Zurückhaltung, Präzision und kultureller Kontinuität.

„Wien fasziniert mich durch sein tiefes Verständnis für Handwerk und Qualität. Hier repariert man Dinge, statt sie zu ersetzen. Dieses Bewusstsein ist für mich die eigentliche Grundlage von gutem Design.“

MENU Exhibition Mailand – inklusive Dibbern Tableware-Installation ( JUNO und OMBRA), Schotten & Hansen Wandkonzept sowie einer Auswahl an Leuchten von LZF Lamps und Lobmeyr.

Zu den prägendsten Kooperationen zählt jene mit der Wiener Glasmanufaktur J. & L. Lobmeyr, gegründet im Jahr 1823 und weltweit berühmt für ikonische Lichtobjekte wie die Starburst-Luster für die Metropolitan Opera in New York sowie für historische Projekte in bedeutenden europäischen Schlössern, darunter die Residenzen von König Ludwig II. In enger Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses entwickelte Bodo Sperlein Leuchten und Glasobjekte, die Tradition nicht zitieren, sondern weiterdenken. Seine Entwürfe verstehen sich als zeitgenössische Fortführung dieser einzigartigen Lichtgeschichte und fügen sich mühelos in historische wie moderne Interieurs ein, als wären sie immer schon Teil des Raumes gewesen.

Ebenso bedeutend ist die Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Wiener Silberschmiede Jarosinski & Vaugoin. Hier widmet sich Sperlein einem Material, das lange Zeit aus dem zeitgenössischen Interior-Diskurs verschwunden schien: Silber. Seine Kollektionen interpretieren klassische Tafel- und Zierobjekte neu – reduziert, skulptural, von großer haptischer Präsenz. Silber wird wieder zum kulturellen Statement, zum Objekt mit Dauer und Wert. Stücke, die nicht nur benutzt, sondern vererbt werden. In einer Zeit der schnellen Konsumierbarkeit ist dies ein bewusstes Gegenmodell. Darüber hinaus arbeitet Sperlein regelmäßig mit weiteren Wiener und europäischen Manufakturen aus den Bereichen Glas, Porzellan, Metall, Holz und Textil.

Orlo Oval Tray sowie Bespoke Perfume Bottle Toppers, entworfen in Zusammenarbeit mit Jarosinski & Vaugoin für WienerBlut.

Foto: © Fabian Frinzel
MAYU Armchair, Botanica Rug – entworfen für GAN Rugs –sowie Script Floor Lamp, entworfen für J. & L. Lobmeyr.
Mailand 2025, Salone del Mobile: Bodo Sperlein MENU mit seinem Partner in der All Saints’ Anglican Church in Brera.
Foto: © Fabian Frinzel

Besonders prägend ist auch seine langjährige Zusammenarbeit mit Dibbern, international renommiert für hochwertiges Fine Bone China. Sperlein entwarf einen Großteil des Portfolios und prägte die klare, architektonische Handschrift der Marke maßgeblich. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt die ikonische Serie „Black Forest“, die heute als moderner Klassiker gilt. Für Dior Maison entwarf er Teller, die klassische Tischkultur in eine zeitgemäße, zurückhaltende Luxusästhetik übersetzen.

Auch die Luxusgruppe LVMH wurde auf Bodo Sperlein aufmerksam und beauftragte ihn mit individuell entworfenen Möbeln für Louis Vuitton Stores in Wien, Tokio und Dubai sowie mit Entwürfen für Dior Maison – Kunden, die bewusst auf zeitlose Qualität setzen und seine Designhandschrift suchen.

Parallel dazu ist Mailand ein zentraler Fixpunkt in Sperleins internationaler Präsenz. Jahr für Jahr wird die Stadt während der Design Week zum Epizentrum der Gestaltungswelt – und für Sperlein zur Bühne einer sehr persönlichen Inszenierung. Seine Ausstellungen entstehen bewusst abseits klassischer Messeformate. Historische Räume werden zu temporären Orten der Kontemplation, Architektur und Objekt treten in einen Dialog, der Respekt vor dem Bestehenden zeigt. Mailand ist für Bodo Sperlein kein Ort des schnellen Effekts, sondern der bewussten Setzung.

Seit mehreren Jahren bespielt er im Brera Design District eine außergewöhnliche Location: die All Saints’ Church in der Via Solferino. Während der Milan Design Week verwandelt er den sakralen Raum im Rahmen seiner Ausstellung „MENU“ jedes Jahr in eine neu konzipierte, sinnlich inszenierte Wunderkammer. Die Wahl der Kirche ist bewusst getroffen: Sperlein arbeitet mit der Architektur, nicht gegen sie – Licht, Objekt und Material nutzen den Raum als stillen Resonanzkörper. Gezeigt werden hier nicht nur seine neuesten Arbeiten, sondern auch ausgewählte Kooperationen, darunter regelmäßig Stücke aus Wiener Manufakturen wie J. & L. Lobmeyr. Inmitten des rauschhaften Designtrubels wirkt diese Ausstellung wie ein Gegenpol: ruhig, konzentriert, fast kontemplativ.

Charakteristisch für Sperleins Arbeiten ist der skulpturale Ansatz. Selbst funktionale Objekte besitzen bei ihm eine architektonische Präsenz. Eine Leuchte wird zum Mittelpunkt eines Raumes, ein Tisch zur ruhigen Skulptur, ein Silberobjekt zum Gesprächsanlass. Materialien werden nicht verkleidet, sondern zelebriert:

„Ich entwerfe keine modischen Objekte. Mein Anspruch ist es, Dinge zu schaffen, die zeitgemäß sind, sich aber nicht an Trends orientieren.“

Massivholz statt Furnier, echtes Silber statt bloße Anmutung, Glas mit Gewicht und Tiefe. Es sind Materialien, die altern dürfen – und gerade dadurch an Charakter gewinnen.

Ausgehend von seinen Erfahrungen mit sakralen Räumen, denkt Bodo Sperlein längst weiter. Die Arbeit in Kirchen – zuletzt und wiederholt in Mailand – hat seinen Blick für historische Architektur noch einmal geschärft. Es geht ihm dabei nie um Inszenierung, sondern um Transformation mit Respekt. Räume mit Geschichte betrachtet Sperlein nicht als leere Hülle, sondern als lebendigen Bestand, mit dem gearbeitet werden muss. Genau daraus erwächst auch seine Offenheit für neue Maßstäbe: Schlösser, Palais und historische Anwesen kann er sich nicht nur vorstellen, sondern sieht sie ausdrücklich als zukünftiges Arbeitsfeld. Beratung versteht er dabei kuratorisch. Wenn er sich auf ein Projekt einlässt, dann im Ganzen – mit dem Anspruch, Bestehendes zu bewahren, weiterzudenken und behutsam in die Gegenwart zu überführen.

ONDA II, entworfen für Jarosinski & Vaugoin

OSCA LARGE SUSPENSION, entworfen für LZF Lamps

Gerade bei geerbten oder denkmalgeschützten Gebäuden sieht er seine Aufgabe darin, Substanz nicht herauszureißen, sondern ihr neues Leben einzuhauchen. Seine Erfahrung als Ausstellungsarchitekt, etwa bei groß angelegten musealen Projekten wie „Jugendstil. Made in Munich“ in der Kunsthalle München, fließt hier unmittelbar ein. Für Sperlein ist das harmonische Gesamtbild keine Floskel, sondern eine konkrete Vision: vom Lichtschalter bis zum Tisch, vom zentralen Objekt bis zur stillen Geste. Ein Schloss oder Palais begreift er dabei nicht nur als Wohnort, sondern als kulturelles Statement – als Ort, der auch in hundert Jahren noch von seiner Entstehung erzählen wird.

Der Gedanke des harmonischen Gesamtbildes spielt in Sperleins Arbeit eine zentrale Rolle. Räume, in denen Licht, Möbel, Materialien und Architektur eine gemeinsame Sprache sprechen, faszinieren ihn besonders. Dieser Ansatz, tief verwurzelt in der Wiener Moderne, ist für Sperlein kein historisches Ideal, sondern ein zeitloser Anspruch. Er denkt Räume ganzheitlich – vom zentralen Objekt bis zur Atmosphäre.

Voliere, entworfen für LZF Lamps

In einer Welt, die immer schneller wird, wirken seine Entwürfe wie ein Gegenentwurf. Sie erinnern daran, dass wahrer Luxus nichts mit Überfluss zu tun hat, sondern mit Zeit, Aufmerksamkeit und Qualität. Mit Dingen, die man pflegt, statt sie zu ersetzen. Mit Objekten, die Räume nicht dominieren, sondern veredeln. Bodo Sperlein schafft keine Trends – er schafft Haltung. Und genau darin liegt ihre Kraft: eine neue Klassik für die Ewigkeit.

www.bodosperlein.com

Das gesamte Interview gibt es ab April 2026 bei Spotify im PARKETTGEFLÜSTER zu hören.

Essenz des Handwerks: Kompromisslose Qualität, veredelt zu individuellen

Meisterstücken.

Erleben Sie unsere handgebogene ORCHID-Serie von Bodo Sperlein, exklusive Neuheiten sowie zeitlose Klassiker während der Fuorisalone, Salone del Mobile. 21.-25. April 2026, 10-19h

All Saints’ Anglican Church Brera, Via Solferino, 17, 20121 Mailand

licht@lobmeyr.at lobmeyrlighting

White Club, London

MEMBERS CLUB

RÜCKZUGSORT IN EXKLUSIVER GESELLSCHAFT – DIE KUNST DES KULTIVIERTEN AUSSCHLUSSES

In Zeiten von Social Media, wo jedes Detail des Privatlebens inszeniert und beleuchtet wird, sehnt sich der Mensch wieder mehr nach Rückzug unter Menschen mit ähnlicher Weltanschauung, nach privatem Miteinander jenseits der Öffentlichkeit: der Members Club und seine vielen Facetten.

Text: Beatrice Tourou

Am Hof 8

Schlossseiten-Lesern wird der Begriff „Members Club“ wahrscheinlich geläufig sein, haben wir doch in den letzten zehn Jahren regelmäßig über diese berichtet. Besonders ausladend war ein Bericht über den Members Club Am Hof 8, den Johannes Kattus ins Leben gerufen hat und den die Interior-Designerin Theresa Obermoser mit einem farbenfrohen Innenleben umsetzen ließ. Vorbilder waren die englischen Clubs wie 5 Hertford Street oder Annabel’s, die nicht nur interiortechnisch, sondern auch mit einem gelungenen Mix an Mitgliedern beeindrucken.

London hat eine lange und glanzvolle Geschichte, wenn es um das kultivierte Ausgrenzen ganzer Menschengruppen geht – denn einfach ist der Einlass in die beliebten Clubs Londons nicht. Die Aufnahmegebühr in Höhe von mehreren tausend Pfund ist für viele aspirierende Mitglieder eine sehr kleine Hürde, die mehrere hundert, manchmal tausend Pfund betragende Jahresmitgliedschaft ebenfalls. Was allerdings viel schwieriger zu bewältigen ist, ist der oftmals rigorose Aufnahmeprozess, an dem man sich auch hierzulande gerne orientiert. Zwei Empfehlungen von bestehenden Mitgliedern gilt es zu ergattern, die in schriftlicher Form zu überbringen sind – Bürgen für den einwandfreien Charakter des Antragstellers sozusagen. Während man in London in manchen Clubs eher geistreich vorgehen und kreative Begründungen darreichen muss, darf man in Wien oft einfach nur comme il faut sein, um den Clubstatuten zu entsprechen.

London ist eine sehr große Stadt mit vielen Gruppierungen, die gerne untereinander bleiben. Wien ist da verhältnismäßig klein. Während man im Soho House gerne die kreative Elite anzieht und Männer aus dem Finanzsektor meidet, findet man genau diese allerdings in hoher Anzahl im Arts Club. Annabel’s, das von Sir Richard Caring in einem Kellerlokal zur absoluten Ikone des Nachtlebens geformt wurde, hat es später in dieser Form nie wieder gegeben. Denn das neue Annabel’s, das um mehrere hundert Millionen Pfund im angrenzenden Townhouse neu eröffnet wurde, hat einen neuen Besitzer und – vielleicht auch seiner Größe geschuldet – nicht mehr nur die Speerspitze der Londoner Gesellschaft als Mitglieder, sondern eben mehr.

Die Frage, warum man einen Members Club aufsucht, stellt sich vielleicht vielen. Was bekommt man denn

als zahlendes Mitglied für seinen Beitrag – außer das Unter-sich-Sein? Die Antwort darauf fällt je nach Club und Größe unterschiedlich aus. In der Regel findet man Members Clubs in so ziemlich allen bedeutenden Großstädten: London, Paris, New York, Madrid – und nennen wir hier gleich auch Wien als Repräsentanten der ehemaligen Kronländer.

Es gibt ganze Townhouses wie den Royal Automobile Club, der einen aufwendigen Spa-Bereich und schöne Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Dann gibt es wiederum Clubs wie 5 Hertford Street, der sich eher der Kulinarik und dem Nachtleben verschrieben hat, oder wie Loulou’s, wo man sich zu Drinks and Dance einfindet. Oder White’s, der sehr konservativ ist, eher ein älteres, männliches Publikum anspricht und in erster Linie von Aristokraten aufgesucht wird. Hier sprechen wir nicht nur von einem „Members Club“, sondern von einem „Gentlemen’s Club“. Diese haben eine lange Geschichte sowie eine sagenumwobene Mitgliederliste, die noch in den Tagen fußt, als Clubs häufig auch als Pied-à-terre von Aristokraten genutzt wurden, die auf Country Estates lebten, aber regelmäßig in London einkehrten. In diesen Gentlemen’s Clubs gibt es noch einen echten Butler-Service und altes Hofzeremoniell, wo man sich – ohne vorher förmlich vorgestellt worden zu sein – auch nicht anspricht. Wer seine Vorstellungskraft etwas schärfen möchte, dem sei der Film „The Remains of the Day“ empfohlen, in dem Lord Darlington heute noch im White’s sein Supper einnehmen könnte. King Charles hat seinen Junggesellenabschied im White’s gefeiert, bevor er Diana ehelichte – denn Verschwiegenheit gehört zu den Grundgesetzen der Gentlemen’s Clubs.

Neben White’s, dem ältesten Gentlemen’s Club der Welt, gibt es noch Boodle’s und Brooks’s Club, die ähnlich mystisch sind wie der New Yorker Knickerbocker Club und als echte Machtzentralen gelten, aus denen selten bis gar nichts nach außen dringt. Es gibt kaum andere Orte, die schon allein aufgrund ihres erschwerten Zutrittsrechts derart exklusiv sind, da sie a priori die Hälfte der Menschheit – nämlich Frauen –ausschließen. Diese Herrenclubs haben in London allerdings nicht das Problem, das man in anderen Ländern hat: den Nachwuchs aufzubauen. Elitäre Schulen und Universitäten werden oft über viele Generationen besucht, und so wird nicht nur der akademische Weg, sondern auch die Mitgliedschaft in den Members Clubs vererbt und selbstredend ehrenvoll gepflegt.

An diesen formellen Gentlemen’s Clubs orientieren sich auch drei Wiener Clubs: der Jockey Club, der St. Johanns Club und der Renn-Verein, von dem wir gleich noch mehr hören werden. Ebenfalls Herrenclubs, ebenfalls mit aristokratischer Geschichte und überwiegend aristokratischen Mitgliedern, öffnen sich die Wiener Gentlemen’s Clubs allerdings auch der Zeit und den Frauen, die in Begleitung zu Veranstaltungen mitgenommen werden dürfen. Der Aufnahmeprozess gestaltet sich ähnlich wie in den anderen Clubs der Welt, hat man doch ein vergleichbares Wertegerüst. Man bleibt unter sich – auch global. Deshalb haben Members Clubs auch Partnerclubs. Ein wesentlicher Aspekt für die Auswahl eines Partnerclubs sind dabei die Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich die Mitgliederliste. Auch wenn es vielleicht schwieriger wird, neue Mitglieder ohne direkte Verbindung in einem Club kennenzulernen – denn was man eigentlich unter Networking versteht, nämlich das spontane Kennenlernen neuer Menschen, ist nicht nur im Gentlemen’s Club schwierig, sondern auch in liberaleren Formaten wie Shoreditch House, Soho House oder Am Hof 8

Scheinbar liegt aber das Kuratieren ganzer Menschengruppen stark im Trend. So eröffneten in Wien unlängst neue Members Clubs, um die kreative Szene anzusprechen – mit Shared Office Space: der The Cover Vienna im 7. Bezirk sowie ein weiterer Club, der, wie man hinter vorgehaltener Hand flüstert, bulgarischen Eigentümern gehört. Das ist die Sache mit den Members Clubs: Nur deren Mitglieder wissen wirklich von ihrer Existenz. Bewegt man sich nicht in derselben Stratosphäre, ist man einfach nicht erleuchtet.

Wiener Renn-Verein

MEMBERS CLUB

Wer sich den Stil eines klassischen „Members Club“ nach Hause holen möchte, setzt auf eine kuratierte Mischung aus Tradition, Qualität und Understatement. Ikonische Möbel mit Geschichte, handwerkliche Details und ausgewählte Accessoires – vom Spieltisch bis zum Kristallglas.

1. Eine Jagdszene an der Wand bringt tatsächlich sofort klassisches Flair – am besten bei Auktionshäusern schauen. | 2. Unglaublich gemütlich wirkt der Bibliotheksschrank aus Eichenholz und Lamartine Grey Finish, von oficinainglesa.com, um € 18210 plus MwSt. | 3. Die klassische Variante des Baumwollsakkos mit der englischen Schulterkonstruktion unter dem Namen „Felix“ gibt es bei antonmeyer.de, um € 545 (auch bei Krawatten werden Sie hier fündig) | 4. Herren Penny Loafer „Castagna“, bei bellas-vienna.at, um € 249 | 5. Für den Herrenabend: klassischer Louis-XVI-Spieltisch „Lyon“, mit doppelseitiger Platte (Schachbrett-Marketerie), um € 4090 plus MwSt. | 6. Stuhl im Louis XV Bergère Stil, Mahagoni in Light-Mahogany-Finish, elegante Armlehnen und geschwungene Louis-XV-Beine in Cabriolet-Form, beides bei oficinainglesa.com, um € 2680 plus MwSt., exkl. Stoff | 7. Blanton’s Original, der erste Single Barrel Bourbon für Genießer:innen weltweit, mit Vanille-Karamell-Note, bei rumzentrum.at, um € 114,90; schmeckt am besten aus dem handgeschliffenen Whiskeybecher „Prism“, 4er-Set, bernsteinorange, bei L’Objet, um € 181

3.
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EXKLUSIVE IMMUHRBILIEN.

Traditionelles Bauernhaus in sonniger Traumlage Kitzbüheler Alpen -

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A MODERN HEIRLOOM AFFAIR

WENN ENGLISCHE GRANDEZZA AUF ZEITGENÖSSISCHEN LIFESTYLE TRIFFT

Es gibt Kooperationen, die funktionieren. Und es gibt jene, die eine ganze Stilwelt neu definieren. Die Zusammenarbeit von VSP Interiors und Oficina Inglesa gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Hier verschmelzen britische Designkultur und jahrhundertealte Handwerkskunst sowie ein feines Gespür für modernes Wohnen zu einer Kollektion, die sich anfühlt wie ein zukünftiges Erbstück –nur eben für heute.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

Foto: Oficina Inglesa x VSP Interiors by Paul Masse

Das Design bei der Kranzleiste wurde überarbeitet, die Schnitzerei verfeinert, und die Proportionen wurden angepasst. So wirkt es in modernen Interieurs präsent und substanziell, ohne zu dominieren – ein Stück mit Ausdruckskraft für jedes Schlafzimmer.

Henriette von Stockhausen gehört zu jener seltenen Generation von InteriorDesignerinnen, die Räume mit historischer Tiefe und zugleich mit modernem Selbstverständnis gestalten. Ihre Karriere begann nicht mit Trends, sondern mit einer frühen Faszination für Antiquitäten, Architektur und die Geschichten hinter den Dingen. Aufgewachsen zwischen Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz, entwickelte Henriette von Stockhausen schon früh ein feines Gespür für kulturelle Nuancen und europäische Designtraditionen.

Ihre Ausbildung in London – unter anderem mit einem kunsthistorischen Schwerpunkt – schärfte ihren Blick für Proportionen, Epochen und handwerkliche Qualität. Besonders prägend war ihre intensive Auseinandersetzung mit Möbeln und dekorativer Kunst vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Dieses Wissen ist bis heute spürbar: Henriette denkt Räume stets architektonisch, mit Respekt vor Substanz und Struktur. Für sie bilden die „Bones“ eines Hauses – Linienführung, Symmetrie, Materialität – die Grundlage jeder Gestaltung.

Als Creative Director von VSP Interiors hat sie eine unverwechselbare Handschrift etabliert. Ihre Projekte sind klassisch in der Basis, doch lebendig in der Ausführung. Sie kombiniert reiche Farben mit interessanten Mustern, integriert erlesene Antiquitäten und maßgefertigte Einzelstücke und schafft so Interiors, die elegant, warm und selbstverständlich wirken. Nichts mutet dekoriert an, alles erscheint gewachsen.

Henriette liebt das Spiel der Kontraste: ein antiker Sekretär in einem modernen Setting, ein zeitgenössisches Kunstwerk in einem historischen Salon. Diese bewusste Spannung zwischen Alt und Neu verleiht ihren Räumen Charakter. Es geht ihr niemals um Perfektion im musealen Sinne, sondern um Atmosphäre – um Häuser, die bewohnt, geliebt und weiterentwickelt werden.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Zusammenarbeit mit Oficina Inglesa fast wie eine logische Konsequenz. Wenn eine Designerin mit tiefem Traditionsverständnis auf eine Manufaktur trifft, die klassische Möbelkunst mit höchster Präzision beherrscht, entsteht mehr als eine Kollektion – es entwickelt sich ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Henriette von Stockhausen

HIMMELBETT

VSP Interiors x Oficina Inglesa, Himmelbett, Chiltern, inspiriert von klassischem georgianischem Design in edlem Deep Mahogany Preis: € 10450 plus MwSt., exkl. Stoff (King Size)

KRANZLEISTE

VSP Interiors x Oficina Inglesa, Blenheim, Corona, inspiriert von einem antiken französischen Design in Deep Mahogany, € 2640 plus MwSt.

„Diese Kranzleiste wurde aus einem bestehenden Element entwickelt, das wir vor vielen Jahren im Rahmen eines historischen Hausprojekts umgesetzt haben. Sie zeichnet sich durch starke architektonische Details und Schnitzarbeiten aus, die dem Stück Gewicht und Proportion verleihen und einem Raum Schwere sowie klare Definition geben; insgesamt wirkt es eher maskulin.“

Henriette von Stockhausen

Im Zentrum der gemeinsamen Linie stehen Himmelbetten, Coronas, Nachttische und Esszimmerstühle, die in ihren Formen dem klassischen englischen Design verpflichtet sind. Doch statt mit historischer Schwere präsentieren sie sich mit neuer Leichtigkeit. Proportionen werden subtil angepasst, Details verfeinert, Oberflächen mit handbemalten Finishes und reich patinierten Hölzern entwickelt, die Wärme und Charakter ausstrahlen.

Vor allem die Himmelbetten entfalten eine beinahe theatrale Präsenz. Ein Baldachin verwandelt ein Schlafzimmer in einen Rückzugsort mit Intimität und Grandezza zugleich. Die Stoffe fallen weich, Rahmen setzen architektonische Akzente, und durch die maßgeschneiderte Fertigung wird jedes Stück zur persönlichen Interpretation von Luxus. Hier wird das Bett zur Bühne – für Textilien, Licht und Atmosphäre.

Die Betten wurden als perfekte Leinwand für Vorhänge entworfen, sodass Designer:innen und Kund:innen jedes Stück durch maßgeschneiderte Abmessungen, Oberflächen und Details individuell gestalten können. Henriette erläutert: „Jedes Detail wurde berücksichtigt und verfeinert, um die Betten und Baldachins zu optimieren, eine mühelose Montage zu gewährleisten und den Herstellern vielseitige Möglichkeiten für die Vorhänge zu bieten.“

Entsprechend ihrem gemeinsamen Bekenntnis zu traditionellen Polstertechniken schlug Oficina Inglesa vor, für die Esszimmerstühle Rosshaar zu verwenden – eine

Stuhl „DORSET“, € 1650 plus MwSt., exkl. Stoff

Anspielung auf die Tradition des englischen Stuhlbaus. Was diese Zusammenarbeit auszeichnet, ist eine gemeinsame Haltung: Die Möbel sollen Bestand haben. Sie sollen nicht als Saisonware dienen, sondern Begleiter über Jahrzehnte, vielleicht sogar Generationen sein. Stücke, die mit der Zeit Patina entwickeln und dadurch nur noch schöner werden.

INFOBOX

Oficina Inglesa

Chelsea Harbour Design Center 302, Design Centre East Chelsea, London SW10 0XE deutschland@oficinainglesa.com www.oficinainglesa.com

www.kunstmesse-kammer.com

ANNEMARIE WEISSENBACHER

SIE PRÄGT DIE NÄCHSTE GENERATION DER MEDIZIN.

„Salzburg soll nicht nur Kultur- und Festspielstadt sein, sondern auch ein ‚place to be‘ für ein exzellentes Medizinstudium“ – so lautet eines der Ziele der neuen Rektorin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU), Annemarie Weißenbacher. Seit Anfang des Jahres leitet die erfahrene Medizinerin und Wissenschaftlerin die international ausgerichtete Privatuniversität mit den Schwerpunkten Humanmedizin, Pflegewissenschaft und Pharmazie. Die gebürtige Tennengauerin hat mit der PMU viel vor.

Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Annemarie Weißenbacher, DPhil, MSc, wurde 1982 im Tennengau geboren, studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck, promovierte dort 2007 und absolvierte später am Nuffield Department of Surgical Sciences der Universität Oxford einen Doctor of Philosophy (DPhil) in Surgical Sciences und einen Master in Global Healthcare and Leadership. Zusätzlich erwarb sie die europäische Facharztqualifikation in Transplantationschirurgie (FEBS).

In ihrer klinischen Laufbahn leitete Weißenbacher Transplantationsprogramme, insbesondere für Niere und Pankreas, und engagierte sich intensiv in der Forschung

zur Organerhaltung. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf normothermer Maschinenperfusion, einer innovativen Methode, welche die Qualität transplantierter Organe verbessert und dadurch die Verfügbarkeit lebensrettender Organe erhöht. Sie ist Mitglied verschiedener internationaler Transplantationsgesellschaften und war an zahlreichen Publikationen zu Organreconditioning und Perfusionstechnologien beteiligt.

Der Stiftungsrat der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg wählte sie 2025 zur Rektorin. In dieser Funktion vereint sie ihre klinische Expertise mit der Leitung einer Medizinischen Universität, die Ausbildung, Forschung und klinische Praxis miteinander verbindet.

Schlossseiten: Was hat Sie an dieser neuen Aufgabe gereizt?

Annemarie Weißenbacher: Die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in dieser Position. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität ist ein Ausbildungsort für junge Menschen und schafft Zukunftsperspektiven. Hier bilden wir die nächsten Generationen von MedizinerInnen, PharmazeutInnen, PflegewissenschafterInnen, Forschenden und wissenschaftlich Interessierten aus. Ein zusätzlicher Anreiz war meine Herkunft: Ich kann wieder in meiner Heimat leben und als Rektorin den Bildungsstandort Salzburg mitgestalten.

Was möchten Sie für Salzburg erreichen?

Ich wünsche mir, dass unsere weltberühmte Kulturstadt auch mit der höchsten Stufe von Forschung und Lehre verbunden wird. Beide sind gerade heute immens wichtig. Gute Bildungsstandards fördern auch die Gesundheit einer Gesellschaft. Die PMU prägt Salzburg: Mit dem Universitätsklinikum sichert sie eine hervorragende medizinische Versorgung und stärkt den Wirtschaftsstandort. Salzburg soll nicht nur Kultur- und Festspielstadt sein, sondern auch ein „place to be“ für ein exzellentes Medizinstudium.

Welche Ziele verfolgen Sie für die PMU?

Die PMU soll über die Bundesländergrenzen hinaus als Universität gelten, an der talentierte junge Menschen ein

„Salzburg soll nicht nur Kultur- und Festspielstadt sein, sondern auch ein ,place to be‘ für ein exzellentes Medizinstudium.“

hochqualitatives Studium der Medizin, Pharmazie oder Pflege absolvieren. Studieren an der PMU soll gleichgesetzt sein mit Qualität und Innovation. Vision, Mut und Entschlossenheit prägten bereits die Gründer und Stifter der PMU. Und dies soll auch Grundlage von Forschung und Lehre bei uns sein.

Die PMU einst und jetzt – was liegt dazwischen?

50 Persönlichkeiten und das Land Salzburg schlossen sich 2002 zusammen, um in Salzburg eine Medizinuniversität zu realisieren: klein, familiär und unternehmerisch geprägt. Bald darauf kamen das Studium der Pflege,

2014 unser zweiter Standort in Nürnberg und dann das Pharmazie-Studium dazu. Die bisherige Forschungsleistung mit rund 40.000 Publikationen ist beachtlich. Dazu haben wir über 6.000 AbsolventInnen zu verzeichnen. Diesen Erfolg gilt es zu würdigen und weiterzuentwickeln. Gemeinsam mit dem Uniklinikum kann die PMU viel bewegen. Das gerade von uns mitbegründete Forschungszentrum Life Sciences Center Salzburg geht in Richtung einer zukunftsweisenden Gesundheitsversorgung, die enge nationale und internationale Kooperationen braucht. Dies ist entscheidend für medizinischen Fortschritt.

Was ist für gute MedizinerInnen unabdingbar?

Empathie, Wissensdurst, Zeit zum Zuhören, das Eingehen auf Patienten und die Suche nach individuellen Lösungen. Jeder Mensch ist einzigartig, jeder Fall anders. Diese Vielfalt macht das Fach Medizin spannend und verlangt lebenslanges Lernen.

Sie kommen aus der Transplantationschirurgie, einer „Königsdisziplin“. Welche Eigenschaften sind hierfür wichtig?

ChirurgInnen kommen Menschen körperlich sehr nahe. Das erfordert Vertrauen, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, unter Druck verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Wohin entwickelt sich die Medizin von morgen?

Individualisierte Medizin und Lebensqualität gewinnen weiter an Bedeutung. Wichtig ist auch eine starke interdisziplinäre Verbindung, etwa mit Ethik, Psychologie oder Philosophie. Medizinischer Fortschritt braucht Freiheit für Forschung und Wissenschaft. Und das wiederum bedarf finanzieller Unterstützung.

Die PMU ist eine Privatuniversität und auf private Finanzierung angewiesen. Eine große Herausforderung?

Privatuniversitäten werden nicht vom Bund finanziert, obwohl wir dieselben Akkreditierungskriterien wie staatliche Unis erfüllen müssen. Wir finanzieren uns selbst, wie zum Beispiel über Studiengebühren und Spenden. Förderer investieren nicht nur in eine Institution, sondern in gesellschaftlichen Fortschritt. Ohne ihre Unterstützung wären unsere Forschungsprojekte in diesem Umfang nicht möglich. Auch unsere hohe Stipendienausschüttung wäre nicht stemmbar. Allein im letzten Studienjahr konnten wir für über hundert hochtalentierte junge Menschen, die über keinen ausreichenden finanziellen Background verfügen, bis zu 70 Prozent ihrer Studiengebühren übernehmen.

Was brauchen Studierende für ein Studium an der PMU?

Leistungsbereitschaft und Resilienz. Unser Studium ist kompakt und anspruchsvoll, dafür dauert bei uns das Medizinstudium nur fünf Jahre. Zudem legen PMU-Studierende die international renommierte Lizenzprüfung USMLE Step 1 ab. Das ist eine große Herausforderung. Wir sind sehr stolz auf unsere exzellenten Absolventinnen und Absolventen.

Text: Eva von Schilgen INFOBOX

Strubergasse 21, 5020 Salzburg www.pmu.ac.at

SILBER – ZEITLOSER WERT. SPÜRBARE ELEGANZ.

Katharina Baumgartner-Nedwed

Treffpunkt für Silberliebhaber aus aller Welt

Seit Jahrtausenden geschätzt für Beständigkeit und Schönheit, steht Silber heute für mehr als Investition. Es ist ein Wert, den man sieht, fühlt und täglich erlebt: edle Haptik, klare Form, bleibende Qualität. Ob Liebhaber oder Investor – bei uns verbinden sich höchste Qualität mit Transparenz und persönlicher Expertise.

Antiquitäten im Glasergewölbe

Goldgasse 16, 5020 Salzburg +43 676 3919991

silber@glasergewoelbe.at www.glasergewoelbe.at

Salzburg PLACES TO GO

VON ELFEN VERZAUBERT

DIE WUNDERVOLLE MÄRCHENWELT VON

ELA VON SCHLOSSLÖWENSTEIN

Ela von Schlosslöwenstein ist weit mehr als eine Märchenerzählerin – sie bewahrt Träume, fördert Empathie und Naturliebe. Mit ihren Büchern lädt sie zu Staunen, Glauben und einem achtsamen Leben ein. Ihre Geschichten verbinden spannende Abenteuer mit poetischen Wegweisern für Herz und Seele.

„Elfen haben mich seit frühester Kindheit interessiert, obwohl ich gar nicht genau sagen kann, woher das kommt.“

Ela von Schlosslöwenstein

In einer hektischen Welt bieten ihre Erzählungen eine Oase der Ruhe. Elfen, Tiere und andere Wesen handeln mit Mitgefühl und Geduld, vermitteln Freundschaft, Unterstützung und den Glauben an das Gute. Zugleich geben manche Geschichten Wissen über Pflanzen und Natur weiter – Magie trifft auf Alltagsweisheit.

Ela erschafft eine märchenhafte Welt voller Wunder, sowohl im Text als auch in eigenen Illustrationen. Ihre Bücher erscheinen hochwertig gestaltet: Samteinband,

Goldprägung, farbiger Buchschnitt und Lesebändchen –im digitalen Zeitalter eine Hommage an die Buchkunst.

Die einfache, klare Sprache macht die Geschichten für Kinder zum Vorlesen und für Erwachsene zu einem nostalgischen Rückbesinnungserlebnis. Themen wie Freundschaft, Hoffnung, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Naturmagie sprechen generationenübergreifend an. So werden Elas Elfen zu Botschaftern einer universellen Sehnsucht nach Harmonie, Verbundenheit und innerem Frieden.

„Sei mutig und glaube Deinem Herzen, denn es gibt sie, die Elfen, die Gnome, die Tiere wie die Menschen.“
Ela von Schlosslöwenstein

ABIGAIL UND ANTONIN

ie kleine Elfe Abigail Gloriella, kurz Abby genannt, liegt gemütlich und weich auf ihrem Lieblingsplatz im Wald, umgeben von wunderschönen, faszinierenden Moosen und Flechten. Sie ist eingeschlafen.

Plötzlich weckt sie ein kleiner Geselle. Es ist der Bote des großen Herrn über die Moose und Flechten. „Ich

grüße dich gar freundlich, liebe Elfe Abigail Gloriella, und hoffe, du hast gut geruht hier auf diesem weichen grünen Bettchen. Ich wurde geschickt, dir zu berichten, dass der mürrische, zornige Wurzelgnom – du weißt schon, der, der immer so finster schaut und allen aus dem Weg geht –, dass also dieser Gnom dringend deine Hilfe benötigt. Nicht, dass er selbst dies so sehen würde, nein – aber unser großes, weites Wurzelnetz der Flechten und Moose ist sich da ganz sicher. Geh doch bitte mal hin zu ihm und sprich mit ihm. Ich sage nur ,CELLO‘. Gehab dich wohl, liebste Elfe Abigail Gloriella.“

Und bevor Abby ihm antworten kann, ist er auch schon wieder verschwunden. „Na, so was“, denkt sie nur, „da werde ich mich doch gleich auf den Weg machen.“

Sie setzt sich ihr Hütchen auf, richtet ihre Flügelchen und marschiert los, den mürrischen Gnom zu suchen. Ein paar Pilze, Käfer und Vögel weisen ihr den Weg, und so hat sie ihn bald gefunden.

Er spaziert gerade finster dreinblickend und weder nach links noch nach rechts schauend einen kleinen Waldweg entlang.

Abby trippelt neben ihm her und singt fröhlich vor sich hin. Dieser Fröhlichkeit und dem Liedchen kann

sich der Gnom nicht entziehen, und plötzlich bleibt er stehen und brummt: „Was willst du von mir? Lass mich in Ruh!“

„Oh nein, du mürrischer kleiner Wicht – das tu ich nicht. Ich begleite dich, und du erzählst mir was“, antwortet Abby.

„Erstens bin ich kein mürrischer kleiner Wicht – ich heiße Antonin. Und zweitens erzähl ich dir auch nichts. So, jetzt weißt du es!“, entgegnet der Gnom.

„Oh“, meint Abby, „ich wusste gar nicht, dass du einen so schönen Namen hast. Der ist wirklich wunderschön und klingt wie ein kleines Lied.“ Und Abby beginnt wieder vor sich hin zu summen und zu singen: „Antonin, oh Antonin, du bist einzigartig wie ein Rubin.“

Antonin genießt das eigentlich, auch das Gespräch mit der kleinen Elfe, will aber nicht, dass Abby das merkt.

„Hey, Antonin“, meint Abby plötzlich, „ich weiß aus ganz sicherer Quelle – also aus dem großen Informationsnetz der Moose und Flechten –, dass du äußerst musikalisch bist und sehr viel über Musik und ganz besonders viel über das Cello weißt. Du solltest Cello spielen – ja!“

„Papperlapapp – das fehlte noch“, meint Antonin. Aber insgeheim gefällt ihm diese Idee außerordentlich gut. „Und Antonin“, erzählt Abby weiter, „ich kenne da diesen begabten – ganz besonderen – Instrumentenbauer. Du weißt schon, der, der auch die Elfen hören kann und mit ihnen spricht. Bei Wurzelgnomen bin ich mir da allerdings gar nicht so sicher.“ Abby zwinkert Antonin fröhlich zu. „Den werde ich jetzt bitten, dir ein Cello zu bauen. Oh ja – ich freu mich, was für eine gute Idee!“

Abby braucht noch einige Zeit, bis Antonin zugibt, dass er diese Idee ebenfalls sehr gut findet – also eigentlich gibt er nur zu, dass er diese Idee eventuell und unter gewissen Umständen nicht ganz so schlecht findet. Heimlich studiert er das Cello schon eine lange Zeit. In Gedanken kann er auch schon darauf spielen. Das erzählt er Abby allerdings nicht. „Die hält mich dann doch für verrückt, und außerdem muss die auch nicht alles wissen“, denkt er für sich.

Abby hat gesehen, wie Antonins Augen beim Thema Musik und vor allem beim Thema Cello geleuchtet haben, und sie weiß jetzt, dass es den mürrischen, zornigen Wurzelgnom bald nicht mehr geben wird. Es gibt dann nur noch den musizierenden, fröhlichen Antonin. Dankbar verabschiedet sie sich von ihrem Freund Antonin, der irgendwie im Moment gar nicht so recht weiß, wie ihm geschieht. Aber er fühlt sich so gut wie schon lange nicht mehr.

Text: Eva von Schilgen

INFOBOX

Wundervolle Elfenwelt Ela von Schlosslöwenstein

ISBN:

978-3-9505906-2-3 | 978-3-200-10223-1

Hörbuch: ISBN 978-3-9505906-4-7 www.wundervolle-elfenwelt.at

Die Galerie Schloss Parz im ersten Stock des Wasserschlosses erreicht man am besten über den restaurierten Steg, der ursprünglich in Bad Ischl in Verwendung war.

GALERIE SCHLOSS PARZ

CROSSOVER VON ZEITEN & GENERATIONEN

Die großzügige Zimmerflucht des Parzer Wasserschlosses eignet sich ideal als Galerie und lässt die Räume aus der Renaissancezeit mit der Kunst von Heute in einen Dialog treten.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch

Die beiden Junggaleristen Vincenz Mössenböck und Nikolaus Spiegelfeld führen die Galerie mit Begeisterung.

Die Lichtobjekte der Konzeptkünstlerin Billi Thanner und die farbintensiven, expressiven Bilder der Madita Kloss, aber auch die Gegenüberstellung der minimalistischen Gemälde des renommierten Jakob Gasteiger zu den Arbeiten des Marmorkünstlers Peter Niedertscheider und der Malerei des Alex Ruthner, die sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bewegen, sind charakteristisch für die Ausrichtung der Galerie Schloss Parz im oberösterreichischen Grieskirchen. Hier haben Jacinta Mössenböck, ihr Bruder Laurenz Pöttinger sowie die zwei Jungunternehmer Vincenz Mössenböck und Nikolaus Spiegelfeld einen Kraftort der Kreativität wiederbelebt und als Treffpunkt für Kunstbegeisterte etabliert.

Ein Landschloss, wie es im Bilderbuch zu sehen ist. Das kompakte, hell gestrichene Gebäude sitzt auf einem steinernen Sockel aus alter Zeit. Im Jahre 1220 wurde die Wasserburg erstmals urkundlich erwähnt, und sie konnte den turbulenten Jahrhunderten bis heute standhalten. Eine gemauerte Brücke auf der einen und ein alter Steg aus Bad Ischl, der dort vor vielen Jahren wegen technischer Mängel abgebaut werden musste und hier frisch renoviert das zweite Obergeschoss barrierefrei erschließt, auf der gegenüberliegenden Seite überspannen

den gut gefüllten Wassergraben. Nikolaus Spiegelfeld kommt uns entgegen. Er, der Mitte 30-Jährige, hat die Galerie erst vor wenigen Jahren von seinem Vater Georg übernommen und ist mit Begeisterung und Verständnis dabei, gemeinsam mit seinen drei Partnern hochkarätiges Galerienprogramm zu machen.

„Wir folgen generell dem Konzept, nicht dekorative Kunst zu zeigen, sondern ernsthafte zeitgenössische Positionen. Und wir sind überzeugt, dass Reibung etwas sehr Gutes ist“, sagt der junge Galerist. „Wir arbeiten bewusst mit Kontrasten wie jung zu arriviert, urban zu ländlich, leise zu expressiv. Es ist für uns eine Freude, etablierte große Namen zu zeigen, denn das ist wichtig, das muss man tun. Was aber zeigt man dazu? Junge, provokante, noch nicht so bekannte Positionen? Und was entsteht dann? Genauso bespielen wir unsere Räume. Dabei geht es nicht um das Dekorieren oder um die Frage, wie das dort hineinpasst. Es ist vielmehr das, was wir wollen. Es ist sozusagen unser aktiver Part, und es ist spannend, wie das in dem Schloss funktioniert und was es bei den Besuchern auslöst“, so Nikolaus Spiegelfeld.

Das Wasserschloss ist für eine Galerie ideal. Man kommt zuerst in den von Nikolaus Spiegelfeld so benannten

Knarrende Holzböden, große Flügeltüren und ein Kachelofen statt eines White-Cube-Ausstellungsraumes.

Bücher und Kataloge, aber auch Kunstwerke laden die Besucher zum Stöbern ein.

„Verteilerraum“. Hier findet der Empfang statt, stapeln sich interessante Bücher, Plakate und Kataloge, warten Kaffeemaschine und Weingläser. Anschließend gelangt man in den Hauptraum, von dem aus jeweils rechts und links weitere folgen. Idealerweise gibt es an den Enden keine Fenster. „Da können wir zwei starke, große Bilder zeigen, die man auch einmal aus der Distanz von 15 Metern auf sich wirken lassen kann“, freut sich der Galerist. „Wir haben eben auch Räume, die ganz anders funktionieren als übliche Ausstellungskonzepte im White Cube. Bei uns knarrt der Boden, knistern die Kachelöfen, fallen alte Fenster- und Türstöcke ins Auge.“

Schloss Parz ist in dieser Hinsicht schon altbewährt. Vor rund 60 Jahren war es als wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst bekannt. Damals, als der Maler Hans Hoffmann-Ybbs und seine Lebensgefährtin Charlotte Buck hier ein kulturelles Zentrum mit reger Ausstellungstätigkeit aufzogen, legten sie den Grundstein für die jetzige Galerie. Diese wurde 2007 von der Goldschmiedin Jacinta Maria Mössenböck und ihrem Bruder, dem Kunstschmied Laurenz Pöttinger, gegründet und hat sich mittlerweile zu einem österreichweit beachteten Zentrum für nationale und internationale Gegenwartskunst etabliert.

Billi Thanner, deren 36 Meter hohe „Himmelsleiter“ als beleuchtete Leiter an der Südwand des Stephansdoms erstrahlte und weithin sichtbar war, oder das Unendlichkeitssymbol, das jetzt die beiden Türme der Votivkirche umschlingt, sind im März in Schloss Parz zu erleben. „Die Ausstellung versteht sich als Einladung, Zeit nicht linear zu denken, sondern als Geflecht aus Überlagerungen, Brüchen und Wiederholungen“, kündigt Jacinta Mössenböck an. Einen bewussten Kontrapunkt zu Billi Thanners Lichtobjekten bildet die Malerei von Madita Kloss, die als Art-Direktorin erfolgreich war, bevor sie selbst zu malen begann. „In ihren Bildern verbinden sich mythologische und biblische Motive mit zeitgenössischer Popkultur und expressiver Farbigkeit. Aktive, selbstbestimmte Frauenfiguren sind in Bildräume eingebettet, die wie verdichtete Szenen eines visuellen Dramas wirken“, beschreiben die Galeristen.

Genauso hochkarätig geht es in Schloss Parz im April weiter. Dann stehen Werke von Jakob Gasteiger im Fokus, dazu die fein gearbeiteten Steinobjekte von Peter Niedertscheider und die Gemälde von Alex Ruthner, der oft auf klassische Motive wie Blumenstillleben zurückgreift, diese dann verfremdet und in neue Kontexte setzt. „Jakob Gasteiger schafft es, herrlich zu provozieren“, findet Nikolaus Spiegelfeld. „Viele stehen davor und überlegen sich, ob sie das auch könnten. Das ist das Spannende an der Kunst – dass sie etwas auslöst, den Betrachter nicht langweilt, er sich darauf einlässt.“ Gasteiger lotet die Möglichkeiten der Malerei radikal aus, indem er Farbe nicht abbildet, sondern als Material und Struktur erfahrbar macht.

Wenn Nikolaus Spiegelfeld von Künstlern und Kunst spricht, von Herangehensweisen und Bedeutungen, von Ästhetik und Wirkung, ist er voll des Enthusiasmus und kaum zu stoppen. Doch wie ist er zur Kunst gekommen? Hatte er doch etwas ganz anderes studiert und beschäftigte sich mit der Verwaltung und Entwicklung denkmalgeschützter Gebäude wie Schloss Tillysburg, das man für Veranstaltungen mieten kann und in dem alljährlich die Festspiele Schloss Tillysburg stattfinden. Außerdem wird unter seiner Hand gerade das Schloss Losensteinleiten in Wolfern in Oberösterreich saniert und zu Wohnungen und Gewerbeflächen umgebaut.

Zur Kunst kam er „über den ganz klassischen Weg“, wie Nikolaus Spiegelfeld erzählt. „Einen guten Lehrer in bildnerischer Erziehung, der uns schon früh für die Kunstgeschichte begeistert hat, und eine Tante, die mich oft in Museen mitgenommen hat, waren die beiden prägenden Menschen.“

Schloss Parz ist als Kunstort historisch gewachsen. Bereits in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde hier unter Hans Hoffmann-Ybbs und Charlotte Buck ein intensives Ausstellungs- und Kulturleben etabliert. Die Galerie führt diesen Geist mit einem klar zeitgenössischen Programm und neuen Positionen aus dem In- und Ausland weiter.

Als Georg Spiegelfeld-Schneeburg, Nikolaus’ Vater, das Wasserschloss Parz übernahm, war eine Großreparatur vonnöten. „Es dürfte sehr desolat gewesen sein, doch jetzt ist das ganze Haus in Schuss“, betont sein Sohn. Und so nutzen die Galeristin Jacinta Mössenböck, ihr Sohn Vincenz, der jahrelang mit Nikolaus die Schulbank drückte und mit ihm befreundet ist, Laurenz Pöttinger und Nikolaus Spiegelfeld ihre Beziehungen zu Künstlern und Künstlerinnen, um ihre Programmvorstellungen zu realisieren, ihre Messeauftritte zu gestalten – heuer beispielsweise bei der paper positions in Berlin-Tempelhof, dem ehemaligen Flughafen – und last, but not least Sonderaktionen wie „Unter Tausend“ zu realisieren, eine Schau in den Galerieräumen, bei der im vergangenen Dezember 38 KünstlerInnen je drei Arbeiten zu Preisen unter 1.000 € präsentieren durften. Der enorme Erfolg bestärkte das Team, auf diese Art weiterzumachen –nicht zuletzt, um auch junge Sammler zu bedienen.

Schön sind auch die großen Fenster, die Licht in die Galerieräume lassen und gleichzeitig einen herrlichen Ausblick auf die Natur rundherum bieten.

Die etablierten Künstlerpersönlichkeiten Hubert Schmalix, Hans Weigand, Siegfried Anzinger, Franz Josef Altenburg, Christian Ludwig Attersee, Muntean Rosenblum, Parov Stelar und andere mehr sind Positionen, die schon seit vielen Jahren mit der Galerie Schloss Parz verbunden sind. Sie alle mit jungen Künstlern wie Louis Szápáry, Christian Rothwangl oder Sebastian Speckmann in Ausstellungen zu einem Dialog zusammenzuführen, ist eine Ambition der Galeristen. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Jungen für Kunst zu begeistern, sie einzuladen und die Galerie zu einem sozialen Treffpunkt für uns alle werden zu lassen“, sagt Nikolaus Spiegelfeld auch im Namen seines gleichaltrigen Mitstreiters Vincenz Mössenböck.

Auf knapp 400 m2 Galeriefläche plus einem gut gefüllten Schaulager können sich die BesucherInnen der Galerie Schloss Parz davon überzeugen, wie fantasievoll sich zwei unterschiedliche Generationen an Unternehmern in einem Galerieprogramm widerspiegeln.

Galerie Schloss Parz Parz 1

4710 Grieskirchen www.galerieschlossparz.at

TERMINE 2026

2. März

„Zeitlinien“ – Billi Thanner –Kunst im Kabinett: Madita Kloss

13. April

Jakob Gasteiger, Peter Niedertscheider und Alexander Ruthner

8. Juni

Heiner Meyer – Kunst im Kabinett: Sebastian Speckmann

7. September

Siegfried Anzinger und Christian Rothwangl

Auf rund 2.200 Hektar bietet das Revier eine exklusive Jagdmöglichkeit auf Rotwild, Gams- und Rehwild – eingebettet in eine Landscha , die seit Generationen unverändert ihre Würde bewahrt hat.

Ein Ort, an dem Zeit stillzustehen scheint – und die Geschichte der Rothschilds im Einklang mit der Natur weiterlebt.

Bei Interesse am Jagdhaus und für nähere Informationen zu Jagderlebnissen wenden Sie sich bitte an:

Forstverwaltung Neuhaus GmbH Maierhöfen 1 3294 Langau bei Gaming +43 7480 5201 o ice@fv-neuhaus.at

DIE WIENER ROTHSCHILDS

Teil 2:

IHRE IMMOBILIEN UND SAMMLUNGEN

Die Wiener Linie der Familie Rothschild prägte nicht nur die Finanzwelt Österreichs, sondern hinterließ auch ein bleibendes kulturelles Erbe. Mit ihren Bauprojekten und Sammlungen trugen sie maßgeblich zur kulturellen Blüte Wiens bei.

Im Talmud, dem zentralen Werk jüdischer Gelehrsamkeit, findet sich eine der frühesten bekannten Empfehlungen zur Diversifizierung von Vermögen. Land wird als beständiger Wert empfohlen, Investitionen in Waren, also Handel und Unternehmungen, bieten hohes Wachstumspotenzial. Das letzte Drittel sind liquide Mittel: Diese ermöglichen Flexibilität und schnelle Reaktion auf unvorhergesehene Ausgaben oder Chancen, ohne illiquide Vermögenswerte veräußern zu müssen. Auf diese Weise verbindet die talmudische Anlagestrategie Stabilität, Wachstum und Liquidität – Prinzipien, die auch heute noch als Grundlage erfolgreicher Vermögensplanung gelten.

Salomon Mayer von Rothschild (1774–1855) gründete 1820 die Wiener Niederlassung der RothschildBank und etablierte sich schnell als führender Bankier in Österreich. Er finanzierte große Projekte, darunter

Staatsanleihen und Infrastrukturvorhaben wie Eisenbahnprojekte. Sein Reichtum und sein Einfluss beruhten auf Finanzgeschäften, Handel und Investitionen und kaum auf Immobilien, da Juden zu dieser Zeit in Österreich noch weitgehend daran gehindert waren, Land zu erwerben. Erst mit dem von Kaiser Franz Josef II. im Jahr 1860 unterzeichneten Gleichstellungsgesetz erhielten diese in Österreich volle bürgerliche Rechte und somit auch die Möglichkeit, Grundstücke zu besitzen, was zuvor oft eingeschränkt war.

Die Familie Rothschild gehörte bald zu den größten privaten Grundbesitzern in Österreich. Darunter befanden sich prächtige Stadtpalais, Landgüter, Jagdschlösser und landwirtschaftliche Anwesen. Die Forstbesitzungen wurden professionell bewirtschaftet und bildeten eine wichtige wirtschaftliche Grundlage der Rothschilds. Während der NS-Zeit wurden viele dieser Liegenschaften beschlagnahmt und die Familie enteignet.

Porträt von Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich (1614–1662), von David Teniers

DIE WIENER PALAIS

Palais Albert Rothschild von Albert Salomon von Rothschild (1844–1911)

Der französische Architekt Gabriel-Hippolyte Destailleur entwarf das Gebäude im Stil der französischen Neorenaissance in der Prinz-Eugen-Straße 20–22. Das zwischen 1876 und 1884 erbaute Palais beeindruckte durch prunkvolle Festsäle, eine berühmte Bibliothek sowie eine der bedeutendsten privaten Kunst- und Waffensammlungen. 1938 wurde das Palais zur GestapoZentrale umfunktioniert. Nach Jahren des Verfalls wurde es 1954 abgerissen, an seiner Stelle ein Verwaltungsgebäude für die Arbeiterkammer Wien errichtet.

Palais Nathaniel Rothschild von Nathaniel von Rothschild (1836–1905)

Der zweigeschoßige Wohn- und Repräsentationspalast in der Theresianumgasse 14–16 wurde vom französischen Architekten Jean Girette im prachtvollen französischen Neobarockstil entworfen und zwischen 1871 und 1879 erbaut. Ab 1938 diente das Palais als Nazi-Dienststelle. Im Krieg 1944 beschädigt, wurde es 1952 abgerissen.

Palais Plösslgasse von Nathaniel Meyer von Rothschild (1836–1905)

Das kleine, elegante Stadtpalais im Wieden-Viertel Wiens um 1878 nach Plänen des Architekten Viktor Rumpelmayer erbaut, wurde bereits ein Jahr nach der Fertigstellung an den Grafen Friedrich-Carl Kinsky verkauft.

Treppenhaus im Palais Albert Rothschild, Wien, Aquarell von Ludwig Rösch, um 1907

Palais Rothschild Renngasse von Salomon von Rothschild (1774–1855) Erbaut 1847 vom „Ringstraßen-Architekten“ Ludwig Förster, war es Sitz der größten und bedeutendsten Privatbank Österreichs, der von Salomon begründeten „S.M.v.Rothschild Bank“. Im Krieg bis auf die Fassade schwer beschädigt, erwarb 1951 die Schoeller Bank das Gebäude und baute dieses zur Zentrale aus.

Das Palais des Freiherrn Albert von Rothschild in der damaligen Heugasse 26 im 4. Wiener Gemeindebezirk (Gartenseite)

DIE SCHLÖSSER UND JAGDHÄUSER

Albert Salomon Anselm von Rothschild (1844–1911), zu seiner Zeit einer der reichsten Männer der Welt, kaufte 1875 für 2,5 Millionen Gulden die Besitzungen der im Zuge des Wiener Börsenkrachs 1873 bankrottgegangenen Aktiengesellschaft für Forstunternehmungen der Grafen Festetics. Der Kaufpreis der über 28.200 Hektar im Ybbs- und im Erlauftal entsprach lediglich einem Viertel des tatsächlichen Wertes. Zudem wurde der Besitz mehrmals erweitert, sodass er im Jahr 1910 über 31.000 Hektar groß war.

Vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte die Familie Rothschild 67 Forstbeamte und etwa 950 Waldarbeiter und galt als sozial verantwortlicher Arbeitgeber. Für die Forst- und Sägewerksarbeiter wurde eine eigene Pensionskasse eingerichtet, die eine geregelte Altersversorgung sicherstellte. Im 1888 eröffneten Lebensmittelmagazin konnten sich die Mitarbeiter zum Selbstkostenpreis versorgen. Ein Betriebsarzt sowie ein kleines Spital mit eigener Krankenschwester sorgten für die gesundheitliche Betreuung. Baronin Bettina Rothschild ließ in Göstling ein Kinderheim errichten. In Gaming entstand ein Pensionsheim für arbeitsunfähige Forstarbeiter, und 1895 wurde in Trübenbach eine Volksschule gebaut. Für Brandschutz und Sicherheit sorgte die eigens gegründete „Betriebsfeuerwehr der Rothschild’schen Forstverwaltung Langau“.

Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs 1875 ließ Albert von Rothschild (1844–1911) die mittelalterliche Burg zu einem repräsentativen Verwaltungssitz seiner weitläufigen Besitzungen im Ybbstal ausbauen. Unter der Leitung des Architekten Friedrich von Schmidt, der auch das Wiener Rathaus erbaut hatte, erhielt das Gebäude ab 1881 seine markante neugotische Gestalt. Sein Sohn Louis Nathaniel von Rothschild (1882–1955) erbte den Besitz.

Die Familie ließ für das Schloss ein eigenes Kraftwerk am Schwarzbach errichten und spendete der Stadt erhebliche Beträge für die Kanalisierung und andere Infrastrukturprojekte sowie für die Armenfürsorge. Nach der Enteignung 1938 verkehrten bis 1945 viele NS-Größen im Schloss. Nach dem Krieg wurde das Schloss zunächst als Forstfachschule genutzt. In den 2000er-Jahren erfolgte eine umfassende Renovierung. Der Wiener Architekt Hans Hollein (1934–2014) integrierte moderne Elemente wie den gläsernen Kubus am Schlossturm. Heute dient das Schloss als Kultur- und Veranstaltungszentrum mit der Stadtbibliothek, dem 5-Elemente-Museum, dem Schaudepot sowie Ausstellungen im Schlossturm und wird als Ort für Konzerte, Seminare und Feste genutzt. Der angrenzende Schlosspark wurde nach ökologischen „Natur im Garten“-Richtlinien gestaltet.

Albert Salomon und Bettina von Rothschild
Foto: ©
Foto: © Martin Hirsch
Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs

Jagdvilla Langau im Ybbstal

Die Villa, eine der repräsentativsten Refugien der Familie Rothschild in Niederösterreich, diente als Zentrum für die Jagdleidenschaft der Familie. Die Liegenschaft umfasste neben der Jagdvilla einen 15 Hektar

großen Park, eine eigene Meierei mit 16–20 Kühen, einen Fischteich, Pferdeställe, Gewächshäuser, eine Kegelbahn, eine Sternwarte sowie Garagen und ein eigenes Elektrizitätswerk. Franz Xaver Pausinger, der Lieblingsmaler von Albert Rothschild, war des Öfteren hier zu Gast.

Nach Albert Rothschild erbte sein Sohn Alphonse den Besitz und wurde 1938 von den Nationalsozialisten enteignet. 1948 erhielt seine Frau Clarice die Domäne restituiert. Ihre Tochter Bettina Looram (1924–2012) nutzte das Anwesen intensiv und verstarb hier 2012. Heute werden die mittlerweile an die Familie Prinzhorn verkauften Gebäude als Ferienwohnungen vermietet.

Jagdhaus Steinbachtal

Das 1894 errichtete Jagdhaus Steinbachtal bei Göstling an der Ybbs zählte zu den bedeutenden Jagdanwesen der Familie Rothschild im Mostviertel. Nach dem Tod Alberts ging es in den Besitz seiner Söhne Alphonse und Louis Nathaniel über. 1938 wurde das Jagdhaus vom NS-Staat übernommen, ab 1939 diente es unter dem Tarnnamen „Jagd“ als geheimes Auslagerungsdepot für Kunstwerke des Kunsthistorischen Museums Wien. In jüngerer Zeit wurde das Gebäude durch einen Brand schwer beschädigt und ist heute nicht mehr erhalten.

Jagdvilla Langau im Ybbstal
Jagdhaus Steinbachtal

Jagdschloss Hollenstein Ursprünglich seit 1648 als Herrenhaus „Unter der Leuthen“ bekannt, wechselte das Anwesen im Laufe der Zeit mehrfach den Besitzer, bis es Ende des 19. Jahrhunderts von Albert von Rothschild erworben wurde. Unter seiner Leitung wurde das Gebäude zu einem repräsentativen Jagdsitz im Schweizer Chalet-Stil umgestaltet. Während der Wirtschaftskrise musste Louis Nathaniel von Rothschild (1882–1955) das Haus schließlich an die Bundesforste veräußern. Heute wird das Anwesen als landwirtschaftliche Fachschule genutzt.

Schloss Enzesfeld

Albert Salomon Anselm von Rothschild (1844–1911) erwarb 1880 das Schloss, dessen Ursprung auf einen Herrensitz aus dem 12. Jahrhundert zurückgeht. Er ließ es umfangreich restaurieren und stattete es mit wertvollem Inventar aus. Sein Neffe Eugène von Rothschild erbte das Anwesen und machte es zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Eugènes Ehefrau Cathleen „Kitty“ Wolf (1885–1946) lud den Herzog von Windsor nach seiner Abdankung an Edward VIII., König von England, und seiner Abreise zu einem Aufenthalt auf Enzesfeld ein. Er blieb drei Monate, bis er und Wallis Simpson sich im Mai 1937 im Château de Candé in Monts, Frankreich, trafen und einen Monat später heiraten.

Von 1938 bis 1945 wurde das Schloss von Truppenteilen der Wehrmacht und der SS genutzt. Nach Kriegsende diente es als russisches Lazarett und wurde verwüstet. Eugène von Rothschild verkaufte Schloss Enzesfeld 1963 an Baron Hubert von Pantz, der dort die Golfpark Enzesfeld GmbH gründete und das Gelände zu einem Golf- und Freizeitclub umgestaltete. 2003 kaufte der international tätige deutsche Wirtschaftsberater Georg H. Schnura das baufällige Schloss samt Park und Nebengebäuden und ließ es mit großem finanziellen Aufwand und Liebe zum Detail binnen zehn Jahren von Grund auf sanieren.

Jagdschloss Hollenstein
Foto: © wikipedia
Prinz Edward und Wallis Simpson, 1935

Schloss Hinterleiten in Reichenau an der Rax

Schloss Hinterleiten in Reichenau an der Rax

Eine Sommerresidenz im Stil der Neorenaissance ließ sich 1884 bis 1889 Nathaniel Anselm von Rothschild (1836–1905) errichten, jedoch wurde diese nie fertiggestellt. 1894 erfolgte die Stiftung als Heim für invalide Offiziere. Ab 1900 diente es dem k. u. k. Kriegsministerium als Stiftungsbehörde. Während des Zweiten Weltkrieges war es ein Erholungsheim für Waisenkinder, später ein Lazarett. Es befindet sich im Besitz der „Vereinigten Altösterreichischen Militärstiftungen“ und wird vermietet.

Schloss Gaming/Kartause Gaming

Die ehemalige Kartause Gaming, eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Spätmittelalters, gelangte im 19. Jahrhundert in den Besitz der Familie Rothschild. Diese nutzte sie als Verwaltungszentrum ihrer Forstund Montanbetriebe im Ötscherland.

Nathaniel Meyer Freiherr von Rothschild (1836–1905), Foto um 1890
Foto:
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Der Urwald Rothwald

Das rund 400 Hektar große Waldgebiet in den niederösterreichischen Kalkalpen ist das größte zusammenhängende Urwaldgebiet Mitteleuropas. 1875 erwarb Albert Salomon Anselm von Rothschild das Gebiet als Teil des weitläufigen Forst- und Grundbesitzes der Familie in Niederösterreich und stellte es unter Schutz, um seine einzigartige Natur für kommende Generationen zu bewahren. Sein Engagement legte den Grundstein für das heutige Wildnisgebiet DürrensteinLassingtal, das 2017 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurde.

Heute gilt der Urwald Rothwald als bedeutendes Schutzgebiet, das nicht nur die biologische Vielfalt bewahrt, sondern auch als Forschungsobjekt für Wissenschaftler dient, die die Entwicklung von Primärwäldern untersuchen.

Blumen in einer Steingutvase, Jan Brueghel

DIE SAMMLUNGEN

Alphonse von Rothschild (1878–1942), Sohn von Albert von Rothschild, gehörte vor 1938 zu den bedeutendsten privaten Kunstmäzenen Österreichs. Seine Sammlung umfasste mehrere Tausend Objekte, darunter Gemälde von Frans Hals, David Teniers, Jean-Honoré Fragonard und anderen alten Meistern, zahlreiche französische Rokoko-Möbel und dekorative Kunstwerke.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland wurde die Sammlung 1938 von den Nationalsozialisten arisiert und in staatlichen Besitz überführt. Große Teile gingen an das Kunsthistorische Museum Wien, das Belvedere, das Museum für angewandte Kunst und andere Institutionen. Viele Stücke landeten in den Sammlungen von NS-Größen wie Hermann Göring.

Nach 1945 wurde nur ein Teil restituiert, oft unter der Bedingung, dass die Familie im Gegenzug Kunstwerke abgeben musste. Das österreichische Kunstrückgabegesetz von 1998 brachte eine Wende: 1999/2000 gab Österreich erstmals rund 250 Kunstwerke an die Erben, die zum Teil in den USA und Frankreich lebten, zurück. Viele Werke gelangten anschließend auf den internationalen Kunstmarkt.

Der Brand im Quartier von San Marcuola, Francesco Guardi
Foto:
Baron
Die RothschildEnteignungen gelten als eines der größten Beispiele von Kunst- und Kulturgutraub durch die Nationalsozialisten in Österreich.

Ein Teil der Sammlung befindet sich heute u. a. im Metropolitan Museum of Art (New York), im Louvre, im British Museum und im Getty Museum – oft mit dem Hinweis „Sammlung Rothschild, Wien“.

Die Rothschild-Enteignungen gelten als eines der größten Beispiele von Kunst- und Kulturgutraub durch die Nationalsozialisten in Österreich und sind bis heute Gegenstand von Restitutionsverfahren. Der Fall Rothschild hatte nicht nur symbolische Bedeutung, sondern markierte auch einen entscheidenden Schritt für weitere Restitutionen, etwa im berühmten Fall um Gustav Klimts „Goldene Adele“, die 2006 an Maria Altmann zurückgegeben wurde.

Text: Eva von Schilgen

Alphonse von Rothschild, ca. 1900

Übergabe des Rundschilds aus der Sammlung Louis Rothschild an den Bevollmächtigten der Rechtsnachfolger*innen; von rechts nach links: Direktor Dr. Martin Hochleitner, Dr. Susanne Rolinek (Historikerin, Provenienzforscherin Salzburg Museum), DI Johannes Doppler (Bevollmächtigter) und Ehefrau.

EIN RUNDSCHILD KEHRT ZU ROTHSCHILDS ERBEN ZURÜCK

BEWEGTE, BEWEGENDE GESCHICHTE

Zuletzt konnte am Salzburg Museum nach mehrjähriger intensiver Recherche die Herkunft eines kunstvoll verarbeiteten Rundschilds eindeutig der Sammlung Louis Rothschild zugeordnet werden. Anfang 2026 wurde das Objekt an die Erben übergeben.

Der Rundschild aus Holz und Leder, teils versilbert und wunderschön farbig gefasst, entstand um 1600 vermutlich in Oberitalien und war wohl zur räumlich-dekorativen Ausschmückung der Salzburger Festung gedacht. Das Objekt kam 1941 auf Wunsch des Salzburg Museums (damals Stadtmuseum bzw. Städtisches Museum Salzburg) als sogenannte „Führerspende“ in den Bestand des Museums.

LOUIS ROTHSCHILD

Der Bankier, Unternehmer und bedeutende Kunstsammler Louis Rothschild (geb. 5.3.1882 in Wien, gest. 15.1.1955 in Montego Bay, Jamaica) wurde als Jude während der NS-Zeit verfolgt und enteignet. Seine geplante Flucht in das sichere Ausland am 12. März 1938 – dem Tag der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich – scheiterte, die Gestapo verhaftete ihn bereits am folgenden Tag. Rothschilds Eigentum und Vermögen wurden eingezogen; die Kunstsammlung stellte Hitler mittels des sogenannten „Führervorbehalts“ unter seine persönliche Kontrolle. Erst nach Überlassung seines gesamten Vermögens an das Deutsche Reich wurde Louis Rothschild im Mai 1939 aus der Gestapo-Haft entlassen und konnte emigrieren.

RESTITUTION SETZT REFLEXION VORAUS

Hon.-Prof. Dr. Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museums

„Die Jahre des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Besatzungszeit bedingen bis heute zahlreiche Forschungsprojekte im Salzburg Museum. In deren Zentrum steht die systematische Klärung offener Fragen um die Provenienz von Kunstwerken, die im Nationalsozialismus aus jüdischem wie auch aus Kloster- und Kircheneigentum oder aufgelösten Vereinen beschlagnahmt wurden und folglich restituiert werden. Bei der Provenienzforschung agiert das Salzburg Museum in Bezug auf das im Jahr 1998 beschlossene Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen. 2011 wurde eine eigene Stelle für Provenienzforschung im Museum eingerichtet. Die Historikerin Dr. Susanne Rolinek sichtet und bearbeitet seither einerseits knapp 5.000 Werke, die zwischen 1933 und 1955 in das Salzburg Museum kamen, und untersucht andererseits die Aktenlage und Dokumentation von Restitutionen in den ersten Nachkriegsjahren. Durch diese aktiv betriebene Forschung waren in den letzten Jahren mehrere Restitutionen an die Erben oder Rechtsnachfolger möglich, unter anderem aus den Sammlungen Oscar Bondy, Louis Rothschild, Albert Pollak und Helene Taussig. Darüber hinaus setzt sich das Salzburg Museum kontinuierlich auch in Ausstellungsprojekten mit der Geschichte und dem Gebaren des eigenen Hauses während der NS-Zeit auseinander – etwa in der Sonderausstellung ,Anschluss, Krieg und Trümmer‘ (2018) und zuletzt mit ,The Museum of (Non)Restitution‘ als Gastspiel im Salzburger Kunstverein.“

Johann Michael Sattler, Salzburg Panorama, 1825-1829

NEUES HIGHLIGHT FÜR

DIE SALZBURGER MUSEUMSLANDSCHAFT

Die Kunst- und Kulturgeschichte Salzburgs erleben, Neues entdecken, zusammenkommen und sich bilden: Das Salzburg Museum versteht sich als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Im Sommer 2026 erweitern wir unser Angebot und eröffnen ein neues Museum an einem der schönsten Orte Salzburgs.

RUNDHERUM WELTERBE

Mitten im UNESCO-Welterbe, im südlichen Teil des Mirabellgartens, entsteht ein neues kulturelles Highlight: die Orangerie Salzburg – Panorama | Welterbe. Ab 28. Juni 2026 lädt die neue Institution des Salzburg Museums dazu ein, den außergewöhnlichen universellen Wert der Mozartstadt auf innovative Weise zu entdecken. Herzstück ist das berühmte Salzburg-Panorama von Johann Michael Sattler (1786–1847). Das monumentale Rundgemälde zeigt die Stadt in ihrer ganzen Pracht und macht auf einen Blick verständlich, warum das historische Zentrum seit 1996 UNESCO-Welterbe ist. Sattlers Panorama wird zum herausragenden Leitobjekt der neuen Institution zur Vermittlung des

Welterbes Salzburg – vermittelt es doch auf einen Blick sowohl den Gegenstand als auch die Begründung für den Status von Salzburg als UNESCO-Welterbe.

Die Orangerie wird zu einem Ort, wo das Thema lebendig gestaltet und nachhaltig vermittelt wird: Sie erläutert die Geschichte und die Idee des UNESCOWelterbes. Sie erklärt den außergewöhnlichen universellen Wert von Salzburg als Kulturerbe für die gesamte Menschheit. Sie informiert über aktuelle Themen und Herausforderungen, die Zukunft des Kulturerbes für künftige Generationen zu gestalten. Sie lädt mit eigenen Projekten, Ausstellungen und Veranstaltungen zu Diskussionen über das Welterbe ein. Dies alles

Johann Michael Sattler, Salzburg Panorama (Detail), 1825-1829
Foto: © Salzburg Museum

Ansicht Mirabellgarten

mit inklusiven und partizipatorischen Ansätzen, die Bewusstsein für das Welterbe bilden und Beteiligung an seiner Gegenwart und Zukunft ermöglichen. In der Orangerie ist das Panorama erstmals in seiner Geschichte vollkommen barrierefrei zugänglich.

Dem historischen Gemälde steht als digitaler Kontrapunkt das Forum gegenüber: Gemeinsam mit dem Ars Electronica Futurelab wurde dieser Ausstellungsbereich mit multimedialen Stationen, großer Video-Wall und interaktiven Angeboten entwickelt – als Einladung an die Gäste, ihr Wissen über die Geschichte der WelterbeIdee zu vertiefen, Fragen zu stellen und Zukunftsideen für das Leben im Welterbe zu diskutieren. Zugleich

wird das Forum ein Ort für Veranstaltungen und eine Plattform für facettenreichen Austausch sein.

Die Orangerie Salzburg verbindet Geschichte und digitale Perspektiven, Information und Inspiration – und wird damit zu einem neuen, lebendigen Zentrum für Kunst, Kultur und Zukunft im Herzen der Stadt.

INFOBOX

Orangerie Salzburg – Panorama | Welterbe Mirabellplatz, 5020 Salzburg ab 28. Juni 2026 täglich 10–17 Uhr www.salzburgmuseum.at

Foto:

SCHLOSS ERNEGG

COUNTRY LIVING in Niederösterreich

Georgina Newall und ihre Geschwister verbrachten hier ihre Sommerferien. Ihr Vater, ein Engländer, legte den ersten Golfplatz an. Nun kehrt sie zurück und hat mit dem Anwesen viel vor – natürlich alles mit Stil und Charme.

Zwanzig romantische Schlaf‐ und Wohngemächer laden Sie herzlich ein auf geschichtsträchtige Nächte im romantischen Schlossambiente.

SCHLOSS ERNEGG

BRITISH CHARME IN NIEDERÖSTER REICH

Inmitten der sanften Hügel des Mostviertels liegt das Schloss Ernegg, das von seiner österreichisch-englischen Eigentümerin Georgina Newall sachte mit neuem Glanz versehen wird.

Die Fahrt ist ein Vergnügen. Auf der Höhe von Ybbs fährt man in Richtung Süden. Die Straße führt in großen Bögen durch die Landschaft. Beeindruckende Vierkanthöfe thronen über ihren Feldern, Wiesen und Wäldern. Und plötzlich ist man da. Inmitten von jahrhundertealten Linden, Buchen und Eichen lugen die ehrwürdigen Schlossmauern hervor. Fast 1000 Jahre stehen sie schon da, wehrhaft, kompakt und mit Blick hinunter auf die Kleine Erlauf und den schlosseigenen Golfplatz samt großzügiger Meierei. Durch das Eingangstor aus der Frührenaissance gelangt man in das Herzstück des Hauses, den

geschlossenen Innenhof mit Arkadengängen, der schon so manchen Gast in seinen Bann gezogen hat.

Die Auerspergs, unmittelbare Vorfahren von Hausherrin Georgina, sind hier seit dem Jahre 1656 zugange. Siegmund Erasmus Freiherr von Auersperg erwarb damals das Schloss und verlieh ihm den jetzigen Charakter. Die trapezförmigen Außenmauern umschließen den Arkadenhof mit seinen beiden Türmen, dem Mittel- und dem Kapellenturm. Auffallend ist die grau-weiße Quaderung der Fassaden, die dem gesamten Haus eine wunderschöne Leichtigkeit verleiht.

Fotos: © Michael Schafranek

Im Garten hinter dem Schloss zeigt sich klar die Handschrift der Eigentümerin. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Gestalten und Entwerfen von Gärten ist unverkennbar.

im

findet man

hier

Überall
Schloss
Ahnengemälde;
das Porträt von Georginas Tante Hilda Rothschild.

Schloss Ernegg wird Sie als außergewöhnliche Location mit seinem geschichtsträchtigen Charme und seiner glanzvollen Präsenz begeistern.

Vom ersten Stock aus begrüßt uns Georgina Newall. Steile steinerne Stiegen führen uns zu ihr, und man fühlt sich sofort herzlich willkommen. Kein Wunder, ist sie doch als Gastgeberin geübt. 30 Hochzeiten allein im heurigen Jahr, etliche Geburtstags- und Familienfeiern sowie zahlreiche Übernachtungen in den gemütlichen Schlafzimmern füllen das Schloss mit Leben. Der kürzlich renovierte, wunderschön bemalte hölzerne Altar der hauseigenen St.-BartholomäusKapelle aus dem 12. Jahrhundert sorgt für den geistlichen Schutz von Hausleuten und Gästen.

Georgina wuchs in England auf. Ihre heute 95-jährige Mutter, Hilda Auersperg, führte Ernegg jahrzehn-

telang als offenes Haus. Gäste waren immer willkommen, und Georgina und ihre Geschwister verbrachten hier ihre Sommerferien. Ihr Vater, ein Engländer, legte den ersten Golfplatz an, pflanzte Bäume und Blumen und prägte damit den Charme dieses Anwesens für Generationen.

Georginas Großeltern müssen ebenfalls bemerkenswerte Persönlichkeiten gewesen sein. Aus Tagebucheinträgen ist ersichtlich, dass sie das Haus während des Krieges gut beschützten. Als dann aber die Russen kamen, ging fast alles kaputt. Der Großvater Ferdinand Auersperg starb und die Großmutter „kept the house going“, wie Georgina bewundernd beschreibt.

Das Schloss wurde stets in weiblicher Linie weitergegeben. Es waren durchweg starke Frauen, und Georgina ist eine von ihnen. Sie studierte in Edinburgh Kunstgeschichte, besitzt in London ein Zuhause und arbeitet seit vielen Jahren als Landschaftsarchitektin. Als solche ist sie in England, Deutschland und Österreich mit etlichen Projekten unübersehbar: der „Somerset Garden“ rund um ein Herrenhaus, ein privater Dachgarten im Londoner Nobelviertel Covent Garden, weitere in Hampstead und Gloucestershire und natürlich Haus und Garten ihres Hotel-Schlosses Ernegg, um nur einige zu nennen. Sie alle zeichnen sich durch eine lässige Aura aus, in der Natur und Kultur einander wunderbar ergänzen.

Das Schloss wird aufgrund seiner Alleinlage gerne für private Feiern gebucht.

Im Parkzimmer genießt man einen wunderschönen Blick auf den einzigartigen Schlosspark.

Mittlerweile lebt Georgina mehr in Österreich. Hauptsächlich, um Ernegg noch weiter zu entwickeln. Auf unserem Rundgang durch das Haus sehen wir hübsche Salons mit getäfelten Wänden, Speisezimmer und Bibliothek, Herrenzimmer und Bar, alte Parketten, fantasievoll gestrichene Gewölbe und eine idyllische Terrasse.

Die 20 Gästezimmer sind einzigartig, manche sehr groß und elegant, andere klein und gemütlich, die antiken Betten mit englischer Bettwäsche bezogen, und aus allen Zimmern schaut man in die unverdorbene Natur. Ein Paradies, ein eigener Kosmos, in den einzutauchen sich allemal lohnt – zumindest von

Fotos: © Kleinlercher
Fotos: © Michael Schafranek
„Wir wollen ein authentisches Familienhaus und nicht ein glattes Eventhotel sein.“
Georgina Newall (geborene Auersperg)

Diesen schicken Salon kann man für Veranstaltungen mieten. Wenn er nicht gerade anderweitig gebraucht wird, dient er für gemütliche Bar-Abende für Family & Friends.

Unterhalb des Schlosses wartet der Meierhof darauf, wachgeküsst zu werden. Die Idee ist bereits geboren.

Mai bis Oktober, denn im Winter ist das Haus, weil größtenteils unbeheizbar, geschlossen.

Airbnb-Gäste sind hier ebenso willkommen wie Golfer, Besucher von Yoga- oder Meditations-Camps, Firmenseminaren, Tauf- und Geburtstagsfeiern und allen voran Hochzeiten, bei denen das Schloss tagelang als Ganzes gemietet werden kann. All das will Georgina auf noch solidere Beine stellen. „Wir wollen ein authentisches Familienhaus und nicht ein glattes Eventhotel sein“, sagt sie.

MEMBERS’ CLUB IN NIEDERÖSTERREICH GEPLANT

Am Fuße des Schlossbergs, nachdem man das eiskalte Flüsschen Kleine Erlauf überquert hat, befinden sich das Gärtnerhaus, das Laffelberghaus und der Meierhof. Sie alle liegen am Rande des 18-Loch-Golfplatzes, der sich dank der wunderschönen Anlage, des netten Clubrestaurants und einer Truppe an professionellen Pros und Greenkeepern zu einem sehr beliebten Ziel

für Golfer aus Wien und Linz, aber auch aus dem Ausland, entwickelt hat.

Die umfassendsten Ideen zur Umgestaltung betreffen den Meierhof.

Ein riesiges, mehrstöckiges Gebäude, das früher eine Indoor-Reithalle, ein Gasthaus und vieles mehr beherbergte, dient heute als Garage für diverse betriebsinterne Fahrzeuge. Das soll sich ändern. Ein modernes Hotel samt Spa-Bereich und Pool, Bar und Restaurant sowie einige im umliegenden Park verteilte Villen, die ganzjährig mietbar sein werden, sieht die Hausherrin als „development opportunity“.

Ein Investment steht an, für das Georgina Newall noch Partner sucht.

Was sie antreibt, ist nicht nur die jahrhundertealte Geschichte des Hauses, die fortgeschrieben werden soll, sondern vor allem der Mut und die Stärke ihrer Großeltern und Eltern, das alles erhalten zu haben.

Georgina möchte das Anwesen in eine strahlende Zukunft führen, den ursprünglichen Charakter erhalten, parallel dazu aber den modernen Ansprüchen der Gäste gerecht werden.

Nicht zuletzt denkt sie an ihre beiden Kinder: einen Sohn, den die Welt der Wirtschaft und des Golfspielens sehr interessiert, und eine Tochter, die künstlerische Gene in sich trägt. Ihnen will sie einen Betrieb übergeben, der funktioniert und mit dem man optimistisch und voller Fantasie das Work-in-ProgressProjekt Schloss Ernegg weiterführen kann.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch

INFOBOX

Schloss Ernegg

A-3261 Steinakirchen am Forst, Ernegg 1 +43 7488 71214

office@schlossernegg.at www.schlossernegg.at

18-Loch-Golfplatz mit Blick auf das Schloss
Klassisch-elegante Zimmer für die exklusiven Gäste

Goldcollier mit Diamant, 2. Hälfte 20. Jh. unterer Schätzpreis: € 18.000 | erzielter Preis: € 32.500

Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose und unverbindliche Schätzung. office@imkinsky.com +43 1 532 42 00

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SMARTE BEWÄSSERUNG

für historische Parks und Gärten

Sie sind grüne Zeitzeugen und zugleich hochaktuelle Klimaschützer: Historische Gärten sind seit Jahrhunderten fixer Bestandteil österreichischer Gartenkunst. Damit sie auch für kommende Generationen erhalten bleiben, braucht es Bewässerungslösungen, die Präzision, Nachhaltigkeit und Langlebigkeit vereinen – sichergestellt durch intelligente Systeme von Pipelife Austria.

Was einst als kaiserlicher Garten, Schlosspark oder Bürgergarten angelegt wurde, erfüllt heute eine wichtige Aufgabe: Öffentliche Gärten und Parks sind unverzichtbar für das städtische Mikroklima, indem sie Schatten spenden, die Luftqualität verbessern und wertvolle Rückzugsorte für Menschen im urbanen Alltag schaffen.

Angesichts steigender Temperaturen und längerer Trockenperioden spielt die richtige Bewässerung dabei eine entscheidende Rolle – und genau hier setzt die Expertise von Pipelife Austria an. Der führende Anbieter von Bewässerungssystemen bietet individuelle Lösungen, um Grünflächen nachhaltig und effizient zu bewässern. „Wir setzen auf Qualität, intelligente Steuerungen und Ressourcenschonung. Damit schaffen wir Systeme, die nicht nur heute funktionieren, sondern auch für die Zukunft ausgelegt sind“, erklärt Harald Gieler, Produktmanager bei Pipelife Austria, dessen Schwerpunkt auf der Entwicklung und Umsetzung

von effizienten Bewässerungslösungen für Grünflächen, Parks und Stadtbäume liegt.

PRÄZISE BEWÄSSERUNG FÜR OPTIMALE ERGEBNISSE DANK SMARTER TECHNIK Pipelife Austria bietet seit mehr als 30 Jahren umfassende Kompetenz im Bereich Garten- und Grünflächenbewässerung an. Die Mitarbeiter der Pipelife-Bewässerungsabteilung begleiten Kund:innen von der ersten Idee bis zum fertig geplanten System und gehen dabei speziell auf die Wünsche und Gegebenheiten vor Ort ein.

„In historischen Gärten besteht die Herausforderung darin, das moderne Bewässerungskonzept so zu integrieren, dass die Optik nicht beeinträchtigt wird. Hier kommen meist Versenkregner zum Einsatz, die sich im Ruhezustand im Boden verstecken, oder Tropferrohre, die ebenfalls unterirdisch verlegt werden können. Die Systeme sind technisch hochmodern, indem sie sich an den natürlichen Niederschlag und an die Echtzeitdaten von Wetterstationen anpassen“, so Gieler.

Im Schloss Kohfidisch wird die Bewässerungsanlage mit Regenwasser aus einem großen, unterirdisch angelegten Tank betrieben. Das komplette System wurde von Pipelife geliefert.

Versenksprüher für Staudenbeete und kleine Rasenflächen

In historischen Gärten ist die Herausforderung, das moderne Bewässerungskonzept so zu integrieren, dass die Optik nicht beeinträchtigt wird.

Das Pipelife-Planungsteam achtet darauf, dass die Regner, Sprüher und Tropfer so positioniert werden, dass jeder Bereich optimal mit Wasser versorgt wird. Dabei kommen ausschließlich die qualitativ hochwertigen Systembestandteile von Rain Bird zum Einsatz, die Langlebigkeit garantieren. Dank des „Rain Bird“-Konzepts der „timeless compatibility“ passen moderne SprinklerInnenteile in Gehäuse, die bereits vor Jahrzehnten installiert wurden und somit ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können, ohne die Grünflächen zu beschädigen. Auf diese Weise werden historische Grünräume auch in Zukunft ressourcenschonend bewässert und langfristig erhalten.

Produktmanager für Bewässerungssysteme bei Pipelife Austria

EXPERTENINTERVIEW

Im Gespräch erklärt Harald Gieler, Produktmanager von Pipelife Austria, welche Herausforderungen die Konzeptionierung von Bewässerungssystemen für historische Gärten und Parks mit sich bringt und welche Rolle der Klimawandel spielt.

Warum ist eine gezielte Bewässerung für Parks, Grünanlagen und Stadtbäume so wichtig?

Präzise Bewässerung ist entscheidend, weil sie den Wasserbedarf der Pflanzen exakt deckt, ohne Ressourcen zu verschwenden. Gerade in urbanen Räumen sind Grünflächen nicht nur optisch wichtig, sondern auch für das Mikroklima und die Lebensqualität maßgeblich. Gesunde Pflanzen binden CO₂, spenden Schatten und kühlen die Umgebung. Mit den präzisen Systemen von Pipelife können wir Wasser effizient einsetzen und gleichzeitig die Vitalität der Pflanzen sichern.

Welche Folgen hat falsche oder fehlende Bewässerung? Die Auswirkungen können gravierend sein. Trockenstress führt zu Wachstumsstörungen, Blattverlust und im schlimmsten Fall zum Absterben von Bäumen und unschönen Trockenstellen in Rasenflächen. Das verursacht hohe Kosten für Ersatzpflanzungen und beeinträchtigt die Biodiversität. Außerdem steigt die Temperatur in Städten, wenn Grünflächen verschwinden.

Spüren Sie den Klimawandel in ihrer täglichen Arbeit?

Ja, sehr deutlich. Wir sehen längere Trockenperioden und gleichzeitig extreme Wetterereignisse wie Starkregen. Das macht die Planung komplexer. Die Systeme müssen flexibel sein, Wasser sparen und gleichzeitig in Spitzenzeiten ausreichend versorgen. Der Klimawandel zwingt uns, Bewässerung intelligenter und nachhaltiger zu gestalten.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Planung und Umsetzung von Bewässerungsanlagen großer Grünflächen?

Besonders herausfordernd ist die Komplexität. Wir müssen unterschiedliche Pflanzenarten, Bodenbeschaffenheiten und Geländestrukturen berücksichtigen. Hinzu kommen Wasserverfügbarkeit, Druckverhältnisse und die Integration in bestehende Infrastruktur. Dabei geht es oft darum, gesammeltes Regenwasser, Brunnen oder Alternativen zu Trinkwasser zu nutzen. Bei öffentlichen Projekten müssen zudem Budget und Genehmigungen berücksichtigt werden. Unser Ziel ist es, ein System zu planen, das effizient, langlebig und einfach zu warten ist.

Welche Rolle spielen Digitalisierung, Sensoren oder smarte Steuerungen?

Eine sehr große: Sensoren messen den natürlichen Niederschlag, Wetterstationen liefern Echtzeitdaten und smarte Steuerungen passen die Bewässerung automatisch an. Das bedeutet weniger Wasserverbrauch, geringeren Personalaufwand und eine höhere Präzision. Digitalisierung macht Bewässerung planbar und transparent – das ist gerade für Betreiber:innen großer Grünflächen ein enormer Vorteil.

Pipelife Austria GmbH & Co KG

Wienerbergerplatz 1, 1100 Wien +43 2236 67 02-0 office@pipelife.at www.pipelife.at

Augarten Wien

Kaiserliches Lebensgefühl in Bad Ischl

Das gesamte Salzkammergut dient schon seit über 200 Jahren als Erholungsund Rückzugsort und Quelle der Energie für die österreichische Bevölkerung. In Bad Ischl waren nicht nur der Kaiser und sein Gefolge zu Gast, auch die Kunst- und Kulturschaffenden des Landes kamen hierher um sich zu erholen und neue Ideen zu sammeln.

Frühlings-Highlights 2026

• Konzerte und Veranstaltungen des Kulturkammerguts

• Matinéen in der Lehárvilla

• Jodelkurse auf der Katrin

• „Zwischen Gabel, Geschichte & Musik“Kulinarische Stadtführung in Bad Ischl

• Almfrühstück auf der Hoisn Hütte

• Maisingen mit Peter Gillesberger

Zum Kulturkammergut

Zu den Veranstaltungen

www.badischl.salzkammergut.at

Salzkammergut Tourismus Destination Bad Ischl Auböckplatz 5, A-4820 Bad Ischl Tel: +43 (0)6132 26909 - 300 Mail: badischl@salzkammergut.at

DAS GARTENPALAIS LIECHTENSTEIN

OPEN DOORS FÜR KUNSTLIEBHABER

„Das Gartenpalais ist nicht nur das Zuhause unserer Kunstsammlung, sondern ein Ort, der die Geschichte und Identität unserer Familie sichtbar macht. Hier hat zumindest niemand der heute lebenden Familienmitglieder gelebt. Cousins und Cousinen meines Vaters sind aber im benachbarten Palais Alserbach aufgewachsen“, erzählt uns S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, der für die Eröffnung der heurigen Sonderausstellung von Vaduz nach Wien gekommen ist. Ihm ist wichtig, dass „kulturelles Erbe geteilt wird“. Die Rückmeldungen zeigen, dass „das Angebot geschätzt und rege genutzt wird, was uns natürlich sehr freut“.

Wie jedes Jahr sind die Tore des Gartenpalais Liechtenstein also auch heuer wieder für einige Wochen weit geöffnet. In der Sonderausstellung „Noble Begierden“ wird die Geschichte des europäischen Kunstmarktes beleuchtet. Das Fürstenhaus Liechtenstein kann anhand seiner exquisiten eigenen Kunstsammlung und der etlichen hochkarätigen Leihgaben aus aller Welt Interessantes zeigen und bezeugen.

Wer das elegante, schmiedeeiserne Tor in den großen Hof betritt, steht unmittelbar vor der monumentalen Fassade. Symmetrisch angeordnete Tor- und Fensterreihen, jeweils mit eleganten Verzierungen versehen, zeugen von Macht, Ansehen und Selbstverständnis einer Fürstengeneration zur Barockzeit. Johann Adam Andreas I. von Liechtenstein ließ das Palais zwischen 1700 und 1709 erbauen. Wien war damals die Hauptstadt des Habsburgerreiches, und hier war auch die

Fürstenfamilie gern gesehen. Als einer der größten Kunstsammler Europas brauchte Johann Adam Andreas I. einen Präsentationsort für seine Kunst.

Wer das Foyer mit dem wunderschönen Marmorboden betritt, wird ehrfürchtig um sich blicken. Als Erstes sticht der goldene Prunkwagen ins Auge. Original und wunderschön restauriert, ist er mit seiner reich verzierten Kabine, den kunstvollen, glänzenden Schnitzereien und der einzigartigen Form ein zentrales Exponat. Der Wagen wurde im 18. Jahrhundert mehrmals verwendet. Unter anderem durfte Fürst Joseph Wenzel I. im Auftrag der Kaiserin Maria Theresia die Verlobte ihres Sohnes, Prinzessin Isabella von Parma, in dieser Kutsche nach Wien geleiten. Entsprechend der Wichtigkeit dieser Fahrt ist sie auch auf etlichen Gemälden namhafter Künstler jener Zeit verewigt.

Die meterhohen Plafonds und die breiten Stiegenhäuser, die auf beiden Seiten der Sala terrena in die Prunkräume des Gartenpalais führen, lassen Besucher ganz klein erscheinen. Die Deckengemälde stammen von Andrea Pozzo (1642–1709), dem größten Meister der barocken Illusionsmalerei. Charakteristisch für ihn sind die Himmelszenen, deren Figuren innerhalb der gemalten Architektur zu schweben scheinen und deren Inhalte um fürstliche Tugenden, um Macht und Ruhm sowie um die göttliche Ordnung kreisen.

Fürst Johann Adam Andreas I. hatte all das als Sommerresidenz innerhalb des symmetrisch angelegten Parks

angedacht. Dass er ein interessierter Kunstkenner war, erlebt man nicht nur an den Skulpturen im Freien, sondern auch an den eindrucksvollen Kunstwerken im Inneren – dem „Decius-Mus-Zyklus“, einer weltberühmten Serie riesiger Gemälde von Peter Paul Rubens, in denen das Leben des römischen Feldherrn Decius Mus erzählt wird. Auch Anthony van Dycks Porträts, Bilder von Pieter Brueghel dem Jüngeren, Veduten von Canaletto, Bronzen von Giambologna und vieles mehr sind hier permanent zu sehen. Dazu gesellen sich einzigartig schöne Möbelstücke, Porzellan, Silber oder andere Kunstobjekte. Die jetzt regierende Generation der Liechtensteins verfolgt nicht so sehr das Ziel, die Sammlung zu erweitern, „sondern sie zu ergänzen und zu bewahren; der Schwerpunkt liegt auf der Pflege der historischen Bestände,“ so Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein. „Ich hoffe, dass das Gartenpalais auch in Zukunft ein lebendiger Ort für Kunst, Kultur und Geschichte bleibt. Für die nächste Generation soll es ein Ort sein, an dem sie unsere Sammlungen schätzen lernt und versteht, wie wichtig es ist, dieses Erbe zu bewahren.“

Werke aus den Fürstlichen Sammlungen sowie namhafte Leihgaben aus internationalen Museen, wie beispielsweise Gemälde von Tizian und Rembrandt, des Impressionisten Claude Monet oder des österreichischen Jugendstil- beziehungsweise Secessionsmalers Gustav Klimt dienen als Protagonisten der temporären Ausstellung „Noble Begierden“, anhand derer die Entwicklung des Kunstmarktes über die Jahrhunderte hinweg nachgezeichnet wird.

Der Direktor der Fürstlichen Sammlungen Liechtenstein mit Sitz in Wien und Vaduz, Stephan Koja, hat die Ausstellung angeregt. „Es war mir ein Anliegen zu zeigen, dass der Kunstmarkt eine entscheidende Rolle in der Kunstgeschichtsschreibung spielt. Der Kunstmarkt galt lange Zeit als unseriös und rein gewinnorientiert. Beschäftigt man sich aber etwas näher damit, wird klar, dass jedes der Werke, die heute in Museen hängen, einmal in einem Marktzusammenhang geschaffen und bewertet wurde, dass bekannte Künstlernamen nicht nur von Kunsthistorikern, sondern auch ganz wesentlich von Kunsthändlern geprägt wurden. Zudem wurden viele der wissenschaftlichen Werkzeuge, welche die Kunstgeschichte und die Museologie heute benutzen, ursprünglich von Händlern erfunden, wie beispielsweise kommentierte und bebilderte Kataloge, Werkverzeichnisse, monographische Ausstellungen, speziell für die Präsentation von Kunstwerken geschaffene Räume, inszenierte Ausstellungen und dergleichen mehr. Damit zeigen wir deutlich, dass sich auch die Kunstgeschichte nicht isoliert vom Kunstmarkt entwickelt hat“, erläutert Koja.

Welcher Bezug besteht zwischen dem Thema Kunsthandel und den Fürstlichen Sammlungen?

Stephan Koja: Diese Idee hat mich schon länger beschäftigt, da eine Sammlung wie diese eine unglaublich reiche Quellenlage besitzt. Seit 400 Jahren ist sie im Besitz und in der Tradition einer Familie, die Kunstwerke in Auftrag gab oder kaufte – das ist weltweit ziemlich einmalig. Die Sammlung inspiriert ungemein durch ihre Fülle an Objekten und Dokumenten: Korrespondenz mit Agenten und Kunstberatern, die für die Fürsten einkauften, oder mit Kunsthändlern, die Kunstwerke anboten, dazu Briefe von Fürsten, die konkret nach Werken suchten und Händler aufforderten, danach Ausschau zu halten. Wir können Reiserouten nachvollziehen und ebenso, wie die Werke präsentiert wurden.

Was kann die Zusammenstellung von sammlungseigenen Kunstwerken und den ebenso spektakulären Leihgaben über die Geschichte des Kunstmarktes aussagen?

Stephan Koja: Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass wir innerhalb der großen Themen der Geschichte des Kunstmarktes einzelne Erzählungen eingehender ausführen können. So zum Beispiel jene des berühmten italienischen Numismatikers und Antiquars Jacopo Strada: mit seinem Porträt von Tizian aus dem Kunsthistorischen Museum und dem Codex Miniatus aus der Österreichischen Nationalbibliothek, in dem Strada die Kunstwerke aufzeichnete, die durch seine Hände gingen.

Zum anderen können wir die Geschichte der berühmten Auktion der Sammlung von Lucas van Uffelen erzählen. Er war ein Reeder, der neben einer großen Flotte von Handelsschiffen auch eine wunderbare Sammlung italienischer Kunstwerke besaß, die 1639 in Amsterdam zur Versteigerung gelangte. Lucas van Uffelen können wir in einem großartigen Porträt des flämischen Meisters Anthonis van Dyck vorführen, einer Leihgabe des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig. Unter den Gemälden, die versteigert wurden, war auch Raphaels berühmtes Bildnis des Baldassare Castiglione, das heute im Louvre hängt –wir zeigen es in einer spektakulären Kopie von Peter Paul Rubens aus dem Courtauld Institute in London. Rembrandt war bei der Auktion persönlich anwesend und vollkommen fasziniert, wie viel Geld die gesamte Auktion eingebracht hatte – vor allem aber, dass das Raphael-Porträt 3.500 Gulden erzielte. Er notierte sich alles und macht eine Tuscheskizze des CastiglionePorträts, weil er wahrscheinlich dachte: „So ein Meister wie Raphael bin ich auch – also kann ich ebenfalls diese Preise verlangen.“ Anhand der Skizze fertigte er eine erste Radierung als Selbstporträt an und posierte mit Barett und edler Kleidung, wie wir das später von den berühmten Selbstporträts von Rembrandt kennen. In der Ausstellung ist eines dieser Gemälde aus dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid vertreten. Dass wir diese Geschichte dermaßen komplett erzählen können, begeistert mich.

Ein weiteres schönes Beispiel ist die Erzählung über den Kunsthändler Charles Sedelmeyer, der im 19. Jahrhundert die sogenannten „Robber Barons“ aus den USA geschickt bediente. Er ließ sich ein nobel ausgestaltetes Palais in Paris bauen, um die Präsentation der Verkaufswerke zu inszenieren. In den mit Samtvorhängen ausgestatteten Räumen schritt man an vorbereiteten Zeichnungen und Entwürfen gleich einer Ausstellung, bis man endlich zum Hauptwerk kam und der Vorhang zur Seite gezogen wurde, damit man das Meisterwerk bewundern konnte. Die betuchten Sammler aus den USA wollten daraufhin nicht mehr in ein schäbiges Auktionshaus gehen – sie kamen direkt in die Galerie des französischen Kunsthändlers und hinterfragten auch Sedelmeyers Preise nicht.

Last, but not least können wir mit dem Fokus auf die Serien von Claude Monet vorführen, wie dieser Maler ein Problem löste, das die Kunst schon immer beschäftigt hatte, aber besonders im 19. Jahrhundert virulent wurde: die Wiederholung oder Kopie. Viele

Jahrhunderte lang war das kein Problem gewesen, weil die Käufer einander nicht begegnet waren und es noch kein so stark entwickeltes Empfinden für Originalität gab. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch wurde dies mit dem Aufkommen neuer Reproduktionstechniken und öffentlich zugänglichen Verkaufsräumen zunehmend problematisch. Claude Monet ersann die geniale Lösung, den Anspruch des Kunsthandels auf Wiedererkennbarkeit zu bedienen und die Effizienz seines Schaffens zu steigern, indem er das gleiche Motiv in einer Reihe von Darstellungen variierte. Gleichzeitig erfüllten diese durch die Beobachtung verschiedener Lichtstimmungen unterschiedlichen Bilder den Wunsch des Marktes nach Originalität.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch

Fürstengasse 1, 1090 Wien www.liechtensteincollections.at INFOBOX

Gartenpalais Liechtenstein

Fürstliche Sammlungen

Fotos:

FRAUENTHAL 4

VILLA, WOHNSITZ UND HEADQUARTER VON IRIS VON ARNIM

Text: Sophia Sungler

Fotos: IRIS VON ARNIM x ®Charlotte Schreiber

Der Showroom verbindet den historischen Kontext mit zeitgenössischem Interior-Design.

In der Straße Frauenthal im Hamburger Stadtteil Harvestehude liegt ein Haus, das für Iris von Arnim weit mehr ist als „nur“ eine gute Adresse. Frauenthal 4 ist ihr privates Zuhause und zugleich Headquarter der Marke IRIS VON ARNIM –ein Ort, an dem Familienleben und Unternehmertum seit Jahrzehnten wie selbstverständlich ineinandergreifen. Das Palais wurde im Jahr 1893 als Zwillingshaus im Historismus mit Elementen der Neorenaissance nach Entwürfen von Martin Haller errichtet und liegt im Erhaltungsgebiet Harvestehude. Die stilistischen Merkmale zeigen sich besonders in der bemalten Glasdecke der Eingangshalle.

Erste Umbaumaßnahmen wurden 1988 durchgeführt, ein weiterer Umbau mit Neubau des Dachgeschosses erfolgte 2003; im Zuge dessen wurde auch die Halle restauriert. Die jüngste Überarbeitung fand im Rahmen der Umbauten 2023/24 statt, bei denen die Halle erneut sorgfältig aufbereitet wurde. Die Restaurierung erfolgte in der zweiten polychromen Ausmalung durch den Restaurator Andreas Schudrowitz.

Als Iris von Arnim 1989 mit ihrem Sohn Valentin hier einzog, zog die Firma mit ein. Valentin beschreibt das Aufwachsen in diesem Haus als „lebendig“: Es wurde gearbeitet, gestaltet, gedacht, Pullover wurden entworfen, Skizzen angefertigt, Bilder gemalt. Und am Abend blieb das Haus oft ebenso in Bewegung: Nach Theaterpremieren kamen Schauspieler, Musiker und Kammerspieler, standen im Treppenhaus, saßen in der Halle, machten Musik und feierten. Und so wurde die Villa bereits früh zu einem Ort, an dem Arbeit, Kunst und Alltag ineinandergriffen, ohne dass dies jemals künstlich wirkte. Dass dieser Ort über die Jahre immer wieder angepasst wurde, gehört zu dieser Nutzungsgeschichte. Nach über 30 Jahren war aber dennoch klar: Die Struktur musste neu sortiert werden. Valentin von Arnim beschreibt die Ausgangslage nüchtern: Die Räume wirkten „verbaut, dunkel und unruhig“. Das Ziel war „mehr Licht, mehr Luft und vor allem mehr Klarheit“ – als Schritt hin zu Ruhe und Offenheit.

Diese Klarheit prägte den Umbau 2023/24, geplant von hkt Architekten. Federführend in der Konzeption und im Interior-Design war Alfredas Trimonis, die Bauausführung betreute Elke Hackel-Kaape. Im Hinblick auf die Lichtplanung wurde mit Thomas Notholt von notholt lighting design gearbeitet; als Restaurator für die Wandgestaltung zeichnet Andreas Schudrowitz verantwortlich.

„Frauenthal 4 ist kein klassisches Headquarter, sondern ein lebendiger Organismus. Arbeit, Familie, Erinnerung und Gegenwart greifen hier ineinander.“

Valentin von Armin

Ein durchdachtes Büro ist kein steriler Ort, aber es kennt seine Struktur. Ästhetik und Ordnung gehen Hand in Hand.

Der Ansatz: Nicht demonstrativ modernisieren, sondern feinfühlig weiterbauen, den Bestand respektieren und ihn zugleich so ordnen, dass die heutige Nutzung präzise funktioniert. Im Zentrum steht die Eingangshalle. Eine schwere Stahltür wurde entfernt und die Halle zum historischen Treppenhaus hin geöffnet. Das veränderte die Raumwirkung unmittelbar: Man kann nun frei nach oben schauen und die Weite spüren. Ein nicht repräsentativer Treppenabgang zum Keller wurde mit einer strukturierten Verkleidung in Bronzetönen zurückgenommen. Gleichzeitig wurde die Holztreppe, die sich über die Jahre ein wenig verzogen hatte, mit einer versteckten Stahlunterkonstruktion neu befestigt. Der Charakter der Räume entsteht aus dem Dialog von Alt und Neu: Klassischer Stuck und altes Parkett treffen auf moderne Elemente wie Glas, Lichtinstallationen und reduzierte Möbel – für Valentin von Arnim die räumliche Übersetzung der Marken-DNA: Klassik und Moderne, zeitlos, aber im Jetzt verankert.

hkt Architekten verweist auf kunstvollen Stuck, gedrechselte Treppenläufe und ornamentale Fliesen; moderne Kontrapunkte setzen filigrane Lichtkörper, spiegelnde Aufzugstüren oder reduzierte Glastische. Nichts drängt sich in den Vordergrund – gerade dadurch wirkt das Ensemble stimmig und zeitgemäß. Wesentlich ist die Materialität. Valentin bevorzugt eine minimalistische Einrichtung, die nicht steril wirkt: klare Struktur, Orientierung, Ruhe und möglichst wenig „visuelles Rauschen“. Die Wände leben durch ihre Struktur: roher Putz, bewusst naturbelassen, mit organischer Wärme, ergänzt um eine ruhige, warme Alabasterfarbe. An ausgewählten Stellen wurde alte Wandmalerei teilweise freigelegt – nicht flächig, sondern gezielt, um Geschichte sichtbar zu machen und dennoch in die Moderne zu führen. Die Funktionslogik des Headquarters wurde entsprechend geschärft. Der Empfang wurde zur Halle hin mit einem Fenster versehen und erhielt eine neue Schiebetür aus Glaselementen, die sich zu den anliegenden Arbeitsplätzen schließen lässt.

Arbeitsplätze und Besprechungsbereiche sind offen gedacht, aber klar zoniert. Valentin fasst zusammen: „Licht und Ruhe, eine Umgebung, die nicht überfrachtet, und – wenn möglich – ein Blick in die Ferne, um den Kopf freizubekommen.“ Sein Lieblingsort ist das eigene Büro. Früher saß er mit dem Rücken zum Fenster; heute blickt er hinaus in die Natur, nachdem der Raum geöffnet und das Fenster erweitert wurde. Für ihn zieht damit die Außenwelt „förmlich ins Zimmer ein“ – Iris’ Garten und ihre Naturverbundenheit werden Teil der Arbeitsatmosphäre.

Gleichzeitig bleibt das Gebäude ein Erinnerungsraum: Das heutige Vertriebsbüro war früher sein Kinderzimmer, die Buchhaltung sitzt im einstigen Wohnzimmer. Diese Überlagerung macht den Ort bedeutungsvoll, mitunter auch anspruchsvoll. Der Showroom verbindet den historischen Kontext mit zeitgenössischem Interior-Design besonders präzise. Ein zentrales Merkmal ist die sensible Integration des originalen Parkettbodens.

Bild links: Licht und Ruhe bilden die Grundlage eines guten Arbeitsplatzes. Die reduzierte Einrichtung lässt dem Schnittraum Luft – minimalistisch, aber nicht kühl.

Bild unten: Erhaltene Verzierungen und Stuck des Hauses. Valentin von Armin liebt die Böden, ihr Knarzen und die Geschichte, die in ihnen steckt, ebenso wie die verputzten Wände – roh, lebendig und echt.

Sämtliche Einbauten wurden wandhängend umgesetzt, wodurch die Fläche vollständig sichtbar bleibt – eine respektvolle Geste gegenüber dem Bestand.

Diverse restaurierte Elemente wie Stuck und Originalfenster werden mit Oberflächen aus geseifter Kalkglätte und samtigen Texturen sowie kontrastreichen Details verbunden; klare Raumachsen sowie offene Übergänge schaffen eine perfekte Balance zwischen Präsentation und räumlicher Erzählung. Die eigens entworfene Beleuchtung inszeniert die Architektur subtil und funktional, das Lichtkonzept ist Teil der Gesamtkomposition.

Die Einrichtung folgt gleichermaßen dem Prinzip der Zurückhaltung. Im Marketingbüro wurde eine große Pinnwand integriert – als Ort „für kreatives Chaos“, für Kampagnenbilder, veröffentlichte Interviews und spontane Einfälle. Die übrigen Wände sind bewusst ruhig geblieben. In Valentins Büro hängen vier Arbeiten von Stephan von Huene aus dem Jahr 1998 („Die neue Lore Ley“), ein Geschenk damals an Iris von Ar-

nim. Kunst und Arbeitsprozess stehen damit nebeneinander, ohne dass der Raum überladen wirkt.

Dass Iris von Arnim Räume intuitiv „liest“, beschreibt Valentin an einer New-York-Episode: Sie kam zu Besuch, stellte Möbel um – und der Raum wirkte anschließend größer, ruhiger, stimmiger. Diese Haltung – Proportionen spüren, Übergänge schaffen, Eklektisches mit klarer Linie verbinden – ist an der Adresse Frauenthal 4 ebenso ablesbar wie in der Marke. Im Jahr 2026 kommt ein weiterer Akzent hinzu. IRIS VON ARNIM feiert das 50-jährige Firmenjubiläum. Der runde Geburtstag wird mit einer kleinen, feinen Capsule Collection markiert.

Frauenthal 4 ist damit mehr als Kulisse. Der Umbau schärfte den Ort als Wohn- und Arbeitsadresse, ohne ihm das Gewachsene zu nehmen. In einem Haus mit rund 700 m² Nutzfläche auf einem 1.235 m² großen Grundstück wird sichtbar, wie sich die DNA der Marke räumlich übersetzen lässt. Klassik und Moderne in Balance, Klarheit durch Licht, Ruhe durch Ordnung. Still, aber entschieden.

Der Empfang, wenn man das Universum von Iris von Arnim betritt.

FRAUENTHAL 4

Material, Handwerk, Qualität und eine leise Form von Luxus bestimmen den Eindruck: historisch gerahmt, zugleich klar und zeitgemäß. Akzente sind präzise gesetzt, aber nie laut. Farbe erscheint als bewusste Setzung, nicht als Dekor. Alles wirkt ruhig, lichtfreundlich und selbstverständlich elegant, getragen von Substanz anstatt Effekt.

1. Unter den Klassikern ist dies wohl der Klassiker, Adjustable Table E1027 aus 1927, von Eileen Gray, um € 990 | 2. Bunte Blumenohrstecker, Saphire und Brillanten, von Rozet & Fischmeister, um € 2.100 | 3. Kuschliger Cashmere-Pullover „Avelina“, in Alabaster, von Iris von Arnim, um € 995 | 4. Auch Gerüche können Klassik versprühen, und dies fängt beim Händewaschen an, am besten mit der Handseife „Resurrection“, von Aesop, um € 39 | 5. Seit 1940 der Klassiker, Lounge Chair „Ingeborg“, in der Farbe Moonlight, Bezug aus echtem Schaffell, bei audocph.com, um € 5.370 | 6. Warum nicht mal den Kaffee auf einem echten Marmor servieren? Marmortablett (20 x 40 x 1 cm), von architare.shop, um € 65 | 7. Alpaka-Fransenbettdecke, von abask.com, um € 1.500

Foto: © wikipedia
Gustav Klimt, 1905 (heute in der Pinakothek der Moderne, München)

– GUSTAV KLIMT –FRAUEN MIT GESCHICHTE

MARGARET STONBOROUGH-WITTGENSTEIN

Ein Leben zwischen Fin de Siècle und Nachkriegszeit

Der Serie 4. Teil

Aufgewachsen in einem Umfeld mit hohem kulturellem Anspruch, intellektueller Disziplin und familiären Spannungen, wurde sie zu einer bedeutenden Mäzenin, Sammlerin und engagierten Wohltäterin. Außergewöhnlich für eine Frau ihrer Zeit, interessierte sie sich zudem für die Naturwissenschaften.

Text: Eva von Schilgen

Margaret Stonborough-Wittgenstein (1882–1958)

DER MACHTVOLLE VATER

Der Industrielle Karl Wittgenstein (1847–1913) war bekannt für seinen autoritären Führungsstil, seine wirtschaftliche Härte und seinen strategischen Weitblick. Er hatte sich vom Studienabbrecher zu einem der bedeutendsten Industriellen der Habsburgermonarchie emporgearbeitet und als Stahlmagnat ein riesiges Vermögen erworben.

Den Namen „Wittgenstein“ nimmt 1806 sein Großvater Moses Meyer, Gutsverwalter bei den Grafen Sayn-Wittgenstein-Hohenstein in Laasphe/ Westphalen, an, nachdem Napoleon die rechtliche Gleichstellung der Juden eingeleitet hatte und diese einen Nachnamen wählen mussten. Dies führt zu einem Konflikt mit dem Reichsfürsten Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, und Moses zieht im Jahr 1815 nach Korbach/Hessen, wo er einen Wollgroßhandel erfolgreich aufbaut.

Sein Sohn Hermann lernt dort den Wollhändler Gustav Figdor (1816–1879) kennen, der in Wien einen

Holz- und Kohlenhandel betreibt und ein Bankhaus gegründet hat. Dessen Familie gehört zur vermögenden jüdischen Oberschicht und verkehrt in den höchsten Kreisen. Hermann heiratet Gustavs Schwester Fanny; anlässlich der Hochzeit konvertiert das Paar zur evangelischen Konfession. 1839 verlegt er sein Geschäft nach Gohlis bei Leipzig, wo Karl 1847 geboren wird. 1851 zieht die Familie nach Vösendorf bei Wien. Mithilfe der Wiener Verwandten saniert Hermann nun unwirtschaftliche Adelsgüter, unter anderen Besitzungen der Fürsten Esterházy. Die Gewinne werden zum Großteil in Immobilien investiert. 1860 zieht die Familie nach Wien.

Karl ist das sechste von elf Geschwistern. Mit 17 Jahren wird er vom Gymnasium verwiesen, mit 18 Jahren verlässt er heimlich das Elternhaus und reist für zwei Jahre nach Amerika. Er verdingt sich als Kellner, Barmusikant, Nachhilfelehrer und Steuermann. Nach seiner Rückkehr bricht er nach nur einem Jahr das Ingenieurstudium an der Technischen Universität ab und arbeitet in unterschiedlichsten Berufen, bis er

Karl Wittgenstein

durch die Förderung des Ehemanns seiner Schwester Berta, des Industriellen Paul Kupelwieser (1843–1919), Generaldirektor der Eisen- und Stahlwerke in Ternitz, Teplitz und Wikowitz, eine steile Karriere macht. Dieser holt ihn 1872 in das Walzwerk Teplitz/ Teplice; bereits 1877 wird er Generaldirektor, 1884 hat er die Aktienmehrheit der Böhmischen MontanGesellschaft inne. 1885/86 übernimmt er auch die Prager Eisenindustriegesellschaft, und 1897 ist er mit der Alpine Montangesellschaft Herr über den Großteil der Eisenwerke im Habsburgerreich und gehört zu den reichsten Männern Europas. Seine Erhebung in den Adelsstand soll er mit der Begründung, er wolle nicht zu den gewöhnlichen „Ringstraßen-Baronen“ gehören, abgelehnt haben.

Die Familie residiert in Wien im Palais Wittgenstein, das der Architekt Friedrich Schachner zwischen 1871 und 1873 im Stil der italienischen Neorenaissance im 4. Bezirk errichtete. Das 1905/06 in Hohenberg/NÖ als Um- und Ausbau fertiggestellte Land- bzw. Jagdhaus der Familie sowie die beiden im Jahr 1900 im Ortsverband errichteten Häuser – Forstamt sowie Forsthaus – werden von Josef Hoffmann (Wiener Werkstätte) geplant und eingerichtet.

Verheiratet ist Karl seit 1874 mit Leopoldine Kallmus, die väterlicherseits aus einer wohlhabenden jüdischen Prager Kaufmannsfamilie stammt. Leopoldine ist eine ausgezeichnete Pianistin, das Paar verbindet die Liebe zur Musik. Der Salon der Wittgensteins wird ein Zentrum des Wiener Geisteslebens, besonders der Musik, Johannes Brahms, Gustav Mahler, Bruno Walter oder Pablo Casals sind unter anderen hier zu Gast.

Karl Wittgenstein setzt in seinen Unternehmen konsequent auf die Modernisierung der Produktionstechnik und die Rationalisierung der Betriebsabläufe, wobei er nicht zögert, überzählige Werke zu schließen – ein Vorgehen, das heftigen Widerstand sowohl bei den Arbeitern als auch bei den Kunden auslöst. Schließlich sieht sich sogar die österreichische Regierung veranlasst, die Geschäftspraktiken Wittgensteins offiziell zu untersuchen.

Angesichts des anhaltenden Aufruhrs entschließt sich Wittgenstein 1898, seinen gesamten Industriebesitz zu verkaufen. Das freigewordene Kapital investiert er in Immobilien, Aktien und Anleihen in der Schweiz, den Niederlanden und den USA – ein Vermögen, das später zwei Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre unbeschadet überstehen sollte. Fortan widmet er sich mit ganzer Leidenschaft der Kunst.

Wittgenstein SAYN (sein) oder Wittgenstein HABEN.

Wiener Scherzwort, Anfang des 20. Jahrhunderts

Seine Kunstsammlung war ebenso umfangreich wie vielseitig: Sie umfasste neben Alten Meistern und Tapisserien auch wertvolle Objekte aus der musikalischen Welt. Sein Interesse an der modernen Kunst wird durch seine Tochter Hermine geweckt, die bei Mitgliedern der Wiener Secession Malunterricht nimmt. Auf ihr Anraten erwirbt Wittgenstein 1903 sein erstes Klimt-Gemälde: „Der goldene Ritter“ (Aichi Prefectural Museum of Art, Nagoya). Es folgen bedeutende Werke wie die „Sonnenblume“ (1907/1908), „Wasserschlangen“ (1904–1907) und „Bauerngarten mit Sonnenblumen“ (1906), die heute im Belvedere in Wien zu sehen sind, sowie „Schloss Kammer am Attersee IV“ (1910), das sich in Privatbesitz befindet. 1913 stirbt Karl Wittgenstein an Zungenkrebs und hinterlässt seinen Kinden ein riesiges Vermögen.

Die Kinder von Karl Wittgenstein (v.l.n.r.): Helene, verh. Salzer (1879–1956), Paul (1887–1961), Hermine (1874–1950), Ludwig (1889–1951) und Margarethe, verh. Stonborough (1882–1958). Johann Horváth (Giovanni Horvath), ca. 1890er-Jahre

DIE GESCHWISTER MARGARETHES

Die Familie gehört dem assimilierten und konvertierten jüdischen Großbürgertum Wiens an, die Kinder werden katholisch erzogen. Sie verfügen über herausragende Begabungen, doch Intelligenz und Kreativität bis hin zum Genialen verbinden sich bei einigen mit einer depressiven Grundstimmung. Wie in seinen Firmen, so agiert Karl Wittgenstein auch im familiären Umfeld in der Art eines autoritären Patriarchen; er erzwingt von seinen Kindern strenge Disziplin, überfordert sie. Hauslehrer unterrichten nach Lehrplänen, die er bestimmt: Mathematik, Latein und sportliche Betätigung bis zur Erschöpfung. Zwischen 1902 und 1918 begehen drei der Söhne Suizid.

DIE KUNSTVERSTÄNDIGE Hermine (1874–1950) unterstützt den Vater beim Aufbau seiner Kunstsammlungen; sie bleibt unverheiratet. Ab Anfang der 1930er-Jahre ist sie die alleinige Besitzerin des Wiener Palais, in das sich während des Zweiten Weltkrieges das NS-Regime einquartiert. Nach dem Krieg verkauft Hermine das Palais, das den Krieg nahezu ohne Schäden überstanden hat, an die Steirische Länderbank. Diese lässt es abreißen und an seiner Stelle einen Wohnblock errichten.

DER REBELL Hans (1877–1902) interessiert sich weder für die technische noch für die kaufmännische Arbeit, stattdessen musiziert er. Nach Auseinandersetzungen mit dem Vater reist er 1901 nach Amerika und verschwindet spurlos.

DER ZWEITGEBORENE Kurt/Konrad (1878–1918) ist ebenfalls musikalisch hoch begabt. Er soll jedoch nun auf Wunsch des Vaters Ingenieur und Firmennachfolger werden. 1914 wird er zum Kriegsdienst an der italienischen Front eingeteilt und nimmt sich kurz vor Kriegsende das Leben.

DIE MUSIKALISCHE Helene (1879–1956) singt und spielt Klavier. Mit 20 Jahren heiratet sie den Ministerialbeamten Max Salzer. Eines ihrer vier Kinder war der nach Amerika ausgewanderte Musikwissenschaftler Felix Salzer (1904–1986).

DER SCHÖNGEIST Rudolf (1881–1904) besucht die Berliner Akademie und studiert Chemie. 1903 sucht er das Wissenschaftlich-humanitäre Komitee in Berlin auf, das sich für die Abschaffung des Paragrafen 175 bemüht. Dieser besagt, dass sexuelle Hand-

Margarethe Wittgenstein

lungen zwischen Personen männlichen Geschlechts strafbar sind. Im Mai 1904 schluckt Rudolf in einem Restaurant in Berlin Zyankali und stirbt.

DER PIANIST Paul (1887–1961) beschäftigt sich bereits im humanistischen Gymnasium intensiv mit Musik und lässt sich zum Pianisten ausbilden. 1914 meldet er sich freiwillig zum Militär. An der galizischen Front wird er verletzt, sein rechter Arm muss amputiert werden. Im November 1915 wird Paul aus der russischen Gefangenschaft entlassen, ein Jahr später gibt er sein erstes linkshändiges Klavierkonzert. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland emigriert er in die USA und wird zum berühmtesten einarmigen Pianisten. Sein großes Vermögen nutzt er, um spezielle Klavierwerke in Auftrag zu geben, wie das „Concerto für die linke Hand“ von Maurice Ravel. Es wird heute zu den wichtigsten Kompositionen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gerechnet.

DER PHILOSPH Ludwig (1889–1951) absolviert zunächst ein Ingenieurstudium und erfindet eine neue Antriebstechnik für Flugzeuge. Danach beschäftigt er sich vor allem mit der Sprache, ihrer Bedeutung und ihren Grenzen. Sein frühes Werk „Tractatus logico-philosophicus“ und seine späteren „Philosophischen Untersuchungen“ prägen die moderne Philosophie nachhaltig. Mit einem Großteil seines Erbes unterstützt er Künstler, die für neue Sichtweisen stehen, wie Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Rainer Maria Rilke und Georg Trakl.

MARGARET

Ein Leben zwischen Wien, Berlin, Paris und New York

Margarethe Anna Maria (1882–1958) ist die jüngste Tochter der Familie Wittgenstein. Schon früh zeichnet sie nach der Natur und entwickelt ein starkes Interesse an den Naturwissenschaften sowie an der Psychoanalyse. Regelmäßig liest sie die sozialkritische Zeitschrift „Die Fackel“ von Karl Kraus, was umso bemerkenswerter ist, als Kraus ihren Vater als Inbegriff des Kapitalisten und Spekulanten scharf kritisiert.

Mit dem New Yorker Chemiker und Fabrikanten Jerome Stonborough, der ebenfalls aus einer deutsch-jüdischen Industriellenfamilie stammt und in Wien „just for fun“ studiert, verlobt sie sich 1903. Ihre Eltern beauftragen Gustav Klimt, ein Porträt der 23-jährigen Braut zu malen.

Nach ihrer Hochzeit mit Jerome Stonborough am 7. Jänner 1905 – die junge Frau bevorzugt nun die

englischsprachige Variante ihres Namens „Margaret“ –zieht das Ehepaar nach Berlin; zuvor besucht man noch die bedeutenden US-Bergbauindustriellen Guggenheim, mit denen Jerome verschwägert ist.

Karl Wittgenstein beauftragt die beiden Künstler Josef Hoffmann (1870–1956) und Koloman Moser (1868–1918) mit der Einrichtung der Wohnung der frisch Vermählten. Ausgeführt werden die Entwürfe von der Wiener Werkstätte.

Als sich im Jahr 1907 für ihren Mann die Möglichkeit ergibt, in Zürich zu forschen, hat Margaret die Möglichkeit, die Matura nachzuholen. Und da in Zürich auch Frauen bereits inskribieren dürfen, beginnt sie, Physik und Mathematik zu studieren. 1909 ziehen die Stonboroughs nach Paris, wo Margaret ihr Studium fortsetzt.

Entwurf für die Wanddekoration im Schlafzimmer des Ehepaares

1911 kehrt die Familie nach Wien zurück, im Juni 1912 kommt ihr zweites Kind, Thomas, zur Welt; im Januar darauf stirbt der Vater Karl Wittgenstein.

Mit dem Erbe kauft Margaret die Villa Toscana in Gmunden. Ihren Mann zieht es allerdings an ein Institut in Oxford, also übersiedelt man im Herbst 1913 nach England. Den Sommer 1914 verbringt die Familie in Gmunden. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges engagiert Margaret sich mit ihren Schwestern für Hilfsdienste, in der Villa Toscana wird ein Lazarett eingerichtet. Eine Rückkehr nach England ist aufgrund der Kriegssituation nicht möglich, darum zieht man in eine Wiener Wohnung.

Als am 6. April 1917 die Vereinigten Staaten Deutschland den Krieg erklären, beschließt Jerome Stonborough als US-Staatsbürger, in die Schweiz zu emigrieren. Obwohl die Ehe bereits zerrüttet ist, begleiten ihn Margaret und die Kinder. 1919 ernennt der amerikanischen Politiker Herbert Hoover Margaret zum „American Relief Administrator des amerikani-

schen Hilfsprogramms für Österreich“, und sie begibt sich mit ihrem Mann auf eine Tour durch die Vereinigten Staaten zugunsten ihres Heimatlandes. Erst im Spätsommer 1920 kehrt das Paar nach Wien zurück und bezieht in der Renngasse in Wien eine Wohnung. Margaret führt nun wieder einen Salon und unterstützt Künstler.

1923 trennen sich Margaret und ihr depressiver Mann im gegenseitigen Einvernehmen; sie bleibt in Wien, er geht nach Paris. Weiterhin gründen sie gemeinsam Stiftungen und unterstützen Vereine wie den puritanisch-protestantischen „Verein gegen Armut und Bettelei“. 1924 adoptiert Margaret zwei Halbwaisen aus dem verarmten pommerischen Adel.

Der Wunsch nach einem eigenen Haus wächst. Margaret beauftragt 1926 den Architekten Paul Engelmann, einen Schüler von Adolf Loos, nach Plänen ihres Bruders Ludwig Wittgenstein ein Villengebäude in der Kundmanngasse 18 in Wien 3 zu errichten. Der Bau wird 1928 fertiggestellt.

Ich kann dir nicht beschreiben, wie gerne ich lerne, ich bin ein anderer Mensch (…) Ich bin sicher, dass das ein Universal Heilmittel gegen Unzufriedenheit ist + ein guter Ersatz für Mann + Kind.

Aus einem Brief an ihre Schwester

Beim New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929, dem „Schwarzen Freitag“, verlieren die Stonboroughs drei Viertel ihres Vermögens. Jerome kehrt nach Wien zurück. Seine psychische Krise hat sich verstärkt, und so entzieht ihm Margaret die Verwaltung des Geldes. 1938 nimmt er sich in der Villa Toscana das Leben.

Jerome hinterlässt neben wertvollen Gemälden auch eine Sammlung einzigartiger Musik-Autographen, die er in der Inflationszeit in Wien erworben hat, darunter die erste Symphonie von Anton Bruckner im Original, das Manuskript einer Symphonie von Richard Wagner, das „Ave-Maria“, op. 12, von Brahms sowie einen originalen Brief Beethovens. Noch im Dezember des gleichen Jahres erfolgen eine denkmalbehördliche „Sicherstellung“ im Haus von Margaret wegen der Absicht einer „Verschleppung ins Ausland“ sowie die Übergabe der Sammlung an die Stadtbibliothek.

Margarets Schwestern Hermine und Helene weigern sich nach dem Anschluss, Österreich zu verlassen. Mit eineinhalb Millionen Schweizer Franken können sie 1939 eine

Einstufung als „Halbjuden“ durch die „uneingeschränkte Deutschblütigkeitserklärung“ des Großvaters Hermann Christian Wittgenstein erkaufen und überleben so das NS-Regime. Margaret verhilft indessen zahlreichen Wiener Juden zur Flucht, unter anderen Sigmund Freud, dies zusammen mit Marie Bonaparte, Prinzessin von Griechenland, mit der sie seit den gemeinsamen Exiltagen in der Schweiz befreundet ist.

Nach einem Verhör durch die Gestapo emigriert sie im Februar 1940 nach New York, wo sie bis Kriegsende bleibt. Danach reist Margaret nach England zu ihrem Bruder Ludwig und ihrem jüngeren Sohn, daraufhin nach Paris zu ihrem älteren Sohn und schließlich im Sommer 1946 nach Wien. 1950 kehrt sie nach dem Tod ihrer Schwester Hermine endgültig heim. Einen Großteil der Kunstsammlung ihres Vaters, einschließlich ihres eigenen Porträts, kann sie wiedererlangen.

Margaret stirbt am 27.9.1958 in einer Wiener Klinik an Herzversagen und wird im Familiengrab der Stonboroughs auf dem Stadtfriedhof in Gmunden bestattet.

GUSTAV KLIMT

Das Porträt

Gustav Klimt (1862–1918) erhält 1903 den Auftrag für das Porträt von Margarethe Wittgenstein. Die Wahl des Malers könnte auf eine Empfehlung ihrer Schwester Hermine zurückgehen, die eine glühende Verehrerin Klimts war.

„Mit größtem Vergnüge bin ich bereit Ihren Auftrag zu übernehmen, falls ein kleiner Aufschub möglich ist. Vor Mitte März werde ich nicht viel machen können.“ (Gustav Klimt Anfang 1904 an Margarethes Mutter Leopoldine Wittgenstein)

Gustav Klimt arbeitet intensiv an dem Porträt, mehrmals übermalt er dieses. Obwohl er das Genälde als „unvollendet“ bezeichnet, wird es im Jahr 1905 in Berlin bei der II. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes gezeigt.

Foto: © Peter Kainz, Wien Museum

„Insbesondere das Bildnis der schlanken jungen Frau wurde bewundert und erregte umso größeres Interesse, als das Original, eine Wienerin, die an einen Engländer (Amerikaner) verheiratet ist, sich häufig im Saale aufhielt.“ (Freie Presse, Mai 1905)

Trotz positiver Resonanz der Öffentlichkeit sind weder Klimt noch Margarethe mit dem Porträt zufrieden. Wie ihr Enkelsohn später berichtet, soll sie es jahrzehntelang hinter einer Bibliothek versteckt haben.

1956 stellt Margaret das Klimt-Porträt der Neuen Galerie der Stadt Linz leihweise zur Verfügung. Nach ihrem Tod bieten die Erben es dieser um 300.000 Schilling zum Kauf an, doch Linz lehnt ab. 1960 kauft es die Neue Pinakothek in München. Heute könnte das Bild wohl an die 200 Millionen Euro wert sein.

Gustav Klimt, um 1905

Südwestansicht der Villa Toscana in der oberösterreichischen Stadtgemeinde Gmunden. Das Gebäude wurde zwischen 1870 und 1877 inmitten eines großen Parks im Auftrag der verwitweten Großherzogin der Toskana

Maria Antonie von Neapel-Sizilien als „Prinzendomizil“ errichtet.

DIE IMMOBILIEN

VILLA TOSCANA IN GMUNDEN

1913 kommt es in Gmunden zu einer öffentlichen Auktion der beiden Villen Toscana und des 88.000 m² großen Parks. Der letzte Eigentümer, Erzherzog Johann Nepomuk Salvator (ab 1889 Johann Orth), war nach seinem Südamerika-Abenteuer 1911 offiziell für tot erklärt worden.

Bereits seit 1866 hatte die erzherzogliche Familie ihre Sommer in der Region verbracht, nachdem Leopold II., Großherzog der Toskana (1797–1870), 1859 auf den Thron verzichtet und Florenz verlassen hatte. Ab 1868 diente eine Biedermeier-Villa, später „Kleine Villa Toscana“ genannt, als seine Sommerresidenz.

1869/70 ließ seine Gemahlin, Großherzogin Maria Antonia von Neapel-Sizilien, auf der Anhöhe die Villa Toscana erbauen. An dem Entwurf soll auch der bei Baubeginn erst 17 Jahre alte Erzherzog Johann Nepomuk Salvator mitgewirkt haben. Zwei Jahre nach dem Tod ihres Gemahls verkaufte sie 1872 die gesamte Halbinsel mitsamt Landschloss an eine Baugesellschaft, von der 1876 Johann Nepomuk Salvator den Besitz erwarb.

Den Zuschlag bei der Auktion 1913 erhält Margaret für 335.000 Kronen, doch der Kriegsausbruch 1914 verhindert ihre Umbaupläne. Erst 1920 wird die Villa Toscana nach ihrer Rückkehr aus Amerika durch einen Schüler Otto Wagners, den Architekten Rudolf Perco, umgebaut und mit Elektrizität, Zentralheizung, sanitären Einrichtungen, Speisenaufzug und zentraler Staubsaugeranlage auf den modernsten Stand gebracht.

Von 1913 bis 1975 wird die Villa Toscana von der Familie Stonborough genutzt, dann an die Republik Österreich verkauft. Die kleine Villa Toscana wird 1994 an die Stadt Gmunden verkauft, die es später zu einem Kongresscenter erweitert, wobei Gartenfront sowie Ostflügel der Villa erhalten blieben. Der Park im landschaftlichen Stil des späten 19. bzw. frühen 20. Jahrhunderts zählt heute wegen seines alten Baumbestandes zu den bedeutendsten historischen Parks in Österreich und steht unter Schutz.

DAS HAUS WITTGENSTEIN IN WIEN

„Ludwig zeichnete jedes Fenster, jede Tür, jeden Riegel der Fenster, jeden Heizkörper mit einer Genauigkeit, als wären es Präzisionsinstrumente, in den edelsten Maßen, und er setzte dann mit seiner kompromisslosen Energie durch, dass die Dinge auch mit der gleichen Genauigkeit ausgeführt wurden.“

(Hermine Wittgenstein in „Mein Bruder Ludwig“)

Das Haus gilt als eines der radikalsten Beispiele moderner Architektur der Zwischenkriegszeit in Wien.

Margarets Bruder Ludwig Wittgenstein ist maßgeblich an der Planung beteiligt und prägt Entwurf sowie Ausführung entscheidend – bis hin zu Proportionen, Details und Maßsystemen ganz im Sinne seines philosophischen Denkens. Paul Engelmann (1891–1965), ein Schüler von Adolf Loos, ist der ausführende Architekt.

1971 verkauft Margarets Sohn Thomas das Haus, 1975 erwirbt die Volksrepublik Bulgarien das Haus. Nach einigen baulichen Veränderungen wird es heute als bulgarisches Kulturinstitut genutzt.

Wittgensteinhaus
Moritz Nähr (1859–1945), ca. 1930

DIE WIEDERENTDECKUNG EINES STILLEN GENIES

Joseph Neugebauer (1810–1895) war weit mehr als ein stiller Meister des Biedermeier.

Maler, Komponist und feinsinniger Beobachter seiner Zeit, verbrachte er seinen Lebensabend im Stift Melk und hinterließ ein beeindruckendes Œuvre, das bis heute nicht nur in diversen Museen, sondern auch in zahlreichen Kirchen der Erzdiözese zu finden ist.

Mit ihrem neuen Buch „Joseph Neugebauer. In den Sphären der Musik und Malerei“ holt Corinne Gobbo dello Carrer ihren Vorfahren nun ins Rampenlicht zurück. Das Werk bewegt sich elegant zwischen Roman, Biografie und Familiengeschichte – persönlich, sinnlich und voller Zeitgeist.

Eine Idee, die früh Wurzeln schlug – Die Inspiration dazu reicht bis in die Kindheit der Autorin zurück.

„Ich bin aufgewachsen zwischen den kleinen und großen Bildern meines Urahns“, erzählt Gobbo dello

Carrer. In der Galerie im Speisezimmer ihrer italienischen Nonna – flankiert von Biedermeier-Möbeln und einem Bösendorfer-Konzertflügel – nahm die Faszination ihren Anfang. Hier entstand der Wunsch, die Geschichte Joseph Neugebauers aufzuschreiben.

Der Roman nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine atmosphärische Reise durch das Wien und Venedig des 19. Jahrhunderts. Erzählt wird sie von der venezianischen Großmutter der Autorin, die mit Charme, Witz und profundem Wissen die Vergangenheit lebendig werden lässt. Für Gobbo dello Carrer ist klar: Joseph Neugebauer verdient es, der Vergessenheit entrissen zu werden. Als erster Stillleben-Maler der Wiener Kunst-Renaissance, gefragter Porträtist der Hocharistokratie, Schöpfer zahlreicher Altarbilder –und nicht zuletzt als talentierter Komponist. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Porträts des jungen Kaiserpaares Franz Joseph und Elisabeth.

Verpackt als vergnüglicher Ich-Roman, ist das Buch zugleich eine Liebeserklärung an das Wiener Biedermeier – jene Epoche, die für eine besonders kultivierte Form der Kunst steht. Gemeinsam mit ihrer venezianischen Nonna und drei neugierigen „Mascalzoni“ führt die Autorin durch das Leben und Werk ihres Urahns und öffnet dabei ein ebenso kenntnisreiches wie persönliches Fenster in eine vergangene Welt.

Corinne Gobbo dello Carrer

JOSEPH NEUGEBAUER

Wien 1810 – 1895 Melk

In den Sphären der Musik und Malerei

ISBN: 978-3-99126-235-0

24,5 × 21,5 cm, 248 Seiten

Preis: 38,00 € https://www.bibliothekderprovinz.at

Widerruf und Richtigstellung

In der Ausgabe 03/2025 des Magazins SCHLOSSSEITEN wurde im Rahmen eines Buchtipps zu „Joseph Neugebauer. Wien 1810 – 1895 Melk. In den Sphären der Musik und Malerei“ ein Text veröffentlicht, der inhaltliche Fehler enthielt. Diese Angaben entsprachen nicht dem tatsächlichen Inhalt und der Ausrichtung des genannten Buches. Wir bedauern diesen Fehler ausdrücklich. Hiermit widerrufen wir die in unserer Ausgabe 03/2025 veröffentlichten fehlerhaften Informationen und stellen klar, dass es sich bei dem Werk um eine sorgfältig recherchierte und eigenständige Publikation handelt, die das Leben und Werk Joseph Neugebauers differenziert und korrekt darstellt. Wir entschuldigen uns bei der Autorin sowie bei unseren Leserinnen und Lesern für die entstandenen Irritationen. In dieser Ausgabe widmen wir dem Buch eine eigene Seite mit einer inhaltlich richtigen und vollständigen Vorstellung.

© Liechtenstein Collection Wien

TURRACHER HÖHE CHALETS

Ruhe ist heute kein Zufall mehr, sondern eine bewusste Entscheidung. Wer Abstand möchte, sucht Orte, die diesen Wunsch respektieren: ohne Inszenierung, ohne Ablenkung, ohne ständige Reize. Die Chalets auf der Turracher Höhe wurden genau für Menschen geschaffen, die Erholung als Rückzug verstehen – und Privatsphäre als Voraussetzung dafür.

RÜCKZUG

IMIT WEITBLICK

Erholung auf 1.800 m Seehöhe

nmitten eines gewachsenen Kiefernwaldes gelegen, fügen sich die Chalets ruhig in die Landschaft ein. Sie stehen nicht dicht an dicht, sondern mit Abstand zueinander. Diese Anordnung ist kein Zufall, sondern Teil des Konzepts: Jeder Gast soll Raum für sich haben – sichtbar wie spürbar. Kein Durchgangsverkehr, keine fremden Blicke, kein Geräuschpegel, der den Tag bestimmt.

Die Architektur folgt einem klaren Prinzip: Holz als zentrales Material sorgt für eine warme, sachliche Atmosphäre. Große Fenster öffnen den Blick in die Natur, ohne die Zurückgezogenheit aufzugeben. Die Gestaltung bleibt reduziert und funktional, nichts lenkt unnötig ab. So entsteht ein Ort, der nicht beeindrucken will, sondern wirkt – leise und dauerhaft. Im Inneren setzen sich diese Gedanken fort. Die Chalets bieten Platz, ohne weitläufig zu sein. Die Räume sind klar gegliedert und ermöglichen sowohl gemeinsames Erleben als auch bewusste Momente allein. Ein Morgen ohne Termine, ein Nachmittag mit einem Buch, ein Abend ohne Programm – hier darf der Tagesablauf offen bleiben.

Zur Ausstattung gehören eine private Sauna, eine Badewanne mit Ausblick sowie eine voll ausgestattete Küche. Diese Elemente sind nicht als Extras gedacht, sondern als Teil eines selbstbestimmten Aufenthalts. Erholung entsteht hier nicht durch Angebote, sondern durch Möglichkeiten. Jeder Gast entscheidet selbst, wie viel Aktivität oder Ruhe der Tag braucht.

Die Umgebung der Turracher Höhe ergänzt dieses Konzept. Spaziergänge, Wanderungen oder stille Stunden in der Natur lassen sich unmittelbar vom Chalet aus beginnen. Wer Bewegung sucht, findet sie. Wer Abstand braucht, bleibt. Auch darin liegt der besondere Komfort dieses Ortes: in der Freiheit, nichts tun zu müssen.

Mit dem Rabattcode „SCHLOSSSEITEN2026“ –15 % ab 2 Nächtigungen für April und Mai 2026 Jedes Chalet bietet Platz für bis zu 8 Personen. www.chaletsturrach.com

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BARON MÜNCHHAUSEN

DER ROCKSTAR UNTER DEN LÜGENBARONEN

Wenn es im 18. Jahrhundert bereits Instagram gegeben hätte, wäre Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen vermutlich der erste Influencer gewesen. Seine Storys? Unfassbar. Seine Reisen? Legendär. Sein Stil? Zwischen Kavallerie-Charme und norddeutscher Grandezza. Willkommen in der Welt des Mannes, der auf einer Kanonenkugel ritt und dabei nie sein Lächeln verlor. Wobei zu erwähnen ist, dass die Bezeichnung „Lügenbaron“ ihm nicht gerecht wird, denn – Fantasie lügt nie!

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

Der Baron im Meer von Gottfried Franz, erstellt 1896

Ein Adliger mit Hang zum Dramatischen –Geboren 1720 in Bodenwerder, wuchs Münchhausen in gutem Hause auf – mit Etikette, Bildung und jener Portion Selbstbewusstsein, die man braucht, um später glaubhaft zu behaupten, man habe sich am eigenen Schopf aus einem Sumpf gezogen.

Als junger Mann diente er im Militärdienst, unter anderem im Umfeld des russischen Hofes. Dort sammelte er Anekdoten, Abenteuer und wahrscheinlich auch die erste Ahnung davon, dass eine gute Geschichte noch besser wird, wenn man sie mit Stil erzählt. Zurück auf seinem Gut in Niedersachsen begann er, Gäste mit seinen Erzählungen zu unterhalten: Jagdgeschichten, Reiseabenteuer, Begegnungen mit Wölfen, halbierten Pferden und gefrorenen Posthörnern. Seine Zuhörer wussten, das war unmöglich – und genau deshalb wollten sie mehr.

Lifestyle-Lektion vom Baron

Was können wir heute von Münchhausen lernen?

• Erzähle groß.

• Übertreibe mit Haltung.

• Bleibe charmant, auch wenn es unmöglich wird.

• Und vor allem: Nimm dich selbst nicht zu ernst.

In einer Welt, die oft nüchtern, faktisch und effizient sein will, erinnert uns der Baron daran, dass Fantasie ein Luxusgut ist und Humor die eleganteste Form von Souveränität. Baron Münchhausen war mehr als eine literarische Figur. Er war ein Gentleman-Abenteurer, ein Meistererzähler, ein früher Lifestyle-Kurator seines eigenen Mythos. Und vielleicht ist genau das sein größtes Vermächtnis: Entscheidend ist nicht, ob etwas möglich ist, sondern wie brillant man es erzählt.

Oder wie der Baron selbst vermutlich sagen würde: „Es war alles ganz genau so – nur noch ein kleines bisschen erstaunlicher.“

Der Gentleman des gepflegten Übertreibens Münchhausen war kein Hochstapler – er war ein Entertainer, ein Meister der Überhöhung, ein Aristokrat mit Sinn für Timing. Seine Geschichten wurden 1785 ohne sein Zutun veröffentlicht – und machten ihn unfreiwillig weltberühmt. Die literarische Figur „Baron Münchhausen“ entwickelte ein Eigenleben, das den realen Baron weit überstrahlte. Plötzlich war er nicht mehr nur Gutsherr, sondern Mythos.

Ovitatur? Ed et imus, tem et escillitius ipsaperum cullo rem de dus, qui raturem quam, num qui dipsum

Besonders ikonisch: der Ritt auf der Kanonenkugel, der Ausflug zum Mond, das Pferd, das nach einer Schlacht nur noch aus zwei Hälften bestand, aber tapfer weitergraste. Zwischen Wahrheit und Wunder soll der echte Münchhausen übrigens durchaus Humor besessen haben – aber weniger begeistert darüber gewesen sein, zur Symbolfigur des Lügenbarons zu werden. Sein Name wurde zum Synonym für fantastische Unwahrheiten. Und doch steckt in seiner Geschichte mehr als nur Übertreibung: Sie erzählt von einer Epoche, in der Salonkultur, Erzählkunst und gesellschaftlicher Glanz eine Bühne bildeten, auf der Charisma zählte. Münchhausen war kein Blender – er war ein Stilist. Seine „Lügen“ waren Kunstwerke, dramaturgisch präzise, bildgewaltig, herrlich absurd.

Neben dem historischen Baron gibt es auch eine zeitgenössische Sophia von Münchhausen, die im idyllischen Salzkammergut lebt und arbeitet – dort, wo Berge dramatisch ins Wasser fallen und die Natur selbst wie eine Bühne wirkt. Und Bühne ist hier das richtige Stichwort. Diese Sophia von Münchhausen versteht sich nicht als Nachfahrin im Schatten, sondern als kreative Übersetzerin eines Namens mit Mythos. Ihre Schmuckstücke greifen Elemente barocker Ornamentik auf, spielen mit Symbolen aus den berühmten Erzählungen ihres Ahnen: Kanonenkugeln werden zu Anhängern, Sterne zu feinen Gravuren, das Motiv des „Abenteuers“ wird tragbar. Gold, Silber, manchmal mit dunkler Patina, immer mit einem Hauch dramatischer Eleganz. Der Name „Münchhausen“ steht heute nicht nur für fantastische Übertreibung, sondern auch für Stilbewusstsein und Individualität. Und genau hier knüpft die Designerin an: Jedes Stück erzählt eine kleine Geschichte – nicht laut, sondern subtil. Vielleicht liegt darin die moderne Form des Mythos: Nicht mehr auf der Kanonenkugel reiten, sondern sie als kunstvollen Ring tragen.

Blättern Sie weiter und entdecken Sie, wie aus Legende Lifestyle wird.

„Reise zum Mond“ – inspiriert von der ersten Reise des Barons zum Mond. Hier wird eine Brücke geschlagen zu der berühmten Himmelsscheibe von Nebra, da diese eng mit der Familie Münchhausen verknüpft ist. Die erste Darstellung unseres Himmelszelts, ca. 3700 Jahre alt.

SOPHIA VON MÜNCHHAUSEN

Wenn Schmuck Geschichten erzählt

Es gibt Namen, die mehr sind als nur Worte – sie tragen Geschichten, Fantasie und Erinnerung in sich. „Sophia von Münchhausen“ ist genau so ein Name: eine Marke, die aus Erzählkunst, Mut zur Vorstellung und einem besonderen Gespür für Identität entstanden ist.

Sophia von Münchhausen ist nicht einfach ein Mode- oder Schmucklabel – es ist ein lebendiges Narrativ. Die Inspirationsquelle ihrer kreativen Arbeit ist der berühmte Baron, Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720–1797), dessen phantastische Anekdoten seit Jahrhunderten Leser in ihren Bann ziehen. Aus der Verbindung von Fantasie, Humor und erzählerischer Kraft entsteht bei der Marke ein Designansatz,

der ebenso verspielt wie bedeutungsvoll ist. Die Vision hinter dem Label ist klar: Alte Geschichten weitergeben und neue erzählen – nicht als nostalgische Kopie, sondern als lebendiges Erlebnis in Schmuck und Accessoires. Jedes Stück soll nicht nur ästhetisch begeistern, sondern auch eine Botschaft tragen: Mut, Fantasie und die Kraft, die eigene Geschichte zu schreiben. Dieser sogenannte „Münchhausen-Effekt“ ist das identitätsstiftende Herz der Brand.

„Abenteuer zu Lande“: Motive aus den markanten Landgeschichten des Barons – von Kanonenkugelritten bis zu Begegnungen mit wilden Tieren und der Natur – fließen hier in die Designs ein.

Sophia, die Ur-Urnichte des Barons in der Markenmythologie, verbindet das kulturelle Erbe mit zeitgemäßer Gestaltung. Ihre Entwürfe entstehen aus dem Wunsch, Tradition nicht als Starre, sondern als Quelle lebendiger Inspiration zu begreifen. Der Ansatz: Design mit Bedeutung, Schmuck als Statement – und Accessoires, die begleiten, erinnern und bestärken.

Das Sortiment bei Sophia von Münchhausen ist bewusst erzählerisch aufgebaut. Die Kollektionen greifen verschiedene Elemente aus den legendären Abenteuern des Barons auf und übersetzen sie in eine moderne Formensprache: „Reise zum Mond“, „Abenteuer zu Lande“ ... Motive aus den markanten Landgeschichten des Barons – von Kanonenkugelritten bis zu frei erfundenen Begegnungen mit Tieren und Natur – fließen hier in die Designs ein. Weitere Erzählstränge, wie etwa die Wasserabenteuer, sind geplant und zeigen, wie lebendig und vielschichtig die Inspirationsquelle ist.

Der Ansatz: Design mit Bedeutung, Schmuck als Statement

Diese Kollektionen sind mehr als Schmuck: Sie sind erzählerische Sammlungen, die Erinnerung, Fantasie und Persönlichkeit in sich vereinen.

Weitere Erzählstränge (z. B. Wasserabenteuer) sind geplant und zeigen, wie lebendig und vielschichtig die Inspirationsquelle ist.

EIN DESIGNVERSTÄNDNIS MIT HALTUNG

Im Zentrum der Marke steht nicht der kurzfristige Trend, sondern eine visuelle Sprache, die Bedeutung, Identität und Stil vereint. Hochwertige Materialien, hochwertige Verarbeitung und klare Ideen zeichnen die Stücke aus – sie sind zeitlos und zugleich lebendig. Sophia von Münchhausen gelingt es, Mode zum Erleb nis zu machen: Jedes Accessoire ist ein Kapitel, jedes Schmuckstück ein Part ihrer erzählerischen Welt. In einer Zeit, in der Bedeutung oft hinter Schnelllebigkeit zurücktritt, setzt dieses Label ein bewusstes Zeichen für Design mit Tiefe – und lädt dazu ein, die eigene Geschichte mit Fantasie und Mut zu schreiben.

Sophia von Münchhausen +43 664 2041924 hello@sophiavonmunchhausen.com www.sophiavonmunchhausen.com

Schwab GmbH & Co.KG

Bayerhamerstraße 25 - 5020 Salzburg

+43 662 87 61 41 - office@schwab-kuechen.at www.schwab-kuechen.at

ANTIQUE PARQUET

UND DIE KUNST, GESCHICHTE UNTER DEN FÜSSEN

LEBENDIG ZU HALTEN

Während allerorten von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung und digitaler Beschleunigung die Rede ist, schlägt Thomas Reiner einen bewusst anderen Takt an. Sein Metier sind die Stille der Werkstatt, der Duft jahrhundertealter Hölzer und die geduldige Handarbeit. Mit Antique Parquet hat er sich als führender Experte für die Restaurierung historischer Parkettböden etabliert – und damit eine Nische besetzt, die Tradition, Nachhaltigkeit und höchste Handwerkskunst vereint.

VOM KUNSTSCHREINER ZUM BEWAHRER HISTORISCHER BÖDEN

Der Weg dorthin begann klassisch: mit einer Lehre zum Kunstschreiner und einem Volontariat am Württembergischen Landesmuseum Stuttgart. Dort machte sich Reiner einen Namen bei der Restaurierung historischer Möbel.

1983 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, zunächst mit dem Schwerpunkt auf historischen Kutschen und Objekten aus Holz. Es waren Projekte von kulturellem Rang – von Schlössern über Klöster bis hin zu bedeutenden Museumsobjekten –, die sein Gespür für Geschichte und Material schärften. Immer wieder führten ihn spezielle Aufträge nach Wien. Dort erkannte Reiner, was anderen entging: Bei Renovierungen wurden kostbare historische Parkettböden achtlos entsorgt. Böden, die Jahrhunderte überdauert hatten, reich an Intarsien aus Eiche, Ahorn, Nussbaum, Ma-

hagoni oder Palisander – stille Zeugnisse einer Epoche, in der Handwerk noch Kunst war.

DIE ENTDECKUNG EINER MARKTLÜCKE

Was für viele ein Randthema war, wurde für Reiner zur Mission. Er erkannte nicht nur den kulturellen Verlust, sondern auch eine wirtschaftliche Leerstelle: Es gab kaum Spezialisten, die sich der Rettung und Restaurierung historischer Parkettböden widmeten. 2007 gründete er Antique Parquet – mit dem klaren Ziel, diesen Böden ein zweites Leben zu schenken. Die Spezialisierung erwies sich als strategischer Vorteil. Wer einen 250 Jahre alten Parkettboden restaurieren lässt, sucht nicht immer den günstigsten, sondern den besten Anbieter, denn hier sind Können und Exzellenz gefragt. Restaurierung ist für Reiner kein Prozess, sondern ein Versprechen: ein Versprechen an das Material, die Geschichte eines Ortes, die Restaurierung und das damals gelebte Handwerk selbst.

Vor der Restaurierung

Thomas Reiner und seine Mitarbeiter arbeiten dort, wo Zeit sichtbar bleiben darf und Qualität keine Erklärung braucht. Design entsteht nicht nur durch Hinzufügen, sondern auch durch Einfügen oder Weglassen, durch Respekt, durch Präzision. Antique Parquet steht für eine stille Form von Luxus: dauerhaft, authentisch, kompromisslos.

Antique Parquet richtet sich gezielt auch an eine anspruchsvolle, qualitätsbewusste Klientel: an Eigentümer historischer Gebäude und denkmalgeschützter Objekte ebenso wie an Architekt:innen im Restaurierungs-, Premium- und Luxussegment – mit Sinn für Authentizität und dem Mut, historische Substanz mit zeitgenössischem Design zu verbinden.

Ein zentraler Engpass bei der Restaurierung historischer und neuer Gebäude sind die Böden: Ihre Authentizität prägt die Gesamtwirkung eines Raumes. Reiner begegnet diesem Anspruch mit einer konsequenten und außergewöhnlichen Lösung: dem Aufbau von Europas größtem Lager für historische Tafelparkettböden mitsamt deren Mustern und Motiven. Heute stehen dafür über 10.000 Quadratmeter originaler Böden zur Verfügung. Und sollte einmal die historische Menge nicht ausreichen, so stehen vielfältige Möglichkeiten zur Adaption zur Verfügung.

INNOVATION DURCH TRADITION – Was zunächst paradox klingt, ist das Erfolgsgeheimnis von Antique Parquet. Innovation entsteht hier aus der konsequenten Rückbesinnung auf traditionelle Methoden: Jeder Boden wird wie ein Möbelstück behandelt, überwiegend in Handarbeit restauriert und sorgfältig dokumentiert. Herkunft, Geschichte und Material werden recherchiert und festgehalten. Der Kunde erhält nicht nur einen Boden, sondern ein Stück gelebter Geschichte. Zugleich steht diese Arbeitsweise exemplarisch für Nachhaltigkeit – nicht nur im Luxussegment: Die Wiederverwendung historischer Böden schont Ressourcen und verbindet Ästhetik mit Verantwortung.

Repräsentativer Salon mit kunstvoll verlegtem historischem Parkett

Nach der Restaurierung

Bild oben: Weltweite Referenzen von Antique Parkett – maßgefertigtes Intarsienparkett in den repräsentativen Räumlichkeiten der Iraqi Embassy Vienna.

Bild oben rechts: Fachgerechte Restaurierung eines historischen Intarsienparketts – behutsam aufgearbeitet, präzise ergänzt und in seiner ursprünglichen Eleganz wiederhergestellt.

Bild unten rechts: Lagerbestand von Antique Parkett – sorgfältig demontierte, historische Parkettelemente, fachgerecht gelagert für die Restaurierung und Wieder verlegung.

NETZWERKE, REPUTATION UND MARKTFÜHRERSCHAFT

Heute ist Antique Parquet europaweit und international anerkannt und gefragt. Kooperationen mit renommierten Designer:innen, innovativen Unternehmen aus den Bereichen Möbel- und Küchenmanufaktur sowie mit Künstler:innen und kunstaffinen Partnern wirken als starke Multiplikatoren und tragen die eingetragene Marke weit über die klassischen Zielgruppen hinaus. Mitgliedschaften in relevanten Fachverbänden unterstreichen die fachliche Autorität. Das Ergebnis ist eine Marktführerschaft, die nicht laut, sondern selbstverständlich wirkt.

Die Referenzliste liest sich wie ein Spaziergang durch die europäische Kulturgeschichte: von der Wiener Hofburg über das Schloss Schönbrunn bis hin zu internationalen Projekten in London, New York, Korea oder Venedig. Jeder restaurierte Boden erzählt seine eigene Geschichte – und alle gemeinsam die von Antique Parquet.

Die Idee von Antique Parquet zeigt eindrucksvoll, dass Spezialisierung, Authentizität und Leidenschaft auch in einer digitalisierten Welt zu nachhaltigem Erfolg

führen. In einer Zeit der Beliebigkeit setzt Thomas Reiner auf Tiefe statt auf Breite – und beweist, dass wahre Marktführerschaft dort entsteht, wo vergangene Handwerkskunst zur Haltung wird.

Tipp für alle in England Wohnhaften: Ausstellung in der österreichischen Botschaft in London.

INFOBOX

Living on History Vienna

Thomas Reiner

Tel.: +43 676 7403520 Sechshauserstrasse 49/27, 1150 Wien www.antique-parquet.com info@antique-parquet.com

• Lagerflächen von 1 bis 200 m2 • Zutritt 365 Tage im Jahr • für Gewerbe und Privat

WASSERSCHLOSS IRMELSHAUSEN

Ein Gespräch mit ANNA GRÄFIN UND KARL GRAF STAUFFENBERG

über Sanieren mit Haltung – wie ein Wasserschloss durch natürliche Farben, Eigenleistung und Geduld in die Zukunft geführt wird.

Schloss Irmelshausen im schönen Unterfranken zeigt, wie zeitgemäß historisches Wohnen sein kann, wenn es mit Respekt, Wissen und Gefühl umgesetzt wird. Für Anna und Karl Graf Stauffenberg ist ihr Zuhause kein Statussymbol, sondern ein Lebensprojekt – lebendig, bewusst und tief verwurzelt.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein Fotos: Bodo Mertoglu / volvox by Ecotec

Foto: © Vera Jakuschinski

Der Rittersaal – Der große Saal wurde in einem neutralen Lehmton von volvox gehalten, der die dunklen Renaissance-Möbel harmonisch einbindet und zugleich maximale gestalterische Freiheit für Events lässt. Hochzeiten, Feste und Seminare sollen hier ihre eigene Handschrift tragen können, ohne mit der Architektur zu konkurrieren.

Eingebettet in die sanfte Landschaft Unterfrankens liegt Schloss Irmelshausen – ein Ort, der Geschichte nicht konserviert, sondern lebt. Park, Wassergräben, alte Gutshöfe und Fachwerk rahmen das Renaissance-Wasserschloss ein und erzählen von Jahrhunderten fränkischer Bau- und Lebenskultur. Wer hier ankommt, spürt schnell: Dieses Anwesen ist kein museales Denkmal, sondern ein Zuhause, ein Arbeitsort und zugleich eine Bühne für Feriengäste, Hochzeiten, Seminare, kreative Begegnungen und leise Rückzugszeiten.

Seit 2014 leben und arbeiten Anna Gräfin und Karl Graf Stauffenberg in Irmelshausen. Nach Jahren in Hamburg und München war der Schritt aufs Land kein Bruch, sondern eine bewusste Entscheidung. Karl, leidenschaftlicher Hobbyjäger mit starker Naturverbundenheit, fand hier genau das Umfeld, das ihm immer wichtig war. Anna wiederum, kreative Designerin, tauschte den urbanen Takt der Großstadt gern gegen die Stille, Weite und Inspiration des ländlichen Raums. Dass ihr neues Zuhause kein gewöhnliches Haus sein würde, war ihnen von Anfang an klar: Die Wohnräume der Schlosshälfte, die sich seit 1984 im Familienbesitz befindet, hatten ihre besten Zeiten längst hinter sich.

Ein Schloss zu besitzen, klingt glamourös – in der Realität bedeutet es vor allem Verantwortung, Arbeit und Durchhaltevermögen. Die zentralen Fragen, die jede ihrer Entscheidungen begleiten, lauten bis heute: Wie lässt sich ein denkmalgeschütztes Gebäude erneuern, ohne seine Substanz und seinen Charakter zu verlieren? Und: Wie kann man darin zeitgemäß, gesund und langfristig wohnen?

Die Antwort der Stauffenbergs ist klar und konsequent: Indem man mit dem Haus arbeitet – nicht gegen es. Statt schneller Lösungen oder modischer Inszenierungen setzt die Sanierung auf Authentizität, Materialehrlichkeit und Langlebigkeit. Luxus entsteht hier nicht durch Perfektion, sondern durch Atmosphäre, Ruhe und das Wissen, dem Gebäude gerecht zu werden.

Gerade bei einem über 500 Jahre alten Wasserschloss mit unterschiedlichen Feuchtigkeitszonen ist das essenziell. Diffusionsoffene Wandaufbauten sind kein Detail, sondern Voraussetzung. Lehm- und Kalkputze waren historisch vorhanden, also wurde daran angeknüpft. Moderne, versiegelnde Systeme kamen bewusst nicht infrage. Und hier spielt die Wandfarbe eine maßgebliche Rolle. Man wurde bei volvox fündig, Die ökologischen volvox Lehmfarben ESPRESSIVO und DACAPO sind zum Beispiel nicht nur lösemittelfrei, sie regulieren zudem

die Feuchtigkeit und binden Gerüche sowie Schadstoffe, wodurch sie zum Garanten für Wohngesundheit und ein angenehmes Raumklima ohne schädliche Stoffe werden.

Lernen durch Tun – Viele Arbeiten wurden in Eigenleistung umgesetzt; dies geschah nicht aus romantischem Idealismus heraus, sondern aus Notwendigkeit. Trotz finanzieller Förderung durch den Denkmalschutz bewegen sich Sanierungen in solchen Dimensionen schnell jenseits klassischer Budgets. „Ich hatte zuvor weder einen Fußboden verlegt noch Kabelkanäle geschlitzt oder Steckdosen angebracht“, erinnert sich Karl Graf Stauffenberg. „Aber man lernt unglaublich viel, wenn man selbst anpackt.“ Bei Recherchen stieß man auf die volvox-Naturfarben, und diese waren den Eheleuten im Hinblick auf die historische Bausubstanz wichtig. „Wir können hier nur diffusionsoffene Farben verwenden, damit ein natürlicher Feuchtigkeitsaustausch gegeben ist“, erklärt Karl Graf Stauffenberg, und seine Frau fügt hinzu: „Das Tolle beim Streichen war, dass sich diese Naturfarben auf Lehm- oder Kalkputz verwenden lassen und trotz vorheriger Grundierung die natürlichen Eigenschaften sogar noch betonen. Außerdem decken sie perfekt und haben eine ganz tolle, cremige Konsistenz. Ich selbst streiche ungern mit der Rolle, sondern bin ein großer Fan von Arbeiten mit dem Pinsel.“ Dabei stellte man fest, dass diese Farben nicht so stark tropfen. Beim Streichen wurde übrigens nichts abgeklebt, und das hatte einen ganz simplen Grund. „Früher hat man das ja auch nicht gemacht. Die Linien waren vielleicht nicht immer ganz exakt, aber genau das macht diesen speziellen Charme aus, den ich auf diese Weise wiederbeleben konnte“, freut sich Anna Gräfin Stauffenberg. „Man muss im Altbau mit Kompromissen leben, und ebendieses Unperfekte macht es auf natürliche Art perfekt.“

Besonders prägend war die erste große Sanierungsphase –die heutige Ferienwohnung „Förster“ im Untergeschoss. Feuchte Wände, morscher Holzboden und alter Estrich machten deutlich, dass hier früher mit ungeeigneten Materialien gearbeitet worden war. Also wurden die Wände vollständig abgeschlagen und neu aufgebaut. Das Ergebnis ist sichtbar und bewusst nicht perfekt: Wände sind leicht krumm, Übergänge nicht exakt. Doch genau das verleiht den Räumen Authentizität. „So ist das eben in einem alten Gemäuer“, sagt Anna mit einem Augenzwinkern. „Und irgendwie macht es den Charme aus.“

Eine Schlüsselrolle in der Sanierung spielt die Entscheidung für ökologische Naturfarben. Die hochwertigen Lehm- und Kalkfarben von volvox aus dem Hause Ecotec Naturfarben GmbH leisten einen wichtigen Beitrag zum wohngesunden Raumklima. Verzichtet wird konsequent

Besonders am Herzen liegt Anna die Kaminstube – sie ist das zweite Wohnzimmer der Familie. Die Farbe wurde von volvox eigens für sie angemischt; hier wollte Anna bewusst einmal keine Erdtöne verwenden. Dafür setzte man im Gäste-WC ein deutliches Statement und wählte einen kräftigen Grünton („Cedar“) von volvox.

Kein Overtourismus

Das aus Sandstein und Fachwerk erbaute Renaissanceschloss liegt im Herzen Deutschlands und wurde in den letzten Jahrzehnten liebevoll renoviert.

Die Auswahl von Möbeln und Dekoration folgt keinem schnellen Impuls. Vieles stammt aus dem eigenen Fundus, aus der Familie oder aus Wohnungsauflösungen. Möbel werden gesammelt, überarbeitet und oft über Jahre hinweg integriert. Neu gekauft wird gezielt – eher Designklassiker als kurzlebige Trends.

auf silikonhaltige und diffusionshemmende Produkte. Stattdessen kommen Lehmfarben mit hoher Deckkraft, angenehmer Verarbeitung und bemerkenswerter Langlebigkeit zum Einsatz.

Die Farbwelt bleibt bewusst zurückhaltend. Naturtöne regulieren nicht nur das Raumklima, sondern wirken beruhigend und entschleunigend. Kräftige Trendfarben sucht man im Schloss Irmelshausen vergeblich. Hier dominieren Nuancen, die Raum lassen – für Licht, Materialien und Geschichte. Dass die Kaminstube in der privaten ersten Etage im Vergleich zu der ansonsten eher ruhigen Wandgestaltung recht farbenfroh daherkommt, ist der Historie geschuldet: Hier hatte der Denkmalschutz auf die Wiederaufnahme des historischen Grünbeziehungsweise Rottons gepocht. „Dabei kam uns zugute, dass man bei volvox auch Farben anmischen lassen kann, denn wir haben einfach keinen exakt passenden Standardton für diesen geschichtsträchtigen Raum gefunden“, erklärt Anna Gräfin Stauffenberg und ergänzt: „Die Möglichkeit, Farben individuell anfertigen zu lassen, war uns eine ebenso große Hilfe wie das breite Spektrum an verschiedenen Holzlasuren und -lacken. Wir haben beispielsweise einen großen, alten Esstisch, bei dem wir die neuen Ausziehplatten farblich nahezu identisch an den originalen Eichenton angleichen konnten. Und auch im Hinblick auf ein stimmiges Gesamtbild bei den Wandpaneelen und Dielenböden ist diese Vielfalt einfach toll.“

In sensiblen Bereichen geht das Schloss ebenfalls eigene Wege. Im Bad der Beletage wurde bewusst auf Fliesen

hinter Waschbecken und Badewanne verzichtet. Reiner Kalkputz, kombiniert mit traditioneller Seifenlauge, schützt die Oberfläche und bleibt dennoch offen. Das Ergebnis ist überraschend elegant und funktional – inspiriert von antiken Badekulturen und bis heute bewährt.

Wohnen mit Patina – Die Einrichtung folgt keiner festen Formel, sondern einer Haltung. Viele Möbel stammen aus dem Familienbesitz, aus Haushaltsauflösungen oder von Antiquitätenmärkten. Ergänzt werden sie durch ausgewählte Designklassiker des 20. Jahrhunderts. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Geschichte – oder gestalterische Qualität. Serienmöbel und kurzlebige Trends bleiben außen vor. Zahlreiche Stücke werden aufgearbeitet, oft gemeinsam mit regionalen Handwerkern. Bücher, Kunstbände und bewusst gesetzte moderne Leuchten schaffen Tiefe und Kontraste. Anna beschreibt das Schloss gern als ihre wichtigste kreative Spielwiese – ein Ort, an dem Mode, Raumgefühl und Lebensrhythmus zusammenfinden dürfen.

Ihr persönlicher Stil ist eine Mischung aus historisch und modern. Sie liebt Patina, alte Möbel und Räume mit Geschichte, braucht aber auch Klarheit und Ruhe. Ein Zuviel an Farben oder Dekoration empfindet sie schnell als unruhig. Die natürlichen Materialien – Lehm, Kalk, Holz und Sandstein – prägen nicht nur die Ästhetik, sondern auch das Wohngefühl. „Man spürt, ob ein Raum atmen kann“, sagt sie. Diese Sensibilität ist das Ergebnis von Erfahrung – und von Fehlentscheidungen, die alte Häuser sofort quittieren.

Heute bewohnt die Familie mit ihrem gemeinsamen Sohn den etwa 170 Quadratmeter großen Bereich im ersten Stock, zu dem auch die historische grüne Kaminstube sowie der imposante Rittersaal gehören. Letzterer ist Teil des Nutzungskonzepts und wird häufig für Veranstaltungen mitgebucht.

Schloss Irmelshausen ist kein abgeschlossenes Projekt. Weitere Sanierungsphasen, statische Herausforderungen des fränkischen Sandsteins und neue Ideen begleiten den Alltag. Gleichzeitig wächst das Veranstaltungsangebot behutsam: Die große Fachwerkscheune bietet Platz für Bankette mit bis zu 120 Personen, die kleinere Scheune eignet sich für intimere Formate. Workshop- und Seminarräume, ein ausgebautes Dachgeschoss für Yoga oder Retreats, Gemeinschaftsküche, Outdoor-Grillküche und der Schlosspark erweitern das Spektrum.

Die Umgebung prägt das Lebensgefühl maßgeblich. Park, Wasser und Landschaft verleihen dem Ort eine fast mediterrane Gelassenheit – sonnig, erdend, rustikal. Nicht umsonst sprechen die Bewohner von der „fränkischen Toskana“. Die Ferienwohnungen sind entsprechend gestaltet: Orte zum Ankommen, Herunterfahren und Durchatmen. Alt und Neu dürfen sich begegnen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Schloss Irmelshausen zeigt, dass Denkmalpflege kein starres Bewahren bedeutet, sondern ein lebendiger Prozess ist. Nachhaltigkeit entsteht hier nicht aus Ideologie, sondern aus Erfahrung. Der bewusste Einsatz natürlicher Farben und Materialien ist aufwendiger – aber richtig. Und man ist dankbar, hier eine Farbenfirma

gefunden zu haben mit Produkten, welche die altehrwürdigen Mauern nicht kaputt machen, sondern für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte stärken.

Die Ecotec Naturfarben GmbH mit Sitz in Lüdenscheid (NRW) ist ein international führender Spezialist für wohngesunde Farben. Den Grundstein für den heutigen wirtschaftlichen Erfolg legte Hans Willi Babka im Jahr 1990. Der als Pionier für Naturfarben bekannte Unternehmer gilt bis heute als Erfinder der modernen, atmungsaktiven Lehmfarbe. Die Stauffenbergs sind dankbar, dass sie so gut beraten wurden und ihr Schloss nun wortwörtlich wieder erstrahlt.

INFOBOX

WASSERSCHLOSS IRMELSHAUSEN

Familie Stauffenberg

Schloss 1, D-97633 IRMELSHAUSEN +49 176 20439114

info@event-stauffenberg.com www.event-stauffenberg.com

VOLVOX

Ecotec Naturfarben GmbH Kalkofenweg 2, D-58513 Lüdenscheid +49 2351 95395 info@volvox.de www.volvox.de

Kostenlose Farbkarte mit Gutscheincode: SCHLOSS26

Räume fürs Leben. Durch Farben, die atmen.

Natürliche Rohstoffe Frei von Giftstoffen Gutes Raumklima Faire Produktion Einfache Verarbeitung

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ZEITLOSE RUHE

Designklassiker des 20. Jahrhunderts treffen auf natürliche Materialien, warme Lehm- und Erdtöne sowie ausgewählte Stücke mit Geschichte. Auf diese Weise entsteht ein Spannungsfeld aus Klarheit und Wärme – reduziert, authentisch und bewusst jenseits kurzlebiger Trends.

1. Wer selbst keine Ahnenbilder besitzt, kann großartige Gemälde in Auktionshäusern oder bei Antiquitätenhändlern erwerben; hier ein Porträt eines Herrn, frühes 18. Jahrhundert, bei 1stdibs.com, um € 8.500 | 2. Lehmfarbe ESPRESSIVO ist das Original: Sie war die erste Lehmfarbe weltweit und setzt noch heute Maßstäbe; mittlerweile gibt es über 170 Design-Farbtöne, bei volvox.de | 3 Elegante, gewölbte Stehlampe im Mid-Century-Modern-Stil, mit edlem Gold-Innenschirm, bei etsy.com, um € 810 | 4. Die Veronese Vase (H 32 cm), entworfen von Vittorio Zecchin für Venini, wurde aus sandgestrahltem Muranoglas zu einem einprägsam schmückenden Objekt erschaffen, bei mytheresa.com, um € 2.590 | 5. Massiver Esstisch „Thuggi“, von home24.at, um € 599 | 6. Einen Akzent bietet der Leinenpolster (50 x 50 cm), das Terrakotta- und Grünmuster auf einem hellbeigen Leinen ist von traditionellen Ikat-Mustern mit einem skandinavischen Twist inspiriert, bei chhatwal-jonsson.com, um € 90 | 7. Thonet Stuhl S32V, Design Marcel Breuer (1929/30), Bauhaus-Klassiker mit Rohrgeflecht und Stahlrohr, stabil und stilvoll, um € 929

Große, in Naturfarben gestrichene Räume verleihen Ruhe und Eleganz.

FEINE BETTGESCHICHTEN

Früher gab es zur Hochzeit die sogenannte „Aussteuer“, die unter anderem Bettwäsche beinhaltete und für ein ganzes Leben konzipiert war. Heute ist Bettwäsche ein Ausdruck von Luxus und Wohnkultur, die im Detail genau verrät, wie man sich bettet ... denn so schläft man auch.

Text: Beatrice Tourou Fotos: bereitgestellt

Im Bild zu sehen ist die Kollektion „Tre Righe“ von Bettwaren-Ikone Pratesi. Das Design wurde 1927 für Coco Chanel angefertigt und zählt heute noch zu den absoluten Bestsellern.

Professionalisiert hat das Schlafen und die damit einhergehende Schlafkultur eigentlich die Hotelindustrie, denn was ein Hotel im Grunde verkauft, ist ein Schlafplatz. Dass mit dem Einzug der Luxusindustrie auch der Anspruch an den ultimativen Schlafkomfort gestiegen ist, liegt auf der Hand.

Was ist es also, was das perfekte Bett ausmacht? Es beginnt im Grunde schon lange davor, nämlich bei der Zimmertür, und endet erst beim Bettbezug. Denn wer schon einmal im luxuriösen Health-Hotel Chenot in Weggis zu Gast sein durfte, weiß, dass man im Bett zum Beispiel keinen WLAN-Empfang hat – mit Absicht, denn die Bettruhe soll nicht durch Banales wie Handykonsum gestört werden. Dem vorangegangen ist ein karges Abendessen, das meist nur aus Brühe besteht. Demnach empfindet man den Schlaf schon ganz anders, der Körper arbeitet ja anders –denn tatsächlich ruht er. Kein Blaulicht, kein schweres Steak, das noch zu verdauen ist, keine schlechten Nachrichten aus Davos und damit einhergehende Aktienkurse, die Albträume durchs Portfolio jagen. Sie sehen: Schlaf wird architektonisch konstruiert wie ein Soufflé von der Kochikone Alain Ducasse. Nichts wird dem Zufall überlassen.

Der Verzicht auf vieles, was man eigentlich gewohnt ist, löst allerdings sehr oft keinen erholsamen Schlaf aus, sondern genau das Gegenteil. Was zu einer ordentlichen Schlafzimmerausstattung gehört, sind blickdichte Vorhänge sowie schalldichte Türen und Böden. Jetzt erst wenden wir uns dem Bett zu, denn ganz egal, wie kunstvoll es ausgestattet ist – wenn die Straßenlaterne ins Schlafzimmer leuchtet, ist es um die gute Nachtruhe geschehen.

Die Königsdisziplin: Das müde Haupt betten.

Das Bett ist viel mehr als nur Kasten, Matratze und Bettwäsche. Es ist ein ständiges Projekt, das dauernder Zuwendung bedarf, denn in so einem Bett passieren vielerlei Dinge: Man friert, man schwitzt, man kommt seinem Partner näher (oder auch nicht), man beherbergt kleine Kinder (oder auch nicht), man ist oftmals gar nicht allein – gewollt oder ungewollt. An ein Bett werden viele Ansprüche gestellt.

Ist die Matratze zu hart, zu weich, atmungsaktiv? Boxspring oder Latex, Rosshaar oder Kokos? Ist man womöglich auf Pferdehaar allergisch? Die Matratze ist die erste große Hürde. Wählt man sie durchgehend für ein Ehebett, sind selbst bei getrennten Ta-

schenkammern sämtliche Bewegungen des Partners spürbar. Deshalb sind getrennte Matratzen immer ein Gewinn für erholsamen Schlaf im Ehebett.

Klarerweise gibt es bei Matratzen eklatante Preisunterschiede, die auch die Qualität des Produktes widerspiegeln. Die berühmte blau karierte Matratze von Hästens bedarf nicht vieler Erklärungen, Vispring ebenso wenig. Beide vereinen den gegenwärtigen Trend zu Naturmaterialien wie Rosshaar, Schafwolle und Naturfasern. Das griechische Brand COCO-MAT setzt mit Kokosfaser, Naturlatex und Seegras noch eine besonders „cleane“ Komponente obendrauf.

Wer eine ordentliche Bettkonstruktion haben möchte, greift als Nächstes zum Topper, also zu einer gefütterten Auflage auf der Matratze. Diese gewährt ein Extra an Gemütlichkeit und Hygiene und wird –ebenso wie das Bettzeug – idealerweise alle drei bis sechs Monate gereinigt.

Auch wenn viele Menschen heute gerne zu hypoallergenem Bettzeug greifen, weil es a) eben hypoallergen, b) praktisch zu waschen und c) günstig ist, kommt es dem Gefühl hochwertiger Daunen- und Federbettwaren nicht gleich. Die Decken fallen anders, sie klingen anders, sie wärmen anders. Der Qualitätsunterschied der Daunen und Federn zeigt sich in erster Linie am Bleichgrad der Daunen und Federn, also daran, wie weiß sie sind und – besonders wichtig –wie lang der Kiel ist, der dann möglichst nicht herausstechen darf. Wer sich hochwertiges Bettzeug leistet, will nicht Gefahr laufen, es selbst in der Waschmaschine zu reinigen. Oftmals ist die Trommel ohnehin zu klein, will man seine King-Size-Decke (also 220 × 260 cm) waschen, und dann stellt sich die Frage nach dem richtigen Trocknen. Denn sind Federn einmal nass, klumpen sie gerne (oder eigentlich immer). Der Trick mit dem Tennisball im Trockner hilft nur bedingt, ist laut, und zudem hat so ein Tennisball auch seinen Eigengeruch, den man nicht unbedingt in der Bettwäsche haben möchte.

Kurzum: Der Weg zur Gans (Bettwäschegeschäft in der Wiener Innenstadt) bleibt einem nicht erspart. Die Kosten leider auch nicht. Im saisonalen Österreich unterschied man ja auch zwischen den Jahreszeiten und hatte je nach Klima eigene Sets – eine Wintervariante , eine für die Zwischensaison und eine leichte Sommerdecke. Idealerweise reinigt man nach jeder Saison und verpackt das Bettzeug in den Plastiktaschen mit Reißverschluss, in welchen sie gekauft wurden. Die Gans hat dafür einen besonderen Ser

vice, bietet selbst das Nachfüllen von Daunen im Bettzeug an und entmantelt dieses auch auf Wunsch für eine besondere Tiefenreinigung.

Die Antwort auf ein luxuriöses Bett ist, wie so oft, einfach eine große Ausstattung. Man braucht von allem viel: zum einen für die passende Gelegenheit, zum anderen wegen des Verschleißes und natürlich für Gäste.

Das Bettzeug hält sich in der Regel viel länger als die Bettwäsche, denn diese wird ja mechanisch beansprucht – zum einen durch das Liegen an sich, zum anderen durch Waschmaschine und Trockner, dem eigentlichen Feind von Textilien aller Art. Daher empfiehlt es sich, keine großen Handelsketten aufzusuchen, die nicht auf Bettwaren spezialisiert sind, da die Grundqualität der Stoffe für eine lange Lebensdauer in der Regel nicht ausreicht.

Man unterscheidet verschiedene Stoffarten: Perkal und Baumwoll-Satin sind die häufigsten, Seide bitte nicht.

Das berühmteste Qualitätssiegel für Bettwäsche ist ägyptische Baumwolle . Warum? Weil diese dafür bekannt ist, besonders lange Fasern zu haben, woraus ein stabiles Garn gesponnen werden kann, das robust ist und sehr schwer pillt. Ähnlich wie bei Kaschmir gibt es aber auch hier Qualitätsunterschiede. Nicht überall, wo „ägyptische Baumwolle“ draufsteht, ist auch eine lange Faser drin. Manchmal ist es ein Mischgewebe und gar nicht so hochwertig.

Wer viele Königshäuser und Milliardäre ausgestattet hat, ist das Geschäft Zur Schwäbischen Jungfrau . Dort werden Bettwaren nach Maß gefertigt und auch mit handgestickten Monogrammen versehen. Ob Wappen, Krone oder Buchstaben, weil einen das Kryptoportfolio geadelt hat – die Bettwäsche ist eine willkommene Spielwiese für individuellen Ausdruck.

Wer sich an Hotels orientiert, greift zu Frette . Dieses Unternehmen hat nicht nur das italienische Königshaus ausgestattet, sondern auch das Hotel Brown’s in London, das der Rocco-Forte-Familie gehört und zu den Spitzenreitern der britischen Hotelszene zählt. Wer es noch einen Tick exklusiver möchte, greift zu Pratesi mit seinen drei Streifen als Markenzeichen. Angeblich soll Coco Chanel diese für sich entworfen haben, und Pratesi hat sie einfach behalten. Was neben der hochwertigen Stoffqualität hier noch dazukommt, ist die Enge der Bestickung der Streifen,

Die Baumwollperkal-Bettgarnitur von Yves Delorme besticht durch ihre klare, weiße Eleganz und die präzise, doppelt gestickte Bogenkante. Hergestellt in Frankreich, vereint sie zeitlose Ästhetik, außergewöhnlichen Komfort und die textile Handwerkskunst einer internationalen Luxusmarke seit 1845.

Bettwäsche von Pratesi, ab € 229
Lavender & Moonflower Kissenspray, von Jo Melone, um € 47

Paläste, Villen, Jets und Yachten Pratesi-Bettwäsche, der diskrete Luxus für zu Hause

INTERESSANT

Ägyptische Baumwolle blickt auf eine lange und reiche Geschichte zurück. Sie wurde Anfang der 1820er-Jahre von Muhammad Ali Pascha eingeführt, der Ägyptens Wirtschaft modernisieren wollte.

Dank des günstigen Klimas und der fruchtbaren Böden im Nildelta entwickelte sich der Anbau rasch. Bekannt für ihre extralangen Fasern, erlangte ägyptische Baumwolle während der Industriellen Revolution insbesondere in Europa internationale Anerkennung für ihre außergewöhnliche Qualität. Die Eröffnung des Suezkanals im Jahr 1869 förderte den weltweiten Handel zusätzlich. Trotz der Herausforderungen des 20. Jahrhunderts, etwa durch Marktschwankungen oder politische Umbrüche, ist ägyptische Baumwolle bis heute ein Symbol für luxuriöse Textilien geblieben.

Ägyptische Baumwolle wird nicht maschinell geerntet, sondern von Hand gepflückt, um die Integrität der langen Fasern zu bewahren. Die Handernte stellt sicher, dass die Fasern gerade und unbeschädigt bleiben – eine Grundvoraussetzung für die Herstellung hochwertiger Garne. Beschädigte oder kürzere Fasern geringerer Qualität werden häufig günstig verkauft, was die starken Preisschwankungen bei Produkten aus ägyptischer Baumwolle erklärt.

Das Nachtlicht „Sloane“, von Corston, um € 270

Wildkräuter-Tinktur zum Einnehmen, von kruut, um € 19

„Wie man sich bettet, so liegt man“, heißt es.

die das Original sofort von der Kopie abhebt, noch bevor es zum Haptiktest kommt. Das Gefühl, in das Hotelbett im Brown’s zu schlüpfen, ist deshalb so vollkommen, weil die Bettwäsche – wie auch die Zeitung – jeden Tag gebügelt und gewechselt wird und weil es ein Polster menü gibt: Für jede Höhe und Stärke das richtige Exemplar.

Auf die Frage, wie oft man Bettwäsche wechseln sollte, gibt es keine einheitliche Antwort. Macht man es täglich, schadet man der Umwelt und seinem Haushaltsbudget. Macht man es nur wöchentlich, verabschiedet sich der Luxus aus dem Bett. Wer es allerdings mit der wöchentlichen Routine hält, liegt im guten Mittelmaß. Wenn man viel schwitzt oder krank ist, sollte das Bett alle zwei bis drei Tage neu bezogen werden.

„Wie man sich bettet, so liegt man“ , heißt es. Deshalb darf man getrost in schöne Träume investieren, denn ein Drittel seines Lebens verbringt man genau dort.

Bettbezug-Set PRADO von Amalia Home Collection – ein unverzichtbares Highlight für jede hochwertige Bettwäschegarderobe.

Gefertigt aus prächtigem Satin mit edlem Zierband, das in verschiedenen Farbvarianten erhältlich ist und die besondere Qualität des Stoffes elegant betont. Der feinfädige Satin (Fadenzahl 430) aus ägyptischer Baumwolle™ Giza 94 sorgt für außergewöhnliche Weichheit, Glanz und Langlebigkeit. Ab 456 €

3 FRAGEN AN PRATESI

Was macht Pratesi anders als andere Marken?

Pratesi hat sich stets dadurch ausgezeichnet, seinen Ursprüngen treu zu bleiben und gleichzeitig die Kunst hochwertiger Bettwäsche kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gegründet in Florenz, der Wiege der handwerklichen Tradition der Renaissance, basiert die Marke auf vier Säulen: Herkunft, Handwerkskunst, außergewöhnliche Materialien und Innovation. Während viele Luxus-Bettwäschemarken ihre Produktion industrialisiert haben, bewahrt Pratesi traditionelle florentinische Techniken – vom handgeschnittenen Stoff über präzise Schneiderei bis hin zu sorgfältigster Verarbeitung – und verbindet diese mit moderner Textilinnovation. Jedes Pratesi-Stück ist nicht bloß ein Produkt, sondern Ausdruck italienischer Kultur und Savoir-faire.

Wie definiert Pratesi die Qualität von Bettwäsche?

Für Pratesi beginnt Qualität lange vor dem Weben. Sie startet mit der Auswahl der feinsten Rohstoffe – ein perfektes Beispiel dafür ist unsere extra-langstapelige ägyptische Baumwolle Angel Luxe, die aufgrund ihrer außergewöhnli-

chen Festigkeit, Reinheit und ihres natürlichen Glanzes gewählt wird. Qualität bedeutet für Pratesi auch Balance: zwischen Weichheit und Struktur, zwischen Leichtigkeit und Strapazierfähigkeit. Der Fokus liegt auf der Integrität der Fasern, der Garndichte und der Webtechniken, die den Komfort erhöhen und zugleich die Atmungsaktivität bewahren. Wahre Qualität zeigt sich schließlich über die Zeit.

Wie langlebig sind Pratesi-Bettlaken?

Dank der Verwendung hochwertigster Fasern und traditionsreicher Webmethoden sind Pratesi-Bettlaken bei richtiger Pflege darauf ausgelegt, jahrzehntelang zu bestehen. Statt zu verschleißen, wird der Stoff mit der Zeit weicher, geschmeidiger und persönlicher. Diese Beständigkeit ist bewusst gewählt und Ausdruck von Pratesis Engagement für Nachhaltigkeit durch Exzellenz: weniger, dafür bessere Dinge zu schaffen, die die Zeit überdauern. Pratesi widmet sich der Herstellung von Erbstücken – Bettwäsche, die Emotionen, Erinnerungen und zeitlose Schönheit von einer Generation zur nächsten weiterträgt.

Schlafen wie im Ritz in Paris ist nun auch zu Hause realisierbar. Die eigene Bettwäsche-Linie macht es möglich. Online bei ritzparis com, ab € 239

SCHLAFGEMACH

Wenden wir uns dem Bett zu, so meinen wir nicht nur die Bettwäsche an sich. Es ist der Teppich unter den Füßen, wenn man in der Früh aus dem Bett steigt, es ist die Tagesdecke, die die Nacht beendet, und dann auch das kleine „Betthupferl“, wie man auf Wienerisch sagt, ein kleines Stückchen Schokolade, das man unerlaubter weise mit in den Schlaf nimmt.

AUSGEWÄHLT

1. Teppich, bei Rugvista, ab € 89 | 2. Tagesdecke, von Yves Delorme, um € 399 | 3. Schokolade, von Cosmic Dealer, um € 17 (alternativ den Kräutertee der Pariser Kultmarke) | 4. Schuhe, von Casa Lopez, um € 220 | 5. Daunenkissen, von LaModula, ab € 69 | 6. Augenmaske, mit Lavendelfüllung aus Seide, bei Niche Beauty, um € 74

KLASSISCH

1. Betthaupt, bei Westwing, ab € 89 | 2. Polster mit Monogramm, von Maison Flaneur, um € 120 | 3. Betthusse, von H&M, um € 39 | 4. Duftkerze, von Ritz Paris, um € 110 | 5. Raumduft, von Dr. Vranjes, ab € 52 | 6. Lampenschirm, aus Leinen, von H&M, um € 39

KINDERZIMMER

Kinderregal Vaurillon aus handbemaltes Mangoholz mit verspielte Details und viel Stauraum. loberon.at um € 798

Jingle Jungle Flachgewebe-Teppich von Iris Apfel ist die praktischste Wahl – perfekt für stark genutzte Bereiche 185 x 295 von ruggable. de um € 497

5. Viel Stil und Vielseitigkeit. Die Körbe Sufia sind perfekt geeignet, um Kosmetika, Spielzeug oder Bücher zu verstauen von laredoute.com um € 34,99

RETRO CIRCUS

Mit dieser Fototapete bringen Sie eine Prise Nostalgie in Ihr Zuhause. Das Design, inspiriert von klassischen Zirkusplakaten, versprüht gute Laune und weckt Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten. von photowall.at

Der handgefertigte JACKIE Pouf bringt klassischen Charme mit seinem zeitlosen Streifenmuster, das nie aus der Mode kommt von PALAIS bei westwing.at um € 299

STYRIARTE 2026 – 26. JUNI BIS 26. JULI

LICHT SPIELE

Wenn der Sommer Graz in warmes Gold taucht, bringt die Styriarte 2026 die Stadt zum Leuchten.

Unter dem Motto „Licht Spiele“ widmen sich die Steirischen Festspiele von 26. Juni bis 26. Juli dem Lebenselixier Licht. Entstanden ist ein ebenso vielfältiges wie beschwingtes Musikprogramm, das Freude schenkt und neue Perspektiven öffnet.

Die Eröffnung „Einleuchten“ am 26. Juni im wunderschönen barocken Palais Attems (Foto) gibt einen musikalischen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen. Zentrale Werke der Musikgeschichte spiegeln das Motiv „Durch Dunkel zum Licht“: Mozarts „Zauberflöte“, Haydns „Schöpfung“, Mahlers zweite Symphonie oder Beethovens Fünfte. Das Mozart-Requiem, Ligetis „Lux aeterna“, Chormusik von Brahms bis Pärt sowie Vokalglanz von Voces8 setzen weitere Lichtzeichen.

Internationale Gäste wie Jordi Savall, Cameron Carpenter oder das Styriarte Festspiel-Orchester unter Patrick Hahn prägen das Programm. Von Vivaldis „Licht der Lagune“ über Piazzollas „Jahreszeiten in Buenos Aires“ bis zu Oscar Petersons „Hymn to Freedom“ spannt

sich der Bogen über Epochen und Genres. Aktuelles Musiktheater („Xochiyaoyotl“), Stummfilm mit LiveSoundtrack, Schubert und Haydn im Zauberschloss Eggenberg, eine Orgelreise in die Oststeiermark und ein „Symphonic Tribute to The Beatles“ erweitern das Spektrum.

Auch für junges Publikum gibt es eigene Produktionen, darunter eine kindgerechte „Zauberflöte“ und Musiktheater für die Kleinsten.

Die Styriarte 2026 lädt ein, Licht zu tanken – in Musik, in Begegnungen, in der besonderen Atmosphäre eines Festivals, das Graz und die Region jedes Jahr aufs Neue zum Klingen bringt.

Styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz Tel.: 0316 825 000 tickets@styriarte.com styriarte.com regiongraz.at

LICHT

Die Styriarte 2026 feiert das Licht, das uns beseelt und beglückt, in einem großen Festival der Lebensfreude.

GELD IST

EIN TEUFELSWERKZEUG

Er gilt als einer der spannendsten Köpfe der heimischen Finanzszene:

David Mayer-Heinisch hat mit froots den alten Privatbanken den Kampf angesagt. Die Wiener Vermögensverwaltung verbindet Tradition mit Technologie und fordert ein radikales Umdenken im Umgang mit unserem Eigentum.

David Mayer-Heinisch gründete den Vermögensverwalter froots. Das Unternehmen bietet professionelle Geldanlage – für jeden.

Expertise, um Portfolios so zu steuern, dass sie auch in stürmischen Zeiten noch stabil bleiben.

David Mayer-Heinisch: Wir müssen ehrlich sein: Das alte Versprechen „Der Staat richtet’s schon“ ist am Ende. Das Umlagesystem wackelt. Wer heutzutage nicht selbst die Initiative ergreift, steuert auf eine massive Versorgungslücke zu. Schwierige Zeiten erfordern ein radikales Umdenken beim Thema Eigenverantwortung.

Warum herrscht in Österreich eine so große Skepsis gegenüber dem Investieren?

Mayer-Heinisch: Weil wir es niemals gelernt haben. Und weil uns stets eingeredet wurde, das Sparbuch sei sicher und die Börse böse. Das Ergebnis? Über 300 Mrd. Euro liegen auf Österreichs Konten und verlieren täglich an Kaufkraft. Wir sparen uns arm.

Sie beraten mit froots eine sehr heterogene Klientel. Gibt es einen gemeinsamen Nenner?

Mayer-Heinisch: Absolut. Unser Spektrum reicht vom Studenten bis zum Superreichen. Und alle haben das gleiche Problem: Geld ist ein „Teufelswerkzeug“. Es verursacht Stress, schlaflose Nächte und schlechtes Gewissen. Um es zu einem Vorteil und zu echter Unabhängigkeit zu machen, muss man es sortieren und planen. Genau das ist unsere Aufgabe: Wir verwandeln finanziellen Stress in Seelenfrieden.

Was unterscheidet Ihre Strategie bei froots vom klassischen „Aktien-Zocken“?

Mayer-Heinisch: Vermögensverwaltung ist kein Sprint, sondern langweiliges, langfristiges Agieren. Wir schützen unsere Kunden vor ihrem größten Feind: Emotionen. Euphorie und Panik vernichten mehr Vermögen als jede Krise. Wir nutzen Technologie und menschliche

Früher war professionelle Hilfe ein Privileg der Elite. Wie brechen Sie das auf?

Mayer-Heinisch: Die alten Privatbanken mit ihren roten Teppichen und ihren Poloturnieren sind aus der Zeit gefallen. Wir haben diese Barrieren abgerissen. Dank moderner Technologie bekommt bei uns jeder die gleiche Management-Qualität wie ein Millionär.

Ihr wichtigster Rat, um finanziell zur Ruhe zu kommen?

Mayer-Heinisch: Hören Sie auf, zu warten. Zeit im Markt ist wertvoller als das perfekte Timing. Wer sein Geld professionell strukturieren lässt, gewinnt Lebenszeit zurück. Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet am Ende nur eines: Sich auf das konzentrieren zu können, was einem wirklich Freude macht.

Was wünschen Sie sich von der Politik?

Mayer-Heinisch: Mut zur Wahrheit. Eine Pensionsreform ist unumgänglich, Finanzbildung ein Muss. Wir Wähler sind nicht dumm. Wir verstehen, dass Veränderungen nötig sind, und sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.

INFOBOX

froots positioniert sich als moderner Gegenentwurf zur klassischen Privatbank. Das unabhängige Wiener Unternehmen bietet professionelles, wertorientiertes Portfoliomanagement. Statt anonymer Abwicklung steht der persönliche Austausch im Vordergrund: In der Rauhensteingasse 12, 1010 Wien, verbindet froots technologische Effizienz mit maßgeschneiderten Strategien.

Bellas Spring-Summer Collection 2026

Unsere Spring-Summer Collection 2026 bringt pure Lebensfreude, zeitlose Klassiker und das gewisse Etwas - wie immer halten wir unzählige Farbvarianten, neue als auch bewährte Modelle und eine Menge erfrischende Designs für Sie bereit. Freuen Sie sich mit uns auf eine stylishe Saison und Schuhe, die Sie stilvoll zu jedem Event begleiten.

BELLAS WIEN

Dorotheergasse 5 1010 Wien

BELLAS SALZBURG

Getreidegasse 47 5020 Salzburg

BELLAS MÜNCHEN

Fürstenfelder Straße 12 80331 München

BELLAS STELLENBOSCH

32 Ryneveld Street 7600 Stellenbosch, SA

TONI MÖRWALD

Visionär

des

Wagram –

mit

Gespür für Trends und Kulinarik

Stammhaus Mörwald in Feuersbrunn am Wagram

TONI MÖRWALD

Unternehmer, Gastgeber und Gestalter einer Genusswelt

Wenn man von „Culinary Leadership“ spricht, dann gehen einem viele Namen durch den Kopf. Aber nur wenige vereinen Kochkunst, Unternehmergeist und Regionalentwicklung so kraftvoll wie Toni Mörwald. In einer Landschaft, in der die Reben über die Hügel tanzen und der Wind Geschichten aus Jahrhunderten erzählt, hat Mörwald eine Marke aufgebaut, die für Lebensfreude, Qualität und ein ganzheitliches Genusserlebnis steht. Seine Geschichte ist nicht nur die eines Spitzenkochs, sondern die eines Menschen, der früh gelernt hat, den richtigen Moment zu erkennen – in der Küche wie im Leben.

Feuersbrunn am Wagram: Wo alles begann Geboren am 13. März 1967 im niederösterreichischen Krems an der Donau, wuchs Toni Mörwald in Feuersbrunn auf, einem Weinort, der lange Zeit stiller Bestandteil einer ländlichen Kulturnation war. Seine Eltern kamen aus der Landwirtschaft und dem Weinbau, bevor sie ein kleines Wirtshaus führten – einen Ort, an dem Gastlichkeit weit mehr bedeutete als gastronomischer Service: Es war Treffpunkt, Wohnzimmer und soziale Mitte eines ganzen Dorfs. Genau dort entwickelte Toni schon als Kind die Fähigkeit, Menschen zu beobachten, zu hören – und zu reagieren. Es ist dieser frühe Moment, in dem man lernt, wann man spricht

TONI MÖRWALD
Visionär und Koch mit Leidenschaft
„Ich musste lernen, nicht nur in der Küche zu stehen, sondern auch zu organisieren –Teams aufzubauen und Strukturen zu schaffen. Das war eigentlich der Beginn unseres Wachstums.“

und wann man zuhört – ein Leitmotiv, das sich durch sein ganzes Leben zieht.

Sein Weg führte über Küchen in Frankreich, Deutschland, Spanien und den USA, bevor er wieder heimkehrte – mit einem klaren Ziel: Gastlichkeit neu zu denken.

Küche als Kunst – Spiritualität im Geschmack

Sein Relais & Châteaux Gourmetrestaurant „Toni M.“ in Feuersbrunn hat sich längst als kulinarisches Aushängeschild etabliert: Mit kreativ-moderner österreichischer Küche, die regionale Produkte in neue Dimensionen hebt, wurde es 2025 mit einem GuideMichelin-Stern ausgezeichnet – eine Anerkennung für höchste gastronomische Qualität und Innovation.

Doch Toni Mörwalds Küche ist mehr als Technik und Produktkunde: Sie ist Poesie im Geschmack, eine Liebeserklärung an Herkunft und Region.

Jedes Gericht erzählt eine Geschichte – von Boden, Jahreszeit und Handwerk. Und obwohl er längst international rezipiert ist, bleibt sein Anspruch derselbe wie am ersten Tag: „Essenszeit ist Lebenszeit“ – ein Satz, der heute das Herz seiner Marke bildet.

Unternehmerische Vielfalt: Mehr als Kochen Wer Toni Mörwald nur als Koch bezeichnet, greift zu kurz. Sein unternehmerisches Wirken ist facettenreich, vielschichtig und regional verankert – ohne dabei die Augen für internationale Trends zu verschließen.

Unter dem Dach der Mörwald Holding GmbH vereint er ein Ökosystem rund um Gastronomie, Hotellerie, Genusskultur und Lebensraum:

• Hotel am Wagram (Relais & Châteaux) – ein Design- und Luxushotel im Herzen der Weinlandschaft, wo zeitlose Eleganz auf entspannte Wirtshauskultur trifft.

• Gutshof Hotel – ein lebendiger Treffpunkt mit Weinhandlung, Greißlerei und gastronomischen Konzepten.

• Grafenegg Hotel & Cottages – wo Kultur, Architektur und Genuss Hand in Hand gehen, unmittelbar beim Schlosspark und Festivalgelände.

• Mehrere Restaurants – von der „Kochbar im Wirtshaus“ über „Zur Traube“ bis zum Restaurant in Grafenegg, das mit einem Bib Gourmand im Michelin-Guide ausgezeichnet wurde.

Gourmetrestaurant „Toni M.“

• Kochschule „Toni M.“ – Österreichs bekannteste gastronomische Ausbildungs- und Erlebnisplattform, wo Kochen zum sozialen Ereignis wird.

• Boutique, Weinhandlung & Greißlerei – Orte, an denen man Genuss pur mit nach Hause nimmt.

• Catering & Events – von Gala-Feiern bis zu Rahmenprogrammen für bis zu 2.000 Gäste.

Diese Struktur macht eines klar: Mörwald ist kein Gastronomiebetrieb, sondern eine Genusswelt, die erträumt, gestaltet und kontinuierlich erweitert wird.

Unternehmenskultur: Menschen als Verbündete

Wenn man Toni Mörwald fragt, was hinter diesem Erfolg steht, beginnt er selten bei Zahlen, sondern bei

Menschen. Mitarbeiter zu entwickeln, Teams zu formen und Räume zu schaffen, in denen sich Menschen beherbergt fühlen, lautet seine Maxime.

Dieses Prinzip überträgt sich auf alle Bereiche – vom Küchenchef bis zur Empfangsdame, vom Zimmermädchen bis zum Winzer. Er ist der größte Arbeitgeber in Feuersbrunn und hat allein an diesem Standort 90 Mitarbeiter, die in einem eigenen Mitarbeiterhaus die Vorteile des Unternehmens spüren dürfen.

Die Region ist nicht Zulieferer, sondern Partner. Diese Haltung spiegelt sich auch in einer klaren wirtschaftlichen Vision wider: eine kontinuierliche

Restaurant in Grafenegg
Alle Betriebe von Toni Mörwald zählen 8 Hauben.
„Kochbar im Wirtshaus“, Feuersbrunn
Restaurant „Zur Traube“
Fotos: © Hannes Kläger, Corthea

Entwicklung, die Tradition und Zukunft vereint. Die Mörwald Holding zeigt seit Jahrzehnten eine positive Wirtschaftsentwicklung – mit einer soliden Profitabilität und klaren Wachstumsplänen. Doch noch wichtiger als Zahlen ist für Mörwald die Frage: Was bleibt? Was lässt sich weitergeben – an Gäste, an Mitarbeitende, an ein Lebensgefühl? Diese Frage treibt ihn an.

Ortskern statt Peripherie – ein bewusstes Gegenmodell

Eines der wohl mutigsten Kapitel in Mörwalds Wirken ist sein Engagement für den Ortskern von Feuersbrunn. Während Infrastruktur – Supermärkte, Postämter, Banken – vielerorts ausgelagert wurde, entschied er sich bewusst für das Gegenteil. Leer stehende Häuser wurden gekauft, gesichert, neu gedacht. Nicht, weil er sie brauchte, sondern weil er wusste, was passiert, wenn niemand Verantwortung übernimmt. „Wenn der Ortskern stirbt, stirbt das soziale Leben“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen. Aus einzelnen Entscheidungen entstand ein Gesamtkonzept: Gastronomie, Hotellerie, Veranstaltungsräume, Weinhandel – alles im Zentrum, alles fußläufig erreichbar, alles miteinander verbunden. Kein künstliches Dorf, son-

dern eine Weiterentwicklung dessen, was einmal war. Historische Strukturen bekommen neue Funktionen: Gastronomie, Hotellerie, Weinhandel, Sozialräume. Ein Dorf entsteht neu – mit Identität und Zukunft. Es ist ein Ansatz, der zeigt: Unternehmertum kann Kulturarbeit sein. Und umgekehrt.

Der Mensch hinter dem Unternehmer Abseits der Öffentlichkeit ist Toni Mörwald ein Mensch mit klaren Ritualen. Er steht früh auf, bewegt sich viel, geht schwimmen, macht lange Wege durch seine Betriebe. Er isst bewusst, probiert täglich unzählige Löffel – Saucen, Ragouts, Patisserie. Besonders Süßes hat es ihm angetan, vor allem klassische österreichische Desserts. Er trennt Arbeit und Leben nicht strikt. Für ihn ist beides Teil desselben Weges. Begegnungen mit Gästen, Gespräche mit Mitarbeitenden, Feste, Veranstaltungen – all das gibt ihm Energie. Stillstand hingegen empfindet er als Belastung.

Privat ist Mörwald oft überraschend anders als sein öffentlicher Auftritt: weniger Rampenlicht, mehr Reflexion. Er liebt klassische Süßspeisen, insbesondere alles mit Zitronen und feiner Süße – ein Detail, das seine Lust am Spiel mit Aromen und Gegensätzen erzählt. Seit mehr als 35 Jahren gehen Toni Mörwald und seine Frau Eva gemeinsam durchs Leben. Sie ist sein Ruhepol und seine schärfste Vertraute zugleich, während ihre drei Töchter längst Teil des Unterneh

Die Terrasse des neu erbauten Gutshofs im Ortszentrum von Feuersbrunn
Gutshof Feuersbrunn
Die Weinhandlung im Gutshof
„Wir kaufen keine anonymen Lebensmittel. Wir wollen die Menschen kennen, von denen wir unsere Produkte beziehen.“

Toni und Eva, seit 35 Jahren ein eingeschworenes Team hinter der Marke TONI MÖRWALD

Die Weinhandlung im Gutshof dient zum Austausch mit Freunden sowie zum Wohlfühlen und wird mit einem wöchentlichen Programm bespielt

Projekt Weinlodges in der Kellergasse Feuersbrunn

„Angebot schafft Nachfrage. Wenn man nichts anbietet, kann auch keine Nachfrage entstehen.“

mens sind – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung, als nächste Generation einer Haltung, die Verantwortung, Genuss und Zukunft miteinander verbindet. Kein Erbe durch Druck, sondern durch Einladung. Doch dieser familiäre Kontext erklärt vieles: die Balance aus Tradition und Offenheit, aus Bodenständigkeit und Weltoffenheit. Die Zukunft beginnt jetzt.

Die Weinlodges am Wagram

Stillstand passt nicht zu diesem Lebensbild. Stattdessen setzt Toni Mörwald erneut Maßstäbe – mit einem Projekt, das Kulinarik, Architektur, Natur und Erholung in einem neuen Format vereint: den Weinlodges am Wagram.

Diese Lodges sind mehr als „nur“ Ferienhäuser – sie sind Architektur im Weinberg, Räume für stille Momente, untermalt vom Duft der Reben und vom Klang des Abends. Im Nußberg und Hengstberg, zwischen alten Kellergassen und weiten Ausblicken, sollen sie ein bewusstes Gegenstück zur urbanen Hektik bilden. Nicht als Zweitwohnsitz, sondern als touris-

tischer Erlebnisraum, gestaltet mit Respekt vor Landschaft und Recht – eine Pionierarbeit in einer Region, in der Wohnen im Grünland sonst streng reguliert ist.

Drei Hotels, mehrere Restaurants, eine Kochschule, Boutique, Weinhandlung – und jetzt Lodges im Weinberg: Dieses neue Kapitel ist nicht nur ein Projekt, sondern ein Ausdruck einer Vision, die Toni Mörwald seit Jahrzehnten lebt:

Qualität ist Beziehung. Unternehmertum ist Verantwortung. Genuss ist Lebenszeit.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

MÖRWALD

Kleine Zeile 13–17, 3483 Feuersbrunn www.moerwald.at

Wenn Sie das gesamte Interview hören möchten, dann sind Sie bei PARKETTGEFLÜSTER, dem Podcast von Schlossseiten, genau richtig.

FRÜHLINGSSALAT MIT

BEEF TATAKI

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN: Tataki:

200 g Dry Aged Beiried

1 Chilischote, fein gehackt Sojasauce

Onion-Ponzu-Marinade:

25 ml Sojasauce

50 ml Reisessig 10 ml Zitronensaft

1 Zwiebel, feinst gehackt etwas Knoblauch, feinst gehackt

40 ml Traubenkernöl

2 EL Sesam

100 g dünne Reisnudeln

300 ml neutrales Pflanzenöl

2 Handvoll frischen, jungen Salat (z. B. Vogerlsalat, junge Spinatblätter) frische Kräuter (Wildkerbel, Schnittlauch, Koriander)

1 Handvoll Sprossen (z. B. Sojasprossen, Erbsensprossen)

1 Avocado, entsteint, geschält und in Scheiben geschnitten

1 Mango, geschält, entsteint und in Scheiben geschnitten

ZUBEREITUNG

Für das Tataki das Dry Aged Beiried in Sojasauce mit der fein gehackten Chilischote über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

Anschließend aus der Marinade nehmen und in einer Pfanne mit einem Hauch Öl sehr scharf rundherum anbraten (ca. 1 Minute pro Seite). Das Fleisch soll nur eine dünne, gebratene Rinde aufweisen und innen komplett roh sein. Aus der Pfanne heben und beiseitestellen. Sesam in einer trockenen Pfanne goldbraun rösten.

Für die Zwiebel-Ponzu-Sauce zuerst Sojasauce, Reisessig und Zitronensaft gut vermengen. Feinst gehackte Zwiebeln und Knoblauch, Sesam und Traubenkernöl unterrühren. Kühl stellen.

Die dünnen Reisnudeln bei 180 °C im Fett kurz frittieren und dadurch aufpoppen lassen.

Salate, Kräuter und Sprossen mischen und mit der Ponzu-Marinade marinieren. Die Beiriedschnitte in dünne Scheiben schneiden. Salat mit Fleisch, Avocado und Mango anrichten, mit gepoppten Reisnudeln bestreuen.

FRÜHLINGSBEGINN

Heute beginnt der Frühling, Tag und Nacht sind genau gleich lang. Die tägliche Veränderung der Tageslänge erreicht bei der heutigen Tagundnachtgleiche (und auch beim Herbstbeginn) das größte Ausmaß. Bei der Sommer- und Wintersonnenwende ist die tägliche Veränderung kaum merkbar.

Meteorologisch gesehen, beginnt die Jahreszeit bereits am Ersten des Monats, also der Frühling am 1. März. Durch die konstante Länge der Jahreszeiten wird eine statistische Vergleichbarkeit von Wetter- und Klimadaten gewährleistet.

ZUBEREITUNG

WAGRAMER VELTLINERSCHAUMSUPPE

MIT GEBACKENEN NUSSBROTBLÄTTERN

ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN:

500 ml trockener Veltliner

1 Zimtstangerl 10–15 Gewürznelken

1000 ml Gemüsesuppe

500 ml prickelndes Mineralwasser

250 ml Obers

Salz, Pfeffer

4 El Butter

½ kg Nussbrot

250 ml Öl zum Backen saisonal verfügbare Beeren

6 frische (Zitronen-)Thymianzweige Puderzucker zum Bestäuben

Veltliner mit Zimt und Nelken einreduzieren, mit kräftiger Gemüsesuppe und Mineralwasser aufgießen, ein wenig köcheln lassen und das Obers dazugeben. Nochmals etwas einköcheln lassen.

Die Suppe durch ein feines Sieb seihen und mit kalter Butter im Mixerglas oder mit dem Stabmixer aufmixen. Die Suppe mit Salz und etwas Pfeffer gut abschmecken.

Nussbrot in sehr dünne Scheiben schneiden, diese im heißen Fett goldbraun frittieren und gut am Küchenkrepp abtrocknen.

Die Suppe in tiefen Suppentellern anrichten und die gebackenen Nussbrotblätter darauflegen!

DER TIPP

Der Veltliner muss bis auf wenige Millimeter Flüssigkeitsstand einreduziert werden, damit Extrakte und Säure des Weins richtig gut komprimiert werden. Da der Alkohol dabei komplett verkocht, ist die Suppe auch für Kinder geeignet.

REZEPTE AUS:

365 Rezepte für jeden Tag Toni Mörwald

Brandstätter Verlag

608 Seiten

ISBN-10: 3710606322

ISBN-13: 978-3710606328

GRÜNER VELTINER

Auf den Lösshügeln des Wagram entsteht Grüner Veltliner mit Würze, Frische und feiner Mineralität – geprägt von Herkunft und Handwerk. Typisch sind Aromen von grünem Apfel, Birne und Zitrus, begleitet von der feinen Pfeffernote, für die diese Rebsorte weltweit geschätzt wird.

1. Aus Feuersbrunn der Klassiker Grüner Veltliner Ried-Nussberg 2024 von weinbau-moerwald.com um € 7,50 | 2. Von Feuersbrunn bis New York Grüner Veltliner Fass 4 von ott.at um € 21,90| 3. Grüner Veltliner Ried Schlossberg 1ÖTW Erste Lage 2023 von fritsch.cc um € 31 | 4. Grüner Veltliner 2023 vom Löss - Diwald weingut-diwald.at um € 9,50 | 5. Kein Veltliner sondern ein Rotwein-Cuveé 2021 wurde aus Blauen Zweigelt, Merlot und der feinen Rebsorte Pinot Noir kreiert von kolkmann.at um € 27,50 | 6. Grüner Veltliner Ried Brunnthal Löss IV Wagram DAC 2024 von sauerstingl.at um € 15

TISCHMOMENTE

Natürliche Texturen, ruhige Farben und sorgfältig ausgewählte Stücke schaffen eine Atmosphäre, in der Gastfreundschaft sichtbar wird – subtil, elegant und selbstverständlich. Ein gutes Essen verdient einen guten Rahmen. Handwerkliche Stücke, natürliche Farben und feine Details formen eine Tischkultur, die Genuss sichtbar macht.

1. Leinentischdecke mit Rüschen von tabledesires.com um € 298 | 2. Marmorierte Harz-Salat-Server von Alain Saint-Joanis um € 390 | 3. Blockprint Servietten “Riviera” Olivgrün, 4er Pack um € 48 kombiniert Serviettenring aus Acryl - Schildpatt um € 7 beides von thesalonette.de | 4. Der Biber am Tisch um € 29,90 vergnügt sich mit dem klassischen Weinglas auch für den Garten geeignet um € 8 | 5. Perfekt für den Tisch, als Wasserkaraffe die Flasche Bells um € 79 alles von lederleitner.at | 6. Unisex-Duft, ein warmer, würziger Auftakt aus Bergamotte, Pfeffer, Nelke und Safran setzt sofort Spannung frei von lateliero.de um € 129 | 7. Mal was anderes der B&B Italia - Allure O’ Esstisch um € 6.435 | 8. Platzteller aus Korbgeflecht von maisonflaneur.com um € 18 | 9. Handbemalter Speiseteller Swirl von westwing.at um € 44

SCHLOSSWIRT ZU ANIF

Ein Ort zum Träumen und Genießen

Im ****Hotel & Restaurant Schlosswirt zu Anif begegnet man auf Schritt und Tritt der über 400-jährigen Geschichte des Hauses – einer Einzigartigkeit, die nicht museal wirkt, sondern mit Bedacht und viel Gespür bewahrt wird. Stephan Gassner und sein Team schaffen eine harmonische Balance zwischen Tradition und Moderne. Die Küche kreiert saisonale Spezialitäten und mit Wild aus der hauseigenen Jagd. Die liebevoll eingerichteten Biedermeierzimmer laden zum Verweilen ein – perfekt für einen genussvollen Salzburg-Trip. Entspannung findet man im Winter in der Sauna und im Sommer im erfrischenden Naturpool.

Schlosswirt zu Anif

Salzachtalbundesstrasse 7 5081 Anif +43 6246 72175

info@schlosswirt-anif.at www.schlosswirt-anif.at

Frühlingslicht über Wien – ein Moment zwischen Stadt und Rückzug

DIE NEUE LEICHTIGKEIT BOUTIQUE-LUXUS IM FRÜHLING

Wenn Wien im April aufatmet

Mit den ersten warmen Tagen verändert sich Wien beinahe unmerklich – und doch spürbar. Das Licht wird weicher, historische Fassaden wirken heller, Cafétische wandern ins Freie. Zwischen Ringstraße und MuseumsQuartier entsteht jene besondere Atmosphäre, die nur der Frühling kennt: kultiviert, elegant, voller Aufbruch.

Die Stadt zeigt sich jetzt von ihrer leichtesten Seite. Und mit ihr wandelt sich auch unser Verständnis von Luxus.

Die neue Definition von Eleganz

Luxus war einst Ausdruck von Größe und Repräsentation. Heute zeigt er sich subtiler. Persönlicher. Bewusster. Er liegt nicht im Überfluss, sondern im Gefühl. Nicht im Prunk, sondern im Detail. Nicht in der Distanz, sondern in der Aufmerksamkeit.

Boutique-Luxus bedeutet Individualität statt Standardisierung. Räume mit Charakter. Architektur, die inspiriert, statt zu beeindrucken. Kunst, die präsent ist und doch Raum lässt.

Gerade Wien bietet dafür den idealen Rahmen. Eine Stadt, die imperiale Geschichte mit zeitgenössischer Kultur verbindet. Klassisches Konzert und moderne Galerie. Kaffeehaus-Tradition und urbanes Design.

Frühling als Haltung

Im Frühling wird diese Haltung besonders spürbar. Sonnenstrahlen fallen durch hohe Fenster, frische Blumen setzen Akzente, Parkettböden beginnen zu glänzen. Die Innen- und die Außenwelt scheinen ineinander überzugehen. Es sind die leisen Momente, die bleiben: ein aufmerksamer Empfang, der den Ton für den Aufenthalt setzt.

Foto: © Oliver Weberberger

Ein Glas Champagner, ein Lächeln –Leichtigkeit, die man schmeckt

Ein Frühstück, das regionale Qualität zelebriert und Zeit statt Hast vermittelt. Ein Spa-Bereich, der mitten in der Stadt Rückzug schenkt.

Mitten in diesem kulturellen Spannungsfeld – zwischen MuseumsQuartier, Kunsthalle und Ringstraße – liegt ein Haus, das genau diese neue Leichtigkeit verkörpert: das Sans Souci Wien.

Ein Ort zwischen Kultur und Rückzug

Das Sans Souci Wien verbindet urbane Raffinesse mit persönlicher Wärme. Als Boutique-Hotel mit überschaubarer Größe schafft es jene intime Atmosphäre, die den modernen Luxus definiert. Zeitgenössisches Design trifft auf kuratierte Kunst, Großzügigkeit auf Individualität.

Nach einem Frühlingsspaziergang durch den Burggarten oder einem Ausstellungsbesuch im MuseumsQuartier wird das Haus selbst zum Rückzugsort. Der Spa-Bereich mit seinem weitläufigen Pool lädt zum Innehalten ein. In der Veranda Brasserie & Bar wird saisonale Frische mit handwerklicher Präzision verbunden – leicht, klar, genussvoll.

Hier wird Luxus nicht inszeniert, sondern gelebt. Persönlich. Unaufdringlich. Mit jener Selbstverständlichkeit, die man spürt, ohne sie benennen zu müssen.

Stille in ihrer schönsten Form – der 20 Meter lange Sportpool als urbane Oase

Design trifft Charakter: Wohnen zwischen Kunst, Komfort und Großzügigkeit.

Süße Raffinesse – moderne Patisserie als Ausdruck zeitgemäßer Eleganz

Die Essenz moderner Leichtigkeit

Vielleicht ist genau das die zeitgemäße Interpretation von Eleganz: ein bewusst gewählter Ort, der Kultur erlebbar macht und zugleich Ruhe schenkt. Ein Haus, das nicht laut auftritt, sondern durch Atmosphäre überzeugt.

Wer im Frühling nach Wien reist und jene Mischung aus Inspiration, Genuss und Rückzug sucht, findet im Sans Souci Wien mehr als ein Hotel. Es ist ein Refugium im Herzen der Stadt. Ein Ort, an dem die neue Leichtigkeit nicht nur beschrieben, sondern spürbar wird.

Der April erinnert uns daran, dass wahre Größe im Detail liegt. Und dass Leichtigkeit kein Gegensatz zu Luxus ist, sondern seine modernste Form. Im Sans Souci Wien wird sie erlebbar.

Rückzug mit Stil: Architektur, die Raum für Entschleunigung schafft

Burggasse 2 1070 Wien +43 1 5222520 hotel@sanssouci-wien.com sanssouci-wien.com

INFOBOX
Foto: © Stefan Gergly

Die neue Frühlingskollektion von Ruggable bringt frische Farben und Leichtigkeit in Ihr Zuhause – von saisonalen Frühlingsmotiven bis hin zu zeitlosen Essentials.

Alle Produkte basieren auf dem patentierten All-in-1-System von Ruggable und lassen sich ganz einfach in der Waschmaschine reinigen.

ab 99€

Alle Teppiche erhältlich auf Ruggable.de

Florale Designs aus dem historischen Liberty-Archiv verbinden sich mit Ruggables moderner, waschbarer Teppichtechnologie.

Flourish Creme Teppich

Ein filigranes florales Design aus dem Liberty-Archiv – elegant und zeitlos. ab 119€

Christelle Silhouette

Mitternachtsblau Teppich

Ein ausdrucksstarkes florales Muster in tiefem Mitternachtsblau, das klassischen

Liberty-Charme modern interpretiert. ab 119€

Christelle Silhouette

Natur Teppich

Zarte florale Silhouetten in natürlichen Cremetönen sorgen für eine ruhige, elegante Atmosphäre. ab 119€

SCHLOSS HELLBRUNN

LEBENSLUST SEIT 1615

Er hatte Spaß, so viel steht fest. Seine Gäste auch! Viele lachende Gesichter sieht man noch heute rund um Schloss Hellbrunn.

Markus Sittikus von Hohenems war Lebemensch und prägende Persönlichkeit für Salzburg. Zwischen 1612 und 1615 ließ er seinen Landsitz Schloss Hellbrunn erbauen. Nicht, um Macht oder Recht auszuüben, sondern der Lust wegen. Lustschlösser waren im 17. und 18. Jahrhundert groß in Mode, doch dieses ist einzigartig, und das war so gewollt.

Sittikus wollte einen Ort erschaffen, den es in dieser Form noch nie gegeben hatte. Dabei ging es nicht so sehr um Pracht und Größe als vielmehr um Fantasie, Originalität, Einfallsreichtum und die Lust am Spiel.

Dieser Ort macht heutzutage Ihre Feier zu einem unvergesslichen Erlebnis. Das Schlossareal Hellbrunn bietet dabei vielfältige Möglichkeiten, Ihr Event individuell zu gestalten, um Sie und Ihre Gäste zu verzaubern.

Nutzen Sie die Fasanerie für ein Großevent mit Zeltaufbau für bis zu 1.000 Personen. Wer es mit Ausblick mag, nutzt die Orangerie für Veranstaltungen bis zu 100 Personen mit Blick auf das Monatsschlössl und in den Park hinein. Im Hochparterre des Schlosses darf man sich fühlen wie ein Schlossherr und kann sein Event für bis zu 120 Personen ausrichten.

Wenn man seine Feier mit etwas Besonderem beginnen möchte, ist der Sternweiher in den Wasserspielen eine einzigartige Kulisse für den Start in den Abend. Für den kulinarischen Abschluss bietet sich ein Dessertbuffet am Fürstentisch an – feiern wie der Fürsterzbischof vor 400 Jahren. Grundsätzlich gilt bei uns in Hellbrunn: Jede Feier ist individuell auf den Kunden abgestimmt. Und wer etwas ganz Besonderes haben möchte, der kann sein Erlebnis auch mal unerwartet anders planen.

Ein weiteres Highlight ist die Möglichkeit, den schönsten Tag in Hellbrunn zu feiern. In der Schlosskapelle kann man sich in einem kleinen Kreis kirchlich trauen lassen. Das Standesamt der Stadt Salzburg bietet Außentermine an, wobei sogar der Schlosspark zur Kulisse für Ihre standesamtliche Trauung werden kann, sofern das Salzburger Wetter mitspielt.

Unter dem Motto „Erwarte das Unerwartete“ bietet Hellbrunn noch viel mehr. Planen Sie eine Tagung oder eine Produktpräsentation in Hellbrunn, angefangen vom kleinen Meeting im Schloss über eine große Präsentation im Park bis hin zu einem mehrtägigen Businessevent. Das gesamte Schlossareal von Hellbrunn steht Ihnen dabei als Bühne zur Verfügung.

Und zum Abschluss kommen wir zum Spaß! Überraschen Sie Ihre Gäste mit einer Exklusivführung durch die Wasserspiele und geben Sie Ihrem Event damit eine Einzigartigkeit, die Sie nirgendwo anders erleben können.

Für weitere Fragen bezüglich einer Veranstaltung oder Terminvereinbarungen für Besichtigungen steht Ihnen unsere Ansprechpartnerin Michaela Eisler per E-Mail unter michaela.eisler@stadt-salzburg.at oder telefonisch unter 0662 820372-4920 gerne zur Verfügung.

INFOBOX

Schloss Hellbrunn

Etwa 8 km südlich von Salzburgs Zentrum gelegen. Schloss Hellbrunn, Fürstenweg 37, 5020 Salzburg 0662 820372-0 | info@hellbrunn.at www.hellbrunn.at

Ich bin immer wieder gefragt worden, was mich denn bewogen habe, zu Ostern in Salzburg zu inszenieren und zu dirigieren. Die Antwort ist einfach: Ich wollte in dieser Stadt, die ja auch meine Geburtsstadt ist, zu festlichem Theater und Musizieren ein Publikum versammeln, das aus Kennern und Liebhabern besteht und großen Werken der Musik begegnen will.

Wappen der Familie von Karajan, Reichsadelsstand 1792

OSTERFESTSPIELE IN SALZBURG

DAS MUSIKALISCHE ERBE HERBERT VON KARAJANS

Er zählt zu den berühmtesten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Seine Vision von höchster musikalischer Exzellenz prägt bis heute Programm, Klang und Anspruch der Osterfestspiele in Salzburg. Hier begegnen sich weltberühmte Künstler und ein Publikum, das Karajans Leidenschaft für große Musik teilt.

Text: Eva von Schilgen

Her(i)bert (Ritter) von Karajan (1908–1989) wird als zweites Kind eines Chirurgen in Salzburg geboren. Die Familie stammt aus Griechenland/Mazedonien, 1832 wird sie in Österreich geadelt. Bereits mit 4 Jahren erhält Karajan Klavierunterricht, von 1916 bis 1926 besucht er das damalige Konservatorium Mozarteum. Nach der Matura studiert er zwei Jahre lang an der Technischen Hochschule in Wien, gleichzeitig auch an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst.

1929 tritt Karajan erstmals öffentlich als Dirigent des Mozarteum-Orchesters in Salzburg auf und erhält kurz darauf die Einladung zu einem Probedirigat in Ulm. Dort wirkt er von 1930 bis 1934 als Erster Kapellmeister am Stadttheater und beim Philharmonischen Orchester. Parallel dazu ist er Gastdirigent der Wiener Symphoniker und leitet die Dirigenten-Sommerkurse an der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg.

Im Jahr 1935 wird Karajan am Stadttheater Aachen zum jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands er

„Ehrlich gesagt, wäre ich gerne sechs oder sieben Jahre später auf die Welt gekommen. In den nächsten paar Jahren dürften sich rasante Entwicklungen vollziehen.“

nannt. Zwei Jahre später dirigiert er erstmals an der Wiener Staatsoper, 1938 folgt sein Debüt am Pult der Berliner Philharmoniker.

1938 heiratet Karajan in Aachen die Operettensängerin Elmy Holgerlöef. Elmy ist eng befreundet mit ihrer früheren Ensemblekollegin Emmy Sonnemann, ab 1935 Ehefrau von Hermann Göring. Dieser beruft Karajan an die Berliner Staatsoper, wo er als Staatsopernkapellmeister und Leiter der Symphoniekonzerte der Preußischen Staatskapelle tätig wird. 1939 wird Karajan mit dem Titel „Staatskapellmeister“ ausgezeichnet. Vor dem Einsatz im Krieg bewahrt ihn die Aufnahme in die „Gottbegnadeten-Liste“ des Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, welche die Namen von 1.041 Schriftstellern, Malern, Bildhauern, Architekten, Schauspielern, Sängern und Musikern umfasste.

Karajan zieht nach Berlin, während Elmy in Aachen zurückbleibt. 1942 trennt er sich von ihr und heiratet noch im selben Jahr die charismatische und eloquente Anita Gütermann, Tochter des Nähseidenfabrikanten Paul Gütermann und jüdischer Abstammung. In der Folge verliert Karajan zentrale Positionen und Auftrittsmöglichkeiten. Trotz ihrer Trennung bleibt seine erste Frau Karajan ihr Leben lang verbunden; sie heiratet nie wieder und hält bis zu ihrem Tod 1983 Kontakt zu ihm.

Am 18. Februar 1945 gibt Karajan sein letztes Konzert mit der Staatskapelle in Berlin, bevor er gemeinsam mit seiner Frau nach Italien flieht. Nach Kriegsende sieht er sich in Österreich und Deutschland mit einem vorläufigen Berufsverbot konfrontiert. Nach einem eingehenden Verfahren wird er durch die Entnazifizierungskommission freigesprochen.

1946 gibt Karajan erste Konzerte im Wiener Musikverein, im Oktober 1947 beginnt seine Zusammenarbeit mit dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde. 1948 wird er sowohl Direktor als auch Ehrenmitglied, ein Jahr später Mitglied auf Lebenszeit. Als Chefdirigent der Wiener Symphoniker intensiviert er zugleich die künstlerische Zusammenarbeit mit

dem Philharmonia Orchestra in London, das speziell für Plattenaufnahmen gegründet wurde. In den folgenden Jahren nimmt er zahlreiche Gastverpflichtungen in ganz Europa wahr, darunter als ständiger Gastdirigent der Mailänder Scala.

1954 laufen die Planungen für eine Tournee des Berliner Philharmonischen Orchesters durch die USA unter der Schirmherrschaft des deutschen Kanzlers Konrad Adenauer, um sich für den Einsatz der „Rosinenbomber“ zu bedanken, die während der Berliner Blockade die Bevölkerung versorgt hatten. Als im November 1954 der langjährige Chefdirigent Wilhelm Furtwängler verstirbt, dem Karajan zeitlebens kritisch gegenüberstand, wählt das Orchester Karajan einstimmig zu dessen Nachfolger. Die US-Tournee 1955 endet triumphal, Karajan wird 1956 zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt.

Der in die Technik verliebte Karajan beginnt nun eine intensive Plattenproduktion, erst monaural, dann stereophon, dann quadrophon, schließlich digital. Sein Anspruch auf Perfektion ist enorm, die Aufnahmen sind legendär.

Foto: © Karajan
Herbert von Karajan, 1938

Von 1956 bis 1960 ist er Künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele, bleibt danach als Dirigent den Festspielen erhalten und prägt diese als Mitglied des Direktoriums von 1964 bis 1988 maßgeblich.

Nach seiner Scheidung von Anita heiratet Karajan 1958 die erst 19-jährige Eliette Mouret, ein ehemaliges Mannequin von Dior in Paris. Mit der Geburt ihrer beiden Töchter Isabel und Arabel, deren Patenschaften die Wiener und die Berliner Philharmoniker übernehmen, wird die Traumfamilie komplett. Auch zu seiner zweiten Frau pflegt Karajan bis zu seinem Tod ein gutes Einvernehmen. Anita von Karajan stirbt im Februar 2015 im Alter von 97 Jahren in Wien.

Karajan beherrscht die Inszenierung seiner eigenen Person meisterhaft. Er gewährt Journalisten Zugang zu seinen Wohnsitzen in Saint-Tropez, St. Moritz, Wien und Salzburg und lässt sich bereitwillig in Porsche, Yacht oder Privatjet fotografieren – stets unter der Bedingung, dass jedes Bild vorab vom Management freigegeben wird. Während seine Kollegen im Frack dirigieren, setzt er bewusst auf den lässigen Rollkragenpullover und macht damit seinen unverwechselbaren Stil zum Statement.

Foto: © Karajan
Foto: © Comet
Herbert und Eliette von Karajan in St. Moritz
Herbert und Eliette von Karajan

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere gründet Karajan 1967 die Osterfestspiele Salzburg und trägt dabei das volle finanzielle Risiko. Unterstützung erhält er von der „Deutschen Grammophon“, die sämtliche Einspielungen finanziert. Gleichzeitig wird ein weltweit einzigartiger Fördererverein ins Leben gerufen. Der große Erfolg der Osterfestspiele und die wachsende Nachfrage nach Karten führen 1973 zur Gründung der Salzburger Pfingstkonzerte, die unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung stehen.

„Beruflich kreativ tätig zu sein, ist ein Privileg, und wir haben die Pflicht, unseren Beruf so auszuüben, dass wir all jenen, die nicht das Glück haben, Freude und Erfüllung bringen.“

Trotz seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes arbeitet Karajan mit ungebrochener Intensität. 1982 dirigiert er bei den Salzburger Festspielen Giuseppe Verdis Oper „Falstaff“; es ist die erste Live-Übertragung einer Opernaufführung der Salzburger Festspiele. Weitere Höhepunkte folgen: 1985 die Aufführung von Mozarts Krönungsmesse im Petersdom in Rom im Rahmen des von Papst Johannes Paul II. zelebrierten Hochamtes und 1987 das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das weltweit

im Fernsehen übertragen wird. Im Oktober 1988 begibt sich ein sichtlich geschwächter Karajan mit dem Berliner Philharmonischen Orchester auf EuropaTournee, im Februar 1989 gibt er sein letztes Gastspiel in New York mit den Wiener Philharmonikern.

Am 16. Juli 1989 stirbt Herbert von Karajan während der Probenphase zu Verdis „Un ballo in maschera“ in seinem Haus in Anif an den Folgen eines Herzversagens. Er wird am örtlichen Friedhof begraben.

Foto: © Karajan Institut, Siegfried Lauterwasser
Foto: © Karajan Institut, Siegfried Lauterwasser
Herbert von Karajan bei Proben für die Oper „Carmen“ mit Grace Bumbry

Salzburger Festspiele: Karajan bei Probenarbeiten mit der Sängerin

Grace Bumbry zu der Oper „Carmen“ von Georges Bizet aus den Jahr 1966

DAS ELIETTE UND HERBERT VON KARAJAN INSTITUT

Karajan war nicht nur ein herausragender Dirigent, sondern prägte weltweit nachhaltig die klassische Musik – als Interpret, Förderer junger Musiker und Innovator im Bereich Musikproduktion. Die 1968 von ihm gegründete „Herbert von Karajan Stiftung“ in Berlin förderte Nachwuchskünstler mit der Durchführung internationaler Dirigentenwettbewerbe, der Einrichtung der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker (heute Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker) sowie mit internationalen Treffen für Jugendorchester.

Karajan präsentierte die von ihm entdeckten Talente in hochkarätigen Projekten – sei es in Opernproduktionen, Konzerten oder bei umfangreichen Aufnahmen, darunter Sänger und Sängerinnen wie Gundula Janowitz, Anna Tomowa-Sintow, Peter Schreier, José Carreras, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti, Instrumentalisten wie die Violinistin Anne-Sophie Mutter, die Karajan bereits als 13-Jährige mit den Berliner Philharmonikern verpflichtete, oder den Pianisten Jewgeni Kissin sowie die Dirigenten Claudio Abbado, Seiji Ozawa und Mariss Jansons. Im Rahmen der Stiftung „Herbert von Karajan Osterfestspiele“ fördert die Familie Karajan weiterhin das vom Dirigenten 1967 ins Leben gerufene Festival und den jährlich vergebenen, mit 50.000 Euro dotierten Herbert-von-Karajan-Preis, der aufstrebende Künstlerinnen und Künstler auszeichnet.

Ich wünsche mir, möglichst vielen jungen Menschen das Tor öffnen zu können. Ich bin nicht derselben Meinung wie die Köche, dass man das Rezept für sich behalten soll – man soll es ruhig preisgeben.

Am 1. Dezember 2005 gründet Eliette von Karajan in Salzburg die gemeinnützige Organisation „Eliette und Herbert von Karajan Institut“, um das musikalische Vermächtnis ihres Ehemannes zu bewahren und zugänglich zu machen. Das Institut verwaltet und lizensiert die Künstlerrechte an Ton- und Bildaufnahmen, betreibt Social-Media-Kanäle und dient als Anlaufstelle für Forschungen zu Leben und Werk Herbert von Karajans. So enthält das „Karajan-Archiv“ Korrespondenz, Kopien von Aufnahmen und Filmen sowie Rezensionen, Bücher und Artikel. Das Institut unterstützt Label-Partner wie die Deutsche Grammophon, die Deccan Warner Music Group und die Berliner Philharmoniker bei der Entwicklung und Verbreitung neuer Produkte. Zudem initiiert, betreibt und fördert es Forschungsprojekte zu Karajans Aufführungspraxis sowie zu den Auswirkungen von Musik auf Körper und Geist. Hierfür unterhält es ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern. Ein mehrjähriges Projekt zu Karajans Aufführungen wurde vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert.

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Ob festlicher Abend, besondere Einladung oder ein Moment, der nach einem Hauch Luxus verlangt – diese Schmuckstücke setzen stilvolle Akzente. Strahlende Edelsteine, warmes Gold und feine Details verleihen jedem Look eine besondere Note. Mal opulent, mal zurückhaltend, begleiten sie große Auftritte ebenso wie elegante Alltagsmomente.

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Der Welt Erbe gewänn’ ich zu eigen durch dich?

Erzwäng’ ich nicht Liebe, doch listig erzwäng’ ich mir Lust?

Das Licht lösch’ ich euch aus; entreiße dem Riff das Gold, schmiede den rächenden Ring; denn hör’ es die Flut: So verfluch’ ich die Liebe!

Rheingold, 1. Szene: Fluch des Alberich

RICHARD WAGNER UND DIE

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE

DIE HERREN DER RINGE

Intendanz – Regie – Dirigat: Der „Ring-Circle“

Der „Ring des Nibelungen“, ein Opernzyklus aus vier Teilen, den Richard Wagner zwischen 1848 und 1874 komponierte, gilt als eines der bedeutendsten Musikdramen der Operngeschichte. Die Handlung basiert auf germanischen und nordischen Mythen und erzählt vom Kampf um einen mächtigen Ring, der seinem Besitzer unendliche Macht verleiht.

„Mein Ring ist ein Drama, das das Leben der Menschen und Götter in einer höheren Symbolik darstellt.“ Richard Wagner

Text: Eva von Schilgen

Unter der Intendanz von Nikolaus Bachler erhält Wagners „Der Ring des Nibelungen“ bei den Osterfestspielen eine zentrale programmatische Bedeutung. Bachler setzt dabei auf eine zeitgenössische Lesart des monumentalen Werkes und verbindet musikalische Exzellenz mit innovativer Regiehandschrift. Die Produktion markiert zugleich die Rückkehr des Gründungsorchesters, der

Berliner Philharmoniker, an die Salzach und eröffnet einen mehrjährigen Zyklus des gesamten „Rings“.

Im Jahr 2026 bildet „Das Rheingold“ den Auftakt in einer Neuinszenierung von Kirill Semjonowitsch Serebrennikov. Am Dirigentenpult steht Kirill Garrijewitsch Petrenko, der die Berliner Philharmoniker durch Richard Wagners monumentale Partitur führt.

NIKOLAUS BACHLER

Intendant und Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg

„Kunst ist gesteigertes, verdichtetes Leben“

KIRILL SEREBRENNIKOV

Regisseur

Nikolaus Bachler studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien und begann seine Laufbahn zunächst als Schauspieler. In den 1980er-Jahren wandte er sich verstärkt der Theaterleitung und Kulturorganisation zu. Von 1991 bis 1996 war er Direktor der Wiener Volksoper. Anschließend übernahm er die Intendanz der Wiener Festwochen, die er von 1997 bis 2001 leitete. Von 2001 bis 2008 war er Burgtheaterdirektor in Wien und prägte dort eine künstlerisch ambitionierte Ära.

Im Jahr 2008 wurde Bachler Intendant der Bayerischen Staatsoper in München. Dort profilierte er das Haus international mit innovativen Regiearbeiten und hochkarätigen Besetzungen. Seine Amtszeit in München endete 2021 und gilt als eine der prägendsten Leitungsperioden dieses Hauses.

Seit 2022 ist Nikolaus Bachler Künstlerischer Gesamtleiter der Osterfestspiele Salzburg und verantwortet dort neue programmatische Akzente.

Der mehrfach international ausgezeichnete Film- und Theaterregisseur sowie Operninszenator Kirill Serebrennikov wurde 1969 in Rostow am Don geboren. Nach einem Physikstudium wandte er sich früh der Bühne und dem Film zu. Von 2012 bis 2021 leitete er das Moskauer Gogol-Zentrum und entwickelte es zu einem der wichtigsten Orte für zeitgenössisches Theater in Russland. International bekannt wurde er mit Filmen wie „Leto“ (2018) und „Petrov’s Flu“ (2021), die bei den Filmfestspielen von Cannes uraufgeführt wurden. Seine Arbeiten zeichnen sich durch visuelle Experimentierfreude, musikalische Elemente sowie eine klare gesellschaftspolitische Haltung aus. 2017 wurde er in Russland wegen umstrittener Vorwürfe unter Hausarrest gestellt, was international Proteste auslöste. 2022 verließ er Russland und arbeitet seither im europäischen Exil weiter für Film, Oper und Theater. Er inszenierte unter anderem „Salome“ in Stuttgart, „Il Barbiere di Siviglia“ in Berlin und Basel sowie „Così fan tutte“ in Zürich. An der Wiener Staatsoper brachte er „Parsifal“ heraus, in Hamburg „Nabucco“, in München „Die Nase“ und in Amsterdam „Der Freischütz“ sowie „Boris Godunow“. Mit Arbeiten wie „Decamerone“ in Berlin erweiterte er zudem sein Theaterwirken im deutschsprachigen Raum.

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Jans
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Polyarnaya

„Ich kenne kein Werk, das ich tiefer studiert hätte. Ich habe wirklich jede Note einzeln umgedreht.“

Kirill Petrenko über „Der Ring des Nibelungen“ im Gespräch mit Claudia von Duehren/B.Z. – Die Stimme Berlins

Kirill Garrijewitsch Petrenko, geboren 1972 in Omsk/ Russland und in Österreich aufgewachsen, gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. Er begann früh mit dem Klavier- und Dirigierstudium.

Seine Dirigentenkarriere begründete er an der Oper mit Chefpositionen am Staatstheater Meiningen und an der Komischen Oper Berlin. Von 2013 bis 2020 war Kirill Petrenko Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Zudem gastierte er an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, von der Wiener Staatsoper über die Opéra national de Paris und den Londoner Covent Garden bis zur Metropolitan Opera in New York und zu den Bayreuther Festspielen.

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und Künstlerischer Leiter der 1882 gegründeten Berliner Philharmoniker, eines der renommiertesten Orchester der Welt, die Herbert von Karajan erstmals 1967 zu den Osterfestspielen nach Salzburg holte.

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Rabol

DER „RING-CIRCLE“

Bei der Gründung der Osterfestspiele entwickelte Herbert von Karajan ein besonderes Förderersystem: Mitglieder erhielten ein Vorkaufsrecht für Abonnements und ihre Stammplätze. Mit diesem Finanzierungsmodell gelang es ihm, die Festspiele ohne öffentliche Subventionen zu realisieren. Heute liegt die Eigenfinanzierungsquote der Osterfestspiele bei 93 Prozent.

Auf Initiative von Nikolaus Bachler wurde 2025 der „Ring-Circle“ gegründet, um die Produktion von „Der Ring des Nibelungen“ aktiv zu unterstützen. Nikolaus Bachler: „Unser neuer ,Ring-Circle‘ bietet Ihnen die Möglichkeit, dem Entstehungsprozess unserer Neuproduktion ,Der Ring des Nibelungen‘ hautnah beizuwohnen Werden Sie Teil eines engagierten Netzwerks, das Kultur nicht nur genießt, sondern aktiv unterstützt.“

Einer der aktivsten Mitglieder des „Ring-Circle“ ist der langjährige Förderer der Osterfestspiele, der Münchener Kai Pierre Thieß, Geschäftsführer des traditionsreichen Luxusjuweliers Hilscher in München. Unter seiner Leitung ist das 1945 gegründete Familienunternehmen auch gesellschaftlich höchst aktiv.

„Ich lade Sie herzlich ein, unserem neuen ,Ring-Circle‘ beizutreten und von Anfang an beim Schmieden des ,Rings‘ dabei zu sein.“

Neben exklusiven Events und innovativen Produktpräsentationen engagiert sich Thieß zusammen mit Inhaber Manfred Hilscher in Kultur, Sport, Gesellschaft und sozialen Projekten.

Das Engagement reicht von der Bayerischen Staatsoper und den Münchner Philharmonikern über den Iphitos Tennisclub und den Wittelsbacher Golfclub bis hin zum persönlichen Engagement im Export Club Bayern oder als Vertreter der Wirtschaft in internationalen Vereinigungen wie der Bavarian Guild for Colorado and Wyoming, um nur einige zu nennen. Besonders am Herzen liegt Kai Pierre Thieß seine Funktion als Sonderbotschafter in der Stiftung „Cura Placida“ für krebskranke Kinder. Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem in Wien mit dem in der Branche bedeutenden „Schmuckstars Auslands-Ehrenpreis“, steht das Unternehmerduo für leidenschaftliches Handwerk und die Freude am Schönen. Ein Ort gelebter Kaufmannschaft und Liebe zum Menschen.

Im Auftrag der Salzburger Osterfestspiele fertigt der passionierte Musik-Connaisseur Kai Pierre Thieß im hauseigenen Goldschmiede-Atelier für die Mitglieder des „Ring-Circle“ einen speziellen Anstecker, quasi ein dezentes Erkennungsmerkmal der engagiertesten Unterstützer, in 925er Sterlingsilber. Die Gestaltung greift den Brutalist-Stil der Fünfziger- bis späten Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts auf, einer Zeit, in der die Osterfestspiele gegründet wurden, und verbindet diesen mit der archaischen Eiswüste des 2026er Serebrennikov-Rheingoldes.

© Mathias
Vef

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JUWELIER HILSCHER, MÜNCHEN

Kai Pierre Thieß – Experte für anspruchsvolle Schmuckkultur

Juwelier Hilscher – hier begegnen sich zeitlose Juwelen mit Geschichte und zeitgenössisches Design auf höchstem Niveau. In der hauseigenen Werkstatt werden Restaurierungen und Neugestaltungen mit absoluter Präzision und handwerklichem Feingefühl realisiert. Traditionelles Goldschmiedehandwerk trifft dabei auf modernes Qualitätsverständnis. Hier entstehen Juwelen, die Geschichte bewahren und gleichzeitig souverän in der Gegenwart bestehen.

Seit nunmehr acht Jahrzehnten existiert „der Hilscher“, wie das familiengeführte Unternehmen von langjährigen Kunden liebevoll genannt wird. Die Geschichte begann 1945 im Wohnzimmer des Uhrmachers Carl Hilscher, der aus Oberschlesien nach München gezogen war. Zehn Uhren erhielt er von jüdischen Kunden aus Pforzheim – eine davon als Lohn. In einer Zeit des Mangels wurden sie repariert, als Ersatzteillager genutzt oder gegen Zigaretten, die damalige Währung, getauscht. Aus dieser Bescheidenheit erwuchs ein Haus von internationalem Rang.

Heute repräsentiert Juwelier Hilscher unter der Leitung von Manfred und Brigitte Hilscher sowie Geschäftsführer Kai Pierre Thieß handwerkliche Exzellenz, Vertrauen und Diskretion.

Vertrauen speist sich aus Erfahrung, Beständigkeit und einem feinen Gespür für Menschen. Viele Kunden finden den Weg zu Juwelier Hilscher über persönliche Empfehlungen. Ein gelungener Auftrag, ein gutes Wort – daraus entsteht das nächste Vertrauensverhältnis. In dieser leisen Kontinuität liegt die wahre Währung des Hauses.

Anstecknadel, Sonderanfertigung für den RING-CIRCLE der Salzburger Osterfestspiele 2026–2029; Design: Kai Pierre Thieß, Ausführung: Juwelen Atelier Hilscher

Für Kai Pierre Thieß bildet dies das Fundament seines Handelns. Er trägt die Verantwortung für bedeutende Juwelen, deren Provenienz, handwerkliche Substanz und kulturelle Würde bewahrt werden müssen. Wenn ihm historische Schmuckstücke zur Restaurierung oder zu einer behutsamen Umarbeitung anvertraut werden, ist höchste Aufmerksamkeit geboten, denn jeder Eingriff ist unwiderruflich, jeder Fehler ein Ver lust an Geschichte. Präzision und Sachverstand sind hier keine Tugenden, sondern Verpflichtung.

Die behutsame Umarbeitung erlesener historischer Juwelen mag auf den ersten Blick wie ein Sakrileg erscheinen. Bei genauer Betrachtung offenbart sie jedoch Sinn und Verantwortung. Für manche Familien sind diese Preziosen kein museales Objekt, sondern Teil ihrer gelebten Geschichte – getragen bei besonderen Anlässen.

Vor zwölf Jahren öffnete Kai Pierre Thieß die Türen zu Juwelier Hilscher und betrat eine Welt voller kostbarer Geschichte und Meisterhandwerk. Nun trägt er diese Welt in die Zukunft, verbindet Tradition mit frischen Ideen und schafft Schmuckstücke, die Zeit und Herz zugleich berühren. Für ihn ist Tradition kein Stillstand, sondern der Funke, aus dem Innovation entsteht.

Präzision und Sachverstand sind hier keine Tugenden, sondern Verpflichtung.

Auch meisterhafte Kleinmanufakturen finden in den Münchner Dependancen von Juwelier Hilscher ein Zuhause, sofern sie zeitloses Design mit Charakter verbinden. In diesem Geist wurde das Portfolio um Chantecler erweitert, bekannt für leuchtende Farben, exklusive Edelsteine und innovatives Design. Die Manufaktur setzt sich für Nachhaltigkeit ein, indem sie hochwertige Materialien verwendet und umweltbewusste Praktiken verfolgt.

Gegründet 1947 auf Capri, entwickelte sich die historische Boutique zum Treffpunkt des internationalen Jetsets. Persönlichkeiten wie Jackie Kennedy, Audrey Hepburn, Ingrid Bergman oder Mona von Bismarck schätzten die Juwelen für ihren unverwechselbaren „La dolce vita“-Charme. Diesen Stil hat Art-Director und Inhaberin Maria Elena Aprea weiterentwickelt mit Schmuckstücken aus erlesensten Materialien von poetischer Leichtigkeit, die den eleganten Esprit der 1960er-Jahre in die Gegenwart tragen.

INFOBOX

Stammhaus Schwabing Nordendstr. 50, 80801 München www.juwelier-hilscher.de

Kunstvoll Tisch decken

Zu Besuch bei VERED BERGMAN

Im Berufsalltag beschäftigt sich Vered in ihrer Tätigkeit für das Auktionshaus Christie’s mit Kunst. Privat kuratiert sie Abendessen in ihrer Wohnung in Wien 1180, die sie mit Ehemann Omri, Strategieleiter bei Google für Zentral- und Osteuropa, und Sohn Leon seit 5 Jahren bewohnt.

Text und Produktion: Beatrice Tourou Fotos: Lisa Leutner

Während wir Vered in ihrer Altbauwohnung fotografieren, wird deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail sie die ehemalige Bassenawohnung in Eigenregie renoviert hat.

Die Wiener Wohnung dient der Familie in ihrem hektischen Alltag als Basis, denn Vered ist, wie auch ihr Mann Omri, beruflich viel unterwegs. Die Klarheit der Räume, das Weglassen, das Minimalistische ist, was die Familie braucht, um zu funktionieren. Als Gegenpol hat sich die Jungfamilie einen alten Bauernhof in Reichenau an der Rax gekauft und kernsaniert, am Ende des Aufstiegs, mit Blick über den historischen Ort, ganz der WienerwaldRomantik entsprechend. Dort leben kräftige Farben, uralte Original-Strukturen und Gemütlichkeit als Kontrastprogramm zum Stadtalltag. In Reichenau wird bodenständig gelebt, gelesen, werden Waldspaziergänge gemacht, wird geruht. In Wien wird gearbeitet und, ganz der jüdischen Tradition nach, am Freitagabend festlich gegessen.

„Ich versuche, freitags meine Freunde zusammenzubringen und einen schönen, entspannten Abend zu haben. Da Omri und ich aus ganz gegensätzlichen beruflichen Welten kommen, kann die Künstlerin schon mal neben dem Wirtschaftsanwalt oder einem Start-up-Founder sitzen. Bei uns trifft alles zusammen. Entscheidend ist, dass die Chemie stimmt und der Abend für alle bereichernd ist.“

Bekocht werden die Gäste von Vered und Omri persönlich. „Wir gehen gerne auf den Kutschkermarkt. Dort hole ich Blumen, Fisch, Obst, Gemüse – einfach alles so regional wie möglich.“ Für den Abend selbst holt sich Vered dann Hilfe, denn als präsente Gastgeberin ist es notwendig, sich auf die Gäste zu konzentrieren. Sie möchte den Abend mit ihren Gästen teilen, statt zu viel Zeit mit der Zubereitung zu verbringen. Gastgeben ist eine Leidenschaft, die sich immer weiterentwickelt. Viel sieht man sich auch bei Freunden ab: „Meine Freundin Ethel Merhaut ist eine großartige Gastgeberin. Sie ist selbst Sängerin, daher gibt es oft Livemusik beim Dinner. Das sind immer ganz besondere Abende.“

Genauso unterhaltsam wie ein gesetztes Abendessen, aber viel entspannter und lockerer findet sie den Brunch am Sonntag. „Da gibt es auch immer einen Kindertisch, den wir extra aufbauen.“ Ihre Wohnung im 18. Bezirk ist ein bewusster Mix aus Geschichte und Gegenwart. Mehrere ehemalige Bassenawohnungen wurden zusammengelegt, alte Strukturen freigelegt, Balken sichtbar gemacht. Früher wurde jedem Zimmer eine Türnummer zugewiesen; diese wurden alle zu einer großen Wohneinheit zusammengelegt. Der neue Boden – Fischgrät, aber eben modern, an den Altbau angelehnt – bringt Ruhe in die großzügigen Räume. Und dennoch ist die Wohnung ein Kompromiss.

„Omri hätte am liebsten einen White Cube mit einem langen Aluminiumtisch, ganz puristisch. Ich bin da farblich genau das Gegenteil. Schließlich haben wir uns für diese Zwischenlösung entschieden. Zurückhaltend, aber fröhlich.“

Vered liebt klare Linien. Der Einfluss ihrer Verbundenheit zu Tel Aviv ist spürbar: Bauhaus, Reduktion, Struktur. Klassiker wie die Wassily Chairs von Knoll stehen im Dialog mit TON Stühlen mit Wiener Geflecht, USM-Regalen und israelischen Designlampen von Yaacov Kaufman. Viele Stücke tragen persönliche Geschichten: geerbtes Besteck, altes Porzellan, Erinnerungen an die Großeltern. „Jedes Stück hier hat einen Purpose“, sagt sie. Nichts ist zufällig, nichts dekorativ um seiner selbst willen. Denn am Tag des Einzugs kam Sohn Leon zur Welt – viel Zeit, um sich einzurichten, blieb einfach nicht.

Kunst mit persönlichem Bezug Beruflich ist Vered als Business Development Manager bei Christie’s tätig. Sie betreut Sammler:innen in Österreich sowie in Osteuropa, arbeitet mit Spezialist:innen in London, New York, Genf, Paris oder Hongkong zusammen und begleitet Schätzungen, Ankäufe und Verkäufe.

An ihren Wänden erzählt die Kunst eine private Geschichte. Ein Werk des amerikanischen Künstlers Sean Scherer, erworben bei Christie’s, hängt im Wohnraum. Der Titel: „Ascension II“. Es erinnert sie an spirituelle Symbolik, an Gesetzestafeln, an Mesusot, jene kleinen Segensrollen, die im jüdischen Zuhause Schutz bieten – jede Tür trägt in Vereds Wohnung eine in zeitgenössischem Design. Daneben Werke britischer und ungarischer Künstler:innen, Auktionsfunde aus Tel Aviv, Arbeiten von befreundeten Kunstschaffenden und Galerist:innen. „Ich investiere in Kunst, die mich bewegt“, erklärt sie. Die emotionale Verbundenheit zu den Kunstwerken zeigt sich auch beim Hauptbild bei Tisch: Dort hängt kein Auktionslos, sondern ein Geschenk ihrer Mutter.

Tradition als Fundament

Das Hosten hat in Vereds Familie Geschichte. Ihre Großmutter, eine Wiener Jüdin, lebte das großbürgerliche Gastgeberideal: lange Tafeln, Servicepersonal, prachtvolle Inszenierungen. Nach dem Krieg galt die Devise: „Jetzt erst recht.“ Ihre Mutter perfektionierte diese Kunst. 30–40 Gäste zu Pessach? Selbstverständlich. Vered modernisiert das Hosten, mag das Sharing-Konzept bei der Vorspeise und lässt gerne das Tischtuch weg. Sie führt diese Tradition weiter – allerdings moderner. Mit offener Küche. Mit weniger Förmlichkeit. Mit bewusster Durchmischung. Eine offene Küche wäre für ihre Großmutter undenkbar gewesen, denn die Küche ist schließlich ein Arbeitsraum. Für Vered aber genau richtig: Auf diese Weise ist man immer bei den Gästen.

Das Porzellan-Service ist von Herend. Erbstücke von Vereds Großmutter, die eine grandiose Gastgeberin war. Der Krug ist von Moser: schwer, schlicht, wertig.

„Ich habe einen starken Bezug zu Textil. Als Absolventin der Modeschule Hetzendorf habe ich als Kostümdesignerin im Volkstheater begonnen. Textil wird bei mir immer sehr bewusst eingesetzt oder weggelassen. Natürlich kommt bei mir auch mal ein Tischtuch auf die Tafel, aber dann wird wild gemustert.“

Vered Bergman, Gastgeberin

GEERBT

Erbgeschirr von der Großmutter, schlichtes, schweres Glas von Rosenthal, Serviettenringe (bei Salotto Collective selbst gekauft). Sehr wienerisch, nicht nur die TON Sessel referieren auf Wien.

Gerade Linien, Bauhaus, Klarheit neben Fornasetti sowie Dekor zwischen Kunstbänden, Lobmeyr Accessoires und Mesusot (hebräisch für „Türpfosten“, rechts oben)

„Ich habe Unmengen an Kunstbänden, bekomme diese auch oft als Gastgeschenk und freue mich über jeden einzelnen.“

Vered Bergman

ZWISCHEN GESCHICHTE UND VISION

Historische Gebäude verlangen nach besonderer Sorgfalt sowie nach einer Planung, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Genau hier setzt Stefanie Pfligersdorffer an. Die leidenschaftliche Planerin ist seit über 15 Jahren in der Einrichtungsbranche in unterschiedlichen Bereichen tätig und hat sich auf digitale Einrichtungskonzepte sowie auf fotorealistische Renderings spezialisiert.

„Meine große Stärke liegt darin, Räume schon vor der Umsetzung lebendig werden zu lassen“, sagt Stefanie Pfligersdorffer. Mit 3D-Ansichten und realistischen Visualisierungen werden selbst komplexe Bestandsräume noch vor der Neugestaltung erlebbar. Farben, Materialien und Proportionen lassen sich präzise beurteilen und bieten wertvolle Entscheidungshilfe, besonders bei außergewöhnlichen Räumen. Die digitale Planung spart außerdem Zeit und Kosten, Änderungen können unkompliziert eingearbeitet werden.

Die Gestaltung bleibt stets funktional: „Form follows function – auch im Innenraum.“ Stil und Atmosphäre

entstehen aus der Nutzung des Raumes und der Persönlichkeit der Menschen, die ihn beleben. Von klassischen Stoffen bis zu modernen Akzenten wird jedes Konzept individuell entwickelt. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle. Geplant wird ausschließlich mit hochwertigen, real verfügbaren Möbeln und Materialien, auf Wunsch inklusive Händler- und Artikelnachweis.

Mit Blick in die Zukunft erweitert Frau Pfligersdorffer ihr Angebot kontinuierlich und zeigt, wie Visualisierung helfen kann, Einrichtung weiterzudenken und die Geschichten alter Räume neu erlebbar zu machen.

Visualisierung Planungsvariante A

Material- und Farbboard für Variante A

Visualisierung Planungsvariante B

Schlosshalle Schloss Kirchberg

INFOBOX

Stefanie Pfligersdorffer Schmiedfeldweg 10, 5324 Faistenau

Telefon: +43 676 7848447

E-Mail: office@dorffer.at Website: www.dorffer.at

STADTFLUCHT BERGMÜHLE

VEREIN FÜR KOCHEN UND MUSSE IM GRÜNEN

Im Garten können Vereinsmitglieder die Muße im Grünen genießen.

Ein ehemaliger Schweinestall, einige hundert Meter von der Bergmühle entfernt, dient als Vereinslokal. Hier können große und kleine Feste gefeiert werden.

STADTFLUCHT BERGMÜHLE

„ICH BIN GUT IM BEGINNEN.“

Martin Rohla hat tausend Ideen. Ganz viele davon haben mit sozialem Engagement und mit dem Interesse an nachhaltigem Wirtschaften zu tun. Die Stadtflucht Bergmühle ist eine der gelungensten aus seinem Portfolio.

Wer von der Stadt Wien über die A5 in nur 20 Minuten im Weinviertel, genauer gesagt in Kronberg, angekommen ist, hat einen idyllischen Rückzugsort erreicht. Hier, inmitten alter Bäume, großer Wiesen und hügeliger Weinberge, befindet sich die Stadtflucht Bergmühle, die jedes Wochenende für Vereinsmitglieder, für Hochzeits- und andere Feste ihre Tore öffnet.

Es war 2008, als Martin Rohla und seine Frau Madeleine das Anwesen kauften. Sie waren auf der Suche

nach einem gemütlichen Zuhause für die Familie, am liebsten inmitten der Natur und nicht allzu weit von der Stadt entfernt. Der Kronberghof stand damals gerade zum Verkauf. Es war ein in die Jahre gekommenes Hotel samt Restaurant und einem ziemlich großen Reitbetrieb. Hausherr Martin Rohla krempelte die Ärmel hoch. Das Haus, die ehemalige Bergmühle, wurde nach alten Plänen und Stichen renoviert, der Stall verpachtet, Ackerflächen wurden rundum erworben und eine Biolandwirtschaft gegründet, um dort besondere Erdäpfel- und Bohnensorten anzubauen. „Wir haben selbst gesät, geerntet und verkauft. Irgendwie war es eine schöne Sache, aber letztendlich eine Geldverbrennung“, erzählt Rohla.

Und dann kam 2012 die besondere Idee: Gemeinsam mit zwei Freunden, dem Schauspieler und Biobauern

Tobias Moretti und dem Unternehmer und Fischzüchter Ali Quester, gründete er einen Verein, „wo Gäste zu essen bekommen, was in der Gegend kreucht und fleucht“. Die Stadtflucht Bergmühle, Verein für Kochen und Muße im Grünen“, war aus der Taufe gehoben. Wie der Name entstanden war? „Muße ist die Zeit, die man für sich selbst verwendet, nachdem man sich von den Mühen des Alltags erholt hat“, zitiert Rohla den griechischen Philosophen Aristoteles. Und wo ist all das zu finden? Nur einige hundert Meter von Rohlas Zuhause entfernt, auf dem Anwesen eines kleinen Industriebetriebes.

„From the field to the fork“ – also die eigenen Produkte direkt auf den Teller zu bringen –, so lautete der Anspruch. „Weil die Wertschöpfungskette dann am höchsten ist, wenn du keine Zwischenstationen zwischen Produktion und Konsumation hast“, erklärt Martin Rohla. Er hatte davor schon geschäftliche Erfahrung. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und einigen Berufsjahren im In- und Ausland in diversen Branchen kam die Gründung und der spätere Verkauf der Saint Charles Apotheke, die unter seiner Leitung zu einer bekannten Adresse für naturheilkundliche Produkte wurde und ihm schon 2007 den Sieg beim „Entrepreneur of the Year“ von Ernst & Young im Bereich Start-ups einbrachte.

Ungefähr zur selben Zeit gründete Martin Rohla seine „Goodshares“ Beteiligungsgesellschaft, unter der auch viele andere, fast alle mit Nachhaltigkeit zu tun habenden Projekte firmieren, wie die Mitarbeitervorsorgekasse „Fair Finance“, die in Deutschland und Österreich erfolgreichen urbanen Mietgärten „Ackerhelden“, die Restaurant- und Cateringkette „Habibi & Hawara“ oder diverse Immobilienprojekte. Etliche

„Es ist einfach erfrischend und nicht so seelenlos, wie es oft bei Veranstaltungen in Eventlocations oder Clubs abläuft, sondern unkonventionell und sympathisch“

von den mehr als 25 Beteiligungen wurden im Laufe der Jahre wieder verkauft, denn: „Ich bin gut im Beginnen“, beschreibt sich der Unternehmer selbst, „danach müssen andere es weiterführen.“

So auch beim Verein für Kochen und Muße im Grünen. Nach der Gründung des Vereins gab es in Windeseile 500 Mitglieder. Ein ehemaliger Schweinestall inmitten eines 10.000 m2 großen Areals und in unmittelbarer Nähe zur Bergmühle wurde als Vereinslokal adaptiert. Ein großer, im Shabby-chic-Stil möblierter Saal, also Tische, Sessel, Lampen, Kommoden, Bilder oder Teppiche, stammen zum großen Teil von CARLA, dem Secondhand- und Altwarenladen der Caritas. Dazu gibt es eine professionelle Gastroküche und eine große Veranda, die zum wildromantischen Garten hin offen ist. Ein Teich, eine originale kirgisische Jurte und allen voran ein rosarotes U-Boot, das schräg in der Wiese eingegraben ist und zum Klettern einlädt. Das rosarote Etwas ist übrigens eine Nachempfindung

aus einem von Martins Lieblingsfilmen – „Operation Petticoat“, eine Komödie aus dem Jahr 1959 mit Cary Grant und Tony Curtis in den Hauptrollen. Der Plot beinhaltet die Sequenz, dass ein beschädigtes U-Boot in Ermangelung grauer Farbe mit Rostschutz und Weiß neu gestrichen und dadurch schlussendlich rosarot wird – die Farbe, die für den Verein seit damals als Leitfarbe in Verwendung ist.

Der Stadtflucht Bergmühle stehen insgesamt 40 Hektar Bioackerflächen zur Verfügung, deren Ernte zu einem großen Teil hier verkocht wird. Der Grüne Veltliner und der Rosé Frizzante stammen von eigenen Reben rundum, Gemüse, Eier, Kürbiskernöl, Hühner-, Galloway- oder Schweinefleisch kommen von Biobauern in nächster Umgebung. Legendär sind die Sonntage mit Lesungen namhafter Autoren, Konzerte, Kunstausstellungen, Yogastunden oder Modeschauen. Einmal fand sogar eine Firmung mit mehr als 100 Gästen im Rosengarten der Stadtflucht

Bergmühle statt. Herzstück dieser Sonntagstreffen ist nach wie vor das Essen. „Wir hatten all die Jahre gute Köche, die aus allem, was vom Kirchturm aus zu sehen ist, etwas Gutes zubereiten. Da waren Stars wie Mario Bernatovic oder Joachim Gradwohl zugange“, erzählt Martin Rohla, während wir vom Bahnhof seinen geschäftsführenden Gesellschafter Tim Maislinger abholen, einen jungen Mann, der seine Sporen bei Accenture verdient hat und jetzt seit fast zwei Jahren die Stadtflucht Bergmühle führt.

Er ist es auch, der für die fast 50 Hochzeiten, die im vergangenen Jahr hier gefeiert wurden, verantwortlich zeichnet. „Ich habe Martin in der Sendung ,2 Minuten – 2 Millionen‘ zum ersten Mal wahrgenommen“, erzählt er. „Ich war begeistert und wollte ohnehin schon lange wissen, ob ich selbst das Zeug zum Unternehmertum habe.“ Maislinger stammt aus einem Hotel- und Restaurantbetrieb in Oberösterreich, wusste also in etwa, was ihn erwartet. Und nach eini

Der Rosé Frizzante wird aus eigenen Trauben hergestellt.

Besonders gemütlich finden es Hausherr und Stadtflucht-Bergmühle-Gründer Martin Rohla sowie sein geschäftsführender Gesellschafter Tim Maislinger in der nett möblierten Loggia.

gen Monaten bei Martin Rohlas altem Freund Bernd Schlacher, dem Chef der Motto Group, wurde er im Jahr 2024 in der Stadtflucht Bergmühle ins sprichwörtlich kalte Wasser geworfen. „58 fixe Buchungen für das heurige Jahr beweisen, dass er seinen Job gut macht“, betont Martin Rohla.

„Es ist einfach erfrischend und nicht so seelenlos, wie es oft bei Veranstaltungen in Eventlocations oder Clubs abläuft, sondern unkonventionell und sympathisch“, freut sich der Geschäftsführer. Die Hochzeiten, die von den Frühlings- bis in die Herbstwochenenden stattfinden, folgen einem bewährten Ablauf. Brautpaar und Gäste werden mit Drinks und Snacks empfangen. Es folgt die Trauung im Rosengarten, und dann beginnt die Muße, ganz entspannt bei Cocktails, Dinner, Dance und Bar – so lange, bis der letzte Gast freiwillig geht.

Wir sinnieren noch eine Weile mit Martin Rohla, wie schön ein Country Club sein kann, wie wichtig eine authentische Geschichte und eine ansprechende Umgebung sind, wie entscheidend es ist, wie Mitarbeiter die Gäste verwöhnen, und dass es nicht ein Club für „Martin und seine Freunde“, sondern ein guter Ort für alle sein soll, die an dieses idealistische, nachhaltige und bewusste Konzept glauben.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch

INFOBOX

Stadtflucht Bergmühle

Am Rußbach 1 2123 Kronberg stadtflucht@bergmuehle.at www.stadtfluchtbergmuehle.at

KUNSTMESSE WIEN

Wenn sich Mitte November die Türen der Hofburg für die ART&ANTIQUE öffnen, verwandelt sich der geschichtsträchtige Ort in ein pulsierendes Zentrum der Kunstwelt.

ART&ANTIQUE

Die Wiener Hofburg erstrahlt mit Kunst.

ART&ANTIQUE HOFBURG WIEN

Ein Zeichen von Tradition, Qualität und inspirierendem Dialog

Im Mittelpunkt der Messe steht Alexandra Graski-Hoffmann, die Geschäftsführerin der M.A.C. Hoffmann & Co GmbH, mit ihrem Team. Seit Jahrzehnten prägt sie mit sicherem Gespür und unermüdlichem Engagement die Ausrichtung der Messe. Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds gelang es ihr auch 2025, das Who’s who der Kunstszene in die Hofburg zu bringen und die ART&ANTIQUE als Erlebnis für alle Sinne zu gestalten.

Die ART&ANTIQUE ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ein Fixpunkt im Wiener Kunstherbst und vereint internationale Exklusivität, künstlerische Vielfalt sowie historische Atmosphäre zu einem einzigartigen Kulturerlebnis.

Auf rund 3.500 m² präsentierten führende nationale und internationale Kunsthändler:innen Meisterwerke von höchster Strahlkraft: Alte Meister, klassische Skulpturen, Gemälde, Raritäten, edlen Schmuck, erlesene Designobjekte und zeitgenössische Kunst. Damit bleibt die Messe ein Ort, an dem Tradition und Innovation in einem spannungsvollen Dialog zusammentreffen. Insgesamt waren es rund drei Dutzend Aussteller:innen –

unter ihnen zahlreiche treue Stammaussteller, die seit vielen Jahren für das hohe Niveau sorgen, sowie neue Galerien, die frische Impulse brachten. Ergänzt wurde das Programm der ART&ANTIQUE durch Sonderpräsentationen, die Akzente setzten und die künstlerische Vielfalt zusätzlich unterstrichen.

Die Stimmung? Spürbar positiv. Die Säle waren belebt, die Gespräche intensiv, die Kaufbereitschaft hoch. Zahlreiche prominente Künstler:innen wie Erwin Wurm oder Jakob Gasteiger zeigten Präsenz, Sammler:innen aus dem In- und Ausland nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Besonders erfreulich war der erfolgreiche Verkauf etlicher hochkarätiger Werke – ein klares Signal dafür, dass Kunst wieder als Wert, als Investition und auch als emotionaler Anker wahrgenommen wird.

Fünf Tage lang verwandelte sich die Wiener Hofburg in einen lebendigen Rahmen für Kunst, Kultur und Begegnung. Jeder Saal, jeder Blickwinkel und jedes ausgestellte Objekt erzählte seine eigene Geschichte: von meisterlicher Handwerkskunst, von Jahrhunderten voller Veränderungen und von der ungebrochenen Kraft der Kunst, Menschen zu berühren.

„Kunst wird wieder bewusst gesucht –als Wert, als Inspiration und als Quelle von Schönheit und Beständigkeit …“

Carl Moll, Boote im Prater, 34,2 × 35,3 cm, © Kunsthandel Freller

Die ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna 2025 war trotz der Vielzahl an anderen Messen zur gleichen Zeit sehr gut besucht, die Atmosphäre besonders und das Feedback begeisternd positiv – vor allem auch im Hinblick auf das Rahmenprogramm und die Sonderpräsentationen (u. a. Schlossseiten Salon und Glaskünstler Robert Comploj).

Eine besonders große Freude war der Verkauf aller 17 Jaruska-Werke, deren Erlös der WE&ME Foundation zugutekam. Der allgemeine Verkauf verlief für viele Aussteller:innen erfreulich und unterstrich die Bedeutung der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna als zentralen Fixpunkt im Kunstkalender.

Wie heißt es so schön: „Die Mischung macht’s aus.“ Beeindruckende Antiquitäten, feine Möbelstücke, archäologische Kostbarkeiten sowie moderne und zeitgenössische Werke standen in einem spannungsvollen Dialog. Diese ungewöhnliche Nähe entfaltete eine besondere Magie: Tradition wurde spürbar lebendig, und die Gegenwart gewann an Tiefe.

Die ART&ANTIQUE ist und bleibt ein Glanzpunkt des Wiener Kunstherbstes. Sie zeigt, dass in einer schnelllebigen Zeit das Bedürfnis nach Beständigkeit, Qualität und echter Schönheit wächst. Kunst wird wieder bewusst gewählt. Geliebt. Gelebt.

Oder anders gesagt: Wer verstehen möchte, warum Kunst heute relevanter ist denn je, der musste im November 2025 nur durch die Säle der Hofburg gehen.

Blättern Sie weiter und entdecken Sie unseren Schlossseiten Salon auf der ART&ANTIQUE HOFBURG

Manfred Bockelmann und die Wölfe von Judith

DIE KRAFT DER KUNST

In der außergewöhnlichen Mischung aus ikonischer Moderne, zeitgenössischer Position und kostbarer Antiquität zeigte sich bei der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna 2025, was Kunst heute ausmacht: Tiefe, Vielfalt und zeitlose Qualität. Werke unterschiedlichster Epochen traten in einen lebendigen Dialog.

Andy Warhol, Sigmund Freud, 102 x 81 cm, © Galerie Hartinger
Wagner, © Kunsthaus Wiesinger
Chagall, © Kunsthandel Stock
Julian Khol, © Galerie 422 :: Margund Lössl
Barocker Prunkschrank aus einem Kaiserzimmer des Stiftes St. Florian bei Linz, © Koessl
Xenia Hausner – White Noise, © Galerie Zimmermann Kratochwill
Baschlakow, © Brenske Gallery

Lisa Gasteiger-Rabenstein und Markus Zippenfenig im Schlossseiten Salon auf der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna

Die Porträts von Bischöfen verleihen gemeinsam mit den Design-Klassikern

KLASSIK IM DIALOG MIT DER GEGENWART SCHLOSSSEITEN SALON

Der Salon war schon immer mehr als ein Raum. Er war Bühne und Rückzugsort zugleich, Ort des Austauschs, der Repräsentation und der leisen Beobachtung. Genau an diese Tradition knüpfte der Schlossseiten Salon auf der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna 2025 an – und übersetzte sie mutig in die Gegenwart.

Im Marmorsaal der Hofburg entstand eine Raumkomposition, die bewusst mit Sehgewohnheiten brach. Historische Möbel, zeitgenössisches Design, Kunstobjekte und handwerkliche Klassiker wurden nicht getrennt nach Epochen inszeniert, sondern miteinander verwoben. Genau darin lag die zentrale Botschaft dieser Ausstellung: Klassik ist nichts Starres. Sie lebt –

durch Kombination, durch Kontext, durch Haltung. Viele kennen das Gefühl: Man bewundert historische Stücke, schätzt moderne Gestaltung – doch man wagt selten, beides zusammen zu denken. Zu groß scheint die Sorge, der Bruch könnte zu stark sein, das Ergebnis zu gewagt. Der Schlossseiten Salon zeigte das Gegenteil: Erst im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu entsteht jene Tiefe, die Räume berührend und persönlich macht. Der Twist, der Kontrast, das bewusste Nebeneinander – genau das ist es, was zeitgemäße Wohnkultur heute auszeichnet.

Unter dem Titel „Der Wohnraum als Resonanzraum einer lebendigen Klassik“ wird der Salon als kultureller Spiegel verstanden. Als Ort, an dem sich Lebensart, Kunst und gesellschaftlicher Diskurs begegnen. Möbel

von Wittmann und Lobmeyr Wohnlichkeit.

werden hier nicht als bloße Einrichtungsgegenstände gelesen, sondern als Träger von Geschichte, Haltung und Identität. Gestaltung wird zur Sprache – leise, aber eindringlich.

Die kuratorische Inszenierung von Lisa GasteigerRabenstein und Markus Zippenfenig lebte von diesem feinen Gespür für Balance. Gemeinsam schufen sie eine Ausstellung, die nicht belehrte, sondern inspirierte. Die nicht vorgab, wie man wohnen soll, sondern zeigte, was möglich wäre, wenn man sich traut. Wenn ein barocker Schrank neben zeitgenössischer

Kunst bestehen darf. Wenn ein Designklassiker der Moderne mit historischen Objekten kommuniziert. Wenn Material, Form und Geschichte nicht konkurrieren, sondern sich gegenseitig verstärken.

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DIE KRAFT DER KUNST

In der außergewöhnlichen Mischung aus ikonischer Moderne, zeitgenössischer Position und kostbarer Antiquität zeigte sich bei der ART&ANTIQUE HOFBURG Vienna 2025, was Kunst heute ausmacht: Tiefe, Vielfalt und zeitlose Qualität

1. Bodenleuchte „SCRIPT“, von J.&L. LOBMEYR | 2. Fauteuil/Sessel „Kubus“, Design: Josef Hoffmann (1910), bei Wittmann Möbelwerkstätten | 3. Eleganter, originaler Biedermeier-Salontisch aus der Zeit um 1830, bei Antikhof Figl | 4. Teppich „Botanica Green“, bei Bodo Sperlein | 5. Porträtgemälde, Jacob Ernst von Liechtenstein (1690–1747), Fürsterzbischof von Salzburg, bei Spiegelfeld Sammlung | 6. QUASAR-Installation, bei berillkeramia.hu | 7. Kabinettschrank (19. Jh.), bei Antikhof Figl | 8. Lampe, bei Maison Daschi | 9. Klassischer Speiseteller, Dekor „Blättchenkante“, von Augarten Porzellan | 10. Sofa „Alleegasse“, Design: Josef Hoffmann (1912), bei Wittmann Möbelwerkstätten | 11. Diamond Stool, von Klemens Schillinger, bei Galerie Zippenfenig

Schlossseiten Salon im Marmorsaal auf der ART&ANTIQUE HOFBURG 2025

„Der Salon soll Mut machen: Mut zum Kombinieren, zum Bruch und zur eigenen Handschrift. Klassik entsteht dort, wo Geschichte, Qualität und zeitgenössische Haltung aufeinandertreffen – bewusst gewählt, nachhaltig gedacht und mit Blick auf das, was bleibt.“

Der Marmorsaal wurde dabei nicht als musealer Raum verstanden, sondern als lebendige Raumlandschaft. Fließend, vielschichtig, sinnlich. Man bewegte sich durch die Inszenierung wie durch einen gedachten Wohnraum und begann unweigerlich, eigene Räume neu zu denken: Was bedeutet Heritage heute? Wie viel Geschichte darf ein Zuhause tragen? Und wie wird aus Klassik etwas Persönliches, Zeitgemäßes, Eigenes?

Die präsentierten Arbeiten – von internationalen Designklassikern bis zu zeitgenössischen Positionen –fügten sich zu einem stimmigen Ganzen. Nicht durch Uniformität, sondern durch Charakter. Jeder Bruch war bewusst gesetzt, jede Kombination erzählte eine Geschichte. Der Salon wurde so zur Bühne für Erinnerung und Transformation zugleich.

Der Salon ist dabei nicht nur Kulisse, sondern gelebter Treffpunkt. Ein Ort, an dem man zusammenkommt, verweilt, Gespräche führt und Gedanken teilt. In einem schönen, bewusst gestalteten Ambiente entsteht jene Offenheit, die Kommunikation selbstverständlich macht. Der Salon knüpft an eine Kultur des Zusammenseins an, in der Gastlichkeit, Austausch und das gemeinsame Erleben wieder Raum bekommen –entspannt, kultiviert und jenseits von Inszenierung. Hier wird spürbar, dass Lebensart immer auch Beziehung bedeutet.

Ebenso entscheidend für die Atmosphäre ist das Licht. Beleuchtung prägt Räume, lenkt den Blick und schafft Stimmungen, und dies oftmals subtiler, als man zunächst denkt. Im Salon wird Licht gezielt eingesetzt, um Zonen zu definieren, Objekte hervorzuheben und Tiefe zu erzeugen. Direktes Licht setzt Akzente, während indirekte Lichtquellen für Wärme und Ruhe sorgen. Gerade dieses Zusammenspiel macht den

Die textilen Arbeiten von Esther Stocker in Zusammenarbeit mit Kohlmaier treten in einen spannungsvollen Dialog mit einem historischen Kabinettschrank.

Raum lebendig und einladend: Licht wird nicht nur funktional verstanden, sondern als gestalterisches Element, das Emotionen trägt und Räume erlebbar macht.

Für Markus Zippenfenig liegt die Qualität des Wohnens genau im bewussten Kombinieren: „Mich interessiert das Zusammenspiel scheinbarer Gegensätze. Wenn Objekte aus völlig unterschiedlichen Zeiten und Kontexten aufeinandertreffen, entsteht Individualität –und genau darum geht es beim Wohnen.“ Im Schlossseiten Salon wurde diese Haltung sichtbar und erlebbar.

So trafen die Lichtobjekte der „Trophy Works“ von Patrick Rampelotto auf einen kunstvoll gearbeiteten Kabinettschrank des 19. Jahrhunderts. Rampelotto

verwandelt Trophäen – Symbole von Erfolg, Glanz und industrieller Serienproduktion – in poetische Lichtobjekte, die Funktion und Kritik zugleich sind. Ihr reflektierendes Material bricht das Licht, stellt Fragen nach Wert, Bedeutung und Inszenierung. Daneben steht der historische Kabinettschrank mit seiner streng symmetrischen Architektur, seinen feinen Intarsien und feuervergoldeten Beschlägen – einst Herzstück von Kunst- und Wunderkammern wohlhabender Sammler. In dieser Kombination wird deutlich, wie sich Bedeutungen verschieben: vom repräsentativen Statusobjekt zur persönlichen Erzählung, vom historischen Einzelstück zur Bühne zeitgenössischer Interpretation.

Auch die Sitzlandschaft im Schlossseiten Salon folgte diesem Prinzip. Klassiker von Wittmann, darunter das

Patrick Rampelotto „Trophy Works“

QUASAR-Installation von Kirner Kolos Gábor, einem jungen, ungarischen Designer und Keramikkünstler

Bodenlampe „Orchid“ von Lobmeyr mit historischem Porträtgemälde

Lichtobjekte von Maison Daschi auf Skeleton Shelf von Julian Esser

Der „Botanica“ Teppich von Bodo Sperlein harmoniert trotz der unterschiedlichen Muster perfekt mit dem Sternparkett

„Alleegasse“-Sofa und der ikonische „Kubus“-Fauteuil von Josef Hoffmann, bildeten das ruhige, geometrische Fundament. Ergänzt wurden sie durch Leuchten von J.&L. Lobmeyr, deren Licht die Strenge der Formen aufnahm und zugleich weich brach. So entstand eine Atmosphäre, die gleichermaßen klar und einladend war – ein Raum, der zum Verweilen, zum Gespräch und zum Austausch einlud.

Den erweiterten Rahmen bildeten skulpturale Möbel- und Regalelemente wie das Skeleton Shelf von Julius Esser, das mit seiner organischen Struktur an Vergänglichkeit und Kreisläufe erinnerte. Auch hier wurde Gestaltung zur Erzählung: von Wandel, Rückkehr und der Schönheit des Unvollkommenen.

Der Schlossseiten Salon zeigte damit, was Wohnen heute bedeuten kann, wenn man sich traut, zu kombinieren. Nicht das Perfekte zählt, sondern das Persönliche. Nicht der Stil als Regelwerk, sondern als Haltung. In der Spannung zwischen Licht und Geschichte, Design und Antiquität, Funktion und Poesie entsteht ein Raum, der Individualität sichtbar macht –und genau darin liegt seine zeitgemäße Kraft.

Für Lisa Gasteiger-Rabenstein stand der bewusste Bruch im Zentrum der kuratorischen Idee: „Wir appellieren ganz klar dazu, den Mut zu haben, einen Bruch zu schaffen. Erst durch Kontraste entsteht Spannung – und genau diese Spannung macht Räume lebendig.“ Gerade im Zusammenspiel von historischen Objekten und zeitgenössischem Design wird sichtbar, wie kraftvoll dieser Ansatz ist. Klassik wird nicht museal verstanden, sondern als offenes Feld, das sich ständig weiterentwickelt. Dieser Zugang ist zugleich Ausdruck einer nachhaltigen Haltung. Statt kurzfristiger Trends geht es um Investitionen in Qualität und Beständigkeit – um ikonische Klassiker, sorgfältig ausgewählte Designstücke und repräsentative Antiquitäten von Händler:innen und Produzent:innen, die für handwerkliche Exzellenz stehen. Nachhaltigkeit zeigt sich hier nicht als Verzicht, sondern als bewusste Entscheidung für Langlebigkeit, Wertigkeit und kulturelle Tiefe.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Textile im Raum. Textilien schaffen Wohnlichkeit, verbinden Materialien und geben Räumen Wärme und Ruhe. Sie wirken ausgleichend, strukturierend und atmosphärisch – oft leiser, aber nachhaltiger als jedes Möbelstück. Im Schlossseiten Salon wurde diese Qualität bewusst eingesetzt, um den Raum sinnlich erfahrbar zu machen und ihn emotional zu verankern.

Der handgetuftete „Botanica Green“ Teppich von Bodo Sperlein, gefertigt aus 100 Prozent grüner Wolle, brachte mit seinen organischen Formen und biophilen Strukturen eine natürliche, fast meditative Präsenz in den Salon. Seine Oberflächen erinnern an Pflanzenwelten und Pilzstrukturen und bilden einen ruhigen Gegenpol zu klaren Linien und historischen Elementen. Er verbindet Design mit Natur und

Salon-Feeling mit Biedermeiertisch und Augarten-Porzellan; den Bruch schaffen die Aluminium-Hocker von Klemens Schillinger.

Der Schlossseiten Salon im Marmorsaal wurde zum lebendigen Treffpunkt des Austauschs – ein bewusst gesetzter Twist aus moderner Gestaltung und historischen Elementen, der Dialog, Begegnung und neue Perspektiven ermöglichte.

schafft ein Fundament, auf dem sich der Raum entfalten kann.

Dem gegenüber stand die monumentale Tapisserie „Das salomonische Urteil“ aus Brüssel – ein textiles Meisterwerk aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, gefertigt aus Wolle und Seide, reich an Erzählung, Symbolik und handwerklicher Virtuosität. Als wandfüllendes Objekt brachte sie Geschichte, Moral und Menschlichkeit in den Raum und zeigte eindrucksvoll, welche narrative Kraft Textilien seit Jahrhunderten besitzen.

Diese historische Dimension wurde im Salon bewusst mit zeitgenössischen Positionen in Beziehung gesetzt. Die Zusammenarbeit von Esther Stocker mit dem Wiener Traditionsunternehmen Kohlmaier stand exemplarisch dafür. Das „Knitterplanet“-Sofa verband grafische Strenge mit weicher Materialität und zeigte, wie Textil heute als gestaltendes, künstlerisches Element gelesen werden kann – individuell, maßgefertigt und fernab industrieller Massenproduktion. So ent-

steht ein Raum, der nicht nur gestaltet, sondern gedacht ist: lebendig, vielschichtig und von einer stillen, nachhaltigen Kraft getragen.

Was diese Ausstellung besonders machte, war ihre emotionale Qualität. Sie bewegte, weil sie neuen Mut fassen ließ. Mut, Gewohntes infrage zu stellen. Mut, Altes neu zu lesen. Mut, Räume nicht perfekt, sondern lebendig zu denken. Der Schlossseiten Salon zeigte, dass wahre Eleganz nicht aus Anpassung entsteht, sondern aus Persönlichkeit.

In einer Zeit, in der vieles schnelllebig ist, setzte diese Inszenierung ein starkes Zeichen: für Beständigkeit ohne Stillstand, für Klassik ohne Patina, für Wohnen als Ausdruck kultureller Haltung. Der Salon wurde damit wieder das, was er immer war – ein Ort des Dialogs. Zwischen Epochen. Zwischen Menschen. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Und genau darin liegt seine zeitlose Kraft.

30. Juli 2026 18.30 Uhr

Unterstützen Sie mit uns neue Zugänge zur Kultur und erleben Sie einen festlichen Abend voll Inspiration und Genuss.

Karte: 390 Euro pro Person, 3.900 Euro pro Tisch für zehn Personen (Ein Teil des Preises ist steuerlich absetzbar)

Georg Baselitz, Ankunft demnächst, 2017, Öl auf Leinwand, 240 x 210 cm, © Georg Baselitz 2026, Foto: Jochen Littkemann

MEMBERS ONLY

Der Wiener Renn-Verein an einer neuen Adresse

Der traditionelle Gesellschaftsclub zog vom Palais Pallavicini in das Palais Esterházy. Damit gelangen nicht nur der örtliche Wechsel sowie eine räumliche Vergrößerung, sondern auch eine Verjüngung der Mitglieder. Die SCHLOSSSEITEN besuchten den Club und erfuhren, was hinter verschlossenen Türen geschieht.

Text: Beatrice Tourou

Produktion: Lisa Gasteiger-Rabenstein

Der Club des Wiener Renn-Verein – ein Gesellschaftsclub am Kohlmarkt und ein Palais, das wieder atmet. Begrüßt werden wir von Mag. Peter Böhler, dem Präsidenten des Clubs, und von seinem Vizepräsidenten Dr. Alexander Babinek.

Wir bekommen eine Führung durch die Räumlichkeiten des Palais Esterházy und tauchen unmittelbar in eine andere Zeit. Intarsien, Patina, historische Proportionen – hier vereinen sich Geschichte und Eleganz vergangener Tage mit dem Anspruch an Komfort und einem zeitgemäßen Verständnis des Clubgedankens.

Die Wurzeln des Clubs des Wiener Renn-Verein liegen im Galopprennsport, aus dem sich ein exklusiver Kreis von Persönlichkeiten formte, die den Club bis heute prägen.

Am 30. März 1826 wurde der „Wiener Wettrenn-Ausschuß“ als Vorgängerorganisation des heutigen Wiener Renn-Vereins gegründet. Grundlage war die Liebe zum Pferdesport, dem noch heute viele Pferdeporträts in den Clubhallen Tribut zollen. Bis in die 80er-Jahre war der Wiener Renn-Verein auch Betreiberorganisation der Rennbahn in der Freudenau. Glanzvolle Zeiten, wie man auf unzähligen Fotografien und Erinnerungen im Club erkennen kann.

klare Wertebasis bilden den Rahmen für Begegnungen auf Augenhöhe.“ Die Mitglieder finden hier kein Eventlokal, sondern ein Haus mit Charakter, das Beständigkeit, Qualität und Eleganz verkörpert.

Das Mitgliederverzeichnis ist diskret. Bekannte Persönlichkeiten wie Fürst Alois von Liechtenstein oder Fürst Ulrich Ferdinand Kinsky von Wchinitz und Tettau prägten den Club als Präsidenten. Bundespräsidenten der Republik waren ebenso Mitglied, Simeon II. von Bulgarien, Prince Charles de Bourbon des Deux Siciles oder Fürst Mariano Hugo zu Windisch-Graetz, sowie Mitglieder des Erzhauses zieren unter anderem die Liste der Ehrenmitglieder.

„Heute versteht sich der Club des Wiener Renn-Verein als Gesellschaftsclub nach britischer Façon – ein Ort für Haltung, Eleganz und Kontinuität, der historische Substanz mit zeitgemäßer Clubkultur verbindet.“

Mag. Peter Böhler, Präsident Wiener Renn-Verein

Bereits 400 Mitglieder gleicher Wertevorstellung sind im Renn-Verein registriert, Umfang und Größe der Räumlichkeiten lassen allerdings gerne noch weiteres Wachstum zu, denn ein Club lebt von der Atmosphäre und den anderen Mitgliedern. Die Altersstruktur ist ausgewogen. Das Ziel, jüngere Mitglieder (also jünger als 50) anzuwerben, steht dabei naturgemäß genauso im Fokus wie die Authentizität der Persönlichkeit. „Unsere Mitglieder sowie deren Gäste und Familien schätzen die entspannte und einzigartige Atmosphäre“, ergänzen Böhler und Babinek.

Heute versteht sich der Club des Wiener Renn-Verein als Gesellschaftsclub nach britischer Façon – ein Ort für Haltung, Eleganz und Kontinuität, der historische Substanz mit zeitgemäßer Clubkultur verbindet.

Der Wiener Renn-Verein ist einer jener Orte, die Wien nur widerwillig preisgibt. Kein Club, der um Aufmerksamkeit wirbt, sondern einer, der sich aus seiner Tradition heraus eher über Zurückhaltung definiert: gepflegte Gespräche, Mittagessen, Kartenrunden, Musikabende. Böhler und Babinek ergänzen: „Der Club versteht sich als Rückzugsort: großzügige Räumlichkeiten, gepflegte Umgangsformen und eine

Das Palais Esterházy, ein Palais,

drei Leben

Das Gebäude, in dem der Club heute zu Hause ist, hatte mehrere Leben. Bis 1991 war es fürstlicher Besitz der Familie Esterházy; nach dem Tod von Fürst Paul (1989) wurde das Haus im Zuge der Verlassenschaftsabwicklung verkauft und ging in das Wlaschek-Portfolio über. In den 2000ern zog eine Bank als Mieterin in die prunkvollen Räume ein, modernisierte, stellte Technik hinein – und hinterließ am Ende nicht nur Spuren, sondern auch eine Herausforderung: nämlich den Umzug in das neue Palais zu bewerkstelligen und eine räumliche Symbiose aus Tradition, Geschichte

und den Bedürfnissen der heutigen Zeit zu schaffen. Dies ist gelungen! In einem Marathonakt wurde ein Wandel vollzogen. Reminiszenzen an die Büronutzung des Vormieters wurden behutsam bereinigt, das umfangreiche Mobiliar des Clubs musste übersiedelt und Luster sowie Beleuchtung mussten anhand historischer Vorgaben adaptiert werden. Eine historische Clubbar wurde gefunden, ein Snooker-Karambol-Spieltisch (ein Geschenk eines Mitglieds) aufgebaut, und nicht zuletzt wurde umfangreich in eine eigene, funktionsfähige Gastronomieküche investiert.

Die Adaptierung war allerdings keine „HochglanzRenovierung“, sondern eher ein gemeinschaftliches Unterfangen: Clubmitglieder halfen, die Familie war involviert, Geweihe einiger von Clubpräsident Böhler selbst erlegter Hirsche und Bilder wurden aufgehängt, das Mobiliar erfuhr Ergänzungen. Ein Teil stammte aus dem alten Standort, anderes wurde über das Dorotheum, aus Frankreich und Italien angeschafft. Innenarchitektin Isabel von Bechtolsheim unterstützte den Club bei der Auswahl und Anordnung des Mobiliars, der Wahl der Raumfarben und dem Gesamtkonzept.

Vom Palais Philipphof über das Pallavicini bis in die Gegenwart Dabei war es nicht der erste Ortswechsel des Clubs. Ein Bombardement in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs zog das Palais Philipphof, Sitz des Wiener Renn-Vereins unmittelbar gegenüber der Wiener Albertina, stark in Mitleidenschaft und verwüstete die Clublokalitäten. Fotografien erinnern an die ursprüngliche Opulenz der Clubräume im Philipphof, welche dem Galopprennsport und dem Haus Österreich gewidmet waren. Das Areal wurde später infolge von Brandschäden geschliffen, und man fand 1946 im Palais Pallavicini ein neues Zuhause. Alfons Marchese Pallavicini, Mitglied des Clubs, hatte nach einem Mieter für sein Palais gesucht, und man ergriff die Gelegenheit. Zugleich musste mit alliierter Hilfe auch die Rennbahn in der Freudenau wiederaufgebaut werden.

Glorreiche Jahrzehnte im Rennsport und im Haus folgten. So wurde dem Club die Ehre zuteil, unter anderem auch Staatsbankette für die Republik Österreich auszutragen. So mancher erinnert sich noch an das Catering Royal, die Vielzahl helfender Hände (60 Mitarbeiter) und den Glanz illustrer Gäste aus dem In- und Ausland. 2010 verkleinerte man sich sowohl strukturell als auch räumlich: zu klein für Veranstaltungen, zu klein für Wachstum. 2024 war dann die Entscheidung gekommen und der Club fand im Palais Esterházy sein neues Zuhause.

Der jetzige Standort bietet wieder viel Luft: über 1.100 Quadratmeter, mehrere Räume, ein großer Ballsaal, Separees, eine Bibliothek, ein Spielesalon, ein Clubsalon und der obligatorische Derby Salon –vor allem aber die Möglichkeit, Clubleben wieder wirklich stattfinden zu lassen. Präsident Mag. Peter Böhler (seit 2021 im Amt) beschreibt den Effekt nüchtern, aber klar: Als er übernahm, verzeichnete der Club rund 190 Mitglieder, heute sind es „ein bisschen über 400“, Tendenz ungebrochen steigend. Das erklärte Ziel wären 450 bis 500 Mitglieder.

Krawattenpflicht, Butler-Gefühl – und das Wien der Soft Facts

Wer die Räumlichkeiten betritt, kommt in Anzug/Jackett und Krawatte. Ebenso gilt, berufliche Interessen vor der Türe zu lassen, denn der Club sieht sich als Flucht vor dem Alltag und nicht als Networking-Gelegenheit. Für gewöhnlich kehrt man mit Freunden zum Lunch ein.

Und doch ist es kein Museum. Es ist dieser Spagat aus Denkmal, Gegenwart und Pragmatismus, der das Haus glaubwürdig macht: konservativ im Ethos, modern in der Organisation. Man hält trotzdem an traditionellen Werten fest: Ausschließlich Männer können Mitglieder werden. Böhler und Babinek verweisen jedoch auf ein historisches Unikum: Von 1932 bis 1946 waren Damen, insbesondere adlige Reiterinnen (aus dem Dressursport) als außerordentliche Mitglieder zugelassen. Heute sind Frauen als Gäste ausdrücklich willkommen und besuchen regelmäßig den Club. Man geht mit der Zeit.

Das Clubleben ist ein Modell, das man heutzutage erklären muss – und das der Club nicht mit lauter

Ideologie rechtfertigt, sondern mit dem Verweis auf sein Vorbild, den englischen Herrenclub. Hier geht es um Atmosphäre, um Umgangsformen, um Gespräche, Kultur und die Idee eines zweiten Wohnzimmers in der Wiener Innenstadt.

„Der Beruf spielt keine Rolle“, heißt es. Entscheidend sind die Soft Facts: Passt jemand in das Werte- und Umgangskorsett? Das Aufnahmekomitee, dem Präsident und Vizepräsident sowie die Mitglieder des Hauskomitees vorstehen, arbeitet klassisch: Zwei Paten braucht es, einer davon muss Komiteemitglied sein. Die Aufnahme erfolgt durch Ballotage und eine nachgelagerte Einspruchsmöglichkeit der Mitglieder. Ablehnungen kommen durchaus vor.

Die Zahlen sind transparent: Jahresbeitrag aktuell 920 Euro, einmalige Beitrittsgebühr 1.900 Euro. Es gibt Staffelungen nach Alter (unter 35 günstiger), unterschiedliche Modelle für Residents und NonResidents sowie Sonderkonditionen für temporäre Mitglieder (wie etwa Botschaftsangehörige).

DER WIENER

RENN-VEREIN

ZAHLEN & FAKTEN

GRÖSSE: 1.100 m2

MITGLIEDER: 400

GRÜNDUNGSJAHR: 1826

ERSTER PRÄSIDENT:

Fürst Alois von Liechtenstein

SITZ DES CLUBS: Palais Esterhazy

70 PARTNER CLUBS IM AUSLAND:

bspw. Madrid: Real Gran Peña, Paris: Nouveau Cercle de l’Union, Rom: Circolo degli Scacchi)

Philipp Breitenecker, Mitglied Comité

Mittagstisch, Tarock, Bridge – und ein Club, der bespielt wird

Die Nutzung ist überraschend lebendig – gerade für ein Konzept, das nicht auf Event-Overkill setzt. Mittags ist tendenziell mehr los als abends; im Schnitt kommen rund 35 Personen zum Lunch. Es gibt eine rührige Tarockrunde (Mittwoch Mittagessen, danach Spiel bis in den Nachmittag), eine neu gegründete Bridge-Runde, Besprechungen, Zeitunglesen, Arbeiten mit Wi-Fi. „Nichts los“ sei hier praktisch nie.

Von gestern auf heute

Viele Mitglieder erinnern sich noch sehr gut an die alten Zeiten und auch an die alten Gepflogenheiten, etwa das Sounsieren von der Platte bei Banketten.

An diesen Dingen wird festgehalten, zugleich auf ein gehobenes Angebot an Kulinarik und Spirituosen Wert gelegt. Ein wöchentlich wechselndes Mittagsmenü wird vom hauseigenen Personal serviert. Eine umfangreiche, anspruchsvolle Weinkarte (österreichische und französische Spitzenweine) zu sehr mo-

deraten Preisen laden zum längeren Verweilen und Austausch unter Gleichgesinnten ein. Für 39 Euro bekommt man ein Drei-Gänge-Menü und Privatsphäre in historischem Gemäuer, einen Steinwurf von Wiens goldener Einkaufsstraße entfernt. Die Weinauswahl kommt vom Weinhändler Derksen, der auf französische Tropfen spezialisiert ist. Haus-Champagner ist Pol Roger, der bereits Winston Churchills Leibgetränk war und auch heute noch im britischen Königshaus serviert wird.

Partnerclubs – mehr als 70 erste Adressen rund um den Globus

Einer der großen Mehrwerte ist die internationale Vernetzung: Mehr als 70 Einrichtungen weltweit stehen den Mitgliedern als Partnerclubs zur Verfügung: in Madrid, Paris, Rom, London oder Übersee, teils mit Übernachtungsmöglichkeiten in den Clubhäusern. Partnerclubs wie der Nuevo Club oder der Real Gran Peña in Madrid, der Circolo degli Scacchi in Rom, der Nouveau Cercle de l’Union in Paris oder der renommierte Travellers’ Club in Paris und London seien an

dieser Stelle erwähnt. Umgekehrt kommen besonders während der Ballsaison viele Partnerclub-Mitglieder nach Wien zum Lunch oder zum Dinner.

Die vielleicht spannendste Entwicklung ist die Verjüngung des Clubs. Der Präsident Peter Böhler sagt es offen: Als er übernahm, sei das Bild „lauter ältere Herren wie ich“ gewesen. Sein Ziel war eine „dramatische Verjüngung“, sonst vergreise die Geschichte. Heute kommen deutlich jüngere neue Mitglieder nach, und sie bringen wiederum Freunde mit. Auch Musiker sind dabei – und gerade diese Mischung macht den Club inhaltlich lebendig. Nicht als Business-Plattform, sondern als Ort für Austausch.

Vielleicht ist genau das die moderne Pointe an einem klassischen Herrenclub: In einer Zeit, in der jedes Detail öffentlich werden will, gewinnt der Raum, in dem

nichts nach außen dringt, wieder markant an Wert. Der Club des Wiener Renn-Verein ist damit weniger Nostalgie als Gegenwart in alter Form.

INFOBOX

Club des Wiener Renn-Verein

Wallnerstraße 4 (Palais Esterházy), TOP WA05 1010 Wien

Telefon: +43 1 5122538 rennverein@rennverein.at www.rennverein.at

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Rudolph Lobmeyr MA | MBA · Repräsentant Österreich T + 43 699 127 00 675 · rlobmeyr@karlundfaber.de

ÜBER DEN WIENER RENN-VEREIN

Eine lange Geschichte mit Stil

Der Wiener Renn-Verein ist der älteste gesellschaftliche Club Österreichs und blickt auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. Seine Wurzeln liegen im Galopprennsport, aus dem sich früh ein exklusiver Kreis von Persönlichkeiten formte, die den Club bis in die Gegenwart prägen. Heute präsentiert sich der Wiener Renn-Verein als Gesellschaftsclub nach britischer Façon, der historische Substanz mit zeitgemäßer Clubkultur verbindet. Er steht für Haltung, Eleganz und Kontinuität – und zugleich für eine lebendige, kuratierte Form des gesellschaftlichen Austauschs im 21. Jahrhundert.

Der Club versteht sich als Rückzugsort: Großzügige, feudale Räumlichkeiten, gepflegte Umgangsformen sowie eine klare Wertebasis bilden den Rahmen für Begegnungen auf Augenhöhe. Die Mitglieder finden hier kein Eventlokal, sondern ein Haus mit Charakter, das Beständigkeit, Qualität und Eleganz verkörpert. Gleichzeitig ist der Wiener Renn-Verein ein Gastgeber mit Anspruch: Kulinarik auf hohem Niveau, sorgfältig

ausgewählte Genussformate, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen sowie diskrete, professionelle Organisation prägen das Programm. Jede Veranstaltung folgt einer kuratierten Idee, klaren Rollen (Host, Inhalt, Service) sowie einer Atmosphäre, die Exzellenz ohne Lautstärke vermittelt.

Die Club-Programmatik ist vielfältig, aber keineswegs beliebig. Mitgliederinitiativen sind willkommen, werden jedoch in ein gemeinsames, transparentes Gesamtprogramm eingebettet. So entsteht ein organisches Wachstum – persönlich, verlässlich und im Einklang mit dem Selbstverständnis des Hauses.

Nach außen zeigt sich der Wiener Renn-Verein zurückhaltend sichtbar: ausgewählte Kommunikation, hochwertige Bildsprache und Inhalte, die nicht Reichweite, sondern Relevanz suchen. Der Club positioniert sich damit als moderner Private Members Club, der Tradition nicht verwaltet, sondern zeitgemäß interpretiert – als Ort für Menschen, die Stil, Substanz und Gesellschaft schätzen, und der seiner 200-jährigen Tradition treu bleibt.

DIE RAZUMOVSKYS

Eine außergewöhnliche europäische Familie, deren Passion für intellektuelles, kulturelles und gesellschaftliches Engagement bis heute gelebt wird. Der „Salon“ und das „Forum Razumovsky“ beweisen das.

Foto: Salon im Palais Rasumofsky, Gemälde von Rudolf von Alt (1812–1905), Wikipedia

Die Geschichte der Razumovskys beginnt im 18. Jahrhundert mit Alexei Grigorjewitsch, einem jungen Mann, der aus einfachen kosakischen Verhältnissen in der Ukraine stammt. Er kam als Sänger an den russischen Zarenhof und stieg durch seine ganz besondere Persönlichkeit, seine Loyalität und Nähe zu Zarin Elisabeth sehr bald gesellschaftlich auf, bekam Adelstitel, Landbesitz und politische Macht. Der Grundstein für den jahrzehntelangen Einfluss der Familie war gelegt.

Auch Alexeis Bruder Kirill kam alsbald zu Ehren und wurde Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaften. Somit entwickelten sich die Razumovskys zu einer aufgeklärten, europäischen Adelsfamilie mit starkem Interesse an Bildung, Wissenschaft und Kunst. Kirills Sohn Andrej wurde schließlich russischer Botschafter in Wien und machte die Stadt zum kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum der Familie. Er war einer der bedeutendsten Mäzene, die Wien je gesehen hatte, und unterstützte Komponisten, Musiker sowie andere Künstler. Einer davon war Ludwig van Beethoven, dessen vier „Razumovsky-Quartette“ bis heute aufgeführt werden. In Andrejs Salon im bis heute berühmten Palais Razumofsky in der Rasumofskygasse 23 im 3. Bezirk trafen sich zu jener Zeit Diplomaten und Intellektuelle aus ganz Europa. Hier „tanzte der Kongress“, wie ein bekanntes Zitat besagt. Es wurden Feste gefeiert, Bälle organisiert, Konzerte, Empfänge und politische Gespräche abgehalten.

Das 1806 im klassizistischen Stil erbaute Palais hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In der Silvesternacht 1814 wurden durch einen Brand der gesamte Gartentrakt sowie ein Großteil der wertvollen Kunstsammlung zerstört. Nur mithilfe eines Kredits des Zaren Alexander konnte das Gebäude, wenn auch in vereinfachter Form, wiederaufgebaut werden. Nach

dem Tod des Fürsten Andrei Kirillowitsch Razumovsky wechselte das Haus zuerst in die Hand der Familie Liechtenstein, später wurde es von der k. k. Geologischen Reichsanstalt genützt und schließlich im Jahr 1873 vom Staat Österreich gekauft. Erst 2004 erwarb ein Schweizer Industrieller das Palais. Er und sein Partner ließen es aufwendig renovieren und richteten eine private Kunstsammlung ein. Es gibt Gerüchte, dass das Palais mittlerweile wieder zum Verkauf steht.

In der wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit von Wien, der sogenannten Belle Époque am Beginn des 20. Jahrhunderts, ließ die Familie Razumovsky in der Jacquingasse 57 ein großes Haus zu Wohn- und Repräsentationszwecken erbauen. Hier ist bis heute der Salon Razumovsky als solcher in Funktion. Er wurde von allen vorangegangenen Generationen als Drehund Angelpunkt für Familie und Kultur genützt. Vor allem seit der Zeit nach der Russischen Revolution, dem Ende der Monarchien und schließlich auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg, durch den die Razumovskys ihre Besitzungen in Schlesien verloren, war die Jacquingasse durchgehend belebt. Etliche Generationen teilten sich die Zimmerfluchten in der Beletage und darüber und lebten im Geist der Familie weiter. Immer waren Kunstförderung, gesellschaftliches Leben und kultureller Austausch wesentliche Bausteine, auch wenn der direkte politische Einfluss im Laufe des Jahrhunderts verloren gegangen war.

SALON & FORUM RAZUMOVSKY

Eine außergewöhnliche europäische Familie, deren Passion für intellektuelles, kulturelles und gesellschaftliches Engagement bis heute gelebt wird. Der „Salon“ und das „Forum Razumovsky“ beweisen das.

Blättern Sie weiter und tauchen Sie mit uns ein in den SALON, der nur mit Einladung zugänglich ist.

SALON RAZUMOVSKY

Dialoge zur Veränderung der Welt

Foto:

Hausherrin Tatjana Razumovsky hat das „Forum Razumovsky“ vor etwas mehr als einem Jahr als „Plattform für Dialoge zur Veränderung der Welt“ aus der Taufe gehoben.

Die Salons wurden nach alten Plänen und Stichen aufwendig restauriert und zu neuem Leben erweckt.

SALON RAZUMOVSKY

Dialoge zur Veränderung der Welt

Tatjana Razumovsky ist vor ziemlich genau einem Jahr dem Ruf der Familie gefolgt, die Jacquingasse ins Heute zu holen. Wir sitzen im Clubzimmer des „Salon Razumovsky“, um die Hausherrin zu treffen. Ein gemütliches, kleines, dunkel bespanntes Zimmer, von dem aus man in die Bibliothek, das Foyer und den eigentlichen Salon blicken kann. Eine Zimmerflucht, die immer so war, deren Plafonds reich verziert sind, deren Bücherkästen mit originalen Werken bestückt sind, deren Wände mit Seidenstoffen tapeziert wurden, wo originale Parkettböden und Luster aus der Zeit Eleganz und Wärme erzeugen. Mit einer Bühne, die wie in früheren Zeiten wiederum für Auftritte, Vorträge, Konzerte und anderes genützt wird. Dann gibt es noch das holzgetäfelte Speisezimmer mitsamt einem langen Esstisch und allen notwendigen Nebenräumen, um

Veranstaltungen unterschiedlichster Größen professionell abwickeln zu können.

Die Wände sind mit Ahnenbildern bestückt. Auf einem davon ist, allen voran, Gregor Kirillowitsch Razumovsky zu sehen, der Bruder des russischen Gesandten in Wien. Er war ein bedeutender Naturwissenschaftler seiner Zeit. „Von ihm stammen wir ab“, sagt Tatjana Razumovsky. Er ist ihr Urururgroßvater und hat in Wien eine ganze Dynastie begründet. Allein sein Enkel Camillo, verheiratet mit der sehr reichen Maria Clementina Wiener von Welten, hatte fünf Kinder. Tatjana erinnert sich an einige von ihnen, allen voran an ihren Großvater Andreas, der mit seiner Frau und zwei unverheirateten Töchtern, Tatjanas Tanten, hier in der Jacquingasse lebte. Auch diese Tanten namens Olga und Mascha sowie deren Bruder Andreas, der

Der Clubraum war schon immer ein Rückzugsort für gute Gespräche und inspirierende Begegnungen. Mit seiner Möblierung im Stil der 1960er-Jahre ist es gelungen, diesem besonderen Ort eine zeitlose Eleganz und zugleich eine warme, einladende Atmosphäre zu verleihen.

Seidentapete, elegante Parketten, frisch bezogene Fauteuils und schöne Luster erzeugen Atmosphäre.

jahrzehntelang als politischer Journalist in Frankfurt tätig war, befüllten das Haus mit intellektuellem Spirit und gesellschaftlichem Engagement. Einer der Beweise für ihr mutiges Handeln sind die zahlreichen zeitgenössischen Kunstwerke, die in den Gängen und Büros der Jacquingasse hängen und die von russischen Dissidenten stammen, die von den Damen Razumovsky zeitlebens unterstützt worden waren.

Mascha, die ihr ganzes Leben als Bibliothekarin und Übersetzerin tätig war, nützte außerdem ihre Position in der Österreichischen Nationalbibliothek, um durch internationalen Schriftentausch Werke von in der Sowjetunion unterdrückten Autoren nach Österreich zu bringen. Der Schriftsteller und Bürgerrechtler Lew Kopelew ist nur einer von vielen, die zu nennen wären.

Maschas Büro hatte den augenzwinkernden Beinamen „Slawistenzimmer“ und diente häufig als Anlaufstelle für erste Kontakte von Personen, die aus politischen Gründen die Sowjetunion verlassen mussten. Nicht selten fanden sie für einige Zeit auf einem der Sofas in der Jacquingasse Zuflucht.

Das klassische „Wiener Salon“-Interieur besticht nach der Renovierung.

Tatjana Razumovsky ist nach diversen Jobs im europäischen Ausland, zunächst in der Pharmaindustrie, später bei großen Unternehmen in Sachen digitale Transformation, vor nunmehr acht Jahren nach Wien zurückgekommen. Damals führte einer ihrer Cousins die Beletage des Hauses in der Jacquingasse, und als er diese abgeben wollte – es war die Zeit der Coronapandemie –, entstand die Idee, den Salon neu aufzusetzen. „Unser Anspruch ist es, Zentraleuropa wieder auf die Weltkarte zu bringen“, erläutert Tatjana. Ein großes Ziel, das nur mit Unterstützung verschiedener Stakeholder zu schaffen ist. Eine Familieninitiative wurde gegründet, einige großzügige Familienmitglieder finanzierten die Renovierung des Hauses, und so wurde mithilfe der Architekten Jakob Rosenauer und Markus Spiegelfeld sowie der Interior-Designerin Nora Kessler Wunderschönes geschaffen beziehungsweise wiederhergestellt.

Was hier seit einigen Monaten stattfindet, kann sich sehen lassen. „Wir wollen einen Diskurs zu bestimmten Themen anstoßen“, erklärt Tatjana. „Die Schwerpunkte unserer Diskussionen liegen auf dem systemischen Wan

del, Human Leadership, Kunst, Kultur und Familie beziehungsweise Langfristigkeit. Wichtig ist uns dabei, dass die Einladungen in einem kleinen Rahmen stattfinden, damit der Dialog im Vordergrund steht. Ohne Austausch gibt es keinen Perspektivenwechsel“, so Tatjana Razumovsky, und einer ihrer Cousins, ein namhafter Unterstützer, ergänzt: „Wir hoffen, dass das Forum zu einer branchenübergreifenden Plattform wird, die darauf abzielt, nachhaltige Lösungen zu beschleunigen, indem sie unwahrscheinliche Verbündete zusammenbringt und Ideen in messbare Maßnahmen umsetzt.“

So werden also von der Hausherrin und ihrem Advisory Board interessierte wie interessante Persönlichkeiten zu Gesprächen, Vorträgen und Diskussionsrunden eingeladen. Themen, die zentraleuropäische Relevanz haben, wie beispielsweise „Healthy Soils for the next Generations“, also nachhaltig gesunde Böden für die kommenden Generationen, oder „Depopulation of Europe“, der Bevölkerungsrückgang in Europa, der à la longue zu Problemen am Arbeitsmarkt führen wird. Gleichermaßen spannend waren ein Diskussionsabend mit einem namhaften Kommunikationswissenschaftler zum Thema „Die Kunst des Miteinander-Redens“ oder die Reihe „Musik & Dialog“. Hier treten förderungswürdige Talente wie auch Autoren, Philosophen oder Wissenschaftler auf, die über gesellschaftsrelevante Themen sprechen.

artige Gelegenheit, verschiedene Akteure zu vernetzen und Synergien zu schaffen, die es ermöglichen, konkrete und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.“

Dementsprechend hat sich Tatjana Razumovsky bereits ein Netzwerk geschaffen, das sich bewährt. Zweimal pro Monat finden diese Round Tables in kleinem Kreise statt, zusätzlich treten Experten zu Vorträgen auf. Es gibt außerdem Lesungen, Buchbesprechungen, Konzerte und vieles mehr. Die Gegenfinanzierung passiert durch Vermietungen. Private Feste und Empfänge oder Firmenevents, Meetings, Off-Sites oder Ähnliches haben bereits stattgefunden. Die professionellen Rahmenbedingungen sind vorhanden und werden auch genützt.

„Wir als Familie haben das große Interesse, unsere Familienwerte zu leben und weiterzugeben“, sagt Tatjana Razumovsky. „Wenn unsere Gäste hier hereinkommen, spüren sie die 150 Jahre alte Geschichte, die die Räume verkörpern. Die Besucher erleben hier einen Ort der Begegnung für Leute, die etwas verändern wollen, die an die Zukunft denken und die, so wie wir, etwas an die Gesellschaft zurückgeben wollen.“ In diesem Sinne steht der Untertitel des „Forum Razumovsky“, den die Hausherrin der Plattform aufgesetzt hat –„Conversation for Impact“ – als Motto für das Haus in der Jacquingasse. Jetzt und hoffentlich auch noch viele weitere Generationen lang.

Zu allen diesen enorm großen Fragestellungen unserer Zeit lädt Tatjana generationenübergreifend Betroffene und Handelnde, Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Politik sowie Menschen aus diversen Interessensgebieten und Branchen ein. „Wir wollen kein elitärer Club sein, sondern Menschen einladen, die etwas bewegen möchten“, betont sie, und ihr Cousin ergänzt: „Das Forum Razumovsky bietet eine einzig-

Text: Clara Veith INFOBOX

Salon Razumovsky & Forum Razumovsky Jacquingasse 57/1/1a 1030 Wien www.salon-razumovsky.com www.forum-razumovsky.com

GERY KESZLER – ZWISCHEN GLAMOUR UND ENGAGEMENT

Die Salzburger „ALL SENSES GALA“ als Fest der Sinne und des Lebens

Mit seinem Gespür für spektakuläre Inszenierungen, multimediale Konzepte und unvergessliche Momente schafft Gery Keszler Events, die nicht nur verzaubern, sondern auch Wirkung zeigen: Sie mobilisieren Spenden, schaffen Bewusstsein und bringen Menschen zusammen.

2026 findet erstmals die „ALL SENSES GALA“ in der Salzburger Residenz im DomQuartier statt – geplant und konzipiert von Gery Keszler, dem österreichischen Eventpionier und Gründer des legendären LIFE BALL. Für Keszler eine weitere Möglichkeit, Hilfe mit Hoffnung und Lebensfreude zu verbinden, Vorurteile abzubauen und das Thema HIV/AIDS ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

DIE LEGENDE: DER LIFE BALL IN WIEN

Die AIDS-Krise der 1980erund 1990er-Jahre prägte den damaligen Top-Visagisten nachhaltig. 1992 gründete Gery Keszler gemeinsam mit dem Arzt Dr. Torgom Petrosian den Verein AIDS LIFE (heute LIFE+), um Bewusstsein zu schaffen und dringend benötigte Unterstützung zu mobilisieren. 1993 fand im Wiener Rathaus der erste LIFE BALL statt –bewusst in einem politischen Gebäude und als starkes Zeichen der Solidarität. Für Petrosian war es der erste und zugleich letzte Ball: Er verstarb kurz darauf an den Folgen seiner Erkrankung. Der LIFE BALL entwickelte sich rasch zu einem internationalen Phänomen und zählte zu den größten Charity-Events weltweit.

Auch nach dem Ende des LIFE BALL blieb Keszler weiterhin aktiv: Er initiierte unter anderem das multimediale Charity-Projekt „Austria for Life“ (2021 vor dem Stephansdom, 2023 im Ehrenhof von Schloss Schönbrunn), das Spenden für soziale Anliegen in der Corona-Krise mobilisierte. Für sein Engagement erhielt Keszler zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien (2006) sowie das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2008).

„Geschichte ist bis heute meine wichtigste Inspirationsquelle –wer die Vergangenheit nicht kennt, kann Gegenwart und Zukunft nicht gestalten.“
Gery Keszler

Seine Freizeit allerdings verbringt Keszler bewusst abseits des Society-Parketts – auf Kulturreisen und in seinem Refugium im Südburgenland. Dort findet er, umgeben von zahlreichen Tieren, die ersehnte Ruhe in der Natur. Gelegentlich wird das ländliche Idyll jedoch zur Bühne besonderer Begegnungen: So lud er nach „Austria for Life“ als Dankeschön zu einer RokokoNacht – ein Fest, das selbst Kardinal Christoph Schönborn begeisterte.

INSPIRATION FOR LIFE:

ALL SENSES GALA SALZBURG

Sein Zauber speiste sich auch aus dem Zeitgeist: Stars aus Mode, Kunst und öffentlichem Leben feierten ebenso ausgelassen wie die extravagant gekleideten Gäste aus aller Welt – vereint im Einsatz für den guten Zweck. In 26 Jahren wurden rund 30 Millionen Euro für die HIVPrävention, -Aufklärung und -Versorgung gesammelt.

Mit der amfAR Gala Salzburg eröffnete Keszler am 24. August 2025 ein weiteres Kapitel seines Engagements: Erstmals in Österreich – und zur Zeit der Salzburger Festspiele – wurde Fundraising mit künstlerischen Höhepunkten verbunden. Der Erfolg, ebenso wie das erneute Aufflammen der AIDS-Pandemie, bestärkten ihn in seinem Entschluss, auch künftig in Salzburg zu veranstalten. Mit 2026 öffnet sich sein Verein nun für weitere Partnerschaften, um HIV/AIDS-Hilfsprojekte –ähnlich wie einst beim LIFE BALL – in unterschiedlichen Regionen der Welt gezielt zu unterstützen. Unter eigener Markenführung und dem Claim „Inspiration for Life“ entsteht ein vielschichtiges Gesamterlebnis, das Hochkultur, Haute Cuisine, Avantgarde und Statement in einer durchkomponierten Inszenierung verbindet.

Die Premiere der „ALL SENSES GALA“ findet am 13. August 2026 in der Salzburger Residenz im DomQuartier statt – als atmosphärisch dichte Erlebniswelt, die alle Sinne anspricht.

„Mit Schloss Leopoldskron verbinde ich viele Erinnerungen. Max Reinhardt machte es ab 1918 zu einem Spielraum seiner Festspiel-Idee: Kultur im Dialog mit Natur, Architektur und Publikum. Dieser Gedanke prägt auch die ALL SENSES GALA“, so Gery Keszler über seinen Kraftort in Salzburg.

Dazu entführt uns Keszler ins Barock während des 30-jährigen Krieges – in eine Zeit, die unserer Gegenwart überraschend verwandt ist: Damals bestand die Antwort auf Unsicherheit und Zerstörung in der demonstrativen Inszenierung von Stabilität, Ordnung und Struktur. Heute stehen wir an einem ähnlichen Punkt: Die Sehnsucht nach Sinn und Sicherheit ist stärker denn je. Die „ALL SENSES GALA“ öffnet also ein Fenster ins Jahr 1628 – zur Weihe des Salzburger Doms. Domarchitekt Santino Solari sollte im Auftrag von Fürsterzbischof Paris Lodron ein barockes Fest von monumentaler Pracht ausrichten. Im Zentrum seiner Inszenierung standen die sieben Tugenden wie Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Hoffnung. Ihnen traten die Todsünden als Gegenspieler gegenüber, archetypische Laster, die nichts an Aktualität verloren haben. Mehr will Keszler noch nicht verraten. Doch wer ihn kennt, weiß: Es wird kein bloßes Historienbild.

Text: Eva von Schilgen

„Salzburg ist eine barocke Bühne. Domtürme, Kollegienkirche, Fassaden –alles Ausdruck geistlicher Macht und mediterraner Einflüsse nördlich der Alpen. Dazu Mönchsberg und Kapuzinerberg als natürliche Proszenien vor der Alpenkulisse. Dieses Zusammenspiel aus Architektur und Landschaft macht die unverwechselbare Silhouette der Stadt aus.“

(Gery Keszler über Salzburg als Veranstaltungsort der „ALL SENSES GALA“)

INFOBOX

ALL SENSES GALA SALZBURG Infos, Termine und Tickets unter: www.allsensesgala.org

amfAR Gala 2025 in der Salzburger Residenz
Foto: © Franz Neumayr

OSTERN IN SALZBURG!

Lilly’s Art präsentiert auf der Salzburg International Fine Art Fair erlesene Kostbarkeiten von der Gotik bis zur Gegenwart.

Tiroler Jahreszeitenschrank Zillertal, um 1800, 183 x 137 x 60 cm

Zwergenfrau in der Art des Jacques Callot Salzburg, 18. Jahrhundert, Kalksandstein, Höhe 81 cm

SIFAF – Salzburg International Fine Art Fair 28. März bis 6. April 2026 Waagplatz 2, Haus Koller – Döllererstube

GOLFGENUSS MIT ALPENPANORAMA

In Kitzbühel wird Golf zum ganzheitlichen Erlebnis: Vier abwechslungsreiche Plätze, eingebettet in die beeindruckende Bergwelt der Kitzbüheler Alpen, verbinden sportliche Herausforderungen mit exklusiver Tiroler Gastfreundschaft und kurzen Wegen zwischen Stadt, Natur und Fairways.

Der 18-Loch-Golfplatz Kitzbühel-Schwarzsee-Reith begeistert mit abwechslungsreichem Terrain und eindrucksvollen Ausblicken auf die umliegenden Gipfel. Der Golfplatz Eichenheim fasziniert mit markanten Felsformationen, dichten Wäldern und sportlich anspruchsvollen Bahnen. Der traditionsreiche 9-Loch-Golfplatz Kitzbühel Kaps überzeugt durch seine sonnige Lage und zwei spektakuläre Inselgrüns, während der Golfplatz Red Bull Golf am Rasmushof direkt im Zielgelände der legendären Streif für einzigartige Abschläge und Perspektiven sorgt.

Ein besonderes Highlight setzen 2026 die Austrian Alpine Open: Von 28. bis 31. Mai 2026 gastiert die DP World Tour am Golfplatz Kitzbühel-Schwarzsee-Reith. Mit dabei ist auch Österreichs Topgolfer Sepp Straka. Das internationale Golfevent unterstreicht einmal mehr Kitzbühels Ruf als legendärste Sportstadt der Alpen.

KITZBÜHELER ALPENRALLYE –10. BIS 13. JUNI 2026

Von 10. bis 13. Juni 2026 wird Kitzbühel erneut zum Treffpunkt für Liebhaber:innen klassischer Automobile. Die Kitzbüheler Alpenrallye bringt internationale Eleganz und sportlichen Fahrgeist in die „Sporthauptstadt der Alpen“.

Auf rund 600 Kilometern führen malerische Pass- und Bergstraßen durch die eindrucksvolle Alpenlandschaft. Am Start stehen Automobil-Raritäten aus den Vorund Nachkriegszeiten – ein rollendes Museum vor einer spektakulären Bergkulisse.

Buchen Sie jetzt Ihren Aufenthalt unter: booking.kitzbuehel.com

DAS FUNKHAUS IN WIEN

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DIE ARCHITEKTEN –

Text: Eva von Schilgen

Es gilt als Meisterwerk moderner Architektur, war einst Symbol politischer Macht und Ort kultureller und technischer Innovation. Jahrzehntelang prägte es die österreichische Radiolandschaft, unter anderem mit Ö1, FM4 und dem Radio-Symphonieorchester. Heute verbindet das Funkhaus historische Identität mit zeitgenössischer Kultur und kreativem urbanem Leben. Derzeit entstehen dort 57 Eigentumswohnungen, davon 22 im historischen Bestand und 35 in einem neuen Holz-Hybridbau.

Der Bau erfolgte zwischen 1935 und 1939 im Auftrag der staatlichen RAVAG, der Vorgängerin des ORF. Clemens Holzmeister war für die städtebauliche Einbindung, die Fassadengestaltung und die räumliche Gesamtwirkung verantwortlich. Heinrich Schmid und Hermann Aichinger planten und realisierten die Studios und technischen Räume, wobei sie die hohen funktionalen Anforderungen des Rundfunks mit der architektonischen Vision Holzmeisters in Einklang brachten. Für die Innenausstattung war Martha Reitstätter zuständig, die erste Frau, die ihr Architekturstudium an der Akademie der bildenden Künste Wien abschloss.

Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde das Funkhaus Wien vom Nazi-Regime für Propagandasendungen während des Zweiten Weltkriegs requiriert. Unter der Besatzung der Alliierten diente es als Hauptsitz des neu gegründeten ORF. Technische Modernisierungen und Erweiterungen in den folgenden Jahrzehnten unterstützten sowohl die Radio- als auch die aufkommende Fernsehproduktion und festigten den Ruf des Funkhauses Wien als Medienzentrum. Bis 2016 blieb es in Betrieb, ehe der ORF viele Funktionen in andere Standorte verlegte und das Gebäude für Umbaupläne freigegeben wurde.

„Da der Rundfunk alle Arten phonischer Kunst pflegt, sind Rundfunkhäuser eigentlich

Mischdinge zwischen einem Konzerthaus, einem Schauspielhaus, einem Volksbildungshaus und einem technischen Betrieb. Dabei ist es aber nicht möglich, ein Rundfunkhaus einfach als räumliche Kombination dieser Elemente zu gestalten.“

Kommentierte Auszüge aus der Zeitschrift „profil –Österreichische Monatsschrift für bildende Kunst“, Ausgabe „Das neue Funkhaus“, August 1935

CLEMENS HOLZMEISTER (1886–1983)

Die Monumentalarchitektur

Der in Fulpmes/Tirol geborene Clemens Holzmeister zählt zu den bedeutendsten Architekten Österreichs im 20. Jahrhundert. Als Student an der Wiener Technischen Hochschule bewundert er die Arbeiten von Otto Wagner und Josef Hoffmann und besucht Ausstellungen von Gustav Klimt. Sein Lehrer, der Architekt Max von Ferstel, verschafft ihm 1913 eine Lehrstelle an der Technischen Hochschule. Auf sein erstes Projekt, den Bau einer Volksschule in Marbach an der Donau, folgen die Doktorarbeit über das Zisterzienserstift Stams in Tirol und die Promotion. Schließlich erhält er drei erste Preise bei Architekturwettbewerben, darunter für Bahnhöfe in Linz, Innsbruck und Graz. Erste Bauten in Tirol und Vorarlberg entstehen, einige zusammen mit seinem Jugendfreund, dem Schauspieler, Schriftsteller und Bergsteiger Luis Trenker, von Beruf ebenfalls Architekt, mit dem er einige Jahre in Bozen ein gemeinsames Büro betreibt.

1921 gewinnt Holzmeister den dritten Preis im Wettbewerb für das Krematorium auf dem Wiener Zentralfriedhof. Dieser Bau macht ihn schlagartig bekannt und führt 1924 zu seiner Professur für Architektur an der Wiener Akademie der bildenden Künste. Im

selben Jahr erhält er von der Gemeinde Wien den Auftrag zur Errichtung eines Wohnblocks für rund 350 Wohnungen in der Linzer Straße und projektiert mit der Pfarrkirche St. Judas Thaddäus in der Krim im 19. Wiener Gemeindebezirk gleichzeitig seinen ersten Kirchenbau.

Als Anfang der 1920er-Jahre das junge kemalistische Regime in der Türkei die Errichtung der neuen Hauptstadt Ankara plant, sollte diese zum Ausdruck der Modernisierung der türkischen Gesellschaft werden. Um 1927 wird Holzmeister in die Türkei eingeladen, und er ist bis Mitte der 1930er-Jahre mit dem Ausbau des Regierungsviertels befasst. Seine Arbeiten entsprechen den Vorstellungen des Regimes so exakt, dass Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der Republik Türkei, sich von ihm sein eigenes Palais einschließlich der Inneneinrichtung (1930/31) planen lässt.

Ende der Zwanzigerjahre beginnt Holzmeisters künstlerische Arbeit in Salzburg mit dem Auftrag von Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl, das von Eduard Hutter provisorisch errichtete Festspielhaus umzugestalten bzw. zu vollenden. Für die Salzburger Festspiele

Foto:
Clemens Holzmeister, 1926
Parlament ANKARA

entwirft er 1930 das Bühnenbild zur Oper „Fidelio“. Ein großer Erfolg wird 1933 die sogenannte „Fauststadt“ in der Felsenreitschule für Max Reinhardts legendäre Faust-Inszenierung, eine Simultanbühne, die sämtliche Schauplätze des Dramas vereinte. 1936 folgt der zweite Umbau des Salzburger Festspielhauses, bei dem es Holzmeister trotz einschneidender Änderungen gelingt, den Charakter der ehemaligen Reitschule zu erhalten.

Fast zeitgleich ist Holzmeister Leiter der Meisterklasse an der Düsseldorfer Akademie und mit denkmalpflegerischen Erneuerungsarbeiten wie dem Umbau und der Erneuerung der Hedwigskirche in Berlin zur Bischofskirche beauftragt. 1932 wird er Präsident der Zentralvereinigung der Architekten und des neuen Österreichischen Werkbundes, 1934 erhält er das Österreichische Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft.

Während der Zeit des autoritären Ständestaates in Österreich ist er von 1934 bis 1938 Mitglied des Staatsrates, eines vorbereitenden Organs der Bundesgesetzgebung. 1934/1935 ist er Staatsrat für Kunst der Wiener Bürgerschaft, das Ersatzgremium für den im Zuge der Ausschaltung des demokratischen Staatswesens aufgelösten Wiener Gemeinderates.

Im Zuge der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wird er 1938 zwangspensioniert und aus der Wiener Akademie entlassen, seine Schriften werden beschlagnahmt. Holzmeister emigriert in die Türkei, wo er bis 1954 als Regierungsarchitekt arbeitet. Unter anderem plant er das türkische Parlamentsgebäude in Ankara, das Verteidigungsministerium und auch das Innenministerium, was zu einer Professur an der

Technischen Hochschule Istanbul von 1940 bis 1949 führt. Nach dem Krieg kehrt Holzmeister zeitweise nach Österreich zurück und übernimmt ab 1950 wieder seine alte Meisterschule an der Akademie der bildenden Künste in Wien, die er bis 1957 leitet. Neben zahlreichen Aufträgen für die Wiener Staatsoper wird er 1955 mit dem Bühnenbild der Eröffnungsvorstellung der Oper „Fidelio“ betraut. Trotz Teilnahme an vielen Wettbewerben kann der Architekt jedoch an seine früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen.

Erfolgreicher ist Clemens Holzmeister im Westen Österreichs: Neben dem Umbau der beiden Linzer Theater realisiert er in Tirol und Vorarlberg eine Reihe von Kirchenbauten. In Salzburg entwirft er 1954 eine „Don Giovanni Stadt“ in der Felsenreitschule für Mozarts Oper „Don Giovanni“. Und in seinem Geburtsort wird bis heute in der Pfarrkirche zur Osterzeit ein „Heiliges Grab“ ausgestellt, das Holzmeister 1954 in den Bühnenwerkstätten der Salzburger Festspiele herstellen ließ. Höhepunkt seiner Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen ist 1960 der Bau des „Großen Festspielhauses“.

Infolge seiner immensen Schaffenskraft und seiner rund sechs Jahrzehnte währenden Tätigkeit hinterließ Holzmeister ein großes architektonisches Erbe von fast 700 Objekten. Er wurde mehrfach hoch ausgezeichnet und geehrt. Holzmeister starb 1983, sein Grab befindet sich am Petersfriedhof in Salzburg.

„Die Musik-Studios: Das östlichste Einzelprojekt enthält allein den großen Aufnahmesaal für Symphoniekonzerte, Opern und Operettenaufführungen sowie seine Nebenräume. Der Saal ist akustisch für rund 100 Mitwirkende dimensioniert und kann gelegentlich auch bis zu 400 Zuhörer aufnehmen. Die Schallisolierung ist bei dieser Gruppe durch gesonderte Fundierung der Räume und durch zwei Korridore erreicht. Die akustische Innenausstattung der Räume ist aufgrund der für den Rundfunk modifizierten Watson’schen Kurven für die günstigste Nachhalldauer von Konzertsälen ermittelt. Die zur Erreichung der erwünschten Nachhallzeiten notwendigen Dämpfungseinheiten werden im großen Saal nahezu ausschließlich durch das Publikum beziehungsweise bei leerem Saal durch die gepolsterten Sitzgelegenheiten erzielt.“

(aus einem Artikel auf oe1.ORF.at)

HEINRICH SCHMID (1885–1949) & HERMANN AICHINGER (1885–1962)

Die Funktionalität

Die Architekten Heinrich Schmid und Hermann Aichinger, ehemalige Studenten des österreichischen Pioniers der modernen Architektur, Otto Wagner, waren zuständig für die funktionalen Strukturen des Funkhauses wie Büros, Studios, technische Räume oder die akustische Organisation. Mit ihrem 1912 gegründeten Architekturbüro hatten sie sich auf größere Projekte im Roten Wien konzentriert. Sie bauten unter anderem das HanuschKrankenhaus, das Österreichische Verkehrsbüro und Gemeindebauten wie den Rabenhof (1925–1928), eine Wohnanlage in Wien Landstraße auf 50.000 m2 mit zahlreichen Innenhöfen sowie 1.097 Wohnungen und 38 Geschäftslokalen.

Ein Rundfunkgebäude benötigte hoch spezialisierte technische Räume, also wurden die Studios und ihr Verhältnis zu Arbeitsumfeld und Repräsentation gezielt auf Zweckmäßigkeit und vielfältige Nutzungs-

anforderungen abgestimmt, um flexible Nutzungsmöglichkeiten für Theater, kleine Musikensembles oder große Orchester zu gewährleisten.

Die Innenaufteilung war durchdacht: Doppelt isolierte Wände, trapezförmige Räume zur Optimierung der Akustik sowie variable Dämpfungseinheiten und die Echokammern waren Meisterwerke vordigitaler Akustik. Integrierte Übertragungsgeräte und zentrale Steuerungen machten das Funkhaus Wien zum technologischen Vorreiter.

Während der Jahre 1938–1945 setzten die beiden Architekten ihre Tätigkeit unter schwierigen Rahmenbedingungen fort. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges engagierten sie sich weiterhin im Bereich öffentlicher Bauten. Aichinger widmete sich zudem der Planung von Wohnanlagen, während Schmid vor allem im öffentlichen Sektor aktiv blieb.

MARTHA REITSTÄTTER (1912–2001)

Die Ästhetik

Die in Innsbruck geborene Architektin Martha Reitstätter begann ihre berufliche Karriere bei Clemens Holzmeister, der sie mit der Gestaltung der Innenausstattung des Funkhauses beauftragte. Mit ihrem zeitlos eleganten Design machte Reitstätter das Funkhaus zu einem herausragenden Beispiel österreichischer Innenarchitektur. Dabei verband sie Funktionalität und Ästhetik und schuf Räume, die sowohl repräsentativ als auch praktisch nutzbar waren. Jeder Raum wurde in Bezug auf Licht, Materialität und Proportionen geplant. Materialien wie Stein, Holz und schallschluckende Oberflächen sowie die bis heute gerühmten bequemen Lederfauteuils wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt.

Im Zuge der Umbauten von 1979–1983 und 1996–1997 wurde die ursprüngliche Innenraumgestaltung allerdings erheblich verändert.

Nach dem Krieg plante Martha Reitstätter Siedlungen sowie öffentliche und sakrale Bauten im Wiener Be-

cken und im Burgenland, wo sie in den 1950er-Jahren das Baugeschehen wesentlich mitprägte. Ein wichtiger Bestandteil ihres Œuvres wurden Sakralbauten wie Kirchen, Pfarren, Kapellen sowie Denkmäler. 1963 kauften sie und ihr Mann Leo Nikolaus Bolldorf von Grazigna das renovierungsbedürftige Renaissanceschloss Kobersdorf, das einst der Familie Esterházy gehörte. Martha Reitstätter starb 2001 in Eisenstadt.

Die RHOMBERG GRUPPE und BWM DESIGNERS & ARCHITECTS

Vom Gestern zum Heute

„Wir haben uns dem Projekt angenähert, indem wir uns intensiv mit der ursprünglichen Entstehungsgeschichte beschäftigt haben.“
Markus Kaplan, BWM

Im Juni 2016 erwarb die Rhomberg Bau Gruppe die Liegenschaft. Der ORF behielt jedoch bestimmte Gebäudeteile wie den „Peichl-Trakt“ und ausgewählte Sendesäle in seinem Besitz.

Geplant ist, die historische Identität des Ensembles mit modernem Wohnen und kulturellen Nutzungen zu verbinden. Der ursprüngliche „Funkhaus-Spirit“ soll als Teil eines lebendigen urbanen Mixes aus Kultur, Gastronomie und Alltag erhalten bleiben.

Das Architektur- und Planungskonzept stammt vom Wiener Architekturbüro BWM Designers & Architects, einem mehrfach ausgezeichneten, europaweit tätigen

Architekturbüro mit Sitz in Wien, das 2004 gegründet wurde und heute von einem rund 70-köpfigen, multinationalen Team in den Bereichen Architektur, Interior Design, Narrative Design und Hospitality arbeitet. Das Büro legt großen Wert auf kooperative Entwicklungsprozesse und Denkmalschutz sowie auf innovative Projekte wie die Umgestaltung des The Hoxton Vienna, die Transformation von Bestandsbauten oder die Planung des Österreich-Pavillons für die Expo 2025 in Osaka.

Der Verkauf der Wohnungen erfolgt provisionsfrei durch Elisabeth Rohr Real Estate gemeinsam mit der Firma Rhomberg.

Inwiefern wird der historische Charakter des Gebäudes den Wohnalltag beeinflussen – etwa in puncto Raumgefühl, Gestaltung oder Individualität der Wohnungen?

Das Funkhaus war zur Zeit seiner Errichtung in den 1930er-Jahren „State of the Art“ –damals als Medienzentrum. Genau das wird es 100 Jahre später in seiner neuen Funktion als Wohnprojekt wieder sein: „State of the Art“, immer noch mit unverwechselbarer Identität und in modernster Form.

Welche Zielgruppe sehen Sie als ideale Bewohner für das Funkhaus – Familien, Paare, Singles, Künstler oder Investoren?

Das Funkhaus spricht Menschen an, die urban denken und nachhaltig leben möchten – von Familien bis hin zu Kunst- und Kulturliebhabern. Geschätzt wird das Zusammenspiel aus Architektur, Kultur und Grünraum ebenso wie die zentrale Lage des Funkhausviertels mit zahlreichen Kulturstätten in unmittelbarer Umgebung. Die erste Fahrradstraße Wiens direkt vor der Tür und ein zukunftsweisendes Energiekonzept machen das Funkhaus besonders attraktiv für eine generationenübergreifende, bewusste Community, die mitten im Geschehen wohnen möchte – und dabei keine Kompromisse bei der Qualität eingeht.

Welche langfristigen Entwicklungen oder Visionen sehen Sie für das Funkhaus – als Wohnort, Kulturort und Teil des Wiener Stadtlebens?

Ich sehe das Funkhausviertel als neuen Taktgeber im Zentrum der Stadt: ein lebendiger Ort zum Wohnen, der Wiens kulturelles Erbe in die Zukunft trägt. In Kürze wird das Projekt noch um einen maßgeblichen Teil erweitert, über den hier allerdings noch nichts verraten wird ... Bleiben Sie dran!

Elisabeth Rohr im Interview
Foto: © Katharina Chavanne

MEDIZINISCHE ÄSTHETIK

Wenn Dermatologie und Schönheit Hand in Hand gehen

Schöne, gesunde Haut gilt seit jeher als Ausdruck von Vitalität und gepflegtem Lebensstil. Doch moderne Beauty-Behandlungen gehen heute weit über die klassische Kosmetik hinaus. In der ästhetischen Dermatologie verbindet sich medizinische Kompetenz mit innovativer Technologie – für natürliche Ergebnisse und maximale Sicherheit. Das Besondere und Entscheidende dabei: Die Behandlungen werden interdisziplinär von einem Facharzt für Dermatologie und einer medizinischen Kosmetikerin durchgeführt.

Wahre Schönheit ist kein Zufall, sondern eine Frage der richtigen Entscheidung – und vor allem des richtigen Zeitpunktes. Wer früh beginnt, in die Gesundheit und Qualität seiner Haut zu investieren, spart sich oft aufwendigere Eingriffe in späteren Jahren. Denn gezielte, sanfte Behandlungen im richtigen Moment erhalten, was bereits da ist, und lassen uns bis ins hohe Alter frisch, gepflegt und natürlich strahlend wirken.

Moderne Laserbehandlungen setzen genau hier an: Sie regen die hauteigene Regeneration an, verfeinern das

Hautbild und gleichen erste Pigmentveränderungen oder feine Linien aus, bevor sie sich vertiefen. Das Resultat ist kein sichtbarer Eingriff, sondern eine subtile Optimierung – ganz im Sinne eines anspruchsvollen Lifestyles.

Auch mimisch bedingte Falten wie Zornesfalten, Stirnfalten oder Krähenfüße lassen sich frühzeitig und gezielt mit Botulinumtoxin Typ A behandeln. Hochreine Präparate sorgen für maximale Verträglichkeit. Das Ziel ist dabei stets eine sanfte, natürlich wirkende Glättung, ohne den persönlichen Ausdruck zu verändern. Denn moderne Ästhetik möchte nicht verwandeln, sondern bewahren.

„Ästhetische Dermatologie bedeutet nicht nur Verschönerung, sondern medizinisch fundierte Hautgesundheit.“

Als effektive Ergänzung gilt das Medical Microneedling. Durch kontrollierte Mikroverletzungen wird die Produktion von Kollagen und Elastin stimuliert – also jener Fasern, die unserer Haut Spannkraft und Elastizität verleihen. Die Haut erscheint fester, die Poren verfeinern sich, kleine Linien gleichen sich aus. Auch Narben oder Dehnungsstreifen können sichtbar verbessert werden. Der Effekt entwickelt sich schrittweise und wirkt nachhaltig über Monate hinweg.

Ästhetische Dermatologie ist damit weit mehr als ein Trend. Sie ist Ausdruck eines bewussten Lebensstils –einer Haltung, die auf Prävention, Qualität und Natür-

lichkeit setzt. Wer bereits früh in seine Haut investiert, entscheidet sich nicht nur für Schönheit im Moment, sondern für Strahlkraft mit Perspektive.

Wer die Chance hat, sich von einem Dermatologen ausführlich beraten zu lassen, sollte diese unbedingt ergreifen – denn echtes Strahlen beginnt mit der richtigen Expertise.

Unser Fazit: Der Glow ist garantiert.

INFOBOX

Dr. Clemens Frisee

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

Wahl- und Privatarzt

Mst.in Denise Poteschil Hietzinger Hauptstraße 116/4 (Eingang: Preindlgasse 12, Eckhaus) 1130 Wien

Tel.: 0664 1007934

info@medicalskinspa.at www.medicalskinspa.at

DI Benedikt Stimpfl-Abele, der Erfinder von HANEHUS

DAS HUHN IST DER NEUE HUND

Hanehus – vom Fruststall zur Designmarke

Manchmal beginnt eine Unternehmensgeschichte nicht im hippen CoWorking-Space, sondern zwischen Mais-Einstreu und Mehlwürmern. Und manchmal ist der Auslöser keine Marktanalyse, sondern pure Frustration über einen miesen Hühnerstall.

Wir waren zu Besuch bei DI Benedikt Stimpfl-Abele in Klosterneuburg bei Wien, dort, wo aus einer Väterkarenz, ein paar Zwergseidenhühnern und sehr viel Tüftelei eine Marke entstand, die jetzt dabei ist, Österreichs Gärten neu zu denken: Hanehus – dänisch für „Hahnenhaus“. Klingt hyggelig. Ist es auch. Aber mit ordentlich Substanz.

Was als Eigenbau im Garten begann, ist heute ein durchdachtes, modulares Stecksystem für Hühnerställe und Vogelhäuser – werkzeugfrei, magnetisch, mit Holzdübeln verbunden und überraschend designaffin. Und ja: Ein bisschen Mission ist auch dabei. Wir haben nachgefragt.

„Ich wollte keinen 5.000-Euro-Stall –

also vom Restholz zum Vogelhaus.“

Schlossseiten Magazin: Benedikt, wie kommt man denn in Klosterneuburg auf die Idee, Hühnerställe zu entwickeln?

Benedikt Stimpfl-Abele: Das Ganze begann 2015 in der Väterkarenz. Ich war mit meiner Tochter viel im Garten und habe damals den Garten eigentlich neu entdeckt. Irgendwann stand die Frage im Raum: Haustiere? Inspiriert vom Nachbarn, wurden es Hühner. Der erste Stall war hübsch, aber qualitativ ein Reinfall: Dach undicht, Material schwach, Montage mühsam. Der zweite hielt genau ein Jahr. Da wurde mir klar: Das muss besser gehen! Ich habe begonnen zu zeichnen –mit Bleistift – und ging damit zu Tischlern, aber unter 5.000 Euro wollte mir das niemand bauen. Also habe ich selbst damit begonnen, Prototyp eins, zwei und drei zu bauen. Und irgendwann war klar: Das bleibt nicht nur für mich. Daraus wurde schließlich Hanehus

Schlossseiten: Was unterscheidet deinen Stall von anderen?

Benedikt: Ganz ehrlich? Das System. Alles wird ohne Werkzeug aufgebaut, mit Magnet- und Dübelsteckverbindungen. In fünf Minuten steht der Stall, ebenso schnell ist er wieder zerlegt – wichtig für die Reinigung und Wartung. Und außerdem sieht er einfach mega aus und kommt so richtig gut an.

Schlossseiten: Du sagst, das Huhn sei „der neue Hund“ – eine steile These, besonders hier im Speckgürtel von Wien.

Benedikt (lacht): Aber eine wahre. Hühner sind wahnsinnig entspannend. Dieses leise Gegacker, das Scharren, das Sandbaden – alles hat beinahe meditative Qualität. Sie sind zutraulich, man kann sie streicheln, beobachten, mit ihnen interagieren.

Ganz ehrlich: Wer einmal mit einer Tasse Kaffee neben den Hühnern im Garten gesessen ist, weiß, was ich meine. Und sie sind pflegeleicht. Selbst in der Urlaubszeit gilt: Wenn man das Setup gut plant, reicht es, wenn der Nachbar alle paar Tage nach dem Rechten schaut. Die automatische Tür öffnet und schließt selbstständig.

Modular bedeutet: Fenster links, rechts, übereinander, über Kreuz – der Kunde kann nach Belieben gestalten. Das gibt’s so nicht am Markt. Entweder bekommt man Billigware unter 1.000 Euro oder Luxusmodelle jenseits der 7.000 Euro. Wir liegen preislich dazwischen, allerdings qualitativ ganz vorn.

Schlossseiten: Und das Thema Isolierung? Viele Anbieter werben damit.

Benedikt: Ich verstehe das bis heute nicht. Ein Hühnerstall muss vor allem trocken sein, nicht warm. Hühner benötigen keine Heizung. Wenn du isolierst, aber natürlich trotzdem lüftest – denn das musst du –, bringt dir das vielleicht ein Grad. Viel wichtiger sind Luftzirkulation, aber ohne Zugluft, und Schutz vor Feuchtigkeit. Und natürlich muss der Stall marder- und fuchssicher sein. Das ist keine Designfrage, sondern Pflicht.

Schlossseiten: Und die Eier?

Benedikt (lacht): Ja, die Eier. Eine gute Henne legt bis zu 300 Eier im Jahr, aber der echte Unterschied ist die Qualität. Selbst Bio-Eier aus dem Supermarkt sind nicht vergleichbar mit den Eiern aus dem eigenen Garten. Geschmacklich definitiv next level.

Und ja – Hühner sind Allesfresser, auch wenn jedes Huhn seine eigene Lieblingsspeise hat. Ausgewählte Küchenreste, Würmer, Käfer ... Das macht die Nährstoffzusammensetzung der Eier so besonders.

Schlossseiten: Wie viele Hühner habt ihr selbst?

Benedikt: Zehn – neun Hennen und einen Hahn. Der Hahn ist wichtig, denn er sorgt für Ordnung. Und er ist ein Gentleman. Wenn ich ihm Mehlwürmer gebe, ruft er zuerst die Hennen und frisst keinen einzigen, bevor nicht alle anderen versorgt sind. Das ist keine Geschichte, sondern Alltag hier bei uns in Klosterneuburg.

VOM RESTHOLZ ZUM VOGELHAUS – AUS KLOSTERNEUBURG IN VIELE GÄRTEN

Was mit Hühnerställen im eigenen Garten begann, führte fast logisch zum nächsten Projekt: Vogelhäuser. Aus Restholz entstanden Nistkästen und Futterhäuser –inzwischen so gefragt, dass längst eigenes Holz zugekauft wird. Benedikt gibt zu: Gartenvögel haben ihn

Die Hühnerställe werden aus hochwertigen Dreischicht-Naturholzplatten in unserer eigenen Werkstatt in Klosterneuburg (Niederösterreich) gefertigt. Die Ställe sind leicht zu reinigen und können individuell zusammengestellt werden. Mittels Magnet- & Steckverbindungen gelingt die Montage in kürzester Zeit – und das ganz ohne Werkzeug!

„Ich habe Hanehus gegründet, weil ich mich über schlechte Qualität geärgert habe. Wenn wir Tiere im Garten halten, dann bewusst.“

früher nicht so wirklich interessiert. Heute kontrolliert er täglich vom Wohnzimmerfenster aus den Flugbetrieb am Futterhaus. Und von März bis Frühsommer ist zusätzlich Dauerbetrieb bei den Nistkästen – Nestbau, Eier, Jungvögel. „Irre nett“, sagt er. Und meint es genau so.

FAZIT: MEHR GARTEN. MEHR LEBEN. WENIGER PLASTIK.

Hanehus ist kein Start-up mit Investoren-Pathos. Es ist eine gewachsene Idee aus echter Erfahrung, entstanden in Klosterneuburg bei Wien. Zehn Jahre Hühnerhaltung, zwei gescheiterte Ställe und viel Tüftelei später steht ein Naturprodukt, das bis ins letzte Detail durchdacht ist – und ein bisschen frech gegen den Mainstream. Vielleicht ist das Huhn wirklich der neue Hund. Vielleicht brauchen wir einfach wieder mehr Gackern im Garten.

Und vielleicht beginnt gute Gestaltung manchmal genau dort, wo man sich denkt: „Das muss doch besser gehen!“ Wir finden: Tut es.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

INFOBOX

Hanehus

3400 Klosterneuburg-Weidling benedikt@hanehus.com www.hanehus.com instagram.com/hanehus.design

GROSSGLOCKNER

HOCHALPENSTRASSE

Der Roadtrip deines Lebens

Europas beliebtester Roadtrip für Naturliebhaber führt mitten hinein ins Herz des Nationalparks Hohe Tauern: Auf knapp 48 Kilometern schlängelt sich die Großglockner Hochalpenstraße in spektakulären Serpentinen hinauf zu Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner. Unterwegs begleiten Sie atemberaubende Ausblicke, eine fantastische Tierwelt und zahlreiche Stopps zum Entdecken und Verweilen – von spannenden Ausstellungen über gemütliche Einkehrmöglichkeiten bis hin zu komfortablen Übernachtungsangeboten. Machen Sie sich auf den Weg zu einem unvergesslichen Erlebnis in den Alpen!

Tickets auch online erhältlich

48 km Panoramastraße 15 Ausstellungen

7 Themenwanderwege 30 Dreitausender kostenlose Führungen

14 Gasthöfe & Almen Spielplätze

F.A.T. ICE RACE

WENN ZELL AM SEE QUERDENKT

Lotus Esprit, berühmt geworden als James-Bond-Fahrzeug im Film „Der Spion, der mich liebte“ – Juwelier Florian Köchert steuert sein originales Modell ganz im Stil des legendären Geheimagenten über die eisige Strecke.

Foto: © by Dirk Breidenbach, RUBIDAO

F.A.T. ICE RACE ZELL AM SEE

Wo Motoren heulen, Eisstaub glitzert und Automobilgeschichte plötzlich verdammt cool wird.

©
F.A.T. Ice Race, Zell am See, Österreich, 2026, Porsche AG

Zell am See kann vieles: Alpenpanorama. Postkartenidylle. Winterromantik. Aber einmal im Jahr wird die gepflegte Salzburger Eleganz gegen brüllende Motoren, Eisstaub und ein bisschen Wahnsinn eingetauscht. Dann übernimmt das F.A.T. Ice Race den Flugplatz von Zell am See – und plötzlich ist hier nicht mehr Skifahren die Hauptdisziplin, sondern kontrolliertes Driften mit Stil.

Rund 5.000 Besucher pilgerten im Jänner 2026 auf das Flugplatzgelände, eingepackt in Daunenjacken und Designerboots, mit Kamera in der einen und Glühwein in der anderen Hand. 96 Teams, 34 Showfahrzeuge und Teilnehmer aus über 15 Nationen verwandelten das Eis in eine Bühne, auf der sich Rennsport, Popkultur und High-End-Automobilität begegneten. Österreich, Deutschland, Italien, Großbritannien, die USA, Japan – das Starterfeld liest sich wie die Gästeliste einer internationalen Auto-Vernissage. Nur lauter.

Das F.A.T. Ice Race ist kein klassisches Rennen – es ist ein Statement. Hier stehen historische Rennikonen

neben modernen Performance-Monstern, Oldtimer neben futuristischen Einzelstücken. Man sieht perfekt restaurierte Klassiker von Porsche, kompromisslose Rallye-Maschinen, spektakuläre Allrad-Umbauten und aktuelle Hochleistungsmodelle von Marken wie Audi, BMW oder Mercedes-Benz. Und dann gibt es diese ganz besonderen Exoten – Einzelanfertigungen, bei denen man nicht weiß, ob sie mehr Kunstwerk oder mehr Rennmaschine sind.

Gefahren wird auf einer eigens präparierten Eisstrecke direkt am Flugplatz. Spikes krallen sich ins gefrorene Terrain, Schnee spritzt meterhoch, die Motoren heulen gegen die Bergkulisse an. Wer hier fährt, braucht viel Gefühl – und Mut. Denn Eis verzeiht nichts. Genau das macht den Reiz aus: pure Fahrzeugbeherrschung statt elektronischer Bequemlichkeit. Hier zählt der Fahrer. Und der Stil.

Dabei ist das Event tief in der Region verwurzelt. Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren fanden in Zell am See legendäre Eisrennen statt. Damals trug das Spektakel den Namen „Ferdinand Porsche Memorial

„Das F.A.T. Ice Race ist kein Rennen gegen die Uhr – es ist ein Rennen gegen die Langeweile.“

Race“ – eine Hommage an den großen Automobilpionier Ferdinand Porsche, der enge Verbindungen zur Region hatte und mit seiner Familie hier lebte. Der Visionär hinter dem Volkswagen-Konzept und Gründer von Porsche steht wie kaum ein anderer für Ingenieurskunst, Rennsportleidenschaft und technische Kühnheit. Sein Geist schwebt noch immer über dem Eis – in jeder Kurve, in jedem Drift.

Nach jahrzehntelanger Pause wurde das Rennen neu interpretiert und als „F.A.T. Ice Race“ wiederbelebt. Heute ist es mehr als „nur“ Motorsport: Es ist Winter-Festival, Community-Treffen, Mode-Statement und Instagram-Hotspot in einem. Zwischen DJ-Beats, Food-Trucks und Benzin-Gesprächen entsteht eine Atmosphäre, die irgendwo zwischen Alpen-Glamour und Rennsport-Underground schwebt.

Was dieses Event so besonders macht? Die Mischung. Hier steht der Sammler neben dem Influencer, der Rennfahrer neben dem Designer, der Mechaniker neben dem CEO. Die Gespräche drehen sich um Hubraumgröße, Heritage und Handwerk. Und immer wieder um diese eine Frage: Wer legt den schönsten Drift von allen hin?

Wenn am späten Nachmittag die Sonne tief über den verschneiten Gipfeln steht und die Scheinwerfer das Eis zum Glitzern bringen, wird klar: Das F.A.T. Ice Race ist keine nostalgische Kopie alter Zeiten. Es ist eine selbstbewusste Neuinterpretation automobiler Kultur. Laut. International. Stilvoll.

Nach dem F.A.T. Ice Race in Zell am See 2026 wandert die Veranstaltung weiter – das Abenteuer geht in Montana in den Vereinigten Staaten in die nächste Runde. Damit überschreitet das Eisspektakel endgültig den Atlantik und bringt europäischen Drift-Spirit in die Weite des amerikanischen Westens. Zwischen verschneiten Bergen und endlosen Landschaften bekommt das Event eine neue, raue Kulisse – größer, wilder und mit einem Hauch von Wild-West-Romantik.

Das F.A.T. Ice Race wird damit internationaler denn je – von den Alpen in die Rockies, vom Salzburger Wintermärchen ins amerikanische Abenteuer.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein

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991 Carrera 4, 2017
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Von Motorenklang im Herzen und Sonne auf der Haut. Von Dingen, die nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Ein Lebensgefühl zwischen Asphalt und Horizont, zwischen Handwerk und Freiheit. Zeitlos, souverän, selbstverständlich. Roadstars ist eine Hommage an Menschen, die ihren eigenen Takt fahren.

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On the road again
4.

Programm & Tickets

unter: traumwerk.de

ZEIT FÜR GESCHWINDIGKEIT

Wenn zwei Ikonen aufeinandertreffen, geht es um mehr als ein Emblem auf Metall oder Leder. Es geht um eine gemeinsame Haltung. Um Präzision. Um den Moment, in dem Technik zur Emotion wird.

Text: Lisa Gasteiger-Rabenstein Fotos: © Breitling

Genau das passiert jetzt: Breitling wird offizieller Uhrenpartner von Aston Martin und dem Aston Martin Aramco Formula One™ Team – eine Allianz, die Geschwindigkeit nicht nur misst, sondern lebt.

Beide Marken eint eine lange Geschichte der Performance. Aston Martin baut seit über einem Jahrhundert Automobile, die auf der Straße wie Designobjekte wirken und auf der Rennstrecke kompromisslose Kraft entfalten. Breitling wiederum machte den Chronographen zum Instrument für Profis – vom Cockpit der Piloten bis an den Puls von Rennfahrern. Der eine beherrscht die Geschwindigkeit, der andere misst sie.

Der erste gemeinsame Zeitmesser setzt ein starkes Statement: die Navitimer B01 Chronograph 43 Aston Martin Aramco Formula One™ Team. Eine Uhr, die Rennsport nicht zitiert, sondern in ihrer DNA trägt. Aston Martin Racing Green trifft auf markante limettengrüne Akzente, ein ultraleichtes Titangehäuse – erstmals in einer Navitimer – und ein Zifferblatt aus Carbonfaser, inspiriert von den Materialien eines Formel-1-Cockpits.

Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber 01, ein COSC-zertifizierter Chronometer mit 70 Stunden Gangreserve. Durch den Saphirglasboden offenbart sich das präzise Herzstück – gebaut für Belastung, entwickelt für Genauigkeit. Limitiert auf 1.959 Stück, verweist die Edition auf das Jahr, in dem Aston Martin erstmals in der Formel 1 antrat.

Doch diese Partnerschaft ist mehr als eine limitierte Uhr. Sie ist ein kulturelles Statement. Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren kreuzten sich die Wege beider Häuser – in einer Ära, in der Technik, Stil und Abenteuerlust eine neue Definition von Luxus prägten. Ikonen wie der DB5 oder die Navitimer standen für Selbstbewusstsein, Modernität und den Mut, Grenzen zu verschieben.

Ab der Saison 2026 wird das Breitling-Logo auf dem AMR26 und der Teamwear zu sehen sein. Die Verbindung reicht von der Werkbank in Gaydon bis in die Boxengasse der Grand-Prix-Strecken dieser Welt.

Zeit und Geschwindigkeit sind wieder vereint, und vielleicht ist genau das der wahre Luxus – nicht nur schneller zu sein, sondern jede Sekunde bewusst zu erleben. Wer die aktuellen Modelle live erleben möchte, genießt sie am besten bei einem Glas Champagner in der Breitling Boutique Salzburg oder Wien – dort, wo Zeit nicht nur gemessen, sondern zelebriert wird.

Zeit und Geschwindigkeit – wieder vereint.

Fernando Alonso, Aston Martin Aramco Formula One™ Team

SANKT WOLFGANG

feiert den kreativen Frühling

Wenn der Wolfgangsee im Frühjahr in neuem Glanz erstrahlt, zeigt sich St. Wolfgang als Perle, die sich genussvoll und künstlerisch neu erfindet.

Den Auftakt macht im April das mundART Festival – ein Fest regionaler Kochkunst und kreativer Handwerkskunst. Besonderer Höhepunkt: die große Live-Kochshow „Feuer & Flamme“ in der Scalaria am 11.4.2026. In spektakulärer Atmosphäre inszenieren Spitzenköche Kulinarik als Erlebnis – sinnlich, überraschend und auf höchstem Niveau. Ein Abend, der Genuss, Seekulisse und gesellschaftliches Flair verbindet.

Ende April folgt mit ART CIRCLE International eine Woche zeitgenössischer Kunst auf internationalem Niveau. In verschiedenen Premium-Häusern wie der Seevilla Wolfgangsee, dem Boutique-Hotel Cortisen am See, dem Hotel Appesbach und dem Hotel Weißes Rössl werden exklusive Packages angeboten. Die Gäste residieren direkt am See und können den Künstlerinnen und Künstlern beim Schaffen über die Schulter blicken – intime Ateliermomente, persönliche Gespräche und kuratierte Ausstellungen inklusive.

So verbindet sich am Wolfgangsee erstklassiger Genuss mit internationaler Kreativkraft. Zwei außergewöhnliche Anlässe, ein Ort – und die Einladung, sich selbst eine stilvolle Auszeit zwischen See, Kunst und Kulinarik zu schenken.

SOMMERNACHT WOLFGANGSEE IM JULI

Als sommerlicher Höhepunkt reiht sich schließlich die Wolfgangseer Sommernacht in diesen Reigen besonderer Momente ein – ein Fest, das den See in ein glanzvolles Bühnenbild verwandelt. Wenn an einem lauen Abend im Juli die Orte rund um den Wolfgangsee in stimmungsvolles Licht tauchen, verbinden sich Musik, Kulinarik und ein spektakuläres Feuer werk zu einem unvergesslichen Gesamterlebnis.

Terrassen, Seeufer und Schiffe werden zu Logenplätzen. Die Bergkulisse spiegelt sich im Wasser, während fein abgestimmte Klang- und Lichtinszenierungen den Abend dramaturgisch begleiten. Ob bei einem eleganten Dinner in St. Wolfgang oder an Bord eines Schiffes mitten am See – die Sommernacht ist mehr als ein Event: Sie ist gesellschaftlicher Treffpunkt und stilvoller Höhepunkt der Saison. Ein besonderer Anlass, den Sommer am Wolfgangsee von seiner exklusivsten Seite zu erleben.

INFOBOX

https://wolfgangsee.salzkammergut.at

... DA STEHT DAS GLÜCK VOR DER TÜR

Liedtext aus „Im weißen Rössl“. Die Musik für eine der bekanntesten Operetten des 20. Jahrhunderts stammt von Ralph Benatzky, die Uraufführung fand am 8. November 1930 in Berlin statt.

STREET PHOTOGRAPHER GERD DÜCKELMANN-DUBLANY

Gerd Dückelmann-Dublany lebt in Wien und Athen. Er widmet sich seit vielen Jahren der Schwarzweiß-Street-Photography. Seine fotografische Sprache ist bewusst roh, reduziert, konzentriert, klar – und gleichzeitig offen für das Unerwartete. Er arbeitet ausschließlich mit Smartphones, um unauffällig und unmittelbar auf die Dynamiken des öffentlichen Raums reagieren zu können.

Nach früheren Tätigkeiten in der Filmproduktion, Reisen und längeren Auslandsaufenthalten in Afrika, Nordamerika und Zentraleuropa begann er, seine Fotografie zunehmend als verdichtete Form des Erzählens zu begreifen. Der Verlust eines Auges schärfte seinen Blick für das Wesentliche – Licht, Rhythmus, Struktur –, aber auch für im Hintergrund Verborgenes.

Seine Bilder entstehen meist im Vorübergehen – aber niemals beiläufig. Der Fokus liegt auf alltäglichen Szenen, in denen sich Brüche, stille Komik oder Absurditäten finden. Dabei verbindet er Leichtigkeit mit Tiefe, Komposition mit Intuition. Die visuelle Klarheit wird oft von einer subtilen Melancholie durchzogen – ein Blick auf die Welt, der präzise und doch offen bleibt.

Gerd Dückelmann-Dublany dublany@hotmail.com

Ausstellung „ORDINARY MAGIC“ in der Galerie Antikhof Figl, Stallburggasse 2, 1010 Wien www.antikhof-figl.at Ausstellung 23.4. – 9.5.2026 Vernissage am 23.4.2026, 17 h – 21 h

ANTIKHOF FIGL

Seit über 50 Jahren, und mittlerweile in 3. Generation, betreibt Familie Figl den Antiquitätenhandel.

Sabine und Matthias Figl betreiben den Antiquitätenhandel bereits in dritter Generation und bieten im historischen Ambiente des Meierhofes in Plankenberg bei Tulln, nur 30 km westlich von Wien, eine große Auswahl an Möbeln und Einrichtungsgegenständen verschiedenster Epochen. Das Sortiment umfasst Bauernmöbel, Gemälde, Uhren, antike Kachelöfen, Skulpturen – sowohl restauriert als auch unrestauriert.

Als ausgewiesene Spezialisten für alte Kachelöfen und historische Uhren stehen Sabine und Matthias Figl mit fachkundiger Beratung und langjähriger Erfahrung zur Seite. Darüber hinaus führen sie fachgerechte Restaurierungen von historischen Möbeln, Bildern, Uhren und weiteren Antiquitäten durch – mit viel Sorgfalt, handwerklichem Können und Respekt vor der Originalsubstanz.

Ein weiterer adaptierter Trakt des Meierhofes wurde zur Galerie umgestaltet und wird mehrmals im Jahr mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst bespielt. Die historischen Räumlichkeiten können zudem für Veranstaltungen gemietet werden.

ANTIKHOF FIGL Hauptstraße 7, 3451 Plankenberg/Tulln Tel.: +43 664 5328577 antikhof.figl@aon.at www.antikhof-figl.at

GALERIE ANTIKHOF FIGL: Stallburggasse 2, 1010 Wien

DIE VERMESSUNG DER SEELE IM TROPFVERFAHREN

Einladung zur existenziellen Expedition

Im April verwandelt sich die Adresse Währingerstraße 79, 1180 Wien, in ein Labor des Absurden, des Intimen und des radikal Ehrlichen. Der Künstler MAX (Maximilian Matuschka) präsentiert Werke der letzten drei Jahre: eine Einladung zum Hinschauen, Mitfühlen und Sammeln.

Was auf den ersten Blick wie eine freie, fast spielerische Zeichnung erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als präzises Protokoll eines inneren Monologs. MAX arbeitet mit einer Weiterentwicklung des surrealistischen Automatismus – seiner „Écriture Automatique 4.0“. Tinte fließt unzensiert über das Papier,

wird aus exakt 20 Zentimetern Höhe getropft, reagiert auf Schwerkraft, Zufall und Geste. Physik wird hier zur Philosophie, der Tropfen zur existenziellen Entscheidung.

Inspiriert von Albert Camus’ Idee des Absurden und der phänomenologischen Rückkehr „zu den Sachen selbst“, entstehen psychografische Fragmente: hybride Wesen, kosmische Anspielungen und mythologische Schattenfiguren wie „Lilith“ oder der „Inkubus“. Es sind keine dekorativen Illustrationen, sondern „Geisteskinder“: Momentaufnahmen eines Denkens im Entstehen. Schriftzüge, Zeitstempel und mehrsprachi-

ge Annotationen durchziehen Matuschkas Blätter wie Gedankensplitter.

Die Ausstellung ist im Klubhaus von Giese & Schweiger beheimatet, einem spätbiedermeierlichen Haus in Währing, das sich seit Generationen im Familienbesitz befindet und zugleich als privates Zuhause dient. Seit 2019 hat die Kunst im zweiten Stock ihren festen Platz gefunden. Und wenn man die Tore öffnet, fordert man das Publikum aktiv heraus: Gehen Sie nah heran. Nehmen Sie sich Zeit. Entdecken Sie die feinen Pigmentverläufe, die Spuren physischer Experimente, das Spiel von „Saturn Red“ und „Chrome Orange“.

Für Sammler eröffnet sich eine seltene Gelegenheit. Jedes Blatt ist ein absolutes Unikat – eine nicht reproduzierbare Sekunde zwischen Impuls und Reflexion. In einer zunehmend digitalisierten, glatten Welt besitzen diese Arbeiten eine beinahe subversive Qualität: Sie sind Spuren realer Körperlichkeit, reale Zeit, reale Emotion. MAX verbindet die intellektuelle Tiefe des Existenzialismus mit der rohen Energie der Art Brut – und schafft damit Werke, die sowohl konzeptuell fundiert als auch unmittelbar berührend sind.

Vernissage der Ausstellung META-POP

25. April, 14–19 Uhr

Klubhaus Kunst & Schnittlauch Währingerstraße 79/13 1180 Wien www.kunstundschnittlauch.com www.phileas-art.net

GUSTAV – der Vizsla

GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

„Sitz!!!“, schallte es ziemlich laut und eindringlich durch den Raum. Bevor ich noch Zeit hatte, die Situation zu überprüfen, saßen plötzlich die beiden Kinder vom Schloss vor mir auf dem Boden. Wollen sie mich ausspotten?, fragte ich mich. Ich bin doch kein Roboter, der auf Knopfdruck sofort reagiert, ohne nachzudenken. Ein paar Sekunden nach dem Befehl wird man doch wohl auch als Hund noch zum Nachdenken für sich beanspruchen dürfen. Oder folgen Erwachsene etwa blind jeder Aufforderung, ohne zu prüfen, ob sie sinnvoll ist?

Bei der Jagd bin ich ja verlässlich abrufbar, das gehört dazu. Der Klügere gibt nach, dachte ich mir also, sonst bekomme ich noch Ärger wegen Befehlsverweigerung, und setzte mich neben die Kinder. Erst jetzt wurde mir klar, was los war. Denn als ich mich umsah, stand da ein verschreckter Handwerker in der Tür und traute sich keinen Schritt weiter. Am liebsten wäre ich zu ihm hingelaufen, um ihn freundlich zu begrüßen, damit er gewusst hätte, dass ich zwar ein großer, aber sehr netter Hund bin. Doch da kam schon das nächste Kommando: „Bleib!“ Der Handwerker stand immer noch im Eingang und bat darum, seine Angelegenheit vor der Tür zu besprechen. Ich möchte nicht wissen, wie er reagiert, wenn ihm ein Krampus begegnet oder er zu Halloween unterwegs ist. Also, ich bin ja nur ein Schlosshund, kein Höllenhund, dachte ich.

Gehört hatte ich schon von dem ersten Eindruck, also von dem Bild, das man sich in Sekundenschnelle von einem Fremden macht. Als Hund verfüge ich ja über einen sechsten Sinn, wenn ich einen Artgenossen treffe. Haben sich die Menschen bei ihrem ersten Eindruck etwa so oft geirrt, dass sie sich gegenseitig dermaßen schlecht einschätzen und ihrer Wahrnehmung nicht trauen können? Also, ich gehe immer voller Vertrauen auf andere zu, solange sie mich nicht enttäuschen. Erst dann bin ich vorsichtig, zurückhaltend und etwas gekränkt, dass man mein Wohlwollen nicht erkannt hat.

Die etwas eigenartige Situation wurde den beiden Kindern erklärt: Der Handwerker hatte nämlich selbst als Kind eine äußerst unerfreuliche Begegnung mit einem Kettenhund im Dorf gehabt, als er bei einem Bauernhof Eier holen war. Alles klar, dachte ich, man kann nun mal nicht für andere Artgenossen die eigene Pfote ins Feuer legen. Aber auf meine Leute kann ich mich sehr wohl verlassen und weiß jetzt, warum „Sitz!“ und „Bleib!“ in dieser Situation genau richtig waren.

Vor Kurzem bekam auch ich etwas Angst. Die Familie saß in der Frühlingssonne auf der Terrasse des Schlosshotels. Alles war angenehm und friedlich – bis plötzlich aus dem Nichts eine relativ große Katze auftauchte. Sie kam ziemlich selbstbewusst auf uns zu, hatte den Schwanz aufgestellt, machte einen Buckel und fauchte mich an. Ich bin kein Feigling, aber ich merkte sofort: Mit diesem Tiger im Kleinformat ist nicht zu spaßen. Der Sohn des Hauses wollte sie verscheuchen, aber auch ihm gelang es nicht. Die Katze ging weiter auf ihn zu, statt wegzulaufen, bis einer kam, die Katze packte und sie wegtrug. Kurz darauf entschuldigte sich der Kellner: „Unser Lucky ist ein sehr selbstbewusster Kater, der leider keine Hunde mag und sie sogar verjagt, wenn wir ihn nicht stoppen.“

Aber um ganz ehrlich zu sein: Ich muss gar nicht aus dem Schloss gehen, um mich ein bisschen zu fürchten. Bei uns spukt es nämlich, sagt man. Da gibt es ein altes Porträt, dessen Augen einen immer ansehen, selbst wenn man nur heimlich daran vorbeigeht. Manchmal höre ich auch unerklärliche Geräusche, so etwas wie Schritte oder Türen, die knirschen und von allein aufgehen. Oder ich sehe einen Schatten, wo keiner ist. Das überprüfe ich natürlich – zwar mit einem etwas mulmigen Gefühl, aber das ist meine Verpflichtung als Wächter.

Also, einen Schlossgeist habe ich bisher noch nicht erschnüffelt, aber man sagt ja, dass Geister nicht riechen. Ob es da irgendwelche Ereignisse gibt, ob es verstorbene Bewohner sind, die nachts herumspuken ... Ich weiß es natürlich auch nicht. Manchmal überkommt mich aber das Gefühl, dass irgendjemand – oder irgendetwas – da ist und mich beobachtet. Das ist dann nicht nur gruselig, sondern für mich auch ungewohnt. Solange das Schloss mich in Ruhe lässt, kann ich gut damit leben. Hauptsache, das Gespenst ist nicht hungrig und frisst mir mein Futter weg. Schließlich brauche ich ja Kraft und gute Nahrung, um meine Familie im Schloss zu beschützen.

Da es bisher noch keine unerfreulichen Ereignisse im Haus gegeben hat, gehe ich davon aus, dass es sich um einen guten Schlossgeist handelt. Wenn Besucher unser Heim betreten, sagen wir das aber nicht – die sollen sich ruhig ein bisschen fürchten und Respekt vor der alten, geheimnisvollen Geschichte haben. Schließlich pflegen wir unser Schloss sehr sorgsam, damit es erhalten bleibt und nicht verfällt. Sonst gäbe es diese wunderbaren alten Mauern ja irgendwann gar nicht mehr.

Mag. Eva-Maria von Schilgen

BETTGEFLÜSTER

Was jung Verliebte niemals fragen sollten

„Ein Flirt ist wie eine Tablette – niemand kann die genauen Nebenwirkungen voraussagen.“
Catherine Deneuve (* 1943)

Frühling ist’s, die Tage werden länger, die Sonne regt die Produktion der „Glückshormone“ an, man fühlt sich unbeschwerter, energiegeladener, kontaktfreudiger und mutig. Das macht empfänglich für Nähe, Flirts und Zuneigung, was oft zu spontanen Dates und Abenteuern verleitet. Man begegnet sich, verspürt ein Kribbeln in der Herzgegend, die Schmetterlinge im Bauch geraten in Aufregung, und kurz darauf ist man mit einem Menschen intim, der im Grunde genommen noch ein Fremder ist.

Schüchternheit oder der Wunsch, den anderen nicht zu verletzen, führen in jungen Beziehungen häufig dazu, dass sich kleine Notlügen einschleichen. Kurzfristig können sie helfen, peinliche Situationen zu entschärfen oder den Moment harmonisch zu gestalten.

Absolute Ehrlichkeit klingt zunächst ideal – schließlich sollte Vertrauen die Grundlage jeder Beziehung sein. Jedoch alles ungefiltert auszusprechen, kann unnötig verletzen, Streit provozieren oder Unsicherheiten verstärken. Gerade in jungen Beziehungen, in denen beide Partner noch lernen, miteinander umzugehen, kann dies manchmal mehr schaden als nützen.

Hinzu kommt, dass die Verliebtheit häufig nur von kurzer Dauer ist und endet, bevor tiefere Gefühle entstehen. Entscheidend dazu könnten die folgenden Fragen beitragen, welche in kuscheligen Momenten zärtlicher Zweisamkeit gestellt werden.

„Liebe auf den ersten Blick ist die am weitesten verbreitete Augenkrankheit.“

Gino Cervi, Schauspieler (1901–1974)

„Liebst du mich?“

Glück ist, wenn der Partner/die Partnerin mit einem kraftvollen „JA“ antwortet. Bedenklich, wenn die Antwort „KLAR“, „EH“ oder „SCHON“ lautet. Die Finger lassen sollte man von seinem Gegenüber bei der Antwort: „Muss ich das jetzt mit Ja oder Nein beantworten?“

„Woran denkst du gerade?“

Eine Topantwort wäre: „Darüber, wie glücklich ich bin, neben dir zu liegen.“ Abzuraten ist von Aussagen wie zum Beispiel „Jetzt läuft gerade das Fußballländerspiel im Fernsehen“ oder „An meinen Termin beim Friseur“, auch wenn dies von großer Wichtigkeit für den Partner ist.

„Findest du mich sexy?“

Sätze wie „Schwierig zu beurteilen“, „Du bist eher interessant“ oder „Ich überlege gerade, ob ich lügen oder ehrlich sein soll“ sind hier nicht zu empfehlen.

„Wie war ich?“

Eine Frage wie diese sollte einen „Egomanen-Alarm“ auslösen, doch um des lieben Friedens willen wären „Genial“, „Unglaublich“, „Fantastisch“, „Einzigartig“ für diesen Partnertyp die richtigen Beschreibungen. Allzu sehr sollte man bei einem mittelmäßigen Erlebnis jedoch nicht übertreiben. Schneller zum Ende der Affäre kommen Sie mit gleichgültigem „Na ja“ oder „Geht so“.

„Frauen möchten in der Liebe Romane erleben, Männer Kurzgeschichten.“

Dame Daphne du Maurier Lady Browning, Schriftstellerin (1907–1989)

„Mit wie vielen hast du Sex gehabt?“

Fatal für die neue Beziehung, aber für manche/n verlockend könnte es nun werden, alle vergangenen Liebschaften aufzuzählen. Neutral und sexistisch korrekt wäre: „Ich hatte schon einige Erfahrungen, aber mit dir fühlt es sich richtig gut an.“ Oder: „Genug, um zu wissen, dass du der/die Richtige bist.“ Eine Antwort wie „Hab’ nicht mitgezählt“ lässt Arges vermuten.

„Schläfst du noch mit deiner/deinem Ex?

Da möchte wohl jede/r gerne hören: „Es war vorbei, bevor wir uns getroffen haben – du bist das Jetzt.“ Unbedingt nachzufragen ist bei: „Darüber will ich jetzt nicht sprechen.“

„War deine/dein Ex attraktiver als ich?“

Auf diese Frage gibt es eigentlich nur ein „Für mich bist du die/der Schönste“. Nicht so glücklich macht den Partner die Feststellung „Schönheit ist nicht alles“.

„Geliebt zu werden, kann eine Strafe sein. Nicht zu wissen, ob man geliebt wird, ist Folter.“

Robert Lembke, Journalist und Fernsehmoderator (1913–1989)

„Liebst du mich noch?“

Man spürt, dass sich etwas verändert hat, will aber doch hören, dass die Liebe noch da ist. In dieser Situation gibt es nur zwei richtige Antworten: „Ich liebe dich und ich bin dankbar, dass wir einander gefunden haben.“ Oder: „Wenn ich ehrlich bin – nein, nicht mehr.“

„Liebe zwischen zwei Menschen ist nur dann wundervoll, wenn sie zwischen die richtigen zwei Leute gerät.“

Woody Allen, Regisseur, Schriftsteller und Schauspieler (* 1935)

„Willst du mit mir zusammenbleiben?“

So manche Liebe, die im Frühling begonnen hat, überlebt nicht einmal einen Sommer. Eine Beziehung zu beenden, ist schwierig, aber mit Respekt, Klarheit und Mitgefühl kann man die eigenen Gefühle verantwortungsvoll ausdrücken und eine Trennung fair durchziehen. Auch wenn es schmerzt, sollte der letzte Satz so liebevoll sein, wie die Liebe begonnen hatte: „Ich schätze die Zeit mit dir, aber ich merke, dass wir nicht zueinander passen. Deshalb ist es besser, unsere Beziehung zu beenden.“

DER MÄUSEKÖNIG

Diese Semesterferien verbrachten wir wie jedes Jahr in London. Wie jedes Jahr stiegen wir im Brown’s Hotel ab und gingen wie immer zum Abendessen ins Sketch. Als kleine Familie mit achtjährigem Kind. Für gewöhnlich hat sich London immer teuer angefühlt. Für uns Wiener mit Wiener Gehaltszettel zumindest. Doch dieses Jahr war anders. Wir saßen in einem gehobenen Sushi-Lokal, wo wir das Gleiche bestellten, das wir auch immer bei uns um die Ecke im Nagano bestellen. Es war in London günstiger als in Wien. Und so sollte sich vieles fortsetzen. Ich habe im Fortnum & Mason mit Schaffell gefütterte Lederhandschuhe von einer englischen Manufaktur um GBP 65 gekauft und Tee für GBP 7. Die Preise im Sketch waren wie immer hoch, aber nicht höher als die Jahre zuvor – das weiß ich, weil ich immer das Gleiche bestelle. Das Kindermenü war sogar so günstig, dass ich es nicht fassen konnte: Lachssteak und Pommes frites für unglaubliche GBP 12 für Laurent. Der Fisch für Erwachsene kostet dann eben mit Beilage GBP 70, aber wir sprechen von einem der teuersten Restaurants der Millionenmetropole und der Dinnerkarte. Dinge, die wir in Wien gar nicht gewohnt sind: gleichbleibende Preise, gratis Museumseintritt, freundliche Taxifahrer. Es besuchte uns, wie jedes Jahr, ein Freund zum Frühstück und erzählte uns von seinen Immobilienplänen. Ein Franzose, der vorher ein Schloss im Elsass zu kaufen plante (sie sind günstig), hat es sich nochmals überlegt und sich endgültig für ein Ferienhaus in Kenia am Strand entschieden. Er glaubt nicht mehr richtig an Europa, so wie zwei andere Freunde, die dieses Jahr außerhalb Europas Wohnungen und Häuser gekauft haben. Natürlich haben wir eine Einladung für die nächsten Winterferien in Kenia erhalten, und Laurent ist schon voller Vorfreude: „Da geht jeden Tag ein junger Mann am Haus vorbei und fragt, was man zum Essen haben möchte, und fischt das mit seinen bloßen Händen aus dem Meer. Eine Stunde später hat man Langusten und Fische am Herd stehen.“ Laurent möchte das auch lernen – vielleicht ist es in Zukunft hilfreicher als Französisch.

Beatrice Tourou | bt@schlossseiten.at

MORAL

Unsere Kinder formen die Zukunft, somit formen auch wir mit deren Erziehung die Zukunft. Spätestens nach dem Release der Epstein-Files im Februar war klar, was viele schon wussten oder zumindest vermutet hatten: Der Westen ist keine moralisch überlegene Instanz, die an der gesunden, glücklichen Zukunft aller interessiert ist. Zumindest nicht die Eliten, die am Steuerrad der Gesamtbevölkerung sitzen. Nun ist es aber so, dass wir als Volk diesen Eliten zumindest zahlenmäßig überlegen sind. Wir können also im Kleinen entscheiden, wie wir miteinander umgehen, wo wir einwirken, wo wir helfen und wo wir den Mut aufbringen, uns gegen eine Mainstream-Meinung einzusetzen, wenn es gegen Herzensbildung und Hausverstand geht. Wenn wir unsere Kinder zu mündigen, selbstständig denkenden, hilfsbereiten Menschen erziehen, ist das unsere kleine Revolution im Angesicht der Ohnmacht der Gerichtsbarkeit und politischen Entscheidungen, die in ihren verheerenden Auswirkungen kaum in Worte zu fassen sind.

1. Löwen-Trophäe, von „Wild & Soft“, um € 64,90 | 2. Leintuch, bei next.at, um € 29 | 3. Buch „Muséum pop up: Une visite au Jardin des Plantes de Paris“, um € 27 | 4. Französischer Tropenhelm, bei outdoorfan.de, um € 22 | 5. Bettkopf, von Sklum, um € 70 (reduziert)

SAFARI

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HERAUSGEBER: Lisa Gasteiger-Rabenstein

Joseph Gasteiger-Rabenstein

REDAKTION: Lisa Gasteiger-Rabenstein Mag. Clarissa Mayer-Heinisch

Mag. Eva-Maria von Schilgen-Arnsberg Dr. Hannelore Lensing Beatrice Tourou, Sophia Sungler

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