Programmheft Schauburg-Cinerama, Karlsruhe März 2026
“Unverschämt fesselnde DomCom”
CINEMA
Harry Melling
Alexander Skarsgård
EIN FILM VON HARRY LIGHTON
AB 26. MÄRZ IM KINO
Liebe Gäste und Freunde der Schauburg,
Der März weht uns eine frische Brise vom linken Seine-Ufer ins Schauburg Foyer. Und ja – sie trägt Baskenmütze, raucht filterlose schwarze Zigaretten und diskutiert über die Zukunft des Kinos.
Am 12. März startet bei uns Nouvelle Vague der neue Film von Richard Linklater – ein Film, der mit leichter Hand und viel Liebe zum Detail von Aufbruch, jugendlicher Rebellion und der Magie eines Moments erzählt, in dem Kino plötzlich alles durfte. Eine Hommage an jene wilden Jahre, in denen ein paar junge Filmkritiker beschlossen, selbst Filme zu machen – und damit Filmgeschichte schrieben.
Das nehmen wir zum Anlass, einige der Leuchttürme der echten „Nouvelle Vague“ wieder auf die große Leinwand zu holen. Da wäre natürlich Außer Atem von Jean-Luc Godard – ein Film, der mit Jump Cuts und cooler Lässigkeit das Gangsterkino zerlegte und nebenbei Jean-Paul Belmondo zur Ikone machte. Gedreht mit leichter Kamera auf den Straßen von Paris, schnell, direkt, revolutionär.
Oder Sie küssten und sie schlugen ihn von François Truffaut – halb autobiografische Kindheitsgeschichte, halb Liebeserklärung ans Kino. Der junge Antoine Doinel läuft davon, weil ihn keiner versteht – und findet sich am Ende am Meer wieder. Einer der berührendsten Schlusssätze der Filmgeschichte, ganz ohne Worte.
Und dann Cléo von 5 bis 7 von Agnès Varda: Echtzeit durch Paris, 90 Minuten im Leben einer Sängerin zwischen Angst, Eitelkeit und plötzlicher Klarheit. Varda drehte mitten im Stadtleben – und machte aus beiläufigen Begegnungen große Kinomomente.
Freuen Sie sich auf 4K-Restaurierungen, auf Schwarzweiß, das heller strahlt als manches Color-Grading von heute – und auf Filme, die beweisen: Manchmal reicht eine Handkamera, ein Gedanke und der Mut, Regeln zu brechen. Vive le cinéma – wir sehen uns in der Schauburg.
REDAKTION Herbert Born, Marcus Vetter, Wolfram Hannemann, Saskia Fleischhauer
Alle Starttermine sind unverbindlich.
Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar.
Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters erscheint monatlich.
AUSSER
Gelbe Briefe
Wenn plötzlich gelbe Briefe ins Haus flattern, geraten Gewissheiten ins Wanken. Ilker Çataks Film erzählt von Angst, Hoffnung und dem Mut, sich dem Ungewissen zu stellen – ein stiller, eindringlicher Blick auf Menschen im Ausnahmezustand.
Derya (Özgü Namal) und Aziz (Tansu Biçer), ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben, bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen. Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Nach dem international gefeierten und preisgekrönten Film „Das Lehrerzimmer“ legt der Oscar®-nominierte Regisseur İlker Çatak mit „Gelbe Briefe“ erneut ein brisantes und packendes Meisterwerk vor. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. Eindrucksvoll getragen von den türkischen Schauspielstars Özgü Namal und Tansu Biçer schafft İlker Çatak ein intensives und brandaktuelles Drama über Mut und Macht, das die universellen, großen gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit in den Fokus nimmt. „Gelbe Briefe“ vereint zahlreiche renommierte Crewmitglieder, die bereits bei „Das Lehrerzimmer“ mitgewirkt haben, darunter die mehrfach preisgekrönte Kamerafrau Judith Kaufmann („Heldin“), Szenenbildnerin Zazie Knepper sowie Editorin Gesa Jäger und Komponist Marvin Miller. Produziert wurde der Film von if... Productions (Produzent: Ingo Fliess), gemeinsam mit Haut et Court (Paris) und Limanfilm (Istanbul). Seine Weltpremiere feiert GELBE BRIEFE im Wettbewerb der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
DRAMA ·128 MIN FSK 12 DEUTSCHLAND, FRANKREICH, TÜRKEI 2026
Regie İLKER ÇATAK Besetzung ÖZGÜ NAMAL, TANSU BIÇER, LEYLA SMYRNA
CABAS, İPEK BILGIN, AYDIN IŞIK, AZIZ ÇAPKURT
AB 5. MÄRZ
„WIRD
„EIN
„EIN
WUNDER VON EINEM FILM“
GROSSES VERGNÜGEN!“ THE SPOT
12. März im Kino
Zoey Deutch
Guillaume Marbeck
Aubry Dullin
Ein Film von Richard Linklater
LE FIGARO
AB 5. MÄRZ
Monsieur Robert kennt kein Pardon
Ein frisch pensionierter Lehrer startet mit seiner chaotischgenialen Mutter einen raffinierten Rachefeldzug gegen frühere Schüler, die ihm einst das Herz brachen. Eine bissige Komödie voller Tempo, Intrigen und herrlich überdrehtem Humor.
Endlich kann Robert Poutifard (Christian Clavier) in Rente gehen. Nach über 30 Jahren treuer Dienste als Lehrer an einer Grundschule könnte er nun seinen verdienten Ruhestand genießen. Aber er hat da noch drei Rechnungen mit ehemaligen Schülern offen, die ihm besonders übel mitgespielt haben. Sie waren es, die ihn um die Liebe seines Lebens zu einer Kollegin aus Québec gebracht haben. Und Robert Poutifard will keine süße Rache, sondern den kleinen vorlauten Gören von damals die Karriere und ihr erfolgreiches Leben zerstören. So hat er den erfolgreichen Chefkoch Anthony, die inzwischen populären Influencer-Zwillinge und Audrey, eine Pop-Diva im Visier. Jahrelang hat sich Monsieur Robert minutiös auf seine Rache vorbereitet. Das entdeckt eines Tages seine Mutter Huguete, mit der er immer noch unter einem Dach lebt. Die Mama verfügt nicht nur über ein loses Mundwerk, sondern auch über ungeahnte Computerskills und erweist sich als geniale Hackerin und Expertin für Fake News. So laufen Mutter und Sohn zur Höchstform auf und ihre Rache kennt zunächst keine Grenzen... Er ist zurück! Frankreichs Starkomiker Christian Clavier läuft in der Rolle des rachsüchtigen Ex-Lehrers Monsieur Robert zur Höchstform auf. Einmal mehr erinnert der so wortgewaltige Darsteller mit seiner grotesken Mimik und seinem herrlich überdrehten Körperspiel an Louis de Funés. Christian Clavier knüpft dabei nahtlos an seine Paraderolle als Monsieur Claude an und ist als Monsieur Robert noch ausgebuffter, giftiger und gnadenloser. Zusammen mit seiner völlig durchgeknallten Mutter rächt sich Monsieur Robert an vier ehemaligen Schülern, die ihn einst um die Liebe seines Lebens brachten. Doch die bisher bitterböse Frau Mama sorgt am Ende dafür, dass sich ihr Robert noch einen Sinn für Menschenliebe bewahrt. In Frankreich konnte Christian Clavier mit mehr als 500.000 Zuschauern damit erneut einen Komödienhit abliefern.
Der Film folgt mit präzisem Blick jungen Müttern, die zwischen Verantwortung, Überforderung und stillem Widerstand ihren Weg suchen. Ein eindringliches Porträt über Verletzlichkeit, Würde und die Kraft, trotz allem weiterzugehen.
In „Jeunes Mères – Junge Mütter" richten Jean-Pierre und Luc Dardenne ihren unnachahmlichen, präzise beobachtenden Blick auf junge Frauen, die viel zu früh Verantwortung tragen müssen. Der Film folgt mehreren Teenager-Müttern, die in einer belgischen Kleinstadt versuchen, ihren Alltag zwischen Fürsorge, Überforderung und gesellschaftlichen Erwartungen zu bewältigen. Die Dardennes interessieren sich dabei weniger für große dramatische Gesten als für die stillen, oft unsichtbaren Kämpfe: das Ringen um Anerkennung, die Angst vor dem sozialen Abstieg, die fragile Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben.
Mit ihrer typischen Handkameraästhetik bleiben sie dicht an den Körpern und Gesichtern der Protagonistinnen, fangen Unsicherheiten, Entschlossenheit und die zarten Momente von Nähe ein. Die jungen Mütter bewegen sich in einem System, das ihnen zwar Pflichten auferlegt, aber kaum Unterstützung bietet. Zwischen Behördenwegen, prekären Jobs und instabilen Beziehungen entsteht ein Geflecht aus Abhängigkeiten, das die Dardennes mit großer Empathie, aber ohne Sentimentalität offenlegen. Der Film zeigt, wie Mutterschaft im Jugendalter nicht nur eine biografische Zäsur ist, sondern auch ein sozialer Prüfstein: Wer hilft, wer urteilt, wer schweigt.
„Jede Geschichte wurde entsprechend der jeweiligen Teenager-Mutter und ihrem Kind gestaltet, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Heims für junge Mütter. Was sie verbindet, ist die frühe Mutterschaft, die mit der sozialen Determinierung von Armut und bestimmten emotionalen Defiziten verbunden ist. Diese können dazu führen, dass die gleichen Verhaltensweisen von Generation zu Generation wiederholt werden. Genau davon versuchen sie sich zu befreien und erscheinen dabei einzigartig, lebendig und individuell. Sie hören auf, Figuren zu sein – und werden zu Menschen", erzählen die Regisseure über ihren Film.
Frankenstein sucht im Chicago der 1930er eine Gefährtin – und erschafft mit Dr. Euphronius eine Braut, die alles entfesselt: Mord, Obsession, eine radikale Bewegung. Kraftvolles, eigenwilliges Kinoexperiment.
Der einsame Frankenstein (Christian Bale) reist ins Chicago der 1930er-Jahre, um die geniale Wissenschaftlerin Dr. Euphronius (gespielt von der für fünf Oscars nominierten Annette Bening) zu bitten, eine Gefährtin für ihn zu erschaffen. Die beiden reanimieren eine ermordete junge Frau – „die Braut“ (Jessie Buckley) ist geboren. Doch was sich daraufhin entfaltet, sprengt all ihre Erwartungen: Mord! Besessenheit! Eine entfesselte, radikale Kulturbewegung! Und mitten in diesem Strudel ein geächtetes Paar, verstrickt in eine Romanze, deren heiße Glut zugleich entflammt und zerstört.
Mit „The Bride! – Es lebe die Braut“ präsentiert Maggie Gyllenhaal, die Oscar-nominierte Drehbuchautorin und Regisseurin von „Frau im Dunkeln“, einen kühnen, radikalen Blick auf eine der faszinierendsten Geschichten der Welt. Der Film oszilliert zwischen Tragik, schwarzem Humor und poetischer Wut. „The Bride! - Es lebe die Braut“ ist weniger Remake als Rebellion: ein kraftvolles, eigenwilliges Kinoexperiment, das den Mythos neu entzündet und zugleich eine zutiefst menschliche Geschichte erzählt. Die Hauptrollen übernehmen Oscar-Kandidatin Jessie Buckley und OscarPreisträger Christian Bale. An der Seite von Buckley, Bale und Bening sind Peter Sarsgaard, Oscar-Kandidat Jake Gyllenhaal und Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz zu sehen. Maggie Gyllenhaal führte Regie nach einem von ihr selbst verfassten Drehbuch. Außerdem produzierte sie den Film gemeinsam mit der Oscar-Kandidatin Emma Tillinger Koskoff sowie Talia Kleinhendler und Osnat Handelsman-Keren. Gyllenhaal wurde von einem Team preisgekrönter Filmschaffender unterstützt, darunter Kameramann Lawrence Sher, Produktionsdesignerin Karen Murphy, Editor Dylan Tichenor, Music Supervisor Randall Poster, Komponistin Hildur Gudnadóttir und Kostümdesignerin Sandy Powell.
Regie MAGGIE GYLLENHAAL Besetzung CHRISTIAN BALE, JESSIE BUCKLEY, JAKE GYLLENHAAL, PETER SARSGAARD, ANNETTE BENING, PENÉLOPE CRUZ
AB 5. MÄRZ
HORROR, MUSICAL, DRAMA 126 MINUTEN USA 2026
TRISTAN UND ISOLDE MET OPERA LI VE I M KINO
21. März 2026
Richard Wagner
Lise Davidsen, Michael Spyres
Dirigent: Yannick Nézet-Séguin
Inszenierung: Yuval Sharon
Nouvelle Vague
Richard Linklaters Huldigung an Jean-Luc Godards „Außer Atem“, der als einer der großen Klassiker der Nouvelle Vague gilt und die Technik des Kinos mit holprigen JumpCuts beeinflusste.
Jean-Luc Godard (großartig: Newcomer Guillaume Marbeck) ist Journalist und Kritiker, möchte aber selbst einen Film drehen. Andere wie Truffaut oder Godard hatten es vorgemacht, nun will er nachfolgen und findet einen Produzenten, der ihm die Chance offeriert, auch wenn er nur ein Drittel dessen hat, was man normalerweise für die Produktion ausgibt. Er besetzt Jean-Paul Belmondo, aber auch die Amerikanerin Jean Seberg, findet den Kameramann, mit dem er einen Weg ausbaldowert, den Film zu drehen, wie es ihm vorschwebt, und nutzt die 20 Drehtage nicht unbedingt effizient, aber mit Passion, auch wenn seine unorthodoxe Art immer wieder zu Problemen führt.
Hat man „Außer Atem“ vor Augen, ist es im wahrsten Sinne des Worts atemberaubend, wie Linklater die Szenen nachstellt. Wie er die Drehseite dessen zeigt, was man als Film kennt. Er trifft exakt den Ton und erschafft Bilder, die direkt aus Godards Film stammen könnten. Realität und Fiktion verschwimmen hier miteinander. Manche der Geschichten, die hier gezeigt werden, sind überliefert, andere existieren in dem Zwischenraum dessen, was war und was hätte sein können, weil die Autoren und der Regisseur sehr exakt darauf geachtet haben, wo sich in „Außer Atem“ Möglichkeiten auftun, die Geschichte um den Film zu erweitern. Richard Linklater ist das Kunststück gelungen, einen höchst ansprechenden Film zu erschaffen, der für Eingeweihte, aber auch Novizen gleichermaßen funktioniert. Man muss kein Bewunderer der Nouvelle Vague sein, um sich bei „Nouvelle Vague“ bestens zu unterhalten. Denn das Unmögliche ist passiert: Ein Amerikaner hat einen europäischen Film gemacht – ein Werk von Cineasten für Cineasten über Cineasten. Wo Hollywood sich bei der Beschäftigung mit sich selbst in Mythen und Romantisierung abdriftet, hat Linklater Wahrhaftigkeit auf die Leinwand gebracht. programmkino.de / Peter Osteried
Regie RICHARD LINKLATER Besetzung GUILLAUME MARBECK, ZOEY DEUTCH, AUBRY DULLIN, BRUNO DREYFÜRST, BENJAMIN CLERY
AB 12. MÄRZ
KOMÖDIE, DRAMA 106 MINUTEN FSK 12 FRANKREICH, USA 2025
Kinoleben – Über das Tübinger Arsenal und andere Programmkinos
Doku, die sich der Geschichte des Kinos widmet und der deutschen Arthouse-Kinoszene in ihrer Gesamtheit. Spannender, leidenschaftlich umgesetzter Film mit hoher Informationsdichte, nicht nur für Cineasten empfehlenswert.
Lange Zeit prägte das Arsenal das kulturelle Leben Tübingens. Das legendäre Programmkino schloss nach 50 Jahren im Februar 2024 seine Tore. Nachdem der letzte Film gezeigt wurde („Die letzte Vorstellung“ von Peter Bogdanovich), begleitet Filmemacher Goggo Gensch den Arsenal-Gründer Stefan Paul auf eine bewegende Reise. Gemeinsam besuchen sie die Orte, an denen in Deutschland Programmkino-Geschichte geschrieben wurde.
Den ganzen Film über erweist sich der Regisseur als interessierter, einfühlsamer Interviewer und Gesprächspartner. Ein Dokufilmer, der vor unangenehmen Fragen nicht zurückschreckt. So konfrontiert er Tübingens OB Boris Palmer mit der Frage, ob die Stadt vielleicht zu wenig unternommen habe, um das Kino zu retten. Daneben lasst Gensch Ikonen der Indie- und Arthouse-Szene (Wim Wenders, John Waters) ebenso zu Wort kommen wie Schauspieler (Ulrich Tukur), Wissenschaftler, Filmkritiker und Drehbuchautoren. Sie alle geben ihre kundigen Einschätzungen zur Lage der Programmkinokultur in Deutschland ab. Gensch erweist sich als akribischer, bewanderter Chronist – der weit in der Zeit zurückreist. Denn um die Bedeutung der lokalen Programmkinos zu verstehen, muss man einen Blick auf die späten 60er- und frühen 70er-Jahre werfen. Gerade bei jungen Leuten und Studenten verfestigte sich der Wunsch, dem Establishment in kultureller Hinsicht etwas entgegenzusetzen. Die Faktenfülle des Films ist beachtlich, dennoch bekommt der Zuschauer all diese Inhalte unaufgeregt präsentiert und in schlüssigen, angenehm konsumierbaren Informations-Häppchen serviert. Und ganz am Schluss kehrt Gensch dann wieder zum Ausgangsort zurück. Die Schilder im Arsenal werden abgehängt, die Sessel abmontiert und das Gebäude geräumt. Die Mitarbeiter machen letzte Fotos vom Vorführraum und Kinosaal. Es ist das Ende einer Kult-Spielstätte, von denen es in Deutschland aktuell noch einige Hundert gibt. Liebevoll geführte Kinos mit kuratiertem Programm, die sich gegenüber Streaming, IMAX & Co. wacker behaupten. programmkino.de / Björn Schneider
DOKUMENTARFILM 102 MINUTEN DEUTSCHLAND 2025
Regie GOGGO GENSCH Mit STEFAN PAUL, ULRICH TUKUR, JOHN WATERS
AUCH
IN 70MM
PROJEKTION
AB 12. MÄRZ
The Testament of Ann Lee
Visionärer Film über die charismatische Gründerin der Shaker: Mona Fastvold erzählt von Ekstase, Hingabe und dem radikalen Streben nach Gleichheit – getragen von Amanda Seyfrieds intensiver Präsenz.
In „The Testament of Ann Lee erzählt die preisgekrönte Regisseurin und Drehbuchautorin Mona Fastvold („The World to Come“, „Der Brutalist“) die außergewöhnliche und wahre Geschichte von Ann Lee, der Gründerin der Glaubensgemeinschaft der Shaker. Die Oscar-nominierte Amanda Seyfried spielt die willensstarke Anführerin der Shaker, die die Gleichberechtigung der Geschlechter und soziale Gleichheit predigte und von ihren Anhängern verehrt wurde. „The Testament of Ann Lee“ fängt Ekstase und Seelenqual ihres Strebens nach einer Utopie ein und präsentiert mehr als ein Dutzend historischer Shaker-Hymnen, die von Celia Rowlson-Hall („Vox Lux“) choreografiert und vom Oscar-prämierten Komponisten Daniel Blumberg („Der Brutalist“) mit eindrucksvoller Intensität neu interpretiert wurden.
Was das Erscheinungsbild des Films betrifft, bestand Fastvold darauf, auf 35Millimeter-Film zu drehen und das Material anschließend auf 70 Millimeter aufzublasen, um die maximale Wirkung zu erzielen. „Man soll die Zeitperiode fühlen, in der man sich befindet, und ich drehe gerne auf Film, weil er eine malerische Qualität erzeugt“, sagt Fastvold. „Bei 35 mm sorgen all die Texturen, das Korn und die Details — etwa die Tiefe des Schwarz, wenn man einen Raum nur mit Kerzenlicht ausleuchtet — dafür, dass das Bild wie ein Caravaggio aussieht. Unser Kameramann William Rexer hat brillante Arbeit geleistet; es macht Spaß, diese Fantasie einer Zeitreise zu erschaffen und in ein Gemälde aus der Epoche einzutauchen, in der der Film spielt.“ Für Rexer war die Entscheidung, welchen Filmmaterialtyp er verwenden sollte, die große Frage zu Beginn. „70 mm wäre nicht praktikabel gewesen, die Kameras sind einfach zu laut“, sagt er. „Und uns war klar, dass es sehr schwierig und unhandlich sein würde, 70 mm für die Tanznummern zu verwenden, und wir wollten außerdem so viel wie möglich des Gesangs live aufnehmen. Wir brauchten leise Kameras, und das war ein weiterer Grund, warum wir uns für 35 mm entschieden haben.“ programmkino. de / Peter Osteried
BIOGRAFIE, HISTORIE, DRAMA, MUSICAL 137 MINUTEN USA, UK 2025
Ein mysteriöser Besucher aus der Zukunft reißt eine Gruppe Fremder in eine chaotische Nacht, in der das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel steht. Rasanter Mix aus SciFi, Humor und apokalyptischem Wahn.
Im Zentrum der Handlung steht ein mysteriöser Mann aus der Zukunft, der in einem Diner in Los Angeles auftaucht und die dort anwesenden Gäste als letzte Hoffnung der Menschheit rekrutieren muss. Sein Ziel: eine einzige Nacht, sechs Straßenblocks und ein Wettlauf gegen die Zeit, um eine entfesselte künstliche Intelligenz aufzuhalten, die die Welt an den Rand der Auslöschung gebracht hat.
„Good Luck, Have Fun, Don't Die“ markiert die lang erwartete Rückkehr von Gore Verbinski, der nach fast einem Jahrzehnt Pause wieder einen Spielfilm vorlegt. Der Regisseur, bekannt für Werke wie „The Ring“ und die ersten drei „Fluch der Karibik“-Filme, präsentiert hier ein wildes, energiegeladenes SciFiActionAbenteuer, das sich zugleich als bissige Satire auf Technologie, künstliche Intelligenz und moderne Lebenswirklichkeiten versteht. Verbinski inszeniert dieses Szenario als rasanten Genre-Mix aus Action, Comedy und dystopischer Zukunftsvision. Die Tonalität schwankt bewusst zwischen schwarzem Humor, zynischer Gesellschaftsbeobachtung und überdrehten SciFiElementen. Kritiken beschreiben den Film als „düster-ambitionierte Schockkomödie“, die sich über KIÄngste, digitale Abhängigkeiten und popkulturelle SciFiTropen gleichermaßen lustvoll hermacht. Getragen wird der Film von einem hochkarätigen Ensemble: Sam Rockwell, Haley Lu Richardson, Zazie Beetz, Michael Peña und Juno Temple verleihen den schrägen Figuren Tiefe, Witz und emotionale Reibung. Ihre Dynamik bildet das Herz des Films, der trotz aller Überdrehtheit immer wieder Momente echter Menschlichkeit findet. Mit „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ liefert Verbinski ein unkonventionelles, temporeiches und visuell markantes Comeback – ein Film, der sich nicht scheut, laut, schräg und kompromisslos zu sein und dabei den Nerv unserer KIgeprägten Gegenwart zu treffen.
ABENTEUER, ACTION, KOMÖDIE, SCI-FI 133 MIN FSK 16 USA, DE 2026
Regie GORE VERBINSKI Besetzung SAM ROCKWELL, HALEY LU RICHARDSON, MICHAEL PEÑA, ZAZIE BEETZ, JUNO TEMPLE, ASIM CHAUDHRY
IN 70MM
PROJEKTION
Der Astronaut –
Project Hail Mary
Ein Wissenschaftler erwacht allein im All – ohne Erinnerung, aber mit einer Mission, die über das Schicksal der Erde entscheidet. Während die Wahrheit zurückkehrt, entdeckt er, dass Rettung nur möglich ist, wenn er das Unmögliche wagt.
Der Naturwissenschaftslehrer Ryland Grace (Ryan Gosling) wacht eines Tages auf einem Raumschiff auf – Lichtjahre von zu Hause entfernt und ohne Erinnerung daran, wer er ist oder wie er dorthin gekommen ist. Als sein Gedächtnis nach und nach zurückkehrt, findet er heraus, was seine Mission ist: Er soll das Rätsel um eine mysteriöse Substanz lösen, die dazu führt, dass die Sonne erlischt. Um alles und jeden auf der Erde vor dem Aussterben zu bewahren, muss er auf sein wissenschaftliches Fachwissen und einige unorthodoxe Ideen zurückgreifen. Dabei führt eine unerwartete Freundschaft dazu, dass er all dies vielleicht nicht ganz allein tun muss… „Der Astronaut – Project Hail Mary“ ist nicht nur eine packende Science-Fiction-Geschichte, sondern auch ein Blick darauf, wie moderne HardSciFi fürs Kino neu gedacht wird. Die Vorlage von Andy Weir gilt als nahezu „verfilmungsresistent“, weil sie stark auf naturwissenschaftlichen Details, inneren Monologen und komplexen Problemlösungen basiert. Genau hier setzt die filmische Umsetzung an: Statt die wissenschaftlichen Passagen zu vereinfachen, nutzt der Film sie als dramaturgisches Rückgrat. Die Regie arbeitet mit visuellen Analogien, klaren technischen Designs und einer Erzählstruktur, die Graces Erinnerungsfragmente wie Puzzleteile einblendet. Auch die Raumfahrttechnik im Film basiert auf realen Konzepten: Energiegewinnung, Antriebssysteme und Materialverhalten wurden mit Beratern aus der Astrophysik abgestimmt. Ziel war es, eine Welt zu schaffen, die sich nicht futuristisch überhöht, sondern wie eine logische Weiterentwicklung heutiger Forschung anfühlt. So entsteht ein Film, der nicht nur Spannung liefert, sondern zeigt, wie viel Kreativität, Wissenschaft und interdisziplinäre Zusammenarbeit nötig sind, um glaubwürdige Zukunftsvisionen auf die Leinwand zu bringen.
SCIENCE-FICTION, ABENTEUER 156 MINUTEN USA 2025
Regie PHIL LORD, CHRISTOPHER MILLER Besetzung RYAN GOSLING, SANDRA HÜLLER, MILANA VAYNTRUB, KEN LEUNG, LIONEL BOYCE
AB 19. MÄRZ
19. MÄRZ
La Grazia
Der italienische Präsident ist nur noch sechs Monate im Amt ist und hadert mit seinen letzten Entscheidungen. Zutiefst befriedigender, auf mehreren Ebenen funktionierender Film, der sich mit den großen Themen des Lebens befasst.
Sechs Monate bleiben Mariano de Santis noch als Präsident der italienischen Republik. Ein halbes Jahr, in dem er ein Sterbehilfegesetz unterschreiben könnte, für das sich seine Tochter starkmacht. Aber auch eine Zeit, in der er noch über zwei Gnadengesuche entscheiden soll. Die Wahl, wer hier begnadigt wird, scheint einfach, aber Mariano macht es sich nie einfach. Er braucht – dafür kennt man ihn – Bedenkzeit. Die verbringt er auch gerne mal auf dem Dach bei einer Zigarette und moderner Musik. Zum Ende seines Lebens hin beschäftigt Mariano aber noch viel anderes. Kennt er seine Kinder wirklich? Kennen sie ihn? Und mit wem hat seine verstorbene Frau vor 40 Jahren eine Affäre gehabt?
Am Anfang klärt der Film auf, welche Pflichten und Rechte der italienische Präsident hat. Dann sieht man ihn und merkt: Dies ist ein etwas anderer Sorrentino. Weniger schwer wie sein vorheriger Film „Parthenope“, leichter in der Erzählweise, vor allem aber auf Humor setzend, der sich aus der Macht der Bilder, aber auch spitzer Dialoge und eindrucksvoller Bilder speist. Wenn der portugiesische Präsident zum Besuch ankommt, dann geht es inhaltlich um nichts, aber die Bilder, die Sorrentino liefert, untermalt von einer Musik, die völlig konträr zum Gezeigten ist, lassen schmunzeln. Überhaupt findet Sorrentino immer wieder surreale Bilder. Er fordert die Realität heraus, könnte man sagen. So auch mit einem farbigen Papst mit Rastalocken und Ohrring, der mit der Vespa unterwegs ist und als Freund des Präsidenten dessen Seelsorger ist. Er sagt ihm die Wahrheit, für das Lügen seien die Landpfaffen gut, meint er. Brillant ist aber auch die musikalische Untermalung. Klassische Musik geht einher mit Techno, das eine blitzt beim anderen immer wieder auf. Es wirkt fremdartig für die Art Film, die „La Grazia“ ist, aber ist umso passender, weil es Sorrentino gelingt, Bild und Ton zu harmonisieren. Er schafft ein Kunstwerk, das audiovisuell wirkt – und natürlich intellektuell. Denn vor allem ist „La Grazia“ großes Schauspielkino, das in eleganten Bildern erzählt ist. programmkino.de / Peter Osteried
AB
DRAMA 131 MINUTEN FSK 12 ITALIEN 2025
Regie PAOLO SORRENTINO Besetzung TONI SERVILLO, ANNA FERZETTI, ORLANDO CINQUE, MASSIMO VENTURIELLO, MILVIA MARIGLIANO
Ein Sommer in Italien –WM 1990
Sommer 1990: Deutschland wird Weltmeister – und ein geteiltes Land findet zu neuer Einheit. Spieler erzählen erstmals persönlich von Freundschaft, Mut und unvergesslichen Momenten, festgehalten in seltenen Aufnahmen, die eine ganze Nation bewegten.
Im Sommer 1990 sind die Deutschen im kollektiven Freudentaumel: Die Nationalelf gewinnt in Italien unter Teamchef Franz Beckenbauer die Fußballweltmeisterschaft und setzt damit dem ganzen Land ein Denkmal. Diese legendäre Geschichte muss jetzt, 35 Jahre später noch einmal erzählt werden – für alle, die damals mitgefiebert haben und für die nachfolgenden Generationen. Mit neuen, intimen Einblicken von den Spielern selbst, nie gesehenen Privat-Aufnahmen und Schätzen aus den Archiven der FIFA. Dabei geht es nicht nur um Fußball – viel mehr um Freundschaft, Loyalität und Hoffnung in einem gerade neu vereinten Deutschland.
Italien im Sommer 1990: Deutschland wird zum dritten Mal Fußballweltmeister. Unter Franz Beckenbauer wachsen Fußball-Ikonen wie Lothar Matthäus, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann, Rudi Völler oder Klaus Augenthaler über sich hinaus. Die legendären Duelle mit den Niederlanden und Jugoslawien, der emotionsgeladene Finalsieg gegen Argentinien – unvergessliche Gänsehaut-Momente, bis heute im deutschen Fußballgedächtnis. Doch die WM 1990 war mehr als nur Fußball. Nach dem Mauerfall, kurz vor der Wiedervereinigung, entstand im Jubel der Millionen ein neues Selbstbewusstsein. Der WM-Titel schenkte Deutschland nach Jahrzehnten der Teilung ein Wir-Gefühl und wurde zum Symbol der Hoffnung – ein Versprechen für Zusammenhalt und Teamgeist.
In „Ein Sommer in Italien – WM 1990" erzählen die Spieler selbst die Geschichte dieses Turniers, bebildert mit unveröffentlichten Aufnahmen von Torwarttrainer Sepp Maier, Schätzen aus dem FIFA-Archiv und privaten Bildern der Mannschaft. Nah, authentisch und voller Emotionen holt der Kino-Dokumentarfilm das Publikum zurück in jenen Sommer, der Deutschland verzauberte.
DOKUMENTATION, SPORT 97 MINUTEN FSK 0 DEUTSCHLAND 2025
Regie NADJA KÖLLING, VANESSA NÖCKER Mit u. a. LOTHAR MATTHÄUS, JÜRGEN KLINSMANN, RUDI VÖLLER, BODO ILLGNER, GUIDO BUCHWALD,
Is This Thing On?
Alex und Tess stehen an einem Wendepunkt: Er sucht in der New Yorker Comedy-Szene nach einem neuen Selbst, sie ringt mit den Opfern eines Lebens für die Familie. Berührende, lebensnahe Geschichte mit pointiertem Humor.
Während ihre Ehe zerbricht, stehen Alex (Will Arnett) und Tess (Laura Dern) vor unterschiedlichen Herausforderungen: Alex hadert mit dem Älterwerden und der bevorstehenden Scheidung, sucht in der New Yorker Comedy-Szene nach neuem Lebenssinn. Tess hingegen stellt sich den persönlichen Entbehrungen, die sie ihrer Familie zuliebe auf sich nahm. Beide müssen sich mit Co-Parenting, Identität und der Frage auseinandersetzen, ob Liebe eine neue Form annehmen kann. „Ich liebe Stand-up-Comedy, seit ich 1998 im GradSchool-Programm war", sagt Regisseur Bradley Cooper. „Ich ging damals ständig ins Comedy Cellar, und als ich mit Dave Chappelle befreundet wurde, oft mit ihm dorthin. Wenn man mit einem Comedian dort war, erlebte man das Ganze wirklich mit – das Restaurant oben im Olive Tree, diese Momente, in denen einem einfach der Kopf explodiert. Du isst ein Sandwich, und sie reden über den Monolog für SNL. Es war verrückt! Und dann mit Zach Galifianakis im Largo in Los Angeles – all diese Leute, diese Kameradschaft – ich war völlig fasziniert davon." Eine intime Atmosphäre, die er aus nächster Nähe erlebte, die aber auf der Leinwand selten authentisch eingefangen wird. Doch Cooper wollte keinen klassischen „Stand-up-Film". Arnett und Co-Autor Mark Chappell, bereits mit Produzent Kris Thykier im Austausch, fragten Cooper, ob er selbst eine neue Fassung schreiben wolle – eine Version, in der die Beziehung zwischen Alex Novak (inspiriert von Bishop) und seiner Frau Tess zur eigentlichen Hauptgeschichte wird, während das Stand-up-Element eher als Spiegel dieser Dynamik dient. „Ich sagte: ‚Gebt mir den Sommer'", erinnert sich Cooper. „‚Ich schreibe es und gebe es euch. Wenn es euch gefällt, machen wir den Film. Wenn nicht, kein Problem – nehmt, was euch gefällt, und macht euer Ding.'"
DRAMA, KOMÖDIE 121 MINUTEN USA 2025
Regie BRADLEY COOPER Besetzung WILL ARNETT, LAURA DERN, ANDRA DAY, BRADLEY COOPER, SEAN HAYES, AMY SEDARIS, CHRISTINE EBERSOLE
AB 19. MÄRZ
AB 19. MÄRZ
REGIE STANLEY KUBRICK
2001: a space odyssey
NEUE 70mm Kopie
SONNTAG, 8. MÄRZ | 16.30 UHR ENGL. OV
OSTERMONTAG, 6. APRIL | 13 UHR DF inkl . PROGRAMMHEFT zu jeder Vorstellung
A Useful Ghost
Wie sähe es aus, wenn man in die Abgründe einer Gesellschaft blickt, in der selbst Geister ihren Nutzen beweisen müssen? Diese Frage steht im Mittelpunkt von Ratchapoom Boonbunchachokes skurril melancholischer Fantasy-Dramödie.
Die Story beginnt mit einem Todesfall: March, der Sohn eines Fabrikbesitzers, trauert um seine Frau Nat, die an einer Atemwegserkrankung aufgrund von Feinstaubbelastung gestorben ist. Doch Nat kehrt in klassischer Geistermanier zurück – allerdings nicht als spukhafte Erscheinung, sondern in einem Haushaltsgegenstand, der paradoxerweise mit Staub ebenso kämpft wie gegen das Vergessen: in einem Staubsauger. Doch selbst als Staubsauger muss Nat noch ihre Nützlichkeit für Gesellschaft und Wirtschaft unter Beweis stellen, um mit ihrem Mann zusammen sein zu dürfen...
Boonbunchachoke versteht es, mit visueller Präzision und erzählerischer Raffinesse Bilder zu schaffen, die – bei aller Überzeichnung – den Kern einer Gesellschaft treffen, die Widerspruch nicht duldet und Nützlichkeit zum höchsten Gut erhebt. Hinter der Fassade der wohlhabenden Familie tobt der Kampf um Anerkennung und Akzeptanz: Marchs Angehörige verweigern die Annahme der Geisterbeziehung, während Nat, der Geist in einer neuen Gestalt, alles versucht, um sich nützlich zu machen – nicht zuletzt, um die Fabrik, ihre Familie und ihre Liebe zu retten. Formal überzeugt der Film durch seine Bildgestaltung (Kamera: Pasit Tandaechanurat), die zwischen surrealer Absurdität und poetischer Präzision pendelt. Jedes Bild scheint hier durchkomponiert und aufgestylt zu sein, was eine enorme Wirkung hat – immer wieder konterkariert Boonbunchachoke die Erwartungshaltung des Publikums und trifft mit unerwarteten Blicken, kleinen Gesten, Kameraschwenks oder messerscharfer Montage ins Schwarze. „A Useful Ghost“ ist eine wilde, sozialkritische, traurige und sehr komische Geistergeschichte, die in ihrer Eigenwilligkeit und Vielschichtigkeit lange nachwirkt und das Publikum gleichermaßen fordern wie begeistern könnte: ein Film, der Genres, Erwartungen und Herzen durcheinanderwirbelt – und damit sogar selbst ein bisschen zum nützlichen Geist wird. programmkino.de / Gaby Sikorski
FANTASY, DRAMA, KOMÖDIE 136 MIN FSK 16 THA, FRA, SGP, DEU 2025
nouvelle vague
Eine Filmreihe der SCHAUBURG
Alle Filme jeweils SONNTAGS – 17 00 UHR
15.03. Linklater: NOUVELLE VAGUE (OmU)
22.03. Godard: AUSSER ATEM (OmU/4K)
29.03. Truffaut: SIE KÜSSTEN UND SIE SCHLUGEN IHN (OmU)
05.04. Resnais: LETZTES JAHR IN MARIENBAD (OmU/4K)
12.04. Varda: CLÉO VON 5 BIS 7 (OmeU)
19.04. Demy: DIE MÄDCHEN VON ROCHEFORT (OmeU)
26.04. Rohmer: MEINE NACHT BEI MAUD (OmeU)
Pillion
Eine ziemlich beste Freundschaft der etwas ungewöhnlichen Art. Was „Fifty Shades of Grey” gerne gewesen wäre, das liefert diese lässige, queere RomCom im SM-Milieu. So frech und freizügig wie von Ralf König ausgedacht!
„Pillion“ nennen die Briten den Beifahrer auf dem Motorrad. Als Sozius in einer SM-Beziehung übernimmt diese Rolle der schüchterne Strafzettel-Schreiber Colin (Harry Melling aus „Harry Potter“). Bei einem Musikauftritt in einem Pub entdeckt der schmächtige Held den gutaussehenden Biker Ray (Alexander Skarsgård) im übercoolen Leder-Outfit. Colin ist begeistert, aber weiß natürlich zu gut, dass solche Typen in einer ganz anderen Liga spielen und unerreichbar für ihn sind. Doch weit gefehlt! Er bekommt nicht nur die Telefonnummer des Machos, sondern alsbald auch ein Date. Mehr noch: Er soll bei ihm einziehen und die Sklaven-Rolle übernehmen. Dass er fortan nur auf dem Fußboden schlafen darf, stört den schwer verknallten Colin keineswegs. An anderen Erniedrigungen findet er gleichfalls großen Gefallen. Mit neuer Frisur samt neuem Outfit ist er in der Motorrad-Gang seines Meisters schnell aufgenommen. Nur die Mutter reagiert etwas skeptisch auf die BDSM-Beziehung, die den Sohn zum devoten Untertanen degradiert. Colin scheint seine neue Partnerschaft in vollen Zügen zu genießen. Doch dann probt der Sklave plötzlich den Aufstand...
Basierend auf dem preisgekrönten Roman „Box Hill“ von Adam Mars-Jones, gelingt dem 33-jährigen Briten Harry Lighton ein erfrischend lässiges Kinodebüt der unkonventionellen Art. Nicht umsonst gab es dafür in Cannes in „Un Certain Regard“ den Preis für das beste Drehbuch. Im Unterschied zum lustlosen Hollywood-Plunder, dem fünffachen „GoldeneHimbeere“-Gewinner „Fifty Shades of Grey”, präsentiert diese kleine Indie-Produktion einen ebenso unverkrampften wie amüsanten Blick in die Sado-Maso-Welten. Mit „Harry Potter“Mime Harry Melling und „Legend of Tarzan“-Darsteller Alexander Skarsgård ist die ziemlich perfekte Besetzung für ein ungleiches Liebespaar gefunden. Zwischen diesen beiden stimmt die Chemie spürbar gut. Den Namen des talentierten Regisseurs sollte man sich merken. Das ist keine allzu schwere Übung: Harry Lighton klingt schließlich wie eine Figur aus James Bond. programmkino.de / Peter Osteried
Regie HARRY LIGHTON Besetzung HARRY MELLING, ALEXANDER SKARSGÅRD, DOUGLAS HODGE, LESLEY SHARP, ANTHONY WELSH
AB 26. MÄRZ
Horst Schlämmer sucht das Glück
Bewaffnet mit Schnurrbart, Charme und Schmackes zieht Horst Schlämmer durchs Land, per Anhalter, Kutter und Chaosverkehr. Sein Auftrag: den Deutschen endlich wieder ein Lächeln ins Gesicht zu tackern.
Horst Schlämmer hat die Faxen dicke: Die Preise steigen, die Stimmung sinkt, die Kneipen schließen. Kurzum: Deutschland hat Rücken! Und zwar im Gesicht. Also geht der stellvertretende Chefredakteur vom „Grevenbroicher Tagblatt“ auf eine große Reise mit noch größerem Ziel: Er will den Leuten ihr Lächeln zurückbringen! Doch wie wird man glücklich? Schwere Zeiten verlangen nach klaren Antworten – und weil man die in Grevenbroich nicht finden kann, begibt sich Horst Schlämmer auf die Reise seines Lebens: Von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. Er trifft Passanten, Promis und Psychologen, fragt knallhart nach und verliert, trotz vieler Rückschläge, nie seine Mission aus den Augen: Die Menschen wieder glücklich zu machen!
Endlich bekommt die Nation, was sie braucht: Horst Schlämmer! Hape Kerkeling, einer der größten deutschen Entertainer, kehrt 2026 mit seiner legendären Kultfigur zurück auf die Leinwand. Suchte der stellvertretende Redakteur des Grevenbroichers Anzeigers in seinem ersten Kinoabenteuer „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ noch das persönliche Glück in der großen Politik, findet er es nun in den kleinen Alltagsbegegnungen im ganzen Land. Regie führte Sven Unterwaldt („Catweazle“, „7 Zwerge“, „Die Schule der magischen Tiere“). An der Seite von Hape Kerkeling spielen die Comedian Tahnee Schaffarczyk in ihrer ersten Kinorolle sowie Laura Thomas („Wissen macht AH!“) sowie Meltem Kaptan („Alter weißer Mann“) und viele mehr. programmkino.de / Peter Osteried
Kunst, Freundschaft und verletzte Egos prallen in einer einzigen Nacht aufeinander. Während Lorenz Hart im Schatten von „Oklahoma!“ taumelt, entfaltet sich ein intensiver Blick auf Liebe, Ruhm und den Preis kreativer Größe.
„Blue Moon” erzählt die Geschichte des legendären Songwriters Lorenz Hart, dessen berufliches und privates Leben während der Premierenfeier für das Musical „Oklahoma!“, mit dem sein ehemaliger Partner, der Komponist Richard Rodgers, einen großen Erfolg feiert, ins Wanken gerät. Mit einer Vielzahl an Schriftsteller*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen, Freund*innen und Protegés – eine Parade der Berühmten und derer, die es werden wollen – werden über 100 Minuten in Echtzeit die Ereignisse in der Bar Sardi’s am Abend des 31. März 1943 geschildert. Das Ergebnis ist eine Betrachtung über Freundschaft, Kunst und Liebe: Am Ende dieses Abends wird Hart einer Welt, die sich durch den Krieg unwiderruflich verändert hat, und der scheinbaren Unmöglichkeit der Liebe ins Auge gesehen haben.
Dem fünffach Oscar-nominierten Regisseur Richard Linklater („Boyhood“, „Before Midnight“) gelingt es mit seinem Talent fürs Komödiantische, die Ereignisse dieses einzigartigen Abends perfekt einzufangen. Das Drehbuch stammt von Robert Kaplow und wurde für einen Oscar in der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“ nominiert. Für die Produktion zeichnen Mike Blizzard, John Sloss und Richard Linklater verantwortlich. “Blue Moon” besticht mit beeindruckenden Darbietungen von Ethan Hawke („Leave The World Behind“), nominiert für den Oscar® als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Lorenz Hart, Andrew Scott („All of Us Strangers“) als Richard Rodgers, Margaret Qualley („The Substance“) als Harts Schützling Elizabeth und Bobby Cannavale („Standing Up“) als Barkeeper, Freund und Vertrauter von Hart.
DRAMA 100 MINUTEN FSK 12 USA, IRLAND 2025
Regie RICHARD LINKLATER Besetzung ETHAN HAWKE, MARGARET QUALLEY, BOBBY CANNAVALE, ANDREW SCOTT, JONAH LEES, SIMON DELANEY
Calle Málaga –Ein Zuhause in Tanger
María Ángeles kämpft um ihr Zuhause. Als ihre Tochter die geliebte Wohnung verkaufen will, entdeckt sie neue Stärke, alte Sehnsüchte – und eine Liebe, die sie längst verloren glaubte. Ein zärtlicher Film über Mut, Würde und Neuanfang.
María Ángeles (Carmen Maura), 79, ist tief verwurzelt im spanischen Viertel von Tanger. Ihre Wohnung in der Calle Málaga – voller Erinnerungen, Blumen und antiker Schätze – ist ihr ganzer Stolz. Vom Balkon aus beobachtet sie das bunte Treiben der Stadt – ruhig, zufrieden, in ihrer eigenen Welt. Doch als ihre Tochter Clara (Marta Etura) die Wohnung verkaufen will, gerät alles ins Wanken. Statt ins Seniorenheim zu ziehen, stellt sich María Ángeles quer. Mit Witz, List und Herz kämpft sie um ihr Zuhause. Überraschend findet sie dabei neue Nähe, Lebenslust und eine Liebe, die sie längst verloren glaubte. In „Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger“ erzählt Maryam Touzani von einer besonderen Verbundenheit zu einem Ort – und von einer Liebe, die auch im Alter nichts von ihrer Magie verliert. In der Hauptrolle bezaubert die Grande Dame des spanischen Kinos, Carmen Maura. Mit ihrem einzigartigen Gespür für Nuancen verkörpert sie eine Frau, die zwischen Würde und Verletzlichkeit, zwischen erfülltem Leben und leiser Sehnsucht ihren eigenen Weg findet. Eine berührende Geschichte über Mut, Selbstbestimmung und die Kraft der Liebe – zeitlos, zärtlich und voller Lebensweisheit. Regisseurin Maryam Touzani über „Calle Málaga – Ein Zuhause in Tanger“: „Der Film ist aus dem inneren Wunsch entstanden, zu meinen Erinnerungen zurückzukehren, ihnen nachzuspüren und sie wieder lebendig werden zu lassen. Denn ich bin überzeugt, dass jedes Werk, das wir schaffen, ein Echo jener Spuren ist, die das Leben in uns hinterlässt.“
Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 6€ inkl. 1 Glas Sekt 4.03. 11.03. 18.03. 25.03.
Regie
MARYAM TOUZANI Besetzung CARMEN MAURA, MARTA ETURA, AHMED BOULANE, MARÍA ALFONSA ROSSO, MIGUEL GARCÉS, LA IMÈN
Specials im März
MUSIK-SPECIAL MIT EINEM GLAS SEKT
EPIC: ELVIS PRESLEY IN CONCERT
SONNTAG 1. MÄRZ 17.00 UHR
Elvis singt und erzählt seine Geschichte wie nie zuvor in einem neuen Kinoerlebnis vom visionären Filmemacher Baz Luhrmann („Moulin Rouge“), der bei Recherchen für seinen „Elvis“-Biopic auf unveröffentlichte Aufnahmen des King stieß. Wir sehen ihn beim Proben, Rumalbern und natürlich bei seinen fulminanten Bühnenauftritten.
LIVE-REPORTAGE
GRAD°JETZT: DIE REISE ZUM KLIMA
MONTAG 2. MÄRZ 20.00 UHR
Naturfotograf Markus Mauthe entführt das Publikum auf eine visuelle Weltreise – poetisch, kraftvoll und wachrüttelnd. In Zusammenarbeit mit Greenpeace und begleitet von Journalistin Louisa Schneider ist ein eindrucksvolles Porträt unseres Planeten entstanden: voller Schönheit, aber auch voller Herausforderungen.
THEATER FILME – IN KOOPERATION MIT DEM BADISCHEN STAATSTHEATER BARRY LYNDON
SONNTAG 8. MÄRZ 12.30 UHR OV
Stanley Kubricks oft unterschätzter dreistündiger Meisterstreich wurde zum 50jährigen Jubiläum in einer 4K-Abtastung neu restauriert. Besonders hier kommen die Szenen, die einzig bei Kerzenschein aufgenommen wurden zur vollen Geltung. Kubrick ließ für diese Szenen extra Objektive bauen. Erzählt wird die Geschichte eines irischen Emporkömmlings zum Beginn der französischen Revolution.
SONDERVORSTELLUNG MIT GRATIS KREATIV-WORKSHOP
Kooperation staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
DAS SAMS
SONNTAG 8. MÄRZ 15.00 UHR ANMELDUNG: VETTER@SCHAUBURG.DE
Herr Taschenbier ist ein sehr ängstlicher Kerl. Das ändert sich schlagartig, als er dem Rotschopf Sams über den Weg läuft. Dieser ist ein sehr merkwürdiges Fantasiegeschöpf, welches unter Umständen Wünsche erfüllen kann.
FILMVORFÜHRUNG UND GESPRÄCH mit Rechtsanwalt i.R. Bernhard Docke
RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH
DONNERSTAG 19. MÄRZ 18.00 UHR
Das Oberlandesgericht Karlsruhe lädt gemeinsam mit der Stiftung Forum Recht und der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe ein - zu einem Abend über Rechtsstaatlichkeit, Gerechtigkeit und Menschenrechte. Im Anschluss an den Film berichtet Rechtsanwalt i.R. Bernhard Docke im Gespräch mit dem Publikum persönlich über den Fall und die Entstehung des Films. Der Eintritt zu Film und Gespräch ist frei.
MONTAG 9. MÄRZ 19.00 UHR
Polen 1962: Die 18-jährige Waise Anna bereitet sich darauf vor, in einem Kloster das ewige Gelübde abzulegen. Dabei trifft sie auf ihre Tante Wanda, die sich als Gegenpol zu allem, was das junge Mädchen bisher hinter den strengen Klostermauern kennen gelernt hat erweist. Für beide Frauen wird es eine Begegnung, die ihr komplettes Weltbild in Frage stellt. Ausgezeichnet mit dem Oscar 2015 für den besten fremdsprachigen Film.
LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS MET OPER IN NEW YORK WAGNER: TRISTAN UND ISOLDE
SAMSTAG 21. MÄRZ 17.00 UHR
Yuval Sharon, von der New York Times als „der visionärste Opernregisseur seiner Generation“ gefeiert, übernimmt die Regie der Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde. Mit Lise Davidsen und Michael Spyres stehen zwei elektrisierende Stars auf der MetBühne und man darf sich schon jetzt auf den Höhepunkt der Oper, Isoldes berühmte Schlussarie Mild und leise („Liebestod“) freuen.
INTERNATIONALE WOCHEN GEGEN RASSISMUS 2026
Kooperation mit dem DGB-Bezirk BaWü DER VERMESSENE MENSCH
MITTWOCH 25. MÄRZ 18.30 UHR
Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts. Alexander Hoffmann ist ein ehrgeiziger Ethnologe. Er erlebt, wie deutsche Soldaten mit unmenschlicher Härte den Vernichtungsbefehl in „DeutschSüdwestafrika“ ausführen. Er schickt seinem Berliner Professor Schädel und Skelette von toten Herero zum Zwecke der Forschung. — Mit Einführung.
QUEERFILMNACHT
MITTWOCH 25. MÄRZ 19.00 UHR OmU
Hochsommer an der Côte d'Azur, ein Haus mit Pool und Meerblick. Eigentlich soll der sechzehnjährige Enzo die Schule beenden und studieren. Doch im stillen Protest gegen die eigene Bourgeoisie fängt er auf einer Baustelle an. Dort wird ein Arbeiter sein männliche Vorbild, das dem behüteten Wohlstandskind immer gefehlt hat - doch noch ganz andere Gefühle kommen zum Vorschein.
SONDERVORSTELLUNG – KOOPERATION MIT DEM BADISCHEN STAATSTHEATER OBEN
SAMSTAG 28. MÄRZ 13.00 UHR
Schon seit er ein kleiner Junge war, hatte Carl Fredricksen nur einen einzigen Traum: Er wollte die Welt sehen. Leider kam es für ihn im Leben immer irgendwie anders, und so hat es mit seinen Plänen bis heute nie wirklich geklappt. Mit 78 Jahren hebt er nun mit tausenden von Luftballons ab und macht sich samt Haus und naseweißem Pfadfinder auf eine unvergessliche Reise.
FILMREIHE
NOUVELLE VAGUE
SONNTAGS 17:00 UHR OmU
Der neue Richard Linklater Film „Nouvelle Vague“ inspiriert uns, die französischen Filmklassiker der 60er Jahre, die Linklater zitiert und nachstellt noch einmal ins Programm zu nehmen. Das Herz der Bewegung bestand aus den Regisseuren Jean-Luc Godard („Außer Atem“) und François Truffaut („Jules und Jim“), die die Regeln, wie man Filme dreht völlig auf den Kopf stellten. Sie erfanden die „Handkamera“ oder den „Jump Cut“.
Regie LINKLATER NOUVELLE VAGUE
15. MÄRZ
Eine amerikanische Filmstudentin trifft in Paris auf eine Gruppe junger Cineasten, deren Gespräche, Streifzüge und Konflikte ihr Leben leise, aber unwiderruflich verändern. Ein verspieltes Mosaik über Kunst, Identität und die Frage, wie Filme unsere Wirklichkeit formen – zart, melancholisch und voller cineastischer Referenzen. Eine Hommage an die Liebe zum Kino selbst.
AUSSER ATEM
22. MÄRZ
Der Gangster Michel ist auf der Flucht, verliebt sich in die amerikanische Studentin Patricia und bemerkt nicht, wie nahe ihm die Polizei auf den Fersen ist. Zuerst als dilettantisches Machwerk abgetan, wurde später die raffinierte Absicht erkannt, wie kongenial mit Regelverstößen im Filmemachen gespielt wird. Der Film gewann 1960 den Silbernen Bären.
SIE KÜSSTEN UND SIE SCHLUGEN IHN
29. MÄRZ
Truffaut's erster Langfilm begründete den Auftakt des „Antoine-Doinel-Zyklus", in dem der Hauptdarsteller als Alter Ego des Regisseurs agiert. Antoine hasst die Schule und geht lieber ins Kino, wofür er von seiner hartherzigen Mutter und deren neuem Mann körperliche Züchtigung erfährt. Als Antoine anfängt zu stehlen, beginnt der Tanz in die Abwärtsspirale.
Regie GODARD
Regie TRUFFAUT
Ghibli & Beyond
DONNERSTAGS 19:00 UHR OmU
Seit den 80er Jahren ist Hayao Miyazaki das Herz japanischer Anime-Filmproduktionen. Mit seiner Firma Studio Ghibli ebnete er auch anderen Regisseuren den Weg auf die große Leinwand. Wir erleben fantasievolle, ökologisch-interessierte Stoffe, die immer wieder die Menschlichkeit in unserer Zivilisation hinterfragen. Es sind Filme, die meist für Kinder und Jugendliche Anknüpfungspunkte bieten, aber im Subtext überbordenden Stoff für Erwachsene liefert. Verrückte Geschichten und surreale Begebenheiten weisen auf das wichtigste in uns Menschen hin: Güte und emotionale Weisheit.
5. MÄRZ · 4K-PROJEKTION
DER JUNGE UND DAS BIEST
Ren ist ein einsamer Waisenjunge. Eines Tages betritt er eine fantastische Parallelwelt, die von magischen Bestien bevölkert wird. Dort erlernt er das Schwertkämpfen und findet neue Freunde. Ob er jemals in die reale Welt zurückkehren wird? Ergreifende Coming-Of-Age Geschichte mit satter Action, Humor und Mystik.
12. MÄRZ
DAS SCHLOSS IM HIMMEL
Die Themen des ersten Studio Ghibli Films sollten die Weichen für alles folgende stellen: Menschliche Gier, Natur und Technik. Fliegende Piraten sind hinter einem Kristall her, der den Eintritt in „Das Schloss des Himmels“ ermöglichen soll. Das Schloss beherbergte einst friedliche, intelligente Menschen mit fortschrittlichen Technologien.
19. MÄRZ
MEIN NACHBAR TOTORO
Das zentrale Werk von Hayao Miyazaki zeigt eine süße Kindergeschichte um wohl gesonnene Naturgeister und kleine Abenteurer. Zwei Schwestern gehen in einer ländlichen Gegend auf Entdeckungsreise. Sie finden fantastische Kreaturen und letztendlich den großen Totoro.
26. MÄRZ POM POKO
Eine Gemeinschaft von magischen Waschbären kämpft um ihren Lebensraum. Sie versuchen die eindringenden Menschen mit ihren Verwandlungskünsten zu vertreiben. Nach einer Idee von Ghibli-Mastermind Hayao Miyazaki wird der Verlust von Tradition durch die Zerstörungskraft von Fortschrittsglauben thematisiert. Der Film wird als japanisches „Watership Down“ gehandelt und ist ungewöhnlich witzig.
70mm-Highlights
Traditionell fühlt sich die Schauburg der Pflege des analogen Kinos verpflichtet. Ältere Titel zeigen wir oft so, wie damals bei ihrer Erstaufführung – auch neue Generationen von Kinogängern können so noch immer erleben, wie in den ersten 100 Jahren des Kinos, Filme auf der Leinwand aussahen und klangen. Auch manch neue Produktion nutzt die Ästhetik von „echtem“ Film. Zuletzt waren das „Oppenheimer“, „One Battle after Another“ oder „Joker“. Der März und April bringt uns gleich vier Filme, die wir im analogen Premiumformat aufführen dürfen:
AB 13. MÄRZ
MARTY SUPREME
Schuhverkäufer Marty träumt vom Tischtennis-Olymp – und riskiert für seinen großen Traum alles. Nach einer bitteren Niederlage beginnt eine wilde, weltumspannende Reise voller Obsession, Humor und Selbstfindung. Der Film wurde auf 35mm Kodak-Material gedreht und für die analoge Präsentation auf 70mm aufgeblasen.
SO 8. MÄRZ 16.30 OV
2001 – A SPACE ODYSSEY
Eine weitere Gelegenheit den Film aller Film in gebührlicher Form anzusehen: In perfekter analoger Qualität und in der englischen Version sogar mit 5 Frontkanälen ausgestattet. Philosophischer Tiefgang und extravaganter Bildperfektionismus gehen hier Hand in Hand. 2001 wurde auf 65mm Film aufgenommen.
AB 27. MÄRZ
THE TESTAMENT OF ANN LEE
Amanda Seyfried spielt die willensstarke Anführerin der Shaker, die die Gleichberechtigung der Geschlechter und soziale Gleichheit predigte und von ihren Anhängern verehrt wurde. Wir hören und sehen ein Dutzend historischer Shaker-Hymnen, die von Celia Rowlson-Hall choreografiert und vom Oscar®prämierten Komponisten Daniel Blumberg neu interpretiert wurden. Der Film wurde auf 35mm Material gedreht und für die analoge Präsentation auf 70mm aufgeblasen.
AB 16. APRIL
KILL BILL: THE WHOLE BLOODY AFFAIR
22 Jahre nach KILL BILL Vol. 1 & 2 veröffentlicht Regisseur Quentin Tarantino nun seine Wunschfassung am Stück mit 258 Minuten Länge in den Kinos. Die neue Fassung enthält eine neue Montage, verlängerte Szenen und neues AnimeMaterial. Filmfans spekulieren schon seit 20 Jahren, ob und wann diese Fassung die Lichtspielhäuser erreichen wird. KILL BILL wurde damals auf analogem 35mm Material gedreht und für unsere Präsentation auf 70mm aufgeblasen.
12.
SAMS
MAGISCHEN TIERE 4
Miriam zieht zu Ida und besucht die Wintersteinschule – nichtsahnend, was dort passiert. Überraschend erhält sie das magische Tier Fitzgeraldo. Als die Schule vor dem Aus steht, muss Miriam sich zwischen Vergangenheit und neuer Gemeinschaft entscheiden.
JAHR: 2025/ LÄNGE: 102 MIN. / FSK: 0
19. – 25. MÄRZ MEIN ERSTER KINOBESUCH
Kurzfilmprogramm für die Kleinsten ab 4 Jahren: Wir zeigen pädagogisch kuratierte Kurzfilmperlen für die allerkleinsten Kinobesucher. Erfrischende Tiergeschichten, fantasievolle Animationssketche und lustige Kinderabenteuer geben sich die Klinke in die Hand.
LÄNGE: CA. 50 MIN. / FSK: 0
Liebenswerte und vergnügliche Verfilmung von Paul Maars zeitlos angesagtem Kinderbuchbestseller.
JAHR: 2001 / LÄNGE: 100 MIN. / FSK: 0
FürGroß &Klein
ACHTUNG GEBURTSTAGSKINDER! An Eurem Geburtstag habt Ihr FREIEN EINTRITT ins Kinderkino! 5 nur€
26. MÄRZ – 1. APRIL CHECKER TOBI 3 – DIE HEIMLICHE HERRSCHERIN DER ERDE
Tobi Krell geht auf Weltreise, um die Frage zu beantworten: „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“. Die Reise führt ihn nach Madagaskar, Spitzbergen und Mexiko, um die Bedeutung gesunder Böden zu erforschen.
JAHR: 2026 / LÄNGE: 93 MIN. / FSK: 0
IN PERU
Paddington Bär kehrt nach Peru zurück, um seine Tante Lucy zu besuchen, die dort im Ruhestand ist. Sie lebt in einem Seniorenheim für Bären, doch während Paddingtons Besuch kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie in den Regenwald führt.
JAHR: 2025 / LÄNGE: 105 MIN. / FSK: 0
2. – 8. APRIL FELIX 2 - DER HASE UND DIE VERFLIXTEZEITMASCHINE
An einem Regentag geht Sophie mit Familie und Kuschelhasen Felix ins Museum. Felix entdeckt Professor Snorks Zeitmaschine und reist mit Mammut Wolli und Schildkröte Gertrude durch Steinzeit, Ägypten und zu Indianern.
JAHR: 2005 / LÄNGE: 82 MIN. / FSK: 0
Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de
26. FEBRUAR – 04. MÄRZ DIE SCHULE DER
05. – 11. MÄRZ DAS
– 18. MÄRZ PADDINGTON
Vorschau auf April
DAS DRAMA
Regie KRISTOFFER BORGL Besetzung ZENDAYA, ROBERT PATTINSON
Ein glücklich verlobtes Paar steht kurz vor der Traumhochzeit – doch in den Tagen vor dem Ja-Wort bröckelt die Fassade. Eine unerwartete Enthüllung wirft nicht nur die Hochzeitsplanung aus der Bahn, sondern alles, was sie über einander zu wissen glauben.
THE HISTORY OF SOUND
Regie OLIVER HERMANUS Besetzung
Über ihre tiefe Liebe zu traditioneller Folk-Musik kommen sich 1917 zwei Musikstudenten näher. Ihre leidenschaftliche Liebesgeschichte und die von ihnen gesammelte und bewahrte Musik werden den Verlauf ihres Lebens für immer prägen.
LES MISÉRABLES –
DIE GESCHICHTE VON
Regie ÉRIC BESNARD Besetzung GRÉGORY GADEBOIS, BERNARD CAMPAN, ISABELLE CARRÉ
In erschütternden Rückblenden erzählt der Film, wie die Grausamkeiten im Gefängnis einen sensiblen Menschen in einen wütenden Mann verwandeln und konzentriert sich dann auf die Begegnung des Außenseiters mit einem gutherzigen Mann der Kirche.
KILL BILL: THE WHOLE BLOODY AFFAIR IN 70MM!
Regie QUENTIN TARANTINO Besetzung
UMA THURMAN, DAVID CARRADINE, LUCY LIU
Einer der ikonischsten Filme der Kinogeschichte kommt nun erstmals in der Fassung in die deutschen Kinos, die Meisterregisseur Quentin Tarrantino ursprünglich konzipiert hatte: Beide Filme vereint zu einem einzigen, 4 ½ Stunden langen Epos – ungekürzt mit nie zuvor gezeigten Szenen.
Frankreich, 1980er Jahre. Als die 13-jährige Alpha mit einem selbstgeritzten Tattoo auf dem Arm nach Hause kommt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Ausgerechnet da taucht ihr Onkel Amin auf, der keinerlei Angst vor dem Tod zu haben scheint. Fiebriges und gleichzeitig zärtliches Werk von großer emotionaler Wucht.
30. APRIL
DIE REICHSTE FRAU DER WELT
Regie THIERRY KLIFA Besetzung
ISABELLE HUPPERT, LAURENT LAFITTE, MARINA FOÏS
Ein berauschend komisches Drama, das in seinen Abgründen an Shakespeare erinnert – mit einer brillanten Isabelle Huppert in der Titelrolle. Eine so grandiose wie doppelbödige Satire über die Macht des Geldes und den verführerischen Glauben an eine Familie, die ihr widerstehen könnte.
AB 16. APRIL
AB 2. APRIL
AB 2. APRIL ALPHA
Regie JULIA DUCOURNAU Besetzung TAHAR RAHIM, GOLSHIFTEH FARAHANI, MÉLISSA BOROS