15. 4.–6.10.2019
TODD-AO 70mm-Filmfestival
FESTIVALBROSCHÜRE
Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de
Mit freundlicher Unterstützung der
GROSSBILDWAND
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MANY THANKS TO: Georg Fricker Stiftung
Herbert Born & Thomas Hauerslev
Tina Andersson Jürgen Brückner Thomas Burkhardt Nicolás Celis Ninette Christensen Thomas Drumm Erica Frauman Hartmut Fricker Wolfram Hannemann Thomas Hauerslev Udo Heimansberg Marcel Höger Christine Kummer Claudius Lang Cordula Lau Gunter Oehme Paul Rayton Friedrich Schumacher Galina Shaveika
Team Projektion: Vincent Koch Marcus Vetter
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WILLKOMMEN! WELCOME! von Thomas Hauerslev
by Thomas Hauerslev
Wir begrüßen Sie zur fünfzehnten Auflage des Todd-AO Festivals im wunderbaren Schauburg Cinerama Filmtheater in Karlsruhe. Das Todd-AO-Festival könnte man auch als „Filmfestspiele von Cannes des 70MM-Films“ bezeichnen, bei dem SIE - die Zuschauerinnen und Zuschauer - die Ehrengäste sind. Wir haben zwar keinen roten Teppich, aber einen prächtigen Treppenaufgang. Bei uns gibt es keine dekadenten Yacht-Partys und keinen Champagner, doch stattdessen das gute Hoepfner-Bräu und deutsche Gemütlichkeit. Und letztlich finden bei uns auch keine internationalen Filmpremieren statt, aber wir haben ein treues Stammpublikum, das Jahr für Jahr wiederkommt, um Klassiker zu sehen, die sie vermutlich schon zig mal gesehen haben. Man kann sich fast sagen hören „Ich schmelze“, wenn Sie nach drei Tagen in der Dunkelheit wieder auf die ersten Sonnenstrahlen treffen. Viele Besucherinnen und Besucher sind seit Beginn des Festivals im Jahr 2005 dabei und kommen immer wieder, mehr oder weniger unabhängig davon, welche Filme wir zeigen. Wir wissen Ihre Treue sehr zu schätzen und freuen uns, dass Sie das Todd-AO-Festival so begeistert. Dieses Jahr präsentieren wir eine Reihe von überwiegend älteren Vintage-Klassikern, selten gezeigten Raritäten und einen brandneuen dreifachen OSCAR-Preisträger!!! Wir sind glücklich und stolz, „Roma“ von Alfonso Cuarón in Schwarz-Weiß und 70MM zu zeigen. Es wird ein besonderes Vergnügen sein, den mit deutscher Kameraausrüstung von ARRI in München digital in 6,5K gedrehten Film in seiner ganzen Pracht auf der großen gekrümmten Leinwand in 70MM zu sehen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Alfonso Cuarón im Februar 2019 neben dem Oscar für die „Beste Regie“ auch in der Kategorie „Beste Kamera“ ausgezeichnet wurde. Besonders begrüßen wir den in Österreich geborenen Regisseur James Quinn, den wir nach Karlsruhe eingeladen haben, um seinen 9-minütigen 70MM-Horror-Kurzfilm „Daughter of Dismay“ zu zeigen. James Quinn wird nach der Premiere am Sonntagmorgen über den Film sprechen, direkt nach dem Frühstück. Dies ist die Weltpremiere des 70MM-Films. Ist Super Panavision 70 besser als Todd-AO? Warum sind Bilder in einer Vergrößerung manchmal abgeschnitten und spielt das
Welcome to the fifteenth edition of the Todd-AO Festival at the amazing Schauburg Cinerama in Karlsruhe. The Todd-AO festival is the "Cannes Film Festival of 7OMM Film", where YOU - the audience - are the guests of honor. We do not have a red carpet, but we do have a magnificent staircase. We do not have decadent giant yacht parties and Champagne, but instead we have good Hoepfner Bräu and German Gemütlichkeit. And finally, we do not have international film premieres, but we have a loyal Stammpublikum, who come back year after year to watch classic films they may have seen many times before. You can almost hear yourself saying "I am melting", when the first rays of sunlight hit you after three days in the dark. Many guests have been here since the beginning in 2005, and almost regardless of what titles we are presenting, they come back the next year. We appreciate your loyalty and are pleased to learn that the Todd-AO Festival excites you. This year we have a collection of mostly old vintage classics, rarely screened spectacles and a brand new triple OSCAR winner!!! We are excited and proud to present Alfonso Cuarón's "Roma" in black & white 70mm. Photographed digitally in 6K with German camera equipment from ARRI in Munchen, it will be one major treat to see how it looks and feels on the big curved screen presented on 70mm film. Especially since Alfonso Cuarón also won an Oscar in the category "Best Achievement in Cinematography" besides winning the Oscar for "Best Achievement in Directing" in February 2019. Special welcome goes to Austrian born director James Quinn who we have invited to Karlsruhe to present his 9 minute 70mm horror short film "Daughter of Dismay". James Quinn will talk about the film after the premiere Sunday morning, just after breakfast. This is the World Premiere of the 70mm print. Is Super Panavision 70 better than Todd-AO? Why are pictures sometimes cropped in a blow-up and does it matter? Why does 70mm look so good? Well, there will be much to discuss as we present motion pictures photographed in Arriraw (6,5K), 35mm flat Widescreen, 35mm TechnoVision Anamorphic, Super 35, Panavision, Todd-AO 35 Anamorphic, 70mm blow-up, Todd-AO, Super Panavision 70, with MCS 70 Superpanorama, Cinema 180.
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eine Rolle? Warum sieht 70MM so gut aus? Nun, es wird viel Gesprächsstoff geben, wenn wir Filme zeigen, die in Arriraw (6,5K), 35 mm Flat Widescreen, 35 mm TechnoVision Anamorphic, Super 35, Panavision, Todd-AO 35 Anamorphic, 70MM BlowUp, Todd-AO, Super Panavision 70, mit MCS 70 Superpanorama und Cinema 180 gedreht wurden. Filme von Herzog, Seaton, Hathaway, Cukor, Attenborough, Lean, McTiernan, Lynch, Cuarón und Coppola. Filme mit Kinski, Lancaster, Seberg, Hepburn, Mangano, MacLachlan, Sydow, Washington, Miles, Mitchum, Rickman, Aparicio und vielen Anderen. Wir werden eine größere Werbetafel brauchen, um all diese Namen unterzubringen. Alte Klassiker und moderne Abenteuer – manche in Farbe und manche verblichene „Original-Vintage-Klassiker“. Die Welt aus der 2,21:1 Perspektive von 7OMM auf der gekrümmten Cinerama-Leinwand der Schauburg in echten 7OMM zu betrachten, ist einzigartig. Wir freuen uns darauf, Sie auf eine Reise um den Globus mitzunehmen, die uns von Südafrika bis Mexiko führen wird. Und vom Weltall bis an die Westküste Irlands. Von der Stadt Gotham bis nach Los Angeles, und vom Vietnamkrieg bis zum Sklavenhandel in Brasilien. Und schließlich von 27A Wimpole Street in London zum fiktiven Lincoln International Airport in der Nähe von Chicago. Und wir versichern Ihnen, die gewohnten Elemente des Todd-AO-Festivals werden auch nicht fehlen. Der Biergarten der Schauburg, Festivalposter, Neon, die Plakatwand, Hoepfner-Bier, tägliche Erfrischungen inklusive gemeinsamen kalt/warmen Buffets am Freitag, Samstag und Sonntag – alles in Ihrem Festivalpass enthalten. Es ist uns eine besondere Ehre, Sie in diesem Jahr bei der 15. Auflage des Todd-AO-Festivals zu begrüßen, und wir hoffen, Sie begleiten uns bei einem GROSSartigen Wochenende mit einem GROSSEN Filmformat auf einer GROSSEN Leinwand. Willkommen. Bienvenue. Welcome. Velkommen. Välkomna. Vítejte. Welkom. Benvenuto. Yokoso. Bienvenida. ...Und nun präsentieren wir in großartigen, Horizont erweiternden 70MM „The Entertainment Experience of a Lifetime“!
Motion pictures by Herzog, Seaton, Hathaway, Cukor, Attenborough, Lean, McTiernan, Lynch, Cuarón and Coppola. Motion pictures starring Kinski, Lancaster, Seberg, Hepburn, Mangano, MacLachlan, Sydow, Washington, Miles, Mitchum, Rickman and Aparicio, and many more. We are going to need a bigger marquee to fit all those names in. Old classics, and modern adventures some in color and some faded "original vintage classics". Seeing the world in the 2,21:1 perspective of 7OMM on the curved Schauburg Cinerama screen in authentic 7OMM is unique. We look forward to take you on a global journey from South Africa to Mexico. From outer space to the west coast of Ireland. From the city of Gotham to Los Angeles, and from the war in Vietnam to slave trade in Brazil. And finally from 27A Wimpole Street in London to the fictional Lincoln International Airport near Chicago. Rest assured, the usual elements of the The Todd-AO Festival are also here. The Schauburg beer garden, festival posters, neon, the bill board, Hoepfner beer, daily refreshments and food on Friday, Saturday and Sunday - all free with your Festival Pass. It is a privilege to welcome you to The Todd-AO Festival 2019 in its 15th edition, and we hope you will join us for a BIG weekend, with a BIG film format on a BIG screen. Willkommen. Bienvenue. Welcome. Velkommen. Välkomna. Vítejte. Welkom. Benvenuto. Yokoso. Bienvenida. ...and now, in the glorious vision of the horizon expanding spectacle of 7OMM, we present - The Entertainment Experience of a Lifetime!
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Sarah Miles, Robert Bolt und Sohn Tom am Set von RYANS DAUGHTER
ROBERT BOLT von Peter Kohl ✝
Robert Bolt war Ende der 60er-Jahre, als er seine Gage (400 000 Dollar!) für das Drehbuch zu „Ryans Tochter“ (1970) kassierte, der höchstbezahlte Drehbuchautor der Welt. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand wissen, dass der dritte Film, den er nach „Lawrence von Arabien“ (1962) und „Doktor Schiwago“ (1965) zusammen mit Regisseur David Lean (1908-1991) in Angriff nahm, bei Publikum und Kritik durchfallen würde. Es war so etwas wie eine persönliche Niederlage, denn dieser Film war für Bolt eine Herzensangelegenheit. Inspiriert von Flauberts Romanklassiker „Madame Bovary“ hatte er seiner jungen Frau Sarah Miles die Rolle der irischen Gastwirtstochter Rosy Ryan auf den Leib geschrieben, die aus der langweiligen Ehe mit einem erheblich älteren Mann in die Affäre mit einem britischen Offizier flüchtet, womit sie im Irland des Jahres 1916 gleich zwei Tod sünden begeht, sie bricht die Ehe und sie schläft mit dem Feind. Mittlerweile wird das relativ ereignisarme Dreistundenepos, das wie seine beiden Vorgänger im 70mm-Format in die Kino kam, von der Filmkritik mit anderen Augen gesehen. Das ändert aber nichts dran, dass Robert Bolt das Schicksal fast aller Drehbuchautoren teilt. Er steht im Schatten des Regisseurs, in diesem Fall von David Lean, der aber ohne Bolts exzellente Drehbücher wohl kaum zwei der größten und erfolgreichsten Filmepen der Filmgeschichte geschaffen hätte. Wobei der Nachruhm von „Lawrence von Arabien“ sich als beständiger erweist als der von „Doktor Schiwago“, der Verfilmung des Romans von Boris Pasternak, aus dem Bolt auf Wunsch von Lean und entgegen seiner Überzeugung
Robert Bolt (1924-1995), ein großer Schriftsteller und einer der bedeutendsten Drehbuchschreiber der Filmgeschichte.
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die Liebesgeschichte zwischen dem Arzt Jurij (Omar Sharif) und Lara (Julie Christie) herausdestillieren und viele andere wichtige Aspekte und Handlungsstränge beiseite lassen mußte. Für das Drehbuch zu „Doktor Schiwago“ erhielt er einen der fünf Oscars, während er bei den sieben Oscars für „Lawrence von Arabien“ leer ausging. Dabei zeigt sich in der Adaptation von T.E. Lawrences autobiografischem Kriegsbericht „Die sieben Säulen der Weisheit“ Robert Bolts Meisterschaft in der Gestaltung von prägnanten Szenen und glänzenden Dialogen. Noch kurze Zeit davor, wußte Robert Bolt mit dem Medium Film wenig anzufangen, aber da war er auch noch ein Schullehrer und braver Familienvater, der sich mit Hörspieltexten für die BBC ein Zubrot verdiente und davon träumte, dass seine Stücke auf den großen Bühnen des Landes aufgeführt würden. Seine Träume sollten sehr bald in Erfüllung gehen und darüberhinaus eine Karriere ihren Lauf nehmen, von der er wohl nicht einmal geträumt hatte.
Von links: David Lean, Freddie Young und Robert Bolt bei Dreharbeiten zu LAWRENCE OF ARABIA
Robert Bolt wurde am 15. August 1924 in Sale bei Manchester als zweites Kind eines Möbelhändlers und einer Lehrerin geboren. Er war ein schlechter Schüler und verließ die höhere Schule in Manchester bereits mit 16 Jahren. Als er dann aber als Angestellter einer Versicherungsfirma feststellen mußte, wie langweilig so ein Bürojob sein kann, holte er auf Umwegen mit Privatunterricht den Schulabschluß nach und nahm 1943 ein Studium an der Universität von Manchester auf. Doch die Studienzeit währte nicht lange, es war Krieg und er wurde eingezogen. Die Feindberührung hielt sich im Grenzen, das Kriegsende erlebte Bolt in einem Trainingscamp der Royal Air Force in Südafrika, danach half er noch mit an der Goldküste, dem heutigen Ghana, ein Telefonnetz aufzubauen. Im September 1946 war die Militärzeit zu Ende und er nahm sein Studium mit dem Schwerpunkt Geschichte in Manchester wieder auf, nach dem Examensabschluß an der Universität Exeter im Jahr 1950, war er ein voll ausgebildeter Grundschullehrer. Im selben Jahr wurde die Tochter Sally geboren, sie war der Grund, warum er im Jahr zuvor die Kunststudentin Celia Ann Roberts (Jahrgang 1929) geheiratet hatte. Aus der Ehe gingen noch zwei weitere Kinder hervor: Benedict (1952), kurz Ben, der als Fernsehregisseur immer noch gut im Geschäft ist, und Joanna (1958). Als erwachsene Frau und junge Mutter sollte Sally, die zu Depressionen neigte, bei einem Autounfall ums Leben kommen, den nicht nur ihr Vater als Selbstmord deutete. Bolt erwies sich wie in seinen weiteren Ehen nicht gerade als Familienmensch, nach getaner Arbeit als Lehrer zog er sich zum Schreiben zurück und erwies sich als eifriger Stückeschreiber. Kaum überschaubar ist die Zahl der Arbeiten, die der BBC als Hörspiele ausstrahlte, während er in Somerset eine graue, unscheinbare Lehrerexistenz führte. Ein Kinderstück mit dem Titel „The Thwarting of Baron Bolligrew“, das die BBC bereits im Oktober 1952 in ihr Programm nahm, sollte sich zu einem der großen und vor allem dauerhaften Erfolge von Bolt entwickeln. Nicht nur, dass die Geschichte um den tapferen Ritter Oblong Fitz-Oblong 1964 auf die Bühne gebracht wurde, die berühmte Augsburger Puppenkiste erwarb die Rechte und machte daraus den Sechsteiler „Der kleine dicke Ritter“, der 1963 im deutschen
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Fernsehen erstmals ausgestrahlt wurde. Das Buch, das danach entstanden ist, ist übrigens immer noch das einzige Werk, das von Robert Bolt auf dem deutschsprachigen Buchmarkt zu haben ist. Der Theatererfolg kam, als Margaret Ramsay (1908-1991) als Literaturagentin sich der Sache des jungen talentierten Autors annahm. Das erste Bühnenstück „The Critic and the Heart“ (1957) hielt sich gerade mal zwei Wochen auf dem Spielplan des Oxford Playhouse, weit mehr Beachtung fand schon „Flowering Cherry“(1958), das mit den Theaterstars Ralph Richardson und Celia Johnson am West End Theatre uraufgeführt wurde, wobei die Geschichte eines Versicherungsvertreters, der unzufrieden mit seinem Leben sich in einem imaginären Kirschgarten zurückzieht und damit den Ruin seiner Familie heraufgeschwört, immer wieder den Vergleich mit Arthur Millers Erfolgsstück “Tod eines Handlungsreisenden“ provozierte. Noch spektakulärer war die Besetzung der Hauptrollen in dem Zeitstück „The Tiger and the Horse“ (1960), in dem Bolt die grassierende Angst vor einem Atomkrieg aufgriff. Der Held, Vizekanzler einer Universität, weigert sich eine Petition gegen die Atombewaffnung zu unterzeichnen, weil er um seine akademische Karriere fürchtet, und entfremdet sich dadurch Frau und Tochter. Erstmals stand Michael Redgrave zusammen mit seiner jungen Tochter Vanessa auf der Bühne, doch während sie das uneingeschränktes Kritikerlob einheimste, verstörte ihr Vater Publikum und Kritik. Ständig alkoholisiert spielte er seine Rolle wie in Zeitlupe. In diesem Stück hat Bolt erstmals das zentrale Thema seiner Stücke und seiner Filmarbeiten angeschlagen, der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Gewissen und Konvention, am deutlichsten herausgearbeitet ist es in seinem erfolgreichsten Stück „A Man for All Seasons“ (dt. „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“), das sich nach der Uraufführung 1961 zu einem Dauerbrenner auf britischen Bühnen entwickelte, und 1965 von Fred Zinnemann mit Paul Scofield in der Hauptrolle nach einem Drehbuch von Robert Bolt verfilmt wurde, der dafür seinen zweiten Oscar einheimste. Aus dem Grundschullehrer war ein Mann für alle Medien geworden. Auch dieses Stück um den Lordkanzler Thomas More, der standhaft die Zustimmung zum Bruch Heinrichs VIII mit der Katholischen Kirche verweigert und dafür mit dem Leben bezahlt, hatte er zunächst als Hörspiel konzipiert. 1961 trat machtvoll das Filmgeschäft in Gestalt des Produzenten Sam Spiegel (1901-1985) in sein Leben. Der suchte dringend einen neuen Drehbuchautor für die Verfilmung der Autobiografie
oben: Trevor Howard, Sarah Miles und Robert Bolt unten: David Lean und Robert Bolt am Set von RYANS DAUGHTER
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um unabsehbaren Schaden von dem Filmprojekt abzuwenden. Bolt mußte sich vorkommen wie in einem seiner Theaterstücke und er machte dabei keine gute Figur, angeblich hat er danach nie mehr ein Wort mit Sam Spiegel gewechselt. Wenig erfreulich war auch die Intervention des geschassten Drehbuchautors Michael Wilson, der in einem langen Brief an die Writers Guild of Great Britain ausführte, wieviel seiner Einfälle und Dialoge in dem fertigen Film steckten und forderte, als Co-Autor in den Credits genannt zu werden. Bolt, der für Wilsons Position durchaus Verständnis hatte, antwortete, dass gewisse Übereinstimmungen einfach darauf basierten, dass sie dieselbe Quelle benutzt hätten. Wilson erlebte es nicht mehr, dass sein Name im Abspann genannt wurde. Im September 1995 stellte die Writers Guild fest, dass fortan der Name von Michael Wilson neben dem von Robert Bolt in den Credits genannt wird. Robert Bolt und Produzent Anthony Havelock-Allan am Set von RYANS DAUGHTER
Bolt, Regisseur und Autor am Set von LADY CAROLINE LAMB von T.E. Lawrence (1888-1935), der als Heerführer maßgeblichen Anteil an der Loslösung Arabiens vom Osmanischen Reich hatte. Regisseur David Lean betrachtete das ursprüngliche Drehbuch von Michael Wilson (1914-1978) als unverfilmbar. Robert Bolt machte sich unverzüglich an die Arbeit und genoss zugleich das Jet Set-Leben, unter anderem auf der Yacht von Sam Spiegel. Das hinderte ihn nicht daran seinen linken Idealen die Treue zu halten. Im September 1961 wurde er zusammen mit anderen Mitglieder eines Anti-Nuklear-Komitees bei einer Demonstration verhaftet. Dummerweise hatte Lean gerade jetzt die Kapitel abgedreht, die ihm Bolt geliefert hatte, und verlangte nach Nachschub. Als sich Bolt weigerte, eine Erklärung zum Verzicht auf weitere politische Aktivitäten zu unterzeichnen, die seine Strafe von einem Monat auf zwei Wochen verkürzt hätte, kam Produzent Sam Spiegel mit seinem Rolls Royce bei der Strafanstalt vorgefahren und überredete ihn zu diesem Zugeständnis,
Wie sehr Robert Bolt in der Lage war, filmisch zu denken und zu schreiben, zeigt die Szene, ziemlich am Anfang des Films, in der Lawrence, gerade als er von Mr. Dryden (Claude Rains) den Auftrag erhält in die Wüste zu gehen, um ein Auge auf den arabischen Prinzen Faisal zu werfen, ein Zündholz anzündet und es ausbläst, bevor es ihm die Finger verbrennt. Schnitt: In einem majestätischen Panoramabild sieht man die Sonne über der Wüste aufgehen. Es war, wie sich heraustellte, die Idee von Bolt und nicht von Lean. Über die Drehbarbeiten, über die Vor- und die Nachgeschichte von „Lawrence von Arabien“ könnte man ein ganzes Buch schreiben, Michael Turner hat es bereits getan, das 1994 veröffentlichte Buch wurde leider ebensowenig ins Deutsche übersetzt wie seine Biografie „Robert Bolt: Scenes from two lives“ (1998), der die meisten Fakten für diese kursorisch bleibende Beschreibung eines aufregenden und produktiven Lebens entnommen sind. Gleich zweimal war Bolt mit Sarah Miles (1941) verheiratet, die wie kaum eine andere den Geist der Swinging Sixties verkörperte, aus der ersten Ehe mit ihr, von 1967 bis 1975, ging Sohn Tom hervor, der lange Zeit als Drogenjunkie auf der Kippe stand. 1972 setzte Bolt seine Frau als Regisseur des natürlich von ihm selbst geschriebenen Kostümfilms „Lady Caroline Lamb“ in Szene. 1988 heiratete er sie nochmals, nachdem er sich von der Schauspielerin Ann Queensberry hatte scheiden lassen, was umso erstaunlicher ist, wenn man weiß, dass er seit 1979 nach einem Schlaganfall in seinen Bewegungen und seinem Sprachvermögen eingeschränkt war. Geistig war er fast bis zum seinem Tode im Februar 1995 rege und unvermindert am Arbeiten, 1984 wurde das lang gehegte „Bounty“-Projekt unter der Regie von Roger Donaldson realisiert. 1986 folgte „The Mission“, unter der Regie von Roland Joffé. Das letzte realisierte Drehbuch war der Fernsehfilm „Without Warning“ (1991) über das Attentat auf Ronald Reagan. Zusammen mit seinen weiteren Theaterstücken, darunter sein letzter großer Bühnenerfolg „Vivat! Vivat Regina!“ (1971), und den nicht realisierten Skripten für Film und Fernsehen ergibt sich das imposante Gesamtwerk eines großen Schriftstellers, eines der bedeutendsten Drehbuchschreibers der Filmgeschichte.
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DAUGHTER OF DISMAY SYNOPSIS: ‚Daughter of Dismay‘ erzählt die surreale und mystische Geschichte einer Hexe, einer emotional gebrochenen Frau, die sich in die Tiefen des Waldes begibt, um ihren größten und innigsten Wunsch wahrwerden zu lassen. Dafür greift sie zu extremen und radikalen Mitteln – Mittel, die schlimme Folgen nach sich ziehen werden, was in einem erschütternden und zutiefst melancholischen Finale mündet. Mit seinen eleganten und gemäldeartigen Bildern ist der Film eine epische, bewegende und emotionale Reise durch eine Welt der Hexerei und des Okkultismus, bei der eine andere Art von Hexe im Mittelpunkt steht als die in den meisten Medien dargestellte. Bei dieser Hexe liegt der Schwerpunkt nicht auf klischeehaften Darstellungen von Teufelsanbetungen, stattdessen wird eine wesentlich tiefere und menschlichere Seite betont, mit der sich viele sehr gut werden identifizieren können.
BESETZUNG/CREDITS: Die Hauptrollen des Films sind mit Dajana Rajiç, Ieva Agnostiç und Krist Mort besetzt. Zur Crew gehören außerdem Talente wie der Produzent Justin Schenck (Passwort: Swordfish, The Exorcist), der Komponist Joseph Bishara (Conjuring – Die Heimsuchung, Insidious, Annabelle), der Tontechniker und dreifache Oscar-Preisträger Steve Maslow (Das Imperium schlägt zurück, Jäger des verlorenen Schatzes, Edward mit den Scherenhänden), die Print-Supervisor Vince Roth und Andrew Oran (Dunkirk, Interstellar, Der seidene Faden) und weitere Mitwirkende aus Filmen wie There Will Be Blood, The Autopsy of Jane Doe, Star Trek und Into The Wild.
PRODUKTIONSNOTIZEN: Gedreht wurde der Film in 65 mm (8 Perforationslöcher), mit 70 mm-IMAX-Kopien und mit normalen 70 mm-Filmkopien, alles komplett photochemisch. Um möglichst scharfe und klare Bilder zu erzielen, wurde Aufnahme Film mit 50 ASA verwendet, was sich als äußerst schwierig erwiesen hat, da die Dreharbeiten im dunklen Wald stattfanden. Für die Beleuchtung wurden mehrere 18.000-Watt-Lampen verwendet, die so stark waren, dass Darsteller und Crewmitglieder einen Sonnenbrand bekamen. In dem Film gibt es ausschließlich künstliches Licht, es wurde keinerlei natürliches Licht genutzt.
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RYANS TOCHTER Originaltitel: RYAN’S DAUGHTER GB 1969/70 / Aufgenommen in Super Panavision® 70 (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Stereo Magnetton / Deutsche Fassung / 183 Minuten / Erstaufführungskopie von 1970 / RoadshowPräsentation mit Pause / Welturaufführung: 09.11.1970 / Deutsche Erstaufführung: 17.12.1970 / Produktion: Anthony Havelock-Allan / Regie: David Lean / Buch: Robert Bolt / Kamera: Freddie Young / Musik: Maurice Jarre / Schnitt: Norman Savage / Darsteller: Sarah Miles (Rosy Ryan), Robert Mitchum (Charles Shaughnessy), Trevor Howard (Pater Collins), Christopher Jones (Randolph Doryan), John Mills (Michael), Leo McKern (Tomy Ryan), Barry Foster (Tim O'Leary), Archie O'Sullivan (McCardie) Ausgezeichnet mit 2 Oscars® Bester Nebendarsteller, John Mills Beste Kamera, Freddie Young
RYANS TOCHTER ist ein Film-Melodram von Regisseur David Lean, gedreht im Jahr 1969 auf der Dingle-Halbinsel in Irland. Der Film ist eine lose Adaption von Gustave Flauberts „Madame Bovary“ und erzählt vor dem Hintergrund des irischen Aufstandes von 1916 (Osteraufstand) die Geschichte der Rosy Ryan aus dem (fiktiven) Dorf Kirrary im Südwesten Irlands. (wikipedia) Im gesetzten Alter erinnert man sich noch selbst an viele Kinospektakel und Premieren: Am 17.Dezember 1970 suchten wir das Lichtburg-Filmtheater auf der Düsseldorfer Königsallee auf. Bereits vier Wochen vorher hatten wir im Vorverkauf Karten (Loge!) erstanden. Trevor Howard sollte zur „Westdeutschen Erstaufführung“ von RYANS TOCHTER kommen! Als wir uns dem Kino näherten, wurden wir stutzig- kein roter Teppich, keine Scheinwerfer, keine Presse- und auch keine Zuschauer. Gähnende Leere. Ein frustrierter Kinobesitzer begrüßte uns. Kein Trevor Howard. Es waren im Vorverkauf nur zwei Karten verkauft worden. Unsere… Das Kino hatte über 900 Plätze und bei Filmbeginn waren wir dann ganze 25 Zuschauer. Trotz dieser Enttäuschung auch für den Kinobetreiber: Es war für uns ein unvergessliches Erlebnis trotz Abwesenheit von Trevor Howard. Die 70mm-Kopie war flammneu, ein glasklares Bild, herrliche Farben und perfekt eingestellter 6-Kanal-Magnetton! Unvergesslich die neun Harfen, die zu Beginn der Ouvertüre erklangen und uns wieder einmal in die Filmwelt von David Lean, Robert Bolt, Maurice Jarre und Freddie Young entführten! Was wir nicht ahnen konnten: Es sollte für lange Zeit das letzte Mal sein! Die Zeiten hatten sich geändert. Der letzte große Erfolg von MGM war DOKTOR SCHIWAGO, eines dieser grandiosen aber altmodischen Filmepen. 1969 kam EASY RIDER in die Kinos und
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mit ihm drängte eine neue Generation von Filmemachern nach vorne. Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, Peter Fonda, Dennis Hopper, Steven Spielberg, Arthur Penn, Robert Altman… Der Erfolgsfilm des Jahres war M*A*S*H*, gestartet im Mai 1970, mit monatelangen Laufzeiten (ich war dabei, als studentische Aushilfskraft im City-Kino in Düsseldorf. WOODSTOCK, M*A*S*H* u.v.a. ständig ausverkauft, TORA!TORA!TORA! (in 70mm!) oder PATTON (4-Kanal-Magnetton) Flopps). Nicht nur, dass RYANS TOCHTER einer der vielen Filme zur falschen Zeit war - er wurde von der Kritik, die völlig auf das neue Hollywood, das New British Cinema oder die Nouvelle Vague eingeschworen war, geradezu lustvoll verrissen. Das „rororo Personenlexikon“ schrieb über David Lean: „Mit der BRÜCKE AM KWAI verkam David Lean zum Showman.“ Pauline Kael griff ihn in New York derart persönlich wegen RYANS TOCHTER an, dass er bis 1985 keinen einzigen Spielfilm mehr drehte. Ein unschätzbarer Verlust, wären seine nächsten Projekte doch eine Neuverfilmung der MEUTEREI AUF DER BOUNTY und NOSTROMO nach Joseph Conrad gewesen! Sarah Miles schrieb später: „Es war schrecklich. Ich glaube, dem Film haben die vergangenen Jahre nichts anhaben können. Er ist zeitlos. Aber damals wollte niemand eine Liebesgeschichte sehen. Ich fühlte mich verantwortlich, nicht nur, weil ich mitspielte, sondern weil ich auch die Frau des Drehbuchautors war. Aber damals hassten mich die Kritiker, sie hassten Robert (Bolt) und sie hassten David. Das war ihre Chance uns alle drei zu erwischen! LAWRENCE VON ARABIEN bekam schon abstoßende Kritiken. Einer nannte den Film „Die sieben Säulen der Langeweile“ (The Seven Pillars of Boredom)! Als DOKTOR SCHIWAGO herauskam hieß es: „Was für eine Schande dieser Sch…film im Vergleich zu LAWRENCE ist!. Es war der angesagte Zeitgeist David Lean zu hassen, denn er drehte die ganz großen Epen. Und er lieferte höchste Qualität. Das war unverzeihlich!“ Richard Schickel vom Life-Magazin begrüßte ihn laut David Lean mit den Worten: „Wie kann der Mann, der BRIEF ENCOUNTER gemacht hat mit so einem Stück Sch… wie RYANS TOCHTER daherkommen?“ Sir David dazu: „…ich war plötzlich altmodisch in jener Zeit, weil ich eine
Geschichte erzählte und das wurde damals unwichtig in Filmen… Ich glaube, das durchschnittliche Publikum liebt Geschichten. Es steckt in uns. Es begann in den Höhlen und ich glaube nicht, dass plötzlich, Mitte der 60er, die menschliche Rasse sich nicht mehr dafür interessierte! Das glaube ich überhaupt nicht!“ Maurice Jarre dazu: „Nach RYANS TOCHTER“ war David fertig. Nicht durch die Kritiken an sich sondern durch die Rachsucht einiger Kritiker. Was ihn wirklich getroffen hatte war diese: „Wenn ein Regisseur stirbt, wird er Fotograf“. Warum er das so ernst genommen hatte, weiß ich nicht. Wir hatten alle schlechte Kritiken. Und er war eigentlich ein ziemlich starker Kelte! Aber das hat ihn einfach umgehauen.“ 1985 hatte ich das große Glück und Vergnügen, in München Maurice Jarre zu treffen. Daraus wurde eine bis zu seinem Tod 2009 andauernde Freundschaft. Bereits an diesem ersten Abend kam die obligatorische Frage nach der eigenen Lieblingskomposition zu einem David-Lean-Film auf. Überraschenderweise kam als Antwort RYANS TOCHTER, allerdings ganz knapp vor LAWRENCE
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TOCHTER war ein „ungeliebtes Kind“ und vielleicht deshalb eine Herzensangelegenheit, während er auf LAWRENCE ständig angesprochen und irgendwie auch reduziert wurde, fand Jarres ständiger Hinweis darauf wenig Gehör. Auch den Versuch, Rosy´s Theme zu einem zweiten Lara´s Theme aufzubauen, fand er eher lächerlich. Mike Curb, der damalige Chef von MGM-Records hatte eine hippe Gesangstruppe ganz auf der Höhe der Zeit, die Mike Curb Congregation. Damit nahm er eine James-Last-Non-StopDancing-mäßige Version auf (It Was A Good Time, Text Mack David), die schnell auf den Kaufhaus-Wühltischen landete.
VON ARABIEN. Weit abgeschlagen DOKTOR SCHIWAGO wegen der Änderungen im zweiten Teil, der ständigen Wiederholung von Laras Thema und der Verzicht auf das wunderbare Schiwago-Thema, welches im fertigen Film nur noch im Titelvorspann erklingt: nicht seine Entscheidung als Komponist oder auch nur Mitsprache, sondern die von David Lean und Carlo Ponti. Bei RYANS TOCHTER hatte er völlig freie Hand und er konnte eine Vielzahl von Themen einsetzen (Rosy´s Theme, The Major March, Irish Revolution March, Michael´s Theme u.a.). RYANS
Was also macht RYANS TOCHTER besonders? Die Sturmsequenz? Die wundervolle 70mm-Fotografie? Die Filmmusik? Die DreiecksLiebesgeschichte? Die großartigen Schauspieler? Vielleicht und höchstwahrscheinlich die Summe von allem. Es ist sicher ein Zauber, der in jedem David-Lean-Film steckt. Das muß man mögen. Wer das nicht mag, hat zwar mein vollstes Verständnis aber auch mein Mitleid. Ich bekomme schon eine Gänsehaut wenn ich diese Namen lese: David Lean, Robert Bolt, Freddie Young, Maurice Jarre. Ferner Trevor Howard, Peter O´Toole, Omar Sharif, Alec Guinness, Sarah Miles, John Mills, Julie Christie, Rod Steiger, Anthony Quinn usw. usw. Es erwartete uns immer ein großes Epos, mit leichten Abstrichen bei REISE NACH INDIEN, der von einem Kabelsender produziert wurde, der Länge und Format vorgab (auch Maurice Jarre hatte Vorschriften: keine Ouvertüre, keine langen Musikpassagen). Bei David Lean muss man Zeit mitbringen. 3 bis 4 Stunden, wenn möglich. Es gibt Ouvertüren vor dem Film, Pausen, wie bei einem Opernbesuch. Der Begriff „Großes Kino“ ist heute leider inflationär, aber für einen David Lean Film wurde er wahrscheinlich erfunden. 70mm mit 6-Kanal-Stereophonischer Klangfülle auf einer gewölbten Riesenbildwand: dafür wurden sie gemacht. Nicht für´s Wohnzimmer und 70cm diagonal. Die Schauburg in Karlsruhe macht´s endlich wieder möglich: RYANS TOCHTER in 70mm – medienadäquat und nur so miterlebbar, was die Filmemacher umsetzen wollten! Udo O´Heimansberg
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ROMA Im Rahmen unseres Todd-AO-70mm-Filmfestivals in der Schauburg präsentieren wir Alfonso Cuaróns Meisterwerk im Oktober erstmals im Königsformat 70mm. Kaum ein Film hat die Kinobranche so aufgemischt wie Alfonso Cuaróns „Roma“. Nicht etwa wegen seines Inhalts, sondern aufgrund seiner Vermarktungsstrategie. Denn bei „Roma“ handelt es sich um ein waschechtes Produkt aus dem Hause Netflix, einem der größten Konkurrenten der Kinobranche. Der Streamingdienst bot den Film den Kinos zur Vorführung an, jedoch ohne sich an das übliche Auswertungsfenster zu halten. Nach Vorführungen auf diversen Filmfestivals wurde der Film ab 21. November 2018 in ausgewählten Kinos in den USA gezeigt, darunter auch Los Angeles, um den Film für die Oscar-Verleihung zu qualifizieren. Danach erfolgten Einsätze auch in weiteren Städten außerhalb der USA. Ab 6. Dezember 2018 wurde er in einigen deutschen Städten gezeigt. Bereits am 14. Dezember 2018 wurde er in das Programm von Netflix aufgenommen, womit der Film gerade einmal knapp einen Monat lang den Kinos exklusiv vorbehalten war. Innerhalb der deutschen Kinobranche führte das zu einer kontrovers geführten Diskussion. War man sich im Vorfeld zunächst offenbar einig, den Film zu boykottieren, um damit ein Zeichen gegen die nicht akzeptable Vermarktungspolitik von Netflix zu setzen, so war die Entrüstung umso größer, als sich einige wenige Lichtspieltheater in Deutschland dem Boykott widersetzten und den Film in ihr Programm aufnahmen.
Originaltitel: ROMA MEX/USA 2018 / Aufgenommen in Arriraw (6,5K) (Digital) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Datasat® Digitalton (5.1 Layout) / Spanische Originalfassung mit engl. UT / 135 Minuten / Erstaufführungskopie von 2018 / Welturaufführung: 30.08.2018 Deutsche Erstaufführung: 30.09.2018 / Produktion: Gabriela Rodríguez, Alfonso Cuarón, Nicolás Celis / Regie: Alfonso Cuarón / Buch: Alfonso Cuarón / Vorlage: Ernest Cline (Roman) / Kamera: Alfonso Cuarón / Schnitt: Alfonso Cuarón, Adam Gough Darsteller: Yalitza Aparicio (Cleo), Marina de Tavira (Sra. Sofía), Marco Graf (Pepe), Daniela Demesa (Sofi), Carlos Peralta (Paco), Nancy García (Adela), Diego Cortina Autrey (Toño), Verónica García (Sra. Teresa), Andy Cortés (Ignacio), Fernando Grediaga (Sr. Antonio) Ausgezeichnet mit 3 Oscars® Bester ausländischer Film, Mexico Beste Regie, Alfonso Cuarón Beste Kamera, Alfonso Cuarón
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Cuarón („Gravity“, „Children of Men“) selbst sagte über die Zusammenarbeit mit Netflix, dass der Zuschauer bei einem Streamingdienst einen dauerhaften Zugriff auf den Film habe: „Natürlich möchte ich „Roma“ dem Publikum, das sich für den Film interessiert, am liebsten unter den besten Konditionen präsentieren, und das ist natürlich ein Kino mit großer Leinwand und einer Tonanlage, die unser atmosphärisches Sounddesign reproduzieren kann.“ Er wisse aber auch, dass sich Menschen heute nicht mehr so sehr für Kino interessierten oder schlicht keine Zeit hätten, ins Kino zu gehen. Die Strategie des Streaming-Giganten ging auf: im Rahmen der Golden Globe Awards 2019 wurde „Roma“ als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet, zudem Cuarón für die beste Regie. Bei der Oscarverleihung 2019 war „Roma“ neben „The Favourite
– Intrigen und Irrsinn“ Favorit mit je zehn Oscarnominierungen, darunter bei beiden die für den besten Film und die beste Regie. Letztlich gewann der Film drei Oscars in den Kategorien beste Regie, bester fremdsprachiger Film und beste Kamera. Worum geht es eigentlich in „Roma“? Wir befinden uns in Roma, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt, im Jahre 1970. Hier arbeitet die Mixtekin Cleo als Kindermädchen und Haushälterin für eine siebenköpfige Familie der Oberschicht. Putzen, Kochen und Kinderhüten prägen ihren eintönigen Alltag. Abwechslung bietet ihr nur Fermin, ein junger Kampfsportfan, mit dem sie anbandelt. Als sie ihm beim gemeinsamen Kinobesuch eröffnet, dass sie von ihm schwanger ist, verschwindet Fermin von der Bildfläche... „Roma“ ist nicht mehr als eine Momentaufnahme des Lebens in der mexikanischen Hauptstadt Anfang der 1970er Jahre. Regisseur Alfonso Cuarón, selbst gebürtiger Mexikaner und zum Zeitpunkt der Handlung seines Films gerade einmal neun Jahre alt, fängt diese Momentaufnahme in leuchtendem Schwarzweiß ein und streckt seine Bilder über die gesamte Breite der CinemaScope-Leinwand. Mit atemberaubender Schärfe und einem brillanten Sounddesign, das sämtliche Vorzüge des “Dolby Atmos”-Tonformats ausreizt, macht er den Zuschauer gleichsam zu einem Zeitzeugen, der alle Geschehnisse wie durch ein großes Fenster in die Vergangenheit beobachtet. Sein Film kommt ohne Filmmusik und mit sehr wenigen Schnitten aus, wodurch eine unglaubliche Authentizität erreicht wird. Cuarón schildert nicht nur das Leben einer Mittelklassefamilie und ihrem Dienstmädchen, sondern thematisiert gleichzeitig ein dunkles Kapitel seines Landes: das FronleichnamMassaker im Jahre 1971, bei dem Dutzende von Menschen im Rahmen von Studentenprotesten durch eine paramilitärische Gruppe getötet wurden. Ein dunkles Kapitel, das das Land bis heute nicht vergessen hat.
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Die Geschichte des Films ist autobiographisch angehaucht. Nachdem die Produktion abgeschlossen war, erklärte der Regisseur der Presse Anfang 2017: „Mit diesem speziellen Projekt in mein Land zurückzukehren, war etwas sehr persönliches, weil wir in den 70er Jahren einen Film mit vielen Elementen und Erfahrungen aus meiner Kindheit gedreht hatten.“ Er habe damit einen Film realisiert, den er schon immer mit diesen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu drehen geträumt hatte. „Ich kann im Ausland leben, aber ich denke immer noch mexikanisch. Ich bin sehr mit der Vergangenheit in meinem Land verbunden.“ Über die im Film thematisierte Hintergrundgeschichte sagte Cuarón: „Das Fronleichnam-Massaker hat definitiv eine Narbe im kollektiven Bewusstsein der mexikanischen Gesellschaft hinterlassen. Mexiko ist ein Land mit vielen Brüchen und Traumata, aber dieses Massaker war sehr prägend.“ Das Massaker fand zur Zeit von Mexikos „Guerra Sucia“ (dem „Schmutzigen Krieg“) statt, der bis Anfang der 1980er-Jahre andauerte. Das Verschwindenlassen, die Ermordung und Folterung von Tausenden Linken, militanten Arbeitern und Bauern ist bis heute ein Kapitel der mexikanischen Geschichte, das nicht vergessen wurde. Cuarón erklärte, dass 90 Prozent der Szenen in Roma seinen eigenen Erinnerungen entstammen: „Ich reproduzierte das Zuhause meiner Kindheit, ich trug sogar einen Großteil der originalen Möbel zusammen, ich castete die Schauspieler so, dass sie so gut wie identisch mit meiner Familie zu Beginn der Siebzigerjahre wirken - bis hin zur Hauptfigur des Films, dem Kindermädchen Cleo. Wir drehten auch an den Originalschauplätzen, transformierten also das heutige Mexiko-Stadt in die Vergangenheit. Ich habe sogar genau dieselben Automodelle in die Straße parken lassen, die zu jener Zeit dort immer standen.“ Cuarón sieht seinen Film auch als eine Hommage an das
stille Wirken der Hausmädchen, die auch seine eigene Kindheit prägten, vor allem an Liboria „Libo“ Rodríguez, das Dienstmädchen der Familie. Das Panorama, das sich über den Dächern Romas zeigt, wurde mittels CGI nachgebildet. Da sich das Straßenbild in MexikoStadt seit den Siebzigern – auch durch das Erdbeben von 1985 bedingt – stark verändert hatte, mussten die Spezialisten von MPC nahtlos die Gebäude und Fassaden der 1970er in die real gedrehten Straßenzüge der Gegenwart eingefügen. Cuarón und sein Kameramann Galo Olivares drehten den Film in Schwarz-Weiß mit der digitalen Alexa 65 Kamera von Arri. Die Herausforderung beim Drehen war – wie schon immer zu Zeiten des Schwarzweissfilms – die Farben des Szenenbildes so abzustimmen, dass später im Schwarzweissbild eindrückliche Grauschattierungen entstanden. Szenenbildner Eugenio Caballero unterstützte dies durch die Verwendung von Materialien mit einer „kräftigen Textur“. Wer „Roma“ nur aus der Streamingplattform kennt oder ihn womöglich noch gar nie gesehen hat, aber auch all jene, die ihn gerne noch einmal auf großer Kinoleinwand sehen wollen, denen bietet sich nun im Rahmen unseres „15. Todd-AO 70mm Film festivals“ die einmalige Gelegenheit, Cuaróns Meisterwerk im 70mm-Format auf der gekrümmten Bildwand der Schauburg zu erleben. Es ist uns gelungen, eine der ganz wenigen 70mm-Kopien des Films eigens für dieses Event nach Karlsruhe zu holen. Die vom digitalen 4K-Master hergestellte Filmkopie verspricht erstklassige Bildqualität – die Schwarzweißbilder werden unsere Bildwand förmlich zum Glühen bringen, ergänzt durch einen für 5.1 Tonkanäle optimierten digitalen Surround-Sound. Wolfram Hannemann
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AIRPORT Originaltitel: AIRPORT USA 1970 / Aufgenommen in Todd-AO® (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Mono Magnetton / Deutsche Fassung / 136 Minuten / Erstaufführungskopie von 1970 / Welturaufführung: 05.03.1970 / Deutsche Erstaufführung: 25.03.1970 / Produktion: Ross Hunter / Regie: George Seaton , Henry Hathaway / Buch: George Seaton / Buchvorlage: Arthur Hailey / Kamera: Ernest Laszlo / Musik: Alfred Newman / Schnitt: Stuart Gilmore / Darsteller: Burt Lancaster (Mel Bakersfield), Dean Martin (Vernon Demerest), Jean Seberg (Tanya Livingston), Jacqueline Bisset (Gwen Meighen), George Kennedy (Patroni), Helen Hayes (Ada Quonsett), Van Heflin (D.O. Guerrero), Maureen Stapleton (Inez Guerrero), Barry Nelson (Anson Harris), Lloyd Nolan (Harry Standish), Dana Wynter (Cindy), Barbara Hale (Sarah Demerest), Gary Collins (Cy Jordan), John Findlater (Peter Coakley), Jessie Royce Landis (Mrs. Harriet DuBarry Mossman), Larry Gates (Commissioner Ackerman), Peter Turgeon (Marcus Rathbone), Whit Bissell (Mr. Davidson), Virginia Grey (Mrs. Schultz), Eileen Wesson (Judy Barton), Paul Picerni (Dr. Compagno), Nick Cravat (Nick Valli), Marion Ross (Joan Myers), Frederick Worlock (Frederick Williams)
Airport ist ein Katastrophenfilm aus dem Jahr 1970 nach der gleichnamigen Romanvorlage von Arthur Hailey. Filmstart in den bundesdeutschen Kinos war am 25. März 1970. Katastrophenfilme sind so alt wie das Kino selbst. DIE LETZTEN TAGE VON POMPEJI, SAN FRANCISCO, diverse TITANIC-Filme…Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flugzeugabstürze! Und immer läuft seit Jahrzehnten alles nach dem gleichen Schema ab: zunächst herzergreifend und/oder faszinierend, packend - jede Menge privater Probleme in Seifenopernmanier und dann die große Katastrophe. Und wir Zuschauer strömen in Scharen in die Filmtheater und genießen diese Weltuntergänge vom bequemen Kinosessel aus, gerne versüßt mit Kalorienbomben. Für ein Jahrzehnt der modern – neuzeitlichen Katastrophen im Kino gab´s den Startschuss 1970. George Seatons AIRPORT zog nicht nur eine Armee von flammenden Filminfernos nach sich, sondern auch eine Airport-Flughafen-Serie. GIGANTEN AM HIMMEL (1975), VERSCHOLLEN IM BERMUDA-DREIECK (1977), DAS CONCORDE-INFERNO (1979). „Ben-Hur“-Charlton Heston war gleich dreimal dabei (ENDSTATION HÖLLE, GIGANTEN AM HIMMEL, ERDBEBEN) und startete einen erneuten Popularitätsschub, diesmal ohne Pferde im Rennen. Dazu kamen noch drei Fast-Katastrophenfilme ZWEI MINUTEN WARNUNG, U-BOOT IN NOT und DIE SCHLACHT UM MIDWAY (auch die ohne Wagenrennen!). Sein Kommentar: „Dank der Gage von ERDBEBEN konnte ich in London ein Jahr lang Theater spielen!“ Natürlich war die Story von AIRPORT auch nicht neu. Ein Fernsehfilm von Theo Mezger „FLUG IN GEFAHR“ mit Hanns Lothar aus dem Jahre 1964 basierte bereits auf einem Roman von Arthur Hailey und einer der Klassiker des Flugzeug-in-Not-
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Genres kam 1954 in die Kinos: ES WIRD IMMER WIEDER TAG mit John Wayne als heldenhaftem Piloten. Die Plot-Beschreibung liest sich wie eine Schablone für alle Filme dieser Art: „Ein Verkehrsflugzeug vom Typ Douglas DC-4 der (fiktiven) Fluggesellschaft Trans Orient Pacific (TOPAC) startet zu einem normalen Linienflug von Honolulu nach San Francisco. An Bord befinden sich die verschiedensten Passagiere mit ihren (den Zuschauern zuvor genüsslich dargebotenen) unterschiedlichen Ansichten und Problemen.“ Und in den Katastrophenfilmen der 70er Jahre ist dies die Gelegenheit, bekannte Gesichter einzusetzen, auch solche, die in der Filmbranche schon längst vergessen waren (Fred Astaire, Olivia DeHavilland, Gloria Swanson usw.). Nichts desto trotz ist AIRPORT äußerst unterhaltsam und sogar spannend, besonders wenn man ihn in Todd-AO und 6-Kanal-Magnetton erleben darf. Auch die Special-Effects und Flugzeug-Miniaturen, damals sensationell, wirken heute noch erstaunlich perfekt. Besonderen Genuss werden die Zuschauer haben, die die Persiflage DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG- AIRPLANE! von Zucker/Abrahams kennen. Und mal Hand aufs Herz: Würden Sie sich in ein Flugzeug setzen, wenn Sie wüssten, dass Dean Martin der Pilot ist? Mit Burt Lancaster als Flughafenchef bin ich sowohl zufrieden als auch beruhigt, und George Kennedy als Joe Patroni (der im Übrigen für die Prise Sexismus sorgt) ist der zuverlässige Zupacker, der sich in allen AIRPORT-Filmen testosteronversprühend bewährt. AIRPORT war für 10 Oscars nominiert. Nur Helen Hayes wurde ausgezeichnet - für die „Beste Nebendarstellerin“. Für sowohl den Oscar als auch den Golden Globe wurde Alfred Newman nominiert. Der Veteran der amerikanischen Filmmusik gewann neunmal die begehrte Statuette und war 45mal nominiert. Seine bekannteste Komposition dürfte die Fanfare der 20th Century Fox sein. Seine Brüder Lionel und Emil waren ebenfalls erfolgreiche Filmkomponisten. Alfreds Söhne Thomas und David Newman sind selbst zu sehr gefragten Filmmusikkomponisten und Oscarpreisträgern aufgestiegen. Sein Neffe Randy Newman betätigt sich seit
Jahrzehnten gleichermaßen als Sänger/Songwriter und als Komponist für Film- und Fernsehproduktionen. AIRPORT war Alfred Newmans letzte Filmarbeit. Als Kettenraucher litt er seit Jahren an Lungenkrebs und komponierte seine letzte Musik im Endstadium der Krankheit. Sein Freund und Kollege Ken Darby half bei der Einspielung und Jack Hayes und Leo Shuken orchestrierten seine Komposition. Alfred Newman starb am 17. Februar 1970 im Alter von 69 Jahren. Seine persönliche Lieblingsarbeit war die Filmmusik zum Cinerama-Epos DAS WAR DER WILDE WESTEN. Und nun: Starten wir mit der dynamischen Titelmusik in die 70er Jahre und erleben hautnah echtes Katastrophen(film)Feeling! Dank sei Todd-AO! Udo Heimansberg
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MY FAIR LADY Originaltitel: MY FAIR LADY USA 1964 / Aufgenommen in Super Panavision® 70 (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Stereo Magnetton / Deutsche Fassung / 173 Minuten / Erstaufführungskopie von 1964 / Roadshow-Präsentation mit Pause / Welturaufführung: 21.10.1964 / Deutsche Erstaufführung: 23.12.1964 / Produktion: Jack L. Warner / Regie: George Cukor / Buch: Alan Jay Lerner / Vorlage: Frederick Loewe, Alan Jay Lerner, George Bernard Shaw / Kamera: Harry Stradling Sr. / Musik: Frederick Loewe / Musikarrangement: André Previn / Songtexte: Alan Jay Lerner / Schnitt: William Ziegler / Darsteller: Audrey Hepburn (Eliza Doolittle), Rex Harrison (Henry Higgins), Stanley Holloway (Alfred P. Doolittle), Wilfrid Hyde-White (Colonel Pickering), Gladys Cooper (Mrs. Higgins), Jeremy Brett (Freddie Eynsford-Hill), Theodore Bikel (Zoltan Karpathy), Isobel Elsom (Mrs. Eynsford-Hill), Mona Washbourne (Mrs. Pearce)
Dieser Artikel bricht eine Lanze für die deutsche Fassung!
Ausgezeichnet mit 8 Oscars® Bester Film, Jack L. Warner Bester Hauptdarsteller, Rex Harrison Beste Regie, George Cukor Beste Kamera, Harry Stradling Sr. Beste Ausstattung, Gene Allen, Cecil Beaton, George James Hopkins Beste Kostüme (Farbe), Cecil Beaton Bester Ton, George Groves Beste Musikadaptation, André Previn
Am 15. März 1957 wurde im Hellinger-Theatre in New York ein Musical uraufgeführt, das sich zu einem der erfolgreichsten Stücke des Genres entwickeln sollte: MY FAIR LADY. Der Titel wurde einem englischen Kinderreim entnommen: „London Bridge Has Falling Down, My Fair Lady!“. Das Buch und die Liedertexte schrieb der 1918 in New York City geborene Alan Jay Lerner, die Musik komponierte der 1901 in Berlin geborene Frederick Loewe. 2.717 Vorstellungen und 6 ½ Jahre Spielzeit brachen damals am Broadway alle Rekorde, und ein Einsatz im Londoner Drury Lane
MY FAIR LADY ist eine Musicalverfilmung aus dem Jahr 1964, deren Handlung auf dem gleichnamigen Bühnenmusical von Alan Jay Lerner (Text) und Frederick Loewe (Musik) und auf der Schauspiel-Komödie (Romance in five Acts) `Pygmalion´ von George Bernard Shaw basiert. Der Film wurde 1965 bei der Oscarverleihung achtmal ausgezeichnet: Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Beste musikalische Bearbeitung, Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild, Bester Ton, Bester Hauptdarsteller. Insgesamt war MY FAIR LADY für zwölf Oscars nominiert. Ferner erhielt er drei Golden Globes und zahlreiche internationale Auszeichnungen. MY FAIR LADY gehörte zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres - und dies immerhin auch im damals noch heftig musicalverachtenden Deutschland! „Aufwendige Verfilmung des klassischen Musicals […] Ein intellektueller Genuss, beispielhaft in der Geschichte des Genres: die hohe Stilisierung, dem Musical ohnehin eigen, wird witzig, gescheit und romantisch auf die Spitze getrieben.“– „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997.
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Theatre brachte es auf sensationelle 2.281 Vorstellungen. Zur Urbesetzung gehörten in beiden Fällen Rex Harrison und Julie Andrews (die es leider nicht in den Film schaffte, da Jack Warner sie für viel zu unbekannt hielt).
Das waren noch Zeiten: Die Vorführtechnik ließ Warner Brothers in den 70mm-Kinos überprüfen und die Plakatma-
Am 25. Oktober 1961 fand die deutsche Erstaufführung im Berliner Theater des Westens statt, mit Paul Hubschmidt als Higgins und Karin Hübner als Eliza. Die spätere Synchronstimme von Rex Harrison, Friedrich Schönfelder, spielte den Oberst Pickering. Rex Gildo, dessen Mitwirkung die Presse genüsslich verriss spielte Freddy Eynsford-Hill. Ein Riesenerfolg, viel Prominenz wie Willy Brandt, Ingrid Bergman, Arthur Brauner, Senta Berger, Georg Thomalla u.a. bei den Aufführungen und ein Programm–Muss bei den Schüler-Berlinfahrten über viele Jahre… Es war auch ein Erfolg der kongenialen deutschen Übersetzung von Robert Gilbert. Er selbst dazu: „MY FAIR LADY, in der alles von Bernard Shaw herkommend, denn er hat ja das Original PYGMALION geschrieben, in englischen Bezüglichkeiten sich ergeht. Das sind alles Anglizismen, die Wortwitze, die Verdrehungen, die Vokalisierung - alles kommt aus dem Englischen. Wie macht man das in der deutschen Sprache? Da saß ich zum Beispiel…vor einer Nummer, die hieß: „The rain in spain falls mainly on the plain“. Ich habe es dann übersetzt: „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“. Wie kam ich darauf? Ich habe erst gedacht, ich bin verrückt geworden. Aber ich hatte keinen Ausweg. Denn hätte ich es wortgetreu übersetzt, dann würde es geheißen haben: „Der Regen in Spanien fällt hauptsächlich in der Ebene“. Na, fangen sie damit was an in der deutschen Sprache. Erstens war´s ein Tango, ich musste Spanisches erwähnen, und ich musste die Möglichkeit haben, den Vokal so zu verändern, dass Eliza, die Cockney-English spricht und die Vokale falsch ausspricht. …ich habe den Berliner Dialekt gewählt, weil er dem Cockney-Akzent sehr nahe ist. Und es kam dabei heraus, dass durch das verzerrte „Ü“ im Berlinischen ein „I“ herauskommt. Sie sagt also „Es jrient so jrien,
ler bekamen genaue Anweisung zum Anmischen des MY FAIR LADY-Rosas! 70mmKopien hielten sich auch daran und wurden schon nach wenigen Jahren rosa…
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Außerdem verfasste er politische Couplets, wie „Die Ballade vom Nigger Jim“ für Hanns Eisler. Zusammen mit Hanns Eisler arbeitete er unter dem Pseudonym David Weber an Arbeiterkampfliedern („Auf den Straßen zu singen“, „Stempellied“, „Ballade von der Krüppelgarde“, „Das Lied eines Arbeitslosen“), die auch Ernst Busch in sein Repertoire aufnahm, sowie an einer Oper über die Arbeitslosigkeit „150 Mark“. Zur Zeit seines größten Erfolges übernahmen die Nazis die Macht und er musste als Jude und den Kommunisten nahestehend in die USA emigrieren, genau wie sein Freund Fritz Löwe. Vielleicht wäre MY FAIR LADY ohne die Nazis irgendwann eine deutsche Operette mit einem Titel wie „Mein Fleurop-Fräulein“ geworden… Noch 1933 versuchte er in einem Gedicht vor der politischen Entwicklung zu warnen. Die letzten Zeilen dieses Gedichts jener Tage sind leider immer noch - oder schon wieder - aktuell: „Keiner braucht mehr anzupochen, Mit der Axt durch jede TürDie Nation ist aufgebrochen Wie ein Pestgeschwür!“ wenn Spaniens Blieten bliehn“. Ich habe mich erst gar nicht getraut, das den Originalautoren vorzulegen. Die sagten aber: Ja, warum nicht?“ Die „Originalautoren“, das war hauptsächlich Frederick Loewe. Gilbert las ihm am Telefon die Texte vor. Loewe, der ja in Berlin geboren war und auch Berlinisch sprach, war angetan aber dennoch äußerst kritisch. Es waren unzählige teure Ferngespräche nach Übersee nötig, um dem Text den letzten Schliff zu geben und das OK der Urheber zu bekommen. Interessanterweise wurde Robert Gilbert lediglich im Titelvorspann der 35mmKopien erwähnt, während bei 70mm der Filmvorführer händisch laut Verleihanweisung als Abschluss des Vorprogramms ein Dia mit dem Hinweis auf den deutschen Übersetzer Robert Gilbert zeigen musste. Robert Gilbert und Frederick Loewe kannten sich bereits seit den frühen 20er Jahren. Damals hieß Frederick noch Fritz Löwe und war ein mäßig erfolgreicher Schlagerkomponist, der oft mit Gilbert zusammenarbeitete. Gilbert, geboren 1899 in Berlin als David Robert Winterfeld, schrieb auch Texte für den Komponisten Werner Richard Heymann, u.a. für DIE DREI VON DER TANKSTELLE mit dem unverwüstlichen „Ein Freund, ein guter Freund…“. Ebenso arbeitete er für die Comedian Harmonists (Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh´n) und er schrieb für die Operette „DAS WEISSE RÖSSEL“ drei Lieder, darunter „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“ (Text und Musik).
Wer mehr über Robert Gilbert erfahren möchte, dem sei das Buch von Christian Walther ROBERT GILBERT EINE ZEITGESCHICHTLICHE BIOGRAFIE, Verlag Peter Lang Edition, wärmstens empfohlen. „Warum kann eine Frau nicht so sein wie ein Mann? Männer sind ehrlich, gediegen und fein. Zu jeder Zeit nobel und niemals gemein. Wenn Du sie schlägst, sie schlagen nie zurück! Oh nein! Kann eine Frau nicht ebenso sein? Erster ist im Karpfenteich der Hecht. Wenn du selbst der Karpfen bist, dann hast du Pech, aber: wir sind ein prächtig´ Geschlecht!“ – Professor Henry Higgins Die grandios ausgestattete Verfilmung von MY FAIR LADY kam 1965 in die deutschen Kinos, zunächst ausschließlich in die Großstädte mit 70mm-Kopien und gigantischer Marketingbegleitung: „Das Schönste was die Leinwand je geboten hat“. Die Kinobesitzer mussten hohe fünf-stellige Vorauszahlungen riskieren, die sich dann allerdings lukrativ amortisierten. In einigen Großstädten lief MY FAIR LADY monate-, sogar jahrelang. Die deutsche Fassung gestalteten in stereofonischer Klangfülle vom Feinsten: Rex Harrison: Friedrich Schönfelder (Sprache und Gesang), Eliza Doolittle: Uta Hallant (Sprache), Monika Dahlberg (Gesang – Audrey Hepburn wurde von Marnie Nixon stimmlich gedoubled), Alfred P. Doolittle: Klaus W. Krause u.a. Musikalische Leitung: Heinrich Riethmüller, Chor: RIAS Kammerchor. Udo Heimansberg
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COBRA VERDE Ein Rinderhirt verläßt die Dürre Brasiliens mit dem Traum vom besseren Leben. Als Goldgräbersklave mißbraucht, wird er Bandit und Aufseher über 600 farbige Sklaven auf einer Plantage und schließlich als Sklavenhändler nach Afrika abgeschoben. Dort zum Vizekönig geworden, flieht er das Land. Der aufwendige Film verspielt das interessante Thema der Romanvorlage infolge überzogener Selbstironie und Schaueffekte - vor allem aber wegen der unerträglich exzentrischen Selbstdarstellung des Titelhelden. (Quelle: Film-Dienst) D 1987 / Aufgenommen in 1:1.85 (35mm Negativfilm) Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Dolby® (A) Stereo Magnetton / Deutsche Fassung / 111 Minuten Erstaufführungskopie von 1987 / Welturaufführung: 03.12.1987 / Deutsche Erstaufführung: 03.12.1987 / Produktion: Lucki Stipetic / Regie: Werner Herzog / Buch: Werner Herzog / Vorlage: Bruce Chatwin / Kamera: Viktor Ruzicka / Musik: Popol Vuh / Schnitt: Maximiliane Mainka / Darsteller: Klaus Kinski (Francisco Manoel de Silva), King Ampaw (Taparica), José Lewgoy (Don Octavio Coutinho), Salvatore Basile (Kapitän Fraternidade), Peter Berling (Bernabo)
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SCHREI NACH FREIHEIT Die Freundschaft eines liberalen südafrikanischen Journalisten mit einem Bantu-Führer bildet die Basis für eine nachdrückliche Anklage gegen die Auswüchse der Apartheid-Politik. Obwohl der Film weder die politischen noch die gesellschaftlichen Hintergründe erhellt und damit die Chance zu einer differenzierten Auseinandersetzung ungenutzt läßt, ist er wegen seiner humanitären Tendenz beachtenswert. (Quelle: Film-Dienst) Originaltitel: Cry Freedom / GB 1987 / Aufgenommen in Super 35 (35mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Dolby® (A) Stereo Magnetton / Englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln / 158 Minuten / Erstaufführungskopie von 1987 / Welturaufführung: November 1987 / Deutsche Erstaufführung: Februar 1988 / Produktion: Richard Attenborough / Regie: Richard Attenborough / Buch: John Briley / Vorlage: Donald Woods / Kamera: Ronnie Taylor / Musik: George Fenton, Jonas Gwangwa / Schnitt: Lesley Walker / Darsteller: Kevin Kline (Donald Woods), Penelope Wilton (Wendy Woods), Denzel Washington (Steve Biko), Kevin McNally (Ken), John Thaw (Kruger), Timothy West (Captain De Wet), Zakes Mokae (Pater Kani), Julian Glover (Don Card), Ian Richardson (Ankläger des Staats), Alec McCowen (Hochkommissar)
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STIRB LANGSAM Eine Gangsterbande besetzt am Weihnachtsabend das 30. Stockwerk eines Bürohochhauses, nimmt die Gäste einer Party als Geiseln und versucht, 640 Millionen Dollar in Wertpapieren aus dem Safe eines japanischen Konzerns zu erbeuten. Ein zufällig anwesender Polizist durchkreuzt in einem aussichtslos erscheinenden Kampf gegen die Gangster und gegen die Tücken der Hochhaus-Elektronik den ausgefeilten Plan. Unter Einsatz aller erdenklichen technischen Raffinessen auf Hochspannung getrimmter harter Action-Film, der in der zweiten Hälfte zunehmend an Ironie gewinnt. Seine Rasanz und Dramatik erreicht er erst in der 70mm-Fassung und einem dementsprechend eingerichteten Kino. Erwähnenswert: die gegenüber dem amerikanischen Original durch Synchronisation und kleine Kürzungen veränderte Darstellung der deutschen Gangster mit terroristischem Hintergrund. (Quelle: Film-Dienst) Originaltitel: Die Hard / USA 1988 / Aufgenommen in Panavision® Anamorphic (1:2.35) (35mm Negativfilm) und Super Panavision® 70 (1:2.20) (65mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Dolby® (A) Stereo Magnetton / Deutsche Fassung / 132 Minuten / Erstaufführungskopie von 1988 / Welturaufführung: 15.07.1988 / Deutsche Erstaufführung: 10.11.1988 / Produktion: Lawrence Gordon, Joel Silver / Regie: John McTiernan / Buch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza / Vorlage: Roderick Thorp (Roman) / Kamera: Jan de Bont / Musik: Michael Kamen / Schnitt: Frank J. Urioste, John F. Link / Darsteller: Bruce Willis (John McClane), Alan Rickman (Hans Gruber), Bonnie Bedelia (Holly Genaro McClane), Alexander Godunow (Karl), Reginald Veljohnson (Sgt. Al Powell), Paul Gleason (Dwayne T. Robinson), De‘voreaux White (Argyle)
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DUNE – DER WÜSTENPLANET Der Kampf um die Befreiung eines Planeten von seinen Unterdrückern endet dank einer „Erlöserfigur“ siegreich. In einer optisch reichen, originellen und bizarren Bilderwelt angelegtes, vielschichtiges Science-Fiction-Märchen. Seine soziale, ökologische und religiöse Aussage verliert durch eine wirre Dramaturgie und die nicht immer konsequente Auflösung des literarischen Stoffes in Filmsprache an Tiefe und Sinnfälligkeit. Für Fantasy- und Science-Fiction-Freunde trotz einiger Längen von Interesse. (Quelle: Film-Dienst) Originaltitel: Dune / USA 1984 / Aufgenommen in Todd-AO® 35 Anamorphic (1:2.35) und VistaVision® (35mm Negativfilm) / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Dolby® (A) Stereo Magnetton / Englische Originalfassung / 135 Minuten / Erstaufführungskopie von 1984 / Welturaufführung: 03.12.1984 / Deutsche Erstaufführung: 14.12.1984 / Produktion: Raffaella De Laurentiis / Regie: David Lynch / Buch: David Lynch, Eric Bergren, Christopher De Vore / Vorlage: Frank Herbert / Kamera: Freddie Francis / Musik: Toto, Marty Paich, Brian Eno, Roger Eno, Daniel Lanois / Schnitt: Anthony Gibbs / Darsteller: Francesca Annis (Lady Jessica), Kyle MacLachlan (Paul Atreides), Virginia Madsen (Prinzessin Irulan), Silvana Mangano (Reverend Mother Ramallo), Jürgen Prochnow (Duke Leto Atreides), José Ferrer (Shaddam IV), Linda Hunt (Shadout Mapes), Patrick Stewart (Gurney Halleck), Brad Dourif (Piter De Vries), Freddie Jones (Thufir Hawat), Sting (Feyd-Rautha), Dean Stockwell (Dr. Wellington Yueh), Max von Sydow (Dr. Kynes), Sean Young (Chani), Kenneth McMillan (Baron Vladimir Harkonnen), Sian Phillips (Reverend Mother Gaius Helen Mohiam), Richard Jordan (Duncan Idaho), Paul Smith (Rabban), Alicia Roanne Witt (Alia), Everett McGill (Stilgar), Jack Nance (Nefud), Leonardo Cimino (Arzt des Barons)
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APOCALYPSE NOW Während des Vietnam-Krieges erhält ein amerikanischer Captain den Auftrag, einen Colonel zu liquidieren, der nicht mehr zurechnungsfähig ist und sich im Dschungel von Kambodscha als Herrscher aufspielt. Die Fahrt auf dem Patrouillenboot konfrontiert ihn fortlaufend mit der gnadenlosen Härte und dem unsagbaren Schrecken des Krieges, sie nimmt dabei zunehmend irreale, alptraumhafte Züge an. Ein verstörender, brillant komponierter Film, der realistisch krass den Krieg als Zerstörer alles Menschlichen anklagt, in seiner Inszenierung allerdings sehr auf Effekte abzielt. Insofern im Gesamteindruck zwiespältig (Quelle: Film-Dienst) Originaltitel: Apocalypse Now / USA 1979 / Aufgenommen in 35mm TechnoVision® Anamorphic und Todd-AO® 35 Anamorphic (1:2.39) und 16mm / Präsentiert in 70mm (1:2.20) / 6-Kanal Dolby® (A) Stereo Magnetton mit Split Surround / Deutsche Fassung / 140 Minuten / Erstaufführungskopie von 1979 / Welturaufführung: 19.05.1979 / Deutsche Erstaufführung: Oktober 1979 / Produktion: Francis Ford Coppola, Gray Frederickson, Fred Roos, Tom Sternberg / Regie: Francis Ford Coppola / Buch: John Milius, Francis Ford Coppola / Vorlage: Joseph Conrad / Kamera: Vittorio Storaro / Musik: Carmine Coppola, Francis Ford Coppola / Schnitt: Walter Murch, Richard Marks, Gerald B. Greenberg / Darsteller: Martin Sheen (Willard), Marlon Brando (Colonel Kurz), Robert Duvall (Kilgore), Dennis Hopper (Fotograf), Frederic Forrest (Chef), Samuel Bottoms (Lance), Laurence Fishburne (Clean), Harrison Ford (Colonel Lucas), Scott Glenn (Lieutenant Richard M. Colby), Herb Rice (Roach), Damien Leake (Machine Gunner) Ausgezeichnet mit 2 Oscars® Beste Kamera, Vittorio Storaro Bester Ton, Walter Murch, Mark Berger, Richard Beggs, Nathan Boxer
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Fotos: Thomas Hauerslev
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15. 4.–6.10.2019
TODD-AO 70mm-Filmfestival
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