Wirtschaftskammer „Schlesien” Viele Möglichkeiten für das Unternehmertum
Die Wirtschaftskammer „Schlesien” ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, die Initiativen unterstützt und an Tätigkeiten teilnimmt, die mit der Entwicklung des Unternehmertums in Schlesien verbunden sind. • Schulungen, Workshops, Konferenzen, Beratungen • Kooperationsbörsen • Messen und Ausstellungen • • Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Tschechischen Republik
Kontakt Wirtschaftskammer „Schlesien” 45-310 Opole / Oppeln • ul. Ozimska 184 • Tel./Fax: +48 77 4538484 • E-Mail: info@igsilesia.pl • www.igsilesia.pl
Im Heft 3
Wirtschaft
Kultur & Lifestyle
4 | Polens Investitionsattraktivität wächst
26 | Bücher soweit das Auge reicht – die 8.
ununterbrochen
Aus der neuesten Auswertung von EY geht hervor, dass 2016 insgesamt 256 Projekte zu Direktinvestitionen realisiert wurden
6 | Kleinunternehmer haben es bergauf
Ein Kleinunternehmer muss an der Weichsel mit einer ganzen Reihe von Hindernissen klarkommen
8 | Polnische Wirtschaft im Aufwind
Im ersten Vierteljahr 2017 erreichte das reale BIP-Wachstum 4% im Vergleich zum Vorjahr - informierte das Statistische Hauptamt GUS
9 | Polen ganz oben bei Auslandsinvestitionen 9 | Um wie viel wird der Mindestlohn in Polen
Warschauer Buchmesse
800 Aussteller aus 32 Länder, über 75 Tsd. literaturbegeisterte Besucher und Deutschland als diesjähriger Ehrengast im Mittelpunkt des Events
29 | Hier sind die Winzer gefragt!
Am 22. und 23. Juni wird in Krakau eine Weinprobe stattfinden- dies im Rahmen des Internationalen Weinwettbewerbs Galicja Vitis 2017
30 | Netia Off Camera 2017 - das sind die Preisträger
In Krakau fand in diesem Jahr die 10. Auflage des Netia Off Festivals statt
angehoben?
31 | The Witcher als Serie auf Netflix
10 | Schluss mit billig: Preise in Polen gestie-
31 | Megaproduktion über die Piasten
gen
32 | Zbigniew Wodecki ist tot
12 | Moody’s bestätigt Polens Rating
33 | #WirKochen: Gołąbki
13 | Kleine- und mittlere Unternehmen werden immer optimistischer 13 | Lebt es sich in Warschau besser als in London? 14 | Letzte Migrationswelle: Polen wollen noch vor dem Brexit auswandern 15 | Arbeitslosigkeit geht weiter zurück 16 | Das sind die besten Arbeitsplätze in Polen 16 | Neue Rekorde der polnischen Autoindustrie
Tourismus 34 | Naturwunder in Polen 41 | Legendia - der Schlesische Park mit neuem Look 44 | Extremsportler im Riesengebirge unterwegs 45 | Start im Hauptschlüssel-Erbstollen 46 | Polen entdeckt den Whisky
18 | Auszeichnung für Drutex 20 | Elektrobusse von Solaris in Nürnberg und Fürth
#Ratgeber 22 | Worauf soll man achten, wenn man einen Vertrag mit einer ausländischen Firma abschließt?
Politik
Impressum PolenJournal.de Chefredakteur: Piotr Piela Grafik & Design: Emanuela Janda Textkorrektur: Kathrin Gorzela Autoren: Emanuela Janda, Paulina Kuc, Ramona Nocoń, Piotr Piela, Anna Rosenthal, Rafał Stelmaszewski
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24 | Präsident Duda will, dass die Polen 2018 über die Verfassung abstimmen 24 | Regierung schmiedet Pläne zum neuen Su-
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per-Hafen in Danzig
Bildung 25 | Jagiellonen-Universität unter den besten in Europa 25 | Das sind die besten Ingenieurstudien in Polen
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4 Wirtschaft
Polens Investitionsattraktivität wächst ununterbrochen Aus der neuesten Auswertung von EY geht hervor, dass 2016 insgesamt 256 Projekte zu Direktinvestitionen realisiert wurden. Im Vergleich zu 2015 bedeutet das einen Anstieg um 21%. Im Rahmen dieser Projekte könnten mindestens 22 Tsd. neue Arbeitsplätze entstehen. Das wäre um 12% mehr als 2015.
I
nvestoren aus dem Ausland weisen darauf hin, dass die Investitionsattraktivität des Standorts Polen 2016 gewachsen ist. Dies bestätigte die Studie des Beratungsunternehmens EY, welches die Wahrnehmung der Investoren aus dem Ausland untersuchte. Im Bericht wurden auch die wichtigsten Faktoren, die Einfluss auf neue Investitionsprojekte haben, sowie auf den Ausbau der Tätigkeit im jeweiligen Land, unter die Lupe genommen. Im vergangenem Jahr wurden 256 neue Direktinvestitionen aus dem Ausland in Polen verkündet. Das bedeutet einen Anstieg um 21% im Vergleich zu 2015, als nur 211 Investitionsprojekte bestätigt wurden. Diese Entwicklung bescherte Polen die Rückkehr in die Top-5 der beliebtesten europäischen Investitionsrichtungen erstmals seit 2008. Im Rahmen dieser Investitionen könnten mindestens 22.074 Arbeitsplätze entstehen, also um 12% mehr als 2015, als nur 19.651 Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das ist das zweitbeste Ergebnis in Europa. Polen ist insofern in beiden Kategorien der unbestrittene Spitzenreiter in Mittelosteuropa - so Marek Rozkrut von EY. Polens Hauptstadt verzeichnete auch einen signifikanten Anstieg. 8% der befragten Investoren sah Warschau in der Top-3 der besten Investitionsstandorte. Das sind um 4% mehr als ein Jahr zuvor. Die Entwicklung rund um Investitionsprojekte hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. Zwischen 2004-2013 wurden an der Weichsel durchschnittlich 142 Investitionsprojekte pro Jahr verkündet und in den zwei Folgejahren wuchs diese Zahl gleich um 40% und erreichte im Schnitt die 200-Projekte-Marke. In anderen Ländern in Mittelosteuropa wuchs die Zahl der getätigten Investitionen um 25,4% erklären die Experten von EY.
Polen braucht Kapital sowohl von Innen als auch von Außen um die Investitionsrate zu steigern. Besonders wertvoll sind Direktinvestitionen aus dem Ausland, die neben der Schaffung neuer Arbeitsplätze auch Technologie transferieren, was wiederum die Produktivität steigert und die Fertigkeiten der Arbeitnehmer weiterentwickelt. Aus dem Bericht geht auch hervor, dass zwischen 2005 und 2016 durchschnittlich über 80% der Projekte, die in Polen lokalisiert werden, aus Westeuropa und den USA kommt. Wenn es um einzelne Bran-
chen geht, kommen die meisten Projekte seitens der Industrie, Finanzen und Dienstleistungen, sowie Verkehr und Kommunikation. Seit 2013 wächst die Zahl der Investitionsprojekte im Produktionssektor, doch der Anteil an allen Direktinvestitionen, die an der Weichsel betätigt werden, geht zurück. Polen gewinnt auch immer mehr an Bedeutung mit Blick auf die sog. Shared Services u.a. im Bereich der Buchhaltung und IT-Dienste. Allein im Jahr 2016 wurden hierzulande 38 solcher Investitionsprojekte verkündet - die meisten in ganz Europa. Trotzdem ist die Umsetzung der Direktinvestitionen an der Weichsel aufwendiger als woanders in Europa, aber dafür kapitalintensiver als in anderen Ländern der Region.
Damit die Entwicklung zur Wettmachung der Kluft zu anderen, mehr entwickelten globalen Wirtschaften erhalten bleibt, muss Polen konsequent die Investitionsrate steigern, die im vergangenen Jahrzehnt unter dem Niveau der Mehrheit anderer mittelosteuropäischer Länder lag. Das ausländische Kapital spielt eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Wachstumspotenzials des Landes. Eine besondere Rolle kommt den Direktinvestitionen aus dem Ausland zu, die einen Beitrag zur Internationalisierung polnischer Unternehmen und deren Integration mit der globalen Wirtschaft geleistet haben - erklärt Marek Rozkrut. 48% der Umfrageteilnehmer erwartet, dass innerhalb der kommenden 3 Jahre Polen seine Investitionsattraktivität weiter steigert. Zu den Stärken der polnischen Wirtschaft gehören laut den Investoren - die Fertigkeiten der Arbeitnehmer, die Arbeitskosten sowie das Potenzial zur Steigerung der Produktivität. Für die Zukunft wird der Dienstleistungssektor als Wirtschaftsmotor genannt. Polen wird laut Paweł Tynel von EY vor allem in einen Wettbewerb um Investitionen mit Tschechien treten. Die befragten Investoren sehen dort den größten Konkurrenten. Der Bericht Polens über die Investitionsattraktivität wurde anhand einer Umfrage vorbereitet, die im März und April telefonisch durchgeführt wurde. Zu den Befragten gehörten 208 Entscheidungsträger im Bereich der Investitionen aus aller Welt. 58% von ihnen ist bereits auf dem polnischen Markt vertreten. Sie wurden nach ihren Investitionsplänen und/oder der Ausweitung ihrer Präsenz an der Weichsel zusammen mit Faktoren, die Einfluss auf die Attraktivität des Standorts nehmen, und potentiellen Risiken gefragt. von Piotr Piela
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6 Wirtschaft
Kleinunternehmer haben es bergauf Ein Kleinunternehmer muss an der Weichsel mit einer ganzen Reihe von Hindernissen klarkommen. Das geht aus dem Bericht der Republikanischen Stiftung hervor, deren Experten sich u.a. über das unbeständige Steuerrecht, Nachlässigkeit der Gerichte sowie das Arbeitsrecht beklagen.
E
nde Mai wurde der Bericht der Stiftung im polnischen Sejm vorgestellt. Małgorzata Janowska und Anna Maria Siarkowska aus der Abgeordnetengruppe der Republikaner, haben zusammen mit dem Direktor der Stiftung - Radosław Żydok - darauf hingewiesen, dass ein schlechtes Recht das Potenzial der Wirtschaft bremst. Im Bericht selbst lesen wir, dass Polen auf dem 6. Rang in der EU sei, wenn es um die Zahl der neu gegründeten Unternehmen geht. Wenn man bei dieser Zusammenstellung die Bevölkerungszahl mit einbezieht, rangiert Polen erst auf dem 19. Platz. Das zeugt von einer relativ niedrigen Sättigung der Wirtschaft und großem Potenzial - so die Autoren des Berichts. Der Anteil der Kleinstunternehmer am polnischen BIP erreicht rund 30%. In KMUs sind 99% der Arbeitnehmer im privaten Sektor beschäftigt. Die Stiftung weist außerdem darauf hin, dass diese Unternehmergruppe einen Anteil an der Schaffung neuer Arbeitsplätze hat. In Polen beläuft sich dieser Satz auf 36,8%, in der EU auf 28,5%. Intere-
ssanterweise verkaufen nur wenige Kleinunternehmer ihre Waren ins Ausland. Es sind gerade mal 3,1%. Bei den Dienstleistungen sind es noch weniger - 0,4%. Weiter wurde festgehalten, dass die polnischen Unternehmer um rund zwei Jahre jünger sind als die Geschäftsleute in der EU und dazu noch besser gebildet sind. Die Frauenquote unter den Unternehmern ist ebenfalls höher als in der europäischen Gemeinschaft.
„Der Anteil der Kleinstunternehmer am polnischen BIP erreicht rund 30%.” Die Hürden, die auf den Kleinunternehmern in Polen warten, wurden in sieben Gruppen aufgeteilt. Die erste bezieht sich auf die formellen und rechtlichen Hindernisse. Dazu zählt ein umfangreiches Wissen über Formen der Besteuerung und der Abgaben, die Unternehmer zu Beginn ihrer Selbständigkeit nicht besitzen. Über gemachte Fehler erfahren sie erst bei Kontrollen und nach dem sie Strafen verhängt be-
kommen. Die Republikanische Stiftung nennt hier auch die fehlende Bereitschaft der Beamten, ihr Wissen zu teilen oder nicht intuitive Meldesoftware. Weiter wird auch auf Prüfungsverfahren hingewiesen, auf die man in manchen Branchen warten muss. Ohne jene Verfahren darf man nicht mit der unternehmerischen Tätigkeit beginnen. Teilweise muss man sogar ab der Gründung bis zu 30 Tage darauf warten und in diesem Zeitraum wächst selbstverständlich die finanzielle Belastung. Die Stiftung weist auch auf die lange Aufbewahrung und Archivierung der Dokumentation hin, die sich auf die Beschäftigung bezieht und auf Kontrollen, die von 36 verschiedene Einrichtungen durchgeführt werden. In der zweiten Gruppe (Gerichtssystem und Geltendmachung von Ansprüchen) wurde u.a. auf hohe Patentierungs- und Zertifizierungskosten hingewiesen und den langen Prozess bis zur Erlangung des Schutzes der Rechte an geistigem Eigentum. Die Gerichtskosten sind für Unternehmer an der Weichsel ebenfalls sehr hoch angelegt.
Wirtschaft 7
Mit Blick auf Steuern und Abgaben müssen sich Kleinunternehmer vor allem vor komplizierten und zeitaufwendigen Berechnungen der Abgaben an die Sozialversicherungsanstalt und Vorauszahlungen der Körperschaftsteuer fürchten. Dazu kommen noch hohe Arbeitskosten und unübersichtliche Steuersätze für Produkte. In Sachen Arbeitsrecht werden als Problemzonen die Schulung der Arbeitnehmer in Sachen Gesundheit und Sicherheit, die zeitlich und inhaltlich nicht an den Bedarf der Belegschaft angepasst sind genannt. Dazu kommen noch ärztliche Untersuchungen, deren Kosten und Umfang der durch die Arbeitnehmer ausgeübten Tätigkeit nicht nahekommen, ein kompliziertes System zur Berechnung der Arbeitszeit und keine flexible Kündigungsfrist nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses gleich nach der Aufnahme der Beschäftigung. Ein Dorn im Auge können auch bestimmte Regulierungen im Bereich des Urlaubs werden.
Zum Problem kann auch die Finanzierung werden. Förderungen und Zuschüsse zur unternehmerischen Tätigkeit benötigen einer Sicherheitsleistung, die die Höhe der Förderung überschreitet, die Formalitäten und die Verrechnung sind sehr ausgebaut. Kleinunternehmer fühlen sich durch fehlende Kreditlinien fast gezwungen, ihre Tätigkeit aus eige-
„In Sachen Arbeitsrecht werden als Problemzonen die Schulung der Arbeitnehmer in Sachen Gesundheit und Sicherheit genannt.” nem Vermögen zu finanzieren, was die operativen Möglichkeiten wieder einschränkt. Die Kreditaufnahme zur Finanzierung der Investitionen ist ebenfalls durch fehlende Kreditlinien und die hohe Kreditabsicherung erschwert. Die Autoren des Berichts sind ebenfalls der Meinung, dass die unbeständige Rechtslage zusammen mit einer nicht eindeutigen linguistischen Fassung der jeweiligen Re-
gulierungen, sowie Ausnahmen von Ausnahmen, die nicht mal im selben Gesetz verankert sind, und fehlende Hinweise, dass die jeweiligen Ausnahmen Teile eines anderen Gesetzes sind, eine der wichtigsten Faktoren bilden, die Einfluss auf die unternehmerische Tätigkeit nehmen. Dazu kommen noch psychologische Barrieren. An dieser Stelle werden u.a. Niedrige Selbsteinschätzung, fehlendes Vertrauen, schlechte Erfahrungen aus dem Bekannten- und Familienkreis, sowie ein Gefühl des ständigen Tauziehens mit Beamten, als die häufigsten Hindernisse genannt. Laut Malgorzata Janowska ist nur die Fokussierung auf der Beseitigung der Hürden, die im Bericht genannt worden sind, eine Chance für die Befreiung der Unternehmertätigkeit in Polen. von Piotr Piela
8 Wirtschaft
Polnische Wirtschaft im Aufwind Im ersten Vierteljahr 2017 erreichte das reale BIP-Wachstum 4% im Vergleich zum Vorjahr - informierte das Statistische Hauptamt GUS. Laut dem Internationalen Währungsfond könnte das Wachstum an der Weichsel heuer bei 3,6% liegen. Zuvor ist man von 3,4% ausgegangen.
D
as saisonbereinigte BIP-Wachstum (bei konstanten Preisen im Bezugsjahr 2010) erreichte laut den Statistikern 1% im Vergleich zum vorherigen Quartal und 4,1% im Vergleich zum analogischen Zeitraum im Vorjahr. Sichtlich zufrieden von diesem Ergebnis zeigte sich der Wirtschafts- und Finanzminister, der unterstrich, dass ein so hohes Wachstum auf den Optimismus der Polen, die bessere Investitionsdynamik sowie das Handeln der Regierung, die u.a. die Innovation fördert, zurückzuführen ist.
Der Aufwind, in dem sich die polnische Wirtschaft gerade befindet, könnte laut dem IWF auch in längerer Perspektive anhalten. Das starke zyklische Wachstum wird weiter fortgesetzt – hieß es in der Aussendung. 2016 blieb das Wirtschaftswachstum auf einem soliden Niveau und erreichte 2,7%. 2017 sollte es auf 3,6% klettern, dank einem starken Konsum und höheren Investitionen im öffentlichen Bereich, die zusätzlich durch EU-Fördermittel angetrieben werden, so die Analytiker. Mitte April sind die Experten des IWF
noch von einem Wachstum von rund 3,4% in diesem Jahr und 3,2% im kommenden ausgegangen. Der Internationale Währungsfond prognostiziert auch, dass die Arbeitslosigkeit ein neues Rekordtief erreicht. von Piotr Piela
Wirtschaft 9
Polen ganz oben bei Auslandsinvestitionen Der Wert der sogenannten Greenfield-Investitionen, die von Investoren aus dem Ausland in Polen angekündigt wurden, erreichte 2016 an der Weichsel 9,9 Mrd. US-Dollar. Das entspricht den fünften Platz in Europa, nur knapp hinter Deutschland - das geht aus einer Studie von fDI Intelligence hervor, die von dem polnischen Blatt Rzeczpospolita veröffentlicht wurde.
P
olen konnte sich 2016 laut fDI Intelligence 6% aller Auslandsinvestitionen in Europa sichern. 2015 lag dieser Satz noch bei 3%. Der Wert der realisierten Investitionen an der Weichsel wuchs gleich um 74%. Besser als Polen hat in dieser Hinsicht nur Ungarn mit 78% abgeschnitten. Der absolute Spitzenreiter bei der Beschaffung internationaler Direktinvestitionen bleibt trotz einer enormen Einbuße (-40%) weiterhin Großbritannien, wo Unternehmen aus dem Ausland 34,8 Mrd. Dollar investierten. Laut dem Vorsitzenden der Polnischen Agentur für Investitionen und Handel (PAIH) Tomasz Pisula ist das verstärkte Interesse von Investoren
auf solche Faktoren zurückzuführen wie: eine eigene Währung, Größe des Arbeitsmarktes und qualifizierte Arbeitnehmer. Pisula wies auf der offiziellen Seite der Agentur darauf hin, dass zum Aufrechterhalten des Investitionsniveaus bestimmte Veränderungen im technischen Bildungssystem vorgenommen werden müssen. „In unserem Fokus bleiben gute Arbeitsplätze bei technisch fortgeschrittenen Unternehmen, wir müssen dementsprechend die Nachfrage sättigen. Insofern müssen Berufe mit technischen Wissen sowie Ingenieurwissenschaften gefördert werden. So können wir weitere Investitionen gewinnen, die Einfluss auf die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der polnischen
Wirtschaft nehmen” - so der Chef von PAIH, zitiert von der offiziellen Homepage der Agentur.
Art Vermittler” - erklärte der Leiter des ständigen Ausschusses des Ministerrates und wies gleichzeitig darauf hin, dass das Kabinett von Beata Szydlo diesbezüglich spätestens Mitte Juni einen Vorschlag dem Rat für gesellschaftlichen Dialog präsentieren muss.
soll eher aus Ausgangslage für die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Gewerkschaften dienen.
Auf eine Belebung im Bereich der Investitionen deuten auch die Daten, die von der polnischen Einrichtung vorgelegt wurden. PAIH realisiert laut eigenen Angaben gerade 185 Investitionsprojekte mit einem Gesamtwert von 4,9 Mrd. Euro, die in Zukunft 56.727 neue Arbeitsplätze schaffen sollen. 2017 hat man bereits 30 Projekte im Wert von 349 Mio. Euro abgeschlossen. von Rafał Stelmaszewski
Um wie viel wird der Mindestlohn in Polen angehoben? Zu dem Thema äußerte sich der Leiter des ständigen Ausschusses des Ministerrates Henryk Kowalczyk.
D
ie Regierung will den Mindestlohn um mehr als 43 Zloty, also die inflationsbedingte Summe ansetzen. „Wir sind der Meinung, dass der Mindestlohn wesentlich höher angesetzt werden muss” - so Kowalczyk im Interview mit dem öffentlichen Radiosender Polskie Radio. Wie hoch die Erhöhung ausfallen soll, wollte er aber nicht verraten. Es laufen Arbeitsgespräche mit den Unternehmern. „Der Mindestlohn ist überwiegend ein Verhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer, die Regierung ist hier nur eine
Im April hat der Arbeitgeberverband Pracodawcy RP ausgerechnet, dass der Mindestlohn mindestens auf 2.049 Zloty steigen wird. Diese Summe bezieht sich aber auf makroökonomische Indikatoren und
Zurzeit liegt der gesetzliche Mindestlohn in Polen bei 2.000 Zloty (brutto). Zuletzt wurde das Mindestgehalt um durchschnittlich 4% bis 8% angehoben. von Rafał Stelmaszewski
10 Wirtschaft
Schluss mit billig: Preise in Polen gestiegen Die Inflationsrate war im April um 0,3% höher als im März und rund 2% höher als vor einem Jahr informierte das Statistische Hauptamt GUS.
D
en größten Einfluss auf den Verbraucherpreisindex nahmen laut den Statistikern die höheren Preise für Bekleidung und Schuhwaren (+4,5% und +2,4%), Transport sowie Preise, die auf den Bereich Wohnen (+0,2%) zutreffen. Die Inflation wurde dagegen durch die rückläufigen Preise von alkoholischen Getränken sowie Tabakwaren gedämmt. Die Lebensmittelpreise blieben allgemein im Vergleich zum Vormonat auf selben Niveau - vermeldete GUS. Bei einer detaillierten Auswertung, stiegen im Vergleich zum März die Preise für Fleisch (+0,9%), Reis
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(+0,4%), Backwaren (+0,3) und Gemüse (+0,1%). Weniger an der Kasse hat man dagegen für Mehl (-3%), tierische und pflanzliche Fette (-2,1% und -1,8%) aber auch Früchte (-0,9%) zusammen mit Fischen, Meeresfrüchten und Zucker (jeweils -0,4%) zahlen müssen. Billiger waren auch Waren aus dem Bereich Milch, Käse und Eier - vermeldeten die Statistiker. Das Statistische Hauptamt präsentierte auch neue Daten zur Handelsbilanz im ersten Jahresviertel. Verglichen zu den Vorjahresdaten aus diesem Zeitraum, stieg der Export
um 8,9% und der Import um 12%. Die Ausfuhren in den jeweiligen Preisen erreichten 212 Mrd. 159,4 Mio. Zloty. Die Einfuhren bezifferte man auf 210 Mrd. 572,1 Mio. Zloty. Dementsprechend lag das Plussaldo bei 1 Mrd. 587,3 Mio. Zloty - informierte GUS. Der größte Handelspartner Polens bleibt weiterhin Deutschland. Waren im Wert von über 58 Mrd. Zloty wurden Richtung Bundesrepublik exportiert. Im Gegenzug importierte Polen Handelsgüter im Wert von über 47 Mrd. Zloty. von Anna Rosenthal
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12 Wirtschaft
Moody’s bestätigt Polens Rating Die US-amerikanische Ratingagentur hat keine Veränderung ihrer Bewertung der Kreditwürdigkeit Polens vorgenommen. Den Ausblick änderte man auf stabil. Die Fiskal- und Investitionsrisiken zusammen mit der politischen Unsicherheit seien laut der Agentur zurückgegangen.
I
n der Begründung zur neuesten Bonitätseinstufung hieß es, dass der negative Einfluss der Risikofaktoren, die zur Senkung des Ausblicks beigetragen haben, abnimmt und die Verschuldungsindexe relativ gut ausfallen.
dung, dass das Risiko der politischen Unsicherheit abgenommen hat und das Geschäftsklima sich nicht verschlechtert hat, gesunken ist. Auslandsinvestition sollen laut der Agentur auf stabilen Niveau bleiben.
Die Agentur geht davon aus, dass die polnische Regierung die Staatsverschuldung unter 3% des BIP anhält. Gleichzeitig wurde aber auch darauf hingewiesen, dass zwar eine Reihe der Maßnahmen, die von der Regierung verabschiedet wurden, wie etwa die Senkung des Renteneintrittsalters, den Haushalt unter Druck setzen wird, doch andere Projekte wurden von der Regierung entweder verschoben oder vorerst abgesetzt.
Als potentielle Abstufungsrisiken werden allerdings die Verschlechterung der Haushaltsposition zusammen mit der erheblichen Trübung des Investitionsklimas und damit verbundenen Kapitalabfluss, genannt. Negativen Einfluss auf die Bewertung könnten auch die mangelnden Fortschritte in der Umsetzung von strukturellen Reformen nehmen, die zur Einschränkung der Innovation und Abschreckung der Auslandsinvestitionen führen könnten, was sich wiederum im schwächeren Wachs-
Moody’s unterstrich in der AussenAnzeige
tumstempo wiederspiegeln würde. Faktoren, die zur Aufwertung führen könnten, wurden von Moody’s ebenfalls genannt. Polen sollte die Stabilität des Sozialsystems und das institutionelle Umfeld langfristig verbessern. Auf strukturelle Reformen, die das Wirtschaftswachstum und die Arbeitsleistung fördern würden, hat die Ratingagentur ebenfalls hingewiesen. von Anna Rosenthal
Wirtschaft 13
Kleine- und mittlere Unternehmen werden immer optimistischer KMUs werden so viel wie seit 6 Jahren nicht mehr investieren - das geht aus dem Bericht von Keralla Research hervor.
A
nalytiker von Keralla Research berichten, dass der Optimismus unter den Unternehmern aus dem kleinen und mittleren Sektor an der Weichsel wächst. Das spiegelt der sog. KERNA-Index wieder, der gleich um 14% im Vergleich zum Vorquartal zugenommen hat. Dementsprechend ist 39,8% der befragten Unternehmen guter Dinge und geht von einer positiven Entwicklung im Betrieb aus. Noch im Vorquartal war der Prozentsatz der Optimisten unter den KMUs deutlich niedriger und lag bei 27,6%. Die wachsende Zuversicht der Unternehmer hält also bereits seit
insgesamt 6 Monaten an - berichtet das Institut. Mit der allmählich steigenden Zahl der Optimisten wächst auch die Investitionslust. Dieser Indikator wuchs um 7,1% im Vergleich zum Vorquartal, was das beste Ergebnis seit insgesamt 6 Jahren ist - vermeldete Keralla Research. Im zweiten Vierteljahr werden die Unternehmer vor allem in neue Maschinen und neue Software für ihre Betriebe investieren. Geld wird auch weiterhin in die Betriebsflotten fließen prognostizieren die Analytiker des Instituts.
Um 5% stieg im Quartalsvergleich der Beschäftigungsindikator, doch aus dem Bericht geht hervor, dass der Anstieg noch höher ausfallen könnte, doch die befragten Unternehmen beklagten sich über Probleme mit der Personalbeschaffung. Das Institut Keralla Research veröffentlicht zu den Geschäftserwartungen der Unternehmen aus dem KMU-Sektor bereits seit 8 Jahren einen Bericht. Der Index wird anhand einer zyklischen Befragung unter rund 500 Unternehmen errechnet. von Piotr Piela
Lebt es sich in Warschau besser als in London? Das Deutsche Bank Research hat ihren sechsten jährlichen Preisreport veröffentlicht. Die Studie gibt einen einzigartigen Überblick über weltweite Preisunterschiede zwischen vergleichbaren Gütern und Dienstleistungen.
D
ie Analysten stellen in ihrer Studie zahlreiche Ranglisten auf, unter anderem für die Lebensqualität in 47 Städten weltweit. Der entsprechende Index berücksichtigt zahlreiche Faktoren, etwa die Kaufkraft, Gesundheitsvorsorge und Klima. Das überraschende Ergebnis: Die neuseeländische Hauptstadt Wellington bietet die höchste Lebensqualität, dicht gefolgt von Edinburgh und Wien. Den fünften Rang ergatterte Zürich und den 11. die deutsche Hauptstadt - Berlin.
Warschau landete wiederum in der Mitte der Zusammenstellung und belegte den 23. Platz, u.a. vor Brüssel, Tokio, New York, Paris oder London. Die polnische Hauptstadt punktete vor allem in der Kategorie Sicherheit, wo sie unter all den untersuchten Ländern den 8. Platz erreichte, sowie bei den Lebensunterhaltungskosten, dabei landete man sogar auf dem 6. Rang. Am schlechtesten hat man wiederum bei der medizinischen Versorgung abgeschnitten (40.).
Top 10: 1. Wellington, Neuseeland 2. Edinburgh, Schottland 3. Wien, Österreich 4. Melbourne, Australien 5. Zürich, Schweiz 6. Kopenhagen, Dänemark 7. Ottawa, Kanada 8. Boston, USA 9. Amsterdam, Niederlande 10. Sydney, Australien … 23. Warschau, Polen von Rafał Stelmaszewski
14 Wirtschaft
Letzte Migrationswelle: Polen wollen noch vor dem Brexit auswandern Nach zwei Jahren Pause ist Großbritannien wieder die beliebteste Migrationsrichtung der Polen - das geht aus einem Bericht von Work Service hervor. 19% der potenziellen Auswanderer deklariert, dass sie Richtung Vereinigtes Königreich emigrieren wollen. Die Hälfte, die dies in Erwägung zieht unterstrich, dass sie die Arbeit noch vor dem Brexit dort aufnehmen will.
N
icht ohne Grund wird London als die zweite Hauptstadt Polens bezeichnet. Diversen Schätzungen zufolge leben dort zwischen 700 Tsd. und 1 Mio. Polen. Wundern sollte dies niemanden, denn seit Jahren gehört Großbritannien zu den beliebtesten Migrationsrichtungen der polnischen Auswanderer. In Versuchung kommen diese durch die hohen Löhne, sowie die Zugänglichkeit zum Arbeitsmarkt mit Blick auf die Aufnahme der Beschäftigung. Doch in den letzten Jahren wurde das Vereinigte Königreich von Deutschland verdrängt. Entscheidend dabei war die geographische Nähe, sowie die attraktiven Löhne und Gehälter. Nun wendete sich das Blatt und so ist Großbritannien wieder hoch angesehen unter den Auswanderern. Bei der Umfrage die im Auftrag von Work Service durchgeführt wurde, wurde die Republik um 4,4% getoppt. Aus derselben Umfrage geht außerdem hervor, dass 19% der potenziellen Auswanderer Richtung Vereinigtes Königreich emigrieren
wollen. Das ist um 5,5% mehr als noch in der vorherigen Auflage des Berichts und der erste Anstieg seit Herbst 2015. Einen enormen Einfluss auf ein solches Ergebnis hat der Brexit. Im neuesten Bericht zur Arbeitsmigration wurden die Polen gefragt, ob der Austritt aus der EU diese Auswanderungsrichtung determiniert - 58% antworteten mit einem “ja”. Dies verdeutlicht, dass potentielle Auswanderer eher auf der Insel als in Polen bleiben wollen - kommentierte der Geschäftsführer von Work Service, Maciej Witucki. Die Autoren des Berichts weisen auch darauf hin, dass für mehr als 30% der Befragten der Brexit keine Rolle bei der Entscheidung über die Auswanderung spielt. Keine klare Meinung in dieser Hinsicht hat jeder zehnte Umfrageteilnehmer. Gleichzeitig muss darauf hingewiesen werden, dass die Umfrage um den Zeitraum durchgeführt wurde, als
das Kabinett von Theresa May offiziell den Austritt aus der EU eingeleitet hat. Unklar bleibt noch, ob dasselbe Kabinett mit der EU verhandeln wird, da bereits der Termin der vorzeitigen Parlamentswahlen feststeht. Laut Maciej Witucki wird der Brexit zweifelsohne einen direkten Einfluss auf die Auswanderungsrichtungen nehmen. In zwei Jahren könnte die Tür zum britischen Arbeitsmarkt bereits verschlossen sein - so der Geschäftsführer von Work Service. Die Umfrage die auf der Studie Arbeitsmigration der Polen / poln. Migracje Zarobkowe Polaków basiert, wurde im Auftrag von Work Service von dem Meinungsinstitut Millward Brown auf einer repräsentativen Gruppe von 662 Personen zwischen dem 27. März und 2. April durchgeführt. von Rafał Stelmaszewski
Wirtschaft 15
Arbeitslosigkeit geht weiter zurück Laut Schätzungen des Ministeriums für Familie, Arbeit und Soziales erreichte die Arbeitslosigkeit im April 7,7%. Dies ist das beste Ergebnis seit 26 Jahren.
I
m Vergleich zum Vormonat ging die Arbeitslosenrate um 0,4% und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7% zurück - informiert das Ministerium. Zusätzlich ist die Arbeitslosigkeit in allen Woiwodschaften zurückgegangen. Am stärksten in Ermland-Masuren - lesen wir auf der offiziellen Homepage des Ressorts. Zusammen mit der Arbeitslosenrate ist auch die Zahl der Arbeitssuchenden gesunken. Im April wurden in den Arbeitsämtern insgesamt 1,25 Mio. Arbeitslose gemeldet. Um knapp 72 Tsd. (5,4%) weniger als im Vormonat und 269,5 Tsd. weniger als vor einem Jahr (17,7%). Die zurückgehende Arbeitslosenzahl ist laut dem Ministerium Anzeige
auf die Saisonarbeit am Bau, der Landund Forstwirtschaft sowie den Gartenbau zurückzuführen. Ähnlich wie bei der Arbeitslosenrate ist auch die Arbeitslosenquote in allen Woiwodschaften gesunken. Am stärksten in Niederschlesien, Großpolen sowie Ermland-Masuren und Westpommern. Laut den Angaben aus dem Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales erreichte die Zahl der freien Stellen 132,5 Tsd. und ist im Vergleich zu März um 37,4% zurückgegangen. Das Ressort sieht jedoch keine Gründe zur Sorge, denn ähnliche Trends beobachtete man auch zwischen 2009 und 2015. von Piotr Piela
16 Wirtschaft
Das sind die besten Arbeitsplätze in Polen Ende März 2017 verkündete Great Place to Work eine Liste der besten Arbeitsplätze an der Weichsel. In der diesjährigen Ausgabe wurden 20 Firmen ausgezeichnet, davon ist die Hälfte zum ersten Mal aufgelistet worden.
A
uszeichnungen wurden in drei Kategorien verliehen, abhängig von der Zahl der Angestellten. In diesem Jahr haben vor allem IT-Unternehmen die Preise abgeräumt, die sich in allen Kategorien durchsetzen konnten. In Firmen, die Unter 50 Angestellte haben, bekam Demant Technology Centre den ersten Platz. Unter den Unternehmen, die maximal 500 Angestellte beschäftigen, gewann das Unternehmen Objectivity Bespoke Software Specialists und bei den Konzernen führte Microsoft das Siegerpodest an. „Alle Preisträger verdienen große Anerkennung. Wir wissen, dass es nicht leicht ist, in diesen Kreis reinzukommen, es ist ja kein einfacher Wettbewerb. Bei der Bewertung
halten wir uns an strenge Voraussetzungen und auf das Endergebnis hat die Bewertung der Mitarbeiter den größten Einfluss“ informiert Maria Zakrzewski, Geschäftsführerin von Great Place to Work in Polen. Der Grad der Befriedigung der Angestellten in den Gewinnerunternehmen ist äußerst hoch. In diesem Jahr bestätigen 81% der Arbeitnehmer, dass ihre Arbeitgeber in allen Hinsichten großartig sind. Aus dem Geschäftsblickwinkel sind die besten Arbeitsplätze in innovativen und sich dynamisch entwickelnden Firmen. Die diesjährigen Preisträger verzeichneten einen Anstieg in Jahreseinnahmen von 66,3%. Um 55% wuchs die Zahl der eingestellten Arbeitnehmer. Alle Unternehmen, die
sich auf der Liste befanden, haben in den letzten drei Jahren neue Produkte auf den Markt gebracht. Gleichzeitig zeugt ein hoher Prozentsatz von Frauen im Management (fast 40%), dass diese Firmen modern und offen sind. Was zählt sind vor allem die Fähigkeiten der Arbeitnehmer. Ein Ergebnis einer solchen Personalpolitik ist unter anderem ein niedriger Grad der Abwesenheit. Bei solchen Verhältnissen wundert es aber auch niemanden, dass es viele Menschen gibt, die in solchen Unternehmen arbeiten möchten. von Paulina Kuc
Neue Rekorde der polnischen Autoindustrie Der Export der polnischen Autoindustrie könnte 2017 laut Schätzungen des Branchenportals AutomotiveSuppliers.pl sogar 25,5 Mrd. Euro erreichen.
B
ereits 2016 kam die Autosparte der polnischen Industrie auf ein Niveau von Ausfuhren, welches zuvor noch nie so hoch war. Der Gesamtwert der Exporte erreichte 23 Mrd. Euro. In diesem Jahr könnte er noch höher ausfallen - vermeldete das Branchenportal AutomotiveSuppliers.pl. Darauf deutet die gute Entwicklung in den ersten beiden Monaten des Jahres. Sowohl im Januar als auch im Februar überschritt
der Ausfuhrendwert die 2-Mrd.-Euro-Grenze. Dies schaffte die Branche in den vergangenen Jahren nur einige Male. Heuer könnte es ein fester Trend werden. Dementsprechend liegt die Prognose der Experten des Portals weiterhin bei 25,5 Mrd. Euro. Im Februar erreichten die Ausfuhren eine neue Rekordmarke von 2,17 Mrd. Euro. Um 9,20% mehr als im Vorjahr. In den ersten zwei Monaten
des Jahres kam man auf 4,18 Mrd. Euro, also um 13,70% mehr als 2016. Zu den größten Absatzmärkten der polnischen Autoindustrie zählen Deutschland (knapp 30% des Gesamtexports der Branche), Italien (9,69%), Großbritannien (7,72%) und Tschechien (7,63%). von Piotr Piela
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18 Wirtschaft
Auszeichnung für Drutex In der diesjährigen Liste 500 der Tageszeitung „Rzeczpospolita“, einer Aufstellung der führenden polnischen Unternehmen, wurde Drutex führender europäischer Hersteller von Vertikalfenstern als einziges Unternehmen des Rankings in der Kategorie Export für seine dynamische Entwicklung und Aktivität auf ausländischen Märkten ausgezeichnet. Gleichzeitig gehörte Drutex zum engen Kreis der fünf Unternehmen, die für den renommierten Adler-Titel der „Rzeczpospolita“ in der Kategorie „Beste Produktionsfirma“ nominiert wurden.
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ie Liste 500 ist die einzige so umfassende Aufstellung der größten polnischen Unternehmen, die mit ihren Errungenschaften Markenzeichen der polnischen Wirtschaft darstellen. Eine Analyse des breiten Spektrums ihrer Finanzdaten schafft ein Bild ihrer Entwicklung, ihrer Verfassung und ihrer Wettbewerbsposition. Im Rahmen des
Rankings werden Unternehmen ausgezeichnet, die sich im vergangenen Jahr durch überdurchschnittliche Ergebnisse und eine dynamische Entwicklung hervorgetan haben. Drutex konnte erneut einen Aufstieg in der Aufstellung, der sich am schnellsten und effektivsten entwickelten Firmen, der sog. Liste 500
der größten polnischen Unternehmen, verzeichnen.Im Vergleich zum Vorjahr erzielte das Unternehmen eine beachtliche Verbesserung seiner Position um ganze 38 Punkte und belegt nun Platz 363. Der Wettbewerbsausschuss würdigte die ausgezeichneten Ergebnisse und die Lage der Firma und zeichne-
Wirtschaft 19 te Drutex als einziges Unternehmen, unter den 500 Firmen des Rankings, in der Kategorie Export aus und hob damit die dynamische Entwicklung und den Erfolg des Unternehmens im Aufbau von Wettbewerbsvorteilen auf dem globalen Markt hervor. Drutex ist ein führender europäischer Hersteller von Vertikalfenstern und der Export der Firma macht bereits 73% des Gesamtverkaufs aus. Das Unternehmen exportiert seine Produkte in die meisten europäischen Länder, aber auch in die USA, nach Mexiko, Australien und in den Nahen Osten. Die wichtigsten Auslandsmärkte der Firma sind Deutschland, Frankreich und Italien, wo Drutex seine Position und den Bekanntheitsgrad der Marke seit Jahren kontinuierlich steigert. Als Beweis für die internationalen Erfolge des Unter-
nehmens steht neben den wachsenden Anteilen auf den verschiedenen ausländischen Märkten auch die immer größere Bekanntheit der Marke, die sich durch angesehene Auszeichnungen der Firma im Ausland bestätigt hat. „Die Verleihung der renommierten Auszeichnung der „Rzeczpospolita“ bestätigt die Effektivität unserer Strategie zur Stärkung der führenden Position auf dem Fenster- und Türenmarkt. Der beste Beweis für den Erfolg des Unternehmens sind unsere Ergebnisse im Jahr 2016, die eindeutig zeigen, dass unsere Politik basierend auf Investitionen, moderner Technologie, einem umfassenden Portfolio und finanzieller Stabilität der richtige Weg für eine nachhaltige Entwicklung ist. Das Unternehmen
stärkt seine Marktposition in Polen und im Ausland dynamisch, gewinnt Anerkennung in den Augen der Kunden auf der ganzen Welt und verkauft polnische Fenster und Türen im Ausland als erstklassige, technologisch fortschrittliche Produkte. Das ist unser größter Erfolg“, sagt Leszek Gierszewski, Geschäftsführer von Drutex S.A. Eine bedeutende Auszeichnung im Rahmen der diesjährigen Liste 500 ist auch die Nominierung von Drutex für den Titel des polnischen Champions – den „Adler“ der „Rzeczpospolita“ in der Kategorie „Beste Produktionsfirma“. Das Unternehmen gehörte damit zum engen Kreis der für diesen renommierten Titel nominierten Firmen – einem Kreis von fünf unter den mehreren Hundert Unternehmen. Die Auszeichnung des „Adlers“ der „Rzeczpospolita“ wird seit 2001 an Firmen auf Grundlage von Kennzahlen verliehen, welche die Effektivität eines Unternehmens, dessen Stabilität und Entwicklungsfähigkeit definieren. Der Wettbewerbsausschuss wählt die Firmen unter denjenigen Unternehmen aus, die sich für die von der „Rzeczpospolita“ herausgegebene renommierte Liste 500 der größten polnischen Unternehmen klassifizieren konnten. Dank konsequenter Tätigkeit, stetiger Investitionen in das Produktionspotenzial, wissenschaftlich-technologischer Einrichtungen, starken menschlichen Kapitals und innovativer Produkte stärkt Drutex seit Jahren seinen Platz unter den führenden polnischen Unternehmen. Die Firma verbessert von Jahr zu Jahr ihre Entwicklungsdynamik, ihre Einnahmen und ihre finanziellen Ergebnisse und bestätigt so Einfluss und Stabilität auf dem Markt – ein entscheidender Faktor für den Markterfolg von Drutex in Polen und im Ausland. Die diesjährige Liste 500 präsentierte bereits zum 19. Mal die größten und entwicklungsstärksten polnischen Unternehmen. Die Preisverleihung fand am 26. April in Warschau statt. von Rafał Stelmaszewski
20  Wirtschaft
Wirtschaft 21
Elektrobusse von Solaris in Nürnberg und Fürth D
er öffentliche Verkehrsbetreiber VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft aus Nürnberg und die private FirmaInfra Fürth Verkehr GmbH aus Fürth investieren in Elektromobilität. Anfangs April haben beide Unternehmen Verträge für die Lieferung von zwei neuen Solaris Urbino 12 electric unterschrieben, die bis Ende 2017 in beiden Städten in Betrieb genommen werden. In beiden Fällen werden es die ersten Batteriebusse in der Flotte sein. Ziel ist es, die innovativen Lösungen des polnischen Herstellers aus Bolechowo zu testen und den Einwohnern die alternativen Antriebe, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln immer mehr populär werden, näher zu bringen. Die beiden emissionsfreien Solaris Urbino 12 electric werden mit Elektroachse ZF AVE 130 mit zwei radnahen Motoren und mit dem Antrieb der Firma Medcom ausgestattet. Sowohl Antrieb, als auch Klimaanlage
Solaris Bus & Coach hat im April 2017 zwei neue Verträge für die Lieferung von zwei Batteriebussen in Deutschland unterzeichnet. Der erste Vertrag wurde mit dem Verkehrsbetreiber VAG VerkehrsAktiengesellschaft aus Nürnberg unterschrieben. Ein sehr ähnliches Modell hat die Firma Infra Fürth Verkehr GmbH bestellt.
und Heizung werden mit der elektrischen Energie angetrieben, die von den 240 kWh Batterien stammt. Beide Fahrzeuge werden mit der Plug-In Ladung ausgestattet, dank deren die Busse in der Nacht im Busbetriebshof aufgeladen werden können. Zusätzlich wird auf dem Dach das Ladegerät montiert, mit Hilfe dessen der Bus auch in der Stadt aufgeladen werden kann. Die Solaris Urbino 12 electric werden dafür vorbereitet, dass sie in der Zukunft auch mit dem Stromabnehmer ausgestattet werden, was die schnelle Ladung im Linienbetrieb ermöglicht. In den innovativen und umweltfreundlichen Fahrzeugen werden viele komfortable Lösungen angewendet, die den Fahrgästen sowohl hohe Qualität der Fahrt, als auch Sicherheit gewährleisten. Außerdem sorgt die effektive Klimaanlage sowohl im Winter, als auch im Sommer für die richtige Temperatur im Innenbereich. Zumal die Innenbeleuchtung in der LED-Technologie
ausgeführt wird, wird zusätzlich ein rotes Licht am Türenrand leuchten, das die Fahrgäste vor dem Schließen der Türe warnt. Die Batteriebusse werden über Überwachungssystem verfügen, das aus acht Kameras besteht, dank denen der Fahrer den Fahrgastwechsel beobachten kann. Die Außenkameras im hinteren Bereich sorgen für einen guten Blick beim Rückwärtsfahren. Die elektrisch getriebenen Fahrzeuge, die den naheliegenden Städten in Deutschland angeliefert werden, werden sich in Details unterscheiden. Sie werden im Äußeren anders bemalt und beklebt, und im Inneren ein wenig anders ausgestattet werden. Der Batteriebus für Nürnberg verfügt über zwanzig Sitzplätze und zusätzlich findet man innen noch drei Klappsitze. Sein Pendant in Fürth hat dagegen achtundzwanzig Sitzplätze und fünf Klappsitze. Die Solaris-Busse sind in Nürnberg seit 2005 im Einsatz. Insgesamt werden dort 28 Busse betrieben. Acht neue Solaris Urbino 18 wurden im April 2017 zugeliefert. In Fürth dagegen sind bis dato zwei Solaris Urbino 12 im Linienbetrieb. von Rafał Stelmaszewski
22 #Ratgeber
Worauf soll man achten, wenn man einen Vertrag mit einer ausländischen Firma abschließt? Zum Autor: Aleksander Giehsmann, in Polen als Rechtsanwalt zugelassen. Er führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wrocław und Kędzierzyn-Koźle, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Unternehmensführung rechtlich begleitet. www.adwokat-agk.pl
Die Globalisierung ermöglicht neue Kontakte in der ganzen Welt zu schließen. Dies führt dazu, dass immer mehr Verträge mit ausländischen Geschäftspartnern abgeschlossen werden. Geschäftskontakte mit ausländischen Firmen bitten viele Erfolgschancen. Aber man sollte nicht vergessen, dass eine Zusammenarbeit auch mal „schieflaufen“ kann. Um mögliche Risiken zu vermeiden, soll ein Vertrag abgeschlossen werden, in dem unsere Interessen wahrgenommen werden. Darum ist es gut zu wissen, worauf man achten sollte, wenn man einen Vertrag mit einer ausländischen Firma abschließt. Wir stellen sechs kritische Punkte vor, die Sie vor dem Vertragsabschluss vor Augen haben sollten.
1. Genauigkeit der Bestimmungen Sehr oft werden Verträge auf Basis von Mustern aufgearbeitet, die während Verhandlungen verändert werden. Dies kann man generell nicht verurteilen, aber es soll immer beachtet werden, ob durch die Veränderungen der Sinn der Musterklausel nicht verloren geht. Anderenfalls wird der Vertrag kaum verständlich und der Sinn der einzelnen Klausel einer komplizierten Auslegung bedürfend sein. Darum lohnt es sich oft, den Vertrag von neu zu verfassen. Ferner ist es wichtig, den Vertrag in möglichst einfacher Sprache zu verfassen. Gleichzeitig soll die Umgangssprache vermieden werden. Ein Wort soll im Vertrag immer nur eine Bedeutung haben.
2. Die Fassung des Vertrags Wenn ein Vertrag zwischen ausländischen Firmem geschlossen wird, ist er auch sehr oft in zwei Sprachen verfasst. Dies ist damit bedingt, dass sich jeder in seiner Sprache sicherer fühlt und besser die Bedeutung der einzelnen Wörter versteht. Ein solches Vorgehen ist üblich und sehr hilfreich. Doch da gibt es wie immer einen kleinen Haken. Die Parteien müssen beachten, dass die beiden Fassungen auch den selben Laut haben und genau dasselbe bedeuten. Anderenfalls haben die Parteien widersprüchliche Meinungen über ihre Rechte und Pflichten. Deswegen empfiehlt es sich, einen Vertrag durch professionelle Berater vorbereiten oder zumindest prüfen zu lassen. Vorher lohnt es sich auch zu entscheiden, welche Fassung für den Vertragsinhalt im Falle von Abweichungen zwischen den sprachlichen Versionen maßgeblich sein soll.
#Ratgeber 23 3. Allgemeine Geschäftsbedingungen Es kommt sehr oft vor, dass die abgeschlossenen Verträge nur das Minimum regeln und sich auf die AGB’s, also die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der einzelnen Parteien berufen. Nicht selten wollen beide Parteien eigene AGB´s anwenden. Hierzu muss man beachten, wenn die AGB’s beider Parteien dieselben Sachverhalte in verschiedener Weise regeln, geraten sie in Konflikt. In diesem Fall kann es passieren, dass keine AGB's auf dem Vertrag anwendbar sind. Darum sollte der Unternehmer zuerst die AGB’s seines Vertragspartners prüfen, um Nichtübereinstimmungen auszuschließen. Es ist auch ratsam im Vertrag zu regeln, welche AGB’s Vorrang haben sollen. Die AGB's sind insbesondere auch in Hinblick auf die Klauseln zu prüfen, die das anwendbare Recht oder den Gerichtsstand betreffen (siehe unten).
4. Das anwendbare Recht Ein Vertrag zwischen ausländischen Firmen hat immer etwas Grenzüberschreitendes. Dies führt meist dazu, dass ein Streit darüber entstehen kann, welches Recht auf dem Vertrag anwendbar ist. Daher sollte im Vertrag geregelt werden, welches Recht die Rechte und Pflichten der Parteien regeln soll. Zwar ist das Zivilrecht in Polen und Deutschland ähnlich, jedoch nur anscheinend. Es gibt sehr viele Unterschiede, manchmal sogar kleine, die jedoch Konflikte zwischen den Parteien herbeiführen können. Wenn Sie das anwendbare Recht nicht vertraglich regeln, wird es nach den europäischen Verordnungen bestimmt. Somit kann ein Rechtssystem zur Anwendung kommen, welches die Parteien gar nicht wollten, und solche Rechtsfolgen bewirken, die für die Parteien unakzeptabel wären. Daher lohnt es sich das anwendbare Recht im Vertrag zu regeln oder sich zumindest vorher zu erkundigen, welches Recht auf dem Vertrag generell Anwendung finden wird.
5. Der Gerichtsstand Wie bereits oben erwähnt, ist ein Vertragsabschluss zwischen ausländischen Firmen immer international geprägt. Dies wirkt sich nicht nur auf das anwendbare Recht, sondern auch auf das zuständige Gericht aus. Für den Fall eines etwaigen Rechtsstreits soll im Vertrag geregelt werden, welches Gericht über diesen Streit urteilen wird. Man soll beachten, dass ein Streit vor einem ausländischen Gericht immer zusätzliche Kosten verursacht. Wenn sich dabei die Parteien miteinander nicht einigen können, kann anstelle eines ordentlichen Gerichts ein Schlichtungsorgan gewählt werden. Die Verfahren vor solchen Organen sind vielmals schneller und billiger als die vor den traditionellen Gerichten.
6. Zahlungssicherung Es kommt vor, dass die finanziellen Probleme der Geschäftspartner zu Zahlungsverzögerungen führen können. Im internationalen Verkehr ist das Risiko der Nichterfüllung des Vertrages sogar größer als bei den rein inländischen Geschäften. Deshalb ist es empfehlenswert in den Vertrag auch solche Klausel einzuführen, die die Zahlung sichern. Am besten ist es, sich auf eine Vorzahlung zu einigen. Zu erwägen sind auch Bürgschaft oder Garantie. Bei größeren Verträgen kann wiederum nützlich sein, die Zahlung durch eine Bank- oder Versicherungsgarantie abzusichern. Die letztgenannten Sicherheiten werden insbesondere in der Baubranche genutzt. Ferner kann im Vertrag, dessen Ausübung auf längere Zeit geplant wird, die Möglichkeit des Rücktritts geregelt werden. Wenn Sie einen Vertrag, insbesondere mit einer Ihnen nicht bekannten ausländischen Firma, abschließen, besteht immer das Risiko, dass etwas „schieflaufen“ kann. Wenn Sie aber den oben genannten 6 Empfehlungen folgen, minimieren Sie das Risiko deutlich und können ruhig in der Nacht schlaffen.
24 Politik
Präsident Duda will, dass die Polen 2018 über die Verfassung abstimmen Bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag sagte das Staatsoberhaupt, dass seine Landsleute sich 2018 über den Zustand der Verfassung und potenzielle Veränderungen äußern sollten.
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leichzeitig unterstrich er jedoch, dass er sich wünsche, dass sich Bürger und Bürgerinnen und nicht nur politische Eliten an der Debatte beteiligen und dass die Diskussion über die Verfassung eine sachliche Form annimmt. Ich bin der Meinung, dass 2018 sich das polnische Volk, zum 100-jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit, über die Zukunft des Staates äußern sollte. Welche Rolle soll der Präsident, der Senat und das Parlament annehmen und welche Rechte und Freiheiten sollen stärker betont werden - so Duda während der Feierlichkeiten zum Tag der Verfassung in Warschau.
Seine Ankündigung kam für viele überraschend. Die Sprecherin der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit, gab zu, dass dies eine Eigeninitiative des Präsidenten sei und der Vorschlag einer Überlegung sowie Festlegung um welche Veränderungen sich dabei handelt bedürfe. Oppositionsparteien beurteilen die Volksabstimmung kritisch. Katarzyna Lubnauer (Nowoczesna / dt. Moderne) und Agnieszka Pomaska (Platforma Obywatelska / dt. Bürgerplattform) haben das Vorhaben des Präsidenten mit dem Referendum in der Türkei verglichen. Vorsitzender der Volkspartei PSL - Władysław
Kosiniak-Kamysz, sagte wiederum, dass seine Partei für Veränderungen im bestehenden Grundgesetz sei und nicht für die Veränderung des Grundgesetzes. Ganz anders sehen den Vorschlag des Präsidenten Vertreter der Kukiz 15 - Bewegung. Sowohl Sejmvizemarschall Stanislaw Tyszka, als auch Fraktionsvorsitzender Pawel Kukiz, freuten sich, dass Andrzej Duda die Notwendigkeit zur Eröffnung einer sachlichen Verfassungsdebatte bemerkt hat. Allerdings hat die Bewegung bereits während des Wahlkampfes mehrmals über Veränderungen in der Verfassung gesprochen. von Rafał Stelmaszewski
Regierung schmiedet Pläne zum neuen SuperHafen in Danzig Nachdem man bereits den Bau eines Großflughafens in Zentralpolen angekündigt hat, folgt jetzt eine weitere Großinvestition.
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rste Informationen zum Bau des neuen Hafens in Danzig teilte das Ministerium für Meereswirtschaft und Binnenschifffahrt mit. In den ersten Hochrechnungen ist von ein paar Milliarden Euro die Rede. Bauarbeiten sollen bereits 2020 beginnen. Das Seefrachtaufkommen könnte jährlich bis zu 100 Mio. Tonnen erreichen - schätzt die Zeitung Dziennik Gazeta Prawna. Im Hafen sollen Schiffe beladen und entladen werden. Zusätzlich soll eine Infrastruktur errichtet werden, die auch für Passagiere gedacht ist. Die Vorbereitungen seien nach Angaben des Ministeriums bereits im Gange. Es gibt auch erste Ideen, zur Finanzierung der Großinvestition. Diese sollten private Investoren übernehmen. Im Gegenzug könnten diese den Hafen dann für 30 Jahre nutzen. Nach Ablauf dieser Frist würde der Hafen wieder in Staatsbesitz zurückkehren.
Der neue Hafen soll zwischen der Mündung der Toten Weichsel und dem Danziger Nordhafen errichtet werden. von Rafał Stelmaszewski
Bildung 25
Jagiellonen-Universität unter den besten in Europa Die Jagiellonen-Universität rückt auf dem Europe's Most Innovative Universities 2017 Ranking nach oben und bleibt die einzige Hochschule Polens und Mittel- und Osteuropas, die zu diesem angesehenen Kreis zählt.
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ie Liste der 100 besten innovativsten europäischen Hochschulen, basierend auf der Analyse von wissenschaftlichen Publikationen und Patentdaten aus den Jahren 2010-2015, wurde zum zweiten Mal von dem Medienkonzern Thomson Reuters vorbereitet. Zum wiederholten Gewinner wurde die Katholische Universität Löwen, die auf eine über 600-jährige Geschichte zurückblicken kann, gekrönt. Die Hochschule hat im Jahr 2015 über 454 Millionen Euro ausgegeben und 586 Patente angemeldet. Den zweiten Platz belegte das Imperial College London und den dritten - die Universität Cambridge. In der Top-Ten findet man auch Hochschulen aus Deutschland, der Schweiz, Holland und Frankreich wieder. Die Jagiellonen-Universität landete auf dem 90. Platz und blieb die einzige Universität Polens sowie Mitteund Osteuropas, die im Ranking vertreten ist. Hinter diesem Erfolg liegt hauptsächlich die CITTRU UJ, die für die Patentanmeldungen zuständig ist.
Jagiellonen-Universität, Collegium Novum, Foto: SkyMaja (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http:// creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Die Methodologie des Rankings umfasst unter anderem: die Zahl der Patente die in der Weltorganisation für geistiges Eigentum eingeschrieben wurden, das Verhältnis zwischen der Zahl der Patente und der Zuschüsse und dem Prozentsatz von Patenten, die international angemel-
det wurden. Ein wichtiger Faktor ist auch die Gesamtzahl von Artikeln in Zeitschriften, die über die Erfindung sprechen oder die Zahl der Artikel, die in Zusammenarbeit mit Industriefirmen verfasst wurden. von Paulina Kuc
Das sind die besten Ingenieurstudien in Polen Die besten Studiengänge in Polen die mit dem Ingenieurs- und Diplomingenieurstitel enden, wurden im Ranking Perspektywy 2017 zusammengestellt. Insgesamt wurden 21 der beliebtesten Studiengänge bewertet. Das Ranking umfasst 311 der besten Ingenieurstudien, die auf 288 Fakultäten in 26 polnischen Hochschulen angeboten werden. Unter den Hochschulen, die in verschiedenen Disziplinen den ersten Platz belegten, hat die Technische Universität Warschau am besten abgeschnitten. Auf dem zweiten Platz rangieren die AGH Wissenschaftlich-Technische Universität und die Technische Universität Breslau. Den letzten Platz auf dem Podium belegt die Schlesische Technische Universität.
Hochschulen wählen werden. „Die Pflicht, begabten Schülern die beste Ingenieurausbildung zu versichern, liegt im Interesse der polnischen Wirtschaft. Wir wollen jungen Menschen bei der Wahl von Studiengängen helfen, die im Bereich von technischen Disziplinen liegen, die am meisten in der Wirtschaft gebraucht werden und gute Perspektiven für Anstellungen und Verdienste mit sich bringen“ sagte Waldemar Siwiński, Vorsitzender der Bildungsstiftung „Perspektywy“.
Das Ingenieurstudienranking wendet sich an diesjährige Abiturienten, die bald zwischen den verschiedensten
Die Kriterien anhand deren das Ranking vorbereitet wurde, hat Professor Michał Kleiber zusammen mit
einem Expertenteam aus dem Bereich des Hochschulwesens und Vertretern verschiedener Industriegebiete festgelegt. Die Endplatzierung setzten sich aus solchen Indikatoren wie etwa Prestige, Schulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt, Potenzial der Akademie, wissenschaftliche Effizienz, Didaktik Potenzial und Innovation zusammen. von Paulina Kuc
26 Wirtschaft
Bücher soweit das Auge reicht – die 8. Warschauer Buchmesse 800 Aussteller aus 32 Länder, über 75 Tsd. literaturbegeisterte Besucher und Deutschland als diesjähriger Ehrengast im Mittelpunkt des Events. Die 8. Warschauer Buchmesse stellte sich wieder als ein riesiger Erfolg heraus.
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as Nationalstadion in Warschau gastiert nicht nur gerne Sportfans, sondern auch Schriftsteller, Verlage und Tausende Buchliebhaber. Man muss schon zugeben – obwohl der Blick auf das Sportfeld mit Tausenden leeren Sitzplätzen rund herum atemberaubend ist, kann man schnell vergessen, wo man sich eigentlich befindet. Denn von links und rechts ziehen Bücher die Blicke auf sich und laden ein, in die spannende Welt des Lesens einzutauchen. Nichts leichter als das, denn bei über 800 Ausstellern aus solchen Ländern wie Argentinien, Australien, Belgien, Chile, China, Dänemark, Tschechien, Südkorea, Japan, Indien, Russland,
der Ukraine und der Schweiz, deren Angebot auf einer Aufstellungsfläche von 20 000 Quadratmeter präsentiert wurde, ist es wirklich kein Problem. Die diesjährige Warschauer Buchmesse brachte vom 18. bis 21. Mai mit Hilfe von 1500 Veranstaltungen - Autorentreffen, Konferenzen, Preisverleihungen, Debatten und Werkstätten - ein wenig Literatur näher. Dieses Jahr nahm Deutschland einen wichtigen Platz in dem Event an. Als Ehrengast präsentierten die deutschen Verlage auf einer Fläche von
220 Quadratmeter die Vielfältigkeit der deutschen Literaturlandschaft. Die Frankfurter Buchmesse gestaltete ein breites Programm unter dem Motto "Worte bewegen. Siła słów", denn die Literatur bietet einen Raum für eine Debatte und einen freien Gedanken-, Gefühl- und Informationsaustausch. Insgesamt wurden 800 Titel aus 66 Verlagen und Institutionen vorgestellt. Die deutschen Abteilungen besuchte der polnische Präsident Andrzej Duda mit seiner Frau und der Bundespräsident Deutschlands, Frank-Walter Steinmeier. Beide Politiker sprachen während der feierlichen
Kultur & Lifestyle 27 Eröffnung von großer Bedeutung der Warschauer Messe, die einen kulturellen Austausch ermöglicht. "Es freut mich, dass der erste Besuch des neuen deutschen Bundespräsidenten eben auf den Zeitraum der 8. Warschauer Buchmesse fällt. Wir befinden uns an einem Ort, an dem sich die polnische und deutsche Literatur einander begegnen und wir alle wissen, dass eben Bücher die Menschen aus unterschiedlichen Ländern
miteinander verbinden", sagte der polnische Präsident. Steinmeier unterstrich in seiner Rede, dass wir uns "dank der Literatur kennenlernen, denn sie beginnt dien Dialog zwischen uns".
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Würden Sie bitte kurz Ihren Roman "Die Betrogenen" beschreiben? Er erscheint auch in Polen.
roßes Interesse weckten auch die Events mit der deutschen Krimikönigin Charlotte Link, die mehrmals für das Publikum erreichbar war. PolenJorunal.de gelang es ihr ein paar Fragen zu stellen. Frau Link, in Ihren Büchern greifen sie oft nach dem Kriegsmotiv und kreieren starke Frauencharaktere. Steckt eine besondere Absicht dahinter, sind es Ihre Lieblingsmotive? Mich interessiert es immer, Menschen in extreme Situationen zu stellen. Also, wie Krieg oder Verbrechen als etwas, was Menschen aus ihren normalen Alltag herausreißt. Ich glaube, dass man sie dann besonders gut beschreiben kann, wenn sie mit den normalen Mechanismen nicht mehr funktionieren. Deswegen wähle ich solche Themen.
Bekannte Persönlichkeiten der Deutschen Literaturszene fehlten nicht auf der diesjährigen Buchmesse. Am Donnerstag besuchte die Nobelpreisträgerin Herta Müller das Natio-
Der Titel beschreibt eine Frau, die sich um ein glückliches Leben betrogen fühlt. Ihre Karriere, ihr Privatleben, alles, was sie sich für ihr Leben erhofft hat, hat nicht funktioniert. Sie ist Polizistin bei Scotland Yard und geriet in einen schlimmen persönlichen Fall - ihr Vater wird ermordet. Sie versucht die Wahrheit zu erfahren. Haben Sie viele Leser in Polen? Ja, sehr viele. Die Resonanz ist sehr groß. Gestern in Danzig habe ich schon eine Signierstunde gehabt, heute habe ich auch auf der Messe signiert... Also ja, viel.
nalstadion. Das Gespräch mit der Schriftstellerin unter dem Titel "W każdym jezyku siedzi w słowach inna para oczu" (dt. "In jeder Sprache stecken in den Wörtern andere Augen"), führte der polnische Publizist Adam Krzemiński. Für Unterhaltung von Groß und Klein sorgten die Kinderschriftstellerin Alice Pantermüller und Illustratorin Daniela Kohl. von Emanuela Janda
Ihr Eindruck von Polen? Wunderbar, im mag das Land. Ich finde es wunderschön hier. Danzig gestern, ist eine traumhafte Stadt, Warschau schaue ich mir noch heute Nachmittag ein bisschen an. Sehr schön. Freut mich. Wie beurteilen Sie die Messe? Bislang sehr gut, außer heute Früh. Wegen der Sicherheitsprobleme die wir hatten. Deswegen sind mir zwei Termine geplatzt. Ach, Schade. Das habe ich nicht gehört. Vielen Dank für das Gespräch. Danke schön! Interview von Emanuela Janda
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Hier sind die Winzer gefragt! Am 22. und 23. Juni wird in Krakau eine Weinprobe stattfinden - dies im Rahmen des Internationalen Weinwettbewerbs Galicja Vitis 2017. Das Event hat mittlerweile Anerkennung in Mitteleuropa gefunden.
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er Veranstalter des Wettbewerbs und Gründer der Stiftung für Weinentwicklung- und Promotion Galicja Victis lädt Winzer und Weinvertreiber dazu ein, ihre Produkte auch dieses Jahr vorzustellen. "Es ist eine gute Möglichkeit vor allem für polnische Weinproduzenten, die Qualität ihrer Weine unter Beweis zu stellen. Bereits in den letzten Jahren hat sich erwiesen, dass sie im Vergleich mit den Produkten aus alten Weinländern sehr gut abschneiden", so der Veranstalter Roman Myśliwiec.
Stück, was von der hervorragenden Qualität der Produkte zeugt.
Das Interesse für den Wettbewerb wächst von Jahr zu Jahr. 2016 wurden Rekorde gebrochen. Unter den 543 gemeldeten Weinen, kamen 162 aus Polen. 2015 waren es insgesamt 416 (145 aus Polen) und 2014 - 277 Weine (102 aus Polen.). Die Zahl der Goldmedaillen war doppelt so groß, wie ein Jahr zuvor und betrug 193
Das jeweilige Produkt kann maximal 100 Punkte erreichen. Ab 92 Punkte gibt es die Große Goldmedaille, ab 86 die Goldmedaille und ab 82 die Silbermedaille. Die Preise werden in acht Hauptkategorien verliehen - Weißwein, Rotwein, Rose Wein, Halb- und Schaumwein, Weißwein aus dunklen Trauben und Weißwein
Auch dieses Jahr werden die europäischen Maßnahmen für Wettbewerbe dieser Art eingehalten. Eine internationale Jury, zusammengesetzt aus erfahrenen Weinprüfern und Önologen aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Deutschland, Georgien und Polen, prüft zwei Tage lang die Weine. Die Bewertung ist anonym. Die Weine werden aus Flaschen eingeschenkt, die nur mit einer Nummer gekennzeichnet sind.
produziert mit Hilfe von speziellen Technologien, natürlicher Süßwein und Likörwein - und 16 Unterkategorien in Hinsicht auf den Zuckerinhalt. Dieses Jahr gibt es eine besondere Auszeichnung für einen polnischen Wein, der die größte Punktezahl erreicht. Der Preis wird von dem führenden slowakischen Professor der Önologie - Fedor Malik - verliehen. Die Veranstalter hoffen, dass auch dieses Jahr solche Länder wie Tschechien, Ungarn, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien, Kroatien, die Schweiz und Polen, verträten sein werden. von Emanuela Janda
30 Kultur & Lifestyle
Netia Off Camera 2017 - das sind die Preisträger In Krakau fand in diesem Jahr die 10. Auflage des Netia Off Festivals statt. Über eine ganze Woche lang wurde Avantgarde und unabhängiges Kino auf der Leinwand gefeiert. Mit Preisen wurden u. a. “Wołyń / Hatred” und “Ostatnia Rodzina / The Last Family” ausgezeichnet.
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as weltweit bekannte Festival wird jährlich seit 2008 organisiert. Mit über 100 sehr sorgfältig ausgewählten Filmen aus aller Welt und über 400 Gästen aus dem Inland und Ausland ist es eines der interessantesten Ereignisse der kulturellen Landschaft Krakaus und Polens. Das Festival ist nicht nur eine Chance für erfahrene Filmemacher, sondern auch für Amateure, die ihre Handys und Kameras zum Drehen nutzen. In diesem Jahr ging der Krakauer Filmpreis an den jungen Regisseur Jan Matuszynski für seinen Film “Ostatnia Rodzina / The Last Family”. Neben einem Scheck von 100 000 US-Dollar, bekam er die Möglichkeit eines Stipendiums in Höhe von 100 000 Zloty zu nutzen, aber unter der Bedingung, dass mindestens ein Teil seines nächsten Films in Polen gedreht wird. In der Jury saß Agnieszka Holland, Dante Ferretti und Emma Tillinger Koskoff. Diese Auszeichnung begründete die Meinung, dass der Film “The Last Family” nach dem Drehbuch von Robert Bolesto, einer der interessantesten Debüts der letzten Jahre in der polnischen Filmlandschaft ist. Ins Auge fallen die ausgezeichneten und schmackhaften Kreationen von Andrzej Seweryn und Aleksandra Koncieczna. Es wird auch hingewiesen, mit welcher Reife der Regisseur ans Werk gegangen ist. In der Kategorie Polish Feature Film Competition ging der Preis von 300 000 Zloty an “Wołyń/Hatred” von Wojciech Smarzowski. Zum fünften Mal wurde wiederum der Preis für die besten Hauptdarsteller verliehen. Er ging an Magdalena Berus und Arkadiusz Jakubik. Beide erhielten einen Preis von 10 000 Zloty, der von Albert Riele und Gino Rossi gestiftet wurde. Als der interessanteste Film wurde der thailändische “Pop Aye” ausgezeichnet. Er erzählt die Geschichte eines desillusionierten Architekten und eines Elefanten auf den Straßen der thailändischen Hauptstadt, mit dem er später durch das Land zieht, auf der Suche nach seiner Vergan-
genheit. Der Film ist von vielen tragikomischen Situationen geprägt. Den Preis von Skrytykuj.pl bekam Rafal Kapelinski für sein Drama “Butterfly Kisses”. Die weltberühmte polnische Regisseurin Agnieszka Holland wurde wiederum mit den Gegen-den-Strom-Preis für die Inspiration junger Künstler geehrt. In der Vergangenheit ging diese Auszeichnung
u.a. an Benedict Cumberbatch und Stellan Skarsgard. Die 10. Auflage der Off Camera besuchten in Krakau um die 300 000 Zuschauer. Die Filme wurden in den städtischen Kinos, an dem Ufer der Weichsel und auf den Dächern der Altbauten ausgestrahlt. von Ramona Nocoń
Andrzej Sapkowski / Foto: Packa (Praca własna) [CC BY-SA 3.0 (http:// creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], Wikimedia Commons
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The Witcher als Serie auf Netflix Die Geschichte des Hexers Geralt von Riva wird als Serie adaptiert: Netflix entwickelt und produziert das Projekt. Der Buchautor Andrzej Sapkowski soll ebenfalls an dem Projekt beteiligt sein.
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s ist soweit - die US-Amerikanische Streaming Plattform Netflix vermeldete, dass man eine Drama-Serie basierend auf der populären Fantasy-Reihe des polnischen Autors Andrzej Sapkowski drehen wird. An der Produktion neben Sapkowski selbst, der als kreativer Berater mitwirken soll, werden u.a. auch Sean Daniel (The Expanse), Jason Brown (The Expanse), Tomasz Bagiński und Jarosław Sawko als Produzenten mitarbeiten. Baginski, der für die Trailer
der Computerspiele The Witcher und The Witcher 2: Assassins of Kings zuständig war, soll mindestens bei einer Folge pro Staffel hinter der Kamera stehen. „Ich bin begeistert, dass sich Netflix einer Adaption meiner Geschichten annimmt und dem Ausgangsstoff und den Themen, an denen ich über 30 Jahre lang geschrieben habe, treu bleibt“, kommentierte Sapkowski, „Ich freue mich auf das Projekt und
das Team, dass daran beteiligt ist, diesen Figuren Leben einzuhauchen.“ - so der Schriftsteller. Noch ist aber unklar, wann die Serie seine Premiere feiern wird. Eines ist jedoch klar - tausende, vielleicht auch Millionen Witcher-Fans warten ungeduldig auf diesen Tag. von Piotr Piela
Megaproduktion über die Piasten Der polnische Regisseur Wojciech Smarzowski sprach beim Radiosender TOK FM über sein neues Projekt. Der Starregisseur arbeitet an einer historischen Serie.
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ereits 2016 wurden erste Details zum Projekt bekannt. Nach der Premiere von „Wołyń“ sagte Smarzowski, dass er eine Fernsehserie drehen möchte, die nichts mit der aktuellen Politik zu tun hätte. Die Handlung soll sich zu Zeiten der Anfänge des polnischen Landes abspielen, also in der Regierungszeit von Mieszko I. Es sollen unter anderem politische und Liebesmotive mit der reichen Welt des slawischen Glaubens verbunden werden. Zurzeit
erforscht Smarzowski die Geschichte des 10. Jahrhunderts. „Es ist ein fünf, sechs Jähriges Projekt. Wenn ich jetzt genug darüber lerne, kann ich später etappenweise arbeiten. Deswegen versuche ich verschiedene Finanzielle- und Produktionspartner zu finden, um später sicher zu sein, dass die Serie wirklich gedreht wird. In der Zeit möchte ich ein oder zwei Filme drehen, deren Handlung sich auf die Gegenwart bezieht, weil der Dreh zur Serie frühestens 2018 beginnen
wird. Es ist ein Projekt das eine guten Vorbereitung bedingt“ sagte der Regisseur. Smarzowski gab auch zu, dass er mit Wojtek Rzehak bereits an einem Drehbuch arbeitet. „Zurzeit bereiten wir uns für drei Staffeln vor, wir suchen Geld, denn es ist ein waghalsiges Unternehmen, das viel kostet, da wir mit Schauspielern aus ganz Europa arbeiten wollen“- so der Starregisseur. von Paulina Kuc
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Zbigniew Wodecki ist tot Am 22. Mai im Alter von 67 Jahren ist ein hervorragender Künstler und wunderbarer Mensch Zbigniew Wodecki verstorben.
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m fünften Mai hatte sich der Musiker einer BypassOP unterzogen. Die OP hat er gut überstanden und sprach auch mit seinen Angehörigen und Freunden. Nichts deutete auf den drei Tage später folgenden Schlaganfall hin. Trotzt den unternommenen Anstrengungen seitens der Ärzte, konnte man den Musiker nicht mehr retten. Zbigniew Wodecki ist am 22. Mai in Warschau im Beisein seiner Familie gestorben. Er hinterließ seine Frau und drei Kinder. Seine Beerdigung wird in seiner geliebten Heimatstadt Krakau stattfinden. Zbigniew Wodecki ist ein Multiinstrumentalist gewesen. Er spielte Trompete, Violine und Klavier. Im Laufe seiner musikalischen Karriere hat er 11 Platten herausgegeben. Der jüngeren Generation ist er aber in Erinnerung mit den polnischen Opennings zu der Biene Maia und Rudolph, das rotnasige Rentier geblieben. Sein Abenteuer mit der Musik hat schon früh im Alter von fünf Jahren begonnen. Er stammt aus einer musikalischen Familie; sein Vater ist der erste Trompetenspieler des Krakauer Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks gewesen. Für ihn zählte nur die Musik. Wodecki sagte, dass ihn sogar seine Noten in der Schule nicht interessiert hätten. Für ihn ist es nur wichtig gewesen, wie sein Sohn übte.
Foto: Bieniecki Piotr (http://www.fototeo.pl Own work) [CC BY 3.0 (http:// creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Der Musiker beendete mit Auszeichnung die Staatliche Musische Schule in Krakau. In dieser Zeit spielte er mit Marek Grechuta und Ewa Demarczyk zusammen. Nebenbei spielte er Geige im einen Krakauer Orchester. Während seiner musikalischen Laufbahn hatte er an vielen Festivals und Musikprogrammen teilgenommen. Man konnte ihn auch in bekannten polnischen Filmserien sehen. Er saß in der Jury der polnischen Variante von Let's Dance und führte die Talentshow Droga do Gwiazd. 2016 hatte er seine ersten Fryderyk (der wichtigste polnische Musikpreis) für das Musikalbum “1976: A Space Oddessey” als das Musikalbum des Jahres zusammen mit der Band Mitsch&Mitsch erhalten. Das Album enthält neu aufgenommene Werke des Musikers. Für die Single “Rzuć wszystko, co złe” hat er den zweiten Fryderyk für das Musikstück des Jahres bekommen. von Ramona Nocoń
QR-Code scannen und das polnische Biene-Maia-Oppening hören:
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#WirKochen: Gołąbki Gołąbki sind ein sehr beliebtes Gericht in Polen. Die geschmorten oder gegarten Kohlrouladen werden mit Hackfleisch und Reis gefüllt und anschließend mit Tomatensoße serviert. Das Gericht hat eine lange Tradition, deren Wurzeln im Byzantinischen Reich zu finden sind. Gołąbki werden in verschiedenen Varianten in unterschiedlichen Ländern gekocht - in Tschechien und in der Slowakei werden sie holubce gennant, in Litauen balandėliai und in den Vereinigten Staaten heißen sie glubkis. In Deutschland tragen sie den Namen Krautwickel oder Kohlrouladen. Fakt bleibt, dass sich Gołąbki einen besonderen Platz in der polnischen Küche gesichert haben. Die wichtigsten polnischen Feiertage kann man sich nur schwer ohne Gołąbki vorstellen.
Zubereitung Zutaten:
1. Kohlblätter vorsichtig vom Kopf abtrennen und in einem großen
-1 großer Weißkohl - 2 Gläser Reis
Topf mit kochendem Salzwasser 10 Minuten kochen lassen. Kohlblätter herausnehmen, trennen und beiseitelegen.
- 1 kg Schweinehackfleisch
2. Reis in Salzwasser kochen und abtropfen lassen. 3. Hackfleisch mit Reis in einer Schüssel miteinander vermischen
- 2 Löffel Butter
- 3 Lorbeerblätter
- 5 Körner Nelkenpfeffer - Salz und Pfeffer
Für die Soße: 2 Löffel Mehl
1 Dose Tomatenmark 3 Löffel Sahne 12%
und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Danach in die Kohlblätter einwickeln.
4. Topfboden mit den restlichen Kohlblättern bedecken, Butter dazugeben und Golabki eng nebeneinanderlegen. Lorbeerblätter, Nelkenpfeffer, Salz und Pfeffer dazugeben. Alles mit Wasser übergießen und eine Stunde kochen lassen, bis die Kohlblätter weich werden.
5. In einem separatem Topf Mehl mit ein bisschen Wasser vermischen und dann Tomatenmark mit Sahne dazugeben. Gut miteinander vermischen und zu den Kohlro1uladen dazugeben. Zum Schluss ein paar Minuten aufkochen lassen. von K.J.
Guten Appetit!
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Naturwunder in Polen
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Polen ist zwar nicht so unbekannt, wie es vor einigen Jahren der Fall war, dennoch wenn man die größten Städte außer Acht lässt, ist es immer noch für viele ein unentdecktes Terrain. Das Land ist reich an Überraschungen und pittoresken Orten, die von der Natur geschaffen wurden. Einige der schönsten haben wir hier zusammengestellt.
Bialowieża Urwald - der letzte Urwald Europas
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Masurische Seenplatte
Polnisches Amazonien Sumpfgebiete des Narews In den entlegenen Gebieten im Osten Polens mäandert der Narew. Zwischen den Sumpfgebieten, die nie zu Ende gehen scheinen und den verzweigten Flussarmen, erstreckt sich eine für viele unbekannte Welt. Dieses Wasserlabyrinth, dass aus Gewässern, Mooren und scheinbar unendlichen Sümpfen besteht, ist das Zuhause von über 200 Vogelarten, von denen 28 als bedroht gelten. Mehr als 150 dieser Arten brüten auf dem Gebiet des Polnischen Amazonas. Der Narew ist ein anastomosierender Fluss - das heißt, dass er aus mehreren miteinander verbundenen Flussbetten und einem gemeinsamen Überschwemmungsgebiet besteht, wie es bei dem Amazonas oder dem Kongo der Fall ist. Man kann dort den ganzen Tag auf dem Boot in den hohen Simsen verbringen.
Błędów-Wüste Ein neun Kilometer breites und drei Kilometer langes Areal mitten in Polen. Die größte Wüste Europas ist ca. 1 Stunde Autofahrt von Krakau entfernt. Sie entstand schon im Mittelalter, als man die Bäume abholzte und der Wasserpegel sank. Es entstanden über 150 Quadratkilometer Sand mit endemischen Pflanzen entlang der Oase - den Fluss Biala Przemsza. Heute ist die Wüste auf ca. 34
Quadratkilometer geschrumpft und in ihrem südlichen Teil mit Bäumen bewachsen. In der Vergangenheit haben hier die Afrikakorps vor ihrem Einsatz geübt und heute wird ein Teil der Wüste, der für die Touristen unzugänglich ist, vom polnischen Militär als Truppenübungsplatz genutzt. Bei heißen Sommertagen fühlt man sich wie auf einer Expedition auf dem Schwarzen Kontinent. Wenn man den früheren Überlieferungen Glauben schenken mag, wurden hier sogar Luftspiegelungen gesichtet...
Masurische Seenplatte Die Masurische Seenplatte wird auch Landschaft Tausender Seen genannt. In Wirklichkeit gibt es deutlich mehr Seen - fast 2600. Die Seen sind miteinander verbunden, so dass man von einem See zum anderen segeln kann und das ganze Tage lang. Die Masurische Seenplatte wird nicht umsonst als ein Naturwunder bezeichnet. In einem Wettbewerb, welches von der schweizerischen Organization New Seven Wonders organisiert wurde, nahm sie weltweit den 14. Platz der schönsten Orte auf der Erde und den schönsten Ort in Europa ein. Aus der Vogelperspektive sehen die Seen wie eine lange Perlenschnur aus, die sich durch die grüne Landschaft zieht.
Tucheler Heide Im Norden Polens zwischen den Flussbetten von Brda und Wda erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 3000 Quadratkilometern der größte (nach dem Bialowieza Urwald) Waldkomplex in Polen. Zwischen den hohen Kiefern und weiten Wiesen schlängeln sich die Brda und Wda, die mit ihren Nebenflüssen ein verzweigtes Netz bilden. Die Tucheler Heide ist die Heimat vieler geschützter Pflanzen und Tiere. Im Wald gibt es gut ausgestattete Radund Wanderwege. Die Gegend ist auch bei Kanuten sehr beliebt.
Schlucht des Dunajetz Die Pieninen gelten als die schönsten Berge Polens. Auf jedem Schritt und in jeder Ecke gibt es wunderschöne Ausblicke und eine einzigartige Landschaft zu bewundern. Wenn man aber unter den Wunderwerken der Natur in diesem Gebirge eins wählen müsste, dann wäre es mit Sicherheit die Schlucht des Dunajetz. Der Fluss schlängelt sich auf seinem Weg in die Weichsel durch eine mit hohen Wänden mit Bäumen umgebende und bewachsene Schlucht. Man kann sie traditionell auch mit einem Boot oder etwas aktiver auf einem Schlauchboot erkunden. Es besteht auch die Möglichkeit, den entlang laufenden Fahrradweg zu wählen und so die idyllische Landschaft zu
Tourismus 37 bewundern. Vor allem im Herbst, wenn der Wald in allen Farben glänzt, sind die Ausblicke atemberaubend.
Prądnik Tal Im Gebiet der KrakauerTschenstochauer Jura befindet sich das wunderschöne Pradnik Tal. Es gilt als eines der schönsten in Polen und zieht sich durch den Ojcowski Nationalpark und weiter bis nach Krakau. Das Tal und der Park sind nur 14 km von der Stadt Krakau entfernt. Die Landschaft ist von Kalkstein und Karst geprägt. Sie nehmen unzählige und überraschende Formen an wie z.B. die berühmte Herkuleskeule. Wer sich nicht vor der Dunkelheit scheut, kann die hiesigen Höhlen erkunden. Berühmt ist vor allem die Lokietek Höhle und die Ciemna Höhle. Mit beiden Höhlen sind interessante Geschichten verbunden. Die Lokietek Höhle bekam den Namen nach dem polnischen König Wladyslaw Lokietek, der dort Zuflucht nach einer Verfolgung fand. Der Legende nach, als die Verfolger nur einige Meter von der Höhle entfernt waren, hat sich eine Spinne von der Decke heruntergelassen und fing an am Eingang ein Spinnennetz zu weben.
Prądnik Tal
Als die Verfolger das Netz mit der Spinne in der Mitte sahen, sind sie zum Entschluss gekommen, dass kein Mensch je rein gelangen konnte, ohne dass das zarte Netz reisen würde.
Biebrzasümpfe Im Nordosten Polens schlängelt sich der Bober. Ein Reich der polnischen und europäischen Avifauna. In den ausgedehnten Sümpfen und Mooren, die der Fluss formte nistet ca. 80 % der polnischen Vögel. Ein Grroßteil des Flusses und seiner Sümpfe wird als Biebrza Nationalpark geschützt. Auf einem Gebiet von fast 60 000 km wird eines der größten Mooren des Kontinents geschützt. Der Fluss mäandert sehr und sein Wasser breitet sich stark aus. An einigen Orten erinnert er an einen anderen polnischen Fluss - den Narew.
Białowieża Urwald - der letzte Urwald Europas Der Bialowieza Urwald liegt in Polen und Weißrussland und wird in beiden Ländern geschützt. Der letzte Tiefland Urwald des europäischen Kontinents ist nicht nur in seiner Ursprünglichkeit einzigartig. Er ist auch das Zuhause des Europäischen
Bisons, der zwar in Mitteleuropa auf dem ganzen Kontinent vorkam, heute aber auf nur wenige Herden geschrumpft ist. Die hier wachsenden Bäume erreichen im Vergleich zu ihren Verwandten im restlichen Europa biblische Maße, die hier gedeihenden Linden erinnern in ihrer Form und Größe eher an Eichen und die überall als großer Strauch vorkommende Salweide, kann man hier als einen Baum von 22 Metern und einer Breite von 40 cm bewundern.
Die wandernden Dünen im Slowinski Nationalpark Nicht weit von der Ostsee entfernt im Slowinski Nationalpark, befindet sich ein Wunder der polnischen Ostseeküste. Die wandernden Dünen in Polen gehören zu einem der längsten Dünengebieten in Europa. Der Wind weht hier den Sand durch die Luft mit einer Geschwindigkeit von 5 cm pro Sekunde und lässt so hohe Sanddünen wie die Lacka Gora mit einer Größe von über 40 Meter entstehen. An heißen und ruhigen Tagen fühlt man sich, als ob man sich in einer echten Wüste befinden würde. Nicht umsonst wird sie die polnische Sahara genannt.
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Die Farbigen Seen in Landeshuter Kamm
Schweizerische Kaschubei
Die Mickiewicz-Wasserfälle
Im Norden Polens erstreckt sich eine malerische, von Seen durchsehte Landschaft. Sie entstand während der letzten Eiszeit. Zwischen den grünen, dicht bewaldeten Hügeln findet man idyllische Dörfer und kleine Städtchen. Die Schweizerische Kaschubei ist nicht nur ein von Seen gezeichnetes Gebiet; sie wird von Flüssen und zahlreichen Bächern durchgeschnitten und vernetzt. Einer Anekdote nach, haben die Schweizer, als davon erfahren haben, auf einem der höchsten Hügel einen Stein aufgestellt, in dem die Entfernung zu ihrem Heimatland eingeritzt ist.
Wenn man sich dem Wasserfall nähert, hört man es von Weitem das bröselnde und tosende Wasser und wie sich sein Schall im Gebirge weiterträgt. Es erinnert an ein donnerndes Gewitter. Lange Zeit sind sie unzugänglich gewesen. Zwischen den dicht bewachsenen Bäumen und Sträuchern fallen die Wasserfälle den Hang herunter. Von den drei Wasserfällen ist leider nur der mittlere für Touristen zugänglich. Die Wasserfälle wurden zu Ehren des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz 1891 nach ihm benannt, als seine Asche nach Krakau gebracht wurde.
Die Bärenhöhle In dem nicht so hohen, aber dafür umso schöneren Gebirgszug der Sudeten befindet sich die Bärenhöhle. Sie ist die längste Höhle in der ganzen Gebirgskette. In der Vergangenheit hat man dort zahlreiche Knochen der Tiere aus dem Pleistozän, darunter Knochen des Höhlenbären, dem die Höhle ihren Namen verdankt, gefunden. In den Gängen und Sälen befinden sich zahlreiche Tropfsteinformen und Ablagerungen u. a. Stalaktiten, Stalagmiten und Stalagnaten, Sintervorhänge, Pisoiden und Kaskaden, an denen man ein großartiges Farbenspiel bewundern kann.
Die Höhle Raj Die Tropfsteinhöhle Raj ist eine der pittoresken Höhlen Polens und gleichzeitig eine der bekanntesten. Sie zieht die Besucher mit einem prachtvollen Farbenspiel, den aus Gestein geformten Wasserfällen, herunter tropfenden Stalaktiten und emporragen Stalagmiten in ihren Bann. In der Höhle und ihrer näheren Umgebung hat man Spuren von Neandertalern gefunden. Es gibt dazu entsprechende Expositionen. Die Höhle ist während des Devon entstanden, als sie am Meeresgrund lag.
Die Farbigen Seen in Landeshuter Kamm Die Seen entstanden nachdem man den Abbau von Erzen beendet hatte. Gelegen in einem Schutzgebiet sind sie Ziel der Touristen aus ganz Europa und Polen. Aufgrund der im Wasser enthaltenen Rohstoffe nahmen die Seen verschiedene Farben an, von Grün durch Gelb bis zu Purpurfarben. Die Spazierroute ist sehr gut für Familien mit Kindern geeignet. Die Seen glänzen in der Sonne, machen einen malerischen Ausblick und laden ein des Öfteren eine Pause beim Spazieren einzulegen.
Tal der Polnischen Fünf Seen Die malerischen Seen, die in dem polnischen Teil der Hohen Tatra gelegen sind, gehören zu den schönsten Ausblicken, die diese Berge zu bieten haben. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sehen sie wie blaue Perlen im Grünen der Berge aus. Da sie etwas höher in den Bergen liegen als die meisten Attraktionen der Tatra, werden sie nicht so stark von Touristen besucht. Man hat also mehr Raum, um in aller Ruhe die wunderschöne Landschaft zu bewundern. Zu den Seen führen einige Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Tourismus 39 Połoniny Im Südosten Polens, an der Grenze zu der Slowakei und der Ukraine liegen die Bieszczady. Das idyllische Gebirge liegt eher abseits der bekannten Touristenziele und hat dadurch seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Bekannt sind die Berge für ihre Poloninen. So bezeichnet man die Bergweiden im Bieszczady Gebirge und nur dort. Sie befinden sich oberhalb der Waldgrenze. Teilweise, im Laufe der Jahrhunderte von der Natur und teilweise von Menschenhand geformt, besitzen sie ein unverwechselbares Flair. Im späten Sommer und im Herbst erscheinen sie in allen Facetten von Gelb durch Rot bis Braun. Im Frühling erfreuen sich unsere Augen wiederum an saftigem Grün, welches zu weiten Spaziergängen einlädt.
Błędne skały In der Nähe der polnischtschechischen Grenze erstreckt sich das Heuscheuergebirge. Es ist eins der selten in Europa vorkommenden Tafelberge. Die ungewöhnlichen Felsformationen und weite Ausblicke laden zum Spazieren ein. In den schon so besonderen Bergen gibt es auch besondere und geheimnisvolle Orte wie die Wilden Löcher, die ein bezauberndes Labyrinth bilden. Die
Błędne skały
außergewöhnlichen Felsformationen haben seit jeher Menschen begeistert. Unter den unzähligen Besuchern sind u. a. Johann Wolfgang Goethe und der preußische König Friedrich der Große gewesen.
Jezioro Turkusowe Auf der wunderschönen Insel Wollin gibt es viele sehenswerte Orte. Man kann dort auf Spuren der hier vor Jahrhunderten lebenden Völker, auf alte Friedhöfe und malerische, im Wald versteckte Lichtungen treffen. Die Insel hat sogar ihre ganz eigene kleine Seenplatte. Sie ist auch bekannt für eines der schönsten Seen im Land. Der Türkissee, wie schon sein Name verrät, hat eine nicht so oft anzutreffende Farbe. Das türkise Wasser verdankt seine Färbung dem hier abgelagerten Kalkgestein. Im See selber trifft man auf Verkarstungen. Nicht nur der See an sich ist sehenswert, die Umgebung ist malerisch dem See angepasst.
Der Krumme Wald Nicht weit von der deutschpolnischen Grenze entfernt gibt es einen ganz merkwürdigen Wald. Die Bäume wachsen S-förmig nach oben, teilweise gekrümmt. Man schätzt deren Alter auf ca. 80 Jahre.
Es wird vermutet, dass die Bäume alle Kiefer - absichtlich so geformt wurden, um sie später zum Bau von Möbel, Gleitkufen für Schlitten oder von Schiffen zu benutzen. Einer anderen Theorie zufolge sollten die Bäume als Weihnachtsbäume verwendet werden und wurden deswegen so geformt… man habe sie aber einfach vergessen… Der Krumme Wald in der Nähe von Gryfino ist auf jeden Fall sehenswert und gut für einen Ausflug geeignet.
Das Tal des Noteć Der Noteć ist ein Zufluss des drittgrößten polnischen Flusses Warthe. Er ist nicht so bekannt wie andere Flüsse des Landes. Zu Unrecht, denn er hat einiges zu bieten. Zwischen den grünen Wiesen, durch die der Fluss sich schlängelt, gibt es eine Menge Vögel und andere Vertreter der örtlichen Fauna und Flora, die man in alle Ruhe beobachten kann. Da es wenige Touristen gibt, hat man den Fluss praktisch für sich allein. Man kann in aller Stille das angenehme Nass auf einer Kajakfahrt genießen und die traumhaften Sonnenuntergänge zwischen dem Reet bewundern, bei denen man den Anschein hat in einen Film zu sein. von Ramona Nocoń
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Foto: Legendia / Pressematerialien
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Legendia der Schlesische Park mit neuem Look
42 Tourismus
Das Legendia Śląskie Wesołe Miasteczko feierte am 29. April 2017 nach einer gründlichen Renovierung seine Neueröffnung. Der älteste Lunapark Polens blickt auf eine lange Geschichte zurück.
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er Park wurde im Jahr 1956 gegründet und ist lange der einzige Lunapark in Polen gewesen; erst nach der Wende entstanden neue Freizeiteinrichtungen dieser Art. Ursprünglich trug der Park den Namen Śląskie Wesołe Miasteczko (auf Deutsch Schlesischer Park). Seit 2015 gehören 75% der Anteile dem slowakischen Betreiber von Freizeitaktivitäten Tatry Mountain Resorts. In den letzten zwei Jahren hat sich viel verändert. Der Park hat einen international ausgerichteten Namen bekommen - Legendia der schlesische Park. Zu gleich ist der Vergnügungspark nun ein Themenpark geworden. Wie der Name des Parks vermuten lässt, sind Legenden und Märchen sein Hauptmotiv. Der Besucher wird in eine traumhafte Welt der Phantasie und Abenteuer entführt. Zwar wollte der Investor dem Park einen internationalen Namen verleihen, hat dennoch die reichen Traditionen der Region bewahrt. Sowohl die Thematik als auch die Attraktionen sind mit den Legenden, Sagen und Märchen aus der Region,
Tourismus 43 Polen und der Welt verbunden. Jeder kommt auf seine Kosten; für die, die besonders abenteuerlustig sind warten u. a. die Doppelschleifenachterbahn "Tornado" und der “Lech Coaster” - der allerdings seinen Betrieb erst Anfang Juli aufnimmt. Der “Lech Coaster” ist eine 908 Meter lange und 40 Meter hohe Achterbahn. Sie soll eine Geschwindigkeit von 95 Stundenkilometern erreichen. Es gibt auch viele Attraktionen und Freizeitbeschäftigungen für Familien mit Kindern - über 40 verschiedene Touristenattraktionen - auf 26 ha - in 5 mannigfaltigen Zonen: Magical Village, Valley of Dreams, Magical Forest, Magical Mountains und Adventure Valley. Am Eingang zum Park befinden sich Shops, Cafés und ein Informationszentrum. In dieser Saison wird man auch einiges an multimedialen Animationen, die an die legendären Anfänge des polnischen Staates anknüpfen, zu sehen bekommen. Man wird auch die Möglichkeit haben, auf dem See eine Bootsfahrt zu unternehmen. Der Vergnügungspark ist derzeit nur am Wochenende zugänglich. Erst ab Juni bis zum 3. September wird er wieder täglich öffnen. von Ramona Nocoń
Fotos: Legendia / Pressematerialien
44 Tourismus
Extremsportler im Riesengebirge unterwegs Das Riesengebirge wird im Sommer zur Kulisse für einige der interessantesten Extremsportevents in Polen. Ob Radrennen auf die Śnieżka (Schneekoppe), Triathlon durch Berg und Tal oder einmal mit dem Marathon über den gesamten Höhenzug. Das Riesengebirge zählt zwar zu den kleineren Gebirgen Europas hat sich in den vergangenen 20 Jahren aber zu einem Mekka für Aktivtouristen und Sportler mit Hang zum Naturerlebnis entwickelt. Grund dafür ist auch sein besonderes Klima, das alpine Züge trägt und ihm so einen ganz eigenen Reiz verleiht.
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en Anfang macht am 10. Juni der „Karkonosz-Man“. Der Triathlon ist nichts für Anfänger. Los geht es mit dem Schwimmwettbewerb in der Marklissa-Talsperre an der Burg Czocha (Tzschocha). Von dort müssen die Athleten auf dem Fahrrad über 90 Kilometer und einen Höhenunterschied von mehr als 3.000 Metern den Riesengebirgsort Karpacz (Krummhübel) erreichen. Zuletzt warten weitere 2.000 Höhenmeter und 22 Kilometer Wegstrecke beim Halbmarathon auf den Gipfel der Śnieżka. (www. triathlonkarkonoski.pl) Der mit 1602 Metern höchste Berg des Riesengebirges wird am 24. und 25. Juni erneut zum Schauplatz aufregender Sportereignisse. Eine Verbindung zwischen ihm und dem höchsten Gipfel der Alpen will die Veranstaltung am 24. Juni herstellen. „3x Schneekoppe - 1x Mont Blanc“, unter diesem selbsterklärenden Motto finden ab 9 Uhr drei Läufe statt, die es in sich haben. Die „MiniDistanz“ mit 17 Kilometern und 1.000 Höhenmetern führt vom Zentrum des Ferienortes Karpacz (Krummhübel) über den Schneekoppengipfel und wieder zurück. Die Mitteldistanz über 36 Kilometer und 2.000 Höhenmeter ist gleichzeitig die Polnische Meisterschaft im Gebirgslanglauf. Beim Ultralauf müssen die Athleten aus Polen und dem europäischen Ausland schließlich 3.000 Höhenmeter überwinden und dabei eine Strecke von 55 Kilometern meistern. (www.3razysniezka.pl) Am 25. Juni gehört der Berg mit der markanten Spitze den Helden des Zweiradsports. Beim 27. Uphill Race auf die Schneekoppe gilt es, den 2015 von Michał Ficek aufgestellten Rekord zu brechen. Der Nachwuchssportler vom polnischen Volkswagen MTBTeam schaffte es in weniger als 48 Minuten, die 1.020 Höhenmeter vom Start bis zum Gipfel auf der rund 14 Kilometer langen Strecke zu überwinden. Rund 360 Athleten aus Polen und ganz Europa werden in diesem Jahr ihr Können und
Biker im Riesengebirge bei Szklarska Poręba. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Durchhaltevermögen unter Beweis stellen. (www.uphillrace.pl) Ausdauer beweisen müssen die Teilnehmer des Maraton Karkonoski, des Riesengebirgsmarathons. Während es am 30. Juni mit einem vergleichsweise entspannten Abendlauf durch die Berge losgeht, wartet auf die Athleten am 1. Juli eine echte Herausforderung. In höchstens 8,5 Stunden müssen sie die rund 52 Kilometer des Rundkurses bewältigen, der über einen Großteil des Riesengebirgs-Kammweges führt. Dabei erschweren ihnen über 2.000 Meter Höhenunterschied den Weg. Im vergangenen Jahr meisterte Bartek Gorczyca vom Salco Sport Team den Ultramarathon in nur vier Stunden und sieben Minuten. (www.maratonkarkonoski.pl) Etwa zeitgleich wartet am anderen Ende des Riesengebirges eine ganze Woche Adrenalin pur auf Aktivtouristen und Extremsportler. Ab dem 1. Juli wird der beliebte Ferienort Szklarska Poręba (Schreiberhau) mit dem „Festiwal Rowerowy“ zum Hotspot des MTB-Sports in Ostmitteleu-
ropa. Am Hausberg Szrenica (Reifträger) finden zahlreiche Wettkämpfe, Shows und Spaßveranstaltungen rund um die geländegängigen Zweiräder statt. Zu den Höhepunkten für das Publikum zählen vor allem die waghalsigen Vorführungen der Air Water Show mit Schlammrennen und Wasserspringen auf dem Rad. Knallharten Wettkampf versprechen zudem die großen Wettbewerbe, wie das Rennen im klassischen Straßen-Downhill und das Enduro-MTB-Rennen am 9. Juli. Im benachbarten Isergebirge sind die Teilnehmer der vier Etappen des Bike Adventure, das vom 1. bis 4. Juli im Rahmen des Festivals stattfindet, unterwegs. Die Veranstaltung richtet sich mit ihren zwei Segmenten gleichermaßen an Freizeitsportler wie auch an Profis im MTB-Bereich. (www.szklarskaporeba.pl) Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
Tourismus 45
Start im Hauptschlüssel-Erbstollen Ab Juni 2017 können Neugierige erstmals den Hauptschlüssel-Erbstollen im schlesischen Zabrze besichtigen. Mehr als 19.000 Tonnen Schutt mussten die Bergleute in gut achtjähriger Arbeit aus den Tiefen holen. Die historische Bergbauanlage, die sie für künftige Besucher freigeschaufelt haben, war es aber wert. Von insgesamt 14 Kilometern Länge ist zunächst ein zweieinhalb Kilometer langer Abschnitt für den Besucherverkehr freigegeben. Im Herbst soll dann ein über einen Kilometer langer Teil folgen, den die Besucher auf Booten zurücklegen Foto: Bergwerk Guido
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er ab 1799 angelegte Hauptschlüssel-Erbtollen diente der Entwässerung der nahen Königin-Luise-Grube und später auch der Königsgrube im benachbarten Königshütte, dem heutigen Chorzów. Dort befindet sich das Mundloch der historischen Anlage. Der Einstieg zur neuen Touristentrasse ist in Zabrze am Schacht Carnall. Unter der Erde besteht eine Querverbindung zur Königin-Luise-Grube mit dem neu gestalteten unterirdischen Museum der Bergbaumaschinen. Der Endpunkt mit dem unterirdischen Bootsanleger befindet sich unterhalb der Altstadt. Eine Ausstellung entlang der unterirdischen Touristentrasse zeigt die Entwicklung des Bergbauwesens in den vergangenen rund 200 Jahren. Zu jener Zeit schuf der damalige preußische Bergbauminister Graf Friedrich Wilhelm von Reden die Grundlagen für den Aufschwung des schlesischen Bergbau- und Hüttenwesens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Auf seine Initiative hin wurde auch der Hauptschlüssel-Erbstollen errichtet. Aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit mussten die Aufräumarbeiten unter Tage mit Handwerkzeugen erfolgen. Dabei entdeckten die Arbeiter zahlreiche historische Überbleibsel, die teilweise auch in die Ausstellung eingingen. Darunter waren etwa sehr gut erhaltene Bergwerksboote aus dem 19. Jahrhundert, hölzerne Stützkonstruktionen, Werkzeuge und eine eiserne Lore. Mit der Eröffnung der neuen Trasse wird Zabrze endgültig zum Zentrum des Bergbautourismus in der Oberschlesischen Metropolregion. Mit
können.
dem Bergwerk Guido und der Königin-Luise-Grube besitzt die Stadt bereits seit einigen Jahren zwei bekannte und beliebte unterirdische Erlebniswelten, die nicht nur die industrielle Vergangenheit der Region illustrieren, sondern auch beliebte Veranstaltungsorte sind.
ropas. Ausgeschenkt wird dort das Bier Guido aus einer nahe gelegenen Brauerei. Besucher können die Anlagen im Rahmen von regulären Führungen erleben oder selbst die schweißtreibende Arbeit der Bergleute im Rahmen spezieller Events kennenlernen.
Ergänzt wird das Angebot durch Ausstellungen zum Alltag der Bergleute und der industriellen Bergbaugeschichte in den historischen Gebäuden rund um den Schacht Carnall, durch den Erlebnispark 12C und Übernachtungsmöglichkeiten. Eine Attraktion ist der moderne Pub in der ehemaligen Pumphalle des Bergwerks Guido, 320 Meter unter der Erde. Er gilt als der am tiefsten gelegenen Pub Eu-
Informationen zu den Bergbau-Anlagen in Zabrze unter www.muzeumgornictwa.pl
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Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
46 Tourismus
Polen entdeckt den Whisky Immer mehr Polen entdecken den Whisky für sich. Polnischen Marktforschern zufolge konnte das edle Destillat bereits jeden vierten Erwachsenen überzeugen. Dementsprechend sprießen seit kurzem im ganzen Lande Whisky-Events aus dem Boden. Größere Veranstaltungen finden nicht nur in den Metropolen statt. So schwärmen WhiskyExperten wie Sir Colin Hampden-White oder Charles MacLean vom sommerlichen Whisky-Festival in Seebad Jastrzębia Góra (Habichtsberg).
V
om 25. bis 26. August findet in Jastrzębia Góra an der kaschubischen Küste bereits das vierte „Festiwal Whisky“ statt, die wohl beliebteste Tasting-Veranstaltung Polens. Rund 60 namhafte Aussteller aus der ganzen Welt präsentieren auf über 6.000 Quadratmetern die neuesten Trends und Altbewährtes. Schauplatz ist das Gelände rund um das kleine „Dom Whisky“ (Whisky-Haus), nur 50 Meter vom Strand entfernt. In lockerer aber stilvoller Atmosphäre können sich Besucher in die Genusswelten des Whiskys einführen lassen, an Masterclasses und Workshops teilnehmen, oder Konzerte mit schottischer und irischer Live-Musik erleben. Dazu werden stilechte auf den Whisky-Genuss abgestimmte Leckerbissen serviert. Abends bieten die Veranstalter zudem in Laufweite eine „After-Party“ mit Live-DJ an. Bereits am 3. Juni ist das mondäne Seebad Sopot (Zoppot) Schauplatz für das Festival Whisky-Live des britischen Verlages Paragraph Publishing. Besucher können sich im Hotel Sheraton auf über 100 Whisky-Sorten aus aller Welt freuen, darunter auch zahlreiche PolenPremieren und Exotisches aus Island, Thailand oder Italien. Sopot ist nach der polnischen Hauptstadt Warszawa (Warschau) der zweite polnische Ort, an dem das renommierte TastingFest stattfindet. Die Veranstaltung in Warschau, die in diesem Jahr vom 13. bis 14. Oktober stattfindet, besuchen jährlich mehrere Tausend Liebhaber.
Am 9. September findet das Cracow Whisky Festival in der alten Königsstadt Kraków (Krakau) statt. Als Kulisse für die Genussveranstaltung dient das 100 Jahre alte Straßenbahndepot im ehemaligen jüdischen Stadtviertel Kazimierz. Vor dem Hintergrund der alten Holzträgerkonstruktion verspricht das Tasting der Produkte von über 50 Ausstellern einen zusätzlichen optischen Genuss. Während der Veranstaltung finden mehrere Masterclasses, Wettbewerbe und Whisky-Vorstellungen statt. Als weiterer Höhepunkt ist ein Bartender-Wettbewerb vorgesehen. Polen lag im vergangenen Jahr mit einem Import von 35 Millionen Flaschen Whisky auf Platz Vier im europäischen Vergleich nach Deutschland, Spanien und Frankreich. Stattliche 75 Prozent der Waren stammten dabei aus schottischen Destillerien. Die eigene Produktion liegt noch in den Kinderschuhen. Einzig die Traditionsbrennerei Kozuba i Synowie bietet mit ihrem „White Dog“ einen kurz gelagerten RoggenWhisky im Stile US-amerikanischen Moonshines an. Infos zu den Festivals unter www. festiwalwhisky.pl, www.whiskylivewarsaw.com, www.cracowwhiskyfestival.pl Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
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