Wirtschaftskammer „Schlesien” Viele Möglichkeiten für das Unternehmertum
Die Wirtschaftskammer „Schlesien” ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, die Initiativen unterstützt und an Tätigkeiten teilnimmt, die mit der Entwicklung des Unternehmertums in Schlesien verbunden sind. • Schulungen, Workshops, Konferenzen, Beratungen • Kooperationsbörsen • Messen und Ausstellungen • • Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Tschechischen Republik
Kontakt Wirtschaftskammer „Schlesien” 45-310 Opole / Oppeln • ul. Ozimska 184 • Tel./Fax: +48 77 4538484 • E-Mail: info@igsilesia.pl • www.igsilesia.pl
Im Heft 3
Wirtschaft 4 | Unethisches Vorgehen. Wie anfällig sind die Arbeitnehmer in Polen?
Jeder vierte polnische Arbeitnehmer ist bereit unethisch vorzugehen um sich bessere Chancen im Betrieb zu erarbeiten - berichtet EY Polska.
6 | Polnische Industrie investiert immer mehr in die Digitalisierung
39% der Unternehmen in Polen deklariert einen hohen Digitalisierungsgrad und 45% meinen, dass sie zumindest auf demselben Niveau sind, wie ihre Konkurrenz
8 | Hannover Messe: Ein Schritt Richtung Elektroauto
Gleich fünf Verträge, von denen man sich großes erhofft, wurden auf der Hannover Messe unterschrieben.
28 | Medienfreiheit in Polen bedroht? 29 | Polen: Regierung spricht über Anhebung des Mindestlohnes
Technologie 30 | Jahr der Premieren: Was Gamer heuer erwartet
Kultur & Lifestyle 32 | Reisen in bester Gesellschaft: Kultur im Zug geht weiter
9 | Steuern und Abgaben fressen Löhne
32 | Polnischer Kurzfilm mit Chance auf die
10 | Löhne in Polen. Wer verdient am besten?
Goldene Palme in Cannes
12 | Wie viel bringt Polen zur europäischen
33 | Neues Leben für ein Märchenschloss
Wirtschaft mit ein?
34 | Red Hot Chili Peppers werden wieder in
12 | Polen: Arbeitslosigkeit fällt auf 8,2%
Polen auftreten
13 | S&P bestätigt Polens Rating
35 | Danzig feiert Günter Grass
14 | Rekordeinnahmen der Ekstraklasa-Vereine
36 | Festival der klassischen Musik in Łańcut
15 | „Skyscraper 2017“ für zwei polnische
38 | #WirKochen: Żurek
Architekten 15 | Smart means Poland (Video)
Tourismus
16 | Internationale Automobilmesse Motor Show
39 | Die schönsten Gärten Polens
- Mekka nicht nur der Autofans 18 | Pflegereform – hohe Heimkosten werden zum Problem
43 | Airberlin nimmt Linie nach Danzig wieder auf 43 | Polnische Sahara bleibt erhalten
Unternehmen
44 | Polens geheimnisvoller Osten
20 | Nestlé verlagert Produktion nach Polen
#Ratgeber
Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé will rund 300 Stellen in Großbritannien abbauen. Teile der Produktion sollen an die Weichsel verlagert werden
21 | PORR erhält Auftrag für Modernisierung
49 | Persönliche Haftung von Geschäftsführern einer poln. GmbH (Spółka z o.o.)
der Bahnstrecke von Poznań nach Piła
Mit der Modernisierung der bestehenden Bahnlinie Nr. 354 von Poznań nach Piła wird die bisher zweistündige Fahrzeit um 40 Minuten verkürzt
22 | STRABAG modernisiert polnische Bahn
Der Baukonzern STRABAG wird als Konsortialführer die 20 km lange Bahnstrecke zwischen Krakau und Rudzice modernisieren und die Vororte-Schnellbahn in Krakau ausbauen
24 | Luxemburg wird zum neuen Absatzmarkt für Solaris 25 | Schuldenstand in der EU: So schneidet
Impressum PolenJournal.de Chefredakteur: Piotr Piela Grafik & Design: Emanuela Janda Textkorrektur: Kathrin Gorzela Autoren: Emanuela Janda, Paulina Kuc, Ramona Nocoń, Piotr Piela, Anna Rosenthal, Rafał Stelmaszewski
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Polen im Vergleich zu anderen Ländern ab 26 | CD Projekt zieht Bilanz über das Jahr 2016
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Politik 27 | Polen ist Schlusslicht bei der Verringerung der CO2-Emission 27 | Das sind die sichersten Länder der Welt 28 | Szydlo: Wir haben zu wenig für die Unternehmen getan
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4 Wirtschaft
Unethisches Vorgehen. Wie anfällig sind die Arbeitnehmer in Polen? Jeder vierte polnische Arbeitnehmer ist bereit unethisch vorzugehen um sich bessere Chancen im Betrieb zu erarbeiten - berichtet EY Polska.
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orruption bleibt weiterhin eine ernste Herausforderung. Knapp zwei Drittel der Befragten in Osteuropa bezeichnet sie als ein großes Problem der Businesswelt. In Polen sind nur 38% dieser Meinung. 2015 teilten diese Meinung noch 43% und 2013 59% der Umfrageteilnehmer, anhand der die Studie Human instinct or machine logic: which do you trust most in the fight against fraud and corruption? von EY vorbereitet wurde. Die polnische Wirtschaft entwickelt sich stabil, was die Zahl der Personen, die die Käuflichkeit als Bedrohung für die Geschäfte sieht, verringert erklärt Mariusz Witalis von EY Polska. Der Druck, mit dem Arbeitnehmer umgehen müssen sorgt dafür, dass sie zum unethischen Handeln bereit sind. Aus persönlichem Gewinnstre-
ben wäre jeder zehnte bereit, bares Geld anzubieten. Das sagten 19% der Befragten in Osteuropa - berichten die Autoren der Studie. In Polen erklärte sich jeder siebte Umfrageteilnehmer bereit, Einnahmen früher zu Buchen um gewisse Geschäftsziele zu erreichen. 9% hätte wiederum der Geschäftsführung falsche Informationen übermittelt um eine Gehaltserhöhung zu bekommen oder um befördert zu werden. Im Allgemeinen wären 25% in dieser Situation bereit unethisch vorzugehen. Auf der anderen Seite kommt der Arbeitsmoral in Polen eine Hochschätzung zu. Mehr als die Hälfte der Befragten hätte in einer moralisch fraglichen Situation ihren Job gekündigt (13%) oder zumindest darüber nachgedacht (48%). Bereit die Augen bei unethischem
Handeln aus persönlichem Gewinnstreben zuzudrücken ist laut EY vor allem die Generation Y (Arbeitnehmer im Alter von 25 bis 34 Jahren). Jeweils einer von vier Befragten würde jemanden bestechen, falls die Zukunft des Unternehmens auf dem Spiel wäre. Unter den älteren Arbeitnehmern wäre dazu gerade mal einer von zehn Befragten bereit - so die Autoren der Studie. Die Generation Y würde auch ihren Arbeitskollegen und Kolleginnen häufiger ein unethisches Handeln zuschreiben als andere Generationen. Zusätzlich würden zwei Drittel der Umfrageteilnehmer problemlos an unmoralisches Handeln der Geschäftsführung zum Wohle des Unternehmens glauben. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Werkzeugen zur Bekämpfung der Korruption, doch in vielen Fällen
Wirtschaft 5 handelt es sich grob gesagt um die Überwachung der Arbeitnehmer, was diesen verständlicherweise nicht gefällt. Die Umfrageteilnehmer aus Polen erklärten sich bereit ihre Daten im Strafregister zu prüfen (43%) oder die Benachrichtigungen aus den Sicherheitssystemen zu verifizieren (34%). Nur 10% wäre mit der Überwachung ihrer Accounts in sozialen Netzwerken einverstanden. Für mehr als die Hälfte der befragten Arbeitnehmer ist laut EY, die Überwachung von Telefongesprächen, Mails, Kommunikationsprogrammen sowie Social-Media-Accounts ein Eingriff in die Privatsphäre.
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In Betracht muss man aber noch den menschlichen Faktor ziehen, denn Arbeitnehmer haben die Möglichkeit Unrichtigkeiten zu melden. In Polen greifen nur wenige auf dies zurück. 50% würde Regelwidrigkeiten aus Sicherheitsgründen nicht melden. 32% würde darauf aus Loyalität gegenüber anderen Arbeitnehmern verzichten und 23% würde dies nicht aus Angst um die eigene Karriere tun. Die Studie Human instinct or machine logic: which do you trust most in the fight against fraud and corruption?, die von EY vorbereitet
wurde, basiert auf einer Umfrage, die zwischen November 2016 und Januar 2017 in insgesamt 41 Ländern durchgeführt wurde. Teilgenommen haben rund 4.100 Führungskräfte und Arbeitnehmer. von Piotr Piela
6  Wirtschaft
Polnische Industrie investiert immer mehr in die Digitalisierung 39% der Unternehmen in Polen deklariert einen hohen Digitalisierungsgrad und 45% meinen, dass sie zumindest auf demselben Niveau sind, wie
ihre
Konkurrenz.
Das geht aus dem neuesten Bericht von dem Beratungsunternehmen PwC hervor.
Wirtschaft 7
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ie Industrie 4.0 ist eine fortgeschrittene Entwicklungsstufe, die durch einen digitalen Wandel ausgelöst wurde und die Umwandlungen im Bereich der Wertschöpfungskette, Herstellung, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodellen vorsieht. Nach der dritten industriellen Revolution, die vor allem durch die Automatisierung geprägt wurde, sind wir heutzutage Zeugen der vierten Revolution, die uns ermöglicht Geräte innerhalb eines digitalen Ökosystems zu v e r -
netzen und die industrielle Wertschöpfungskette zu festigen. Die Hauptvoraussetzungen für die Weiterentwicklung der Industrie 4.0 ist das Maß an zugänglichen Daten sowie die Werkzeuge zu ihrer Analyse, aber auch Kommunikationsdienste und digitale Zugangskanäle zu potenziellen Kunden – berichtet ein Analytiker von PwC. Die Industrie ist der Antriebsmotor der polnischen Wirtschaft. Seit dem Einbruch im Jahre 2009, der auf die globale Krise zurückzuführen war, wächst die industrielle Produktion ununterbrochen. Der digitale Wandel ermöglicht den Unternehmen eine noch schnellere Entwicklung und Wettbewerbsvorteile die sich auf moderner Technologie und innovativen Lösungen stützen - erklärt Mariusz Dziurdzia von PwC. Aus einer Umfrage, die für den Bericht Industrie 4.0: Herausforderungen der gegenwärtigen Produktion vorbe-
reitet wurde geht hervor, dass sich die Unternehmer in Polen schnellen und leicht umsetzbaren Veränderungen zuwenden, die auf dem Nutzen digitaler Werkzeuge beruhen, um die Produktivität zu erhöhen oder die Kosten herabzusetzen. Die befragten Unternehmer erklärten, dass tiefgreifende Veränderungen von hohen Kosten und einer fehlenden Infrastruktur (z.B. zu wenig Breitbandverbindungen) blockiert werden. Trotzdem spiegeln die Umfrageergebnisse den herrschenden Optimismus unter den Unternehmern wieder. In jedem der untersuchten Bereiche schnitten die polnischen Geschäftsleute besser als der globale Durchschnitt ab. 39% der Unternehmen in Polen deklariert einen hohen Digitalisierungsgrad und 45% meinen, dass sie zumindest auf demselben Niveau sind, wie ihre Konkurrenz. 54% der Umfrageteilnehmer bestätigte, dass den Daten eine entscheidende Rolle beim Entscheidungsverfahren in ihren Unternehmen zukommt. Innerhalb der kommenden 5 Jahre könnte der Unternehmeranteil, die dieses deklariert bis auf 87% steigen. Aus dem Bericht von PwC geht auch hervor, dass die kommenden 5 Jahre von einem signifikanten Anstieg der Ausgaben geprägt sein werden, die mit dem digitalen Wandel in Zusammenhang stehen. In den letzten zwei Jahren stellten diese 5,7% der Jahreseinnahmen der Unternehmen dar. Bis 2020 könnten sie 7,7% erreichen, was umgerechnet den Jahresausgaben in Höhe von über 100 Mrd. Zloty im Jahr entsprechen würde - berichtet das Beratungsunternehmen. 83% der befragten Unternehmer sei wiederum davon fest überzeugt, dass die getätigten Investitionen Erträge innerhalb der kommenden fünf Jahre bringen werden. Der Bericht Industrie 4.0: Herausforderungen der gegenwärtigen Produktion (poln. Przemysł 4.0, czyli wyzwania współczesnej produkcji) wurde anhand einer Befragung von rund 20.000 Unternehmern vorbereitet, die in neun verschiedenen Wirtschaftssparten tätig sind und ihre Geschäfte in 26 Ländern abwickeln. An der Umfrage nahmen 50 Unternehmer aus Polen teil.
von Piotr Piela
8 Wirtschaft
Hannover Messe: Ein Schritt Richtung Elektroauto Gleich fünf Verträge, von denen man sich großes erhofft, wurden auf der Hannover Messe unterschrieben.
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as Ministerium von Mateusz Morawiecki unterzeichnete in Hannover Kooperationsverträge mit der Siemens AG, und zwar einen Vertrag über eine strategische wirtschaftliche Zusammenarbeit. Philip Harting und Prof. Janusz Szajna, CEO von Digital Technology Poland (DTP Ltd), unterzeichneten eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Hard- und Software-Komponente für HARTING MICA. Die Vertreter von ABB und Transition Technologies einigten sich wiederum zu einem Partnerschaftsvertrag, der sich auf den modernen Energiemarkt und die Softwaresysteme für die Industrie bezieht. In der Vereinbarung wurde auch eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit an neuen techno-
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logischen
Lösungen
festgehalten.
In Hannover fanden außerdem Ciegielski SA und Ursus SA zusammen. Die beiden Unternehmen sollen gemeinsam an einem Elektroauto arbeiten. Cegielski soll einen innovativen Antrieb für die Fahrzeuge von Ursus entwickeln. Wirtschaftsminister Morawiecki erklärte, dass Polen nicht mehr die Montagewerkstatt Europas sein will. Wir wollen uns weiterentwickeln und neue Märkte erobern. Damit es uns gelingt, müssen wir mit solchen Unternehmen eng zusammenarbeiten, die bereits auf diesen Märkten vertreten sind - so Morawiecki. Der Politiker unterstrich, dass die in
Hannover neu gewonnenen Kontakte und Vereinbarungen auch ein Signal an die Unternehmer in Polen sind, dass man sich auf die Welt nur mit Hilfe von Verträgen mit großen Industriekonzernen öffnen kann. Auf der anderen Seite setzen die Verträge die Anwendung von höchstmöglichen Zahl polnischer Komponente mit polnischen Forschungsergebnissen und technologische Leitgedanken, voraus - informierte der Wirtschaftsminister, zitiert vom Nachrichtensender TVN24.
von Rafał Stelmaszewski
Wirtschaft 9
Steuern und Abgaben fressen Löhne So schneidet Polen im Vergleich zu anderen Ländern ab.
A
us einem Bericht des Beratungsunternehmen PwC geht hervor, dass im Falle von Arbeitnehmern mit einem durchschnittlichen Lohn, 29% des Gehalts für Steuern und Abgaben anfällt. Im Vergleich zur vorherigen Auflage des Reports Arbeit in der Europäischen Union: Steuern und Abgaben ist es in dieser Hinsicht zu keinen Veränderungen gekommen. Ein Nettolohn in Höhe von 71% des Gesamtgehalts beschert den Arbeitgebern in Polen den 16. Platz in der EU. Die Liste wird von Zypern (91%), Malta (81%) und Estland (79%) angeführt. Düster sieht es dagegen für Arbeitnehmer in Belgien (59%), Deutschland und Slowenien (beide 62%) aus. Die Analytiker von PwC haben auch das Einkommen einer durchschnittlichen polnischen Familie (zwei Erwachsene darunter ein erwerbstätiger, zwei Kinder) unter die Lupe genommen. Auf dem Konto bleiben 74% des Bruttolohnes, während der EUDurchschnitt bei 77% liegt. Auch in dieser Zusammenstellung liegt Zypern mit 91% vorne. Der letzte Platz ging an Österreich (67%). Unseren Analysen zufolge ist die Belastung der Arbeitnehmer in Polen mit Blick auf die Einkommenssteuer und die Abgaben an die Sozialversicherungsanstalt ZUS, sehr ähnlich wie im EU-Durchschnitt. Die Steuersätze in Höhe von 18% und 32%, sowie die Gesamtabgabe für
ZUS in Höhe von 35%, platziert Polen in die Mitte des Rankings. Bei der Unterstützung der Familien liegt das polnische Steuersystem wiederum unterhalb des EU-Durchschnitts, denn in vielen Ländern wurden Steuerentlastungen für Familien eingeführt, die die Belastung zusätzlich mindern - erklärt Tomasz Baranczyk, Komplementär von PwC in Polen. Welchen Einfluss nimmt die Steuerbelastung auf Gutverdiener? Interessanterweise hat ein vermögender Single, dessen Gehalt fünf Mal so hoch ist als der Durchschnittslohn, 66% seines Bruttogehalts in der Tasche. Wohlhabende Familien in Polen können wiederum auf 69% des Bruttolohnes hoffen. Steuern und Abgaben in der EU Laut PwC dominieren in Europa weiterhin progressive Steuersysteme. Die höchsten Steuersätze gelten in Schweden (57%), Österreich (55%), Portugal (53%), in den Niederlanden (52%) sowie in Dänemark (51,95%). Lineare Steuersätze gelten wiederum nur in 6 der untersuchten Länder. 2016 hält der Trend zur Minderung der Belastung im Bereich der Einkommenssteuer in der Europäischen Union weiter an. Fünf Länder haben die Steuersätze gesenkt, andere haben die Steuersätze valorisiert, wie etwa Österreich, Belgien, die Nieder-
lande oder Deutschland. Man kann davon ausgehen, dass dieser Trend auch in den kommenden Jahren fortgesetzt wird und auch die verbleibenden Staaten danach streben werden. Nur wenige Länder entschieden sich für eine Steuererhöhung und wenn schon, dann nur für reiche Bürger wie etwa in Österreich oder Griechenland - so Joanna Narkiewicz-Tarłowska, Direktorin der Steuer- und Rechtsabteilung von PwC. Zusätzlich haben sich sechs Staaten entschieden, den Steuerfreibetrag zu erhöhen (u.a. Deutschland). In Polen beobachten wir in den letzten Jahren eine steigende Belastung bei der Einkommenssteuer und den Sozialabgaben, was auf die fehlende Valorisierung des Steuerfreibetrags und die Anhebung der Beitragsgrenze zurückzuführen sei. 2016 hatte Polen noch einen der niedrigsten Steuerfreibeträge. Eine Neuregelung gilt zwar seit 2017, doch zu spüren bekamen es nur Personen mit einem Jahreseinkommen bis zu 11 Tsd. Zloty. Der Rest der zahlreichen Steuerzahler wird diese Veränderungen gar nicht spüren oder verliert die Möglichkeit den Steuerfreibetrag abzusetzen - so Grzegorz Ogórek, Manager in der Steuer- und Rechtsabteilung von PwC. von Piotr Piela
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Löhne in Polen. Wer verdient am besten? Das meiste verdienen Arbeitnehmer in der Informations- und Kommunikationsbranche - berichtet das Statistische Hauptamt.
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aut den neuesten Angaben erreichten die Durschnittslöhne im März mit Blick auf Unternehmen mit mindestens 10 Arbeitnehmern, 4.577,86 Zloty brutto. Einen Gehaltsanstieg feierte die Mehrheit der Branchen, die von den Statistikern von GUS unterscheidet wird. Eine gewaltige Zunahme genoss der Bergbau, wo die Mitarbeiterlöhne innerhalb des vergangenen Jahres um 16,3% zugenommen haben. Der Landesdurchschnitt lag wiederum bei 5,2%. Klagen dürften auch die Beschäftigten im Gastgewerbe/ der Beherbergung und der Gastronomie nicht. Hier stiegen die Löhne um 7,5%. Mehr als vor einem Jahr verdient man auch in der Reparatur von Kraftfahrzeugen (+7,4%), sowie am Bau (+6,4%). Zurückgegangen sind die Löhne nur in der Energieversorgung (-3,2%). Zu den Bestverdienern zählen im März Arbeitnehmer, die in der Informationsund Kommunikationsbranche ihr Geld verdienen. Der Durschnittslohn erreichte hier 8.074,87 Zloty. Platz 2. ging an die Energieversorgung. In diesem Wirtschaftszweig verdient man ungeachtet des Gehaltsrückgangs 7.301,28 Zloty brutto. Deutlich über den anderen Wirtschaftszweigen lagen die Löhne im März noch im Bereich der wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, sowie im Bergbau. Auch wenn die oben genannten Zahlen anmuten, muss darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei um durchschnittliche Bruttogehälter handelt. Insofern bleibt am Beispiel der Informationsund Kommunikationsbranche, von den 8074,87 Zloty nur knapp 5.700 Zloty netto übrig. von Anna Rosenthal
Wirtschaft 11
Datenquelle: GUS
12 Wirtschaft
Wie viel bringt Polen zur europäischen Wirtschaft mit ein? Laut der neuesten Eurostat-Berechnung ist Polen achtgrößte Wirtschaft unter den Mitgliedsländern.
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as europäische Bruttoinlandsprodukt erreichte 2016 bei den jeweiligen Preisen 14,8 Billionen Euro. Mehr als die Hälfte davon erwirtschafteten Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Deutschland blieb erwartungsgemäß die größte Volkswirtschaft unter den Mitgliedsländern und erwirtschafte ein BIP in Höhe von 3,1 Billionen Euro, was umgerechnet 21,1% des gesamten Bruttoinlandsprodukts in der EU darstellt - das geht aus der neuesten Eurostat-Berechnung hervor.
Zur Gruppe der stärksten Wirtschaften gehören neben Deutschland auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlanden sowie Schweden, die allesamt mehr erwirtschaftet haben als Polen. Laut den Eurostat-Statistiken ist Polen zurzeit die achtgrößte Wirtschaft in der europäischen Gemeinschaft. Im vergangenen Jahr erreichte das polnische BIP 424,6 Mrd. Euro und einen Anteil am EU-BIP von 2,9%. Damit konnte man u.a. Belgien,
Österreich oder Irland hinter sich lassen. Das Bruttoinlandsprodukt bezeichnet den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die im betreffenden Jahr innerhalb der Landesgrenzen entstanden sind und dem Endverbrauch dienen. Es gilt als wichtiger Indikator für die Wirtschaftskraft eines Landes. von Rafał Stelmaszewski
Polen: Arbeitslosigkeit fällt auf 8,2% Dies bestätigte das Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenrate noch bei 9,9%.
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m Vergleich zu Februar 2017 ging die Arbeitslosigkeit nach nationaler Definition um 0,3% zurück. Ende März suchten 1,33 Mio. Personen in Polen nach Arbeit. Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das einen Rückgang um 57,7 Tsd. also 4,2%. Verglichen mit den
Zahlen von März 2016 waren 274,8 Tsd. Personen weniger (-17,2%) auf Arbeitssuche. Die Zahl der Arbeitslosen ist in allen der insgesamt 16 Woiwodschaften zurückgegangen. Am stärksten in Heiligkreuz (-5,4%), Pommern und
Westpommern (beide -5,3%). Laut Angaben des Ministeriums wurden im März 167,5 Tsd. freie Stellen in den Arbeitsämtern von Arbeitgebern gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg um 30 Tsd. im Vergleich zu Februar. Die Zahl der
Wirtschaft 13 ausgehangenen Jobangebote war im März die höchste seit über 20 Jahren. Alle Woiwodschaften vermeldeten einen Anstieg der Freistellen - von +10,4% in Niederschlesien bis zu 40,6% in Podlachien - berichtet das Ressort von Elzbieta Rafalska.
Die Arbeitslosigkeit erreichte im März in ganz Polen 8,2%. Damit verzeichnete man das beste Ergebnis seit 26 Jahren. Mit der niedrigsten Arbeitslosenrate kann sich derzeit die Woidwodschaft Großpolen rühmen, gefolgt von den Woiwodschaften
Schlesien und Kleinpolen. Über der 10%-Grenze lagen im März sieben Regionen. Die höchste Arbeitslosenrate verzeichnete man in Ermland-Masuren. von Rafał Stelmaszewski
S&P bestätigt Polens Rating Die Ratingagentur Standard & Poor’s beließ die Einstufung der Kreditwürdigkeit bei BBB+ mit stabiler Perspektive.
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n der offiziellen Aussendung hieß es, dass die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, die öffentlichen Finanzen trotz massiver Sozialausgaben, Senkung des Renteneintrittsalters und der anhaltenden politischen Unsicherheit von einer erheblichen Verschlechterung wahren wird. Die Analytiker von S&P erklärten, dass der stabile Ausblick für die kommenden zwei Jahre darauf deutet, dass das Risiko auf der einen Seite durch die expansive Fiskalpolitik und steigende Sozialausgaben und auf der anderen Seite durch das anhaltende Wirtschaftswachstum bilanziert wird.
ftswissenschaftler haben in ihren Prognosen darauf hingedeutet, dass die Einstufung bestätigt oder sogar durch bessere Prognosen bezüglich des BIP-Wachstums, mit Blick auf den Ausblick angehoben wird.
Poor’s dann in Frage, wenn sich die Lage der öffentlichen Finanzen verschlechtert oder die Unabhängigkeit der öffentlichen Institutionen, insbesondere der Notenbank, untergraben wird.
Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass die Bonitätsnote angehoben wird, falls Polen die Handelsbilanz dauerhaft verbessern wird, was sich im dauerhaften Abbau der Schulden wiederspiegeln soll. Zusätzlich sollte man an der Weichsel die Kosten des Schuldendienstes senken und das Haushaltsdefizit schneller abbauen.
Die nächste Bewertung der Kreditwürdigkeit wird durch die Agentur Moody's am 12. Mai abgegeben. Es folgen die Bonitätsnoten von DBRS (9. Juni) und Fitch (7. Juli).
Die Entscheidung von S&P war keineswegs überraschend. Wirtscha-
Eine Herabstufung des Ratings käme für die Ratingagentur Standard &
von Anna Rosenthal
14 Wirtschaft
Rekordeinnahmen der Ekstraklasa-Vereine Die Transfereinnahmen der Vereine aus dem Oberhaus erreichten 33,5 Mio. Euro - das geht aus einem Bericht von Grant Thornton hervor. Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte der Liga.
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er gute Lauf auf dem Transfermarkt hält an. Die Saison 2016/2017 brachte weitere historische Rekorde. Aus Polen wurden u.a. der Torschützenkönig Nemanja Nikolic, sowie Youngsters wie Kapustka, Duda, Linetty oder Dragowski wegtransferiert. Das Branchenportal Transfermarkt.de schätzt, dass die Einnahmen der Vereine 33,5 Mio. Euro erreichten und dementsprechend viermal so hoch als noch in der Vorsaison waren und um 10,4 Mio. Euro höher als in der Spielzeit 2010/2011, die der frühere Rekordhalter war. Zwei Dinge waren maßgeblich für den Anstieg der Transfereinnahmen. Erstens hat der gelungene Auftritt auf der EM 2016 den Marktwert einiger Ekstraklasa-Spieler gesteigert und zweitens hat die Champions LeagueTeilnahme von Legia Warschau die Wahrnehmung der Spieler die in der Ekstraklasa spielen, verbessert. Dies bestätigten wiederum die Wintertransfers von Aleksandar Prijovic und Bartosz Bereszynski erklärt Jan Letkiewicz von Grand Thornton. Die Rekord-Saison mit Blick auf den Wert der Transfereinnahmen hatte auch einen entscheidenden Einfluss auf die Aufwendungen der Vereine, die insgesamt 8,03 Mio. Euro für neue Spieler ausgegeben haben. Das
sind 200 Tsd. Euro mehr als in der Vorsaison und 800 Tsd. Euro mehr als noch vor zwei Jahren. Gleichzeitig ist dies das höchste Ergebnis seit der Rekord-Spielzeit 2010/2011, als die Ausgaben 18 Mio. Euro erreichten. Die Stabilisierung der Ausgaben, die bei 8 Mio. Euro lagen, trotz der Tatsache, dass die EktraklasaVereine mehr Geld zu Verfügung hatten, ist ein Beweis dafür, dass jeder Cent für Verstärkungen mit Überlegung ausgeben wurde, ohne die Vereinskasse zu belasten. Die erwirtschafteten Einnahmen aus den verkauften Spielern fließen in die Aufrechterhaltung der Struktur - so Paweł Zaczyński, Manager in Grant Thornton. Spitzenreiter aus Warschau Der Verein mit den höchsten Einnahmen in der Saison 2016/2017 ist der (noch) amtierende Meister. Legia Warschau verkaufte im Sommer und im Winter Spieler für insgesamt 14 Mio. Euro, was einem Anteil von 41,7% an allen Transfers in der Liga gleichzustellen ist. Platz zwei ging in dieser Statistik an Lech Posen, dem die Abgänge 6,07 Mio. Euro bescherten. Cracovia Krakau schaffte es auf den dritten Rang, vor allem durch den Wechsel von Bartosz Kapustka, für den Leicester City 5 Mio. Euro zahlte.
Gesamtwert der Transfereinnahmen unter den Vereinen der polnischen Ekstraklasa in der jeweiligen Saison
Legia ist auch der Verein mit den höchsten Ausgaben. 2016/2017 hat der Meister für 4,5 Mio. Euro seinen Kader verstärkt. Umgerechnet stellt dies einen Anteil von 56% von allen Ausgaben für Neuverpflichtungen in der Liga dar. Zagłębie Lubin verpflichtete neue Spieler im Wert von 1,05 Mio. Euro und Cracovia, die es wieder einmal aufs Treppchen schaffte für 895 Tsd. Euro. Legia konnte aktiv den Transfermarkt angreifen, vor allem durch hohe Einnahmen aus den verkauften Spielern und durch die Qualifikation für die Gruppenphase der CL, wofür man von der UEFA über 20 Mio. Euro bekommt - so Jan Letkiewicz. Der Bericht Transfers in der Ekstraklasa wird alljährlich von den Beratungsunternehmen Grand Thornton vorbereitet. Die diesjährige Ausgabe wurde anhand der Daten, die von Transfermarkt.de veröffentlicht wurden vorbereiten. Die auf dem Branchenportal veröffentlichten Transfersummen enthalten keine Zusatzkosten, wie Prämien für die Unterzeichnung des Vertrags sowie Beraterprovisionen. von Piotr Piela
Wirtschaft 15
„Skyscraper 2017“ für zwei polnische Architekten Mateusz Frankowski und Paweł Lipiński haben den internationalen architektonischen Wettbewerb „Skyscraper 2017“der US-amerikanischen Zeitung eVolo mit ihrem Hochhaus Konzept gewonnen.
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ie Studenten der Schlesischen Technischen Universität meldeten ihren Wolkenkratzer des 21. Jahrhunderts, ohne große Hoffnung auf einen Sieg, an. Die Projekte sollten gewagt, unkonventionell und visionär sein und sich von den geltenden Trends unterscheiden. Außerdem sollten sie mit einem gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Kontext der Region in der es stehen sollte in Zusammenhang stehen. Das Gewinnerhochhaus „Mashambas“ ist ein Markt für lokale
Kaufmänner in Subsahara-Afrika. Es wurde mit Hilfe innovativer Technologien und ästhetischen Lösungen ausgeführt.
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Den zweiten Platz belegte das Projekt „Vertical Factories in Megacities”, und den dritten- „Espiral 3500“, welches das Problem des Städtewachstums minimalisieren soll. Aus 444 Projekten haben drei gewonnen und 22 wurden ausgezeichnet. von Paulina Kuc
Smart means Poland (Video) Polen warb auf der Hannover Messe mit einem ganz speziellen Spot.
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uer durch Polens Erfolge auf dem High-Tech-Gebiet - so könnte man kurz und knapp den neuesten Werbespot, der für die Hannover Messe vom Wirtschaftsministerium und der Agentur für industrielle Entwicklung vorbereitet wurde, beschreiben. In knapp drei Minuten werden verschiedene Sparten der polnischen Wirtschaft zusammen mit bestimmten Produkten nähergebracht. Präsentiert werden u.a. der Infrarotdetektor von Vigo System, die Informationssysteme von Transitions Technologies, sowie der VR-Helm und die VR-Brille von Zortrax. Anzeige
Das Video soll auch innovative Lösungen mit Blick auf die Umwelt und die erneuerbare Energiequelle zeigen. Zu sehen bekommt man dementsprechend auch Photovoltaikmodule von ML System, Elektrofahrzeuge aus Polen (Elektrobus von Solaris und ein Elektroauto von Melex), sowie die prächtigen Traktoren von Ursus. Den Spot vervollständigen Aufnahmen aus dem PKN-Orlen-Gelände und ein Spruch: Vertraue der Qualität und schreite über deine Grenzen hinaus. Smart means Poland. von Rafał Stelmaszewski
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16 Wirtschaft
International
e Automobilm esse Motor Sh Mekka nicht n ow ur der Autofa ns
iläen und r fehlte es nicht an Jub Lande. In diesem Jah im t en Ev ßte grö s e ist da r Rückblick. Die Posener Automess Highlights. Ein kurze
begeisterte 135.000 atte heuer die n te ch su Autofans be . Die Veranstalter Posener Motor Show rmenden Massen haben für die stü lights vorbereitet, eine Reihe von High 170 Ausstellern die von insgesamt . Die bereits 8. präsentiert wurden messe war auch Auflage der Auto ichnet. 100 Jahre von Jubiläen geze e Volvo, 70 Jahre Mitsubishi, 90 Jahr Schluss noch 50 Ferrari und zum die ganz Großen in Jahre AMG. Dass ein Zeichen dafür, Polen feierten, sei e ung sich die Mess welcher Hochacht . inzwischen erfreut
S
ern AMG brachte Der deutsche Konz delle nach Posen. gleich 40 Automo rum Polen? Die Warum Posen? Wa einfach - Polen ist Antwort ist relativ n Absatzmärkste eines der wichtig viertgrößte, wenn te in Europa, der will. Neben der man präzise sein Marke von MerceHigh-Performanceßerdem VW sein des-Benz stellte au Offiziellen unterAngebot vor. Die eder, dass Polen strichen einmal wi Markt für die Gruein strategischer Beweis dafür war ppe sei. Der beste
von Fahrzeugen, eine ganze Reihe n Crafter vorgedie neben den neue fans konnte u.a. stellt wurden. Auto den neuen Golf, Den VW Arteon, er den Porsche od q die Skoda Kodia rismo sowie den Panamera Sport Tu ndern. 911 GT3 Cup bewu die wirkten elektrisiert Wie r De d. BMW-Stan Besucher beim ein a. u. e igt r ze deutsche Autobaue r iPerformancede s au ll de Mo s neue 530, zusammen Reihe - den BMW bride - dem Mini mit dem Plug-in-Hy Countryman.
-Liebhaber wurden Zweirad- und Quad cht. Produzenten auch nicht enttäus eter haben die oder deren Vertr , änden überrascht Besucher mit St en ier n und Prem die mit Neuigkeite Kleidung, en ich re Be den aus gefüllt es oir cess Ersatzteile und Ac ndigte stä oll rv ve e waren. Das Ganz r d Driftshow. Fü eine Stunt- un d un ne hö ndersc diejenigen, die wu der bewundern rrä to Mo e einmalig Veranstalter das wollten, hatten die auf dem Zettel. Custom Festival r rte bei der Moto Erstmals debütie , lon Sa gnin va Cara Show auch der es los nd sta um die für Weltbummler, n teuer zu schätze Reisen und Aben wissen.
er Automesse ist Direkt von der Genf ri 812 Superfast wiederum der Ferra hr wird die mmen. Bei den im kommenden Ja ch Au in Posen angeko stattfinden. Wenn suchern ist auch Posener Messe Fans und den Be . en e und Vielfalt der 60 angekomm man auf die Breit der neue Volvo XC die f au sem Jahr blickt, wiederum Highlights aus die Mitsubishi setzte n de d un its heute einen 00 re s L2 kann man sich be Monster-Version de im Kalender frei Termin für 2018 Adventure. ch ist die Motor halten. Einen Besu s to Au n ll wert. hlreiche Show auf jeden Fa Neben den za a. u. ns tfa or torsp konnten die Mo winner der Rally Ge n ge von Piotr Piela ali eim zw n de oka. su Ma i sh ro Hi Dakar treffen
Wirtschaft 17
terialien
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18 Wirtschaft
Pflegereform – hohe Heimkosten werden zum Problem Mit der neuen Pflegereform, die im Januar 2017 in Deutschland in Kraft getreten ist, sollten Versicherte eigentlich mehr Geld bekommen. Die Situation sollte besser werden. Stattdessen haben viele Pflegeheime jedoch die Kosten erhöht und eine große Zahl an älteren Menschen steht vor einer unsicheren Zukunft. Ein Heimplatz in Polen könnte die Lösung des Problems bedeuten. Pflegeheimkosten steigen in Deutschland nach Pflegereform deutlich Am 1. Januar 2017 trat das neue Pflegegesetz in Kraft. Die bisherigen Pflegestufen wurden abgeschafft und in Pflegegrade umgewandelt. Ziel war es, das vor allem pflegebedürftige Menschen in hohen Pflegestufen sowie Demenzkranke eine bessere Hilfe erhalten. Generell sollte an Pflegebedürftige mehr Geld gezahlt werden. Viele Pflegeheime
in Deutschland nutzen diese Situation jedoch offenbar aus. Die Pflegeheimkosten in Deutschland sind nach der neuen Pflegereform und der Einführung der Pflegegrade deutlich gestiegen. Vor allem die Anteile, die die Heimbewohner aus eigener Tasche bezahlen müssen, wurden dabei deutlich erhöht. Das ist ein Problem, denn viele Pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige wissen nicht, wie sie diese zusätzlichen Kosten aufbringen sollen. Was eigentlich als Entlastung
Gedacht war und den Menschen mehr Geld einbringen sollte, hatte also genau den gegenteiligen Effekt: die Kosten steigen. Höhere Beiträge und geringere Versicherungssummen Betroffen von der Pflegereform sind auch die Menschen, die sich über eine private Pflegeversicherung zusatzversichert haben. Viele Versicherer haben nach der Pflegereform die Beiträge um bis zu
Wirtschaft 19 30% erhöht. Aus Angst vor möglichen Mehrzahlungen durch die neuen Pflegegrade. Diese Sorge ist zwar gerechtfertigt, jedoch sieht selbst der Verbraucherschutz die Zahl, um die die Beiträge von einigen Versicherern erhöht wurden, als fraglich an. Doch das ist noch nicht alles: auch die Summen, die die Versicherer in Zukunft bezahlen, sind bei vielen Agenturen deutlich gesunken. Das heißt: viele Versicherte müssen in Zukunft teils deutlich höhere Beiträge bezahlen, bekommen aber dafür im Pflegefall deutlich weniger Geld ausgezahlt. Eine Situation, die für manch einen Menschen den Heimplatz unerschwinglich teuer werden lassen könnte. Pflegeheim in Polen mögliche Lösung
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Eine mögliche Lösung für das Problem könnte die Nutzung von Pflegeheimen im Ausland sein. Die Kosten für ein Pflegeheim in Polen sind zum Beispiel deutlich niedriger als die in Deutschland. Ein solcher Platz ließe sich problemlos mit den Zahlungen begleichen, die Versicherer und Staat aktuell in Deutschland zahlen. Für Menschen, die sich die teure Pflege in Deutschland nicht leisten können oder nicht bereit sind so viel Geld zu zahlen, wäre also ein Pflegeheim in Polen eine günstige Alternative und für die Angehörigen könnte dies die Lösung sein, doch noch die benötigte Pflege sicherzustellen.
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Die Pflegereform war sicherlich gut gemeint und vielversprechend. Schaut man sich jedoch die aktuelle Situation an, dann ist der Erfolg bzw. der Nutzen jedoch eher fraglich. Fakt ist, dass für viele Menschen und Angehörige die höheren Beiträge zu einer enormen Belastung werden, die sie vielleicht nicht aufbringen können. Ein Pflegeheim im Ausland könnte für diese Menschen eine sinnvolle Lösung sein, um einen günstigen Heimplatz und damit die dringend notwendige Pflege zu einem fairen Preis zu erhalten.
Oliver Botto Seit 25 Jahren selbstständiger Unternehmer in Deutschland, Tätigkeits- feld erstreckt sich über private und gesetzliche Krankenversicherung sowie im medizinischen Management Physiotherapie und Pflege. Jetzt tätig als Consultant.
20 Unternehmen
Nestlé verlagert Produktion nach Polen Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé will rund 300 Stellen in Großbritannien abbauen. Teile der Produktion sollen an die Weichsel verlagert werden.
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ahlschlag in den britischen Süßwarenfabriken der bekannten Schokoladewaffel-Keksmarke Blue Riband: Nestlé will rund 300 Stellen abbauen und Teile der Produktion nach Polen verlagern. Dies teilte das Schweizer Unternehmen am Dienstag (25.04.2017) mit. Das Vorhaben, das vier Standorte in Nordengland und Schottland betrifft, soll heuer und im kommenden Jahr umgesetzt werden. Der Nahrungsmittelriese will mit diesen Maßnahmen, die Effektivität der Werke steigern und die Wettbewerbsfähigkeit der Fabriken in dem sich rasch verändernden Umfeld aufrechterhalten. In den kommenden 45 Tagen wird Nestlé mit den Gewerkschaften verhandeln mit der Hoffnung, dass ein Teil der Belegschaft die Abfindungsangebote annimmt, und freiwillig das Unternehmen verlässt. von Anna Rosenthal Anzeige
Foto: STRABAG
Unternehmen 21
PORR erhält Auftrag für Modernisierung der Bahnstrecke von Poznań nach Piła Wien/Warschau, 24. April 2017 – Mit der Modernisierung der bestehenden Bahnlinie Nr. 354 von Poznań nach Piła wird die bisher zweistündige Fahrzeit um 40 Minuten verkürzt. Der Vertrag für dieses bedeutende Projekt wurde zwischen der PORR Polska Construction und PKP PLK S.A. am 24. April unterzeichnet. Mit rund EUR 114 Mio. (PLN 485 Mio.) ist dieser Auftrag der bislang größte im Bahnbau für die PORR in Polen.
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n den letzten fünf Jahren hat unsere polnische Mannschaft ihre Bahnbau-Kompetenz wiederholt unter Beweis gestellt. Die bevorstehende Modernisierung der Bahnstrecke 354 zeigt: Unsere Expertise wird am Markt geschätzt“, erläutert KarlHeinz Strauss, CEO der PORR.
von großer Bedeutung ist. Eine Herausforderung, für die wir dank unserer Erfahrung und des Einsatzes modernster Technik und Logistik gut aufgestellt sind“, kommentiert Siegfried Weindok, für den Bahnbau verantwortliches Vorstandsmitglied der PORR Polska Construction.
„Was uns besonders freut: Für die Entscheidung bei der Auftragsvergabe war diesmal nicht der niedrigste Angebotspreis ausschlaggebend. Wir konnten vor allem mit der Optimierung des Bauablaufplans und der Verkürzung der Gleissperrungen punkten. Die Beeinträchtigung des Bahnbetriebes während der laufenden Arbeiten wird dadurch auf ein Mindestmaß reduziert, was für die Bahnkunden
142 km Gleise und mehr
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Die Modernisierung betrifft 142 km Gleise, die Erneuerung von 91 Weichenanlagen und die teilweise Renovierung der Oberleitung. Dazu kommen 12 Brücken, 4 Unterführungen und 91 Wasserdurchflüsse. Darüber hinaus werden 76 Bahnübergänge, 37 Bahnsteige und sonstige Gebäude renoviert oder von Grund auf neu errichtet. Auch die Anlagen der
Leit- und Sicherungstechnik werden modernisiert, wobei 2 neue elektronische Stellwerke errichtet werden. Aktuell fahren die Züge auf der Strecke mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 100 km/h, künftig werden für den Personenverkehr bis zu 120 km/h und für den Güterverkehr bis zu 80 km/h möglich sein. In Summe tragen alle Maßnahmen dazu bei, nicht nur die Fahrzeit zu verkürzen, sondern auch die Kapazität der Linie Nr. 354 und gleichzeitig den Komfort für alle Passagiere zu erhöhen. von Rafał Stelmaszewski
22 Wirtschaft
STRABAG modernisiert polnische Bahn
Der Baukonzern STRABAG wird als Konsortialführer die 20 km lange Bahnstrecke zwischen Krakau und Rudzice modernisieren und die Vororte-Schnellbahn in Krakau ausbauen. Die mit einem Volumen von PLN 958 Mio. größte Bahnbaumaßnahme in Polen soll im April 2021 fertiggestellt sein. Das Vorhaben wird im Konsortium mit Krakowskie Zakłady Automatyki S.A. ausgeführt, der Anteil von STRABAG liegt bei 80 % bzw. rund € 180 Mio. netto.
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ieses Infrastrukturprojekt werden wir nicht nur bauen, sondern auch planen. Dadurch können wir unsere Expertise umfassend in dieses vom EU-Programm ‚Connecting Europe Facility‘ geförderte Vorhaben einbringen. Wir sind hervorragend darauf vorbereitet – immerhin realisieren wir in Polen seit 30 Jahren wichtige Infrastrukturprojekte. Allein in diesem Jahr ist dies bereits die fünfte Maßnahme, die wir im Zuge der Bahnmodernisierung unterzeichnet haben“, so Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender der STRABAG SE.
Neue Gleise und Brücken über die Weichsel Im Rahmen des Vertrags entsteht zum einen eine neue Schnellbahn für die Vororte Krakaus: Es werden zusätzliche Gleise gebaut und Haltestellen errichtet bzw. umgebaut. Unter den 55 dabei zu realisierenden Brücken finden sich zwei Bahnbrücken über die Weichsel mit Längen von 234 m und 227 m. Zum anderen gehört die Erneuerung der insgesamt 20 km langen Bahnlinien 133 und 91 zwischen dem
Krakauer Hauptgüterbahnhof Kraków Główny Towarowy und Rudzice zum Auftrag: So werden etwa die Oberleitung, die Weichen und Bahnsteuerungsanlagen ausgetauscht. Durch diese Maßnahme wird sich die Reisezeit verkürzen und der Reisekomfort entsprechend erhöhen. Die STRABAG-Gruppe seit 1987 präsent. Personalstand von Mitarbeiterinnen und beträgt der Umsatz in etwa € 800 Mio.
ist in Polen Bei einem ca. 4.500 Mitarbeitern diesem Land
von Rafał Stelmaszewski
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24 Unternehmen
Luxemburg wird zum neuen Absatzmarkt für Solaris Einer der größten privaten Vertriebsbetreiber aus Luxemburg, die Firma Sales-Lentz, hat eine Bestellung für den ersten Solaris aufgegeben, der die Flotte von ca. 300 Bussen unterstützen wird. Im Rahmen des Vertrags wird der neue Solaris Urbino 12 im letzten Quartal 2017 zugeliefert. Es ist die erste Bestellung des polnischen Herstellers für den luxemburgischen Markt.
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aut dem Vertrag, der vor ein paar Tagen unterschrieben wurde, wird der Bus mit dem Cummins Motor ausgestattet, der die restriktive Euro-6-Norm erfüllt. Der neue Solaris Urbino 12 verfügt über 39 Sitzplätze, von denen manche zusammengeklappt werden können, um den höchsten Fahrkomfort zu gewährleisten. Der Bus, der in Bolechowo hergestellt wird, wird auf den Straßen in der Region der Stadt Bascharage betrieben, die ca. 1050 Kilometer von dem in Großpolen liegenden Werk entfernt wird. „Nachdem wir anfangs des Jahres eine große Bestellung für 208 Hybridbusse nach Belgien gewonnen hatten, freuten wir uns rasant über den neuen Absatzmarkt in Holland. Heute bekommen wir die erste Bestellung für den luxemburgischen Verkehrsbetreiber. Es ist uns eine große Ehre von den Beneluxländern geschätzt zu werden. Dank dem sind wir ganz stolz auf unsere Ingenieure und Konstrukteuren, die sich die ganze Zeit um neue, innovative und Anzeige
ökologische Lösungen kümmern“ – sagte Zbigniew Palenica, Stellvertretender Vorstandvorsitzende von Solaris Bus & Coach Der Verkehrsbetreiber Sales-Lentz aus Luxemburg setzt auf ökologische und innovative Technologien. Zwischen dem 6. und 10. März wurde von ihm auch der neue Solaris Urbino 12 electric erfolgreich getestet, der auf zwei Linien in Bascharage eingesetzt wurde. Fahrzeuge von Solaris waren bisher in 30 Ländern in Betrieb. Dank den neuen Bestellungen aus Holland und Luxemburg steigt die Anzahl auf 32 Länder. Die Gesamtzahl von Solaris-Produkten, die vom polnischen Hersteller aus Bolechowo in über 600 Städte weltweit ausgeliefert wurden, läuft beinahe auf 15000 Fahrzeuge. von Anna Rosenthal
Foto: Solarisbus.com / Pressematerialien
Unternehmen 25
Schuldenstand in der EU: So schneidet Polen im Vergleich zu anderen Ländern ab Ende 2016 war Estland das Land mit der niedrigsten Verschuldungsquote unter allen Mitgliedsländern das geht aus der neuesten Eurostat-Auswertung hervor.
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olen beendete das vergangene Jahr mit einer Verschuldungsquote (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) von 54,4% des BIP gemessen an den Marktpreisen - berichtet Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union. Deutschland vermeldete 68,3% und Österreich 84,6%. Insgesamt wiesen Sechzehn Mitgliedstaaten eine Verschuldungsquote von mehr als 60% des BIP auf. Den höchsten Schuldenstand verzeichneten Griechenland (179,0%), Italien (132,6%), Portu-
gal (130,4%), Zypern (107,8%) und Belgien (105,9%). Die niedrigsten Verschuldungsquoten hat man wiederum in Estland (9,5%), Luxemburg (20,0%), Bulgarien (29,5%), der Tschechischen Republik (37,2%), Rumänien (37,6%) und Dänemark (37,8%) verzeichnet. Im Jahr 2016 verringerte sich das öffentliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand - relativ gesehen - sowohl im Euroraum (ER19) als
auch in der EU28 im Vergleich zu 2015. Gemessen am BIP ging das öffentliche Defizit im Euroraum von 2,1% im Jahr 2015 auf 1,5% im Jahr 2016 und in der EU28 von 2,4% auf 1,7% zurück. Gemessen am BIP verringerte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 90,3% (Ende 2015) auf 89,2% (Ende 2016) und in der EU28 von 84,9% auf 83,5%. von Rafał Stelmaszewski
26 Wirtschaft
Die Geschäftsführung von CD Projekt / Foto: Pressematerialien
CD Projekt zieht Bilanz über das Jahr 2016 25 Mio. verkaufte Witcher-Exemplare und Einnahmen in Milliardenhöhe. Der Aufwärtstrend hält an.
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ie Entwicklung des Unternehmens ist zwar weiterhin gut aber das Finanzergebnis, mit dem man das Jahr 2016 beendete, war niedriger als noch im Vorjahr. CD Projekt beendete das vergangene Geschäftsjahr mit einem konsolidierten Nettogewinn von rund 251 Mio. Zloty - um ein viertel weniger als noch 2015, als The Witcher 3 seine Premiere feierte. Das Spiel generiert auch weiterhin die meisten Einnahmen des Unternehmens. 2016 haben wir 25 Mio. Exemplare von der Witcher-Serie verkauft - so der Geschäftsführer von CD Projekt, Adam Kicinski. In den vergangenen anderthalb Jahren erreichte das Umsatzerlöse überstiegen eine Miliarde Zloty. 2016 veröffentlichte die zweite und abschließende Erweiterung zum ComputerRollenspiel The Witcher 3: Wild Hunt und ein Kartenspiel GWENT. Damit
wurde der erste Schritt im Bereich der Onlinespiele mit optionalen Mikrozahlungen gemacht - erklärte der Geschäftsführer von CD Projekt.
te aber auch bedeuten, dass die Entwickler kleinere Produktionen wie etwa GWENT oder Spinn-offs in Zukunft beanspruchen.
Im vergangenen Geschäftsjahr erreichten die Nettoerträge aus dem Verkauf 476 Mio. Zloty. 95% davon generierte der Verkauf von Spielen in traditioneller Form (auf verschiedenen Datenträgern). 55% des Exports wird in den USA realisiert und 27% innerhalb der EU-Länder informierte das Unternehmen.
Das Studio arbeitet auch am neuen Titel - Cyberpunk 2077. Nach den Aussagen des Geschäftsführers sind die Arbeiten fortgeschritten und mit dem Projekt sind mittlerweile 300 Personen beschäftigt. Wann das Spiel auf dem Markt erscheint, wollte man jedoch nicht verraten. Experten gehen davon aus, dass dies nicht früher als 2019 sein wird.
Dementsprechend will das Erfolgsunternehmen das Witcher-Universum noch nicht endgültig abhaken und auf seine goldene Gans verzichten. Gefragt nach dem, ob man sich Gedanken macht über ein weiteres Spiel zur Witcher-Reihe sagte Kicinski, dass zwar das Rollenspiel eine Trilogie sei, doch ausgeschlossen ist dass auf jedem Fall nicht. Dies könn-
von Piotr Piela
Politik 27
Polen ist Schlusslicht bei der Verringerung der CO2-Emission Nur drei europäische Länder sind auf dem Weg die Bestimmungen des Pariser Abkommens einzuhalten. Polen ist jedoch meilenweit davon entfernt. Das geht aus dem Bericht von Carbon Market Watch hervor.
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emäß der Vereinbarung, die mittlerweile vor anderthalb Jahren getroffen wurde, sollten die EU-Mitgliedsländer nach einer Verringerung der CO2-Emission streben. Die Versammlung einigte sich damals auf die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C. Schweden, Deutschland und Frankreich sind jedoch die einzigen Länder, die sich innerhalb der EU an die Bestimmungen des Pariser Abkommens halten - zeigte das Ranking, welches von Carbon Market Watch vorbereitet wurde. Sehr schlecht schnitten viele osteuropäische Länder ab, sowie Spanien und Italien. In vielen Fällen berichten die Autoren der Studie, dass die jeweiligen Länder nach Lücken und Lösungen suchen um den Verpflichtungen zu entgehen. Diese Staaten stehen dementsprechend auch am Ende des Rankings. Es handelt sich dabei laut Carbon Market Watch u.a. um Tschechien, Lettland, Kroatien und Polen, dass mit lediglich zwei
Punkten von hundert möglichen, am schlechtesten in der ganzen EU abgeschnitten hat.
von Rafał Stelmaszewski
Das sind die sichersten Länder der Welt In Zeiten des Terrors und der Kriminalität haben Experten des internationalen Weltwirtschaftsforums ein Ranking der sichersten Länder erstellt. Polen rutschte gleich um 13 Plätze ab. Sicher kann man sich offenbar in Finnland fühlen.
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m neuesten Travel and Tourism Competitiveness Report 2017, der vom WWF veröffentlicht wurde heißt es, dass Finnland der sicherste Staat der Welt sei, gefolgt von den Vereinten Arabischen Emiraten und Island. Zur Top-10 gehört auch die Schweiz, die derzeit auf Platz 8. rangiert. Mit dem 14. Rang musste sich wiederum Österreich zufriedengeben. Polen rutschte gleich um 13 Plätze im Vergleich zur vorherigen Studie nach hinten und belegt in Puncto Sicherheit den 48. Platz. Beunruhigend ist der Negativ-
-trend der auf Deutschland zutrifft. Gleich 31 Plätze hat man eingebüßt
und ist noch hinter Polen auf dem 51. Rang gelandet. Laut den WWF-Experten sind Kolumbien (136.), der Jemen (135.) und El Salvador (134.) die gefährlichen Länder der Welt. Das Ranking basiert auf verschiedenen Faktoren, wie militärische Zusammenstöße, Kriminalitätsrate und terroristische Bedrohung. von Anna Rosenthal
28 Politik
Szydlo: Wir haben zu wenig für die Unternehmen getan Dies soll sich nun laut der Premierministerin ändern. Konkretes wurde aber wenig gesagt.
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ch denke, wir haben bisher zu wenig für die Unternehmen getan. Ich erwarte, dass die Arbeiten schneller fortgesetzt werden. Konkrete Vorschläge, solche auf die die Unternehmer warten, müssen in der Agenda der Regierung vorenthalten sein - sagte Beata Szydlo. Um welche Projekte es sich dabei handeln soll, hat sie nicht verraten. Wir haben als Regierung vereinbart, dass wir über Projekte erst dann
sprechen, wenn sie entstehen. Wenn etwas diskutiert oder vorbereitet wird, sprechen wir erst dann darüber, wenn es offiziell vorgestellt und von der Regierung angenommen wird erklärte die Premierministerin. Es lässt sich jedoch vermuten, dass mit der Aussage die Abgabenbelastung, die vor allem den Kleinunternehmen zu schaffen macht, und die Arbeiten an entsprechenden Neuregelungen, die im Wirtschaftsministerium laufen, gemeint waren. Das
Kabinett von Beata Szydlo will Unternehmer mit niedrigen Einnahmen bei den Sozialabgaben entlasten. Die Abgabenlast sollte sich dementsprechend nach der Gewinnhöhe der Kleinunternehmen richten. Rund 200 Tsd. Firmen könnten davon profitieren und das Gesetz könnte bereits 2018 in Kraft treten. von Anna Rosenthal
Medienfreiheit in Polen bedroht? Reporter ohne Grenzen präsentieren die Rangliste der Pressefreiheit 2017. Polen rutscht im Ranking weiter nach hinten. Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit beigetragen - das geht aus der Rangliste der Pressefreiheit 2017 hervor, die Reporter ohne Grenzen am 26. April veröffentlicht haben. In Ländern wie den USA, Polen oder Großbritannien tragen Spitzenpolitiker ihre Geringschätzung gegenüber Journalisten offen zur Schau - lesen wir in der offiziellen Aussendung. Dies spiegelt sich auch in der polnischen Platzierung wieder. Das Land an der Weichsel rutschte um 7 Plätze nach Hinten und rangiert derzeit auf Platz 54. In Polen (54, -7) hat die nationalkonservative Regierung das öffentliche Fernsehen unter ihre Fittiche genommen. Mehr als 220 Journalisten wurden seit dem Machtwechsel im öffentlichen Rundfunk entlassen, zur Kündigung gezwungen oder auf weniger einflussreiche Posten versetzt. Die Regierungspartei PiS will private Medien „repolonisieren“. Regierungskritische Zeitungen stehen unter Druck, seit staatliche Firmen dort keine Anzeigen mehr schalten begründete ROG. Doch die Lage hat sich nicht nur in Polen, sondern in knapp zwei Dri-
ttel der untersuchten Länder verschlechtert. Dazu haben die Entwicklungen in demokratischen Ländern beigetragen. Immer wieder haben Politiker Journalisten verbal angegriffen und Regierungen Gesetze verabschiedet, die Überwachungsbefugnisse der Geheimdienste ausbauen und Whistleblower bedrohen. Zu den Staaten in denen die Lage stabil bleibt zählt u.a. die Schweiz (7.), Österreich (11.) und Deutschland (16.), die allesamt dieselben Platzierungen, wie im Vorjahresranking angenommen haben. An der Spitze der Rangliste steht aber erstmals seit 6 Jahren nicht Finnland, sondern Norwegen vor Schweden. Zu den Schlusslichtern der Rangliste gehören wiederum Nordkorea, Eritrea und Turkmenistan. Die jährliche Rangliste von Reporter ohne Grenzen bewertet die Lage der Presse- und Informationsfreiheit in 180 Ländern. Grundlage ist ein Fragebogen zu allen Aspekten der unabhängigen journalistischen Arbeit, den Reporter ohne Grenzen an Hunderte Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtsverteidiger weltweit, sowie an sein eigenes Korrespondentennetzwerk verschickt. In der Rangli-
ste der Pressefreiheit 2017 wurden im Wesentlichen die Entwicklungen im Zeitraum von Januar 2016 bis Dezember 2016 berücksichtigt. von Rafał Stelmaszewski
Politik 29
Polen: Regierung spricht über Anhebung des Mindestlohnes Nach Aussagen der Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales - Elzbieta Rafalska, könnte der gesetzliche Mindestlohn 2018 bis auf 2049 Zloty (brutto) steigen.
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n die Pläne der Regierung ließ die Ministerin in der Radiosendung Syngaly Dnia Einblicken. Zurzeit liegt der gesetzliche Mindestlohn in Polen bei 2.000 Zloty (brutto). Laut Regierungsprognosen könnte sich dies bereits im kommenden Jahr ändern. Der Haushalt lässt eine Erhöhung von 49 Zloty im kommenden Jahr zu. Dementsprechend würde auch der Mindeststundensatz auf 13,30 Zloty pro Stunde (brutto) angehoben werden. In der Sendung bezeichnete Elzbieta Rafalska die letzte Mindestlohnanhebung als ein erfolgreiches Manöver und erklärte, dass mittlerweile auch
der Mindeststundensatz besser wahrgenommen wird. Gleichzeitig wies die Politikerin darauf hin, dass die Löhne heutzutage schneller wachsen als angenommen wurde. Dementsprechend schmiedet ihr Ressort Pläne zur erneuten Anhebung, aber über die Details wird an erster Stelle die Premierministerin informiert. Wir müssen uns gedulden - so Rafalska. Weitere Details über eine potenzielle Erhöhung des Mindestgehalts in Polen könnten nach dem 10. Mai in die Öffentlichkeit durchdringen, denn spätestens dann muss das Kabinett von Premierministerin Szydlo den
Sozialpartnern die Prognosen bezüglich der makroökonomischen Indikatoren mitteilen. Später werden die Arbeitgeber zusammen mit den Gewerkschaften einen gemeinsamen Vorschlag u.a. bezüglich des Mindestlohnsatzes ausarbeiten. von Rafał Stelmaszewski
30 Technologie
Jahr der Premieren: Was Gamer heuer erwartet Polnische Entwicklungsstudios arbeiten fleißig an neuen Titeln. 11 bit studios deklarierten, dass Frostpunk noch in diesem Jahr erscheint. Neues soll es auch von CD Projekt und CI Games geben.
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as Jahr 2017 soll durch Neuerscheinungen auf dem Gaming-Markt geprägt werden. Polnische Produzenten erhoffen sich von ihren neuesten Spielen sehr viel. 11 bit studios gab bereits bekannt, dass der lang ersehnte Frostpunk noch dieses Jahr (im zweiten Halbjahr) erscheinen soll. Erste Details zum Spiel will man in Kürze veröffentlichen. Die Macher von This War of Mine erhoffen sich von Frostpunk sehr viel und deklarieren, dass das Verkaufspotenzial eine neue Dimension für das Unternehmen erreichen könnte. Wenn man bedenkt, dass die Entwickler auch zwei Jahre nach der Erstveröffentlichung von This War of Mine immer noch an dem Spiel verdienen, steigt die Spannung und die Erwartungen sind noch höher.
Am 25. April hat (endlich!) auch Sniper: Ghost Warrior 3 seine Premiere auf dem Markt gefeiert. Diese wurde mehrmals verschoben, zuletzt vom 4. April für weitere drei Wochen. CI Games unterstrich jedoch, dass es sich um das größte Projekt in der Geschichte des Studios handelt. Man wollte dementsprechend den Erwartungen der Spieler und Kritiker gerecht werden. Diese warten auch ungeduldig auf Get Even von The Farm 51 aus Gleiwitz. Die Premiere wurde für Mai 2017 angekündigt. Das Spiel soll auf der PlayStation 4 und Xbox OneKonsole sowie auf dem PC spielbar sein. Die Macher von The Witcher sollen
sich nach eigenen Angaben dem Ende der Arbeiten an dem OnlineKartenspiel Gwent nähern. Das Erfolgsstudio arbeitet auch fleißig an einem neuen Spiel, Abseits des Witcher-Universum - Cyberpunk 2077. Angaben zur Premiere hat man aber noch keine gemacht. von Piotr Piela QR-Code scannen und den Artikel mit Trailers auf www.PolenJournal.de lesen:
Wirtschaft 31
32 Kultur & Lifestyle
Reisen in bester Gesellschaft: Kultur im Zug geht weiter
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er Kulturzug Berlin – Breslau ist ein Zug wie kein anderer! An jedem Wochenende verbindet er nicht nur zwei europäische Kultur-Metropolen, sondern bietet bereits während der Fahrt ein einzigartiges Kulturprogramm. Mehr als 22.000 Fahrgäste machten sich im vergangenen Jahr auf die Fahrt mit dem Kulturzug. Aufgrund des großen Erfolges wird das Angebot gemeinsam von DB Regio und der Niederschlesischen Eisenbahn Koleje Dolnośląskie (KD) bis Ende 2018 weitergeführt, unterstützt von den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Verkehrsverbund BerlinBrandenburg (VBB). Der Kulturzug fährt an den Wochenenden zwischen Berlin, Cottbus und Breslau. Die einfache Fahrt kostet 19 Euro, Hin- und Rückfahrt 38 Euro (79 PLN / 158 PLN). Tickets gibt es auf dbregio-shop.de, an den DB-Automaten, in den DB-Verkaufsstellen und am Reisetag im Zug. Zusätzlich im Ticket enthalten ist der Stadtverkehr in Bussen und Straßenbahnen in Breslau. Der Kulturzug startet jeden Samstag- und Sonntagmorgen in Berlin-Lichtenberg und erreicht Breslau gegen 13 Uhr. Jeweils am Samstagabend und Sonntagnachmittag fährt der Zug wieder zurück. Die
Fahrpläne sind im Netz unter VBB.de/kulturzug, Bahn.de/Kulturzug, kolejedolnoslaskie.eu sowie in der VBB-App Bus&Bahn abrufbar. Über die kulturellen Veranstaltungen informiert auch die Facebook-Seite www.facebook.com/vbbpolen. Ab dem 1. April 2017 gibt es auch ermäßigte Kindertickets sowie das Berlin-Clubnight-Ticket für Fahrgäste mit Startpunkt in Breslau. Ab Mitte Aprilbesteht die Möglichkeit bestehen, Sitzplätze zu reservieren. Fahrgäste des Kulturzuges bekommen Sonderkonditionen in diesen Hotels in Wrocław: 15% Rabatt in den „Historischen Hotels von Wrocław“: Europejski, Polonia und Piast, 19 Euro Rabatt im Doubletree Hilton bei Buchung über Hilton.com oder per E-Mail über Wroclaw.reservations@ hilton.com. Der Nachlass erst direkt bei check out und Vorlage des Tickets abgezogen.
Foto: Bartlomiej Banaszak © Deutsche Bahn AG
von Anna Rosenthal
Polnischer Kurzfilm mit Chance auf die Goldene Palme in Cannes „Time to go“- ein Film des 24-jährigen Polens Grzegorz Mołda, über ein junges Mädchen von der Automobilindustrie gebannt, ist eins der neun Filme die eine Chance auf die Goldene Palme haben.
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ie Kurzfilme, die dieses Jahr um den Preis des 70. Internationalen Filmfestspiels von Cannes kämpfen werden, kommen hauptsächlich aus Europa. Unter den Nominierten ist auch der Pole - Grzegorz Mołda. Die Wettbewerbsprojektionen werden zwischen dem 17. und 28. Mai stattfinden. Die Auswahlkommission hat dieses Jahr 4.843 Kurzfilme gesehen (also 165 weniger als im letzten Jahr). Qualifiziert haben sich 9 Werke: „Pepe le Morse“ (Frankreich), „Ka-
tto“ (Finnland), „A Drowning Man“ (Dänemark/Griechenland), „Lunch Time“ (Iran), „Across my Land“ (die USA), „Time to go“ (Polen), „Xiao cheng er yue“ (China), „Damiana“ (Kolumbien) und „Push it“ (Schweden).
Drei Cinefondationpreise werden am 26. Mai während einer Gala verliehen, nach der eine festliche Projektion der Gewinnerfilme stattfinden wird. In diesem Jahr wurde der rumänische Regisseur, Cristian Mungiu zum Vorsitzenden der Jury ernannt.
Darüber hinaus plante die Cinefondation, die sich mit der Promotion junger Filmmacher beschäftigt, anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums, die Projektion von 20 Kurzfilmen, die von Filmschulen aus aller Welt eingereicht wurden.
von Paulina Kuc
Kultur & Lifestyle 33
Neues Leben für ein Märchenschloss W
Foto: Jarosław Szymaczewski (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons
ie ein Märchen klingt die Geschichte von der geplanten Rettung eines verfallenen Schlosses in Kopice (Koppitz) im Oppelner Schlesien. Das Luxemburger Finanzunternehmen Globucor hat das Anwesen übernommen und bereits mit Aufräum- und Sicherungsarbeiten begonnen. Insgesamt sollen in sieben Jahren sieben Bauabschnitte fertiggestellt werden. Bis dahin sollen rund 100 Millionen Euro in das idyllisch am Wasser gelege-
ne Schloss sowie den historischen Landschaftspark fließen. Nach dem Wiederaufbau soll Schloss Koppitz ein Deutsch-Polnisches Museum beheimaten. Seine letzte Gestalt verdankte das Bauwerk dem Adligen und Industriellen Hans Ulrich von Schaffgotsch. Der ließ das vorherige klassizistische Schlösschen zu einem Märchenschloss im Stile der Neogotik für seine junge Ehefrau Johanna umbauen. Märchenhaft ist auch deren Werdegang. Als Kind einer Bergar-
beiterfamilie wurde sie vom Industriellen Karl Godulla adoptiert und vor der Heirat in den preußischen Adelsstand erhoben. Das Schloss überstand den Zweiten Weltkrieg zwar vollkommen unbeschadet, fiel aber 1958 einem Feuer durch Brandstiftung zum Opfer. polen.travel
34 Wirtschaft
Red Hot Chili Peppers werden wieder in Polen auftreten
Foto: Sven Mandel (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Die Band wird im Stadion von Cracovia im Rahmen ihrer Welttournee, die die neue elfte Platte „The Getaway“ vermarkten soll, auftreten. Während des Konzertes werden natürlich auch die größten Hits nicht fehlen.
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as neueste Album „The Getaway“ kam letzten Juni heraus. Die Produzenten der Platte sind Danger Mouse und Nigel Godrich. Es ist bereits das elfte Studioalbum der „Peppers“, dass nicht nur Fans, sondern auch die Kritiker begeistert. „The Getaway“ beweist, dass sich die Rock-Legenden seit 30 Jahren nicht nur auf der Bühne hervorragend fühlen, sie sind auch fähig ihre Lieder zu modernisieren“ - kommentierte die amerikanische Tageszeitung „USA Today“. Die Redaktion des
bekannten Magazins „The Rolling Stone“ bezeichnete die Songs von der neuen Platte als „die besten in der ganzen Karriere der Band“. Red Hot Chili Peppers ist eine der bekanntesten Musikgruppen in der Rockgeschichte. Der Sänger Anthony Kieds, Bassist Flea, Schlagzeuger Chad Smith und Gitarrist Josh Klinghoffer verkauften bereits über 60 Millionen Platten. Zusammen gewannen sie sechs GrammyAwards, unter anderem: den
„Grammy-Award für das beste RockAlbum“, den „Grammy-Award für die beste Rock-Performance eines Duos oder einer Gruppe mit Gesang“ oder den „Grammy-Award für den besten Rock Song“. Im April 2012 wurde die Band in die legendäre Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Das Konzert findet am 25. Juli 2017 im Stadion von Cracovia statt. von Paulina Kuc
Kultur & Lifestyle 35
Danzig feiert Günter Grass In diesem Jahr wäre der Literaturnobelpreisträger Günter Grass 90 Jahre alt geworden. Seine Heimatstadt Gdańsk (Danzig) ehrt ihn aus diesem Anlass mit einer Reihe von Veranstaltungen. Dazu gehören hochkarätige Diskussionen, Ausstellungen und das Straßenfest „Grassomania“ im September. Ein kürzlich abgeschlossenes Projekt untersuchte zudem die kaschubischen Wurzeln des großen Romanciers, der gelernter Grafiker und Bildhauer war.
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is ins frühe 18. Jahrhundert konnten Krystyna Drożdż und Irena Kucz von der Danziger Genealogischen Gesellschaft die Familien Knoff und Krause zurückverfolgen. Sie waren die Vorfahren von Grass' kaschubischstämmiger Mutter Helene. Für den Autor selbst stellte das kleine slawische Volk, das hin- und hergerissen war zwischen eigener, polnischer und deutscher kulture-
Familientreffen in der Heimatstadt von Günter Grass zu organisieren. Ihre Forschungsergebnisse werden im Rahmen einer neuen Ausstellung in der Danziger Altstadt zugänglich gemacht. Diese soll auf dem Gelände des ehemaligen Waisenhauses an der ul. Sieroca gezeigt werden. Bis 2018 soll in den beiden historischen Gebäuden sowie der wieder aufzu-
dert stammenden Gebäude zählen zu den wenigen, welche die Bombardierungen des Zweiten Weltkrieges nahezu unbeschadet überstanden haben. Die ul. Sieroca wird Anfang September zum Schauplatz der neunten Ausgabe des Festivals „Grassomania“. Die zweitägige Veranstaltung bringt Nachwuchskünstler und -ensembles verschiedener Genres aus ganz Europa nach Gdańsk. Die Performances, Ausstellungen, Konzerte und Diskussionen stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen des runden Geburtstages von Günter Grass. Veranstalter ist die Danziger Städtische Galerie GGM, die in der Rechtsstadt mehrere Räume sowie eine virtuelle Grass-Galerie betreibt. Sie besteht aus einer Sammlung von über 140 Plastiken, Zeichnungen und Drucken, die sich im Besitz der Galerie befinden. Die GGM veranstaltet in diesem Jahr einen internationalen Vortrags- und Diskussionszyklus anlässlich des 90. Geburtstages von Günter Grass mit namhaften deutschen und polnischen Vertretern aus Kultur und Politik. Darüber hinaus organisiert sie zwei Ausstellungen anlässlich des runden Jahrestages. So wird im Juni das Lübecker Grass-Haus mit einer Schau des frühen grafischen und malerischen Werks zu Gast sein. Ab September zeigt die GGM in Zusammenarbeit mit dem Kaschubischen Institut eine Ausstellung zu Grass und seinem Verhältnis zu den Kaschuben.
Günter Grass / Blaues Sofa from Berlin, Deutschland [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/ licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
ller Identität, ein wichtiges Motiv seiner frühen Romane dar. Den Forscherinnen gelang es nicht nur, zahlreiche interessante Informationen über die Lebensumstände der Familien herauszufinden. Sie haben auch Kontakt zu deren Nachkommen im heutigen Raum von Gdańsk aufgenommen und wollen weltweit nach Verwandten forschen, um ein großes
bauenden Waisenschule das neue Kulturzentrum „Daniel Chodowiecki und Günter Grass“ entstehen. Der Komplex soll sowohl Zentrum für junge Kunstschaffende als auch Veranstaltungsort sein und an die beiden großen Danziger erinnern, die ihre multiethnische Herkunft und ihr grafisches Schaffen verbindet. Die beiden aus dem späten 17. Jahrhun-
Informationen zu Gdańsk unter www.visitgdansk.com und zur Galerie GGM unter www.ggm.gda.pl Allgemeine Informationen über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel polen.travel
36 Kultur & Lifestyle
Festival der klassischen Musik in Łańcut Ive Mendes, das Apollon Musagete Quartett, Gabriela Montero und Ivan Monighetti sind die Stars der diesjährigen Auflage des Musikfestivals in Łańcut.
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ie 56. Auflage wird vom 21. bis zum 28. Mai stattfinden. Das Programm ist so vielfältig, dass es Musikliebhaber verschiedener Musikarten anziehen soll. Die einzigartige Atmosphäre des Schlosses und seiner Umgebung ist ein großer Vorteil. Eine der schönsten Magnaten Residenzen in Europa erklang bereits im 18. Jahrhundert in Musiktönen. Die Konzerte finden an solchen Orten statt, die zu dem Charakter der Aufführung passen, z.B. im Ballsaal, Schlosspark, in der Basilika des Bernhardinerordens in Leżajsk, in der Synagoge in Łańcut und im Konzertsaal der Karpaten Vorländer Philharmonie.
Foto: Daniel Heski (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http:// creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons
Jahrhundertealte Musiktraditionen wurden in Łańcut wiederbelebt als man 1961 die Tage der Kammermusik veranstaltete. Später wandelte es der damalige Generalintendant - Bogusław Kaczyński - in das
Musikfestival Łańcut um. Seit her wird das Event auch im Fernsehen übertragen. Maestro Krzysztof Penderecki sagte einst, dass es das bekannteste Musikfestival Polens ist. Dort treten hervorragende Sänger, Instrumentalisten, bekannte Orchester und Hauskapellen auf. Auf der, für den 20. Mai geplanten „Star Gala“ treten die Sopranistinnen Katarzyna Dondalska, die von Barbara Bonney als „das achte Weltwunder“ bezeichnet wurde und Joanna Woś, die mit ihrem wunderschönen belcanto imponiert, auf. Auch die Mezzosopranistin Monika Ledzion-Porczyńska, Paweł Skuba und einer der größten Baritone der Welt, Andrzej Dobber sollen das Publikum begeistern. Sie tragen die bekanntesten Arien und Duette aus Opernwerken und Operetten von Mozart, Rossini, Verdi und Puccini vor. Das Spektakel soll der Dirigent
Sławomir Chrzanowski leiten. Am 21. Mai wird Ive Mendes mit Begleitung eines Streichquintetts im Schlosspark auftreten. Sie ist eine der wichtigsten Vertreterinnen des Smooth Jazz, manche bezeichnen sie sogar als die brasilianische Sade. Als man sie fragte, was sie von diesem Vergleich hält, antwortete sie, mit einem großen Lächeln, dass die Nigerianerin nicht über so ein großes Vibrato verfügt wie sie. Mendes ist in einer wohlhabenden Bauernfamilie aufgewachsen. Ihre Kindheitserinnerungen, über die sie in ihren Liedern singt, sind wie Berichte aus dem Paradies, wo die Tage lang und sonnig sind und die Nächte kurz und warm. Ihre positive Weltanschauung ist mit ihrem Glauben verbunden. Den impfte ihr die Familie ein- von der Seite des Vaters den protestantischen und von der Seite der Mutter den katholischen.
Kultur & Lifestyle 37 Heute drückt sie ihn auf eine wahrlich brasilianische Weise aus: mit einer großen Begeisterung und Euphorie. Auch in den schwierigsten Zeiten ihres Lebens zweifelte sie nicht daran. Es passierte, was vielen brasilianischen Familien widerfährt, man entführte und ermordete ihren geliebten Bruder. Obwohl sie dann ihre Heimat verließ und beschloss in Großbritannien ruhig zu leben, singt sie in ihren Liedern immer noch über ihr geliebtes Heimatland. Die übrigen Konzerte werden im Schloss in Łańcut stattfinden. Im Ballsaal werden es vier sein. Das Apollon Musagete Quartett wird die Werke von Joseph Haydn und Edvard Grieg aufführen. Zwei Jahre nach dem Entstehen des Quartetts hat es den Internationalen Musikwettbewerb der ADR München gewonnen, einen der wichtigsten Wettbewerbe der klassischen Musik. 2011 ist ihre Platte „Night of the Hunters“ rausgekommen, die sie mit Tori Amos aufgenommen haben. Das Wiener Kammerorchester, unter der Leitung von Michael Maciaszczyk, wird die Werke von Mozart und Haydn interpretieren. Maciaszczyk trat mit
den bekanntesten Musikern aus aller Welt auf, wie zum Beispiel: Ricardo Mutti oder Zubin Mehta. Das Wiener Kammerorchester wurde im Jahr 1946 gegründet und wurde zu einer der führenden Kammerorchester in der Musikwelt. Die lettische Pianistin, Dina Yoffe wird der Star des fünften Festivaltages sein. Sie belegte den zweiten Platz am IX. Internationalen ChopinWettbewerb. Von ihr wird man die Werke von Chopin, Beethoven und Brahms zu hören bekommen. Das Wratislavia Kammerorchester unter der Führung von Jan Stanienda, mit Begleitung des russischen Cellisten Ivan Monighetti werden wiederum u.a. die „Cellokonzerte“ von Boccherini aufführen. Jedes Jahr ist die Karpaten Vorländer Philharmonie der Geschehensort vieler Konzerte. Dort wird die amerikanische, doch aus Venezuela stammende Pianistin Gabriela Montero zu sehen sein. Das Klavier ist seit ihrem 4. Lebensjahr ein fester Bestandteil ihres Lebens. Von ihr werden wir die Werke von Schubert und Schumann hören. Zum ersten
Mal findet das „Koncert na bis“ statt. Obwohl der Hauptplatz musikalischer Ereignisse Łańcut bleibt, wird dieses Ereignis im nahe gelegenen Hotel „Sokół“ angeefangen. Der finale Auftritt wird der Chopin University of Music Big Band und dem Pianisten Janusz Olejniczak gehören. Es ist das einzige Konzert welches nicht von dem Festivalpass umfasst wird. Ohne die Karpaten Vorländer Philharmonie würde es gar nicht zu dem Festival kommen. Diese spielte am 29. April 1955 ihr erstes Konzert, da nannte sie sich noch „Woiwodschaft Sinfonieorchester in Rzeszów“. 1958 erlang sie den Status des Nationalen Sinfonieorchesters und ein Jahr später schuf man einen gemischten Chor. Im Jahr 1967 nannte man sie in die Nationale Philharmonie um, die seit 1974 in einem neuen Gebäude mit herausragender Akustik spielt. Seit 1971 war Janusz Ambros Artdirector und Dirigent, der Initiator des Festivals in Łańcut. Festivaldirektorin ist zurzeit Maria Wierzbieniec. von Paulina Kuc
38 Wirtschaft
#WirKochen: Żurek Żurek ist eine sehr beliebte Suppe in Polen. Sie wird auf der Basis einer Sauerteigbrühe gefertigt; die Zutaten variieren von Region zu Region. Man serviert sie als traditionelles Gericht zu Ostern, mancherorts auch zu Weihnachten. Ursprünglich ist Żurek ein Frühstücksgericht gewesen. Er wurde vor allem durch die ärmeren Bevölkerungsschichten gegessen, manchmal mehrmals am Tag. Heute wird er in vielen Restaurants serviert.
Zutaten:
- 500 g Schweinerücken mit Knochen
- 300 g geräucherten Speck
Zubereitung 1. Schweinerücken und Speck mit 3 Litern kaltes Wasser über-
- 4 Knoblauchzehen
gießen. Die geschälten Knoblauchzehen, Zwiebel und Pfeffer dazugeben. So lange köcheln bis das Fleisch weich wird.
- Lorbeerblatt
2. Fleischbrühe durchsehen, würzen und den getrockneten Ma-
- 1 Zwiebel
- Nelkenpfeffer - Pfeffer
- 400g Weißwurst bzw. Schinkenwurst - 4 Eigelbe
- 2 Löffel Mehl
- 200 ml saure Sahne
joran dazugeben.
3. Eigelbe mit Mehl und Sahne vermischen. Ein Teil der heißen Brühe hinzufügen, um abzuhärten.
4. Aufgewärmte Sahne in die Brühe dazugeben. Um der Suppe
den richtigen Geschmack zu verleihen, die Sauerteigsuppe aus der Flasche hinzufügen.
5. Mit Wurstscheiben und Eiervierteln servieren. von K.J.
- Sauerteigsuppe in der Flasche
- getrockneter Majoran - 4 hartgekochte Eier
Guten Appetit!
Die schönsten Gärten Polens
Ob in der Hauptstadt oder auf dem Lande, romantisch und wild oder nach der französischen Art, historisch oder modern – sie sind wunderschön. Begeben Sie sich mit uns auf einen Spaziergang durch die zehn interessantesten Gärten Polens.
Wirtschaft 39
40 Tourismus Landschaftspark Arkadia Errichtet zwischen Łowicz und Nieborów in der Zeitspanne von 1778 bis 1785, bildet der Garten Arkadia ein Kunstwerk der Herzogin Helena Radziwiłł. Dank dem Hauptausführer Szymon Bogumił Zug floss viel Sentimentales in den Garten hinein. Danach vollbrachte der Romantiker Henryk Ittar das Werk. Der Arkadia Garten wurde hauptsächlich im englischen Stil gehalten und beträgt einen Umfang von 15 ha. In der Parkanlage befindet sich ein künstlicher See mit zwei Inseln sowie ein offener Wiesenbereich. Zahlreiche Pfade führen durch die unterschiedlichen Gartenteile und ein Spaziergang durch die Hauptallee bietet einen Ausblick auf unterschiedliche Landschaften, die gegensätzliche Gefühle auslösen sollen. Einer der wichtigsten Parkstaffagen bildet der 1783 im klassizistischen Stil errichtete Tempel der Diana, in dem die von Helena Radziwiłł gesammelten Kunstwerke aus der Antike zu bewundern sind. Seit 1945 ist die Parkanlage öffentlich zugänglich.
Landschaftspark Arkadia, Foto: I, FxJ [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
Parkanlage um den BranickiPalast in Białystok Die Schloss- und Parkanlage werden nicht um sonst als polnisches Versailles bezeichnet. Der Park zählt 9 ha und wurde im 18. Jahrhundert gegründet. Wegen der unterschiedlichen Struktur des Geländes wurde er auf zwei Terrassen errichtet. Der obere Teil umgibt den Palast und ist im französischen Stil gehalten. Mit zahlreichen Gartenlauben, Pavillons und Promenaden entspricht der untere Teil dem englischen Konzept. Hier funktionierten auch ein Theater und ein Tiergarten. Nach der Rekonstruktion in den Jahren 19451962 können wir nur erahnen, wie prachtvoll die Gartenanlage früher war.
Parkanlage um den Branicki-Palast in Białystok, Foto: Pisces.art (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons
Schlosspark Wilanów Der im 17. Jahrhundert im Auftrag von Jan III. Sobieski erbaute Palast ist ein weiterer Kandidat für die Bezeichnung „polnisches Versailles“. In derselben Zeit entstand auch die Parkanlage. Auf 45 ha in Warschau ist die königliche Leidenschaft für Italien noch bis heute spürbar. Der zentrale Teil des Gartens verbindet Elemente aus der Antike, Renaissance und dem Barock. Die zwei Terrassen
Schlosspark Wilanów
Tourismus 41 trennt eine Mauer und verbindet eine Steintreppe, die mit Skulpturen der vier Liebesphasen geschmückt ist die Allegorie der Furcht, des Kusses, der Gleichgültigkeit und des Zanks. Zur Parkanlage gehört auch der englische und chinesische Garten, die erst später errichtet worden sind.
Der Łazienki-Park Somit kommen wir zur größten Parkanlage Warschaus (80 ha) - dem Łazienki-Park, der sich im südlichen Teil des Warschauer Königswegs befindet. Die Gartenanlage wurde im Barockstil im 17. Jahrhundert von Tylman van Gameren errichtet. Dem Namen verdankt der Park einem Badepavillon, der damals funktionierte. Für die Gestaltung des klassizistischen Gartenteils ist der polnische König Stanislaw II. August verantwortlich. Wichtige Elemente bilden die Chinesische Allee und der Romantische Garten. Die bedeutendsten Gebäude befinden sich in der Nähe des Palastes auf dem Wasser. Die Parkanlage ist auch für das Fryderyk-Chopin-Denkmal bekannt.
Palast auf dem Wasser
Garten der Universitätsbibliothek in Warschau In der polnischen Hauptstadt befindet sich ein außerordentlicher Garten, der auf dem Dach der Bibliothek der Warschauer Universität errichtet worden ist. Das neue Bibliotheksgebäude, beendet 1999, bietet nicht nur eine entspannte Arbeit in den Innenräumen, sondern auch Entspannung auf dem Dach. Bunte Blumen und der Blick auf die Stadt und die Weichsel machen aus diesem Garten einen Ort, der nicht bei den Studenten beliebt ist.
Garten der Universitätsbibliothek in Warschau, Foto: Bartosz MORĄG (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Parkanlage um Schloss Łańcut Die heutige Form hat die Parkanlage vor allem der Herzogin Izabela Lubomirska zu verdanken, die sich für den Ausbau des Schlossgartens einsetzte. Er zählt 36 ha und setzt sich aus einem inneren und äußeren Teil zusammen. Das ehemalige Hofleben konzentrierte sich vor allem im Italienischen Garten, wo gefeiert wurde. Im Kanal konnte man hingegen in Gondeln aus Venedig eine geruhsame Fahrt unternehmen. Heute verleihen dem Garten Geranien und Skulpturen eine romantische Atmosphäre.
Parkanlage um Schloss Łańcut, Foto: Lestat (Jan Mehlich) (Own work) [GFDL (http://www.gnu. org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
42 Tourismus Die Thematischen Gärten Hortulus Diese Parkanlage entzückt durch ihre Vielfalt. In Dobrzyca in der Woiwodschaft Westpommern können die Besucher zwischen 28 unterschiedlichen Gärten wählen. Zusammen bilden sie die interessante Parkanlage Hortulus, die 1992 errichtet wurde und bis heute ausgebaut wird. Wir finden hier Gärten, die von der Landschaft abgeleitet worden sind - eben den Wald- oder ein Felsengarten. Danach kommen ein japanischer, französischer, mediterraner, englischer Garten und einer der im Stil von Antonio Gaudi errichtet worden ist. Sehr interessant sind die sog. Sinnesgärten: die Farbe-Licht-Schatten-, die Duft-Aroma- oder die Rauschen-Stille-Gärten. Nur zwei Kilometer von dem Gartenkomplex entfernt liegt Hortulus Spectabilis, wo man in einem gigantischen Labyrinth irren kann, bis man schließlich den 20 Meter hohen DNA-förmigen Turm findet. Bei schönem Wetter kann man von oben sogar die Ostsee erblicken.
Thematischen Gärten Hortulus. Foto: Hortulus (Praca własna) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/ licenses/by-sa/3.0)], Wikimedia Commons
Japanischer Garten in Breslau Der Garten wurde nach den Farben der polnischen und japanischen Fahne benannt - Hakkoen bedeutet nämlich weiß-rot. Fans der Kultur des Fernen Ostens können sie hier in vollen Zügen genießen. In den Teich fließen zwei Kaskaden hinein - eine männliche und eine weibliche. Im südlichen Teil des Gartens befindet sich der Teehaus Azumaya, wo man sich in Ruhe entspannen kann.
Arboretum in Bolestraszyce
Japanischer Garten in Breslau, Foto: User: (WT-shared) Iza 1986 z wts wikivoyage (Praca własna) [Public domain], Wikimedia Commons
Auch hier spielen die Sinne eine wichtige Rolle, obwohl die Gartenanlage für Behinderte Personen angepasst ist. Neben raren Baumarten befinden sich hier stimmungsvolle Teiche und Felsengärten. Das Arboretum ist ein wichtiges Natur-, Kultur- und Bildungsobjekt.
Gartenanlage Frank-Raj Es ist ein Paradies für alle, die nicht in der Lage sind, die schönsten Gärten Polens zu besichtigen. In einer kleinen Ortschaft in der Woiwodschaft Pommern finden wir sie alle in Miniformat. Wer auf eine Reise durch verschiedene Epochen und Stile bereit ist, ist hier genau richtig. von Emanuela Janda
Arboretum in Bolestraszyce, Foto: Kroton [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
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Tourismus 43
Airberlin nimmt Linie nach Danzig wieder auf A
irberlin verkehrt ab 4. Mai wieder täglich zwischen Berlin-Tegel und der polnischen Ostseemetropole Gdańsk (Danzig). Die Flugzeuge vom Typ Bombardier Q400 starten um 13.15 Uhr in Berlin, der Rückflug beginnt in Danzig um 14.50 Uhr. Damit sind neben der alten Hansestadt auch das Seebad Sopot (Zoppot) und die Hafenstadt Gdynia (Gdingen) schneller von Berlin aus erreichbar. Bereits Ende März hatte Airberlin seine Verbindungen von Berlin nach Warszawa (Warschau) und Kraków (Krakau) auf täglich vier verstärkt. polen.travel
Foto: Andreas Wiese / airberlin
Polnische Sahara bleibt erhalten In der rund 32 Quadratkilometer großen Błędów-Wüste im Süden Polens übte einst das Afrikakorps der deutschen Wehrmacht für seinen Einsatz. Heute ist die Sandwüste nahe Dąbrowa Górnicza (Dombrowa) ein beliebtes Touristenziel.
I
n den vergangenen Jahren wurde sie von Bäumen und Sträuchern gesäubert, um den Charakter als Wüstenlandschaft zu erhalten. Aufräumarbeiten im ehemals militärisch genutzten Teil sollen bis Juni beendet werden. Dabei wird dieser Bereich auch von Munitionsresten und Blindgängern gereinigt. Im Bereich eines ehemaligen deutschen Bunkers nahe Chechło entsteht eine AussichtsplattAnzeige
form für Touristen. Die Anlage wird barrierefrei gestaltet und zudem mit einer Klimamessstation ausgerüstet sein. Zudem soll dort künftig ein lokaler Touristeninformationspunkt entstehen. Die Pustynia Błędowska, so der polnische Name, entstand seit dem Mittelalter durch menschliche Einflüsse und wurde in den vergangenen 20 Jahren langsam wieder von Pioniergewächsen zurückerobert.
Die militärische Nutzung reicht bis ins frühe 20. Jahrhundert zurück. Der größte Teil der Wüste wird heute als Ausflugsgebiet genutzt. Mehrere Wanderrouten erlauben Besuchern das Gelände zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Pferd zu entdecken. polen.travel
44 Wirtschaft
Foto: Jacek Karczmarz (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/ by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Polens geheimnisvoller Osten Der Osten Polens ist ein schier unbekannter Ort. Voll von Geheimnissen, die ihn - wie Nebel die Ufer der Bober - umhüllen. Sagenumwobene Schlösser, historische Städte und die unberührte Natur… Und dies alles greifbar nah…
Den größten östlichen Teil des Landes nehmen drei Woiwodschaften ein: Podlachien, Lublin und das Karpatenvorland. In jeder von ihnen gibt es einzigartige Orte, atemberaubende Landschaften und eine kulturelle Mosaik, die von der reichen Vergangenheit der Region zeugt.
Białowieża und der Białowieża Nationalpark Bialowieża ist ein kleiner Ort, am Rande eines uralten Waldgebietes. Hier befindet sich der Sitz des nah gelegenen Bialowieża Nationalparks und ein Tor zu den entlegenen Gebieten des letzten Urwaldes in Europa. Der Ort selbst hat eine hervorragende Verpflegung und einiges zu bieten. Podlachien ist seit Jahrhunderten ein kultureller Schmelztiegel. Dies spiegelt sich auch in der ethnischen und religiösen Struktur wieder. Man findet in Bialowieża sowohl katholische als auch orthodoxe und protestantische Gotteshäuser. Der Bialowieza Nationalpark ist der zweitälteste Nationalpark in Polen und schützt den größten
Teil des polnischen Urwaldes. Das Schutzgebiet befindet sich im polnisch - weißrussischen Grenzgebiet. Er ist für seine Wisente bekannt, hat aber durchaus mehr zu bieten; im Naturschutzgebiet findet man Luchse, Wölfe, Rothirsche und Rehe. Es gibt auch unzählige und oft noch unentdeckte Wirbellose. Die Gruppe, die aber am häufigsten vertreten ist, sind Vögel, deren Vielzahl man im gesamten Nationalpark auf 250 Arten schätzt. Der Bialowieża Nationalpark gehört auch zu den beliebtesten Zielen der Vogelbeobachter in Polen und Europa.
tigt und ist die einzige Sehenswürdigkeit dieser Art in Polen.
Obwohl Bialowieża selbst ein beschauliches Dorf ist, gibt es noch einige Sehenswürdigkeiten zu sehen. Eines der bekanntesten und schönsten ist das orthodoxe Gotteshaus unter dem Patrozinium des Heiligen Nikolaus. Es wurde vom russischen Kaiser Alexander III. gestiftet. Der Kaiser ist hier oft zum Jagen hergekommen und betete regelmäßig in dieser Kirche. Sie wurde im 19. Jahrhundert aus roten Backsteinziegeln errichtet. Speziell dafür wurde ein Meister aus Schlesien herbeigeholt. Das Gotteshaus besitzt auch eine einzigartige Ikonostase. Sie wurde aus chinesischem Porzellan angefer-
Białystok
Sehenswert ist das örtliche Freilichtmuseum. Es beherbergt die hölzerne Bebauung der ansässigen Bevölkerung. Die Bauten kommen aus der gesamten Region und sind hervorragend in die Landschaft komponiert. Man hat den Eindruck sich in einer anderen Epoche zu befinden. Das Museum wird zum Teil von Studenten aus Białystok betreut und manche Häuser sind den Bedürfnissen der Touristen angepasst.
Białystok ist nicht nur eine Stadt mit einer reichen Geschichte, sondern auch eine Stadt vieler Kulturen. In der Vergangenheit gab es hier eine deutsche und eine große jüdische Minderheit. Noch heute zeugen viele Bauten von der turbulenten Geschichte des Ortes. Man findet neben prachtvollen Palästen, katholische und orthodoxe Kirchen und in den Museen erfährt man viele interessante Sachen über die Geschichte Białystoks und der Region.
Tourismus 45 Unter den sehenswürdigsten befindet sich der Branicki-Palast. Er ist eine der schönsten Barockbauten in Europa. Der im 18. Jahrhundert erbaute Prachtbau wurde als das polnische Versailles bezeichnet. Heute ist er Sitz der Medizinischen Universität Białystok, die in den Mauern viele kulturelle und wissenschaftliche Events veranstaltet. Das Schloss und sein wunderschöner Park, der im Stil des französischen Gartens gehalten ist, kann man zu jeder Jahreszeit besichtigen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die St. Nikolaus Kathedrale. Sie ist die größte orthodoxe Kirche in der Stadt und wurde auf Plan eines griechischen Kreuzes im 19. Jh. im Stil des russischen Klassizismus erbaut. Das Innere der Kirche ist reich an Polychromien und Ikonen. In der Stadt gibt es auch ein anderes interessantes Gotteshaus. Die Heilig -Geist-Kirche ist die größte orthodoxe Kirche in ganz Polen. Imposant ist ihre Größe und ihr äußeres Aussehen. Ihre Entstehungsgeschichte ist durch Schwierigkeiten gekennzeichnet gewesen. Der ganze Bau der Kirche wurde von den Gemeindemitgliedern getragen, die sowohl finanzielle Mittel dafür bereitstellten, als auch jahrelang eigenhändig die Baut errichtet haben. Das Aussehen der Kirche ist durch Symbole geprägt: die Kuppeln und Wände in Form von Feuerzungen
knüpfen an die Entsendung des Heiligen Geistes und die fünf Kuppeln symbolisieren Jesus und die vier Evangelisten. Im Inneren befinden sich pittoreske Ikonen und eine wunderschöne Ikonostase mit 260 Ikonen. Die Wände sind mit zahlreichen Motiven und Mosaiken verziert.
Sejny Sejny ist ein kleines Städtchen an der polnisch-litauischen Grenze im Nordosten Polens. Es ist eine Stadt, die in der Vergangenheit eine bunte Mischung aus verschiedenen Kulturen darstellte. Es lebten hier u.a. Russen, Deutsche, Polen, Zigeuner und Juden miteinander. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zu einem eher wenig multikulturellen und bisschen verschlafenen Ort, der von dem alten Dominikanerkloster überragt wird. Das Kloster stammt aus dem 17 Jh. und wurde bis zur dritten Teilung Polens durch die Dominikaner bewohnt. Nach dem zweiten Weltkrieg ist hier zuerst eine Berufsschule und später u.a. eine Bibliothek gewesen, seit der Wende ist es wieder kirchliches Eigentum. Es werden Bemühungen unternommen, dem Gebäude seinen alten Glanz zu verleihen. Man kann es desto trotz besichtigen; im Kloster befinden sich derzeit das Dekanats- und das Ethnographische Museum, in denen man einiges über die durchaus reiche
kulturelle Vergangenheit der Region erfahren kann. Gleich neben dem Kloster befindet sich die Basilika Maria Heimsuchung, die im Stil des Vilniusser Barocks erbaut ist. Es ist neben der Kirche in Różanystok das einzige Gebäude in Polen, dass in diesem Stil erbaut worden ist. Es gilt als eine der hervorragendsten Kathedralen in Polen. Die Kathedrale wurde im 16. Jh. erbaut und später umgebaut. Der größte Teil der Innenausstattung stammt aus dem 18 Jh. und ist im Rokokostil erhalten. In der Kirche befindet sich eine von den Gläubigen verehrte Madonna-Figur. Sie wurde von den einheimischen Handwerkern aus Lindenholz geschnitten. Die Stadt ist eines der wichtigsten Zentren der litauischen Kultur in Polen.
Kazimierz Dolny Die Anfänge dieser beschaulichen Stadt reichen bis ins Mittelalter zurück. Im 12. Jh. übergab der König Kasimir der Gerechte das Dorf und die umliegenden Ortschaften den Norbertinerinnen aus Krakau - die im Dank für die erhaltenen Güter - dem Ort den Namen des Königs verliehen. In der ersten Hälfte des 14. Jh. wurden ihm die Stadtrechte - höchstwahrscheinlich durch Kasimir den Großen verliehen. Aus dieser Zeit stammen einige Sehenswürdigkeiten u. a. die Ruinen der Burg, die über der
Branicki-Palast, Foto: Karol508 (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons
46 Wirtschaft
Zamość
Stadt emporragt. Die Stadt ist vor allem für seinen Ring aus der Renaissance bekannt. Hier befinden sich wunderschöne Altbauten - teilweise im italienischen und niederländischen Stil, aber mit einem starken lokalen Einfluss. Ihr heutiges Aussehen verdankt man den umfangreichen Konservierungsarbeiten, die nach dem Krieg stattgefunden haben. Man kann sich auch die Zeit vertreiben, indem man durch die Gassen spaziert und lokale Spezialitäten probiert. In der Nähe des Rings befindet sich die Pfarrkirche mit der ältesten Orgel in Polen. Im Sommer werden hier regelmäßig Konzerte gespielt. In der näheren Umgebung befinden sich Ruinen der Höhenburg, die viele Maler und Künstler in der Vergangenheit anzog und immer noch anzieht. Das mittelalterliche Schloss stellt eine hervorragende Kulisse da und ist auch bei Touristen sehr beliebt. Von oben hat man einen entzückenden Ausblick auf die Stadt und die nicht unweit fließende Weichsel.
Zamość Zamość wurde 1580 durch Hetman Jan Zamoyski gegründet. Diese Stadt ist der Traum jedes Architekten. Sie wurde von den Grundfesten von dem italienischen Architekten Bernardo Molino im RenaissanceStil erbaut. Molino hatte freie Hand in deren Gestaltung und schuf eine ideale Stadt nach den Vorgaben der damaligen Baukunst. Die meisten
Bauten wurden auch von ihm entworfen. Nach 25 Jahren Bauzeit ist die Stadt fertig gewesen. Der aus Padua stammende Architekt orientierte sich beim Bau nach der Architektur seiner Heimatstadt. Zamość, die auch Padua des Ostens genannt wird, ist seit 1992 UNESCO Weltkulturerbe. Sie ist vor allem für ihren Markt bekannt, an den sich wunderschöne Altbauten reihen und ein prachtvolles Rathaus steht. Die Stadt besitzt nicht nur eine große Anzahl an Sehenswürdigkeiten sie ist selbst eine. Man kann hier viele Tage verbringen, durch die romantischen Gassen schlendern und leckeres Essen genießen. Die Stadt ist nicht nur ein sehenswürdiger Ort, sondern auch ein hervorragendes Hauptquartier für Ausflüge in die Region. In der Nähe befindet sich der Nationalpark Roztocze. Im Park kann man auf Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad Wandern, Radfahren, Kajakfahren oder eine Tour in einem Konik-Gespann machen. Der Konik ist eine einheimische Ponyrasse, die in Polen gezüchtet wird.
Lublin Lublin ist die größte Stadt östlich der Weichsel. In der Vergangenheit eine Angel - und Drehscheibe, heute ein bisschen verschlafen, aber dennoch sehenswert. Vor allem die neu renovierte Altstadt zieht Touristen
wie ein Magnet an. Die Spaziergänge in der Stadtmitte sind umso schöner, da sie für den Verkehr geschlossen ist. Nicht nur das Zentrum ist sehenswert, in der ganzen Stadt gibt es überall zerstreute Sehenswürdigkeiten - Lublin ist eine der ältesten Ortschaften in Polen. Man findet hier Bauten aus allen Epochen. Im Sommer kann man sich in eine der vielen Cafés und Kneipen setzen und gemütlich die Umgebung beobachten. Man kann aber auch eine Unter-TageTour machen. Unter der Stadt verläuft eine 300 Meter lange unterirdische Route. Sie ist aus der Verbindung mehrerer aus dem 16. und 17. Jh. stammenden Kellern entstanden. Während der unterirdischen Wanderung erfährt man einiges über die Vergangenheit der Stadt und die wichtigsten Ereignisse, die das Bild der Ortschaft geprägt haben. Am Ende der Strecke bekommt man eine multimediale Visualisierung des Großen Brands von Lublin zu sehen. Man wird in eine Welt des Lubliners im 18. Jh. entführt, geht die Gassen entlang und entdeckt die multikulturelle Vergangenheit der Stadt, erlebt den Brand und die darauffolgende wunderbare Rettung der Stadt.
Hrubieszów Hrubieszów ist ein kleines Städtchen im Osten Polens. Es ist die am östlichsten gelegene Stadt des Landes, nur 5 km in gerader Linie
Tourismus 47 von der Ukraine entfernt. Sie beherbergt eine besondere Kirche. Die Maria Entschlafens Kirche ist die einzige in Polen und eine der zwei orthodoxen Kirchen auf der Welt, die dreizehn Kuppeln besitzt. Sie wurde im russisch-byzantinischen Stil erbaut. Im 21. Jh. wurde sie gründlich renoviert. Im Inneren der Kirche befindet sich eine vergoldete Ikonostase, die aus Eichenholz angefertigt wurde. In der Kirche befinden sich einige Ikonen aus dem 18. und 19. Jh.
Bohoniki und Kruszyniany Nicht weit von Bialystok entfernt befinden sich die zwei kleinen Dörfer Bohoniki und Kruszyniany, die Teil einer größeren Tataren Route sind, welche sich durch die umliegenden Ortschaften zieht. Die Route verbindet die Orte in Podlachien, die geschichtlich und kulturell mit den Tataren und dem Islam verbunden sind. In Bohoniki kann man die entzückende Moschee aus dem 19. Jh. und den nahe gelegenen Friedhof besichtigen. Man bekommt auch Auskunft über die Geschichte und Kultur der dort lebenden Tataren. In Kruszyniany gibt es ebenfalls eine Moschee, die man besichtigen kann. Es lohnt sich auch bisschen länger zu bleiben und die lokale Küche zu genießen. Man bekommt traditionelle Gerichte serviert.
Leszczyński-Palast In diesem beschaulichen Städtchen befindet sich eine Perle der Renaissance-Architektur, eines der am besten erhaltenen Schlösser dieser Epoche nicht nur in Polen, sondern auf dem ganzen Kontinent. Seine Form ist dem italienischen Architekten Santi Gucci zu verdanken. Aufgrund der Ähnlichkeit zu der Burg Wawel wird es kleines Wawel genannt. In der Vergangenheit wechselte es mehrmals die Besitzer. Am Anfang des 20 Jh. wurde es gründlich renoviert. Der Palast ist drei Etagen hoch und ist auf dem Grundriss eines Rechtecks erbaut worden. In den Ecken besitzt er vier runde Basteien. Im Innenhof befinden sich wunderschöne Kreuzgänge, die sich auf zwei Etagen erstrecken. Die Räumlichkeiten des Schlosses wurden von Giovanni Battista Falconi und Tylman van Gameren dekoriert. Man kann den Palast und den dazugehörigen Park besichtigen und im gleich neben gelegenen Hotel übernachten.
Wie jedes Schloss hat auch dieses seine Weiße Frau, mit der sich eine traurige Geschichte verbindet. Vor Jahrhunderten lebte hier eine wunderschöne Prinzessin. Um ihre Hand hielten zwei Brüder an. Da sie nicht gegeneinander kämpfen wollten, ließen sie die Prinzessin entscheiden, wen sie heiraten möchte. Sie konnte sich lange nicht entscheiden, und wollte es auch nicht - sie fand Gefallen in dem, den Brüden zuzuschauen, wie sie sich um ihre Hand bemühen. Die Zeit verging und die Geschwister fingen an zu streiten. In einem ihrer Kämpfe töteten sie sich gegenseitig. Für diese Tragödie hat man die unentschlossene Prinzessin verantwortlich gemacht und sie als Strafe in einer der Basteien lebenslang eingeschlossen. Als sie starb wurde sie zu Weißen Frau, ihre Aufgabe besteht darin, das Schloss und deren Gäste zu bewachen. Auf diese Art soll sie für ihre Taten büßen.
befindet. Umgeben ist das Schloss von einem malerischen englischen Garten. Die Geschichte der Residenz reicht ins 17. Jh. Jahrhundert zurück, in seiner Geschichte wurde das Schloss drei Mal umgebaut. Die Residenz wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. durch Stanislaw Lubomirski in den damals sehr beliebten Stil Palazzo in Fortezza umgebaut. Das heutige Aussehen verdankt es zum größten Teil Izabela Lubomirska. Sie wandelte die Festungsanlage in ein Palast-Park-Komplex um. Aus dieser Zeit stammen auch zahlreiche Kunststücke und Sammlungen. Im Schloss ist auch das Museum der kyrillischen Kunst untergebracht, in welchem sich die orthodoxe Kunst aus der Region befindet, u. a. die größte Sammlung ukrainischer Sakralkunst.
Bieszczady
Die Kirche in Haczów ist eine der ältesten gotischen Holzbauten in Polen und ganz Europa. Es ist auch die größte hölzerne Kirche im gotischen Stil in Blockbauweise in ganz Polen. Höchstwahrscheinlich hat man diese Stätte im 14. Jh. erbaut als Haczow nach Magdeburger Recht als Kolonistenstadt gegründet wurde. Das Gotteshaus zeichnet sich durch eine charakteristische architektonische Form und exzellente Konstruktionslösungen aus. Im Inneren der Kirche ist eine Polychromie aus dem 15. Jh. erhalten. Die Wände sind reich mit Malereien ausgeschmückt, die zum Teil auch aus späteren Epochen stammen. Seit 2003 steht die Kirche auf der Liste der UNESCO. Kurz davor wurde die Kirche renoviert. Es besteht die Möglichkeit sie das ganze Jahr nach vorheriger Telefonabsprache zu besichtigen.
Bieszczady sind vielleicht nicht so bekannt wie die Tatra, aber dafür umso beschaulicher. In diesem pittoresken Gebirge kann man stundenlang wandern und die einzigartige Natur in Ruhe und in ihrer vollen Pracht bewundern. Zwar gibt es in den letzten Jahren mehr Touristen als vorher, aber es ist immer noch relativ ruhig. Um diesen außergewöhnlichen Ort zu schützen entstand 1973 der Bieszczady Nationalpark. Viele der hier vorkommenden Pflanzen und Tiere sind Endemiten. Die Berge und der Park sind das Zuhause vieler geschützter Arten wie Luchse, Wölfe, Uhus und ausgewilderte Wisente. Wenn man in diesen Bergen seine Zeit verbringt, sollte man unbedingt die regionale Küche probieren und auf einer der vielen Poloninen Sonne tanken. Poloninen sind Bergweiden in den Waldkarpaten, die sich auf den genutzten baumlosen Gipfellagen befinden. Es besteht auch die Möglichkeit mit einer historischen Kleinbahn zu fahren und die Landschaft so zu bewundern.
Schlossresidenz in Łańcut Das Schloss in Łańcut zählt zu den schönsten Palästen Polens. Es ist berühmt für seine Anlagen und Sammlungen. Im Schloss befinden sich u. a. eine der größten Pferdekutschensammlungen weltweit und ein Orchideenhaus, in dem sich eine große Kollektion dieser Pflanzen
Filialkirche Maria Himmelfahrt Kirche in Haczów / Hanshau
Schloss in Krasiczyn Das Schloss liegt ca. 10 km von Przemysl entfernt und ist eines der schönsten Beispiele der Renaissance in Polen. Es wurde an der Wende zum 17. Jh. erbaut und ist in seiner Form im Laufe der Zeit praktisch unverändert geblieben. Im Vergleich zu anderen Schlössern in diesem Stil, zeichnet es sich durch vier Basteien aus: die Göttliche, Päpstliche, Königliche und die Adlige. Jede besitzt eine andere Form. In der Göttlichen Bastei befindet sich die Burgkapelle. Die Residenz wird durch eine Parkanlage umrundet. Das Schloss ist eine der
48 Tourismus prachtvollsten Renaissance Bauten in Polen. In dem Schloss soll der Geist von Zofia Sapieżanka rumspuken und Unheil über die jenigen bringen, die ihr unglücklicherweise begegnen. Damit ist eine traurige Geschichte verbunden; Zofia ist die Tochter des Schlossherren gewesen und sie sprang aus dem Uhrturm in den Tod, als man ihr mitteilte, dass sie einen viel älteren und ihr völlig unbekannten Mann heiraten sollte.
Sanok Sanok gehört zu den schönsten Städten im Karpatenvorland. Die ersten Informationen über die Königs- und Freistadt Sanok reichen bis ins 13. Jh. Die idyllische Stadt ist seit jeher in der Geschichte des Karpatenvorlandes verankert. Zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie war sie sogar der Landkreissitz in der Provinz Galizien. Heute zeugt die wunderschöne Architektur und die durch die Jahrhunderte erhaltenen Sehenswürdigkeiten von der reichen und manchmal turbulenten Zeit. Allemal lohnt sich ein Spaziergang durch den aus dem 17. Jh. stammenden Ring mit seinen renovierten Altbauten. Hier befindet sich u.a. eine neoromanische Franziskaner Kirche, deren Inneres mit einem dreijochigen Kirchenschiff und einem sehr wunderschön
gefertigten Gewölbe bezaubert.
Solina-Stausee
In Sanok gibt es nicht nur historische Häuser, aber auch Museen, zahlreiche Plätze und einen sehr großen und malerischen Park. Zu den am zahlreichsten von Touristen besuchten und bekanntesten Orten zählen das Museum der Volksbauweise und das Historische Museum, dass sich in einem aus dem 16 Jh. stammenden Schloss befindet. In seinen Sammlungen beherbergt es eine Kollektion orthodoxer Kunst - eine der größten dieser Art. Mit dieser Sammlung können nur Kunstsammlungen aus Griechenland, Russland und der Ukraine mithalten.
Der Solina- Stausee ist eine der größten Attraktionen im Karpatenvorland. Entstanden in den 60er Jahren nach dem Bau einer Gewichtsstaumauer, die die Gewässer des Sans staute die einst die örtlichen malerischen Täler mit ihren kleinen Dörfern und pittoresken Kirchen überflutete. Heute sind der See und das unterhalb des Sees gelegene Pumpspeicherkraftwerk ein bei den Touristen beliebter Ferienund Ausflugsort.
Man findet hier u.a. Enkolpien aus dem 13 Jh. und Ikonen aus dem 15. und 16 Jh. Im Museum befindet sich auch eine große Menge an archäologischen Funden, deren Zeitrahmen von der Steinzeit bis in die Neuzeit reicht - u. a. eine goldene keltische Münze mit den Darstellungen von Athene und Nike. Man darf aber den reich ausgestatteten Teil mit der gegenwärtigen Kunst nicht vergessen; dort befinden sich Werke von solchen Künstlern wie Pankiewicz, Bonańska, Jules Flandrin und Manuel Ortiz de Zarate.
Die Staumauer ist mit 81,8 Metern, die höchste im ganzen Land. 2005 wurde auf ihr die weltweit größte Wandmalerei gefertigt. Der See ist reich an Fischen und besitzt eine stark ausgeprägte Uferlinie, die zum Wandern anregt. Da auf diesem Gewässer eine Motorbootsperre herrscht ist es ein Paradies für Segler und Wassersportfans, die sich ungestört ihren Hobbys widmen können. In den umliegenden Ortschaften kann man sich nach einem anstrengenden Tag am Wasser ausruhen. Es besteht auch die Möglichkeit auf der Dammkrone spazieren zu gehen und den Damm von innen zu besichtigen. von Ramona Nocoń
Museum der Volksbauweise (Sanok), Foto: I, Silar [GFDL (http://www.gnu. org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/ by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/bysa/2.5)], via Wikimedia Commons
#Ratgeber 49
Persönliche Haftung von Geschäftsführern einer poln. GmbH (Spółka z o.o.) Zum Autor: Aleksander Giehsmann, in Polen als Rechtsanwalt zugelassen. Er führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wrocław und Kędzierzyn-Koźle, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Unternehmensführung rechtlich begleitet. www.adwokat-agk.pl
Viele ausländische Investoren betreiben ihr Gewerbe auf dem polnischen Markt in der Rechtsform einer Spółka z ograniczoną odpowiedzialnością – Äquivalent einer deutschen GmbH. Meistens entscheiden sie sich selbst die Geschäftsführung zu übernehmen, da dies u.a. mit einem hohen Ansehen verbunden ist. Die Geschäftsführung einer Spółka z o.o. ist aber nicht nur mit Ruhm verbunden, sie ist auch vielen Risiken ausgesetzt, und zwar von finanzieller und strafrechtlicher Natur.
Haftung gegenüber der Gesellschaft Die Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft nach Außen und führen ihre Geschäfte. Dabei haben sie sehr weitreichende Kompetenzen - ihnen stehen alle Befugnisse zu, die nicht an andere Organe verteilt wurden. Die Kompetenzen der Geschäftsführer unterliegen nur den Beschränkungen, die im Handelsgesellschaftengesetzbuch, im Gesellschaftsvertrag und in den Gesellschafterbeschlüssen bestimmt sind. Solch eine Vielfalt von Befugnissen kann jedoch zur Folge haben, dass die Geschäftsführer manchmal doch eine Handlung vornehmen, die gegen das Gesetz oder die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags verstoßt und der Gesellschaft einen Schaden verursachen. Für solch ein Verstoß haften die Geschäftsführer gesamtschuldnerisch gegenüber der Gesellschaft, d.h. dass die Gesellschaft frei wählen kann, ob sie eine (volle) Leistung von allen oder nur manchen Geschäftsführern verlangt. Voraussetzung für die beschriebene Haftung ist, dass die Geschäftsführer zumindest fahrlässig gehandelt haben, also nicht die im Rechtsverkehr erforderliche Sorgfalt beachtet haben. Das häufigste Beispiel einer solchen Handlung ist, wenn die Geschäftsführer Auszahlungen aus der Gesellschaftskasse an Gesellschafter vollziehen, obwohl keine Rechtgrundlage für eine solche Zahlung vorhanden ist. In solchen Fällen kann die Gesellschaft eine Klage gegen die Geschäftsführer einreichen. Wenn die Gesellschaft einen solchen Rechtsschritt nicht vornimmt, kann jeder der Gesellschafter eine Klage einreichen. Im zweiten Fall oder im Falle einer Insolvenz der Gesellschaft, können sich die zum Schadenersatz verpflichteten Geschäftsführer nicht einmal darauf berufen, dass die Gesellschafter einen Beschluss gefasst haben, in dem die Geschäftsführer entlastet wurden. Überdies ist zu beachten, dass jede Handlung eines Geschäftsführers, die ein Verstoß gegen die erteilten Befugnisse oder Nichterfüllung einer Plicht darstellt und zu Vermögensschäden führen kann, als eine Straftat betrachtet werden kann, die mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren zu bestrafen ist. Wenn ein Geschäftsführer mit seiner Handlung einen persönlichen Vermögensvorteil erzielt, kann ihm eine Freiheitsstrafe bis zu 8 Jahren auferlegt werden.
Haftung für Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft Im Grundsatz haftet für die Verbindlichkeiten einer Spółka z o.o. die Gesellschaft selbst und nicht die Gesellschafter oder Geschäftsführer. Dies ergibt sich daraus, dass eine Spółka z o.o. eine Kapitalgesellschaft ist, die als ein getrenntes Subjekt von seinen Mitgliedern zu betrachten ist. In manchen Fällen können aber die Geschäftsführer einer Gesellschaft doch für ihre Verbindlichkeiten haften. Dies ist der Fall, wenn sich eine Zwangsvollstreckung gegen die Gesellschaft als erfolglos erwiesen hat und die Gesellschaft nicht imstande ist, all ihren Zahlungspflichten nachzukommen. In diesem Fall tritt die sog. Insolvenzverschleppungshaftung ein, die im Art. 299 Handelsgesellschaften Gesetzbuch geregelt ist. Die Geschäftsführer haften in einem solchen Fall für alle offenen Verbindlichkeiten der Gesellschaft als Gesamtschuldner. Um die Forderung gegen die Geschäftsführer geltend zu machen, muss ein Gläubiger eine Klage gegen sie erheben. Ein Geschäftsführer kann sich von der Haftung nur befreien, wenn er nachweist, dass ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz- oder Restrukturierungsverfahrens fristgemäß gestellt wurde oder ihn bei der Unterlassung der Antragsstellung kein Verschulden trifft oder auch, dass der klagende Gläubiger trotz Unterlassung des Eröffnungsantrags keinen Schaden erlitten hat. Hier ist zu beachten, dass nach polnischem Recht, eine Spolka z o.o.
50 #Ratgeber dann insolvent ist, wenn sie entweder zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Die Gesellschaft ist zahlungsunfähig, wenn sie nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen der Gesellschaft die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und zwar seit mindesten 24 Monaten. Ab dem Zeitpunkt der Insolvenzreife ist jeder Geschäftsführer ungeachtet den Vertretungsregeln verpflichtet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz- oder Restrukturierungsverfahrens binnen 30 Tagen zu stellen. Die polnische Rechtsprechung hat die Vorschriften, die die oben genannte Haftung betreffen, zu Gunsten der Gesellschaftsgläubiger sehr liberalisiert. Es reicht aus, wenn der Gläubiger beweist, dass ihm eine Forderung zusteht und dass sich ein Vollstreckungsverfahren ins Vermögen der Gesellschaft zwecks Einziehung dieser Forderung als erfolglos erwiesen hat oder sogar nur erwiesen hätte. Um eine Klage gegen einen Geschäftsführer wegen Verbindlichkeiten der Gesellschaft einzureichen, muss der Gläubiger nicht einmal ein eigenes Vollstreckungsverfahren geführt haben. Daher ist es in der Praxis für die Geschäftsführer oft sehr schwer, sich von der persönlichen Haftung zu befreien. Anzumerken ist, dass sich ein Geschäftsführer von der beschriebenen Haftung nicht befreien kann, wenn er nur nachweist, dass faktisch die Gesellschaft durch einen Manager vor Ort geleitet wurde oder auch dass sich jeder Geschäftsführer nur mit einem beschränkten Tätigkeitsbereich, wie etwa Produktion oder Human Ressourcen, beschäftigt hat.
Insolvenzverschleppung nicht nur zivilrechtlich verfolgt Jede Gesellschaft ist ein Steuerzahler. Stellt sie Arbeitnehmer an, ist sie auch verpflichtet, Zahlungen an eine staatliche Krankenkasse vorzunehmen. Es kann dann auch passieren, dass gegenüber dem Steueramt oder der Krankenkasse Zahlungsrückstände entstehen. Im Falle einer erfolglosen Zwangsvollstreckung gegen die Gesellschaft haften die Geschäftsführer auch für die Steuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber der Krankenkasse. Die Haftungsgrundlagen und Haftungsbefreiungsregeln sind hier fast gleichartig wie bei zivilrechtlichen Verbindlichkeiten Es soll auch beachtet werden, dass im Falle einer erfolglosen Zwangsvollstreckung, meist von einer Insolvenzverschleppung auszugehen ist. In solchen Situationen können die Geschäftsführer nicht nur zivilrechtlich, sondern auch strafrechtlich haften. Eine Insolvenzverschleppung ist eine Straftat, die mit einer Geldstrafe, einer Freiheitsbeschränkung oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann.
Andere Haftungsrisiken Es bestehen auch weitere Haftungsrisiken im Bereich der Geschäftsführung einer polnischen GmbH. Die Gesellschaft ist beispielswiese verpflichtet, gemäß dem Rechnungslegungsgesetz jährlich Auskünfte über ihre Finanz- und Vermögenssituation zu geben. Dieser Pflicht wird nachgekommen, indem ein Jahresabschluss erstellt und beim zuständigen Handelsregistergericht und Steueramt eingereicht wird. Für die Erstellung des Jahresabschlusses, sowie für seine Einreichung bei den zuständigen Organen, sind die Geschäftsführer der Gesellschaft verantwortlich. Die Nichterfüllung dieser Plicht kann dazu führen, dass die Geschäftsführer bestraft werden. Die Nichterstellung eines Jahresabschlusses wird mit einer 2-jährigen Freiheitsstrafe bestraft, hingegen ist die Unterlassung der Einrechnung des Jahresabschlusses beim Handelsregistergericht mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsbeschränkung zu bestrafen. Bei der Unterlassung der Einreichung des Jahresabschlusses beim Steueramt ist mit einer Geldstrafe zu rechnen. Oben wurden nur die „häufigsten“ Haftungsrisiken genannt. Man soll jedoch beachten, dass die Funktion des Geschäftsführers einer polnischen GmbH nicht nur mit einem hohen Ansehen verbunden ist, aber auch Haftungsgefahr mit sich herbeiführt. Es lohnt sich also als Geschäftsführer über die Haftungsfälle in Kenntnis zu setzen, insbesondere wenn die Gesellschaft tatsächlich von einem Manager vor Ort geleitet wird und der deutsche Geschäftsführer nur Dokumente auf Anweisung dieses Managers unterschreibt.
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