Wirtschaftskammer „Schlesien” Viele Möglichkeiten für das Unternehmertum
Die Wirtschaftskammer „Schlesien” ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, die Initiativen unterstützt und an Tätigkeiten teilnimmt, die mit der Entwicklung des Unternehmertums in Schlesien verbunden sind. • Schulungen, Workshops, Konferenzen, Beratungen • Kooperationsbörsen • Messen und Ausstellungen • • Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Tschechischen Republik
Kontakt Wirtschaftskammer „Schlesien” 45-310 Opole / Oppeln • ul. Ozimska 184 • Tel./Fax: +48 77 4538484 • E-Mail: info@igsilesia.pl • www.igsilesia.pl
Im Heft 3
Wirtschaft
#Ratgeber
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25 | Forderungsanmeldung im
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| Das ist die sicherste Stadt Polens
Seit 2013 ging die Verbrecherqoute in den größten polnischen Städten um 27% zurück
Insolvenzverfahren
| Flughafen Modlin will investieren
Der vor fünf Jahren gestartete Flughafen Warszawa-Modlin plant umfassende Investitionen und reagiert damit auf die wachsende Zahl von Passagieren
| Boomende Weinproduktion
Die Agentur für den Agrarmarkt (ARR) informierte, dass sich 197 Weinproduzente, dessen Anbau sich auf polnischem Territorium befindet, in die Evidenz eingeschrieben haben
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| Wodkaverkauf um 20% gestiegen
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| Billigfluggesellschaften ziehen Millionen
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| Polen weiter mit positiver Handelsbilanz,
von ausländischen Touristen nach Polen aber… 10 | Das sind die polnischen Exportschlager 12 | Fachkräftemangel. Handbremse für die
Kultur & Lifestyle 27 | Wenn Bacchus das Zepter schwingt Der Weinanbau in Polen ist im Kommen. Zwar bleibt die jähr-
liche Produktion überschaubar, internationale Kenner sind aber überrascht von der guten Qualität vieler polnischer Weine
30 | Zeit der großen Festivals in Polen Mit dem „Warschauer Herbst“ feiert eines der wichtigsten
Festivals für zeitgenössische Musik in Europa in diesem Jahr sein 60. Jubiläum
32 | Polen sind Adblockexperten Polen bleibt Spitzenreiter in der Verbreitung von Plug-Ins, die Internetwerbungen blockieren
33 | #WirKochen: Łazanki - Nudelflecke mit Sauerkraut
Wirtschaft 13 | Kindergeld regt nicht zur Erwerbslosigkeit an 14 | Obst- und Gemüseproduktion: Polen ist europäischer Spitzenreiter 16 | Eurostat: Arbeitslosigkeit in Polen deutlich
Tourismus 34 | Vom Teufel geschaffen, vom Papst besucht Zwei kleine Seen in der Nähe des Bergs Chryszczata in den
polnischen Beskiden, die mit vielen alten Legenden verbunden sind. Obwohl sie wahrscheinlich wenig der Wahrheit entsprechen, lohnt sich ein Besuch dorthin auf jeden Fall
niedriger als in der Eurozone 17 | Arbeitslosigkeit geht weiter zurück 17 | Spargewohnheiten der Polen 19 | Polen grillen für das wenigste Geld in der EU
36 | Attraktives Regioticket für polnische
20 | Immer mehr Investitionen
21 | Polen ist erste Wahl für Industrieinvestitionen 21 | Moody’s: Justizreform könnte Einfluss auf die Investitionen nehmen 22 | Polens Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen
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Acht Regionalbahnen und ein Busanbieter offerieren seit kurzem ein neues attraktives Mobilitätsticket
36 | Der größte Aquapark Europas wird in Polen
gebaut In der Stadt Mszczonow, ca. 60 km von Warschau entfernt, soll der größte bedeckte Aquapark auf dem Alten Kontinent entstehen
37 | Neue Pläne für Wolfsschanze 38 | Warschau ist unter Touristen immer
Impressum PolenJournal.de Chefredakteur: Piotr Piela Grafik & Design: Emanuela Janda Textkorrektur: Kathrin Gorzela Autoren: Paulina Kuc, Ramona Nocoń, Piotr Piela, Anna Rosenthal, Rafał Stelmaszewski
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Das ist die sicherste Stadt Polens Seit 2013 ging die Verbrecherqoute in den größten polnischen Städten um 27% zurück. Laut einer Zusammenstellung von Home Broker können sich die Einwohner von Rzeszów, Bialystok und Radom am sichersten fühlen. Ganz anders ergeht es anscheinend den Menschen in Breslau und Kattowitz.
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anze 49,9 Tsd. Verbrechen wurden in Warschau im letzten Jahr begangen, das ist die größte Quote im ganzen Land. Wenn man die Zahl der Verbrechen pro 1000 Einwohner ausrechnet, sehen die Ergebnisse jedoch völlig anders aus. Von den 17 Städten, die mit Hilfe von Polizeistatistiken verglichen wurden, ist Rzeszów am sichersten. 2016 hat man dort 3183 Verbrechen begangen, das ergibt ein Resultat von weniger als 17 Verbrechen pro 1000 Einwohner, in Bialystok waren es 17,3 und in Radom 19,2. Die Liste wird von Kattowitz (37,7) und Breslau (38,7) abgeschlossen. Gleichzeitig wird jedoch darauf hingewiesen, dass in allen untersuchten Städten die Zahl der Ver-
brechen nach unten gegangen ist seit 2013 durchschnittlich um 27%. Den größten Fortschritt beim Thema Kriminalitätsbekämpfung feierte Landsberg an der Warthe, wo die Zahl der Verbrechen seit 2013 um gleich 55% gesunken ist. Die Stadt sticht im Ranking hervor, denn im Jahr 2013 belegte sie den vorletzten Platz und heute ist sie in der Top-10. Einen erheblichen Rückfall der Verbrechen beobachtete man auch in Posen (-42%), Kattowitz (-39%), Danzig (-35%) und Lublin (-35%). Am wenigsten hat sich die Lage in Allenstein verbessert (-35%), was den Fall von Platz vier auf acht bedeutete. Die Zahl der Diebstähle mit Einbrüchen ist in den Städten sehr verschieden, am seltensten geschehen sie in Kielce (1,3 Diebstähle pro 1000 Einwohner) und am öftesten
in Breslau (6 Verbrechen pro 1000 Einwohner). Das Risiko, Opfer von Autodiebstahl zu werden, besteht meistens in Warschau (1,24), Posen (1,2) und Kattowitz (1,14). Die Fahrzeuge sind hingegen am sichersten in Bialystok (0,11) und Rzeszów (0,12). Man hat auch die Aufklärungsquote der begangenen Verbrechen in den jeweiligen Städten berechnet. Das schlechteste Ergebnis erzielte Warschau, wo nur 44,6% der Verbrecher gefasst wurden, die Schwelle von 50% erreichten auch die Städte Breslau, Lodz, Danzig und Posen nicht. Die ersten Plätze belegten hingegen Radom, Landsberg an der Warthe und Stettin, alle mit der Aufklärungsquote von 65-66%. Das Beste, 70%-tige Ergebnis erlangte jedoch Kielce. von Rafał Stelmaszewski
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Flughafen Modlin will investieren Der vor fünf Jahren gestartete Flughafen Warszawa-Modlin plant umfassende Investitionen und reagiert damit auf die wachsende Zahl von Passagieren.
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as nördlich von Warschau gelegene Terminal für Billigflieger zählte 2016 rund 2,6 Millionen Passagiere und rechnet für die kommenden Jahre mit einem Plus von mehr als 25 Prozent. Zunächst soll ab 2018 in anderthalbjähriger Bauzeit das Passagierterminal erweitert werden und ein Hotel in unmittelbarer Nähe des Flughafens entstehen. Weitere Investitionen in die Flughafeninfrastruktur sollen in den folgenden zwei Jahren vorgenommen werden. Ryanair bietet von Modlin mehr als 50 Verbindungen zu Zielen in Europa an, unter anderem nach Köln-Bonn. polen.travel
Boomende Weinproduktion Es werden immer mehr - die Agentur für den Agrarmarkt (ARR) informierte, dass sich 197 Weinproduzente, dessen Anbau sich auf polnischem Territorium befindet, in die Evidenz eingeschrieben haben.
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RR führt ein Register der Produzenten und Unternehmer, die Wein aus Trauben herstellen, in Polen angebaut und auf den Markt gebracht haben. Ein entsprechender Antrag, um in das Verzeichnis eingetragen zu werden, sollte bis zum 15. Juli gestellt werden. Bis zum 31. August mussten die Winzer hingegen eine Erklärung abgeben bezüglich der heuer geschätzten produzierten Weinmenge. Zuletzt sind die Produktion und der Verkauf polnischer Weine um einige Dutzend Prozent jährlich gestiegen. 2009/2010 produzierte man 412 Hektoliter des Trunks und im vergangenen Jahr waren es bereits 6993 Hektoliter, davon war mehr als die Hälfte Weißwein. Wegen des relativ hoch angesetzten Preises (ca. 50 Zloty), sind die polnischen Weine nicht für jedermann und nicht überall zu finden - meistens nur im Internet oder in speziellen Weinläden. In den letzten Jahren wurde die Weinproduktion ehe im Süden Polens (die Woiwodschaften Lebus,
Niederschlesien, Kleinpolen und Karpatenvorland) angesiedelt. Doch zurzeit werden die Trauben fast im ganzen Land angebaut, Weinberge
gibt es bereits auch in Kujawien – Pommern, Łodz und Masowien. von Paulina Kuc
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Wodkaverkauf um 20% gestiegen Innerhalb eines Jahres stieg der Verkauf des aromatisierten Wodkas Krupnik um 20%. Den Produzenten - Marie Brizard Wine & Spirits (MBWS), den Besitzer der Wodkafabrik „Polmos Łańcut“ - dürfte dies nur freuen, denn die Einnahmen sind um fast 2,5 Millionen Euro höher ausgefallen.
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er Absatz des Produkts von MBWS stieg weltweit um 6,3% im zweiten Quartal dieses Jahres und erreichte 125,9 Millionen Euro. Jede siebte MBWS-Alkoholflasche landete in polnischen Läden, wo der Gesamtverkauf von 16,6 auf 17,2 Millionen Euro gestiegen ist. MBWS produziert unter anderem den William Beel Whisky, Fruits and Wine Fruchtwein, Marie Brizard Likör und Gautier Cognac. Doch der absolute Verkaufshit ist der Wodka. Diesmal ist nicht Sobieski, sondern Krupnik der große Gewinner, dessen Absatz um 20% nach oben schoss. Der aromatisierte Wodka wird dementsprechend immer beliebter und das geht auf Kosten des klaren Trunks, dessen Verkauf im letzten Jahr um 5,1 % gesunken ist. MBWS steigerte sich auch bei dem Verkauf von William Beel-Whisky, der seit drei Jahren auf dem polnischen Markt zu finden ist. Die Nachfrage nach dem Trunk wuchs in den letzten Jahren im Tempo von 52%. Gute Ergebnisse erreicht auch der Marie Brizard Likör und Gautier Cognac. „Unser Verkauf wächst in Polen, aber auch geringfügig in den USA und sehr stark in Asien“ informierte Jean-Noël Reynaud, Vorsitzender von MBWS. Er betonte dabei, dass es in der letzten Region so gut aussieht, weil sich ihre Tätigkeit erst dort entwickelt. Asien bringt weniger als 1% des Umsatzes der Firma. Polen allein macht für MBWS einen größeren Umsatz als Asien und die USA zusammen und macht zwei Drittel der Einnahmen aus Mittel- und Osteuropa aus. Mehr Geld bringen nur die Franzosen. Marie Brizard Wine & Spirits ist Besitzer der Wodkafabrik „Polmos Łańcut“. Im April haben sie bekannt gegeben, dass sie eine Destille in Łańcut bauen werden. Die Kosten sollen nach eigenen Angaben geschätzte 20 Millionen Euro erreichen. Der neue Betrieb soll rund 32 Liter klaren Alkohols aller Getreidesorten jährlich produzieren. von Paulina Kuc
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Billigfluggesellschaften ziehen Millionen von ausländischen Touristen nach Polen Fluggesellschaften bauen ihre Verbindungen in Polen immer mehr aus. Das lohnt sich nicht nur für die polnischen Bürger, sondern auch für die Ausländer, die die Chance bekommen, Polen kennenzulernen. Die Daten des Ministeriums für Sport und Tourismus zeigen, dass Touristen diese Gelegenheit gern nutzen.
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ie rasche Entwicklung billiger Fluggesellschaften in Polen begann 2004 und wird von Jahr zu Jahr immer stärker. Viele haben vermutet, dass das Interesse nach der Fußballeuropameisterschaft 2012 sinken wird. So ist es Polen jedoch nicht ergangen. Eine große Rolle spielten hier die kostengünstigen Fluggesellschaften, die die meisten Passagiere bedienen. 133 regelmäßige Routen gibt es auf dem Chopin-Flughafen, davon werden 44 von billigen Fluggesellschaften bedient. Auf dem Johannes Paul II. Flughafen in Krakau – Balice sind es 45 Routen von 71. In Danzig sind es 45 von 59, in Kattowitz 37 von 40, in Breslau 38 von 43 und in Warschau-Modlin fliegt nur eine Fluggesellschaft- Ryanair, die 40 Routen bedient. Bis Ende 2017 sollen landesweit noch 20 dazu kommen. Das heißt, dass Polen nicht nur mehr reisen können, sondern auch, dass mehr internationale Gäste das Land besuchen werden.
Die Daten vom Ministerium für Sport und Tourismus zeigen, dass mehr Verbindungen mehr Touristen nach Polen bringen. 2015 waren es 16,7 und 2016 schon 17,5 Millionen Menschen. 2017 könnte diese Zahl noch höher ausfallen. Eine so große Zahl versichert Polen einen Platz unter den Top-20 der meistbesuchten Länder der Welt. „Die Analyse der Zufriedenheit der inländischen und ausländischen Touristen 2016“ die im Auftrag des Polnischen Fremdenverkehrsamtes durchgeführt wurde, zeigt, dass 86% der Gäste aus dem Ausland den Aufenthalt in Polen genossen haben und die meisten von ihnen wiederkommen wollen. Darauf haben nicht nur die billigen Flugtickets Einfluss, sondern auch die Neugier der Menschen z. B. aus Großbritannien oder Schweden, die mit polnischen Arbeitern in ihrem Land zu tun haben. Außerdem wird Polen als ein sicheres und billiges Land betrachtet. Ein Tourist gibt in Polen
durchschnittlich 1,8 Tausend Zloty aus. Daraus folgt, dass sie Tourismusbranche im letzten Jahr 31,5 Milliarden Zloty verdient hat. Es hat sich erwiesen, dass die Mehrheit des Geldes für Schmuck, Kleidung und Elektronik ausgegeben wurde, statt für Sehenswürdigkeiten. Dazu belegen polnische Städte hohe Plätze auf verschiedenen Rankings von Reiseportalen, man kann auch sehr viele Artikel finden, in denen man Krakau, Warschau oder Danzig lobt. Lonely Planet, der weltgrößte Herausgeber von Reiseführern, hat Polen auf die Liste der „Top 10 Länder für 2016“ gesetzt. Auf diese Weise wurde Polen so attraktiv wie etwa Australien, Japan, Uruguay oder die Fidschi-Inseln. Das Ranking schuf ein internationaler Kreis von Experten und Journalisten, die sich mit dem Tourismus beschäftigen. von Paulina Kuc
Wirtschaft 9
Polen weiter mit positiver Handelsbilanz, aber… Das erste Halbjahr beendete Polen zwar mit einem Überschuss, jedoch fiel er deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Dies geht aus den Daten, die das Statistische Hauptamt GUS vorgelegt hat, hervor.
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aut GUS erreichte der polnische Export in jeweiligen Preisen 42 333,5 Mrd. Zloty. Die Einfuhren bezifferten die Statistiker auf 422 117,7 Mrd. Zloty. Damit erreichte das Plussaldo 4 215,8 Mrd. Zloty. Das bedeutet einen deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wo der Überschuss 12 831,6 Mrd. Zloty betrug. Grund für diese Entwicklung sind die Einfuhren (+9,8%), die stärker als die Ausfuhren (+7,3%) in den ersten sechs Monaten des Jahres gestiegen sind.
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Laut GUS erreichte der Export ausgedrückt in der europäischen Währung 99 Mrd. 133,3 Mio. und der Import wiederum 98 Mrd. 161 Mio. Euro. Der Plussaldo entsprach somit 972,3 Mio. Euro bei 2 Mrd. 951,6 Mio. Euro im selben Zeitraum 2016. Ein Minussaldo vermeldete Polen beim Handel mit den Entwicklungsländern. Ganz anders war es bei den Industrieländern, wo man das erste Halbjahr deutlich über dem Strich beendete.
Ununterbrochen bleibt Deutschland der wichtigste Handelspartner Polens. Zwar ist der deutsche Anteil am Gesamtexport (-0,1%) sowie Gesamtimport (-0,7%) gesunken, doch mit einer Beteiligung von 27,2% an den Einfuhren und 22,8% an den Ausfuhren distanziert man andere Länder, wie etwa Tschechien, Großbritannien, Italien, die USA oder Frankreich. Den Plussaldo im Handel mit Deutschland bezifferte GUS auf 4 Mrd. 598,5 Mio. Euro. von Rafał Stelmaszewski
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Das sind die polnischen Exportschlager Jede Woiwodschaft spezialisiert sich auf einen anderen Exportbereich. Von Obst und Gemüse bis zu Strumpfwaren - das sind die polnischen Exporthits.
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as und wo wird aus der jeweiligen Woiwodschaft exportiert untersuchte die Wirtschaftsauskunft Bisnode. Der Bericht basiert auf einer Umfrage, die 25 Tsd. Unternehmen umfasste, die zumindest einmal ins jeweilige Land im ersten Halbjahr exportiert haben. Dabei handelt es sich um über 120 Tsd. Handelstransaktionen - lesen wir auf der Homepage von Bisnode Polska. Polnische Unternehmen exportieren ihre Produkte vor allem nach Deutschland. 6,1% der Firmen in Polen hat mindestens einmal etwas im ersten Vierteljahr 2017 in die Bundesrepublik verkauft. Auf zweiter Stelle rangiert Tschechien (5%) und Platz drei ging an die Ukraine (2,5%).
Bisnode berichtet, dass bei den untersuchten Daten die Exportrichtung geographisch bedingt sei. Das betrifft vor allem die grenznahen Regionen. Beispielsweise ist Deutschland dominierende Exportrichtung in insgesamt neun Woiwodschaften, darunter Niederschlesien, Oppeln, Lebus, Pommern, Schlesien, Ermland-Masuren, Kleinpolen, Westpommern, KujawienPommern und Heiligkreuz. Die Ukraine ist die am meisten gewählte Exportrichtung in sechs Woiwodschaften, hauptsächlich im südöstlichen Teil des Landes. Unternehmer aus dem Karpatenvorland blicken wiederum eher auf Weißrussland, wie Bisnode feststellte.
einzelnen Woiwodschaften geht, steht Niederschlesien aber auch Kujawien-Pommern und Schlesien für die Produktion von Verpackungen, sowie Materialien und Gegenständen aus Kunststoff. Großpolen und Ermland-Masuren spezialisieren sich in der Möbelherstellung. 6,6% der Möbel, die Polen verlassen haben, stammen aus Großpolen und sogar 10% aus Ermland-Masuren. Im Süden des Landes, vor allem in Pommern, dominiert der Internetverkauf und in der Woiwodschaft Lodz die Textilherstellung. Lublin steht für Obst und Gemüse und Podlachien für die Produktion von Maschinen für die Landwirtschaft.
Wenn es um die Exporthits der
von Piotr Piela
Export aus den jeweiligen woiwodschaften Woiwodschaft
exportschlager
Niederschlesien, Kujawien-Pommern , Schlesien
Herstellung von Kunstoffprodukten und Verpackungen
Karpatenvorland
Verkauf von Konststoffprodukten
Lebus, Westpommern
Herstellung von Metallkonstruktionen
Oppeln
Verkauf von Metallkonstruktionen
Ermland-Masuren, Großpolen
Möbelherstellung
Pommern
E-Handel
Lodz
Textilherstellung
Masowien
Obst- und Gemüsegroßhandel
Heiligkreuz
Produktion von Keramikkaffeln
Kleinpolen
Anlagen- und Maschinengroßhandel
Podlachien
Maschinenproduktion für Landwirtschaft
Quelle: Bisnode
Wirtschaft 11
12 Wirtschaft
Fachkräftemangel. Handbremse für die Wirtschaft Der polnischen Wirtschaft steht eine neue Herausforderung bevor. Mehr als 50% der Arbeitgeber deklarieren, dass sie sich mit Einstellungsproblemen messen müssen, was wiederum Einfluss auf die Entwicklung ihrer Unternehmen nimmt. Ein Drittel der Unternehmen kann aus diesem Grund keine neuen Verträge schließen. Mehr als 12% ist der Meinung, dass Personalengpässe dafür verantwortlich sind, dass ihre Unternehmen auf Investitionen verzichten oder sie einschränken - das geht aus dem neuesten Arbeitsmarktbarometer von Work Service hervor.
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ie neuesten Daten aus dem Statistischen Hauptamt für das zweite Vierteljahr 2017 zeigen, dass die polnische Wirtschaft um 3,9% im Jahresvergleich wächst. Die Industrieproduktion ist sogar um 6,2% gewachsen. Von der guten Konjunktur ist auch die Baubranche gezeichnet. Seit Jahresanfang hat man begonnen knapp 125 Tsd. Wohnungen zu bauen also um 23% mehr als im selben Zeitraum 2016. Damit man jedoch den Verpflichtungen, die mit neuen Aufträgen verbunden sind, nachkommen kann, braucht man auch immer mehr Personal. Seit 2013 verringert sich ständig die Zahl der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Fachkräfte. Dies ist zum einen auf die niedrigere Arbeitslosenrate zurückzuführen und zum anderen, auf die schrumpfende Zahl der Arbeitnehmer im Produktionsalter, sowie auf die Auswanderung. Das Arbeitnehmerdefizit macht den Unternehmen zu schaffen, denn 50,8% deklarierte bereits, dass sie zuletzt Probleme mit der Anwerbung qualifizierter Mitarbeiter hatte. Dies ist um 15% mehr als im Vorjahr und somit das höchste Ergebnis, das je im Arbeitsmarktbarometer eingetreten ist - berichtet Work Service. Diese nicht gerade einfache Lage wirkt sich negativ auf das Funktionieren der Unternehmen aus. Unter Arbeitgebern, die mit diesem Problem konfrontiert wurden, deklarieren 68,1%, dass dies direkten Einfluss auf ihre Geschäfte hat. “Der Fachkräftemangel beeinträchtigt die unternehmerische Tätigkeit und wir können davon ausgehen, dass dieses Problem noch stärker in der gesamten Wirtschaft präsent wird. Unsere Daten verdeutlichen, dass bereits jetzt 32,6% der Unternehmen aufgrund von Personalmangel dazu gezwungen ist, auf
Wirtschaft 13 neue Aufträge zu verzichten. Aus demselben Grund entscheidet sich 12,8% auf Investitionen zu verzichten oder sie einzuschränken, was im Wesentlichen die Entwicklungsperspektive ausbremst. Auch deswegen ist der Zugang zum Humankapital die Hauptherausforderung für die polnische Wirtschaft, denn unter diesen Bedingungen hat er den Vorsprung, der über entsprechendes Personal verfügt” - kommentiert Maciej Witucki, der Vorstandsvorsitzende von Work
Service. 62% der Großunternehmen hatte in letzter Zeit Probleme mit Personalbeschaffung. Darunter leidet vor allem der Dienstleistungs- und Produktionssektor, also die großen Wirtschaftszweige, die über die Stärke der Wirtschaft entscheiden. In den Woiwodschaften Oppeln und Niederschlesien beklagen sich sogar über 70% der Firmen über Personalengpässe. Bei der derzeitigen Wirtschaftslage sehen wir, dass die Arbeitnehmernachfrage das Angebot übersteigt. Unsere Daten zeigen, mit welcher Bedrohung sich die polnische Wirtschaft langfristig messen muss. Ohne ein höheres Arbeitnehmerangebot könnten viele Unternehmen scheitern. Bereits jetzt beobachten wir erste Abhilfemechanismen u.a. in Form von Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland oder Nutzung von Zeitarbeitsfirmen - so Maciej Witucki.
Personalengpässe = höhere Löhne?
unternehmen. Hier bedeutet eine Person weniger einem spürbaren Verlust. Auch deswegen ist der Anteil der Arbeitgeber, die keine neue Aufträge beanspruchen unter Kleinunternehmer mit 35,3% der höchste. 25% der Unternehmen, die Probleme mit der Personalbeschaffung haben, können deswegen keine neuen Märkte erobern und für 27,8% der Firmen in Polen, bedeuten Personalengpässe höhere Personalkosten. Nutznießer dieser Probleme der Zeitarbeitsunternehmen sind Arbeitnehmer. Der immer stärker werdende Wettkampf spiegelt sich in höheren Löhnen wieder. Das bedeutet wiederum höhere Arbeitskosten. In den letzten Monaten beobachteten wir einen Anstieg der Löhne im Unternehmenssektor um 5% im Jahresvergleich, doch diese Dynamik kann noch mal in den kommenden Monaten beschleunigen, u.a. durch die Ankündigungen zum wachsenden Mindestlohn - erklärt Andrzej Kubisiak von Work Service. von Piotr Piela
Der Fachkräftemangel ist ein enormes Problem vor allem für Klein-
Kindergeld regt nicht zur Erwerbslosigkeit an Aus der neuesten Auswertung von GUS bezüglich der Erwerbslosigkeit geht hervor, dass innerhalb des letzten Jahres genauso viele Frauen wie Männer wieder eine Arbeit aufgenommen haben. Dementsprechend sind die befürchteten negativen Auswirkungen der Sozialleistung nicht eingetreten.
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ie Einführung des Kindergeldes wurde stark kritisiert. Viele Experten warnten davor, dass die neue Sozialleistung in dieser Höhe einen negativen Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben könnte - steigende Erwerbslosigkeit und Leben von der Sozialhilfe. Mit diesem beiden Begriffen wurde ein dramatisches Bild gemalt. Doch vieles deutet darauf hin, dass das schwarze Szenario nicht eingetreten ist. Der Grund? Der wirtschaftliche Aufschwung und die steigenden Löhne zusammen mit dem Anstieg der gut bezahlten Freistellen sind hauptverantwortlich dafür, dass sich die Zahl der Erwerbslosen an der Weichsel immer schneller verringert. Inner-
halb eines Jahres (ab Juli 2016 bis Juni 2017) stiegen 208 Tsd. Polen zurück ins berufliche Leben. Darunter 104 Tsd. Männer und 104 Tsd. Frauen. Daraus folgt, dass Frauen die Sozialleistung nicht auf Kosten ihrer Arbeitsplätze in Anspruch nehmen. Insgesamt waren Ende Juni 13,3 Mio. Polen erwerbslos. In diese Kategorie fallen Jugendliche zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr (über eine Million), Schüler, Stundenten (zusammen 2,4 Mio.) sowie Rentner (6,8 Mio.) und Arbeitslose. Im Produktionsalter sind insgesamt 5,3 Mio. Polen erwerbslos - berichtet GUS. von Rafał Stelmaszewski
14 Wirtschaft
Obst- und Gemüseproduktion: Polen ist europäischer Spitzenreiter Jeder vierte Apfel in Europa kommt aus Polen. Auch bei der Produktion von schwarzen Johannisbeeren gibt es keinen besseren. Bei Erdbeeren und Kirschen belegt man den zweiten Platz. Auch bei der Gemüseproduktion schneidet Polen im europäischen Vergleich gut ab.
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olnische Produkte sind in fast jedem Laden in Europa zu finden - das geht aus einer Auswertung zum Thema Obst- und Gemüseproduktion hervor, die von Eurostat präsentiert wurde. Obwohl 2017 die Ernte wegen der zahlreichen Fröste nicht gerade hoch ausfällt, ist Polen eine absolute Frucht- und Gemüsemacht. Die Baumobsternte soll heuer um 40% und die Fruchtstrauch- und Beerenplantageernte soll durchschnittlich 15% niedriger sein als im Jahr 2016. Am besten sieht es bei den Äpfeln aus. Den europäischen Spitzenreitertitel hat Polen der Türkei bereits 2014 weggenommen. An der Weichsel reifen 23 % der Äpfel aus ganz Europa und diese Zahl wächst ständig. Die Apfelernte ist 2016 um 14 %, auf 3,6 Millionen Tonnen, gestiegen. Den zweiten Platz belegt die Türkei mit 2,9 Millionen Tonnen Äpfel. Nach den Schätzungen des Statistischen Hauptamts (GUS) wird wegen häufiger Hagelschläge und Frost im April und Mai, die Zahl dieser Frucht heuer niedriger, ungefähr 2,3-2,6 Millionen Tonnen ausfallen.
Wirtschaft 15
Aber nicht nur Äpfel sind Polens Vorzeigefrüchte. Das Land ist auch der größte Produzent von Kirschen in der Europäischen Union. Außerhalb der EU, also auf dem ganzen Kontinent, gibt es nur ein Land, das höhere Werte aufweisen kann - die Türkei. Sie zu überholen, wird nicht leicht, denn dort produziert man dreimal so viel Kirschen als in Polen. Heuer wird es wahrscheinlich auch nicht gelingen, denn der Frost hat hauptsächlich die Kirschbäume getroffen. Dazu hat das regnerische Wetter das Bespritzen erschwert und war schuld am Platzen der Früchte. Die geschätzten Verluste werden bis zu 60% im Vergleich mit der letzten Saison betragen. „Die Kirschgartenernte beträgt zur Zeit etwas mehr als 70 Tausend Tonnen, in Süßkirschengärten ist sie kleiner, es sind nur 20 Tausend Tonnen“ informiert GUS. Die Produktion erreichte im letzten Jahr rund 249 Tausend Tonnen. Polen ist auch Spitzenreiter bei schwarzen Johannisbeeren. Die Ernte 2016 betrug 131 Tausend Tonnen, wobei die zweitplatzierten Deutschen nur 7 Tausend Tonnen der Frucht geerntet haben. Wegen des diesjährigen Frosts schätzt
GUS, dass die Johannisbeerenernte nur 100 Tausend Tonnen erreichen wird. Auch bei solchen Einbußen ist der erste Platz für Polen gesichert. Bei der Erdbeerenproduktion zählt Polen ebenfalls zur europäischen Spitzengruppe und belegt dort den zweiten Platz hinter Spanien. Wenn man nicht nur die EU, sondern den ganzen Kontinent betrachtet, ist jedoch wieder die Türkei ein klarer Sieger. Das schlechte Wetter verursachte, dass die Erdbeerernte heuer um einen Zehntel niedriger ausfallen wird, was schon an den Preisen an den Straßenmärkten zu sehen ist. GUS schätzt, dass die Zahl von 208 Tausend Tonnen im Jahr 2016 auf 177 Tausend Tonnen im Jahr 2017 fallen wird. Auch bei der Produktion von Gemüse ist Polen ein sehr wichtiger Spieler. Rüben und Möhren haben in Europa meistens eine polnische Herkunft. Die Zahl des zweiten Gemüses erlebte in Polen im Jahr 2016 einen Wachstum in Höhe von 21%. Heuer soll die Ernte 810 Tausend Tonnen erreichen. Polnische Gurken sind auch sehr stark in Europa vertreten, doch der
erste Platz ist noch nicht in Reichweite. Trotzdem versucht man die Lücke schnell zu füllen, 2016 kamen bereits 11% der Gurken in Europa aus Polen. In der EU ist nur Spanien besser, in ganz Europa, die Türkei, die viermal so viele Gurken produziert wie Polen. Knapp hinter der europäischen Top5, belegt Polen den 6. Platz bei der Tomatenproduktion. Sie entwickelt sich sehr schnell an der Weichsel, doch die Spitzengruppe ruht sich keinesfalls auf Lorbeeren aus. Laut Eurostat hat Polen im letzten Jahr 867 Tausend Tonnen Freiland- und Gewächshaustomaten geerntet. In den letzten fünf Jahren ist die Produktion jährlich um 4% gestiegen. Polen wird aber immer noch von der Türkei (12,6 Millionen Tonnen), Italien (6,6 Millionen Tonnen), Spanien (5,2 Millionen Tonnen), Portugal, Griechenland und sogar den Niederlanden auf Distanz gehalten, aber seit drei Jahren schneidet man besser als Frankreich (823 Tausend Tonnen) ab. von Paulina Kuc
16 Wirtschaft
Eurostat: Arbeitslosigkeit in Polen deutlich niedriger als in der Eurozone Die Saisonbereinigte Arbeitslosenrate erreichte im Juni 4,8% in Polen und blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert. In der Eurozone ist die Arbeitslosigkeit auf 9,1% gesunken - berichtet das Statistikamt.
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ach Arbeit suchten im Juni laut Eurostat 821 Tsd. Personen bei 828 Tsd. im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Arbeitslosenrate nach der Bemessung von Eurostat um 1,5% zurück. Im Euroraum (ER19) lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Juni 2017 bei 9,1%. Damit verzeichnete sie einen Rückgang gegenüber 9,2% im Mai 2017, sowie gegenüber 10,1% im Juni 2016. Dies ist die niedrigste Quote, die seit Februar 2009 im Euroraum verzeichnet wurde. In der EU28 lag die Arbeitslosenquote im Juni 2017 bei 7,7%. Damit war sie unverändert gegenüber Mai 2017 und verzeichnete einen Rückgang gegenüber 8,6% im Juni 2016. Dies ist nach wie vor die niedrigste Quote, die seit Dezember 2008 in der EU28 verzeichnet wurde. Die Arbeitslosenquote definiert Eurostat als den prozentualen Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. Dabei werden die Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zugrunde gelegt. Die Erwerbspersonen umfassen die Erwerbstätigen und die Arbeitslosen. Als Arbeitslose werden Personen zwischen 15 und 74 Jahren (einschließlich) definiert, die ohne Arbeit sind, innerhalb der nächsten zwei Wochen eine Arbeit aufnehmen können und während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben. Die Daten sind saisonbereinigt. von Rafał Stelmaszewski
Wirtschaft 17
Arbeitslosigkeit geht weiter zurück Die Arbeitslosenrate hält sich weiterhin bei 7,1% - informierte das Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales.
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m Vergleich zum Vormonat bleibt die Arbeitslosigkeit gemessen nach der nationalen Definition unverändert. Im Vergleich zu Juli 2016 ist sie um 1,4% zurückgegangen - lesen wir in der offiziellen Mitteilung des Ministeriums. Die Zahl der Arbeitssuchenden erreichte Ende Juli 1,14 Mio. und war um 10.2 Tsd. niedriger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist in 15 Woiwodschaften gesunken, am stärksten in Westpommern (-2,7% / 1,5 Tsd.), Lebus (-1,5% / 0,4 Tsd.) und in Pommern (-1,4% / 0,8 Tsd.). Nur in Podlachien verzeichnete man einen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen (+0,1% / 46 Personen). Ende Juli war die Zahl der Arbeitslosen um 220,1 Tsd. niedriger als im selben Zeitraum 2016, das bedeutet einen Rückgang um 16,2%. Gleichzeitig meldeten Arbeitgeber im Juli 2017 135,5 Tsd. Freistellen in den Arbeitsämtern. von Anna Rosenthal
Spargewohnheiten der Polen Die Hälfte der Polen die nicht im Lande bleiben sammelt kein Geld an - berichten Meinungsinstitute und Finanzanstalten. Doch sobald die Polen ihr Land Richtung Deutschland verlassen, hamstern sie das Geld systematisch.
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napp die Hälfte der Polen lebt von einem Tag auf den anderen und hat keine Ersparnisse. Ganz anders ergeht es anscheinend den jenigen, die das Land verlassen haben. 78% der in Deutschland lebenden Polen deklarierte, dass sie sparen - das geht aus einer Umfrage hervor, die von IBRiS im Auftrag von TransferGo durchgeführt wurde. Für was wird gespart? Ganz oben auf der Liste steht ein neues Haus oder eine neue Wohnung - dies gaben 37% der Befragten an. 30% sparen für die Rente und 28% für den Urlaub. 27% sagten, dass sie das eingesparte Geld in die Bildung ihrer Kinder investieren wollen. Die wenigsten (8%) sparen für ein neues Auto. von Anna Rosenthal
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Wirtschaft 19
Polen grillen für das wenigste Geld in der EU Welches Land ist der absolute Grillmeister in der EU und auf dem Alten Kontinent? Wenn es um die Preise geht, lässt Polen alle schlecht aussehen. An der Weichsel bezahlt man für einen BBQ das Wenigste in Europa. Das geht aus der neuesten Zusammenstellung von Eurostat hervor.
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olen kann sich mit den niedrigsten Fleischpreisen in der ganzen EU rühmen - das geht aus dem Bericht von Eurostat hervor (Let's have a BBQ: meat prices in the EU). Der Verbraucherpreisindex lag 2016 satte 47% unterhalb des EU-Durchschnitts. Doch nicht nur in der europäischen Gemeinschaft, sondern gleich auf dem ganzen Kontinent kann mit den Polen niemand mithalten. Sogar in Albanien
und Bulgarien musste man mehr für Fleisch bezahlen als an der Weichsel. Nicht gerade überraschend zahlen die Schweizer das meiste Geld für einen BBQ. Laut Eurostat liegen die Preise in der Eidgenossenschaft gleich 157% oberhalb des EU-Durchschnitts. Dementsprechend ist das Grillen in der Schweiz 4,8-mal so teuer, wie in
Polen. Mit einem leeren Geldbeutel müssen u.a. auch die Österreicher und die Deutschen leben. Österreich ist in Sachen Fleisch hinter Dänemark das teuerste Land der EU. Die Preise liegen in der Mozart-Heimat 37,2% über dem EU-Durchschnitt. In Deutschland sind es wiederum 20,2%. von Anna Rosenthal
20 Wirtschaft
Immer mehr Investitionen Zur Jahresmitte arbeitet die Polnische Agentur für Investitionen und Handel AG an 181 Investitionsprojekten im Wert von über 6 Mrd. Euro. Damit feiert man einen signifikanten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
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m analogischen Zeitraum 2016 erreichte der Wert der Investitionsprojekte noch 4 Mrd. Euro. Nun konnte man sich nochmals um 2 Mrd. auf 6 Mrd. Euro steigern - informierte die Agentur auf ihrer Homepage. Die Projekte, die betreut werden könnten 56 Tsd. neue Arbeitsplätze an der Weichsel schaffen. Unter den ausländischen Direktinvestitionen beziehen sich die meisten (62) auf den Outsourcing Sektor. Sie stellen ein Drittel des Agenturbestandes dar. Der Wert der Unternehmensdienstleistungssektoren, an dem die PAIH arbeitet, wird auf 150,4 Mio. Euro beziffert. Sollten alle eingeplanten Investitionen aus dem Bereich BSS (Business Support Services) reali-
siert werden, wird die Branche, die als die am schnellsten entwickelnde Sparte der polnischen Wirtschaft bezeichnet wird, um weitere 19,4 Tsd. Arbeitsplätze wachsen. Weitere 15 Tsd. Arbeitsplätze könnten in der Automobilbranche entstehen, denn laut Krzysztof Senger von PAIH wird bereits jetzt jedes dritte Projekt, das die Agentur betreut, von der Automotivbranche realisiert. Geschätzte 2,3 Mrd. Euro sind diese Projekte wert - so Senger. Mit Blick auf die Herkunft des Investitionskapitals stehen US-Amerikaner im Moment an erster Stelle. Zusammen mit PAIH arbeiten sie an 60 ausländischen Direktinvestitionen in Polen im Wert von über
einer Milliarde Euro. 21 Investitionsprojekte werden von deutschen Investoren getätigt. Der Wert der deutschen Investitionsprojekte übersteigt ebenfalls die Eine-Milliarde-Marke. Überraschend hoch ist die Zahl der Investitionen mit japanischem Kapital. Mit 14 Projekten im Wert von 704,8 Mio. Euro arbeitete sich Japan um sechs Plätze auf den dritten Platz nach oben. Unter den asiatischen Investoren, die ihr Geld in Polen ausgeben wollen, ist im allgemeinen eine Belebung erkennbar. China hat die Zahl ihrer Investitionen verdoppelt und deren Wert wuchs von 117 Mio. Zloty im Juli 2016 auf 636,5 Mio. 2017. Einen signifikanten Bestandaufstieg verzeichnete man auch bei
Wirtschaft 21
Polen ist erste Wahl für Industrieinvestitionen Bei Auslandsinvestitionen in der Industrie ist Polen die erste Wahl - vermeldete das polnische Wirtschaftsministerium.
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as Ressort von Minister Morawiecki wies in seiner Aussendung auf das Beispiel der Woiwodschaft Karpatenvorland, wo sich die sog. Aviation Valley prächtig entwickelt. Es entstehen dort 10 neue Investitionen, darunter ein Betrieb der britischen Firma MB Aerospace im Wert von 90 Mio. Zloty. In der Mitteilung lesen wir auch, dass vor allem mittlere Unternehmen Interesse am polnischen Markt bekunden. Zurzeit befasst sich das Wirtschaftsministerium u.a. mit britischen Investoren und ihren Projekten im Wert von 425 Mio. Zloty. Dadurch könnten insgesamt 1.300 neue Arbeitsplätze entstehen.
Laut dem Ministerium konnte man innerhalb der letzten anderthalb Jahre mit Hilfe von verschiedenen staatlichen Förderungsprogrammen hunderte neue Investitionen anlocken, die direkt für 16 Tsd. Arbeitsplätze und indirekt für 35 Tsd. Arbeitsplätze verantwortlich sind. Man geht davon aus, dass die Investitionsausgaben an der Weichsel noch höher ausfallen werden. von Rafał Stelmaszewski
Moody’s: Justizreform könnte Einfluss auf die Investitionen nehmen den Direktinvestitionen aus Südkorea (von 370 Mio. Euro auf 953,3 Mio. Euro). Innerhalb des vergangenen Jahres konnten wir unter den asiatischen Investoren anhand eines aktiven Marketings das Interesse an Polen wecken. Die Diversifizierung des Bestandes ist uns genauso wichtig, wie der Anstieg der Direktinvestitionen - erklärt Krzysztof Senger von PAIH. Laut eigenen Angaben, beendete die Polnische Agentur für Investitionen und Handel AG die Arbeit an 41 Investitionsprojekten im Wert von 644,2 Mio. Euro und geplanten 10,7 Tsd. neuen Arbeitsplätzen. Vor einem Jahr waren es noch 36 Investitionsprojekte im Wert von 396,2 Mio. Euro und 7,5 Tsd. geplanten Arbeitsstellen. von Piotr Piela
Laut der Ratingagentur ist die Unabhängigkeit der Gerichte in Gefahr, was das Korruptionsrisiko erhöht und sich auch im Investitionsniveau widerspiegeln könnte.
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uch das Tauziehen zwischen Polen und der EU könnte Einfluss auf die Investitionen nehmen - warnt Moody’s. “Wir erwarten, dass die Reform und der bestehende Streit mit der EU negative Folgen für das polnische Kreditrisiko mit sich tragen werden, weil das immer schlechter werdende politische Umfeld für Misstrauen bei Investoren sorgt, was potenziell Einfluss auf das Wirtschaftswachstum nehmen kann. Zusätzlich bringt der steigende politische Einfluss auf die Justiz in Polen die Förderung der Korruption mit sich, die Einfluss auf die Investitionsattraktivität Polens nehmen kann.” Die neuen Gesetzentwürfe zur Justizreform, die der polnische Präsi-
dent vorschlagen will, sollen laut Moody’s sehr nahe der abgelehnten sein. In der Aussendung wendet sich die Agentur auch dem Vertragsverletzungsverfahren zu, welches die EU gegen Polen eingeleitet hat. Analytiker von Moody’s erwarten zwar keine Sanktionen gegen Warschau, da diese Einstimmigkeit unter den Mitgliedsländern bedingen, aber “das Verfahren kann die Investitionen in Polen einschränken” schätzt die Ratingagentur, die auch die Gefahr der Eskalation des Konfliktes mit der EU sieht, unter anderem auch wegen der Flüchtlingsaufnahme, die Polen bekanntlich verweigert. von Rafał Stelmaszewski
22 Wirtschaft
Polens Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen In den ersten beiden Jahresquartalen wuchs die polnische Wirtschaft um ca. 4%. Trotz einer minimalen Verlangsamung geht das Wirtschaftsministerium davon aus, dass das Wachstumsziel realisiert oder sogar übertroffen wird.
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er Wirtschaftsvizeminister Wieslaw Janczyk glaubt, dass heuer das BIP mindestens um 3,6%, also so viel, wie im Haushaltsgesetz festgehalten wurde, wachsten wird. Laut Janczyk gibt es gute Chancen, dass das Wirtschaftswachstum noch höher ausfallen wird, was von einer guten Lage der polnischen Wirtschaft zeugen würde. Das erste Halbjahr beendete man sogar mit einem Haushaltsüberschuss von 5,9 Mrd. Zloty. Zwar steht es außer Zweifel, dass dieser Stand der Dinge nicht zum Jahresende halten wird, doch Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass das Haushaltsdefizit geringer als die angenommenen 59,3 Mrd. Zloty ausfallen wird. Laut der Berechnung des Statistischen Hauptamtes GUS, ist das BIP im zweiten Vierteljahr um 3,9% gewachsen, was einer minimalen Anzeige
Verlangsamung entspricht. In den ersten drei Jahresmonaten lag das Wachstum noch bei 4%. Doch die Verlangsamung dürfte nicht länger
anhalten, denn bereits für das dritte Quartal wird eine Wachstumsdynamik von 4,1-4,2% erwartet. von Piotr Piela
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Wirtschaft 23
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#Ratgeber 25
Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren Zum Autor: Aleksander Giehsmann, in Polen als Rechtsanwalt zugelassen. Er führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wrocław und Kędzierzyn-Koźle, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Unternehmensführung rechtlich begleitet. www.adwokat-agk.pl
In der Ausgabe von PolenJournal.de 8/2017 ist ein Beitrag über die Zahl der insolventen Unternehmen in Polen erschienen. Der Artikel deutete darauf hin, dass in Polen immer mehr Insolvenzverfahren eröffnet werden. Das Problem betrifft auch ausländische Geschäftspartner von polnischen Firmen. Daher ist es gut zu wissen, welche Rechtschritte man vornehmen muss, um eine Forderung im Insolvenzverfahren, welches in Polen eröffnet wurde, anzumelden.
Wann ist ein Unternehmen insolvent? Nach polnischem Recht tritt Insolvenz ein, wenn ein Unternehmen entweder zahlungsunfähig oder überschuldet ist (Überschuldung trifft jedoch nur bei Gesellschaften zu). Das Unternehmen ist zahlungsunfähig, wenn es nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen einer Gesellschaft die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und zwar seit mindesten 24 Monaten. Ab dem Zeitpunkt der Insolvenzreife ist ein Unternehmer, jeder Geschäftsführer und Vorstandsmitglied, ungeachtet der Vertretungsregeln, verpflichtet, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenz- oder Restrukturierungsverfahrens binnen 30 Tagen zu stellen. Solch einen Antrag kann auch ein Gläubiger des Unternehmens stellen. Die Wirtschaftsabteilungen der Gerichte entscheiden über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der Antrag wird abgewiesen, wenn das Vermögen des Unternehmens für die Kostendeckung des Insolvenzverfahrens nicht ausreichend ist. Ist dies jedoch der Fall, wird das Verfahren eröffnet.
Das Insolvenzverfahren aus der Sicht des Gläubigers Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden alle Gerichts- und Vollstreckungsverfahren, die gegen oder im Namen des insolventen Unternehmens geführt wurden, ausgesetzt. Der Gläubiger wird darüber informiert. Er bekommet auch die Information, dass er seine Forderung beim zuständigen Insolvenzrichter anmelden soll. Die Gläubiger werden durch den Insolvenzverwalter über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens und die Möglichkeit der Forderungsanmeldung informiert. Der Gläubiger ist verpflichtet, seine Forderung innerhalb der Frist von 30 Tagen, nach Bekanntgabe der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Insolvenzregister, bei dem zuständigen Insolvenzrichter, anzumelden. Wenn die Frist abgelaufen ist, kann der Gläubiger weiterhin seine Forderung anmelden, er muss aber damit rechnen, dass er die Kosten der verspäteten Forderungsanmeldung tragen muss. Die Anmeldung ist kostenlos und wird durch ein Formular, welches in zwei Abschriften ausgefertigt werden muss, gestellt. Die Anmeldung muss u.a. Folgende Daten beinhalten: die Daten des Gläubigers, die Höhe der Forderung, die Aufzählung der Dokumente, welche die Forderung beweisen (die Dokumente aber müssen nicht dem Gericht vorgelegt werden), den Rang unter den die angemeldete Forderung im Insolvenzverfahren fällt, sowie Angaben über etwaige Sicherungen der Forderung. Zurzeit bestehen 4 Ränge unter welche die Forderungen im Insolvenzverfahren fallen: • Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis, Unterhaltsgeld, Renten, Schadenersatzansprüche, Kosten, die wegen der Durchführung des Insolvenzverfahrens entstanden sind, • Forderungen, die nicht unter die anderen Ränge fallen, darunter alle Steuerverbindlichkeiten, fällige Zinsen, die mit der verspäteten Erfüllung der Forderungen, die unter die oben genannten Ränge fallen, entstanden sind,
26 #Ratgeber • Forderungen der Anteilseigner und Aktionäre des Schuldners, die sich aus Darlehen und den Darlehen gleichgestellten Rechtsgeschäften ergeben. Meistens fallen die ausstehenden Forderungen, die sich aus unbezahlten Rechnungen ergeben, unter den zweiten Rang. Warum ist dieser Rang besonders wichtig? Da die Forderungen stufenweise befriedigt werden, d.h. nur dann, wenn die Forderungen des vorhergehenden Rangs befriedigt werden können, werden die nächsten Ränge befriedigt. Die Forderungsanmeldungsschrift kann jeder verfassen und beim Gericht einreichen. Einen Anwaltszwang gibt es nicht. In der Praxis lohnt es sich jedoch mit der Erstellung der Forderungsanmeldungsschrift einen Anwalt zu beauftragen. Die Anwaltshilfe ermöglicht die Sache schneller und effektiver durchzuführen und verlangt vom Gläubiger nicht, dass er sich mit dem ganzen polnischen Rechtssystem vertraut macht. Manche Kanzleien bieten bereits die Möglichkeit an, alle Daten per online-Formular zuzusenden, um die Forderungsanmeldung im Namen des Gläubigers zu erledigen.
Insolvenztabelle Nachdem die Forderungen angemeldet wurden, wird eine Insolvenztabelle erstellt. Es ist ein Verzeichnis aller angemeldeten und vom Gericht geprüften Forderungen der Insolvenzgläubiger. Nach der Insolvenztabelle werden aus der Insolvenzmasse die Forderungen befriedigt.
Was passiert, wenn die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Forderung zu befriedigen? Wenn die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Forderung zu befriedigen, besteht die Möglichkeit eine Klage gegen die Geschäftsführer einer polnischen GmbH (spółka z ograniczoną odpowiedzialnością) bzw. die Vorstandsmitglieder einer polnischen Aktiengesellschaft (spółka akcyjna) einzureichen. Diese Personen haften für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft im Falle einer Insolvenzverschleppung mit ihrem ganzen persönlichen Vermögen. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bedeutet nicht, dass die Einholung der Forderung unmöglich wird. Man muss seine Forderung anmelden und warten bis sie aus der Insolvenzmasse befriedigt wird. Falls dies nicht möglich ist, besteht immer noch die Möglichkeit gegen die Geschäftsführer oder Vorstandmitglieder der schuldnerischen Gesellschaft wegen Insolvenzverschleppung vorzugehen.
Kultur & Lifestyle 27
Wenn Bacchus das Zepter schwingt Der Weinanbau in Polen ist im Kommen. Zwar bleibt die jährliche Produktion überschaubar, internationale Kenner sind aber überrascht von der guten Qualität vieler polnischer Weine. Kennenlernen kann man sie in gehobenen Restaurants im Lande, direkt beim Erzeuger oder auf einem der herbstlichen Weinfeste. Das älteste und bekannteste ist die Winobranie in Zielona Góra (Grünberg).
S
chon vor der Wende knüpften die ersten Pioniere an die lange Tradition des Weinanbaus zwischen Ostsee und Karpatenbogen an, nach 1989 kamen weitere Jungwinzer hinzu. Doch ein richtiger Boom begann erst, nachdem Polen 2008 ein Weingesetz verabschiedet hatte und damit der Handel mit heimischem Wein möglich wurde. Heute zählt man rund 500 Weingüter, von denen ein großer Teil als Hobby betrieben wird. Die Produktion steigt von Jahr zu Jahr um 20 bis 30 Prozent und beträgt heute rund 7.000 Hektoliter. Das ist im internationalen Vergleich sehr wenig, doch Weinkenner, wie etwa die Britin Jancis Robinson, sind bei ihren Reisen nach Polen überrascht von der Qualität der dortigen Top-Weine. Die wichtigsten Anbaugebiete sind heute das Karpatenvorland und die Region um Zielona Góra im Westen. Doch auch bei Wrocław (Breslau) und Kraków (Krakau), in Masuren und sogar an der Ostseeküste wird heute Wein produziert. In Zielona Góra geht die Anbautradition vermutlich bis ins 11. Jahrhundert zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man fast 1.400 Hektar Anbaufläche, doch schon wenige Jahrzehnte später befand sich der Weinanbau im Niedergang und kam nach 1945 ganz zum Erliegen. Doch auch zu sozialistischen Zeiten führte man dort die Tradition des Weinlesefestes fort, das 1852 zum ersten Mal veranstaltet wurde. So gilt die jährliche Winobranie heute als ältestes und größtes Weinfest in Polen. Vom 2. bis 10. September 2017 übernimmt Bacchus, der Gott des Weines, wieder die Herrschaft über die Stadt und veranstaltet ein buntes Fest mit Jahrmarkt, großen Rockkonzerten und natürlich vielen lokalen Weinen. Am Ende des feuchtfröhlichen Treibens zieht der Weingott mit seinen Jüngern in einem bunten Festzug durch die Straßen Zielona Góras. Der offizielle Winobranie-Wein 2017 kommt vom Weingut St. Vincent in Borów Wielki (Großenbora).
Bacchus regierte Anfang September in Zielona Góra. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsam
Das 2009 gestartete Unternehmen baut heute auf einer Fläche von 6,5 Hektar verschiedene Sorten weiße und rote Trauben an. Es ist eine Station der Wein- und Honigroute durch die Woiwodschaft Lubuskie (Lebuser Land). Sie vereint rund drei Dutzend Weingüter, auf denen nicht nur Weine verkauft, sondern auch Führungen und Veranstaltungen organisiert werden oder ein Ausschank stattfindet. Mit dabei auf der Route ist auch das Schlosshotel von Mierzęcin (Mehrentin). Besucher können dort nicht nur heimischen Wein kosten, sondern auch die Wirkung des Weins im SPA genießen. Ganz im Südosten Polens befindet sich mit Podkarpacie (Karpartenvorland) das zweite große Weinanbaugebiet, dessen Tradition rund 1000 Jahre zurückreicht. Sein Zentrum ist die unweit der slowakischen Grenze gelegene Kleinstadt Jasło (Jassel). Dort finden am 26. und 27. August bereits zum 12. Mal die Internationalen Weintage statt. Auf dem historischen Marktplatz präsentieren Winzer aus der Region, Polen und Europa ihre besten Erzeugnisse. Spannend wird es beim vierten Wettbewerb um den besten polnischen Wein. Interessierte können zudem an
verschiedenen Degustationsworkshops teilnehmen. Im Anschluss an das Fest lud die Stadt vom 28. bis 30. August zu den Tagen der offenen Weingüter ein. Besucher könnten sich durch die Vielfalt der örtlichen Weine probieren und dafür einen komfortablen Bus-Shuttle-Service nutzen. Auf der Weinroute rund um Jasło liegen insgesamt neun meist kleinere Weingüter. Informationen über das Weinfest Winobranie in Zielona Góra unter www.winobranie.zgora.pl, über die Wein- und Honigroute von Lubuskie unter www.szlakwinaimiodu.pl und über die Tage des Weins in Jasło unter www.dniwina.pl (nur PL). Allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
28 Wirtschaft
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Wirtschaft 29
30 Kultur & Lifestyle
Zeit der großen Festivals in Polen Mit dem „Warschauer Herbst“ feiert eines der wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik in Europa in diesem Jahr sein 60. Jubiläum. Das Programm vom 14. bis 24. September 2017 umfasst neben Konzerten auch Ausstellungen und Workshops. Hochkarätige zeitgenössische Musik können Besucher Polens auch vom 28. September bis 1. Oktober bei der 15. Ausgabe des Festivals „Sacrum Profanum“ in Kraków (Krakau) erleben. Ins 52. Jahr geht das renommierte Klassikfestival „Wratislavia Cantans“, das vom 7. bis 17. September in Wrocław (Breslau) und Umgebung veranstaltet wird.
E
ntstanden in einer Zeit des politischen Tauwetters nach dem Tod Stalins überlebte der „Warschauer Herbst“politische Eiszeiten ebenso wie die Wende und die Einführung der Marktwirtschaft. Lange Zeit blieb es das einzige Festival für avantgardistische Musik in Mittel- und Osteuropa. Es bot zeitgenössischen polnischen Komponisten wie Wojciech Kilar oder Krzysztof Penderecki ein Forum, brachte aber auch die Werke von Arnold Schönberg, Pierre Boulez, Luigi Nono oder John Cage nach Polen. Bis heute gilt es als eines der wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik in Europa. 1956 fand das erste Festival in Warschau statt, nur zweimal pausierte es – 1957 und als Protest der Organisatoren gegen das Kriegsrecht auch 1982. So feiert man erst 2017 das 60-jährige Jubiläum. Die diesjährige Festivalausgabe blickt zurück zu den Anfängen und fragt nach der Rolle der Avantgarde heute. So sind Werke von Komponisten wie Wojciech Kilar oder Luigi Nono zu hören, die mit den ersten Ausgaben des Festivals verbunden waren. Gegenübergestellt wird ihnen die musikalische Sprache von jungen Komponisten wie Brigitta Muntendorf oder Artur Zagajewski. Auftragsarbeiten des jungen chinesischen Komponisten Wenchen Qin sowie des polnischen Musikers und Komponisten Wojciech Błażejczyk erleben auf dem Festival ihre Weltpremiere. Bedeutende Orchester wie das von Alexander Liebreich geleitete Nationale Polnische Rundfunk-Symphonieorchester oder die Warschauer Philharmoniker unter Jacek Kaspszyk treten beim Festival auf, dazu gesellen sich bekann-
te Ensembles und Solisten wie das französische Diotima-Quartett, das Freiburger SWR-Experimentalstudio oder die Hamburger Sängerin Frauke Aulbert. Seit sieben Jahren führt der „Kleine Warschauer Herbst“ mit verschiedenen Konzerten und musikalischen Installationen Kinder von 4 bis 12 Jahren an moderne Musik heran. Zum Festivalprogramm gehören ferner Treffen und Workshops mit Komponisten. Eine Plakatausstellung lässt die 60 Ausgaben des „Warschauer Herbstes“ Revue passieren.
Musik des 20. Jahrhunderts in Krakau In Krakau wurde 2003 mit „Sacrum Profanum“ ein Festival für zeitgenössische Musik aus der Taufe gehoben, das international ebenfalls hohe Anerkennung genießt. Es findet nicht nur in den Konzertsälen im Stadtzentrum statt, sondern geht auch in die Außenbezirke und bezieht ungewöhnliche Orte wie Fabrikhallen mit ein. In diesem Jahr findet es vom 28. September bis 1. Oktober statt, einen Tag kürzer als im Vorjahr, dafür mit doppelt so vielen Konzerten. Vier ungewöhnliche Duos bestreiten den Auftakt im Kulturzentrum des Industrieviertels Nowa Huta, unter anderem Lubomyr Melnik, der „schnellste Pianist der Welt“ und Melvyn Poore, Tubaspieler aus der Musikfabrik in Nordrhein-Westfalen. Gleich zwei Konzerte widmen sich
Moondog, dem blinden und obdachlosen Musiker Louis Thomas Hardin, der jahrzehntelang in Wikingerkluft auf den Straßen von New York lebte und dessen Kompositionen vielen bekannte Musiker seiner Zeit beeinflussten. Moderne rumänische Musik steht auf dem Programm beim Auftritt des Hyperion Ensembles um die Dirigenten Ana-Maria Avram und Iancu Dumitescu am 30. September. Zum Programm am Sonntag mit sechs Aufführungen im Krakauer Kongresscentrum ICE gehören unter anderem Interpretationen von Werken des zeitgenössischen polnischen Komponisten Henryk Mikołaj Górecki. Ein Zeichen für Toleranz in Zeiten des wachsenden Rassismus will man mit dem Abschlusskonzert
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Warschauer Herbst 2005 Ensemble Modern /Foto: Piotr Tarasewicz
im ICE setzen. Die Gruppe African Express aus Mali wird mit traditionellen Instrumenten und unterstützt von polnischen Künstlern das minimalistische Musikstück „In C“ des US-amerikanischen Komponisten Terry Riley interpretieren.
Breslau feiert die menschliche Stimme In Breslau beginnt bereits am 7. September das Festival „Wratislavia Cantans“, das Mitglied der renom-
mierten European Festival Association ist und seit zwei Jahren seine Hauptspielstätte im neuen Nationalen Musikforum hat. Bei dem Festival steht die menschliche Stimme im Mittelpunkt – zu erleben bei vokalen Rezitationen, Chorälen oder Oratorien. Anlässlich des 450. Geburtstags des Komponisten Claudio Monteverdi erklingt zur Eröffnung dessen Oper „Die Heimkehr des Odysseus“, dargeboten von dem britischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner und seinem Ensemble. Dem 500. Jahrestag der Reformation widmet sich ein Abend in der Breslauer Elisabethkirche mit dem Berliner Chor Vokalconsort unter Leitung von Daniel Reuss. Zum Abschluss erklingt beim Mozart-Abend in der Breslauer Oper am 17. Sep-
tember unter anderem dessen letzte Oper „Der Milde“. Spielorte des Festivals sind neben dem Konzerthaus auch einige Kirchen sowie die Breslauer Storchen-Synagoge. Aufführungen gibt es auch in anderen Städten Niederschlesiens. Informationen zum „Warschauer Herbst“ unter www.warszawska-jesien.art.pl, zum Festival „Sacrum Profanum“ unter www.sacrumprofanum.com und zu den „Wratislavia Cantans“ unter www.wratislaviacantans.pl Allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
32 Wirtschaft
Polen sind Adblockexperten Polen bleibt Spitzenreiter in der Verbreitung von Plug-Ins, die Internetwerbungen blockieren - das folgt aus dem Bericht von OnAudience.com, welches Daten von 60 Weltmärkten analysiert hat.
G
emäß dem Bericht werden in Polen 46% aller Internetwerbungen geblockt, was ein jährliches Wachstum von 8% bedeutet. Den zweiten Platz belegte Griechenland (44%), und den dritten Norwegen (42%). Weiter hinten finden wir in der Zusammenstellung Deutschland (41%) und Dänemark (40%). Am schlechtesten schnitt Paraguay ab, dort werden nur 5% der Internetwerbungen geblockt. Aus den Schätzungen, die im Bericht vorgestellt wurden, folgt, dass der Wert der 2017 blockierten Internetwerbungen 42 Milliarden Dollar betragen wird, während der ganze Markt der Displaywerbung
ungefähr 100 Milliarden Dollar ausmachen wird. In Polen beträgt das Verhältnis 485 Millionen Dollar zu 409 Millionen Dollar. Der diesjährige Bericht von OnAudience.com stellt auch den Einfluss des Blockens der Werbungen auf die E-Commerce-Branche vor. Es stellt sich heraus, dass 32% der Internetshops und Internetdienstleistungsseiten in Europa von Menschen mit installierten AdblockPlug-Ins besucht werden. von Paulina Kuc
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#WirKochen: Łazanki Nudelflecke mit Sauerkraut Nudelflecke mit Sauerkraut ist ein traditionelles Gericht. Es steht sehr oft auf dem Weihnachtstisch, obwohl man es immer häufiger auch ohne festliche Gelegenheiten isst. Man kann es mit Pilzen, Sauerkraut und Wurst servieren. Die Speise ist sehr lecker und auch sehr sättigend.
Zubereitung Zutaten: - eine Packung Nudelflecke - 500g Wurst - 100g geräucherten Speck - 500g Sauerkraut - 2 Zwiebeln - 4 Löffel Speiseöl
- Pfeffer, Salz, scharfe Paprika , Majoran , Lorbeer, Piment
1. Nudeln kochen. Ins Wasser 2 Löffel Speiseöl geben, damit sie sich nicht verkleben. Dann abgießen und mit kühlem Wasser übergießen.
2. Sauerkraut mit Lorbeer und Piment auskochen. Danach genau abgießen und hacken.
3. Speck in kleine Streifen und Wurst in Halbscheiben schneiden. Auf der Bratpfanne 2 Löffel Speiseöl aufwärmen und dann Speck und Wurst zugeben. Alles etwa 10 Minuten braten. Die Zwiebeln in Würfel schneiden und in die Bratpfanne zugeben. Alles zusammen noch 10 Minuten braten. Danach Sauerkraut dazugeben und wieder 10 Minuten braten. 4. Das Gebratene in einen Topf geben und mit den Nudeln genau vermischen. Danach ein paar Minuten kochen lassen, um die Aromen zu verbinden. von K.J.
Guten Appetit!
Vom Teufel geschaffen, vom Papst besucht
Foto: Paweł Artyfikiewicz
Zwei kleine Seen in der Nähe des Bergs Chryszczata in den polnischen Beskiden, die mit vielen alten Legenden verbunden sind. Obwohl sie wahrscheinlich wenig der Wahrheit entsprechen, lohnt sich ein Besuch dorthin auf jeden Fall.
D
ie Seen sind vor 110 Jahren infolge heftiger und plötzlicher geologischer Prozesse entstanden. An der Wende der Jahre 1906 und 1907 fiel eine Rekordmenge von Regen, was die Abrutsche von steilen Abhängen verursachte. Sie stürzten nach unten, nahmen einen alten Wald mit sich und blockierten den Durchfluss eines Gebirgsbachs. Im Endeffekt entstanden drei kleine Seen, eines von ihnen existiert jedoch nicht mehr, weil es trocken-
gelegt wurde. Eine Legende besagt, dass der Teufel Feuerkugeln auf die Erde warf, was den Erdrutsch verursachte. Eine andere Sage behauptet jedoch, dass es drei Riesen waren, die in Stein verwandelt wurden. In einer dritten Geschichte wird erzählt, dass ein Meteor auf den Berg Chryszczata einschlug. Egal ob man den Fakten oder der Legenden glaubt, das Ereignis verursachte ei-
nen großen Schrecken bei den Bewohnern von Duszatyn. Einige von ihnen sind sogar in die in der Nähe liegenden Dörfer geflohen, weil sie überzeugt waren, dass der Weltuntergang eingetroffen hat. Heute sind die Seen, die auf dem Terrain des Naturschutzgebiets „Zwiezło“ liegen, zwei Mal kleiner als vor 110 Jahren. Das liegt an der immer größer werdenden Menge von Schlamm im Wasser. Der unte-
Foto: Kasia Słowińska
re See liegt auf der Höhe von 687 Metern und ist zwar kleiner als der Obere, der 21 Meter höher liegt, hat aber eine größere durchschnittliche und maximale Tiefe. Die Bäume die um die Seen wachsen schaffen den Eindruck, dass das Wasser nicht Blau, sondern Grün ist. Der obere See ist immer mehr von Schilf, Schachtelhalm und Weiden, die eigentlich in solchen Gebieten nicht vorkommen, zugewachsen. Die im Wasser liegenden Baumstämme sind dem Prozess der Faulung
unterzogen, was im Winter, wenn der See zugefroren ist, das Heraussprudeln des Wassers wie in einem Springbrunnen verursacht. Die Seen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts ist der erste Wanderweg entstanden. Interessant ist, dass die Seen ein der Lieblingswanderplätze von Karol Wojtyła waren, also dem späteren Papst Johannes Paul II. Er besuchte sie mehrmals
und verbrachte dort viele Stunden und manchmal sogar Tage. Ein Ausflug dort beginnt man am besten in Duszatyn, mit dem roten Wanderweg geht man ungefähr 1,5 h bis das Ziel, die wunderschönen Seen, erreicht sind. Möglich ist auch der Zugang von Komańcza oder Rzepedz. von Paulina Kuc
36 Tourismus
Attraktives Regioticket für polnische Bahnen
A
cht Regionalbahnen und ein Busanbieter offerieren seit kurzem ein neues attraktives Mobilitätsticket. Das „Wspólny Bilet Samorządowy“ (Gemeinsames Woiwodschaftsticket) ist das erste verbundübergreifende Angebot dieser Art in Polen. Es gilt für eine Dauer von 24 Stunden auf 62 Linien mit 950 Stationen in insgesamt zwölf Woiwodschaften. Reisende können es für nur 38 Złoty (ca. 9 Euro) an den Kassen und Ticketautomaten der Bahnbetreiber sowie in den Zügen selbst lösen. Ein Erwerb ist auch über die Homepage der Małopolska Karta Aglomeracyjna (Kleinpolnisches Metropolticket) möglich.
Nach dem Kauf müssen Reisende ihren Namen sowie ihre Ausweisnummer auf der Fahrkarte notieren. Das Angebot gilt in ausgewählten Zügen der Regionalbahnen Koleje Małopolskie, Koleje Śląskie, Kole-
je Dolnośląskie, Koleje Wielkopolskie, Łódzka Kolej Aglomeracyjna, Warszawska Kolej Dojazdowa und Koleje Mazowieckie sowie beim Busanbieter Arriva. polen.travel
Der größte Aquapark Europas wird in Polen gebaut In der Stadt Mszczonow, ca. 60 km von Warschau entfernt, soll der größte bedeckte Aquapark auf dem Alten Kontinent entstehen. Er soll Teil eines größeren Vorhabens sein - des Park of Poland.
A
usländische Investoren haben schon in den 90er Jahren Versuche unternommen einen großen Aquapark in Polen zu bauen, aber diese Vorhaben sind nie über die Planungsphase gekommen. Diesmal startete das Vorhaben wie geplant im April dieses Jahres und die Bagger arbeiten auf dem Bauplatz unermüdlich. Der ganze Komplex soll eines Tages der größte Aquapark Mittel- und Osteuropas und der größte bedecke Aquapark auf dem Alten Kontinent werden. Die Bauarbeiten befinden sich in der ersten Phase, im Rahmen derer der Suntago Wodny Swiat (dt. Suntago Wasserwelt) entsteht. Der Park of Poland soll der größte in der ganzen Region werden. Die Suntago Wasserwelt soll 150 Mio. Euro wert sein und die gesamte Investition kann sogar bis zu 250 Mio. Euro erreichen. Für den Bau des
Parks ist der aus Israel stammende Investor Global City Holdings verantwortlich. Er ist auch Eigentümer der Kinokette Cinema City. Des Weiteren sind Themenparks, Hotels, Konferenz - und Handelszentren und auch Büros und Appartements geplant. Der Investor will nicht nur Polen anlocken, sondern auch Besucher aus ganz Europa. Der Park ist auf einer stark befahrenen Strecke zwischen Lodz und Warschau und in der Nähe der A2 gelegen. Auf die Besucher wird eine Reihe von Attraktionen für Groß und Klein warten. Der ganze Komplex wird sich aus drei großen Zonen zusammensetzen. In der ersten und größten Zone, unter einem aufschiebbaren Dach, wird sich ein 1000 qm großer Swimmingpool befinden, an dem 700 echte Palmen wachsen und ein 2 ha großer Garten ange-
legt wird. Für die, die es gerne sehr warm mögen, werden 10 verschiedene Saunen zur Verfügung gestellt, Solarien und Massagen und andere Wellness- und Erholungsmöglichkeiten. von Ramona Nocoń
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Tourismus 37
Neue Pläne für Wolfsschanze Das einstige Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Gierłoż (Görlitz) soll auch künftigen Generationen als Mahn- und Gedenkstätte erhalten bleiben. In einem ehemaligen Bunker können Besucher nun eine kleine dreisprachige Ausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus sehen.
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rst im Frühjahr wurden die Hoheitsrechte für das rund neun Kilometer östlich von Kętrzyn (Rastenburg) gelegene Areal an die Forstverwaltung Srokowo (Drengfurth) zurückübertragen. Seitdem dauern die Aufräum- und Säuberungsarbeiten an, in deren Zuge Wildwuchs entfernt wird, um die Wege wieder passierbar zu machen und die Sicht auf die Ruinen der Bunkeranlagen freizugeben. Eine neue Beleuchtung soll es Besuchern künftig ermöglichen, die Wolfsschanze auch nach Einbruch der Dämmerung noch zu besichtigen. Besser informieren möchte man die Besucher auch über die Tier- und Pflanzenarten, die in den gesprengten Bunkeranlagen einen geeigneten Lebensraum gefunden haben. So nutzen etwa zahlreichen Fledermausarten die höhlenartigen Bunkerreste als Winterquartier.
Foto: Alfista33 (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons
Die dreisprachige Ausstellung zur Geschichte des Nationalsozialismus entstand in Zusammenarbeit
mit dem neu eröffneten Museum des Zweiten Weltkriegs in Gdańsk (Danzig). Sie soll der Grundstein für eine umfassende museale Schau zur Geschichte des Ortes und des dort am 20. Juli 1944 gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler sein. Zum Einsatz kommen sollen neben Originaldokumenten auch audiovisuelle Materialien. Schon zur nächsten Sommersaison soll zudem ein neuer Info-Weg über die einzelnen Objekte der früheren militärischen Anlage informieren, die ab 1940 gut getarnt in den masurischen Wäldern bei Gierłoż (Görlitz) errichtet wurde. Die Ausstellung ist gleichzeitig ein Teil der neuen Natur- und Kulturroute „Wielki Szlak Leśny“ (Große Waldroute). Sie ist ein neues polenweites Netzwerk von Lehrpfaden, das einzigartige Natur- und Kulturgüter Polens in einen größeren Kontext stellen und erlebbar machen soll. Darüber hinaus soll sie neue Erholungs- und Freizeit-
möglichkeiten in den polnischen Wäldern schaffen. Der erste Teil, die „Wolfsroute“, führt zu acht Orten im ganzen Land, die eng mit dem bedrohten Raubtier verbunden sind. Neben der Wolfsschanze ist auch die Pflegestation für kranke und verletzte Wölfe im masurischen Olsztynek (Hohenstein) Teil der Route. Informationen zur Wolfsschanze unter www.wilczyszaniec.olsztyn. lasy.gov.pl (nur PL). Allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
38 Tourismus
Warschau ist unter Touristen immer beliebter Die Altstadt, der Kulturpalast und das Museum der Geschichte der polnischen Juden - das sind die von ausländischen Touristen am besten bewerteten Sehenswürdigkeiten Warschaus.
L
aut den Berechnungen der Stadtverwaltung hat der Tourismus in das BIP der Hauptstadt allein im letzten Jahr 15 Mrd. Zloty eingebracht. Im neuesten Bericht diesbezüglich informiert die Stadt, dass Warschau im Jahr 2016 von 6,9 Millionen einheimischen und von 2,7 Millionen ausländischen Touristen besucht wurde. Sollte man noch die Ausflüge ohne Übernachtung berücksichtigen, waren über 20 Millionen Menschen in der Hauptstadt zu Gast.
Nach Warschau reisen am liebsten Engländer (12%), Deutsche (11%) und Franzosen (7%). Die durchschnittliche Summe der Ausgaben beziffert man auf 739 Zloty, dabei gaben die Polen ungefähr 402 Zloty und die Ausländer 1482 Zloty aus. Die Attraktivität der Stadt bewerteten sie als eine 8,18 in einer 10 Punkte Skala. In Warschau werden vor allem die interessanten Plätze, Denkmäler und die gute Küche von den Besuchern geschätzt.
Für die polnischen Touristen ist das Museum des Warschauer Aufstandes (35%), die Altstadt (26%) und das Königliche Łazienki Museum (18%) am attraktivsten. Ausländer finden hingegen die Altstadt (48%), den Kulturpalast (16%) und das Museum der Geschichte der polnischen Juden (13%) als die besten und interessantesten Sehenswürdigkeiten, die Warschau zu bieten hat. von Paulina Kuc
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