Wirtschaftskammer „Schlesien” Viele Möglichkeiten für das Unternehmertum
Die Wirtschaftskammer „Schlesien” ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, die Initiativen unterstützt und an Tätigkeiten teilnimmt, die mit der Entwicklung des Unternehmertums in Schlesien verbunden sind. • Schulungen, Workshops, Konferenzen, Beratungen • Kooperationsbörsen • Messen und Ausstellungen • • Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Tschechischen Republik
Kontakt Wirtschaftskammer „Schlesien” 45-310 Opole / Oppeln • ul. Ozimska 184 • Tel./Fax: +48 77 4538484 • E-Mail: info@igsilesia.pl • www.igsilesia.pl
Im Heft 3
Der polnische Arbeitsmarkt 6 9
| Entsendung von Arbeitnehmern: Klares Gesetz tut Not | Wie viel wird in Polen gearbeitet?
10 | Unternehmen stößen auf ihre Grenzen bei der Personalbeschaffung 12 | Bei der Einstellungsqoute ist Polen Top in Europa 14 | Regionale Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt verwischen
Politik 34 | Der Investitions-Masterplan Ganz Polen soll zu einer Sonderwirtschaftszone werden -
verkündete stolz Wirtschafts- und Finanzminister Morawiecki beim Wirtschaftsforum in Krynica.
35 | Fix: So hoch wird der Mindestlohn 2018 Die polnische Regierung hat entschieden. Der Mindest- und Mindeststundenlohn werden erhöht
35 | Hier wird der neue polnische
Superflughafengebaut Knapp 40 Kilometer westlich von Warschau soll ein neues Drehkreuz für den Luftverkehr entstehen
36 | JP Morgan Chase kommt nach Polen
Wirtschaft
Kultur & Lifestyle
16 | PFR gründet ein Start Up-Portal
37 | Top-7 der besten Computerspiele aus Polen Polen kann sich mittlerweile nicht nur mit der Witcher-Reihe
Der Polnische Entwicklungsfonds (PFR) hat eine Plattform für innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gegründet
17 | Polen denken über erneuerbare
Energiequellen nach
Rund 22% der Polnischen Einwohner könnte in erneuerbare Energiequellen investieren
18 | Polnisches Elektroauto könnte 2018 auf die Straße kommen
Das Projekt, das gerade an der Weichsel realisiert wird, sieht vor dass man einen eigenen Kleinwagen baut, der im städtischen Verkehr Gebrauch findet
rühmen
38 | Auf Spuren der Unsterblichkeit mit Jakub Ćwiek Interview mit dem polnischen Schriftsteller 46 | „The Witcher“ feiert zehnten Geburtstag Die Macher des Spiels haben einen kurzen Film produziert, in dem der Hexer Geralt von Riva seinen Geburtstag feiert
46 | Pamela Anderson kommt zum Comic Con nach Warschau
20 | Wohnungspreise ziehen an
47 | Netflix dreht seine erste Serie in Polen!
22 | Moody’s mit neuer Wachstumsprognose
48 | Frida Kahlo und Diego Rivera zu Gast in Posen
für Polen 22 | Was hat John Lennon und John Lemon gemeinsam? 23 | Polnische Mikrounternehmenslandschaft 24 | KKPP: Business wie maßgeschneidert 26 | Was zeichnet einen polnischen Ladenbesitzer aus?
48 | Kasia Moś rettet Tiere vor dem Tod 49 | Wie viel geben Polen für Kultur aus? 50 | #WirKochen: Piroggen mit Sauerkraut und Pilzen
27 | Polnische Gesellschaft schrumpft
Tourismus
28 | Probleme mit der Kommerzialisierung
51 | Schloss Cosel im Oppelner Land wird
30 | Polnischer Automobilmarkt - wird es ein
Rekordjahr?
#Ratgeber 32 | Wie verjähren Geldschulden und -Forderungen in Polen?
saniert Jahrzehntelang führte es ein Schattendasein. Nun soll das Schloss der Oppelner Piasten in Koźle (Cosel) seinen alten Glanz wiedererhalten
52 | Wo Goethe und Chopin sich erholten Schon vor Jahrhunderten kannte man die heilsame Wirkung der Mineralquellen in den niederschlesischen Sudeten
54 | Der goldene Oktober in Polen Das wunderschöne Farbenspiel und die Natur in ihrer vollen Pracht kann man besonders gut im Herbst bewundern
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4  Wirtschaft
Der polnische
Arbeitsmarkt
Wirtschaft 5
Entsendung von Arbeitnehmern: Klares Gesetz tut Not
Der polnische Arbeitsmarkt 7 Mit der EU-Abgeordneten Danuta Jazłowiecka sprach Krzysztof Świerc. Die Verfahrensweise, nach der die Richtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern überarbeitet werden soll, sorgt in der Europäischen Union für viele Emotionen. Weshalb? Weil das Thema in vielen EU-Ländern umstritten ist. Die Überarbeitung der Richtlinie ist aus Sicht des Europäischen Parlaments sehr wichtig. Leider geht im EU-Parlament die Arbeit daran so vonstatten, dass wir, obwohl uns seit Februar nun sämtliche Änderungen von EP-Abgeordneten vorliegen, bis heute keine richtigen Kompromisslösungen haben. Dies ist sehr beunruhigend, denn der Abstimmungstermin im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten wird nun schon zum zweiten Mal geändert. Wir sollten jetzt eigentlich am 16. Oktober über die Kompromisse abstimmen, aber wie ist das zu machen, wenn wir diese Kompromisse gar nicht auf dem Tisch haben! Worauf bezieht sich die Überarbeitung der Richtlinie und weshalb ist sie so umstritten? Zum einen geht es um Entlohnungen. Die aktuell gültige Richtlinie von 1996 macht es zur Auflagen, entsandten Arbeitnehmern mindestens die minimalen Anstellungsbedingungen desjenigen Landes, in dem diese für sie am günstigsten sind, zu gewährleisten. Wir vergleichen hier daher das Entsendeland des Arbeitnehmers mit dem Aufnahmeland. Wenn ein Pole beispielsweise nach Frankreich kommt, müsste er französische Arbeitsbedingungen in Anspruch nehmen können, da diese günstiger als in Polen sind. Kommt aber ein französischer Arbeitnehmer nach Polen, kann er ebenfalls französische Arbeitsbedingungen in Anspruch nehmen, da diese für ihn ebenfalls günstiger sind als polnische. Zurzeit wird gemäß dem Vorschlag des EU-Kommissionsvorsitzenden Jean-Claude Juncker das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort“ durch gleiche Entlohnung ersetzt. Im Entwurf, der nun dem Parlament vorgelegt wurde, findet sich letztlich der Vorschlag, Mindestsätze durch ein Gehalt zu ersetzen. Somit soll ein entsandter
Arbeitnehmer neben einem Mindestentgelt auch sämtliche Zulagen und Leistungen erhalten, die dem örtlichen Arbeitnehmer zukommen. Aus meinen Beobachtungen und Gesprächen geht hervor, dass polnische Firmen kein Problem damit haben, ihren Beschäftigten mehr zu zahlen. Wir müssen ihnen aber gesetzliche Klarheit bieten, damit sie in der Lage sind, die Auflagen zu erfüllen und damit auch die Wahrung der Arbeitnehmerrechte sicherzustellen. Ich bemühe mich im Parlament darum, dass auf den nationalen Internetseiten klar darauf hingewiesen wird, dass die Entlohnung z.B. aus einem Mindestlohn zuzüglich genau definierter Zulagen besteht. In der Diskussion um die Entlohnung wird auch gefordert, dass der Arbeitgeber die Transport-, Verpflegungs- und Unterkunftskosten des Arbeitnehmers tragen soll. Wie bewerten Sie diesen Vorschlag? Die Forderung ist akzeptabel, man sollte allerdings deutlich darauf hinweisen, in welchem Fall jeweils das Recht des Beschäftigungslandes und in welchem Fall das Recht des Entsendelandes anzuwenden ist. Dies ist ungemein wichtig und soll der gesetzlichen Transparenz dienen! Wenn eine polnische Firma einen Mitarbeiter nach Deutschland entsendet, dann müssten die Zahlungspflicht und die Höhe der Leistungen aus Transport, Verpflegung und Unterkunft sich aus dem polnischen Recht ergeben. Wenn sich aber ein Arbeitnehmer dienstlich auf dem Gebiet Deutschlands bewegt, müsste dann deutsches Recht zur Anwendung kommen. Welche anderen kontroversen Vorschläge sind im Überarbeitungsentwurf enthalten? Ein weiteres Element ist die Dauer der Entsendung. In der aktuell geltenden Richtlinie steht geschrieben, dass eine Entsendung temporären Charakter hat. Parallel dazu findet sich in der Verordnung zur Koordinierung des Sozialversicherungssystems der Hinweis, dass beim entsandten Arbeitnehmer 24 Monate lang Sozialbeiträge an das Entsendeland abgeführt werden.
Damit baut er für sich ein kontinuierliches Guthaben im Hinblick auf seine Altersrente auf. Nach 24 Monaten werden die Beiträge dann in den meisten Fällen im Aufnahmestaat gezahlt. Nicht zuletzt deshalb findet sich im Überarbeitungsentwurf der Vorschlag zur Einführung einer Zeitbeschränkung für die Geltung der Auflagen der Entsenderichtlinie. Der Ausschuss hat hierzu 24 Monate vorgeschlagen. Neuerdings wird im Parlament jedoch gefordert, diese Zeit auf zwölf oder gar sechs Monate zu verkürzen. Was ist an diesem Vorschlag Ihrer Ansicht nach gefährlich? Zum einen wird eine feste Dauer der Entsendung negative Folgen insbesondere für einige Sektoren haben. Im Bauwesen zum Beispiel bedürfen die technologischen Abläufe längerer Zeiträume. Für gewöhnlich wird zwei, drei Jahre lang gebaut. Deshalb ist der Vorschlag zu 24 oder gar nur zwölf Monaten kontrovers. Die zentrale Frage dabei lautet: Was geschieht nach den 24 bzw. zwölf Monaten? Hierzu ist im Zuge der Diskussion vorgeschlagen worden, dass der Arbeitnehmer nach Ablauf dieser Zeit vollständig dem Recht des Aufnahmelandes unterliegen soll. Als Argument dafür wird der Schutz der Arbeitnehmerrechte genannt. Ich halte dies für einen falschen Ansatz: Eine Geltendmachung der eigenen Rechte würde von den Arbeitnehmern ja die Kenntnis der Sprache und der Gesetze des Landes, in dem sie sich befinden, erfordern. Zudem ist es eine große Belastung für die Unternehmen. Ich denke, man sollte stattdessen auf diejenigen Elemente aus dem Arbeitsrecht des Aufnahmelandes hinweisen, die nach einem bestimmten Zeitraum zur Anwendung kommen sollen. Dies ist ungemein wichtig. Wir müssen auch genau wissen, wie die 24 bzw. zwölf Monate zu berechnen sind. Man muss nämlich in Betracht ziehen, dass manche Arbeitnehmer mehrere Male im Jahr jeweils für kurze Zeit zur Arbeit anreisen. Daher ist es uns wichtig, dass die Berechnungsmethode für die Entsendedauer präzise festgeschrieben wird. Ein drittes kontroverses Element ist die Anwendung von Tarifverträgen. Hier sind wir der
8 Der polnische Arbeitsmarkt
Meinung, dass im Sinne der gesetzlichen Transparenz und Klarheit allgemeingültige Verträge angewendet werden müssten. Warum ist dies so wichtig? Nicht zuletzt, weil es Länder gibt, in denen auf verschiedenen Ebenen verschiedene Tarifverträge gelten – es gibt sie auf regionaler, lokaler, sektoraler und auch auf betrieblicher Ebene. Manche Tarifverträge haben bis zu 700 Seiten und sie sind meistens in der Sprache des Aufnahmelandes verfasst. Solche Verträge zu lesen wäre eine große Herausforderung insbesondere für den Mittelstandsektor. Außerdem sind nicht alle Tarifverträge öffentlich zugänglich. Deshalb wäre es unserer Meinung nach das Beste, wenn es allgemeingültige Tarifverträge für die Entsendefirmen gäbe. Zum einen würde man damit den Stellenwert der Tarifverträge erhöhen und zum anderen für mehr gesetzliche Klarheit sorgen. Auch das Element in Verbindung mit dem Transport ist sehr umstritten. Weshalb? Ganz eindeutig ja. Ich habe von Anfang an zusammen mit meinen Kollegen betont, dass der Transportsektor aus der Entsenderichtlinie ausgeschlossen werden sollte. Stattdessen sollten wir ein Gesetz eigens für diesen Sektor erarbeiten. Ein Fahrer durchfährt nämlich manchmal während einer Woche mehrere Länder, so dass es dann sehr schwierig ist, alle Entsendebedingungen umzusetzen. Wie soll man dann beispielsweise die Entsendezeiten in den einzelnen Ländern berechnen, wie berechnet man die Entlohnung eines Fahrers, der während eines Monats durch drei, vier Länder fährt? Das ist sehr kompliziert. Was bedeuten die Lösungsvorschläge für Polen, polnische Firmen und Arbeitnehmer aus Polen? Allgemeine Ungewissheit, ja sogar Ängste sind erkennbar. Polnische Unternehmer sind nicht gegen höhere Löhne für ihre Beschäftigten. Sie sind aber gegen Lösungen, die noch mehr Bürokratie produzieren
und dazu führen könnten. dass die Firmen im Fall von Fehlern sehr hohe Strafen zahlen müssen. Ein weiteres Problem betrifft kleine und mittelgroße Unternehmen und bitte glauben Sie mir, das gilt nicht nur für Firmen aus Polen, sondern alle Firmen aus der gesamten Europäischen Union, z.B. auch französische oder deutsche. Frankreich und Deutschland sind diejenigen Länder, die gleich nach Polen die meisten Arbeitnehmer entsenden. Im Fall Polens könnten verschärfte Auflagen dieser Richtlinie dazu führen, dass kleine und mittelgroße Unternehmen ihren Anteil am europäischen Markt verlieren. Für Polen bedeutet dies, dass 92.000 kleine und mittelgroße Unternehmen, die ihre Mitarbeiter entsenden, gefährdet sind. In Gefahr sind damit mehr als 400.000 Arbeitnehmer und ihre Familien, die von einer höheren Arbeitsvergütung profitieren. Zur Erinnerung: In Frankreich sind es im Schnitt etwa neun Euro, also ca. 40 Zloty pro Stunde, ähnlich wie in Deutschland. Für Polen bedeutet eine Einschränkung der Entsendung auch geringere Beitragseinnahmen für die Sozialversicherung (ZUS) um bis zu 500 Millionen Zloty monatlich! So viel könnte Polen also verlieren und somit sehr viel! Immer mehr Politiker in Europa behaupten allerdings, dass entsandte Arbeitnehmer örtliche Arbeitskräfte um Arbeit und Brot bringen. Die Arbeit an der Überarbeitung der Entsenderichtlinie basiert leider in hohem Maße auf der Perzeption, nicht auf Daten oder Fakten. Es gibt tatsächlich Politiker, die bemängeln, dass entsandte Arbeitnehmer örtlichen Arbeitskräften Jobs wegnehmen. Dies ist aber meist nichts weiter als Populismus gegenüber der Gesellschaft. In Wirklichkeit füllen entsandte Arbeitnehmer dank ihrer Qualifikation und Fähigkeiten jeweils Nischen auf dem Markt. So hätten meines Erachtens beispielsweise die Beneluxländer und Frankreich in den letzten Jahren gute Berufsfachleute vorbereiten können, aber sie haben diese Zeit verschlafen und es nicht getan. Deshalb mangelt es ihnen heute an Spezialisten in verschiedenen Berufen. Französische Firmen sagen
geradezu selbst, dass sie polnische Mitarbeiter brauchen. Und der Hauptgrund ist dabei keineswegs eine Suche nach billigen Arbeitskräften. Polnische Arbeitnehmer sind zuverlässig und beruflich gut vorbereitet für die Arbeiten, die sie im Rahmen ihrer Entsendung zu verrichten haben. Oft sind sie auch besser organisiert. Dennoch setzten Populisten ein Gleichheitszeichen zwischen Sozialdumping und Arbeitnehmerentsendung. Leider ja, bei einer legalen Entsendung haben wir aber nicht mit Sozialdumping zu tun. Sozialdumping liegt z.B. bei nicht angemeldeter Arbeit vor, die zurzeit in Europa unglaublich weit gediehen ist. In einigen Ländern gibt es schätzungsweise 20 Mal mehr Schwarzarbeiter als entsandte Arbeitnehmer, die europaweit weniger als ein Prozent der Arbeitskräfte ausmachen. Man kann somit nicht sagen, dass die Entsendung eine wesentliche Gefahr für örtliche Arbeitnehmer und Firmen ist. Bedauerlicherweise stellen Populisten die Entsendung als eine enorme Bedrohung dar. Aus diesem Grund basiert, wie ich schon sagte, die Arbeit an der Überarbeitung der Richtlinie auf Perzeption und nicht auf Analysen und Studien. Wie viele Arbeitnehmer aus Polen werden jährlich in Länder der Europäischen Union entsandt? Die jüngsten Daten sprechen von ca. 470.000 Entsendungen, darunter sind auch Fahrer. Ungefähr gleich ist auch die Zahl der entsandten Arbeitnehmer. Und in der gesamten Europäischen Union sind es zwei Millionen Entsendungen im Jahr. Nur zwei Millionen, d.h. nur knapp ein Prozent aller Arbeitnehmer in der EU. Es wird weltweit davon ausgegangen, dass Mobilität die Wirtschaft fördert. In den USA werden Instrumente eingeführt, die zur Mobilität anregen. Es wäre vielleicht sinnvoll, diesem Beispiel auch in Europa zu folgen.
Wirtschaft 9
Wie viel wird in Polen gearbeitet? Ein Pole arbeitet durchschnittlich 45 Stunden pro Woche. Die meiste Zeit am Arbeitsplatz verbringen jene Arbeitnehmer, die mehr als 3.999 Zloty verdienen sowie selbständige Unternehmer. Das geht aus einer Befragung von Kantar Millward Brown für Work Service hervor.
E
s wurde eine Dependenz zwischen der Arbeitszeit und den Verdiensten festgestellt, denn je mehr Stunden am Arbeitsplatz desto höher der Lohn. Dies bewahrheitet sich vor allem für Arbeitnehmer, die knapp 4 Tsd. Zloty verdienen sie verbringen über 50 Stunden pro Woche in der Arbeit. Die durchschnittliche Arbeitszeit der Personen, die zwischen 3 Tsd. und 3.999 Zloty verdienen, wurde auf 46,6 Stunden beziffert. Arbeitnehmer, die in die Gehaltsschere zwischen 2 Tsd. und 2.999 Zloty fallen, verbringen im Schnitt 43,8 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz. Am wenigsten arbeiten Beschäftigte, die weniger als 2.000 Zloty Lohn bekommen - durchschnittlich 42,2 Stunden wöchentlich.
Männer und Selbstständige arbeiten mehr Aus der Studie von Work Service geht auch hervor, dass Männer in Polen im Schnitt um 5,5 Stunden mehr arbeiten als Frauen. Das spiegelt sich auch bei dem Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern wieder.
Die meiste Zeit verbringen Selbständige auf der Arbeit. 72% der von Kantar Millward Brown Befragten Personen antworteten, dass sie mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten und die durchschnittliche Wochenarbeitszeit lag bei 55 Stunden. Im Bericht wurde auch festgehalten, dass 33% der Vollzeitbeschäftigten mehr als 40 Stunden pro Woche auf der Arbeit verbringt, dies soll wiederum davon zeugen, dass Überstunden im wesentlichen Arbeitnehmer mit Arbeitsverträgen betreffen. Teilzeitbeschäftigte arbeiten 33,8 Stunden pro Woche. Der Durschnitt für Personen mit Dienstleistungs- und Werkverträgen liegt wiederum bei 42,7 Stunden. Dies bestätigt die These der Nationalbank, die auf die steigende Zahl der Überstunden verweist, was wiederum Einfluss auf den Lohndruck nimmt. Ein niedriges Investitionsniveau zusammen mit dem Defizit an Arbeitskräften sind dafür verantwortlich, dass Unternehmen die Arbeitszeit der bereits Angestellten verlängern um die Produktion aufrechtzuerhalten. Langfristig ist dies keine Lösung, denn eine überarbeitete Person ist weniger leistungsfähig. Zusätzlich muss
man die Überstunden auch dem Arbeitnehmer zahlen. Das wird eine Steigerung der Personalkosten bewirken, was langfristig alle bei den Produktpreisen zu spüren bekommen - kommentiere Andrzej Kubisiak von Work Service. Auf der anderen Seite, wies Kubisiak darauf hin, dass die Arbeitnehmer auch rege mehr arbeiten, um sich höhere Gehälter zu sichern. Der Unterschied zwischen den Arbeitnehmern mit den höchsten und niedrigsten Gehältern liegt bei der Arbeitszeit von 8 Stunden pro Woche also einen Werktag - fügte er hinzu. Die oben genannten Daten, die im Rahmen des Arbeitsmarktbarometers präsentiert wurden, hat im Auftrag von Work Service, das Meinungsinstitut Kantar Millward Brown anhand einer Befragung von 515 Arbeitnehmern bereitgestellt.
von Piotr Piela
10 Wirtschaft
Unternehmen stoßen auf ihre Grenzen bei der Personalbeschaffung Bereits 60% der mittleren und großen Unternehmen in Polen beklagen sich über Probleme mit der Einstellung neuer Arbeitskräfte. Gleichzeitig ist dies auch das größte Hindernis für die Entwicklung der Unternehmen.
D
er polnische Arbeitsmarkt dreht gerade so richtig auf die Arbeitslosigkeit liegt auf einem Rekordtief. Zwar ist diese Entwicklung gut für die Arbeitnehmer, doch die Arbeitgeber stoßen so langsam an ihre Grenzen. Probleme mit der Personalbeschaffung erreichen ein beispielloses Ausmaß - berichtet Grant Thornton. Laut einer Auswertung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens beklagen sich mittlerweile 60% der mittleren und großen Unternehmen an der Weichsel, dass sie ein “großes” oder “sehr großes Problem” mit der Personalbeschaffung haben. Noch nie zuvor war diese Zahl so hoch
- lesen wir auf der Seite von Grant Thornton. Das Problem nimmt ein immer größeres Ausmaß an, denn noch im zweiten Quartal 2017 hatten 46% der Befragten Unternehmen damit zu kämpfen. Im Vorjahr waren es 32% und vor zwei Jahren 20%. Das Problem der fehlenden Arbeitskräfte ist mittlerweile kein makroökonomisches Problem, sondern ein Wirtschaftsfaktor, dass das Entwicklungspotenzial der gesamten Wirtschaft drückt.
Bremse für die Wirtschaft Der polnische Arbeitsmarkt ist seit Jahren durch eine strukturelle Fehlanpassung gezeichnet. Das bedeutet, dass es zwar viele Arbeits-
willige gibt, aber ihre Qualifizierung nur selten den Anforderungen der Arbeitgeber entspricht. Deswegen haben die Unternehmen in Polen große Probleme mit der Personalbeschaffung und jetzt, wo die Konjunktur sehr stark ist, nimmt das Problem noch zu und entwickelt sich zu einem bedeutenden Hindernis, einen Wirtschaftsfaktor, dass die Firmen und die ganze Wirtschaft an der Entwicklung hindert - erklärt Monika Smulewicz von Grant Thornton. Die Experten von Grant Thornton weisen auch darauf hin, dass zum ersten Mal seit 9 Jahren, also seit dem Polen zur globalen Befragung
Der polnische Arbeitsmarkt 11 aufgenommen wurde, die Unternehmer nicht die Bürokratie, sondern den Fachkräftemangel als größtes Hindernis für ihre Geschäfte an erster Stelle nannten. Sogar Probleme mit Aufträgen oder erschwerter Zugang zur Finanzierung wurden seltener als Hauptproblem und die Hauptbedrohung für die Weiterentwicklung genannt.
Größere Probleme gibt es nur in Japan Auch im internationalen Vergleich gehört Polen zur absoluten Spitze der Länder, in dem das Personalbeschaffungsproblem den Unternehmern zu schaffen macht. Noch vor kurzem lag Polen sehr nah am globalen Durchschnitt, nun ist man eines der Länder, in dem man den Fachkräftemangel zu spüren bekommen hat. Schlimmer ist es nur in Japan, wo dieses Problem von 76% der Unternehmen signalisiert wird. Polen liegt in diesem Ranking sogar höher als Deutschland und Österreich, also den Ländern, die weitgehend die niedrigsten Arbeitslosenraten hatten. Auf der anderen Seite bekommt Italien und Griechenland dieses Problem überhaupt nicht zu spüren, vor allem wegen der Krise und der steigenden Arbeitslosigkeit. Laut den Autoren der Studie, würde man in dieser Situation, in dieser sich die Unternehmen in Polen befinden, Gehaltserhöhungen erwarten. Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen diese These jedoch nicht. Die Veranlagung der Unternehmen, die Gehälter real zu steigern (oberhalb der Inflationsrate) hat nicht zugenommen, sondern minimal abgenommen. Zurzeit nehmen diesen Schritt innerhalb der kommenden 12 Monat nur 26% der Befragten in Betracht, was fast dem Durchschnitt der zwei letzten Jahre entspricht - so Grant Thornton. Die Umfrage wurde innerhalb der Forschungsstudie International Business Report von Millward Brown für Grant Thornton International durchgeführt. Insgesamt wurden 10 Tsd. Geschäftsführer von mittleren und großen Unternehmen in 33 Ländern befragt, darunter rund 200 aus Polen. von Piotr Piela
12 Wirtschaft
Bei der Einstellungsqoute ist Polen Top in Europa
Die Beschäftigung wächst an der Weichsel rasant und zwar trotz der Probleme mit der Personalbeschaffung, über die sich die Unternehmen immer lauter beklagen.
Der polnische Arbeitsmarkt 13
L
aut den Eurostat-Angaben wuchs die Anstellung in der EU im zweiten Quartal dieses Jahres, im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 0,4%. In Polen erreichte das Wachstum 0,8%. Ein besseres Ergebnis erzielte nur Spanien und Malta - wie das Statistische Amt der Europäischen Union mitteilte. Es ist überraschend, dass Polen so gut abgeschnitten hat, denn Unternehmen an der Weichsel beklagen sich regelrecht über Probleme mit der Einstellung neuer Arbeitskräfte. Aus dem Bericht der Europäischen Kommission geht hervor, dass dies bereits für 37% der Industrieunternehmen eine Entwicklungsbarriere
sei. Anfang der 90er des 20. Jahrhunderts war diese Quote noch nie so hoch, wie heute. Auch abseits Polens beklagen sich Arbeitgeber über Probleme mit der Personalbeschaffung. 15% der Unternehmen in europäischen Ländern beklagen sich durchschnittlich über dieses Problem. Prinzipiell gilt - je höher die Arbeitslosenrate und niedriger das Wachstum - desto weniger Probleme mit der Einstellung neuer Mitarbeitet. Beispiel? Spanien, wo die Arbeitslosenrate bei 17% liegt, deklarierten nur 1,5% der Unternehmen, dass sie Probleme mit der Anwerbung neuer Arbeitskräfte hatten.
Laut Eurostat haben zwischen April und Juni 129,5 Tsd. Personen einen Job in Polen gefunden. Zum Vergleich - in Spanien waren es rund 171,6 Tsd. Generell ist in Europa eine wirtschaftliche Erholung zu spüren. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs gleichzeitig um fast eine Million Arbeitnehmer. Polen ist für 13% der neu geschaffenen Arbeitsplätze verantwortlich. Die Einstellungsquote ist laut Eurostat nur in Rumänien, Kroatien sowie Lettland zurückgegangen. von Rafał Stelmaszewski
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Regionale Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt verwischen Laut dem Regionalen Arbeitsmarktbarometer, welches von Work Service vorbereitet wurde, sind dank der guten Konjunktur auf dem polnischen Arbeitsmarkt die regionalen Unterschiede zwischen Ost- und Westpolen nicht mehr so markant.
D
ie Arbeitslosenrate hält sich zwar ununterbrochen im Rekordtief, es gibt jedoch Regionen im Lande, in denen zweistellige Zahlen zum Vorschein kommen. Es handelt sich dabei um zwei Woiwodschaften - Ermland-Masuren (12%) sowie Kujawien-Pommern (10,4%). Die Lage am Arbeitsmarkt wird immer besser in letzter Zeit, vor allem in Ostpolen, wo die Arbeitslosenrate deutlich zurückgeht. Den gefühlt sichersten Arbeitsplatz glauben Arbeitnehmer im Südwesten Polens zu haben. Nur 6% fürchtet sich über einen Jobverlust. Auf dem anderen Ende der Skala befindet sich wiederum Ostpolen, wo 15,6% der Erwerbstätigen sich um ihren Arbeitsplatz Sorgen machen. Ein ähnliches Ergebnis (14,2%) erzielte man auch im zentralen Teil Polens, wie Work Service berichtet. Die Unterscheidung zwischen Polen A und Polen B verwischt immer mehr. Wenn wir auf die Angst um den Arbeitsplatz blicken, fällt gleich der Osten auf, aber wenn wir den Lohndruck analysieren wird klar, dass er im Osten hoch ist, denn 55,2% der Arbeitnehmer erwartet dort in nächster Zeit eine Gehaltserhöhung. Mit einer höheren Quo-
te können sich nur drei Woiwodschaften rühmen - Westpommern, Lebus und Großpolen. Gleichzeitig ist mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer in Ostpolen überzeugt, dass sie innerhalb von einem Monat einen neuen Job finden. Das ist auch ein deutlich besseres Ergebnis als im westlichen Teil des Landes. Das zeugt davon, dass der Wirtschaftsaufschwung immer größere Kreise im Lande zieht und die bisherigen regionalen Unterschiede immer geringer werden und sie sind nicht mehr so deutlich, wie es noch vor 2-3 Jahren der Fall war kommentierte Maciej Witucki, der Geschäftsführer von Work Service. Laut Work Service werden die meisten Arbeitsplätze in den kommenden Monaten in Südpolen entstehen. In den Woiwodschaften Kleinpolen sowie Schlesien planen mehr als die Hälfte der Unternehmen Neueinstellungen. Die Arbeitnehmer dürfte auch die Tatsache freuen, dass in dieser Region 13% der Arbeitgeber Gehaltserhöhungen planen. Interessanterweise sieht man auf der Karte auch Regionen, in denen sich Probleme mit der Personalbeschaffung deutlich machen. Knapp 75% der Unterneh-
mer aus dem südwestlichen Teil des Landes kann keine entsprechenden Arbeitnehmer finden. Diese Entwicklung wird sich in Gehaltserhöhungen wiederspiegeln - prognostiziert Andrzej Kubisiak von Work Service. Das bestätigt auch ein Blick auf die Karte. Im Norden sowie im Süden des Landes hat man die meisten Probleme mit der Anwerbung neuer Arbeitnehmer, dort deklarieren auch die meisten Unternehmer die Gehälter zu erhöhen. Das bedeutet, dass die Firmen, die auf einem immer mehr schwierigeren Markt konkurrieren auch zu eigener Tasche greifen, um mehr zu bieten - so Kubisiak. Die Daten, die im Rahmen des Arbeitsmarktbarometers präsentiert wurden, wurde im Auftrag von Work Service, von dem Meinungsinstitut Kantar Millward Brown anhand einer Befragung von 1.000 Arbeitnehmern und 300 Arbeitgebern, zur Verfügung gestellt. von Piotr Piela
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16 Wirtschaft
PFR gründet ein Start Up-Portal Der Polnische Entwicklungsfonds (PFR) hat eine Plattform für innovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gegründet, die Zuschüsse im Rahmen öffentlicher Programme suchen. Jungunternehmer sollen dort Informationen über potenzielle Investoren oder Quellen der Finanzierungshilfe finden.
D
ie Internetplattform startup. pfr.pl präsentiert das Angebot der Gruppe PFR für junge, innovative Firmen und hochtechnologische KMU, die nach Kapital suchen. Auf der Seite werden Lösungen und behilfliche Informationen auf jeder Etappe des Projekts zu finden sein - von der Ideenphase bis zur Auslandsexpansion. „Im Rahmen der Strategie zugunsten der verantwortlichen Entwicklung ist eines der Schlüsselelemente des Innovationswachstums, die Wertschöpfung der polnischen Wirtschaft. In Zusammenarbeit mit Entwicklungsinstitutionen der Gruppe PFR, unter anderem mit der Polnischen Agentur für die Entwicklung des Unternehmertums
(PARP) realisieren wir insgesamt über 30 Initiativen, die die Schaffung neuer Innovationsökosysteme in Polen fördern. Die Finanzierung der Innovationen ist eins unserer Prioritäten“ informierte der Vorsitzender von PFR, Paweł Borys. Auf der Plattform werden die Angebote des Polnischen Entwicklungsfonds sowie von PFR Ventures, PARP, der Landeswirtschaftsbank, der Agentur für Industrieentwicklung und der Polnischen Agentur für Investitionen und Handel dem Unternehmer näher gebracht. Sie sind nach den Bedürfnissen und der jeweiligen Entwicklungsetappe der Firma gruppiert. „Die Entstehung der Seite ist eine
Antwort auf die Bedürfnisse, die von den Start Ups gemeldet werden. Das Angebot der öffentlichen Einrichtungen im Bereich der finanziellen, bildenden und beratenden Unterstützung hat sich in den letzten Jahren so entwickelt, dass das Bedürfnis nach ihrer Ordnung und Personalisierung entstanden ist“ betonte Eliza Kruczkowska, Geschäftsführerin der Innovationsentwicklung bei PFR. PFR, also der Polnische Entwicklungsfonds ist eine Gruppe der Finanz- und Beratungsinstitutionen für Unternehmer, Selbstverwaltungen und Privatpersonen, die in die nachhaltige Sozial- und Wirtschaftsentwicklung investiert. von Paulina Kuc
Wirtschaft 17
Polen denken über erneuerbare Energiequellen nach Rund 22% der Polnischen Einwohner könnte in erneuerbare Energiequellen investieren. Vor allem Photovoltaikzellen erscheinen als interessant, was aus dem Bericht „Der Photovoltaik-Markt in Polen 2017“ hervorgeht.
A
us einem Bericht, der von dem polnischen Institut für Erneuerbare Energiequellen vorbereitet wurde, geht hervor, dass die Leistung der Photovoltaikanlagen in Polen im Vorjahr ca. 199 Megawatt erreichte. Die Gesamtleistung der erneuerbaren Energiequellen bezifferte man wiederum auf 8,5 Gigawatt. Obwohl der Anteil der Photovoltaik ununterbrochen seit 2014 wächst, ist er weiterhin gering und wird auf 2,3% an den erneuerbaren Energiequellen bemessen und auf 0,5% der Energie im nationalen Energiesystem. Auf dem Markt dominiert weiterhin die Windenergie, doch von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der PV-Anlagen, darunter auch Mikroanlagen in Haushalten. Ein Problem war früher, die Erlaubnis zum Netzwerkanschluss, aber in den gegebenen Legislativbedingungen hat man das Problem nicht
mehr. Eine Herausforderung, mit der die Mehrheit der Häuser sich messen muss, ist hingegen die Neigung und eine entsprechende Dachfläche Richtung Süden - erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur Newseria Innowacje Dr. Ing. Mateusz Lisowski von der Firma Enetech. Laut einer Umfrage des Meinungsinstituts CBOS, denken über Anlagen, die das Nutzen der erneuerbaren Energiequellen ermöglichen, 22% der Polen nach. Die Befragten wollen überwiegend (73%) Strom mit Hilfe von Photovoltaikzellen erzeugen. Umfrageteilnehmer die selbständig Wärmeenergie erzeugen wollen, bevorzugen wiederum Solarkollektoren. Den Markt könnten jedoch schon bald neue Lösungen im Bereich der Photovoltaik erobern.
Es werden zahlreiche Studien sowie Pilotprojekte geführt, die sich u.a. der Integration von Photovoltaik-Zellen mit Hauselementen, z.B. der Fassade bedienen - erklärt Lisowski. Einen Schub nach vorne könnten dem Markt auch Fördermittel verpassen. Viele Gemeinden setzten an der Weichsel stark auf erneuerbare Energiequellen und bieten mit Hilfe der EU eine Finanzierungshilfe für individuelle Investoren, die bis zu 85% der entstandenen Kosten entspricht. Man muss nur willig sein, die PV-Anlage auf dem eigenen Dach zu installieren und Energie für den Eigenbedarf zu produzieren. bearbeitet anhand newseria von Piotr Piela
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Wirtschaft 19
Polnisches Elektroauto könnte 2018 auf die Straße kommen Das Projekt, das gerade an der Weichsel realisiert wird, sieht vor dass man einen eigenen Kleinwagen baut, der im städtischen Verkehr Gebrauch findet. Gleichzeitig soll das polnische Elektroauto die Antwort auf die neuesten Trends sein, die gerade die Städte prägen. Der Preis soll auch mitspielen - 40-50 Tsd. Zloty klingen verlockend.
D
ie Ausschreibung zum polnischen Elektroauto geht in die zweite Phase. Zuerst sollte die Jury die besten Aufbaukonzepte aussuchen, nun werden diese gewählt, von denen Prototype gebaut werden. Was aber schon im Vorfeld klar war - das polnische Elektroauto wird ein Kleinstwagen, mit einer Fahrzeuglänge unterhalb 3,75 m.
gibt einige Herausforderungen die wir überwinden müssen, damit wir auch über dieses Segment nachdenken können. Vor allem ein gutes und bewährtes Produkt muss vorhanden sein, damit man auch die autonomen Funktionen einbauen kann. Das ist die Hauptaufgabe, die uns bevorsteht - erklärt Piotr Zaremba gegenüber Newseria.
Wir sind der Meinung, dass es eine Marktlücke füllen kann, die in ein paar Jahren entsteht. Es ist ein typisches Auto für den Stadtverkehr, welches intelligent den Stadtraum nutzt. Das was wir heute auf den Straßen sehen: Stau, Probleme mit Parkplätzen ist nur der Vorgeschmack von dem, das uns in 5 bis 10 Jahren erwartet - so Piotr Zaremba, der Chef des Projekts ElectroMobilityPoland, gegenüber der Nachrichtenagentur Newseria Innowacje.
Zaremba, der für das Projekt ElectroMobility Poland verantwortlich ist, unterstrich auch, dass das polnische Elektroauto mit Blick auf die Reichweite, nicht zum Wettkampf mit Fahrzeugen der Oberklasse antreten wird. Da im Auto kleinere Batterien eingebaut werden, wird auch der Preis niedriger ausfallen.
Grundsätzlich soll es sich um kein autonomes Fahrzeug handeln, doch die Autobauer garantieren, dass das Auto über einen angemessenen Komfort und Sicherheit verfügen wird. Vor allem, da am Elektroflitzer ein Team von erfahrenen Spezialisten arbeiten soll. Das Auto, dass in paar Jahren entsteht wird nicht autonomisch. Es
Reichweite spielt auch der Preis. Den Machern des polnischen Elektroautos liegt vieles daran, dass dieser niedriger ausfällt als der der Konkurrenz aus dem Ausland. Wenn wir ein Auto schaffen wollen, das massenweise verkauft wird, muss es auf dem polnischen Markt billiger sein, als Fahrzeuge die im Ausland hergestellt werden, also zwischen 40-50 Tsd. Złoty. Wenn wir auch Bedingungen schaffen, die Elektroautos in den Städten fördern, wird sich das Fahrzeug bei diesem Preis verkaufen - meint Piotr Zaremba.
Wir wollen, dass es ein billiges Auto wird. Nur dann haben wir die Chance, die polnischen Städte zu elektrifizieren. Unser Fahrzeug soll eine Reichweite von etwa 150 km garantieren. Das ist auch genügend für ein Stadtauto. In Polen werden durchschnittlich 18 Kilometer mit einem Auto pro Tag gefahren, was wiederum bedeutet, dass man ein Fahrzeug mit 150 Kilometern Reichweite von Montag bis Freitag ohne Ladung nutzen kann - so Zaremba.
Doch der Weg zur Serienproduktion ist alles andere als kurz. Bevor diese beginnt, muss das Auto alle technologischen Phasen durchdringen - vom Prototyp bis zur ersten und zweiten Kurzserienproduktion. Dies wird sich dementsprechend auch zeitlich in die Länge ziehen, denn zwischen den Beiden letzten Etappen muss ein Abstand von ein paar Monaten eingehalten werden. Piotr Zaremba erklärte, dass man allerdings 2018 die ersten Elektroautos auf polnische Straßen bringen will. Eine Serienproduktion wäre eine Frage von ein paar Jahren.
Eine entscheidende Rolle neben der
von Piotr Piela
20 Wirtschaft
Wohnungspreise ziehen an Rekordwerte bei Wohnungsverkauf und hohe Aktivität der Bauunternehmen spiegeln sich in steigenden Preisen wieder, die momentan auf einem Sechsjahreshoch liegen - berichten Analytiker von Home Broker und Open Finance.
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nnerhalb eines Jahres sind die Wohnungspreise in polnischen Städten um 3,4% angezogen. Diese Entwicklung wurde noch kräftiger im letzten Halbjahr, wo die Preise um 5,7% gestiegen sind berichtet Home Broker und Open Finance, unter Berufung auf den Index der Transaktionspreise, der mit 859,84 Punkten den höchsten Wert seit 2011 erreichte. Von dem Preisanstieg sind alle wichtigen polnischen Städte, vor allem Danzig (+11,5%) und Lodz (28,1%), gezeichnet. Der Wert eines durchschnittlichen Geschäfts
steigt, da die Käufer immer öfters neue Wohnungen mit gefragter Lage suchen. Analytiker von Open Finance und Home Broker berichten auch von Preiszuwächsen pro Quadratmeter der gekauften Wohnungen. Neben Danzig und Lodz stiegen die Preise u.a. auch in Posen (+7,5%), Krakau (+4,3) sowie in Warschau und Breslau (siehe Tabelle). Die teuerste polnische Stadt bleibt ununterbrochen Warschau, mit mehr als 7350 Zloty pro Quadratmeter - berichten die Experten. Neben den Preisen stieg auch die Zahl der Genehmigungen für den
Wohnungsbau. Zwischen Januar und Juli 2017 wurden von Bauunternehmen 80 Tsd. Anträge gestellt - um 40% als im Vorjahreszeitraum - hieß es im Bericht. Damit verbunden sind auch die steigenden Zahlen von angefangenen Bauvorhaben (+28%) sowie der fertiggestellten Wohnungen (+10%). Diese Entwicklung ist zweifelsohne auf das starke Kundeninteresse zurückzuführen, denn die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot. von Piotr Piela
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22 Wirtschaft
Moody’s mit neuer Wachstumsprognose für Polen Die polnische Wirtschaft soll heuer um satte 4,3% wachsen - berichtet die Ratingagentur. Zuvor ist man von 3,2% ausgegangen.
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in BIP-Wachstum oberhalb der Erwartungen und die finanzielle Lage fördern Polens Kreditwürdigkeit - das geht aus dem neuesten Bericht der US-Ratingagentur Moody’s hervor. Dementsprechend wurden auch die Wachstumsprognosen von 3,2% auf 4,3% angehoben. Das Defizit der öffentlichen Finanzen wurde ebenfalls neu eingeschätzt und soll 2,5% des BIP erreichen. Früher sind die Analytiker von Moody's noch von 2,9% ausgegangen.
Die Ratingagentur schätzt, dass der wirtschaftliche Aufschwung bis zum Jahresende anhalten wird. Diese positive Entwicklung wird laut Moody's von Privatkonsum sowie dem zwar langsamen aber stabilen Anstieg im Bereich der Investitionen, was die günstigen Bedingungen im Umfeld sowie das Eintreffen höherer EU-Förderungen widergespiegelt. Ein höheres Wachstum und eine bessere Umsetzung des Haushaltsplanes steigern die Chance,
dass das Haushaltsdefizit auch im dritten Jahr nacheinander unter der 3%-Grenze des BIP bleibt - so Moody's. Neue Prognosen, die so optimistisch ausfallen, können sich auch in einer höheren Bonitätseinstufung wiederspiegeln. Für eine Abstufung spricht sehr wenig. Eine Anhebung des Ratings sei durchaus möglich.
von Anna Rosenthal
Was hat John Lennon und John Lemon gemeinsam? Die Limonade „John Lemon“ muss in ganz Europa aus den Geschäftsregalen verschwinden. Das alles wegen der Witwe von John Lennon, Yoko Ono.
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as Unternehmen aus Kattowitz, welches die Süßgetränke produziert, hat eine Vereinbarung mit Yoko Ono unterschrieben, wonach alle Flaschen mit der bisherigen Etikette verschwinden müssen. Der Name des Getränks wird verändert und erst dann wieder in den Verkauf gebracht. Schuld daran ist der Name, „John Lemon“, der laut Yoko Ono an den bekannten Musiker erinnert. Das Unternehmen hat
sich auf die Vereinbarung eingelassen, weil es keinen kostspieligen Prozess riskieren möchte, der die Firma zum Konkurs führen könnte. Die Witwe von John Lennon möchte nicht, dass man an ihrem verstorbenen Mann Geld verdient. In Sorge um den guten Ruf des Namens des Beatles drohte sie den Polen mit einem Prozess. Der Name „John Lemon“ wird also in „On Lemon“
geändert, die Produzenten versichern jedoch, dass der Inhalt und der Geschmack derselbe bleibt. Die Änderung des bereits bekannten Namens könnte die Verkaufszahlen der Firma deutlich zum Sinken bringen, die im letzten Jahr 6 Millionen Flaschen in 20 europäischen Ländern verkauft hat. von Paulina Kuc
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Polnische Mikrounternehmenslandschaft
Im Jahr 2016 haben 2. 400 000 Menschen ein Mikrounternehmen - eine Firma mit weniger als neun Angestellten - in Polen geführt. Gemäß den Informationen des Statistischen Hauptamtes (GUS) sind es 5,2% mehr als im Jahr 2015.
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aut den Angaben von GUS wuchsen die Einnahmen solcher Firmen im Jahresvergleich um 7,1%, die Zahl der Belegschafft ist hingegen um 5,1% gestiegen. Das Finanzergebnis war auf dem gleichen Niveau wie 2015 und betrug 124,9 Milliarden Zloty. Im Vergleich zu 2010 ist es ein Anstieg um 34,7%. Der Kostenindex für Mikrounternehmen betrug 88,1% (im Jahr 2015 - 87,2%). Die meisten Firmen dieser Art gehören einer natürlichen Person (90,5%),
nur 9,5% gehören einer rechtlichen Person oder einer Organisation ohne Rechtspersönlichkeit. Die Mehrheit der Unternehmen aus dieser Gruppe befasst sich mit dem Handel und der Autoreparatur (24%), außerdem werden auch freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten (13,2%) ausgeführt. Nach ein paar Jahren kleinerer Beteiligungen gibt es heuer wieder mehr Mikrobauunternehmen (12,7%). Die meisten
Mikrofirmen befinden sich in der Woiwodschaft Masowien (18,8%), Schlesien (11%) und Großpolen (10,2%), die wenigsten wiederum in Oppeln (2%), Podlachien (2,4%) und Lebus (2,4%). von Paulina Kuc
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KKPP: Business wie maßgeschneidert Mit Alicja Górska, der Vorstandsvorsitzenden des Industrieparks Kandrzin-Cosel, sprach Krzysztof Świerc. Seit wann gibt es den Industriepark Kandrzin-Cosel (KKPP), was waren die ursprünglichen Zielsetzungen und wie viele davon konnten erfolgreich umgesetzt werden? Den KKPP gibt es als eine GmbH seit dem 26. März 2001. Über die Jahre hat der Industriepark allerdings evolviert und seine Ziele konkretisiert. Dabei stand aber schon immer die Stärkung des wirtschaftlichen Potenzials der Stadt Kandrzin-Cosel im Mittelpunkt. Heute ist der KKPP eine Firma aus dem Unternehmensumfeld, an der die Stadt Kandrzin-Cosel, die Unternehmensgruppe Azoty ZAK und die JPM Holding beteiligt sind. Dabei sind wir auch auf dem Immobilienmarkt aktiv, indem wir Grundstücke und Gebäude besitzen, viele Projekte koordinieren und Investitionsflächen verwalten. Investitionsflächen verwalten hängt sicherlich auch damit zusammen, nach Investoren zu suchen. Welche Anreize haben Sie für diese parat? Wir sprechen hier ganz konkret vom Südlichen Feld. Es sind gut 60 Hektar erschlossener Investitionsflächen mit sämtlichen Anschlüssen, aufgeteilt in Grundstücke zwischen 0,5 und 8,5 Hektar, die je nach Erwartungen des Investors auch zusammengeschlossen werden können. Unsere Anreize sind dabei unter anderem der industrielle Charakter der Stadt, eine gute wirtschaftliche Basis, engagierte und unterstützungsbereite Kommunalbehörden, aufgeschlossene Menschen sowie ein hoher Bestand an Spezialisten und Fachleuten. Dabei setzen wir auf fachspezifische Bildung, darunter duale Bildungsprojekte, wo der Unterricht an Berufs- und Oberschulen mit Praktiken in Unternehmen kombiniert wird. Wir haben auch eine Hochschule mit technischen Fachrichtungen und sind auf Wunsch des Investors ein Ort für Kandidaten aus benachbarten Gemeinden und Städten. Dies ist ein großer Pluspunkt in einer Zeit, da der Arbeitsmarkt zum Arbeitnehmermarkt wird und die Richtwerte Effizienz
und Qualifikation ein zentraler Bestandteil der Unternehmensführung sind. Unsere nächste, übrigens sehr messbare Stärke ist unsere Möglichkeit, auf Vergünstigungen zuzugreifen: zum einen wirtschaftszonengebundene, denn die angesprochenen Gelände liegen im Wirkungsbereich der Sonderwirtschaftszone Kattowitz (KSSE), und zum anderen auf Vergünstigungen seitens der Gemeinden in Form der Befreiung von der Immobiliensteuer! Sagen Sie bitte genauer, welche Vergünstigungen interessierte Unternehmen in der KSSE erwarten können. Die Ermäßigungen bei der Körperschaftssteuer für Firmen, die in der Kattowitzer Sonderwirtschaftszone investieren, können nach einem doppelten Schlüssel berechnet werden. Eine Option ist die Steuerbefreiung auf der Basis der Investitionskosten. Dies bedeutet, dass bei großen Unternehmen die Steuerermäßigung in Polen insgesamt bis zu 25 Prozent betragen kann. Und in unserer Woiwodschaft Oppeln sind es sogar bis zu 35 Prozent der Investitionskosten. Bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen beträgt die Steuerbefreiung entsprechend um 10 und 20 Prozent mehr. Die zweite Option ist eine Steuerbefreiung auf der Basis der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Hier beträgt die Steuerbefreiung in Polen insgesamt bis zu 25 Prozent und in Kandrzin-Cosel sind es 35 Prozent der zweijährigen Beschäftigungskosten der neugeschaffenen Arbeitsplätze in der Wirtschaftszone! Bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen beträgt die Steuerbefreiung auch hier entsprechend um 10 und 20 Prozent mehr. In welchen weiteren Bereichen außer Steuern werden poten-
zielle Investoren von der Stadt Kandrzin-Cosel unterstützt? Gemäß dem Beschluss der Stadt Kandrzin-Cosel zur Festsetzung einer Befreiung von der Immobiliensteuer als regionale Investitionshilfe und zu den Voraussetzungen der Gewährung sind Immobiliensteuerbefreiungen für einen Zeitraum von fünf Jahren beschlossen worden. Und im Rahmen des Programms für regionale Investitionshilfe gibt es auch Steuerbefreiungen für neue Investitionen in Zusammenhang mit Wirtschaftsaktivitäten auf Investitionsflächen der Stadt Kandrzin-Cosel, zu denen Grundstücke, Gebäude und Bauten gehören. Die Gewährung erfolgt nach den Regeln und zu Bedingungen des örtlichen Rechtsaktes und der Verordnung des Ministerrates zu den Voraussetzungen einer Befreiung von der Immobiliensteuer und der Transportmittelsteuer als regionale Investitionshilfe, Förderung
Wirtschaft 25 der Kultur und der Erhaltung kulturellen Erbes sowie auch Förderung der Sportinfrastruktur und der multifunktionalen Freizeitinfrastruktur. Wie stellen Sie sich den KKPP sagen wir mal in zehn Jahren vor? Meine Vision ist eine wirtschaftlich starke Stadt und Region mit Firmen, die dynamisch, zielbewusst und dabei auch umweltschonend arbeiten. Ich möchte auch, dass die Unternehmer sich von unserer Qualifikation und Arbeitskultur überzeugen und folglich mit ihren Stellenangeboten und Produktionsprofilen weitere junge Menschen zu uns holen, die neben einer Anstellung in einer guten Firma gegen gute Bezahlung auch einen guten Lebensort in Kandrzin-Cosel finden können – einen Ort mit guten Wohnungs-, Bildungs- und Kulturressourcen. Mir schwebt auch vor, dass die Oder schiffbar wird und von der Stadt optimal als logistisches Werkzeug genutzt werden kann und dass der Investor, den wir 2017 für unseren Hafen gewonnen haben, unsere Stadt zu ihrer historischen Rolle als einem der größten Binnenumschlaghäfen in Europa verhilft! Ich glaube fest daran, dass die Oder in Zukunft nicht mehr neidisch auf den Rhein blicken wird, sondern vielmehr die Landkarte der europäischen Wasserwege bedeutend erweitert. Ich persönlich arbeite daran, wenigstens ein kleiner Teil der für Kandrzin-Cosel wichtigen Projekte zu werden. Das unlängst eröffnete Servicecenter für Investoren soll, wie schon der Name andeutet, Unternehmer vor Ort betreuen und unterstützen. Hat man sich dort auch andere Aufgaben gesetzt? Das Servicecenter für Investoren, dass wir im September dieses Jahres eröffnet haben, ist kein Selbstzweck. Es ist für uns ein Tool, um unser Angebot zu positionieren, und eine Plattform für Dialog und Zusammenarbeit mit Investoren. Es ist auch ein Ort, wo der interessierte Unternehmer sämtliche Auskünfte über die Voraussetzungen für eine Einholung der erforderlichen Genehmigungen erhält und wo er Mitarbeiter anhand von Arbeitnehmerdatenbanken vonDienstleistungsfirmen und Nachwuchsschulen einstellen kann. Wir wollen auch bei der Erfüllung der
Prozeduren assistieren und dem Investor entgegenkommen, denn es ist uns ein Anliegen, dass das Servicecenter offen für Coworking ist, kooperationswillige Firmen im Hinblick auf Synergien und Bedürfnisse zusammenbringt und nicht zuletzt auch den Spezialchemiecluster CHEM-STER, dessen Koordinator wir sind, unterstützt. Eine wichtige Information ist auch, dass wir die Kompetenz unseres Centers über Gespräche mit Investoren aufbauen. Wie wollen Sie deutsche Unternehmer dafür überzeugen, gerade im KKPP zu investieren? Das scheint mir nicht gerade einfach zu sein, zumal diese das ja an viel größeren, bekannteren und angesehenen Standorten tun können, und zwar nicht nur in Polen, sondern auch in anderen europäischen Staaten, die ja geradezu um deutsche Unternehmen ringen. Hier stellt sich die Frage, ob ein Investor nach Prestige sucht oder aber nach einem „maßgeschneiderten” Standort für sein Unternehmen? Wenn wir von einem guten Standort sprechen, von Projektökonomik, Engagement oder guten Arbeitskräften, so laden wir sie zu uns ein. Und wen? Wir sind definiert in zwei äquivalenten Dimensionen: als ein Ort für große Industrie – davon spricht der Raumordnungsplan – und auch als Umfeld für Chemieriesen wie die Unternehmensgruppe Azoty ZAK, Brenntag Polska, JPM Holding S.A. und andere Industriefirmen, sowohl polnische, als auch solche mit deutschem, chinesischem oder US-amerikanischem Kapital. Es sind u.a. Air Products Sp. z o.o., PCC Synteza S.A., Messer Polska Sp. z o.o., SILEKOL Sp. z o.o., RUETGERS Poland Sp. z o.o. (eine sehr bekannt deutsche Firma), Global Colors Polska S.A., CEWE Polska, Mexeo, Solveco S.A., Warter Sp. J., ICSO Chemical Produktion Sp. z o.o. Parallel sind wir eine Chance für kleine und mittelgroße Unternehmen, die sich auf ihre jeweilige Geschäftstätigkeit spezialisieren und über Spezialtechnologien verfügen, die sie in die Betriebshallen des Südlichen Feldes übertragen möchten. Unsere Stärke ist zweifellos auch die gut verwertete Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie, basierend auf dem Blachownia- Institut für Schwere Organische Synthese. Zudem haben wir eine her-
vorragende Lage, denn nur wenige Stunden trennen unsere Region von Deutschland und wir liegen dabei zwischen den großen Ballungsgebieten Kattowitz und Breslau. Hinzu kommt die Nähe zu Tschechien und der Slowakei, und das sind gute Absatzmärkte. Sind aufgrund der langen Tradition der chemischen Industrie in Kandrzin-Cosel deutsche Chemieunternehmen im KKPP willkommener als Firmen aus anderen Branchen? Oder hat das keine größere Bedeutung? Deutsche Chemiefirmen, die sich für eine Ansiedlung bei uns entscheiden, kommen damit in eingroßes Chemieindustriegebiet, das seine Produkte in alle Welt liefert. Von daher könnte die Geschichte Kandrzin-Cosels für sie von großer Bedeutung sein. Es gibt hier aber auch logistische Potenziale, Rohstoffe, Komponenten, Halbprodukte und die Option, eine Liefer-Abnehmer- Beziehung aufzubauen. Dies sind zweifellos starke Trümpfe. Gleichwohl stehen wir auch Unternehmen aus anderen Branchen sowie deutschen Startups sehr offen gegenüber. Eines möchte ich zudem betonen: Kandrzin-Cosel hat zwar eine industrielle und chemische Geschichte, aber es hat in dieser Hinsicht ja auch eine Zukunft und ist gern bereit, über jedes Business zu sprechen, ohne Einschränkungen und Abgrenzungen. Wie schätzen Sie Kandrzin-Cosel als Stadt ein? Ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit knapp 60.000 Einwohnern, ein Zentrum der polnischen Chemie, eine Oder-Stadt mit Geschichte. Ein Ort, an dem Menschen mit verschiedenen Wurzeln zusammenkommen, mit einem reichhaltigen Bildungsangebot und einer Hochschule. Kandrzin-Cosel ist auch eine ehrgeizige und entwicklungsorientierte Stadt mit erstklassigen Arbeitskräften und einem hohen Arbeitsethos. Ein Pluspunkt ist auch, dass sie nicht überbevölkert ist, und dabei ist sie voller Charakter, offen für Neues und Innovationen und mit einem multidimensionalen Wirtschaftsraum. Es lohnt sich, uns kennenzulernen!
26 Wirtschaft
Was zeichnet einen polnischen Ladenbesitzer aus? Ein Mann im Alter von 41-50 Jahren mit Abitur oder Hochschulausbildung, der seit 20 Jahren arbeitet, doch erst seit fünf im Einzelhandel tätig ist. Das ist der statistische Ladenbesitzer. Jeder Zweite führt sogar zwei Geschäfte.
A
us dem Bericht der Polnischen Handelskammer und Eurocash folgt, dass unter den Besitzern der Einzelhandelsgeschäfte Männer (63%) dominieren. Meistens sind sie im Alter von 41-50 Jahren, doch die Läden führen Vertreter aller Altersgruppen, von 30 bis 60. Öfters sind es auch Menschen mit Abitur (53%) oder Hochschulabschluss (33%). 60% sind seit 20 Jahren beruflich aktiv. Viele von ihnen haben den Laden in den 90er Jahren eröffnet und meistens haben sie es getan, um sein eigner Herr zu sein (28%) oder mehr zu verdienen (15%). Doch 14% der Ladenbesitzer sind Nachfolger, die das Geschäft übernommen haben.
Es stellt sich heraus, dass der selbstständige Handel in zwei Gruppen aufgeteilt ist: die Einen, mit nur einem Laden (51%) und die mit zwei oder mehr (49%), ungefähr 12% von ihnen haben sogar mehr als 5 Geschäfte. Ganze 18% planen eine Eröffnung der nächsten Filiale in den folgenden 12 Monaten, die meisten im Franchising Modell. Der Grund dieser Alternative ist öfters die gemeinsame Lieferquelle, die leicht erkennbare Marke oder niedrige Kosten der Vermarktung.
des Geschäfts. Wichtig ist auch die Beziehung mit dem Kunden (37%). 18% der Befragten finden, dass das Aussehen des Ladens auch entscheidend ist - der soll nämlich modern sein. Die größte Herausforderung ist für 58% der Ladenbesitzer die Konkurrenz, meistens die von großen Handelsketten, darunter auch Diskonten. Auf dem zweiten Platz landete die Firmevon Paulina nentwicklungsbarriere (44%).Kuc Nur 2% fürchtet sich vor Internetshops.
Mehr als die Hälfte der Ladenbesitzer sieht Chancen für die Firmenentwicklung im guten Angebot
Quelle: GUS
Wirtschaft 27
Polnische Gesellschaft schrumpft In 13 Jahren wird die polnische Gesellschaft älter und sie wird schrumpfen, so lautet die Prognose des Statistischen Hauptamtes für das Jahr 2030. Laut dem Bericht werden in den meisten Gemeinden über 20% der Bewohner Senioren sein.
U
nter 2478 polnischen Gemeinden wird die Zahl der Einwohner in 1665 Gemeinden schrumpfen. Darunter sind 1007 Kreise, in denen so ein Fall über 5% betragen wird und in 322 sogar über 10%. Die meisten von ihnen befinden sich in den Woiwodschaften im Osten Polens, also in Podlachien und Lublin. Am meisten wird die Bevölkerung der Gemeinde Hela sinken, es werden ganze 29% sein. In polnischen Städten mit über 100 Tausend Einwohnern sieht die Situation gar nicht besser aus. Nur in
sechs von ihnen wird die Bewohnerzahl wachsen, das sind: Rzeszów, Warschau, Danzig, Krakau, Breslau und Grünberg in Schlesien. Davon werden auch die umliegenden Gemeinden profitieren, weil die Ballungsgebiete mit ihren Stellenangeboten Menschen anziehen werden, die sich im umliegenden Terrain besiedeln werden. Eine relativ gute demografische Situation werden die Woiwodschaften Kleinpolen, Pommern, Großpolen und der zentrale Teil von Masowien haben.
Die Polen werden jedoch immer noch älter - bereits im Jahr 2016 lebten in den meisten polnischen Gemeinden mehr Menschen im Postproduktions- als im Vorproduktionsalter. Bis 2030 wird es nur in 160 Kreise mehr jüngere als ältere Bewohner geben. von Paulina Kuc
Gemeinden, in welchen die einwohnerzahl in Jahren 2017-2030 am meisten sinken wird Gemeinde
Kreis
Woiwodschaft
Hela
Pucki
Pommern
Dubicze Cerkiewne
Hajnowski
Podlachien
Milejczyce
Siemiatycki Podlachien
Orla
Bielski
Podlachien
Dołhobyczów
Hrubieszowski
Lublin
Czyże
Hajnowski
Podlachien
Telatyn
Tomaszowski
Lublin
Nurzec – Siemiatycki Podlachien Stacja TrzeszczaHrubieLublin ny szowski Grodzisk
Siemiatycki Podlachien
Gemeindetyp Stadtgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde Landgemeinde
Fall der Einwohnerzahl (%) -28,9 -25,1 -24,3 -22,8 -21,8 -21,2 -20,5 -19,1 -18,9 -18,2
28 Wirtschaft
Probleme mit der Kommerzialisierung Polen entwickeln innovative Technologien auf Weltniveau, doch ihre Kommerzialisierung ist nicht leicht.
G
emäß dem Bericht „Komercjalizacja badań naukowych: Spojrzenie inwestorów i naukowców”, also die Kommerzialisierung wissenschaftlicher Forschungen: vorbereitet von den Investoren und Wissenschaftlern des Nationalen Zentrums für Forschung und Entwicklung (NCBR), ist das Hindernis für Investitionen in die Kommerzialisierung wissenschaftlicher Forschungen das hohe Risiko, mit dem sie verbunden sind. „Wir bemühen uns Unternehmen, Reformer und auch Wissenschaftler zu unterstützen", sagte Marcin Lewenstein von der Firma InnoEnergy. Wie er hervorhebt, fällt es vor allem den zuletzt Erwähnten schwer, da sich ihre wissenschaftlichen Kompetenzen von denen, die für die Technologie-, Produkt- und Dienstleistungsentwicklung von Bedeutung sind, unterscheiden. Wie aus dem Bericht der NCBR folgt, stimmt 79% der befragten Investoren der These zu, dass die Investition in die Kommerzialisierung von
Forschungsergebnissen riskanter ist, als andere. Nur 17% sind anderer Meinung. Aus dem Bericht folgt auch, dass 18% der Forscher mit Erfolg die Kommerzialisierung ihrer Forschungen abgeschlossen haben. Über 40% führte ähnliche Versuche durch und man erlebte entweder noch keine sichtbaren Effekte oder man weiß bereits, dass ihre Wirkungen sich nicht in einen finanziellen Gewinn umwandeln werden. Laut Lewenstein ist das Produkt der Arbeit von Wissenschaftlern meistens eine Publikation, eine Doktorarbeit oder ein Zuschuss. Was in der Wirtschaft zählt, ist die Möglichkeit der Kommerzialisierung der Technologie, die auf den Markt und an die Kunden gelangen soll. Der Bericht zeigte auch, dass in den letzten Jahren wesentliche Veränderungen stattgefunden haben, die den polnischen Innovationen eine strahlende Zukunft ankündigen. Wenn es um die IT und die IKT Branche geht, hat Polen ein sehr großes Potenzial Spitzenreiter zu werden. Für Wissenschaftler sind beson-
ders die Marktnischen interessant, also Technologien die mit elektromagnetischem Netzwerkmanagement, Cybersicherheit, Nachfrageverwaltung, Entwicklung von Lösungen zu tun haben, die die vorzeitige Prognose des Gerätzustands ermöglicht, dass von der Energiewirtschaft benutzt wird, sodass man die Häufigkeit der Renovierungen und ungeplanter Gerätewechsel minimalisieren kann. Die positiven Erfahrungen der Kommerzialisierung beruhen Seitens der Forscher und Investoren meistens auf persönlichen Beziehungen und reibungsloser Arbeit der Vermittler, die Erfahrung in der Zusammenarbeit auf der Schnittstelle von Forschung und Handel haben. Eine besonders große Herausforderung ist die Kommerzialisierung der Forschungen auf dem Energiemarkt. Hier unterstützt InnoEnergy die Projekte durch Finanzierung und Internationalisierung. von Paulina Kuc
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30 Wirtschaft
Polnischer Automobilmarkt wird es ein Rekordjahr? In den ersten fünf Monaten dieses Jahres betrug der Export des polnischen Automobilmarktes ganze 11 Milliarden Euro. Man vermutet, dass es ein Rekordjahr wird.
I
m Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2016 beobachten wir ein Wachstum um ganze 11,4%. Laut AutomotiveSuppliers.pl wird der Export 2017 Rekorde brechen und die Grenze von 26 Milliarden übertreten. Man schätzt mit einem jährlichen Wachstum in Höhe von 3 Milliarden Euro. Die polnischen Produkte werden meistens nach Deutschland (29,5%), Italien (9,3%) und Tschechien (8%) exportiert. Meistens sind es Autoteile und Zubehör, deren Verkauf 4,8 Milliarden Euro eingebracht hat. Der Export von Personenkraftwagen und Kombiwagen betrug 3,2 Milliarden Euro, was ein Wachstum von 5,1% bedeutet. Es ist möglich, dass in den nächsten Jahren weitere Rekorde gebrochen werden und zwar dank der vielen Investitionen - meistens in die Autoteile-, Komponente- und Motorproduktion. von Piotr Piela
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32 Wirtschaft
Wie verjähren Geldschulden und -Forderungen in Polen? Zum Autor: Aleksander Giehsmann, in Polen als Rechtsanwalt zugelassen. Er führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wrocław und Kędzierzyn-Koźle, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Unternehmensführung rechtlich begleitet. www.adwokat-agk.pl
Wer Geschäfte abschließt, dem soll bewusst sein, dass es passieren kann, obwohl alles vertragsgemäß erfüllt wurde, dass sein Geschäftspartner für die erbrachte Leistung nicht bezahlen wird. Nicht sofort entscheidet sich jeder die Forderung gerichtlich einzuziehen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Geldforderungen nicht ewig eingezogen werden können, da sie der sogenannten Verjährung unterliegen. Es ist gut zu wissen, wie die Verjährungsfristen in Polen laufen und wie man sie unterbrechen kann, damit die Forderungen gegen einen Schuldner nicht verloren gehen.
Was ist die Verjährung? Die Geltendmachung von Ansprüchen unterliegt einer zeitlichen Grenze. Das bedeutet, dass sich nach Ablauf einer durch das Gesetz festgelegten Frist eine Forderung entkräftet und der Schuldner die Erfüllung verweigern kann. In solchen Fällen kann der Gläubiger seinen Anspruch nicht mehr vor dem Gericht durchsetzen, obwohl er weiterhin bestehen bleibt. Bei dem oben genannten Beispiel handelt es sich um die Verjährung. Die Institution der Verjährung soll der Erhaltung der Rechtssicherheit und des Rechtsfriedens dienen. Der Schuldner soll damit vor der Geltendmachung veralteter Ansprüche geschützt werden, was damit gerechtfertigt ist, dass der Ablauf der Zeit die Verteidigung grds. immens erschwert.
Regelmäßige Verjährungsfrist Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt in Polen 10 Jahre. Wenn jedoch der Anspruch im Zusammenhang mit der Ausübung einer wirtschaftlichen Tätigkeit entstanden ist, beträgt die Verjährungsfrist nur 3 Jahre. Die Frist von 3 Jahren betrifft auch die Ansprüche auf periodische Leistungen, z.B. die Zinsen. Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt an dem Tag abzulaufen, an dem der Anspruch fällig geworden ist. Hängt die Fälligkeit der Forderung von der Vornahme einer bestimmten Handlung durch den Berechtigten ab (wie etwa einer Zahlungsaufforderung), so beginnt die Verjährung an dem Tag abzulaufen, an dem der Anspruch fällig geworden wäre, wenn der Berechtigte die Handlung frühestmöglich vorgenommen hätte. Ein Beispiel wäre hier der Ablauf einer Zahlungsfrist. Die Verjährung von Unterlassungsansprüchen beginnt dagegen an dem Tag abzulaufen, an dem derjenige gegen den der Anspruch geltend gemacht worden ist, dem Anspruchsinhalt entgegengehandelt hat. Hierbei sollte man einen wichtigen Unterschied zu der Gesetzeslage in Deutschland beachten. Nach polnischem Recht beginnt die Verjährungsfrist genau an dem Tag abzulaufen, an dem der Anspruch fällig geworden ist, und nicht erst mit dem Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Der Gläubiger muss daher die Verjährungsfrist für jede Forderung separat berechnen und darauf achten, dass er sie aus Versehen nicht verliert.
Besondere Verjährungsfristen Von den regelmäßigen Verjährungsfristen gibt es auch Ausnahmen. Die wichtigsten sind die Folgenden: • Ansprüche aus einem Kaufvertrag, der im Tätigkeitsbereich des Unternehmens des Verkäufers abgeschlossen wurde, verjähren nach Ablauf von 2 Jahren. • Ansprüche aus einem Werkvertrag verjähren nach Ablauf von 2 Jahren ab dem Tag der Übergabe des Werkes, und falls das Werk nicht übergeben worden ist, nach Ablauf von 2 Jahren ab dem Tag, an dem es übergeben werden sollte. Man muss beachten, dass diese Verjährungsfrist nur für den Werkvertrag bestimmt wurde, aber keine Anwendung für den Bauvertrag findet. Ob der Vertrag zwischen den Unternehmern abgeschlossen wurde, ist dabei ohne Belang. • Ansprüche des Vermieters gegen den Mieter auf Schadensersatz wegen Beschädigung oder Verschlechterung der Mietsache, sowie Ansprüche des Mieters gegen den Vermieter auf Erstattung
Wirtschaft 33 von Aufwendungen auf die Mietsache oder auf Erstattung von überschüssigem Mietzins, verjähren nach Ablauf von 1 Jahr ab dem Tag der Rückgabe der Mietsache. Ob die Parteien unternehmerisch tätig sind, ist nicht relevant. • Ansprüche des Verleihers gegen den Entleiher auf Schadensersatz für eine Beschädigung oder Verschlechterung der Sache, sowie Ansprüche des Entleihers gegen den Verleiher auf Erstattung von Aufwendungen auf die Sache und auf Ersatz eines Schadens, den er infolge von Mängeln der Sache erlitten hat, verjähren nach Ablauf von 1 Jahr ab dem Tag der Rückgabe der Sache. Auch hier ist die Verjährungsfrist nicht davon abhängig, ob die Parteien Unternehmer sind. • Ansprüche uf Vergütung für ausgeführte Geschäfte und Ansprüche auf Erstattung von Auslagen, welche den Personen zustehen, die sich ständig oder im Tätigkeitsbereich eines Unternehmens mit Geschäften der genannten Art beschäftigen, verjähren nach Ablauf von 2 Jahren. Das gleiche gilt für Ansprüche auf Vorschüsse, die diesen Personen gezahlt wurden.
Verjährungsfristablauf Die Verjährungsfristen können durch Rechtsgeschäfte weder verkürzt, noch verlängert werden. Eine Vertragsklausel, nach der eine Verjährungsfrist verlängert oder verkürzt werden soll, ist nichtig. Das polnische Recht schreibt außerdem vor, wann eine Verjährung nicht eintritt und eine bereits begonnene gehemmt wird. Die Hemmung kommt vor allem wegen des Vorliegens von familienrechtlichen Zusammenhängen vor. Die Verjährung läuft bspw. nicht zwischen Eheleuten für die Dauer der Ehe. Für Unternehmer ist zu beachten, dass die Verjährungshemmung hinsichtlich sämtlicher Ansprüche eintritt, die der Berechtigte infolge höherer Gewalt vor dem Gericht oder einem ähnlichen Organ nicht geltend machen konnte und zwar für die volle Dauer des Hindernisses.
Unterbrechung der Verjährungsfrist Die Verjährungsfrist kann auch unterbrochen werden. Dies kommt vor, falls eine Handlung vor einem Gericht, Schiedsgericht oder einem anderen Organ, welches für die Entscheidung von Sachen oder für die Vollstreckung zuständig ist, unmittelbar zur Geltendmachung, Feststellung, Befriedigung oder Sicherung eines Anspruchs vorgenommen wurde. Hier ist bspw. eine Klageeinreichung oder die Einleitung einer Zwangsvollstreckung zu nennen. Die Unterbrechung erfolgt auch durch die Einleitung einer Mediation und durch die Anerkennung des Anspruchs durch den Anspruchsgegner. Nach jeder Unterbrechung beginnt die Verjährungsfrist neu abzulaufen. Bei Unterbrechung der Verjährung durch eine Handlung im Verfahren vor einem Gericht oder einem ähnlichen Organ sowie durch die Einleitung der Mediation beginnt die Verjährung neu abzulaufen, wenn das Verfahren abgeschlossen wurde. Wenn man die Verjährungsfrist unterbrechen will ist es ratsam ein Vergleichsverfahren einzuleiten. Dieses Verfahren ist schnell und kostengünstig, denn die Gerichtsgebühr beträgt 40 Zloty, wenn der Streitwert unter 10 000 Zloty liegt, und 300 Zloty, wenn der Streitwert über 10 000 Zloty liegt.
Verjährung nach dem Urteil Ein rechtskräftige Entscheidung eines Gerichts, eines anderen Organs oder eines Schiedsgerichts und ein festgestellter Anspruch, sowie ein Anspruch der durch einen gerichtlich bestätigten Vergleich festgestellt ist, verjährt mit Ablauf von 10 Jahren. Dies kommt auch dann vor, wenn die ursprüngliche Verjährungsfrist für diesen Anspruch kürzer war. Wenn jedoch der festgestellte Anspruch periodische Leistungen betrifft, wie etwa die Zinsen, so unterliegen auch künftig fällig werdende periodische Leistungen einer 3-jährigen Verjährung.
Der Anspruch geht nicht ganz verloren Trotz des Ablaufes der Verjährungsfrist bleibt der Anspruch weiterhin bestehen. Wenn jemand auf einen verjährten Anspruch leistet, darf er keine Rückerstattung verlangen. Der Verpflichtete ist jedoch berechtigt, die Leistung zu verweigern. Die erhobene Verjährungseinrede bewirkt die dauernde Hemmung des Anspruchs. Die Verjährungseinrede muss aber durch eine Partei erhoben werden, nur dann kann ein Gericht die Einrede berücksichtigen. Da der Anspruch nur gehemmt ist, besteht die Möglichkeit der Erfüllung. Jährlich gehen Zahlungsansprüche durch außer Acht gelassene Verjährungsfristen verloren. Darum ist es gut zu wissen, wie die Verjährungsfristen in Polen laufen und wie man sie unterbrechen kann, damit man seine Ansprüche nicht verliert.
34 Politik
Der Investitions-Masterplan Ganz Polen soll zu einer Sonderwirtschaftszone werden - verkündete stolz Wirtschafts- und Finanzminister Morawiecki beim Wirtschaftsforum in Krynica. Die Details zum anstehenden Umbruch.
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ie Ära der polnischen Sonderwirtschaftszonen, in ihrer derzeitigen Form, neigt sich dem Ende. Das bedeutet auch einen weitgehenden Umbruch. Das Ressort von Minister Morawiecki schmiedet ambitionierte Pläne, die radikale Veränderungen mit sich bringen. Ganz Polen soll zu einer einheitlichen und großen Sonderwirtschaftszone werden, die insgesamt 312 Tsd. Quadratkilometer umfasst. Das bedeutet auch, dass man eine Investitionsprämie in jeder Gemeinde beantragen und bekommen könnte - egal ob groß oder klein. Egal ob reich oder arm. Als die Sonderwirtschaftszonen berufen wurden, hatten wir mit massiver Arbeitslosigkeit und ungleichmäßiger Entwicklung im Lande zu kämpfen. Heute haben wir auch Gemeinden und Kreise, die ihre Probleme mit der Arbeit haben. Wie kann man anders eine gleichmäßige Entwicklung im ganzen Land erreichen, als durch Investitionsprämien? Das ist unser Markenzeichen. Wir streben nach einer ausgeglichenen Entwicklung. Ganz Polen soll zu einer Sonderwirtschaftszone werden - erklärte Mateusz Morawiecki in Krynica. In anderen Worten bedeutet das so viel, dass Steuervorteile, die bisher nur für Unternehmen vorgesehen waren, die neue Arbeitsplätze in Sonderwirtschaftszonen geschafft haben, jetzt auch im ganzen Land beansprucht werden können. Der
Wirtschaftsminister will mit diesen Veränderungen auch das Image der Wirtschaftszonen aufpolieren, denn laut dem Politiker wurden Wirtschaftszonen primär mit ausländischen Investoren assoziiert. Und tatsächlich, wie er weiter erklärte, kommen 90% der dort angesiedelten Unternehmen aus dem Ausland. Wir wollen niemanden diskriminieren, aber wir werden so die Kriterien anpassen, dass Kleine-, Mittlere- und sogar Mikrounternehmen im ganzen Land investieren. Das ist leider die Achillesferse unseres Landes - erklärte der Minister. Was die Regelungen anbelangt das Wirtschaftsministerium will ein Qualitätskriterium einführen. Bisher spielte vor allem die Zahl der Arbeitsplätze eine große Bedeutung. Beim Qualitätskriterium will man u.a. die Zahl der gut bezahlten Arbeitsplätze unter die Lupe nehmen. Von Bedeutung soll auch die Region sein, in der man sich entscheidet zu investieren, denn je höher die Arbeitslosigkeit in der gewählten Gemeinde ist, desto mehr kann man vom Staat beanspruchen. Investoren sollen künftig auch über die Zusammenarbeit mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen informieren. Eine tragende Rolle sollen auch Leistungen an Arbeitnehmer spielen. Investoren werden in Zukunft nur dann die Investitionsprämie be-
kommen, wenn sie eine entsprechende Zahl von Punkten einholen. In bestimmten Woiwodschaften kann das 60% und in anderen 40% bedeuten. Unternehmen müssen sich künftig auch an bestimmte Investitionsschwellen halten. Wo die Arbeitslosigkeit niedrig ist, soll man in bestimmten Fällen 100 Mio. Zloty investieren und anders rum dort, wo die Zahl der Arbeitslosen deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt, muss man wiederum nur 10 Mio. Zloty ausgeben. Vieles hängt von der Unternehmensgröße und der Lage ab. Damit ist aber die Liste der Veränderungen nicht abgeschlossen. Morawiecki und sein Ressort wollen auf befristete Steuererlasse setzen. Damit wird auch das bisher geltende einheitliche Grenzdatum abgeschafft. Befristete Steuererlasse sollen auf 10 bis 15 Jahre, mit Möglichkeit zur Ausweitung für 5 weitere Jahre gelten. Was soll die polnische Investitionsrevolution bringen? Vor allem Arbeitsplätze, neue Investitionsvorhaben sowie höhere Einnahmen für den Haushalt. Nun wird das Projekt noch mit allen Ministerien sowie Sozialpartnern abgesprochen. Minister Morawiecki will, dass die Veränderungen bereits 2018 in Kraft treten. Ob man diesen Termin tatsächlich einhalten kann bleibt abzuwarten. von Rafał Stelmaszewski
Politik 35
Fix: So hoch wird der Mindestlohn 2018 Die polnische Regierung hat entschieden. Der Mindest- und Mindeststundenlohn werden erhöht.
A
b Januar müssen Arbeitnehmer in Polen mindestens 2100 Zloty brutto monatlich erhalten. Zuvor lag der Mindestlohn bei 2.000 Zloty. Angehoben wird auch der Mindeststundenlohn, der künftig 13,70 Zloty brutto betragen wird. Dementsprechend handelt es sich um eine Steigerung von rund 5%. Der polnische Mindestlohn wird 47,3% des prognostizierten Durchschnittslohns in der nationalen Wirtschaft darstellen. Noch im Juni lag der Regierungsvorschlag bei 2.080 und 13,50 Zlo-
ty, später wurde er überarbeitet und noch höher festgesetzt. Gewerkschaften pochten derweil auf 2.200 und Arbeitgeber auf 2.050 Zloty brutto monatlich. Beide Seiten konnten sich jedoch zum gemeinsamen Standpunkt nicht einigen und somit lag die Entscheidung beim Regierungskabinett, die Mindestsätze per Verordnung festzulegen. Zurzeit liegt der gesetzliche Mindestlohn noch bei 2.000 Zloty (brutto). So viel bekommen laut
dem Statistischen Hauptamt GUS 1,4 Mio. Arbeitnehmer monatlich überwiesen. Laut einer Auswertung von Eurostat belegt Polen im europäischen Vergleich unter 22 untersuchten Ländern den 14. Platz mit umgerechnet 453 Euro. Die Kluft zwischen der Spitzengruppe und Polen ist gewaltig, denn in Luxemburg müssen Arbeitnehmer beispielsweise mindestens 1.999 Euro verdienen. von Anna Rosenthal
Hier wird der neue polnische Superflughafen gebaut Knapp 40 Kilometer westlich von Warschau soll ein neues Drehkreuz für den Luftverkehr entstehen informierte die Regierung nach der Kabinettssitzung.
D
ie polnische Regierung ist der Meinung, dass für den Bau des neuen Großflughafens, der Ort Stanisławów in der Gemeinde Baranów, rund 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, geeignet sei. Dies teilte man am Dienstag (19.09) nach der Kabinettssitzung mit. Von dem neuen Airport erhofft sich die polnische Regierung sehr viel. Jährlich sollen den Flughafen bis zu 50 Millionen Passagiere nutzen können. Nach Aussagen der Politi-
ker soll der Solidarnosc-Flughafen ein Luftfahrt-Drehkreuz zwischen Deutschland und Russland, sowie zwischen Nord und Südeuropa werden. Bereits als die ersten Überlegungen und Pläne in die Öffentlichkeit durchgedrungen sind, hagelte es an Kritik, denn Experten gehen davon aus, dass der Bau des Superairports nicht ohne Einfluss auf andere Flughafen an der Weichsel bleiben wird. Treffen wird es vor allem den Chopin-Flughafen in War-
schau, der nur knapp 50 Kilometer weiter von dem neuen Pendant gelegen ist. Die Bauarbeiten könnten in 5 Jahren beginnen und in 10 Jahren will man bereits erste Passagiere in die Luft schicken.
von Rafał Stelmaszewski
36 Politik
JP Morgan Chase kommt nach Polen Die amerikanische Bank hat mehrere Monate mit der polnischen Regierung verhandelt. Das Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung (MR) informierte, dass in Warschau eine Niederlassung des Unternehmens eröffnet wird. „In dem Warschauer Zentrum werden Verfahrens- und Investmentsbankingdienstleistungen für Unternehmenskunden aus aller Welt realisiert“ behauptet eine Quelle. JP Morgan Chase soll sich für Polen entschieden haben wegen der attraktiven Arbeitskosten und der Entwicklung der Unternehmensdienstbranche, die bereits 250 000 Menschen beschäftigt und die Unternehmenskunden in 38 Sprachen bedienen. Ein zusätzlicher Ansporn war ein Zuschuss der polnischen Regierung. JP Morgan Chase soll 2500 Menschen einstellen und wird die Position der Polen auf dem globalen Markt verstärken. Im Kreis der 20 größten ausländischen Investoren in der Branche moderner Unternehmensdienste in Polen, sind sieben Unternehmen aus der Bankwesen-, Finanzdienstleistung- und Versicherungsbranche, mit Credit Suisse, Citibank und State Street an der Spitze, zu nennen. Sie beschäftigen ungefähr 35 Tausend Menschen und vergrößern von Jahr zu Jahr die Zahl der Arbeitsplätze. „Die in Polen realisierten Projekte sind komplexe analytische Verfahren, wie die Preisfestsetzung von Tilgungsträgern mit führender Rolle der Anti-Money Laundering Teams“ betont Kinga Ostrysz, HR Director in Citi Service Center Poland, in der 4400 Menschen eingestellt sind, darunter 300 neue Arbeitskräfte seit Januar 2017. „In unseren Büros in Krakau und Danzig haben wir ein ganzes Spektrum von Abteilungen der Investitionsbuchhaltung die Verfahren für zehn europäische Länder realisieren“ betont Scott Newman, Geschäftsführer von State Street Bank Polska und gab hinzu, dass er nach 10 Jahren Tätigkeit in Polen 4000 Menschen beschäftigt, darunter 3000 allein in Krakau. von Anna Rosenthal
Hauptsitz von JPMorgan Chase in New York, Foto:
Wirtschaft 37
Top-7 der besten Computerspiele aus Polen Polen kann sich mittlerweile nicht nur mit der Witcher-Reihe rühmen. Auch andere Spiele haben Anerkennung auf der ganzen Welt gewonnen. Die polnischen Studios ruhen sich nicht auf Lorbeeren aus und bringen immer wieder neue Produkte auf den Markt.
1. Dying Light: The Following – Enhanced Edition (87/100) Die Hauptfigur Kyle Crane versucht in der von zombieverseuchten Stadt Harran zu überleben und herauszufinden, wieso manche Menschen nicht infiziert sind. Das Spiel lockt mit verschiedenen Aufgaben und Aufträgen, die oft nicht so enden wie sich es der Spieler erhofft.
2. This War of Mine (83/100) Es ist ein Simulationsspiel in dem man als Opfer eines Krieges zu Überleben versucht. Der Hauptprotagonist muss jeden Tag Essen, Medizin oder eine Bleibe finden, um nicht zu sterben. Die Schöpfer des Spiels sagten, dass es „absolut kein Spaß machen soll“. Sie zeigen, dass wichtige Themen in Spielen behandelt werden können, ohne die Spieler mit Gewalt oder Humor anlocken zu müssen.
3. SUPERHOT (82/100) Der Ego-Shooter ist zwar nicht lang, es stehen nur 30 Levels für die Spieler zur Verfügung, es bereitet jedoch viel Spaß und spornt zum Nachdenken an. Ein interessanter Gedanke ist der Zeitstopp. Wenn die Figur stehen bleibt, kann man in Ruhe überlegen, wie der Gegner bekämpft werden soll.
6. Observer (77/100 Punkte) 4. Das Verschwinden des Ethan Carter (82/100) Ein Detektiv, der auch übernatürliche Fähigkeiten besitzt, fährt nach Red Creek Valley um den Jungen Ethan Carter zu finden. Dabei stellt er fest, dass der Ort in dem er sich befindet, voller Geheimnisse ist. Das Verschwinden des Ethan Carter ist nicht nur ein spannendes Spiel, sondern auch eine interessante Geschichte voller Spannung und Geheimnisse.
5. Shadow warrior 2 (78/100) Der Ego-Shooter ist eines der besten polnischen Spiele 2016. Fans schwärmen von der Fortsetzung des ersten Teils, denn auch in Shadow warrior 2 müssen sie als Lo Wang verschiedene Dämonen bekämpfen, und zwar mit viel Gewalt und allerlei Waffen. Die rasante Action und die frechen Sprüche begeistern Gamer auf der ganzen Welt.
Die Handlung des Cyberpunk Horrorspiels findet in der polnischen Stadt Krakau im Jahr 2084 statt. Die Hauptfigur Daniel Lazarski, gespielt von Rutger Hauer, die Mitglied einer Regierungseinheit ist und die Erinnerungen anderer Menschen sehen kann, versucht seinen Sohn zu finden.
7. Serial Cleaner (72/100 Punkte) In Serial Cleaner geht es nicht darum Feinde zu ermorden, sondern darum die Leichen, das Blut und die Beweise zu beseitigen und zwar im Klima der 70er. Natürlich darf der Spieler nicht dabei ertappt werden und muss vor Polizisten, die sich am Tatort aufhalten fliehen. Das Schleichspiel ist in dieser Kategorie einzigartig und begeistert deshalb Fans umso mehr. von Paulina Kuc
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38 Kultur & Lifestyle
Auf Spuren der Unsterblichkeit mit Jakub Ćwiek von Emanuela Janda
Kultur & Lifestyle 39
Mit über zwanzig Titeln ist Jakub Ćwiek fester Bestandteil der polnischen Fantastik. Sein Loki aus des Serie "Kłamca" oder die Jungs aus "Chłopcy" sind vielen Lesern bekannt. Diesmal wird der “Rock'n'roller unter den Schriftstellern” ein wenig nostalgisch, obwohl er es gar nicht beabsichtigt habe.
"Drobinki Nieśmiertelności" heißt das gute Stück, was auf Deutsch als "Teilchen der Unsterblichkeit" übersetzt werden kann. Der Umschlag ist recht monoton in Blau-Schwarz gehalten, die Abbildung einer Stadt im oberen Teil, im Unteren - ein Mann mit Rucksack, der sich auf den Weg macht. Jakub Ćwiek hat seine Reise durch die Popkultur schon vor langer Zeit begonnen, sie führte ihn auch zu ihrer Quelle - nach Amerika, wo er zusammen mit Freunden der Spur seiner Idole gefolgt ist. Der nagelneue Erzählungsband spricht nicht über die Abenteuer des Schriftstellers in den Vereinigten Staaten, wurde jedoch von verschiedenen Situationen, die sich dort abspielten, inspiriert. In der Vorrede gibt der Autor dem Leser einen wichtigen Hinweis - die HBO-Serie Sonic Highways, die die Entstehung der neuen Scheibe der Rockband Foo Fighters dokumentiert, hat es ihm angetan. Genauer gesagt, war es die Idee hinter der Platte. So wie David Grohl wollte auch der Pole vor der amerikanischen Kultur seinen Kopf neigen. Mitte September machte sich Jakub Ćwiek auf den Weg durch Polen, um sein neues Werk dem Publikum persönlich vorzustellen. Auf dem Plan war auch ein Autorentreffen in Breslau, welches zahlreich von Fans besucht wurde. Der Schriftsteller hat aber noch ein bisschen Zeit gefunden, um mit mir bei einer Tasse Kaffee über sein neustes Werk, das Verhältnis zur Kultur und auch die polnische Fantastik zu sprechen. Wie sich herausstellte, hatte er viele gute Storys und auch viele Überlegungen auf Lager, was ihn tatsächlich zu einem Erzähler moderner Art macht.
Foto: Tomasz Pluta
40 Kultur & Lifestyle Dein neustes Buch „Drobinki Nieśmiertelności” ist endlich auf den Ladenregalen gelandet. Es ist nicht dein erstes Werk. Bist du noch überhaupt aufgeregt? Seit zwei Jahren bin ich auf der Suche nach einer anderen Art von Aufregung beim Schreiben. Es sind schon über 20 Titel und in diesem Bereich, in dem ich mich bislang bewegt habe… wie kann ich es sagen? Ich meine nicht, dass ich alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, denn das ist unmöglich, aber ich habe angefangen, mich in diesem Bereich so wohl und sicher zu fühlen, dass es automatisch verläuft. Deshalb brauchte ich etwas Neues, etwas, dass mich in eine andere Richtung lenken würde… Ich suchte nach etwas, was mich wieder für das Erfinden einer Story begeistern würde. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit meinen Freunden ein Reisebuch geschrieben und „Drobinki Nieśmiertelności", die eigentlich ein Erzählungsband bilden und mit Fantastik nichts zu tun haben. Ich bin des Werkzeugs losgeworden, das ich ganz gut beherrsche. Ich wollte wissen, wie es ohne ihn geht, ohne Gadgets, ohne diese Art von Absicherung für den Fall – was weiß ich? – einer Handlungswendung. Es ist ein tolles Werkzeug, das man benutzen kann, wenn etwas in der Geschichte falsch läuft, denn dann kann ich mir die Welt selbst ausdenken, selbst ausbauen. Ich kann zum Anfang zurückkehren und die Geschichte mit einem Fantasy-Element ausschmücken. Jetzt hatte ich es nicht. Diesmal war es ganz anders, aber auch gut. Die phantastischen Elemente sind also für dich eine Art von Absicherung, die dir ermöglicht mehr zu tun? Auf jeden Fall war es so am Anfang. Ich finde, dass jeder Schriftsteller, der seine Anfänge mit der Fantastik macht und es so tut wie ich, in sehr jungem Alter, benutzt eben diese Elemente als eine Art Absicherung. Wir müssen sie nicht mal benutzen. Der Gedanke, dass wir diese Möglichkeit haben, genügt. Als junge Schriftsteller benutzen wir sie nicht bewusst. Erst mit der Erfahrung lernen wir mit ihnen so umzugehen, wie mit allen anderen Elementen auch – mit Gattungsklischees, Stereotypen, Schemata, um welche herum man seine Handlung bauen
kann. Dann kommt aber so ein Augenblick, wenn man diese Elemente gar nicht mehr braucht. So ein Schriftsteller erzählt dann klare realistische Geschichten und sehr oft passiert es, dass er danach zur Fantastik zurückkehrt – aber bereits durch Erfahrungen bereichert. Ich finde, dass es gut ist, wenn die Fantastik der Anfang ist und… ich will nicht sagen „das Ende“ oder „Krönung"… Es ist gut, wenn sie als Werkzeug von einem Erfahrenen Schriftsteller benutzt wird. Ich habe mir Gedanken bezüglich des Titels gemacht. „Drobinki Nieśmiertelności”, auf Deutsch "Teilchen der Unsterblichkeit". Es sind Geschichten, Erzählungen, die du niedergeschrieben hast. Macht es sie dadurch unsterblich? War es auch dein Gedankengang oder eher nicht? Sie entsprangen einem konkreten Text und betreffen etwas, wovon eigentlich Kinder sehr viel haben und die Erwachsenen immer weniger. Es ist eine Moleküle in den Blutadern. Ich mag es mir immer so vorzustellen, wie in der Serie „Es war einmal ... das Leben“. Etwas kriecht in unseren Blutadern und diese kleinen Moleküle, goldene Tropfen der Unsterblichkeit, kommen immer wieder vor, wenn wir etwas Unüberwindbares überwinden – aus einem Felsen ins Wasser springen, einem Hund entfliehen. Etwas, wovor wir Angst hatten, wurde überwunden, eine Grenze wurde überquert. Und die Klarheit des Gefühls trägt dazu bei, dass wir uns unsterblich fühlen. Das ist diese Kraft, die wir im Laufe des Heranwachsens verlieren… Aber sie kann wieder auftauchen. Es ist etwas, dass uns hilft den Alltag besser zu meistern und auf der anderen Seite ist es jedes Stückchen, ein kleiner Ziegel, ein Bausteinchen der Unsterblichkeit. Es ist nun so mit den Erzählungen - und auch mit Fotos – wenn sie schon entstanden sind, werden sie zu unseren Anhaltspunkten in einer Story, sie halten uns dort fest. Von Punkt A zu Punkt B, der das Ende ist, liegt die Unsterblichkeit und so wird eine Erzählung zu einem
solchen Teilchen. Somit ist deine Interpretation auch korrekt. Findest du, dass das Anhalten einer Geschichte deine Rolle als Schriftsteller ist? Ich bin eindeutig mehr ein Erzähler als ein Schriftsteller. Ein Erzähler ist der Beruf, den ich ausüben möchte. Er wurde ein wenig vergessen und nicht verstanden… Ich brauche nicht den Augenblick für sehr lange anzuhalten. Im Gegenteil: Die Geschichte dauert im gegebenen Moment und sollte im gegebenen Moment einer konkreten Person überliefert werden. Manchmal nimmt die Story die Form eines Buches ein, aber der Erfahrungsmoment bedeutet nicht, dass das Buch in der Zeit angehalten wird, weil es niedergeschrieben wurde. Schlüsselhaft ist der Augenblick, in dem die Geschichte vom Autor zum Leser überliefert wird. Zu dieser ersten Erfahrung, zu dem ersten Zusammenstoß und der ersten Erzählung einer Geschichte kann es eben in einem Café kommen oder beim Lagerfeuer. Eine Geschichte, die in einem Moment weiterüberliefert wurde, macht sich auf ihren Weg und sie lebt so lange es Menschen gibt, die sie erzählen wollen, so lange sie sie überliefern
wollen. Ich musste mit der Zeit zugeben, dass das Schreiben von Büchern für mich eine Übergangsphase war. Ich werde immer Romane schreiben, weil ich es mag, aber es ist nicht etwas worauf ich mich beschränken will. Es gibt Dutzende Möglichkeiten, eine Geschichte anders zu überliefern. Man kann sich eines Films bedienen oder der Musik. Man kann einen Stand-up wählen oder viele andere Formen. Ich will dazu lernen, um in der Lage zu sein, für jede Story die ich habe, das perfekte Medium zu finden. Wieso hast du mit Büchern angefangen und bist nicht gleich in eine andere Richtung gegangen? Es war sehr selbstverständlich, denn ich las sehr gerne. Meine Mutter ist Bibliothekarin. Meine Liste von Büchern, die ich kaufen wollte, war immer sehr lang. In meiner Heimatstadt gab es eine Papierfabrik, also hatte ich Zugang zu Comics aus ganz Polen. Ich liebte
das Kino, aber ich wusste, dass ich nicht in der Lage bin, ein Film zu schaffen. Ich hatte einfach keine Mittel dazu. Deshalb wandte ich mich in die Richtung, wo alles nur von meinem Fleiß abhing. Meine erste Erzählung entstand sehr sprunghaft. Wenn ich bereits angefangen habe an einem Text zu arbeiten, schrieb ich die ganze Nacht lang und ging morgens zur Schule. Es war eine einfache und natürliche Lösung für mich. Ich suchte darin Erfahrungen und versuchte Kenntnisse zu gewinnen und als ich Erwachsen wurde, hatte ich bereits einen Punkt, wo ich anfangen konnte und dann Möglichkeiten suchen konnte, wie ich andere Medien einbeziehen kann. Dein literarisches Vorbild, jemand der dich noch mehr in
Richtung Literatur bewegt? Zweifelsohne Stephen King. Stephen King – nicht nur wegen seiner Werke, obwohl ich sie sehr mag. In meiner Top 100 würden sich zahlreiche Romane von King befinden. Wichtiger ist aber sein Verhältnis zur Arbeit, wie er meinte, dass das Erzählen einer Geschichte Hingabe und voller Bereitschaft bedarf. Und wenn jemand sich das spart oder dies erst auf dem zweiten oder gar dritten Platz sieht, dann hat er keine Chance erfolgreich zu werden… Er kann so kein Erzähler werden, denn es gibt nichts wichtigeres als das Erzählen von einer Geschichte. Es gibt einfach nichts. Das Erzählen bedeu-
42 Kultur & Lifestyle tet, sich anderen öffnen, es ist der Empfang anderer Menschen, die Kommunikation zu der es kommt, zusammen mit unseren Überlegungen. Es ist also etwas, was die zwischenmenschlichen Verhältnisse aufbaut, etwas was uns ermöglicht, andere zu verstehen, sich selbst auszudrücken. Es handelt sich um unsere Ängste, Sorgen, Freuden – alles. Es scheint mir also, dass es nichts Wichtigeres gibt als Geschichten und wenn wir nicht anfangen dies ernst zu nehmen – das hat mich King gelehrt – dann wird daraus nichts. Ich bin ihm sehr dankbar für diese Erkenntnis. Du erinnerst viele Menschen an Gaiman. Mythologien, Reisen, Amerika – was bedeuten sie für dich? Ich schätze Neil Gaiman sehr. Ich finde, er ist ein hervorragender Erzähler – der alten Art. Er ist aber kein tiefgründiger Menschenbeobachter. Er konstruiert nur selten Figuren aus Fleisch und Blut, es sei denn, er bedient sich seinen Bekannten. Gaiman ist aber eine
Fundgrube des Wissens. Ich bin der Meinung, dass es Arten von Erzählern gibt und er ist so einer, der für die Kulturgeschichte steht. Es ist ein Mensch, der die Mythen erforscht, er versucht alte Sagen neu zu interpretieren, umzuwandeln, neu zu erzählen, die Geschichte auf den Punkt zu bringen, den Sinn jeder Geschichte zu ergründen. Dafür schätze ich ihn sehr. Ich selbst gehe in eine andere Richtung. Genau und daher wollte ich gerne wissen, was sind für dich Reisen, Mythen usw.? Es geht ein bisschen darum, sich selbst zu finden. Ich habe solche Erfahrungen wie Gaiman nicht. Sein größtes Werk „American Gods“ ist eigentlich eine Erfahrung eines Engländers, der zum Emigranten wurde, nicht wahr? Ich machte andere Erfahrungen. Uns verbindet aber die Suche nach sich selbst, die Suche nach sich selbst im Universum. Es ist ein Versuch, den Glauben zu verstehen, der Frage nachzugehen, woher er überhaupt kommt, wozu eigentlich und ob wir ihn mit der
ganzen Umhüllung brauchen. Ich finde, dass der Glauben – vor allem der Glauben an übernatürliche Wesen, in Gott – sehr wichtig ist. Wir brauchen es. Jede Religion, jede Mythologie wuchs mit menschlichem Egoismus, mit Ängsten, mit Sachen, die sich die Menschen nicht erklären konnten, und mit Ignoranz um. Die Reflexion nach dem Sinn des Glaubens kann der Anfang von interessanten Dingen sein. All dies ist aber ein Ballast. Es ist so wie mit all dem Dreck, der sich am Schiffsrumpf sammelt und es somit verlangsamt. Ein Schiffsrumpf muss gereinigt werden, dann kann man weitersegeln. Gehen wir mal in diese Richtung weiter. Popkultur und die Aufteilung der Kultur in niedrige und hohe Kultur. Was denkst du darüber? Ich glaube nicht an ein solches Phänomen. Ich meine, ich finde nicht, dass es solche Aufteilungen überhaupt gibt. Oder anders gesagt, ich glaube nicht, dass „hohe Kultur“ je eine positive Bezeich-
Jakub Ćwiek geboren 1982 in Opole, wuchs in Głuchołazy auf. Seinen literarischen Durchbruch machte er 2005 mit "Kłamca". In seinen Werken sind zahlreiche Anspielungen auf die Popkultur zu finden. Jakub Ćwiek ist zurzeit einer der bekanntesten Fantasy-Schriftsteller in Polen, der mehrmals zum Janusz-A.Zajdel-Preis nominiert wurde.
Foto: Tomasz Pluta
Kultur & Lifestyle 43 nung war, denn „hohe Kultur“ be- gibt aber noch eine andere Veran- Die Veranstaltung hat viel Potendeutet eine Kultur, die zu hoch ist staltung in Polen, deren Prinzip der tial und viele Möglichkeiten. Ich für jedermann. Es ist eine Form amerikanischen Comic Con in San kann nur hoffen, dass sie sich für von Snobismus. Wir zeichnen uns Diego ähnelt. Es handelt sich um einen anderen Weg entscheiden nur dadurch aus, dass wir aus ir- das Pyrkon. Dieses Event entsprang wird, dass die Fans den Veranstalgendeinem Grund – der nicht mal einer kleinen Fanversammlung und ter dazu nötigen. Deshalb ist es so von uns abhängig sein muss - bes- entwickelte sich rasch zum großen wichtig, dass polnische Fans anser als andere sind. Sei es deshalb, Ereignis. Seine Wurzeln blieben dere Events solcher Art besuchen, dass wir eine bessere Ausbildung aber dieselben - den Antrieb ge- am besten wäre es, wenn sie nach genossen haben, weil unsere El- ben stets die Fans. Ich setze die Amerika fahren würden. Es ist nicht tern es sich leisten konnten... Eine meiste Hoffnung in Pyrkon. Und so leicht, das weiß ich, aber es ist gut eingeleitete und geleitete Mas- da gibt es noch in Polen die Comic auch nicht unmöglich, wie ich an senkultur hingegen ist meinem Beispiel zeigen eine solche, in welcher kann. Wenn jemand „Unsere Fantastik unterscheidet diejenigen, die mehr einmal die Comic Con in sich nicht von der westlichen und Glück hatten, mehr San Diego besucht hat, verstanden haben, ihr östlichen, unsere Schreibweise ist nicht wird er sehen, wie eine Wissen mit denjenigen solche Veranstaltung besser und auch nicht schlechter. Wir teilen, die dieses Glück aussehen kann. Das nicht hatten. Eine koramerikanische Event hat haben nur das Problem, dass wir uns rekt verstandene Kultur auch seine Schwachsteleiner schwierigen und nicht leicht gleicht die Chancen aus. len, aber bleibt ohnehin Die Aufteilung in hohe eine Feier für alle Nerds, übersetzbaren Sprache bedienen.” und niedrige Kultur, Geeks und Fans und das Beibehalten dieser Differen- Con. Ich gehörte der Gruppe an, zeigt, dass man auch so feiern zierung führt nur zur Vergrößerung die die erste Comic Con in Polen kann. der Kluft. Dies kann verursachen, veranstalten versuchte, aber wir dass sich dadurch nur ein Prozent scheiterten. Unser Anliegen war Du hast die Möglichkeit eines herauskristallisiert, der mehr Geld aber, etwas Ähnliches wie die Co- Treffens zwischen Fans und haben wird als die restlichen 99 mic Con in San Diego auf die Beine Stars erwähnt. Was denkst du Prozent der Bevölkerung. Dassel- zu stellen. Es ging darum Produ- über das Verhältnis Fan-Idol? be kann mit der Kultur passieren, zenten, Vertreibern, Schauspielern wenn wir den Mythos der hohen und Autoren, die sich zeigen wol- Man muss aufpassen, denn einerKultur aufrechterhalten, wenn wir len und Menschen, die etwas sehen seits ist es auf jeden Fall schön Geschichten schaffen werden, die wollen, die Gelegenheit zu geben, und gut, wenn ein Idol die Distanz nicht für alle verständlich sein wer- sich zu treffen. Das ist der Leitge- kürzt, die Möglichkeit gibt, ein weden. Dann werden wir nicht in der danke der amerikanischen Comic nig zu plaudern und schließlich zum Lage sein, wichtige Werte zu über- Con, da zahlt keiner für Extras aller Kumpel wird. Andererseits muss tragen. Wir werden die Kluft nur Art, wie zum Beispiel ein Foto mit man immer daran denken - auch vergrößern. Diejenigen, die in der Unterschrift eines Stars. Es ist die ich beobachte es in meiner Mikroniedrigen Kultur stehen bleiben, die Rolle der Studios, die Menschen zu skala - dass wenn man einander keine interessanten Impulse be- begeistern. Der Veranstalter ist ein zu nahekommt, die Menschen von kommen, werden schließlich selbst Vermittler, der die Gelegenheiten dir erwarten - und das zurecht um ihre Unterhaltung sorgen. Sie gibt. Die Warsaw Comic Con hin- dass sie nicht vergessen werden. werden ihre eigene Kultur kreieren, gegen platziert sich in der Tradition Die Idole stehen aber allein dar die sehr wahrscheinlich den fal- europäischer Comic Cons. Genau und diejenigen, die nicht vergesschen, primitiven Weg einschlagen so funktionieren die Comic Cons in sen werden wollen, gibt es Tauwird. Meiner Meinung nach, lautet Berlin, Wien oder London. Es sind sende und das bildet ein Problem. die Aufgabe jedes Menschen, der Veranstaltungen, die zwar an Fans Im Verhältnis solcher Art müssen die Kultur schaffen will, alle Men- gerichtet sind, aber sie tendieren wir immer den Gedanken im Hinschen auf ein hohes Niveau zu brin- auch dazu, sehr intensiv Geld von terkopf haben, dass wir zusammen gen. Diejenigen, die diese Etappe ihnen zu sammeln - zum Beispiel mit unserem Idol plaudern könschon erreicht haben, sollten den für ein Foto mit einem Schauspie- nen, ein wenig Zeit verbringen, andere Hilfe leisten. ler. Es ist einfach unfair. Ich finde, vielleicht auch zusammen etwas und das lehrten mich auch meine unternehmen, aber das war's - es Mit der Massenkultur verbinden Idole, mit denen ich ein Paar mal in sei denn das Verhältnis verändert sich Comic Cons oder der Polcon Berührung kam, dass man Geld für sich in Sachen Freundschaft und - Veranstaltungen, die langsam ein Autogramm nur dann verlan- so weiter. Wenn dies nicht der Fall anfangen in Polen Karriere zu gen kann, wenn es für wohltätige ist, müssen wir daran denken, dass machen. Was denkst du, wie Zwecke versteigert wird. Anderer- eine Grenze zwischen uns und unwird es sich weiterentwickeln? seits ist es unfair, da die Fans ih- serem Idol verläuft. Ich bin ein Fan rem Idol schon mit ihrer Hingabe, vieler Schriftsteller und SchauPolcon ist schon über dreißig Jahre Kinotickets, kaufen und die Bücher spieler und hatte schon mehrmals alt und ist eine Versammlung von zahlen. Deshalb darf man nicht von die Gelegenheit mich mit ihnen zu Fans, die anderen Fans ihre Errun- ihnen Geld für ein gemeinsames treffen. Während der ganzen Zeit genschaften zeigen möchten. Zwar Andenken verlangen und sie somit versuche ich aber, den Abstand versammelt das Event mehrere für ihre Hingabe und Treue bestra- nicht zu verändern und zu wissen, Tausend Gäste, aber es herrscht fen. Es ist eine falsche Richtung, in wo mein Platz ist. Auf der letzten dort eine intime Atmosphäre. Es die die polnische Comic Con geht. Comic Con saß ich nicht weit von
44 Kultur & Lifestyle Andy Serkis entfernt, der in einer Snackbude zusammen mit seiner Familie Frühstück aß. Ich wollte wirklich sehr ein Foto mit ihm haben, wozu es dann auch kam, aber in diesem konkreten Moment wusste ich, dass es ein Mensch ist, der erstens - eben Zeit mit seiner Familie verbringt, jetzt Vater und Ehemann ist, und zweitens, es ist ein Mensch, der gerade sein Frühstück genießt. Ich würde auch sauer sein, wenn jemand vorbeikommen würde und mich beim Essen stören würde. Wir warteten ein bisschen und bekamen schließlich die Möglichkeit, ein Foto zusammen zu schießen, in das Fan-Idol Verhältnis zu kommen. Es hat sich herausgestellt, dass Serkis eine sehr sympathische Person ist. Es kam zu keinen Reibungen, aber ich denke, dass es der Fall sein könnte, wenn ich ihn im falschen Moment angesprochen hätte. Sowohl der Fan, als auch das Idol müssen wissen, wie viel sie sich erlauben dürfen und wie sie sich benehmen sollen. Man vergisst das sehr oft… Sehr oft! Es stellt ein wichtiges Problem dar, wirklich. Manchmal ist es so, dass man ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut und dann, wenn das Idol etwas sagt, dies einfach vergisst. In solchen Augenblicken verwandelt sich das Idol in eine Autorität und spricht auch als solche. Wenn es flucht, kann der Fan mit Empörung reagieren. Also einerseits - enge Verhältnisse sind super, aber andererseits, man muss immer auf der Hut sein. Also nicht vergessen, dass wir einen Menschen vor uns haben. Genau, darum geht es. Wir dürfen nicht vergessen, dass er seine Privatsphäre hat, dass er manche Sachen für sich behalten will oder was weiß ich - mal sauer wird und eine eigene Meinung hat. Seine Ansichten können kontrovers für uns sein, aber trotzdem bleibt er dieselbe Person, die wir früher geschätzt haben. Gehen wir zur polnischer Fantastik über. Gibt es etwas, was sie einzigartig macht, was sie von der Literatur dieser Art aus anderen Ländern unterscheidet? Nein, ich denke, dass es sowas nicht gibt. In jeder regionalen Fantastik finden wir etwas Kolorit, Elemente
der uns nahen Mythologien, Bestiarien. Ein gutes Beispiel dafür bilden die Protagonisten von Andrzej Sapkowski, die ein wenig von unserem Kulturraum geprägt sind. Trotzdem ist es eine sehr angelsächsische Geschichte, wie der Schriftsteller oft selbst hervorhebt. Die Erzählweise von Sapkowski ähnelt den westlichen, was sowohl positiv, wie auch negativ zu bewerten ist. Unsere Fantastik unterscheidet sich nicht von der westlichen und östlichen, unsere Schreibweise ist nicht besser und auch nicht schlechter. Wir haben nur das Problem, dass wir uns einer schwierigen und nicht leicht übersetzbaren Sprache bedienen. Wir bilden keine große und einflussreiche Gemeinschaft und deshalb gelangen unsere Geschichten nicht an die Leser im Ausland, außer diejenigen, die in Ländern aus einem ähnlichen Sprachraum, wo Übersetzungen entstehen, leben. Unsere Fantastik schafft es oft
„Es gibt nichts wichtigeres als das Erzählen von einer Geschichte.” nicht über die Grenze hinaus, aber sie bietet eine interessante Literatur. Natürlich finden wir auch sehr viel Schund, aber es geht immer verhältnismäßig. Ein kleiner Anteil bildet immer etwas Besonderes, der Rest ist schematisch und endet mit dem Interesse des Lesers, dessen Geschmack sich stets entwickelt. Wir können nur hoffen, dass der Leser mit der Zeit beginnt, höhere Anforderungen zu stellen und mit größerer Aufmerksamkeit seine Lektüre zu wählen. Wir befinden uns also auf einem hohen Niveau, was die Literatur anbelangt, besonders die Fantastik. Wie ich aber schon gesagt habe, sie zeichnet sich durch nichts Einzigartiges aus. Ich habe noch drei Fragen von deinen Fans für dich. Die erste lautet: Du schreibst Bücher die sowohl Fantasy- als auch Horrorelemente beinhalten. Siehst du dich mehr als einen Feuilletonisten oder eher einen Kommentator der Wirklichkeit? Oder bildet die Wirklichkeit deine Inspirationsquelle? Die Wirklichkeit ist immer eine Inspirationsquelle für mich... Ich kann es mir anders nicht vorstellen. Ob ich Fantastik oder eine Reportage
schaffe hängt von meinen Absichten gegenüber dem Material ab. Wenn ich mir eher Gedanken machen will, wieso etwas so ist, wie es ist - bleibe ich bei einer Reportage. Wenn ich mir aber die Frage stelle, wieso etwas so und nicht anders aussieht, wie sehen die Konsequenzen aus oder wohin es uns führen mag, woher es kam? - dann entsteht eher Fantastik oder eine alternative Geschichte. Hier stoßen wir schon auf erfundene Elemente, aber die Basis bleibt die Wirklichkeit. Wir beziehen uns die ganze Zeit auf sie, aus ihr schöpfen wir, sie muss die Quelle sein, das Sandkörnchen, ringsherum aus der eine Geschichte entsteht. Die nächste Frage betrifft die Serie "Kłamca". "Chłopcy" i "Kłamca" bilden zwei Pole, was die Atmosphäre und den Stil angeht. Wo fühlst du dich besser? Was liegt dir näher? Oder anders - wieviel kann man dort vom Autor finden? Sehr viel, aber ich würde ihn nicht in dem Protagonisten suchen. Sie stehen nicht für einen Menschen, der ich gerne sein würde bzw. nicht sein möchte, was oft in der Literatur vorkommt. Die Serien entstanden nacheinander, also denke ich, dass man sehr viele meiner Überlegungen darin finden kann, es kommt sogar zum Widerspruch zwischen meinen Ansichten. Dies kommt davon, dass die Meinung sich mit der Zeit verändert, dass ich reifer werde. Die Story hat am Anfang eine andere emotionelle Färbung, eine andere Atmosphäre, weil ich anders war, dann aber viele Dinge verstanden habe und die Geschichte ein wenig anders erzählt habe. In gewissem Sinne ist es eine Dokumentation, die zeigt, wie sich der Autor verändert hat, indem er neue Erfahrungen gesammelt und sein Wissen vergrößert hat. Ich wurde auch ernster, nachdenklicher... Die Diskrepanz kommt mit den Jahren oder, wie es Indiana Jones sagte - es sind nicht Jahre, es sind Kilometer, also geht es mehr um gesammelte Erfahrung. Beide Serien beinhalten sehr viel von mir, es ist aber ein anderes Ich. Hast du einen Lieblingsprotagonisten? Aus meinen? Ja.
Kultur & Lifestyle 45 Ich versuche, keinen zu haben. Ich habe einige Favoriten, aber ich versuche es so zu arrangieren, dass sie nicht im Vordergrund stehen, sie tauchen eher im Hintergrund auf. Ich gebe mir viel Mühe, um diese Protagonisten irgendwie zu dosieren. Auf dem Schriftsteller lauert immer die Gefahr, eine Mary Sue zu schaffen, also eine Figur mit idealen Eigenschaften. Es ist eine Falle der Literatur und wenn man so etwas tut, bleibt man nicht ehrlich gegenüber der Story, deshalb tue ich mein Bestes, um dies zu vermeiden. Womit können wir in Zukunft von deiner Seite rechnen? Schwer zu sagen... Ich arbeite jetzt an einem Spin Off zu "Dreszcz", die Geschichte über Zawischa den Schwarzen. Ich dachte mir, jetzt ist ein guter Augenblick dies zu schreiben, weil es sich um eine viel mehr satirische Haltung gegenüber dem heutigen Patriotismus handelt. Ich stelle mir die Fragen, was einen Patrioten überhaupt ausmacht und was nicht, wer kann ein Patriot sein und wer das bestimmt. Ich wollte ein wenig spöttisch, aber auch nachdenklich darüber erzählen. Ich will auch in das Universum von "Kłamca" zurückkehren, aber dies-
mal aus einer anderen Perspektive schreiben. In gewissem Maße handelt es sich um einen Neuanfang, aber mit Respekt gegenüber dem Teil, das schon entstanden ist. Ich will die Story nicht ändern, sondern aus einem anderen Blickwinkel darstellen. Diesmal wird es eine Geschichte über Schutzengel, ich werde die Ereignisse aus ihrer Perspektive präsentieren. Kłamca wird oftmals auftreten, aber ich will ihn mehr im Hintergrund halten. Er wird oft den Bösen spielen... Auf jeden Fall will ich auch die Serie "Grimm City" weiterführen, es macht mir viel Freude sie auszubauen und ich fühle den Drang über die Stadt zu erzählen. Ich will auch in andere Richtungen gehen mich in Gattungen versuchen, die ich noch nicht ausprobiert habe, wie Krimi, Sittenroman, vielleicht sogar Thriller. Jetzt eine Frage aus einem anderen Bereich. Kann ich nach deinen Tatoos fragen? Ich habe einen bekannten Tätowierer... (Lachen) Was stellen sie dar? Ich plane noch viel mehr zu machen... Ich bin noch dabei den Tat-
Jakub Ćwiek während des Autorentreffens in Breslau
toos eine endgültige Form zu verleihen und erzähle mit ihrer Hilfe über nichts Neues. Meine Tattoos beziehen sich auf Erzählungen hier sehen wir Tschernebog, den Kojoten und Raben aus Indianersagen, hier ist Samedi aus Voodoo und noch andere Figuren. Es handelt sich um Trickster und andere nicht eindeutige Figuren, die mal was Gutes tun, mal was Schlechtes. Sie haben aber etwas mit den Menschen gemeinsam und zeigen, wie wir uns selbst in den Mythologien wiedergeben. Ich will auf der linken Hand die alte Popkultur haben, die Mythologie also und auf der rechten - die gegenwärtige Mythologie und hier werde ich auf mehr gegenwärtige Elemente setzen - Stephen King, Comics, Filme. So wie die Serie "Kłamca" die alten und neuen Mythologien miteinander verbindet, so wird auch mein Körper zu einer solchen Erzählung. Vielen Dank für das Gespräch. Danke dir!
46 Kultur & Lifestyle
„The Witcher“ feiert zehnten Geburtstag Die Macher des Spiels haben einen kurzen Film produziert, in dem der Hexer Geralt von Riva seinen Geburtstag feiert.
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ie Spiele „The Witcher“, die auf der Buchreihe des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski beruhen, sind eins der erfolgreichsten Computerrollenspiele der Welt. Vor zehn Jahren brachte der Publisher, CD Projekt RED den ersten Teil des Kultspiels heraus. Während die ausländischen Produzenten Geld für jede Kleinigkeit verlangen, geben die Polen ein großes Paket kostenloser herunterladbarer Inhalte hinzu. Sie bieten nicht
nur eine spannende Geschichte, sondern auch eine tolle Grafik und humorvolle Sprüche. Die Fans lieben also das Spiel und auch die Hauptfigur Geralt von Riva. Und er erwidert diese Gefühle dank seinen Schöpfern. Im Kurzfilm feiert der Hexer seinen Geburtstag, und alle seine Mitstreiter feiern natürlich mit, von seiner Zeittochter Ciri bis Yennefer von Vengeberg. Er selbst wendet sich
am Ende des Videos an seine Fans und sagt „Danke für alles! Und wisse, wir alle vermissen Dich, alter Freund!“. Der kurze Film löste bei den Spielern große Emotionen aus und führte dazu, dass viele die Lust aufs Spielen der Kultreihe bekamen. von Paulina Kuc
Pamela Anderson kommt zur Comic Con nach Warschau Veranstalter des Events haben den nächsten Star des diesjährigen Events für alle Serien-, Spiel- und Comicfans bekannt gegeben. Zur Comic Con kommt keine andere als die Kult-Rettungschwimmerin und der Ex-Baywatchstar Pamela Anderson!
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amela Anderson ist vor allem durch die Kultserie der 90er bekannt geworden, später spielte sie in mehreren Filmen und Serien mit und war auch ein Playboy-Modell. Jetzt reist sie in die polnische Hauptstadt und es wird ein lang ersehnter Tag für ihre Fans, denn es wird ihr erster Besuch in Polen sein. Die Blondine wird sich mit Fans treffen, ihre Fragen beantworten und Autogramme geben. Unter den Stars, die ebenfalls zu der Herbstedition von der Comic Con kommen werden, sind unter anderem Julian Glover (Maester Pycelle aus Game of Thrones), Holland Roden (Lydia aus Teen Wolf), Michael Malarkey (Enzo aus The Vampire Diaries), Trevor Stines (Jason Blossom aus Riverdale) und Henrik Holm (Even Bech Næsheim aus SKAM). Die Warsaw Comic Con wird vom 24. bis zum 26. November im Ptak Warsaw Expo stattfinden. Die Fans können Pamela am Samstag und Sonntag treffen. von Anna Rosenthal
Pamela Anderson, Foto: Mercy For Animals MFA from Los Angeles, USA (SPL841598_009) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Agnieszka Holland, Foto: Martin Kraft [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Wirtschaft 47
Netflix dreht seine erste Serie in Polen! Das amerikanische Unternehmen Netflix hat zahlreiche Produktionen auf seinem Konto. Jetzt kommt die Zeit für einen Thriller mit alternativer Wirklichkeit in Polen. Mit am Bord sind Agnieszka Holland und Kasia Adamik.
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as wird die erste Serie von Netflix, die in polnischer Sprache gedreht wird. Das Unternehmen erhofft sich aber nicht nur großes Interesse seitens der polnischen Zuschauer. Wie bereits erklärt wurde, werden die Dreharbeiten in unterschiedlichen Regionen Polens stattfinden. Der Titel bleibt noch unbekannt, aber wir wissen bereits, dass die geplante Serie aus acht Episoden bestehen wird.
dy/Marshall Company und House of Media, genau wie mi der "hervorragenden polnischen Regisseurin Agnieszka Holland". Für die Produktion wird einer der bekanntesten Hollywood-Produzenten zuständig sein - Frank Marhall, der unter anderem Jurassic Park und Indiana Jones produzierte. Wie er zugibt, kann er die Zusammenarbeit mit den polnischen Schauspielern und der Filmcrew kaum erwarten.
Die Regie übernimmt Agnieszka Holland zusammen mit ihrer Tochter Kasia Adamik. Erik Barmack, stellvertretender Vorsitzender des Unternehmens Netflix, der für internationale Stoffe zuständig ist, freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit den Firmen The Kenne-
In dem Spionagethriller werden die Zuschauer in das Klima des Kalten Kriegs versetzt - konkret in eine alternative Wirklichkeit, in welcher der Eiserne Vorhang nie gefallen ist. 2002, 20 Jahre nach dem Terroranschlag von 1982, der die Hoffnung Polens auf Befreiung
vernichtet und das Ende der Sowjetunion verhindert hat, entdeckt ein Jurastudent und ein Kriminalkommissar eine Verschwörung, die erlaubt hat, den Eisernen Vorhang und den Polizeistaat Polen, aufrecht zu erhalten. Nach 20 Jahren des Wohlstands und Friedens kann der geheime Plan nicht nur das Leben in Polen, sondern auf der ganzen Welt verändern. Fakt bleibt, dass die beiden Protagonisten zu viel wissen und die Regierung bereit ist, alles zu tun, damit ihre Pläne geheim bleiben. Die Prämiere soll 2018 stattfinden. von Emanuela Janda
48 Kultur & Lifestyle
Frida Kahlo und Diego Rivera zu Gast in Posen „Frida Kahlo und Diego Rivera im polnischen Kontext“ ist eine Ausstellung überschrieben, die vom 28. September 2017 bis zum 21. Januar 2018 in der westpolnischen Metropole Poznań (Posen) zu sehen ist. Es ist die erste umfangreiche Werkschau des mexikanischen Künstlerpaares in Polen. Im Kulturzentrum Zamek im einstigen Schloss von Kaiser Wilhelm II. sind insgesamt 28 bekannte Werke von Frida Kahlo sowie zehn Arbeiten von Diego Rivera zu sehen.
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Die Ausstellung nimmt auch an anderer Stelle Bezug auf Polen. Bereits 1955 waren dort Arbeiten von Frida Kahlo und Diego Rivera in einer Gemeinschaftsausstellung über mexikanische Kunst zu sehen. Ausgestellt wurde unter anderem Frida Kahlos größtes und ungewöhnlichstes Selbstporträt mit dem Titel „Der verwundete Tisch“. Sie hatte es 1939 zur Zeit ihrer Scheidung von Diego Rivera gemalt. Das Gemälde sollte von Polen in die Sowjetunion gebracht werden, ist aber auf dem Weg nach Moskau verschwunden und seitdem nicht wieder aufgetaucht. Im Kunstzentrum Zamek wird ein Raum der damaligen Ausstellung nachgebildet und auch das verschwundene Bild visualisiert.
er „polnische Kontext“ bezieht sich auf die enge Verbindung von Kahlo und Rivera zu zwei polnischstämmigen Künstlern. Die Malerin Fanny Rabel, die 1922 unter dem Nachnamen Rabinovich als Tochter einer jüdischen Schauspielerfamilie in Polen geboren wurde und später nach Mexiko zog, war einst Schülerin von Frida Kahlo. Als Assistentin von Diego Rivera beteiligte sie sich an einigen seiner berühmten Wandmalereien, den Murales, setzte später eigene Projekte um und gilt als erste weibliche Wandmalerin in Mexiko. Von der 2008 gestorbenen Künstlerin sind insgesamt 60 Arbeiten in Posen zu sehen. Bernice Kolko, 1905 geboren, emigrierte 1920 mit ihrer Familie in die USA. Die ehemalige Fotografin der US-Armee begann 1951 ein Projekt über Frauen in Mexiko. Dabei lernte sie Kahlo und Rivera kennen und stand besonders Frida Kahlo in den Jahren vor ihrem Tod sehr nah. Von ihr stammen eine Reihe von sehr persönlichen Aufnahmen von der mexikanischen Malerin. Doch sie hielt auch den Alltag im Land fest. Insgesamt 80 Fotografien von Bernice Kolko werden in Posen zu sehen sein.
Frida Kahlo. Selbstbildnis als Tehuana oder Diego in meinen Gedanken , 1943 Öl auf Holzfaserplatte 76x61 cm The Jacques and Natasha Gelman Collection of Mexican Art, the Vergel Foundation and the Tarpon Trust © 2017 Banco de México Diego Rivera Frida Kahlo Museums Trust, Mexico, D.F. / Artists Rights Society (ARS), New York
Kuratorin der Ausstellung ist die Berliner Kunsthistorikerin Helga Prignitz-Poda, Mitherausgeberin des Werkverzeichnisses von Frida Kahlo. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 12 bis 20 Uhr, der Eintritt beträgt 25 Złoty (ca. 6 Euro). Infos unter www.ckzamek.pl Allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
Kasia Moś rettet Tiere vor dem Tod Die Sängerin, die u.a. am ESC teilgenommen hat, kaufte einen jungen Bullen, der geschlachtet werden sollte.
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asia Moś ist Veganerin und Vegetarierin und sie engagiert sich sehr stark für den Tierschutz. Vor einiger Zeit hat sie den jungen Bullen Diego vor dem Tod gerettet. Sie wollte nicht, dass er stirbt also hat sie ihn gekauft und auf einen sicheren Hof gebracht, dort wartet ein sicheres und gemütliches Leben auf ihn. Die Sängerin besucht Diego oft und dokumentiert es natür-
lich auf Instagram und Facebook. Moś liebt jedoch nicht nur den jungen Bullen, auch andere Tiere wachsen ihr sehr schnell ans Herz. Die Fans sind von ihrem Verhalten begeistert und drücken es auch in vielen positiven Kommentaren aus. „Wie gut, dass es noch Menschen auf der Erde gibt, denen das Schicksal der Tiere nicht egal ist“,
lautet einer von ihnen. Die vielen Bilder mit den Tieren haben meistens auch einen Hashtag #stopanimalcruelty. von Paulina Kuc
Wirtschaft 49
Wie viel geben Polen für Kultur aus? Laut dem Statistischen Hauptamt (GUS), das schockierende Daten vorgestellt hat, sind die Ausgaben für Kultur in Polen erschütternd niedrig. Ein durchschnittlicher Pole gibt nur 23,64 Zloty jährlich für Bücher aus.
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aut GUS erreichten die Ausgaben im Jahr 2016 für Artikel und Kulturdienste 347,40 Zloty pro Person in Privathaushalten. Im Vergleich zum Jahr 2015 steigerte man sich um 7,32 Zloty, also 2,2%. Den Anteil an Kulturausgaben bezifferte man auf 2,6% aller Ausgaben im Haushalt, also genauso viel, wie im vergangenen Jahr. Aus den vorgestellten Daten folgt, dass das meiste Geld für die Nut-
zung von Medien ausgegeben wurde. Die Gebühren für Empfangsgeräte (Rundfunkabgabe) und Digitalfernsehen erreichten 110,16 Zloty pro Person, also fast einen Drittel der Jahresausgaben für Kultur. Für Zeitungen und Magazine wurden durchschnittlich 29,16 Zloty ausgegeben und ihr Anteil an Kulturausgaben erreichte 8,4%. Bücher kosten einen durchschnittli-
chen Polen 23,64 Zloty, wenn man dazu Schulbücher hinzuzählt sind es wiederum 44,04 Zloty. Für Theater-, Kino- und Musiktickets gab man im statistischen Haushalt 31,92 Zloty aus, also 16,7% mehr als im Jahr zuvor.
von Anna Rosenthal
50 Wirtschaft
#WirKochen: Piroggen mit Sauerkraut und Pilzen Pirrogen sind eine traditionelle polnische Speise, die weit in der osteuropäischen und finnischen Küche verbreitet ist. Sie können als Hauptgericht oder als Vorspeise serviert werden. Piroggen gibt es in einer Fülle von Variationen.
Zutaten:
Für den Teig:
- 1½ Gläser Mehl - ½ TL Salz - 2 Eier - 1EL Olivenöl
Für die Füllung:
- 250 g Sauerkraut - 250 g Champignons - 1 Zwiebel - 1 EL Butter - 1 EL Öl - eine Prise Salz
- eine Prise Pfeffer
Zubereitung 1. Mehl, Eier, Salz und Olivenöl vermischen. Alles zu einem glatten geschmeidigen Teig verkneten.
2. Champignons in Scheiben und die Zwiebel in Würfel schnei-
den. Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel und Pilze darin 5–10 Minuten braten.
3. Später das Sauerkraut abgießen, fein schneiden und in die Pfanne hinzufügen. Alles zusammen anbraten.
4. Gegen Ende der Garzeit die Füllung mit Pfeffer abschmecken. Abkühlen lassen. 5. Teig dünn ausrollen und mit einem Glas Kreise ausstechen. Je 1 Löffel der Füllung in die Mitte des Kreises geben und diesen zu einem Halbkreis umschlagen. 6. Die Enden zusammendrücken, damit die Füllung später nicht ausläuft. 7. Die Piroggen in einen Topf mit gesalztem, kochendem Wasser hineingeben. Die nächsten acht Minuten kochen lassen, bis sie an die Oberfläche schwimmen. 8. Mit angebräunter Butter mit Zwiebel oder Rahm servieren.
Guten Appetit!
von K.J.
Tourismus 51
Schloss Cosel im Oppelner Land wird saniert Jahrzehntelang führte es ein Schattendasein. Nun soll das Schloss der Oppelner Piasten in Koźle (Cosel) seinen alten Glanz wiedererhalten. Stadtverwaltung und Marschallamt der Woiwodschaft Opolskie (Oppeln) haben unlängst einen entsprechenden Vertrag besiegelt. Zunächst sollen bis 2018 die Kellergewölbe weiter restauriert und der Schlosshof erneuert werden. In weiteren Schritten soll schließlich der gesamte Komplex für die Nachwelt erhalten werden.
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ie Anlage aus dem 13. Jahrhundert liegt am Rande des mittelalterlichen Ortskerns, der seit 1975 zur Doppelstadt Kędzierzyn-Koźle (Kandrzin-Cosel) gehört. Im 16. Jahrhundert wurde die ursprünglich gotische Burg im Stil der Renaissance zum Schloss ausgebaut, verfiel aber seit dem 19. Jahrhundert zusehends. In den vergangenen 15 Jahren unternahm die Stadt bereits kleinere Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten. In deren Folge wurde in einer der Basteien sowie in Kellerräumen ein stadthistorisches Museum eingerichtet. Im November sollen nun für umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro weitere Arbeiten folgen. Rund zwei Drittel der Gelder stammen aus EU-Fördermitteln. So werden zuAnzeige
nächst weitere Kellerräume unter dem Südflügel hergerichtet. Auch der historische Schlosshof soll restauriert werden, eine gläserne Kuppel den Blick auf die bei archäologischen Arbeiten gefundenen Reste eines Wehrturmes aus dem 13. Jahrhundert freigeben. Zudem wird die Ausstellungsfläche des Museums erweitert und die Sammlung multimedial aufbereitet. Die Internetseite soll künftig viersprachig, auch auf Deutsch, über ständige und wechselnde Ausstellungen sowie die Geschichte des Schlosses informieren. Die Restaurierungsmaßnahmen umfassen auch Teile der Sammlung. So sollen alte Karten, Dokumente sowie zwei gotische Skulpturen erneuert werden. Das Museum zeigt verschiedene Ausstellungen zur lokalen und
Festungsgeschichte, zu Völkerkunde und Archäologie sowie kunsthistorische und technikgeschichtliche Sammlungen. Kędzierzyn-Koźle liegt rund 50 Kilometer südöstlich von Opole (Oppeln). In der sehenswerten Altstadt sind bis heute verschiedene Baudenkmäler erhalten geblieben. Der historische Marktplatz ist umgeben von niedrigen Bürgerhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Infos unter www.kedzierzynkozle. pl Allgemeine Informationen zu Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen. travel
52 Tourismus
Wo Goethe und Chopin sich erholten Schon vor Jahrhunderten kannte man die heilsame Wirkung der Mineralquellen in den niederschlesischen Sudeten. Die heute zu Polen gehörende Mittelgebirgsregion zeigt sich in neuem Glanz und zieht wieder zahlreiche Gäste aus Deutschland an. Swieradow - Kurwandelhalle / Foto: Klaus Klöppel
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wischen Palmen promenieren Besucher durch die Halle aus Lärchenholz, in der Hand ein Becher mit frisch gezapftem Mineralwasser. Die längste hölzerne Wandelhalle der Sudeten wurde im Jahr 1899 erbaut, als die Blütezeit des Kurorts Bad Flinsberg begann. Aus dieser Zeit stammen auch der Kurpark und viele hübsche Villen im Zentrum. Schon mehr als zwei Jahrhunderte zuvor war das erste Kurhaus gebaut worden, nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass das dortige Wasser „appetitanregend ist, den Brechreiz hemmt, Angstzustände, Magenund Leberkrankheiten mildert“.
Aus Bad Flinsberg wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Świeradów Zdrój. Aber bis heute bilden radonhaltiges Mineralwasser und Torfmoor aus der Umgebung die Grundlagen des Kurbetriebs. Nach 1989 erlebte der Ort im Südwesten Polens einen neuen Aufschwung. Viele Villen und Kurhäuser wurden saniert, neue Kur- und Wellnesshotels entstanden. Deutsche Gäste bilden einen Großteil der Besucher und schätzen neben günstigen Preisen und der Qualität der Behandlungen auch die Reize der Umgebung. Vom Zentrum führt eine moderne Gondelbahn zur Spitze des Heufuder, mit 1.107 Meter eine der höchs-
ten Erhebungen des Isergebirges. Oben beginnt eine der längsten Skipisten der Region, Wanderer und Mountainbiker finden ein Netz von gut ausgeschilderten Wegen. Das Isergebirge zieht sogar nachts Besucher an. Vor wenigen Jahren entstand dort der internationale Sternenpark. Der rabenschwarze Himmel über dem nahezu unbewohnten Gebiet erlaubt einen Blick auf die funkelnde Milchstraße, wie man ihn nur noch an wenigen Orten erleben kann. Neben der Ostseeküste sind die Gebirgszüge im Südwesten die zweite große Kurregion im Nachbarland
Tourismus 53 tung finden sich mehrere Kurorte. Bad Altheide (Polanica-Zdrój) ist der jüngste von ihnen. Dort begann der Kurbetrieb erst im frühen 19. Jahrhundert. Heute befindet sich neben den restaurierten Kuranlagen einer der luxuriösesten Wellness-Tempel des Landes. Das neue 5-Sterne-Resort im Stil des Art decó gehört zum Imperium von Polens erfolgreichster Kosmetik-Produzentin, Dr. Irena Eris. In Bad Reinerz, heute Duszniki-Zdrój, weilte einst Fryderyk Chopin zur Kur und begeisterte die Gäste mit seinem Klavierspiel. Zur Erinnerung daran findet seit mehr als 70 Jahren jeden Sommer ein Chopin-Festival statt. Eine der touristischen Attraktionen der Kleinstadt ist die heute als Museum genutzte Papiermühle aus dem 17. Jahrhundert, wo noch wie in alten Zeiten Papier geschöpft wird. In Lądek-Zdrój (Bad Landeck) ließen sich zahlreiche gekrönte Häupter wie Friedrich der Große oder Zar Alexander I. behandeln. Gepflegte Bürgerhäuser aus der Zeit des Barocks und der Renaissance schmücken die Altstadt, im Kurviertel zieht ein historisches Bad im türkischen Stil die Aufmerksamkeit auf sich.
Polen. Fast ein Dutzend Kurorte gibt es in den Sudeten, die meisten mit einer langen Tradition. Als ältester gilt Bad Warmbrunn, benannt nach den bis zu 87 Grad warmen Quellen, deren heilende Wirkung schon die Zisterziensermönche seit dem Jahre 1403 zu nutzen wussten. Später kurten dort unter anderem Johann Wolfgang von Goethe und die polnische Königin Marysieńka Sobieska. Der Ort am Rande des Riesengebirges heißt heute Cieplice Śląskie-Zdrój. Sein Zentrum bildet wie eh und je ein prachtvolles Ensemble aus barockem Schloss und dem im englischen Stil angelegten Kurpark. Eine Kuriosität stellt das Blockhaus im benachbarten Nor-
wegerpark dar. Es entstand 1909 nach dem Vorbild eines bekannten Osloer Ausflugslokals. Noch mehr Norwegen bietet ein Ausflug in den nahegelegenen Ferienort Karpacz (Krummhübel). Die aus dem 14. Jahrhundert stammende norwegische Stabholzkirche Wang fand durch Vermittlung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. dort ihre neue Heimat. Südöstlich des Riesengebirges umschließen Bergketten die ehemalige Grafschaft Glatz. Rund um die Kreisstadt Kłodzko (Glatz) mit ihrem sehenswerten historischen Zentrum und einer mächtigen Fes-
Bad Kudowa (Kudowa-Zdrój) war schon im 19. Jahrhundert als Herzheilbad in ganz Europa berühmt. Vor den Toren der Stadt beginnt der Nationalpark Heuscheuergebirge mit seinen skurrilen Sandsteinfiguren und engen Felsenschluchten. Skurril ist auch die kleine Friedhofskapelle am Rande der Stadt, deren Inneres mit rund 3.000 Knochen und Schädeln verkleidet wurden. Sie stammen von Opfern des 30-jährigen und des 7-jährigen Krieges sowie von Choleraepidemien. Mit ihren gepflegten Kuranlagen zieht die nahe der tschechischen Grenze gelegene Kleinstadt auch heute wieder ein internationales Publikum an. Weitere Informationen rund um Kuren und Wellness bietet die deutschsprachige Website des Polnischen Fremdenverkehrsamtes, www.polen.travel/de
54 Wirtschaft
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Wirtschaft 55
56 Wirtschaft
Der goldene Oktober in Polen Das wunderschöne Farbenspiel und die Natur in ihrer vollen Pracht kann man besonders gut im Herbst bewundern.
Milicz (Militsch) und die Militscher Teiche (Stawy Milickie) Milicz ist eine kleine Stadt am Rand eines Naturwunders. Sie selbst hat aber auch einiges zu bieten. Sehenswert sind vor allem die Altstadt und die alten Kirchen u. a.
die Gnadenkirche, die heutzutage als eine Pfarrkirche dient. Sie wurde in den letzten Jahren liebevoll restauriert. Man kann heute das Fachwerk und die wunderschönen Emporenstockwerke bewundern. In der nähe von Milicz zwischen den Wiesen, Feldern und Wäldern hat man seit Jahrhunderten Teiche angelegt. Sie wurden mit der Zeit zu einem Hort für viele Pflanzen und Tiere und vorn allem ein Paradies für Vögel. Der Reservat Stawy Mili-
ckie ist das größte ornithologische Schutzgebiet Polens. Alte Alleen, wilde Wälder und lebensreiche Gewässer laden regelrecht ein, die Natur in aller Stille zu bewundern und so manches, kleines Naturwunder selbst zu entdecken.
Wirtschaft 57 dem Pferdesattel bewundern und sich zwischen den mittelalterlichen Burgen auf der Adelhorstroute bewegen. Die Krakau-Tschenstochauer Jura ist aber viel mehr als pittoreske Kalksteinformen und alte Burgen. Sie beherbergt auch eine Wüste… und eine ganze Reihe von Höhlen.
Góry Pieprzowe (Pfefferberge) In der Nähe der wunderschönen Stadt Sandomierz (Sandomir) erstreckt sich das älteste sichtbare Gebirge Polens – das Alter der Pfefferberge wird auf ca. 500 Mio. Jahren geschätzt. Deren Namen verdanken sie, dem Tonschiefergestein aus Zeiten des Kambriums. Das Gestein hat eine Pfefferähnliche Farbe und die in der Luft schwebenden erodierten Teilchen erinnern stark an das Gewürz. Die Berge sind problemlos bei einem Spaziergang aus der Stadt zu erreichen. Sie sind seit den 70er Jahren ein Naturschutzgebiet und der einzige Ort im Land, wo die unter Schutz stehende Feinblatt-Schafgarbe wächst und andere geschützte Relikte der Steppenflora gedeihen. Außergewöhnlich sehen auf den Abhängen die Hundsrosen aus, sie sind hier in 15 verschiedenen Arten vorzufinden – es ist die größte Ansammlung der Hundsrosen in Europa. Die sich am Fuße des Berges schlängelnde Weichsel verleiht den im Herbst goldenen Hängen einen malerischen Flair.
Beskid Śląski (Schlesische Beskiden) Puszcza Kampinowska (Kampinos- Urwald), Foto: McBartosz (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Jura KrakowskoCzęstochowska (KrakauTschenstochauer Jura) Weiße Inselberge, weite Landschaften, verlassene Ruinen… Die Krakau-Tschenstochauer Jura begeistert im Herbst durch Vielfalt
ihrer Formen und Farben. Die schillernden weißen Kalkfelsen in der Morgenröte und die rotgoldenen Wälder scheinen miteinander zu verschmelzen. Ein wunderschöner Ort, der problemlos aus Krakau und den oberschlesischen Städten erreichbar ist. Die Region ist einer der beliebtesten Klettergebiete an der Weichsel. Zigtausende pilgern jedes Jahr auf die Hochebene, um sich dort ihrem Hobby hinzugeben. Die Jura kann man aber auch aus
Die Beskiden sind nicht so beliebt wie die Tatra, überraschen aber mit jeder Menge an Attraktionen für Groß und Klein, für die sonnigen Sommermonate und kalten Winter. Aufzüge, Radrouten, Seilgärten und gut vorbereitete Wanderwege zwischen den ewig grünen Wäldern warten auf die Wanderliebhaber. In der kalten Jahreszeit kommen hier vor allem die Skifahrer auf ihre Kosten. Über 30 Gipfel warten auf die Bergsteiger; die Familie des berühmten polnischen Bergsteigers Jerzy Kukuczka stammt aus dieser Gegend. Die Beskiden sind aber nicht nur für begeisterte Sportler und Wanderer; sie haben in ihrem
58 Tourismus
Tourismus 58
Roztocze
Angebot auch pittoreske alte Kirchen und malerische Dörfer, in denen man noch traditionelles Handwerk und die einheimische Kultur pflegt. Man kann sich stundenlang alte Geschichten anhören. In den Schlesischen Beskiden hat ihren Ursprung die Weichsel – der längste Fluss Polens.
Schlösser Niederschlesiens Niederschlesien hat mehr zu bieten als nur Breslau und herrliche Natur. Unter den unzähligen Sehenswürdigkeiten gibt es sehr viele Schlösser, vor allem im Hirschberger Tal. Die grandiose Umgebung zieht nicht nur heute an, sie ist auch ein Magnet für viele preußische Adelige gewesen, die hier ihre Schlösser, Residenzen und Gärten errichten ließen. Von manchen sind nur Ruinen erhalten geblieben, andere erfreuen die Augen der Besucher mit prunkvollen Fassaden, von einigen weißt man hingegen nur aus alten Chroniken und Überlieferungen. Nach Jahren des Verfalls werden einige von ihnen liebevoll restauriert, in vielen kann man übernachten. Die Gäste erwarten spannende Legenden von Rittern und Weißen
Frauen, Geschichten aus der alten Zeit, reich verzierte Gemächer und Kunstschätze, wie auch Wunderschöne Parkanlagen und Gärten. Die malerische Landschaft blüht zu dieser Jahreszeit dazu in allen Farben auf.
Wybrzeże Rewalskie (Rewahler Küste) Das Rewahler Land ist ein beliebtes Urlaubsziel. Wunderschöne, sandige Strände und ein mildes Klima, machen den Sommer zwar warm aber nicht unerträglich. Im Herbst ist es hier besonders schön; leere Strände, keine überfüllten Parkplätze, günstige Preise. Auf die Besucher wartet eine ganze Farbpalette – von der dunkelblauen, grünen Ostsee bis zum goldenen und feurigen Laub der Bäume. Es überraschen die warmen Tage im September und Oktober und die Meereswellen bei stürmischem Wetter im November. Die Region besitzt ein gesundes Mikroklima mit einem hohen Jod- und Salzgehalt. Praktisch alle Orte an der Küste sind Kurorte, die von luxuriösen Villen mit Spas und Co. bis
zu Hostels für Rucksacktouristen im Angebot haben. An der Küste finden Touristen Leuchttürme, Ruinen alter Kirchen und Museen. Zwischen den Ortschaften kursiert eine historische Schmalspurbahn Bahn. Sehenswert sind u. a. die Ruinen der Kirche in Trzesacz (Hoff). In dem kleinen Ort Pobierowo (Poberow) reicht der Kieferwald bis ans Meer, es herrschen hier ideale Bedingungen für lange Spaziergänge und Fahrradausflüge. In Rewahl (Rewahl) und Umgebung kann man auch Reiten.
Puszcza Kampinowska (KampinosUrwald) Der Kampinos-Urwald ist nicht weit von der polnischen Hauptstadt entfernt. Viele Warschauer besuchen den zweitgrößten Nationalpark Polens, bei wochenendlichen Ausflügen. Charakteristisch für ihn sind sandige Dünen und Kiefernwälder. Der Wald ist zu jeder Jahreszeit beeindruckend schön. Im Frühling blühen auf den scheinbar unendlichen Sümpfen weiße
Tourismus 59 Windröschen, gelbe Sumpfdotterblumen und Hahnenfüße. Im Mai blühen Maiglöckchen, die große, weiße angenehm duftende Teppiche bilden. Sehr angenehm riechen auch blühende Kiefer und durch die Sonnenstrahlen erwärmte Fichtennadeln. Im Herbst sieht man die Bäume in allen Farben, die man sich erträumen kann, im Winter versetzt sie die Wanderer in eine märchenvolle Welt von Schnee und Eis. Der Nationalpark beherbergt nicht nur unzählige Pflanzen, ist aber auch Heimat von vielen Tieren - Elche, Luchse, Kraniche und neuerdings auch Wölfe vielen sich hier sehr wohl. Den Besuchern stehen 360 km gut ausgeschilderter Wanderwege zur Verfügung. Jährlich wird der Urwald von rund einer Million Touristen besucht.
ten See Morskie Oko (Meeresauge) gespeist. Der Bergfluss ist nicht nur einer der saubersten Flüssen, sondern einer der kältesten im ganzen Land, es empfehlt sich nur an heißen Sommertagen, dort zu baden. Von den umliegenden Felsen Oblazowa und Kramica erstreckt sich ein herrlicher Blick auf die schönsten Landschaften der polnischen Berge; die Tatra, Podhale, Gorce, Spisz (Zips) und den Czorstynskie See. Die Felsen eignen sich gut für Kletteranfänger, die hier ihre ersten Erfahrungen sammeln können. In den Wäldern wachsen oft sehr viele Pilze und die Wege laden zum Wandern ein.
zen, oft Endemiten, die man im restlichen Teil des Landes und in den Hohen Tatra nicht findet. Nicht zu vergessen sind die wunderschönen Täler u. a. das Chocholowska Tal, das jeden Frühling ein spektakuläres Farbenspiel mit Tausenden blühenden Krokussen bietet. Die Westtatra sind auch im Herbst besonders schön und zeigen sich in ihrer vollen Pracht, die rötlich gefärbten Gipfel geben ihren Flair noch dazu. In dem westlichen Teil der Tatra liegt Zakopane, die Winterhauptstadt Polens, die nicht nur unter den Wintersportfans aus Polen beliebt ist, sondern auch unter Gästen aus dem Ausland.
Tatry Zachodnie (Westtatra)
Ziemia Kłodzka (Glatzer Land)
Biaka Tatrzańska (Białka Durchbruch in den Pieninen)
Die Wanderwege in der Westtatra sind deutlich einfacher als die in den Hohen Tatra, das heißt aber nicht, dass man sich hier langweilt. Der westliche Teil der Tatra ist sehr malerisch, mit vielen Almen und Wäldern bewachsen. Auf den weiten Wiesen trifft man seltene Pflan-
Im äußersten Süden Polens liegt das Glatzer Land. Eine Region mit turbulenter Geschichte, die in ihrer Vergangenheit den Piasten, Tschechen, Österreichern, Preußen und letztlich den Deutschen gehörte, seit Kriegsende ein Teil Polens bildet. Das Glatzer Land ist eine leicht
Park Mużakowski (Muskauer Park)
Der Fluss Bialka gilt als einer der saubersten in ganz Polen, seine Gewässer werden von den berühm-
60 Tourismus gebirgige Region, die herrliche Ausblicke bietet und wunderschöne, kleine Städte und Ortschaften beherbergt. Die malerischen goldenen Felder und wilden Wälder laden zum Spazieren ein. Reich beschmückte Kirchen erinnern an vergangene Zeiten. Im Glatzer Kessel gibt es Wahlfahrtsorte wie Wambierzyce (Albendorf) und auch viele in ganz Polen bekannte Kurorte mit Heilbädern und Trinkhallen. Die Luft gilt hier als besonders heilsam. Durch das ganze Jahr strömen hier Menschen aus ganz Polen, um ihre Gesundheit zu verbessern oder einfach eine schöne Zeit zu verbringen. Von den Städtchen und Kurorten ist es nicht weit zu den Naturwundern und Sehenswürdigkeiten. Im Glatzer Land befindet sich die Bärenhöhle (pol. Jaskinia Niedzwiedzia) - eine der schönsten Höhlen Polens mit fantastischen Gesteinsformen. Sehenswert sind die Stadt
Klodzko (Glatz) mit seiner Festung und u. a. das malerische Städtchen Bardo (Wartha) mit seiner barocken Wallfahrtskirche. Man sollte auch unbedingt den Nationalpark Góry Stołowe (Heuscheuergebirge) besuchen, in den Błędne Skały (Wilde Löcher) ein wenig irren und den Gipfel Strzeliniec Wielki (Große Heuscheuer) erklimmen.
Roztocze Roztocze ist eine idyllische Landschaft, die sich in östlichen Polen erstreckt. Bekannt für ihre wunderschöne unberührte Natur und die UNESCO Weltkulturerbe Stadt Zamosc. Ob Kanu, auf dem Rad oder zu Fuß, die hiesige Natur ist ein Balsam für die Seele. Dichte Wälder, wenige Häuser und die überall herrschende Stille. In der Perle der Renaissance – Zamosc - empfehlt
sich die Altstadt zu erkunden. Es erwarten uns Arkaden, romantische Altbauten und ein wunderschönes Rathaus. Einen Besuch wert zu jeder Jahreszeit.
Podlasie (Podlachien) Podlachien ist eine atemberaubende Region, die im Osten Polens liegt. Mit unberührter Natur und einer einzigartigen Kulturmosaik, lädt sie auf eine Entdeckungsreise an. Orthodoxe Kirchen, katholische Gotteshäuser, alte jüdische Friedhöfe und entzückende Moscheen warten auf Gäste, die ihnen ihr Interesse zeigen würden. Die weiten grünen Wiesen und goldene Felder laden zu spazieren ein. Die Region ist ein Mischtigel aus Kulturen und Nationalitäten, die hier miteinander lebten und leben; Russen,
Tatry Zachodnie (Westtatra)
Milicz (Militsch) und die Militscher Teiche (Stawy Milickie), Foto: Janusz Krzeszowski (Own work) [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons
Tourismus 61
Polen, Balten, Weißrussen und in der Vergangenheit auch Juden und Deutsche. Das hat ihre Spuren nicht nur in der hiesigen materiellen Kultur aber auch in der Küche hinterlassen. Auf die Touristen warten leckere Speisen der örtlichen Küche. Durch die Region führt die Green Velo Route, auf deren Weg liegen die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten und Naturwunder, die Podlachien zu bieten hat - vier Nationalparks, 91 Landschaftsparks, die in sich wahre Wunder der europäischen Natur beherbergen. In Bialowieza kann man den einzigen Flachlandurwald des Kontinents und in freier Natur lebende Wisente bewundern und die Flüsse Narew und Biebrza sind mit ihren weit verflochtenen Armen ein Paradies für seltene Vogelarten und Vogelbeobachter. Im Herbst erstrahlt die Gegend in goldenen Farben.
Karkonosze (Riesengebirge) Das Riesengebirge ist der höchste Teil der Sudeten. Es erstreckt sich sowohl in Polen als auch in Tschechien und in beiden Ländern sind große Teile als Nationalpark unter Schutz gestellt. Atemberaubende Sonnenuntergänge, Nebel, der sich am morgen in den Tälern erstreckt, Wolken, die sich förmlich von den Bergen nach unten ergießen und die prachtvolle Natur... Das Spiel von Wind, Wasser und Tierlauten sorgt das da nie Stille herrscht, dennoch wirkt es beruhigend auf die Seele. Das Riesengebirge ist aber nicht nur von atemberaubender Natur geprägt, auch in den malerischen Städtchen und Städten findet man Möglichkeiten, die Zeit angenehm zu verbringen und u. a.
schöne Kirchen und Altbauten und Museen zu besichtigen, oder einfach nach einem langen Tag den Abend in einem Cafe oder Restaurant mit Freunden zu verbringen.
Park Mużakowski (Muskauer Park) Ganz nah an der deutsch-polnischen Grenze liegt der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Seit 2004 ist er UNESCO Welterbe. Der Muskauer Park wurde in der ersten Hälfte des 19 Jh. von den Prinzen Hermann von Pückler-Muskau angelegt. Er gehört zu den größten und hervoragendesten Parks Europas. Das im englischen Stil angelegte Anwesen ist wegweisend für andere, später angelegte Anlagen gewesen. Nach dem 2. Weltkrieg ist das 700 ha große Gelände in zwei Hälften geteilt gewesen. Nach der
62 Tourismus Wende musste der polnische Teil stark saniert werden. Heute werden die, durch die Lausitzer Neiße geteilten Hälften mit Brücken verbunden. Auf der deutschen Seite befindet sich der zentrale Kern des Parks mit den Hauptgebäuden und Gärten und auf der polnischen ein großer englischer Park. Man kann ihn zu Fuß oder auf dem Rad besichtigen. Der Muskauer Park ist ein Meisterwerk, eine einzigartige Verbindung von Natur und Gartenkunst. Die in jedem Detail durchdachte Komposition verbindet nicht nur Natur und Kunst, sie ist auch eine höchst gelungene Verbindung von Natur und Kultur - ein fest für die Augen der Besucher.
Bieszczady Bieszczady liegen im Südosten Polens. Sie gehören zu den schönsten Gegenden des Landes und sind zu jeder Jahreszeit gut besucht. Im Herbst erlebt man an den Poloninen (grasbewachsene, waldlose Kammlagen der Höhenzüge) wunder-
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schöne Sonnenauf- und untergänge. Die zu dieser Zeit farbenfrohe Landschaft erstrahlt um so mehr. Auch bei schlechtem, regnerischem Wetter verlieren die Berge nichts von ihrem Flair und sehen umso geheimnisvoller aus. Es gibt nicht schöneres als ein sonniger Morgen nach einer regenreichen Nacht, als sich der Nebel in den noch nassen Tälern zwischen den malerischen Dörfern bewegt. Die Bieszczaden sind auch Heimat vieler Pflanzen und Tiere, die nirgendwo anders in Polen vorkommen. Um die einzigartige Natur zu schützen, wurde hier der größte Nationalpark des Landes errichtet. Der Nationalpark gehört zu den 1992 geschaffenen UNESCO Biosphärenreservaten, den Ostkarpaten. Man kann während der Wanderung nicht nur auf süße Füchse oder niedliche Vögel treffen, sondern auch auf einen erhabenen Wisent oder gar einen Furcht einflößenden Bären. Auch Wölfe haben in diesen Gebirgszug ein Zuhause gefunden. Nicht umsonst gelten sie als die wildes-
ten Berge Polens. Auch Liebhaber lokaler Folklore kommen auf ihre Kosten; in der Gegend gibt es viele alte, verlasse Dörfer und orthodoxe Kirchen der Lemken und Bojken, mit ihrer einzigartigen Architektur. In den kleinen Städten und Dörfern wie Lesko findet man jüdischer Friedhöfe und Synagogen – leider sind viele in einem schlechten Zustand und nur einige wurden in den letzten Jahren renoviert. Beliebt, vor allem bei Wassersportfans, sind auch der Solina Stausee und der Fluss San, empfehlenswert sind die Kanufahrten – nicht nur für Familien mit Kindern, sondern auch für Extremsportler.
von Ramona Nocoń
�timex
Wirtschaft 63
CENTRUM ZDROWIA I UR ODY So etwas gibt es in anderen Stadten dieser Region nicht. DIE MODERNSTEN LOSUNGEN auf Weltniveau ! Verringerung vaskularer Veranderungen, Verfarbungen, Kampf mit Nagelpilz, Behandlung von Narben, Tattoo-Entfernung und Hautumbau am ganzen Korper. ..,. Hautpflegekosmetik .... Schonheitskosmetik ..,. Asthetische Dermatologie und Kosmetik ..,. Heilkosmetik ..,. Pedologie ..,. Lasertherapie ..,. Physiotherapie ..,. Relaxations- und Heilsmassagen ..,. Tattoo-Entfernung ..,. Hautanalysen ..,. medizinische Beratung
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