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PolenJournal.de (#1/2018)

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Wirtschaftskammer „Schlesien” Viele Möglichkeiten für das Unternehmertum

Die Wirtschaftskammer „Schlesien” ist eine Organisation der wirtschaftlichen Selbstverwaltung, die Initiativen unterstützt und an Tätigkeiten teilnimmt, die mit der Entwicklung des Unternehmertums in Schlesien verbunden sind. • Schulungen, Workshops, Konferenzen, Beratungen • Kooperationsbörsen • Messen und Ausstellungen • • Zusammenarbeit mit den Wirtschaftskammern aus der Bundesrepublik Deutschland und aus der Tschechischen Republik

Kontakt Wirtschaftskammer „Schlesien” 45-310 Opole / Oppeln • ul. Ozimska 184 • Tel./Fax: +48 77 4538484 • E-Mail: info@igsilesia.pl • www.igsilesia.pl


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4  im heft

Wirtschaft

Neue Mindestlohnsätze 2018

6 Steruern, Gehälter, Recht Diese Veränderungen und Neuregelungen gelten im neuen Jahr.

8 Neue Mindestlohnsätze 2018

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Mindestverdienst um 100 Zloty brutto. Ein neuer Mindeststundensatz gilt ebenfalls im neuen Jahr. Die Neuerung im Bereich des Mindestlohngesetzes betrifft insgesamt rund 1,4 Mio.

Mit dem 1. Januar wurden die Mindestlohnsätze in Polen neu aufgestellt

10 Autoindustrie entwickelt sich immer besser aber… Im Automobilsektor läuft es in diesem Jahr hervorragend gut, bleibt es auch so?

12 Digitalisierung steckt weiter in den Windeln Der Bericht über den Stand der Digitalisierung in Europa (Europe's Digital Progress Report, EDPR)

14 Unternehmen nehmen Kurs auf Forschung und Entwicklung

Arbeitnehmer in Polen. S. 8

Mehr als die Hälfte der an der Weichsel angesiedelten Unternehmen gibt für FuE mehr als 10% der Einnahmen aus

16 Internationale Marken drängen nach Polen Das neue Jahr dürfte für viele beliebte Marktketten vom Kampf um den Kunden gezeichnet sein

17 Flixbus weitet Zusammenarbeit mit PolskiBus aus Der Kampf um den Kunden beginnt

18 Polen nimmt mehr Arbeitsmigranten als Deutschland auf Die Zahl der Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit ist enorm

20 Polnischer Arbeitsmarkt 2018 Ein Ausblick

22 Fitch bestätigt Bonitätsnote Polens Das Rating der Kreditwürdigkeit

23 Morgan Stanley hebt Wachstumsprognose für Polen an Die Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre

24 Bierhochburgen in Europa Der Bericht von The Brewers of Europe

28 Wohlstand in den EU-Ländern Luxemburg an der Führungsposition

30 Grundstücke im Herzen des Landes gefragt Neuer Superflughafen wird Kunden anziehen

32 Wohnraum November 2017 urban.one

Polnischer Arbeitsmarkt 2018 Fallende Arbeitslosigkeit und steigende Löhne sollen den polnischen Arbeitsmarkt heuer prägen schätzen Experten von Work Service. S. 20

Internationale Marken drängen nach Polen Das neue Jahr dürfte für viele beliebte Marktketten vom Kampf um den Kunden gezeichnet sein. Feste und auf polnischem Boden etablierte Größen bekommen KonkurrenZ. S. 16


im heft  5

#Ratgeber

Tourismus

38 Leiharbeit in Polen

52 Mit dem Flugzeug zwei Mal täglich nach Berlin

Aleksander Giehsmann

Technologie 40 Dies könnte die Aufladung von Elektroautos revolutionieren Innovative Lösung polnischer Forscher

kultur 41 Billy Idol kommt nach Polen

LOT führt zwei direkte Flüge zwischen Berlin-Tegel und Warschau ein

53 Das sind die besten Tourismusprodukte 2017 POT entscheidet den Wettbewerb

54 Skispaß rund um das Hirschberger Tal Erst die Piste, dann Entspannung

56 Mit dem Auto nach Polen Es wird teurer

2018 ist es so weit!

41 Was Polen 2017 am meisten gegoogelt haben Die meisten Fragen betreffen... Pilze

42 Star Wars auf Schlesisch Was wäre, wenn Star Wars in Schlesien gedreht werden würde?

Star Wars auf Schlesisch Was wäre, wenn Star Wars in Schlesien gedreht werden würde? Genau diese Frage stellte sich ein polnischer Künstler und so entstand eine ganz außergewöhnliche Aquarellserie. S. 42

46 Neue Monumente in Polen Polen ist um 11 Monumente reicher geworden

51 #Wirkochen

57 Neue Attraktionen im Heiligkreuzgebirge Die Gäste können sich freuen!

58 Kulinarische Festivals Food-Events in Polen

60 unesco-stätte in polen Sehenwürdiges an der Weichsel

64 Urlaub in Polen Lob und Anerkennung aus aller Welt

66 Winterurlaub in Polen Das sagen Einheimische

Krupnik - Graupensuppe

69 Wanderungen in den Pieninen Tipps für das schönste Gebirge Polens

70 Das Schloss in Moschen unter den Besten in Europa Das polnische Disneyland hat es geschafft

72 die schönsten Kanurouten in Polen Traumhafte Ausblicke, das rauschen des Wassers und die Sonne, die durch die Blätter schaut

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Kathrin Gorzela

Autoren

Urlaub in Polen Wie zufrieden zeigen sich ausländische Touristen mit dem Urlaub an der Weichsel? Der Bericht. S. 64

Emanuela Janda, Paulina Kuc, Ramona Nocoń, Piotr Piela, Anna Rosenthal, Rafał Stelmaszewski, Krzysztof Świerc

Erscheinungsweise

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6  Wirtschaft

Steuern, Gehälter, Recht

was sich 2018 alles ändert Diese Veränderungen und Neuregelungen gelten im neuen Jahr.

2.

2.100 Zloty brutto - das ist der neue Mindestlohn, der in Polen ab dem 1. Januar 2018 gilt. Der Mindeststundenlohn wurde wiederum auf 13,7 Zloty angesetzt.

0 2 1.

Der neue Steuerfreibetrag wird auf 1440 Zloty erhöht. Dies soll vor allem Geringverdiener entlasten, deren Jahreseinkommen nicht 8.000 Zloty übersteigt.

3.

Einstellung von Babysittern wird künftig teuer. Der Staat wird seine Förderung bei den Sozialversicherungsbeiträgen um 50% kürzen.

4.

Ab 2018 müssen Arbeitgeber in Polen keine Einkommenssteuererklärung (PIT) für ihre Mitarbeiter ausfüllen.

5.

Falschparken wird ebenfalls teuer ausfallen - Abschleppen von falsch geparkten Fahrzeugen kostet ab dem 1. Januar 486 Zloty.

Januar 2018


8 1   Wirtschaft 7

6.

Veränderungen gibt es auch im Baurecht - neu gebaute Wohnungen, dürfen ab Neujahr nicht weniger als 25 Quadratmeter Fläche haben.

8.

Unternehmen müssen künftig innerhalb von 72 Stunden über Datenlecks informieren. So will man Personaldaten besser schützen.

7.

Nach dem Jahreswechsel gehören kostenlose Plastiktüten in Geschäften der Vergangenheit. Der Preis soll mindestens bei 20 Groschen pro Stück liegen.

10.

9.

Ab September 2018 dürfen Personen, die das 15 Lebensjahr vollendet haben, eine Arbeit aufnehmen.

Ab März 2018 beginnt die Umsetzung des Handelsverbots am Sonntag. Die im Handel eingestellten Fachkräfte dürfen dann teilweise nicht am Sonntag arbeiten.

von Rafał Stelmaszewski


8  Wirtschaft

Neue Mindestlohnsätze 2018 Das muss man wissen

Mit dem 1. Januar wurden die Mindestlohnsätze in Polen neu aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Mindestverdienst um 100 Zloty brutto. Ein neuer Mindeststundensatz gilt ebenfalls im neuen Jahr. Die Neuerung im Bereich des Mindestlohngesetzes betrifft insgesamt rund 1,4 Mio. Arbeitnehmer in Polen.

Mindestgehalt Als Mindestgehalt wird der gesetzlich festgelegte Lohn bezeichnet, den der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer für Vollzeitarbeit, unabhängig von seiner Qualifizierung, Stelle, Bestandteilen der Vergütung sowie der Arbeitsbedingungen auszahlen muss. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt 2018, 47,3% des Durchschnittslohns in der nationalen Wirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr wurde er dementsprechend um 5% höher angesetzt. Bei der Gehaltberechnung werden Überstunden, Zuschüsse für Nachtarbeit, Belohnungen und Abfindungen nicht berücksichtigt. 2018 muss ein Arbeitnehmer in Polen mindestens 2.100 Zloty brutto verdienen, was nach Steuer- und Beitragsabziehung 1.530 Zloty netto ergibt. 2017 waren es noch 1.460 Zloty netto.

Mindeststundenlohn Der Stundenlohn gilt nicht nur für Arbeitnehmer, die auf der Grundlage von Dienstleistungsverträgen arbeiten. Er gilt auch für Selbständige die als Einzelunternehmer für andere Unternehmen befristete Aufträge realisieren. Der Mindeststundenlohn gilt für alle Verträge, unabhängig von der Berechnungsart (z.B. Tagestarif, Wochentarif usw.). Ausgenommen von der Mindeststundenlohnregelung sind u.a. Selbständige, die selbst über die Zeit und Ort der Auftragsumsetzung entscheiden, falls der Lohn sich nach dem erbrachtem Ergebnis richtet.

Januar 2018


Wirtschaft 9

Die Mindeststundenlohnhöhe wird mithilfe der Mindestlohnwachstumsrate aufgewertet. 2018 wird er um 0,70 Zloty auf 13,70 Zloty brutto pro Stunde höher angesetzt.

Zulage für Nachtarbeit Erhöhung des Mindestlohns bleibt nicht ohne Einfluss auf die Leistungen für Arbeitnehmer, die anhand des Mindestgehalts berechnet werden. Die Zulage für Nachtarbeit muss beispielsweise für jede in der Nacht geleistete Arbeitsstunde gezahlt werden. Ihre Höhe gleicht 20% des Stundenlohnes, der entsprechend aus dem der Mindestgehaltshöhe berechnet wird. Hier handelt es sich um den Minimalsatz - der Arbeitgeber kann die Zulage auch höher aufstellen.

Abfindungen Die Höhe des Mindestlohns ist auch bei der Höhe der Abfindung für den Arbeitnehmer bei Kündigung im Rahmen einer Gruppenfreistellung entscheidend. Je nach der Betriebszugehörigkeit bekommt der Freigestellte eine Abfindung, die bis zu drei Monatsgehältern entspricht. Der Gesetzgeber hat jedoch eine Abfindungsobergrenze eingeführt. Diese entspricht dem 15-fachen Mindestlohn. Im Jahr 2018 beträgt sie 31.500 Zloty, bei 30.000 Zloty im Vorjahr.

Sozialversicherungsbeiträge Unternehmer die Sozialversicherungsbeiträge an die polnische Sozialversicherungsanstalt ZUS abführen, zahlen um 5% mehr. Die Beiträge werden anhand der angegebenen Summe verrechnet, die jedoch nicht niedriger als 30% des Mindestlohns ausfallen darf. Für 2018 gilt eine Bemessungsgrundlage von 630 Zloty. Arbeitgeber zahlen also insgesamt 200,16 Zloty an Sozialbeiträgen.

von Piotr Piela


10  Wirtschaft

Autoindustrie entwickelt sich immer besser aber… Im Automobilsektor läuft es in diesem Jahr hervorragend gut, doch die schnelle Entwicklung kann dazu führen, dass es an Fachkräften fehlen wird. Es kommt bereits jetzt zu der Abwerbung von Beschäftigten von konkurrierenden Unternehmen.

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er Mangel von qualifiziertem Personal betrifft bereits 36% der Unternehmen, deswegen versuchen die Produzenten die Produktionsautomatisierung weiter zu entwickeln. „Das Hauptproblem der Branche sind die Angestellten. Die Ingenieurs- und die Führungskraft ist eigentlich versorgt. Die Entwicklung der Branche bremst der Mangel an Arbeitskräften, die die Maschinen bedienen“, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Newseria der Vorsitzende der Polnischen Kammer für Motorisierung, Roman Kantorski. In Polen arbeiten 202 Tsd. Menschen bei der Produktion von Fahr-

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zeugen, was 7,4% der ganzen Branchenbeschäftigung beträgt. Die Autoindustrie und die damit verknüpften Sektoren sind Arbeitgeber für bereits 1,1 Mio. Menschen. Aus dem Bericht von Exact System aus dem Monat November folgt, dass 44% der Unternehmen in den nächsten Monaten die Beschäftigung steigern möchten. Doch die Personalbeschaffung ist keinesfalls leicht, weil es auf dem Arbeitsmarkt an möglichen Arbeitnehmern einfach fehlt. Dies ist ein immer größeres Problem für die Entwicklung der Branche in Polen. Laut Roman Kantorski werden Beschäftigte nicht nur von konkurrierenden Unternehmen aus Polen

abgeworben, sondern auch aus Tschechien und der Slowakei. Um den Mangel etwas zu lindern, stellen die Unternehmen Einwanderer aus der Ukraine ein. Außerdem werden immer mehr Firmen automatisiert. Laut Kantorski müssen die Unternehmen einerseits Innovationen einführen und andererseits auf eine Idee kommen, um mit dem Defizit an Angestellten zurechtzukommen. Seiner Meinung nach ist jedenfalls sicher, dass die polnische Automobilbranche ohne Automatisierung nicht vorangehen wird. Ein der größten Vorteile Polens war bis vor Kurzem die billige Arbeits-


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kraft, doch heutzutage spielt die Qualität der Produktion die wichtigste Rolle. Auch die Bedeutung von Innovationen wächst immer schneller, das Sektorprogramm „INNOMOTO“, das bereits seit zwei Jahren läuft, hat das Ziel Innovationen in der Autoindustrie zu fördern. Im Jahr 2015 investierte man in diesem Rahmen 3,4 Mrd. Zloty. Kantorski schätzt, dass Polen in den nächsten Jahren zu einem der führenden Länder für Entwicklung der Elektromobilität wird. Und das wegen der guten Qualität der Produkte und Pünktlichkeit der Lieferungen. Die Branche hat im letzten Jahr

3,8% der gesamten Bruttowertschöpfung der Wirtschaft erarbeitet. Aus den polnischen Fabriken kamen 554,6 Tsd. Personenkraftwagen heraus und der Gesamtwert der vermarkteten Erzeugung der Automobilindustrie überstieg 152 Mrd. Zloty. Im Jahr 2016 wuchs der Auslandsverkauf der Automobilprodukte aus Polen um ganze 13%, den meisten Wert haben hier Autoteile und –zuberhör (86 Mrd. Zloty), wie auch Personenkraftwagen (30 Mrd. Zloty). Roman Kantorski erklärte dieses Wachstum mit der hervorragenden Qualität der Komponenten, er kenne keine Marke in Europa für die Polen keine Produkte liefert.

Analytiker der Firma KPMG sehen eine weitere Entwicklung der Autoindustrie in Polen voraus und betonen, dass diese von ausländischen Investitionen angekurbelt wird. Vor Kurzem gab Toyota bekannt, dass das Unternehmen im Jahr 2020 die Produktion von Motoren neuer Generation in einer Fabrik in Jeltsch-Laskowitz starten wird. Der Premierminister Polens, Mateusz Morawiecki kündigte an, dass innerhalb der nächsten zwei Monate in Polen zehn neue Investitionen eingeleitet werden, dessen gesamter Wert über 400 Mio. Zloty beträgt.

von Paulina Kuc


12  Wirtschaft

Digitalisierung steckt weiter in den Windeln Im Bericht über den Stand der Digitalisierung in Europa (Europe's Digital Progress Report, EDPR) wird der Digitalisierungsfortschritt der Mitgliedstaaten analysiert. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Polen zwar verbessern, doch nur wenig.

R

ang 22 unter 28 Staaten - macht keine Ehre und eher wenig Freude. Im Vergleich zur Vorjahresauswertung konnte sich Polen um einen Platz steigern, jedoch war die mäßige Entwicklung, wie die EU-Kommission es im Bericht bezeichnete, nicht die erhoffte. Nichtsdestotrotz konnte man in Sachen Humankapital, Nutzung des Internets sowie im Bereich der Vernetzung nachlegen. Im Bericht lesen wir weiter, dass die Zahl der Breitband-Abonnenten gestiegen ist, verbessern konnte

Januar 2018

man sich auch bei der Frequenzzuweisung von Mobilfunk-Breitbanddiensten. Trotzdem blieb die Platzierung in der Kategorie Konnektivität unverändert. Schuld daran ist die langsame Entwicklung des Festnetzbreitbandes. Ein wenig besser schnitt Polen bei der Integration der Digitaltechnik ab, trotzdem hat man Plätze im Ranking verloren. Nachgelassen hat auch die Entwicklung von eGovernments (elektronische Be-

hördendiensten). Deshalb - trotz einiger Verbesserungen - hinkt Polen im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten immer noch hinterher – lesen wir in der offiziellen Aussendung. Spitzenreiter in Sachen Digitalisierung bleibt ununterbrochen Dänemark vor Frankreich und Schweden. Österreich nahm den 10. Platz ein, gefolgt von Deutschland (Rang 11.).

von Anna Rosenthal


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Im Bericht über den Stand der Digitalisierung in Europa (Europe's Digital Progress Report, EDPR) wird der Digitalisierungsfortschritt der Mitgliedstaaten analysiert. Hierzu wird die quantitative Erhebungen zur Ermittlung des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft DESI (Digital Economy and Society Index) mit qualitativen Informationen zur Politik des jeweiligen Landes verknüpft. Für die Erstellung des Index werden fünf Schwerpunktbereiche bewertet: • • • • • • • •

Konnektivität (Festnetzbreitband, Mobilfunkbreitband, Breitbandgeschwindigkeit und -preise) Humankapital (Internetnutzung, digitale Grundkompetenzen, fortgeschrittene digitale Kompetenzen) Internetnutzung (Nutzung von Inhalten, Kommunikation und Online Transaktionen von Bürgern und Bürgerinnen) Integration der Digitaltechnik (Digitalisierungsgrad der Wirtschaft, Internethandel) Digitale öffentliche Dienste - eGovernment (elektronische Behördendienste)


14  Wirtschaft

Unternehmen nehmen Kurs auf Forschung und Entwicklung Mehr als die Hälfte der an der Weichsel angesiedelten Unternehmen gibt für FuE mehr als 10% der Einnahmen aus - das geht aus dem Bericht vom Beratungsunternehmen PwC hervor.

B

ei den Unternehmen in Polen vollzieht sich gerade ein wichtiger Wandel. Firmen nehmen das Potenzial und die Bedeutung von Innovation für ihre Geschäfte immer stärker wahr. Gleichzeitig sind sie auch ihrer Schwächen in dieser Hinsicht bewusster geworden und suchen nach Auswegen und Lösungen. So eine Herangehensweise und Wahrnehmung von Innovation war bisher in Polen Fehlanzeige. Aus dem Bericht von "PwC - Richtung Innovation. Polnische Unternehmen auf dem Weg zur Entwicklung" geht hervor, dass sich

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Firmen an der Weichsel dynamisch im Bereich der Forschung und Entwicklung (FuE) sowie Innovation entwickeln. Diese Trendwende bestätigen vor allem die Investitionen in diesem Bereich - mehr als 50% der Umfrageteilnehmer bestätigte, dass ihre Unternehmen über 10% der Einnahmen für Forschung und Entwicklung ausgeben. Noch wichtiger - die immer höheren Auflagen ziehen auch einen kulturellen und strukturellen Wandel mit sich. Es werden Anreizsysteme eingeführt, die die Innovation fördern sollen. 65% der Befragten gab zu, dass die Veränderungen innerhalb ihres

Unternehmens, die größte Herausforderung für die kommenden 3 Jahre darstellen. Beata Cichocka-Tylman glaubt, dass die Zeit reif für Innovation sei. Nicht nur in Polen, sondern in Mittelosteuropa. In den letzten zwei Jahren wurden innovationsfördernde Instrumente in Gang gesetzt, wie etwa die FuE-Steuererleichterung, Investmentfonds oder Sektor Programme, die das Ökosystem der Innovation aufleben lassen. Wir sind in einer perfekten Ausgangslage, denn wir schaffen viele Dinge von Beginn an, trotzdem können


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wir auf dem basieren, was andere Länder bereits geleistet haben und somit können wir sie um ein Paar Jahre überspringen - meint die Direktorin der FuE-Abteilung in PwC. Ein Beweis für die Kehrtwende unter den Unternehmen in Polen ist auch die Tatsache, dass sich bereits 70% der Umfrageteilnehmer selber als Innovatoren bezeichnet, für die die Anwendung neuer technologischer Lösungen der wichtigste Wachstumsfaktor sei.

die Zusammenarbeit im Rahmen von verschiedenen Businesszentren und/oder Plattformen mit Hilfe von Investmentfonds statt. Ein Start Up ist schneller, flexibler, offener gegenüber dem Risiko und vor allem näher an den technologischen Trends im Vergleich zu einer Körperschaft. Wenn man solch eine Armee um sich hat, darf man sich nicht wundern, dass Körperschaften nach Wegen suchen, diese Ressourcen zu nutzen - erklärt Cichocka-Tylman.

Zusammenarbeit im InnovationsfördernNamen der Innovation de Instrumente Die Experten des Beratungsunternehmens PwC haben auch festgeSteuererleichterung stellt, dass Körperschaften rege mit Start Ups zusammenarbeiten. 42% und Beihilfen der Umfrageteilnehmer haben bekanntgegeben, dass sie aktiv mit dem Start Up-Umfeld zusammenarbeiten. 23% ziehen dies in Zukunft in Erwägung. Interessanterweise lassen sich nicht nur Körperschaften und Großunternehmen auf solche Partnerschaften ein - fast die Hälfte der Firmen, die bereits mit Start Ups zusammenarbeiten, sind KMUs. In den meisten Fällen findet

Aus dem Bericht von PwC kann man auch entnehmen, dass polnische Unternehmer gerne FuE-fördernde Initiativen in Anspruch nehmen. Mehr als 50% der befragten Unternehmer hat 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit Hilfe von Beihilfen auf nationalen und/oder europäischem Niveau umgesetzt.

Zwar haben 28% der Unternehmer deklariert, dass sie die FuE-Steuererleichterung für 2016 in Anspruch nehmen, doch mit steigender Tendenz, denn 2017 wurde eine Reihe von Veränderungen eingeführt, die die Steuererleichterung verlockend für Geschäftsführer gestalten. 57% der Befragten will dementsprechend die Erleichterung 2018 nutzen. Bei den Veränderungen handelt es sich u.a. über höher angesetzte Abschreibungsgrenzen, Möglichkeit auch die Kosten für Dienstleistungsverträge sowie Werkverträge abzusetzen. Die FuE-Steuererleichterungen können auch Wirtschaftssubjekte in Anspruch nehmen, die in Sonderwirtschaftszonen funktionieren. Der Bericht Richtung Innovation. Polnische Unternehmen auf dem Weg zur Entwicklung entstand anhand einer Umfrage, an der 85 Vertreter von kleinen, mittleren und Großunternehmen aus Polen teilgenommen haben. Diese Befragung war Teil einer internationalen Umfrage - Global Innovation 1000, die insgesamt 562 Innovationsführer aus aller Welt umfasste.

von Piotr Piela


16  Wirtschaft

Internationale Marken drängen nach Polen Das neue Jahr dürfte für viele beliebte Marktketten vom Kampf um den Kunden gezeichnet sein. Feste und auf polnischem Boden etablierte Größen, wie Pepco bekommen Konkurrenz aus dem Ausland.

D

en polnischen Verbraucher könnte man als Leckerbissen für ausländische Investoren charakterisieren. Die gute Wirtschaftslage, die sich im Wohlstand der Bürger und weiter auch im steigenden Konsum wiederspiegelt, ist wie ein Magnet für Unternehmen aus dem Ausland, die ein Stück des polnischen Marktes für sich gewinnen wollen. Bereits zu diesem Zeitpunkt wissen wir, dass einige globale Player 2018 den Markteintritt wagen.

Neben dem deutschen Handelsunternehmen Tedi, will u.a. auch Bebe, Dealz, FlyDubai, Leo Express oder FlixBus den polnischen Konsumenten ansprechen. Der deutsche Nonfood-Händler sorgt für ein wenig Unruhe bei Biedronka und Lidl, die zwar vor allem Lebensmittel verkaufen, aber auch Ge- und Verbrauchsartikel anbieten. Der Wettkampf um den Verbraucher dürfte besonders hart ausfallen, denn auch Pepco und der irische Dealz,

der ebenfalls nach Polen expandiert, wollen hier auch mitreden. Polen gewinnt immer mehr Urlauber und Touristen. Deswegen zieht es auch neue Billigfluggesellschaften wie FlyDubai an die Weichsel. Ab April will der arabische Anbieter mit der Verbindung Krakau-Dubai durchstarten. Das Angebot soll jedoch regelmäßig ausgeweitet werden. In die Sparte Personenbeförderung fällt auch Leo Express. Das private tschechische Transportunternehmen, dessen Geschäftsfelder im Transport von Personen auf der Schiene liegen, war bereits mit Fernbussen in Polen präsent. Nun wollen die Tschechien Passagiere nach Prag befördern. Im Dezember wurde auch bekanntgegeben, dass FlixBus enger mit PolskiBus zusammenarbeiten wird. Rebranding der roten Fernbusse, zusammen mit der Integration der Verkaufsplattform, sollen bis Mitte 2018 umgesetzt werden. Man erhofft sich, dass durch diesen Schritt FlixBus das breiteste und attraktivste Fernbusangebot für polnische Passagiere vorstellen kann.

Neben dem deutschen Handelsunternehmen Tedi, will u.a. auch Bebe, Dealz, FlyDubai, Leo Express oder FlixBus den polnischen Konsumenten ansprechen. Januar 2018

Das sich immer mehr ausländische Unternehmen in Polen ansiedeln, ist jedoch keinesfalls ein neuer Trend. Bereits 2017 haben sich u.a. Papa Johns oder Hamleys dafür entschieden, Geschäfte an der Weichsel zu öffnen. So wie es scheint, wird dieser Trend auch 2018 fortgesetzt.

von Piotr Piela


Wirtschaft 17

Foto: Flixbus / Pressematerialienvia Wikimedia Commons

Flixbus weitet Zusammenarbeit mit PolskiBus aus Seit Monaten wurde über eine Übernahme spekuliert, jetzt ist es raus - der polnische Fernbusanbieter wird von Flixbus nicht übernommen aber bis Ende Juni sollen die letzten roten Busse grün angemalt werden. Die Story dahinter.

D

ie wichtigste Information ist die, dass PolskiBus zum Unterauftragnehmer des Flixbus wird. Die beiden Marken arbeiten schon seit einiger Zeit zusammen und die Zusammenarbeit wird ab dem nächsten Jahr neue Gesichtszüge bekommen. PolskiBus wird zum wichtigsten Partner von Flixbus in Polen, aber nicht zum einzigen. Der Verwaltungsdirektor von Flixbus in Polen, Michal Leman möchte bis Ende April auch mit anderen Partner-Unternehmen aus der Branche zusammenarbeiten. Flixbus plant eine Vergrößerung seiner Flotte. PolskiBus ändert nicht nur außen

seine Farben, sondern auch innen sollen neue Standards gelten; so werden neue bequeme Sitze eingerichtet und es wird mehr Platz für die Beine geben. Um mehr Platz zu schaffen werden die letzten 6 Reihen entfernt. Das WLAN soll europaweit und nicht nur wie es bei PolskiBus der Fall war, in Polen zugänglich sein. Leider gibt es keine Nummerierung der Plätze im Bus, was durchaus zu Unannehmlichkeiten beim Einsteigen und Streit um Plätze führen kann. Die 1 Zloty Tickets bleiben weiterhin erhalten.

ben, es wird um neue Verbindungen im In- und Ausland erweitert. In Polen wird Flixbus in 18 Städten präsent sein, es werden auch neue Verbindungen nach Ungarn, Tschechien, in die Slowakei, Österreich und Deutschland entstehen. Im Sommer sind Verbindungen in die Beneluxstaaten und Frankreich geplant. In den Plänen für 2019 will Flixbus Verbindungen nach Estland, Lettland und Litauen erstellen. Die meisten Verbindungen werden die Verkehrsknotenpunkte Warschau, Krakau und Breslau bedienen.

Das bisherige Streckennetz von PolskiBus soll nicht nur erhalten blei-

von Ramona Nocoń


18  Wirtschaft

Polen nimmt mehr Arbeitsmigranten als Deutschland auf Polen ist mit Abstand das Land in dem die meisten Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilt wurden - das geht aus der neuesten Auswertung von Eurostat hervor.

P

olen hat im Jahr 2016 585 969 Arbeitsmigranten aufgenommen. Mehr als Deutschland (504 849 Arbeitsmigranten), Italien (222 398), Frankreich (235 011), Schweden (146 740) oder Österreich (50 066) und die Schweiz (40 021). Der absolute Spitzenreiter bleibt in dieser Hinsicht jedoch das Vereinte Königreich mit 865 894 erstmals erteilten Aufenthaltstitel (jegliche Art der Genehmigung, welche mindestens 3 Monate gültig ist und von den Behörden der Mitgliedstaaten für einen Drittstaatenangehörigen für einen legalen Aufenthalt auf dem nationalen Staatsgebiet ausgestellt wurde). Die meisten Drittstaatsangehörigen, die sich für Polen entschieden haben, waren Ukrainer - 82,7%, gefolgt von Weißrussen (4,8%) und Moldauern (1,3%). Im Fall von Deutschland und Österreich stellten die größte Gruppe Syrer da. In die Schweiz reisten wiederum vor allem Inder. Polen (494 000 Aufenthaltstitel bzw. 58% aller zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilten Aufenthaltstitel im Jahr 2016 in der EU)

Januar 2018

war mit Abstand das Land, in dem die meisten Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilt wurden, während das Vereinigte Königreich (365 500 Aufenthaltstitel bzw. 53%) im Hinblick auf ausbildungsbezogene Gründe in der EU an erster Stelle stand. Mit jeweils mehr als 100 000 Aufenthaltstitel waren Deutschland (137 000 bzw. 18%), Spanien (115 100 bzw. 15%) und Italien (101 300 bzw. 13%) die drei Mitgliedstaaten, in denen 2016 die höchste Anzahl von Aufenthaltstitel aus familiären Gründen erteilt wurden, dicht gefolgt von Frankreich (93 900 bzw. 12%) und dem Vereinigten Königreich (89 300 bzw. 11%) - berichtet Eurostat, das statistische Amt der Europäischen Union. Im Jahr 2016 wurden in der Europäischen Union (EU) etwa 3,4 Millionen erstmals erteilte Aufenthaltstitel an Nicht-EU-Bürger verzeichnet. Das ist eine Rekordzahl seit es vergleichbare Daten gibt (2008) und ein Anstieg um 28% (oder knapp 735 000 Aufenthaltstitel) gegenüber dem Jahr 2015.

von Rafał Stelmaszewski


Wirtschaft 19


20  Wirtschaft

Ausblick:

Polnischer Arbeitsmarkt 2018 Fallende Arbeitslosigkeit und steigende Löhne sollen den polnischen Arbeitsmarkt heuer prägen - schätzen Experten von Work Service. 2017 war ein Jahr der Veränderungen, die den polnischen Arbeitsmarkt komplett neu definierten. Die polnische Wirtschaft kämpfte seit dem Systemwechsel 1989 mit einem Arbeitsplatzmangel. Doch in den letzten Jahren hat sich ähnlich, wie bei vielen anderen Bereichen, auch hier ein Trend vollendet. Aus dem Arbeitsplatzmangel wurde ein Fachkräftemangel. Dieser sollte auch langfristig anhalten und das polnische Businessumfeld in den kommenden Jahren entschei-

Januar 2018

dend beeinflussen. Auch deswegen müssen sich Unternehmen in Polen an die neuen Marktbedingungen in Bezug auf die niedrige Arbeitslosigkeit einstellen und anpassen. Maciej Witucki, Geschäftsführer von Work Service, beschreibt das neue Jahr als das Jahr der großen Investitionen, die die Wirtschaftsentwicklung ankurbeln sollen. Faktoren, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsmarkt stehen, werden hier eine tragende Rolle spielen. Laut Witucki können sie dazu bei-

tragen, dass sich das BIP-Wachstum weiter oberhalb der 4% hält. Der Geschäftsführer geht auch von einer hohen Nachfrage nach Arbeitnehmern und weiterhin fallenden Arbeitslosenraten aus: Neben der hohen Nachfrage nach Arbeitnehmern erwarten wir weiter auch einen Rückgang der Arbeitslosenrate, dieser wird aber langsamer als in den letzten Jahren. Trotzdem dürften die Werte unter 6% bleiben, gleichzeitig sollte in


Wirtschaft 21

allen Woiwodschaften die Arbeitslosigkeit unter 10% fallen. Die Rekordergebnisse bei der Arbeitslosenrate zusammen mit den schmelzenden Arbeitskräfteressourcen sollten den Kampf um den Arbeitnehmer zusätzlich fördern. Das betrifft sowohl die bereits bestehende Belegschaft als auch potenzielle Neueinstellungen, denn 2017 haben Unternehmen bereits den Lohndruck seitens eigener Mitarbeiter gespürt. 51% der Firmen hatten mit Problemen mit der Personalbeschaffung zu kämpfen und bereits mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Polen erwartet eine Gehaltserhöhung von ihrem Arbeitgeber. Das sich der Arbeitsmarkt immer stärker zum Arbeitnehmermarkt entwickelt, zeigt auch die

Lohndynamik. Andrzej Kubisiak von Work Service ist überzeugt, dass sie weiter anhalten wird. Unternehmen sind immer öfters gezwungen mit einer Arbeitnehmerrotation zu kämpfen. Gleichzeitig wollen sie auch neue Arbeitskräfte anwerben und müssen so die Arbeitsbedingungen verbessern. Deswegen könnte der Durchschnittslohn im Unternehmenssektor innerhalb des kommenden Jahres um 6-7% im Vergleich zum Vorjahr wachsen. In manchen Branchen kann das Wachstum im zweistelligen Bereich sogar ausfallen - schätzt Kubisiak. Mit dem Neujahr sind auch einige neue Regelungen eingetreten, die sich auf die Einstellung von Ausländern beziehen. Neben der Möglich-

keit, die Arbeitnehmer für 9 Monate zu beschäftigen, wird auch die Einwanderung besser kontrolliert, was sich wiederum im bürokratischen Aufwand widerspiegeln könnte. Doch als entscheidend könnten sich laut Kubisiak die Entstehung des neuen Arbeitsgesetzbuches erweisen. Dies ist insofern wichtig, weil die heutigen Vorschriften zwar novelliert, aber dennoch aus dem alten System stammen. Deswegen wird die Arbeit an den neuen Regelungen, insbesondere an den Vertragsformen, Berechnung des Urlaubs sowie Prämien und Zulagen von den Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern aufmerksam beobachtet - so Andrzej Kubisiak.

von Piotr Piela


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Fitch bestätigt Bonitätsnote Polens Die Agentur Fitch beließ das Rating der Kreditwürdigkeit bei A- mit einem stabilen Ausblick.

A- ist die siebtbeste Note, die von der Ratingagentur Fitch ausgestellt werden kann. Ähnlich wird Polen auch von S&P benotet - mit BBB+ also der achtbesten und von Moody's mit A2 also der sechstbesten Note. Mit der Einstufung dürfte man sich zufriedengeben, denn es wurden keine negativen Signale von Fitch gesendet, auch den Ausblick hat man bestätigt. Darauf setzten auch Wirtschaftler ihr Geld, denn die-

se Bonitätsnote bleibt bereits seit mehr als 10 Jahren für Polen unverändert. Die Analytiker der Ratingagentur haben auch Polens Rating widergespiegelt, die soliden makroökonomischen Grundlagen, die durch eine gesunde Geldpolitik und einen fundierten Banksektor gefördert werden. Die Bonitätseinstufung ist durch den schwachen BIP-Pro-Kopf begrenzt, der unterhalb des Medians bei Ländern mit ähnlicher

Note liegt, sowie durch die hohe netto Auslandsverschuldung (32% des BIP im Quartal 2017) - informierte Fitch in seiner Aussendung. Auch eine Wachstumsprognose für 2017 und die kommenden Jahre wurde von der Ratingagentur abgegeben. Laut den Fitch-Analyti-

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kern wird heuer das polnische BIP um 4,4% wachsen - vor allem dank der starken Inlandsnachfrage und den Investitionen, die mit Hilfe der EU-Fördermittel finanziert werden. Die kommenden Jahre dürften aber eine Wachstumsverlangsamung mit sich bringen. 2018 soll das polnische Bruttoinlandsprodukt um 3,6% und 2019 um 3,2% wachsen. Der Risikofaktor für das Wachstum ist laut Fitch der Arbeitskräftemangel, sowie die steigende Inflationsrate. Die Ratingagentur geht auch davon aus, dass die polnische Nationalbank ab dem kommenden Jahr regelmäßig anheben wird. Laut Fitch wird heuer zwar das Haushaltsdefizit 1,8% des BIP erreichen, bei 2,5%, die 2016 verzeichnet wurden, doch in den kommenden Jahren dürfte sich dies durch die steigenden Ausgaben für Pensionen und Infrastruktur ändern. 2018 soll das Haushaltsdefizit bei 2,3% und 2019 bei 2,5% des BIP liegen. Trotzdem dürfte sich die Schuldenquote gegenüber dem BIP bei 53% stabilisieren. Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass der aus November stammende Antrag zum Strafverfahren gegen Polen, das von der EU-Kommission eingeleitet wurde, zusammen mit angespannten Verhältnissen zu den anderen EU-Regierungen, das Risiko der Begrenzung von EU-Fördermitteln für Polen zwischen 2021-2027 erhöhen. Hier könnte ein Domino-Effekt eintreten, was sich schlecht auf die öffentlichen Finanzen auswirken könnte. Fitch warnte, dass jegliche Zeichen für Abklingung der Beteutung der Defizitgrenze, die bei 3% des BIP liegt, negatives Handeln der Agentur beim Rating nach sich ziehen könnte. Auch die Verschlechterung des Investitionsklimas könnte Einfluss auf die Bonitätseinstufung haben.

von Anna Rosenthal

Morgan Stanley hebt Wachstumsprognose für Polen an Da kann der Wirtschaftsminister nur grinsen die Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre sind äußerst optimistisch.

E

ine weitgehend positive Einschätzung zum Stand der polnischen Wirtschaft veröffentlichte diesmal Morgan Stanley. Die US-Investmentbank hob die Wachstumsprognose auf 4,4% für das kommende Jahr an. Wir gehen nicht mehr von einer Wachstumsverlangsamung im Jahr 2018 aus. Im Gegenteil - derzeit erwarten wir, dass das BIP um 4,2% in diesem und um 4,4% im kommenden Jahr wachsen wird. Eine erste Verlangsamung erwarten wir im Jahr 2019, wenn die Dynamik 3,8% erreicht - lesen wir in der Aussendung vom 26. November.

Die Wirtschaftler der Bank gaben zu, dass sie positiv von den nationalen Daten überrascht sind und ihre Erwartungen übertroffen wurden. Auch die wichtigsten Partner im Handel sollen laut der Investmentbank optimistischer mit Blick auf die Wirtschaftsperspektive blicken. In der Aussendung wurde außerdem festgehalten, dass es gute Chancen gibt, dass sowohl Investitionen im Privat als auch im Staatsbereich stark steigen werden.

von Anna Rosenthal


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Bierhochburgen in Europa Polen ist laut dem Bericht von The Brewers of Europe der viertgrößte Bierproduzent in der Europäischen Union. 2016 wurden in den polnischen Brauereien mehr als 41 Mio. Hektoliter Bier gebraut, was sich mit einem Platz in der europäischen Top-3 widerspiegelte. Spitzenreiter bleibt hier Deutschland mit knapp 95 Mio. Hektoliter des Hellen. Die Polen befinden auch in der Spitzengruppe der Nationen, die sich mit dem höchsten Bierkonsum per capita rühmen dürfen. Mehr trinkt man nur in Österreich, Deutschland sowie Tschechien, wo der Bierkonsum pro Kopf satte 143 Liter erreichte.

von Rafał Stelmaszewski

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Wohlstand in den EU-Ländern Aus dem Bericht von Eurostat folgt, dass der höchste Stand des materiellen Wohlstands der Europäischen Union in Luxemburg registriert wurde, was dem Land mit einem Ergebnis von 32% über dem europäischen Durchschnitt, den ersten Platz garantierte.

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urostat hat den tatsächlichen Individualverbrauch (TIV) in den jeweiligen europäischen Ländern verglichen und druckte die Daten dann mit einem Informationskriterium aus, das ein Maß für den materiellen Wohlstand von Haushalten ist. Die Daten von Eurostat beruhten auf der revidierten Kaufkraftparität nach den aktuellen Angaben zum BIP und der Zahl der Bewohner einzelner Länder. Der Bericht, in dem der Wohlstand in der ganzen EU mit einem 100%-Ergebnis ausgedrückt wurde, zeigte, dass der materielle Wohlstand in Luxemburg mit 132% am höchsten war und in Bulgarien

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(53%) am niedrigsten. Platz Zwei belegte Deutschland (122%) und Platz drei Österreich (119%). Auch Großbritannien (116%), Finnland (114%), Dänemark (113%), Belgien (112%), Frankreich (111%), die Niederlande (111%) und Schweden (110%) schnitten über dem EUDurschnitt ab. Dreizehn EU-Länder hatten ein Ergebnis bis zu 30% unterhalb der 100%, darunter war unter anderem auch Italien (98%), Spanien (89%), Polen (74%) und Tschechien (78%). Nur in fünf Ländern war das Resultat noch schlechter als 70%, das waren Lettland (67%), Ungarn (63%), Rumänien (61%), Kroatien (59%) und Bulgarien (53%).

In den letzten drei Jahren blieben die Ergebnisse der jeweiligen Länder im Vergleich mit der Europäischen Union in den meisten Mitgliedsstaaten auf einer relativ stabilen Ebene, doch eine erhebliche Steigerung konnte in Rumänien (von 56% auf 61%), Litauen (von 81% auf 85%) und Estland (von 69% auf 72%) verzeichnet werden. Den stärksten Rückfall registrierte man hingegen in Luxemburg (von 138% auf 132%), Österreich (von 122% auf 119%) und Belgien (von 115% auf 112%).

von Paulina Kuc


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Stand des materiellen Wohlstands tatsächlicher Individualverbrauch (TIV) in den jeweiligen EU-Ländern 100-133 75-99 50-74 37-49

Quelle: Eurostat


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Grundstücke im Herzen des Landes gefragt Der neue Superflughafen ist nicht nur ein Infrastruktur-, sondern auch ein Sozialprojekt. Deswegen haben die Experten von Cenatorium geprüft, wie viel Baugrundstücke in Gebieten kosten, die sich zum Keim einer neuen Stadt entwickeln könnten. 35 Mrd. Zloty eingeplanter Baukosten, 100 Mio. Passagiere - das ist die Narrationsachse bezüglich des Superflughafens, wie der neue Airport gelegen zwischen Warschau und Lodz genannt wird. Der gigantische Flughafen und die damit verbundene Infrastruktur soll eine der größten Investitionen in der Geschichte des Landes werden. Das könnte das neue Kommunikationsherz Polens werden - kündigte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki an. Beamte, die für das Projekt verantwortlich sind, gehen bereits einen Schritt weiter. Sie sind überzeugt, dass nach 2027, also nachdem der Flughafen eröffnet wird, Baranów sowie die benachbarten Gemeinden sich komplett verändern. Dabei handelt es sich nicht nur um 3000ha Grundstücke für die Infrastruktur des Flughafens, Bahnknoten oder Abzweigungen der Schnellstraßen. Gemeint ist eine neue Stadt, denn hier werden Hotels, Geschäftsobjekte sowie Wohnbebauung für zehntausende Polen errichtet. Aus diesem Grund haben Experten von Cenatorium anhand neuester Transaktionsdaten nachgeprüft, wie viel Baugrundstücke in der Gemeinde Baranów, sowie in den angrenzenden Gemeinden kosten könnten. Es könnte gut sein, dass es sich bereits jetzt lohnt in das Projekt der neuen Stadt zu investieren, die das zukünftige Kommunikationsherz des Landes benachbaren wird. Laut der Analytikerin von Cenatorium - Barbara Bugaj - sind die Vorstellungen über die Grundstückspreise für Wohngebiete in

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Baranów und in der Umgebung oft realitätsfern. Zwar liegt der Durchschnittspreis in der Woiwodschaft Masowien zwischen 130 und 140 Zloty pro Quadratmeter, aber dieser Durchschnitt wird entscheidend von den Gemeinden in der Nähe von Warschau angehoben. Wenn es um die Grundstücke zum zukünftigen Airport geht, muss man also kein Vermögen ausgeben - unterstrich Bugaj. Insgesamt wurden die Grundstückspreise in neun ausgewählten Gemeinden unter die Lupe genommen. Baranów, Błonie, Grodzisk Mazowiecki, Jaktorów, Nowa Sucha, Tarczyn, Teresin, Wiskitki sowie Żabia Wola, sind alle zwischen 35 bis 60 Kilometer von Warschau entfernt. Ein durchschnittliches Eigenheimgrundstück mit 1,5 Tsd. Quadratmetern kostet im Schnitt 81 Zloty pro Quadratmeter. Der Preis variiert jedoch stark zwischen den einzelnen Gemeinden. Die teuersten Grundstücke hat Grodzisk Mazowiecki mit 130 Zloty pro Quadratmeter. Auch in der Gemeinde Błonie liegen die Preise knapp über 100 Zloty pro Quadratmeter. Die billigsten Grundstücke kann man in Nowa Sucha kaufen. Die Gemeinde ist 65 Kilometer von Warschau entfernt, doch der Umsatz ist nicht so hoch und pro Quadratmeter muss man im Schnitt 53 Zloty zahlen - sagt Barbara Bugaj. Deutlich unterhalb des Durchschnitts für die Woiwodschaft Masowien muss man auch für Grundstücke in Teresin, Wiskitki, Tarczyn und in Baranów zahlen. Die Preise schwanken hier zwischen 63 und

72 Zloty pro Quadratmeter. Sollte man mit Blick auf den Keim für die neue Stadt die Investitionsbeliebtheit der einzelnen Gemeinden untersuchen, hat die Gemeinde Żabia Wola den größten Anteil an dem Transaktionsvolumen. Jedes fünfte Grundstück, gelegen in der Umgebung des neuen Airports, wird hier verkauft - erklärt die Cenatorium-Analytikerin. Trotzdem sind die Preise in Żabia Wola, die ca. 35-40 km von der Hauptstadt entfernt ist, weiter sehr attraktiv und liegen bei 60 Zloty pro Quadratmeter. Ein durchschnittliches Grundstück kostet also im Schnitt 78.000 Zloty. Für viele Polen wäre dies ein Argument, in diese Region umzuziehen.

von Piotr Piela


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woiwodschaft masowien

warszawa

Błonie Nowa Sucha teresin baranów wiskitki jaktorów

130 pln / m²

grodzisk mazowiecki

100 pln / m²

Żabia Wola tarczyn

63-72 pln / m² 60 pln / m² 53 pln / m²


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Urban.one

Wohnraum November 2017 Urban.one Polen Der November brachte einen leichten Anstieg der Wohnungspreise in Polen. Der Immobilienindex urban.one zeigte für das gesamte Land im behandelten Monat 95,15 Punkte. Damit erhöhte sich der Indikator um 0,10 Punkte. 79% der Experten prognostizieren nun eine Stabilisierung der Marktsituation innerhalb der nächsten sechs Monate. Ein kleiner Teil der Befragten (16%) glaubt, dass sich die Situation am Wohnungsmarkt verbessern wird, und prognostiziert damit weitere Verkaufsrekorde. Auf dem Immobilienmarkt haben wir 2017 eine Verkettung von extrem vielen Faktoren, die sich positiv auf die Wohnungsverkäufe auswirken: rekordverdächtig niedrige Zinssätze und damit einhergehende Barkäufe von Wohnungen, eine gute Arbeitsmarktsituation (z.B. extrem geringe Arbeitslosigkeit in Posen oder Breslau unter 2% sowie Arbeitsmigration in die Großstädte), steigende Zahl von Mietwohnungen, stabile Kreditaktion der Banken sowie ein Sicherheitsgefühl der Kunden seit Bestehen des sog. Bauträgergesetzes. Für das Jahresende 2017 werden daher Rekordverkäufe bei Neubauwohnungen prognostiziert. Die durchschnittlichen Angebotspreise für Wohnungen haben eine kleine, aber beständige Wachstumstendenz, u.a. aufgrund des geringer werdenden Anteils der Wohnungen im MDM-Standard. Zudem wird die vorhandene Verkaufsquantum nach und nach durch ein Angebot mit höherem Standard und in weniger preisgünstiger Lage ersetzt. Die Zahl unverkaufter Fertigwohnungen sank in den letzten Quartalen systematisch und die Nachfrage

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überstieg leicht das Angebot, da diese Bauträger nicht zuvor mitverfolgte Produktions- und Verkaufsniveaus erreichten und dabei jeweils an die Obergrenze ihrer früheren Möglichkeiten gelangten. Eine Schwierigkeit für Firmen könnten die Gewinnung und Erschließung neuer Grundstücke sowie die Baukosten darstellen. Sie Situation auf dem Primärmarkt dürfte 2018 stabil sein, zumal für etablierte Firmen. Agnieszka Szefer, Produktleiterin bei der Budimex Nieruchomości Sp. z o.o.

Urban.one Großstädte In den Großstädten belief sich der Index urban.one im November 2017 auf 95,30 Punkte. Die Wohnungspreise in den größten Ballungsgebieten erhöhen sich symbolisch um 0,05 Punkte. Marktexperten gehen davon aus, dass sich die Situation auf dem Wohnraummarkt bis zum 2. Quartal 2018 eher nicht ändern wird (Prognose von 63% der Befragten). Das nun zu Ende gehende Jahr war das intensivste in der Geschichte des freien Marktes in Polen. Die Verkaufsergebnisse der Bauträger bei Wohnungszahlen lagen deutlich über denen aus dem Boomjahr 2007. Nach ihren laufenden Berichten (börsennotierte Bauträger) lag die Zunahme verkaufter Wohnungen erneut im Durchschnitt zwischen 25% und 30%. Alle makroökonomischen Indikatoren waren einem höheren Sicherheitsgefühl der Polen förderlich. Der Durchschnittslohn wuchs, die Arbeitslosigkeit ging zurück (in Breslau und Posen unter 2%), die HR-Branchen erlebten eine Belagerung. Zudem spornten die niedrigen Zinssätze Personen mit Bargeld zum Investieren in Wohnungen an, anstatt das Geld bei Banken anzulegen.

Die geringe Preisanstiegsdynamik begünstigte auch Käufe, kommentiert Barbara Bugaj, leitende Immobilienmarkt-Analystin bei urban. one. Es war ein sehr gutes Jahr für alle unsere Projekte sowohl in der Hauptstadt, als auch in Kielce, wo wir unsere größte Investition mit mehr als 400 Wohnungen gestartet haben. Das Verkaufstempo war mehr als zufriedenstellend und die Preise gingen leicht nach oben, wenngleich dabei in Wirklichkeit eher die Rabatte kleiner wurden. Damit sind sie zumindest nominell auf gleichem Niveau geblieben. 2018 dürfte sich die Situation stabilisieren und vielleicht bekommen wir es in der zweiten Jahreshälfte sogar mit einem Rückgang des Angebots zu tun. Angesichts eines beispiellosen Anstiegs der Durchführungspreise haben zahlreiche Projekte nicht im 3. und 4. Quartal 2017 begonnen, was sich unmittelbar auf das Angebot auswirken wird, wenn auch nicht stark, denn viele Bauträger verfügen über eine beträchtliche Grundstücksbank noch aus der Zeit vor dem Preisanstieg. Nichtsdestotrotz wird allein schon der Durchführungsaufwand dazu führen, dass einerseits das Angebot begrenzt wird und andererseits die Wohnungspreise steigen werden. Dies wird ganz besonders in der zweiten Jahreshälfte 2018 erkennbar sein. Die ganz große Frage lautet: Bekommen wir es im Jahr 2018 mit einer Korrektur zu tun? Die wirtschaftliche Situation im Lande wie auch die der für uns wichtigsten europäischen und weltweiten Volkswirtschaften scheint derzeit auf einem Wachstumspfad zu sein. Sie bringt allerdings auch einen


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starken Inflationsimpuls mit sich, der eine Erhöhung der Zinssätze in Polen, dem Euroland und den USA zur Folge haben muss. Dies wird einen Einfluss auf die Verzinsung der Hypothekarkredite, also auch auf die Nachfrage haben, sagt Michał Kubicki, Vorstandsvorsitzender bei Unimax Development

Urban.one Warschau In Warschau erhöhen sich die Wohnraumpreise gegenüber dem Vormonat um 0,49 Punkte. Der Index urban.one zeigte im November 94,57 Punkte. Der Verkaufsrausch hielt an und so war auch das gesamte Jahr 2017. 53% der befragten Experten prognostizieren nun, dass die wirtschaftliche Situation am hauptstädtischen Markt innerhalb der nächsten Monate unverändert bleibt. Die verfügbaren Statistiken des Statistischen Hauptamtes (GUS) zeigen, dass bis zum Oktober 2017 allein in der Hauptstadt die Zahl der Wohnungen, für die eine Baugenehmigung erteilt wurde, bereits 20.000 überschritten hat, und 17.000 Wohnungen sind bereits im Bau. Die Nachfrage nach Wohnungen ist unvermindert hoch, aber es wird immer schwieriger, Grundstücke zu kaufen. In guten Lagen kosteten diese in Warschau bis zu mehreren tausend Zloty pro Quadratmeter. Große Bauträgerunternehmen besitzen jedoch auch große Grundstücksbanken, daher ist der Grundstückmangel für sie kein Hemmschuh bei neuen Investitionen. Wir haben es kurz vor Ende 2017 mit einem leichten Preisrausch zu tun: Die Grundstückspreise haben die Werte aus den Jahren 2006 bis 2008 erreicht und vereinzelt sogar übertroffen, während die Baupreise mittlerweile sehr nahe an die Niveaus von vor zehn Jahren herangekommen sind, was einen Anstieg von fast 30% bedeutet. Bei sehr vielen Projekten, die gegen Ende 2016 und in der 1. Jahreshälfte 2017 starteten, ersuchten die Generalunternehmer den jeweiligen Investor um einen Vertragszuschlag im Rahmen einer sog. außergewöhnlichen Veränderung der Umstände, die beim Vertrag-

sabschluss nicht vorherzusehen war. Inzwischen gibt es auch erste Gerichtsentscheidungen über derartige Streitfälle zugunsten der Generalunternehmer. Bei den ca. 3-prozentigen Margen der Baufirmen ist es nicht möglich, eine Situation zu akzeptieren, in der Betonstahl, Putz- und Fassadenarbeiten sich um 50% während der Vertragserfüllung verteuern. Es gibt also mittlerweile auch Insolvenzverfahren bei Generalunternehmern und sie werden sich 2018 landesweit ergießen und zu erheblichen Turbulenzen für Investoren und Wohnungskäufern führen. Das Jahr 2018 wird somit zu einem Test der finanziellen Marktfähigkeit von Bau- und Bauträgerfirmen gleichermaßen. Ganz bestimmt wird dies zur beschleunigten Erarbeitung einer Gesetzesnovelle zum sog. Bauträgergesetz beitragen, das die Auflösung offener Treuhandkonten vorsieht. Dies wird sich erheblich auf kleinere Bauträgerfirmen auswirken, insbesondere auf kleineren Märkten, in Städten unter 100.000 Einwohnern, kommentiert Michał Kubicki, Vorstandsvorsitzender bei Unimax Development Der Markt entwickelt sich sehr gut, wenngleich man auf die Möglichkeit einer Wohnungsmarktblase aufpassen muss, sagt ein anonymer Experte. Ich denke, der Markt wird sich nun langsam diversifizieren in Immobilien mit erhöhtem Standard und so genannte Basisimmobilien, dies als Folge des sog. Programms Wohnung plus. Allmählich wir ein professioneller Markt für Mietwohnungen entstehen, aber es wird ein langer Prozess sein, kommentiert der anonyme Experte.

Urban.one Baugrundstücke Im November sank der Index urban.one für Baugrundstücke um 1,99 Punkte und belief sich damit auf 125,91 Punkte. Es war die erste solche Preissenkung seit längerer Zeit. Bemerkt sei allerdings, dass über das gesamte Jahr 2017 bis November die Grundstückspreise nur in drei Monaten des Jahres fielen. Die anderen Monate waren

jeweils eine Zeit des Anstiegs. Wir sehen bereits, dass die begrenzte Verfügbarkeit von Grundstücken, die hohen Grundstückspreise und die steigenden Baukosten dazu führen könnten, dass die Transaktionen mit Bezug auf Investitionsgrundstücke von Jahr zu Jahr geringer werden. Dem sei noch hinzugefügt, dass die Bauträger sich inzwischen mit ausreichenden Grundstücksbanken versorgt haben. Dies alles könnte im kommenden Jahr zu einem Rückgang bei Grundstückstransaktionen führen, sagt Barbara Bugaj, leitende Immobilienmarkt-Analystin bei urban. one. Aufgrund der hohen Nachfrage in den größten Ballungsgebieten hat sich die Verfügbarkeit attraktiver Wohnungs- und Gewerbegrundstücke verringert und die Quadratmeterpreise sind jahresbereinigt um 10 bis 20% gestiegen. Für das Jahr 2018 können wir nun ein weiteres Defizit bei Investitionsgrundstücken erwarten. Auf der anderen Seite haben viele Bauträger mittlerweile ihre Grundstücksbanken aufgefüllt und es sind auch weitere Käufe möglich, aber sie werden zunächst genau analysiert, kommentiert Renata Osiecka, geschäftsführende Partnerin bei AXI IMMO. Der Grundstücksmarkt war im gesamten Jahr 2017 Schauplatz eines dynamischen Wachstums. Die Preise gegenüber 2015 stiegen vereinzelt um mehr als 100%. Sie wurden aufgrund des Mittelüberschusses auf dem Markt so lange akzeptiert, bis dem gesamten Bauträgermarkt klar wurde, dass die steigenden Baupreise das Projektbudget sprengen. Seit Beginn des 4. Quartals beobachten wir eine leichte Korrektur der Preise für Grund und Boden, die in die 1. Jahreshälfte 2018 hineinreichen dürfte. Wenn die Angebotspreise der Generalunternehmer nicht im Jahr 2018 korrigiert werden, so besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Grundstückspreise sogar um einige Dutzend Prozent sinken, so Michał Kubicki, Vorstandsvorsitzender bei Unimax Development.

von Piotr Piela


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index urban.one

wohnungsflächen in Polen

index urban.one

wohnungsflächen in großstädten

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index urban.one

wohnungsflächen in warschau

index urban.one

bebauungsstücke


36  advertorial

Landkreis Oppeln:

eine gute Investition! Mit Henryk Lakwa, der bereits in 5. Amtszeit, d.h. seit Bestehen der Landkreise in Polen, als Landrat von Oppeln fungiert, sprach Krzysztof Świerc. Sagen Sie uns bitte, wie große Investitionsflächen gibt es im Landkreis Oppeln und wohin sollte sich ein Unternehmer wenden, der ein Grundstück für seinen künftigen Standort erwerben möchte? Wir haben annähernd 1.000 Hektar Land, das in unserem Raumordnungsplan als Investitionsflächen verzeichnet ist. Darunter finden sich auch Flächen, die strikt für industrielle Zwecke bestimmt sind, allerdings nicht für die chemische Industrie und sonstige besonders umweltbelastende Industrien. Die Investitionsflächen in unserem Landkreis haben verschiedene Besitzer, denn sie gehören teils den Gemeinden, teils Privatpersonen und Firmen. Der Landkreis selbst besitzt keine eigenen Investitionsflächen und kann diese somit nicht verkaufen. Wer also in unserer Region investieren möchte, sollte zunächst einmal auf die Karte schauen und sich vergewissern, wem ein bestimmtes Gelände gehört, und sich dann an ihn wenden. Wie viel kostet ein Hektar Investitionsfläche im Landkreis Oppeln und in welchem Verhältnis stehen diese Preise zu denen in den benachbarten Landkreisen der Woiwodschaft Oppeln bzw. auch zu den Preisen in den Woiwodschaften Schlesien und Niederschlesien? Der Hektarpreis bewegt sich zwischen 300.000 und 400.000 Zloty. Allerdings liegen die Preise bei anschlussfernen Ackerflächen sowie Straßen viel tiefer, und zwar zwischen 50.000 und 100.000 Zloty. Die Preise sind absolut vergleichbar mit denen in anderen Landkreisen

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auch außerhalb der Woiwodschaft Oppeln. Die Unterschiede bei den Erwerbskosten liegen u.a. darin, an was für einer Straße sich ein Investitionsgrundstück befindet, ob dort die Kanalisation vorhanden ist etc. Dies alles hat zwar einen erheblichen Einfluss auf die Preisverhandlungen über ein Grundstück, doch wir können als Behörde nicht in die Gespräche zwischen Beteiligten eingreifen. Haben die Investitionsflächen im Landkreis Oppeln eine gute Anbindung an das westliche Europa und die Staaten des deutschen Sprachraums? Unser Landkreis hat den großen Vorteil, dass er direkt an der Autobahn A4 liegt sowie an einer Eisenbahnlinie, die an einem mittelalterlichen Handelsweg entlang verläuft, welche sich von Kiew in der Ukraine bis nach Calais in Frankreich und weiter auf die Britischen Inseln erstreckt. Zudem stehen uns zwei Flughäfen – in Breslau und Kattowitz – zur Verfügung, die jeweils nur ca. 75 Autominuten von Oppeln entfernt sind. Dies ist meines Erachtens ein starker Pluspunkt für uns, denn wir sind nicht auf nur einen Flughafen angewiesen und sind dank der verschiedenen Fluglinien, die dort präsent sind, mit dem gesamten europäischen Kontinent gut vernetzt. Beim Thema Vernetzung und Verkehr darf man auch nicht die Oder vergessen, die ebenfalls unser starker Trumpf ist. Dies umso mehr, als demnächst in Kędzierzyn-Koźle (Kandrzin-Cosel, Woiwodschaft Oppeln) ein großer und leistungsfähiger Flusshafen entstehen wird. Und was die Telekommunikation angeht, so haben wir ein sehr gut entwickeltes Tele-

fon- und Mobilnetz im LTE-System, das auch ein schnelles kabelloses Internet ermöglicht, so dass wir schon heute vielerorts eine hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit bieten können. Welche Firmen aus den deutschsprachigen Ländern gibt bzw. gab es bereits im Landkreis? Das größte Unternehmen aus den deutschsprachigen Staaten, das in unserem Landkreis tätig war, war die Firma Knauf, die eine große Gipskartonplattenfabrik unmittelbar neben dem Kraftwerk Oppeln gekauft hat. Nun hat jedoch die Stadt Oppeln im Zuge administrativer Reformen das Betriebsgelände des Kraftwerks sowie das Umland einschließlich der Firma Knauf übernommen, sodass diese nicht mehr in unserem Landkreis liegt. Wir haben aber eine Reihe von kleinen 1- bis 4-Personen-Firmen, die jeweils Menschen gehören, die ihre berufliche Erfahrung in Sachen Technologien und Arbeitsorganisation sowie auch andere Fähigkeiten in Deutschland erworben haben. Nun sind sie in ihre Heimat zurückgekehrt und sind hier mit Nutzen für unseren Landkreis tätig. Zurückgekehrt sind sie aus verschiedenen Gründen, etwa weil sie sich um ihre Eltern kümmern wollen oder auch, um auf eigene Rechnung zu arbeiten und dabei die erworbene Erfahrung und ihre Deutschkenntnisse zu nutzen. Wir haben auch Firmen, die bei uns jeweils als Zulieferer für eine Mutterfirma in Deutschland produzieren. Diese Betriebe zählen jeweils 30 bis 50 Mitarbeiter. Des Weiteren gibt es in den Wirtschaftszonen große Firmen mit jeweils mehreren hundert Beschäftigten, die nun jedoch außer-


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Landrat von Oppeln Henryk Lakwa, Foto: Jerzy Stemplewski

halb unseres Landkreises agieren. Was sonst macht noch den Landkreis Oppeln attraktiv für deutsche Investoren? Eine Stärke ist zweifellos auch das gute Ambiente für Deutsche und die hohe Akzeptanz für die deutsche Sprache, die inzwischen nicht nur an deutschstämmige Kinder vermittelt wird. Heute können alle Eltern ihren Kindern einen Deutschunterricht als Minderheitssprache ermöglichen. Da wir einen guten schulischen Deutschunterricht in unserem Landkreis haben, finden sich bei uns auch viel, viel häufiger Arbeitskräfte, darunter auch hochqualifizierte Fachkräfte, die sich problemlos auf Deutsch verständigen können. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist, dass Kinder aus deutschen Familien bzw. von Eltern, die

aus Deutschland zu uns zurückkehren, sich hier leichter zurechtfinden und integrieren und auch schneller den Kontakt zu Gleichalterigen herstellen als in anderen Regionen Polens, was wir eben nicht zuletzt einem guten und effektiven Deutschunterricht verdanken. Der Mensch lebt nicht von Arbeit allein... Absolut. Es gibt neben der Arbeit ja auch die Zeit danach und es ist überaus sinnvoll, auch die Freizeit gut zu nutzen. Erfreulicherweise gibt es auch hierzu günstige Möglichkeiten und Voraussetzungen. So haben wir unter anderem viele ausgezeichnete Ferienbauernhöfe und private Pferdegestüte, wo man ebenfalls sehr angenehm Zeit verbringen kann, und außerdem fließt durch unseren Landkreis ja die Mala-

pane, auf der sich etwa Kajakfahrten bieten. Und das ist natürlich noch nicht alles! Der Landkreis Oppeln hat auch viele andere Angebote parat, wenn es um Sport, aktive Freizeitgestaltung oder auch ganz gewöhnliche regenerative Erholung geht. Unser Vorteil ist zudem, dass nur ca. fünf Autostunden von Berlin, Wien, Prag und Warschau entfernt sind. Wem also unsere Attraktionen hier vor Ort zu wenig sind, kann sich innerhalb eines Tages in eine dieser Städte oder in ihre Nähe begeben, um dort frische Energie zu tanken und großstädtische Attraktionen zu genießen.


38  #ratgeber

Leiharbeit in Polen In Polen herrscht zur Zeit der Arbeitsmarkt der Arbeitnehmer. Dies hat zu Folge, dass sehr viele Unternehmer Probleme mit der Einstellung von Arbeitskräften haben. Eine Lösung diesbezüglich ist die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern. Diese Form der Beschäftigung wird immer populärer in Polen. Zum Autor: Aleksander Giehsmann, in Polen als Rechtsanwalt zugelassen. Er führt eine Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Wrocław und Kędzierzyn-Koźle, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Unternehmensführung rechtlich begleitet. www.adwokat-agk.pl

Leiharbeit aufgrund des Arbeitsgesetzbuches Die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern liegt vor, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer unbezahlt freistellt, damit er während dieser Zeit bei einem anderen Arbeitnehmer eingestellt werden kann. Infolgedessen hat der Arbeitnehmer gleichzeitig zwei Arbeitgeber, da ein separater Arbeitsvertrag abgeschlossen werden muss. Solch eine Form der Leiharbeit kann ohne jegliche Beschränkungen vorgenommen werden. Diese Form der Leiharbeit kommt meistens vor, wenn die Arbeitgeber miteinander eng verbunden sind.

Leiharbeiter einer Zeitarbeitsagentur Eine andere Form der Beschäftigung von Leiharbeitnehmern, die zurzeit sehr populär in Polen ist, liegt vor, wenn ein Arbeitnehmer (Leiharbeitnehmer) von einer Zeitarbeitsagentur (Verleiher) einem Dritten (Entleiher) gegen Entgelt für begrenzte Zeit überlassen wird. In dieser Form der Beschäftigung von Leiharbeitnehmern entsteht kein separates Arbeitsverhältnis zwischen dem Arbeitgeber und dem Leiharbeitnehmer. Als Arbeitgeber ist nur die Zeitarbeitsagentur zu betrachten. Diese Form der Zeitarbeit wird durch das Gesetz über die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern geregelt. Diese Form der Zeitarbeit kommt aber nur dann vor, wenn: • die Aufgaben des Entleihers vom saisonalen, periodischen oder vorläufigen Charakter sind, • die pünktliche Ausführung der Aufgaben des Entleihers von den von ihm beschäftigten Arbeitnehmern unmöglich wäre, • die Ausführung der Aufgaben des Entleihers zu den Verpflichtungen eines abwesenden Arbeitnehmers gehört. Solch eine Beschäftigung unterliegt auch weiteren Beschränkungen. Einem Leiharbeitnehmer darf keine Arbeit zugunsten des Entleihers übertragen werden: • die besonders gefährlich ist, z.B. eine Arbeit mit der Nutzug von gefährlichen Substanzen; • an einer Arbeitsstelle, auf der ein Arbeitnehmer des Entleihers eingestellt ist, in der Zeit der Teilnahme dieses Arbeitnehmers an einem Streik; • an einer Arbeitsstelle, an der in den letzten 3 Monaten vor dem voraussichtlichen Termin des Beginns der Leiharbeit durch den Leiharbeitnehmer ein Arbeitnehmer eingestellt war, mit dem das Arbeitsverhältnis aus den von Arbeitnehmern unabhängigen Gründen aufgelöst wurde. Man muss auch beachten, dass die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern einer zeitlichen Begrenzung unterliegt. In dem Zeitraum von 36 aufeinanderfolgenden Monaten kann die Leiharbeit eines Leiharbeitnehmers zugunsten eines Entleihers nicht länger als 18 Monate dauern.

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#ratgeber 39

Vertragsabschluss zwischen der Zeitarbeitsagentur und dem Entleiher Wie bereits erwähnt, entsteht bei solch einer Leihbeschäftigung kein separates Arbeitsverhältnis. Die Arbeit wird aufgrund eines Vertrages, der zwischen der Zeitarbeitsagentur und dem Entleiher abgeschlossen wird, ausgeübt. Dieser Vertrag muss das Folgende Regeln: • die Art der Arbeit, die dem Leiharbeitnehmer übertragen werden soll; • die Qualifikationen, die für die Ausübung der dem Leiharbeitnehmer übertragenen Arbeit erforderlich sind; • voraussichtbare Zeit der Leiharbeitsverrichtung; • die Zeitarbeit des Leiharbeitnehmers; • den Ort der Ausübung der Leiharbeit. Der Entleiher ist auch verpflichtet, die Zeitarbeitsagentur schriftlich über das Folgende zu informieren: • die Vergütung für die Arbeit, die dem Leiharbeitnehmer übertragen werden soll, die in der geltenden Vergütungsverordnung des Entleihers bestimmt ist; • Bedingungen der Zeitarbeitsausübung im Bereich der Arbeitssicherheit und –hygiene. Was für die Entleiher besonders wichtig ist, ist die Regelung des Gesetzes, dass sämtliche Absprachen zwischen der Zeitarbeitsagentur und dem Entleiher darüber, dass dem Entleiher die Einstellung des Leiharbeitnehmers nach der Ausübung der Zeitarbeit verboten wird, nichtig sind. Dies bedeutet, dass der Entleiher nicht darin beschränkt werden kann, einen Arbeitnehmer nach dem Ablauf des Vertrages mit der Zeitarbeitsagentur, zu beschäftigen, vor allem wenn er ihn fortgebildet hat und mit seiner Arbeit zufrieden ist.

Weitere Bedingungen der Beschäftigung von Leiharbeitnehmern Da die Zeitarbeitsagentur als Arbeitgeber zu betrachten ist, ist sie verpflichtet, allen Arbeitsverpflichtungen nachzugehen. Sie ist u.a. für die Auszahlung der Vergütung zuständig, muss alle Leistungen an die Krankenkasse und an das Steueramt zahlen, sowie alle Dokumente, die mit dem Arbeitsverhältnis verbunden sind, führen. Der Entleiher ist nur für den Bereich der Arbeitssicherheit und -hygiene, sowie für die Dokumentation der Arbeitszeit des Leiharbeitnehmers zuständig. Hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und anderer Beschäftigungsbedingungen darf der Leiharbeitnehmer in der Zeit der Verrichtung der Arbeit für den Entleiher nicht ungünstiger behandelt werden als die von dem Entleiher an gleicher oder ähnlicher Stelle beschäftigten Arbeitnehmer. Dem Leiharbeitnehmer steht auch ein Erholungsurlaub, in Höhe von zwei Tagen für jeden Monat der Arbeitsverrichtung zugunsten des Entleihers, zu. Die Zeitarbeitsagentur ist gegenüber dem Entleiher verpflichtet, den Schaden, der durch den Leiharbeitnehmer verursacht wurde, gemäß den Vorschriften über materielle Verantwortung der Arbeitnehmer, zu begleichen.

Die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern bringt viele Vorteile Die beschriebenen Leihbeschäftigung ist nicht nur eine Lösung für Kräftemängel auf dem Arbeitsmarkt. Sie hat auch weitere Vorteile für ein Unternehmen. Da der Unternehmer nicht als Arbeitgeber betrachtet wird, muss er keine Dokumentation, die mit dem Arbeitsverhältnis verbunden ist, führen. Er muss auch keine Steuer und Leistungen an die Krankenkasse für den Arbeiter zahlen. Letztens muss er keine Abfindung im Fall einer Entlassung zahlen. Ein weiterer Vorteil ist die Zeitersparnis und eine höhere Flexibilität, denn die Zeitarbeitsagentur kann innerhalb von kürzester Zeit die passenden Mitarbeiter für ein Unternehmen finden, auch aus dem Ausland.


40  technologie

Dies könnte die Aufladung von Elektroautos revolutionieren Polnische Forscher arbeiten an einer innovativen Lösung, die der Branche einen gewaltigen Schub nach vorne verpassen könnte.

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in Ladenetz mit Ladestationen in Laternen - eine fast banale Idee, die dazu anspornen könnte auf ein Elektroauto umzusteigen. Straßenlaternen gibt es fast um jede Ecke, wenn man bedenkt, dass man eine Ladestation in der Laterne installieren kann - so könnte man das Problem der fehlenden Ladeinfrastruktur schnell lösen. Polnische Forscher arbeiten gerade daran, wie man diese Idee umsetzen könnte. Erste Ladegeräte sollen bereits innerhalb von zwei Jahren in den Straßenlaternen installiert werden. Dies steht im Zusammenhang mit den Regierungsplänen, die eine Million Elektroautos auf Polens Straßen bis 2025 bringen will. Derzeit hat Polen nur 130 Ladestationen. Deutschland hat beispielsweise knapp 1000 Ladestationen mehr.

Wie soll das funktionieren? Das Ladegerät wird in das Innere des Lichtmastes eingebaut. Das hat zwei Vorteile - zum einen müssen wir keinen neuen Platz für die Infrastruktur suchen, wir brauchen

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auch keine Genehmigung, weil es bereits viele alte Leuchtröhre gibt sagte Dr. Dariusz Zieliński von der Technischen Hochschule in Lublin gegenüber der Nachrichtenagentur Newseria Innowacje. Experten sind fest davon überzeugt, dass Elektroautos die Zukunft der Automobilbranche sind. Dank den Forschern aus Lublin, könnte die Aufladung der Fahrzeuge schneller und billiger erfolgen. Solche Lösungen würden auch die Zugänglichkeit der Ladestationen immens steigern. Man könnte an Platz sparen, die Landschaft würde auch nicht entstellt werden. Diese Lösung ermöglicht die Anwendung der Ladestationen an Plätzen, an denen früher Laternen standen oder diese neu zu nutzen. Wenn z.B. ein Supermarkt alle seine Laternen mit LED-Laternen auswechseln will, bekommt er solche, die bereits eine Ladefunktion beinhalten - erklärt Dr. Zieliński. Die Ladegeräte sollen eine Leistung von 50 kW erbringen und ein Elektroauto innerhalb von 15 Minuten aufladen. Allerdings könnte die Ladezeit abhängig vom Auto-

modell sein, denn nicht alle Fahrzeuge kann man so schnell aufladen. Damit man diese Lösung auch nutzen kann, muss man erst eine App runterladen, damit man auch die jeweilige Ladestation reservieren kann. Das System soll mit dem Netzbetreiber kommunizieren - die Rechnung für die Aufladung bekommt man zusammen mit der Stromrechnung für den Haushalt. Der Prototyp der Forscher soll mit drei Standards übereinstimmen CHAdeMO, DC Combo sowie Aufladung mithilfe von Wechselstrom. Dementsprechend könnte man bis zu 95% der Autos auf dem Markt bedienen. Zusätzlich soll es sich bei dem System um eine freie Lizenz (Creative Commons) handeln, sodass jedem interessierten Unternehmen, welches solch eine Ladestation bauen will, die erforderliche Dokumentation bereitgestellt wird. Die ersten zwei Geräte sollen bereits 2019 zur Inbetriebnahme bereitgestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf 40.000 Zloty pro Gerät - schätzen die Ideengeber.

von Piotr Piela


kultur 41

Billy Idol kommt nach Polen! Der weltberühmte Musiker hat bekannt gegeben, dass er im Rahmen seiner europäischen Konzerttour im nächsten Jahr erstmals auch in Polen auftreten wird.

B

illy Idol informierte seine Fans, dass er 2018 wieder auf Tour quer durch Europa geht, die am 25. Juni in Luxemburg ihren Anfang nehmen wird. Die Bitten seiner polnischen Fans wurden erhört - der Musiker rockt am 21. Juli das Charlotten-Tal (poln. Dolina Charlotty) im Rahmen des Festivals der Rocklegenden.

Billy Idol, Foto: possan (_MG_3738) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Billy Idol wird auf den Konzerten Lieder aus seiner achten Platte „Kings & Queens of Underground“,

die 2014 herauskam, performen, doch die populären Klassiker des Musikers werden bestimmt auch nicht fehlen. Die Fans in Polen zittern bereits jetzt vor Freude, seinen größten Hit - „Rebel Yell“ live zu sehen und zu hören. Tickets sind bereits auf den Seiten eventim.pl und ticketpro.pl erhältlich.

von Paulina Kuc

Was Polen 2017 am meisten gegoogelt haben Der US-amerikanische Konzern Google veröffentlichte die von den Polen am häufigsten gesuchten Suchanfragen und Stichwörter. Es stellte sich heraus, dass die meisten Fragen Pilze betreffen.

D

ie Jahresübersicht von Google ist in Kategorien eingeteilt und eine von ihnen zeigt, worüber die Polen heuer Informationen suchten. Viele überraschte es sehr, dass am häufigsten Fragen über Pilze gestellt wurden, die in diesem Jahr in Unmengen in polnischen Wäldern zu finden waren. Am meisten fragte man also:

Wie…: …trocknet man Pilze? …prüft man, ob die Nummer angemeldet ist? …friert man Pilze ein?

Wo…: …ist das Gewitter? …prüft man die Abiturergebnisse? …tut die Bauchspeicheldrüse weh?

Wieso…: …läuft „Na dobre i na złe“ nicht? …wird Butter immer teurer? …zählt man Kompost zu Naturdün gern?

Was ist…:

Stichwörter, die am schnellsten an Popularität gewonnen haben: Magdalena Żuk Zbigniew Wodecki „Das Ohr des Vorsitzenden“

von Paulina Kuc

…ein Fidget Spinner? …der Mechanismus von Antikythera? …ein Schuppentier?

Was kostet…: …der TÜV? …ein Reisepass? …die Ummeldung des Wagens?

Hier finden Sie die Komplette Liste:


42  kultur

Star Wars auf Schlesisch Was wäre, wenn Star Wars in Schlesien gedreht werden würde? Genau diese Frage stellte sich ein polnischer Künstler und so entstand eine ganz außergewöhnliche Aquarellserie. von emanuela Janda

Januar 2018


kultur 43

Grzegorz Chudy, LANDSZAFT GÓRNICZY Z FEST SROGIMI MASZYNAMI / Bergbaulandschaft mit sehr großen Maschinen

Ta zima we Janowie była fest srogo. Chycił taki mróz, że miecze świetlne niy chciały sie ôświycić, Chewbacca (tyn bebok kudłaty i do tego ryszawy) zapodł w syn zimowy i pedzioł, co mo ta cołko haja we ksomosie kajsik głymboko; a gizdy z Imperium błagały Lorda we Czornym Mantlu, coby posłoł ich choby na Hoth, bele niy kole Nikiszowca! Werciło sie fedrować wōngel, oj werciło! A jeszcze bardziyj kaliło sie go habić, skuli czego kole gruby pojawiło sie wiyncyj fest srogich maszyn na epnych szłapach niż ludzi w kolejce po kreple ôd Michalskich we tusty czwortek. / Dieser Winter war sehr hart. Durch den Frost wollten die Lichtschwerte nicht leuchten, Chewbacca (dieser zottiger Kerl, und dazu noch ein wenig rothaarig) fiel in den Winterschlaf. Zuvor bemerkte er noch, dass ihn der ganze Streit im Weltall nicht interessiert. Die Schufte aus dem Imperium flehten den Herren im schwarzen Mantel an, er solle sie zumindest nach Hoth schicken - solange es nicht in der Nähe von Nickisch ist! Der Kohlenabbau hat sich richtig ausgezahlt! Und noch mehr hat es sich ausgezahlt, die Kohle anzuhäufen, denn dadurch gibt es jetzt in der Nähe der Grube mehr gigantische Maschinen mit langen Beinen, als Menschen in der Warteschlange, die für die Berliner von Michalski am Schmutzigen Donnerstag anstehen!


44  kultur

Grzegorz Chudy, YODA NA KLOPFSZTANDZE / Yoda auf der Teppichstange Moc wielko klopfszanga w sobie mo! / Die Teppichstange hat so viel Macht in sich!

Grzegorz Chudy, VADER SZNUPIE WE HASIOKU / Vader durchsucht den Müll Pado Vader: Jerona! Godołżech coby niczego niy wyciepywać z biurka na hasiok bo jeszcze przidzie tukej jakiś ROJBER JEDYN i sie zmiarkuje jak chcymy ta gwiazda wyrychtować! / Vader: "Mann! Sagte ich doch, dass man nichts vom Schreibtisch wegschmeißen soll. Es gibt immer die Gefahr, dass ein Räuber vorbeikommt und dann merkt, was wir mit dem Stern vorhaben!"

"Es sollte ein Scherz sein", erklärt Grzegorz Chudy. "Ich habe mir die Frage gestellt, was wäre, wenn Star Wars in Schlesien gedreht werden würde?". Der Künstler bedient sich in seinen künstlerischen Tätigkeiten hauptsächlich der Aquarelltechnik, also machte er sich schnell an die Arbeit. So entstand das erste Bild "Ciśnie bez Nikisz fest srogo maszyna" ("Da saust durchs Nickisch Schacht eine große Maschine"). "Der Scherz ist ein wenig aus den Rudern geraten und aus 1 Aquarell wurden fast 30. Alle sind mit einer Unterschrift in der schlesischen Mundart versehen - zusammen mit den Bildern ergibt der Zyklus eine komplette Geschichte", so Grzegorz Chudy.

Januar 2018

Star Wars gehört zu den größten Kulturphänomenen unserer Zeit und hat seit 1977 für viel Aufregung gesorgt. Nach den ersten Kultverfilmungen entstanden Comics, Bücher und vieles mehr. Star Wars bildet auch eine unausschöpfbare Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler und das Universum wurde bereits früher auf unterschiedliche Plätze auf dieser Welt übertragen - so waren die Helden z.B. in die Zeiten des Osmanischen Reiches oder des feudalen Japans übertragen worden. Dank den neusten Filmen ist die Saga wieder lebendig und die alten Fans können mit Nostalgie in das von ihnen geliebte Universum zurückkehren, die neuen Fans können es hingegen für sich entdecken.


kultur 45

Grzegorz Chudy, GESZYNKI ZE JASNYJ STRŌNY MOCY / Geschenke von der Hellen Seite Jarmark na Nikiszu mo już tako renoma, co kożdy chce na nim sprzedować. Nic dziwnego, ludzie cisnom tam nowet ze nojdalszyj galaktyki. Handlyrzy było tela, co niy kożdy dostoł plac na sztand, niekierzy godajom, co ŏdmówili samymu Lordowi we Czornym Mantlu, ale podejrzewom, co gizd pierōnowy i tak sie tam wciśnie. / Der Nickisch-Markt erfreut sich solcher Beliebtheit, dass jeder dort etwas verkaufen will. Kein Wunder, Menschen aus den weitentferntesten Galaxien machen sich auf den Weg dorthin. Es gab so viele Verkäufer, dass die Plätze für sie nicht ausreichten. Einige sagen, dass selbst der Lord im schwarzen Mantel leer ausging. Ich bin mir aber sicher, dass sich der Bösewicht doch etwas einfallen wird.

Eins ist sicher, Star Wars hat ein riesiges Anziehungspotenzial. Dies konnte man auch während der Vernissage der Ausstellung von Grzegorz Chudy beobachten, die am 7. Dezember bei den alten Bergwerktürmen KWK in Świętochłowice (Schwientochlowitz) stattgefunden hat. Auf die Gäste wartete nicht nur der Künstler, sondern auch Prinzessin Leia mit ihrem Gefolge. "Es hat wirklich toll geklappt", berichtet Grzegorz Chudy. "Es sind so viele Menschen gekommen, es hat sich wieder Mal bestätigt, das Star Wars die Anziehungskraft eines Magneten hat! Und das unabhängig vom Alter." Die Ausstellung

dauerte zwar nur bis zum 17. Dezember, aber man kann die Werke auf der Homepage des Künstlers bewundern, genauso wie auf seinen Social Media Channels.


46  kultur

Neue Monumente in Polen Polen ist um 11 Monumente reicher geworden. Es handelt sich um Sehenswürdigkeiten von einem besonderen kulturellen, geschichtlichen und künstlerischen Wert, die ein wichtiges kulturelles Erbe darstellen. von Ramona Nocoń

Foto: Justynaw14 (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/pl/deed.en)], via Wikimedia Commons

Bischofspalast in Kielce Der Bischofspalast in Kielce wurde in der ersten Hälfte des 17. Jh. errichtet. Er gilt als wertvollste Residenz, die während der Zeit der Wasa Dynastie erbaut wurde. Die Residenz besitzt sowohl polnische als auch italienische architektonische Merkmale. Obwohl im Laufe der Zeit Veränderungen vorgenommen wurden, hat der Palast weitgehend seine Urgestalt behalten. Seit Ende des 18. Jh. befindet sich der Palast im Besitz des Staates.

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Kloster in Gościkowo-Paradyż Das Kloster in Gościkowo-Paradyż ist eines der wichtigsten sakralen Bauten in der Woiwodschaft Lebus. Jahrhundertelang ist es ein wichtiges Zentrum des religiösen Lebens gewesen. Am Rande der Region Großpolen gelegen, ist das Kloster über Jahrhunderte Einflussbereich der Künstler aus Niederschlesien, Brandenburg und Westpommern gewesen.

Foto: Skarabeusz (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/ copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons. org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (https:// creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

Speicherkomplex mit Ausblick von der Seite Weichsel in Grudziądz Die Stadt Grudziądz ist in Polen für seine Speicher bekannt. Neben den Speichern in Toruń und Kazimierz Dolny sind sie die einzigen aus dem Mittelalter stammenden Speicher im Land. Sie dienten in der Vergangenheit nicht nur als Speicher, sondern sind auch ein Teil der Stadtmauer. Seit dem 19. Jh. bis heute werden sie bewohnt. Foto: Taktoperz77 (Praca własna) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], Wikimedia Commons

Nieborów und Arkadia Der Garten in Arkadia ist einer der we-nigsten romantischen Gärten auf dem Kontinent, der über die Zeit unverändert blieb. Er knüpft an das antike Rom an. Nicht weit von Arkadia in Nieborów befindet sich ein barocker Palast aus dem 17. Jh. mit origineller unveränderter Ausstattung, Kunstsammlungen und einer Bibliothek. Dazu ist er eine der besten erhaltenen Residenzen des polnischen Hochadels. Wikimedia Commons


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Das Orthodoxe Gotteshaus in Radruż Das orthodoxe Gotteshaus in Radruż ist eines der wertvollsten Objekte dieser Art in Polen. Einen außergewöhnlichen künstlerischen Wert haben die Polychromien und die Ikonostase, die 58 Ikonen beinhaltet. Erbaut um die Jahrhundertwende zum 17. Jh. hin, zählt sie zu den ältesten hölzernen orthodoxen Gotteshäusern Polens. Foto: Henryk Bielamowicz (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Foto: Mach240390 (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Kościuszko-Hügel in Kraków Der Hügel wurde mit Hilfe aller Bevölkerungsschichten der damaligen polnischen Gesellschaft errichtet. Der Bau begann 1820. Die Erde die man dort ausgeschüttet hat, stammt aus für die Polen wichtigen Schlachtfeldern. Nach drei Jahren war der Bau zu Ende. Der Hügel wurde zum nationalen Gut und galt für viele als der letzte Teil des unabhängigen Polens während der Teilung. Heute ist der Kościuszko-Hügel eines der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Krakaus.

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Foto: Mach240390 (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Sandomierz - Das historische architektonisch-landschaftliche Komplex Sandomir ist eine malerische Stadt im Osten Polens. Sie wird oft als das kleine Rom" bezeichnet, da sie viele Sehenswürdigkeiten beherbergt und auf sieben Hügeln liegt. In der Vergangenheit, an der wichtigen Handelsroute Via Regia gelegen, ist sie ein wichtiger Handelsort gewesen. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen u. a. die romanische St. Jakobs Kirche und die Kathedrale mit wunderschönen Wandmalereien und auch die historische Altstadt ist eine Klasse für sich. Der mittelalterliche Stadtplan ist sehr gut erhalten geblieben.

Gradierwerke in Ciechocinek Die Gradierwerke in Ciechocinek zusammen mit den Parkanlagen Tężniowy und Zdrojowy sind einzigartige Sehenswürdigkeiten, besondere Bauten und Industrieanlagen. Sie dienen zur Speisesalzproduktion und werden auch in der Naturheilkunde angewendet. Die Gradierwerke wurden in der ersten Hälfte des 19. Jh. nach den Plänen von Jacob Graff erbaut. Wikimedia Commons


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Pferdezucht in Janów Podlaski Die Pferdezucht in Janów Podlaski wurde im Jahr 1817 gegründet. Sie ist eine einzigartige Sehenswürdigkeit und die einzige ihrer Art in Polen. Trotz ihrer turbulenten Geschichte wurden in ihr von Beginn an die edelsten Pferde gezüchtet. Einen sehr großen Wert haben die aus dem 19. Jh. stammenden Pferdeställe, die im Neorenaissance Stil erbaut wurden. In den letzten 200 Jahren ist sie zu den renommiertesten Gestüten in Polen geworden.

Pfarrkirche St. Michael in Szalowa Die barocke Kirche wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. errichtet und ist eine der wichtigsten Holzbauten in Polen. Seit ihrer Erbauung ist sie in einem praktisch unveränderten Zustand erhalten geblieben. Das Gotteshaus wird bis heute genutzt. Das Innere der Kirche ist ein Mix aus Barock und Rokoko, mit wunderschönen Skulpturen und reich verzierten Wänden. Zu der Pfarrkirche gehört ebenfalls der alte Friedhof mit Baumriesen. Foto: Henryk Bielamowicz, Wikimedia Commons

Klosterkomplex Oliva in Gdansk Das Klosterkomplex im Danziger Stadtteil Oliva umfasst das Terrain des alten Zisterzienserklosters u. a. mit der Dreifaltigkeitskirche, dem Reisdenzkomplex und einen Park. Die Abtei wurde zwischen dem 12. und 18. Jh. erbaut. Schon von Anfang an hat das Kloster einen für den Orden charakteristischen Baustil mit wunderschönen Kreuzgängen und Viridarium geschmückt. In der Neuzeit wurde das Residenzkomplex samt Wintergarten und Garten hinzugebaut. Das Kloster ist ein wichtiger Ort in der Geschichte der Region; hier Ruhen die ehemaligen Prinzen und Bischöfe Pommerns. Foto: Diego Delso [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons. org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

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kultur 51

#Wirkochen

Krupnik - Graupensuppe

Krupnik ist eine traditionelle Suppe der polnischen Küche. Was sie auszeichnet, ist die Gerstengrütze. Davon darf es nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig geben, denn die Konsistenz der Suppe spielt eine große Rolle - sie darf nicht zu dick- und nicht zu dünnflüssig sein. Das Gericht ist vor allem während der Winterzeit beliebt.

zutaten

Zubereitung

400 g Schweinerippchen 3 EL Gerstengrütze 2 Kartoffeln 1 Möhre 1 Petersilienwurzel 1 Zwiebel 1 Knoblauchzahn 1 Sellerie 1 EL Butter 1 Glas Sahne 1 Lorbeerblatt Piment Salz Pfeffer Petersilie

1. 2. 3. 4. 5.

Schweinerippchen in Stücke Teilen, waschen und mit ca. einem Liter Wasser begießen. Lorbeerblatt, Piment, Salz und Pfeffer dazugeben und langsam aufkochen lassen. Wenn das Fleisch weich wird, aus der Suppe herausnehmen und von den Knochen trennen. Zwiebel in Würfel schneiden, weiteres Gemüse auf grober Raspel reiben und alles zusammen anbraten. Später zusammen mit der Gerstengrütze in die Suppe dazugeben und ca. 10 Minuten aufkochen lassen. Kartoffeln schälen, in Würfel schneiden und zusammen mit gepresstem Knoblauch in den Topf hinzugeben. Die Suppe solange kochen, bis die Kartoffeln weich werden. In die Sahne ein bisschen heiße Suppe dazugeben und dann in den Topf gießen. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und Fleisch dazugeben. Wer Hähnchenfleisch bevorzugt, kann anstatt Schweinerippchen, separat Hähnchenbrust kochen und dann dazugeben. Geschnittene Petersilie vor dem Servieren dazugeben.

von K. J.

guten appetit!


52  tourismus

Mit dem Flugzeug zwei Mal täglich nach Berlin Ab dem 4. Dezember führt die polnische Fluggesellschaft LOT zwei direkte Flüge zwischen Berlin-Tegel und Warschau ein. Ab dem Sommer 2018 wird die Strecke sogar drei Mal täglich bedient.

Foto: Pressematerialien

S

eit Anfang Dezember fliegen von Warschau die Flugzeuge Bombardier Q Series und Embraer 175 nach Berlin-Tegel. In einer Woche können bis zu 1.000 Passagiere zwischen den beiden Hauptstädten reisen und ab Juni 2018 werden es sogar mehr, denn LOT wird einen dritten täglichen Flug einführen. Der Reiseplan ist nicht nur für Business-, sondern auch Tourismuspassagiere sehr einladend, denn der Morgenflug nach Berlin fliegt um 8:20 ab, der Zweite Flieger hebt dagegen um 17:20 ab. So ein gestalteter Flugplan ist für die aus Berlin reisenden Gäste sehr gut konstruiert, denn von der polnischen Hauptstadt können sie schnell in 60 Städte in Europa, Nordamerika, Zentralasien und in den Fernen Osten reisen. Alle Langstreckenflüge werden von den modernsten Flugzeugen, den Boeings 787 bedient. „Wir freuen uns, dass wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden antworten und ihnen die günstigste Verbindung zwischen Warschau und Berlin bieten können. Für viele Reisende aus Polen bedeutet das eine unvergleichliche Einsparung der Reisezeit. Für die Passagiere aus Berlin wird die neue LOT Verbindung wiederum den Zutritt zu vielen, asiatischen Flugrichtungen, unter anderem Astana, Peking, Seoul, Tokio, und ab Mai 2018, Singapur ermöglichen“ informierte

Januar 2018

Adrian Kubicki von der Firma LOT. Berlin-Tegel ist der sechste Flughafen in Deutschland, der von der polnischen Fluglinie LOT bedient wird und bald werden es bereits sieben, denn der Flughafen in Nürnberg wird hinzukommen. Die neuen Verbindungen sind das Ergebnis einer konsequenten Strategie, die LOT seit 2016 befolgt. Parallel zu diesen Veränderungen, investiert die polnische Fluggesellschaft in neue Maschinen, unter anderem in vier Boeings 787-9, sechs Boeings 737 MAX 8 und Embraer 195. In diesem Jahr haben vier Flugzeuge Boeings 737NG und zwei Boeings 787 die Flotte vergrößert. „Wir sind ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Osten und dem Westen. Unser Ziel ist es eine starke Position, nicht nur auf dem polnischen Markt, sondern auch in Europa aufzubauen. Über unseren Erfolg entscheidet auch das hochklassige Produkt und die Qualität der Bedienung, sowohl in der Luft, als auch auf festem Boden. Gemäß unserer Entwicklungsstrategie, die wir seit 2016 verfolgen, wollen wir noch größer werden und bis zu 10 Mio. Passagiere jährlich bedienen“, fasste Kubicki zusammen.

von paulina Kuc


www.polonia-shop. polenjournal.de

tourismus 53

Das sind die besten Tourismusprodukte

2017

Die Polnische Tourismusorganisation (POT) hat den jährlichen Wettbewerb für das beste Tourismusprodukt 2017 entschieden. Insgesamt wurden zehn Sehenswürdigkeiten ausgezeichnet. Zusätzlich wurde das Lebendige Lebkuchenmuseum in Thorn mit dem goldenen Zertifikat der Polnischen Tourismusorganisation gekrönt.

D

ie Zertifikate der Polnischen Tourismusorganisation sind eine Empfehlung für Touristen und geben ihnen eine Garantie, dass die besuchte Sehenswürdigkeit ein Angebot von hoher Qualität versichert und einen guten Zeitvertreib gewährleistet. Heuer wählte man in einer offenen Abstimmung die 10 besten Tourismusprodukte, die mit dem POT Zertifikat ausgezeichnet wurden. POT vergab auch das goldene Zertifikat der Polnischen Tourismusorganisation, dabei durften Plätze vorgeschlagen werden, die bereits ein POT Zertifikat besitzen und die seit 5 Jahren ihre Tätigkeit kreativ entfaltet haben. Ins Finale qualifizierten sich: Carnaval Sztukmistrzów, Hotel Bania Thermal & Ski und das Lebendige Lebkuchenmuseum, das schließlich Sieger geworden ist. Zertifikate der Polnischen Tourismusorganisation hat der Zoo Safari Borysew, die Festungsanlagen von Zamość, Königsburg Checiny, Ausflug auf dem Fluss San, das Schlosskomplex Galiny, die Gärten Hortulus Spectabilis in Dobrzyca, das Seifen und Geschichte des Schmutzes Museum in Bromberg, das Steinkohlebergwerk Guido in Zabrze, das Europäische Zentrum der Solidarität in Danzig und das Wissenschaftszentrum Kopernikus in Warschau bekommen. Touristen, die auf dem Portal polska.travel abgestimmt haben, zeichneten das Schloss Falkenberg mit dem Zertifikat der Internetnutzer aus.

polen.travel Zum Video:

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54  tourismus

Skispaß rund um das Hirschberger Tal Tagsüber auf die Piste, abends Entspannung in fürstlichem Ambiente, diese Kombination bietet das Hirschberger Tal. Mehrere Skiresorts und Loipen beiderseits der polnisch-tschechischen Grenze sind von den Schlosshotels rund um Jelenia Góra (Hirschberg) schnell zu erreichen. Viele Wintersportzentren im verschneiten Riesen- und Isergebirge locken in diesem Jahr mit Neuerungen.

Foto: Szklarska Ski Polnisches Fremdenverkehrsamt

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tourismus 55

Z

u den beliebtesten Wintersportdestinationen im Südwesten Polens gehört Karpacz (Krummhübel) am Fuße der Śnieżka (Schneekoppe), des höchsten Berges der polnischen Sudeten. Im Februar 2018 wird dort ein neuer Lift in Betrieb genommen. Er führt zur Spitze der Mała Kopa (Kleine Koppe) und ersetzt den 1960 eröffneten legendären Einpersonen-Sessellift "Zbyszek“. Die 2.229 Meter lange Anlage galt damals als längster Sessellift der Welt. Der neue Lift überbrückt eine Höhe von 530 Metern und verfügt über Vier-Personen-Bänke sowie zwei Gondeln für je acht Personen. Somit verdoppelt sich die Kapazität auf etwa 1.200 Personen pro Stunde im Winter. Im Wintersportzentrum Śnieżka sollen zudem neue Kunstschneeanlagen in Betrieb genommen werden. Das unterhalb gelegene Skiresort Biały Jar wartet mit einer neuen SnowFactory auf. Die mobile Kunstschneeanlage kann in kürzester Zeit ohne den Einsatz von Chemie und unabhängig von der Außentemperatur große Mengen von Schnee herstellen. Außerdem hat der Betreiber die Gültigkeitsdauer der Mehrtages-Skipässe von sieben auf 13 Stunden täglich verlängert. Das SkiResort Černá Hora-Pec zählt mit fünf zusammenhängenden Skigebieten auf der tschechischen Seite des Riesengebirges zu den größten und beliebtesten Wintersportzentren der Region. 44 Pistenkilometer können mit einem Skipass genutzt werden. In diesem Jahr wird ein neuer Vierer-Sessellift im Gebiet von Černý Důl (Schwarzenthal) in Betrieb genommen. Der „Family Express“ ersetzt den bisherigen Dreisitzer „U Lomu“ zum 1.001 Meter hohen Špičák (Spitzberg). Mit ihren breiten und sanften Hängen ist die Anlage vor allem für Familien und Anfänger geeignet. Im benachbarten Pec pod Sněžkou (Petzer) wird eine weitere Abfahrtstrecke eröffnet. Über 600 Meter führt sie von den bestehenden

Pisten am Javor (Urlasskoppe) ins Tal zum Javoří Důl (Urlassgrund). Neu sind auch die LIVE-Parks in Černý Důl und in Velká Úpa (Großaupe). Bereits im vergangenen Jahr wurden die Skischulen in den beiden Hauptanlagen Černá Hora (Schwarzenberg) und Pec pod Sněžkou komplett erneuert und in LIVE-Parks umbenannt. Zum Konzept zählen seitdem verschiedene Erlebnis- und Wettkampfangebote für Groß und Klein, ein Babysitterdienst und ein komplett erneuerter Verleih von Ski- und Snowboardausrüstung. Die Grenzregion zwischen dem tschechischen Harrachov (Harrachsdorf) und dem polnischen Jakuszyce (Jakobsthal) ist berühmt für ihre Langlaufloipen. Die Isergebirgsmagistrale ist mit einer Länge von 180 Kilometern die größte und bekannteste Loipe in Tschechien, rund um die Jakobsthaler Lichtung erstrecken sich gut präparierte Loipen mit einer Gesamtlänge von etwa 100 Kilometern. Vor Ort kann man sich die Ausrüstung leihen. Jedes Jahr ziehen sportliche Events mehrere Tausend Sportler aus aller Welt an. Der Isergebirgslauf ist die größte Ski-Langlaufveranstaltung Tschechiens. Die 51. Auflage mit Rennen über 50 Kilometer und kürzere Distanzen findet vom 16. bis 18. Februar 2018 statt. Der 42. polnische Piastenlauf folgt vom 2. bis 4. März 2018. Erwartet werden rund 6.000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt. Rund um die Hauptrennen über 25, 30 und 50 Kilometer finden zahlreiche Sport- und Spaßläufe für alle Alters- und Fitnessklassen statt. Informationen zu den Wintersportzentren in Karpacz unter www.karpacz.pl, zum SkiResort unter www. skiresort.cz, zum Piastenlauf unter www.bieg-piastow.pl sowie zum Isergebirgslauf unter www.jiz50. cz. Informationen über Schlossurlaub im Hirschberger Tal unter www.talderschloesser.de

polen.travel


56  tourismus

Mit dem Auto nach Polen - Es wird teurer Ab dem Neujahr gelten neue Autobahngebühren für ausgewählte Autobahnen in Polen. Wie viel muss man draufzahlen?

A

utofahrer, die durch Polen reisen haben knapp 2000 Kilometer Autobahn, die sie kostenpflichtig oder kostenlos befahren können. Ob man zahlen muss oder nicht hängt von dem Betreiber ab. Die Preissteigerung, die ab dem 2. Januar 2018, gilt betrifft vor allem die A2 zwischen Nowy Tomysl und Konin (Woiwodschaft Großpolen), wo Auto- und Motorradfahrer um drei Zloty mehr als im Vorjahr zahlen müssen. Die Anhebung der Gebühren sorgte für Unverständnis und eine Lawine von Kommentaren, denn bereits im Frühling vergangenen Jahres

wurden die Preise höher angesetzt. Zusätzlich zählt die Strecke zu den teuersten im ganzen Lande. Auch deswegen appellierte der Vorsitzende des Verbands der Unternehmer und Arbeitgeber - Cezary Kazimierczak auf Twitter, dass man mit dieser Ausbeutung aufhört und ein Vignettensystem, ähnlich wie in anderen Ländern einführt. Der Weg (falls man sich in der Regierung dafür entscheidet) dürfte kein leichter sein. Für heute bleibt den Autofahrern also nichts anderes als sich mit der Preissteigerung abzufinden.

von rafał stelmaszdewski

Autobahngebühren in Polen A1

Gdańsk - Toruń

152 km

29,90 PLN

A2

Świecko - Konin

255 km

78,00 PLN

A2

Konin - Stryków

99 km

9,90 PLN

A4

Wrocław Katowice Katowice Kraków

162 km

16,20 PLN

61 km

20,00 PLN

A4

Januar 2018


tourismus 57

Benediktiner Kloster auf Łysa Góra Foto: Paweł Cieśla

Łysa Góra im Winter

Neue Attraktionen im Heiligkreuzgebirge Die ältesten Berge Polens werden um zwei neue Attraktionen reicher. In einen der attraktivsten Regionen des Landes wird in der nahen Zukunft auf die Neugierigen, ein ganz neuer thematischer Park und eine Route für Geschichtsnarren und Pilger warten.

I

m Heiligkreuzgebirge werden die neuen Highlights zwar erst 2020 zu sehen sein, aber die Pläne laufen bereits jetzt schon auf Hochtouren. Die zuständigen Woiwodschaftsbehörden haben mit den um den Świtokrzyski Nationalpark liegenden Gemeinden, ein Vorvertrag zur Finanzierungshilfe der Projekte unterschrieben. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 29 Mio. Zloty. Ursprünglich waren es 13 Mio. weniger, aber die vorliegenden Projekte begeisterten die Behörden so sehr, dass man die Summe vergrößert habe, um auch wirklich jedes Detail umsetzen zu können.

hier lebenden Benediktinermönche begeben und die wichtigsten mittelalterlichen Aspekte der polnischen Kultur kennenlernen. Hier entstand eines der ältesten polnischen Manuskripte; die Heilig-Kreuz-Predigten. Auf dem Pfad werden die alten Ruinen des Bischofspalastes revitalisiert, die Mauern sollen gesichert werden und es wird u. a. eine virtuelle Ausstellung auf die Besucher warten. Wer möchte kann sich dann in das Polen des 13 Jh. hineinversetzen lassen. Nicht nur die damalige Welt sehen, aber auch Kostüme anprobieren und den Bauplan eines mittelalterlichen Schlosses bestaunen.

Das erste Projekt ist der Park Dziedzictwa Gór Świętokrzyskich in Nowa Słupia, welcher den Legenden und der Geschichte der Region gewidmet ist. Alles wird mithilfe neuester Technologie erbaut. Auf die Besucher wird ein 5D Kino warten, verschiedene Mind Control Games, Animationen und Hologramme. Natürlich wird es auch nicht an traditionellen Szenografien fehlen. In der Nähe befindet sich eine 2000 alte, rekonstruierte Siedlung mit Rennofen.

Das ehemalige Benediktiner Kloster befindet sich auf dem Gipfel der Łysa Góra in dem ŚwiętokrzyskiNationalpark. Es ist Jahrhundertelang ein wichtiges Pilgerziel gewesen, da es Reliquien des Heiligen Kreuzes in seiner Obhut besitzt. Auch heute kommen viele Menschen deswegen hierher. Die Geschichte des Klosters reicht bis ins 10 Jh. zurück und in seiner Architektur sind Elemente aus fast allen Epochen beinhaltet.

Die zweite Attraktion soll der Benediktinerpfad werden. Der Wanderer wird sich auf die Spur der einst

von ramona nocoń


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Kulinarische Festivals und Food-Events in Polen Food-Events, die mit Essen und Co. verbunden sind, gibt es inzwischen sogar mehr als Musikfestivals. Polen lieben ihr Essen und ihre Küche - auch deswegen erfreuen sich regionale Festivals wachsender Beliebtheit. von pramona nocoń

Europa na Widelcu Festiwal in Breslau (Europa auf der Gabel Festival)

Jedes Jahr findet im Juni in Breslau ein Fest für die Sinne statt. Fünf Tage lang kann man die verschiedensten europäischen Gerichte, die es auf dem Kontinent gibt, verkosten und probieren. Natürlich darf die lokale Küche nicht fehlen und muss stark präsent sein. Neben den vielen Leckereien sind auch bei den Feinschmeckern Kochbücher und Filme mit kulinarischer Thematik beliebt.

Ogólnopolski Festiwal Dobrego Smaku in Posen (Landesweites Geschmacksfestival)

Das alljährliche Festival in Posen ist eines der größten dieser Art in Polen. Jedes Jahr zieht es unzählige Besucher in die Stadt. Das FoodEvent wird bereits seit 10 Jahren ausgetragen. Egal ob ein elsässischer Flammkuchen oder ein traditioneller polnischer Oscypek. Das Angebot ist breit und jedes Mal kommen neue Leckereien dazu. In die Hauptstadt Großpolens kommen die größten Aussteller regionaler Produkte. Über 100 verschiedene Stände warten auf die Besucher; keiner hätte vor 10 Jahren gedacht, dass ein kleiner lokaler Wettbewerb zu einem der Landesgrößten kulinarischen Festivals wird.

Januar 2018

Festiwal Smaku Gruczno

(Geschmacksfestival Gruczno) Im Sommer verwandelt sich die kleine Ortschaft Gruczno, für ein paar Tage in die Hauptstadt der Genießer. Auf den grünen Wiesen, unter den schattenspendenden Bäumen, werden viele regionale Spezialitäten angeboten, die nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Polen kommen. Neben den vielen leckeren Schinken, Käse, frischem Brot und unzähligen Gerichten, können sich Feinschmecker an verschiedenen Wettbewerben und Theatervorstellungen ergötzen. Für eine ganz kurze Zeit wird der Ort zu einer Visitenkarte für die ganze Region.


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Europejski Festiwal Smaku w Lublinie

(Europäisches Geschmacks-Festival) Lublin - eine der ältesten Städte in Polen - verwandelt sich im September in eine Stadt der europäischen Küche. Die malerische Altstadt wird nicht nur für Musikkünstler und bekannte Köche zu einer Bühne, sondern auch für viele lokale Aussteller, die mit ihren Produkten den Gaumen erfreuen. Jedes Jahr gibt es ein Gastland und einen mit ihm verbundenen kulinarischen und künstlerischen Rahmen. Das Festival hat ein breites Angebot für Groß und Klein und bietet verschiedene Events und Workshops an.

Warszawski Festiwal Kawy

Sweet Targi in Kattowitz Zum neunten Mal findet im März in Kattowitz eine der süßesten Veranstaltungen Polens statt. Sie lässt die Herzen der Bäcker, Konditoren, Speiseeishersteller und Naschkatzen höherschlagen. Ein Fest nicht nur für den Gaumen; die Augen werden sich an verschiedenen Wettbewerben und Meisterstücken, die die Konditoren hervorzaubern, erfreuen. Die neuesten Trends in der Branche - wunderschön dekorierte Torten nach englischer Art, ein Handwerkseis Festival, Schulungen und vieles mehr. Auf die, die eine Pause einlegen wollen, wird Coffe Village mit den 12 ausgezeichnetsten Kaffeeröstereien Polens warten.

(Warschauer Kaffeefestival)

In Polen erfreut sich nicht nur die lokale Küche einer großen und steigenden Beliebtheit, sondern es wächst auch das Interesse an Veranstaltungen, die mit Kaffee verbunden sind. Einer der Events, die mit dem Energie spendenden Getränk verbunden sind, ist das Warschauer Kaffee Festival. Das Festival zieht nicht nur Fachleute, sondern auch viele Kaffeeliebhaber aus ganz Polen an. Das Aroma, der überall in der Luft liegende Kaffeeduft und die einzigartige Atmosphäre des Brüder Jabłkowskich Kaufhauses, sorgen für unvergessliche Momente. Der Besucher versinkt in eine Welt von Geschichten aus den weitesten Ecken unseres Planeten, lernt die neusten Trends und Techniken kennen. Legt in Workshops selber die Hand an und genießt die feinsten Kaffeesorten.

Noe Festiwal in Kattowitz Anfang April findet das Noe Festival in Kattowitz statt. Ein Leckerbissen für alle Weinliebhaber und Weinkenner. Eine Fülle von Attraktionen und Wettbewerben. Wein von überall auf der Welt, welches man kostenlos probieren kann. Ehrengast des kommenden V Noe Festivals ist Spanien, mit einer langen und wunderbaren Weintradition und einer Menge an Überraschungen. Auf die Besucher warten außerdem noch verschiedene Podiumsdiskussionen und interessante Gäste. Für ein paar Stunden hat man das Gefühl, dass sich die Welt nur um Wein dreht.


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unesco-stätte in polen

Jahrhunderthalle in Breslau, FOTO: Jar.ciurus (Own work) [CC BY-SA 3.0 pl], via Wikimedia Commons

Muskauer Park

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Konzentrationslager Auschwitz

Silberbergwerk Tarnowskie Góry


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Gotteshaus der orthodoxen Kirche in Chotyniec Foto: Henryk Bielamowicz (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Mittelalterlicher Stadtteil in Toruń (Thorn)

Warschauer Altstadt

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Gotteshaus der orthodoxen Kirche in Radruż


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Krakauer Altstadt

Altstadt in Zamość

Marienburg


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Urlaub in Polen:

Lob und Anerkennung aus aller Welt

Wie zufrieden zeigen sich ausländische Touristen mit dem Urlaub an der Weichsel? Der Bericht. Was treibt Touristen nach Polen? Wie zufrieden sind die Reisenden mit ihrem Urlaub in den Bergen oder in den Städten? Wer will eigentlich Polen besuchen? Das Polnische Fremdenverkehrsamt führte über das ganze Jahr eine Umfrage auf seiner Homepage, auf der Touristen spontan zum Thema Polen und Urlaub in Polen befragt wurden. Nun präsentierte man die Umfrageergebnisse.

Womit wird Polen assoziiert? Laut der Umfrage, die in mehreren Sprachen auf polen.travel zugänglich war, werden solche Begriffe wie Geschichte, kulturelles Erbe oder modernes Land mit Polen verbunden. 94% der Befragten assoziieren mit Polen die Geschichte des Landes und ein reiches kulturelles Erbe. Polen ist anscheinend auf alle Fälle

einer Reise wert - dies bestätigten 93% der Umfrageteilnehmer. Viele Touristen sehen auch Ähnlichkeiten zum Westen und bezeichnen Polen als ein modernes Land.

City break oder Natur? Polen ist berühmt für sein breites Angebot an Sehenswürdigkeiten, doch was hat die größte Anziehungskraft für Touristen aus dem Ausland? 72% verbinden mit Urlaub in Polen den sog. city break, also einen Kurzurlaub in der Stadt. Wundern dürfte dies kaum, denn Städte wie Krakau, Warschau, Breslau oder Danzig (meistbesuchte Städte Polens laut TripAdvisor) haben viel zu bieten, deswegen entscheiden sich immer mehr Menschen den Urlaub in der Stadt zu verbringen.

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Tatsache ist aber, dass an zweiter Stelle Nationalparks und polnische Wälder genannt wurden, vor UNESCO-Stätten, Denkmälern und Museen, kulturellen Events sowie Seen und Bergen. Beim Urlaub in der Natur erscheint Polen dementsprechend auch als sehr attraktiv.

Verliebt in Polen 66% der Umfrageteilnehmer bestätigten Polen zumindest einmal im Leben besucht zu haben. 61% von ihnen gaben wiederum zu, dies innerhalb des vergangenen Jahres gemacht zu haben. Das man sich schnell in das Land an der Weichsel verlieben kann, beweist eine weitere Statistik - 30% der Befragten, die Polen besuchten, kamen mehr als zehn Mal zurück.

Die meisten, die bereits einen Polen-Urlaub hinter sich haben, verbrachten hier ihre Ferien und erholten sich (62%). 18% besuchten ihre Verwandten und 11% nutzten ihren letzten Besuch für eine Kur, Erholung in der SPA oder eine Pilgerfahrt. Die hohe Rückkehrrate ist auch auf die Zufriedenheit mit dem Urlaub zurückzuführen. Laut der Umfrage, die von dem Polnischen Fremdenverkehrsamt veröffentlicht wurde, waren 96% der Touristen mit ihrem Polen-Besuch zufrieden. 85% der Befragten planen innerhalb der nächsten 5 Jahre wieder nach Polen zu reisen. Besuchen will man dann vor allem die polnischen Städte, UNESCO-Stätte sowie Wälder, Nationalparks, Berge, Seen sowie die Ostseeküste.

von piotr Piela


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Die angeführten Umfrageergebnisse basieren auf einer Umfrage, die vom Polnischen Fremdenverkehrsamt zwischen Januar und Dezember 2017 realisiert und mit Hilfe der Plattform IBM SPSS Data Collection analysiert wurde. Die meisten Umfrageteilnehmer stammen aus Japan, Italien, Belgien, Deutschland und Frankreich. 18% deklarierten polnische Wurzeln zu haben.


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Winterurlaub in Polen

Das sagen Einheimische

Wie bewerten die Polen das touristische Angebot im Lande und im Ausland?

Fotos: Zieleniec Ski-Arena

A

usländische Touristen, die Urlaub an der Weichsel machen, zeigen sich zufrieden mit ihrer Urlaubszeit. Doch wie bewerten die Polen selbst das Angebot im Inland? Wie schneidet Polen im Vergleich zu ausländischen Tourismusorten ab? Einblicke diesbezüglich liefert eine Studie des Polnischen Fremdenverkehrsamtes. Die Studie Wintertourismus in Polen 2016/2017 basiert auf quantitativen und qualitativen Umfragen. Die Bemerkungen der Umfrageteilnehmer richteten sich vor allem an die Qualität, wenn es um den Service in den Tourismusgebieten in Polen und in den Alpen geht. Eine bessere Note bekam der Alpenraum vor allem von Winterbegeisterten, die persönliche Erfahrungen mit dem ausländischen Angebot gemacht haben. Urlauber die nur in Polen ihre Ferien verbracht haben, bevorzugen polnische Tourismusorte. Einheimische sehen Vorteile der polnischen Wintersportgebiete vor allem in der günstigen Lage und einer kurzen Anreisezeit. Ein Pluspunkt ist dementsprechend auch die Möglichkeit zu spontanen Ausflügen (für 1-2 Tage oder an Wochenenden). Urlaub in Polen gibt auch den Einheimischen, aufgrund der nicht vorhandenen Sprachbarriere, ein stärkeres Sicherheitsgefühl. Vorteile, die im ausländischen Angebot gesehen werden, betreffen das Skipassangebot, gut organi-

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sierte Parkplätze und Skibusverbindungen. Sehr gut wird ebenfalls das Kulinar- und Kulturangebot und deren Zugänglichkeit bewertet. Die Länge und Breite der Pisten, sowie das Verhältnis zwischen Auf- und Abfahrtszeit zusammen mit dem Sicherheitsgefühl aufgrund höherer Anständigkeit auf der Piste. Polen, die im Inland Ski fahren haben auch keine Natur- und Klimagegebenheiten, wie etwa im Alpenraum. Der größte Unterschied bezieht sich auf den Kundenservice. Laut den Umfrageteilnehmern, steht die Zufriedenheit und Sorge um den Kunden nicht immer im Mittelpunkt, sondern der Reingewinn. Dies spiegelt sich auch in der Meinung wieder, dass sich nur wenig im Bereich der Konsolidierung und Anpassung des Angebots an den Kunden bewegt. Vorwürfe werden auch im Zusammenhang mit den unzuverlässigen und/oder unvollständigen Informationen zum Angebot, mangelnden Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern (z.B. Skipässe, die nur für eine Piste gelten), sowie das Hochschrauben der Preise zur Saison, erhoben. Schlechte Noten bekommt man auch für das Gedränge und Chaos auf den Pisten wegen der fehlenden Koordination des Ski-Verkehrs auf den Strecken. Trotz der heftigen Kritik, sehen die Befragten, die das polnische Winterangebot in Anspruch nehmen, auch Fortschritte in der Service-Qualität. Unter-


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Fotos: Zieleniec Ski-Arena

künfte werden immer öfter den Erwartungen und Bedürfnissen der Touristen gerecht. Skistationen werden ausgebaut, es wird auch in neue Bequemlichkeiten investiert.

aufrechterhalten werden. Hier sind nicht nur die Aufzüge, sondern auch andere Leistungen gemeint - vom Verleih der Sportausrüstung, Ski-Schulen bis zum Hotel- und Gastronomiegewerbe.

Das viel Investiert wird bestätigte auch gegenüber PolenJournal.de Przemysław Kutnyj, Pressesprecher von der Skistation Dwie Doliny Muszyna-Wierchomla. Man sieht den Geldaufwand, der innerhalb der letzten Jahre in die moderne Ski-Infrastruktur investiert wurde. Das ist selbstverständlich sehr positiv, denn der Fortschritt fördert den Konkurrenzkampf. So fühlen sich unsere Gäste auch besonders wohl so Kutnyj.

Laut dem Bericht des Polnischen Fremdenverkehrsamtes soll es auch erste Zeichen für eine gute und profitable Zusammenarbeit zwischen den Dienstleistern geben. Das sieht auch Grzegorz Głód so. Hier hat sich ein Wandel in der Herangehensweise innerhalb der letzten Jahre vollzogen. Vor allem haben die Ski-Ressorts verstanden, dass das Produkt längst nicht alles ist - wichtig ist auch der Kundenservice, die Markt- und Konkurrenzanalyse und die neuesten Trends. Man muss auch selbstverständlich auf die Kunden hören und auf das was sie sagen so der Pressesprecher von Zieleniec Ski-Arena. Laut Głód hat sich auch in dieser Hinsicht viel nach vorne bewegt. Die großen Ski-Stationen führen immer mehr Sonderangebote ein. Die Eingestellten werden geschult und der Service verbessert. Investiert wird auch ins Marketing. Ich bin überzeugt, dass von Jahr zu Jahr die Lage besser wird, und auch immer mehr Touristen zufrieden mit ihrem Urlaub auf den polnischen Pisten sind - so Głód.

Grzegorz Głód von der Zieleniec Ski-Arena ist wiederum der Meinung, dass bereits heute die Ski-Stationen auf ähnlichem Niveau, wie die im Ausland funktionieren. Wir sollten aber die polnischen Berge nicht mit den Alpen vergleichen. Das wäre ein ähnlicher Vergleich, wie zwischen der Ostsee und dem Mittelmeer. Wichtig ist, dass polnische Unternehmer das Potenzial, welches die Berge bieten, auch nutzen können. Durch moderne Neuentwicklungen und Lösungen wird die Attraktivität des Produkts stets gesteigert. Dies wird auch von den Konsumenten bemerkt, die sich immer stärker für das Angebot der polnischen Ski-Stationen interessieren. Doch die Dienstleister dürfen sich laut Głód nicht zufriedengeben. Das Tempo der Entwicklung und der Investitionen, vor allem in die Infrastruktur, muss

Diese Zufriedenheit kann noch zusätzlich durch den Ausbau des Skipass-Angebots gefördert werden, denn in letzter Zeit finden immer mehr Ski-Ressorts zusammen und bieten Skipässe für ein Paar oder sogar ein Dutzend Ski-Stationen an. So entstehen Ski-Subregionen, die neben dem gemeinsamen Ski-


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pass sich auch gegenseitig vermarkten. So werden diese auch in den kommenden Jahren auf neue Märkte eintreten können, und neue Touristengruppen ansprechen können - schätzt Grzegorz Glod. Das betrifft nicht nur den Urlaub im Winter, sondern das Ganzjahrangebot. Denn auch die Ski-Stationen wollen über das ganze Jahr Urlauber anlocken. Das beste Beispiel sind Skilifte, die das ganze Jahr funktionieren und im Sommer den Touristen ermöglichen, einfacher die Bergspitze zu erreichen. Zusätzlich entstehen an vielen Orten (wie etwa in Zieleniec) auch solche Investitionen wie Aussichtstürme, Schwerkraft-Achterbahnen oder andere Attraktionen, die Touristen auch im Sommer beschäftigen sollen - meint Grzegorz Głód. Aus den Aussagen von Grzegorz Głód und Przemysław Kutnyj kann man entnehmen, dass nicht nur die Voraussetzungen gegeben sind, sondern auch Ideen für die Zukunft, die umgesetzt werden. Przemysław Kutnyj bemerkt jedoch eine andere Aufgabe, die man noch bewältigen muss: Die größte Herausforderung liegt in der Vermark-

tung der Naturressourcen, denn in unserem Fall ist das eine einzigartige Verbindung von Erholung außerhalb der Stadt zusammen mit der modernen Ski-Infrastruktur und einem breiten Ganzjahrangebot - erklärte der Sprecher der Skistation Dwie Doliny Muszyna-Wierchomla. Hilfe in dieser Hinsicht leistet auch der immer bessere Ruf, den die polnischen Skigebiete genießen. Von unseren Gästen aus dem Ausland gibt es nur Lob, denn außer ähnlichen Attraktionen, die man auch woanders antreffen kann, haben wir eine exzellente Regionalküche oder in unserem Fall eine Skistation, die in zwei Tälern gelegen ist. Das ist auch in Polen einzigartig. Wir veranstalten auch Fahrradmarathons oder Jogafestivals - so Kutnyj. Es kann also gut sein, dass die kritischen Stimmen auch ein wenig mit der Einstellung der Einheimischen zu tun haben. Ein Sprichwort besagt: die Kirschen in Nachbars Garten schmecken immer ein bisschen süßer. Ob es auch hier eintrifft - muss jeder für sich entscheiden. Am besten nach einem Winterurlaub in Polen.

von Piotr Piela

DAS GRÖSSTE SKIZENTRUM IM GLATZER KESSEL

1 SKIPASS FÜR 29 SKILIFTE

www.zieleniec.pl

5 MODERNE SESSELBAHNEN

/zieleniecskiarena

22 KILOMETER SKIPISTEN

/zieleniecski

GONDELBAHNEN FÜR 8 PERSONEN

/zieleniecpl fot. Łukasz Betker

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Wanderungen in den Pieninen Die Pieninen gelten als eins der schönsten Gebirge Polens. Am Morgen im Nebel umhüllte Berggipfel und Sonnenstrahlen, die am Nachmittag zwischen den Bäumen in den Wäldern durchstrahlen, laden zum Wandern an.

1.

Berghütte Orlica – Wysoka Gipfel

Die pittoreske Route fängt bei der Berghütte an und führt an den höchsten Gipfel der Pieninen - den Wysoka Gipfel (1050 m ü. M). Während der Wanderung passiert man wunderschöne, oft mit Blumen geschmückte Wiesen als auch Schatten spendierende Wälder. Die Wanderroute ist 9 km lang und man braucht um die 3-4 Stunden um sie zu meistern. Auf die Wandernden warten außergewöhnliche Landschaften und Natur mit weiten Gebieten, welche es in den Städten nicht gibt.

2.

Berghütte Trzy Korony – Trzy Korony Gipfel

Trzy Korony (dt. Drei Kronen) ist wohl der beliebteste und bekannteste Berg in den Pieninen. Die Route beginnt ebenfalls in einer Berghütte und führt durch einen malerischen Weg zum Gipfel. Man muss aber darauf Acht nehmen, dass der beliebteste Gipfel in den Bergen auch von den meisten Touristen belagert wird. Ein längeres Anstehen in der Schlange muss man ebenfalls im Wanderplan miteinrechnen, doch die Aussicht, die sich vom Gipfel erstreckt ist jede gestandene Sekunde wert. Die Route ist 2.700 Meter lang und man sollte so um die 90 Minuten für den Ausflug einplanen.

3.

Szczawnica Leśnica

Ein ganz angenehmer Rundgang mit wunderschönen Aussichten. Man kann die Berge auf der Route sowohl von Oben als auch Unten aus dem Tal bewundern. Der Weg fängt bei der Seilbahn auf dem Palenica Gipfel an und führt zum Durchbruch des Dunajetz

an malerischen Wegen mit schönen Aussichten entlang. Die ganze Route ist neun Kilometer lang. Zu schaffen ist sie innerhalb von 3 Stunden. Für all die, die unter Zeitmangel leiden steht die Seilbahn zur Verfügung. Man kehrt später an dem Skał Bystrzyka (Bystrzyka Felsen) zurück und an dem Fluss Dunajetz entlang.

4.

Krościenko – Sokolica

Sokolica ist wohl eine der bekanntesten Aussichten in Polen, die praktisch jeder kennt und sofort weiß, wo sie liegt. Eine Reliktkiefer wächst auf dem Felsen und neigt sich ganz nach unten und das auf einer Höhe von 300 Metern! Wie bei allen bekannten Orten überall auf der Welt; wenn man nicht früh am Morgen kommt, erwartet dort alle ein Bad in der Touristenmenge. Wer aber früh am Morgen herkommt wird dafür mit einem grandiosen Sonnenaufgang belohnt und muss auch dafür nichts zahlen - die Kassierer schlafen ja noch! Die Route fängt in dem Touristenort Kroscienko an und hat eine Länge von 3,5 km. Sie ist in 1,5 Stunde zu schaffen.

5.

Der Limierz Pass – Leśnica – Wysoki Wierch Gipfel

Die Route gehört zu den weniger populären, obwohl sie ganz schön ist. Wer dem alltäglichen Lärm entfliehen will, ist hier genau richtig. Von den Ufern des Dunajetz bis zu dem Pass sind es fast 240 Meter; während des Aufstiegs hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Trzy Korony Gipfel. Man geht die meiste Zeit durch eher unbewaldete Gebiete und Richtung des slowakischen Lesnické sedlo und weiter auf den Wysoki Wierch Gipfel nach Polen zurück. Wenn es schnell Dunkel werden sollte, dann kann man in der Berghütte Schronisko pod Durbaszką übernachten.

von ramona nocoń


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Das Schloss in Moschen unter den Besten in Europa Das Schloss hat 365 Zimmer, 99 Türme und einige Geheimnisse, die noch darauf warten, gelüftet zu werden. Vor einiger Zeit schaffte das polnische Disneyland in die Top 10 der besten Schlösser Europas von National Geographic zu kommen.

Foto: Teodor Wilk

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„Es freut uns immer wieder zu beobachten, dass das Schloss auch auf anderen Kontinenten Anerkennung findet und so ein Treffpunkt für Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen wird”

W

enn jemand nach einem außergewöhnlichen Märchenschloss sucht, ist er in dem kleinen Dorf Moschen in der Oppelner Woiwodschaft genau richtig. Das prächtige Gebäude entzückt mit einer fantasievollen Architektur und einer interessanten Geschichte, die bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückführt. Der mittlere Teil des heutigen Schlosses wurde im Barockstil errichtet, wechselte im Laufe der Jahrzehnte seine Besitzer, bis er schließlich von einem Brand deutlich zerstört wurde. Doch dann kam der Junge Franz Hubert von Tiele-Winckler, der die Idee hatte, ein richtiges Märchenschloss zu errichten. So entstand das Schloss in der Form, für die er heute berühmt ist. Zum Gebäude gehören die 2ha große Parkanlage, der Wintergarten und eine Pferdezucht. Noch vor ein paar Jahren diente das Gebäude als Krankenhaus, jetzt ist es immer bereit, Gäste aus aller Welt unterzubringen und mit seinem Charm zu verzaubern. 2017 platzierte sich das Schloss in Moschen auf dem vierten Platz im Top 10 Ranking der besten Schlösser in Europa, welches durch das berühmte Magazin National Geographic präsentiert wird. Wie Piotr Kołek aus der Marketingabteilung des Schlosses in Moschen erzählt, ist diese Auszeichnung etwas Besonderes: "Das Schloss schaffte es schon früher in viele internationale Ranglisten, wie z.B. in die The Vintage News, aber die Auszeichnung von National Geographic ist wohl die soweit bedeutendste. Durch den vierten Platz in diesem Ranking wird das Schloss vor allem außerhalb der polnischen Grenze sichtbar. Moschen wurde schon früher von dem polnischen National Geographic ausgezeichnet, aber nun schreibt ein weltweit bekanntes amerikanisches Magazin über diese Residenz." Wie wir erfahren, spiegelt es sich im Interesse an dem Schloss wieder. Auf den Social Media Channels von Moschen kann man genau sehen, woher die Fans und Gäste kommen. "Es ist wirklich aufregend, wenn du an einem Tag einem Tänzerduo aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aus dem Fenster der Residenz beim Tanzen und bei den Aufnahmen zusehen kannst, und an einem anderen Tag ein Gast aus den USA kommt, um eine Reportage über das polnische Disneyland zu drehen. Und das ist noch nicht alles, denn da steht auf einmal eine Gruppe von Touristen aus Asien vor der Schlosstür und will es auf jeden Fall besichtigen", erklärt weiter Piotr Kołek. "Es freut uns immer wieder zu beobachten, dass das Schloss auch auf anderen Kontinenten An-

erkennung findet und so ein Treffpunkt für Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen wird". Doch was macht die Residenz so außergewöhnlich? Auch auf diese Frage hat Herr Kołek, der auch Reiseführer ist, eine Antwort. "Es ist nicht nur die Architektur, sondern auch die Funktionalität." Dazu kommt noch die Geschichte, die einige Geheimnisse verbirgt und somit die Neugier der Gäste weckt. "Das Schloss funktioniert jetzt als Hotel und so kann man in Zimmern übernachten, in denen früher eine der reichsten Familien dieses Europateils gewohnt hat. Sogar der deutsche Kaiser hat sich hier aufgehalten", so Kołek. Das Angebot des Schlosses lässt keine Wünsche offen. Egal ob die Gäste einen längeren Aufenthalt planen, oder lieber nur kurz vorbeischauen wollen - in Moschen ist jeder herzlich willkommen und findet etwas für sich. Da gibt es z.B. das schöne Restaurant und das Café im historischen Innenraum, nebenan funktioniert ein Theater und die Kleinen können im Kinderraum herumtoben. "Man kann hier seine Hochzeit feiern, eine Konferenz organisieren oder aus einem anderen wichtigen Anlass kommen. Wir veranstalten auch thematische Ferienlager für Schulkinder, Live-Rollenspiele und vieles mehr", fügt Kołek hinzu. Immer mehr Menschen werden von dem breiten Angebot von Moschen angesprochen. Für 2017 überschritt die Besucherzahl 200 Tausend Personen. Es ist schwer festzustellen, welche Gästegruppe die Mehrheit ausmacht: "wir versuchen wirklich in allen, Interesse an dem Schloss zu wecken. Es fehlt nicht an begeisterten Kindern, die hier mit der Familie oder mit der Klasse hinkommen. Jugendliche ab 18 Jahren nehmen sehr gern an den Live-Rollenspielen teil - an dem The Witcher School oder Fairweather Manor. Junge Paare vergnügen sich oft mit einem Erholungsaufenthalt, ältere Menschen sehen sich Theaterstücke und Kunstausstellungen an, viele interessiert das "Fest der Blühenden Azaleen". Viele der Gäste kommen aus Deutschland, aber auch viele Touristen aus Russland und anderen Ländern Asiens machen sich auf den Weg in das Dorf. "Es freut uns auch, dass immer mehr Journalisten ihr Interesse an dem Schloss zeigen", sagt Kołek und hebt hervor, dass im Zeitalter des Internets jeder Fan seine Ziegel für den Ruhm des Schlosses legen kann - selbst in den fernsten Ländern. "Für jede Initiative sind wir natürlich sehr dankbar", sagt Kołek zum Schluss.

von emanuela JAnda


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Die schönsten Kanurouten in Polen

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Traumhafte Ausblicke, das rauschen des Wassers und die Sonne, die durch die Blätter schaut. Nicht nur am Meer oder an Seen kann man seine Freizeit verbringen, sondern auch an Flüssen. von ramona nocoń

1. Rospuda Der kleine Fluss Rospuda ist zwar bei den Kanuten erst seit wenigen Jahren bekannt, er ist jedoch in der Zwischenzeit sehr beliebt geworden. Vor allem die unberührte Natur zieht jedes Jahr neue Liebhaber in ihren Bann. Der Fluss der sich durch die malerischen Gebiete Suvalkijas hinzieht, hat einen sehr vielfältigen Charakter, wie die sich immer verändernde Landschaft. Am Anfang eher wild, wie ein Bergfluss, später fließt er langsam durch sumpfiges Terrain. In den historischen Dörfern Dowspuda und Filipow findet man alte Häuser und Palastruinen. Der Fluss gilt als geeignet für Anfänger und ist eher seicht. Für die ganze Strecke braucht man 5–6 Tage.

2. Brda Die Paddeltour auf der Brda gehört zu den längsten im ganzen Land. Es sind 233 abwechslungsreiche Kilometer. Am Anfang sind es Wälder, Wiesen und Felder, die man auf seiner Reise antrifft. Auf die Kanuten warten viele Hindernisse, wie von Biebern umgestürzte Bäume und eine schnelle Strömung. Die Landschaft verändert sich nach dem man bei der Tucheler Heide ankommt. An den steilen Ufern wachsen Kiefern und Buchen, zwischen all dem Grünen sieht man Füchse und Rehe. Auf der Strecke sind auch viele Kurven und Stromschnellen zu erwarten. Erst am Ende seines Laufs beruhigt sich der Fluss. Für die ganze Strecke werden ca. 11 Tage benötigt.

3. Krutynia

Rospuda

Das die Masuren nicht nur von wunderschönen Seen geprägt sind, beweist u. a. der pittoreske Fluss Krutynia. Sein Weg führt an der Johannisburger Heide entlang und an dem Masurischen Landschaftspark. In seinem Flussbett findet man viele rote Steine, die ihre Farbe der im Fluss lebenden Flora verdanken. Die Bäume spenden nicht nur den im Sommer so wichtigen Schatten, sondern sind auch das Zuhause vieler Vögel, die die Zeit am Fluss mit ihrem Gesang angenehmer machen. Die Route führt auch an Seen entlang und ist sehr bei den Touristen beliebt. Der Fluss gilt als sehr einfach ist daher auch bei Familien mit Kindern sehr beliebt. Die ganze Route ist ca. 102 km lang.


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4. Dunajec Wenn man in den atemberaubend schönen Pieninen unterwegs ist, hat man oft das Dilemma Wandern, Radfahren oder vielleicht doch aus der Luft? Die Pieninen kann man nicht nur aus der Perspektive eines Wanderers oder Vogels bestaunen. Das angenehme Nass kommt im Sommer wie gerufen. Der Fluss Dunajetz ist vor allem für die Floßfahrten mit Holzflößern bekannt, wird aber auch seit Jahren von begeisterten Kanufahrern besucht. Der Fluss gilt als abwechslungsreich und nur wenige Abschnitte können von unerfahrenen Kanuten benutzt werden, denn trotz der malerischen Aussichten ist der Dunajetz ein Bergfluss mit all seinen Tücken und Hindernissen. Für die ganze Strecke braucht man ca. 8 Tage - sie zählt 202 km. Das Wasser des Flusses ist sehr klar und sauber und an den Ufern erwartet die Rudernden zahlreiche Sehenswürdigkeiten u. a. die Schlösser in Czorsztyn und Niedzica.

Brda

5. Czarna Hańcza Die in der Sulvalkija gelegene Czarna Hańcza ist eine der beliebtesten Paddelrouten in Polen. Sie ist sowohl bei den erfahrenen als auch Anfängern sehr beliebt. Der Weg führt an dem Wigry See, dem Wigry Nationalpark und an grünen Wiesen entlang. Im Park trifft man nicht nur auf schöne Aussichten und schattenreiche Wälder, sondern auch auf viele umgekippte Bäume und Schilfrohr.

6. Drawa Die Paddeltour beginnt man am besten an der Brücke in Prostynia und beendet sie an der Mündung Drawas in den Fluss Notec. Der Fluss fließt am Anfang durch grüne Wiesen und Felder, die Stömung ist ruhig, aber seitdem man in den Drawienski Nationalpark hineinpaddelt, warten dort einige Überraschungen; die Ufer werden steiler, die Strömung reißender und man muss zwischen zahlreichen umgekippten Bäumen und Ästen manövrieren. Zusätzlich wird der Flussboden steinig. Der Streckendabschnitt im Nationalpark ist für Anfänger eher ungeeignet. Auf der ganzen Route kann man problemlos übernachten und sich Proviant für die weitere Abfahrt besorgen.

Czarna Hańcza, Foto: SkyMaja (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Dunajetz

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