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Nachhaltigkeitsbericht ST

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Sauerland-Tourismus e.V.

Inhaltsverzeichnis

6.5

„Deutschlands inspirierende Outdoorregion“ – das zu werden und zu sein, ist der Anspruch des Sauerlandes als Reisedestination. Ein ambitionierter Anspruch, aber einer, der durch zielgerichtete, engagierte und zukunftsorientierte Tourismusarbeit erreicht werden soll und kann.

Diese Positionierung – die auch die Nachbar- und Partnerregion Siegen-Wittgenstein betrifft –wurde in der gemeinsamen Tourismusstrategie 2019+ beider Regionen festgeschrieben. Inspirierend möchte das Sauerland in jeder Hinsicht sein – auch in den Bereichen der Nachhaltigkeit, des Komforts und der Qualität seiner touristischen Produkte und Angebote.

Vieles ist in den vergangenen Jahren geschehen und vieles wurde entwickelt und erarbeitet, dass das Sauerland zu einem attraktiven Lebens- und Freizeitraum macht.

Touristische Arbeit wird im Sauerland – auf Orts- und auf Regionsebene – immer unter der Prämisse betrieben, dass sie auch die Lebensqualität der hier lebenden Menschen steigert. Seien es die Attraktivierung der Wander- und Radwegenetze, neue Promenaden und Freizeitmöglichkeiten an den Sauerland-Seen, ein abwechslungsreiches Angebot an Ausflugszielen drinnen und draußen – von allem, was sich hier entwickelt, profitiert die Bevölkerung ebenso wie die Gäste.

Dabei arbeiten die touristischen Akteure mit und in der Natur, um Erlebnisse in der „inspirierenden Outdoorregion“ zu schaffen. Das geschieht nach bestem Wissen und Gewissen mit dem Anspruch, aus den natürlichen Ressourcen und dem Kulturerbe zu schöpfen und es gleichzeitig auch für die Zukunft zu erhalten und erlebbar zu machen.

Die touristische Entwicklung des Sauerlandes zahlt an vielen Stellen auf die nachhaltige Ausrichtung der Region ein. So hat sich der touristisch starke Ort Winterberg bereits als „Nachhaltiges Reiseziel“ zertifizieren und rezertifizieren lassen. Gutachten zur Klimafolgenanpassung wurden erstellt und Handlungsfelder für den Tourismus erarbeitet. In der Landschaft des Sauerlandes wird in gemeinsamer Anstrengung vieler Partnereinheiten der „Wald der Zukunft“ gestaltet, der dem herrschenden Klimastress resilient entgegenwachsen kann. Viele Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe haben Nachhaltigkeitssiegel erworben. Förder- und Netzwerkprojekte haben die Dimensionen der Nachhaltigkeit fest im Blick.

Daher macht sich der Sauerland-Tourismus auf den Weg, in einem umfangreichen Sammel- und Begutachtungsprozess diese und weitere Entwicklungen in der Region Sauerland zusammenzutragen. Er möchte sie auf den Status Quo ihrer Nachhaltigkeit hin untersuchen. Mit diesem Wissen und mittels begründeter Nachweise, aber auch mit dem festen Vorhaben und dem konkreten Ziel, sich immer weiter zu verbessern, möchte er sich als Destinationsmanagementorganisation und die Region Sauerland als „Nachhaltiges Reiseziel“ zertifizieren lassen.

Dabei kooperiert er mit der Region Siegen-Wittgenstein, wie er es in vielen Bereichen tut – im Sinne einer synergetischen und nachhaltigen Partnerschaft.

Impressum

Sauerland-Tourismus e.V. Johannes-Hummel-Weg 1 57392 Schmallenberg-Bad Fredeburg Tel.: 02974-96980

tourismus@sauerland.com www.sauerland.com

Nachhaltigkeitsbeauftragte: Anna Galon Tel.: 02974-969850

anna.galon@sauerland.com

Jahr der Datenerfassung ist 2023

1. Management: Strategie und Planung

1.1 Politische Entscheidung

Der Vorstand des Sauerland-Tourismus e.V. hat am 21. Juni 2022 den einstimmigen Beschluss gefasst: Die Geschäftsführung des Sauerland-Tourismus soll das Ziel der „Weiterentwicklung von Sauerland und SiegenWittgenstein zu nachhaltigen Tourismusdestinationen“ umsetzen. Dieses Ziel ist in der Strategie 2019+ festgeschrieben. Der Weg zur Umsetzung soll über den Zertifizierungsprozesses zum „Nachhaltigen Reiseziel“ und gemäß den Prozessvorgaben von „TourCert“ beschritten werden. Dabei hat der Vorstand die Notwendigkeit betont, die kommunalen Partner eng einzubinden und vor allem aktiv zu beteiligen. Diese Netzwerkarbeit hat im angestrebten Zertifizierungsprozess per se einen hohen Stellenwert.

Vorausgegangen war diesem Beschluss eine ebenfalls einstimmige Zusage des Arbeitsausschusses Sauerland am 13. Juni 2022 zum geplanten Zertifizierungsprozess. Im Arbeitsausschuss sind zahlreiche touristische Orte und Touristischen Arbeitsgemeinschaften (TAG) vertreten. Das einstimmige Votum hier untermauert daher die sauerlandweite Unterstützung der Nachhaltigkeitsbestrebungen auf Ortsebene.

1.2 Tourismusstrategie

Als touristischer Dachverband für den Lebens- und Freizeitraum Sauerland hat der Sauerland-Tourismus e.V. gemäß seiner Satzung5 den Zweck, in enger Abstimmung mit den Orten bzw. touristischen Arbeitsgemeinschaften Tourismus und Naherholung im Sauerland zu fördern. In dieser Bestimmung nimmer er sich folgender Aufgaben an:

• Er entwickelt das touristische Leitbild für das Sauerland, indem er die Kernkompetenzen sowie eine einheitliche Positionierung der Tourismusdestination Sauerland bestimmt.

• Er initiiert, begleitet und koordiniert die nachhaltige, touristische Produktentwicklung, insbesondere in den Bereichen Outdoor- und Tagestourismus für den Lebens- und Freizeitraum Sauerland.

• Er steuert die touristische Regionalentwicklung und touristisches Regionalmarketing in enger Abstimmung mit weiteren Regionalentwicklungs- und Regional-Marketingorganisationen.

• Er betreibt Daten- und Content-Management.

• Er stellt den Transfer neuer touristischer Erkenntnisse und eine Beratung der Mitglieder sicher.

• Er beteiligt sich an Fort- und Weiterbildungskonzepten und -maßnahmen.

• Er vertritt die Interessen des Tourismus im Sauerland nach innen und außen.

• Er vertritt das Sauerland in touristisch relevanten Dachverbänden und Gremien.

Die Nachhaltigkeit der touristischen Produktentwicklung ist also per Satzung bereits für die Arbeit des Sauerland-Tourismus festgeschrieben. Konkretisiert wird die Umsetzung dieses Anspruchs in der Tourismusstrategie 2019+6 , die gemeinsam mit dem Touristikverband Siegen-Wittgenstein entwickelt wurde.

Fünf Leitsätze legen den Handlungsrahmen für die zukunftsgerichtete touristische Entwicklung des Sauerlandes fest:

• Das touristische Profil beider Regionen durch eine gemeinsame Positionierung schärfen!

• Die ambitionierten und individuellen Strategien bei den Kernkompetenzen umsetzen!

• Eine selbstbewusste Erweiterung und Erschließung der Quellmärkte im In- & Ausland!

• Eine pragmatische Fokussierung bei Kooperationen auf den größtmöglichen Nutzen!

• Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit sind selbstverständliche Daueraufgaben!

Die gemeinschaftliche Positionierung des Sauerlands und Siegen-Wittgensteins als „Deutschlands inspirie-

5 https://www.sauerland-partner.info/de/Service/organisation/Satzung-und-Beitragsordnung

6 https://www.sauerland-partner.info/de/Touristiker/sauerland-marketing/Sauerland-Marke/Strategie-2019

rende Outdoorregion“ ist das Herzstück der Strategie. Sie ist ein Versprechen nach innen, sie beschreibt, wohin sich die beiden Regionen entwickeln sollen. Sie wirkt aber auch nach außen, indem sie für Gäste mit allen Sinnen spürbar gemacht wird. Sechs Projekte mit 19 Maßnahmen geben den Handlungsleitfaden für die kommenden Jahre vor. Dabei widmet sich eines der Projekte7 namentlich der Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe und Grundprinzip der touristischen Entwicklung in den Regionen: Sauerland und Siegen-Wittgenstein werden sich sukzessiv als nachhaltige Tourismusdestinationen positionieren. Nachhaltigkeit soll dabei entlang aller Phasen der Customer Journey – also von Inspiration und Information über Buchung, Anreise und Aufenthalt bis hin zur Reflexion – und basierend auf den drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales einbezogen werden. Auch die mittelfristige Positionierung als Nachhaltiges Reiseziel ist in der Strategie 2019+ verankert.

Für die drei Nachhaltigkeitsdimensionen werden konkrete Bausteine festgehalten, um die angestrebten Ziele zu erreichen.

Ökologische Nachhaltigkeit wird erreicht über:

• zukunfts- und marktfähige, innovative Natur- und Aktivangebote

• aktive Information & Animation (Anreize) der Gäste zur nachhaltigen Anreise und Mobilität vor Ort

• die Förderung von Klimaschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz bei Unterkünften und Aktivitäten

• die Förderung der biologischen Vielfalt, die Sensibilisierung der Besucher durch Naturerlebnis- und Um weltbildungsangebote

Ökonomische Nachhaltigkeit wird erreicht über:

• die verstärkte Vermarktung regionaler Produkte

• die Verwendung regionaler Materialien, Bau- und Stilelemente

• Qualifizierungsangebote für Leistungsträger

• eine weitere Stärkung des ganzjährigen Tourismus

Soziale Nachhaltigkeit wird erreicht über:

• die aktive Förderung bzw. den Erhalt der Tourismusakzeptanz und des Regionalbewusstseins

• einen aktiven Beitrag zu guter Beschäftigung und Arbeitsbedingungen im Tourismus

1.3 Nachhaltigkeitsbeirat

Der Nachhaltigkeitsbeirat für das Sauerland und Siegen-Wittgenstein ist das zentrale Gremium, das den Zertifizierungsprozess in beiden Regionen begutachtet und mitsteuert. Sauerland und Siegen-Wittgenstein sind touristisch partnerschaftlich aufgestellt: Sie kooperieren bei mehreren regionsübergreifenden Flächenangeboten, Förderprojekten sowie zahlreichen Netzwerken themenorientiert zusammen. Zudem prägen sie als Lebens- und Freizeiträume das Gesicht der drittstärksten Wirtschaftsregion Deutschlands – Südwestfalen – mit. Ebenso sind sie in den Kulturräumen gut vernetzt. Aufgrund dieser kooperativen Ausrichtung wurde auch der Nachhaltigkeitsbeirat für das Sauerland und Siegen-Wittgenstein als gemeinsames Gremium gegründet. Das stärkt die Synergien und intensiviert den Austausch.

Der Nachhaltigkeitsbeirat trägt das Nachhaltigkeitsverständnis in die Fläche und in verschiedene Aktionsräume – den Lebensraum, Wirtschaftsraum und Naturraum – und unterstützt die Vernetzung und Koordinierung der nachhaltigen Bestrebungen in den touristischen Regionen. Er ist daher vielfältig besetzt und wird künftig zweimal im Jahr tagen.

* Der Sauerland-Tourismus wird vertreten durch den Geschäftsführer Dr. Jürgen Fischbach (Sauerland-Tourismus) und den Vorsitzenden Philipp Scharfenbaum.

* Der Touristikverband Siegen-Wittgenstein wird vertreten durch den Geschäftsführer Daniel Letocha und den Leiter des Referats des Landrates des Kreises Siegen-Wittgenstein, Steffen Löhr.

7 dwif-Consulting GmbH, 2019. Strategie zur touristischen Regionalentwicklung von Sauerland und Siegen-Wittgenstein, S. 63 ff.

* Für die touristischen Orte wurden berufen: Andreas Bernshausen (Bad Berleburg), Annette Baumeister (Arnsberg) und Winfried Borgmann (Winterberg).

* Für alle drei Naturparke übernimmt Detlef Lins (Naturpark Sauerland Rothaargebirge) die Vertretungen.

* Für die Industrie- und Handelskammern ist Stephan Britten (IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland) berufen.

* Für die Gastgebenden und Ausflugsziele sprechen: Elke Stahlmecke (Die Sterne im Sauerland), Steffen Braukmann, (Gästeappartements Mechels) und Arndt Brüne (Graf Stolberg Hütte Willingen)

* Den Landesverband Tourismus-NRW e. V. vertritt Nina Dahlhaus.

* Die Südwestfalen Agentur GmbH vertritt und Mario Ziogas.

Die Bestimmungen aus den Satzungen der beiden Verbände finden Anwendung auf die Berufung der Mitglieder und deren Arbeit im gemeinsamen Beirat. Der Sauerland-Tourismus übernimmt den Vorsitz im ersten Jahr und der Touristikverband Siegen-Wittgenstein die Stellvertretung. Im Anschluss findet danach ein automatischer, jährlicher Wechsel des Vorsitzes statt. Vorsitzende sind die jeweiligen Geschäftsführenden. Es wird auf eine Geschäftsordnung verzichtet.

Die erste Sitzung des Nachhaltigkeitsbeirates fand am 5. Dezember 2023 als hybride Veranstaltung aus Präsenz- und Onlinetreffen statt.

1.3.1. Gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit im Sauerland und in Siegen-Wittgenstein

Die World Tourism Organization (UNWTO) definiert nachhaltigen Tourismus wie folgt:

Nachhaltiger Tourismus ist ein „Tourismus, der den derzeitigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen umfassend Rechnung trägt und dabei die Bedürfnisse der Gäste, der Industrie, der Umwelt wie der ein- heimischen Bevölkerung berücksichtigt.“

Darüber hinaus wird von der UNWTO der Anspruch formuliert, dass Tourismus:

• in optimaler Weise die natürlichen Ressourcen nutzt, dabei diese als we- sentliche Grundlage einer touristischen Entwicklung versteht und deshalb hierfür die essentiellen ökologischen Prozesse unterstützt und hilft, das na- türliche Erbe und die Biodiversität zu schützen (ökologische Dimension).

• Respekt zeigt, vor der soziokulturellen Besonderheit und Authentizität der Gastgeber, deren gelebten und baulichen Kultur sowie traditionelle Werte schützt und zu einem interkulturellen Verständnis und Toleranz beiträgt (so- ziokulturelle Dimension).

• Zu einer tragfähigen und auf Langfristigkeit angelegten wirtschaftlichen Ent- wicklung führt. Hierbei sollen für alle Interessengruppen sozioökonomische Vorteile generiert werden, die auch fair verteilt wurden. Dies inkludiert ge- sicherte Anstellungsverhältnisse, Einkommensmöglichkeiten und Dienstlei- tungen für die lokal Beschäftigten in den Gastgeberländern. Tourismus soll ferner zur Armutsprävention beitragen (ökonomische Dimension).

(Quelle: UNWTO, 2005. Sustainable development. [Verfügbar unter https://www.unwto.org/sustainable-development])

Daraus ableitend haben der Sauerland-Tourismus e. V. und der Touristikverband Siegen-Wittgenstein e. V. herausgearbeitet, was das Thema „Nachhaltiger Touris- mus” für beide Regionen bedeutet.

Mit dem „TourCert“-Zertifizierungsprozess setzen wir uns zusammen mit den Tou- rist-Informationen, den touristischen Betrieben und dem touristischen Partner- netzwerk für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen und einen nachhaltigen Tourismus ein. Der Prozess beruht auf einer stetigen, in- novativen und zukunftsfähigen Weiterentwicklung des gemeinsamen Nachhaltig- keitsverständnisses und einem

wertschätzenden Umgang zwischen Gästen, Be- schäftigten, Mitwirkenden und der Bevölkerung der Regionen Siegen-Wittgenstein und Sauerland. Wir als Destinationsmanagement-Organisationen (DMO) haben uns mit dem Prozess zum „Nachhaltigen Reiseziel“ dazu verpflichtet, uns in den Bereichen Kundeninformation, Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Gemeinwohl, Menschenrechte und faire Geschäftsbeziehungen ständig zu hinterfragen und zu verbessern.

Aus diesem Grund bedeutet Nachhaltigkeit für uns, die Bedürfnisse der Gäste und der lokalen Bevölkerung mit denen des Natur- und Umweltschutzes zu verbinden und dabei eine langfristige wirtschaftliche und sozial-verträgliche Entwicklung anzustreben.

√ Qualität steht an erster Stelle:

Wir möchten unsere touristischen Angebote und Dienstleistungen qualitativ weiterentwickeln. Ohne Qualität im Angebot und während des Aufenthaltes ist kein nachhaltiger Tourismus möglich.

√ Authentizität ist wichtig:

Wir möchten die touristischen Angebote und Dienstleistungen authentisch vermarkten, indem die Besonderheiten und die Vielfalt der Regionen Siegen-Wittgenstein und Sauerland widergespiegelt werden.

√ Ein Leben und Wirken im Einklang mit der Natur:

Wir fördern den Schutz der Umwelt und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen, insbesondere in Zusammenarbeit mit unseren Naturparken. Gästen und der Bevölkerung soll ein wohlbewahrter Natur- und Lebensraum für inspirierende Outdoor-Erlebnisse geboten und erhalten werden.

√ Regionalität:

Wir streben einen Tourismus an, der die Kulturlandschaft schützt und ihr Angebot an heimischen Produkten und Konsumgütern, regionale Handelskreisläufe sowie (Kunst-)Fertigkeiten sichtbar und erlebbar macht.

√ Tourismus als Wirtschaftsfaktor:

Der Tourismus soll unseren Regionen auch langfristig wirtschaftlich nutzen und regionale Wertschöpfung sicherstellen sowie zum wirtschaftlichen Wohlergehen der Menschen beitragen.

√ Sicherung von Arbeitsplätzen:

Wir installieren einen Tourismus, der lokale und regionale Gemeinschaften stärkt und nachhaltige Geschäftspraktiken fördert. Dazu gehört der wertschätzende und faire Umgang mit allen Mitarbeitenden. Der Schutz unserer natürlichen und kulturellen Ressourcen positioniert unsere Regionen langfristig als attraktive Reiseziele und untermauert den Tourismus als relevanten Wirtschaftssektor, der Sektorenüber greifend wirkt.

Gäste kommen direkt oder indirekt mit Angeboten oder (Dienst-)Leistungen in Berührung. Dazu gehören:

• Die Nutzung von Unterkünften und Gastronomie, die nachhaltige Praktiken anwenden und z. B. auf Energieeffizienz, Reduktion von Abfall, Verwendung regionaler Produkte achten.

• Ein gut nutzbares Angebot an nachhaltigen Mobilitätsalternativen bei der Anreise und der Fortbewegung vor Ort.

• Die Betreuung und Beratung durch qualifizierte, motivierte und fair bezahlte Mitarbeitende.

• Die Teilnahme an lokalen Erlebnissen und Aktivitäten, welche die Umwelt und die Kultur der Region wertschätzen und verantwortungsbewussten Konsum ermöglichen.

• Die Möglichkeit, sich über die nachhaltigen Prozesse in der Region und bei Unterkünften, Gastronomiebetrieben und Ausflugszielen zu informieren.

Diese touristischen Leistungen sollen nachweisbar nach umweltfreundlichen und sozialverträglichen Gesichtspunkten ausgestaltet sein und die touristischen Leis- tungserbringer, die bei der Erstellung der Produkte / Leistungen beteiligt sind, sollen auch gemäß den Grundsätzen der Nachhaltigkeit agieren.

Nachhaltigkeit im Tourismus lebt vom Mitwirken der Gäste, die wir mit unseren Angeboten inspirieren und dadurch zum aktiven Mitmachen in Nachhaltigkeitsbe- strebungen animieren möchten.

Nur wenn die einzelnen Bausteine miteinander abgestimmt und ineinander stimmig sind, lässt sich das touristische Leistungsversprechen „Nachhaltigkeit“ erfüllen.

1.4 Tragfähigkeit der Destinationsmanagement-Struktur

Das Sauerland als touristische Destination erstreckt sich über die Landkreise Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Märkischer Kreis und Kreis Soest im Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie die Gemeinden Willingen und Diemelsee im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg. Der Sauerland-Tourismus e.V. als touristischer Dachverband wird finanziell und strukturell getragen über jährliche Beiträge der fünf genannten Kreise sowie über die Mitgliedsbeiträge der Kommunen, die im Verband organisiert sind. Von 49 Städten und Gemeinden waren im Jahr 2022 derer 44 Mitglieder im Verband. Im Jahr 2023 unterzeichneten weitere Orte ihre Mitgliedschaften, so dass nun 48 Städte und Gemeinden im Sauerland-Tourismus e.V. vertreten sind.

Historisch bedingt ist ein hohes Gästeaufkommen und damit eine intensive Tourismusarbeit in den Gipfelregionen zu verzeichnen, wo die Erlebnisthemen Wandern, Mountainbiken und Wintersport angesiedelt sind. Auch die Kur- und Gesundorte in den Hochlagen sowie in der Hellweg Börde, ziehen zahlreiche Gäste an. An den fünf großen Seen legte der Ausflugstourismus den Grundstein für eine Attraktivierung der Freizeitinfrastruktur, die immer mehr Übernachtungsgäste anspricht – darunter auch über ein umfangreiches Angebot an Camping- und Wohnmobilplätzen. In den vergangenen Jahren erlebt der Fahrradtourismus einen Boom. Dieser ist dem Ausbau von steigungsarmen Radrouten auf ehemaligen Bahntrassen und entlang von Flüssen sowie der engagierten Planung eines flächendeckendes Radwegenetzes auch auf kommunaler Ebene zu verdanken. Davon profitieren weitere Orte im Sauerland, die nun steigende Gästezahlen verzeichnen.

Auf der rund 5.000 Kilometer großen Fläche der Destination Sauerland hat der Tourismus also eine in den Teilgebieten jeweils anders zu betrachtende thematische Ausrichtung sowie eine unterschiedlich ausgeprägte Intensität. Der Sauerland-Tourismus berücksichtigt in seiner Arbeit und über die Organisation seiner Gremien die Heterogenität der touristischen Region. Die Mitgliedschaft nahezu aller Städte und Gemeinden in der DMO unterstreicht die sauerlandweite Bedeutung des Tourismus in unserer Region und die Tragfähigkeit der Verbandsarbeit – sowie die Zustimmung zu ihrer Zielsetzung.

Einheit

2022

2023

Anteil der Kommunen in der Tourismusdestination, die eine für die Region überdurchschnittliche Tourismusintensität haben

Anteil (%) der Kommunen in der Tourismusdestination, die in der DMO organisatorisch vertreten sind

1.5 Unternehmensleitbild mit Nachhaltigkeitsbezug

Der Sauerland-Tourismus als Destinations-Management- und Marketingorganisation für das Sauerland versteht sich als innovativer und nachhaltiger Impulsgeber, Begleiter und Umsetzer für die Region und zugleich als Dienstleister für die Mitglieder des Vereins. Einheimische und Gäste inspiriert und informiert er durch seine Marketingaktivitäten zu Ausflügen und Reisen in die Region. Seine Vision und Mission für die touristische Regionalentwicklung des Sauerlandes hat er in einem Leitbild festgehalten. Darin werden die Kernwerte des Sauerlandes – bewahrend, geborgen, aufrichtig, zukunftsorientiert – erläutert und ebenso Aussagen zur ökologischen, ökonomischen und sozialen Verantwortung – nach außen und innen – der DMO für die Region formuliert.

Auszug aus dem Leitbild des Sauerland-Tourismus (Vision und Mission):

Unsere Mission: Touristische Regionalentwicklung für das Sauerland im kooperativen Miteinander

Gemeinsam mit seinen Partnerinnen und Partnern entwickelt der Sauerland-Tourismus die Destination Sauerland als wertigen und modernen Lebens- und Freizeitraum für seine Bürgerinnen und Bürger und Gäste weiter. Das kooperative Miteinander innerhalb der touristischen Regionalentwicklung orientiert sich dabei an fünf Leitsätzen, die gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern in Siegen-Wittgenstein in der Strategie 2019+ abgestimmt wurden:

√ Das touristische Profil beider Regionen durch eine gemeinsame Positionierung schärfen!

√ Die ambitionierten und individuellen Strategien bei den Kernkompetenzen umsetzen!

√ Quellmärkte im In- & Ausland selbstbewusst erschließen und erweitern!

√ Kooperationen pragmatisch auf den größtmöglichen Nutzen fokussieren!

√ Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit sind selbstverständliche Daueraufgaben!

Um dabei auch in Zukunft Krisen resilient begegnen zu können und gleichzeitig erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Heimat und damit unsere Existenzgrundlage bewahren: mit einer guten regionalen Wertschöpfung, nachhaltigen gesellschaftlichen Strukturen und einem ressourcenschonenden Umgang mit unserem Naturerbe.

Stellvertretend für das große Netzwerk der regionalen Akteurinnen und Akteure übernimmt der Sauerland-Tourismus Verantwortung, die touristische Regionalentwicklung auf das Gemeinwohl des Sauerlandes – unsere Heimat - und damit auf eine hohe Lebensqualität für Einheimische und Gäste auszurichten. Damit führen wir unseren eingeschlagenen Weg als Lebensraumgestalter konsequent fort und machen das Sauerland enkelfähig.

Unserer Vision: Die Positionierung als „Deutschlands inspirierende Outdoorregion“ macht den Unterschied!

Unsere Positionierung verleiht dem Destinationsbegriff „Sauerland“ Bedeutung, Relevanz und eine individuelle Anziehungskraft. Sie beschreibt, wohin wir unsere Heimat als modernen Freizeit- und Lebensraum entwickeln wollen. Einheimische und Gäste sollen die Positionierung mit allen Sinnen spüren - fühlen – erleben können. Dazu tragen - allen voran - unsere Leit- und Spitzenprodukte bei.

1.6 Nachhaltigkeitsbeauftragte

Nachhaltigkeitsbeauftragte für das Sauerland ist Anna Galon.

Als Diplom-Medienwirtin ist Anna Galon seit 2009 beim Sauerland-Tourismus im Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, namentlich viele Jahre als Pressesprecherin. Mit dem Start des Zertifizierungsprozesses zum „Nachhaltigen Reiseziel“ ist sie zur Nachhaltigkeitsbeauftragten berufen worden. Ihre Erfahrung im Rahmen der Binnenund Außenkommunikation bringt sie dabei in die Planung, konzeptionelle Begleitung und Steuerung des Prozesses und die Netzwerkarbeit mit allen Partnereinheiten und Gremien ein. Im Herbst 2021 hat sie sich über ein zweitätiges OnlineSeminar des IHK-Zentrums für Weiterbildung zur „Nachhaltigkeitsbeauftragten/CSR Beauftragten“ fortgebildet und damit grundlegende Kompetenzen erworben. Sie koordiniert nun die internen Nachhaltigkeitsaufgaben beim Sauerland-Tourismus sowie den Verlauf des Zertifizierungsprozesses. In diesem Zug betreut sie das Verbesserungsprogramm der DMO sowie die Arbeit des Nachhaltigkeitsbeirates und ist Ansprechpartnerin für Partnerbetriebe und weitere Stakeholder.

1.7 Partnerbetriebe

Nachhaltigkeit wird für Gäste – und Einheimische – vor Ort erfahrbar. In der Gastronomie, in den Übernachtungsbetrieben, bei der Beratung in den Tourist-Infos und bei den Ausflugszielen sowie den Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Das heißt, nicht nur der Sauerland-Tourismus selbst wird sich als Verband als „Nachhaltiges Reiseziel“ zertifizieren lassen. Sondern er benötigt engagierte Partnerbetriebe an seiner Seite, die die Nachhaltigkeit in die Fläche tragen, mit ihren Angeboten erlebbar machen und auch an die Gäste kommunizieren.

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses hat der Sauerland-Tourismus daher im Sommer 2023 mit dem Aufbau eines Partnernetzwerks begonnen. Unterstützt von den touristischen Orten, den Industrie- und Handelskammern, den Produktkooperationen sowie weiteren Partnerorganisationen wurde in der gesamten Region um Partner geworben. Mit einem facettenreich aufgestellten Netzwerk startet der Sauerland-Tourismus nun die Nachhaltigkeitsarbeit, wobei dieses Netzwerk natürlich sukzessiv ausgeweitet werden soll. Mit den aktuellen sowie zukünftigen Partnerbetrieben möchte der Sauerland-Tourismus – hier auch in Kooperation mit SiegenWittgenstein – ein Forum für Austausch, Fortbildung und gemeinsames Empowerment im Sinne der Nachhaltigkeit aufbauen.

Partnerbetriebe mit einem Nachhaltigkeitszertifikat:

Name Kategorie Ort Zertifizierung

Best Western Hotel Lippstadt Hotel Lippstadt DEHOGA Umweltcheck GOLD

Quality Hotel Lippstadt Hotel Lippstadt DEHOGA Umweltcheck GOLD

Landgasthof Seemer Hotel Eslohe-Wenholthausen Ökoprofit 2023

Ferienhof Pulte

Ferienhaus/Ferienwohnung Attendorn LandGrün

Hotel Schnitterhof Hotel Bad Sassendorf Green Sign Level 4

Hotel Menge Hotel Arnsberg Gemeinwohlökonomie

Graf Stolberg Hütte Ausflugsziel Willingen Green Table

Liz Möhnesee e.V. Ausflugsziel Möhnesee BNE-Zertifizierung 20222025

Haus Hochstein

Hotel Eslohe Green Sign Level 3

Akzent Hotel Jonathan Hotel Lippstadt-Bad Waldliesborn Viabono

Hotel Deimann Hotel Schmallenberg Green Sign Level 4

Hotel Störmann Hotel Schmallenberg Green Sign Level 4

Partnerbetriebe mit TourCert Qualified Auszeichnung:

Name Kategorie

Hof Albersmeier

Kremers Freiräume / Kremers Beyond

TCF Trainingscenter

Ferienhaus/Ferienwohnung

Ferienhaus/Ferienwohnung

Ort

Lippetal

Arnsberg

Ferienhaus/Ferienwohnung Willingen

Haus Berghoff Hotel Sundern

Pension Schütte

Pension und Ferienwohnung Schmallenberg

Landgasthof Schütte Hotel

BWT Brilon Wirtschaft und Tourismus GmbH

Schmallenberg

Tourist-Info Brilon

NaturHotel Wildewiese Hotel Sundern

Ommi Kese Suiten Biggesee

SGV Jugendhof

Fewo Rosenberger-Sauerland

Rothaarsteigverein e.V.

Touristik-und Stadtmarketing Olsberg GmbH

Ferienhaus/Ferienwohnung

Jugendherberge

Olpe

Arnsberg

Ferienhaus/Ferienwohnung Lennestadt

Projektbüro

Schmallenberg

Tourist-Info Olsberg

Haus Delecke Hotel

Hof Keppel

Strandhof Möhnesee

Möhnesee

Ferienhaus/Ferienwohnung Schmallenberg

Ferienhaus/Ferienwohnung

Touristik-Gesellschaft Medebach mbH Tourist-Info

Romantikhotel Knippschild Hotel

Schröder‘s Hotelpension

Pension/Ferienwohnung

Landhotel Voss Hotel

Skywalk Willingen

Möhnesee

Medebach

Rüthen

Willingen

Lennestadt

Ausflugsziel Willingen

Waldhaus Ohlenbach Hotel Schmallenberg

Eine Besonderheit ergibt sich für den Bereich Willingen und Diemelsee. Diese beiden hessischen Gemeinden sind touristisch sowohl im Sauerland als auch in der GrimmHeimat Nordhessen organisiert. Mit dem Beitritt zum Netzwerk unterschreiben sie daher Partnervereinbarungen mit beiden Tourismusverbänden und profitieren damit als Partner beider „Nachhaltigen Reiseziele“. Auch hier wird ein Austausch über Regions- und Landesgrenzen erreicht, was auf das gemeinschaftliche Ziel eines nachhaltigen Tourismus auf möglichst breiter Fläche und ohne Konkurrenzdenken einzahlt.

Ebenso können Betriebe aus Winterberg von einer doppelten Partnerschaft mit dem TourCert-rezertifizierten Winterberg und dem Sauerland profitieren. Diese Betriebe werden von der Nachhaltigkeitsbeauftragten in Winterberg angesprochen und bereut, jedoch können sie nun auch dem Partnernetzwerk auf Sauerland-Ebene beitreten. Hiermit wird auch diesen Betrieben der Austausch über den Horizont der Kommune hinaus ermöglicht, was auch als gutes Argument für die Gewinnung weiterer Betriebe innerhalb Winterbergs dienen kann. Die fundierte Expertise aus Winterberg – des Pionierortes in Sachen Nachhaltigkeit im Sauerland – wird wiederum in das sauerlandweite Netzwerk getragen. Also: Eine Win-Win-Situation.

Betriebe und Partnerorganisationen, deren Arbeit in die beiden Regionen Sauerland und Siegen-Wittgenstein hineinreicht, unterschreiben Partnervereinbarungen mit den Tourismusverbänden Sauerland-Tourismus und Touristikverband Siegen-Wittgenstein. Erstes Beispiel hierfür ist der Rothaarsteigverein. Dies wird auch in Zukunft z.B. für Betriebe der Wintersport-Arena Sauerland gelten.

Im Rahmen der breit aufgestellten Kommunikation zum Zertifizierungsprozess und zur nachhaltigen Entwicklung der Regionen ist das Interesse an einer Nachhaltigkeits-Qualifizierung und/oder Auszeichnung in der

Fläche insgesamt gestiegen und auch Produktkooperationen oder Verbände streben eine Partnerschaft mit den Tourismusverbänden an.

Der Sauerland-Tourismus und Siegen-Wittgenstein stehen im Austausch mit der regionsübergreifenden Wintersport-Arena Sauerland. Dies ist ein Zusammenschluss von Liftbetreibenden und Skigebieten in den beiden Regionen. Die Wintersport-Arena hat in ihren Mitgliedsversammlungen besprochen, in den TourCert QualifiedProzess einzusteigen. Dies soll voraussichtlich nach der Wintersaison im Frühjahr 2024 geschehen. Einige Pionierbetriebe werden den Selbstcheck absolvieren, weitere Betriebe sollen sukzessiv dazu kommen. Das Ziel ist eine Qualifizierung aller Liftbetriebe, die an der so genannten Wintersport-Arena Card beteiligt sind, so dass die nachhaltige Ausrichtung der Skigebiete den Gästen über dieses besondere Angebot vermittelt werden kann. Im Jahr 2023 hat die Wintersport-Arena Sauerland zudem ihre „Wirkungsanalyse des schneebasierten Tourismus unter besonderer Würdigung von Aspekten der Nachhaltigkeit”8 vorgestellt.

Auch der Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) steht im Austausch mit den Regionen. Dieser DJH-Landesverband lässt gerade alle seine Jugendherbergen eine BNE-Zertifizierung absolvieren. Mit Erreichen der Zertifizierungen werden aus diesem Kreis voraussichtlich Jugendherbergen im Sauerland und Siegen-Wittgenstein dem Partnernetzwerk beitreten. Der DJH-Landesverband hat seine Unterstützung für die Netzwerkarbeit in den touristischen Regionen im Gespräch angekündigt.

1.8 Dialog mit Anspruchsgruppen

Der Sauerland-Tourismus stellt als Dachverband die Weichen für die touristische Regionalentwicklung im Sauerland. Das geschieht jedoch in stetiger Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerorganisationen, Verbänden, Gruppen und weiteren Akteuren auf Orts-, Regional- und Landesebene. Der Sauerland-Tourismus identifiziert daher – in fortwährender Überprüfung – gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Anspruchsgruppen (Stakeholder) des Freizeit- und Lebensraumes und integriert sie durch einen regelmäßigen Dialog in die Entwicklung des Tourismus und den Nachhaltigkeitsprozess der Destination.

Der Sauerland-Tourismus arbeitet nach dem Drei-Ebenen Modell: Die Kommunikationen von touristisch relevanten Themen und Entscheidungen gelangt vom Landesverband Tourismus.NRW zum Sauerland-Tourismus und über dessen Kanäle auf die Ortsebene zu den Kommunen, Touristischen Arbeitsgemeinschaften und Produktkooperationen. Von dort wird sie erst weiter zu den Betrieben, Ausflugszielen und Kultureinrichtungen etc. getragen. Auf diesem Wege wird dann auch wechselseitig aus den Orten, über die Region bis zur Landesebene kommuniziert.

Gemäß diesem Modell ergibt sich eine Matrix der relevanten Stakeholder wie folgt:

Die strategische Tourismusarbeit wird über mehrere Gremien mit der Ortsebene abgestimmt:

• Sauerland-Arbeitsausschuss (Vertretung der touristischen Orte im Sauerlands)

• Strategieumsetzungsbeirat

• Fachspezifische Expertenteams des Sauerland-Arbeitsausschusses

• Produktkooperationen und Arbeitskreise

In diesen Gremien werden die Marketingstrategie und Marketingmaßnahmen, laufende Projekte und Beteiligungsmöglichkeiten, laufende Entwicklungen etc. bei regelmäßig stattfinden Sitzungen besprochen und abgestimmt.

Weitere Vereine, Verbände und Organisationen prägen die regional(touristisch)e Entwicklung im Sauerland mit. Der Sauerland-Tourismus ist in diesen auf Arbeitsebene und/oder in offizieller Funktion vertreten, um eine gemeinsame Ausrichtung, Wissensaustausch und eine koordinierte Arbeitsteilung ggf. nach Handlungsthemen zu ermöglichen:

• Naturpark Sauerland Rothaargebirge, Naturpark Diemelsee, Naturpark Arnsberger Wald

• Rothaarsteigverein

• Wintersport-Arena Sauerland

• Südwestfalen-Agentur

• Tourismus.NRW

• Arbeitskreis RuhrtalRadweg (unter Leitung der Ruhr Tourismus GmbH)

Ebenso vertritt der Sauerland-Tourismus die Interessen der touristischen Region Sauerland und ihrer Leistungstragenden in weiteren Gremien und bei Netzwerktreffen:

• Netzwerktreffen mit Waldbauern, Forstämtern, Landesverband Wald und Holz

• Arbeitskreise mit den Industrie- und Handelskammern in der Region

• GrimmHeimat Nordhessen

• Bundesverband Deutsche Mittelgebirge (BDM)

• Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)

• DTV

• DIHK

• SGV Marketing GmbH

1.9 Nachhaltigkeitskommunikation

Der Sauerland-Tourismus kommuniziert Themen der Nachhaltigkeit – oder zu einer der drei Dimensionen –auf unterschiedlichen Wegen und über unterschiedliche Kanäle. Grundsätzlich fließen derzeit Aspekte der Nachhaltigkeit als „Grundrauschen“ in die Informationen zu verschiedenen Produkten, Angeboten und Erlebnismöglichkeiten ein. Beispiele sind die Zusammenstellung und Auffindbarkeit von Wander- und Radwegen im Tourenportal, die über öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen sind. Ebenso zahlt die Kampagne „Unser Wald in Südwestfalen“– eine Kampagne zur Sensibilisierung der Bevölkerung und der Gäste – auf die Nachhaltigkeitskommunikation ein (siehe dazu auch: 2.3 Besucherinformation und -sensibilisierung). Auch werden regionale Erzeuger, Hofläden und Produkte aus dem Sauerland prominent auf den Internetseiten des Sauerland-Tourismus vorgestellt.

Dennoch besteht – seitens des Sauerland-Tourismus und seiner Orte – noch keine stringente und geschlossene Kommunikation von Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept. Das mag daran liegen, dass es bislang noch kein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit mit ihren drei ineinandergreifenden Dimensionen gab, welches in der gesamten Region verankert und etabliert ist. Ein Umstand, der im Rahmen des Zertifizierungsprozesses

und auch mit einzelnen Maßnahmen innerhalb des Verbesserungsprogramms sukzessiv ausgeräumt werden soll. Ziel ist eine gemeinsame Vision und Mission für die Nachhaltigkeit im Sauerland, die dann geschlossen kommunizieren werden kann.

Einheit

Nachhaltigkeits-Index Gästeinformations-Bewertung %

2023

An der Gästeinformations-Befragung im Jahr 2023 nahmen 29 Tourist-Informationen, Gäste-Infostellen und Touristische Arbeitsgemeinschaften teil – von insgesamt 47 Befragten. Mit einem Teilnehmenden-Wert von 61,7 Prozent kann die Umfrage daher als repräsentativ betrachtet werden.

Die Hälfte der teilnehmenden Gästeinformationsstellen gab an, dass ihnen die Nachhaltigkeit in den Angeboten vor Ort bekannt ist und den Gästen vermittelt werden kann. Hingegen halten 60 Prozent der Befragten fest, dass sie in der allgemeinen Kommunikation Gäste zu Themen der Nachhaltigkeit sensibilisieren. Etwa die Hälfte gibt an, dass ein Hinweis auf umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten für Gäste standardmäßig erfolgt. 65 Prozent halten fest, dass sie Gäste auf angemessenes Verhalten beim Besuch von sensiblen Naturräumen, Kulturdenkmälern etc. aufmerksam machen und 80 Prozent bieten Informationen über die regionale Kultur und das kulturelle Erbe an.

Ein deutliches Manko: Gut zwei Drittel der befragten Gästeinformationsstellen haben kein System zur Erfassung der Gästezufriedenheit und Beschwerden.

Mehrheitlich wurde seitens der Befragten angegeben, dass es in Orten bzw. in den Tourist-Infos keine Schulung zur Nachhaltigkeit gegeben hat. Zitat aus einem Kommentarfeld: „Wir würden gerne nachhaltiger werden. Es fehlt aber noch an passende[n, SIK!] Herangehensweisen und das Knowhow.“

Aus diesen Ergebnissen lässt sich ablesen, dass ein allgemeines Verständnis von Nachhaltigkeit bzw. eine übereinstimmende Anwendung von nachhaltigen Kriterien bei Produkten und Angeboten noch nicht in der gesamten Fläche etabliert ist. Diese Lücke soll in Zukunft über Informationsangebote und Schulungen seitens des Sauerland-Tourismus geschlossen werden. Dazu werden mehrere Maßnahmen im Verbesserungsprogramm festgehalten.

1.10 Rechtskonformität

Die im Nachhaltigkeitsprozess involvierten Tourismusakteure kennen und erfüllen alle maßgeblichen Gesetze.

1.11 Verbesserungsmanagement

Der Sauerland-Tourismus sieht sich im Rahmen des Zertifizierungsprozesses zum „Nachhaltigen Reiseziel“ in einer Vorbildfunktion für die Ausgestaltung nachhaltiger Bestrebungen und Maßnahmen in der Region Sauerland. Als Impuls- und Ideengeber, Wissensvermittler und Netzwerker kann er auf unterschiedlichen Ebenen die Weichen für eine gemeinschaftlich orientierte und engagiert nachhaltige Regionalentwicklung stellen. In diesen Funktionen hat er auch Handlungsfelder definiert und priorisiert, die mittels eines konkreten Verbesserungsprogramms bearbeitet werden sollen. Dabei wurden die drei Facetten der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Gemeinwohl – und auch die Managementeben als vierte Säule einbezogen.

In Schlagworten lassen sich diese Handlungsfelder wie folgt zusammenfassen:

Kommunikation von Nachhaltigkeit als Basisaufgabe

Tourismusakzeptanz und Wertschöpfung

Nachhaltiges Verhalten im ST-Team

Erweiterung des Partnernetzes

Barrierefreiheit in der Produktgestaltung

Nachhaltige, klimaresiliente

Tourismusprokukte

Das Verbesserungsprogramm ist ein Kernstück des Nachhaltigkeitsprozesses und Teil des Nachhaltigkeitsberichtes. Darin sind diese Handlungsfelder mit konkreten Maßnahmen hinterlegt. Die Verantwortlichkeiten im Sauerland-Tourismus-Team wurden zugeteilt und angestrebte Fristen definiert. Jährlich wird überprüft, inwieweit die Maßnahmen erfüllt sind und ob ggf. neue oder weitere Maßnahmen definiert werden sollen, um die Verbesserungsziele zu erreichen. Unter Umständen ändern sich durch die Überprüfung auch die Handlungsfelder in den Folgejahren.

2. Management: Nachhaltige Angebotsgestaltung

2.1 Gästezufriedenheit

Die Destination hat derzeit keine aktuellen Umfragen, Studien oder andere Erhebung zur Gästezufriedenheit. Dies ist für das Jahr 2024, unter anderem in Zusammenarbeit mit Tourismus NRW, geplant.

Derzeit werden – im Rahmen des Service Q Programms – direkt an den Sauerland-Tourismus eingereichte Beschwerden und die Lösungswege dazu festgehalten. Ebenso werden die über das Call Center eingegangenen Beschwerden ausgewertet. Der Sauerland-Tourismus unterhält eine Art „Mängelmelder“: Per Mail an die Adresse machsbesser@sauerland.com können Rückmeldungen beispielsweise zum Zustand der Rad- und Wanderwege an den Tourismusverband mitgeteilt werden, die an die zuständigen Stellen weitergereicht werden.

Da der Sauerland-Tourismus aber nicht stetig in direktem Gästekontakt steht, sind all diese Rückmeldungen eher punktuell zu betrachten und nicht repräsentativ.

Im Rahmen von mehreren Studien zum Gästeaufkommen auf dem Rothaarsteig, zum Radtourismus, zur Bekanntheit der Marke Sauerland und zum Tourismus als Wirtschaftsfaktor wurde die Gästezufriedenheit am Rande ermittelt. Sie stand aber nicht im Fokus der Untersuchungen. Zudem datieren diese Studien allesamt auf die 2010er-Jahre.

Das Thema der Gästezufriedenheit hat zusammen mit der Tourismusakzeptanz einen wichtigen Stellenwert innerhalb der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit. Der Sauerland-Tourismus hat daher die Ermittlung von Daten zu beiden Wissensfeldern in sein Verbesserungsprogramm aufgenommen und will die Gästezufriedenheit und Tourismusakzeptanz in den Orten und der Region künftig standardisiert und regelmäßig erheben.

2.2 Qualitätsbewusstsein und Innovation

Qualität und Nachhaltigkeit sind in der touristischen Strategie 2019+ als Leitsatz fest verankert. Doch schon seit seiner Gründung hat sich der Sauerland-Tourismus für die Förderung von Qualität und Innovation im Sauerland und bei all seinen touristischen Leistungsträgern engagiert.

Dies geschieht zum einem über den Weg der Wissensvermittlung. Mit der hauseigenen Sauerland-TourismusAkademie und ihrem umfangreichen und gut besuchten Seminarangebot wurden die Grundsteine gelegt. Die Sauerland-Tourismus-Akademie wurde über die Angebote der Innovationswerkstatt.NRW sowie der Innovations- und Aktivakademie NRW in die Sauerland-GastgeberWerkstatt überführt.

Auf seiner Website www.sauerland-partner.info, die als touristisches Intranet fungiert, informiert der Sauerland-Tourismus z.B. Gastgebende über relevante Qualitäts- und Innovationsthemen, darunter Klassifizierungen und Qualitätssiegel, Möglichkeiten der Betriebsberatung, Digitalisierung/Data Hub NRW etc5.

Abb.: Impressionen des Sauerland-Zukunftsforums

Ein zentrales Podium, um mit touristischen Orten und Leistungstragenden aus dem gesamten Sauerland Themen der Qualität und Innovation in der – engagierten und durchaus kritischen – Diskussion zu erörtern ist das Sauerland-Zukunftsforum. Ein solches fand zuletzt im August 2023 mit reger Beteiligung statt. Hier wurde beispielweise auch im Workshop „Zertifikate und Label - Kosten und Nutzen von Zertifizierungen. Sind externe und interne Gütesiegel noch zeitgemäß?“ angeregt diskutiert. Zahlreiche Betriebe im Sauerland führen themenspezifische Gütesiegel und Kooperationsprojekte (Wanderwege, Radwege etc.) sind oft an den Erwerb von Qualitätssiegeln gebunden. In dem Workshop wurde besprochen, inwieweit bestimmte Siegel miteinander vergleichbar sind und welchen Mehrwert sie aus Sicht der zertifizierten Betriebe bzw. auch aus Sicht der Gäste bieten. Die koordinierende Funktion zu Klassifizierungs- und Qualifizierungsfragen ist im Team des SauerlandTourismus verankert. Daher wurde ein Auftrag an den Tourismusverband formuliert: „Um einen größeren Mehrwert durch Zertifizierungen in der Region zu erreichen, wäre es wünschenswert, dass der Sauerland-Tourismus für die diversen Bereiche eine Gegenüberstellung der wichtigsten Zertifizierungen anbietet und eine klare Empfehlung für einzelne Siegel ausspricht. Diese kann den Betrieben und Partner als Orientierung dienen.“

Natürlich geht der Sauerland-Tourismus in Sachen Qualität in der Dienstleistung mit gutem Beispiel voran und hat sich schon im Jahr 2011 mit dem Siegel „Service Qualität Deutschland“ zertifizieren und in den Folgejahren mehrfach nachzertifizieren lassen. Da er im Rahmen des Zertifizierungsprozesses zum „Nachhaltigen Reiseziel“ das Qualitätsmanagement nun intensiv mit der Nachhaltigkeitsarbeit verbindet, lässt er das „Service-Q Siegel“ ruhen. Das Wissen und die erlernten Methoden aus Service-Q werden in den TourCert-Prozess überführt.

Der Qualitätsanspruch wird auch auf der Arbeitsebene stetig verfolgt, so bei der Konzeption, Entwicklung und Ausgestaltung von Produkten und Angeboten. Zwei Fernwanderwege im Sauerland sind als „Qualitätsweg

5 https://www.sauerland-partner.info/de/Gastgeber/gastgeberwerkstatt

Wanderbares Deutschland“, der Rothaarsteig ist als Premiumwanderweg ausgezeichnet. Die Sauerland-Wanderdörfer – dies sind elf Orte mit ihren Dörfern in der Region – sind die bundesweit erste und größte „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ und bereits mehrfach rezertifiziert. Der Diemelradweg ist eine von vier 5-Sterne-Qualitätssrouten des ADFC in Deutschland und der RuhrtalRadweg ist seit mehr als 15 Jahren mit 4 Sternen ausgezeichnet.

Mit dem vom Themenmanagement Wandern und Radfahren des Sauerland-Tourismus erarbeiteten „Sauerland-Outdoorhandbuch“6 stellt der Tourismusverband allen Orten, die sich in bei diesen beiden Natursportarten neu oder besser aufstellen möchten, einen fundierten Handlungsleitfaden zur Verfügung. Dieser erläutert die qualitative Planung, Erstellung und Inszenierung von Rad- und Wanderwegen – von der Infrastruktur bis zum Informationsmaterial in vielen Details. Das alles folgt einem gemeinsamen Sauerland-Design.

Dieses Sauerland-Design als Wiederkennungsmerkmal und Marker der heimischen Freizeitqualität wurde von allen Orten und zahlreichen Partnern mit einer Unterschrift unter der „Charta Pro Wandern Sauerland“ für gut und zukunftsweisend befunden. Derzeit wird daran gearbeitet, diese Charta zur „Outdoorcharta“ auszubauen.

Qualität in der Gästeberatung wird ebenfalls vom Sauerland-Tourismus vorangetrieben. Der SauerlandTourismus regt jeden Ort im Sauerland an, sich touristisch zu artikulieren und damit zu positionieren. Dazu herrscht im Sauerland breite Zustimmung, jedoch muss diese auch sichtbar werden. Das geschieht, indem Mindestanforderungen (entweder allein oder gemeinsam als Arbeitsgemeinschaft) erfüllt werden und sowohl Einheimischen, potenziellen Neubürgerinnen und Neubürgern und Gästen einen Grundstandard – als regionsweit geltende Qualität – geboten wird. Ziel ist ein kräftiges Netzwerk an Orten, die ihre Attraktivität und die ihres Umfelds sicherstellen. Der Sauerland-Tourismus hat die dazu notwendigen kommunalen Basisaufgaben7 beschrieben und kommuniziert diese auf seiner Intranetseite.

Qualität betrifft auch das Datenmanagement in einer Region und auf allen Ebenen. Der Sauerland-Tourismus arbeitet intensiv daran, regionsweit einen einheitlichen hohen Datenstandard zu erreichen. Das bedeutet, dass sämtliche digitalen Informationen (Points of interest, Veranstaltungen, Bildmaterial, Texte und Beschreibungen etc.) von Betrieben, touristischen Orten und anderen Leistungstragenden die gleichen Anforderungen (Bildrechte und offene Lizenzen, Qualität der Darstellung) erfüllen und die gleiche Inhaltstiefe aufweisen müssen. Mit diesen Daten wird der Data Hub NRW gespeist, der touristische Daten aus ganz Nordrhein-Westfalen bündelt, um Gästen touristische Informationen einfach und schnell bereitzustellen, unabhängig vom Ausspielungskanal.

Der Sauerland-Tourismus unterstützt das Datenmanagement mit kompatiblen Systemen und Schnittstellen, aber auch durch Schulungen und Seminaren zu Lizenzen, (Bild-)Rechten etc., die sich an die Menschen richten, die in den Orten und bei den Leistungstragenden entsprechende Daten erstellen und pflegen.

2.3 Besucherinformation und -sensibilisierung

„Wir sind Outdoor“ – wirbt eines der neuen Label für das Naturerlebnis im Sauerland. Seine Produkte und Angebote werden aus dem reichhaltigen Angebot der landschaftlichen Schönheiten entwickelt und in der Natur inszeniert: Wanderwege durch Wälder und Täler, Radwege über die Gipfel und auf naturnahen Trails, naturpädagogische Erlebnisse in direktem Kontakt zur Tier- und Pflanzenwelt. Der verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Ressourcen ist für alle touristischen Akteurinnen und Akteure – so auch für den Sauerland-Tourismus – oberstes Gebot. Diese Einstellung wird auch aktiv an Gäste kommuniziert.

Der Sauerland-Tourismus hat zusammen mit dem Touristikverband Siegen-Wittgenstein und den Partnerorganisationen Sauerländischer Gebirgsverein e.V., Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Wisent-Welt-Wittgenstein e.V., Waldbauernverband NRW e. V. sowie den Naturparks Sauerland Rothaargebirge, Arnsberger Wald und Diemelsee Verhaltensregeln für ein rücksichtsvolles Mit- und Nebeneinander aller Naturnutzer entwickelt.

6 https://www.sauerland-partner.info/de/Touristiker/themenmanagement/Wandern/Wanderinfrastruktur/Outdoor-Handbuch

7 https://www.sauerland-partner.info/de/Touristiker/Basisaufgaben

Diese Regeln wurden in einem Booklet zusammengefasst und sind auch auf den Internetseiten8 des SauerlandTourismus zu finden. Sie werden dort genau erläutert. Hier sollen sie in der Kurfassung zur schnellen Übersicht dargestellt werden:

Verhaltensregeln in den Wäldern im Sauerland und in Siegen-Wittgenstein

Wir freuen uns, dass du dich entschieden hast, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete unseres Landes zu besuchen. Wir, die Partner Sauerländischer Gebirgsverein e.V., Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Wisent-Welt-Wittgenstein e.V., Sauerland-Tourismus e.V., Touristikverband Siegen-Wittgenstein e.V., Waldbauernverband NRW e. V., sowie die Naturparke Sauerland Rothaargebirge, Arnsberger Wald und Diemelsee treten für ein rücksichtsvolles Mit- und Nebeneinander aller Naturnutzer ein. Wir verfolgen das gemeinsame Ziel, das Naturerleben im Sauerland und in SiegerlandWittgenstein konfliktarm und ohne Einschränkung der Qualität zu gestalten. Zudem setzen wir uns dafür ein, Menschen in der Natur für die Eigentumsrechte im Wald und für den Naturschutz zu sensibilisieren.

1. Bleibe auf den für dich vorgesehenen Wegen

2. Verhalte dich vorausschauend und der Strecke und den Begebenheiten angemessen.

3. Passe dein Tempo so an, dass du jederzeit reagieren kannst.

4. Mache dich freundlich und rechtzeitig bemerkbar.

5. Lass andere Naturnutzer gefahrenfrei passieren.

6. Auch der Wald gehört jemandem! Beachte Absperrungen und befolge Anweisungen.

7. Nutze die Wege verantwortungsvoll.

8. Bei Dämmerung meide den Wald.

9. Schone und schütze Tiere und Pflanzen und verhalte dich angemessen.

10. Nimm deinen Müll wieder mit.

11. Führe Hunde nur auf den Wegen oder an der Leine (außer in Gefahrensituationen).

Sturm, Hitze, Trockenheit und Schädlinge haben in den vergangenen Jahren die Waldbestände in ganz NRW und auch im Sauerland und Siegen-Wittgenstein geschwächt. Dies hat zur wohl größten Waldkalamität der jüngsten Vergangenheit in der Region geführt. Notwendige Abholzung der betroffenen Waldflächen, Schwertransporte der gefällten Bäume, generell umfangreiche Waldarbeiten hatten und haben einschneidende Auswirkungen auf das Netz an Wander- und Radwegen im Sauerland und sorgen gelegentlich für temporäre Qualitätseinbußen – und damit für Unmut bei Gästen und freizeitsuchenden Einheimischen.

Wichtig ist jedoch zu betonen: Hier wird mit großer Anstrengung der Wald der Zukunft geschaffen. Der Sauerland-Tourismus hat daher mit weiteren Partnern eine umfangreiche Sensibilisierungskampagne unter dem Titel „Unser Wald in Südwestfalen“ ins Leben gerufen. Damit wirbt er um Verständnis und (ideelle) Unterstützung bei den Menschen. Auf seiner Internetseite9 beantwortet er häufig gestellte Fragen, gibt Hintergrundinformationen und lässt Experten in kurzen Videos zu Wort kommen.

Einheit 2023

Anzahl von touristischen Informationsstellen10 Anz. 39

8 https://www.sauerland.com/de/verhalten-im-wald

9 https://www.sauerland.com/de/service/gut-zu-wissen/unser-wald-in-suedwestfalen

10 Anzahl bezieht sich auf die Tourist-Infos und Gästeinformationsstellen, die als Points of Interest eingetragen und damit auf den touristischen Internetseiten und im Tourenportal des Sauerland-Tourismus zu finden sind.

2.4 Barrierefreiheit

Das Sauerland wird aufgrund der anspruchsvollen Topografie nie komplett eine Paradedestination für flächendeckenden barrierefreien Tourismus sein können – vor allem nicht für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Topografisch gesehen sind die flacheren Gebiete an den Seen und im nördlichen Sauerland barriereärmer als die Höhenzüge. Bezüglich der Infrastruktur haben viele Orte in der gesamten Region, die Ausflugsziele und Beherbergungsbetriebe barrierearme und/oder barrierefreie Produkte und Angebote. Die Herausforderung liegt allerdings darin, die gerechtfertigten Erwartungen potenzieller Zielgruppen an ein Gesamtpaket – nämlich ein barrierefreies Reiseerlebnis entlang der gesamten Customer Journey – zu erfüllen.

Im Marketing greift der Sauerland-Tourismus das Thema Barrierefreiheit serviceorientiert, aber punktuell auf. Zum Bespiel bei der Zusammenstellung der Sauerland-Spazierrunden11. Dies sind kürzere, gemütliche Rundwege ohne große Hürden und Einschränkungen, die an den Sauerland-Seen, durch die waldreiche Landschaft oder barrierearm durch gepflegte Parkanlagen verlaufen. Es gibt einige Wanderwege, die nach „Reisen für alle“ zertifiziert wurden oder ganz bzw. in Teilen als barrierefreie Routen konzipiert wurden (z.B. Waldweg Grenzenlos, Rolliweg im Menden, Kyrillpfad in Schanze). Das interkommunale Projekt „NaturTalenteLippe“ in Lippstadt und Lippetal möchte die Lippeauenlandschaft naturverträglich entwickeln und über die Region hinaus bekannt machen. Dabei werden barrierearme und barrierefreie Angebote bewusst und von Beginn an mitgedacht und geplant.

Barrierefreiheit hat viele Facetten, auch Menschen mit Sehbehinderungen, kognitiven Einschränkungen, ältere Menschen etc. wünschen sich ein Reiseerlebnis, das ihren Bedürfnissen gerecht wird. Ein Gesamtkonzept zum barrierefreien Tourismus in der Region Sauerland fehlt bisher noch, jedoch hat der Sauerland-Tourismus mehrere planerische und organisatorische Schritte auf dem Weg zu einem solchen unternommen. Mit dem Positionspapier „Sauerland-Komfort“ wurde vor einigen Jahren ein erster konzeptueller Rahmen geschaffen. In mehreren Impulsworkshops und mit der Gründung einer regionsübergreifenden Arbeitsgruppe im Jahr 2022 wird das Thema weiter aktiv angegangen.

Derzeit ist – über das Förderprogramm EFRE Erlebnis.NRW – der Förderantrag „Das Sauerland – eine Outdoorregion für Alle“ eingereicht. Ziel dieses Projektes: Mit Hilfe von innovativen, nachhaltigen und barrierefreien Erlebnisangeboten und der damit verbundenen Neuentwicklung von Infrastruktur möchte der Sauerland-Tourismus zusammen mit seinen Partnern, die Barrierefreiheit – für viele unterschiedliche Zielgruppen – im Einklang mit der Natur weiterentwickeln. Zielgruppen sind Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen, Rollstuhlfahrende, blinde Menschen, Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, gehörlose Menschen, Familien mit kleinen Kindern, ältere Personen (Senioren), Menschen mit Migrationshintergrund.

Im Team des Sauerland-Tourismus betreut Outdoormanagerin Sabine Risse das Thema Barrierefreiheit im Sauerland. Das gesamte Team des Tourismusverbandes hat an Grundlagenworkshops zum Thema „Reisen für alle“ teilgenommen, um sich in diesem Bereich fortzubilden und zu sensibilisieren. Diese Workshops wurden auch für die Mitarbeitenden der Gästeinformationen angeboten.

Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Anna Galon hat ein zweitägiges Online-Seminar zum Thema „Leichte Sprache“ absolviert und wird zusammen mit Sabine Risse und den Kollegen aus dem Social Media und Online-Bereich das Thema „Barrierefreie Inhalte“ bearbeiten, Maßnahmen hierzu sind im Verbesserungsprogramm festgelegt.

Anteil (%) von Tourismusbetrieben mit einer Auszeichnung als barrierefreier Betrieb (in Deutschland Kennzeichnung „Reisen für Alle“)

2.5 Nachhaltige Produktbausteine

Der Sauerland-Tourismus greift in seinem Informations- und Inspirationsmarketing nachhaltige Produkte und Angebote auf. In seinem Tourenportal werden Wander- und Radwege dargestellt, deren Ausgangspunkte gut mit Bus & Bahn zu erreichen sind. Ebenso hat der Tourismusverband mit unterschiedlichen Verkehrsträgern zusammengearbeitet und z.B. Broschüren zum Thema „Wandern mit Bus & Bahn“ mit ausgewählten Inhalten unterstützt. Auf den Internetseiten sind auch die Themen E-Bike und E-Bike-Ladestationen12 serviceorientiert aufbereitet.

Jedoch gibt es derzeit keinen Leitfaden und auch keine Vorgabe zur Bewertung und Kommunikation nachhaltiger Produkte und Produktbausteine. Hier wird auch seitens der Gästeinformationsstellen mehr Klarheit gewünscht. Daher wird sich der Sauerland-Tourismus diesem Bereich intensiv annehmen und hat mehrere Maßnahmen dazu in seinem Verbesserungsprogramm festgehalten.

Ziel ist es auch, die Nachhaltigkeitskommunikation sukzessiv in die Basisaufgaben der touristischen Orte einzubringen.

Da es derzeit keine einheitliche Linie im Sauerland gibt und auch die Orte nicht in der gesamten Fläche explizit nachhaltig ausgestaltete Produkte anbieten bzw. kommunizieren, wurde eine Befragung zu diesem Thema noch nicht durchgeführt. Das soll in den kommenden Jahren des Nachhaltigkeitsprozesses geschehen, nachdem Schulungen, Workshop etc. ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit in der Region auf den Weg gebracht haben.

3. Ökonomie: Ökonomische Sicherung

3.1 Wirtschaftliche Stabilität

Der Sauerland-Tourismus ist ein kommunal getragener Verein, der qua Satzung keine Gewinnabsicht verfolgt. Er wird über die Beiträge der fünf Landkreise in seiner Mitgliedschaft sowie über die Beiträge der im Verein organisierten Städte und Gemeinden finanziert. Zudem haben einige tourismuswirtschaftliche Betriebe eine Mitgliedschaft beim Sauerland-Tourismus. Die Veltins-Brauerei steuert als Sponsor einen Beitrag zum Marketingbudget bei.

Der Umsatz des Sauerland-Tourismus besteht zu einem erheblichen Teil aus den Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen der Kreis und Kommunen – rund 1,1 Millionen Euro im Jahr. Weitere Erlöse wurden und werden durch die Durchführung oder Beteiligung von/an Förderprojekten generiert. Dadurch unterliegt die wirtschaftliche Entwicklung des Vereins großen, jährlichen Schwankungen.

GuV Sauerland-Tourismus:

Ergebnis

Untersuchungen zum Einkommensbetrag des Tourismus in der Region sowie zu den Ausgabeverhalten von Gästen stammen aus den 2010er Jahren und sind für den heutigen Stand nicht mehr verwertbar. Ebenso haben die daraus resultierenden Berechnungen des Steueraufkommens aus dem Tourismus keinen Anspruch auf Gültigkeit mehr. Diese Zahlen wurden in jüngster Vergangenheit nicht erhoben bzw. nicht berechnet -daher sind keine aktuellen Angaben für den Berichtszeitraum möglich. Für das Jahr 2019 wurde auf Basis von App-Trackingdaten ein touristischer Bruttoumsatz von rund 3 Milliarden Euro bei ca. 16 Millionen Übernachtungen und 50 Millionen Tagesausflügen ermittelt. Dies entspricht einem Wert von rund 35.000 Vollzeitäquivalenzen im Tourismus.

Anzahl an Übernachtungen pro 1.000 Einwohner (Tourismusintensität)

Gesamter Einkommensbetrag des Tourismus in der Region €

Touristische Ausgaben pro Besucher pro Tag €

Höhe des Steueraufkommens des Tourismus € -

Anteil direkter Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) im Tourismus an Gesamtarbeitsplätzen

3.2 Saisonalität

Mit rund 7,6 Millionen13 gewerblichen Übernachtungen – laut amtlicher Statistik – im Jahr ist das Sauerland ein touristisches Schwergewicht in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Es gilt – nach dem Schwarzwald – als touristisch stärkstes Mittelgebirge in Deutschland. Etwa 80 Prozent der Gäste kommt aus den deutschen Quellemärkten, ca. 16 Prozent reisen aus dem BENELUX-Gebiet an.

Die Ankunfts- und Übernachtungszahlen werden vom Sauerland-Tourismus monatlich über die Statistischen Landesämter der Bundesländer NRW und Hessen bezogen – die beiden Gemeinden Willingen und Diemelsee liegen administrativ in Hessen. Sämtliche Daten zu Ankünften, Übernachtung, Herkunft der Gäste, Betriebsarten und Gästeaufkommen auf Ortsebene arbeitet der Sauerland-Tourismus monatlich auf und stellt sie für seine Partnerinnen und Partner zur Einsicht auf seiner Intranetseite zur Verfügung14

Aus diesen Monatszahlen lässt sich ablesen, dass es keine klassische Saisonalität im Sauerland mehr gibt. Die Region ist als Kurzreisedestination in unmittelbarerer Nähe zu den Metropolregionen an Rhein und Ruhr ein Ganzjahresreisziel. Leichte Peaks ergeben sich in den Frühjahrsmonaten (April bis Juni) je nach Lage der Feiertage Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam, die gern für Kurzurlaube im Grünen genutzt werden. Ebenso weisen die Spätsommermonate August, September und der Herbstmonat Oktober hohe Gästezahlen auf, hier dienen in erster Linie der Wander- und Radtourismus als Zugpferde, aber auch familienfreundliche Erlebnisse und Angebote in der Ferienzeit. Die Wintermonate Dezember bis Februar sind vorran-

13 Übernachtungen im Jahr 2023 laut amtlicher Statistik, die in Betrieben mit mehr als 10 Betten erfolgten. Im Sauerland gibt es eine Vielzahl an Klein- und Kleinstbetrieben mit weniger als 10 Betten, die nicht statistisch erfasst werden und daher nicht in die Übernachtungszahl einfließen..

14 https://www.sauerland-partner.info/de/Service/Zahlen-Daten-Fakten/statistik

gig durch die Nachfrage nach Wintersport geprägt.

Als Outdoorregion ist das Sauerland in hohem Maße vom Wetter abhängig. Schneemangel in den Hochlagen oder länger anhaltende schlechte Witterung im Sommer kann sich auf das Gästeaufkommen auswirken, da die spontane Buchungsentscheidung für die Naherholungsregion die Regel ist. Die touristischen Orte, Beherbergungsbetriebe, Ausflugsziele und weitere Leistungstragende haben in den vergangenen Jahren mit dem Ausbau und der – auch „wetterfesten“ – Attraktivierung ihrer Angebote dafür gesorgt, dass diese Abhängigkeit vom Wetter abgeschwächt und saisonale Schwankungen ausgeglichen werden. Der Sauerland-Tourismus hat die Aufstellung des Sauerlands zum Ganzjahresreiseziel auf vielen Ebenen im Marketing und der Kommunikation aktiv gefördert.

Beispiele für diese Anstrengungen sind: Sommernutzung zahlreicher Skigebiete für Mountainbike-Sport, Funsport und ähnliches; Attraktivierung der Rundwege an den Sauerland-Seen und Aufwertung für winterliche (Kurz-)Wanderungen; Ausbau und Unterhaltung des Winterwanderwegenetzes sowie thematische Aufwertung eines Wintererlebnisses ohne Schnee; Netzwerke und abgestimmte Kommunikation unterschiedlicher Indoor-Freizeitziele sowie der Sauerland-Höhlen und Besucherbergwerke als Schlechtwetter-Alternativen; alternative Routenführung z.B. auf dem SauerlandRadring für die Wintermonate, da der „Fledermaustunnel“ aus Artenschutzgründen geschlossen bleibt.

Aufgrund der Größe und Vielfalt des Sauerlandes gilt die Region im Übrigen auch als attraktives Binnenreiseland. Die rund 1,1 Millionen hier lebenden Menschen sind (potenzielle) Tages- und Kurzreisegäste auch innerhalb der Region. Sämtliche touristische Entwicklung zahlt auf die Aufwertung des Sauerlandes als Lebens- und Freizeitraum für die Bevölkerung ein.

Gästeankünfte nach Monaten 2488,33

Übernachtungen nach Monaten

Abb.: Gästeankünfte/Übernachtungen im Sauerland 2023

3.3 Zufriedenheit mit der DMO

Die Umfrage bei Geschäftspartnerinnen und -partnern des Sauerland-Tourismus wurde im September/Oktober 2023 durchgeführt. Von 42 angeschriebenen Personen/Organisationen haben daran 16 teilgenommen, was einer Quote von 38 Prozent entspricht. Mit einem Zufriedenheitsindex von 83 Prozent hat der SauerlandTourismus dabei eine erfreulich positive Rückmeldung zu seiner Arbeit erhalten.

Der Umgang des Sauerland-Tourismus mit den Akteuren und Akteurinnen wird dabei als partnerschaftlich und fair eingestuft. Ebenso wird der DMO von 80 Prozent der Befragten bescheinigt, einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Destination zu leisten. 75 Prozent der Befragten sehen sich als informiert über den Zertifizierungsprozess der Destination. Aber: Es werden – in den freien Kommentarfeldern - eine Vereinheitlichung der Kommunikation durch digitale Lösungen, ein intensiverer Dialog, mehr Absprachen und engere Zusammenarbeit gewünscht. Ebenso solle der Sauerland-Tourismus den praktischen Nutzen der angestoßenen Prozesse – nicht nur für die DMO, sondern auch darüber hinaus – verdeutlichen.

Diese wertvollen Hinweise hat der Sauerland-Tourismus für die Aufstellung seines Verbesserungsprogramms genutzt. So wird gerade im Bereich Binnenkommunikation ein Konzept erstellt, das den Dialog mit Anspruchsgruppen intensivieren und verbessern soll.

Einheit

Zufriedenheits-Index Partner*innen, Interessensgruppen

Rücklaufquote der Befragung der Partner*innen, Interessensgruppen

4. Ökonomie: Lokaler Wohlstand

4.1 Regionale Wirtschaftskreisläufe

Auf seiner Internetseite stellt der Sauerland-Tourismus regionale Produkte und regionalen Genuss vor – sowohl im informativen Bereich15 als auch in Form von Gastrogeschichten16 im inspirierenden Marketing. Zu den beliebten Genussprodukten in der Region gehören beispielsweise Käse, Fisch, Wild, Honig und in heimischen Manufakturen hergestellte Liköre, Brände, Senfarten und Naschereien. Ebenso ist das Sauerland bekannt für regional gebrautes Bier – sowohl von den Brauereien von Weltruhm als auch aus kleineren Landbrauereien.

Im Sauerland haben zahlreiche Markenhersteller und Weltmarktführer aus dem Konsumgüterbereich ihre Firmensitze und bieten dementsprechend ihre Produkte in Werksverkäufen und/oder regionalen Outlet-Shops an. Diese werden vom Sauerland-Tourismus vorgestellt17. Im inspirativen Storytelling werden Geschichten dazu aufbereitet, um die Innovationskraft und die Designkunst der Region bekannt zu machen.

Zusammen mit dem Naturpark Sauerland Rothaargebirge hat der Sauerland-Tourismus einen umfangreichen Einkaufsführer für regionale Produkte erstellt. Dieser ist als Booklet erhältlich; die Hofläden, Manufakturen und lokalen Produzenten werden zudem im Internet18 gelistet.

Der Partner Naturpark Sauerland Rothaargebirge ist außerdem Herausgeber eines Kochbuchs, in dem Gastgebende aus dem Sauerland und Siegen-Wittgenstein regionale und saisonale Rezepte präsentieren. Dieses ist bereits in zweiter Auflage erschienen.

Es gab in den vergangenen Jahren bereits Bestrebungen zum Aufbau einer Regionalmarke, die jedoch noch nicht zu einem Ergebnis gelangt sind. Diese wird der Sauerland-Tourismus im Rahmen seines Verbesserungsprogramm aufgreifen und will hier eine aktive Steuerungsfunktion einnehmen. Ziel ist es, regionale Produkte unter einer Sauerland-Marke zusammenzuführen und so die regionalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

4.2 Öko-faire Beschaffung

Der Sauerland-Tourismus als DMO kauft nur wenige Beschaffungsgüter direkt ein. Noch existieren keine Richtlinien zum nachhaltigen Einkauf für den Bürobetrieb, für die Organisation von Veranstaltung oder für die Bewirtung von Gästen. Dies soll im Rahmen des Verbesserungsprogramms in Angriff genommen werden, so das gemeinsam im Team eine „Beschaffungsrichtlinie“ (Arbeitstitel) erstellt wird.

Jedoch trifft der Sauerland-Tourismus in den vergangenen Jahren und Monaten auf diesem Feld bewusst Entscheidung im Sinne der Nachhaltigkeit. Büromaterial wird nach Bedarf eingekauft, gerade beim Papier wird auf Eco-Labels geachtet, die Versandtaschen sind aus recycelbarer Pappe etc.

Bei der Ausstattung des Büros des Geschäftsführers wurden gezielt Möbelstücke aus nachhaltiger Produktion bei einem regionalen Produzenten bestellt. Über das Angebot der Design-Plattform „formbar“ wurde ein Regal bestellt, dass on-demand in einer heimischen Schreinerei hergestellt wurde.

Für seine Merchandise-Artikel mit den neuen Sauerland-Labeln hat der Sauerland-Tourismus einen OnlineShop bei „Spreadshirt“ eingerichtet. Dieses Unternehmen kommuniziert sehr transparent seine nachhaltigen Bestrebungen19. Für die Angebot im Sauerland-Shop wurden – da wo möglich – vorrangig Produkte aus

15 https://www.sauerland.com/de/unsere-region/regionales

16 https://www.sauerland.com/de/unsere-region/lass-dich-inspirieren/sauerland-gastrogeschichten

17 https://www.sauerland.com/de/unsere-region/regionales/werksverkaeufe

18 https://www.naturpark-sauerland-rothaargebirge.de/de/naturschmecken/einkaufsfuehrer

19 https://www.spreadgroup.com/de/sustainability/

ökologischer, nachhaltiger und/oder fairer Produktion gewählt. Die Textil- und Geschenkartikel werden erst nach Bestellung der Kundinnen und Kunden bedruckt. Durch verständliche Kommunikation des Design- und Druckvorgangs und der Größenwahl sollen Retouren möglichst vermieden werden. Retournierte Ware wird von „Spreadshirt“ gespendet oder sinnvoll recycelt20.

Für die Bewirtung von Gästen, die im Haus meistens nur in kleinem Rahmen stattfindet, greift der SauerlandTourismus auf den lokalen Handel und regionale Produkte zurück. Gäste werden nach Möglichkeit auch in der Kantine der Akademie Bad Fredeburg bewirtet, in deren Gebäude der Sauerland-Tourismus seine Büroräume hat. Als Geschenke für Gäste oder beispielsweise Referenten und Referentinnen werden regional hergestellte Sauerland-Produkte gewählt.

Kaffee für die Mitarbeitenden wird vom Sauerland-Tourismus zur Verfügung gestellt. Es wird Bio- und fairer Kaffee im lokalen Handel eingekauft.

Dieses sich auf der Handlungsebene etablierende Entscheidungsmuster soll nun in eine genaue Richtlinie münden, um auch weitere Bereiche der Beschaffung nachhaltig ausgestalten zu können.

4.3 Quantität und Qualität von Beschäftigung

Der Sauerland-Tourismus beteiligt sich an Initiativen und Netzwerken, die sich mit den Themen Beschäftigung, Fachkräfte, faire Arbeitsbedingungen etc. im Tourismus und in der Region befassen. Er ist – zusammen mit dem Touristikverband Siegen-Wittgenstein – an der Kampagne „Komm & bleib: Vom Touristen zum Neubürger in Südwestfalen“ beteiligt. Diese hat die Südwestfalen Agentur GmbH im Rahmen des Förderprojektes „PERSPEKTIVE Südwestfalen 2.0“ im Jahr 2022 gestartet. Im Fokus stehen Familien und Naturbegeisterte, die Urlaub im Sauerland oder Siegen-Wittgenstein machen. Mit großflächigen Motiven, die analog wie digital auf die Vorzüge der Region aufmerksam machen, wirbt die Kampagne dabei um diese Menschen als potenzielle Neubürgerinnen und -bürger und somit auch Arbeitskräfte.

In einem Netzwerk mit den Industrie- und Handelskammern, dem Dehoga, der Handwerkskammer, Arbeitsagenturen und Integrationsstellen tauscht sich der Sauerland-Tourismus z.B. zur Ansprache von Arbeitskräften und zur Fachkräftesicherung im Tourismus aus und erörtert Wege, um hier gezielt Menschen für touristische Berufe neu- oder wiedergewinnen zu können.

Einheit 2022 2023

Anzahl der im Gastgewerbe beschäftigten Personen

Anzahl der Auszubildenden im Gastgewerbe Anz 432 21

Anzahl der Beherbergungsbetriebe 22 Anz 895

Anzahl der gastronomischen Betriebe23 Anz 2952

Anzahl der Beschäftigten in anderen touristischen Bereichen Anz -

20 https://www.spreadgroup.com/de/sustainability/ 21 Rückmeldungen der IHKs stehen z.T. noch aus, Zahlen werden nachgereicht.

22 Abfrage bei den IHKs Siegen-Olpe, Arnsberg-Hellweg, Hagen. Daten für Kreise OE, HSK und MK. Wirtschaftszweig „Beherbergung WZ 55“. Es fehlen Zahlen aus Willingen und Diemelsee!

23 Abfrage bei den IHKs Siegen-Olpe, Arnsberg-Hellweg, Hagen. Daten für Kreise OE, HSK und MK. Wirtschaftszweig „Gastronomie WZ 56“. Es fehlen Zahlen aus Willingen und Diemelsee!

5.

5.1 Auswirkungen auf Natur & Umwelt

Über die Region Sauerland erstrecken sich die drei großen Naturparks Sauerland Rothaargebirge, Arnsberger Wald und Diemelsee sowie der GeoPark GrenzWelten – mit dem gemeinsam die Themenroute GeoRadroute Ruhr-Eder entwickelt wurde. Der Sauerland-Tourismus arbeitet partnerschaftlich mit den Naturparks und dem GeoPark zusammen und erörtert regelmäßig Themen des Natur- und Umweltschutzes in der Wechselwirkung mit dem Tourismus. Ebenso steht er in stetigem Kontakt zu den Umwelt- und Naturschutzbehörden. Die DMO ist daher über die Ökosysteme in der Destination sowie über mögliche negative Auswirkungen touristischer Aktivitäten gut informiert und bezieht diese Erkenntnisse in ihre Handlungen und Entscheidungen ein. Auf der Arbeitsebene gibt es ein „Expertenteam Naturerholung“, das sich in der strategischen und operativen Arbeit mit diesen Themen auseinandersetzt.

Anteil der als Schutzgebiet ausgewiesenen Flächen an der Gesamtfläche

5.2 Kooperation mit Naturschutzakteuren

Der Sauerland-Tourismus arbeitet eng mit den Teams der drei Naturparke Sauerland Rothaargebirge, Arnsberger Wald und Diemelsee zusammen. Diese leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und der Umweltbildung und fördern so die nachhaltige Regionalentwicklung. Der Naturpark Sauerland Rothaargebirge hat im Rahmen der Preisverleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises am 23. November 2023 in Düsseldorf die Auszeichnung als Finalist in der Kategorie Freizeitwirtschaft entgegengenommen. Auf der Arbeitsebene trifft sich regelmäßig das von Sauerland-Tourismus und Naturpark Sauerland Rothaargebirge gemeinsam geleitete Expertenteam Naturerholung. In diesem arbeiten neben Tourismusfachleuten aus mehreren Sauerland-Orten und -Kreisen auch Fachleute aus Forstämtern, Waldbauernverbänden, Jägerschaften, den Naturparken und Biologischen Stationen mit. Das Expertenteam befasst sich mit Themen der naturnahen und naturverträglichen Konzeption und Umsetzung touristischer Produkte und Angebote, mit Umwelthemen und dem Naturschutz.

Die Tourismusverantwortlichen in Sauerland – allen voran der Sauerland-Tourismus – setzen sich im ständigen Dialog mit Partnerorganisationen für die Konfliktreduktion zwischen Tourismus- und Naturschutzakteuren ein und analysieren kontinuierlich potenzielle Konfliktbereiche.

5.3 Erhalt der biologischen Vielfalt

Die drei Naturparke, der GeoPark, mehrere Biologische Stationen und Umweltbildungszentren wie das LIZ Möhnesee widmen sich dem Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Sauerland-Tourismus arbeitet auf vielen Ebenen mit solchen und weiteren Partnern zusammen. Gäste haben vielerlei Möglichkeiten, sich mit der heimischen Flora und Fauna zu beschäftigen. Über erlebnispädagogische Angebote, Mitmachausstellungen und zum Beispiel auch bei den beliebten Rangerführungen wird die biologische Vielfalt für Gäste erlebbar. Der Sauerland-Tourismus kommuniziert diese Angebote aktiv und sensibilisiert die Menschen für den Erhalt des Naturerbes in der Region.

Tourismusunternehmen und Gäste erhalten Empfehlungen, um negative Wirkungen auf die Biodiversität durch das eigene Verhalten zu vermeiden. Gäste werden in der Kommunikation zum Thema Naturschutz und einem damit verbundenen richtigen Besucherverhalten informiert.

Einheit
2023

5.4 Regionaltypisches Landschafts- und Ortsbild

Der Sauerland-Tourismus engagiert sich in seiner strategischen und planerischen Arbeit für touristische Infrastrukturplanung, die auf den Erhalt traditioneller Kulturlandschaften Acht gibt, architektonische Besonderheiten berücksichtig und regionale Baukultur unterstützt. Mit dem Sauerland-Outdoorhandbuch hat er beispielsweise einen Leitfaden für touristische Infrastruktur in der Natur verfasst, die ein regionsverbindenes Sauerland-Design trägt.

Auf Initiative des Sauerland-Tourismus hat sich ein Arbeitskreis Sauerland-Baukultur gegründet, der eine Charta „Sauerland-Baukultur“24 entwickelt hat. Diese bildet mit zehn Grundsätzen die Basis für baukulturelles Handeln sowie zur innovativen Weiterentwicklung. Aus dem Arbeitskreis ist ein Förderantrag für das Projekt „Haus der Baukultur“ erarbeitet worden. Dieses „Haus“ ist als Werkstatt und Kompetenzzentrum für ressourcenschonendes und standortgerechtes Planen und Bauen konzipiert und soll das Thema SauerlandBaukultur in der Region verstetigen. Das Projekt hat im Rahmen der Regionale 2025 derzeit den zweiten Stern von drei Sternen auf dem Weg zu einer Projektförderung25

5.5 Regional abgestimmtes Besucher-/innen-Management

Bei der Planung, Instandhaltung und Markierung von Wanderwegen und Radwegen arbeiten der SauerlandTourismus und die Sauerland-Orte mit allen relevanten Anspruchsgruppen zusammen: Waldbesitzende, Forstämter, Kommunen als Baulastträger, Vereine, Naturschutzverbände etc. Das Wegemanagement sowie die Wegemarkierung der Wanderwege ist beim Sauerländischen Gebirgsverein e.V. angesiedelt, mit dem der Sauerland-Tourismus eng zusammenarbeitet.

Die Planungen und Umgestaltungen von Rad- und Wanderwegen folgen den Vorgaben des Sauerland-Outdoorhandbuchs, indem auch Aspekte zur Konfliktvermeidung zwischen verschiedenen Naturnutzenden erörtert werden. Die Sauerland-Beschilderung und die Informationstafeln entlang der Wege folgen einem einheitlichen Sauerland-Design, dieses sorgt für Wiedererkennung und leichte – weil schnell gelernte – Verständlichkeit an allen Wegen.

Der Sauerland-Tourismus widmet sich dem Besuchermanagement auch auf der kommunikativen Ebene. In seinem Tourenportal und der derzeit noch vorhandenen Sauerland-App26 stellt er die Vielfalt der Rad- und Wanderwege in der Region dar, gibt – sofern verfügbar – Informationen zum aktuellen Zustand der Wege (z.B. nach Stürmen etc.). Über den Service „Mängelmelder“ können auch Nutzerinnen und Nutzer per Mail an machsbesser@sauerland.com Rückmeldungen zu ihren Beobachtungen auf den Wegen geben, die dann der Community zur Verfügung gestellt werden.

Das Sauerland beteiligt sich als eine der Pilotregionen an einem besonderen Forschungsprojekt: Das Projekt AIR (AI-basierter Recommender für nachhaltigen Tourismus) will ein digitales Besuchermanagement gestalten. Die Projektpartner arbeiten an smarten Lösungen, um Menschen digital zu informieren und frühzeitig aufmerksam zu machen, wann und wo sich hohes Besucheraufkommen entwickelt, und ihnen rechtzeitig zu ermöglichen, weniger stark besuchte Plätze zu erkennen und anzusteuern. Dabei spielen Algorithmen der „künstlichen Intelligenz“ für die Prognose und die Generierung von Empfehlungen eine wichtige Rolle.

24 https://www.sauerland-baukultur.de/CHARTA-Sauerland-Baukultur

25 https://www.regionale-suedwestfalen.com/projekt/haus-der-baukultur/

26 Die Sauerland-App wird in ihrer bisherigen Form aufgrund eines Wechsels des technischen Anbieters zum 31.03.2024 aus dem Vertrieb genommen bzw. abgeschaltet. Derzeit erörtert der Sauerland-Tourismus anderweitige Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Programmierung einer Progressiven Web-App (PWA). Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen, Sämtliche Touren bleiben im Tourenportal auf der Interseite erhalten, ebenso wird die Möglichkeit, Mängel per E-Mail zu melden, vom Sauerland-Tourismus beibehalten.

5.6 Naturnahe Flächen und Außenanlagen

Der Sauerland-Tourismus besitzt kein eigenes Firmengebäude und -gelände. Er ist als Mieter in den Räumen des Musikbildungszentrums Südwestfalen in Bad Fredeburg untergebracht. Er hat daher keine Möglichkeit, Flächen und Außenanlagen naturnah zu gestalten. Die vorhandenen Grünflächen werden von der Akademie betreut.

6. Umwelt: Ressourcenmanagement

6.1 Handlungsfelder des Klimawandels

Im Jahr 2022 hat das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NordrheinWestfalen das Gutachten „Tourismus und Klimawandel in Nordrhein-Westfalen – Optionen und Perspektiven“ vorgelegt. Darin wird – zusammen mit den anderen Destinationen in NRW – auch das Sauerland genau betrachtet. Das Gutachten erörtert die wichtigsten Risiken des Klimawandels in den Regionen und zeigt relevante Handlungsfelder auf, auf denen relevante Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel im Tourismus getroffen werden können und müssen. Der Sauerland-Tourismus hat sich mit den Aussagen des Gutachtens intensiv beschäftigt und die Handlungsfelder für sich priorisiert. Die Handlungsfelder werden in der strategischen und operativen Tourismusarbeit beachtet und weiter bearbeitet. Sie flossen beispielsweise in den Projektantrag für das EFRE-Förderprojekt „„Smartes Tourismuslabor - Deutschlands inspirierende Outdoorregion wird nachhaltig und klimaresilient“ ein. Hier soll am Beispiel des Wanderwegs Rothaarsteig erprobt werden, wie die Klimafolgenanpasssung in Idee und Tat erfolgen kann. Die Ergebnisse des Outdoorlabors sollen als Best practices für weitere Projekte in der Region dienen.

6.2 Umweltfreundliche Mobilitätskonzepte

Die Erstellung von umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten liegt in der Verantwortung der Landkreise in Zusammenarbeit mit den Verkehrsverbünden. Der Sauerland-Tourismus hat als DMO keinen direkten Einfluss hierauf. Jedoch steht er in stetigem Dialog zu diesen Stellen und bringt die touristische Sicht ein, um Verbesserungspotenzial erörtern zu können.

Dr. Jürgen Fischbach sitzt als Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus im Mobilitätsbeirat Südwestfalen und vertritt dort den Bereich Freizeitverkehr. Dieser Beirat hat im Dezember 2023 eine Mobilitätsstrategie für Südwestfalen als Leitbild und Handlungsempfehlung verfasst, dass auch für die Lebensräume Sauerland und Siegen-Wittgenstein gilt. Ziel dieser Strategie ist es, „vernetzte, intuitiv nutzbare, nachhaltige und vor allem verlässliche Mobilitätsangebote für die Region zu entwickeln, die zukünftig gemeinsam ein resilientes Verkehrssystem für die Menschen und Unternehmen in der Region garantieren27.“

6.3 Umweltschonende An- und Abreise

Auf den Internetseiten28 und in seinen Werbemitteln weist der Sauerland-Tourismus auf umweltschonende Anreisemöglichkeiten mit Bus & Bahn hin. Das Sauerland ist über die „Ruhrtal-Bahn“, Strecke Hagen-Kassel zu erreichen; ebenso über die „Ruhr-Sieg-Bahn“, Strecke Hagen - Altena - Werdohl - Finnentrop - Altenhundem – Siegen. In Finnentrop hält der InterCity der Strecke Essen/Dortmund nach Siegen. ICE bzw. IC-/EC-Anschlussbahnhöfe für die Region Sauerland sind Dortmund und Hagen im Westen, Kassel-Wilhelmshöhe im

27 Südwestfalen Agentur GmbH (Hrsg.:): Mobilitätsstrategie Südwestfalen – Leitbild & Handlungsempfehlung im Kontext der REGIONALE 2025, Version 1.0, Stand: 07. Dezember 2023, Seite 8; https://www.regionale-suedwestfalen.com/wp-content/uploads/2023/12/Mobilitaetsstrategie_Suedwestfalen_Stand-0712223-1.pdf

28 https://www.sauerland.com/de/service/anreise-ins-sauerland

Osten sowie Frankfurt im Süden.

Der Sauerland-Tourismus informiert z.B. auf seinen Social Media Kanälen über wichtige, saisonale Angebote wie die Fahrradbusse mit speziellen Anhängern für Zweiräder und das ausgeweitete Angebot im Schienenverkehr in der Winterzeit.

6.4 Umweltverträgliche Mobilität vor Ort

In der Kommunikation geht der Sauerland-Tourismus auf umweltfreundliche Mobilität ein. Im Tourenportal und auf den Internetseiten der DMO werden Rad- und Wandertouren, aber auch Ausflugstipps vorgestellt, die gut per Bus und Bahn zu erreichen sind29. Ebenso wird hier explizit auf die Sauerland-Card (und weitere regionale Karten) hingewiesen30. Diese wird Gästen in Teilen des Sauerlands zur Verfügung gestellt, sie können damit den ÖPNV kostenfrei nutzen. Der Sauerland-Tourismus setzt sich für eine sauerlandweite Ausdehnung dieses Angebot ein, hat jedoch hier keine Entscheidungsbefugnis.

Das E-Bike-Fahren31 wird als eigenes Feld innerhalb des Themengebiets Radfahren vorgestellt und auf der Internetseite des Sauerland-Tourismus beworben, die Verleihstationen und E-Bike-Ladepunkte sind auf einer Karte der Region verzeichnet.

Mit dem Radnetz Südwestfalen, an dessen Entwicklung Tourismusverantwortliche aus dem Sauerland und Siegen-Wittgenstein intensiv mitgearbeitet haben, wurde ein Regionen überspannendes Wabensystem von Radwegen geschaffen, das die umweltfreundliche Fortbewegung mit dem Rad fördern soll – sowohl bei der touristischen Nutzung als auch im Alltagsgebrauch. Das Radnetz in den Regionen Sauerland und SiegerlandWittgenstein wurde in eine Wabenstruktur eingeteilt. An den Eckpunkten jeder Wabe sind so „Knotenpunkte“ entstanden, die die Waben miteinander verbinden. Die Knotenpunkte sind mit zwei Zahlen durchnummeriert und geben eine gute Orientierung. Infotafeln zeigen regelmäßig den aktuellen Standort und die nächstgelegenen Waben an. Auf einer eigenen Internetseite32 wird das Konzept genau vorgestellt, konkrete Tourentipps für viele Orte bieten einen Mehrwert. Der Sauerland-Tourismus hat zum Thema „Radeln nach Zahlen“ auch Broschüren erstellt und bewirbt das Thema gezielt.

Abb.: Knotenpunkt des Radnetzes Südwestfalen

29 https://www.sauerland.com/de/service/gut-zu-wissen/talbrueckensperrung-auf-der-a45/unterwegs-mit-bus-und-bahn

30 https://www.sauerland.com/de/service/sauerland-card

31 https://www.sauerland.com/de/erleben/radfahren/e-bike

32 https://www.radeln-nach-zahlen.de/de/

6.5 Klima- und Umweltschutz in Betrieben

Derzeit ist der Sauerland-Tourismus nicht an Kampagnen zur CO2-Reduktion und zum umweltfreundlichen Verhalten in touristischen Betrieben beteiligt. Das Thema soll aber im Sinne der Nachhaltigkeit in der gesamten Region ins Auge gefasst und z.B. mit Know-how-Transfer, Infomaterial, Schulungsangeboten unterlegt werden.

6.6 Wasserverbrauch und Abfallaufkommen

Derzeit ist der Sauerland-Tourismus nicht an Kampagnen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs und des Abfallaufkommens in touristischen Betrieben beteiligt. Das Thema soll aber im Sinne der Nachhaltigkeit in der gesamten Region ins Auge gefasst und z.B. mit Know-how-Transfer, Infomaterial, Schulungsangeboten unterlegt werden.

6.7 Lärm, Luft- und Wasserqualität

Derzeit ist der Sauerland-Tourismus nicht Kampagnen an zur Reduzierung von tourismusbedingtem Lärm und zur Steigerung von Luft- und Wasserqualität beteiligt. Das Thema soll aber im Sinne der Nachhaltigkeit in der gesamten Region ins Auge gefasst und z.B. mit Know-how-Transfer, Infomaterial, Schulungsangeboten unterlegt werden.

Die Wasserqualität der Seen im Sauerland wird von den Gesundheitsämtern regelmäßig überprüft. Basierend auf diesen Daten wird nach den Regeln der EG-Richtlinie die Qualität eines Badegewässers anhand der Daten aus den zurückliegenden vier Jahren statistisch beurteilt. Das Land Nordrhein-Westfalen fasst die Wasserqualität in einer Tabelle zusammen und stellt sie für die Öffentlichkeit dar33. Ebenso wird der aktuelle Zustand der Badegewässer über die Medien kommuniziert. Der Sauerland-Tourismus ist darüber informiert und greift diese Informationen in seiner Kommunikation auf.

Die Luftqualität im Sauerland wird an mehreren Messstationen erhoben. Diese Daten wertet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen aus und stellt sie auf seinen Seiten der Öffentlichkeit dar34. Auch das Umweltbundesamt bildet den Luftqualitätsindex an verschiedenen Orten in der Region ab, die Öffentlichkeit kann dort auf eine übersichtliche Karte zugreifen35.

6.8 Energieeffizienz

Der Sauerland-Tourismus kann seine Verbräuche in den meisten Fällen nicht selbst erfassen. Er ist mit seinen Büroräumen Mieter im Gebäude des Musikbildungszentrums Südwestfalen. Allein der Stromverbrauch wird über einen separaten Zähler erfasst, für die übrigen Verbräuche werden vom Vermieter Pauschalen erhoben.

Der Sauerland-Tourismus profitiert von den Nachhaltigkeitsbestrebungen des Musikbildungszentrums Südwestfalen. Dieses ist an das Fernwärmenetz aus dem nahegelegenen Ort Ebbinghof angeschlossen (Biogasanlage). Es wird seitens des Musikbildungszentrums erwogen, im Zuge der Dacherneuerung die Stromversorgung zu großen Teilen auf Photovoltaik/Solaranlage umzustellen, dieses Thema wird derzeit diskutiert.

Der Fuhrpark an Dienstwagen umfasst zwei kraftstoffbetriebene Fahrzeuge und ein Elektroauto. Für Dienstreisen gilt für die Mitarbeitenden die Prämisse, vorrangig die Erreichbarkeit des Zielortes über Bus & Bahn zu

33 https://db.badegewaesser.nrw.de/badegewaesser-nrw/

34 https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/immissionen/aktuelle-luftqualitaet

35 https://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten

prüfen und diese Reiseform nach Möglichkeit zu bevorzugen. Zu Terminen, an denen mehrere Mitarbeitenden teilnehmen, werden immer Fahrgemeinschaften gebildet.

Einheit

Stromverbrauch pro Mitarbeitenden und Jahr

Heizenergieverbrauch pro Mitarbeitenden und Jahr

Dienstreisen pro Jahr, Pkw

Dienstreisen pro Jahr, Pkw Elektro-Pkw

Dienstreisen pro Jahr, Bahn

Dienstreisen pro Jahr, Flug Kurzstrecke Pers. - 1

Anteil an erneuerbaren

Energien am Gesamtenergieverbrauch %

6.9 Wasser

Der Wasserverbrauch des Sauerland-Tourismus wird nicht gesondert erfasst, da der Verband als Mieter Büroräume im Gebäude des Musikzentrums Südwestfalen nutzt. Wasser wird vom Team des Sauerland-Tourismus nur für das Zubereiten von Getränken und Speisen sowie im sanitären Bereich während der Bürozeiten verbraucht.

Der Sauerland-Tourismus hat sich vom Verein a tip: tap e. V. als „Leitungswasserfreundliches Unternehmen“ prüfen und auszeichnen lassen. Für die Verpflegung des Teams und der bewirteten Gäste wird Leitungswasser genutzt. Es wurden Filterkaraffen und ein Soda Stream angeschafft, um Trinkwasser gemäß unterschiedlichen Wünschen anbieten zu können.

6.10 Abfall

Als Mieter im Gebäude des Musikbildungszentrum Südwestfalen ist der Sauerland-Tourismus in die Abfallentsorgung des Vermieters eingebunden und kann sein eigenes Abfallaufkommen nicht genau ermitteln.

In den Büroräumen des Sauerland-Tourismus wird der Abfall gemäß den Vorgaben des dualen Systems getrennt. Es gibt in den Büros Abfalleimer für Papiermüll, in der Küche und in den Sanitärräumen Behältnisse für Bio-Müll, Restmüll und den gelben Sack. Alle Mitarbeitenden beteiligen sich an der Mülltrennung.

Es gibt derzeit keine Vorgaben zur Müllvermeidung und/oder Abfallreduktion. Das Thema soll im Rahmen des Verbesserungsprogramms genauer betrachtet und ggf. aus dem Team heraus mit einer Richtlinie oder Selbstverpflichtung versehen werden.

6.11 Papier

Der Sauerland-Tourismus verbraucht Papier hausintern für Büroarbeiten. Für die Drucker wird nach aktuellem Stand zu etwa gleichen Anteilen Recyclingpapier und Frischfaserpapier eingekauft. Grundsätzlich hat der Sauerland-Tourismus die Maxime ausgegeben, Ausdrucke möglichst zu vermeiden und Kommunikation vorrangig elektronisch zu führen. Für Ausdrucke gilt die Vorgabe, beidseitiges Drucken zu priorisieren. Das Genehmigungsverfahren für Anträge auf Urlaub/Gleittage wurde im Jahr 2023 auf den digitalen Weg über Teams

umgestellt. Derzeit wird auch die Rechnungsstellung auf den digitalen Weg überführt.

An die hausinternen Vorgaben hält sich das Team des Sauerland-Tourismus bestmöglich. Die Ausdrucke wurden so weit zurückgefahren, dass die Anzahl der Druckgeräte auf der Bürofläche reduziert wurde.

Im Bereich des Prospektdrucks hat der Sauerland-Tourismus Anpassungen und Verbesserungen im Sinne der Nachhaltigkeit getroffen. Mit der Umstellung des Marketings auf die Sinus-Milieus haben das Team des Verbandes sowie sämtliche Produktkooperationen ihre Basis- und Leitmilieus festgelegt. Dabei wurde genau erörtert, welche Milieus eher online-affin sind und welche Printprodukte bevorzugen. In diesem Rahmen wurde das Portfolio an Printmaterial ungestellt und verschlankt. Prospekte werden sehr zielgerichtet entworfen und in einer sinnvoll berechneten Auflage gedruckt, immer mit dem Fokus auf eine gute und möglichst vollzählige Verteilung auf Messen, Veranstaltungen und an Touchpoints mit den anvisierten Gästemilieus. Es gilt die Maxime: Printprodukte mit Mehrwert, statt „Streuwerbung“. Auf ein gedrucktes umfangreiches Gastgeberverzeichnis verzichtet der Sauerland-Tourismus schon seit vielen Jahren.

Mit Beginn des Jahres hat der Sauerland-Tourismus das System der Infokarten eingeführt. Für ausgewählte Reise- und Freizeitthemen wurden quadratische Karten entworfen, die die wichtigsten Grundlageninfos enthalten und mittels eines QR-Codes auf tiefergehende Infos auf den Internetseiten des Sauerland-Tourismus verweisen. Diese Infokarten werden nur auf Bestellung seitens Tourist-Infos, Gastgebenden und Ausflugszielen produziert. Die Abfrage des Bedarfs, die Produktion und Verteilung der Infokarten erfolgt quartalsmäßig36.

Mit dem Druck werden bevorzugt regionale Druckereien beauftragt. Es wird auf zertifiziertem und/oder recycelten Papier gedruckt.

6.12 Umweltfreundliches Mitarbeitenden-Verhalten

Das Thema Büroökologie hat der Sauerland-Tourismus schon in den vergangenen Jahren aufgegriffen. Eine Auszubildende hat erstmals 2017 genau untersucht, welche umweltfreundlichen Verbesserungen im Büroalltag getroffen und von allen im Team umgesetzt werden können. Eine Überprüfung fand dann in regelmäßigem Abstand statt.

Diese Maßnahmen wurden immer wieder besprochen und die Umsetzung im Dialog angeregt bzw. befürwortet. Grundsätzlich herrscht ein gemeinsames Bestreben zu umweltfreundlichem und nachhaltigem Verhalten im Team des Sauerland-Tourismus:

√ Zu Terminen und Veranstaltungen, an denen mehrere Mitarbeitende teilnehmen, werden Fahrgemeinschaften gebildet

√ Bei Dienstreisen wird geprüft, ob eine Anreise mit Bus&Bahn möglich ist und diese bevorzugt gewählt

√ Es wird auf Reduktion des Papierverbrauchs geachtet (möglichst keine Ausdrucke, Fehldrucke als Schmier-

https://www.sauerland-partner.info/de/sauerland-toolbox/marketing-toolbox/b2c/print/bestellungen-printprodukte-sauerland-tourismus

papier nutzen)

√ Es wird auf richtiges Heizen und Stromsparen geachtet (Maxime: Heizung runter drehen bei Verlassen des Büros, Licht ausschalten)

√ Für den Bürokonsum soll bevorzugt Kaffee mit Fairtrade und/oder Biosiegel gekauft werden

√ Bei externen Bewirtungen werden Reste des Buffets eingepackt und mitgenommen; auch Gäste von Veranstaltungen wurden bereits dazu eingeladen, Vorratsboxen mitzubringen und die Reste mitzunehmen (Bsp.: Kick-off Veranstaltung im März 2023: Als Gastgeschenk wurde jedem/jeder Teilnehmenden eine Mehrweg-Essschale von Mepal überreicht, in der die Reste des Suppen-Buffets mitgenommen werden konnten)

Dieses Verhalten des Sauerland-Tourismus-Teams fußt auf einem gemeinsamen Grundverständnis von Nachhaltigkeit. Jedoch gibt es Bereiche, in denen manchmal Unsicherheit bezüglich der nachhaltigen Entscheidung herrscht. Denn eine festgeschrieben „Verhaltensrichtlinie“ oder „Beschaffungsrichtlinie“ gibt es jedoch derzeit nicht. Diese soll im Rahmen des Verbesserungsprogramms entwickelt werden.

7. Soziales: Kultur und Identität

7.1 Schutz und Erhalt von Kulturgütern

Das facettenreiche Thema Kultur wird von mehreren Organisationen, Netzwerken und Produktkooperationen betreut, die sich dem Erhalt des materiellen und immateriellen Kulturerbes der Region widmen. Der Sauerland-Tourismus arbeitet mit diesen zusammen. Er kennt die wichtigsten Kulturgüter der Region und stellt diese auf seinen Internetseiten37 ausführlich vor. Ebenso wird die DMO in Planungen zum Schutz des kulturellen Erbes der Destination einbezogen.

Zu den Partnerorganisationen gehören die Kulturregionen Südwestfalen und Sauerland, die kulturelle Profile und Programme für ihre Wirkungsräume entwickeln. Um das reiche industriekulturelle Erbe kümmert sich das Netzwerk „WasserEisenLand- Industriekultur in Südwestfalen“. Auch Museen, technische Denkmäler, heimatkundliche Ausstellungen, Kunst in der Landschaft, die besondere Feierkultur sowie die Sauerländische Mundart sind wichtige Facetten einer spezifischen Sauerländer Kultur und werden vom Sauerland-Tourismus kommuniziert und beworben.

7.2 Kulturelle Identität

Die bereits erwähnte Sauerländer Mundart mit einem reichen Wortschatz wird vom Sauerland-Tourismus immer wieder in der Kommunikation aufgegriffen und augenzwinkert eingesetzt. Bekanntestes Beispiel ist das regionaltypische Vergewisserungssignal „woll?!“, das immer wieder als Wiedererkennungsmerkmal genutzt wird.

Auch heimisches Liedgut, Kunst von Sauerländer Kunstschaffenden, regionaltypisches Handwerk sowie die Sauerländer Art zu feiern stellt der Sauerland-Tourismus regelmäßig in seinen Kommunikationsmitteln vor. Im Vordergrund steht dabei die authentische Darstellung des Sauerländer Lebensgefühls, die auch Gäste in der Gemeinschaft miterleben können. Dazu dient auch das Projekt „Wir sind Geschichten“ der Kulturregion Südwestfalen, das der Sauerland-Tourismus unterstützt und aktiv bewirbt38.

37 https://www.sauerland.com/de/erleben/kunst-und-kultur

38 https://www.wir-sind-geschichten.de/

8.

8.1 Menschenrechte

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist die Wahrung der Menschenrechte festgeschrieben. Der Sauerland-Tourismus garantiert die Einhaltung der Menschenrechte in seinen touristischen Aktivitäten und geht davon aus, dass diese auch von Partnerorganisationen und allen Stakeholdern eingehalten werden. Bislang sind dem Tourismus keine eventuellen Menschenrechtsverletzungen in der Destination bekannt.

8.2 Risikomanagement

Der Sauerland-Tourismus wird von den zuständigen Stellen auf akute Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Touristen hingewiesen. Die Kommunikation zu Umweltbehörden und Gesundheitsämtern der Landkreise ist partnerschaftlich und hat sich in der Vergangenheit im Krisenfall bewährt.

Ein signifikantes Beispiel ist die Zeit der Corona-Pandemie. Auch hier hat der Sauerland-Tourismus sehr eng und gut mit den Kreis- und Landesbehörden sowie weiteren Partnerorganisationen zusammengearbeitet. Die jeweils herrschenden Bestimmungen für Gäste aus In- und Ausland, Gastgebende und Bevölkerung wurden auf den Internetseiten des Sauerland-Tourismus zusammengefasst und übersichtlich dargestellt.

Ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit beim Risikomanagement ist das Auftreten des so genannten Schmallenberg-Virus bei Rindern im Sauerland im Jahr 2011/2012. Dieses hat zur Verunsicherung potenzieller Gäste aus den Niederlanden geführt, da das Auftreten des Virus vor allem in niederländischen Medien kommuniziert wurde. Im Raum stand damals die Frage, ob das Virus auf Menschen übertragen werden kann – was seitens der Wissenschaft als äußerst unwahrscheinlich eingestuft wurde. Zusammen mit dem Gesundheitsamt und der Pressestelle des Hochsauerlandkreises hat der Sauerland-Tourismus ein FAQ zu dem Virus erarbeitet und den jeweiligen Stand des Wissens transparent kommuniziert. In Zusammenarbeit mit einem niederländischen Journalisten wurden auf der Tourismusmesse Vakantiebeurs in Utrecht auch die dringenden Fragen niederländischer Gäste beantwortet.

An den Wander- und Radwegen im Sauerland sind an Wegepfosten an Kreuzungen gut sichtbar Rettungspunkte angebracht. Das Rettungspunkte-System ist mit den Leitstellen der Kreise abgestimmt und bei diesen hinterlegt. Im Notfall können Hilfesuchende den Code des nächstgelegenen Rettungspunkts nennen und Hilfe wird zielgerichtet an diesen Ort geschickt.

Im Falle von Unwetterwarnungen, Sturmereignissen oder auch Waldarbeiten werden Rad- und Wanderwege vom Landesbetrieb Wald und Holz vor Ort gesperrt bzw. es werden Umleitungen ausgezeichnet. Diese Sperrungen/Umleitung werden an die touristischen Ortsstellen bzw. an den Sauerland-Tourismus gemeldet. Betroffene Wege werden im Tourenportal als „gesperrt“ gekennzeichnet und somit an Gäste digital kommuniziert.

8.3 Beschäftigungsqualität und familienfreundliche Arbeitsbedingungen

Das Thema Beschäftigungsqualität und familienfreundliche Arbeitsbedingungen wird seitens der Landkreise betreut, zum Beispiel mit dem Zertifikat „Familienfreundliches Unternehmen“. Dazu gibt es regionale Qualitätssiegel in den einzelnen Landkreisen, die mit NRW-Landesmitteln gefördert und von Partnernetzwerken vergeben werden (z.B. bestehend aus IHKs, Kompetenzzentren Frau & Beruf, Wirtschaftsförderungen etc.).

Der Sauerland-Tourismus hat derzeit keine eigenen Initiativen zu diesem Thema in touristischen Betrieben der Destination initiiert.

8.4 Zufriedenheit der Lokalbevölkerung

Der Sauerland-Tourismus hat derzeit kein System, mit dem die Zufriedenheit der Landbevölkerung und die Tourismusakzeptanz genau erfasst werden. Im Rahmen von Studien und Erhebungen zum Einfluss und Wechselwirkungen zwischen Tourismus und anderen Wirtschafts- und Lebensbereichen spielt das Thema am Rande eine Rolle, jedoch gibt es keine aktuelle Studie/Erhebung mit dem Fokus auf Tourismusakzeptanz.

Dennoch beschäftigen sich die DMO und ihre Parteiorganisationen intensiv mit Aspekten der Tourismusakzeptanz. Hinweise, Gesprächswünsche, Beschwerden seitens der Bevölkerung werden aufmerksam aufgenommen und es erfolgt eine Reaktion.

Touristische Entwicklung in der Region und in den touristischen Orten erfolgt immer unter er Prämisse, dass sie zur Lebensqualität der Bevölkerung beiträgt. Als der „Sonderner Kopf“, eine in den Biggesee ragende Landzunge, im Jahr 2011 auf eine neue touristische Nutzung hin untersucht wurde, hatte der Sauerland-Tourismus eine große Kampagne initiiert, um die Bevölkerung zum Einreichen von Ideen, zur Diskussion und kreativer Mitgestaltung aufzurufen. Auch die Sauerland-Seen haben im Rahmen eines Kreativprozesses für die „Regionale 2025“ die Bevölkerung in mehreren Schritten eingebunden.

Das Thema Tourismusakzeptanz wurde auch in einem Workshop beim Sauerland-Zukunftsforum intensiv diskutiert. Dabei wurde seitens der Teilnehmenden folgender Wunsch an die DMO gerichtet: „Es besteht der Wunsch, dass der Sauerland-Tourismus in Sachen Tourismusakzeptanz Aufklärungsarbeit leistet und die positiven Seiten des Tourismus (z.B. die Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger oder die Wirtschaft für jede einzelne Kommune) noch mehr hervorhebt.“

Im Rahmen des Verbesserungsprogramms wird der Sauerland-Tourismus als ersten Schritt ein Umfrage-Modul entwickeln (lassen), das Daten zur Tourismusakzeptanz erhebt.

8.5 Ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement

Der Tourismus in der Region und in den Sauerland-Orten wird an vielen Stellen durch das Ehrenamt getragen. Zahlreiche kleine Museen und Ausstellungen werden von ehrenamtlichen Vereinen unterhalten. Auch die Wegemarkierung im Sauerland wird – unter dem Management des Sauerländischen Gebirgsverein – von den ehrenamtlichen SGV-Abteilungen der Orte sichergestellt. Ebenso werden Streckenkontrollen und die Beschilderung der Radwege in der Bike-Arena Sauerland von Ehrenamtlichen ausgeführt.

Der Sauerland-Tourismus und seine Partnerorganisationen arbeiten mit den Ehrenamtlichen zusammen und stellen in ihrer Kommunikation die Bedeutung des Ehrenamtes für den Tourismus in der Region heraus.

8.6 Arbeitsbedingungen in der DMO

Der Sauerland-Tourismus bietet familienfreundliche Arbeitsbedingungen: Ein Gleitzeitsystem und eine einheitliche, umfangreiche Home-Office-Regelung kommen den Bedürfnissen der Mitarbeitenden nach individueller Gestaltung der Arbeitszeit entgegen. Dazu wurden den Mitarbeitenden technische Geräte (Laptops, Diensthandys mit Vertrag) zur Verfügung gestellt.

Die Bezahlung der Mitarbeitenden erfolgt in Anlehnung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Mitarbeitende haben auch die Möglichkeit, Teilzeitarbeit in Anspruch zu nehmen.

Einheit

8.7 Mitarbeitenden-Zufriedenheit in der DMO

Der Sauerland-Tourismus bietet seinen Mitarbeitenden halbjährliche Gespräche mit den Geschäftsführenden an, in denen die Zufriedenheit mit den Aufgaben und dem Arbeitsumfeld, persönliche Ziele sowie weitere Themen zur Ausgestaltung der Arbeitsstelle besprochen werden können.

Im Jahr 2023 wurde eine anonyme Mitarbeitenden-Befragung durchgeführt mit insgesamt erfreulichem Ergebnis. Der Zufriedenheits-Index ist ausgesprochen hoch. Gelobt wurden in den freien Kommentarfeldern unter anderem die flachen Hierarchien, das Betriebsklima, die flexible und individuelle Gestaltung der Arbeit, die Möglichkeit eigene Projekte anzustoßen und umzusetzen, der mitmenschliche Umgang miteinander auch bei privaten Sorgen und Nöten und auch das Bestreben die Nachhaltigkeit zu fördern.

Verbesserungsbedarf wird gesehen bei Feedbackgesprächen, bei Entscheidungsprozessen und der Einhaltung von Absprachen, der Auf- und Zuteilung von Aufgaben sowie beim nachhaltigen Verhalten.

Der Sauerland-Tourismus hat diese Ergebnisse und konkreten Wünsche der Mitarbeitenden in sein Verbesserungsprogramm einfließen lassen und wird ein Tool oder einen Modus entwickeln, um die MitarbeitendenZufriedenheit regelmäßiger und gezielter abfragen und auf so schnell auf Hinweise reagieren zu können.

Einheit

2023

Zufriedenheits-Index Mitarbeitende % 81,50 Rücklaufquote der Mitarbeitenden-Befragung % 93

8.8 Toleranz und Inklusion

Der Sauerland-Tourismus garantiert Chancengleichheit in Bezug auf Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten unabhängig von Herkunft, Ethnie, Alter, Glaube, sexueller Orientierung und Behinderung.

8.9 Schulung zur Nachhaltigkeit

Die Mitarbeitenden des Sauerland-Tourismus haben an dem TourCert E-Learning „Fit for Future“ teilgenommen. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte Anna Galon hat zudem das Modul „Travel for Tomorrow basic“ absolviert und eine entsprechende Urkunde erhalten. Weitere Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit sollen in Zukunft angeboten werden.

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Nachhaltigkeitsbericht ST by Sauerland-Tourismus - Issuu