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IST MARIHUANA IN THAILAND NOCH LEGAL?

DAS MÜSSEN TOURISTEN ÜBER DEN KURSWECHSEL DER REGIERUNG WISSEN

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Nach Monaten der Unsicherheit in Thailand über die Zukunft von Cannabis hat die Regierung vorgeschlagen, den Gebrauch hauptsächlich auf gesundheitliche und medizinische Zwecke zu beschränken. Der im September kurz nach Amtsantritt des neuen thailändischen Premierministers Paetongtarn Shinawatra veröffentlichte Gesetzesentwurf verbietet weder ausdrücklich den Freizeitkonsum von Marihuana noch hält er an früheren Plänen fest, die Substanz neu als Betäubungsmittel zu klassifizieren. Er sieht jedoch Geldbußen und Strafen vor für Personen, die Cannabis für Zwecke verkaufen oder konsumieren, die nicht im Gesetzesvorschlag aufgeführt sind. Nach den Parlamentswahlen vor eineinhalb Jahren bekam Thailand im September 2023 eine neue Regierung. Die konservative Koalitionsregierung steht hinter den Forderungen für ein hartes Durchgreifen gegen Cannabis, das seit seiner Legalisierung unzureichend reguliert ist. Die Pheu Thai-Partei setzte sich für ein Verbot des Freizeitkonsums von Marihuana ein, da es ein gesundheitliches Risiko darstelle und bei jungen Menschen zu Drogenmissbrauch führen könne. Anutin Charnvirakul, früherer Gesundheitsminister, der die Legalisierung der Droge unter der vorherigen Militärregierung beaufsichtigte, stieg bei den Wahlen 2023 zum stellvertretenden Premierminister auf. Er ist der Vorsitzende der Bhumjaithai-Partei, welche Teil der gegenwärtigen Regierungskoalition ist. Als er 2022 die Legalisierung von Marihuana befürwortete, meinte er, dadurch würde die Überfüllung der thailändischen Gefängnisse abnehmen und die

Wirtschaft auf dem Lande angekurbelt. Am Tag der Legalisierung wurden mehr als 3.000 wegen Cannabis inhaftierte Häftlinge freigelassen. Innerhalb eines Jahres hatte die Cannabisindustrie des Landes einen Wert von 28 Milliarden Thai Baht (728 Millionen Euro) erreicht, und gemäß einer Prognose wird er bis zum Jahr 2030 auf 336 Milliarden Baht (8,7 Milliarden Euro) ansteigen. Anutin hatte verkündet, Cannabis würde nur für den medizinischen Gebrauch erlaubt sein, aber in der Praxis war der Markt nahezu unreguliert. Seit der Legalisierung von Cannabis haben sich mehr als 1,1 Millionen Thailänder für eine Anbaulizenz registrieren lassen, und im ganzen Land sind mehr als 6.000 Verkaufsstellen für Cannabis aufgetaucht, von denen viele kaum Qualitätskontrollen durchführen. Weil Thailand das erste Land in Asien ist, das Cannabis legalisiert hat, ist auch ein florierender Gras-Tourismus entstanden, und viele befürchten, dass es schwierig wird, ihn einzudämmen. Im Wahlkampf 2023 versprachen alle großen Parteien - einschließlich Bhumjaithai -, Cannabis auf den medizinischen Gebrauch zu beschränken. Bevor Marihuana in Thailand im Juni 2022 legalisiert wurde, galt im Land eines der härtesten Drogengesetze weltweit. Der Besitz von Cannabis konnte mit einer Gefängnisstrafe

von bis zu 15 Jahren geahndet werden. Und das berüchtigte Bang Kwang Central Prison - ironischerweise Bangkok Hilton genannt -, wirkt auf Touristen besonders abschreckend, nachdem in einer australischen Fernsehserie seine elenden Haftbedingungen, die Überfüllung, gezeigt wurden. Während Thailand auf die Auswirkungen der Änderungen wartet, sind die Weedshops in Bangkok und außerhalb weiterhin geöffnet. Allerdings gibt es bereits einige Vorschriften, die den Konsum von Cannabis einschränken. Das Rauchen oder Dampfen von Cannabis ist an öffentlichen Orten nicht erlaubt. Wer ein „öffentliches Ärgernis“ verursacht - auch durch den Geruch von Gras - kann mit einer Geldstrafe von 25.000 Baht (650 €) bestraft werden. Was genau eine „Belästigung“ darstellt, ist unklar und dieser Umstand wird von der Polizei nicht selten ausgenutzt. Es ist bekannt, dass in Bangkok Touristen, die auf der falschen Seite des Gesetzes erwischt werden, von Beamten erpresst und genötigt werden. Extrakte mit einem THC-Gehalt von mehr als 0,2 Prozent gelten rechtlich immer noch als Betäubungsmittel, aber einige Shops verkaufen trotzdem stärkere Produkte, was die Käufer in Schwierigkeiten bringen könnte - es sei denn, sie haben eine offizielle Genehmigung für den Kauf von medizinischem Cannabis. Touristen werden auch gewarnt, dass Cannabis in den Nachbarländern immer noch illegal ist und nicht über die Grenzen transportiert werden darf. Singapur, das zu den Ländern gehört, die eine äußerst strenge Drogenpolitik verfolgen, kann Bürger für den Konsum von Drogen außerhalb des Landes verhaften, als ob sie diese im eigenen Land konsumieren würden.


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