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BAYERNS GESUNDHEITSMINISTER GEGEN LEGALISIERUNG Die geplante und versprochene Legalisierung von Cannabis in Deutschland werde das Gesundheitssystem des Landes erheblich belasten. Insbesondere die Ausprägung von Cannabis-bedingten Psychosen werde weiter zunehmen. Dieser Ansicht ist der Gesundheitsminister Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), weshalb er von einer Freigabe des Hanfes zu Genusszwecken abrät. Klaus Holetschek führt in einer Medienmitteilung an, dass sich in Bayern immer mehr Menschen wegen ihres Cannabiskonsums in ärztliche Behandlung begeben müssten - dies vor allem wegen wie auch immer gearteter Psychosen. Eine Quelle für diese Aussage kann Holetschek freilich nicht nennen. Dennoch wartet er mit Zahlen auf: Im Zeitraum zwischen 2008 und 2020 seien mehr als zehnmal soviele Patienten mit einer Cannabisinduzierten Psychose ins Krankenhaus gekommen. Waren es 2008 noch 56 registrierte Fälle, verzeichneten Kliniken 2020 schon 631 Personen, die aufgrund ihres Hanfgebrauchs eingewiesen worden seien. Die Anzahl der ambulanten Behandlungen von «Cannabis-Psychosen» sei von 1513 im Jahr 2008 auf mehr als 2000 Fälle in 2020 angestiegen. Nach Klaus Holetschek sei jetzt also Aufklärung und Präventionsarbeit in Sachen Marihuana und Haschisch deutlich wichtiger als eine Legalisierung zu Freizeitzwecken. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete, ist Klaus Holetschek der Meinung, dass die Volksdrogen Tabak und Alkohol, «das
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System bereits in erheblichem Ausmaß» belasteten. «Es wäre fahrlässig, wenn durch die Legalisierung von Cannabis eine weitere Belastungsquelle hinzukäme.» Auch in diversen Bundesstaaten der USA, in denen der Cannabiskonsum zu Genusszwecken seit einigen Jahren legalisiert ist, seien die Fallzahlen von Hanfbedingten ärztlichen Behandlungen dramatisch angestiegen, betonte der bayerische Gesundheitsminister. Er bezeichnete die Legalisierung in den Vereinigten Staaten als einen Fehler, den Deutschland nicht wiederholen dürfe. Die Politik müsse ein Auge auf die Kosten für das Gesundheitssystem haben. Holetschek geht es also offensichtlich weniger um die Menschen, die nach Gebrauch psychoaktiver Substanzen gesundheitliche Probleme bekommen, sondern vielmehr um die damit verbundenen finanziellen Aufwände.
Die Ampelkoalition sieht die Sache zum Glück etwas anders. So sind die Grünen der Meinung, dass der durch das Cannabisverbot geschaffene Schwarzmarkt die gesundheitlichen Gefahren des Hanfkonsums nur verschärfe. In der Tat sind gestreckte Cannabisprodukte potenziell wesentlich riskanter, was die Ausbildung einer psychischen Erkrankung angeht. Wobei längst wissenschaftlich erwiesen ist, dass psychotrope Substanzen per se keine Psychosen herbeiführen. Sie können lediglich bereits latent vorhandene psychotische Anlagen aktivieren - das gilt allerdings auch für den Alkohol. Die Politiker der Unionsparteien hoffen nun darauf, dass basierend auf internationalem und EU-Recht aus Brüssel ein Widerspruch gegen die angestrebte Legalisierung kommt. Im Rahmen eines sogenannten Notifizierungsverfahrens müssen EU-Mitgliedsstaaten nämlich signifikante Änderungen des jeweiligen Rechtssystems an die EU melden. Anschließend wird geprüft, ob die Gesetzesänderungen den rechtlichen Bestimmungen bzw. Verträgen genügen oder ob ein Veto gegen die geplanten Modifikationen eingelegt wird. Damit es in Sachen Cannabislegalisierung weitergehen kann, fehlt nur noch ein konkreter Gesetzesentwurf, der nun rasch von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vorgelegt werden muss. Dass sich die konservativen Unionspolitiker in Cannabisfragen ungemütlich geben, war klar und erwartbar. Dennoch ist eine Legalisierung des Hanfes die einzige Möglichkeit, den Markt zu kontrollieren. Über hundert Jahre Prohibition haben gezeigt, dass dies ein Irrweg ist. Quellen: www.br.de; www.hanfverband.de Markus Berger